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Inhaltsverzeibnis

Geschäftsbericht 1

Einleitung mit Tabelle der Kennzahlen

9

2

Bericht der Präsidenten

11

3

Entwicklung der Gruppenergebnisse

17

4

Die Organisation der Migros Migros-Gemeinschaft Delegierte Verwaltung MGB Generaldirektion MGB Direktionsbereiche MGB Kontrollstelle MGB Gruppenrechnungsprüfer Corporate Governance

19 20 21 21 22 22 22 23

5

Umsätze

27

6

Investitionen

28

7

M-Vertriebsnetz 2004

30

8

Detailhandel Allgemeines zum Detailhandel der Migros Marktanteile M-Cumulus M-Infoline Die zehn regionalen Genossenschaften Ethische Labels Das Engagement der Migros Food-/Near-Food-Sortiment Non-Food-Sortiment Fachmärkte Gastronomie Wellness Fitnessparks Golfparks Übriger Detailhandel LeShop.ch und migros-shop.ch Ex Libris Globus-Gruppe

32 34 35 35 36 43 44 51 55 58 60 60 60 61 61 62


9

Migros-Industrie Einleitung Bischofszell Nahrungsmittel Chocolat Frey Estavayer Lait Jowa Mibelle Micarna Midor Mifa Mifroma Migros-Betriebe Birsfelden (MBB) Optigal Riseria Taverne Seba Aproz W. Leuenberger Handelsunternehmen innerhalb der Industriegruppe Scana Lebensmittel

10

72

Dienstleistungsunternehmen Hotelplan Limmatdruck Migrol Migrosbank

11

64 66 66 67 67 68 68 69 69 69 70 70 70 71 71

73 75 75 76

Logistik und Informatik Migros-Verteilzentrum Suhr (MVS) Migros-Verteilbetrieb Neuendorf (MVN) Logistik und Transport IT-Services

78 78 79 79

12

Migros-Presse

80

13

Sponsoring by Migros

81

14

Wirtschaftspolitik

82

15

Personelles und Human Resources

84

16

17 18

Kulturprozent Kultur und Soziales Klubschulen Monte-Genoroso-Bahn Aufteilung des Kulturprozents

88 89 91 91

Qualitätssicherung – Food Safety

92

Umwelt- und Sozialpolitik Nachhaltigkeit/Umwelt/Energie Umweltkennzahlen

19

93 95

Stiftungen Eurocentres Gottlieb-und-Adele-Duttweiler-Stiftung Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI) Parks im Grünen Stiftung Adele-Duttweiler-Preis

20 www.migros.ch

96 96 97 97 97 98


Zahlenteil 1

Zahlen Migros-Gruppe Finanzieller Lagebericht Gruppenwertschöpfungsrechnung Fünfjahreskennzahlen der Gruppe Gruppenbilanz Gruppenerfolgsrechnung Gruppengeldflussrechnung Veränderungen des konsolidierten Eigenkapitals der Migros-Gruppe Anhang zur Gruppenrechnung Grundsätze der Rechnungslegung Erläuterungen zur Gruppenbilanz Erläuterungen zur Gruppenerfolgsrechnung Erläuterungen zur Gruppengeldflussrechnung Sonstige Angaben Bericht des Konzernprüfers Migros-Pensionskasse

2

101 106 107 108 109 110 111 112 117 122 125 126 129 130

Zahlen Migros-Genossenschafts-Bund Fünfjahreskennzahlen MGB Bilanz MGB Erfolgsrechnung MGB Anmerkungen zur finanziellen Berichterstattung Anhang Bericht der Kontrollstelle

133 134 136 137 143 144

3

Migros-Konsolidierungskreis

145

4

Erklärung der Fachausdrücke in der Gruppenrechnung

151

Adressen

152

Bildteil Bildteil

155

Impressum

227


M I G ROS

Jahresberibt/Finanzteil 2004


M I G ROS FAC T S

9

Kennzahlen

K ENNZAHLEN IN M IO . CHF

2004

2003

20 303

20 013

+ 1,4

+ 1,0

14 651

14 298

+ 2,5

+ 1,4

1 397

1 290

6,9

6,5

EBIT

543

484

in % vom Gruppenumsatz

2,7

2,4

G RUPPENGEWINN

545

372

in % vom Gruppenumsatz

2,7

1,9

1 187

1 005

5,8

5,0

301

– 162

996

1 319

16 839

16 588

8 917

8 394

53,0

50,6

114

114

79 688

81 600

1 957 804

1 913 531

G RUPPENUMSATZ Veränderung in % zum Vorjahr – U MSÄTZE DER G ENOSSENSCHAFTEN (Inland und Ausland) Veränderung in % zum Vorjahr – EBITDA in % vom Gruppenumsatz –

– C ASHFLOW in % vom Gruppenumsatz – F REE C ASHFLOW I NVESTITIONEN – B ILANZSUMME › Eigenkapital › in % der Bilanzsumme – A UFWENDUNGEN FÜR KULTURELLE , SOZIALE UND WIRTSCHAFTSPOLITISCHE Z WECKE – P ERSONALBESTAND (Anzahl Personen) – M IGROS -G ENOSSENSCHAFTER (Mitglieder)

JAHRESBERICHT


M I G ROS FAC T S

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Beribt der Präsidenten

Unsere Unternehmenskultur wird gelebt und geliebt 2004 wird als eines der besten Jahre in die Migros-Geschichte eingehen. Und auch für 2005 ist ein weiteres Wachstum geplant. Die Migros hat eine starke, von ihrem Gründer Gottlieb Duttweiler geprägte Unternehmenskultur. Obwohl sie sich – wie jedes Unternehmen – den Veränderungen des Umfeldes laufend anpasst, ist sie ihren Grundsätzen treu geblieben. Die Migros ist das Unternehmen, das sich für die Lebensqualität seiner Kundinnen und Kunden einsetzt – sowohl im kulturellen, sozialen, ökologischen wie im kommerziellen Bereich. So ist im Leitbild verankert: – Wir bieten gute Produkte und Dienstleistungen zu günstigen Preisen an. – Wir schaffen als vorbildlicher Arbeitgeber Voraussetzungen für ein motivierendes Arbeitsklima. – Wir streben die direkte Zusammenarbeit mit den Produzenten an. – Wir bauen die ethischen Standards bei den Produktions- und Arbeitsbedingungen laufend aus. – Wir fördern mit dem Kulturprozent das aktive künstlerische Schaffen und den breiten Zugang zu Bildung. – Wir handeln in Respekt zu Mensch, Tier und Umwelt und schaffen Werte für eine sichere Zukunft. Diese Unternehmenskultur wird gelebt und geliebt. Sie setzt die Leitplanken für unser Tun. Sie schafft Sicherheit nach innen und nach aussen. Sie wirkt motivierend und führt letztlich zu einer besseren Leistung und höheren Produktivität. So gewinnt die Migros – auch in Zukunft – das Vertrauen der Kundinnen und Kunden. In den vergangenen Jahren haben wir in der Frage, wie wir – fast 80 000 Mitarbeitende aus über 90 Nationen – uns begegnen, besondere Bedeutung beigemessen. Im Bewusstsein, dass gegenseitiger Respekt unter den Mitarbeitenden auch das Verhältnis zu den Kunden prägt. Wir sind überzeugt, dass sich diese Bemühungen im erfreulichen Ergebnis des Jahres 2004 widerspiegeln. Denn die guten Zahlen sind das Resultat des grossen Engagements aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die ambitiösen Ziele haben wir gruppenweit zumeist erreicht oder sogar übertroffen. Auch konnte die Leaderposition im Detailhandel wie auch die der Migros-Industrie weiter gestärkt werden. Besonders im Bereich des Migros-Detailhandels haben wir deutlich Marktanteile


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M I G ROS FAC T S

gewonnen. Der Abstand zur Hauptkonkurrenz hat sich erneut vergrössert. 2004 wird als eines der besten Jahre in die Migros-Geschichte eingehen. 2005 ist das Jahr des Eintritts von zwei grossen Hard-Discounter in die Schweiz. Konkurrenz belebt. Wir sind gut vorbereitet. Wir werden mit unseren Dienstleistungen, unserer guten und frischen Qualität zu günstigen Preisen, den Produkten, die in Respekt zu Mensch, Tier und Umwelt hergestellt werden, dafür sorgen, dass uns unsere Kundinnen und Kunden auch in Zukunft treu bleiben. Die positiven konjunkturellen Impulse im ersten Halbjahr wie auch die Konsumentenstimmung flachten in der zweiten Jahreshälfte ab. Obwohl die Sortimente im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich keine Teuerung aufwiesen, konnten die Löhne wiederum deutlich erhöht werden. Dies war dank weiteren Produktivitätssteigerungen möglich. Für ein nachhaltig erfolgreich geführtes Unternehmen ist es wichtig, notwendige Restrukturierungen anzupacken. Deshalb haben wir im Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) Doppelspurigkeiten beseitigt und zeitgemässe Reorganisationen vorgenommen. Gerade durch solche zukunftsweisenden Massnahmen bleibt die Migros ein sicherer Arbeitgeber. Die gesamten Investitionen betrugen wiederum rund eine Milliarde Franken. Damit haben wir für viele Zulieferer und Tausende von Mitarbeitenden Arbeit ermöglicht. Leider wurden wichtige und gute Projekte durch fragwürdige Einsprachen verhindert, insbesondere mit Hilfe des Verbandsbeschwerderechts. 2004 konnten wir unsere Vorhaben mit Kontinuität weiterentwickeln: Corporate Governance Die Arbeit in den Ausschüssen der Verwaltung in den Bereichen «Finanzen», «Personelles und Entschädigung» und «Audit» hat sich sehr bewährt. Die vertiefte Bearbeitung vor den Sitzungen der Verwaltung erlaubt eine kompetente und auch effiziente Behandlung der Geschäfte. Corporate Design Das Projekt Corporate Design ist in Umsetzung. Die Kunden werden sich durch eine klarere Kennzeichnung in den Filialen besser orientieren können. Für die Mitarbeitenden führen die Massnahmen zu einem verstärkten Zusammengehörigkeitsgefühl.


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Logistik und Informatik Logistik wird für den Detailhandel immer wichtiger. Nach den Trockenwarensortimenten hat die Migros die Zentrale Warenwirtschaft auf das gesamte Non-Food-Sortiment erfolgreich ausgedehnt. Die Informatik- und Logistikprozesse wurden dabei gebündelt. Die Resultate davon sind eine bessere Warenverfügbarkeit für die Kunden, schnellere Informationen für die Prozessführung, weniger Lager und somit weniger gebundenes Kapital und geringere Transportkosten. «Migros-Magazin» Der Relaunch von «Brückenbauer» und «Construire» zum «Migros-Magazin» und «Migros Magazine» mit neuen Inhalten, einem neuen Layout und zusätzlichen Cumulus-Informationen ist gelungen. Das neue Magazin kommt bei den Leserinnen und Lesern gut an. Flexible Pensionierung Als eines der ersten Unternehmen hat die Migros der im Durchschnitt laufend älter werdenden Bevölkerung Rechnung getragen: Sie hat die Flexibilisierung des Pensionierungsalters von 55 bis 65 eingeführt und gleichzeitig das Pensionierungsalter um ein Jahr auf 63 Jahre erhöht. So müssen die Beiträge nicht erhöht werden und die Migros-Pensionskasse bleibt auch in Zukunft eine der besten Vorsorgeeinrichtungen. Portfolio Das Portfolio der Migros-Gemeinschaft wurde durch die Veräusserung von strategisch wenig bedeutenden Gesellschaften der Globus-Gruppe weiter bereinigt. Stärkung des Sortiments mit eigenen Marken und Markenprodukten Das Sortiment wurde auch im letzten Jahr noch attraktiver: Das Günstigsortiment M-Budget wurde weiter ausgebaut, eigene Marken wie Heidi und Delizio wurden eingeführt und die Markenartikel-Sortimente mit weiteren Produkten abgerundet. Die Folge: Kundenfrequenz, Durchschnittseinkauf und Marktanteile sind erneut gestiegen. E-Commerce Im Bereich des Online-Geschäftes hat die Migros neben Ex Libris, der Migrosbank und Hotelplan vor allem mit der Kooperation mit LeShop den Sprung an die Spitze geschafft. Diese Partnerschaft entwickelt sich weit über die Zielsetzungen hinaus. Die Chancen stehen gut, dass daraus ein interessanter, gesunder Geschäftsbereich entsteht.


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Produkte mit ökologischem und sozialem Mehrwert Produkte, die in Respekt zu Mensch, Tier und Umwelt hergestellt werden, sind der Migros wichtig. Mit 1,75 Milliarden Franken Umsatz ist die Migros Marktführer und hat auf diesem Gebiet international neue Standards gesetzt. Verhaltenskodex Nachdem die Migros bereits vor fünf Jahren alle Textil-Lieferanten weltweit verpflichtet hat, einen Verhaltenskodex für menschenwürdige Arbeitsbedingungen einzuhalten, haben nun im vergangenen Jahr alle Migros-Lieferanten von Non-Food-Produkten diesen Vertrag unterzeichnet. Die Einhaltung dieser Grundsätze wird von unabhängigen Stellen kontrolliert (mehr dazu finden Sie ab Seite 47). Migros-Kultur Im kulturellen Bereich war die Verleihung des Gottlieb-Duttweiler-Preises an den deutschen Aussenminister Joschka Fischer ein wichtiges gesellschaftspolitisches Ereignis. Zahlen der Migros-Gruppe 2004 Der Gruppenumsatz nahm im abgelaufenen Jahr um 290 Millionen Franken oder 1,4 Prozent auf 20,3 Milliarden Franken zu. Das Gruppenwachstum prägten vor allem die einzelnen Genossenschaften sowie Hotelplan, Migrol, Ex Libris und die Drittmärkte der Migros-Industrie. Die Transformation innerhalb der Globus-Gruppe und die Verkäufe von Gesellschaften wie Office World UK und Globe in Mulhouse wirkten sich jedoch mit 389 Millionen Franken negativ auf den Umsatz aus. Das betriebliche Ergebnis liegt mit 543 Millionen Franken (+12 Prozent) wiederum deutlich über dem Vorjahr. Das Gruppenergebnis konnte nochmals stark um 47 Prozent auf 545 Millionen Franken gesteigert werden. Die Migros erzielte einen Detailumsatz Inland von 17 Milliarden Franken (Vorjahr: 16,6 Milliarden Franken), was einem Inlandwachstum von 387 Millionen Franken (+ 2,3 Prozent) entspricht. Darin enthalten sind die Inlandumsätze der zehn regionalen Genossenschaften, der Globus-Gruppe sowie von Migrol und Ex Libris. Die Migros legt erneut und verstärkt Marktanteile zu Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass die Genossenschaften Inland mit 2,4 Prozent Umsatzwachstum um 343 Millionen Franken auf 14,4 Milliarden Franken zulegen konnte. Diese Umsatzzunahme konnte trotz ausbleibender Teuerung im Migros-Warenkorb (Teuerung schweizerischer Detailhandel + 0,5 Prozent) durch höhere Einkaufsfrequenzen, durch einen besseren Durchschnittseinkauf und durch Flächenexpansion erreicht werden. Die Folge sind 0,7 Prozent Marktanteilsgewinn. Die geplante Expansion konnte wegen Einsprachen gegen grossflächige Fachmarktprojekte nicht erreicht werden.


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Fitness und Wellness Für die gesundheitsbewusste Bevölkerung wurde das Angebot an Sport-, Fitness- und Wellnessanlagen weiter ausgebaut. Migros-Industrie Bei einem Nettoumsatz von 4,5 Milliarden Franken betrug das Wachstum 4,7 Prozent. Dabei nahmen die Exportumsätze um 14 Prozent auf 243 Millionen Franken zu. Die in der Belieferung von Grossverbrauchern tätige Scana hat ihre Aktivitäten inner- und ausserhalb der Migros verstärkt. Die Akquisition der Scana vor drei Jahren trägt Früchte, das Wachstum beträgt 9,7 Prozent. Übriger Detailhandel Die übrigen Detailhandelsunternehmen entwickelten sich unterschiedlich in ihren Märkten. Während Ex Libris ein kräftiges Wachstum von 15 Prozent auf 165 Millionen Franken aufweist (rasch ansteigender Umsatz im Online-Geschäft) und Migrol den Umsatz um 9 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken steigerte, reduzierte sich der Umsatz der Globus-Gruppe in Folge von Veräusserungen und Schliessungen um 389 Millionen Franken auf 1,183 Milliarden Franken. Damit ist die Transformation der Globus-Gruppe abgeschlossen, das Unternehmensergebnis wieder in den schwarzen Zahlen (+ 100 Millionen Franken) und der Turnaround geschafft. Mit dem Programm «Globus to the top» wurden die Voraussetzungen für die neue Warenhaus-Generation geschaffen. Hotelplan Die internationale Reiseorganisation Hotelplan konnte nach schwierigen Jahren eine leichte Belebung des Reisegeschäfts feststellen und ihren Umsatz um 121 Millionen Franken (+ 7 Prozent) auf 1,8 Milliarden Franken steigern. Dabei konnte das Vorjahresergebnis mit 13,4 Millionen Franken gehalten werden. Migrosbank Die Migrosbank blickt ebenfalls auf ein gutes Jahr zurück und konnte den Bruttogewinn bei 274 Millionen Franken knapp halten. Der Reingewinn konnte um 12 Prozent auf 83 Millionen Franken gesteigert werden.


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M I G ROS FAC T S

Ausblick Für das laufende Jahr haben wir wiederum höhere Umsatz- und Ertragszahlen budgetiert. Während die Genossenschaften mit einem etwas schwächeren Wachstum rechnen, haben die übrigen Gruppengesellschaften im Vergleich zum Vorjahr ein stärkeres Wachstum budgetiert. Insgesamt rechnen wir gruppenweit mit einem überdurchschnittlichen Wachstum von gut 2 Prozent. Das operative Ergebnis und das Unternehmensergebnis dürften mindestens die Höhe des Vorjahres erreichen. Die Auswirkungen des Eintritts der Hard-Discounter in den Schweizer Markt sind berücksichtigt. Die Migros wird ihre Strategie weiterverfolgen und ihre Leaderposition im Detailhandelsmarkt durch eine forcierte Preis-, Qualitäts- und Expansionspolitik ausbauen. Dank Dass die Migros mit ihren zahlreichen Unternehmen sich so positiv entwickeln konnte, verdanken wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihrem erfolgreichen Engagement. Der Dank gilt auch unseren Geschäftspartnern und allen Kundinnen und Kunden, die uns ihr Vertrauen schenken.

Claude Hauser, Präsident der Verwaltung

Dr. Anton Scherrer, Präsident der Generaldirektion


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Die Entwicklung der konsolidierten Gruppenergebnisse

GRUPPENUMSATZ (in Mio. CHF) 20 000 15 000

19 654

20 174

19 824

20 013

20 303

2000

2001

2002

2003

2004

10 000 5 000 0

EBITDA (in Mio. CHF) 1200 900

1 169

1 284

1 268

1 290

1 397

2000

2001

2002

2003

2004

600 300 0

GRUPPENGEWI NN (in Mio. CHF) 500 375

250 125 0

419

285

178

372

545

2000

2001

2002

2003

2004

17


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M I G ROS FAC T S

PERSONALAUF WAND (in Mio. CHF) 4000 3000

PERSONALBESTAND (Anzahl Personen) 80 000

4 008

4 187

4 396

4 499

4 488

60 000

2000

40 000

1000

20 000

0

2000

2001

2002

2003

2004

0

80 948

82 018

83 149

81 600

79 688

2000

2001

2002

2003

2004

KULTURPROZEN T (in Mio. CHF) 120 90 60 30 0

109

120

123

114

114

2000

2001

2002

2003

2004

I NVESTITIONEN (in Mio. CHF)

FREE CASHFLOW (in Mio. CHF)

1200

250

900

125

600

0

300 0

1 210

1 140

1 208

1 319

996

2000

2001

2002

2003

2004

2000

43

2001

2002

301

2003 –162

–125 –250

202

–298

2004


M I G ROS FAC T S

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Die Migros-Gemeinsbap

10 REGIONALE GENOSSENSCHAF TEN

20 04: 1 957 804 Mitglieder (+ 2,3 %) A ARE

435 228 Mitglieder (+ 2,5 %) BASEL

173 815 Mitglieder (+ 1,5 %) GENF

110 622 Mitglieder (+ 6,6 %) LUZERN

161 390 Mitglieder (+ 1,3 %) NEUENBURG FREI BURG

DELEGI ERTENVERSAMMLUNG

Präsident 10 0 Mitglieder aus zehn regionalen Genossenschaftsräten 10 Mitglieder aus zehn regionalen Verwaltungen

VERWALTUNG (VERWALTUNGSRAT)

Präsident – Präsident der GD (bis 30.6.04 auch vier der bisherigen GD-Mitglieder) – Je ein Vertreter der angeschlossenen Genossenschaften – Zwei Mitarbeiter-Vertreter (bis 30.6.04 drei Vertreter) – Sieben bis neun externe Mitglieder (mit Übergangsregelung bis 30.6.04) Ausschüsse: Detailhandel Migros, Personalpolitik, Personelles und Entschädigung, Finanzen, Audit

104 366 Mitglieder (+ 1,8 %) GENERALDI REKTION OSTSCHWEIZ

379 119 Mitglieder (+ 1,6 %)

Präsident der Generaldirektion Stabsstellen

TESSI N

83 491 Mitglieder (+ 2,6 %) WA ADT

1 46 635 Mitglieder (+ 4,1 %)

DEPARTEMEN T I

HR, Kulturelles und Soziales, Freizeit

DEPARTEMEN T I I

Marketing

DEPARTEMEN T I I I Logistik und

Informatik

WALLIS

67 72 0 Mitglieder (+ 3,5 %) ZÜR ICH

295 418 Mitglieder (+ 1,5 %)

DEPARTEMEN T I V Industrie DEPARTEMEN T V

Finanzen


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M I G ROS FAC T S

Delegiertenversammlung Amtsdauer 2004 bis 2008 (Stand 1. Januar 2005) Büro der Delegiertenversammlung Präsident: Kurt Pfister – Vizepräsidentin: Conchita Büchi, Migros Aare Weitere Mitglieder: Nicolas Bürgisser, Migros Neuenburg-Freiburg – Charlotte Grant, Migros Zürich – Johanna Widmer, Migros Genf

Delegierte M IGROS A ARE

Aeby Walter Agner-Heller Katharina Bhend Adrian Brogli Werner Brönnimann Martin1 Büchi-Jucker Conchita Hausmann Ernesto Lehmann Jean-Luc Meier-Bruhin Ruth Nold-Meier Ursula Rothenbühler-Käsermann Corinne Santini Roland Studer-Bussmann Lydia Studer-Rohrer Beatrice Sutter Hans Peter2 Thomi-Keller Eva3

M IGROS BASEL

Böhi Dieter Dr. Buser Monica Gass Hanspeter Limbeck Lothar Linder Karl1 Mutschler Ernst Sarbach Suzanne Vergeat Dagmar Zuber Christian2

M IGROS GENF

Anthonioz Bernard2 3 Buchser-Theler Agnès Gal Martine Graisier-Stoeckli Monique Guy Chantal Lawrence Graham Seematter Violeta Tinguely-Oderbolz Monique Widmer-Wirth Johanna

M IGROS LUZERN

Amstutz Gotthard3 Arcon Christine1 Betschart Marianne2 Bühlmann Monica Christen-Schuler Marie Duss Roland Gerhard-Frieden Ruth Kumschick-Wanner Andrea Pfammatter Matthias

M IGROS NEUENBURG FREI BURG

Berset-Oberson Monique Bürgisser Nicolas Caperos-Heer Agnès2 Dell’Acqua Dominique Fellrath Nathalie Guignard Eric Hofner Jean-Patrice Virdis Yerly Dominique3

M IGROS OSTSCHWEIZ

Bont Hans-Ruedi3 Cajochen-Forst Josef Eberle-Signer Maria Grüninger Roland Hindermann Martin Merlo Bertram Mörtl-Luff Cindy Rickenmann Heinz1 Trüssel-Ackermann Barbara Vögeli-Baldamus Claudia Wegmüller Hanspeter2 Wohlgenannt Norbert Wyss-Schlichtherle Birgit

M IGROS TESSI N

Bernaschina Tiziano Cassina Giuseppe2 Ceschi Aldo Klaus Roberto

Schmid Simone Vitta Christian Zingg-Scascighini Pia

M IGROS WA ADT

Angéloz-Niedermann Doris Chappuis-Briaux Valérie Duvoisin-Miéville Rose-Marie Marendaz Bernard Pittet Bernard Reymond-Candaux Paulette Rochat Manuela2 Stern Werner Von Ritter Franca1

M IGROS WALLIS

Ceccarelli-Pitteloud Marie-Andrée3 Kalbermatter Germaine Marcoz Sabine Mooser Trudy2 Morand Christophe Morand Pascal Ruffiner André1

M IGROS ZÜR ICH

Büchel Tony1 Donau-Elsener Loredana Dudler Gertraud2 Grant-Oetiker Charlotte Hediger Esther Koch Rolf3 Meyer Marianne Mohler Johanna Schönbächler-Baruffo Elisabeth Schweizer Helmer Sieber Lüscher Martina Sigg Marcel Zürcher Sergej 1 Arbeitsgruppe «Geschäftsbericht

der Verwaltung» 2 Arbeitsgruppe «Besondere Geschäfte» 3 Arbeitsgruppe «Hilfsfonds»


M I G ROS FAC T S

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Verwaltung MGB Amtsdauer 1. Juli 2004 bis 30. Juni 2008 Präsident der Verwaltung

WALLIS : Roland Duchoud

Claude Hauser

(1.7. bis 30.11.04; vakant)

Präsident der Generaldirektion

ZÜR ICH : Peter Birrer (bis 31.9.04)

Auf Ende der Amtsdauer 2000 bis 2004 (30. Juni 2004) ausgeschiedene Mitglieder

Oswald Kessler (ab 1.10.04)

Rolf Frieden Gisèle Girgis

Anton Scherrer

Vertreter der angeschlossenen Genossenschaften

Vertreter der Mitarbeiter

Jacqueline Guggenbühl

Harold Sacher

Hans-Peter Guilbert

Daniela Suter (ab 1.7.04)

Andres Gut Ulrich K. Hochstrasser

A ARE : Herbert Bolliger BASEL : Werner Krättli GENF : Guy Vibourel

Weitere Mitglieder Doris Aebi, Vizepräsidentin

LUZERN : Ernst Weber, Vizepräsident Andrea Broggini (ab 1.7.04) NEUENBURG -FREI BURG : Josef Leu

Elie Amsellem

OSTSCHWEIZ : Christian Biland TESSI N : Lorenzo Emma (ab 1.7.04) WA ADT : Philippe Bürki

Salomé Paravicini Emil Rebmann

Jakob Knüsel Gérald Kummer Armin Meier Max Meyer Gisela Schmucki Joerg Zulauf

Thomas Rudolph Ursula Schoepfer-Bretscher (ab 1.7.04) Gabriela Winkler (ab 1.7.04) Heinz Winzeler

Generaldirektion MGB Stand: 1.1.2005 Präsident

Gisèle Girgis,

Armin Meier (bis 31.12.04),

Anton Scherrer

Leiterin Departement

Andreas Münch (ab 1.4.05),

Human Resources,

Leiter Departement Logistik und

Kulturelles und Soziales, Freizeit

Informatik

Jakob Knüsel,

Urs Riedener,

Leiter Departement Industrie

Leiter Departement Marketing

Vizepräsident Joerg Zulauf, Leiter Departement Finanzen


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M I G ROS FAC T S

Direktionsbereibe MGB Stand 1. Januar 2005 Reto Battaglia Leiter SQTS Fredi Beutler Leiter Personelles MGB Jörg Brun Leiter Marketing Food Beat Bühler Spartenleiter Micasa Marcel Bühlmann Leiter SGE Kolonial Jean-Claude d’Hondt Generalsekretär Peter Diethelm Leiter SGE Milchprodukte/Eier Armin Fehr Leiter M-Service Daniel Furrer Leiter Bekleidung Monica Glisenti Leiterin Corporate Communications und Sponsoring Hedy Graber Leiterin Kultur und Soziales Fritz Hähni Leiter Immobilien

Hans Heinzelmann Leiter SGE Fleisch, Fisch, Geflügel André Knubel Auditor Migros-Gruppe Beda Ledergerber Leiter Treasury M-Gemeinschaft John F. Leuenberger Leiter Human Resources Urs Maier Spartenleiter Do it + Garden Ernst Marti Leiter SGE Hartwaren Hanspeter Meier Spartenleiter sportXX Bernd Messerer Leiter Controlling M-Gemeinschaft René Meyer Leiter Logistik-TA Beat Mühlemann Werbeleiter Andreas Niess Leiter Rechnungswesen M-Gemeinschaft Willi Rossi Leiter Marketing-Systeme

Adrian Ryser Leiter Treasury/Finanzen MGB Martin Schläpfer Leiter Wirtschaftspolitik Marie-Louise Schmid Leiterin Marketing-Services Thomas Schmutz Leiter Koordination Klubschulen Rudolf Schwarz Leiter IT Services Alex Sieber Leiter SGE Hygiene/Kosmetik/ Selfcare Michael Spiess Leiter Marketing Non-Food Pierre-André Steim Leiter Unternehmensentwicklung Reto Waidacher Leiter Rechtsdienst Roger Weber Leiter Rechnungswesen MGB

Kontrollwelle MGB Amtsdauer 1. Juli 2004 bis 30. Juni 2008 Mitglieder PricewaterhouseCoopers AG – Walter Matzinger, Wetzikon ZH – Christian Meier, Toffen BE

Suppleanten Kurt Ott, Räterschen ZH – Doris Weber

Konzernprüfer Amtsdauer 1. Juli 2004 bis 30. Juni 2008 PricewaterhouseCoopers AG


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Corporate Governance

Die Verwaltung wird noch schlanker Die Ausschüsse nehmen die Kontrollfunktion der Verwaltung unabhängig wahr. Verwaltung als strategisches sowie überwachendes Organ. Seit Juni 2004 ist vom operativen Management nur noch der Präsident der Generaldirektion in der Verwaltung vertreten. Damit wurde – unter Wahrung von Entscheidungsfähigkeit und Effizienz auf der obersten Unternehmensebene – die Voraussetzung für noch mehr Transparenz sowie für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Führung und Kontrolle geschaffen. Das operative Geschäft des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) und seiner Tochtergesellschaften wird durch die Generaldirektion mit ihrem Präsidenten geführt. Der Vorsitzende verfügt über ein Weisungsrecht, die anderen Mitglieder sind mit klar zugeordneten Kompetenzen ausgestattet und tragen die Verantwortung für ihre Departemente. Auf Stufe Verwaltung wird in Ausschüssen gearbeitet. Die Hauptaufgaben dieser Ausschüsse sind eine unabhängige und vertiefte Auseinandersetzung mit den Dossiers und die Kontrollfunktion der Verwaltung wahrzunehmen. Jeder Ausschuss hat ein Pflichtenheft, das die Aufgaben und Zuständigkeiten festlegt. Die Ausschüsse treffen sich regelmässig zur Besprechung von Traktanden, die durch ihre jeweiligen Vorsitzenden festgelegt werden. Die Ausschussmitglieder erhalten vor den Sitzungen Unterlagen, die ihnen die ordentliche Vorbereitung der Traktanden erlauben. Die permanenten Ausschüsse der Verwaltung sind: «Audit», «Finanzen», «Detailhandel», «Personalpolitik» und «Personelles und Entschädigung». Auditausschuss Hauptaufgaben des Auditausschusses sind die Bewertung und Auswahl der externen Revisionsstelle und deren Nominierung zur Wahl an der Delegiertenversammlung, die Besprechung der Prüfungsergebnisse und Feststellungen aus der Berichterstattung der externen und internen Revision, die Überprüfung der Angemessenheit und Wirksamkeit der Rechnungslegung und der finanziellen Kontrollmechanismen sowie die Überprüfung der Prozesse und Vorgehensweisen, mit denen die Einhaltung von Gesetzen und internen Regelungen sichergestellt wird (Compliance). Die Mitglieder des Auditausschusses sind wirtschaftlich und personell von der Migros unabhängig. Die vier Mitglieder haben sich 2004 zu fünf Sitzungen getroffen.


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M I G ROS FAC T S

Finanzausschuss Der Finanzausschuss stellt unter Berücksichtigung der verabschiedeten Strategien, Pläne und Vorgaben der Migros-Gemeinschaft den Einsatz der verfügbaren Mittel sicher. Im Speziellen beurteilt er vorgeschlagene Käufe und Verkäufe von Geschäften beziehungsweise von Geschäftsbereichen sowie Grossinvestitionen oder Desinvestitionen des MGB und dessen Tochtergesellschaften, soweit diese in den Verantwortungsbereich der Verwaltung fallen. 2004 hat er sich auch mit dem Finanzplan sowie mit verschiedenen Geschäften im Bereich der finanziellen Restrukturierung befasst. Die vier Mitglieder trafen sich 2004 viermal. Ausschuss Detailhandel Migros Dieser Ausschuss ist für die Erarbeitung von Strategien als Antrag an die Verwaltung und für Beschlüsse über Konzepte, Richtlinien und operative Pläne im Detailhandel zuständig. Er hat folgende Aufgaben und Kompetenzen: – Ausarbeitung von Strategien im Zusammenhang mit allen Bereichen des Waren- und Detailhandels des orangen M und diesbezügliche Antragstellung zuhanden der Verwaltung. – Festlegung von verbindlichen Massnahmeplänen, Prioritäten und Aktivitäten zur Umsetzung der bestehenden Pläne und Budgets. – Überwachung und Kontrolle der genehmigten Pläne und Budgets. – Entscheid über Massnahmen bei Abweichungen von den genehmigten Plänen und Budgets. Die 16 Mitglieder (die sechs Mitglieder der Generaldirektion MGB und die zehn Leiter der regionalen Genossenschaften) trafen sich 2004 achtmal. Ausschuss M-Personalpolitik Die wichtigste Tätigkeit des Ausschusses lag 2004 bei der Beratung und Verabschiedung einer neu formulierten Migros-Personalpolitik. Sie umschreibt die Rahmenbedingungen im personalpolitischen Bereich und geht insbesondere auf die Aspekte Gesundheit und Arbeitssicherheit, soziales Engagement, Personalentwicklung, Führung, Lohn, Sozialpartnerschaft und Gesetzgebung ein. Zudem wurden die entsprechenden Verantwortlichkeiten festgelegt. Am 27. Januar 2005 hiess die Verwaltung MGB die neuen Rahmenbedingungen gut. Die drei Mitglieder des Ausschusses trafen sich 2004 zweimal. Ausschuss Personelles und Entschädigung Dieser Ausschuss ist für eine adäquate Besetzung der Verwaltung (inklusive Präsident der Generaldirektion) und die Festsetzung einer entsprechenden Entschädigung besorgt. Auch unterstützt er die Verwaltung bei der optimalen Auswahl der Mitglieder der Generaldirektion, der Verwaltungsräte der Tochtergesellschaften des MGB und der Stiftungsräte der Migros-Gemeinschaft sowie bei der Festsetzung der entsprechenden Entschädigung dieser Organe. 2004 standen die Ersatzwahl für den Präsidenten der Generaldirektion MGB sowie die Zusammen-


M I G ROS FAC T S

25

setzung der Verwaltung und der Ausschüsse in der neuen Legislaturperiode 2004 bis 2008 im Vordergrund. Weiter befasste er sich unter anderem mit der Erweiterung und den Honoraren der Verwaltungsräte der Tochtergesellschaften. Die vier Mitglieder trafen sich 2004 achtmal. AB 1. JULI 2004

ANZAHL MITGLIEDER PRÄSIDIUM

ZUSAMMENSETZUNG MITGLIEDER

AUSSCHUSS DETAILHANDEL MIGROS 16

AUSSCHUSS M-PERSONALPOLITIK 3–5

AUSSCHUSS PERSONELLES UND ENTSCHÄDIGUNG 3–5

EXTERNES MITGLIED E. Rebmann

INTERNES ODER PRÄSIDENT EXTERNES MITGLIED GENERALDIREKTION H. Winzeler A. Scherrer

INTERN ODER EXTERN E. Weber

PRÄSIDENT VERWALTUNGSRAT C. Hauser

EXTERNE MITGLIEDER A. Broggini J. Leu S. Paravicini

EXTERNE MITGLIEDER 10 GENOSSEN(MIN. DIE HÄLFTE) SCHAFTSLEITER Th. Rudolph 5 MITGLIEDER U. Schoepfer GENERALDIREKTION INTERN ES MITGLIED L. Emma

1 GENOSSENSCHAFTSLEITER R. Duchoud (bis 30.11.04) 1 MITARBEITERVERTRETER H. Sacher

1 EXT. MITGLIED (MIN.) G. Winkler VIZEPRÄSIDENT VR D. Aebi PRÄSIDENT GENERALDIREKTION A. Scherrer

AUDITAUSSCHUSS 3–5

EINSITZ BERATEND

FINANZAUSSCHUSS 3–5

MITGLIED GD (FINANZEN) J. Zulauf

MITGLIED GD (FINANZEN) J. Zulauf

MITGLIED GD (HR) G. Girgis

Entschädigungen Lohnsumme der Generaldirektion Im Jahr 2004 betrugen die Bezüge der sechs Mitglieder der Generaldirektion des MGB (inklusive Präsident) insgesamt 3,6 Millionen Franken (2003 waren es 3,4 Millionen Franken für sechs Mitglieder, inklusive Präsident). Die obersten Führungskräfte des MGB haben keine Bonifikationen oder andere zusätzlichen Entschädigungen erhalten. Honorare der Verwaltung Von den 29 Mitgliedern (bis 30.6.04) respektive 23 Mitgliedern (ab 1.7.04) der Verwaltung des MGB bezogen der Präsident und die zehn externen Mitglieder (bis 30.6.04) respektive neun Mitglieder (ab 1.7.04) im Jahr 2004 insgesamt 0,9 Millionen Franken (inklusive Sitzungsgelder Ausschüsse).

Revisionsstellen Dauer des Mandates und Amtsdauer des leitenden Revisors PricewaterhouseCoopers (PwC) ist seit 1984 Kontrollstelle des Migros-Genossenschafts-Bundes und seit 1996 Konzernprüfer für die Migros-Gemeinschaft. Der leitende Revisor ist seit 1999 für das Revisionsmandat verantwortlich. Mitreva ist die Kontrollstelle der regionalen Genossenschaften und einiger Gruppengesellschaften.


26

M I G ROS FAC T S

Revisionshonorar und zusätzliche Honorare Für Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Prüfung der Jahresrechnung sowie für andere Dienstleistungen in den Bereichen Unternehmensbewertung, Steuerberatung und Sorgfaltsprüfungen stellten PwC und Mitreva in Rechnung:

TCHF

PWC Migros-Genossenschafts-Bund, Globus-Gruppe, Migrosbank und konsolidierte Jahresrechnung der Migros-Gruppe MITREVA Übrige Gruppengesellschaften

PRÜFUNGSDIENSTLEISTUNGEN 2004 2003

SONSTIGE DIENSTLEISTUNGEN 2004 2003

2004

TOTAL 2003

1 915

2 086

1 207

45

3 122

2 131

3 571

3 386

581

254

4 152

3 540


M I G ROS FAC T S

27

Umsätze

GESAMTUMSATZ MIGROS-GRUPPE MIO. CHF

NE T TOERLÖSE AUS LI EFERUNGEN UND LEISTUNGEN NACH SEGMEN TEN 2004

72,2 %

Detailhandel

5,7 %

Grosshandel

3,7 %

Gastro

0,5 %

Freizeit

0,8 %

Bildung

9,0 %

Reisen

6,1 %

Brenn- und Treibstoffe

2,0 %

Liegenschaftenerträge/ Übrige

Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen (exkl. MwSt.) sind mit Dritten erzielt und beinhalten keine gruppeninternen Transaktionen.

NE T TOERLÖSE AUS LI EFERUNGEN UND LEISTUNGEN NACH GEOGRAFISCHEN MÄRKTEN (in Mio. CHF)

20 000 15 000

235 (+12)

1 537

18 332 (+420)

17 912

2004

2003

2004 14 425 1 171 1 248 165 17 009 226 12 238 4 479

14 082 1 253 1 144 144 16 622 216 319 536 4 279

2 406 5 883 382 –10 094 20 303

2 233 5 370 341 – 9 367 20 013

2003

Aufteilung der Nettoumsätze (exkl. MwSt.) nach Einheiten oder nach Bereichen. Diese Aufstellung bildet die Überleitung der generierten externen und internen Nettoumsätze zum Gruppenumsatz mit Dritten ab. Im Zuge der gruppenweiten Einführung der Deckungsbeitragsrechnung werden neu Nettoumsätze (exkl. MwSt.) und nicht mehr Bruttoumsätze (inkl. MwSt.) ausgewiesen. Damit die aktuellen Zahlen mit denjenigen des Vorjahres vergleichbar sind, entsprechen auch die Angaben für 2 0 03 den Nettoumsätzen.

223 1 354 (–183)

Genossenschaften Inland Globus Inland Migrol Ex Libris DETAILUMSATZ SCHWEIZ Genossenschaften Ausland Globus Ausland DETAILUMSATZ AUSLAND Industrie Dienstleistungs- und übrige Unternehmen MGB Andere betriebliche Erträge Migros-interner Umsatz GRUPPENUMSATZ

10 000 5 000 0

Exporte

Ausland

GESAMTUMSATZ I N- UND AUSLAND DER M-GENOSSENSCHAF TEN (in Mio. CHF) TOTAL 14 651

15 000 11 250

226 (+10)

14 425 (+343)

Inland GESAMTUMSATZ I N- UND AUSLAND DER GLOBUS -GRUPPE (in Mio. CHF) TOTAL 1 183

12 (–307)

216 14 082

20 000

1125

15 000

750

3 750

375 2004

0

2003 Ausland

Inland

319

1500

7 500

0

GRUPPENUMSATZ NACH NET TO UMSÄTZEN UND ERTRÄGEN (in Mio. CHF) TOTAL 20 303

1 171 (–82)

1 253

382 (+41)

341

19 921 (+249)

19 672

2004

2003

10 000 5 000

2004

2003

0

Andere betriebliche Erträge Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen


28

M I G ROS FAC T S

Invewitionen

Auf hohem Niveau Die Migros investiert konzentriert in die Erweiterung und Verbesserung der Verkaufsflächen. Mit rund einer Milliarde Franken war die Migros auch 20 04 einer der grössten Investoren in der Schweiz. Die Investitionen erfolgen im Rahmen der strategischen Ausrichtung der Teilbereiche. Ziel ist, der Migros langfristig eine gesunde Entwicklung und ein ebensolches Wachstum zu ermöglichen. Das hohe Investitionsniveau wird in den nächsten Jahren anhalten. Da die Investitionen zum überwiegenden Teil in der Schweiz erfolgen, wurden und werden damit nicht nur in der Migros, sondern auch darüber hinaus Tausende von Arbeitsplätzen in der Schweiz gesichert. BEREICH ( M I O . C H F ) Genossenschaften Logistik MGB* Industrie Globus-Gruppe Übrige Migros-Unternehmen TOTAL

2004 624

24 43 207 52 46 996

2003

661 15 224 224 96 99 1 319

* 2 0 03 enthält eine Kapitalerhöhung der Migrosbank von CHF 160 Mio.

Insgesamt verbleibt das Investitionsniveau der MigrosGruppe auf hohem Niveau. Die Investitionsmittel werden konzentriert für Flächenerweiterungen, Expansion und Revitalisierung bestehender Verkaufsflächen eingesetzt. Die Industrie setzt den Fokus auf jene Produktionsbereiche, die auch im internationalen Wettbewerb eine Zukunft haben, sowie auf die Steigerung der Produktivität. Die tieferen Investitionen bei der Globus-Gruppe sind Folge der Bereinigungen im In- und Ausland, bei den übrigen Unternehmen wurden Prioritäten adjustiert.

Genossenschaften Die Genossenschaften haben 20 04 sechs neue Verkaufsstandorte eröffnet sowie sieben Ersatzneubauten und elf grössere Umbauten mit Erweiterungen realisiert. Hervorzuheben sind die beiden neuen Fachmärkte in Bremgarten AG und Wettingen, der neue MM im Seedammcenter in Pfäffikon SZ sowie die beträchtlichen Flächenerweiterungen im Gäupark Egerkingen und im Centre Commercial d’Ecublens. An vielen anderen Standorten wurde gezielt in die qualitative Aufwertung der Verkaufsstellen investiert. Die Investitionstätigkeit der Genossenschaften wird auch 2005 auf dem bisherigen Niveau weitergeführt. Bei der Flächenexpansion gilt es, die Verzögerungen wettzumachen, die im vergangenen Jahr zu einem beträchtlichen Teil durch Einsprachen entstanden sind. Im Vordergrund stehen folgende Projekte: EKZ Zugerland (Gesamteröffnung), Obi und Fachmarkt Bülach sowie Obi in San Antonino TI. Die wichtigste Investition im Bereich Freizeit und Klubschulen betrifft den Umbau der Klubschule in Winterthur. MGB Der MGB investierte hauptsächlich in die Erneuerung von IT-Infrastruktur und in die Renovation von Liegenschaften. Migros-Industrie In der M-Industrie erschliesst die im Fleischgeschäft tätige Micarna mit dem Kauf der Berner Mérat & Cie AG neue Kunden im Segment Gastro und verstärkt damit ihr Engagement in diesem Bereich. Midor kann seit Ende 2004 Biskuits in grösseren Mengen zu tieferen Kosten herstellen: Der Ausbau des Backwarenwerks und der Bau eines unterirdischen Hochregallagers für insgesamt 16 Millionen Franken erhöhen die Produktivität und somit die Konkurrenzfähigkeit.


M I G ROS FAC T S

Die Mibelle in Buchs, das schnellstwachsende Kosmetikunternehmen Europas, stösst an ihre Kapazitätsgrenzen. Um das Wachstum der nächsten Jahre bewältigen zu können, wird derzeit die Logistikinfrastruktur für mehr als 10 Millionen Franken umund ausgebaut. Chocolat Frey schliesst 2005 das Projekt «Allegro» ab, in dessen Rahmen rund 45 Millionen Franken investiert wurden. Durch den Neubau für die Kakaobohnen- und Nussannahme sowie einen zusätzlichen Verfahrensschritt «Debakterisierung» können nun auch die strengsten internationalen Hygienestandards erfüllt werden. Scana, führender Gastrobelieferer in der Schweiz, erweitert in Regensdorf das Lager- und Kommissions-

29

x zentrum um mehr als 6000 Quadratmeter. Die Kosten bis zum Abschluss des Projektes 2006 belaufen sich auf rund 10 Millionen Franken. Elsa (Estavayer Lait) schliesst 20 05 die Optimierung der internen Logistik ab. Dank Investitionen in der Höhe von rund 19 Millionen Franken können künftig die Warenströme produktabhängig gestaltet und beschleunigt werden. Globus Die Globus-Gruppe investiert schwergewichtig in das Programm «Globus to the top», dabei insbesondere in die Erneuerung von Verkaufsstellen von Globus und Interio. Ziel ist es, den sich wandelnden Kundenbedürfnissen gerecht zu werden.


30

M I G ROS FAC T S

M-Vertriebsnetz 2004 ANZAHL STANDORTE

ANZAHL STANDORTE

2004

2003

VERKAUFS FLÄCHEN ( M 2 )

2004

VERKAUFS FLÄCHEN ( M 2 )

2003

M-V ERTRIEBSSTANDORTE Migros-Standorte

M

290

290

188 513

180 408

(ohne Autocenter)

MM

199

202

471 489

466 200

MMM

T OTAL MParcs/Fachmarktcenter/Obi

40

39

335 615

326 034

529 39

531 38

995 617 165 302

972 642 162 711

Spezialläden (Fundgruben usw.)

14

17

5 084

6 099

T OTAL

53

55

170 386

168 810

5

6

1 312

1 680

587

592

1 167 315

1 143 132

M, MM und MMM 1

529

531

786 394

794 512

übrige Supermärkte2

11

11

10 143

10 147

540

542

796 537

804 659

63

61

109 923

106 637

Eigenständige Restaurants

T OTAL S TANDORTE – M-V ERTRIEBSLINIEN Supermärkte

T OTAL M-V ERKAUFSSTELLEN Fachmärkte

Do it + Garden Micasa

41

43

73 210

75 102

sportXX

34

30

41 189

37 142

m-electronics1

53

27 849

4

4

27 942

27 942

195

138

280 113

246 823

5

6

1 312

1 680

M-Restaurants integriert

205

211

89 353

89 970

T OTAL R ESTAURANTS

210

217

90 665

91 650

Obi-Baumarkt/Garten

T OTAL F ACHMÄRKTE 1 Migros Gastronomie M-Restaurants eigenständig

– G ENOSSENSCHAFTEN UND D IVERSE 89

88

30 338

29 228

(27)

(20)

M-Auto-Centers/Tankstellen

4

Verkaufswagen

2

2

117

117

10 879

10 935

Detaillisten mit Migros-Produkten Avec

– D ETAILHANDEL T OCHTERUNTERNEHMEN Ex Libris (nur Inland) Migrol Tankstellen Total

321

331

Migrol-Auto-Service/Migrol-Service

177

167

Tankstellen (Automat)

144

164

(135)

(135)

8 697

8 608

20

19

Migrol-Shops – F REIZEIT -S TANDORTE UND S TIFTUNGEN Fitnessparks, Fitnessanlagen und Sportparks Bäderparks

1

1

Golfparks

6

6

27

26

4

4

T OTAL F REIZEIT Stiftungen Park im Grünen

1 Aufgrund einer Neudefinition zählen die m-electronics ab 2 0 04 neu zum Fachmarkt- und nicht mehr zum Supermarkt-Kanal 2 In MParcs/Fachmarktcenter und Spezialläden integriert


M I G ROS FAC T S

31

x ANZAHL STANDORTE

ANZAHL STANDORTE

VERKAUFS FLÄCHEN ( M 2 )

VERKAUFS FLÄCHEN ( M 2 )

MMM Thoiry

1

1

6 100

6 100

MMM Etrembières

1

1

5 261

5 261

T OTAL F RANKREICH

2

2

11 361

11 361

MM Lörrach

1

1

3 045

3 045

MM Bad Säckingen

1

1

1 490

1 490

2004

2003

2004

2003

V ERKAUFSFLÄCHE A USLAND Frankreich (Migros France)

Deutschland (GM Basel)

MM Freiburg i.Br.

