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Neliah's Songbook


Neliahs Thema

Rei se i ns I nnere der I magi nati on. Si ehe, wi e wei t Du schon bi st. Si ehe, wi e kl ei n di e zurückl i egenden Kal ami täten. Di e Nacht i st l au. Ei nsam kl appert di e Schrei bmaschi ne - wi e ei n Jazzschl agzeug. Saxophon aus der Ferne. So marvel l ous . . .

- Taktak - sagt di e Schrei bmaschi ne, - ti ktaktak- ti k- tak - schl ägt si e den Takt der Sekunden. Too marvel l ous for words . . .

Di e Zei t hat si ch davongemacht aus di esen Brei ten. Nul l punkt der Erei gni sse. Neuschöpfung. Dadadada. „Hel l o, where are You?“

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Die kleinen Mädchen im Winter Di e kl ei nen Mädchen i m Wi nter sehn so erfroren aus, si e suchen di e Spuren der Feen vor i hrem Gartenhaus mi t den toten Bäumen dahi nter. Di e kl ei nen Jungen i m Wi nter müssen tapfer und ei nsam sei n, dürfen ni cht fröstel n und grei nen und gehen si e mal zu zwei en, werden si e l auter und bl i nder. Di e kl ei nen Mädchen i m Wi nter stel l en Kerzen i ns Fenster bei Nacht und träumen, dass ei ner si e fände, den der Nordwi nd hal b umgebracht: grausame spi el ende Ki nder. Komm Li ebe, komm, Li ebe komm, Li ebe, komm, komm, Li ebe . . . Und der Nordwi nd rüttel t am Fenster und der Nordwi nd rüttel t am Dach und pei tscht di e toten Bäume und schrei t di e Feen wach. Komm Li ebe, komm, Li ebe komm, Li ebe, komm, komm, Li ebe . . . Der Junge stapft schon müde durchs berei fte Gartentor, i n i hrer Hand bl i nkt der Schl üssel zum nächtl i chen Tresor. Komm Li ebe, komm, Li ebe komm, Li ebe, komm, komm, Li ebe . . . I hr Lei b i st süß, i hr Wei n i st al t, er sagt, dass er si e versteht, doch al s si e sei ne Seel e wi l l , wi rd er ganz kal t – und geht. Komm Li ebe, komm, Li ebe komm, Li ebe, komm, komm, Li ebe . . .

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Denn di e kl ei nen Jungen i m Wi nter bl ei ben i mmer nur ei ne Nacht. Si e zertreten das Li cht, das si e sel bst entfacht. Trauri ge Sel bst端berwi nder. Und wi eder si nken di e Feen i n den Todesschl af, ganz sacht, aus dem si e nur manchmal erwachen f端r ei ne Li ebesnacht. Komm Li ebe, komm, Li ebe komm, Li ebe, komm, komm, Li ebe . . .

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Casino der Engel Bi s hi erher und ni cht wei ter! Kei n Durchgang. Storni ert di e Passage zum Spi el ti sch der Engel , wo si e das Puzzl e anei nanderfügen, Stück für Stück. Vi tri nen Vi tri nen, Vi tri nen, Vi tri nen . . . Jeder i st ei n Star. Jede Krankhei t fi ndet i hr Publ i kum. Wi r si nd so frei i i i i i i i i ! ! ! ! Wo bi st DU? I ch höre Di ch überal l . I ch höre Di ch i n den Sti mmen der Nacht, I m Si ngen der Rei fen auf dem Asphal t, den kl ei nen Wel l en des Sees. Dei ne Sti mme i st der Teppi ch Unter jedem Li ed, das i ch l i ebte, di e Landschaft mei ner Poesi e. I hr Wel l enschl ag fol gt Dei nem wei ßen Rauschen, ehe es Gestal t anni mmt. Spri ch l auter bi tte! Häl tst Du mi r ei nen Pl atz dort frei , wo Du jetzt bi st, dort i m Casi no bei den Hal sabschnei dern und i hren Kokotten. I ch werde auch mei n rotes Kl ei d anzi ehen Und mi ch aufzäumen, so bi l l i g i ch kann. Aber kauf kei ne Chi ps Und l ass di e Fi nger vom ei narmi gen Bandi ten! Wi r haben ei nen Ruf zu verl i eren Al s di e l etzten unserer Art Und unsere al te Verschwörung Wi rd wei terl eben Auf ewi g.

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Der fabelhafte Mr. Fox I ch bi n der fabel hafte Mr. Fox, Ni emand kann mi r je das Wasser rei chen. I ch führ überal l Regi e Und mi t Wi tz und Phantasi e Schaffe i ch mi r mei ne kl ei ne Despoti e. I n der Schul e gal t i ch schon al s ei n Geni e, Denn mi ch küssten al l e schönen Mädchen. Ei ne Schönhei t war i ch ni e, Dafür kl aute i ch für si e Al l e Lösungen i n Mathe und Chemi e. I ch bi n der fabel hafte Mr Fox . . . . Al s Gehei magent, James Bond und Mi mi kry War der Kal te Kri eg mei n El ement. Chrushtschow, Mao, Kennedy - I ch verkauf di e Strategi e, Und so bl ei bt di e Lage stets remi s. I ch bi n der fabel hafte Mr. Fox. Wenn es sei n muss, geh i ch über Lei chen. I ch führ überal l Regi e Und mi t Wi tz und Phantasi e schaffe i ch mi r mei ne kl ei ne Despoti e. Geht di e Wel t zu Bruch, verkauft si ch Propheti e. So erfand i ch schl i eßl i ch ei ne Sekte. Angst? Langwei l e? Hysteri e? I ch bri ng euch di e Therapi e Für 500 EURO – auf di e Kni e. I ch bi n der fabel hafte Mr. Fox . Schatz, das Leben i st ' ne große Lotteri e. Jeder grei ft dem Gl ücksrad i n di e Spei chen. Doch für jede I nfami e Geb i ch di r ei n Al i bi Und dafür schenkst du mi r dei ne Sympathi e. I ch bi n der fabel hafte Mr. Fox . . .

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The Virtual Song Jeder möcht ei nmal der Champ sei n, ei nmal nur di e Erde drehn auf dem Mond nach Schätzen graben, auf dem Hi mal aya stehn. An si ch sel bst das Serum testen gegen Ai ds und Pest oder doch ei n Rockstar werden, der di e Hose fal l en l ässt? Aber wenn i ch dann zur Tat schrei t, fühl e i ch mi ch mi es, i ch möcht gerne mal ei n Hel d sei n, aber - i ch hab Schi ss . . . . Come i n my vi rtual , come i n my vi rtual , come i n my vi rtual worl d . . . . Jeder möcht mal wi rkl i ch l i eben, i n Ekstase ganz vergehen, ei nmal nur auf Kni en l i egen, ei nmal i n den Hi mmel sehn. Ei nmal mi t dem Schwert erobern di e Pri nzessi n und den Gral , und das Bl ut des Drachen tri nken aus dem Gol dpokal . Doch wei l ni emand mi ch beachtet, fühl e i ch mi ch mi es. I ch setz mi ch an den Computer und schi eß und schi eß und schi eß. . . Come i n my vi rtual . . . . Komm, Schatz, wi r spi el en Kri eg heut Nacht. I ch zei g di r mei ne Waffen, und vor di r sal uti ert mei n Heer von vi rtuel l en Skl aven. Hab kei ne Angst vor mei nem Hass, mei n Di amantskal pel l i st ganz steri l , du wi rst ni cht schrei n: I ch töte di ch vi rtuel l . Come i n my vi rtual . . .