1

1

2 488

2 488

T OTAL D EUTSCHLAND

3

3

7 023

7 023

82 168

– G LOBUS -V ERTRIEBSNETZ 2004 V ERTRIEBSSTANDORTE Globus-Warenhäuser

13

13

82 168

Herren-Globus

22

22

10 357

10 357

ABM-Transformation

12

46

6 376

29 619

Oviesse

5

32

4 466

25 589

Globest

7

14

1 910

4 030

25

25

43 034

43 192

21

20

39 991

39 599

Interio D

4

4

3 043

3 043

Interio F

1

550

17

77

14 062

77 627

Office World CH

17

15

14 062

12 372

Office World F1

4

3 685

Office World UK1

58

61 570

Interio-Gruppe Interio CH

Office-World-Gruppe

Globe Mulhouse 1

G LOBUS -G RUPPE 1

Wurde 2 0 04 verkauft

1

6 025

89

184

155 997

248 988


32

M I G ROS FAC T S

Allgemeines zum Detailhandel der Migros

Die Migros macht den Markt Die Migros konnte die positive Entwicklung aus der zweiten Jahreshälfte 2003 auch 2004 fortsetzen und die Marktführerschaft weiter ausbauen. Die Kassenumsätze der zehn Genossenschaften Inland betrugen 2004 14 Milliarden Franken. Er nahm um 338,4 Millionen Franken oder 2,5 Prozent zu. Dazu kommt, dass auch der Umsatz im Ausland um 8,7 Millionen auf 233,3 Millionen Franken gesteigert werden konnte, ein Zuwachs um 3,9 Prozent. Den grössten Beitrag zum Wachstum leisteten wie bereits in den Vorjahren die Bereiche Food und Near-Food. So konnte die Migros bei den Lebensmitteln ihren Marktanteil um 0,2 Prozent auf 24,5 Prozent (Quelle: BAK) steigern. Noch markanter fiel der Marktanteilsgewinn im Bereich Near-Food aus. Die Verkaufsfläche nahm 2004 um 24 183 Quadratmeter (+2,1 Prozent) zu. Das Verkaufsnetz umfasst insgesamt 587 Standorte. Die guten Ergebnisse zeigen, dass die Strategie der Migros die Wünsche der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten trifft. Im Rahmen der intensivierten Revitalisierung und Optimierung ihres Filialnetzes hat die Migros die Erreichbarkeit und die Einkaufsatmosphäre gesteigert. Das führte zu durchwegs höheren Frequenzen. Aber nicht allein die Erneuerung der Filialen, sondern insbesondere auch die konsequenten Verbesserungen im Sortiments-Mix haben zum Erfolg beigetragen. So haben die Kunden häufiger in der Migros eingekauft (+ 0,7 Prozent) und bei ihren Einkäufen auch durchschnittlich 1,7 Prozent mehr ausgegeben. Die Migros ist und bleibt damit der bevorzugte Einkaufskanal für die Schweizer Bevölkerung. Die Frischprodukte waren auch 2004 der Motor im Super-/Verbrauchermarkt. Sie prägen zum einen das Ladenbild und vermitteln Marktstimmung, zum anderen wurden die Trends im Einkaufsverhalten mit diversen Innovationen aufgefangen. Bekanntestes Beispiel war die Lancierung der Eigenmarke Heidi mit Produkten aus Schweizer Bergmilch. Die Einführung der Marken Nivea und Gillette hat die Attraktivität des Near-Food-Sortiments weiter gesteigert. Dies sowie der neue Marktauftritt der Beauty-Selfcare-World waren die wichtigsten Wachstumstreiber in diesem Bereich. Im Sog dieser positiven Entwicklung konnten auch die MigrosEigenmarken weiter zulegen. Den Eigenmarken gilt auch weiterhin das Hauptaugenmerk, denn sie stehen bei den Konsumenten für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Markt. Zufriedenstellend entwickelten sich auch die Non-Food-Sortimente. Einzig im Bereich der Bekleidung konnte sich auch die Migros dem negativen Markttrend nicht entziehen.


M I G ROS FAC T S

33

Bei den Fachmärkten konnten sportXX, Obi und m-electronics ihre Umsätze weiter steigern. Bei sportXX und Obi zahlt sich vor allem die gezielte Expansionspolitik aus, bei m-electronics der neue, modernere Marktauftritt sowie die Erhöhung der Preisaggressivität und Kommunikationsfrequenz. Das verschärfte Wettbewerbsumfeld bekommt Do it + Garden zu spüren, drängen doch immer mehr europäische Anbieter in den Schweizer Heimwerker-, Hobby- und Gartenmarkt. Micasa litt in erster Linie unter der schlechten Konsumentenstimmung, welche sich 2004 in einer Zurückhaltung beim Kauf investitionsintensiver Güter ausgedrückt hat. Die Migros tut jedoch alles, um auch in diesen beiden Fachmarktsegmenten wieder auf die Erfolgsstrasse zurückzukehren und plant für 2005 und 2006 umfassende Neupositionierungen. Zur echten Erfolgsstory entwickelt sich die Zusammenarbeit von Migros und LeShop im Internet-Shopping. Dieser Kanal hat die hohen Erwartungen noch übertroffen. Sowohl die Anzahl der Kunden als auch der durchschnittliche Einkaufswert erhöhten sich massiv von 190 auf 204 Franken (+7,4 Prozent). Der Umsatz stieg um 51,8 Prozent auf 33,1 Millionen Franken. Und die Wachstumsaussichten sind auch für die Zukunft ungebrochen, denn die Nachfrage dürfte weiter zunehmen. Die Schweiz im Zeichen der Preisthematik Im letzten Quartal 2004 wurden bereits die Vorboten einer schweizweiten Discount-Diskussion spürbar, welche sich 2005 weiter verschärfen dürfte. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass sich die klare und verlässliche Preispolitik der Migros auszahlt. So zeigte sich anlässlich diverser nationaler Preisvergleiche, dass die Migros dank ihrer M-Budget-Linie nicht nur die grösste Auswahl, sondern auch das günstigste Angebot am Markt hat. Dass dabei Qualität und Geschmack nicht zu kurz kommen, wurde durch Vergleichstests ebenfalls belegt. Dass M-Budget gerade bei der jungen Bevölkerung zum Kult-Label geworden ist, zeigt sich am durchschlagenden Erfolg der M-Budget-Partys, welche jeweils zwischen 10 0 0 und 250 0 Partygänger anzuziehen vermochten und immer restlos ausverkauft waren. Auch 2005 werden weitere M-Budget-Artikel folgen. Besondere Highlights sind dabei das M-Budget-Snowboard und das M-Budget-Velo, welche sich zu echten Rennern entwickeln dürften.


34

M I G ROS FAC T S

Marktanteile

Die Migros hält 18,5 Prozent am Schweizer Detailhandel Trotz schwierigem Konkurrenzumfeld konnte der Marktanteil auch 2004 gesteigert werden. Der schweizerische Gesamtdetailhandelsumsatz ist im letzten Jahr um 1,5 Prozent auf 84,3 Milliarden Franken gestiegen. Mit einem Umsatz von 15,6 Milliarden Franken weist die Migros (inklusive Globus-Gruppe Inland und Ex Libris) einen Marktanteil von 18,5 Prozent auf. Dies entspricht einer Umsatzzunahme von 2,3 Prozent. Ohne Globus-Gruppe Inland liegt der Marktanteil der Migros inklusive Ex Libris bei 17,1 Prozent. Dies entspricht einem Mehrumsatz von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Bereich Lebensmittel (inklusive Gastronomie) verzeichnet die Migros (ohne Globus-Gruppe Inland) einen Anteil am Gesamtmarkt von 24,5 Prozent, (inklusive Globus-Gruppe Inland sind es 25,1 Prozent). MARKTAN TEI LE M IGROS (in %)

S CH W E I Z E R D E TA I LHA NDEL

inkl. Ex Libris (exkl. Globus-Gruppe Inland)

(QU EL LE: C H-KO NSUM, BAK B ASE L E CONO MI CS ) MRD. CHF

Total* Food Non-Food*

200 0

81,4 38,0 43,5

2 001

83,3 39,1 44,2

20 02

83,2 39,6 43,7

2 003

83,1 40,6 42,5

2 0 04

84,4 41,3 43,1

30

10

MIGROS-UMSATZ INKL . GLOBUS F ÜR BE RECHNUNG DER MARKTANTEILE

Total Food Non-Food

2 000

14,7 9,2 5,5

2001

15,0 9,4 5,6

2002

15,2 9,6 5,6

2003

15,3 10,1 5,2

0

2000

Total Food Non-Food

13,1 9,0 4,1

200 1

13,4 9,2 4,2

2 002

13,7 9,4 4,3

16,5

16,8

17,1

9,4

9,5

9,8

9,7

9,9

23,7

23,5

23,8

24,3

24,5

2000

2001

2002

2003

2004

2004

15,6 10,4 5,3

Food

M I G R O S - U M S AT Z O HNE GLOBUS FÜR BE RECHNUNG D E R M AR K TA N TE I LE MRD. CHF

16,1

20

* ohne Motorfahrzeuge, Treib- und Brennstoffe

MRD. CHF

16,1

200 3

14,0 9,8 4,1

Non-Food

MARKTAN TEI LE M IGROS (in %) inkl. Ex Libris und Globus-Gruppe Inland

20 04

14,4 10,1 4,3

Der Migros-Umsatz 2 0 0 0 bis 2 0 04 beinhaltet den Umsatz der Genossenschaften (ohne Direkt-/Engroslieferungen, Detailisten mit Migros-Produkten, Autocenter/Tankstellen und Freizeitanlagen) sowie die Umsätze der Ex Libris. Ab 2 0 03 umfasst die MigrosKassenumsatz-Statistik die Umsätze der Vertriebssparten (Super-/ Verbraucher- und Fachmärkte) und Gastronomie (exkl. Partyservice und Catering). Die Bruttoumsätze der Globus-Gruppe Inland sowie der Ex Libris (Filialen und Online-Shop) wurden für die Berechnung des Marktanteils ebenfalls berücksichtigt.

30

18,0

18,0

18,3

18,4

18,5

12,6

12,7

12,8

12,3

12,3

24,2

24,0

24,3

24,8

25,1

2000

2001

2002

2003

2004

20 10 0


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M-Cumulus

2 068 000 kaufen mit der Karte ein Mehr Informationen über Cumulus Fast drei Viertel des Detailhandelsumsatzes der Migros läuft über die Cumulus-Karten. Um rund 10 0 0 0 0 auf 2 068 0 0 0 stieg 20 04 die Zahl der aktiven Cumulus-Kontoinhaber. Der über die Cumulus-Karten erfasste Umsatzanteil im Detailhandel liegt wie im Vorjahr bei erfreulichen 72 Prozent. Ab Mai 20 04 wurde die Information für die Cumulus-Teilnehmer in der Eigenpresse ausgebaut. Eine Doppelseite in «Migros-Magazin» und «Migros Magazine» sowie eine Seite in «Azione» informieren wöchentlich über aktuelle Angebote, Neuerungen und andere Vorteile der Karte. Gleichzeitig wurden rund 30 0 0 0 0 Cumulus-Kunden, bei welchen davon ausgegangen werden konnte, dass sie nicht Genossenschafter sind, mit den Migros-Zeitungen bedient. Dank dieser wöchentlichen Information konnte ab September auf das bis dahin alle zwei Monate versandte «Cumulus-Magazin» verzichtet werden.

Das Datenschutzgütesiegel «GoodPriv@cy» konnte im Juli 20 04 erneuert werden. Auskunftsbegehren von Kunden, die gestützt auf das Eidgenössische Datenschutzgesetz Einsicht in alle über sie gesammelten Daten wünschen, gibt es nur vereinzelt. Dagegen steigen die Anfragen nach einzelnen Kassenbelegen als Quittungsersatz. Neue Partnerschaften Seit Juni 20 04 besteht eine Angebotspartnerschaft mit RailAway: Cumulus-Teilnehmer kommen in den Genuss exklusiver Spezialangebote. Dank der Partnerschaft mit dem Switzerland Travel Centre seit Oktober 2004 gibt es beim Buchen von über 30 0 Schweizer Hotels über www.myswitzerland.com/cumulus fünffache Cumulus-Punkte. Zudem gibt es Spezialangebote.

M-Infoline

Der direkte Draht 90 000 Anliegen Dank der M-Infoline weiss die Migros frühzeitig, wo die Kundinnen und Kunden der Schuh drückt. Wer mehr über die Migros und ihre Produkte wissen will, erfährt es dank der M-Infoline, dem Multi Channel Contact Center der Migros, aus erster Hand. Die M-Infoline ist bemüht, die eingehenden Telefonate, E-Mails, Kontaktformulare, Briefe und Faxe kompe-

tent, schnell und freundlich zu beantworten. In enger Zusammenarbeit mit den Marketingfachstellen werden Fragen, Wünsche, und Kritik möglichst individuell und lösungsorientiert bearbeitet. Die M-Infoline ist ein Spiegel des Marktgeschehens und erfreut sich nach wie vor wachsender Beliebtheit. 2004 wurden 90 000 Anliegen entgegengenommen.


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Die zehn Genossenschapen GESAMTUMSATZ I NLAND 2004

GESAMTUMSATZ -VERÄNDERUNG 2004

(in Mio. CHF)

(in % zum Vorjahr)

Wallis

489

Tessin

513

NeuenburgFreiburg

Wallis

4,5

Tessin

4,5

NeuenburgFreiburg

816

Genf

1 097

Genf

Basel

1 061

Basel

Waadt

1 253

Waadt

Luzern

1 259

Luzern

2 580

Zürich Aare

600

1200

1800

–0,4 4,9 1,5

2400

0,9 3,5

Zürich 3 096

0

2,9

Ostschweiz

2 261

Ostschweiz

0,8

2,8

Aare

0

3000

GESAMTUMSATZ AUSLAND 2004

159 67

0

30

Wallis

7

Tessin

15

NeuenburgFreiburg

60

90

120

3

Genf (Frankreich) Basel (Deutschland)

150

4

4,9

4

2

0

2

4

PERSONALBESTAND

(in Mio. CHF)

(Anzahl Personen 31.12.2004)

Tessin

1 775 3 236 3 514 4 039

Basel

39

4 266

Waadt 122

Luzern 82

Ostschweiz

102

75

9 206

100

9 339

Zürich

104

Aare

50

5 774

Luzern Ostschweiz

Zürich

25

1 930

Genf 47

Basel Waadt

Wallis

NeuenburgFreiburg 36

Genf

11 414

Aare

125

5

–4,1

I NVESTITIONEN 2004

17

0

2

GESAMTUMSATZ -VERÄNDERUNG AUSLAND 2004 (in % zum Vorjahr)

(in Mio. CHF) Genf (Frankreich) Basel (Deutschland)

1

0

2400

4800

7200

9600

12 000


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-

M IGROS A ARE

Das bisher beste Jahr Zahlreiche Neu- und Umbauten realisierte die Migros Aare 2004. Hier nur einige Beispiele von Eröffnungen: die neue Klubschule in Baden, der Golfpark Moossee, der Fachmarkt Bremgarten AG mit Do it + Garden, m-electronics und sportXX, das Migros-Restaurant Gäupark und der hypermoderne Migros-Markt in Köniz. 2004 war das bisher erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Migros Aare. Der Gesamtumsatz stieg um 2,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Franken. Der Erfolg der Migros Aare ist kein Zufall, sondern dem Engagement der fast 12 000 Mitarbeitenden zu verdanken, die täglich daran arbeiten, die Migros noch attraktiver zu machen. Noch immer blockiert sind die Projekte in Oftringen und in Bern-West. Beim neuen Fachmarkt in Oftringen ist es der VCS, der sich quer legt, beim Freizeit- und Einkaufszentrum WESTside in Bern stört sich unter anderen ein Lokalpolitiker daran, dass sich Menschen auch am Sonntag in Schwimmbad oder Kino vergnügen wollen.


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M IGROS BASEL

Erfolgreich in Deutschland Die schwindende Konsumlust in der Nordwestschweiz sowie die fehlende Expansion im Filialnetz wirkten sich 2004 auf das Umsatzwachstum der Migros Basel aus. Der Wirtschaftsaufschwung in der Nordwestschweiz lässt beim Detailhandel offensichtlich weiter auf sich warten. Zudem locken tiefe Preise im Fleisch- und Molkerei-Bereich immer mehr Schweizerinnen und Schweizer zum Einkaufen ins grenznahe Ausland. Dennoch realisiert auch die Migros Basel neue Projekte. So wurden die Filialen MM Kirschgarten Basel, MM Gartenstadt Münchenstein, MM Riehen und MM Mischeli Reinach revitalisiert. In der Umbauphase befindet sich der MM Gelterkinden. Projektiert sind der Neubau des MM Bubendorf, der Umbau des MM Sissach sowie der Umzug des M Binningen an einen neuen Standort im Dorf. Eine erfreuliche Umsatzentwicklung verzeichnen die drei Filialen der Migros Deutschland in Lörrach, Freiburg im Breisgau und Bad Säckingen. Der Frischemarkt Freiburg ist zudem von der deutschen Fachzeitschrift «Lebensmittelpraxis» mit dem Titel «Deutschlands schönster Supermarkt» ausgezeichnet worden. Auf dem Gelände des Parks im Grünen Münchenstein sind mit dem «Springtimefestival» und dem Open-Air-Konzert von Züri West zwei hochwertige kulturelle Events durchgeführt worden.

M IGROS GENF

Qualität und Frische an erster Stelle Um den Kunden das Einkaufen angenehmer zu machen, wurden die Migros-Filialen Servette und Vidollet erneuert und ausgebaut. Neue Produkte und Dienstleistungen helfen mit, besser auf die Kundenwünsche von heute einzugehen Die Migros Lignon hat ihr Tiefkühlsortiment neu ausgerichtet, um Frischprodukte in Höchstqualität anbieten zu können. Qualität und Frische kommen im Lebensmittelverkauf an erster Stelle, in den Filialen genauso wie in den Verteilzentren. Der Migros Genf ist es gelungen, Qualität und Frische zu gewährleisten. Dafür erhielt die Frischfisch-Abteilung ein entsprechendes ISO-Zertifikat. Die Genossenschaft Migros Genf ist in der Region verwurzelt. Mit über 200 Millionen Franken ausbezahlter Lohnsumme unterstützt sie die lokale Wirtschaft. Als Ausbildnerin hat die Genossenschaft 2004 82 neue Lehrlinge eingestellt, eine neue Rekordmarke. Zudem hat die Migros Genf 45 Millionen Franken in die regionale Wirtschaft investiert. Schliesslich unterstützt die Migros Genf auch verschiedene lokale Ereignisse: die Fête de l’Espoir, die Aktion Ferienpass, den Semi-Marathon Tour pédestre, den Triathlon Run to Run und das Open-Air-Kunstfestival Art’Air sowie ein Silvester-Event der Megaklasse in der Genfer Altstadt. Mit einer grossen Mitarbeiterumfrage wurde die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ermittelt. Die Resultate sind im Grossen und Ganzen positiv. Wo es noch einer Korrektur bedarf, wurden die nötigen Schritte eingeleitet.


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M IGROS LUZERN

Es wird um- und ausgebaut Die Migros Luzern hat ein gutes Jahr hinter sich. Trotz vielen Umbauten und stagnierender Wirtschaftslage fiel das Umsatzwachstum mit plus 1,5 Prozent zufrieden stellend aus. Es konnte ein Umsatz von über 1,26 Milliarden Franken erwirtschaftet werden. Erfreulich ist auch die Kundenzahl: In den 41 Verkaufsstellen konnten über 28,6 Millionen Kundinnen und Kunden begrüsst und bedient werden. Das sind rund 133 000 Menschen mehr als im Vorjahr oder rund 94 000 pro Tag. Das Verkaufsstellennetz wurde um- und ausgebaut. So im März die M-Filiale Neudorf Cham, im Mai der M Goldau und im Oktober die M-Filiale Horw. Als Höhepunkt und weiterer Meilenstein stand Anfang November die Eröffnung der Erweiterung des Surseeparks, besonders des Super- und Verbrauchermarktes MMM, auf dem Programm. Auch im Einkaufszentrum Zugerland in Steinhausen konnte die erste Etappe abgeschlossen werden: Der grösste Teil des Migros-Marktes, der sportXX, m-electronics, das Migros-Restaurant, das Coffee & Time sowie viele weitere Geschäfte konnten neu eröffnet werden. Im September 2005 wird das umgebaute Einkaufszentrum Zugerland fertig gestellt sein. Noch vorher eröffnet der MM Meierhöfli in Emmen seine Türen. In Oberkirch sagte die Stimmbevölkerung ja zur Umzonung und somit zur zweiten Public-Golfanlage der Migros Luzern.

M IGROS NEUENBURG -FREI BURG

Neues Vorzeigeprojekt geplant Trotz einem eher unfreundlichen Klima konnte die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg den Umsatz 2004 leicht steigern. Zahlreiche Projekte sind zudem im Entstehen begriffen. Mit über 3500 Arbeitsplätzen in den Filialen, den Klubschulen und in der Verteilzentrale Marin übernimmt die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg eine wichtige soziale Funktion. Auf regionaler Ebene profitiert die Migros Neuenburg-Freiburg von guten Beziehungen zu den Lieferanten. Dies kommt den Kunden zugute, die erstklassige, absolut frische Produkte kaufen. Hauptereignis war 2004 die Eröffnung des MM Fleurier. Die Verkaufsfläche wurde in mehreren Etappen von 95 Quadratmetern im Jahr 1951 auf jetzt über 1300 Quadratmeter erweitert. Die Filialen MM in Le Locle, MM Hôpital, M Schönberg und M La Neuveville wurden völlig oder teilweise neu gestaltet. Um lange Wartezeiten an den Kassen zu vermeiden, wurden an diversen Verkaufspunkten Kassen eingeführt, die ausschliesslich für Kunden mit Einkaufskörben, nicht aber für Einkaufswagen bestimmt sind. Im Herbst 2005 wird die M-Filiale Cernier ihr zweites M erhalten; mit einer erweiterten Verkaufsfläche wird man besser auf Kundenwünsche eingehen können. Das Vorzeigeprojekt des Jahres war klar Marin-Centre, für welches ein Architekturwettbewerb durchgeführt wurde. Der Preisträger wird Anfang 2005 bekannt gegeben. Die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg setzt alles daran, dieses bedeutende Projekt erfolgreich umzusetzen. Die Einweihung des Marin-Centre ist auf Ende 2008/Anfang 2009 vorgesehen.


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M I G ROS FAC T S

M IGROS OSTSCHWEIZ

Erfolg mit regionalen Produkten Trotz dem schwierigen Grenzumfeld konnte die Migros Ostschweiz 2004 den Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,14 Prozent steigern. Im Supermarkt konnte sogar ein Umsatzplus von 1,8 Prozent realisiert werden. Die Erneuerung des Filialnetzes war auch 2004 wichtig. Sechs Migros-Märkte haben ein neues Gesicht erhalten. Im Zentrum Neuwiesen Winterthur wurden eine sportXX- und eine Do it + Garden-Filiale eröffnet, im Neumarkt St. Gallen gibt es neu einen m-electronics-Fachmarkt. Zudem wurden drei Migros-Restaurants umgebaut. Positive Resultate brachte die im Frühling durchgeführte Kundenumfrage. Im Frischebereich sind die Noten noch besser als im Vorjahr ausgefallen. Am erfreulichsten ist, dass die Kundinnen und Kunden mit den Mitarbeitenden der Migros Ostschweiz zufrieden sind. Sehr gut etabliert hat sich das neue Programm «Aus der Region – für die Region». Nach nur einem Jahr kennen es bereits 70 Prozent der Kundinnen und Kunden. Das Sortiment umfasst zurzeit gegen 500 regionale Produkte und wird laufend erweitert. Durch das Kulturprozent unterstützt die Migros Ostschweiz mit mehr als 10 Millionen Franken pro Jahr nicht nur die Klubschule, sondern auch zahlreiche kulturelle Anlässe sowie diverse soziale Institutionen.

M IGROS TESSI N

«In Ticino per il Ticino» Der gute Geschäftsgang hat es ermöglicht, das Jahr 2004 mit positiven Entwicklungen in allen Bereichen abzuschliessen – sowohl im Detailhandel als auch in der Klubschule und im Eigenverlag. Trotz der noch schwierigen Marktlage ist der Tessiner Markt gegenüber der Lombardei wieder attraktiver geworden: Der Wechselkurs Franken/Euro sowie der unterschiedliche Teuerungsansatz in den zwei angrenzenden Regionen haben das Tessin begünstigt. Die Genossenschaft Migros Tessin hat 2004 an der Konsolidierung der Strategie «in Ticino per il Ticino» gearbeitet, sowohl was das Produkte-Sortiment als auch die Ladeneinrichtung und die Kommunikation betrifft. Die Filialen Paradiso, Crocifisso und Minusio sowie die Lebensmittel-Abteilung in LuganoCittà wurden renoviert. Die Eröffnung des Obi-Fachmarktes in San Antonino musste auf das Frühjahr 2005 verschoben werden, da im Mai ein Brand die Verteilzentrale der Migros Tessin beschädigte und die Obi-Baustelle zerstörte; der Sachschaden beläuft sich auf 10 Millionen Franken. Die Wochenzeitung «Azione» konnte die Leserschaft um 13,6 Prozent erweitern und wird nun von 100 000 Personen gelesen.


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M IGROS WA ADT

Zu kleine Filialen werden ersetzt Dank ihrem Expansions- und Renovationsprogramm konnte die Genossenschaft Migros Waadt den Einkaufskomfort erheblich erhöhen und somit besser auf Kundenwünsche eingehen. Die Eröffnung einer M-Filiale in Cossonay war ein voller Erfolg. In Vevey und Ecublens konnten zu kleine Verkaufsflächen durch MM-Filialen ersetzt werden. Mit um 5 Prozent gestiegenen Umsätzen war das Jahr 2004 erfolgreich. Zahlreiche Filialen sind heute zu klein, um das komplette Migros-Sortiment anbieten zu können. Die Migros Waadt betreibt zum jetzigen Zeitpunkt noch einige Filialen mit unter 500 Quadratmetern Verkaufsfläche. Für diese wird nun aktiv nach Erweiterungsmöglichkeiten gesucht. Falls sich Erweiterungen nicht realisieren lassen, werden die zu kleinen Filialen durch Detailhändler ersetzt, welche Migros-Produkte führen. Geschehen ist dies bereits mit der Migros Maupas im Herzen von Lausanne. Die geplante Eröffnung einer Klubschule, einer Kulturabteilung und eines Eurocentres in zwei neuen Gebäuden im trendigen Flon-Quartier in Lausanne stiess auf Begeisterung. In Signal de Bougy freute sich die Golf-Gemeinde über die Erweiterung des Geländes. Die Golfer können nun auf 18 statt wie vorher 9 Löchern spielen und zudem die wunderschöne Aussicht auf See und Alpen geniessen.

M IGROS WALLIS

Die halbe Milliarde ist bald erreicht Die Genossenschaft Migros Wallis konnte 2004 das erfolgreiche Wachstum der letzten Jahre fortsetzen. Der Umsatz stieg um 4,5 Prozent auf 489 Millionen Franken. Im nächsten Jahr wird der Umsatz vermutlich erstmals die Grenze von einer halben Milliarde Franken überschreiten. In Lax, Saas Grund und Champéry beliefert die Genossenschaft Migros Wallis drei neue Detailhändler mit Migros-Produkten. Mit Champéry ist die Migros Wallis nun auch im Illieztal präsent. Die Erneuerung der Migros Glis hatte eine Reduktion der Micasa-Verkaufsfläche zur Folge. Dafür wurden die Bereiche für Kosmetik-, Hygiene-, Haushalts- und Sportartikel ausgebaut. Die Kundenreaktionen zeigten, dass dieser Schritt richtig war. Im Frühling hat die Migros Wallis im Bereich Non-Food die Zentrale Warenwirtschaft eingeführt. Dies hatte eine teilweise Neugestaltung der Läden zur Folge. An den Kassen sämtlicher Filialen wurde das Informatiksystem NewPOS eingeführt. Dieses wird vom Kassenpersonal sehr geschätzt. Die Klubschule Wallis konnte die eduQua-Zertifikation, das schweizerische Qualitätszertifikat für Weiterbildungsinstitutionen, erneuern. In gemeinsamem Einverständnis haben der Verwaltungsrat und Geschäftsleiter Roland Duchoud beschlossen, ihre Zusammenarbeit wegen unterschiedlicher Ansichten auf den 30. November 2004 zu beenden. Bis zur Ernennung eines neuen Geschäftsleiters hat Roland Sprenger, bisher Chef des Kulturdienstes und der Klubschulen, interimistisch die Geschäftsführung inne.


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M I G ROS FAC T S

M IGROS ZÜR ICH

Logistik für die ganze Schweiz

x

Die Migros Zürich entwickelte sich 2004 mit einem Umsatzzuwachs von 87 Millionen Franken und der Steigerung der Kundenzahl um 1,6 Millionen erfolgreich. Neue Verkaufsstellen wurden im Seedamm-Center Pfäffikon SZ und in Zürich-Seebach (mit Coffee & Time) eröffnet. Renoviert und erweitert wurden die Migros Glarus, die Migros in Hombrechtikon und die Migros in Zürich-Stadelhofen. Die Migros-Restaurants in Zürich-Altstetten, im Wengihof und am Stadelhofen wurden gründlich renoviert. Im Bereich Freizeitanlagen eröffnete im Puls 5 in Zürich-West ein urban ausgerichteter Fitnesspark. Als erste Meilensteine des in Greifensee entstehenden Sport- und Erlebnisparks Milandia wurden ein Spielpark für Kinder und ein weiterer Fitnesspark in Betrieb genommen. Seit Januar 2004 ist die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) mit einem speziellen Bestellund Logistiksystem für die nationale Belieferung von Migrol-Tankstellen und der Avec.-Bahnläden mit rund 3600 verschiedenen Produkten verantwortlich. Seit Februar beliefert die GMZ die Migros Basel täglich mit Frischfleisch. Mit den Mitteln des Kulturprozents konnten über 3000 kulturelle Institutionen und Projekte unterstützt werden. Der von der GMZ organisierte, von Tausenden besuchte und aus dem Zürcher Kulturleben nicht mehr wegzudenkende Sommernachtsball im Zürcher HB wurde offiziell in die Zürcher Festspiele integriert. Der traditionelle Silvesterlauf verzeichnete mit 16 000 Teilnehmenden einen neuen Rekord. Am 1. Oktober 2004 übernahm Oswald Kessler die Geschäftsleitung der Migros Zürich als Nachfolger von Peter Birrer, welcher das Unternehmen sieben Jahre lang erfolgreich geführt hatte.


M I G ROS FAC T S

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Exische Labels

BIO CHF 291,4 Mio. (+ 2 %) Produkt aus biologischer Landwirtschaft. Unabhängige Kontrolle.

FOREST STEWARDSHIP COUNCIL (FSC) CHF 41,4 Mio. (+ 47 %) Holz aus umwelt- und sozialverträglich bewirtschafteten Wäldern. Unabhängige Kontrolle.

MAX HAVELA AR CHF 64,9 Mio. (+28,6 %) Aus fairem Handel. Produziert nach sozialen Kriterien. Unabhängige Kontrolle.

7-PUNKTE-FLEISCH-GARANTIE CHF 670 Mio. (+ 1,9 %)

ECO CHF 404,5 Mio. (–0,9 %) Umweltfreundliche Produktion auf allen Verarbeitungsstufen. Sichere Arbeitsbedingungen. Unabhängige Kontrolle.

Schweizer Fleisch. Kontrollierte, artgerechte Haltung und Fütterung.

BIO-BAUMWOLLE CHF 7,3 Mio. (+ 98,1 %)

IP-SUISSE CHF 244,9 Mio. (+ 10,1 %)

Baumwolle aus biologischem Anbau. Immer nach Eco-Richtlinien verarbeitet. Unabhängige Kontrolle.

Aus naturnaher Schweizer Landwirtschaft. Angebaut nach den Richtlinien der IP-Suisse. Unabhängige Kontrolle.

MARINE STEWARDSHIP COUNCIL (MSC) CHF 18,8 Mio. (+ 51,9 %) Produkt aus Fischerei, die Fischbestände schont. Unabhängige Kontrolle.

DOLPHIN SAFE CHF 29,2 Mio. (+ 0,5 %) Thunfischfang, bei dem die Delphinbestände geschont werden. Unabhängige Kontrolle.

Summe * CHF 1 746,3 Mio. (+ 4,1 %)

* Produkte, die zwei Labeln zugehörig sind (Migros-Bio + Max Havelaar, Eco + Bio-Baumwolle), wurden in den jeweiligen Labeln umsatzmässig miteinbezogen, jedoch im Gesamtumsatz nur einmal gerechnet.


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Engagement

Einzigartiger Einsatz Die Migros setzt für alle möglichen Produkte ethische Mindeststandards um. Das soziale und ökologische Engagement der Migros ist einzigartig. Die Migros setzt sich in der alltäglichen Geschäftstätigkeit für Mensch, Tier und Natur ein und geht dabei bewusst weiter, als es die gesetzlichen Regelungen verlangen. Immer wieder setzt die Migros neue und fortschrittliche Standards. Das entsprechende Leitbild und die Umwelt- und Sozialpolitik der Migros bilden das Dach des Hauses «Engagement». Das Dachlabel Engagement dient als verbindendes und kennzeichnendes Symbol für alle Produkte mit einer besonders ökologischen und/oder sozialen Produktion. Diese Produkte sind mit einem spezifischen Label gekennzeichnet. 2004 wurde die Zahl der Labels von zehn auf neun reduziert, weil das Label «Mioplant Natura» keine grosse Differenzierung zur konventionellen Produktion mehr brachte. Dies zeigt, das solche Labels oft als Schrittmacher dienen und helfen, die allgemeinen Produktionsbedingungen zu verbessern. Die Migros will das Sortiment mit Produkten, die besonders sozial und/oder ökologisch hergestellt werden, ausbauen. Bis im Jahr 2010 sollen damit 2,5 Milliarden Franken Umsatz erzielt werden. Neben den Engagement-Labels greifen die Engagement-Projekte aktuelle Themen auf und bieten beispielhafte Lösungen an. Projekte in der Entwicklungshilfe etwa oder zum Schutz des Tropenwaldes oder zur Einsparung von Energie. Labels wie Projekte basieren auf sortimentsübergreifenden ethischen Mindeststandards, welche die Migros für alle möglichen Produkte umsetzt.

DI E EI NZELNEN LABELS BIO

Unabhängige Kontrollen Das Sortiment der Bio-Produkte der Migros umfasst bereits 1000 Produkte. Für schon 1000 Produkte verwendet die Migros ihr eigenes Bio-Label. Dafür gelten in der inländischen Produktion dieselben Anbaurichtlinien wie für das von Bio-Suisse vergebene Label «Knospe». Die Landwirte werden von den gleichen unabhängigen Organisationen kontrolliert. Für Importe hält sich die Migros an die EU-Richtlinien. Alle ausgezeichneten Produkte werden ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger hergestellt. Im Inland gelten strenge Heizvorschriften bei Gewächshäusern. Treibhausproduktion wird deklariert. Bei der Tierhaltung gilt: Sämtliche Tiere haben regelmässigen Auslauf ins Freie. Das Futter muss überwiegend biologisch und bei Wiederkäuern zum grössten Teil direkt aus dem jeweiligen Betrieb stammen. Exklusiv führt die Migros das «Bio-Weide-Beef». Für dieses Bio-Rindfleisch aus Weidehaltung gelten die fortschrittlichsten Tierhaltungsvorschriften. Milch, Käse, Eier und Fleisch stammen ausschliesslich aus der Schweiz. Auch im Zuchtfischbereich werden immer mehr Bio-Produkte angeboten. Flugtransporte sind für alle Produkte strikte verboten, genauso wie Gentechnologie. Die Einhaltung der Richtlinien wird im In- und Ausland unabhängig kontrolliert. Umsatz 2004: 291,4 Millionen Franken, Steigerung gegenüber dem Vorjahr: +2 Prozent.


M I G ROS FAC T S

MAX HAVELA AR

x

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I P-SU ISSE

Fairer Handel

Umweltfreundliche Produktion

Das Max-Havelaar-Label kennzeichnet Produkte von Kaffee und Schokolade bis zu Früchten und Pflanzen. Die Stiftung Max Havelaar vergibt ihr Label an Produzenten, die ihre Richtlinien bezüglich fairem Handel erfüllen. Die Einhaltung wird unabhängig kontrolliert. Die Arbeiterinnen und Arbeiter profitieren von fairen Arbeitsbedingungen. Die Produzenten erhalten einen gerechten Preis für ihre Produkte und eine so genannte Fair-Trade-Prämie. Diese wird für gemeinschaftliche Projekte eingesetzt. Das Max-Havelaar-Label gibt es im Migros-Sortiment auf Kaffee, Tee, Schokolade, Bananen, Orangensaft, Reis, Rosen, Zucker, Ananas, Mango, Orangenmarmelade, einem Green-Tea-Getränk, Kakaopulver und Pflanzen. Zunehmend tragen Max-Havelaar-Produkte auch das Bio-Label. Umsatz 20 04: 64,9 Millionen Franken, Steigerung gegenüber dem Vorjahr: +28,6 Prozent.

Die gesamte Getreideproduktion in der Schweiz soll auf IP-Suisse oder Bio umgestellt werden. Das IP-Suisse-Label zeichnet in der Migros Brote, Mehle, Kartoffeln und Rapsöl aus schweizerischer Produktion aus, die umweltfreundlich produziert werden. Synthetische Hilfsstoffe dürfen nur beschränkt und nur nach genauer Bedarfsabklärung verwendet werden. Zudem gibt es spezielle Richtlinien für jede Kultur. So dürfen im Getreideanbau keine Fungizide, Insektizide und Halmverkürzer eingesetzt werden. Auch im Rapsanbau sind Fungizide und Insektizide verboten. Bei den Kartoffeln werden die Kartoffelstauden vor der Ernte mechanisch statt chemisch entfernt. Kartoffeln werden ohne Keimhemmungsmittel gelagert. 60 Prozent des IP-Suisse-Apfelsaftes der Migros stammt von Hochstammbäumen, die den Vögeln Lebensraum bieten und die Landschaft bereichern. Die Migros will die gesamte Inlandgetreideproduktion (Brot und Mehle) auf IP-Suisse oder Bio umstellen. Umsatz 2004: 244,9 Millionen Franken, Steigerung gegenüber dem Vorjahr: +10,1 Prozent.

7-PUNKTE -FLEISCH-GARAN TI E (M-7)

Kontrollierte Tierhaltung Gesundes Fleisch von gesunden Tieren steht bei den Migros-Kunden hoch im Kurs. Die 7-Punkte-Fleisch-Garantie steht insbesondere für kontrollierte Haltung und Fütterung von Kühen, Rindern, Kälbern, Schweinen, Lämmern, Truten und Hühnern. Bei Poulets und Truten ist Auslauf zwingend. Für alle Tiere werden «besonders tierfreundliche Ställe» (BTS) gefordert. Das bedeutet unter anderem, dass die Tiere nie angebunden sein dürfen, dass sie Tageslicht, frische Luft und saubere Einstreu haben. Gentechnologie ist im ganzen Betrieb verboten. Die Fütterung ist genau auf die Tiere abgestimmt: Kälber zum Beispiel erhalten Vollmilch, dazu haben sie Heu und Wasser zur freien Verfügung. Das rosa Kalbfleisch, das durch die Migros salonfähig gemacht wurde, ist sehr beliebt. Fleisch mit der 7-Punkte-Fleisch-Garantie stammt ausschliesslich aus Schweizer Produktion. Die Richtlinien, die selbstverständlich auch die Einhaltung der Tierschutzgesetze einschliessen, gelten für den gesamten Betrieb und werden unabhängig kontrolliert. Umsatz 20 04: 670 Millionen Franken, Steigerung gegenüber dem Vorjahr: +1,9 Prozent.

MAR I NE STEWARDSH I P COUNCI L (MSC)

Frische Fische Die Nachfrage nach Produkten aus nachhaltiger Fischerei ist grösser als das Angebot. Das MSC-Label zeichnet Meerfische aus nachhaltiger Fischerei aus. Das heisst, Fischbestände dürfen nicht überfischt werden und müssen Zeit haben, sich zu erholen. Das Meer als Ökosystem darf nicht beeinträchtigt werden. Die Einhaltung der Bestimmungen wird unabhängig kontrolliert. Die Migros fördert das MSC seit dessen Gründung. Im Migros-Sortiment gibt es folgende MSC-Produkte: geräucherten und tiefgekühlten Alaska-Wildlachs, von Juli bis Oktober frischen Alaska-Wildlachs, frische und geräucherte Makrelenfilets aus Handleinenfischerei in Cornwall und Devon, Seehecht-Loins aus Südafrika sowie verschiedene Convenience-Gerichte. Leider ist das Angebot immer noch viel kleiner als die Nachfrage. Umsatz 20 04: 18,8 Millionen Franken, Steigerung gegenüber dem Vorjahr: +51,9 Prozent.


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M I G ROS FAC T S

DOLPH I N SAFE

ECO

Netter Thon

Gesunder Stoff

Unter dem Thunfischfang müssen Delphine und andere Meeresbewohner nicht mehr leiden. Schon seit 1991 verkauft die Migros ausschliesslich Konserven-Thon, der mit delphinfreundlichen Fangmethoden gefischt wird. So sind Ring-, Waben- und Treibnetze, in denen Delphine verenden würden, verboten. Das Label verlangt von den Fischereien auch weitere Vorkehrungen, damit sich keine anderen Tiere wie Robben, Meeresschildkröten oder Haie und Vögel in den Netzen verfangen. Heute halten sich 97 Prozent der Thunfischereien an diese Bestimmungen, deren Einhaltung unabhängig kontrolliert wird. Umsatz 20 04: 29,2 Millionen Franken, Steigerung gegenüber dem Vorjahr: +0,5 Prozent.

Was auf dem Körper getragen wird, darf keine giftigen Substanzen enthalten. Das Eco-Label steht für die umweltfreundliche Produktion von Kleidern und Heimtextilien. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Lieferanten erfolgt die ökologische Optimierung Schritt für Schritt. Der Einsatz von umweltgefährdenden und allergenen Stoffen ist strikte verboten. Die lückenlose Erfassung aller Arbeitsgänge und aller Hilfsmittel, auch jener der Vorlieferanten, erlaubt es, die gesamte Herstellung unabhängig zu kontrollieren. Umsatz 20 04: 404,5 Millionen Franken, Rückgang gegenüber dem Vorjahr: – 0,9 Prozent.

BIO -BAUMWOLLE FOREST STEWARDSH I P COUNCI L (FSC)

Gepflegte Wälder Damit man vor lauter Holz den Wald noch sieht, engagiert sich die Migros für das FSC-Label. Das Forest Stewardship Council (FSC) ist ein internationaler Zusammenschluss von Umweltorganisationen, Vertretern einheimischer Volksgruppen und Wirtschaftsverbänden. Er hat weltweit gültige Richtlinien für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung erarbeitet. Die Einhaltung der strengen FSC-Richtlinien wird unabhängig kontrolliert. Das FSC-Label steht für Holz, das nach umwelt- und sozialverträglichen Kriterien gewonnen wird. Die Migros als FSC-Marktleaderin führt schon weit mehr als 1000 entsprechende Produkte: in der Papeterie- und Haushaltabteilung, bei Micasa, Do it + Garden, im Campingbereich – und mit FSC-zertifizierten Weihnachtsbäumen auch im Bereich Pflanzen. Um das FSC-Label zu fördern, ist die Migros Gründungsmitglied der «WWF Wood Group» und engagiert sich auch beim Verein FSC Schweiz. Umsatz 20 04: 41,4 Millionen Franken, Steigerung gegenüber dem Vorjahr: +47 Prozent.

Saubere Wäsche Mit dem biologischen Anbau sparen die Baumwollbauern auch noch Geld. Bio-Baumwoll-Anbau bedeutet, dass die Bauern die Kosten für Pestizide, Kunstdünger und Herbizide sparen. Die notwendige Handarbeit gibt mehr Menschen Arbeit. Der Boden bleibt fruchtbar, Grundwasser und Flüsse bleiben sauber. Der Anbau der Bio-Baumwolle wird unabhängig kontrolliert. Kleider und Heimtextilien, die aus Bio-Baumwolle hergestellt werden, werden immer auch nach Eco-Richtlinien produziert. Das Sortiment an Bio-Baumwoll-Produkten umfasst heute Babykleider und -wäsche, Kinderkleider und -wäsche, Damenwäsche, Bettwäsche, Frottierwäsche und Bademäntel. Umsatz 20 04: 7,3 Millionen Franken, Steigerung gegenüber dem Vorjahr: +98,1 Prozent.


M I G ROS FAC T S

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Exische Mindestwandards

Die Migros setzt Massstäbe Der «Verhaltenskodex Migros Non-Food» war Vorbild für einen europäischen Kodex der grossen Handelshäuser. Die Migros verpflichtet ihre Lieferanten, sozial verträgliche Arbeitsbedingungen einzuhalten. Seit 2003 hat sie weltweit einen Vertrag mit ihren Lieferanten im Bereich Non-Food. Diese verpflichten sich, ihre Mitarbeitenden unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen zu beschäftigen. Basierend auf dem «Verhaltenskodex Migros Non-Food» hat die Migros mit anderen grossen europäischen Handelshäusern einen gemeinsamen Verhaltenskodex erarbeitet. In der Foreign Trade Association (FTA), der Dachorganisation des europäischen Handels, haben führende Unternehmen mit der «Business Social Compliance Initiative» (BSCI) ihre Sozialstandards harmonisiert. Nun gelten für alle der gleiche Verhaltenskodex und das gleiche Kontrollsystem für ihre Lieferanten weltweit. Die Standards des BSCI-Verhaltenskodexes basieren auf den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Sie verbieten jegliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der kulturellen, politischen oder religiösen Zugehörigkeit oder der sexuellen Orientierung. Der BSCI-Kodex untersagt missbräuchliche Kinderarbeit und jede Art von Zwangsarbeit. Er schreibt sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen vor. Die Beschäftigten müssen zudem das Recht haben, ihre Interessen gemeinsam zu vertreten und sich gewerkschaftlich zu organisieren. Die Handelspartner der Migros zeigen sich offen und machen mit. Sie haben begriffen, dass sie dadurch ihre Zukunft sichern: Sie verbessern ihre Wettbewerbsposition, steigern durch das systematische Management ihre Produktivität und können sogar Kosten sparen.

Die Arbeitsbedingungen bei den Migros-Lieferanten werden durch unabhängige, international akkreditierte Auditfirmen kontrolliert. Die Migros hat bisher 100 Audits durchgeführt. Die Hauptprobleme liegen meist bei den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlöhnen und bei den viel zu hohen Arbeitszeiten. In den Bereichen Sozialversicherung, Kollektivverhandlungen und Gesundheitsschutzmassnahmen besteht grosser Handlungsbedarf. In vielen Fällen wird auch die Arbeitssicherheit vernachlässigt. Erfüllt ein Lieferant die BSCI-Standards nicht, muss er einen Korrekturplan umsetzen. Setzt er die Korrekturmassnahmen nicht fristgerecht um, wird die Geschäftsbeziehung über kurz oder lang aufgelöst. Der BSCI-Verhaltenskodex gilt für sämtliche Non-Food-Lieferanten der Migros, also unter anderem für Hersteller von Spielwaren, Elektrogeräten, Kochtöpfen, Bekleidungs- und Heimtextilien, Möbeln, Lampen, Bodenbelägen und Gartengeräten. Der Verhaltenskodex wird im Jahr 2005 auch im Food-Bereich umgesetzt werden.

EUREPGAP

Höhere Anforderungen Die so genannte «Gute Agrar-Praxis» (GAP) soll im In- und Ausland Standard werden. Eurep, ein internationaler Zusammenschluss von Produzenten, Grossverteilern und Händlern, hat Regeln zur so genannten «Guten Agrar-Praxis» (GAP) erarbeitet: die Eurepgap-Standards. Bis Ende 2004 wurden alle Lieferanten von Importobst und -gemüse sowie Kartoffeln der Migros Eurepgap-zertifiziert. 2005 werden sich auch die Schweizer Produzenten nach diesen Standards zertifizieren lassen müssen. Nach Obst, Gemüse und Kartoffeln will die Migros auch Zierpflanzen sowie die Produktion von Zuchtfischen und Geflügel dem Eurepgap-Standard unterstellen.


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Eurepgap stellt für die Produzenten höhere Anforderungen für den Einsatz und die Lagerung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln. Arbeiten und Hilfsmitteleinsätze müssen genau dokumentiert werden. Die Arbeitsbedingungen müssen den gesetzlichen Standards entsprechen – ein Mittel gegen Schwarzarbeit. Alle Lieferanten, im Inland wie im Ausland, werden diese Standards einhalten müssen, wenn sie die Migros beliefern wollen.

GEN TECHNOLOGI E

Regelmässige Analysen Die Migros verzichtet so weit wie möglich auf gentechnisch veränderte Produkte. Gentechnisch veränderte Lebensmittel erobern die Welt. Diese Entwicklung wird von der Schweizer Bevölkerung mit Bedenken aufgenommen. Die Migros verzichtet deshalb so weit wie möglich auf gentechnisch veränderte Produkte. Das klingt einfach, ist in der Praxis aber nicht einfach umzusetzen. Denn es gibt Zutaten, wie etwa gewisse Maisstärken, bei de-

x nen der genveränderte Organismus im Endprodukt nicht mehr nachgewiesen werden kann. Die Migros verlangt deshalb Transparenz bei der Entstehung eines Produktes und die Rückverfolgbarkeit aller Bestandteile möglichst bis zum Produzenten. So will man Gewähr dafür, gentechfreie Ware zu kaufen und zu verkaufen. Im Rahmen der Qualitätssicherungsmassnahmen mussten darum alle Lieferanten detaillierte Produktinformationen liefern. Kann ein Lieferant die Gentechfreiheit nicht garantieren, sucht die Migros neue Lieferanten, oder das problematische Produkt wird ersetzt. Maisstärke zum Beispiel kann in gewissen Fällen durch gentechnisch unbedenkliche Kartoffelstärke ersetzt werden. Wo eine Substitution nicht möglich ist, wird seit Ende 20 04 die strengere EU-Verordnung für die Deklaration von Lebensmitteln angewendet. Die Labors der Swiss Quality Testing Services (SQTS) führen zudem bei Risikoprodukten regelmässig Analysen durch. Je grösser die Nachfrage nach natürlichen, nicht genveränderten Produkten weltweit ist, um so grösser sind die Chancen, langfristig gentechfreie Produkte beschaffen zu können.


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Exische Projekte

SODIS

Wie Pet Leben rettet Die Migros hilft, eine einfache, aber wirkungsvolle Methode der Wasserdesinfektion zu verbreiten. Mindestens ein Drittel der Bevölkerung in Entwicklungsländern hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die schlechte Wasserversorgung ist ein enormes Gesundheitsrisiko – alle 15 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen. Die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) hat eine sehr einfache, aber wirkungsvolle Methode der solaren Wasserdesinfektion (Sodis) entwickelt, mit welcher die mikrobiologische Qualität von Trinkwasser entscheidend verbessert wird. Dazu braucht es lediglich eine Pet-Getränkeflasche. Diese wird mit dem verkeimten Wasser gefüllt, verschlossen und während sechs Stunden an die Sonne gelegt. In Partnerschaft mit der Entwicklungshilfe-Organisation Helvetas unterstützt die Migros die Verbreitung von Sodis in der Welt, vorerst in Südostasien.

M IGROS K I DS SCHOOL

Lernen statt arbeiten 750 Kinder gehen in Südindien dank der Migros täglich zur Schule – statt zur Arbeit. In der südindischen Textilhauptstadt Tirupur wurde Ende 2000 die Migros Kids School für 200 Kinder eröffnet. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der deutschindischen Organisation «Kids Foundation» aufgebaut. Die Migros finanzierte aus dem Fonds für gezielte Hilfe die Land- und Baukosten. Die Schule ist Teil einer Offensive der Migros gegen Kinderarbeit. Sie steht allen Kindern der Umgebung offen, also nicht nur den Kindern der Textilarbeiterinnen, die für die Migros Kleider herstellen. Momentan gehen 750 Kinder dort zur Schule. Die in-

dischen Lieferanten der Migros beteiligen sich an den laufenden Kosten der Schule, indem sie eine Etikette kaufen, die auf ihren Produkten angebracht wird.

NACHHALTIGE PALMÖLPRODUKTION

Der Tropenwald lebt weiter Die Migros macht mit in einer neuen Organisation, welche die umweltfreundliche Palmölproduktion fördert. Mit ihrem Palmölprojekt macht die Migros weiterhin Schule. Eine neue Non-Profit-Organisation ebnet den Weg für die weltweite Palmölproduktion ohne Tropenwaldzerstörung: Mehrere internationale Organisationen und Unternehmen, darunter der WWF und die Migros, haben in Zürich den «Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl» gegründet. Der Verein bietet eine Plattform, um globale Standards für die nachhaltige Produktion von Palmöl zu definieren und zu fördern. Als erstes Unternehmen weltweit konnte die Migros vor drei Jahren Margarine aus Palmöl anbieten, das ohne Tropenwaldzerstörung angebaut wurde. Palmöl ist vielseitig verwendbar und ist Bestandteil vieler Lebensmittel, aber auch von Kosmetika und Waschmitteln. Jahr für Jahr nimmt der weltweite Verbrauch zu. Die Rechnung bezahlt oft die Natur: Für Ölpalmplantagen werden vorab in Südostasien grosse Flächen Tropenwald abgeholzt und abgebrannt. Gemeinsam mit dem WWF hatte die Migros bereits im Jahr 2000 eigene Kriterien für die nachhaltige Palmölproduktion erarbeitet und sich verpflichtet, schrittweise auf schonend produziertes Palmöl umzustellen. Nun folgt der nächste Schritt: Auf globaler Ebene sollen breit abgestützte Standards für den nachhaltigen Anbau von Palmöl erarbeitet werden.


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KARTOFFELSORTEN AUS BOLI VI EN

NATURSCHU TZ I N COSTA R ICA

Bolivianisch, bunt und bio

Waldreservat in der Bananenplantage

Die Migros darf fünf Sorten aus der ursprünglichen Heimat der Kartoffeln nutzen und vermehren. Dank einem wegweisenden Vertrag mit der bolivianischen Regierung kann die Migros fünf Kartoffelsorten aus dem artenreichen Fundus Boliviens, der ursprünglichen Heimat der Kartoffeln, nutzen und vermehren. Die kommerzielle Nutzung dieser alten Sorten ist mit einer langfristigen finanziellen Unterstützung der Kartoffelbauern in Bolivien verbunden. Die ausgewählten Sorten haben zum Teil intensiv farbige Schalen und farbiges Fleisch. Sie sind widerstandsfähig gegen Krankheiten, fest und mehlig zugleich. An der Eidgenössischen Forschungsanstalt Reckenholz werden die Kartoffeln vermehrt und dann schweizerischen Bio-Bauern zur Produktion für die Migros übergeben.

Gemeinsam mit Chiquita schuf die Migros ein Naturschutzgebiet im Bananenland. Die Marke Chiquita, in der Schweiz fast Synonym für Bananen, litt lange unter einem schlechten Ruf: Umweltschützer kritisierten die Arbeitsbedingungen und die Zerstörung des Tropenwaldes zur Gewinnung von Anbauflächen für die Monokulturen. Der Druck der Öffentlichkeit bewirkte bei Chiquita ein radikales Umdenken. Das Unternehmen änderte seine Politik von Grund auf und definierte soziale und ökologische Standards, die heute als vorbildlich gelten. In Costa Rica, dem zweitgrössten Bananenexporteur der Welt, haben die Migros und Chiquita 20 04 gemeinsam das Naturschutzgebiet Nogal eingeweiht: 80 Hektaren Waldreservat. Das Gebiet beherbergt seltene Pflanzen und Tiere wie den weissen Milan oder das Kapuzineräffchen. Es gibt zudem ein Schulungszentrum, in dem Besucher für Umweltanliegen sensibilisiert werden.

BIO -BAUMWOLLE AUS MALI

Weg von Verschuldung und Vergiftung Das Bio-Baumwolle-Projekt von Helvetas in Mali fördert vor allem ganz gezielt die Frauen. Die Migros unterstützt das Bio-Baumwolle-Projekt der Entwicklungsorganisation Helvetas in Mali durch eine Abnahmegarantie und mit finanziellen Beiträgen. Ziel ist es, einen neuen Handelsweg zu ebnen und die Produzenten damit wegzubringen von Verschuldung, von tiefen Weltmarktpreisen und auch von der Umweltvergiftung. «Dank der Bio-Baumwolle ist das Leben ins Dorf zurückgekommen», sagen die Bauern. Eine Rückkehr zum traditionellen Anbau kommt für keinen mehr in Frage. Ein Drittel der Teilnehmenden sind Frauen. Ihre Einkünfte verbessern die Familiensituation entscheidend. Das Projekt fördert Frauen gezielt, indem sie beispielsweise landwirtschaftliche Geräte günstiger kaufen können. In der Migros werden Kinderpyjamas aus dieser Bio-Baumwolle angeboten.


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Food-/Near-Food-Sortiment

NAHRUNGSM IT TEL – GETRÄNKE – BROT UND BACKWAREN – CONVEN I ENCE UND TI EFKÜHLPRODUKTE – TI ERWELT

Abwechslung zahlt sich aus Alle zwei Wochen ein neues Brot – das schmeckt den Kunden. Wechsel bringen auch dem Schokosortiment Erfolg. Unter dem Titel «Pain Création – alle zwei Wochen eine neue Brotsorte im Verkauf» wurde ein anspruchsvolles Konzept erfolgreich umgesetzt. Es ging und geht darum, den Kundinnen und Kunden in einem alltäglichen Sortiment Abwechslung, Frische, Genuss und Auswahl anzubieten. Mit einem natürlichen Produkt, das einen engen Bezug zur Landwirtschaft hat, wird zudem gezeigt, wie gut und gesund ein sehr günstiges Grundnahrungsmittel sein kann. Der Mut zur aussergewöhnlichen Idee hat sich gelohnt: Die Brote unter der Bezeichnung «Pain Création» haben sich sehr schnell zu Umsatzrennern entwickelt und belegen den vierten Rang im Gesamtumsatz des Brotsortiments. Das Konzept hat zudem dem gesamten Brotmarkt in der Migros grosse Dynamik verliehen: Dieser Bereich gehört mit einer Umsatzzunahme von rund +4 Prozent auch in absoluten Zahlen zu den Gewinnern. Dass Abwechslung das Leben süss macht, zeigt sich auch im Schokosortiment. Mit verschiedenen Wechselaktivitäten – unter anderem bei den Pralinés – ist es gelungen, den Schokoladenmarkt der Migros auf ein neues Hoch zu bringen. In der Periode August/ September wurde die Migros auch in diesem Bereich Schweizer Marktführer. Da der Sommer 2004 nicht mit dem Jahrhundertsommer des Vorjahres mithalten konnte, griffen die Konsumenten weniger oft zu einer kühlen Glace, und der Durst war nicht so gross. Deshalb konnten die Rekordumsätze von 2003 in den Bereichen Getränke und Eiswaren nicht wiederholt werden. Dafür lagen

20 04 die Bereiche Frische, Convenience, Biskuits, Apéro, Frühstück und Backen deutlich über dem Gesamtwachstum. Nach dem Entscheid der zuständigen MigrosGremien, alle Tiefkühlprodukte unter einer Verantwortung zu bündeln, läuft das Projekt «Zentrale Warenwirtschaft TK-House». Die Hauptstützen dieses Systems sind: – ein einheitliches und abgestimmtes Angebot in den Filialen; – das zentrale Warenwirtschaftssystem SAP; – eine zentrale Logistik- und Transportplattform; – ein wirkungsvolles und kundenfokussiertes Category Management. Das Projekt steht unmittelbar vor der Realisierung. Mitte 2005 wird auch dieses Sortiment – wie vorher schon viele andere – auf das neue Warenwirtschaftssystem SAP R3 umgestellt.

FLEISCH – GEFLÜGEL – FISCH

Rosa Kalbfleisch setzt sich durch Die Migros verkauft nur noch Kalbfleisch, das aus natürlicher Mast mit Milch und Heu stammt. Im Oktober 20 04 hat das Bundesamt für Landwirtschaft Zollkontingente für insgesamt 5309,5 Tonnen Fleischspezialitäten und Wurstwaren zur Versteigerung ausgeschrieben. Davon hat die Migros-Gemeinschaft 900 Tonnen erhalten; Kostenpunkt: 3,5 Millionen Franken. Dieser Kostenblock muss vollumfänglich auf die Produkte überwälzt werden. Mit Zöllen und Zollkontingenten verhindert der Bund, dass importierte Nahrungsmittel günstiger angeboten werden können. 7-Punkte-Fleisch-Garantie (M-7) Zum Wohl der Tiere und der Konsumenten verkauft die Migros im Rahmen der 7-Punkte-Fleisch-Garantie


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Kalbfleisch aus natürlicher Kälbermast mit Vollmilch und Heufütterung. Das Fleisch von Kälbern, die Heu fressen, Milch trinken – mehr als zehn Liter pro Tag – und genug Bewegung bekommen, wird rosa bis dunkelrosa und ist kräftiger im Geschmack. Die Genossenschaft Migros Aare hat im September 2003 mit der Einführung begonnen, die Umstellung bei den anderen Migros-Genossenschaften erfolgt stufenweise und ist Ende Januar 20 05 abgeschlossen. Ab Februar 20 05 verkauft die Migros nur noch solches Kalbfleisch. Die Migros tritt überzeugt für die einheimischen Nutztiere und die schweizerische Fleischwirtschaft ein. Mit dem Garantiesiegel für gutes Schweizer Fleisch bietet sie Transparenz, Vertrauen und Sicherheit. Schweizer Fleisch, ausgezeichnet mit dem Migros-Garantiesiegel, stammt nur von Schweizer Nutztieren aus artgerechter Tierhaltung und kontrollierter Fütterung. Dreh- und Angelpunkt der Qualitätssicherung im Programm der 7-Punkte-Fleisch-Garantie ist in erster Linie die lückenlose Rückverfolgbarkeit. Die labelspezifische Datenaufzeichnung erfolgt über die zentrale Datendrehscheibe der TVD AG. Das Migros-Fleischprogramm ist das erste Fleischqualitätsprogramm, welches die gesamte Tiergeschichte vollumfänglich aufgrund der TVD-Daten offen legen kann. Das Programm der 7-Punkte-Fleisch-Garantie wurde vor allem im Kälbermastsektor weiter ausgebaut. Es wurden rund 120 0 neue Kälbermastbetriebe, welche nach den neuen Anforderungen produzieren, nach erfolgter Kontrolle durch Mitarbeiter des M-7-Service neu ins Programm aufgenommen. In den Sektoren Schweinemast und Grossviehmast werden keine zusätzlichen Betriebe ins Programm aufgenommen, da mit den bestehenden M-7-Betrieben die Zielgrösse von 475 0 0 0 Schlachtschweinen und 40 0 0 0 Grossviehmasttieren erreicht werden kann. Die Kontrolle der Mast- und Zuchtanforderungen durch unabhängige Kontrollstellen und durch Mitarbeiter des M-7-Service auf M-7-Betrieben führte im Jahr 2004 zu insgesamt 95 Verwarnungen und 34 Liefersperren. Die Resultate der Rückstandsanalysen von Medikamenten in Nieren von M-7-Schlachttieren zeigten in allen Tierkategorien einen tieferen Anteil Tiere mit positivem Nachweis. Der markanteste Rückgang war erfreulicherweise in der Kälbermast auf Basis Vollmilch und Heu zu verzeichnen. Damit zeigt sich, dass die Kälber, welche nach den neuen Anforderungen gehalten und gefüttert werden, gesünder sind.

Premium Irish Beef Irland ist berühmt für seine üppigen grünen Weiden, seine sanften Hügel, die reine frische Luft, die klaren Seen und Flüsse. Die natürlichen Elemente bilden zusammen mit dem gemässigten Klima ideale Bedingungen für die Rinderzucht. Neben der artgerechten Haltung – die Tiere bleiben ganzjährig auf der Weide – sorgen modernste Verarbeitungsbetriebe für einen hohen Standard bei der Rindfleischproduktion. Irish Beef überzeugt vor allem durch Zartheit und Geschmack. Premium Irish Beef wird in der Schweiz exklusiv in einzelnen ausgewählten Migros-Filialen angeboten. Geflügel Das Geflügelgeschäft kam durch den Ausbruch der Geflügelgrippe in Asien im ersten Quartal 2004 stark unter Druck. Die Migros führt zwar kein Geflügel aus Asien im Sortiment, doch die Nachfrage nach Geflügel sank zwangsläufig. Das Geflügel im Migros-Sortiment unterliegt strengen Qualitätsanforderungen. Die Qualitätssicherung über die ganze Prozesskette der Geflügelproduktion wird durch das Qualitätsmanagement der Migros und über international anerkannte Zertifizierungen wie BRC, IFS, QS und Eurepgap gewährleistet. Das Vertrauen in die Geflügelprodukte ist im Lauf des Jahres wieder deutlich angestiegen und die Umsätze pendelten sich auf dem Vorjahresniveau ein. Die Produktion von Schweizer Geflügel hat deutlich zugenommen. Sie wird unter den Labels Mère Josèphine, M-Bio und Optigal classic in den MigrosMärkten angeboten. Im Convenience-Bereich ist die Marke Don Pollo mit diversen Produkten im Frischsowie im Tiefkühlsektor vertreten. Fisch Die Migros bekennt sich klar zu den Engagement-Labels MSC und Bio. Ziel ist, bis Ende 2005 10 Prozent Umsatz mit diesen Labels zu machen. 2004 wurde dieses Ziel noch nicht erreicht. Doch es konnten zwei neue Fischereien MSC-zertifiziert werden. Diese liefern Seehecht aus Südafrika und Alaska-Pollack. Aus den Lieferungen dieser bedeutenden Fischereien könnten auch Fertiggerichte produziert werden. Der Umsatz mit Bio-Fischen konnte wiederum um 50 Prozent gesteigert werden, und neue Produkte sind in Vorbereitung. Es wurden erneut einige neue Sorten ins Frischfischsortiment aufgenommen, das damit noch attraktiver geworden ist. In der Grillsaison wurden vermehrt marinierte Produkte angeboten.


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20 04 wurden zum ersten Mal nationale Fischwochen durchgeführt, Thema war «Die Britischen Inseln zu Gast». Mit neun Artikeln der Rauchfischlieferanten aus Schottland und der Schweiz wurde ein spezielles Weihnachtssortiment kreiert, das durch seine Exklusivität besticht. Alle Produkte erhielten eine Weihnachtsverpackung. Die Fischabteilungen werden heute fünfmal pro Woche mit Frischfisch in Kleineinheiten beliefert. Dadurch werden Frische und beste Qualität garantiert. Die Migros-Guidelines für Zuchtfische wurden durch diejenigen von Eurepgap ersetzt; diese werden 2005 umgesetzt. Food Safety Lebensmittelsicherheit oder Food Safety beschäftigt die Konsumentinnen und Konsumenten immer stärker. Die Migros hat schon vor vier Jahren das System «Lebensmittelsicherheit Fleisch» ins Leben gerufen, das Vorschriften für Qualität und Sicherheit in der gesamten Wertschöpfungskette beinhaltet. Anfang 2004 ist die neue Landwirtschaftliche Deklarationsverordnung für Fleisch und Fleischerzeugnisse in Kraft getreten. Wesentliche Neuerungen: Importiertes Fleisch und Fleischerzeugnisse unterliegen denselben Kriterien wie Schweizer Landwirtschaftsprodukte. Das heisst, der Einsatz von antimikrobiellen Leistungsförderern und/oder Hormonen ist in der Tierproduktion verboten. Lieferanten, die den Nachweis auf den Verzicht nicht erbringen können, müssen ihre Produkte mit dem Hinweis «kann mit Antibiotika und/oder anderen antimikrobiellen Leistungsförderern...» bzw. «kann mit Hormonen als Leistungsförderer erzeugt worden sein» auszeichnen. Neben Maul- und Klauenseuchen wütete vor allem die Geflügelgrippe in einigen nichteuropäischen Ländern. Zum Schutz der schweizerischen Geflügelpopulation verfügte das Bundesamt für Veterinärwesen einige Importstopps. Straussenfleisch aus Südafrika ist auch betroffen, weshalb die Migros seit September 2004 auf den Verkauf dieses Fleischs verzichtet. Im Kampf gegen die «Kuhkrankheit» BSE hat die Migros seit 2001 flächendeckend freiwillige BSETests durchgeführt. Seit der Einführung wurde bei 21 von rund 584 000 untersuchten Tieren der BSE-Erreger nachgewiesen. Da die Zahl der positiv gemeldeten Fälle signifikant rückläufig ist (2001: 13, 2002: 5, 2003: 2, 2004: 1) wurde im Dezember 2004 entschieden, sich ab Februar 2005 auf das Untersuchungsprogramm des Bundes (UP) zu beschränken.

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FRÜCHTE – GEMÜSE – BLUMEN

Rekordernten in der Schweiz Während die Inlandernten teils fast zu gross waren, leiden Lieferanten im Ausland noch unter dem Vorjahressommer. Die Inlandproduktion verzeichnete 2004 Rekordernten. Bei Tafeläpfeln, Birnen und Lagergemüse werden noch grosse Anstrengungen nötig sein, um die Ernte 2004 zu vermarkten. Walliser Aprikosen waren 20 04 für die Inlandabteilung ein Renner. Die Migros erreichte innerhalb der Saison-Hauptwochen einen Belieferungsanteil von bis zu 70 Prozent. Aufgrund der Rekordernten im Inland waren Importe für diverse Gemüse kaum möglich. Im November 2004 musste die Gemüseabteilung zudem eine Negativteuerung von über 10 Prozent hinnehmen. Erfreulich war die Saison der weissen Spargeln. Die Anfangsschwierigkeiten durch mangelnde Ware aus Spanien konnten durch gute Lieferantenkontakte in Deutschland, Ungarn und der Slowakei erfolgreich kompensiert werden. Die Fruchtkulturen im Ausland litten unter den Nachwehen des heissen Sommers 20 03. Die Bäume haben sich teilweise immer noch nicht erholt und produzieren noch immer nicht optimale Qualität. Verheerende Wirbelstürme machten zudem der Dominikanischen Republik und Florida zu schaffen. In Florida vernichtete ein Sturm praktisch die gesamte Grapefruiternte für die Saison 2004/2005. Innovative Neuheiten brachten dem Convenience-Label «Fresh & Quick» eine Umsatzzunahme um 10 Prozent. Im Dezember 2004 wurde die neue Agrumenverpackung (Orangen, Mandarinen und Clementinen) erfolgreich lanciert. Erfrischend, bunt und auffallend präsentieren sich die neuen Layouts. Im Rahmen des nationalen Lilibiggs-Programms wurden drei neue Produkte eingeführt, die sehr gut gestartet sind: ein spezieller Kindersalat, süsse Clementinen und knackige kleine Äpfel. Auch das Max-HavelaarSortiment konnte mit einem Produkt aus dem Agrarbereich erweitert werden: Im März wurde die LivistoniaPalme aus Sri Lanka erfolgreich lanciert.


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M I LCHPRODUKTE – EI ER

Heidis neue Heimat Die neue Marke für innovative Milch- und Käseprodukte aus Schweizer Bergmilch ist erfolgreich gestartet. «Heidi, Heidi, deine Welt sind die Berge...» – und jetzt auch die Migros. Das sympathische Mädchen aus den Schweizer Bergen bereichert nun auch das Migros-Sortiment. Mit einem einmaligen Feuerwerk an Aktivitäten wurden im April rund 30 innovative Milch- und Käseprodukte aus reiner Schweizer Bergmilch erfolgreich eingeführt. Die qualitativ hochstehenden Heidi-Produkte und die schönen Verpackungen stehen hoch in der Gunst der Kundinnen. Nur sechs Monate nach der Einführung wurde die Marke Heidi in der Verbraucherumfrage von «Reader’s Digest» bereits als «Most Trusted Brand 20 04» in der Warengruppe der Milchprodukte ausgezeichnet. Mit den neuen Milchprodukten der Eigenmarke Heidi bietet die Migros Schweizer Bauern aus verschiedenen Bergregionen neue, attraktive Marktchancen und damit die Sicherung des Absatzes. Mit Heidi konnte die Migros zu den bestehenden Eigenmarken Léger, Slimline und Excellence eine weitere starke Marke sehr erfolgreich ins Milchprodukte- und Käsesortiment aufnehmen und dadurch die Attraktivität des Angebotes weiter steigern. Neben dem Highlight Heidi wurden auch in bestehenden Milch-, Käse- und Eiersortimenten Verbesserungen erarbeitet und umgesetzt. Die konsequente Arbeit im gesamten Marketing-Mix wurde mit ausgezeichneten Umsätzen belohnt. Die attraktiveren Sortimente, die kundennahe Marktbearbeitung und ein wiederum verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis haben die Marktposition erneut gestärkt. In praktisch allen Teilmärkten konnten teils massive Marktanteilsgewinne verbucht werden und damit die Führungsposition der Migros im Schweizer Markt weiter ausgebaut werden. Als Pilotorganisation in den Frischesortimenten hat die SGE Milchprodukte/Eier im Jahr 2004 ein Category Management aufgebaut und umgesetzt. Die konsequente Arbeit in Prozessen, die schnellen Entscheidungswege und die klar festgelegte Aufgabenteilung in der gesamten Kette von der Produktion bis zum Konsumenten haben die Marktleistung massiv erhöht. Diese organisatorischen Veränderungen sind ein wichtiger Schritt, um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Denn der Milchmarkt wird sich in den nächsten Jahren markant verändern, insbeson-

dere durch den Zollabbau im Käsesektor, die Aufhebung der Milchkontingentierung sowie den Markteintritt neuer Hersteller und neuer Detailhändler.

HYGI ENE – KOSME TI K – SELFCARE

In der Welt der Schönheit Das attraktive Ladenkonzept «Beauty & Selfcare World» kommt bei den Kundinnen sehr gut an. Der Near-Food-Bereich gehört 2004 zu den Marktgewinnern. In einem leicht wachsenden Markt wurden die Marktanteile einmal mehr überdurchschnittlich gesteigert. Im direkten Vergleich mit der Hauptkonkurrenz wächst die Migros doppelt so stark. Die Profilierungskategorie «Beauty & Selfcare» entwickelte sich anhaltend erfreulich. Einen bemerkenswerten Beitrag leistete hier die Lancierung der dritten Markenwelle mit Gillette (Grooming) und Nivea (Gesichts-, Körper- und Haarpflege). Auch die für die Migros strategisch sehr wichtigen Eigenmarkensortimente wurden weiter ausgebaut und verstärkt. Mit Flair und Zeniq wurden neue Impulse gesetzt. Die Marken Candida, Molfina, Fanjo und Douche Fit wurden aktualisiert. Zusätzlich brachte die sehr starke Marke Kneipp im Bereich Selfcare eine attraktive neue Positionierung. Die Implementierung des attraktiven Ladenkonzeptes «Beauty & Selfcare World» wurde in Zusammenarbeit mit den Genossenschaften weiter vorangetrieben. Das sehr «kosmetische» Ladenambiente wird von den Konsumentinnen sehr geschätzt, was sich an den hohen Umsatzsteigerungen zeigt. Ein intensiver Konkurrenzkampf und die Preiserosion waren für die Waschmittel-, Papier- und Windelmärkte kennzeichnend. Entsprechend befriedigend sind die in diesem schwierigen Marktumfeld erzielten Resultate. Signifikantes Wachstum und damit ein Ausbau der Marktstellung konnte speziell in den Bereichen Lufterfrischer, Küche und Babynahrung erzielt werden. Der Bereich Toilettenpapier wurde durch die Einführung des Marktführers Hakle weiter gestärkt. Ein Schlüsselprojekt war die Einführung des zentralen Warenwirtschaftssystems SAP per Mai 2004. Dieses anspruchsvolle Projekt wurde dank einer effizienten Teamleistung termingerecht und voll funktionsfähig umgesetzt. Flankierend wurden zahlreiche Abläufe und Prozesse modifiziert oder neu definiert.


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Non-Food-Sortiment

BEKLEI DUNG – SCHUHE

Marktanteile gewonnen Neue Eigenmarken und neue Fremdmarken bringen trotz schwierigen Rahmenbedingungen Erfolg. Der Schweizer Bekleidungs- und Schuhmarkt ist 2004 erneut um mehrere Prozent geschrumpft. Die Preise sinken, der Anteil der privaten Haushaltausgaben für Bekleidung und Schuhe geht weiterhin zurück. Die Migros konnte in einigen Teilmärkten deutlich Marktanteile gewinnen. Insgesamt resultiert ein leichter Marktanteilsgewinn. 2004 war geprägt durch die Umsetzung der 2003 verabschiedeten strategischen Neuausrichtung der SGE Bekleidung/Schuhe. Neben den Massnahmen im Sortiment wurde stark an den Prozesskosten und der Effizienz gearbeitet. Im Bereich Damenwäsche konnte die starke Marktposition weiter ausgebaut werden. Die im letzten Jahr eingeführten Marken Sloggi und Emotions by Triumph entwickeln sich ausgezeichnet und sind eine sehr gute Ergänzung zu den Eigenmarken. Alle Kinder-Baby-Basissortimente sind in Überarbeitung oder bereits erneuert. Die Reaktionen sind durchwegs positiv: Knabenjeans, Kinderwäsche und Babywäsche verkaufen sich sehr gut. Alle Bereiche haben sich in einem rückläufigen Marktumfeld gut geschlagen und deutlich Marktanteile gewonnen. Bei den Schuhen laufen die Arbeiten am Konzept einer grundsätzlichen strategischen Neuausrichtung. Die Freizeitschuhe sind gut positioniert, was eine sehr gute Flächenproduktivität ergibt. Bei der Herrenwäsche konnten auf bereits hohem Niveau weitere Marktanteile gewonnen werden. Die neu lancierte Herrenwäschelinie Bogart stösst auf enormen Zuspruch im Markt. Sloggi Men als zusätzliche Marke ist erfolgreich gestartet. Als nächstes steht das überarbeitete Sockenkonzept kurz vor der Umsetzung.

In den Oberbekleidungsbereichen wurden die Kollektionen, die Präsentationsform und die Preislagen komplett überarbeitet und an veränderte Konsumentenbedürfnisse angepasst. So konnten beispielsweise die Durchschnittspreise um 12 Prozent gesenkt werden. Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung wurden auch drei neue Eigenmarken ins Leben gerufen: Supreme und Best.Choice für Businesshemden sowie Casual.X für die restlichen Sortimente. Ein Meilenstein ist auch die Einführung von zwei neuen starken Marken. Mit Levi Strauss Signature und Tom Tailor werden zwei im Markt gut eingeführte Labels in der Herrenoberbekleidung angeboten. Insgesamt gingen die Verkaufsflächen um rund 5 Prozent zurück. Dies ist auf eine Umgewichtung von Flächen in kleineren und mittleren Filialen zurückzuführen. Im Bereich Logistik und IT wurden 2004 sämtliche Prozesse auf das zentrale Warenwirtschaftssystem SAP umgestellt. Das Grossprojekt konnte ohne nennenswerte Probleme umgesetzt werden. Um die bereits zentralisierte Bekleidungslogistik noch optimaler zu gestalten, wurde das Projekt «Olbus» gestartet, welches bereits 2004 eine Verbesserung der Effizienz gezeigt hat. Durch die Auftragskonzentration auf die besten Lieferanten konnte 2004 die Zahl der Lieferanten weiter gesenkt werden. Im Damenstrumpfbereich ist die Migros weiterhin die klare Nummer 1 im Schweizer Markt. Um diese Positionen auch mittelfristig zu sichern, wird das Angebot stärker saisonal ausgerichtet. Die strategische Neuausrichtung im Bereich Feinstrumpf wird 20 05 umgesetzt. Die Sortimente und die Präsentationsform in den Filialen werden noch besser den Bedürfnissen der Kundinnen angepasst. 2005 soll die strategische Neuausrichtung in der Damenoberbekleidung umgesetzt werden. Alle Sortimente werden überarbeitet und dem aktuellen Zeit-


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geist angepasst. Die Sortimente werden unterschieden in Modern Woman und Young Fashion. In beiden Bereichen werden zur Abrundung der Eigenmarkensortimente auch neue Marken eingeführt.

HART WAREN

Die Konkurrenz abgekocht Haushalt Die Schweiz kocht mit Mivit-Kochgeschirr aus der Migros: Fast jeder zweite Haushalt kauft einmal jährlich eine Bratpfanne in der Migros. Die verlorenen Marktanteile, welche auf eine gross angelegte TrophyAktivität eines Mitbewerbers Anfang 2004 zurückzuführen waren, konnten im zweiten Halbjahr mehr als kompensiert werden. Jede Menge Innovationen und neue Problemlösungen gibt es beim Küchenkunststoffsortiment MTop-Line. Eine neue Generation Kühlschrankdosen in Zwei-Komponenten-Technik und Food-Container mit integriertem Cool-Pack für unterwegs haben die M-Top-Line-Fangemeinde weiter anwachsen lassen. Im klassischen Detailhandel hat M-Top-Line wertmässig einen Marktanteil von knapp 80 Prozent. Das Weihnachtsdekorations- und -beleuchtungssortiment wurde mit modischen Trendthemen attraktiver gestaltet. Neue Dekors bei den Geschenkpapieren kamen dank verbesserter Warenpräsentation in über 20 0 Verkaufsstellen optimal zur Geltung, und das Kerzensortiment wurde vollständig überarbeitet. Im Bereich Tisch konnten 2004 bei den Papierservietten wiederum Marktanteile gewonnen werden – dies vor allem zu Lasten des grössten Mitbewerbers. Der Marktanteil der Migros stieg von 51,4 Prozent auf 52,9 Prozent, während derjenige des Hauptkonkurrenten von 25,3 Prozent auf 24,5 Prozent sank. Der Zuwachs der Migros kommt vor allem von den saisonalen Sortimenten und den Fantasieservietten. Bei den bedruckten Servietten ist der Migros-Marktanteil gar auf rekordverdächtige 58 Prozent gestiegen. Freizeit Im Bereich Papeterie kann 20 04 trotz schwierigem wirtschaftlichem Umfeld mit rückläufigem Gesamtmarkt ein Plus verzeichnet werden. Dank dem ausgewogenen Sortiment unter der Eigenmarke M-Office – punktuell ergänzt mit bekannten Marken – profiliert sich die Migros als Anbieter Nummer 1 bei den Schweizer Privathaushalten.

Das papierlose Büro wird wohl immer ein Traum bleiben – der Absatz von Papier nimmt jedenfalls laufend zu. Als Schweizer Marktleader bei Büroartikeln des täglichen Gebrauchs trägt die Migros grosse Verantwortung für den ökologisch optimalen Umgang mit der Ressource Papier. Im Oktober 20 04 konnte ein Durchbruch verzeichnet werden. In enger Zusammenarbeit mit den Lieferanten konnte der Grossteil der M-Office-Fotokopier- und -Druckerpapiere auf FSC umgestellt werden. Das ergibt nun eindrückliche Jahreszahlen für FSC-Papier: 2 385 0 0 0 Kilogramm oder 655 0 0 0 Verkaufseinheiten, aufeinander gestapelt ergäbe das 49 000 Meter, und der Umsatz macht 7 Millionen Franken aus. Der Reiseaccessoiremarkt in der Schweiz ist seit Jahren rückläufig. Dank konsequenter Beschaffungsoptimierung konnte der Durchschnittspreis für Reisegepäck 2004 deutlich gesenkt werden. Dies wurde von den Kundinnen und Kunden sehr geschätzt, und so wurden trotz dem schwierigen Umfeld über 10 Prozent mehr Reisegepäckstücke verkauft. Im Frühjahr 20 04 wurde im Bereich Sonnenbrillen die bekannte Marke Polaroid in der Migros eingeführt – vom ersten Tag an mit grossem Erfolg. Polaroid brachte den Filialen mit Sonnenbrillen einen deutlichen Zuwachs. Spielwaren Weihnachten beginnt bereits Ende Oktober, wenn die Spielwarenkataloge erscheinen. Das Geschenkbuch der Migros wurde mit dem «Migros-Magazin» verteilt: 40 Seiten mit Geschenkideen, welche Kinderherzen höher schlagen lassen. Die Migros führt alle wichtigen Marken wie Lego, Playmobil, Barbie, Mattel und Ravensburger. Diese Top-Marken dominieren die Welt der Spielwaren. Die Migros-Kinderbotschafter Lilibiggs begleiten die Kinder durch den Prospekt, aber auch in den Filialen. Die grösseren Spielwarenabteilungen wurden in tolle Burgen mit Türmen und Zinnen verwandelt, die mit vielen Spielwaren zum Verweilen einluden. In den Filialen wurde eine eigene Welt inszeniert, und wer Glück hatte, konnte Hugo, Nina und Tobi sogar live treffen. In den grössten Filialen wurden im November Adventskalender verteilt und im Dezember gabs für Besucher der Spielwarenabteilung ein kleines Geschenk in Form einer Tafel Schokolade.


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MGiardino Mit einem attraktiven Gartenmöbel- und Grillsortiment ermöglicht die Migros ihren Kunden den Lebensraum Garten, Terrasse oder Balkon ästhetisch ansprechend und mit optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis einzurichten. Auf die Saison 2004 hin wurde das MGiardinoSortiment erneut den aktuellen Trends angepasst. Die MGiardino-Welt umfasst nicht nur Gartenmöbel mit passendem Zubehör wie Kissen, Tischdecken und Sonnenschutzartikeln, sondern auch ein Grillsortiment, das punkto Auswahl und Kompetenz seinesgleichen sucht. Zudem umfasst das Sortiment auch hochwertige Campingmöbel und Zubehörartikel sowie ein umfangreiches Kühlsortiment. Aufgrund der sehr schlechten Wettersituation während den wichtigsten Verkaufsmonaten liegen die Gesamtumsätze unter dem Vorjahr. Dies deckt sich mit der Marktentwicklung 2004.

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Im Gartenmöbelbereich konnte der Umsatz jedoch auf dem Vorjahresniveau gehalten und konnten dadurch Marktanteile gewonnen werden. Nach wie vor ist die Migros die unbestrittene Nummer 1 im Schweizer Gartenmöbel- und Grillmarkt. Der Erfolg ist auf das in den letzten Jahren vorgenommene Trading-up zurückzuführen. Damit wurde dem Wunsch der Kunden, ästhetisch ansprechende Produkte in hoher Qualität zu günstigen Preisen einkaufen zu können, Rechnung getragen. Dank der Neupositionierung ist eine Differenzierung gegenüber preisaggressiven Mitbewerbern gelungen. Eine Bestätigung war da auch das positive Ergebnis der Sonnenschirm-UV-Schutzanalyse des «Kassensturz». Das getestete Migros-Produkt wurde mit dem Prädikat «der Günstigste unter den Besten» ausgezeichnet.


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M I G ROS FAC T S

Fabmärkte

DO IT + GARDEN

M-ELEC TRON ICS

Neue Zielgruppen im Visier

Der Fachmarkt in der Nähe

Die in EU-Ländern obligatorische Warnweste für Autofahrer brachte einen Rekordabsatz. Der Schweizer Bau- und Freizeitmarkt befindet sich im Umbruch. Zusätzlicher Druck entsteht durch grossflächige deutsche Baumärkte. Dies alles in einem wirtschaftlich gedämpften Umfeld, welches der Branche nur ein minimales Jahreswachstum von 0,5 Prozent beschert. Dem gegenüber steht aber eine Markt-Flächenexpansion von gut 10 Prozent in der Schweiz. Die Folgen sind schwerwiegend und nachhaltig. Der Markt wird noch intensiver und aggressiver über den Preis bearbeitet. In diesem schwierigen Umfeld konnte sich Do it + Garden flächenbereinigt gut behaupten. Die starken Marktpositionen in den «Soft»-Bereichen wie Basteln, Malen, Gartenaccessoires und Pflanzenpflege konnten weiter ausgebaut werden. Themenprospekte wie «Garten» oder «Basteln» kommen sehr gut an. Der Trend zur nachhaltigen Forstwirtschaft (FSC) hält an, und die Umstellung der Sortimente läuft plangemäss. Mit Erfolg wurden die ersten Artikel der M-Budget-Linie eingeführt. Das EU-Obligatorium für Autofahrer-Warnwesten führte zu einem Rekordabsatz von 150 0 0 0 Stück mit einem Umsatz von 1,5 Millionen Franken. Mit der Umstellung auf das zentrale Warenwirtschaftssystem SAP wurde 2004 ein weiterer Schritt zu einheitlich optimierten Prozessstrukturen bei der Bewirtschaftung der Sortimente umgesetzt. Für 2005 steht die Umsetzung der Neuausrichtung mit strategischer Profilierung von Do it + Garden im Vordergrund. Mit einer klaren Kundenführung, mit konsequent auf die definierten Zielgruppen ausgerichteten Sortimenten und mit einer Animationsfläche sollen die neuen «Soft»-Zielgruppen – Frauen, Familie, Kinder – gezielter und wirkungsvoller angesprochen werden.

Mit einem eigenständigen Auftritt hat sich m-electronics als Elektronik-Fachmarkt etabliert. Seit Anfang 2004 ist m-electronics offiziell ein Fachmarkt und wird als eigenständiger Brand mit neuem Logo vermarktet: «Der Elektronik-Fachmarkt der Migros in Ihrer Nähe». Angeboten werden bekannte Marken- und Eigenmarken-Produkte, besonders profiliert sich m-electronics über Dienstleistungen und Service. In 140 Fach- und Verbrauchermärkten werden rund 20 000 Artikel angeboten; an 50 Standorten gibt es einen «Fotokiosk», eine Selbstbedienungsstation für digitale Fotos. Bei einem Umsatz von rund 650 Millionen Franken konnte der Marktanteil von 7,6 Prozent auf 8,9 Prozent ausgebaut werden, was einem Wachstum von rund 20 Prozent entspricht. Erfolgreich eingeführt wurde das Warenwirtschaftssystem SAP. Im MediaSoftware-Bereich wurde der Zusammenschluss mit dem centre multimedia romandie (CMR) realisiert. Erfolgreich gestartet ist das neue Kaffeesystem Delizio: Bis Ende Jahr wurden bereits rund 20 0 0 0 Maschinen verkauft. Frischer und moderner präsentieren sich der neue Teleshop, in dem Produkte aller Anbieter wie Swisscom, Sunrise und Orange sowie neue Technologien wie W-LAN und UMTS teilweise exklusiv angeboten werden. Ab 20 05 wird über den Internetauftritt von m-electronics der – selbstverständlich legale – MusikDownload gestartet.

M ICASA

Noch schöner Wohnen Mit günstigen Wohnideen in zeitlosem Design behauptet sich Micasa in einem schwierigen Umfeld. Die erfreuliche Umsatzentwicklung in den ersten neun Monaten hat sich im letzten Quartal 2004 abge-


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schwächt. Die Konsumentenstimmung führte im Bereich der Wohnungseinrichtungen zu Zurückhaltung bei den Anschaffungen. Trotz dem schwierigen Umfeld konnte sich Micasa gut behaupten. Dabei kommen die starken Marktpositionen in den Bereichen Beleuchtung, Heimtextilien, Wohndekoration und Bettwaren besonders zum Tragen. Das neu gestaltete «Wohnbuch» mit einem attraktiven Sortimentsmix auf 260 Seiten wurde ergänzt durch ein 92-seitiges «Lichtbuch», welches das gesamte Beleuchtungssortiment von Micasa zeigt. Die nachhaltige Waldwirtschaft mit dem Label FSC wird weiterhin gefördert. Neue Möbellieferanten sind FSC-zertifiziert worden, und der Anteil der FSCArtikel am gesamten Holzsortiment liegt schon bei fast 30 Prozent. Im Bereich der Heimtextilien sind mittlerweile drei Viertel der Sortimente Eco-zertifiziert. Mit der Umstellung auf das zentrale Warenwirtschaftssystem SAP wurden Abläufe optimiert und eine bessere Bewirtschaftung der Sortimente eingeleitet. Für 2005 steht die Neuausrichtung von Micasa im Vordergrund. Mit günstigen Wohnideen in zeitlosem Design werden die Sortimente klar auf die MigrosKundinnen und -Kunden ausgerichtet. Ein neues Ladenlayout mit einer Neugliederung der Sortimente wird schrittweise umgesetzt; begonnen wird mit den Pilot-Filialen in Bülach und Crissier im Frühjahr 2005.

OBI

Es wird weiter gebaut Die Baumärkte bauen auch selber: An drei Orten begannen die Bauarbeiten für neue Obi-Märkte. Trotz nur moderatem Marktwachstum ist der Schweizer Do-it-yourself-Markt weiterhin interessant für Grossflächenanbieter. Die starke Expansionstätigkeit verschiedener Marktteilnehmer wird daher mittelfristig zu einem deutlich intensivierten Verdrängungswettbewerb führen. Mit der zunehmend schwierigeren Bewilligungssituation für grosse Fachmärkte gewinnt die Standortsicherung an Bedeutung. 2004 war daher geprägt von intensiven Bemühungen und einigen erfreulichen Erfolgen in diesem Bereich. So konnten an drei weiteren Standorten die Bauarbeiten gestartet werden, womit das Netz der Obi-Baumärkte in den nächsten zwei Jahren deutlich ausgebaut wird. 2005 kann der wichtige Wirtschaftsraum Zürich mit einem zweiten Standort in Bülach besser abgedeckt werden. Zudem wird mit dem Fachmarkt in San Antonino nun auch der Wirtschaftsraum Tessin erschlossen.

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Obwohl sich die Konsumentenstimmung in der zweiten Jahreshälfte wieder merklich abgeschwächt hat, konnten die Obi-Baumärkte flächenbereinigt eine Umsatzzunahme von 2,6 Prozent verzeichnen. Die Gartencenter als wichtiger Kompetenz- und Profilierungsbereich haben sich weiter positiv entwickelt. Erfreulich ist aber auch die gute Entwicklung in klassischen Baumarktsortimenten wie Baustoffe, Werkzeuge, Farben und Holzzuschnitt trotz der zunehmenden direkten Konkurrenz im Grossflächenbereich. Weiterhin ausserodentlich gut ist die Entwicklung der Gerätevermietungsdienstleistung Mietprofi. Neben der Expansion wird der Fokus 2005 auch verstärkt auf die Optimierung der Bereiche Logistik und zentrale Serviceleistungen gelegt. Verbesserungen in diesen Bereichen erleichtern dem Verkaufspersonal die tägliche Arbeit und entsprechende Einsparungen können an die Kunden weitergegeben werden.

SPORT

Wieder ein Spitzenplatz Während der Schweizer Sportmarkt an Terrain verlor, legte die Migros im Sportbereich wiederum massiv zu. Zum ersten Mal seit fünf Jahren, in denen der gesamte Sportmarkt in der Schweiz jeweils um rund 3 Prozent wuchs, war er 20 04 wetterbedingt rückläufig, dies um rund 2 Prozent. Die Migros erzielte dennoch einen markanten Zuwachs von +10 Prozent. Es konnten weiter Marktanteile gewonnen werden: Der Zuwachs macht etwa 1 Prozentpunkt aus. Während die Grossanbieter Migros und Ochsner massiv wuchsen, entwickelt sich der Fachhandel rückläufig. Das sportXX-Filialnetz wurde 20 04 um weitere vier Standorte – Biel/Dupont, Winterthur/Neuwiese, Zugerland, Wettingen – auf jetzt 34 Standorte erweitert. Die Expansion geht auch 2005 in gleichem Tempo weiter: Es stehen fünf sportXX-Eröffnungen bevor. Die in zwei Pilot-Filialen gestartete Skivermietung wurde auf den Winter 2004/2005 auf jetzt fünf Filialen – Ebikon, Shoppyland, Dreispitz Basel, Zugerland, Uster – stark ausgedehnt. Erstmals wurde 20 04 Fernsehwerbung eingesetzt, um die Migros-Sportmarke sportXX noch breiter bekannt zu machen.


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Gawronomie Zeit für einen Kaffee und mehr Die Migros-Kaffeebars Coffee & Time etablieren sich zunehmend auch in der Deutschschweiz. Mit 692 Millionen Franken erreichte die Migros-Gastronomie den budgetierten Jahresumsatz. Er lag um 0,5 Prozent über dem Vorjahr. In Anbetracht der Minusentwicklung im Schweizer Gastgewerbe ist dies zufrieden stellend. In der Handelsgastronomie konnte der Marktanteil um 0,2 Prozent auf 55,2 Prozent erhöht werden. Coffee & Time, die Kaffeebars der Migros-Gastronomie, haben ihre Position in der Deutschschweiz gefestigt. Das neue Coffee & Time in Steinhausen wurde im November nach den neuen Gestaltungsrichtlinien und mit dem neuen Logo eröffnet. Die elf Coffee

& Time befinden sich in Avry-sur-Matran, Carouge, Crissier, Lausanne, Martigny, Montagny-près-Yverdon, Steinhausen, Sursee, Thônex, Uster und ZürichSeebach. Per Ende 2004 wurden 48 Migros-Restaurants von der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SVV) zertifiziert. Die «Vegi View», eine Informationsschrift für die Mitarbeitenden in allen MigrosRestaurants, bringt Fachinformationen sowie saisonale Rezepte und Präsentationsideen. Jede Ausgabe entsteht in enger Zusammenarbeit mit jeweils einer anderen Genossenschaft. Für 2005 ist geplant, Gäste und potenzielle Neukunden vermehrt mit Informationen anzusprechen.