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Der Silikonsong I ck bi n di e Puppe aus der Schönhei tschi rurgi e Hahaha, hi hi hi . . . I ck l ächl e pausenl os, doch Fal ten werf i ck ni e. Hahaha, hi hi hi . . . Vor mi r fal l ’ n rei henwei s di e Männer auf di e Kni e I ck bi n der Superstar . . . Und wenn di e andern schon wi e Pfl aumen dörren; und al l et hängt - mei n Doktor macht det schon. I ck bl ei be hohl und schön, i ck l eb für i mmer Ei n Traum aus Si l i kon. Wenn i ck ma dot bi n, l asse i ck mi r konservi eren, und wat verderbl i ch i st, per Vakuum extrahi eren den janzen Luxuskörper bal sami eren wi e ei nst Kl eopatra. Und wenn’ s am Ende nur ' nen jroßen Knal l ji bt und et wi rd schwarz. de Si cherung fl i egt raus. I ck bl ei be schön und hohl , i ck l eb’ für i mmer. Di e Show i st ni emal s aus.

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Apokalyptic Di e Pol e schmel zen, Meere kochen, Atomkraftwerke fackel n ab. Di e Toten strahl en mi t den Knochen Heut i st Apokal ypse- Tag. Chorus:

Apocal ypti c, apocal ypti c, apocal ypti c, yeah! Schon naht der größte der Kometen und ki ckt di e Erde aus der Bahn. Doch den Bewohnern des Pl aneten I st i hre Zukunft l ängst egal .

Chorus:

Apokal ypti c, apocal ypti c, apocal ypti c . . . Ei n Heer von Hungernden und Kranken Fäl l t i n das Land der Rei chen ei n Si e l agern vor Hotel s und Banken Und fangen an nach Brot zu schrei n.

Chorus:

Apocal ypti c, apocal ypti c . . .

Am Bahndamm, i n den dunkl en Gassen Bl i tzen di e Messer, tobt der Kri eg Zwi schen den Armen al l er Rassen Und al l den Satten, di e kei ner l i ebt. Chorus:

Apocal ypti c, apocal ypti c, apocal ypti c, yeah! Wer i st es, der den Kri eg beendet, Wer i st der große Admi ral , der „Hal t! “ ruft, „Sti l l gestanden, wendet Den Zug, so träge und fatal ! “ Wer i st der l etzte der Propheten, Durch den uns Gott verzei ht Und der den Tod bannt mi t Gebeten, Di e Angst, di e Nacht, di e Ei nsamkei t?“

Chorus

( bedrängend, ängstl i ch) Es i st so apocal ypti c, apocal ypti c, apocal ypti c ( fadet aus)

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Lied für die Kinder von Berlin ... Di e Ki nder von Berl i n si nd so verschl ossen, wenn i hnen auch manchmal zum Heul en i st. Di e Li ppe vorgestül pt, ei n Gri nsen unverdrossen. An jeder Ecke steht ei n Pol i zi st, an jeder Ecke wi l l si e ei ner jagen, an jeder Ecke ti ckt ' ne Bahnhofsuhr, an jeder Ecke ei ne Tri l l erpfei fe Si e pfei fen drauf, zumi ndest tun si e so . . . Si e pfei fen drauf, zumi ndest tun si e so. Di e Ki nder von Berl i n, di e si nd so bi tter, auch wenn es jede Nacht ' ne Sause gi bt, aus dem Chemi el abor di e künstl i chen Gewi tter, i m Ohr 10 000 Watt verhi ndern, daß man l i ebt. Di e Li ebe, di e i st näml i ch zu gefährl i ch, di e Li ebe i st ei n tödl i cher Genuß, di e Li ebe macht so fürchterl i ch zerbrechl i ch. Si e pfei fen drauf, es rei cht ei n Samenguß. Si e pfei fen drauf, es rei cht ei n Samenguß. Di e Ki nder von Berl i n si nd so gespal ten, auch ohne Mauer, ohne schwarz und rot. Berl i n zerfäl l t i n fei ndl i che Gestal ten, Wer schl ägt, i st noch ni cht tot. Wer schl ägt i st noch ni cht tot. Nur manchmal i st da i rgendwer mi t Fl ügel n, nur manchmal i st da i rgendwer, der wacht, nur manchmal i st da ei ne wei che Seel e, di e auf ni chts pfei fen kann und wei nt di e ganze Nacht.