Wellness FITNESSPARKS

GOLFPARKS

Der schönste Fitnessclub der Schweiz

Ein neuer Volkssport

Der Migros-Fitnesspark Puls 5 in Zürich setzt Massstäbe in Sachen Architektur und Design. Grosszügige und modernste Wellnessoasen ganz im Dienste der Gesundheit und des Wohlbefindens, verbunden mit einem konkurrenzlosen Preis-LeistungsVerhältnis – das ist das Erfolgsrezept der Migros-Fitnessparks. 48 000 Fitness- und Wellness-Begeisterte sind davon überzeugt und deshalb im Besitz einer Jahreskarte. 20 04 wurden wieder neue Massstäbe gesetzt: Mitte August wurde bereits der 14. M-Fitnesspark, Puls 5 in Zürich, eröffnet. Architektur und Design wurden schon viel gelobt, und man kann vom schönsten Fitnesspark der Schweiz sprechen. Im Frühjahr 20 04 hat ein weiteres ehrgeiziges Projekt begonnen: die zweijährige Umbauphase des Sportzentrums Greifensee. Milandia, so der Name des neuen Sport- und Erlebnisparks, konnte bereits teileröffnet werden: Im Frühling wurde der Spielpark eingeweiht und im November folgte die Eröffnung des Fitnessparks. 2005 wird dann der neu gestaltete Aussenbereich inklusive Naturpool eröffnet.

Schon der sechste Migros-Golfpark konnte eröffnet werden – und der siebte folgt schon bald. Die Nachfrage nach dem Spiel im Grünen mit dem kleinen weissen Ball ist ungebremst. Mitte Mai 2004 fand die Gesamteröffnung der bereits sechsten Anlage, des Golfparks Moossee, statt. Ebenfalls im Mai konnte die erweiterte Golfanlage des Golfparc Signal de Bougy in Betrieb genommen werden. 2005 wird mit dem Bau des Golfparks Oberkirch begonnen. Für das Jahr 2005 ist ein nationales Jugendförderungsprojekt geplant: Jugendliche sollen die Möglichkeit bekommen, den Golfsport kennen zu lernen.


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Übriger Detailhandel

LESHOP.CH UND M IGROS -SHOP.CH

15 000 Einkaufstaschen an einem Tag Das erste gemeinsame Jahr im Online-Shop bringt ein Umsatzplus von 52 Prozent. LeShop.ch und migros-shop.ch schliessen das erste gemeinsame Jahr mit einem Umsatz von 33 Millionen ab – 52 Prozent mehr als 2003. Diese Zunahme übertrifft alle Erwartungen. Online einkaufen setzt sich auch für Lebensmittel definitiv durch. Die Zahl der Erstkäufer verdoppelte sich von 11 900 auf 23 900. Auf operativer Ebene hatte LeShop.ch im Verteilzentrum in Bremgarten das enorme Wachstum von 130 Prozent zu verkraften. An Spitzentagen verliessen 140 Tonnen das Verteilzentrum – das entspricht etwa 15 000 prall gefüllten Einkaufstaschen. Alle europäischen Online-Supermärkte zusammen setzten letztes Jahr 2,7 Milliarden Franken um. Das sind 23 Prozent mehr als 2003. Die Schweiz weist im europäischen Vergleich mit einem Plus von 53 Prozent das höchste Wachstum aus. Während in England von 100 Franken, die in einem Supermarkt ausgegeben wurden, bereits 1.10 Franken auf das Internet fielen, sind es in der Schweiz gerade einmal 14 Rappen. Das zeigt das Potenzial dieses Marktes in der Schweiz. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Durchschnittswert pro Bestellung (in CHF)

Neukunden Anteil weibliche Kunden (in %)

2004 33,1

2003*

204 23 900

190 11900

75

69

21,8

* = kumulierte Angaben für die bis Mitte Januar 2004 noch getrennt operierenden LeShop.ch und migros-shop.ch

EX LI BR IS AG

Ein neuer Umsatzrekord 15 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr erwirtschaftete Ex Libris, der grösste Medienanbieter der Schweiz. In einem wirtschaftlich schwierigen und kompetitiven Umfeld erzielte Ex Libris, der grösste Medienanbieter

der Schweiz, im Geschäftsjahr 2004 einen neuen Umsatzrekord. Bei einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erwirtschaftete Ex Libris in 117 Filialen sowie im Online-Shop www.exlibris.ch einen Bruttoumsatz von über 174 Millionen Franken. Die Migros-Tochter steigerte ihre Verkäufe in allen Unternehmensbereichen und konnte in den Bereichen Musik, Film, Buch, Software und Games weitere Marktanteile gewinnen und die führende Marktstellung ausbauen. Das Filialnetz blieb unverändert bei 117 Shops. Fünf Standortwechsel wurden vorgenommen, um noch näher bei den Kunden zu sein, und neun Läden wurden komplett renoviert. Der Ex-Libris-OnlineShop www.exlibris.ch, eine der erfolgreichsten ECommerce-Plattformen der Schweiz mit monatlich über 700 000 Besuchern, wurde im Herbst 2004 ausgebaut: Mit dem Einstieg ins Mobile Entertainment werden neu Inhalte zum Download aufs Handy angeboten. Der Online-Shop bietet ein Vollsortiment mit mehr als 2 Millionen Artikeln aus den Bereichen Buch, Musik, Film, Software und Games an. Ex Libris investierte 20 04 über 5,5 Millionen Franken. Die Investitionen gingen vor allem ins Filialnetz, in den Online-Shop sowie in Informatik und Warenwirtschaft. 2005 wird der Fokus auf eine marktorientierte, kundennahe und nachhaltige Sortiments-, Preis- und Aktionspolitik gerichtet. Die Weiterentwicklung soll durch organisches Wachstum in den bestehenden Filialen, durch Filialrenovationen und -umbauten sowie durch weitere Expansion gesichert werden. In der ersten Jahreshälfte 20 05 sind drei Neueröffnungen geplant: Bülach, Langnau i.E. und Gäupark Egerkingen. Der Online-Shop www.exlibris.ch wird weiter ausgebaut. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Mitarbeitende Ebitda (in Mio. CHF) Investitionen (in Mio. CHF)

2004 165

449 10,1 5,7

2003

144 448 7,3 1,8


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Globus-Gruppe

Bereinigung abgeschlossen Die Globus-Gruppe schloss die Bereinigung unrentabler Geschäftszweige ab und erarbeitete wieder einen Gewinn. Die konjunkturellen Impulse, die zu Jahresbeginn die Kauflust belebten, erwiesen sich als wenig nachhaltig; vielmehr prägten stark volatile Umsätze bei guter Kundenfrequenz das Warenhausgeschäft. Das schwierige Jahr schloss indessen versöhnlich ab: Im Weihnachtsgeschäft konnten im November und in den beiden Wochen vor Jahresende verlorene Punkte aufgeholt werden. Die Globus-Warenhäuser (– 0,1 Prozent) behaupteten den Vorjahresumsatz, während HerrenGlobus (+4,8 Prozent) und Office World (+3,9 Prozent) deutlich zulegten. Interio (–1,4 Prozent) spürte die anhaltend schwierige Situation im Schweizer Markt für Wohnungseinrichtungen. Bei Oviesse waren Qualitätsverbesserungen und Sortimentsanpassungen vergeblich; die Textilkette konnte nicht auf den geforderten Wachstumskurs gebracht werden. Im Rahmen der forcierten Bereinigung der Geschäftszweige wurde deshalb im Frühjahr entschieden, die defizitäre OviesseKette per Ende 2004 zu schliessen. Auf die Umsetzung eines neuen, viel diskutierten Kleinpreiswarenhauses mit einem ausländischen Partner wurde verzichtet. Bereits Mitte Jahr konnte mit C&A die Übernahme aller 30 Oviesse-Standorte samt den Flächen der Estorel-Drogeriemärkte (Globest) und der Cappuccino-Kaffees (ehemals Nannini-Coffee-Shops) vereinbart werden. Der Entscheid, die Kette per 1. März 2005 einem starken Partner zu übergeben, liess nicht nur eine Verlustquelle versiegen, sondern sicherte auch einem Grossteil der Oviesse-Mitarbeitenden den Arbeitsplatz. Insgesamt erarbeiteten die Globus-Unternehmungen im Inland einen Nettoumsatz von 1171,2 Millionen Franken (vergleichbare Unternehmungen: +1,1 Prozent). Aus strategischen Überlegungen löste sich die Globus-Gruppe weitgehend vom Auslandgeschäft. Die Unternehmung Office World UK, die in Grossbritannien erfolgreich 58 Fachmärkte führt (Umsatz 2003: 250,6 Millionen Franken), wurde rückwirkend per 1. Januar 2004 an Staples Inc verkauft, weltweit die Nr. 1 im Vertrieb von Büroartikeln. Ausschlaggebend waren Risikoabwägungen und der hohe Investitionsbedarf für den weiteren Ausbau der Kette. Ebenso wurde das unabhängig von Globus operierende Warenhaus Globe im Zentrum von Mulhouse (Umsatz 2003: 45,7 Millionen Franken) rückwirkend per 1. Januar 2004 an das langjährige Management verkauft. Einzig Interio hält an ihrem Auslandengagement fest. Die Interio in Deutschland, wel-


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che drei Wohn-Boutiquen und eine Wohngalerie betreibt, erzielte nach Sortimentskorrekturen gute Wachstumsraten (+10,4 Prozent). Die Interio-Franchisenehmerin in Österreich konnte mit ihren neun Filialen ein zweistelliges Wachstum erzielen. Neben dem Inlandumsatz von 1171,2 Millionen Franken verbleiben im Berichtsjahr demzufolge im Ausland einzig der Umsatz von Interio Deutschland in Höhe von 11,6 Millionen Franken. Gesamthaft ergibt sich somit für die Gruppe ein Nettoumsatz von 1182,8 Millionen Franken (vergleichbare Unternehmungen: +1,2 Prozent). Obwohl die Bereinigung der Aktivitäten im In- und Ausland insgesamt hohe operative Verluste und Sonderkosten durch Betriebsschliessungen verursachte, erzielte die Globus-Gruppe wieder ein positives Ergebnis. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Gruppe einen wiederum gesteigerten Gewinn. Mit dem Abschluss der Bereinigung der Geschäftszweige konnte für die Zukunft der Gruppe ein gesundes und ertragsstarkes Fundament mit geminderten Risiken geschaffen werden. Die Investitionen werden nun konsequent auf die starken Marken im Inland konzentriert: Globus-Warenhäuser, Herren-Globus, Interio und Office World. Im Berichtsjahr wurde die Umgestaltung des Globus in Luzern mit Erfolg abgeschlossen. Grösstes Globus-Projekt ist zurzeit die vollständige Erneuerung des Flaggschiffs an der Zürcher Bahnhofstrasse (Abschluss Herbst 2005). Interio hat Anfang März im Wohncenter Emmen die erste Filiale einer neuen Generation von Einrichtungsgeschäften eröffnet. ENTWICKLUNG BRUT TOUMSÄTZE

Globus-Warenhäuser Herren-Globus Interio1 Office World Oviesse/Globest Total Gruppe2, vergleichbar 1 2

UMSATZ 2004 (MIO. CHF) 671,6

62,0 264,1 99,2 69,4 1 182.8

VERGLEICH 2003

– 0,1 % +4,8 % –1,4 % +3,9 % +6,8 % +1,2 %

inkl. 11,6 Mio. CHF von Interio Deutschland inkl. 1 Mio. CHF vom Globi-Verlag

KENNZAHLEN

Gruppenumsatz (in Mio. CHF) Anzahl Mitarbeitende (per 31.12.) Ebitda (in Mio. CHF) Investitionen (in Mio. CHF)

2004 1 224,6 4 327 50,6 52,4

2003

1610,9 5714 48,2 96,2


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Migros-Induwrie

Starke Innovationen bringen ein markantes Wachstum Trotz Preissenkungen auf breiter Front konnte die Migros-Industrie weiter wachsen. Dazu trugen vor allem der Gastrobereich und der Export bei. Die Migros-Industrie konnte auch 2004 ihre Marktstellung im In- und Ausland ausbauen und überdurchschnittlich wachsen. Dies trotz schwierigen Rahmenbedingungen: zunehmender Importdruck, Einführung einer weiteren Welle von Markenartikeln in der Migros, schwache Entwicklung des den Gastromarkt beeinflussenden Tourismus und massiver Preiskrieg auf den Exportmärkten. Das interne Wachstum wurde vor allem mit der Übernahme des Milch- und Käsegeschäftes durch Estavayer Lait und Mifroma von der Genossenschaft Migros Zürich erzielt. Der im Vergleich zum Vorjahr deutlich schlechtere Sommer führte zu Umsatzeinbussen bei den Getränken der Seba Aproz und bei den Glaces von Midor. Dafür entwickelten sich die Verkäufe von Schokolade und Biskuits sehr positiv, und auch beim Fleisch erzielte die Migros-Industrie ein gutes Wachstum. Bei einem Nettoumsatz von total 4,17 Milliarden Franken wurde ein Wachstum von 4,4 Prozent erreicht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Verkaufspreise der Migros-Industrie 2004 auf breiter Front gesenkt wurden. Nur die Fleischumsätze wurden durch steigende Rohwarenpreise positiv beeinflusst. Das Wachstum der M-Industrie belief sich im Migros-Kanal auf 3,5 Prozent, im Gastrokanal auf 9,3 Prozent und auf 14 Prozent im Export. Sehr positiv beeinflusst wurde das Warengeschäft durch Innovationen mit einem Umsatzanteil von 456 Millionen Franken. Die grösste Resonanz hatte dabei die Lancierung der Delizio-Kaffeekapsel mit entsprechender Espressomaschine im Herbst 2004 durch die Migros-Betriebe Birsfelden gefunden. Die Innovationsfähigkeit ist eine der Kernkompetenzen der Migros-Industrie zur Bewältigung der Zukunft. Die gesamten Exportumsätze betrugen netto 243 Millionen Franken. Die wichtigsten Absatzmärkte sind nach wie vor Deutschland, England und Frankreich. Die fünf wichtigsten exportierenden Betriebe sind Mibelle, Chocolat Frey, Midor, Mifa und Bischofszell Nahrungsmittel. Die Mibelle wird in ein oder zwei Jahren als erstes Unternehmen der M-Industrie mehr Ware exportieren als an die Migros liefern. Auch die Rentabilität des Exportgeschäftes konnte deutlich verbessert werden. Die Vermarktung von Premium-Produkten unter der Marke Swiss Delice auf den Exportmärkten wurde 2004 reorganisiert. Es hat sich gezeigt, dass sich die Marke gut für Produkte aus dem Süsswarenbereich eignet. Die Firma Swiss Delice hat deshalb mit Chocolat Frey fusioniert, welche zusammen mit Midor in Zukunft verantwortlich zeichnet für den Fortschritt der Verkäufe unter der Marke Swiss Delice, die weiterhin hohe Priorität bei der Entwicklung des Exportes haben wird. Im Gastrobereich zeigten die Aktivitäten, die innerhalb der Migros-Industrie von Scana, Bischofszell Nahrungsmittel, Micarna und Optigal abgedeckt werden, ein erfreuliches Wachs-


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tum trotz schwierigen Rahmenbedingungen. Scana hat einen Umsatz von 213 Millionen Franken (+ 9,7 Prozent) erreicht und ihre Marktstellung im Belieferungshandel gehalten. Die Übernahme der Firma Mérat in Bern durch die Micarna verstärkt die Kompetenz im Belieferungshandel mit einem erstklassigen Gastrobelieferer aus dem Fleischbereich. Eine Ausdehnung der Aktivitäten der Scana auf den Tiefkühlsektor wird das Wachstum im hart konkurrenzierten Umfeld beschleunigen. Das Umsatztotal im Grossverbrauchersektor durch Direktbelieferungen aus der M-Industrie belief sich auf 238 Millionen Franken (+ 9,3 Prozent). Das 2003 gestartete Produktivitäts- und Kostenoptimierungsprogramm «Avanti» zur Verbesserung der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit ist mittlerweile bei den Unternehmen Bischofszell Nahrungsmittel, Midor, Micarna, Jowa, Optigal und Chocolat Frey abgeschlossen respektive in Umsetzung. 2005 werden noch die übrigen Unternehmen analysiert, so dass bis spätestens 2007 alle Projekte umgesetzt sind. Das «Avanti»-Programm ist sehr erfolgreich und ermöglicht substanzielle Einsparungen, die im härter werdenden Preiskampf im Inland zu weiteren Preissenkungen eingesetzt werden können. Der Personalbestand der Migros-Industrie hat sich im Einklang mit dem Produktivitätsprogramm «Avanti» trotz erhöhten Produktionsvolumina leicht verringert. Er belief sich per Ende 2004 auf 9721 Mitarbeitende und lag damit um 8 Personen tiefer als im Vorjahr. Die gesamte MIndustrie nimmt auch in der Lehrlingsausbildung ihre Verantwortung wahr: Ende 2004 befanden sich 272 Lehrlinge in 15 verschiedenen Berufen in Ausbildung. 2004 sind 207 Millionen Franken Brutto-Investitionen der Migros-Industrie getätigt worden. Die strategischen Ausbauprojekte bei Chocolat Frey, Estavayer Lait, Midor und Micarna waren vom Umfang her die wichtigsten.

M IGROS -I NDUSTR I E: NE T TOUMSÄTZE 2004 (in Mio. CHF)

Riseria Taverne SA

20

Walter Leuenberger AG

23 114

Seba Aproz SA Mifa AG

158

Optigal SA

164

MBB AG

167 194

Mibelle AG

238

Midor AG Chocolat Frey AG

319

Mifroma SA

324 422

Bischofszell Nahrungsmittel AG

637

Estavayer Lait SA

654

Micarna SA

733

Jowa AG

0

100

200

300

400

500

600

700


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BISCHOFSZELL NAHRUNGSM IT TEL AG

CHOCOLAT FREY AG

Gefragte Spezialitäten

Das Exportgeschäft boomt

Neue Produkte im Convenience-Bereich und Vegi-Artikel für die Gastronomie brachten starkes Wachstum. Die Bischofszell Nahrungsmittel behauptete sich in einem von Preisabschlägen gezeichneten Markt erfolgreich. Der Nettoumsatz konnte 20 04 um 1,3 Prozent gesteigert und die Rentabilität weiter verbessert werden. Das Detailhandelsgeschäft (+1,3 Prozent) lag unter den Erwartungen. Wie in den Vorjahren konnte dank zahlreichen Innovationen in der Frische-Convenience ein starkes Wachstum generiert werden. Ebenfalls erfreuliche Neukonzepte bilden die 100 %-FruchtKonfitüre, die Einführung der neuartigen Terra Chips, die junge Getränkelinie Xotica, und Neuheiten im Tiefkühlbereich. Verkaufsrückschläge gab es nach dem Rekordsommer 2003 bei den Fruchtsäften. 104 neu eingeführte Artikel beweisen die Innovationskraft des Unternehmens. Im Export konnten die Umsatzerwartungen insbesondere wegen grossen Getränkekunden, welche die Mengenprognosen nicht ganz erfüllten, nicht erreicht werden. Sehr positiv entwickelt hat sich dafür die Rentabilität der Exportgeschäfte. Die Kontakte, die 20 04 geknüpft werden konnten, stimmen zuversichtlich für 2005. Das Grossverbrauchergeschäft (+6,8 Prozent) entwickelte sich überdurchschnittlich gut. Die Entwicklung bei Drittkunden (+21 Prozent) bedeutet in diesem Umfeld einen erheblichen Marktausbau und zeigt, dass das «Bischofszell Culinarium» in der Gastrobranche Fuss gefasst hat. Reportagen in Fachzeitschriften, die Teilnahme am internationalen ICD Award, die neu lancierte Vergabe des Zukunftsträgerpreises sowie der Auftritt an der «Gastronomia» als Spezialist mit zertifizierten Vegi-Artikeln haben zu diesem Erfolg beigetragen. Mit 92 neuen Artikeln wurde auf viele Kundenwünsche eingegangen.

Die Integration von Swiss Delice machte das Auslandgeschäft mit Schokolade und Kaugummi noch erfolgreicher. Die Exportoffensive konnte 2004 erfolgreich fortgesetzt werden. Bereits Mitte Oktober wurde der Exportumsatz des Vorjahres erreicht. Es konnten zahlreiche Neukunden gewonnen und das Sortiment in den bestehenden Absatzkanälen ausgebaut werden. Dies führte zu einem erfreulichen zweistelligen Wachstum im Drittkundengeschäft. Dank der Integration der Swiss Delice AG per 31. Oktober 2004 in die Chocolat Frey AG kann den Exportkunden nun sowohl ein Markenprodukt (Swiss Delice) wie auch eine Handelsmarke (Privatlabel für individuelle Bedürfnisse) aus einer Hand angeboten werden. Daneben ergeben sich auch in Administration und Logistik für das Auslandgeschäft Synergien. Im Schokoladenbereich war 2004 das «Jahr der Pralinés». Zahlreiche Massnahmen – zum Beispiel die Aktion «Truffes des Monats» und Neuheiten wie «Pralinés au Café» – führten zu einer sehr positiven Entwicklung (+25 Prozent). Weitere Neuheiten waren etwa die Suprême «Passion Pécan & Caramel», welche die 2003 äusserst erfolgreich eingeführte Flachtafel-Linie ergänzt, sowie im Blox-Schokoriegelsortiment für die junge und jung gebliebene Kundschaft Blox «Pistache» im Frühjahr und «Biskizz» – knuspriges Biskuit mit zartem Karamell und feinem Milchschokoladeüberzug – im September. Auch das starke Ostergeschäft trug dazu bei, dass Chocolat Frey die Nummer-1-Stellung in der Schweiz weiter ausbauen konnte. Auch der Bereich der industriellen Fertigprodukte verzeichnete ein starkes Jahr. Bei sinkenden Preisen konnten die Mengen auch ohne einen Rekordsommer wie im Vorjahr, der den Glaces-Konsum beflügelt hatte, gesteigert werden. Im Bereich Kaugummi war die Einführung des MBudget-Beutels der absolute Renner: Er wurde sofort zum meistverkauften Kaugummi der Migros. Trotz starker Markenkonkurrenz in den M-Regalen konnten gesamthaft Marktanteile dazugewonnen werden. Auch das Exportgeschäft mit Kaugummi entwickelte sich sehr erfreulich und machte bereits fast zwei Drittel des Umsatzes aus. Bei der Rohstoffbeschaffung war die Situation 20 04 ausgeglichen. Die sehr hohen Preise für Mandeln und Nüsse wurden durch günstigere Kakaopreise kompensiert.

KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF) Anzahl Mitarbeitende

2004 422

372 10 878

2003

417 203 10 882


M I G ROS FAC T S

Ein 2004 durchgeführtes Projekt zur Produktivitätssteigerung rüstet die Chocolat Frey für die Herausforderungen der Zukunft und sichert die internationale Konkurrenzfähigkeit auch für die nächsten Jahre. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF) Anzahl Mitarbeitende

2004 319

255 71 755

2003

303 310 58 731

ESTAVAYER LAIT SA

Neuheiten bringen Erfolg Die erfolgreiche Lancierung von Neuheiten trug zu einem markanten Umsatzzuwachs bei. Das zweite Jahr in Folge konnte Estavayer Lait 2004 den Jahresumsatz um über 50 Millionen Franken steigern. Dieser Erfolg ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, darunter die Belieferung der Migros Zürich mit Jogurts, Past- und UHT-Milch sowie UHT-Rahm. Zudem realisierten alle zehn Migros-Genossenschaften bei den Milchprodukten eine weit überdurchschnittliche Umsatzsteigerung. Auch über die Kanäle Scana (Gastronomie) und LeShop (Online-Shop) wurden die Absätze gesteigert. Im Export konnten neue Märkte in Italien und Luxemburg sowie neue Verkaufspunkte in Frankreich erschlossen werden. Zur markanten Umsatzsteigerung trugen vor allem auch über 70 Neuheiten bei, die 20 04 lanciert wurden. Sie machten zusammen 6,2 Prozent des Umsatzes von Estavayer Lait aus. 15 der Neuheiten gehören zur neuen Marke Heidi, die seit ihrer Lancierung im April 2004 sehr erfolgreich ist. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten* Exportumsatz (in Mio. CHF) Anzahl Mitarbeitende * ohne Handelsprodukte

2004 637

76 5 598

2003

577 42 5 562

67

JOWA AG

Frisches Brot schmeckt den Kunden Neue Konzepte und innovative Produkte bringen zufriedene Kunden und gute Zahlen. Nachhaltige Umsatzzunahmen und substanzielle Marktanteilsgewinne im Brot- und Backwarenbereich machten 20 04 für die Jowa zu einem sehr erfolgreichen Jahr. Massgeblich dazu beigetragen haben neue Konzepte in den Sortimenten Pâtisserie, Wähen, Gugelhöpfe, Cakes, Frischbackartikel und vor allem das «Pain Création». Unter diesem Label wurde den Kunden alle zwei Wochen eine neue Brotsorte vorgestellt. Das erfolgreiche Konzept wird 2005 weitergeführt. Das Produktivitätssteigerungsprojekt «Avanti» trug dazu bei, in all diesen hart umkämpften Märkten die Preisführerschaft zu sichern und weiter auszubauen. Mit ausserordentlichen Investitionen in der Pastafabrik dokumentiert die Jowa ihr Bekenntnis zu Schweizer Qualitätsprodukten. Die neue SpaghettiLinie ist die leistungsfähigste der Schweiz. Alle Anstrengungen im Markt orientieren sich am Leitgedanken der Frische. Das Backen vor Ort ist für die Jowa seit vielen Jahren ein Erfolgsfaktor. Durch die Installation von immer neuen Backstationen in den mittleren und kleinen Verkaufstellen wird, neben den bekannten hochwertigen Produkten aus den acht Regionalbäckereien, bis Ladenschluss ein attraktives Sortiment an frischen Produkten angeboten. In den grösseren Verkaufsstellen produzieren Hausund In-Store-Bäckereien grosse Teile des Brotsortimentes nach bester Handwerkskunst den ganz Tag über frisch. Aber auch im Ausland begeistern Jowa-Backwaren die Kunden. Neu sind die Frischcakemassen nun auch in ganz Deutschland erhältlich. In Österreich konnte der Absatz der beliebten Jowa-Schinkengipfeli deutlich gesteigert werden. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF)

Anzahl Mitarbeitende

2004 733

2003

169 7 3 335

256 6 3392

711


68

M I G ROS FAC T S

M I BELLE AG

Neue Eigenmarken für die Migros Auf den zunehmenden Verkauf bekannter Markenartikel in der Migros reagierte die Mibelle mit einer Innovationsoffensive. Trotz einem äusserst schwierigen Jahr konnte die Mibelle den Umsatz um 6 Prozent steigern. Dies aber nur dank einem grossen Wachstum im Export, welches den Minderumsatz in der Schweiz überkompensierte. Beim grössten Kunden der Mibelle, der Migros, fiel der Ganzjahreseffekt der zweiten Welle der Markenartikeleinführung – Garnier, Elmex, Meridol, Studio Line, Elsève, Fructis sind im Mai 2003 eingeführt worden – mit der dritten Welle – Gillette und Nivea ab Juli 2004 – und der Umstellung auf die Zentrale Warenwirtschaft, die seit Mitte Jahr einen Minderumsatz von 7,4 Prozent mit der Migros durch Verlagerung von Logistik-Dienstleistungen verursachte, zusammen. Mibelle hat angesichts dieser massiven Markenpräsenz eine eigentliche Innovationsoffensive für die Kosmetik-Eigenmarken der Migros geführt. So konnte der Umsatzeinbruch begrenzt werden. Durch gezielten Ausbau von «Costumer care and solutions» gelang es, bei namhaften Grosskunden im Ausland sowohl den Umsatz als auch die Profitabilität ihrer Eigenmarken für Kosmetika von Mibelle nachhaltig zu steigern. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF)

Anzahl Mitarbeitende

2004 194

390 81 472

2003

183 315 66 439

M ICARNA SA

Gesundes Fleisch ist gefragt Das M-7-Kalbfleisch aus Vollmilchmast mit Heufütterung steigert den Kalbfleisch-Marktanteil der Micarna. Der Strukturwandel in der Fleischbranche ist in vollem Gang. In der von Konzentrationsprozessen geprägten Branche hat die Micarna wiederum strategische Wettbewerbsvorteile zu Gunsten der Migros-Gemeinschaft erzielt und bei Kunden weiter Vertrauen gewonnen. Trotz Verlagerungen und stagnierendem Fleischkonsum wurde ein Mehrumsatz von 7,1 Prozent erzielt.

Beim Kalbfleisch konnte der Marktanteil dank M-7Kalbfleisch aus Vollmilchmast mit Heufütterung stark ausgebaut werden. Tendenziell steigende Einkaufspreise für Schlachtvieh mussten durch kostensparende, organisatorische Massnahmen kompensiert werden. Das Migros-Industrie-Projekt «Avanti» wurde deshalb mit hoher Priorität umgesetzt; Optimierungen in der Prozessorganisation wurden konsequent realisiert. Im September 20 04 wurde der neue Reinraum für Charcuterie-Produkte in Bazenheid in Betrieb genommen. Damit wird der Qualitätsstandard der Produkte optimal gesichert. Mit der Einführung eines SAP-gestützten Datentransfers sind auch die hohen Anforderungen bezüglich Rückverfolgbarkeit erfüllt. Per Ende 20 04 wurde das zentrale Warenwirtschaftssystem SAP in der gesamten Charcuterie-Produktion in Bazenheid eingeführt. Ab Januar 2005 wird der stufenweise Einsatz in der Produktion Courtepin realisiert. Bei der Belieferung von Drittmärkten – Hotels, Restaurants, Kantinen usw. – mit hochwertigen Convenience- und Fleischprodukten ist mit der Übernahme der Firma Mérat in Bern ein wichtiger Meilenstein gesetzt worden. Die Anstrengungen zum Schutz der Nichtraucher werden in der Micarna in den nächsten zwei Jahren konsequent fortgesetzt. Bereits ab 1. Januar 2005 gilt auf dem ganzen Betriebsareal ein grundsätzliches Rauchverbot, mit Ausnahme von klar definierten Räumen. Den betroffenen Mitarbeitenden werden im Rahmen des Projektes «Santé + Motivation» diverse Unterstützungen, so auch Raucherentwöhnungskurse, angeboten. Die grosse Herausforderung des Jahres 20 05 wird die Umsetzung des Projektes «Optima» sein. Die verstärkte Konzentration der Produktion der wichtigsten «Volkswurstwaren» auf die Micarna wird für die Migros-Gemeinschaft und ihre Kunden weitere Vorteile bringen. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten

2004 654

69

610 48

Anzahl Mitarbeitende

1 478

1 501

2003


M I G ROS FAC T S

M I DOR AG

Gut und günstig ist beliebt Kleine Fasnachtschüechli und M-Budget-Produkte sind günstig für die Kunden und für die Midor-Umsätze. Obwohl sich der Jahrhundertsommer mit seinen Glace-Rekorden nicht wiederholt hat, erzielte die Midor auch 2004 gute Umsätze und gute Ergebnisse. Trotz schwierigem Marktumfeld wurden in allen Segmenten Marktanteile dazugewonnen. Damit bestätigt sich die Midor-Strategie, attraktive und vollständige Sortimente zu fairen Preisen anzubieten. Mini ist im Trend: Nebst den landesweit beliebtesten Fasnachtschüechli «Classic» lancierte die Midor 2004 eine zusätzliche Variante «Mini». Zahlreiche positive Rückmeldungen und erfreuliche Zusatzumsätze zeigten, dass mit dieser Produktkonzeption auch neue Kundensegmente wie Klein- und Singlehaushalte angesprochen werden. Der Umsatz mit M-Budget-Produkten wurde 2004 annähernd verdoppelt. Diese gute Entwicklung ist massgeblich auf die verstärkten Aktivitäten an der Front sowie auf drei zusätzliche Produkte zurückzuführen. Um den anspruchsvollen Kundenwünschen gerecht zu werden, präsentierte die Midor zahlreiche Neuheiten in den Produktgruppen Biskuits, Glace, Apérogebäck und Backmischungen. Die beiden beliebten Premium-Linien Créa d’Or und Crème d’Or wurden 20 04 durch TV-Werbung unterstützt. Mit dieser Unterstützung und dank ihrer Qualität steigt der Absatz dieser strategischen Eigenmarken überdurchschnittlich. Auch im Ausland sind Midor-Produkte immer beliebter. Dies zeigt das Wachstum von gegen 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF)

Anzahl Mitarbeitende

2004 238

2003

69 35

237 81 31

660

684

M I FA AG

Glänzendes Geschäft Auch im Ausland wird die Sauberkeit, für die Mifa-Produkte sorgen, sehr geschätzt. Im Markt der Automaten- und Handgeschirrspülmittel konnte die Mifa mit den Marken Handymatic,

69

Manella und Handy wie auch im Reinigungsbereich mit Potz, MPlus und Hopi die führende Marktposition in der Schweiz weiter stark ausbauen. Im Waschmittelbereich lag 2004 ein Schwerpunkt bei der Überarbeitung der Marke Total mit einer leistungsfähigeren Rezeptur. Das internationale Geschäft in den Schlüsselmärkten Deutschland, Frankreich und Österreich brachte wiederum interessante Zusatzvolumen und eine Steigerung des Nettoertrages. Diese wichtigen Zusatzgeschäfte stellen nicht nur die internationale Konkurrenzfähigkeit sicher, sondern erlauben es der Mifa, den Migros-Konsumenten in der Schweiz Produkte mit einem sehr interessanten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten zu können. Zusätzlich zum Exportumsatz der Mifa wurden über die Firma Swiss Industries GmbH, Division Mifa, weitere 10 Millionen Franken Exportumsatz erzielt. Im Bereich der Fette und Margarinen führte die Mifa erfolgreich den mit Pflanzensterinen angereicherten Brotaufstrich Col Balance ein. Col Balance ist ein Produkt für Konsumenten, die einen leicht erhöhten Cholesterinspiegel aufweisen und etwas dagegen tun wollen. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF)

Anzahl Mitarbeitende

2004 158

2003

57 16 313

167 108 22 315

M I FROMA SA/M I FROMA FRANCE SA

Heidi lässt auch Käse rollen Ständige Innovationen und verbesserte Abläufe steigern das Geschäft mit den Käsen. Dank der Zentralisierung der Warenbeschaffung für die Migros-Genossenschaften konnte die Mifroma das Produktionsvolumen und den Ertrag 20 04 steigern, wovon auch die Kunden profitierten. Ein neuer Absatzkanal eröffnete sich zudem mit dem Online-Supermarkt Migros-Shop.ch und LeShop.ch. Das grösste Projekt war 2004 die Lancierung der Marke Heidi. Aus der reinen Schweizer Bergmilch der Heidi-Linie werden auch Käseprodukte angeboten. Die Automatisierung der Käseproduktion wird weiter vorangetrieben. Dank neuen Technologien können Verpackungen mit einheitlicher Inhaltsmenge angeboten werden, so insbesondere auch für den Raclettekäse Raccard.


70

M I G ROS FAC T S

Die Mifroma France wird seit Anfang 2 0 04 mit einer verschärften Marktsituation in Frankreich konfrontiert. Die Einzelhandelsriesen setzen voll auf das Niedrigpreissegment und gehen dabei immer mehr in Richtung Hard-Discount – der einzige Zweig des Lebensmittelhandels in Frankreich, der zurzeit stark wächst. Vor diesem Hintergrund wird der Absatz von Käse aus der Schweiz in Frankreich immer schwieriger. Anfang 2004 konnte Mifroma France das neue Informatiksystem SAP erfolgreich einführen. Abgeschlossen wurde zudem die Erweiterung des Produktionsbetriebes. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten* Exportumsatz (in Mio. CHF)

Anzahl Mitarbeitende

2004 324

2003

50 7

297 58 4

218

211

* ohne Handelsprodukte

MIGROS-BETRIEBE BIRSFELDEN AG (MBB)

«Nonsolocaffè!» Der überwältigende Erfolg der Delizio-Maschinen kurbelt die Produktion der Kapseln mächtig an. «Delizio. Nonsolocaffè!» – das neue Kapselsystem nicht nur für Kaffee war 2004 das Highlight der MBB. Der überwältigende Verkaufserfolg der Delizio-Maschinen liess den Bedarf an Kapseln rasch anwachsen. Darum wurde bereits eine zweite Abfüllanlage in Auftrag gegeben. Mit der Einführung dieses Systems konnten die MBB ihre Kaffeekompetenz auf alle Angebotsformen ausweiten. Die Neuorganisation des MGB-Marketings führte dazu, dass Marketing, Verkauf und Beschaffung für Kaffee, Nüsse, Trockenfrüchte, Hülsenfrüchte, Pilze und Gewürze von Zürich nach Birsfelden verlagert wurden. Dieser strategisch wichtige Entscheid machte die MBB ab Mitte 20 04 zu einem vollwertigen Handels- und Produktionsunternehmen für diese Produkte. Umsatz und Ertrag konnten 20 04 markant gesteigert werden. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF)

Anzahl Mitarbeitende

2004 167

2003

19 6

153 3 5

335

316

OPTIGAL SA

Noch bessere Qualität Optimierungen in der Tierhaltung fördern den guten Ruf der Geflügelprodukte. Die Frische der Produkte, ihre volle Rückverfolgbarkeit und die Preisführerschaft im Geflügelgeschäft trugen dazu bei, dass Optigal die Marktstellung weiter festigen konnte. Die im Bereich Produktion und Fleischverarbeitung getätigten Investitionen haben erste Früchte getragen. Die Verbesserungen in der Tierhaltung haben den guten Ruf der Optigal-Geflügelprodukte gestärkt. Wie Bio-Poulets und -Truten verfügen nun auch Poulets des M-7-Programmes über Sitzstangen, welche eine artgerechte Lebensweise fördern. Ein neues Mastprogramm unterstützt ebenfalls die artgerechte Lebensweise. In der gesamten M-7-Produktion, also bei Hühnern und Truten, konnte eine noch höhere Rückverfolgbarkeit erreicht werden. Die Einhaltung der 7-Punkte-Fleisch-Garantie wird durch eine unabhängige Kontrollstelle überwacht. Mit dem «Avanti»-Projekt konnte sich Optigal auf den freien (Geflügel-)Markt einstimmen, wie er von der Agrarpolitik angestrebt wird. Die grosse Herausforderung der kommenden zwei Jahre wird darin bestehen, die Importprodukte in Sachen Qualität zu übertrumpfen. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF)

Anzahl Mitarbeitende

2004 164

2003

178 0,2

169 103 0,2

449

461

R ISER IA TAVERNE SA

Alles unter einem Dach Mit dem neuen Logo «la riseria» wird eine einheitliche Marke für die Reisprodukte eingeführt. Der Reismarkt hat im Schweizer Detailhandel 2004 gegenüber dem Vorjahr um +0,3 Prozent leicht zulegt, die Migros verlor geringfügig Marktanteile. Der Umsatz konnte dennoch gesteigert werden. Relativ stark beeinflusst wurde der Markt von Convenience-Produkten. Eine positive Entwicklung zeigte sich auch im Gastronomiebereich und bei den Reisnebenprodukten. Mit dem Entscheid, das Beschaffungsmarketing in die Riseria zu integrieren, wurde das gesamte Reis-


M I G ROS FAC T S

geschäft der Migros zentralisiert. Von der Rohreisbeschaffung bis zum Verkauf der Fertigprodukte liegt nun alles in einer Verantwortung. Im Dezember wurden das neue Logo «la riseria» und das entsprechende Corporate Design eingeführt. Mit diesem neuen Marktauftritt werden die Kompetenz und die Qualitätsgarantie für Reisprodukte mit optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis kommuniziert.

KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF)

KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF)

Briten lieben Pasta aus Huttwil

2004 20

Anzahl Mitarbeitende

2003

9 0,5

19 9 0,2

26

23

SEBA APROZ SA

Recycling gross geschrieben Das zweite Jahr in Folge konnten über 200 Millionen Liter Wasser verkauf werden. Die Verkaufszahlen von 2004 der Seba Aproz erreichten jene des Jahrhundertsommers 2003 zwar nicht, im Vergleich zum repräsentativeren 2002 ist die Umsatzentwicklung gut. Um die Bedürfnisse der Kundschaft noch besser zu befriedigen, hat sich die Marke Aproz ein neues Äusseres zugelegt. Das neue Aproz-Flaschendesign überzeugt punkto Funktionalität vollends. Aquella fährt weiterhin auf der Erfolgsschiene und konnte weiter wachsen. M-Budget findet dank der attraktiven Preispositionierung immer mehr Anhänger. Die im Laufe des Jahres lancierten, aromatisierten Nendaz-Wasser entwickelten sich zufrieden stellend. In der Flaschenproduktion konnte der Verbrauch von rezykliertem PET markant gesteigert werden: Über die Hälfte der hergestellten Flaschen enthalten 30 Prozent rezykliertes Material. Die Konkurrenz im Lebensmittelbereich ist gross. Um in dem immer schwierigeren Umfeld weiterhin erfolgreich zu bleiben, erhöhte die Seba Aproz ihre Promotions- und Werbeaufwendungen stark. Die zusätzlichen Promotionsaktionen auf der einen und die Preissenkungen auf der anderen Seite verringerten zwar den Gewinn, festigen jedoch die Leaderstellung der Seba Aproz auf dem Detailhandelsmarkt. 20 05 werden zahlreiche Neulancierungen das Sortiment aufwerten und die Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern.