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Der Exilant I ch kenne di e Kaschemmen des Exi l s Zwi schen Neuköl l n und dem Kurfürstendamm; Und nachts i m Traum seh’ i ch durch Gi tterstäbe Das Li cht auf Dei nem wei ßen Muschel kamm. I ch spür di e Käl te und das Al ter Durch mei ne Adern zi eh’ n, Vom Dom der Generäl e trei bt Ei s i n di e Kanäl e di e Kanäl e von Berl i n. Hal l o, Margot, bonsoi r Margot, ruf an, wenn Du mi ch hörst i rgendwo auf der Wel t, wenn es Di ch noch gi bt, ruf an, ruf an, Margot. Vor jedem Kaufhaus si ng’ i ch unser Li ed. Für di e Passanten und fürs Radi o Nehm’ i ch den Gruß auf, dass i hn al l e hören Vom Gul ag bi s nach Guantanamo. Für al l e, di e aus Fol terträumen Aufschrecken jede Nacht, für al l e Ki nder, di e vertri eben, denen nur Hass und Bomben bl i eben - Gi bst Du noch auf si e Acht? Hal l o, Margot, bonsoi r Margot ... Di e fal schen Pässe l i egen schon berei t, Für heut und morgen haben wi r Provi ant, Und i rgendwo i n ei nem fremden Hafen Ankert das Schi ff i ns unbekannte Land. Lass uns noch ei nmal al l es wagen, Wenn wi r auch machtl os si nd. Noch weht der Li ebe Zei chen Vom Leuchtturm bei den Dei chen - Am Segel rei ßt der Wi nd. Hal l o, Margot, bonsoi r Margot ... Mai 2004

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The Queen was riding through the night ... The Queen was ri di ng through the ni ght, her arm was strong, her face was bri ght, her heart al l covered wi th dust. The l aughter from the upper fl oor was l ouder than screams of her hi dden war, A drunken guard l et her past. The smoky wi nd bl ew to the ri ver many a fal l en bud; the l and was dark, the l and was numb and each grape fi l l ed wi th bl ood. By the rui ns of the Templ e, she l ai d down her shi el d and her spear and passed the gl assy di vi si on that onl y opens to tears Behi nd, she l ooked so wi del y, Behi nd, he was feel i ng so cl ose. The snow of hi s shabby exi l e kept fal l i ng and covered them both. „I ' m wai ti ng for you, my darl i ng, I touch your soul every ni ght, besi de me that strange gi rl sl eepi ng I cry for my si ster, my bri de. “ „Oh l ove, your eyes got so bl eary, your l i ps and your passi on worn down. “ „What happened to your bri dal vei l , what happened to your crown?“ „I wrapped i t round the handl e of that ol d i nn under the moon; and next door i n the stabl e, the crown was kept safe by a groom.

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But the groom was scared of the l i ons and sol d the pl an and the key to some nasty l i ttl e messi ah for hi s pri vate ecstasy. The Word was expel l ed from the thorn bush, the waves were forbi dden to prai se, dead stars onl y shi ne on the l overs, dead dreams onl y bri ghten thei r face. “ The smoky wi nd bl ew to the ri ver many a fal l en bud; the l and was dark, the l and was numb and each grape fi l l ed wi th bl ood. Thi s way, our marri age was broken, but I cal l for you every ni ght; each ni ght, I recapture the l i nes of your face, each ni ght, I pray for the l i ght. And those who happen to hear me l ocked up i n thei r agony l i ke dark bi rds asl eep i n the forest wi l l wake up and cal l wi th me. “ Li ke dark bi rds asl eep i n the forest wi l l wake up and cal l wi th me.