Anzahl Mitarbeitende

2004 114

71

2003

7 0,3

124 10 0,6

158

167

WALTER LEUENBERGER AG

Neuheiten und Spezialitäten kommen in der Schweiz und im Ausland gut an. Die Entwicklungstätigkeit im Pasta- und Senfbereich bildete einen besonderen Schwerpunkt im Jahr 2004. Speziell für die kleinen Migros-Kunden gelangte die Lilibiggs-Pasta in die Regale, für die Grösseren Spezialitäten wie Sepia-, Chili- und Steinpilznudeln. Hervorragende Umsätze brachte auch der neu auf die Grillsaison in den Verkauf gebrachte «Grillsenf». Weitere Entwicklungen sollen auch das kommende Jahr erfolgreich werden lassen. Der Export nach Grossbritannien hat um 10 Prozent zugenommen, die Speziallinie «Organic Pasta» gar um 21 Prozent. Die Exporte nach Deutschland gingen zwar zurück, wurden jedoch durch die gesteigerten Exporte nach England mehr als kompensiert. Durch die Investition in eine neue «Krawättli»-Anlage konnte die Teigwarenproduktion weiter rationalisiert werden. Die Anlagenauslastung sowie Platzausnutzung wurden verbessert. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Produkteneuheiten Exportumsatz (in Mio. CHF)

Anzahl Mitarbeitende

2004 23

2003

35 5

23 13 5

46

45


72

M I G ROS FAC T S

Handelsunternehmen innerhalb der Induwriegruppe

SCANA LEBENSM IT TEL AG

Gastgewerbe wartet auf bessere Zeiten Ein neues Kühllager macht die Ausweitung des Sortiments möglich. In einem nach wie vor schwierigen konjunkturellen Umfeld musste im Drittmarkt bei Restaurants, Hotellerie und institutionellen Betrieben ein marktbedingter leichter Umsatzrückgang in Kauf genommen werden. In der Belieferung der M-Gastrobetriebe und aller Personalrestaurants der M-Betriebe wurden die budgetierten Umsätze gesamthaft erreicht. Der ambitiöse Plan 2004 konnte aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht erfüllt werden. Aus strategischen Gründen wurde Anfang 2004 beschlossen, die Aktivitäten der SHC-Catering-Abteilung per Ende Juni 2004 stillzulegen und die einzelnen Geschäftsfelder wie Seniorenverpflegung, tiefgekühlte Frischprodukte und Spezialitätensaucen an verschiedene Industriepartner zu verkaufen. Von der Schliessung waren 38 Mitarbeitende betroffen, von denen dank einem Mobilitätszentrum und einem vor-

bildlichen Sozialplan 29 wieder eine neue Anstellung finden konnten. Die Scana konzentriert sich nun voll auf ihre Kernkompetenz im Lebensmittel-Zustellgrosshandel. Die Baubewilligung für die Lagererweiterung in Regensdorf wurde im Juni nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung erteilt. Am 1. Oktober 2004 erfolgte der Spatenstich, und inzwischen hat der Bau dank gutem Wetter schon grosse Fortschritte gemacht. Mit der Umnutzung der ehemaligen SHC-Produktionsräume in ein Kühllager kann das Kühlsortiment schon Mitte 2005 erheblich ausgebaut werden. Mit der Vollendung des Lagers Regensdorf werden die Voraussetzungen für wichtige strategische Zusatzsortimente geschaffen. Dazu gehören auch Produkte aus der Migros-Industrie. Zudem ist der Einstieg in das Tiefkühlgeschäft geplant. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Mitarbeitende

2004 213

216

2003

195 242


M I G ROS FAC T S

73

x Dienstleiwungsunternehmen Hotelplan AG

Briten und Italiener heben ab Bereits 58 Prozent des Nettoerlöses werden durch die Auslandgesellschaften von Hotelplan beigetragen. Ein verschärfter Wettbewerb bei weiterhin schwungloser Konjunktur prägte 2004 den Reisemarkt. Als richtige Antworten auf diese Herausforderungen erwiesen sich vor allem die Anstrengungen für eine marktgerechte Disposition der Charterflug- und Hotelkapazitäten und eine zurückhaltende Investitionstätigkeit. Bei um 7,5 Prozent auf 1,79 Milliarden Franken gesteigerten Umsätzen und leicht reduzierten Betriebskosten schliesst die Hotelplan-Gruppe 2004 mit einem Gewinn nach Steuern von 13,4 Millionen Franken auf dem Niveau des Vorjahres ab – ein Ergebnis, das sich im internationalen Branchenumfeld sehen lassen kann. Der ausgeprägte Preiswettbewerb – vor allem im wichtigsten Reisemarkt Schweiz – und die wachsende Tendenz zum kurzfristigen Buchen führten allerdings zu einem Rückgang der Marge um 0,2 Prozentpunkte. Die Hotelplan Swiss Group erreichte einen leichten Passagierzahlen- und Umsatzzuwachs auf 709,7 Millionen Franken. Weiterhin erfreulich ist auch das Ergebnis der Ferienfluggesellschaft Belair. An Bedeutung gewinnen die ausländischen Quellmärkte. Ihr Anteil am Gesamtnettoerlös beträgt jetzt 58 Prozent. Zum guten Gruppenergebnis trug die englische Inghams Travel Ltd. bei, die auch 2004 ein Rekordergebnis erzielte. Gleiches gilt für die Hotelplan-Gruppe in Italien, die ein beachtliches Wachstum erarbeitete und einen erfreulichen Betriebsgewinn ausweist. Die in 14 europäischen Länder präsente Interhome-Gruppe verbesserte ihr operatives Ergebnis um 18,6 Prozent auf 2,2 Millionen Franken. Horizonte Hotels und Ferienanlagen steigerte den Bruttoumsatz um 2,7 Prozent auf 38 Millionen Franken. Die soziale Dimension des Reisens stand 2004 im Mittelpunkt des Umwelt-Engagements von Hotelplan. Eine Unicef-Schätzung dokumentiert, dass mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche kommerzieller sexueller Ausbeutung ausgesetzt sind. Mit der Unterzeichnung des «Code of Conduct» hat sich Hotelplan verpflichtet, für die Rechte von Kindern und gegen deren sexuelle Ausbeutung im Tourismus einzutreten. Im Sommer wurde das Projekt «Engagement zum Schutz der Kinder» in Zusammenarbeit mit ECPAT/Kinderschutz Schweiz, unterstützt


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M I G ROS FAC T S

von Uno und WTO, lanciert. Nach einem engagierten Thementag aller Mitarbeitenden am Hotelplan-Hauptsitz und entsprechenden Massnahmen bei den ausländischen Partnern steht jetzt die Überzeugungsarbeit bei möglichst vielen Reiseunternehmen in der Schweiz und im Ausland auf dem Programm. Per 1. Oktober 2004 hat Claus M. Niederer, der nach neunjähriger erfolgreicher Arbeit als CEO das Pensionsalter erreichte, die Führung der Hotelplan-Gruppe an Dr. Christof A. Zuber übergeben. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Mitarbeitende Ebitda (in Mio. CHF) Investitionen (in Mio. CHF)

2 00 4 1 792

3 770 30,2 15,6

2003

1 667 3 854 32,3 40,7


M I G ROS FAC T S

LI MMATDRUCK AG

Preiswürdig verpackt Innovative Verpackungen der Limmatdruck gewinnen Preise in der Schweiz und im Ausland. Das Wachstum im Bereich Verpackungen aus Karton war 2004 mit rund +8 Prozent sehr erfreulich. Hauptwachstumsträger sind Verpackungen für PremiumMarken und für den Pharma-Markt. Spitzenreiter sind die Fondue-Verpackungen welche in der Schweiz praktisch ausschliesslich durch Limmatdruck/Zeiler hergestellt werden. Neben den physischen Verpackungen spielen das Management von Verpackungsdaten und das Entwickeln von neuen Verpackungen eine immer grössere Rolle. Die selbst entwickelte Softwarelösung «PackagingShop» senkt dabei die Kosten und verkürzt den zeitlichen Bedarf nachhaltig. Als Beweis für die grosse Innovationskraft wurden bei nationalen und internationalen Verpackungswettbewerben mit den Produkten Reis, Kaugummi und Anzündballen neun Preise gewonnen. Das Produkt Anzündballen allein erhielt fünf Preise: einen schweizerischen, einen deutschen, zwei europäische und einen Welt-Verpackungspreis. Im gesamten Bereich der Mediendienstleistungen wurde die Konzentration auf Nischen weitergeführt. Das Leistungsangebot umfasst die Schwerpunkte Produktionsberatung, Electronic Publishing, Internet, Call Center und Lettershop. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Mitarbeitende Ebitda (in Mio. CHF) Investitionen (in Mio. CHF)

2004 227

569 21,3 9,8

2003

212 566 17,4 12,5

M IGROL AG

Diesel wird sauberer Eine Migrol-Innovation zeigt, wie Dieselfahrzeuge noch viel umweltschonender verkehren können. Das Kerngeschäft der Migrol stand 20 04 unter dem Eindruck anhaltend steigender Ölpreise. Die Produktepreise erhöhten sich in der Beschaffung im Vergleich zu Ende 2003 zwischenzeitlich um bis zu 50 Prozent. Dies schlug sich beim Heizöl direkt auf die Verkaufspreise nieder, und die Verbraucher kauften zurückhaltend ein. Bei den Treibstoffen fiel die Erhöhung für den Konsumenten wegen des hohen Mineralöl-

75

steueranteils am Endpreis weniger dramatisch aus. So wirkten sich die hohen Preise im Tankstellengeschäft weniger aus als im Heizölmarkt. Die Kombination von hohen Preisen und neuen Wärmetechnologien – beispielsweise Erdwärme – führte den rückläufigen Trend im Schweizer Heizölmarkt auch 2004 fort. Dank guter Marktabdeckung konnte die Migrol den Absatz trotzdem halten und dadurch Marktanteile gewinnen. Nach dem Jahrhundertsommer 20 03 wuchsen die Zusatzgeschäfte im Tankstellenbereich nicht mehr so stark. Vor allem bei den Getränken und den Glacen war es nicht möglich, das ausserordentlich starke Vorjahr zu übertreffen. Zahlreiche Standorte litten zudem unter Einschränkungen wie beschränkte Ladenöffnungszeiten, so in den Kantonen Luzern und Freiburg. Das Treibstoffgeschäft verlief dank CumulusPunkten für Migrol-Private-Card-Inhaber und zusätzlichen Cumulus-Aktionen für alle Kunden sehr erfreulich. Als erste Mineralölgesellschaft der Schweiz lancierte Migrol im Juni 20 04 ein massenmarktfähiges Dieselprodukt mit biologischem Zusatz: «Greenlife Plus» ist 5 Prozent Raps-Methyl-Ester (RME) beigemischt. Der RME-Anteil ist praktisch CO 2-neutral, womit bewiesen ist, dass mit geringen Mitteln und ohne Beeinträchtigung des Fahrkomforts der CO 2Ausstoss von Dieselfahrzeugen in der Schweiz noch vermindert werden kann. 20 04 war für die 1954 gegründete Migrol ein Jubiläumsjahr, welches von vielen Aktivitäten für Kunden und Mitarbeiter begleitet wurde. Die Kunden zeigten starkes Interesse an den Shop- und Heizölaktionen. Gekrönt wurde das Jubiläum mit einem Wettbewerb an den Tankstellen und für Heizölkunden, in dem 3,2 Millionen Lose verteilt wurden, mit welchen 500 000 Sofortpreise und 5555 Hauptpreise gewonnen werden konnten. Die Investitionen waren zur Hauptsache einmal mehr für den Ausbau und die Erneuerung des Tankstellennetzes bestimmt, so beispielsweise in Manno, Rolle und Sursee. In der Logistik wurde die von der Carbura angebotene Möglichkeit genutzt, wegen der Reduktion der Pflichtlager freigewordenen Tankraum in Courtaman FR zu schliessen und abbauen zu lassen. KENNZAHLEN Umsatz (in Mio. CHF) Anzahl Mitarbeitende Ebitda (in Mio. CHF) Investitionen (in Mio. CHF)

2004 1 248

318 40,0 15,3

2003

1 144 333 38,3 26,7


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M I G ROS FAC T S

Migrosbank

Vertrauen in die Marke Migros Mehr Kunden, mehr Kredite und mehr Spareinlagen bringen der Migrosbank auch mehr Reingewinn. Nachdem der Geschäftsgang der Banken in den letzten Jahren massgeblich von der schwachen Konjunktur und der Börsenbaisse geprägt war, konnten sie im ersten Halbjahr 2004 von positiven konjunkturellen Impulsen und der Erholung der Aktienmärkte profitieren. Aber die schon bald wieder einsetzende Seitwärtsbewegung der Börsenkurse verbunden mit gewissen Enttäuschungen bei den Unternehmensergebnissen haben allzu optimistische Prognosen schnell wieder gedämpft. Das Kreditgeschäft war einerseits geprägt durch das anhaltend tiefe Zinsniveau, was zu einer regen Nachfrage im Immobiliengeschäft und generell zu einer vergleichsweise problemlosen Situation beim Zinsendienst durch die Schuldner führte. Andererseits aber hat sich der Wettbewerb um gute Schuldner respektive Finanzierungsobjekte weiter verschärft und damit die Zinsmarge der Banken noch stärker unter Druck gesetzt. Die Migrosbank konnte dank flexibler Preisgestaltung auch in diesem Jahr viele neue Kunden gewinnen und das Kreditvolumen weiter erhöhen. Auf der Passivseite der Bilanz erfuhren die meisten Banken im Jahr 2004 wiederum einen starken Zufluss an Kundengeldern, was Ausdruck der derzeit hohen volkswirtschaftlichen Sparquote ist. Die Migrosbank ist bei den Spareinlagen einmal mehr stärker als der Markt gewachsen – ein Resultat ihrer attraktiven Konditionen, der Kundennähe und des Vertrauens in die Marke Migros. Auch im Vermögensverwaltungsgeschäft konnten erfreuliche Fortschritte und Kundenakquisitionen verzeichnet werden. Insgesamt vermochte die Migrosbank die Erträge aus dem operativen Geschäft zu halten, wobei ein Rückgang im Zinsengeschäft einer Zunahme der Kommissionseinnahmen gegenüberstand. Die Risiken aus den eigenen Wertschriften- und Devisenpositionen wurden gezielt abgebaut, um die Abhängigkeit von nicht beeinflussbaren Faktoren möglichst gering zu halten. Der Personalwie auch der Sachaufwand sind gut im Griff, und bei den Kreditrisiken zeigt sich ein günstiges Bild. Dies alles hat dazu geführt, dass der Reingewinn deutlich gesteigert werden konnte. Mit der im November erfolgten Eröffnung einer Niederlassung in Neuchâtel konnte ein bedeutendes Einzugsgebiet neu erschlossen werden. Mit der geplanten Eröffnung der Filiale Uster


M I G ROS FAC T S

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Mitte 2005 und der Evaluation weiterer Standorte will die Migrosbank das Vertriebsnetz weiter stärken, um noch näher zum Kunden zu kommen. Trotz höherem Geschäftsvolumen, gestiegener Anzahl Kunden und zusätzlichen regulatorischen Anforderungen an die Schweizer Banken konnten alle Aufgaben ohne Erhöhung des Personalbestandes erfolgreich bewältigt werden. Dies weil die Arbeitsprozesse laufend verbessert und effizienter gestaltet wurden. Ganz im Sinne des Leitbildes hat sich die Migrosbank auch 2004 mit Leidenschaft für ihre Kundinnen und Kunden eingesetzt, hat mutig gehandelt, Neues kreiert und damit Wert geschaffen. Die Aussichten für 2005 sind positiv. KENNZAHLEN

Bilanzsumme (in Mio. CHF) Jahresgewinn (in Mio. CHF) Eigenkapitalrendite (in %) Anzahl Mitarbeitende

2004 27 480 83,2 11,5 1102

2003

26580 74,5 11,2 1097


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M I G ROS FAC T S

Logiwik und Informatik

M IGROS -VERTEI LZEN TRUM SUHR (MVS)

Neue Rekordmarke gesetzt Mit der optimierten Anlage wird der neue Rekord mit 8500 Paletten an einem Tag bald geschlagen werden. Intensive Optimierungsmassnahmen prägten das Jahr 2004 im Migros-Verteilzentrum Suhr. Nach Abschluss der Hochlaufphase wurde das Effizienzsteigerungsprogramm «Fit 05» eingeleitet: Mit rund 85 Massnahmen in den Bereichen Organisation, Prozesse und Technik sollen die Betriebskosten um 30 Prozent reduziert werden. Diese Massnahmen erfordern Investitionen von rund 20 Millionen Franken. Vor allem wird die bestehende Anlage mit einer Kleinmengenund Langsamdreher-Kommissionierung erweitert. Geplant ist eine Leistungssteigerung um 30 Prozent. Die Leistungen in allen Bereichen konnten markant gesteigert werden. Beim Wareneingang wurde 2004 eine Verbesserung um 5 Prozent, beim Warenausgang um 24 Prozent erzielt. Die Leistungssteigerung in der Kommissionierung betrug 11 Prozent. In der stärksten Woche wurden 1,43 Millionen Handelseinheiten oder 32 0 00 Paletten ausgeliefert. Mit der Auslieferung von 8500 Paletten an einem Tag wurde ein neue Rekordmarke gesetzt. Der Nutzungsbeginn der Kleinmengen- und Langsamdreher-Kommissionierung wird noch einen sprunghaften Anstieg der Leistung bringen. Neben der Produktivitätssteigerung konnten auch die Qualitätskennzahlen dauerhaft und nachhaltig verbessert werden So wurden die gesetzten Zielwerte Pickfehler <0,5 Prozent, technische Kürzungen <0,3 Prozent und Tourausliefergrad >98 Prozent erreicht. Walter Strebel, der während der Aufbauphase das MVS leitete, hat den Betrieb nach erfolgreicher Beendigung des Hochlaufes verlassen. Sein Nachfolger, Daniel Waltenspühl, bisher Mitglied der Geschäftsleitung der Micarna, ist seit 1. Oktober 2004 im Amt.

M IGROS -VERTEI LBE TR I EB NEUENDORF (MVN)

Erfolgreiche Umstellung Die grösste Herausforderung in der 30-jährigen Geschichte des Verteilbetriebs Neuendorf wurde erfolgreich gemeistert. 2004 stand ganz im Zeichen der gruppenweiten Umstellung auf das System Zentrale Warenwirtschaft (ZWW) mit gleichzeitiger Anbindung der IT-Systeme an die Softwaretools SAP. Diese Umstellung ohne Lieferunterbruch war die grösste Herausforderung in der 30-jährigen Geschichte des MVN. In den Bereichen Non-Food/Near-Food wurden diese Umstellungen erfolgreich abgeschlossen. Im Bereich Tiefkühlprodukte erfolgt die Umstellung 2005. Die Softwarepakete Finanzen und Lohnverwaltung wurden auf Januar 20 05 ebenfalls gemäss den Gruppenvorgaben auf SAP umgestellt. Dadurch wird es möglich sein, die nach einheitlichen Richtlinien generierten Daten elektronisch auszutauschen und bei Softwareanpassungen von Synergien zu profitieren. Seit diesem Jahr werden die Logistikdienstleistungen für Non-Food und Near-Food nicht mehr basierend auf dem Wert der ausgelieferten Güter entschädigt, sondern aufgrund der erbrachten Leistungen. Dieser prozess- und leistungsorientierte Tarif soll dazu führen, dass sämtliche Abläufe entlang der ganzen Wertschöpfungskette in Zusammenarbeit mit dem Marketing MGB optimiert und dadurch kostengünstiger gestaltet werden. Mit dem Bau einer über 200 Meter langen wettergeschützten Passerelle, die über das Bahngeleise der SBB führt und den direkten Personenverkehr zwischen den Betriebsteilen Non-Food und Tiefkühllager ermöglicht, kann fast ein Kilometer Weg eingespart werden. Dadurch konnte auf die Weiterführung des Tiefkühllager-Personalrestaurants verzichtet werden, und alle Mitarbeitenden in Neuen-


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dorf werden jetzt im neu gestalteten Personalrestaurant des Hauptbetriebes verpflegt.

LOGISTI K UND TRANSPORT

Immer mehr Sammelcontainer Durchdachte Systeme stellen sicher, dass Güter aus aller Welt in der richtigen Migros-Filiale ankommen. Nationale Transporte Unter der Leitung von Logistik und Transport wurde zusammen mit Vertretern aus den Genossenschaften, der Industrie und den Logistikdienstleistungsbetrieben die massive Anpassung der LSVA-Abgaben erarbeitet und umgesetzt. Das gemeinsam mit der SBB-Cargo lancierte Projekt «ProRail» geht nun in seine entscheidende Phase. Die bis heute definierten Ziele konnten dank gemeinsamen Anstrengungen und akribischer Planungs- und Kleinarbeit erreicht werden. Unter anderem konnten mit verschiedenen M-Betrieben und Lieferanten der Migros Dreiecksverkehre umgesetzt werden, welche es erlauben, die eingesetzten Mittel besser auszulasten. Im Migros-Verteilzentrum Suhr (MVS) kann inzwischen auf ein komplettes Jahr Distributionstransporte zurückgeblickt werden. Nach der Änderung des Tagesablaufes Ende 2003 konnte die Zuverlässigkeit der Auslieferungen massiv gesteigert werden. Es ist sichergestellt, dass die Lieferungen im vorgegebenen Zeitfenster bei den Filialen eintreffen. Durch Effizienzsteigerungen konnten die Gesamttransportkosten markant gesenkt werden. Internationale Transporte Durch das stetig gestiegene Warenaufkommen aus Hongkong, Shanghai und Tuticorin (Indien) konnte das Volumen der Migros-Sammelcontainer um weitere 10 Prozent gesteigert werden. Neu werden Bekleidungscontainer vom Ursprungsort direkt nach Volketswil an den Migros-Verteilbetrieb Volketswil (MVV) transportiert. Die Verzollung findet durch die Migros-Betriebe Birsfelden (MBB) vor Ort in Volketswil statt. Dadurch können Transportkosten und Transportzeit gesenkt werden. Für den Migros-Verteilbetrieb Neuendorf (MVN) ist zurzeit ein gleiches Projekt in Bearbeitung. Migros-Tauschgeräte-Management (MTM) Anfang 2004 wurde das Projekt MTM mit dem Ziel initiiert, die Tauschgeräteflüsse – Paletten, Kunststoff-

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gebinde – in der Migros-Gemeinschaft zu optimieren. Innerhalb eines Jahres wurden die gesamten Abläufe untersucht, Lösungsvarianten erarbeitet und die optimale Variante umgesetzt. Rund 600 Unternehmungen aus dem In- und Ausland wurden eingebunden. Seit dem 1. Januar 2005 arbeiten alle MTM-Partner mit dem neuen System. Dadurch wird eine höhere Transparenz in den Beständen erzielt und Kosten können reduziert werden. Zusätzlich werden die Effizienz und die Konkurrenzfähigkeit der Tauschgeräte gesteigert und wird ein einheitliches System für alle Partner eingeführt.

IT-SERVICES

Automatischer Nachschub Das europaweit grösste SAP-Retail-System wurde erfolgreich in Betrieb genommen. Mit der Zuschaltung der gesamten Bekleidungssortimente ging das zentrale Warenwirtschaftssystem SAP für den Non-Food-Bereich 2004 vollumfänglich in Betrieb. Mit diesem System werden rund 530 000 Artikel aus den Sortimenten Do it + Garden, Micasa, Hartwaren, Sport und Bekleidung bearbeitet und abverkaufte Produkte täglich automatisch in 594 Filialen nachgeschoben. Automatischer Nachschub bedeutet, dass täglich rund 20 0 0 0 Filialnachschubpositionen (früher Bestellungen) mit bis zu 1,3 Millionen Artikelpositionen errechnet und über das Migros-Verteilzentrum Neuendorf (MVN) ausgeliefert werden. Sämtliche Bestellungen, Sortimentierungen und Auftragsabwicklungen mit 3235 Lieferanten werden ebenfalls über dieses System bearbeitet. Die 250 grössten Lieferanten sind elektronisch voll integriert. Viele weitere folgen in den nächsten zwei Jahren. Die zentralen Sortimente (Trockensortimente und Hygiene-/Kosmetikartikel) aus dem Food-/Near-FoodBereich drehen mit Ausnahme der Tiefkühlprodukte ebenfalls zentral für alle Filialen auf einem weiteren SAP-Retail-System. Doppelt ausgelegte Systeme garantieren höchste Verfügbarkeiten. Die ehrgeizigen Realisierungstermine konnten alle eingehalten und die ursprünglichen Pläne sogar um zwei Jahre unterschritten werden, was sich auch in 20 Prozent günstigeren Pojektkosten auswirkte. Die Verbreitung der einheitlichen Kassensoftware kommt gut voran. Drei Migros-Genossenschaften arbeiten bereits in allen Filialen mit der neuen Software. Die Touch-Screen-Unterstützung wird vom Kassenpersonal sehr geschätzt. Diese neue Mög-


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lichkeit reduziert den Einschulungsaufwand massiv und erleichtert auch den Kassiervorgang. Gute Fortschritte macht auch das SAP-Campus-Projekt in der Pilotregion Ostschweiz. Mit diesem modernsten Kursadministrations- oder eben Campus-System wird die Klubschuladministration zukünftig einheitlich und mit zentralem IT-Betrieb bewältigt. Der Betrieb der zentralen Systeme für die M-Industrie-Unternehmen ist stabil. Dazu zählen auch die Rechnungswesen- und Personalsysteme sowie Spezialapplikationen wie zentrale Zahlungsabwicklung, zentrale Konsolidierung, elektronische Stellenbörse und Kursadministration, elektronisches Archiv für Fakturadaten und viele mehr. Stabiler Betrieb heisst: Alle warenrelevanten Systeme sind sieben Tage pro Woche während 24 Stunden verfügbar. Mögliche Einsatzfelder für neue Technologien wie Wireless-Lösungen und «RFID-Tags» auf Palet-

ten oder Artikeln werden in einem speziellen «Labor» getestet und auf zukünftige Einsatzmöglichkeiten überprüft. Damit verfolgt die Migros zukünftige Entwicklungen aktiv, prüft seriös Auswirkungen auf Kunden wie auch auf interne Abläufe und hinterfragt Nutzenpotenziale. Allfällige Umsetzungen im internen Warenfluss oder sogar auf Stufe Filialen bedingen Freigaben durch die Migros-Gremien. Parallel zu den grossen Projektabschlussaktivitäten wurden in Reorganisationsprojekten die IT-Betriebsabläufe in grössere Einheiten zusammengefasst und damit Kosten reduziert. Gleichzeitig haben sich viele Aufgabenbereiche für die Mitarbeitenden vergrössert und wurden damit noch interessanter. Nach anfänglichen Umstellungs- und Anpassungsschwierigkeiten haben sich alle Mitarbeitende wieder gut in die neuen Aufgabenfelder eingearbeitet.

Migros-Presse Zeitungen wurden neu gestaltet Aus dem «Brückenbauer» wurde das «MigrosMagazin», aus «Construire» das «Migros Magazine». 42 Jahre nach der Gründung wurden der «Brückenbauer» und sein Schwesterblatt «Construire» Ende Mai 2004 nicht nur mit einem inhaltlichen und optischen Neukonzept versehen, sondern auch umgetauft: Die Migros-Zeitungen heissen nun «Migros-Magazin» und «Migros Magazine». Sowohl Namenswechsel wie Relaunch lösten bei Leserschaft und Anzeigenkunden mehrheitlich positive Reaktionen aus. Ende August wurde die wöchentliche Auflage der beiden Titel von rund 2,09 Millionen Exemplaren um rund 300 000 erhöht. «Azione» konnte, dank dem Relaunch vom September 2003, ihre Leserschaft um 13,6 Prozent ausbauen und erhöhte ihre Auflage per Ende Jahr zusätzlich um rund 27 000 Exemplare. Mit diesen zusätzlichen Zeitungen werde Kunden mit M-CumulusKarten bedient, die nicht Genossenschafter sind und daher die Zeitungen bisher nicht erhielten.

Auch «Saisonküche», «Cuisine de Saison» und «Cucina di Stagione» legten massiv an Reichweite zu und steigerten die Leserschaft um 6,6 Prozent auf 698 0 0 0 Leserinnen und Leser. Damit sind die Kochmagazine der Migros die fünftgrösste Zeitschrift des Landes. KENNZAHLEN ZEITUNGEN Migros-Magazin (Brückenbauer) Migros Magazine (Construire) Azione TOTAL

KENNZAHLEN KOCHMAGAZINE Saison-Küche Cuisine de Saison Cucina di Stagione TOTAL

AUFLAGE

LESER

1549788 473650 76354 2099792

2094000 575000 100000 2769000

AUFLAGE

LESER

136659 38553 11698 186910

514000 147000 37000 698000

Quellen: Wemf-Auflagenstatistik und Mach Basic 2 0 04.


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Sponsoring

Unterstützung und Werbung Das Sponsoring hilft Veranstaltungen auf die Sprünge – und wirbt gleichzeitig für die Migros. Die Migros engagiert sich als Sponsor zahlreicher Veranstaltungen und Institutionen in allen Regionen der Schweiz. Damit leistet sie einen Beitrag zu einer vielfältigen Veranstaltungsszene in den Bereichen Sport und populäre Kultur. Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Migros profitieren vom Sponsoring auf vielfältige Weise, so etwa von vergünstigten Ticketpreisen oder von attraktiven Dienstleistungen und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm an den Veranstaltungen selbst. Im Gegensatz zu den Aktivitäten des Migros-Kulturprozentes tritt die Migros im Sponsoring prominent mit ihrer Dachmarke in Erscheinung und nutzt die Veranstaltungen auch als Plattformen für den Auftritt ihrer strategischen Eigenmarken und Fachmärkte. Die Migros konzentriert ihre Sponsoringaktivitäten auf Veranstaltungen in den Bereichen Laufsport, Inline-Skating, Ski, Kino, Rock-/Pop-Open-Air-Festivals sowie «Show und Spektakel». 2004 war die Migros bei folgenden Veranstaltungen als Sponsor engagiert: Laufsport Hauptsponsor von zwölf der grössten Laufveranstaltungen mit insgesamt rund 150 000 Teilnehmern in der ganzen Schweiz. Nachwuchs-Sponsor des Schweizerischen Leichtathletik-Verbandes als Laufsport-Dachorganisation mit rund 300000 Aktiven in der Schweiz. Titelsponsor des «Migros Sprint» mit rund 40 000 Teilnehmern im Alter von 10 bis 16 Jahren in der ganzen Schweiz.

Skisport Titelsponsor des «Grand Prix Migros» mit rund 6500 Teilnehmern im Alter von 8 bis 15 Jahren und einem Vielfachen an Begleitpersonen bei 14 Veranstaltungen in der ganzen Schweiz. Hauptsponsor des jährlich stattfindenden Jugendskilagers in der Lenk, bei dem 60 0 Kinder aus der ganzen Schweiz kostenlos an einer Skilager-Woche teilnehmen können. Inline-Skating Hauptsponsor des «Swiss Inline Cup» mit über 20 000 Teilnehmern an acht Veranstaltungen in der ganzen Schweiz. Hauptsponsor des «Monday Night Skate» mit über 10 0 0 0 0 Teilnehmern in mehreren Schweizer Städten. Open-Air-Festivals Hauptsponsor von sechs der renommiertesten und grössten Open-Air-Festivals mit insgesamt über 450 000 Besuchern in der ganzen Schweiz: St. Gallen, Locarno, Gurten, Paléo, Zofingen, und Gampel. Kino Sponsor von vier der grössten Open-Air-Kinos mit insgesamt rund 180 0 0 0 Besuchern in Basel, Bern, Genf und Zürich. Hauptsponsor der «Zauberlaterne», dem Filmclub für Kinder von 7 bis 12 Jahren, mit über 60 lokalen Clubs und rund 25 000 Mitgliedern in der ganzen Schweiz. Show und Spektakel Hauptsponsor verschiedener Musicalproduktionen («Fame», «My Fair Lady», «Saturday Night Fever» usw.) und anderer populärer Shows («Salto natale», «Karl’s kühne Gassenschau», «Das Zelt») mit jährlich über 400 000 Zuschauern in verschiedenen Schweizer Städten.


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Wirtsbaftvolitik

Die Schweiz lebt nicht vom Export allein Die Migros engagiert sich für bessere Rahmenbedingungen des Detailhandels. Die «Hochpreisinsel Schweiz» Hohe Wellen geworfen hat 20 04 die Debatte über die «Hochpreisinsel Schweiz». Die Migros hat sich entschieden, die heiss diskutierte Preisfrage proaktiv anzugehen und Transparenz zu schaffen. Mit einer Wirtschaftspolitik-Studie konnte im Detail aufgezeigt werden, warum der Schweizer Detailhandel im Vergleich zu Deutschland teurer ist. Gemäss offizieller Statistik ist der Preis eines repräsentativen Warenkorbes bei Nahrungsmitteln in Deutschland um durchschnittlich 31 Prozent günstiger; bei Fleisch und Milchprodukten hingegen deutlich mehr. Die Detailhandelsmarge Food in relativen Werten ist in der Schweiz und in Deutschland ungefähr gleich hoch – etwas über 29 Prozent. In absoluten Werten liegt die Marge bei 20,69 Prozent; für einen vergleichbaren Warenkorb gehen in Deutschland lediglich knapp 21 Prozent an den Detailhändler. Die Gründe: Die Löhne drücken in der Schweiz die Margen deutlich stärker, aber auch die LSVA und die hohen Kosten für die Lebensmittelsicherheit, für die in der Schweiz nach wie vor verschiedene Behörden zuständig sind, fallen ins Gewicht. Zu über einem Drittel ist die durchschnittliche Preisdifferenz für Lebensmittel auf das landwirtschaftliche «Rohstoffhandicap» zurückzuführen. Dies, weil die Beschaffungsmärkte immer noch zu stark reguliert sind. Die Rohstoffpreisdifferenzen haben sich im Vergleich zum umliegenden Ausland kaum verringert. Die Preise liegen immer noch 100 bis 200 Prozent über dem Vergleichspreis in der EU. Die Migros setzt sich in verschiedenen Bereichen für flexiblere Rahmenbedingungen ein. Mit der Revision des Zollgesetzes wird der Abbau des Grenzschutzes dort geregelt, wo mit der «aktiven Verede-

lung» ausländische Rohstoffe in der Schweiz und mit der «passiven Veredelung» Schweizer Rohstoffe im Ausland verarbeitet werden. Dank der Liberalisierung wird in abgeschotteten Inlandmärkten der Wettbewerbsdruck erhöht, was sich preissenkend auswirken wird. Trotz starkem Widerstand der Landwirtschaftsvertreter im Nationalrat konnte ein beachtlicher Erfolg erreicht werden. Die Wettbewerbsfähigkeit hängt beim Fleisch stark von den Futtermittelpreisen ab, vorab beim Geflügel- und Schweinefleisch. Dort liegt der Futterkostenanteil bei 45 bis 60 Prozent. Die Fleischbranche und der Detailhandel haben sich beim Bundesrat gemeinsam dafür eingesetzt, dass die heute erheblich gestützten Futtermittelpreise auf maximal den doppelten EU-Preis gesenkt werden. Die Bilateralen II und die WTO Für die Schweiz, den Detailhandel und die Nahrungsmittelindustrie sind die Bilateralen II eine Chance. Dank dem Abkommen über die verarbeiteten Landwirtschaftsprodukte wird die Wettbewerbsfähigkeit der Agrarindustrie für Ausfuhren in die EU verbessert; durch Zollreduktionen wird der Zugang in die Schweiz erleichtert. Bei rohstoffintensiven Verarbeitungsprodukten wie Teigwaren, Backwaren, Brot und Schokolade dürften die Endverkaufspreise um einige Prozentpunkte fallen. Die im August von den WTO-Mitgliedstaaten abgeschlossene Rahmenvereinbarung dürfte mittelbis langfristig den Marktzugang bei den landwirtschaftlichen Rohstoffen deutlich verbessern. Gemäss Schätzungen ist bei den landwirtschaftlichen Rohstoffen mit Reduktionen von bis zu 20 Prozent zu rechnen. In Bahnhöfen an sieben Tagen einkaufen Der Kampf um bessere Rahmenbedingungen im Detailhandel wird 20 05 auch an der Urne ausgetragen.


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Die Gewerkschaften wollen die bereits limitierten sonntäglichen Einkaufsmöglichkeiten in den Bahnhöfen einschränken und haben gegen die minimale Lockerung des Sonntagsverkaufs in grossen und mittelgrossen Bahnhöfen sowie in Flughäfen das Referendum ergriffen. Dabei haben sie das grosszügige Angebot der SBB ausgeschlagen, 50-prozentige Lohnzuschläge für die Sonntagsarbeit in den Liegenschaftsverträgen zu verankern. Die Migros hatte sich massgeblich für eine flexible Regelung eingesetzt, die einerseits den sich wandelnden Kundenbedürfnissen Rechnung trägt und andererseits regional breit abgestützt ist. Zudem profitiert der Service Public, der gerade von den Gewerkschaften vehement verteidigt wird, von der neuen föderalistisch ausgestalteten Regelung. Wir sind überzeugt, dass wir die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit Fakten überzeugen können. Fakt ist auch: Das angeblich so bürokratische Deutschland kennt heute die liberaleren Ladenöffnungszeiten als die Schweiz.

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Die Geschäfte haben von Montags bis Samstags von 8 bis 20 Uhr geöffnet, und eine weitere Liberalisierung ist bereits geplant. Für rascheres Bauen Seit Jahren bekämpft der Verkehrs-Club der Schweiz in weiten Teilen der Deutschschweiz den Bau oder die Erweiterung von Einkaufszentren, obwohl diese zonenkonform geplant sind und eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen haben. Durch die systematische Anwendung des Verbandsbeschwerderechtes sind Migros-Projekte in Milliardenhöhe blockiert. Die Migros hat diese Obstruktionspolitik des VCS öffentlich kritisiert und setzt sich in verschiedenen Gremien dafür ein, dass dieses Instrument in Zukunft nicht mehr missbräuchlich angewendet werden kann. Das brennende Thema ist auch wegen des Gerangels um das Zürcher Hardturm-Stadion unwiderruflich auf die politische Agenda gesetzt worden.


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Personelles und Human Resources

ANZAHL BESCHÄF TIGTE

AN TEI L FRAUEN

(Anzahl Personen und Vollzeitstellen)*

(Personen und Vollzeitstellen in %)*

80 000

60

60

40 000

58,5

58,2

58,5

58,8

58,8

51,7

51,5

51,9

51,7

51,8

2000

2001

2002

2003

2004

55 20 000 10 000 0

50 2000

2001

2002

2003

50

2004

* inkl. Globus und Ausland * inkl. Globus und Ausland

Köpfe Vollzeitstellen

Köpfe

Köpfe

Vollzeitstellen

Vollzeitstellen

2000

2001

2002

2003

80 948 59 222

82 018 62 133

83 149 62 400

81 600 60 570

2004 79 688

59 812

Der Anteil weiblicher Mitarbeitender in der Migros ist bereits über Jahre konstant und beträgt insgesamt 58,8 Prozent. Wesentlichen Einfluss darauf haben die zehn Migros-Genossenschaften, welche einen Frauenanteil von knapp 65 Prozent aufweisen. Die Industrieunternehmen zeigen ein genau umgekehrtes Bild mit rund 35 Prozent Frauen. Bei den Dienstleistungsunternehmen halten sich Männer und Frauen anzahlmässig die Waage.

Personalbestand 20 04 ist die Zahl der Mitarbeitenden insgesamt erneut leicht gesunken (Anzahl Personen –2,4 Prozent, Vollzeitstellen –1,25 Prozent). In der Migros-Gruppe konnte die positive Umsatzentwicklung dank den in den letzten Jahren realisierten Struktur- und ProzessAN TEI L L -GAV-/KAB -UN TERSTELLT optimierungen (Zentrale Warenwirtschaft) mit der (Personen und Vollzeitstellen in %)* gleichen Anzahl Vollzeitstellen bewerkstelligt wer100 93,6 96,5 95,9 96,0 94,3 den. Wegen der Zentralisierung wurden Stellen von100 den Genossenschaften in den MGB verlagert. Die Restrukturierungen im Migros-Genossenschafts-Bund 85 werden dessen Personalzahlen erst 2005 spürbar be80 74,7 81,8 81,4 83,0 76,3 einflussen. Massgeblich zur insgesamt sinkenden Personalzahl trug die Globus-Gruppe bei, welche 20 04 70 die Umstrukturierung (ABM, Oviesse, Trennung von 2000 2001 2002 2003 2004 Auslandgeschäften) fortsetzte. 60 Der Anteil Kader am gesamtem Personalbestand * M-Gruppe Inland, ohne Globus Köpfe Vollzeitstellen beträgt 5,6 Prozent. 59 683 Mitarbeitende der Migros-Gruppe sind dem Landes-Gesamtarbeitsvertrag (L -GAV) oder den Migros-Kaderanstellungsbedingungen (KAB) unter-


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stellt. Dies entspricht einem Anteil von 83,0 Prozent (Vorjahr 81,4) der Belegschaft. Auf Vollzeitstellen umgerechnet ist die Zahl noch eindrücklicher: 96,0 Prozent (52 063 Stellen).

20 FLUKTUATIONSRATE (in %)* 18

14,38

16,31

12,55

11,49

10,69

15 14

10

10 2000

2001

2002

2003

2004

* ohne Globus

Die Fluktuationsrate ist in der Migros-Gruppe zum dritten Mal in Folge gesunken. Sie betrug 20 04 noch 20 10,7 Prozent (Vorjahr 11,5 Prozent). Die Struktur der Migros-Belegschaft zeigt einen hohen Anteil an Mitarbeitenden mit langjähriger Unternehmenszugehörigkeit. Gesundheit Konzepte zur Verhütung von Unfällen und arbeits15 platzbedingten Krankheiten werden systematisch und nachhaltig umgesetzt. Praktisch alle M-Unternehmen verfügen über entsprechende Lösungen. Die Betriebsgruppenlösung der Genossenschaften werden laufend angepasst an veränderte Gegebenheiten, die Strukturen und Instrumente der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes werden zeitgemäss weiterentwickelt. Für die Industrie- und Dienstleistungsunternehmen werden weitere überbetriebliche Lösungen erarbeitet. Die Mutterschaft ist für eine Unternehmensgruppe wie die Migros ein selbstverständlicher Bestandteil der Unternehmens- und Personalpolitik und 35 geht zum Teil fliessend in eine betriebliche Familienpolitik über. Der Schutz der werdenden oder stillenden Mütter im Arbeitsverhältnis ist zwar nur ein Teil einer solchen Familienpolitik. Er hat aber wegen des hohen Frauenanteils eine allgemeine, strukturelle Bedeutung. Die Umsetzung der Mutterschutzverord30 nung war eine grosse Herausforderung, da bei ihrem Erlass weder Methoden und Instrumente noch konkrete Vorstellungen über die betriebliche Konkretisierung dieses Aspektes des Mutterschutzes zur Verfügung standen. Die Migros hat dieses methodische und instrumentale Vakuum beseitigt. Sie verfügt heu25 te über Grundlagen, Methoden und Strukturen, die

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einen wirksamen, praktikablen und wirtschaftlichen Vollzug der Mutterschutzverordnung flächendeckend sicherstellen. Eine besondere Herausforderung bildet die Integration von Behinderten. Die Migros bietet in ihren Unternehmen über 850 Personen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz. Dies entspricht rund 1,2 Prozent der Belegschaft (das Schweizerische Mittel beträgt 0,8 Prozent). Chancengleichheit In der Migros ist Chancengleichheit ein zentraler Grundsatz, der im L-GAV verankert ist. Die Verwirklichung der Chancengleichheit für Frauen und Männer am Arbeitsplatz wird gefördert. AN TEI L FRAUEN I M KADER (in %)* 20

17,5

15,72

18,49

2000

2001

18,51

19,0

19,57

2003

2004

15 2002

* ohne Globus

Seit der Einführung der neuen Kaderstufen in der MGruppe per Ende 1998, bei welcher die Kaderstufen von sieben auf zwei Ebenen reduziert wurden, steigt die Frauenquote im Kader kontinuierlich. 2004 betrug sie 19,57 Prozent. Zur Umsetzung der Lohngleichheit für gleichwertige Arbeit dient das funktions- und leistungsorientierte Führungs- und Entlöhnungssystem M-FEE als Unterstützung. Die Einführung dieses Systems in allen Migros-Unternehmen schreitet zügig voran. Die Quote der Belegschaft innerhalb der Migros-Gemeinschaft, die mit dem M-FEE-System arbeitet, hat sich auf 70 Prozent erhöht. AN TEI L AUSLÄNDER (in %)* 31

30,1

29,4

29,6

28,9

28,6

27,7

27,3

27,1

26,2

26,4

2000

2001

2002

2003

2004

28,5

26

* M-Gruppe Inland, ohne Globus

Köpfe

Vollzeitstellen


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In der Migros-Gemeinschaft ist die kulturelle Vielfalt gross. Die Mitarbeitenden stammen aus über 90 verschiedenen Nationen. Der Ausländeranteil hat in den letzten Jahren nur leicht variiert und beträgt 2004 in der Migros-Gruppe 26,4 Prozent (+0,2 Prozent). Weiterhin leicht gesunken ist der Anteil gemessen in Vollzeitstellen. Hier liegt der Anteil mit 28,6 Prozent (Vorjahr 28,9 Prozent) neu unter dem Niveau von 1999. Die Integration von Mitarbeitenden mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen wird durch gezielte Massnahmen gefördert. Dadurch werden die Voraussetzungen geschaffen für die Entfaltung und Einbindung aller Talente. Die Migros-Unternehmen sind dafür besorgt, dass Benachteiligungen und Diskriminierungen der Beschäftigten aufgrund von Persönlichkeitsmerkmalen verhindert werden. Personalentwicklung Der Ausbildungsbedarf in den Unternehmen der Migros-Gemeinschaft hat sich im Zuge der Veränderungen, die in der Migros stattfinden, spürbar gewandelt. Seminare und Kurse für Führungskräfte sind weiterhin wichtig, jedoch sind auch andere Lernmechanismen gefragt. Vor allem müssen die sich in Veränderungsprozessen befindenden Teams stärker in ihren konkreten Fragestellungen unterstützt werden. Eine Projektgruppe befasst sich mit der Führungsentwicklung in der M-Gemeinschaft. Bestehende Weiterbildungsangebote werden kritisch auf ihren aktuellen strategischen Bedarf hin überprüft. Ein zentrales Thema in der Neuausrichtung ist die zertifizierte Führungsausbildung. Dabei geht es um eine modulare Ausbildung, die bis zur Erlangung eines eidgenössischen Diploms als Führungsfachfrau oder Führungsfachmann führt. Durch die neuen Anforderungen an die Mitarbeitenden im Marketing (Category Management) entsteht ein neuer Ausbildungsbereich. Unter Leitung des Category-Management-Kompetenzzentrums des Marketings wurde ein modulares Ausbildungskonzept erarbeitet. Die Personalentwicklung M-Gemeinschaft ist für die Leadership-Ausbildungen, die Merchandiser-Ausbildung sowie für die Seminar- und Kursadministration zuständig. Die «focus»-Angebote fanden auch im diesem Jahr wieder grossen Anklang bei den Kadermitarbeitern. Sie decken den Bedarf nach Faktenwissen aus dem Kerngeschäft genauso ab, wie das vorhandene Bedürfnis, Instrumente kennen zu lernen, VerhaltensKnow-how abzuholen sowie die Herausforderungen des Führungsalltags besser meistern zu können.

Das Midlife Power Program (MPP) schliesst die Lücke zwischen Entwicklung und Förderung junger Mitarbeitender und den Programmen für den Ausstieg aus dem Unternehmen. Im MPP geht es um die bewusste «Wiederentdeckung» der Altersgruppe der 45- bis 55-Jährigen. Mit diesem Programm soll der demografischen Entwicklung Rechnung getragen und gleichzeitig neues Engagement unterstützt werden. Das MPP ist als Werkzeug der Personalentwicklung und als Tool zur Anpassung der innerbetrieblichen Strukturen an die Bedürfnisse der Zielgruppe gedacht. Bewusste und engagierte Mitarbeitende, die ihre Resourcen und Kompetenzen effizient einsetzen, sind ein Wettbewerbsvorteil für fortschrittliche Unternehmen und profilieren die Migros als attraktive Arbeitgeberin. 2004 investierten die Migros-Unternehmen rund 31 Millionen Franken (ohne Absenzkosten) in die Ausund Weiterbildung des Personals. Das sind 0,68 Prozent der Personalkosten (Vorjahr: 0,63 Prozent). Berufsbildungspolitik Die Migros setzt Zeichen und investiert aktiv in die Ausbildung von jungen Menschen. In einer von der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt, Lehrstellenmangel und Jugendarbeitslosigkeit geprägten Zeit erhöht die Migros-Gemeinschaft die Anzahl der Ausbildungsplätze nochmal beachtlich. 2717 Jugendliche absolvieren zurzeit in der Migros-Gemeinschaft (inklusive Globus-Gruppe) eine berufliche Grundbildung, und dies in 35 verschiedenen Berufen. Damit hat sich die Anzahl der Lernenden gegenüber dem Vorjahr um 126 erhöht. Noch nie zuvor hatte die Migros so viele Auszubildende wie heute. Die Migros verstärkt ihre Vorbildrolle als grösste Anbieterin von beruflichen Grundausbildungen in der Schweiz. Stolz ist die Migros auch auf ihre Prüfungsabsolventinnen und -absolventen. Die Erfolgsquote der Lehrabschlussprüfung lag 2004 mit 96,1 Prozent höher als im Vorjahr (94,7 Prozent) und liegt weit über dem nationalen Durchschnitt. Dies zeigt, dass die Qualität der Ausbildung stimmt. Ein Highlight im «Jahr der Berufsbildung» war ein Besuch des Bundespräsidenten: Am 18. November 2004 hat Joseph Deiss vor den Lernenden der Estavayer Lait seine Wertschätzung für das grosse Engagement der Migros für die Berufsbildung ausgedrückt. Auch 2005 wird die Berufsbildung der MigrosGemeinschaft neue Ausbildungsangebote unterbreiten. 1134 Stellen werden vergeben – eine Zunahme


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von 7,7 Prozent. Im Zentrum stehen die neuen beruflichen Grundausbildungen im Detailhandel, welche die bisherigen Lehren Verkäufer/in und Detailhandelsangestellte/r ablösen. Sozialpartner, Soziales Die Gespräche mit den Exponenten der Syna, die seit deren Beitrittsgesuch zum L-GAV im Sommer 2001 stattgefunden haben, erzeugten Vertrauen und zeigten weit gehende Übereinstimmung in wichtigen Grundhaltungen der Sozial- und Vertragspartnerschaft. Dem Beitritt ab 1. Januar 2004 folgte denn auch eine reibungslose Zusammenarbeit – hart in der Sache, fair im Umgang. Wegen der Intervention eines Vertragspartners konnte leider noch kein Vertreter der Syna Einsitz in die Paritätische Kommission nehmen, was jedoch ab 2005 möglich werden sollte. Seit Juni 20 04 sind Gespräche mit der Spitze der Unia im Gang, die durch die Fusion der Gewerkschaften Smuv, GBI, VHTL und Unia als interprofessionelle Gewerkschaft mit über 200 000 Mitgliedern entstanden ist. Im Hinblick auf einen später eventuell möglichen Beitritt zum L-GAV wurden wichtige Grundsatzfragen und Standpunkte erörtert. Die Personalkommissionen festigten ihre Aufgaben in den Lohngesprächen auf Ebene der einzelnen Unternehmen. Wo betriebliche Restrukturierungsmassnahmen notwendig waren, wie zum Beispiel in den M-Verteilbetrieben Suhr oder im MGB, traten sie als verantwortungsbewusste und kundige Vertreter der Mitarbeitenden und Gesprächspartner der Geschäftsleitungen auf. Vom umfangreichen, paritätisch entwickelten Weiterbildungsangebot wurde rege Gebrauch gemacht. Mit der Landeskonferenz der Perso-

PERSONALAUFWAND MIGROS-GEMEINSCHAFT IN MIO. CHF

Löhne und Gehälter Altersvorsorge/Sozialversicherungen Übrige Sozialleistungen Übriger Personalaufwand TOTAL PERSONALAUFWAND – IN % Verhandelte Lohnerhöhung

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nalkommissionen und vor allem auch mit deren Ausschuss hat sich in all den Jahren eine Gesprächskultur entwickelt, die es erlaubt, gegensätzliche Standpunkte einzubringen, zu erörtern, sich anzunähern und Lösungen zu finden. In Zusammenarbeit mit Vertretern der Landeskonferenz, der Migros-Pensionskasse sowie der Genossenschaften und Migros-Unternehmen wurden die unternehmens- und personalpolitischen Grundsätze für die Revision des MPK-Reglements erarbeitet. Rechnung zu tragen war der steigenden Lebenserwartung, leider auch der Kostenentwicklung infolge zunehmender Invaliditätsfälle. Das Leistungsniveau, welches insgesamt deutlich über den gesetzlichen Bestimmungen liegt, sollte langfristig erhalten bleiben, ohne dass Beitragserhöhungen notwendig werden. In diesem Zusammenhang wurde vor allem das Rücktrittsalter von 62 auf 63 Jahre erhöht. Am 26. September 20 04 haben die Schweizer Stimmbürger einem Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen zugestimmt. Die Migros, die über ihren L-GAV bereits einen bezahlten Mutterschaftsurlaub von 16 Wochen kennt, liegt mit ihrer bisherigen Lösung nach wie vor über dem gesetzlichen Erfordernis. Für die Lohnanpassungen per 1. Januar 20 05 stellten die einzelnen M-Unternehmen 1,5 bis 2,0 Prozent ihrer Bruttolohnsumme zur Verfügung. Die Lohnanpassungen erfolgten individuell nach den Kriterien von Leistung und aufgrund struktureller Bedürfnisse. Die Erhaltung der Kaufkraft durch einen Ausgleich von in der Regel 0,9 Prozent bildete Bestandteil der Lohnverhandlungen auf der Ebene der einzelnen Unternehmen.

2000

2001

2002

2003

3 252 603 38 115 4 008

3 390 632 41 124 4 187

3 505 696 52 143 4 396

3 594 706 50 149 4 499

2004 3 577 711 52 148 4 488

1,0–2,0

2,5–3,5

3,25

1,25–1,75

1,5–2

0,9

1,4

0,7

0,5

0,9

Massgebende Teuerung

(Landesindex der Konsumentenpreise per September des Vorjahres)


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Kulturprozent

KULTUR UND SOZIALES

«Was wäre das Leben ohne Kultur?» Die Migros fördert Kultur mit einer Kontinuität, die ihresgleichen sucht. Kulturförderung ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor sondern eine Investition in die Zukunft. Deshalb konzentriert sich die Migros auf die Förderung von zeitgenössischen Projekten und auf deren Vermittlung. Gerade in wirtschaftlich härteren Zeiten wird das kulturelle und soziale Engagement der Migros sehr geschätzt. Mittel zur Förderung innovativer und nachhaltiger Projekte fliessen spärlicher, weshalb die Ansprüche an die Migros wachsen. Vor diesem Hintergrund findet eine Neuausrichtung der bisherigen Förderpolitik statt. Es wurde entschieden, laufende Projekte auf ihre Wirkung hin zu überprüfen und inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. Innovation und Nachhaltigkeit bilden Eckpfeiler der Migros-Kulturförderung. Die Migros fördert aktiv, von heute aus für morgen, kooperiert mit starken Partnern und lanciert Eigenproduktionen. Den Nachwuchs unterstützt sie nachhaltig mit Studienpreisen und Wettbewerben – von Kammermusik bis Internetdesign. Das Publikum profitiert vom Vermittlungsangebot, sei es in Vorkonzerten oder an Führungen im Migros-Museum für Gegenwartskunst. Die geförderten Projekte sollen einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Eigenständigkeit der Projekte und ihre Wirkung in der Kulturszene sind Faktoren für den Erfolg. Als privater Kulturförderer hat die Migros die Chance, Projekte zu evaluieren und umzusetzen, die in direkter Beziehung zu den aktuellen Bedürfnissen der Kulturschaffenden stehen. Mit den Tätigkeiten im Bereich Soziales leistet die Migros einen Beitrag zur Lösung drängender sozialer Probleme. Im Vordergrund stehen Massnahmen zur Verbesserung der Integration sowie zur Stär-

kung der Freiwilligenarbeit und zur Förderung der Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Auch bei diesen Aktivitäten ist es wichtig, die Öffentlichkeit anzusprechen. Die Unterstützung von Kulturschaffenden mit Finanzierungsbeiträgen ist ein wichtiger Teil der Arbeit. Auch dieses Jahr haben die eingereichten Gesuche merklich zugenommen: Über 3000 Anfragen wurden an die Direktion Kultur und Soziales gerichtet. Gemeinsam erarbeitete Richtlinien für die Finanzierungsbeiträge machen die intensivere Zusammenarbeit mit den Kulturverantwortlichen der Migros-Genossenschaften in diesem Bereich sichtbar. Die wichtigsten Aushängeschilder der MigrosKulturförderung sind die folgenden Projekte: Das Kulturbüro in Zürich feierte 2004 den fünften Geburtstag: Junge Kulturschaffende profitieren besonders von den angebotenen Dienstleistungen. Das L’arc (Littérature et atelier de réflexion contemporaine) in Romainmôtier, ein Ort der Kreation und Reflexion, gibt es seit zehn Jahren: Kulturschaffende schätzen den Raum zum Arbeiten, Kulturvermittelnde als Ort des Austauschs über die Sprachgrenzen hinaus. Zum zehnjährigen Jubiläum fanden sich namhafte Vertreter der Schweizer (Kultur-)Politik in Romainmôtier ein. Nachdem die Kursangebote von Vitamin B bereits bekannt und geschätzt sind, hat auch die Geschäftstelle von Vitamin B ein erfolgreiches erstes Jahr hinter sich. Das Migros-Museum für Gegenwartskunst zeigte eine viel beachtete Retrospektive des Genfer Künstlers Gianni Motti. Ebenfalls zahlreiche positive Kritiken gab es für die Ausstellung mit Heidi Buchers Werk. Eine Präsentation mit Werken aus der Sammlung überraschte: Die hochkarätige Sammlung ist bisher wenig gezeigt worden und verdient einen höheren Bekanntheitsgrad.


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Steps ist ein nationales Grossprojekt. Das alle zwei Jahre stattfindende Festival mit Tanztruppen aus dem In- und Ausland vermochte in zahlreichen Schweizer Städten das Publikum zu begeistern. Zum Migros-Engagement für die Tanzförderung gehörte auch die Organisation des Symposiums «Aufförderung zum Tanz». Das nationale Festival für Popmusik, M for Music, fand in der Toni-Molkerei Zürich statt. Besondere Anliegen sind die Vernetzung der Musikschaffenden, die Förderung der Diskussion über Popmusik und die Unterstützung von jungen, noch unbekannten Bands. Innovative Nachwuchsförderung wird auch mit dem Wettbewerb thinkquest betrieben: Jugendliche im Alter von 11 bis 19 Jahren entwerfen ihre eigenen Websites. Höhepunkt des Wettbewerbs bildet die Preisverleihung im Hochhaus am Limmatplatz, zu der sich über 300 Jugendliche einfanden. Die Klubhauskonzerte haben dank dem abwechslungsreichen Programm an Zuschauern gewonnen; sehr geschätzt werden die Vorkonzerte, eine stimmungsvolle Einführung in den jeweiligen Konzertabend. Musiques Suisses, die nationale CD-Reihe, produzierte 2003 zahlreiche CDs. Höhepunkt ist die für den Schweizer Pavillon an der Weltausstellung 2005 in Aichi (Japan) herausgegebene CD. Das 20 04 herausgegebene interkulturelle Lesebuch «Fremde Federn» vermittelt in von Migrantinnen und Migranten geschriebenen Geschichten ein vielschichtiges Bild der Schweiz. Das Buch stösst sowohl in Schulen wie auch bei Erwachsenen auf grosses Interesse. Die Papiertragtaschen der Migros sind als Werbemittel heiss begehrt und hart umkämpft. Die Direktion Kultur und Soziales konnte sich 20 04 eine schweizweite Auflage sichern und hat sie für ein kulturpolitisches Statement eingesetzt: Der Text «schuften, schlafen, schuften, schlafen... Was wäre das Leben ohne Kultur?» soll auch im kommenden Jahr ein Leitmotiv der Migros-Kulturförderung sein.

KLUBSCHULEN

Neue Lehrmittel entwickelt Eine halbe Million Menschen vertraut auch bei der Aus- und Weiterbildung auf die Migros. «Wo isch de Roger?», fragt der neue Werbespot der Migros-Klubschulen. Roger hat sich entschlossen, sein Leben in die Hand zu nehmen und sich weiterzubilden – bei der Klubschule Migros natürlich –, und

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deshalb vermissen ihn seine Freunde bei ihrem gewohnten alltäglichen Einerlei. Die grösste Erwachsenenbildungsinstitution der Schweiz profiliert sich in der Werbung mit dem Motto: «Wir machen, dass Sie weiterkommen.» Eine halbe Million Menschen sind diesem Angebot 2004 gefolgt und haben sich und ihre Lebensläufe bereichert. Mit dem Ergebnis kann die Klubschule Migros auch 2004 zufrieden sein: Mit 9,8 Millionen Teilnehmerstunden konnte das hohe Niveau des Vorjahres gehalten werden. Äusserst positiv zu bewerten ist, dass der Rückgang im Bereich Informatik gebremst werden konnte. Die Strategie in diesem Bereich, nämlich die professionellen IT-Angebote weiter auszubauen, zahlt sich aus: Akzeptanz und Nachfrage dieser Angebote entwickelten sich erfreulich, und wie schon 2003 konnten auch 20 04 weitere Marktanteile gewonnen werden. Neue Kurse und Lehrgänge wurden in den Bereichen Open Source Software, IT-Security sowie Software Development eingeführt. Auch im Anwendungsbereich wurden neue Angebotsfelder erschlossen. Ob Digital Lifestyle, Mobile Computing oder eine Kooperation mit eBay – die Informatikschule greift die Themen auf, welche die Leute beschäftigen. Auch wurden erste Pilotprojekte mit neuen Lernformen (eEducation) entwickelt, die 20 05 starten. Sowohl bei den Profi- und Consumer-Angeboten wie bei den strategischen Partnerschaften stehen 20 05 die Konsolidierung und der weitere Ausbau der Marktposition im Vordergrund. Im Bereich der Firmenschulungen hat die Klubschule interessante Aufträge von namhaften Firmen gewonnen. Für diese sind die nationale Struktur der Klubschule und das sehr breite Angebot, insbesondere im Sprach- und Informatiksektor, ein grosses Plus. Jüngstes Ergebnis der intensivierten nationalen Kooperation ist das Schulungsabkommen mit den SBB: Ab 2005 ist die Klubschule Migros Outsourcing-Partnerin für die IT-Ausbildung der SBB. Auch in der beruflichen Weiterbildung profilierte sich die Klubschule Migros weiter als kompetente Partnerin. Der Erfolg der im letzten Jahr eingeführten Führungsausbildung mit eidgenössischem Fachausweis übertrifft die Erwartungen: 20 04 wurden 790 Modulprüfungen abgelegt, die Klubschule Migros hat einen Marktanteil von über 40 Prozent. Allerdings ist damit zu rechnen, dass im kommenden Jahr weitere Anbieter in diesen Wachstumsmarkt einsteigen werden. Der Lehrgang «Leadership SVF» konnte im Herbst 2004 auch in der französischen Schweiz einge-


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führt werden, im Januar 2005 wird auch der Lehrgang «Management» in der Romandie starten. Im Herbst 20 04 lancierte die Klubschule eine neue Ausbildung im Bereich Marketing: Der DiplomLehrgang Marketingassistent/in dient unter anderem auch als Einstieg zur Ausbildung Marketingplaner/in mit eidgenössischem Fachausweis. Die sehr praxisbezogene Basisausbildung ist in fünf Centern so erfolgreich angelaufen, dass 2005 fünf weitere Center diesen Lehrgang auch anbieten werden. Die Qualität des Lehrganges Marketingplaner/in wurde durch den überdurchschnittlichen Prüfungserfolg der Teilnehmenden der Klubschule Migros bestätigt: 80 Prozent bestanden die Prüfung, der nationale Durchschnitt lag bei 64 Prozent. Im Bereich Ausbildung für Ausbildende will die Klubschule in den nächsten Jahren die Marktführerschaft weiter ausbauen. Ziel des neuen Konzeptes ist die Öffnung der Ausbildung für Interessenten ohne Unterrichtserfahrung und die Vergrösserung des Marktanteils. Ende 2004 konnten die ersten eEducation-Ausbildungen durchgeführt werden (eModeration und eDidactic). Damit können Ausbildungsleitende in Zukunft ihren Unterricht mit neuen, netzgestützten Lernformen, insbesondere der gemischten Lernform Blended Learning, bestreiten. Auch Sport- und Wellness-Interessierte sind bei der Klubschule an der richtigen Adresse. Der seit 2003 zu beobachtende Trend im Entspannungsbereich hält an, und auch die Fitnesskurse verzeichnen eine stabile Nachfrage auf hohem Niveau. Der Bereich Entspannung wird weiter ausgebaut; die Klubschule Migros strebt hier vor allem eine Differenzierung der YogaAngebote an. Im Fitnessbereich wird die Klubschule auch in Zukunft schnell auf Trends reagieren und diese in attraktive Angebote umsetzen, wie es 2004 beispielsweise mit D!’s Dance Class gelungen ist. Im Gesundheitsbereich ist die Klubschule 2004 noch fitter geworden: In der deutschen Schweiz wurde das Angebot «Persönliches Ernährungs-Coaching» eingeführt. Tausend Frauen und Männer aus der ganzen Schweiz haben in der Klubschule Migros seit 1996 den Lehrgang Wellness-Trainer absolviert. Der von der Klubschule entwickelte Lehrgang überzeugt auch international. Nachdem vor fünf Jahren schon Österreich das Ausbildungskonzept übernommen hat, sind nun auch die Nachbarn aus Deutschland auf die erfolgreiche Ausbildung aufmerksam geworden: Die drittgrösste Erwachsenenbildungsinstitution

Deutschlands, die TÜV Akademie, hat die Lizenz für den kompletten Wellness-Trainer-Lehrgang samt Lehrmitteln erworben. Das grosse Bedürfnis der Bevölkerung in der mehrsprachigen Schweiz, selbst auch mehrsprachig zu werden, hält an: 45 Prozent aller Teilnehmerstunden der Klubschule Migros werden mit Sprachkursen erzielt. Da der Sprachkursmarkt aber allgemein differenzierter geworden ist und vor allem die Nachfrage nach Englischkursen zurückgeht, werden innovative nationale Angebote entwickelt, um neue Bedürfnisse zu befriedigen. Die Sprachverantwortlichen haben 20 04 das Lehrmittelprojekt «Lingua 21» termingerecht abgeschlossen. Während drei Jahren wurden in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verlag Max Hueber über 150 Lehrmittel entwickelt und hergestellt. «Lingua 21» wird die nächsten Jahre Standardlehrmittel für alle Klubschul-Sprachkurse in den fünf Hauptsprachen Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch sein. Im Sommer 2004 hat die Klubschule Migros im Auftrag der Gemeinde Ostermundigen einen Sprachtest für deren Einbürgerungsverfahren entwickelt und ist daraufhin von verschiedenen Stellen nach weiteren Dienstleistungen dieser Art angefragt worden. Die Klubschule Migros bleibt als Entwickler und Lieferant von professionellen, zuverlässigen Lösungen die Adresse Nummer 1. Das zeigen auch Anfragen verschiedener Kantone, das Erarbeiten und die Durchführung von Sprachtests für das Rote Kreuz (SRK) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sowie eine Einladung der Eidgenössischen Ausländerkommission, sich als Experte bei der Ausarbeitung von nationalen technischen Richtlinien für Tests im Rahmen der Integration zu beteiligen. Seit Ende 20 04 ist es noch einfacher, den richtigen Sprachkurs zu finden: Interessierte können das Niveau ihrer Sprachkenntnisse auf der KlubschulHomepage online testen und so den passenden Kurs finden. Der Online-Sprachtest ist nur eine von vielen Optimierungen der Website, die 2004 realisiert wurden. Unter anderem konnte die Usability durch eine effizientere Suchfunktion, eine neue Sortierfunktion sowie ein übersichtlicheres Bannerlayout verbessert werden. Wie wichtig die Site ist, zeigt sich auch darin, dass mit 78 0 0 0 Online-Anmeldungen, über 20 Prozent mehr als im Vorjahr, eine neuer Rekord erreicht wurde.


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MON TE -GENEROSO -BAHN AG

Verkürzte Saison Die «Bärenhöhle» wird immer beliebter, die Sternwarte auf dem Monte Generoso litt dagegen unter Wetterpech. Auch 2004 wurde daran gearbeitet, den Monte Generoso zum Treffpunkt zu machen, wo sich Menschen der Natur vernünftig und richtig nähern können. Das Betriebsjahr 20 04 der Monte-GenerosoBahn dauerte nur sieben Monate. Auf den Winterbetrieb wurde verzichtet. 20 03 dauerte der Betrieb zehn Monate. Vom Wetter her war der Sommer 2004 wesentlich ungünstiger als der Vorjahressommer. Die Zahl der transportierten Passagiere ist denn auch um

8 Prozent oder 5000 Personen gesunken; die Bahneinnahmen gingen um 6 Prozent zurück. Dank verkürzten Öffnungszeiten konnten die Kosten wesentlich reduziert werden. Der Umsatz des Restaurants Vetta stieg um 1 Prozent. Die Erträge des Campingplatzes gingen um 23 Prozent zurück. Insgesamt schliesst die Betriebsrechnung der Ferrovia Monte Generoso SA 2004 besser ab als im Vorjahr. Wesentlich gewachsen ist die Zahl der Besucher der «Bärenhöhle», in der Knochen von mehr als 400 Bären und Werkzeuge aus der Zeit der Neandertaler aufgetaucht sind. Wegen den ungünstigen meteorologischen Bedingungen ist dagegen die Zahl der Besucher des Observatoriums gesunken.

Aufteilung des Kulturprozents in einzelne Bereiche (MGB und GM) MGB UND GM

2004 MIO. CHF

Kultur Bildung Soziales Freizeit & Sport Wirtschaftspolitik Verwaltungskosten/Rückstellungen TOTAL

MGB

28 62 4 12 2 2 114

2003

% 24,5

54,4 3,6 10,5 1,7 4,5 100

MIO. CHF

25 64 4 12 2 2 114

2004 MIO. CHF

Kultur Bildung Soziales Freizeit & Sport Wirtschaftspolitik Verwaltungskosten/Rückstellungen TOTAL

18 16 2 5 1 2 44

36,4 4,5 11,4 2,3 4,5 100

Prozentuale Aufteilung Kulturprozent

24,5 %

Kultur

54,4 %

Bildung

3,6 %

Soziales

10,5 %

% 21,9 56,1 3,6 10,5 1,8 4,3 100

2003

% 40,9

Freizeit & Sport

1,7 %

Wirtschaftspolitik

5 ,3 %

Verwaltungskosten/ Rückstellungen

91

MIO. CHF

15 20 3 5 1 2 46

% 32,6 43,5 6,5 10,9 2,2 4,3 100


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Qualitätssiberung – Food Safety

Es wird gezielt kontrolliert Lebensmittelsicherheit wird gross geschrieben: 10 000 Produkte wurden im Jahr 2004 untersucht. Das Migros-Qualitätssicherungssystem (MQS) beinhaltet ein Paket präventiver Massnahmen, um definierte Qualitätsstandards innerhalb der Sortimente der Migros zu garantieren. Die Qualität der Produkte wird in den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette gezielt kontrolliert. Dies wiederum erfolgt einerseits durch ein konsequentes Lieferantenmanagement und andererseits durch Planung, Umsetzung und Kontrolle von Qualitätssicherungsmassnahmen. Diese Aktivitäten zwischen Lieferanten, Genossenschaften, Marketing MGB und Swiss Quality Testing Services (SQTS) werden durch die jeweiligen Qualitätsplaner respektive -manager koordiniert. SQTS führt im Auftrag der Migros und im Rahmen von MQS regelmässige Kontrollen auf verschiedene Parameter über das gesamte Food-/Near-FoodSortiment durch. 2004 wurden rund 10 000 Produkte untersucht. Um den Anforderungen von Kunden und Behörden hinsichtlich Lesbarkeit von Produktbeschriftungen gerecht zu werden, wurde ein Manual erarbeitet. Diese Vorgaben müssen bei allen Produkten im Bereich Food/Near-Food bis Mitte 2006 umgesetzt sein. Infolge der Krisen in der Lebensmittelwirtschaft in den vergangenen Jahren wurde im Hinblick auf Lebensmittelsicherheit und -qualität entschieden, dass alle Food- und Near-Food-Lieferanten sowie ihre Vorlieferanten über ein Audit nach einem international anerkannten Standard der Global Food Safety Initiative (GFSI) verfügen müssen. Zu den anerkannten Standards zählen unter anderen IFS, BRC und SQF. Mit der Umsetzung dieser Standards wurde 2002 begonnen; mittlerweile sind rund 40 Prozent der angeschriebenen Lieferanten entsprechend zertifiziert. Die Palette der möglichen Faktoren, welche die Lebensmittel respektive deren Unbedenklichkeit ge-

fährden könnten, wird mit der Migration von Fremdstoffen aus Verpackungen in Lebensmittel erweitert. Mittels analytischer Messmethoden, die stetig genauer und empfindlicher werden, können selbst geringste Rückstände von Packmaterialstoffen in Lebensmitteln nachgewiesen werden. Die Beanstandung und der daraufhin umgehend erfolgte Rückzug eines Produkts aus den Filialen wegen erhöhtem Gehalt an epoxidiertem Sojaöl (ESBO) bestätigten diesen Trend. ESBO wird als Weichmacher und Stabilisator in PVC-Dichtungen von Metalldeckeln zum Verschliessen von Gläsern und Flaschen verwendet. Diese Art der Verpackung ist für viele Produkte gebräuchlich. Durch den Kontakt des Lebensmittels mit der Deckeldichtung gelangt ESBO in das Produkt (Migration) und wird beim Verzehr vom Konsumenten aufgenommen. Obwohl ESBO weder kanzerogen noch genotoxisch oder fruchtschädigend ist, ist dieser Stoff in Lebensmitteln unerwünscht. Nun gilt es, zusammen mit den Herstellern von Verschlussdeckeln und Lebensmitteln eine sichere Lösung zu finden. Weiterhin im Brennpunkt standen Acrylamid und Sudanrot. In Zusammenarbeit mit der Kartoffelbranche wurde ein Konzept zur Verminderung des Risikos der Bildung von Acrylamid bei der Zubereitung von Fritten und Rösti durch die Konsumentinnen und Konsumenten erarbeitet. Dieses Konzept beinhaltet Anweisungen für Anbau, Ernte und Lagerung der Kartoffeln sowie für die Zubereitung der Gerichte. Die Verpackungen der Kartoffeln, welche sich aufgrund ihres tiefen Zuckergehalts für die Zubereitung von Fritten und Rösti eignen, sind nun entsprechend gekennzeichnet. In den nächsten zwei Jahren soll das bestehende Qualitätssicherungssystem MQS in Zusammenarbeit mit den Genossenschaften zu einem umfassenden, prozessorientierten Managementsystem nach ISO 9001:2000 weiterentwickelt werden.


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Umwelt- und Sozialpolitik

Nachhaltigkeit Zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ansprüchen will die Migros ein Gleichgewicht finden. Mit der «Umwelt- und Sozialpolitik» hat die Migros ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung definiert. Neu dazugekommen ist die Nachhaltigkeitsorganisation im Migros-Genossenschafts-Bund. Das Trägergremium Nachhaltigkeit bestimmt die Strategie, und zwei Arbeitsgruppen sind für die Umsetzung und die Kommunikation zuständig. Zusammen mit dem Geschäftsbericht 20 04 erscheint ein Nachhaltigkeitsbericht im Internet, der sich an den Richtlinien der «Global Reporting Initiative» orientiert. Dem «Migros-Magazin» wird zudem eine populär aufbereitete Kurzversion des Nachhaltigkeitsberichtes beigelegt.

Umwelt Mobilität Die Migros engagiert sich für einen umweltschonenden Kundenverkehr. Mit der multifunktionalen Einkaufshilfe Max ist ihr eine echte Innovation gelungen. Wenige Handgriffe genügen, und aus dem Handwagen wird ein bequemer Einkaufswagen oder geräumiger Veloanhänger. So kann das Auto zu Hause bleiben. Damit die Mitarbeiter ohne Auto zur Arbeit kommen können und für Geschäftsfahrten trotzdem mobil sind, unterhält der MGB seit 20 0 0 eine Partnerschaft mit Mobility. Ein neuer Vertrag sorgt jetzt dafür, dass auch die M-Genossenschaften und M-Industriebetriebe von den Mobility-Angeboten profitieren können. Am 22. September 20 04 hat der MGB seine Mitarbeiter im Rahmen der Aktion «in die Stadt ohne mein Auto» eingeladen, mit dem öffentlichen Verkehr oder dem Velo zur Arbeit zu fahren. Knapp 30 0 haben mitgemacht und an einem Wettbewerb teilgenommen.

Der Gütertransport erfolgt auf der Strasse und der Schiene. Die Migros ist der grösste Kunde der SBB in der Schweiz. Die Genossenschaften erneuern ihre Lastwagenflotte stetig und reduzieren mit den besten Euronormen beziehungsweise mit Biogasantrieb den Ausstoss von Schadstoffen und Treibhausgasen. Abfall und Entsorgung Mit dem Ziel, Kreisläufe von organischen Stoffen zu schliessen, unterstützte die Migros das Projekt «Kompostherbst» als Hauptsponsor. Eine Beilage zum «Migros-Magazin» sorgte für eine breite Kommunikation. Die Genossenschaft Zürich zeigt mit der Abfallbörse, wie durch professionelles Ausschreiben die Kosten der Entsorgung um 500 000 Franken reduziert werden können. Die Migros ist darauf vorbereitet, wenn ab 2005 auch für Spielwaren und elektrische Werkzeuge eine vorgezogene Entsorgungsgebühr gilt, und sichert eine umweltschonende Behandlung. Die Migros verbessert die Rücklaufquoten von Pet ständig. Sie nimmt wesentlich mehr Pet-Flaschen zurück, als sie verkauft.

Energie Klimaschutz Die Klimaziele der Schweiz (Kyoto-Protokoll, CO2Gesetz) werden von der Migros durch gezielte praktische Massnahmen unterstützt. Die M-Genossenschaften und die M-Industrie arbeiten mit der Energieagentur der Wirtschaft zusammen und haben 2004 mit dem Bund Zielvereinbarungen abgeschlossen. Die gemachten Anstrengungen sowie die getroffenen und geplanten Massnahmen, die zu einem spezifisch geringeren CO2-Austoss führen, erlauben den energieintensiven Produktionsbetrieben, sich von der CO2-Abgabe zu befreien. Für die Migros-Filialen wurde auf freiwilliger Basis eine Zielvereinbarung abgeschlossen. Immer mehr Industriebetriebe stellen ihre Wärme- und Dampfversorgung auf Gas um. 20 05 wird


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auch die Estavayer Lait (ELSA) dabei sein, einer der grössten Wärmeverbraucher der M-Industrie. Bauten Mit allen Bauvorhaben will die Migros innovative Energielösungen realisieren. Das 20 03 lancierte Projekt «best practice» wurde erweitert. Einfache, bewährte und energieeffiziente Haustechnikkonzepte sowie -anlagen werden dokumentiert und kommen bei Um- und Neubauten zur Anwendung. Eine grosse Bedeutung für die Umwelt haben auch die eingesetzten Kältemittel. Die Kälteanlage im neuen Einkaufszentrum Zugerland funktioniert

mit den natürlichen Kältemitteln Kohlendioxid (CO2) und Ammoniak (NH3). Damit erweitert die Migros ihre Erfahrung in dieser zukunftsweisenden Technik. Produktekühlung Die Gesamtlänge der Kühlmöbel in den Filialen steigt stetig an. Grund sind neue Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden sowie die grössere Anzahl von Convenience-Produkten. Immer mehr Tiefkühlmöbel werden mit Glasschiebabdeckungen versehen und sparen dadurch bis zu 40 Prozent Elektrizität. Darum sind sie 2004 mit dem Engagement-Label ausgezeichnet worden.


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Umweltkennzahlen

2004

2003

VERÄNDERUNG

[ MIO . CHF ]

24 917

23851

4,5 %

M IGROS -G EMEINSCHAFT 1 Umsatz1

±%

[ MWH ]

918 184

894 419

2,7 %

[ KWH /10 0 0 CHF ]

36,8

37,5

–1,7 %

[ MWH ]

585 785 116 288

580 193 116 956

1,0 % –0,6 %

Elektrizität Elektrizität pro Umsatz

95

Wärme

[ TONNEN ]

CO2-Emissionen aus Brennstoffen

[ KG /10 0 0 CHF ]

4,7

4,9

–4,8 %

Trinkwasser

[10 0 0 M 3 ]

8 613

8 677

–0,7 %

Betriebsabfall (ohne retournierte Kundenabfälle)

[ TONNEN ]

200 913

198 753

1,1 %

[%]

59 %

58 %

0,7 %

[10 0 0 KM ]

11 132

12 849

–13,4 %

[ M 2]

1 167 315

1 143 132

2,1 %

[ MWH ]

493 380

488 438

1,0 %

[ KWH / M 2 ]

423

427

–1,1 %

[ KWH / M 2 ]

266

252

5,6 %

[ KWH / M * JAHR ]

5 448

4 877

11,7 %

[ MWH ]

137 874

140 435

–1,8 %

[ TONNEN ]

29 796

31 567

–5,6 %

CO2-Emissionen pro Umsatz

Stofflich verwerteter Anteil des Betriebsabfalls Bahntransport (Binnentransport ganze Migros)4 – M-F ILIALEN 2 Verkaufsfläche Elektrizität Elektrizität pro Verkaufsfläche Elektro-Grundverbrauch Filialen Typ 1 pro Verkaufsfläche Kältevergleichszahl Filialen Typ 1

3

3

Wärme CO2-Emissionen aus Brennstoffen

[ KG / M 2 ]

25,5

27,6

–7,6 %

[10 0 0 M 3 ]

2 278

2 413

–5,6 %

Elektrizität

[ MWH ]

137 155

133 205

3,0 %

Wärme

[ MWH ]

61 054

62 521

–2,3 % –8,5 %

CO2-Emissionen aus Brennstoffen pro Verkaufsfläche Trinkwasser – M-B ETRIEBSZENTRALEN , V ERTEILZENTREN UND MGB

Trinkwasser

[10 0 0 M 3 ]

659

720

Betriebsabfall (ohne Kundenabfälle)

[ TONNEN ]

97 247

94 048

3,4 %

[%]

55 %

55 %

0,6 %

Stofflich verwerteter Anteil des Betriebsabfalls Retournierte Kundenabfälle

[ TONNEN ]

11 754

11 065

6,2 %

Fahrleistung LKW-Flotte (grösser 3,5 t) Betriebszentralen

[10 0 0 KM ]

30 368

29 767

2,0 %

Dieselverbrauch LKW-Flotte (grösser 3,5 t) Betriebszentralen [10 0 0 LITER ]

9 637

9 488

1,6 %

– M-I NDUSTRIE Produktion

[ TONNEN ]

1 170 563

1 125 302

4,0 %

Elektrizität

[ MWH ]

287 649

272 776

5,5 %

[ KWH / TONNE ]

246

242

1,4 %

[ MWH ]

386 857

377 237

2,6 %

[ TONNEN ]

76 595

76 087

0,7 %

[ KG / TONNE ]

65,4

67,6

–3,2 %

Elektrizität pro produzierter Tonne Wärme CO2-Emissionen aus Brennstoffen CO2-Emissionen aus Brennstoffen pro produzierter Tonne Trinkwasser

[10 0 0 M 3 ]

5 676

5 544

2,4 %

Betriebsabfall

[ TONNEN ]

103 666

104 705

–1,0 %

[%]

62 %

61 %

0,9 %

Stofflich verwerteter Anteil des Betriebsabfalls

1 Genossenschaften mit Filialen und Betriebszentralen sowie Industrie, Verteilzentren, MGB; Umsatz: Genossenschaften, Industrie und MGB; 2 Erhebung nach neuem Erfassungskonzept ab 2 0 02; 3 Typ-1-Filialen erfüllen messtechnische Minimalanforderungen; immer mehr ältere Filialen mit eher höheren Energiewerten entsprechen Typ 1, wodurch die Kennzahlen noch schwanken (m: Laufmeter Kühlmöbel); 4 Die mit der Bahn transportierten Tonnen sind jedoch angestiegen; Datenstand: Februar 2 0 05.


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Stiftungen

EUROCEN TRES

Damit sich die Menschen verstehen In den Schulen des Eurocentres-Netzwerks werden sieben Sprachen dort unterrichtet, wo sie auch gesprochen werden. Ziel der Stiftung Eurocentres ist es, über nationale, kulturelle und soziale Grenzen hinweg zum Verständnis der Menschen untereinander beizutragen. Die Eurocentres entwickelten sich 2004 erfreulich, nachdem der Krieg im Irak und Sars im Vorjahr zu einem schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld geführt hatten. 20 04 konnte Eurocentres in fast allen Märkten die starke Stellung als Qualitätsanbieter erfolgreich verteidigen oder weiter ausbauen. Das Unterrichtsvolumen konnte gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent gesteigert werden. Insgesamt besuchten mehr als 10 0 0 0 Teilnehmer aus der ganzen Welt eine der 26 Schulen des weltweiten Eurocentres-Schulnetzwerks, in denen Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Italienisch und Japanisch in elf Ländern unterrichtet werden. Gleichzeitig konnte bei verbesserter Qualität die Effizienz aller Eurocentres-Dienstleistungen gegenüber den Vorjahren noch einmal deutlich verbessert werden. Dadurch wurden die Fördermittel des Migros-Kulturprozents effektiver eingesetzt. Für 20 05 hat Eurocentres je einen neuen zusätzlichen Schulstandort in Cairns, Australien, und Auckland, Neuseeland, evaluiert. Neu wird auch Russisch in Sankt Petersburg und Moskau angeboten werden. Damit verfügt Eurocentres ab 2005 über das breiteste Sprachenportfolio in der Branche und ist mit einem Netzwerk von 30 Sprachschulen auf allen Kontinenten vertreten. Auf internationaler Ebene hat Eurocentres wesentlich zur Vereinheitlichung des Fremdsprachenlernens beigetragen. Bei der Entwicklung des durch

den Europarat herausgegebenen «Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachenlernen» hat Eurocentres mit der Entwicklung der Einstufungskriterien zur Ermittlung der Sprachenkompetenz einen Schlüsselbeitrag geleistet. Ausserdem wurde in Zusammenarbeit mit der pädagogischen Zentralstelle in Frankreich das Schulungsvideo zur Standardisierung der Prüfungsabnahmen für die französische Sprache entwickelt.

GOT TLI EB -UND -ADELE -DU T T WEI LERSTI F TUNG

Wechsel im Präsidium Stiftungsratspräsident Pierre Arnold wird durch Jules Kyburz abgelöst. Gottlieb Duttweiler hat die Gottlieb-und-Adele-Duttweiler-Stiftung 1956 gegründet, damit sie in der MigrosGemeinschaft ihren moralischen Einfluss im Sinn der Ideen und Grundsätze des Gründers geltend macht. Äusserungen in den Medien, die Migros könnte in Zukunft auch alkoholische Getränke verkaufen, haben der Stiftung ihre Aufgabe verstärkt bewusst gemacht. Denn sie hat darauf zu achten, dass in der Migros die Ethik des Gründers beachtet wird, der ein besonderes Unternehmen schuf, das sich um die Volksgesundheit, den sozialen Frieden und soziokulturelle Belange kümmert, sich aber auch den Turbulenzen der Wirtschaft stellen kann. Diese Herausforderung stellt sich in dieser Zeit in besonderem Masse, da grosse ausländische Discounter in der Schweiz auftauchen, die nicht einer Handelspolitik verpflichtet sind, wie der des Migros-Gründers, die hier seit einem halben Jahrhundert erfolgreich ist. Ende Dezember 2004 hat Pierre Arnold, der die Stiftung seit 1992 mit viel Engagement präsidierte, seine Aktivitäten im Dienst der Migros beendet. Jules Kyburz, seit mehreren Jahren Mitglied des Stiftungsrates und ehemaliger Präsident der Verwaltung des MGB,


M I G ROS FAC T S

löst ihn ab 1. Januar 2005 an diesem Posten ab. Peter Birrer, ehemaliger Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Zürich und Vizepräsident der MGB-Verwaltung, ergänzt den Stiftungsrat als neues Mitglied.

GOT TLI EB -DU T T WEI LER-I NSTITU T (GDI)

Am Puls des Handels Mit seinen Veranstaltungen und Studien rückt das GDI heute die wichtigen Themen von morgen in den Blickpunkt. 2004 war für das GDI ein hervorragendes Jahr. Als ältester Think Tank der Schweiz etabliert sich das GDI auch immer noch stärker als europäische Plattform für den Handel und sein wirtschaftliches und gesellschaftliches Umfeld. Durch die anhaltend schwierige Wirtschaftslage steigt die Nachfrage nach Dienstleistungen stetig. Höhepunkt war 20 04 die Verleihung des Gottlieb-Duttweiler-Preises an Joschka Fischer. Der deutsche Aussenminister erhielt den mit 100 000 Franken dotierten Preis für seine Bemühungen um die europäische Integration. An der Feier im Mai nahmen über 800 Personen teil, darunter auch Fischers Schweizer Amtskollegin Micheline Calmy-Rey. An der 54. Internationalen Handelstagung (IHT) unter dem Titel «Überleben in der Schönen Neuen Welt des Handels» ging es unter anderem um den Aufstieg Chinas. Der 5th European Food Service Summit (EFSS) drehte sich unter dem Titel «The New Battle for Mouths, Minds and Markets» um den neuen Kampf um Kunden. Die 1. Europäische Channels-Tagung ging der Frage nach dem Weg des Kunden nach: «Wo kaufen Menschen ein?» Food for Thought (FFT), die Plattform für neue Ideen in Wirtschaft und Gesellschaft, profilierte sich mit Topreferenten wie Lester C. Thurow und Jeremy Rifkin. Die Veranstaltungsreihe Pioneers beginnt sich als Forum für Trendsetter zu etablieren. Studien zu Themen wie Billig-Zeitalter («Age of Cheap») und Kundenverhalten («Blackbox-Kunde») rücken wichtige Themen des Handels in den Blickpunkt. Auch als Ort für Veranstalter bleibt das GDI in Rüschlikon sehr beliebt: Die Belegungszahlen waren 2004 höher als 2003.

97

PARKS I M GRÜNEN

Begegnungen in der Natur Die vier von der Migros gestifteten Parkanlagen sind Erholungsräume für alle. Die Parks im Grünen bieten der Schweizer Bevölkerung Raum für Erholung und Begegnungen. Die vier Parks in Rüschlikon bei Zürich, in Münchenstein bei Basel, auf dem Berner Hausberg Gurten und in Signal de Bougy bei Lausanne sind eine Attraktion für alle. Hier finden auch von den regionalen Genossenschaften organisierte Events und kulturelle Veranstaltungen statt. Angegliederte Restaurantbetriebe bieten Verpflegung aller Art an.

STI F TUNG ADELE -DU T T WEI LER-PREIS

Kampf gegen Personenminen Für ihre Minenräummaschine wurde die Vereinigung Digger DTR mit dem Adele-Duttweiler-Preis ausgezeichnet. Am 27. Oktober 2004 hat die Stiftung Adele-Duttweiler-Preis die Vereinigung Digger DTR mit dem 29. Adele-Duttweiler-Preis ausgezeichnet. Der mit 50 000 Franken dotierte Preis wurde den Preisträgern in Anwesenheit von Ernst A. Brugger, Mitglied des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), übergeben. Die Stiftung Adele-Duttweiler-Preis will die Vereinigung Digger DTR mit dieser Auszeichnung in ihrem Kampf gegen die verhängnisvollen Personenminen unterstützen. Die gemeinnützige Vereinigung befasst sich mit der Forschung und Entwicklung von Hilfssystemen zur Räumung von Personenminen. Unter der Leitung von Frédéric Guerne hat das Team von Digger DTR während fünf Jahren an der Konstruktion eines Fahrzeuges zur Gestrüppentfernung gearbeitet, das die Arbeit der Minenräumer erleichtert. Die Stiftung Adele-Duttweiler-Preis wurde 1972 von den zehn regionalen Genossenschaften und dem Migros-Genossenschafts-Bund gegründet.


98

M I G ROS FAC T S

www.migros.ch

Steigende Besucherzahlen Das Informationsangebot des Internet-Portals der Migros wird von immer mehr Kundinnen und Kunden genutzt. Die Website www.migros.ch befand sich 20 04 erneut auf Erfolgskurs. Die Anzahl der Besucher stieg von 2,16 Millionen im Jahr 2003 auf rund 3 Millionen Besucher. Dies entspricht einer Zunahme von fast 39 Prozent. Inhaltlich ausgebaut wurde das Portal mit der Rubrik «Arbeiten bei der Migros». Diese enthält eine

Fülle von Informationen, sowohl für Mitarbeitende der M-Gemeinschaft wie auch für Stellensuchende. Von den elf Channels des Portals wird «Service» mit Stellenbörse, Filialsuche und M-Infoline am meisten genutzt. An zweiter Stelle stehen die «Aktuellen Angebote» mit Aktionen, Neuheiten und CumulusAngeboten. Sehr gut genutzt werden auch die News aus dem Elektronikbereich, Migros-spezifische Themen sowie Informationen zu «Haus + Garten».


M I G RO S - G R U P P E

101

Finanzieller Lageberibt

KENNZAHLEN ( M I O . C H F ) Gruppenumsatz Bruttomarge EBITDA EBIT Finanzergebnis Gruppengewinn Cashflow Free Cashflow Selbstfinanzierungsgrad Effektivverschuldung Verschuldungsfaktor Finanzierungsverhältnis

2004 20 303 40,5 % 1 397 543 103

545 1 187 301 140 % 4 400 3,7 89 %

2003

20 013 41,0 % 1 290 484 86 372 1 005 –162 89 % 4 786 4,8 98 %

Wachstum der Migros wieder breit abgestützt Mit 2,4 Prozent Umsatzzunahme im Schweizer Markt tragen die regionalen Genossenschaften 343 Millionen Franken zum Gesamtwachstum bei. Diese Umsatzzunahme konnte trotz ausbleibender Teuerung im Migros-Warenkorb durch höhere Einkaufsfrequenzen, besseren Durchschnittseinkauf und Flächenexpansion erreicht werden. Der Detailhandel Migros im Ausland konnte im schwierigen Marktumfeld den Umsatz um 10 Millionen Franken auf 226 Millionen Franken steigern. Die Globus-Gruppe hat – verkaufs- und strukturbereinigt – 1,2 Prozent oder 14 Millionen Franken Umsatz zugelegt. Allerdings wird der Umsatz der

Migros-Gruppe vom verkaufs- und strukturbedingten Umsatzrückgang der Globus-Gruppe mit –389 Millionen Franken belastet. Es fehlen die Auslandumsätze von Office World UK, Globe Mulhouse und Office World Frankreich. Zudem fallen ein Grossteil der Umsätze von Oviesse, ABM und Nannini weg. Hotelplan konnte den Umsatz um 7,3 Prozent oder 121 Millionen Franken erheblich steigern. Während Hotelplan Schweiz nur eine bescheidene Zunahme – allerdings bei verbesserter Profitabilität – verzeichnen konnte, erzielten die Auslandgesellschaften positive, zum Teil geradezu stürmische Umsatz-Entwicklungen. Der Hotelplan-Gruppe entstehen durch die Flutkatastrophe in Asien geringe Kosten, die durch Versicherungsleistungen gedeckt sind. Migrol wächst dank höherer Erdölpreise um 9,1 Prozent auf 1248 Millionen Franken. Der Absatz in m3 ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben; Migrol gewinnt in einem gesamtschweizerisch rückläufigen Markt erneut Marktanteile. Dies vor allem durch den Ausbau des Shop-Geschäftes und mit Verkaufsaktionen im Heizölgeschäft. Ex Libris legte 14,6 Prozent zu und schloss das Jahr mit einem Umsatzrekord von 165 Millionen Franken ab. Neben dem boomenden Online-Kanal hat insbesondere auch die Neueröffnung des Flaggschiffs an der Bahnhofstrasse in Zürich dazu beigetragen. Limmatdruck konnte mit plus 7,1 Prozent ebenfalls beachtliche Fortschritte erzielen und ihre Stellung im Verlags- wie auch im Verpackungsbereich festigen. Die Industrie hat sowohl mit den Genossenschaften wie auch mit Drittmärkten im In- und Ausland weiter erfreulich zugelegt. So konnte sowohl im Grossverbrauchergeschäft mit einem Umsatzanstieg von 9,3 Prozent wie auch im Exportgeschäft mit einem Wachstum von 14,0 Prozent die Expansion vorangetrieben werden. Operative Ergebnisse durch Prozess- und Strukturbereinigungen sowie Einmaleffekte verbessert Die operativen Ergebnisse wurden weiter verbessert. Dazu beigetragen haben verschiedene Massnahmen in den Prozessen und Strukturen. Zudem hat als Einmaleffekt die Anpassung der AHV-Ersatzrente als Folge

ZAHLENTEIL

Gute Umsatzzunahme und Stärkung der Finanzkraft in einem sich verändernden Umfeld Die Migros-Gruppe steigerte in wesentlichen Bereichen die Umsätze und hat Marktanteile dazugewonnen. Dabei stellte sich die Migros auf die veränderten Marktsituationen ein und verbesserte mit verschiedenen Optimierungsprogrammen in der Wertschöpfungskette und Restrukturierungen ihr operatives Ergebnis. Dank günstiger Finanzierung und höherem Ergebnis der Migrosbank verbesserte sich das Finanzergebnis wiederum. Der Risikoüberwachung und der Verschuldung wurde auch dieses Jahr besondere Bedeutung zugemessen. So konnte die Effektivverschuldung bei einem Investitionsvolumen von knapp einer Milliarde reduziert und das Verhältnis Fremd-/Eigenkapital zu Gunsten des Eigenkapitals verbessert werden.


102

M I G RO S - G R U P P E

des neuen Referenzalters 63 Jahre zu einer Rückstellungsauflösung von ca. 30 Millionen Franken geführt, die sich positiv auf das Ergebnis auswirkt. Im Warenhandel der Migros wurden die letzten Bereiche erfolgreich auf die Zentrale Warenwirtschaft umgestellt. Die Systeme arbeiten reibungslos, kleinere Adjustierungen folgen noch. Die Logistik wurde weiter optimiert und in Suhr, dem Zentrallager für das Trockenwarensortiment, wurde ein Prozessverbesserungs- und Effizienzsteigerungsprogramm gestartet. Mit dem Projekt «Avanti» werden die Migros-Industrien systematisch durchleuchtet und Optimierungen vorgenommen. Bereinigungen und Konsolidierungen bei der Globus-Gruppe und bei Hotelplan Schweiz führten zu weiteren Verbesserungen. Die neuen Abläufe, die Überprüfung und Vereinheitlichung von Prozessen wie auch Effizienzprogramme zeigen entsprechend positive Auswirkungen bei den Resultaten. Weitere Massnahmen werden notwendig sein, um ein nachhaltiges Ergebnis im sich verändernden Umfeld sicherzustellen. Dazu sind Schritte bereits eingeleitet und werden konsequent umgesetzt. Bruttomarge Die Veränderung der Bruttomarge ergibt sich aus Verschiebungen der Umsatzanteile zwischen den einzelnen Unternehmen. Der Warenhandel der Migros hat infolge Eigenproduktion eine grössere Bruttomarge. Die Bereiche Dienstleistungsunternehmen und übriger Handel (insbes. Migrol, Hotelplan, Globus, Ex Libris) haben wegen fehlender Eigenproduktion kleinere Bruttomargen, dafür auch weniger operative Aufwendungen. Mit dem jährlich ändernden Mix ergeben sich kleinere Verschiebungen. Verbesserungen im Einkauf des Warenhandels werden vollumfänglich an die Kunden weitergegeben. EBIT Der EBIT, negativ beeinflusst vom prozentual zum Umsatz veränderten Bruttogewinn, ist 59 Millionen Franken höher als im Vorjahr. Die operativen Aufwendungen sind weniger angestiegen als der Umsatz. Im operativen Aufwand erfolgt eine Abnahme des Personalaufwandes von 11 Millionen Franken, trotz über dem Branchendurchschnitt gewährter Lohnerhöhungen von 1,25 bis 1,75 Prozent. Diese Tatsache ist ein Resultat der sorgsamen und verbesserten Planung und des optimierten Einsatzes des Mitarbeiterbestandes sowie der durch die Globus-Gruppe getätigten Unternehmensverkäufe. Der Personalaufwand, welcher neben den Löhnen Pensionskassenbeiträge, Rückstellungen für die AHV-Ersatzrenten und andere Sozialleistungen beinhaltet, ist mit 58 Prozent

neben dem Warenaufwand der mit Abstand grösste Aufwandbereich der Erfolgsrechnung. Weitere vereinfachte Prozesse und Sparanstrengungen führen zur Abnahme der anderen betrieblichen Aufwendungen. Die Abschreibungen sind leicht höher als im Vorjahr. Dies wegen Gesamtinvestitionen von ca. 1 Milliarde Franken. Eingesetzt sind diese Investitionen vorwiegend bei den Genossenschaften für neue, erweiterte und umgebaute Verkaufsstandorte und bei der Industrie für die Modernisierung und Kapazitätsausweitung der Produktionsanlagen. Finanzergebnis durch Equity-Beteiligung, Finanzrechnung und Finanztransaktionen wieder positiv beeinflusst Das Finanzergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr wieder verbessert werden. Das günstige Zinsumfeld wurde für weitere vorteilhafte Refinanzierungen genutzt und damit die Durchschnittsverzinsung weiter reduziert. Die Zinskosten wurden, wo notwendig und sinnvoll, mit Zinssatzswaps abgesichert und durch Erträge aus dem Verkauf von Optionen auf Zinssatzswaps reduziert. Die bestehende Liquidität der Migros-Gruppe dient der Wahrung der operativen Freiheit und wird entsprechend angelegt. Mit den flüssigen Mitteln, Wertschriften und Geldanlagen werden risikogerechte Erträge erwirtschaftet. Hinzu kommen zusätzliche Erträge aus der Equity-Beteiligung der Migrosbank. Steigender Cashflow von über einer Milliarde Der aus der Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Geldzufluss reicht dieses Jahr aus, um alle Investitionen selbst zu finanzieren. Die Migros hat das Ziel, den grössten Teil des erwirtschafteten Cashflows wiederum in den Markt für bestehende oder neue Geschäfte zu investieren. Die erarbeiteten Mittel zeigen, dass die Fähigkeit, genügend Mittel für zukünftige, langfristige Investitionen zu erwirtschaften, vorhanden ist. Optimierungen bei der Bilanzstruktur werden weiter verfolgt. Der wertorientierten Führung kommt in der Migros besondere Beachtung zu.