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The Cherub I met hi m dri fti ng down the road on a col d November day - one of these days, you ask yoursel f, i f you shoul d qui t or stay. Berl i n was so l eaden, Berl i n was so tough, the streams from besi de and the streams from above were cut, and the heart was l eaki ng away - when he crossed my way. Oh fl y, fl y, fl y and fl y, fl y to me, l i ttl e cherub fl y, fl y, fl y and fl y, fl y on and come to me, though no- one can read your l etters, feel the soft touch of your feathers, fl y, fl y, fl y and fl y, fl y to me, l i ttl e cherub. From then I met hi m everywhere, he doesn' t tal k so much, i t' s bori ng i n that pothead- bar and there' s no- one to touch. Protected by a vi sa- card, young men dri nk off thei r dream, and the ol d rebel s and the sai nts have l ost thei r sel f- esteem. Oh fl y, fl y, fl y and fl y, ‌ He' smi l i ng l i ke a l i ttl e boy al though he' s very ol d, hi s wi ngs got frayed and ti red now and hardl y to unfol d. Hi s front dri ed out by the desert wi nd that carri ed hi m thousand years by the smoke of stakes and offeri ngs the sal t of sweat and tears. Oh fl y, fl y, fl y and fl y, ‌ He' s l ooki ng for the other one for whom he' s achi ng sti l l si nce our tent was burni ng down,

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don' t ask me by whose wi l l . The ol d and hol y covenant was broken l ong ago, your sad song and your rol l i ng hi ps sti l l hi de the mi sty gl ow. Oh fl y, fl y, fl y and fl y, fl y to me, l i ttl e cherub fl y, fl y, fl y and fl y fl y on and come to me. I need your comfort, I need your ki ss, especi al l y on a day l i ke thi s, Oh fl y, fl y, fl y and fl y, fl y on and come to me, fl y on and come to me. Dezember 1996

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Der Cherub I ch sah i hn an ei nem Novembertag den Damm hi nunterwehn; ei ner der Tage, da du di ch fragst, sol l st du bl ei ben oder gehn. Berl i n gi bt si ch fei ndl i ch. Der Menschenstrom schl eppt si ch durch Öden von Gl as und Beton. Kei n Fenster erl euchtet i n den Wänden aus Bl ei . Da fl ogst Du vorbei . Oh fl i eg, fl i eg, fl i eg und fl i eg fl i eg zu mi r, kl ei ner Cherub, Oh fl i eg, fl i eg, fl i eg und fl i eg, bi tte fl i eg her zu mi r! Oft si tz i ch i n der Bahn und l ausch, ob dei n Fl ügel schl ag durch den Nebel rauscht. Oh fl i eg, fl i eg, fl i eg und fl i eg fl i eg zu mi r, kl ei ner Cherub! Sei ther seh i ch i hn überal l , wohi n das Al l ei nsei n mi ch führt. I n jeder neon- wei ßen Bar, wo man si ch ni cht berührt. Da l ehnt er schwei gend am Bufet und schaut si e fragend an, ( gesprochen) Di e sel tsamen Hei l i gen, di e si ch zu Tode saufen, di e al ten Rebel l en mi t Vi sacard, ( wi eder Gesang) den jungen Di chter, der si ch sel bst ni cht mehr ertragen kann. Oh fl i eg, fl i eg, fl i eg und fl i eg . . . Ei n Ei nsamer si tzt auf dem Bett und l auscht, dass dei n Fl ügel schl ag durch den Nebel rauscht Oh fl i eg, fl i eg, fl i eg . . . Er l ächel t harml os wi e ei n Ki nd und i st so al t wi e di e Zei t, di e Fl ügel müde und versengt vom Strahl der Ewi gkei t, di e Li ppen trocken vom Wüstenwi nd, der i hn durch di e Jahrhunderte trug, di e Augen tränen vom schwarzen Rauch