M I G RO S - G R U P P E

CASHFLOW (in Mio. CHF) 1200 900 600

739

1 168

1 103

1 005

1 187

2000

2001

2002

2003

2004

300 0

Wertorientierte Führung und Werte auch in der Migros schaffen Die wertorientierte Führung ist heute eine weit verbreitete Form der finanziellen Unternehmensführung. Die Ausrichtung an der Mehrwertschaffung ist für alle Unternehmen, unabhängig von Tätigkeitsfeld, Unternehmensgrösse oder Rechtsform von zentraler Bedeutung. Auch die Migros hat sich zur Einführung dieses Konzeptes als Basis für die finanzielle Führung entschlossen und wendet dabei ein auf die Migros-Gruppe angepasstes Modell der wertorientierten Führung an. Grundlage dafür ist, dass sich die Migros-Gruppe in Bezug auf Wertschaffung und Effizienz wie alle anderen Unternehmen verhalten muss. Oberstes Ziel für die Migros ist dabei, über eine nachhaltige Wertschöpfung den langfristigen Erfolg sicherzustellen. Dazu werden differenzierte Ziele für die verschiedenen Unternehmensbereiche gesetzt. In der Verwendung der geschaffenen Werte unterscheidet sich die Migros sodann von kapitalmarktorientierten Unternehmen. Die geschaffenen finanziellen Werte stehen für die Kunden, zur Sicherung von Arbeitsplätzen, für das Kulturprozent oder für langfristige Investitionen in wichtige Projekte zur Verfügung. Dazu gibt die Wertschöpfungsrechnung weitere Informationen. Das angewandte Konzept und dessen Instrumente dienen nicht nur der Stärkung des Wertschöpfungsgedankens, sondern verbessern auch die Qualität und Transparenz von Entscheidungen und stellen eine Weiterentwicklung unserer finanziellen Führungsinformationen sicher. So konnte mit der Einführung ein stärkerer Fokus auf die nachhaltige Strategieumsetzung sowie eine verstärkte Integration von strategischer Planung, Finanz- und Investitionsplanung erreicht werden. Jährliche Resultate, Budgets und Pläne werden an festgelegten Zielvorgaben gemessen und neue Projekte werden entsprechend bewertet. Bereichsspezifische Auswertungen mit dif-

103

ferenzierten Zielvorgaben erlauben zudem eine vertiefte Beurteilung unserer Aktivitäten und Risiken und zeigen die Wertschöpfung der entsprechenden Bereiche oder Projekte auf. Rendite, Wachstum und Mehrwertschaffung als zentrale Grössen werden somit Bestandteil der operativen Tätigkeit und stärken unsere Einsatzkraft in einem immer härter werdenden Konkurrenzumfeld. Dabei stehen die wichtige Denkhaltung der wertorientierten Führung sowie die positive Einstellung zur Steigerung der Attraktivität stets im Vordergrund. Finanzielles Risikomanagement Das finanzielle Risikomanagement innerhalb der Migros-Gruppe erfolgt nach einheitlichen, vom Management festgelegten Grundsätzen und Richtlinien. Diese betreffen die Sicherstellung und Bewirtschaftung der liquiden Mittel, die Absicherung der Markt-, Währungs-, Zins- und Kreditrisiken und die Beschaffung kurz- und langfristiger Finanzierungen. Die Gesellschaften der Migros-Gruppe sind für eine gesunde Finanz- und Investitionspolitik selbst verantwortlich. Das Treasury des Migros-GenossenschaftsBundes offeriert als gruppeninternes Bank- und Service-Center dem Genossenschaftsverband und seinen Tochtergesellschaften optimierte Lösungen für alle Liquiditäts-, Finanzierungs- und Devisenbedürfnisse der Gruppengesellschaften. Dadurch erfolgt die Bewirtschaftung der Liquidität und kosteneffiziente Beschaffung von Devisen und Finanzierungen zwecks Optimierung der Finanzmittel mehrheitlich zentralisiert. Die Überwachung der Risiken mit Limitensystemen und Sensitivitätsanalysen sowie deren Bewirtschaftung erfolgen beim Migros-Genossenschafts-Bund. Liquiditätsmanagement Zum Zweck der permanenten Gewährleistung der Zahlungsbereitschaft der Gruppe führt der MigrosGenossenschafts-Bund eine Nettoliquidität in der Grösse von mindestens 4 Prozent des Gruppenumsatzes. Damit werden ca. 75 Prozent der Gruppenliquidität durch den Migros-Genossenschafts-Bund verwaltet. − Geldmarkt- und Devisengeschäfte Mindestens 50 Prozent der Liquidität des MigrosGenossenschafts-Bundes werden im Rahmen der Liquiditäts-, Devisen- und Zinspolitik zur Liquiditätsversorgung der Gruppengesellschaften eingesetzt. Als interne Bank und Service-Center ist der Migros-Genossenschafts-Bund zuständig für alle Liquiditäts- und Devisenbedürfnisse der Migros-


104

M I G RO S - G R U P P E

Gruppe. Durch die Bündelung der internen Fremdwährungsbedürfnisse können Devisentransaktionen bezüglich Timing und Kosten optimiert abgewickelt werden. Der Migros-Genossenschafts-Bund offeriert seinen Partnern neben einer Kontokorrent-Lösung in verschiedenen Währungen auch die Möglichkeit, kurz- oder langfristige Finanzierungen oder Anlagen zu tätigen. − Anlageportfolio Bis zu höchstens 50 Prozent der Liquidität des Migros-Genossenschafts-Bundes werden im Rahmen eines separaten Portfolios in Wertschriften angelegt. Die vom Management vorgegebene Anlagepolitik regelt mittels strategischer und taktischer Asset Allocation die Aufteilung der Anlagen nach Anlagekategorien, Märkten und Währungen. Aufteilung Wertschriften nachWährungen

Euro

3%

US-Dollar

4%

Übrige Schweizer Franken

Aufteilung Wertschriften nach Anlagekategorien

7% 93 %

Mio. CHF

24 %

Anleihen

43 %

Mitarbeiter

33 %

Banken/Dritte

Aufteilung der Gruppenfinanzierung nach Fälligkeiten (Status 31.12.2004)

600 450 300 150

8%

85 %

Aufteilung der Gruppenfinanzierung nach Gegenparteien

Aktien Obligationen

Finanzierungsmanagement Die Finanzierungspolitik setzt die Rahmenbedingungen für die Aufnahme von kurz- und langfristigen Finanzierungen am Geld- und Kapitalmarkt. Die Finanzierung basiert grundsätzlich auf einem Drei-Säulen-Konzept: den Anlagesparkonten der Migros-Mitarbeitenden, Krediten und Darlehen von inländischen und ausländischen Banken und institutionellen Investoren sowie Kapitalmarktanleihen. Dank zentraler Bündelung des Mittelbedarfs und A-Rating von Standard & Poor’s erfolgt die Kapitalbeschaffung kostenminimal und optimal diversifiziert bezüglich Laufzeitenstaffelung und Gegenparteien.

0

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Banken/Dritte

Anleihen

Die beiden für die Beschaffung von Fremdkapital wichtigen Finanzkennzahlen haben sich gegenüber dem Vorjahr wiederum verbessert bzw. auf hohem Niveau gehalten: Der dynamische Verschuldungsgrad verbesserte sich für die Migros-Gruppe von 1,74 Mal im Vorjahr auf 1,36 Mal dank Reduktion der Finanzschuld und einem höheren EBITDA. Der Zinsdeckungsgrad reduzierte sich von 16 Mal im Vorjahr auf 13,5 Mal. Bilanzmanagement Das finanzielle Risikomanagement dient dem Zweck der Erhaltung der starken Bilanz mit gesunden Bilanzrelationen. Diese Aktivitäten basieren auf einem konservativen Ansatz, der den strategischen Finanzzielen «flexible und genügende Liquiditätsversorgung» und «Minimierung der Risiken» vor dem «Erwirtschaften einer maximalen Rendite» Vorrang einräumt. Mit langfristiger Planung des Investitionsbedarfs wird eine Strategie verfolgt, welche es erlaubt, die effektive Verschuldung auf einem tiefen Stand und die Fälligkeiten zeitlich gestaffelt zu halten. Damit soll auch weiterhin die Unabhängigkeit der Migros-Gruppe sichergestellt werden. Die Bilanzstruktur der Migros-Gruppe ist weiterhin gesund. Die Effektivverschuldung von 4,4 Mil-


M I G RO S - G R U P P E

liarden Franken vergleicht sich mit einer Bilanzsumme von 16,8 Milliarden Franken und nahm um 386 Millionen Franken ab. Bei einem Eigenkapitalzuwachs von 523 Millionen Franken konnte der Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital um 2,4 Prozentpunkte auf 53,0 Prozent verbessert werden. Auch der Grundsatz der Fristenkongruenz, wonach das Eigenkapital zuzüglich langfristigen Fremdkapitals das Anlagevermögen decken soll, ist eingehalten. Versicherungsmanagement Der Versicherungsschutz für die Unternehmen und Stiftungen der Migros-Gruppe wird durch Eigenversicherung sowie durch Verträge mit privaten Versicherungsgesellschaften und öffentlich-rechtlichen Versicherungsanstalten gewährleistet. Die Versicherungsabteilung des Migros-Genossenschafts-Bundes tritt dabei gegenüber den Versicherungsgesellschaften als «Versicherungs-InhouseBroker» auf. Dank Gruppenverträgen ist einerseits ein sehr umfassender und weitgehender Deckungsumfang erhältlich und andererseits sind hohe Deckungssummen möglich. Dadurch ist auch sichergestellt, dass alle MigrosUnternehmen über den bestmöglichen Versicherungsschutz zu angemessenen Prämien verfügen.

105

Risikomanagement in Steuer- und allgemeinen Rechtsfragen Aufgrund der häufigen Änderungen im steuerlichen und rechtlichen Umfeld steigt – auch im Sinne einer verstärkten Corporate Governance – das allgemeine Bedürfnis nach einer funktionierenden und effizienten Risikokontrolle sowie Risikobewirtschaftung und damit in erster Linie nach einem umfassenden, konzernweiten Überblick über latent drohende und bestehende Risiken in Steuer- und allgemeinen Rechtsfragen. Wie in den vorangegangenen Jahren wurden die Risiken innerhalb der Gruppe nach einheitlicher Systematik erfasst und ausgewertet. In einem fortlaufenden Prozess werden die verschiedenen Risikokategorien und -arten analysiert und die entsprechenden Massnahmen umgesetzt. Zur Grösse und Komplexität der Migros-Gruppe halten sich die Steuer- und allgemeinen Rechtsrisiken in einem vertretbaren Rahmen. Joerg Zulauf Departement Finanzen


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M I G RO S - G R U P P E

Wertschöpfungsrebnung

Eine nachhaltige Wertschöpfung und auf die Zukunft gerichtetes Bewirtschaften der verfügbaren Mittel soll auch in schwierigen Zeiten die Sicherung des Unternehmens, der Arbeitsplätze wie auch der Leistungen an die öffentliche Hand ermöglichen. Dabei sollen die Leistungen an unsere Kunden laufend gesteigert werden. 2004

2003

MIO . CHF

%

MIO . CHF

%

Unternehmensleistung

20 303

100

20 013

100

Materialaufwand

12 082

59

11 815

59

Übriger Aufwand

1 335

7

1 501

8

6 886

34

6 697

33

854

4

806

4

6 032

30

5 891

29

Entstehung

B RU T TOW ERTSCHÖPFU NG Abschreibungen

N ET TOW ERTSCHÖPFU NG –

Verwendung 4 488

74

4 499

76

an Kultur/Soziales (Kulturprozent)

114

2

114

2

an Kreditgeber

96

2

75

1

789

13

831

14

an Mitarbeiter

an öffentliche Hand 92

› Steuern

100

› Mehrwertsteuern

142

138

› Zölle/Gebühren/Abgaben

555

593

an Unternehmung (Selbstfinanzierung)

N ET TOW ERTSCHÖPFU NG

545

9

372

7

6 032

100

5 891

100

Kennzahlen zur Wertschöpfung Bruttowertschöpfung je Ø Vollzeitstelle

CHF

114 401

108 919

Nettowertschöpfung je Ø Vollzeitstelle

CHF

100 213

95 810

Personalaufwand je Ø Vollzeitstelle

CHF

74 561

73 171

60 192

61 486

Durchschnittliche Anzahl Vollzeitstellen

Die Zunahme der Unternehmungsleistung ist auf die weiterhin erfolgreiche Umsatzentwicklung bei den Genossenschaften und den Handelsunternehmen zurückzuführen. Trotz Kostensteigerungen bei den Vorleistungen zum Vorjahr vermag die Nettowertschöpfung in absoluten Werten zuzulegen. Sie verbessert sich auch durch die anhaltende Verlagerung zu Leistungen mit einer höheren Wertschöpfung. In der Verwendung der Nettowertschöpfung halten die Mitarbeitenden die prioritäre Stellung auf hohem Niveau. Der Anteil sinkt zum Vorjahr um 2 Prozentpunkte. Trotz abnehmenden absoluten Werten sind im Berichtsjahr allgemeine Salärerhöhungen sowie Verbesserungen der Sozial- und Nebenleistungen erfolgt. Optimierte Abläufe im Wertschöpfungsprozess mit daraus resultierendem niedrigerem Personalbestand ergeben die besseren Kennzahlen je durchschnittliche Vollzeitstelle bei Brutto- wie Nettowertschöpfung. Die Leistungen für Kultur und Soziales bleiben auf 2% der Nettowertschöpfung, obwohl das erfreuliche Gruppenergebnis eine prozentuale Strukturänderung bewirkt. Die Unternehmensfortführung und Innovationssicherung ist durch Einbehaltung eines adäquaten Gewinnes weiterhin anzustreben.


M I G RO S - G R U P P E

107

5-Jahres-Kennzahlen Migros-Gruppe KENNZAHLEN IN MIO . CHF

2000

2001

2002

2003

2004

19 654

20 174

20 187 19 824 1

20 013

20 303

Veränderung in % zum Vorjahr –

+ 5,1

+ 2,6

+ 0,1

+ 1,0

+ 1,4

EBITDA

G RUPPENUMSATZ

1 169

1 284

1 268

1 290

1 397

in % vom Gruppenumsatz –

6,0

6,4

6,4

6,5

6,9

EBIT

407

488

451

484

543

2,1

2,4

2,3

2,4

2,7

419

285

178

372

545

2,1

1,4

0,9

1,9

2,7

739

1 168

1 103

1 005

1 187

3,7

5,8

5,6

5,0

5,8

–298

202

43

–162

301

I NVESTITIONEN –

1 210

1 140

1 208

1 319

996

U MLAUFVERMÖGEN

5 160

5 294

4 813

4 844

5 017

31,9

32,1

29,3

29,2

29,8

in % vom Gruppenumsatz – G RUPPENGEWINN in % vom Gruppenumsatz – C ASHFLOW in % vom Gruppenumsatz – F REE C ASHFLOW –

in % vom Gesamtvermögen –

10 991

11 194

11 611

11 744

11 822

in % vom Gesamtvermögen –

68,1

67,9

70,7

70,8

70,2

K URZFRISTIGES F REMDKAPITAL

3 177

2 902

2 981

3 195

3 184

19,7

17,6

18,2

19,3

18,9

5 292

5 741

5 423

4 999

4 738

32,8

34,8

33,0

30,1

28,1

7 682

7 845

8 020

8 394

8 917

47,5

47,6

48,8

50,6

53,0

16 151

16 488

16 424

16 588

16 839

109

120

123

114

114

79 688

A NLAGEVERMÖGEN

in % vom Gesamtkapital – L ANGFRISTIGES F REMDKAPITAL in % vom Gesamtkapital – E IGENKAPITAL in % vom Gesamtkapital – B ILANZSUMME – A UFWENDUNGEN FÜR KULTURELLE , SOZIALE UND WIRTSCHAFTSPOLITISCHE Z WECKE – P ERSONALBESTAND K ONSOLIDIERUNGSKREIS › Anzahl Personen 31.12.

80 948

82 018

83 149

81 600

› Vollzeitstellen 31.12.

59 224

60 103

62 400

60 571

59 812

› Vollzeitstellen Jahresdurchschnitt –

58 252

59 664

61 252

61 486

60 192

1 853 382

1 877 875

1 890 739

1 913 531

1 957 804

M IGROS -G ENOSSENSCHAFTER (Mitglieder) 1

2002: Angepasster Vorjahreswert aufgrund neuer Umsatzdefinition Hotelplan-Gruppe


108

M I G RO S - G R U P P E

Gruppenbilanz

ERL ÄUTERUNGEN

31.12.2004 MIO . CHF

31.12.2003 MIO . CHF

Flüssige Mittel

1/14

1 825

1 545

Wertschriften

2/14

510

544

Forderungen

3/14

745

780

Vorräte

4

1 825

1 860

Aktive Rechnungsabgrenzung

5

Aktiven U M LAU F V ER MÖGEN

T OTA L U M LAU FV ER MÖGEN

112

115

5 017

4 844

– A N LAGEV ER MÖGEN 6

9 615

9 584

7/14

2 133

2 072

8

74

88

T OTA L A N LAGEV ER MÖGEN

11 822

11 744

BILANZSUMME

16 839

16 588

Sachanlagen Finanzanlagen Immaterielle Anlagen

Passiven K U R ZFR IST IGES F R EM DK A PI TA L Bankverbindlichkeiten Sonstige Verbindlichkeiten Passive Rechnungsabgrenzung

9/14

583

637

10/14

2 404

2 372

11

197

186

3 184

3 195

12/14

3 483

3 579

13

1 244

1 414

4 727

4 993

7 911

8 188

11

6

T OTA L KU R ZFR ISTIGES F R EM DK A PITA L – L A NGFR IST IGES F R EM DK A PI TA L Finanzverbindlichkeiten Rückstellungen

T OTA L LA NGFR ISTIGES F R EM DK A PITA L T OTA L F R EM DK A PITA L – M I N DER H EI TSA N T EI LE – E IGENKAPITAL Genossenschaftskapital Gewinnreserven Gruppengewinn

T OTA L E IGEN K A PITA L BILANZSUMME

20

20

8 352

8 002

545

372

8 917

8 394

16 839

16 588


M I G RO S - G R U P P E

109

Gruppenerfolgsrebnung

ERL ÄUTERUNGEN

2004

2003

MIO . CHF

MIO . CHF

19 672

Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen

14/15

19 921

Andere betriebliche Erträge

14/16

382

341

20 303

20 013

12 082

11 815

8 221

8 198 4 499

G RU PPEN U MSATZ – Material- und Dienstleistungsaufwand der verkauften Produkte und Leistungen

B RU T TOGEW I N N AUS BETR I EBLICH ER TÄTIGK EIT – Personalaufwand Betriebliche Abschreibungen Andere betriebliche Aufwendungen

17

4 488

6/8

854

806

14/18/22

2 336

2 409

543

484

EBIT – Finanzergebnis Übriges Ergebnis

14/19

103

86

20

32

–55

678

515

G EW I N N VOR S TEU ER N – Steuern

G EW I N N

21

131

143

547

372

–2

0

545

372

– Minderheitsanteile

GRUPPENGEWINN


110

M I G RO S - G R U P P E

Gruppengeldoussrebnung ERL ÄUTERUNGEN

Geschäftstätigkeit G RU PPENGEW I N N Minderheitsanteile

2004

2003

MIO . CHF

MIO . CHF

545

372

2

0

817

775

Abschreibungen auf: › Sachanlagen

6

› Finanzanlagen › Immaterielles Anlagevermögen

8

Buchgewinne aus Verkäufen von Vermögensteilen Nicht liquiditätswirksamer Ertrag aus Equity-Beteiligungen Abnahme von Rückstellungen ( Vorjahr Zunahme)

13

G ELDFLUSS AUS BETR I EBLICH ER TÄTIGK EIT VOR VER Ä N DERU NG DES N ET TOU M LAU FV ER MÖGENS Abnahme (Zunahme) des betrieblichen Nettoumlaufvermögens

23

= G ELDFLUSS AUS G ESCH Ä F TSTÄTIGK EIT (C ASH FLOW)

–3

0

30

31

– 20 –155

–135

–170

54

1 046

1 082

141

– 77

1 187

1 005

–15

Investitionstätigkeit –972

–1 122

Veräusserung von Sachanlagen

102

152

Kauf von Beteiligungen

–10

0

5

0

Investitionen in Sachanlagen

6

Veräusserung von Beteiligungen Investitionen in Beteiligungen von assoziierten Gesellschaften Investitionen in immaterielle Anlagen Veräusserung von immateriellen Anlagen

= G ELDFLUSS AUS I N V ESTITIONSTÄTIGK EIT F R EE C ASH FLOW

8

0

–172

–14

- 25

3

0

–886

–1 167

301

– 162

–82

235

Finanzierungstätigkeiten Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Finanzanlagen Langfristige Finanzverbindlichkeiten Arbeitgeberbeitragsreserve (Fonds MGB)

= G ELDFLUSS AUS F I NA NZI ERU NGSTÄTIGK EIT WÄ H RU NGSEI N FLUSS AU F LIQU I DE M IT TEL

99

381

–89

– 477

21

0

–51

139

–4

6

Liquide Mittel Anfang Jahr

2 089

2 106

Liquide Mittel Ende Jahr

2 335

2 089

246

–17

Liquide Mittel

1 825

1 545

Wertschriften

510

544

2 335

2 089

= Z U NA H M E LIQU I DE M IT TEL ( Vorjahr Abnahme) –

Zusammensetzung des Fonds

= F ON DS LIQU I DE M IT TEL U N D WERTSCH R I F TEN


111

M I G RO S - G R U P P E

Veränderungen des konsolidierten Eigenkapitals der Migros-Gruppe WERTE IN MIO . CHF GENOSSENSCHAFTSKAPITAL

Eigenkapital 01.01.2003

KUMUL. FREMDEINBE- WÄHRUNGSHALTENE DIFFERGEWINNE ENZEN

20

8 008

TOTAL EXKL. MINDERHEITSANTEILE

MINDERHEITSANTEILE

TOTAL INKL. MINDERHEITSANTEILE

8 020

8

8 028

–8

Veränderung Genossenschaftskapital 372

Jahresgewinn

2

Fremdwährungs-Umrechnungsdifferenzen

372

372

2

2

Dividenden Konsolidierungskreisänderungen/ Erhöhung Beteiligungsanteile Eigenkapital 31.12.2003

–2

–2

20

8 380

–6

8 394

6

8 400

20

8 380

–6

8 394

6

8 400

545 –1

2

–1

547 –1

E IGEN K A PITA L 01.01.2004 Veränderung Genossenschaftskapital Jahresgewinn

545

Fremdwährungs-Umrechnungsdifferenzen Dividenden Konsolidierungskreisänderungen/ Erhöhung Beteiligungsanteile

3 –21

Erfolgsneutrale Veränderungen

E IGEN K A PITA L 31.12.2004

20

8 904

3

–21 –7

8 917

–21 11

8 928

Die Swiss GA AP FER 24 Eigenkapital und Rechnungslegung ist seit 1.1.2004 in Kraft. Dies bewirkt die Änderung in der Darstellung des konsolidierten Eigenkapitals der Migros-Gruppe sowie den erforderlichen Nachweis der Zusammensetzung des Genossenschaftskapitals. Die erfolgsneutrale Veränderung des Eigenkapitals erfolgte aufgrund einer Umwandlung eines Fonds bei der Migros-Pensionskasse zu nicht bilanzierungsfähigen Arbeitgeberbeitragsreserven. –

Genossenschaftskapital-Nachweis G ENOSSENSCH A F TS -A N T EI LSCH EI N E 01.01.2004

10.– 1 916 859

A N T EI LSCH EI N

30.– 16 957

A N T EI LSCH EI N

TOTA L A N T EI LSCH EI N E

1 933 816

40 756

– 16 491

24 265

1 957 615

466

1 958 081

G ENOSSENSCH A F TSK A PI TA L I N TCHF 01.01.2004

19 168

508

19 676

Veränderung Genossenschaftskapital 31.12.2004

408

–494

–86

19 576

14

19 590

Veränderung Anteilscheine 31.12.2004 –

G ENOSSENSCH A F TSK A PI TA L – STAT U TA R ISCH E B EST I M M U NGEN A N T EI LSCH EI N E :

Jede Genossenschaft gibt Anteilscheine aus, die auf ihren Namen lauten.

H AFTUNG :

Für die Verbindlichkeit der Genossenschaft haftet ausschliesslich das Genossenschaftsvermögen. Jede persönliche Haftung der Genossenschafter ist ausgeschlossen.


112

M I G RO S - G R U P P E

Anhang zur Gruppenrebnung Grundsätze der Rechnungslegung Allgemeine Grundlagen der Rechnungslegung Die Gruppenrechnung wird gemäss den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GA AP FER vorgenommen. Die der Konsolidierung zugrunde liegenden Einzelabschlüsse werden nach einheitlichen Grundsätzen erstellt. Die Erstellung der Gruppenrechnung verlangt von der Unternehmensleitung, Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, Eventualverpflichtungen im Zeitpunkt der Bilanzierung sowie Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt derartige Einschätzungen und Annahmen, welche von der Unternehmensleitung im Zeitpunkt der Bilanzierung nach bestem Wissen getroffen wurden, von den tatsächlichen Gegebenheiten abweichen, werden die ursprünglichen Einschätzungen und Annahmen in jenem Berichtsjahr entsprechend angepasst, in dem sich die Gegebenheiten geändert haben. Konsolidierungsstichtag Abschlussstichtag aller einbezogenen Unternehmen ist der 31. Dezember, mit Ausnahme der HotelplanGruppe, deren Geschäftsjahr am 31. Oktober endet. Konsolidierungskreis In die Gruppenrechnung einbezogen sind alle Unternehmen, welche durch die Migros-Gruppe direkt oder indirekt kontrolliert werden. Kontrolle bedeutet die Möglichkeit der massgebenden Beeinflussung der finanziellen und operativen Geschäftstätigkeiten, um daraus entsprechenden Nutzen ziehen zu können. Dies ist üblicherweise der Fall, wenn die Migros-Gruppe direkt oder indirekt mehr als 50 Prozent der Stimmrechte einer Gesellschaft besitzt. Im Laufe des Berichtsjahres erworbene oder veräusserte Gesellschaften werden ab dem Datum der Übergabe der Kontrolle der Geschäftstätigkeiten an die Migros-Gruppe und alle verkauften Gesellschaften bis zum Veräusserungsdatum in die Gruppenrechnung einbezogen bzw. ausgeschlossen. Aufgrund der unterschiedlichen Tätigkeit und zur Wahrung der Bilanzklarheit wird die durch die M-Gemeinschaft gehaltene Migrosbank von der Vollkonsolidierung ausgeschlossen (s. Equity-Methode). Die Migrosbank veröffentlicht ihre Jahresrechnung im eigenen Geschäftsbericht.

Der Konsolidierungskreis ist im Anhang auf den Seiten 145 bis 150 dargestellt. Konsolidierungsmethode – Vollkonsolidierung Der Einbezug der Gesellschaften erfolgt nach der Methode der Vollkonsolidierung. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der angelsächsischen Methode (Purchase-Methode). Aktiven und Fremdkapital von erworbenen Gesellschaften werden auf den Zeitpunkt des Kontrollwechsels nach Gruppen-Grundsätzen neu bewertet; Mehr- und Minderwerte werden den betreffenden Bilanzpositionen zugeordnet und die verbleibende Differenz zwischen dem Kaufpreis sowie dem nach den Rechnungslegungs-Grundsätzen der Gruppe ermittelten Eigenkapital, d.h. der Goodwill, wird aktiviert und planmässig abgeschrieben. Allfällige Beteiligungen von Dritten an vollkonsolidierten Gesellschaften werden als Minderheiten am Eigenkapital und am Erfolg separat ausgewiesen. – Equity-Methode Es bestehen kleinere Beteiligungen zwischen 20 und 50 Prozent, welche nach der Equity-Methode in die Gruppenrechnung einbezogen werden. Die Migrosbank wird nach der Equity-Methode in die Gruppenrechnung integriert (siehe auch unter Konsolidierungskreis). Übrige Beteiligungen Alle übrigen Beteiligungen von weniger als 20 Prozent werden zu den Anschaffungskosten abzüglich der notwendigen Wertberichtigungen ausgewiesen und in den Finanzanlagen geführt. Veränderung des Konsolidierungskreises Im Berichtsjahr ergaben sich folgende Änderungen, die im Konsolidierungskreis berücksichtigt wurden: ABGÄNGE Genossenschaft Freizeitund Sportzentrum Migros (FSM), Greifensee Globus Office World plc, GB-Milton Keynes Globe Holding, FR-Mulhouse Globe Distribution, FR-Mulhouse Globe S.à.R.L., FR-Mulhouse Horizon Travel AG, Basel Horizonte Clubferien und Clubhotels AG, Opfikon

LIQUIDIERT

31.10.2004

LIQUIDIERT

01.01.2004 01.01.2004 01.01.2004 01.01.2004 01.01.2004

LIQUIDIERT

01.01.2004

VERKAUF VERKAUF VERKAUF VERKAUF


M I G RO S - G R U P P E

Lagerhaus und Transport GmbH, DE-Weil am Rhein Office World Vertriebs GmbH, DE-Reutlingen SCI Mont-Mourex, FR-Ornex

VERKAUF

LIQUIDIERT LIQUIDIERT

ZUGÄNGE E.R.A.S.M., FR-Etrembières Mérat & Cie AG, Bern SCI Neydgalerie, FR-Etrembières SCI Neydloisirs, FR-Etrembières SCI Neydmigros, FR-Etrembières Sogadis SA, FR-Gaillard

01.01.2004 01.01.2004 31.12.2004

01.01.2004 01.10.2004 31.12.2004 31.12.2004 31.12.2004 01.01.2004

KAPITALERHÖHUNG/KAPITALHERABSETZUNG NEU 750 Jowa France S.A.R.L. TEUR 1 500 Migros France TEUR Société des restaurants 300 Migros S.à.r.l. TEUR ÄNDERUNG BETEILIGUNGSANTEIL Globest AG ILEM SA Randenburg Immobilien AG Scana Lebensmittel AG Shopping Center Brünnen AG ÄNDERUNG GESELL SCHAFTSFORM Migros France, Umfirmierung per 14.6.2004 FUSIONEN Swiss Delice TPT Tourisme pour Tous SA, Lausanne World Travel Plan Inc., Opfikon

BISHER

762 3 000 100

NEU

BISHER

100% 73% 71,15% 99,9% 100%

50% 64% 70,83% 99,8% 97,4%

NEU

BISHER

SAS

SARL

Fusion mit Chocolat Frey Fusion mit Hotelplan AG Fusion mit Hotelplan AG

FIRMEN IN LIQUIDATION Ambassador Reisen AG, Solothurn Ex Libris GmbH Deutschland, DE-Weil am Rhein

Parikos Reisen AG, Zürich

Gruppeninterne Beziehungen Alle gruppeninternen Transaktionen, Beziehungen und Zwischengewinne, mit Ausnahme der Zwischengewinne auf Warenvorräten, werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Auf die Eliminierung der Zwischengewinne auf Vorräten wird verzichtet, da sie für die Vermögens- und Ertragslage der MigrosGruppe nur von untergeordneter Bedeutung sind. Fremdwährungsumrechnung In den Einzelgesellschaften werden Fremdwährungsaktivitäten zu den entsprechenden Transaktionskursen oder, falls sie durch Termingeschäfte kursgesichert sind, zum Sicherungskurs umgerechnet.

113

In fremder Währung erstellte Jahresrechnungen wer-

x den für die Gruppenrechnung zum Jahresendkurs in

Schweizer Franken umgerechnet. Die aus Wechselkursveränderungen gegenüber dem Vorjahr entstehenden Umrechnungsdifferenzen auf dem Nettovermögen werden mit dem konsolidierten Eigenkapital verrechnet. Für die Umrechnung der Erfolgsrechnungen werden Durchschnittskurse verwendet. Daraus resultierende Kursdifferenzen werden im Eigenkapital erfasst. Bewertungsgrundsätze – Flüssige Mittel Flüssige Mittel beinhalten Kassenbestände, Callgelder und Kontokorrente mit Banken und ähnlichen Instituten. Fremdwährungsbestände sind zum Jahresendkurs umgerechnet. – Wertschriften Die Wertschriften sind zu Kurswerten am Bilanzstichtag bewertet. Sie sind kurzfristig realisierbar. – Forderungen Diese sind um die erkennbaren Verlustpositionen vermindert (Einzelwertberichtigung). – Warenvorräte Die Warenvorräte sind zu Einstandswerten (Beschaffungs- bzw. Herstellkosten) oder zum niedrigeren realisierbaren Nettowert bewertet. Die Herstellkosten setzen sich zusammen aus Rohmaterial, sonstigen direkten Kosten und zurechenbaren Produktionsgemeinkosten. Der Wertansatz für die wichtigsten Vorräte basiert auf der Methode der gleitenden Durchschnitte. – Sachanlagen Grundstücke sind zum Anschaffungswert eingesetzt und werden nicht abgeschrieben. Die übrigen Anlagen werden zu den Anschaffungs- bzw. Herstellkosten abzüglich betriebswirtschaftlich notwendiger Abschreibungen (linear) ausgewiesen. Die Nutzungsdauer der wesentlichen Anlagenkategorien: Gebäude Installationen und technische Anlagen Übriges Sachanlagevermögen

40–50 Jahre 12–20 Jahre 3–12 Jahre

Die nach den vorstehenden Grundsätzen ermittelten Bilanzwerte werden periodisch überprüft. Der Buchwert von Vermögensgegenständen darf nicht über dem erzielbaren Wert sein. Der erzielbare Wert eines Vermögensgegenstandes entspricht dem höheren Wert aus dem Nettoveräusserungswert oder Nutzwert. Eine notwendige Reduktion des Buchwertes auf den niedrigeren erzielbaren Betrag wird der Gruppenerfolgsrechnung als ausserplanmässige Wertverminderung von Vermögenswerten belastet. Reparaturen und Unterhaltskosten werden laufend dem Gruppenergebnis belastet.


114

M I G RO S - G R U P P E

Leasing Die Migros-Gruppe hält keine wesentlichen Sachanlagen im Rahmen von Finanzleasingverträgen. Sie werden über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Bezahlte Mieten unter Operating-Leasing-Verträgen werden erfolgswirksam über die Dauer des Vertrags erfasst. Finanzanlagen Übrige nicht konsolidierte Beteiligungen sind zum Anschaffungswert abzüglich allfällig notwendiger Abschreibungen für nachhaltige Wertverminderungen bilanziert. Immaterielles Anlagevermögen Das immaterielle Anlagevermögen enthält von Dritten übernommene Lizenzen, Patente und ähnliche Rechte, Leistungen für Software-Entwicklungen sowie Goodwill. Die Zugänge von Lizenzen, Patenten und ähnlichen Rechten sowie Leistungen für Software-Entwicklungen werden zu Anschaffungswerten erfasst. Die aktivierten Werte werden jährlich auf Werthaltigkeit überprüft und über die erwartete Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Der Goodwill aus Kapitalkonsolidierung entspricht der Differenz zwischen dem Erwerbspreis und den «fair values» der akquirierten identifizierbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung werden nicht aktiviert, sondern direkt der Erfolgsrechnung belastet. Das immaterielle Anlagevermögen wird über dessen wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer der wichtigsten Kategorien beträgt: 5–10 Jahre Goodwill 5–10 Jahre Lizenzen, Patente, ähnliche Rechte oder kürzere rechtliche oder wirtschaftliche Nutzungsdauer 5–10 Jahre Entwicklungskosten EDV oder kürzere rechtliche oder wirtschaftliche Nutzungsdauer

Rückstellungen Rückstellungen werden gebildet, sofern eine gesetzliche Pflicht oder eine Verpflichtung aus bisherigen Ereignissen entstanden ist, die wahrscheinlich zu einem Mittelabfluss führen wird und dieser zuverlässig bewertet werden kann. Die gebildeten Rückstellungen stellen die bestmögliche Einschätzung der endgültigen Verpflichtung dar. Mögliche Verpflichtungen, deren Existenz durch zukünftige Ereignisse noch bestätigt werden muss oder deren Höhe nicht zuverlässig ein-

geschätzt werden kann, werden den Eventualverbindlichkeiten zugeordnet. Steuern Alle Ertragssteuern, die sich aufgrund der steuerlichen Gewinne des Geschäftsjahres ergeben, sind der Erfolgsrechnung belastet, unabhängig vom Zeitpunkt der Fälligkeit. Darüber hinaus entstehen aufgrund der zeitlich befristeten Abweichungen zwischen Steuer- und Gruppenwerten Rückstellungen für latente Steuern. Die Berechnung der latenten Steuerverbindlichkeiten erfolgt aufgrund eines gesamtschweizerischen Durchschnittssatzes von 21 Prozent wie im Vorjahr. Der auf das Berichtsjahr entfallende Betrag wird in der Erfolgsrechnung berücksichtigt. Latente Steuerguthaben aus steuerlichen Verlustvorträgen werden nicht aktiviert. Wo keine Ausschüttung von Gewinnen vorgesehen ist, sind Quellensteuern und andere Steuern auf mögliche spätere Ausschüttungen von zurückbehaltenen Gewinnen der Gruppengesellschaften nicht berücksichtigt, da diese Gewinne in der Regel reinvestiert werden. Personalvorsorge In der Schweiz bestehen unabhängige Vorsorgeeinrichtungen zu Gunsten der Mitarbeiter, welche durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge finanziert werden. Der Vorsorgeplan der Migros-Pensionskasse beruht auf dem Leistungsprimat. Die meisten Mitarbeiter der Gruppe sind im Genuss von leistungsorientierten Vorsorgeplänen, im Allgemeinen auf der Basis vom letztbezogenen versicherten Einkommen und der Beschäftigungsdauer. Gemäss der Fachempfehlung Swiss GAAP FER 16 handelt es sich für die Behandlung in der Gruppenrechnung um beitragsorientierte Vorsorgepläne, da die Arbeitgeberbeiträge im Voraus festgelegt werden und die Unternehmen weder reglementarisch noch gesetzlich verpflichtet sind weitergehende Beiträge zu leisten, falls die Vorsorgeeinrichtung nicht über genügende Vermögenswerte verfügt. Die Altersvorsorge ausländischer Gesellschaften ist durch die jeweilige staatliche Institution sichergestellt. Zusätzliche Verpflichtungen aus der ergänzenden Altersvorsorge in Form von AHV-Übergangsrenten (Pensionierung von Mann und Frau mit 63 Jahren) sind in der Jahresrechnung berücksichtigt. Erfassung von Erträgen, Kosten und Aufwendungen Der ausgewiesene Umsatz entspricht den erfolgten Verkäufen und Lieferungen von Produkten und erbrachten Leistungen an Dritte nach Abzug von Verkaufssteuern und Rabatten. Abgrenzungen für Lieferanten-Boni


M I G RO S - G R U P P E

werden in derselben Periode verbucht wie die zugehörigen Materialaufwendungen. Transaktionen mit nahe stehenden Personen (siehe Ziffer 14) Die Geschäftstätigkeiten mit nahe stehenden Personen werden zu marktkonformen Konditionen abgewickelt und beinhalten keine aussergewöhnlichen Transaktionen.

Grundsätze des finanziellen Risikomanagements Risikomanagement Die Migros-Gruppe ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Finanzrisiken ausgesetzt, etwa im Zusammenhang mit Währungs- und Zinsrisiken, Änderungen der Finanzierungsstruktur oder Veränderungen der Preise am Aktienmarkt. – Marktrisiko Die Migros-Gruppe ist Marktrisiken ausgesetzt, welche vorwiegend die Marktwerte der investierten liquiden Mittel, Wertschriften und Beteiligungen betreffen. Diese Risiken werden laufend überwacht. In Übereinstimmung mit der internen Risikopolitik werden derivative Instrumente eingesetzt, um einzelne Risiken zu bewirtschaften und abzusichern. Die Migros-Gruppe geht keine Finanztransaktionen ein, welche zum Zeitpunkt des Abschlusses der Transaktion ein nicht abschätzbares Risiko enthalten. – Fremdwährungsrisiken Als Detailhandelsgruppe mit vorwiegender Verkaufsaktivität in der Schweiz erfolgt der Einkauf der Handelswaren auch zu einem bedeutenden Ausmass im Ausland und in Fremdwährung. Zudem bestehen Aktivitäten im Ausland wie z.B. Hotelplan. Wechselkursschwankungen können deshalb erheblichen Einfluss auf die Erfolgsrechnung haben, vor allem in Form von Transaktionsrisiken und in begrenztem Ausmass von Umrechnungsrisiken. Die Währungsrisiken werden laufend überwacht und, wenn angebracht, werden Transaktionen mit dem Ziel der Werterhaltung der Vermögenswerte durchgeführt. Als Absicherungsinstrumente kommen vor allem Devisentermingeschäfte zur Anwendung, um gewisse in Fremdwährung erwartete Ausgaben abzusichern. – Zinsrisiken Die Migros-Gruppe ist aufgrund der Volatilität der Marktzinssätze einem Zinsrisiko ausgesetzt. Sichtguthaben, Geldmarkt- und Obligationenanlagen unterliegen einem Zinsrisiko, welches materielle Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage der Gruppe haben kann. Ebenso bestehen Zinsrisiken auf

115

der Finanzierungsseite, die sich aus variabel verzinslichen Roll-over-Krediten von nationalen und internationalen Banken, festverzinslichen Kapitalmarktaufnahmen sowie aus variabel verzinslichen Mitarbeiteranlagen zusammensetzen. Falls notwendig werden die daraus resultierenden Zinssatzrisiken mit Finanzinstrumenten wie Interest Rate Swaps und Forward Rate Agreements abgesichert. – Aktienrisiko Migros kauft in beschränktem Umfang Aktien zur Anlage der liquiden Mittel. Dabei wird auf eine angemessene Diversifikation der Aktienanlagen nach Märkten, Titeln und Branchen geachtet. Risiken des Wertverlustes werden durch Analysen vor dem Kauf, durch Konzentration des Portfolios auf erstklassige Wertschriften sowie durch laufende Überwachung der Performance und Risiken der Investitionen reduziert. – Commodities Migros ist einem Preisrisiko ausgesetzt in Bezug auf voraussichtliche Käufe von Commodities, die als Rohmaterialien im Gruppengeschäft eingesetzt werden. Zur Bewirtschaftung der Preisfluktuationen auf diesen geplanten Käufen tätigt die Migros-Gruppe Warentermingeschäfte. – Gegenparteirisiken Die Gegenparteirisiken umfassen das Bonitätsrisiko bei marktgängigen Wertschriften, das Ausfallrisiko bei derivativen Finanzinstrumenten und das Kreditrisiko auf Kontokorrentbeständen und Festgeldern. Das Bonitätsrisiko wird reduziert, indem grundsätzlich Obligationen von Schuldnern gekauft werden, die mindestens ein A-Rating oder ein entsprechendes Rating einer schweizerischen Grossbank aufweisen. In Einzelfällen werden auch Obligationen von Schuldnern mit einem tieferen Rating gekauft, allerdings erst nach eingehender Analyse und positiver Beurteilung allfälliger Risiken. Zur Vermeidung von Klumpenrisiken ist das Obligationsportfolio breit diversifiziert. Das Ausfallrisiko wird vermindert, indem als Gegenparteien nur sehr gute Banken und Finanzinstitute gewählt werden. Die Kreditrisiken werden mittels Limitensystem streng überwacht und begrenzt. Die pro Gegenpartei ausgesetzten Limiten basieren auf einem internen Rating, welches auf der Basis eines offiziellen Ratings, eines Grossbankenratings oder aufgrund eigener Analyse vergeben wird. – Liquiditätsrisiken Die Gesellschaften der Migros-Gruppe sind für die Bewirtschaftung der liquiden Mittel grundsätzlich selbst verantwortlich. Die Anlage von nicht betriebsnotwendigen liquiden Mitteln wie die Beschaffung


116

M I G RO S - G R U P P E

von Darlehen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen wie auch zur Finanzierung von Investitionen können zentral beim Migros-Genossenschafts-Bund erfolgen, der die Funktion einer internen Bank einnimmt. Diese Funktion erlaubt es dem Migros-Genossenschafts-Bund, den Liquiditätsfluss innerhalb der Gruppe mehrheitlich zu kontrollieren. Für die jederzeitige Erfüllung der daraus entstehenden Liquiditätsanforderungen werden vom MigrosGenossenschafts-Bund ausreichende Barreserven und leicht realisierbare Wertschriften gehalten. Darüber hinaus erlaubt die Kreditwürdigkeit der Gruppe die günstige Beschaffung von liquiden Mitteln für Finanzierungstätigkeiten auf dem nationalen und internationalen Kapitalmarkt. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente werden zur Optimierung und Absicherung der Warenflüsse und der Finanzpositionen im Rahmen des Asset- und LiabilityManagements der Gruppe eingesetzt. Die Übersicht auf Seite 127 zeigt die angewendeten derivativen Finanzinstrumente mit den zugrunde liegenden Kontraktwerten und den positiven oder negativen Brutto-Wiederbeschaffungswerten. Die dargestellten Wiederbeschaffungswerte stellen die Marktwerte zum Bilanzstichtag dar. Die mittel- bis langfristigen Bankkredite sind in der Regel variabel verzinslich. Wo sinnvoll, wird deren Verzinsung mittels Interest Rate Swaps über die Laufzeit fixiert. Ebenfalls werden geplante zukünftige Mittelaufnahmen am Kapitalmarkt mit Interest Rate Swaps teilweise oder ganz gegen einen potenziellen Zinsanstieg abgesichert. Risikomanagement spezifischer Einzelunternehmen – Migrosbank Im Bereich des Bankgeschäfts kommt dem Risikomanagement eine wichtige Rolle für den Unternehmenserfolg zu. Deshalb wird die Wahrnehmung, Bewirtschaftung und Steuerung der Risiken in der Migrosbank als zentrale Kernkompetenz betrachtet und gesamtheitlich vorgenommen. Die Überwachung der primären Risikokategorien (Kreditrisiko, Finanzmarktrisiko, operationelles Risiko inkl. IT-Sicherheit, rechtliches Risiko und Compliance) erfolgt auf Geschäftsleitungsebene im Risk Council. – Hotelplan Das Geschäft eines Reiseveranstalters ist von kleinen Margen geprägt. Dem stehen hohe Auslastungsrisiken (Betten, Flüge) und zusätzlich Währungs- und Preisrisiken gegenüber. Hier hat das Risikomanagement in

zweifacher Hinsicht eine zentrale Bedeutung: einer-

x seits um die Kalkulation zu sichern und andererseits

um Auslastungsrisiken zu optimieren. Die Gesamtüberwachung erfolgt auf Gruppenleitungsebene. Mit der Einführung eines Business Warehouse kann nun im Flug- und Landrisiko eine verbesserte Risikobewirtschaftung erfolgen. Das Business Warehouse lässt als einheitliches Führungsinstrument für die Hotelplan-Gruppe Daten von unterschiedlichen Systemen tagfertig darstellen. Eine weitere Optimierung und entsprechende Anpassungen der Prozessorganisation sind vorgesehen. – Migrol Bei Migrol kommen vor allem die Preis- und Währungsrisiken des Ölgeschäftes zum Tragen. Diese Risiken werden zum Teil über Währungs- und Warentermingeschäfte abgesichert. Wo Absicherungsinstrumente fehlen, werden durchschnittliche Erfahrungswerte in die Kalkulation einbezogen. Versicherungsmanagement Generell wird aufgrund von vorliegenden Risikosituationen, des möglichen Schadenpotenzials mit den Kriterien Eintretenswahrscheinlichkeit und Schadenausmass entschieden, ob ein Risiko selbstfinanziert, d.h. über die «Eigenversicherung» getragen werden sollte oder ob dieses mit einer geeigneten Versicherung zu überwälzen ist. – Sach-/Betriebsunterbrechungsversicherung Für die Sachrisiken (Feuer, Elementar, Einbruchdiebstahl, Wasser, EDV) betreibt der MGB eine «Eigenversicherung», d.h., häufige Risiken bis zu einer gewissen Summe werden selber getragen. Gross- und Katastrophenrisiken sind über eine Gruppenpolice abgedeckt. – Haftpflichtversicherung Für alle zur Migros-Gruppe gehörenden Betriebe besteht für Betriebshaftpflicht- und Produktehaftpflichtrisiken Versicherungsschutz über einen Basis- und einen Exzedenten-Vertrag. – Transportversicherung Die Importe und Exporte von Food- und Non-FoodProdukten werden über eine «Eigen-VersicherungsLösung» abgedeckt. Grossschäden sind über eine «Rückversicherung» abgesichert. – Motorfahrzeugversicherung Für die obligatorische Haftpflichtversicherung und die Kaskorisiken besteht eine Gruppen-Flotten-Versicherung. – Übrige Risiken Für Spezialrisiken wie Neu-/Umbauten, Maschinen, Ausstellungen etc. bestehen je nach Risikosituation und Versicherungswürdigkeit separate Policen.