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der von den Al tären schl ug. Oh fl i eg, fl i eg, fl i eg und fl i eg . . . Ei n Kranker wacht durch di e Nacht und l auscht, ob dei n Fl ügel schl ag durch den Nebel rauscht. Oh fl i eg, fl i eg . . . Er schaut si ch nach dem andern um nach dem er Sehnsucht hat, sei t unser Zel t i n Fl ammen gi ng, gi bt’ s kei ne Ruhestatt für i hre Li ebe und so trei bt er durch di e Dunkel hei t oh pass nur auf, wenn er di ch strei ft geht der Hi mmel auf – ganz wei t . . . . Oh fl i eg, fl i eg, fl i eg und fl i eg, fl i eg zu mi r kl ei ner Cherub, Oh fl i eg, fl i eg, fl i eg und fl i eg, bi tte fl i eg her zu mi r! Vi el l ei cht strei ft mi ch heute dei n Fl ügel schl ag. Das wäre ei n Trost an so ei nem Tag. Oh fl i eg, fl i eg, fl i eg und fl i eg, bi tte, fl i eg her zu mi r, bi tte fl i eg her zu mi r. 28. 05. 2007

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Without You Toni ght I feel so l onel y but I don' t dare to cal l , I ' m hungry l i ke an al l ey cat that l i stens to the bal l . a whi speri ng through the Berl i n ni ght, a whi speri ng through the bars from each young coupl e and from deep i nsi de l i ke a message from the stars: Wi thout YOU, my worl d i s turni ng grey, wi thout YOU, the hours of the day keep draggi ng dul l and monotone. Wi thout YOU, the streets of Berl i n pal l , thei r musi c can' t move my feet at al l . Wi thout YOU, I ' m feel i ng so al one. There are so many strangers throughout that bi g ol d town, they l ust for sex and shel ter under i ts dusty gown. No- one can touch so deepl y my heart wi th just one gl ance and then encl ose me i n one fi el d of l i ght, one fl i ght, one cry, one dance. Wi thout you, the wel l s are runni ng dry, wi thout you, the wi res through the sky stop si ngi ng l i ke a fi ddl er' s tone. Wi thout you, I never got to know that smal l boy I was l ong ti me ago. Wi thout you, I ' m feel i ng so al one.

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Nachrichten von der anderen Seite Für Noah Jetzt si nd es schon drei Jahre, dass Du den Schl ei er passi ert zwi schen den Wel ten – kl ei ner Grenzverkehr. Nur sel ten werden Grüße expedi ert. Doch jede Nacht bi n i ch für Di ch berei t und l ausche hi nei n i ns Gewebe der Zei t. „I ch möcht' Di ch wi ederseh' n, i ch möcht' Di ch wi ederseh' n - Du, brünett, hast mi r gewunken“ - schri eb das ei n Fremder, ei n U- bahn- Passant, oder i st es ei n Luftkuss aus Gei sterl and? I ch such das Tor zu Dei ner Wel t i n jedem ei nzel nen Traum. Nehm' i ch das Fl ugzeug, schnel l er al s Li cht zum Sprung i n den Hyperraum? Oder braucht' s nur di e ri chtge Frequenz al s Schl üssel zu Dei ner Jensei ts- Präsenz? Di e Josefsgasse i n Jerusal em - wohnst Du dort vi rtuel l ? Oder frage i ch mal den Li ftboy i n dem verwunsch' nen Hotel ? I ch wei ß, i ch wei ß, Du bi st ni cht tot - aber es hei ßt, bal d ändern si e den Code. „I ch möcht' Di ch wi ederseh' n, i ch möcht' Di ch wi ederseh' n - Du, brünett, hast mi r gewunken“ - schri eb das ei n Fremder, ei n U- bahn- Passant, oder i st es ei n Luftkuss aus Gei sterl and? Am Ei ngang l i est ei n junger Mann i n ei ner Parti tur von Ferruci o Busoni : - ei n Strei chquartett i n C- Dur -

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der neben Dei nem Grabe gei gt. I st' s Trugbi l d oder Fi ngerzei g? Der Duft Dei ner roten Li l i en weht durch den U- Bahn- Waggon - und ni rgendwo ei n Bl umenstrauß oder ei n off' ner Karton. I st das geschehn, wei l i ch Di ch so vermi ss oder wei l morgen mei n Geburtstag i st? „I ch möcht' Di ch wi ederseh' n, i ch möcht' Di ch wi ederseh' n - Du, brünett, hast mi r gewunken“ - schri eb das ei n Fremder, ei n U- bahn- Passant, oder i st es ei n Luftkuss aus Gei sterl and? I ch schrei b Di r tägl i ch ei nen Bri ef, bi s wi r uns wi ederseh' n i m Treppenfl ur der Chari té. Das Li cht schei nt dort so schön durch das verstaubte Oberl i cht - und Dei n Vani l l eei s vergess' i ch ni cht.

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Unter meiner Haut

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1. Oft mei nte i ch, wi r hätten uns verl oren

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i n di eser oder i n der andren Wel t;

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mei n Ungeschi ck, der Zank um fremde Betten,

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zi ehn Schl i eren durchs vermi nte Seel enfel d.

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Und dennoch i st mi r kei ner so vertraut

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- i ch trag di ch unter mei ner Haut.

2. Wi r wandern jede Nacht zusammen den Strand entl ang an jenem grauen Meer und drehen ei nen Fi l m aus sei nen Nebel n - I ch bi n di e Kamera und du der Regi sseur. Di e Szeneri e l ag l ange schon berei t - ei n Doubl e von Berl i n fäl l t aus der Zei t. 3. Dort strei ft mei n al ter Ego durch di e Straßen und di e Phi ol e, di e ei n bl aues Gas enthi el t, l euchtet den Weg bi s hi n zum Wasserfal l e, auf dem ei n unsi chtbarer Gei ger spi el t. Wo i st mei n Si l berboot, mei n Sterngemahl ? I n i hren Kl ei dern spri ngt si e i n den Strahl . 4. Ei nen Moment l ang l i chtet si ch der Schl ei er und auf der andren Sei te der Musi k fl i rrt ei n Si gnal - du rei test auf den Wel l en i n unseren fragmenti erten Traum zurück. Bi st du echt, wi e di e Sti mme am Tel efon, oder bi st du nur Echo, ei ne I nformati on?

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The Song of Joy

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A dream tol d at breakfast, your face above,

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the new poem sent off from the dark si de of l ove,

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the bi g avenue i n the ni ght;

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from a taxi , the channel i n cool , strayi ng l i ght

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refracted i n petrol , a vi ol i n fl i ght

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from the wi ndow over the yard. The Song of Joy

The Song of Joy The Song of Joy The Song of Joy The Song of Joy The magnol i a tree on a Portuguese hi l l , the perfume of spri ng i n a ti me of standsti l l , the great revol uti on we l ost. Two fri ends, drunk and cl ose, i n a January ni ght, two hermi ts i n l ove by the fi resi de i nventi ng that ol d new song: The Song of Joy. ..

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The Song of Joy i s ri si ng up

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from the Hol y Book,

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i t' s a ki ss and passi on,

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a prayer and a murmuri ng brook,

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i t' s a spacefl i ght, a moment of si l ence,

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the boat and the frei ght.

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The Song of Joy unl ocks the Heaven' s Gates. The Song of Joy ...

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Inhalt

Nel i ahs Thema Di e kl ei nen M채dchen i m Wi nter Casi no der Engel Der fabel hafte Mr. Fox Vi rtual Song Si l i konsong Apokal ypti c Li ed f체r di e Ki nder von Berl i n Der Exi l ant The Queen . . . The Cherub Der Cherub ( dtsch. Versi on) Wi thout You Nachri chten von der anderen Sei te Unter mei ner Haut Song of Joy

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Neliahs Songbook  

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