M I G RO S - G R U P P E

117

Erläuterungen zur Gruppenbilanz

2004

2003

MIO . CHF

MIO . CHF

Kassa/Post/Bankbestände

644

784

Festgelder (mit Restlaufzeit unter 12 Monaten)

1 181

761

1 825

1 545

428

459

1

F LÜSSIGE M I T T EL

T OTA L

> Der Festgeldbestand ist am Bilanzstichtag wegen der anstehenden Rückzahlung einer Anleihe von CHF 250 Mio. erhöht. Zudem werden Kontokorrentguthaben in Festgelder umgewandelt. —

2

WERTSCH R I F T EN

Obligationen Aktien

T OTA L

82

85

510

544

433

410

3

F OR DERU NGEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Übrige kurzfristige Forderungen

T OTA L

312

370

745

780

276

255

62

58

1 468

1 525

4

VOR R ÄT E

Rohmaterial, Hilfs- und Betriebsstoffe Produkte in Arbeit Handelsware Pflichtlager

T OTA L

19

22

1 825

1 860

> Die Wertschriften des Umlaufvermögens dienen ebenfalls der Liquiditätssicherung. Die Bewertung erfolgt zu Marktwerten am Bilanzstichtag. Die Zielsetzung der Wertschriftenanlagen besteht darin, eine positive Rendite auf dem eingesetzten Kapital zu erwirtschaften, welche langfristig über den Refinanzierungskosten der Migros-Gruppe liegt. — > Die Übrigen Forderungen enthalten unter anderem Verrechnungssteuer-Guthaben, Vorauszahlungen für Dienstleistungen, Abrechnungskonten aus dem Liegenschaften- und Personalbereich sowie Guthaben aus dem Kontokorrentverkehr mit Stiftungen. Im Berichtsjahr wurden kurzfristige Festgeldanlagen bei verschiedenen Kantonen und Städten fällig und nicht mehr erneuert. — > Die konsequent weiter gehende Zentralisierung der Warenwirtschaft sowie Unternehmensverkäufe bei der Globus-Gruppe ergeben den Abbau der Lagerbestände für Handelsware. —


118

M I G RO S - G R U P P E

2003

2004

MIO . CHF

MIO . CHF

Zinsen

15

17

Vorausbezahlte Aufwendungen

40

65

Übrige Abgrenzungen

57

33

112

115

5

A KT I V E R ECH N U NGSA BGR ENZ U NG

T OTA L

> Die Abnahme bei den vorausbezahlten Aufwendungen ist durch die erwähnten Unternehmensverkäufe bei der Globus-Gruppe begründet. —

6 S ACH A N LAGEN (W ERT E I N M IO . CH F) A NSCHAFFUNGSWERTE

GRUNDSTÜCKE U. BAUTEN

TECHN . ANLAGEN U. MASCHINEN

ÜBRIGES SACHANL .VERMÖGEN

ANLAGEN IM BAU

TOTAL SACHANLAGEVERMÖGEN

2004

2003

18 794

8 279

8 906

1 730

385

19 300

Zugänge

196

500

107

169

972

1 122

Abgänge

–72

–454

–163

–7

–696

–644

Umgliederungen

84

103

9

–198

–2

7

Währungsdifferenzen

–2

–1

–3

21

Stand 31.12.2003

Veränderung Konsolidierungskreis

S TA N D 31.12.2004 › davon Finanzleasing

–29

–42

–29

–100

8 456

9 012

1 654

349

19 471

19 300

1

4

5

5

3 025

5 489

1 202

9 716

9 406

– A BSCHREIBUNGEN Stand 31.12.2003 Laufendes Jahr

203

494

120

817

775

Abgänge

–47

–416

–147

–610

–482

Umgliederungen

–1

1

7

Währungsdifferenzen

–1

1

10

–14

–31

–22

–67

S TA N D 31.12.2004

3 165

5 537

1 154

9 856

9 716

B I LA NZ W ERT N ET TO 31.12.2004

5 291

3 475

500

349

9 615

9 584

3

3

4

Veränderung Konsolidierungskreis

› davon Finanzleasing

I N DEN A NLAGEN SIND I NVESTITIONEN FÜR DAS P ROJEKT WEST SIDE ENTHALTEN . Die Migros Aare beabsichtigt ein Freizeit- und Einkaufszentrum WESTside in Brünnen, westlich von Bern, zu realisieren. WESTside ist eingebettet in die Gesamtüberbauung Bern-Brünnen, die Wohn- und Lebensraum für 2600 Menschen schafft und mit S-Bahn-, Tram-, Bus- und Autobahnanschluss über ein wegweisendes Verkehrskonzept verfügt. Mit Datum vom 12.08.2003 wurde dem Bauvorhaben WESTside vom Regierungsstatthalter die Gesamtbewilligung erteilt. Einsprachen bei den Beschwerdeinstanzen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern und Verwaltungsgericht wurden abgewiesen bzw. konnten mit Projektänderungen erfüllt werden. 13 Beschwerdeführer/innen ( Verein «WESTside-upside») haben beim Schweizerischen Bundesgericht am 31.01.2005 Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht. Zurzeit läuft die Vernehmlassungsfrist. Sofern das Schweizerische Bundesgericht das Geschäft nicht prioritär bzw. beschleunigt behandelt, ist mit einem Entscheid im Herbst 2005 zu rechnen. Die Migros Aare hat über die Neue Brünnen AG (100 %-Beteiligung der Migros Aare) per 31.12.2004 CHF 107 Mio. investiert und aktiviert, davon CHF 30 Mio. Landanteil. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gehen davon aus, dass das Projekt ohne wesentliche Änderungen realisiert werden kann. – B RANDVERSICHERUNGSWERTE

2004

2003

Mobilien

8 166

7 894

Immobilien

11 587

11 207

– F INANZLEASING In der Berichtsperiode sind Sachanlagen aus Finanzierungsleasing mit einem bilanzierten Nettowert von CHF 3 Mio. enthalten. Die betreffenden Verbindlichkeiten sind mit CHF 2 Mio. unter Position 12 Finanzverbindlichkeiten – Banken und andere Kreditinstitute – erfasst. VER Ä N DERU NG K ONSOLI DI ERU NGSK R EIS Die Abgänge sind auf die erwähnten Unternehmensverkäufe durch die Globus-Gruppe zurückzuführen.


M I G RO S - G R U P P E

2003

2004

MIO . CHF

MIO . CHF

Langfristige Bankguthaben

145

282

Übrige langfristige Forderungen

174

136

1 747

1 593

67

61

2 133

2 072

7

F I NA NZA N LAGEN

nach Equity-Methode bewertete Beteiligungen Übrige nicht konsolidierte Beteiligungen

T OTA L –

8

I M M AT ER I ELLE A N LAGEN (W ERT E I N M IO . CH F) A NSCHAFFUNGSWERTE

119

> Die langfristigen Bankguthaben beinhalten ordentliche und nachrangige Darlehen von CHF 110 Mio. (Vorjahr CHF 250 Mio.) an die Migrosbank. Die Gewährung der nachrangigen Darlehen an die Migrosbank steht im Zusammenhang mit den Eigenkapitalvorschriften laut Bankengesetz. Die Übrigen langfristigen Forderungen enthalten unter anderem Darlehen an Migros nahe stehende Stiftungen im Umfang von CHF 18 Mio. (Vorjahr CHF 23 Mio.). Die Zunahme ist auf neue Darlehen an Dritte in Höhe von CHF 50 Mio. zurückzuführen. Equity-Beteiligungen: Die Position enthält im Wesentlichen die Beteiligung an der Migrosbank. In den Übrigen Beteiligungen besteht der grösste Teil an der Versicherungsgesellschaft Generali (Schweiz) Holding AG. Die Generali-Aktien stammen aus dem Verkauf der Secura und sind bis 2006 gesperrt. —

ENTWICKLUNGSKOSTEN (EDV)

LIZENZEN, PATENTE , VERLAGS RECHTE

GOODWILL

ORGANI SATIONS KOSTEN

TOTAL IMMATERIELLE ANLAGEN

2004

2003

425

136

27

262

15

440

Zugänge

10

4

7

21

25

Abgänge

–10

–1

–11

–5

2

–2

2

2

–7

Stand 31.12.2003

Umgliederungen

2

–12

–3

–2

–1

–18

126

25

269

14

434

440

Stand 31.12.2003

92

18

237

5

352

332

Laufendes Jahr

14

4

9

3

30

31

Abgänge

–8

–2

–10

–4

Umgliederungen

–2

2

–7

Währungsdifferenzen

–10

–1

–1

–12

S TA N D 31.12.2004

88

18

247

7

360

352

B I LA NZ W ERT N ET TO 31.12.2004

38

7

22

7

74

88

Währungsdifferenzen Veränderung Konsolidierungskreis

S TA N D 31.12.2004 – A BSCHREIBUNGEN

Veränderung Konsolidierungskreis

Entwicklungskosten (EDV ): In Ausnahmefällen sind die selbst entwickelten EDV-Lösungen wie auch die zugekaufte Software aktiviert und werden in 3 bis 5 Jahren amortisiert. Wesentliche Entwicklungskosten sind insbesondere SAP-Softwarelizenzen sowie die Entwicklungskosten für ein Kassensystem. Goodwill aus Kapitalkonsolidierung: Der Zugang beim Goodwill ist auf den Erwerb von Mérat & Cie AG und Sogadis SA zurückzuführen.


120

M I G RO S - G R U P P E

2004

9

2003

MIO . CHF

MIO . CHF

583

637

B A N KV ER BI N DLICH K EI T EN

T OTA L –

10

S ONST IGE VER BI N DLICH K EI T EN 1 375

1 400

Personal- und M-Partizipationskonten

230

257

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

799

715

2 404

2 372

Lieferungen und Leistungen

T OTA L –

11

PASSI V E R ECH N U NGSA BGR ENZ U NG 22

Kursgelder der Klubschulen

21

Mieten

2

4

Zinsen

55

44

Übrige Abgrenzungen

T OTA L

118

117

197

186

> Die im Vorjahr ausgewiesenen Bankverbindlichkeiten, im Wesentlichen bestehend aus einer im Jahr 2004 fälligen Anleihe über CHF 250 Mio. und weiteren Geldaufnahmen, wurden im Berichtsjahr vollständig zurückbezahlt. Im Jahr 2005 werden zwei weitere Anleihen über je CHF 250 Mio. fällig. Anleihen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr sind unter der Position Finanzverbindlichkeiten bilanziert (vgl. Anmerkung 12). — > Die Personalkonten werden zu üblichen Kontokorrentsätzen verzinst, während für die Partizipationskonten ein Vorzugszins zur Anwendung kommt. Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem Vorauszahlungen von Kunden, zu erwartende Garantieleistungen und offene Mehrwertsteuerabgaben. Auswirkung FER 23 Rückstellung: Reklassifizierung von Rückstellungen zu Verbindlichkeiten, u.a. für die Verpflichtung aus dem M-Cumulus-Programm gegenüber den Kunden. — > Bei den übrigen Abgrenzungen sind im Wesentlichen Abgrenzungen für Ferien- und Überzeitguthaben von Mitarbeitenden, für kulturelle Aktionen sowie für sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten. —

12

F I NA NZ V ER BI N DLICH K EI T EN

Obligationen-Anleihen HERAUSGEBENDES UNTERNEHMEN FÄLLIGKEIT

LAUFZEIT

ZINSSATZ

MGB

03.02.2005

1998–2005 3,25

MGB

31.10.2005

1995–2005

4,625

MGB

25.04.2008

2001–2008

3,75

MGB

03.05.2011

2004–2011

2,5

200

0

550

850

Total Obligationen-Anleihen

0

250

0

250

350

350

152

178

Personal-Anlagekonten

1 610

1 698

Banken und andere Kreditinstitute

1 025

809

146

44

3 483

3 579

Grundpfandgesicherte Verbindlichkeiten

Übrige Festgelder und Darlehen

T OTA L

> Zwei Anleihen im Volumen von je CHF 250 Mio. sind am 3.2. bzw. am 31.10.2005 fällig und werden deshalb in Anmerkung 9 unter den Bankverbindlichkeiten ausgewiesen. Die Personal-Anlagenkonten geniessen einen Vorzugszins und sind für die Mitarbeitenden der MigrosGruppe eine beliebte Anlagemöglichkeit. Die zur Verfügung gestellten Gelder unterstehen einer 6-monatigen Kündigungsfrist für Bezüge über CHF 25 000.–. Die Position Banken und andere Kreditinstitute enthält Aufnahmen in Schweizer Franken und in Euro. Damit soll ein Teil der zur Rückzahlung anstehenden Anleihen refinanziert werden. —


M I G RO S - G R U P P E

13 RÜCKST ELLU NGEN (W ERT E I N M IO . CH F)

121

STEUER- U. RECHTS FÄLLE

M -AHVERSATZ RENTE

ÜBRIGE PERSONAL VORSORGE

ZWECKPARAGRAPH

ÜBRIGE

TOTAL

653

51

351

25

13

267

1 360

43

104

25

6

223

401

Zugang Konsolidierungskreis

Verwendung (Inanspruchnahme)

–90

–223

–313

Abgang Konsolidierungskreis

Auflösung

–19

–7

–3

–5

–34

Währungsdifferenzen

696

46

369

28

8

267

1 414

696

46

369

28

8

267

1 414

47

18

14

2

2

91

174

Zugang Konsolidierungskreis

1

1

Verwendung (Inanspruchnahme)

–7

–41

–4

–1

–92

–145

Buchwert per 01.01.2003

LATENTE STEUERN

Bildung (Zuführung)

Buchwert per 31.12.2003 – B UCHWERT PER 01.01.2004 Bildung (Zuführung)

–1

–1

–2

–7

–10

–30

–4

–50

–101

Reklassifizierung

–27

–70

–97

Währungsdifferenzen

736

20

311

22

9

146

1 244

Abgang Konsolidierungskreis Auflösung

B UCH W ERT PER 31.12.2004

Die Swiss GA AP FER 23 Rückstellungen ist seit 1.1.2004 in Kraft. Die Umsetzung der FER 23 hat die Reklassifizierung von Teilen bestehender Rückstellungen zu den Übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten bewirkt. Die Rückstellung für M-AHV-Ersatzrente hat sich im Berichtsjahr aufgrund der genehmigten Statutenänderung wesentlich verändert. Dabei sind einerseits Übertragungen der laufenden Ersatzrenten an die MPK erfolgt, andererseits ergibt die Erhöhung des Rentenalters auf 63 Jahre eine Abnahme der erforderlichen Verbindlichkeiten. Die übrigen Rückstellungen enthalten wesentlich Verbindlichkeiten für Schadenrisiken, die aufgrund der Beurteilung zu entsprechenden Bildungen bzw. Auflösungen führten. –

14

N A H E ST EH EN DE P ERSON EN (W ERT E I N M IO . CH F) MIGROSBANK U. STIFTUNGEN MIT KOMMERZ . B ILANZ ZWECK

STIFTUNGEN PERSONAL - UND GESELL VORSORGE - SCHAFTEN IM STIF - RAHMEN DES TUNGEN KULTUR-%

2004

TOTAL

2003

236

236

Wertschriften

8

8

3

Forderungen

2

2

11

15

67

Flüssige Mittel

Verkäufe von Sachanlagen Finanzanlagen (davon nachrangige Darlehen) Bankverbindlichkeiten (kfr.) Sonstige Verbindlichkeiten (kfr.) Finanzverbindlichkeiten

339

5

153 (60)

18

171 (60)

313 (60)

14

14

12

1

78

7

86

53

56

55

111

131

E RFOLGSRECHNUNG Nettoerlöse aus Lief. u. Leist.

3

4

6

13

13

Andere betriebliche Erträge

4

11

15

14

Andere betriebl. Aufwendungen

3

33

6

42

43

13

2

15

24

2

2

4

9

F INANZERGEBNIS Zinsertrag Zinsaufwand

> In der konsolidierten Gruppenrechnung sind nebenstehende Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus Transaktionen resultierende Aufwendungen und Erträge enthalten. Unter Einhaltung der Swiss GAAP FER 15 werden sämtliche Transaktionen mit nahe stehenden Personen, welche in den Positionen der Bilanz und Erfolgsrechnung enthalten sind, ausgewiesen. Die Transaktionen erfolgen zu marktkonformen Bedingungen. —


122

M I G RO S - G R U P P E

Erläuterungen zur Gruppenerfolgsrebnung

2004

15 UND

2003

MIO . CHF

MIO . CHF

N E T TOER LÖSE AUS L I EFERU NGEN L EIST U NGEN NACH B ER EICH EN 14 539

14 214

Globus

1 181

1 570

Industrie

693

648

3 283

3 016

Genossenschaften

Handel & Logistik MGB

T OTA L

225

224

19 921

19 672

> Im Berichtsjahr erzielte Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen mit Dritten gruppiert nach Bereichen. Wesentliche Umsatzanteile im Bereich Handel & Logistik erzielen die Gesellschaften Hotelplan und Migrol. Die Abnahme bei Globus ist durch die erwähnten Unternehmensverkäufe begründet. —

15

N E T TOER LÖSE AUS L I EFERU NGEN U N D L EIST U NGEN NACH S EGM EN T EN Detailhandel

14 374

14 379

Grosshandel

1 139

1 127

Gastro

745

736

Freizeit

95

87

Bildung

165

164

Reisen

1 784

1 663

Brenn- und Treibstoffe

1 206

1 125

Liegenschaftenerträge / Übrige

T OTA L

413

391

19 921

19 672

> Für eine höhere Transparenz bezüglich Umsatzerzielung erfolgt der Ausweis der Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen nach Geschäftssegmenten. Mit dieser Zusatzinformation erfolgt eine gezielte Information zu den einzelnen Geschäftstätigkeiten der Migros-Gruppe. Die Inhalte der einzelnen Segmente sind wie folgt definiert: - Detailhandel: Erlöse aus Verkaufsstellen Migros, Globus, Ex Libris und Tankstellenshops - Grosshandel: Erlöse aus Warenverkauf (Konsumgüter), welcher nicht über das eigene Verkaufsstellennetz abgewickelt wird - Gastro: Erlöse aus Restaurantund Hotelbetrieben - Freizeit: Erlöse aus Fitness-, Wellness- und Golfparks - Bildung: Erlöse aus Klubschulen und kulturellen Veranstaltungen - Reisen: Erlöse aus Ferien- und Reisegeschäften - Brenn- und Treibstoffe: Erlöse aus dem Brenn- und Treibstoffgeschäft - Liegenschaftenerträge/Übrige: Erlöse aus Immobilienvermietung sowie wesentliche Erlöse aus Druckereigewerbe und Transportdienstleistungen —


M I G RO S - G R U P P E

2004

15 UND

2003

MIO . CHF

MIO . CHF

18 332

17 912

1 354

1 537

N E T TOER LÖSE AUS L I EFERU NGEN L EIST U NGEN NACH G EO -M Ä R KT EN

Inland Ausland Export

T OTA L

235

223

19 921

19 672

80

64

16

A N DER E BE T R I EBLICH E E RT R ÄGE

Werbebeiträge Aktionsbeiträge Sonstige betriebliche Erträge

82

63

213

205

7

9

382

341

3 577

3 594

Altersvorsorge

711

706

Übrige Sozialleistungen

52

50

148

149

4 488

4 499

Mieten

448

483

Anlagenunterhalt

366

362

Energie und Verbrauchsmaterial

407

417

Verwaltung

286

301

Werbung

440

402

Übriger Betriebsaufwand

389

444

2 336

2 409

Aktivierte Eigenleistungen

T OTA L

123

> Die Nettoerlöse sind nach folgenden Kriterien in Geo-Märkte aufgeteilt: - Inland = Umsatzerzielung in der Schweiz - Ausland = Umsatzerzielung der Tochtergesellschaften im Ausland - Export = Umsatzerzielung mit Exportgeschäften von der Schweiz ins Ausland — > In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind u.a. Erträge aus Franchiseverträgen, aus Versicherungsleistungen wie auch Einnahmen von Personalrestaurants enthalten. —

17

P ERSONA LAU F WA N D

Löhne und Gehälter

Übriger Personalaufwand

T OTA L –

18

A N DER E BE T R I EBLICH E A U F W EN DU NGEN

T OTA L

> Die Abnahme des Personalaufwandes ist ein Resultat der sorgsamen und verbesserten Planung und des optimierten Einsatzes des Mitarbeiterbestandes sowie der durch die Globus-Gruppe getätigten Unternehmensverkäufe. Lohnanpassungen in den einzelnen Migros-Unternehmen sind individuell und leistungsbezogen von 1,25% bis 1,75% erfolgt. Die weitere Einführung neuer Informatiksysteme bedarf einer entsprechenden Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden. Diese Ausgabenposition nimmt einen wesentlichen Anteil im übrigen Personalaufwand ein. — > Für die Stärkung der Marke Migros sowie Produkte- und Aktionswerbung wurden 9% mehr aufgewendet als im Vorjahr.


124

M I G RO S - G R U P P E

MIO . CHF

x2004

MIO . CHF

Erträge aus flüssigen Mitteln und Wertschriften

203

246

Erträge aus Equity-Beteiligungen

190

161

19

2003

F I NA NZERGEBN IS

3

1

10

0

406

408

303

322

103

86

Gewinn aus Verkäufen von Anlagevermögen

20

15

Übrige Erträge

21

6

41

21

Verlust aus Verkäufen von Anlagevermögen

6

24

Übriger Aufwand

3

52

9

76

32

– 55

Übrige Beteiligungserträge Wertaufholung auf Finanzanlagen

F I NA NZERTR AG F I NA NZAU FWA N D T OTA L

> Die Erträge aus flüssigen Mitteln und Wertschriften enthalten realisierte und nicht realisierte Fremdwährungsgewinne von CHF 91,6 Mio. (Vorjahr CHF 137,6 Mio.). Der Finanzaufwand enthält gleichfalls realisierte und nicht realisierte Fremdwährungsverluste in Höhe von CHF 89.2 Mio. (Vorjahr CHF 131.6 Mio.). —

20

Ü BR IGES E RGEBN IS

Ü BR IGER E RTR AG –

Ü BR IGER A U FWA N D T OTA L –

21

S T EU ER N 100

Laufende Ertragssteuern/Kapitalsteuern

92

Latente Steuern

39

43

131

143

Kultur

28

25

Bildung

62

64

Soziales

4

4

Freizeit und Sport

12

12

Wirtschaftspolitik

2

2

T OTA L –

22

A U F W EN DU NGEN FÜ R KU LT U R ELLE , SOZI A LE Z W ECK E

U N D W I RTSCH A F TSPOLI T ISCH E

Verwaltung / Rückstellungen

T OTA L

6

7

114

114

> Die Übrigen Erträge sind auf die im Berichtsjahr getätigten Unternehmensverkäufe zurückzuführen. Der Übrige Aufwand der Vorperiode enthält Sonderkosten Globus im Zusammenhang mit der forcierten Schliessung der ABM-Geschäftsstellen und dem Ausstieg der Office World Deutschland. —

> Die laufenden Ertrags- und Kapitalsteuern nehmen zum Vorjahr infolge Strukturveränderungen – Fusionen bei der GlobusGruppe und der Hotelplan-Gruppe – sowie Aufwandoptimierung ab. —

> Diese Aufwendungen sind im betrieblichen Aufwand enthalten.


M I G RO S - G R U P P E

125

Erläuterungen zur Gruppengeldoussrebnung

G ESCHÄFTSTÄTIGKEIT Der Cashflow steigert sich zum Vorjahr um CHF 182 Mio. Die Zunahme ist wesentlich eine Folge des starken Gruppengewinns und höherer Abschreibungen auf dem Anlagenvermögen. 2004

23

MIO . CHF

2003

MIO . CHF

VER Ä N DERU NG DES BE T R I EBLICH EN N E T TOU M LAU F V ER MÖGENS –21

–38

Sonstige Forderungen

57

–118

Warenvorräte

36

44

2

20

Forderungen aus Lieferungen/Leistungen

Aktive Rechnungsabgrenzung Verbindlichkeiten aus Lieferungen/Leistungen Sonstige Verbindlichkeiten Passive Rechnungsabgrenzung

T OTA L

–27

33

83

–8

11

–10

141

–77

I N V EST I T IONSTÄT IGK EI T Die im Berichtsjahr getätigten Investitionen, wesentlich in Sachanlagen, sind in den jeweiligen Kategorien der Anlagenspiegel gemäss Punkt 6 + 8 der Erläuterungen ausgewiesen. In der Zeile Kauf von Beteiligungen ist der Geldabfluss aus den getätigten Unternehmenserwerben abgebildet. F I NA NZI ERU NGSTÄT IGK EI T Das gezielte Liquiditätsmanagement beeinflusst die Finanzverbindlichkeiten positiv. Dies führt trotz Neuaufnahme einer Anleihe im Berichtsjahr zu einem weiteren Abbau von Verbindlichkeiten. –


126

M I G RO S - G R U P P E

Sonwige Angaben

2004

2003

MIO . CHF

MIO . CHF

110

195

7

3

Buchwert der verpfändeten/abgetretenen Aktiven

952

858

› davon mit nahe stehenden Personen

412

327

Beanspruchung

267

237

97

105

E V EN T UA LV ER PFLICH T U NGEN Bürgschaften, Garantieverpflichtungen, Pfandbestellungen zu Gunsten Dritter › davon mit nahe stehenden Personen – VER PFÄ N DU NGEN , Z ESSION EN , E IGEN T U MSVOR BEH A LT E

› davon mit nahe stehenden Personen – WEI T ER E N ICH T Z U BI LA NZI ER EN DE VER PFLICH T U NGEN Langfristig eingegangene Mietverträge › davon mit nahe stehenden Personen Baurechtsverträge › davon mit nahe stehenden Personen Langfristige Abnahmeverpflichtungen

3 272

3 901

461

477

1 044

1 029

175

177

82

149

> Bei den langfristigen Miet- und Baurechtsverträgen handelt es sich grösstenteils um eingegangene Verpflichtungen zur langfristigen Sicherung von Standorten für Verkaufsstellen der Genossenschaften. —


M I G RO S - G R U P P E

D ER I VAT I V E F I NA NZI NST RU M EN T E IN MIO. CHF

Z INSINSTRUMENTE Swaps, Caps Ü BRIGE DERIVATIVE I NSTRUMENTE Terminkontrakte, Stillhalteroptionen Devisen

WIEDERBESCHAFFUNGSWERTE POSITIV NEGATIV

KONTRAKT VOLUMEN

2004

2003

2004

2003

2004

2003

0

0

51

65

2 434

1 966

4

1

9

18

60

40

26

13

35

16

1 025

1 139

L EASI NGV ER PFLICH T U NGEN AUS OPER AT I V EN L EASI NGGESCH Ä F T EN FÄLLIGKEIT 2005 Mio. CHF –

15

2006

2007 UND FOLGENDE

TOTAL GRUPPE

15

37

67

127

> Die variabel verzinslichen Bankkredite werden teilweise mittels Zinssatzswaps in fix verzinsliche Verbindlichkeiten umgewandelt. Mit Zinssatzswaps werden auch geplante zukünftige Mittelaufnahmen am Kapitalmarkt teilweise gegen einen potenziellen Zinsanstieg abgesichert. Devisentermingeschäfte dienen der Absicherung der Währungsrisiken des Wareneinkaufs, Warenterminkontrakte der Absicherung der Preisschwankungen beim Einkauf von Kaffee und Heizöl. Mit dem Verkauf von Swaptions (Optionen auf Zinssatzswaps) und Caps (Optionen auf Zinsobergrenzen) werden im generell sinkenden Zinsumfeld zusätzliche Erträge zur Reduktion der Zinskosten erwirtschaftet. Stillhalteroptionen sind zu 100% unterlegt und dienen der Ertragsoptimierung der unterliegenden Aktienpositionen. — > In den ausgewiesenen Verpflichtungen sind Leasingverträge aus der HotelplanGruppe für zwei Flugzeuge des Typs Boeing B 757-200 ER und für ein Flugzeug des Typs Boeing B 767-300 ER enthalten. Diese Leasingverträge sind auf eine Dauer von 10 Jahren bzw. 3 Jahren abgeschlossen. Für den Leasingvertrag mit einer Dauer von 3 Jahren besteht die Option einer Verlängerung um weitere 3 Jahre. Diese Option wird 2005 eingelöst. Die jährlichen Kosten aus den Verbindlichkeiten von operativen Leasinggeschäften sind der Erfolgsrechnung, Position Mieten, angelastet. Im Jahre 2004 betragen sie CHF 18 Mio. (Vorjahr CHF 23 Mio.)


128

M I G RO S - G R U P P E

MIO . CHF

x2004

MIO . CHF

176

153

2004

2003

2003

A R BEI TGEBER BEI T R AGSR ESERV E Bestand per Bilanzstichtag 31.12. in Mio. CHF –

F R EM DWÄ H RU NGEN

> In Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER 16 ist diese Arbeitgeberbeitragsreserve nicht aktiviert. Im Geschäftsjahr 2004 ist durch den MGB ein bestehender Fonds in Arbeitgeberbeitragsreserve umgewandelt worden. —

Wesentliche Wechselkurse

B ILANZ 1 USD

US-Dollar

1,13

1,24

1 GBP

Britisches Pfund

2,18

2,20

1 EUR

Euro

1,54

1,56

E RFOLGSRECHNUNG 1 EUR –

Euro

1,54

1,52

> Für die Umrechnung der Erfolgsrechnungen wurden Durchschnittskurse verwendet. —


M I G RO S - G R U P P E

129

Bericht des Konzernprüfers

Bericht des Konzernprüfers an die Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes Zürich Als Konzernprüfer der Migros-Gruppe haben wir die konsolidierte Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung, Geldflussrechnung, Aufstellung über die Veränderung des Eigenkapitals und Anhang, Seiten 108 bis 128, sowie der im Anhang publizierte Konsolidierungskreis) der Migros-Gruppe für das am 31. Dezember 20 04 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Die Jahresrechnungen der regionalen Genossenschaften sowie eines wesentlichen Teils der übrigen Gesellschaften wurden durch die MITREVA Treuhand und Revision AG geprüft. Für die konsolidierte Jahresrechnung ist die Verwaltung verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht, diese zu prüfen und zu beurteilen. Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Befähigung und Unabhängigkeit erfüllen. Unsere Prüfung erfolgte nach den Grundsätzen des schweizerischen Berufsstandes, wonach eine Prüfung so zu planen und durchzuführen ist, dass wesentliche Fehlaussagen in der konsolidierten Jahresrechnung mit angemessener Sicherheit erkannt werden. Wir prüften die Posten und Angaben der konsolidierten Jahresrechnung mittels Analysen und Erhebungen auf der Basis von Stichproben. Ferner beurteilten wir die Anwendung der massgebenden Rechnungslegungsgrundsätze, die wesentlichen Bewertungsentscheide sowie die Darstellung der konsolidierten Jahresrechnung als Ganzes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine ausreichende Grundlage für unser Urteil bildet. Gemäss unserer Beurteilung vermittelt die konsolidierte Jahresrechnung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimmung mit den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (Swiss GA AP FER) und entspricht dem schweizerischen Gesetz. Wir empfehlen, die vorliegende konsolidierte Jahresrechnung zu genehmigen.

Zürich, 17. März 20 05

PricewaterhouseCoopers AG P. Brand

H. Heiber


130

M I G RO S - G R U P P E

Migros-Pensiontasse

Die Migros-Pensionskasse ist eine vollautonome Vorsorgeeinrichtung, d.h., sie deckt alle Risiken selbst ab, ist nach dem Leistungsprimat aufgebaut und wird mit Durchschnittsbeiträgen finanziert. Die Beiträge und Leistungen sind in einem einheitlichen Reglement festgelegt. Der Rechnungsabschluss der Migros-Pensionskasse wurde erstmals nach dem Rechnungslegungsstandard Swiss GA AP FER 26 erstellt. Das ausgewiesene Vorsorgekapital beruht auf dem versicherungstechnischen Gutachten per 31. Dezember 2004.

Betriebsrechnung N ETTOERGEBNIS AUS DEM V ERSICHERUNGSTEIL

2004

2003

MIO . CHF

MIO . CHF

–506,1

–522,0

687,3

638,2

Abfluss für Leistungen und Vorbezüge

–577,4

–553,1

Bildung Vorsorgekapitalien, technische Rückstellungen, Beitragsreserve

–612,0

–604,1

–4,0

–3,0

553,2

911,7

Zufluss aus Beiträgen und Eintrittsleistungen

Beiträge an Sicherheitsfonds – N ETTOERGEBNIS AUS V ERMÖGENSANLAGE Ertrag aus operativen Aktiven

0,5

1,0

Zinsen auf Hypotheken

9,3

11,1

Ertrag und Wertveränderung auf Darlehen und Wertschriften

394,4

744,1

Ertrag und Wertveränderung auf Immobilien

160,7

166,4

Zinsaufwand

–0,5

–0,6

Verwaltungsaufwand der Vermögensanlage

–11,2

–10,3

7,2

–2,4

–7,6

–8,1

46,7

379,2

–46,7

–380,1

0,0

–0,9

– A UFLÖSUNG /B ILDUNG NICHT TECHNISCHE R ÜCKSTELLUNGEN – V ERWALTUNGSAUFWAND – E RTRAGSÜBERSCHUSS VOR V ERÄNDERUNG W ERTSCHWANKUNGSRESERVE – B ILDUNG W ERTSCHWANKUNGSRESERVE – A UFWANDÜBERSCHUSS –


M I G RO S - G R U P P E

Bilanz Migros-Pensionskasse

x

Aktiven V ERMÖGENSANLAGEN

31.12.2004 MIO . CHF

131

31.12.2003 MIO . CHF

14 102,1

13 501,8

14 100,2

13 464,0

72,6

73,6

– O PERATIVE A KTIVEN – 14 027,6

13 990,4

Darlehen

554,8

534,4

Hypotheken

296,0

355,4

Anleihensobligationen

6 091,5

5 679,0

Aktien und ähnliche Wertschriften oder Beteiligungen

3 284,6

3 207,5

K APITALANLAGEN

237,2

118,2

3 563,5

3 495,9

1,9

37,8

14 102,1

13 501,8

35,1

86,5

9,7

9,8

176,7

153,6

91,6

98,9

V ORSORGEKAPITALIEN UND TECHNISCHE R ÜCKSTELLUNGEN

12 416,2

11 826,9

Vorsorgekapital Aktive Versicherte

6 034,4

5 847,1

Vorsorgekapital Rentner

5 225,3

4 901,2

Technische Rückstellungen

1 156,5

1 078,6

1 372,8

1 326,1

Alternative Anlagen Immobilien

A KTI V E R ECH N U NGSA BGR ENZU NG –

Passiven V ERBINDLICHKEITEN – P ASSIVE R ECHNUNGSABGRENZUNG – A RBEITGEBER -B EITRAGSRESERVE – N ICHT TECHNISCHE R ÜCKSTELLUNGEN –

WERTSCH WA N KU NGSR ESERV E – F REIE M ITTEL

0,0

0,0

Stand zu Beginn der Periode

0,0

0,9

Aufwandüberschuss

0,0

–0,9


132

M I G RO S - G R U P P E

x Erläuterungen zur Betriebsrebnung und Bilanz der Migros-Pensiontasse

Betriebsrechnung Das Nettoergebnis aus dem Versicherungsteil betrug CHF –506,1 Mio. gegenüber CHF –522,0 Mio. im Vorjahr. Unter Berücksichtigung der Vermögenserträge von CHF 553,2 Mio. (CHF 911,7 Mio.), der Auflösung der nicht technischen Rückstellungen von CHF 7,2 Mio. (CHF –2,4 Mio.) und des Verwaltungsaufwandes von CHF 7,6 Mio. (CHF 8,1 Mio.) resultierte ein Ertragsüberschuss vor Veränderung der Wertschwankungsreserve von CHF 46,7 Mio. (CHF 379,2 Mio.), was gegenüber dem Vorjahr einem Ertragsrückgang von CHF 332,5 Mio. entspricht. Die Hauptursache für diese Entwicklung erklärt sich einerseits mit dem tieferen Ergebnis aus Vermögensanlage und andererseits mit den höheren ordentlichen Beiträgen infolge Wegfalls der Beitragspause. Der Überschuss wurde wie bereits im Vorjahr vollumfänglich der Wertschwankungsreserve zugeführt. Anlageperformance und Risiko In der Berichtsperiode wurde auf den Vermögensanlagen eine Performance von 4,1 Prozent (7,3 Prozent) erzielt, während das strategische Zielresultat (Benchmark) um 0,2 Prozentpunkte höher lag. Die Minderperformance des MPK-Vermögens beruht zum Teil auf der Über- bzw. Untergewichtung einzelner Anlagekategorien und zum anderen Teil auf der Titelwahl in der Bewirtschaftung. Im Gegensatz zum Vorjahr, als mit Aktien noch eine zweistellige Rendite erzielt werden konnte, sind die Renditen 20 04 für Aktien, Immobilien und Obligationen alle relativ nahe zusammen. Die Aktienanlagen brachten mit etwas mehr als 6% die beste Rendite. Das Risiko des Wertschriftenvermögens (Standardabweichung) war merklich kleiner als im Vorjahr, betrug 3,1 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent) und war damit gleich gross wie dasjenige der Strategie.

Bilanz Bei Aktiven von CHF 14,1 Mrd. und Verpflichtungen von CHF 12,7 Mrd. ergibt sich ein Vermögensüberschuss von rund CHF 1,4 Mrd., was einem Deckungsgrad von 111,1% entspricht (Vorjahr 111,2 Prozent). Der Vermögensüberschuss entspricht der Summe der ausgewiesenen Wertschwankungsreserve, welche 9,7 Prozent (9,8 Prozent) der Bilanzsumme beträgt. Die Zielgrösse zur Abdeckung der anlage- und verpflichtungsseitigen Risiken beträgt 10,85 Prozent. Per Bilanzstichtag besteht somit ein geringfügiges Reservedefizit von rund CHF 157,3 Mio. (CHF 138,9 Mio.). Diesem Umstand wurde mit der Revision des MPKReglements per 1. Januar 20 05 Rechnung getragen, das moderate Leistungsanpassungen vorsieht. Weiter erfolgten im Berichtsjahr die Abschaffung der von der Kasse finanzierten ausserreglementarischen Leistungen und die Aufhebung der Beitragspause. Alle laufenden und künftigen Ansprüche der Versicherten sind voll gesichert.


M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

133

Kennzahlenxüber 5 Jahre Migros-Genossensbaps-Bund

KENNZAHLEN IN TAUSEND CHF

N ETTOUMSATZ Veränderung in % zum Vorjahr

2000

2001

2002

2003

2004

3 964 802

3 984 912

4 302 977

5 369 518 1

5 882 516

+5,2

+0,5

+8,0

+24,8

+9,6

50 086

41 958

59 911

72 366

116 745

1,3

1,0

1,4

1,4

2,0

68 902

27 576

–48 713

68 020

127 180

1,7

0,7

-1,1

1,3

2,2

–74 054

168 052

245 160

–11 128

292 662

–1,9

4,2

5,7

–0,2

5,0

45 378

68 820

110 584

256 237

39 217

2 929 457

3 115 083

2 756 201

2 909 302

3 074 732

46,3

47,1

41,9

45,4

45,4

3 391 991

3 503 454

3 816 687

3 499 641

3 701 726

53,7

52,9

58,1

54,6

54,6

1 645 476

1 500 259

1 722 888

1 924 633

1 979 580

26,0

22,7

26,2

30,0

29,2

3 364 531

3 779 861

3 560 896

3 127 186

3 313 174

53,2

57,1

54,2

48,8

48,9

1 311 441

1 338 417

1 289 104

1 357 124

1 483 704

20,8

20,2

19,6

21,2

21,9

6 321 448

6 618 537

6 572 888

6 408 943

6 776 458

41 358

47 944

48 874

45 754

44 407

– B ETRIEBSERGEBNIS VOR A BSCHREIBUNGEN (EBITDA) in % vom Umsatz – U NTERNEHMENSERGEBNIS in % vom Umsatz – C ASHFLOW 2 in % vom Nettoumsatz – I NVESTITIONEN – U MLAUFVERMÖGEN in % vom Gesamtvermögen – A NLAGEVERMÖGEN in % vom Gesamtvermögen – K URZFRISTIGES F REMDKAPITAL in % vom Gesamtkapital – L ANGFRISTIGES F REMDKAPITAL in % vom Gesamtkapital – E IGENKAPITAL in % vom Gesamtkapital – B ILANZSUMME – A UFWENDUNGEN FÜR KULTURELLE , SOZIALE UND WIRTSCHAFTSPOLITISCHE Z WECKE – P ERSONALBESTAND Anzahl Personen (auf Vollzeit umgerechnet) 1 2

1 498

1 644

1 774

1 860

2 095

(1 336)

(1 473)

(1 609)

(1730)

(1 951)

Angepasster Vorjahreswert aufgrund neuer Umsatzdefinition Unternehmensergebnis + nicht geldwirksamer Aufwand – nicht geldwirksamer Ertrag +/– Veränderung des betrieblichen Nettoumlaufvermögens


134

M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

Bilanz Migros-Genossensbaps-Bund

Die vorliegende Jahresrechnung ist nach den aktienrechtlichen Vorschriften erstellt.

Aktiven

ERL ÄUTERUNGEN

31.12.2004

31.12.2003

TCHF

TCHF

U M LAU F V ER MÖGEN Flüssige Mittel und Festgelder

1

1 296 494

966 846

Wertschriften

2

367 854

397 146

Kfr. Forderungen:

3

954 341

1 006 632

56 504

44 635

› gegenüber Unternehmen der Gruppe › aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten Andere kfr. Forderungen

4

95 883

238 122

Vorräte

5

261 294

226 392

Aktive Rechnungsabgrenzung

T OTA L U M LAU FV ER MÖGEN

42 362

29 529

3 074 732

2 909 302

1 330 631

– A N LAGEV ER MÖGEN F I NA NZA N LAGEN Lfr. Forderungen:

Beteiligungen:

› gegenüber Unternehmen der Gruppe

6

1 497 750

› gegenüber Dritten

7

98 750

47 210

› an Unternehmen der Gruppe

8

1 728 280

1 737 919

9

44 815

44 815

10

332 131

339 066

T OTA L A N LAGEV ER MÖGEN

3 701 726

3 499 641

BILANZSUMME

6 776 458

6 408 943

› an Dritten S ACH A N LAGEN


M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

135

x

Passiven

ERL ÄUTERUNGEN

31.12.2004

31.12.2003

TCHF

TCHF

K U R Z F R I S T I G E S F R E M D K A P I TA L Finanzverbindlichkeiten

11

500 000

569 755

Verbindlichkeiten:

12

839 479

844 740

347 288

289 214

130 203

86 744

10 451

8 786

› gegenüber Unternehmen der Gruppe › aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten

Andere kfr. Verbindlichkeiten

13

Personal- und M-Partizipationskonten Kurzfristige Rückstellungen

14

Passive Rechnungsabgrenzung

T OTA L KU R ZFR ISTIGES F R EM DK A PITA L

75 802

76 322

76 357

49 072

1 979 580

1 924 633

1 029 789

756 014

– L A NGFR IST IGES F R EM DK A PI TA L Verbindlichkeiten:

› gegenüber Dritten

85 000

80 000

Personal-Anlagekonten

15

1 512 444

1 291 698

Obligationen-Anleihen / Privatplatzierungen

16

550 000

850 000

Langfristige Rückstellungen

17

135 941

149 474

3 313 174

3 127 186

5 292 754

5 051 819

› gegenüber Unternehmen der Gruppe

T OTA L LA NGFR ISTIGES F R EM DK A PITA L T OTA L F R EM DK A PITA L – E IGEN K A PI TA L Genossenschaftskapital

15 000

15 000

Gesetzliche Reserven

20 000

20 000 1 302 007

Sonstige Reserven

18

1 321 007

Bilanzgewinn

19

127 697

20 117

T OTA L E IGEN K A PITA L

1 483 704

1 357 124

BILANZSUMME

6 776 458

6 408 943


136

M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

Erfolgsrebnung Migros-Genossensaaps-Bund

ERL ÄUTERUNGEN

2004

2003

TCHF

TCHF

Nettoumsatz

20

5 882 516

5 369 518 1

Sonstige Betriebserträge

21

406 642

354 922 1

6 289 158

5 724 440

5 480 650

5 017 963

808 508

706 477

G ESA M TERTR AG AUS BETR I EBLICH ER TÄTIGK EIT – Material-, Waren- und Dienstleistungsaufwand

B RU T TOGEW I N N AUS BETR I EBLICH ER TÄTIGK EIT – Personalaufwand

22

242 538

214 233

Werbeaufwand

23

271 497

231 000

Verwaltungs- und Betriebsaufwand

24

177 728

188 878

Betriebliche Abschreibungen

25

45 225

68 359

71 520

4 007 67 337

EBIT (E RGEBN IS VOR Z I NSEN U N D S TEU ER N) – Finanzergebnis

26

56 410

Übriges Ergebnis

27

5 920

2 187

133 850

73 531

6 670

5 511

127 180

68 020

G EW I N N VOR S TEU ER N – Steuern

GEWINN 1

Angepasster Vorjahreswert aufgrund neuer Umsatzdefinition


M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

137

Anmerkungen zur nnanziellen Beribterstayung

Bilanz

1

31.12.2004

31.12.2003

TCHF

TCHF

F LÜSSIGE M I T T EL U N D F ESTGELDER 121 029

333 060

Festgelder

1 175 465

633 786

T OTA L

1 296 494

966 846

Obligationen CHF Inland

165 843

193 120

Obligationen CHF Ausland

Flüssige Mittel

2

WERTSCH R I F T EN (zur Liquiditätshaltung) 132 826

145 690

Obligationen Fremdwährung Ausland

42 392

29 252

Aktien Inland

16 668

16 856

10 125

12 228

367 854

397 146

Aktien Ausland

T OTA L –

3

K U R ZFR IST IGE F OR DERU NGEN GEGEN Ü BER U N T ER N EH M EN DES K ONZER NS

T OTA L

954 341

1 006 632

4

A N DER E KU R ZFR IST IGE F OR DERU NGEN D R I T T EN

GEGEN Ü BER

Geldanlagen bei Nichtbanken Personalvorsorgeeinrichtungen Übrige

T OTA L

65 000

140 000

0

31 054

30 883

67 068

95 883

238 122

247 395

224 082

5

VOR R ÄT E

Handelsware Übriges Material/Anzahlungen

T OTA L –

13 899

2 310

261 294

226 392

> Von den Festgeldern sind CHF 140 Mio. (Vorjahr CHF 150 Mio.) bei der Migrosbank angelegt. Diese Position dient der Liquiditätshaltung für die Migros-Gemeinschaft. Der Bestand am Bilanzstichtag ist wegen der anstehenden Rückzahlung einer Anleihe von CHF 250 Mio. entsprechend erhöht. — > Die Wertschriften des Umlaufvermögens dienen der Liquiditätssicherung. Die Bewertung der Wertschriften erfolgt zu Marktwerten am Bilanzstichtag. Von den Obligationen Inland sind wie im Vorjahr CHF 5 Mio. in Obligationen der Migrosbank investiert. —

> Der Leistungsaustausch innerhalb der Gruppe wird bargeldlos über ein Clearing-System abgerechnet, das vom MGB betrieben wird. Der Saldo resultiert aus dem entsprechenden Kontokorrentverkehr. — > Am Stichtag bestand ein Saldo zu Gunsten der Personalvorsorgeeinrichtungen (vgl. Anmerkung 13). Die Position Übrige beinhaltet Rückforderungen aus Verrechnungssteuern, ausländische Mehrwertsteuern, Guthaben aus Kontokorrentverkehr mit Stiftungen sowie diverse Vorschüsse. — > Die Vorräte beinhalten vorwiegend die Bestände in den beiden Zentrallagern Suhr und Neuendorf. —


138

M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

6

31.12.2004

31.12.2003

TCHF

TCHF

L A NGFR IST IGE F OR DERU NGEN GEGEN Ü BER U N T ER N EH M EN DES K ONZER NS

T OTA L

1 497 750

1 330 631

7

L A NGFR IST IGE F OR DERU NGEN GEGEN Ü BER D R I T T EN

T OTA L

98 750

47 210

8

B E T EI LIGU NGEN A N U N T ER N EH M EN K ONZER NS

DES

T OTA L

1 728 280

1 737 919

9

B E T EI LIGU NGEN A N D R I T T EN 44 815

44 815

Grundstücke unbebaut

30 069

30 069

Gebäude

254 157

257 167

Technische Anlagen/Maschinen

42 187

36 764

Übrige Sachanlagen

2 660

5 154

T OTA L –

10

S ACH A N LAGEN

Anlagen im Bau

T OTA L

3 058

9 912

332 131

339 066

> Davon sind CHF 110 Mio. (Vorjahr CHF 250 Mio.) ordentliche und nachrangige Darlehen an die Migrosbank gewährt. —

> Hiervon entfallen CHF 18 Mio. auf Darlehen an Migros nahe stehende Stiftungen (Vorjahr CHF 23 Mio.) sowie CHF 50 Mio. auf Geldanlagen bei Kantonalbanken (Vorjahr CHF 20 Mio.). —

> Die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten abzüglich der notwendigen Abschreibungen bilanziert. Im Berichtsjahr wurde die Beteiligung an einem ausländischen Logistikunternehmen verkauft. —

> Die Position beinhaltet im Wesentlichen die Beteiligung an der Versicherungsgesellschaft Generali (Schweiz) Holding AG und zu einem kleineren Teil die Beteiligung an der Migros Türk Ticaret A.S. Die Generali-Aktien stammen aus dem Verkauf der Secura und sind bis 2006 gesperrt. —

> 2004 wurden für CHF 35,7 Mio. Investitionen in Sachanlagen getätigt. CHF 26,5 Mio. entfallen davon auf Technische Anlagen/Maschinen und hier insbesondere auf den Ausbau der IT-Infrastruktur. —


M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

11

31.12.2004

31.12.2003

TCHF

TCHF

0

319 755

500 000

250 000

500 000

569 755

139

F I NA NZ V ER BI N DLICH K EI T EN

Geldaufnahmen Obligationen-Anleihen

T OTA L –

12

VER BI N DLICH K EI T EN GEGEN Ü BER U N T ER N EH M EN DES K ONZER NS (kurzfristig)

T OTA L

839 479

844 740

13

A N DER E KU R ZFR IST IGE VER BI N DLICH K EI T EN GEGEN Ü BER D R I T T EN 69 966

30 462

AHV-Ausgleichskasse/Stiftungen

19 772

17 234

Migros-Geschenkgutscheine

34 305

32 811

Personalvorsorgeeinrichtungen

Übrige

T OTA L

6 160

6 237

130 203

86 744

> Die im Vorjahr ausgewiesenen Geldaufnah men sowie die A nleihe von CHF 250 Mio. w urden 2004 vollständig zurückbezahlt. Im Jahr 2005 werden zwei weitere A nleihen über je CHF 250 Mio. fällig. Die A nleihen mit einer Restlaufzeit von über eine m Jahr sind unter der Position «Obligationen-A nleihen/Privatplatzierungen» bilanziert (vgl. A n merkung 16). — > Der Leistungsaustausch innerhalb der Gruppe wird bargeldlos über ein Clearing-System abgerechnet, das vom MGB betrieben wird. Der Saldo resultiert aus dem entsprechenden Kontokorrentverkehr. — > Die Personalvorsorgeeinrichtung hat einen Teil ihrer liquiden Mittel beim MGB angelegt. Bei den Geschenkgutscheinen handelt es sich um verkaufte Gutscheine, welche sich noch im Umlauf befinden. —

14

K U R ZFR IST IGE R ÜCKST ELLU NGEN

Rückstellungen für › Ertrag- und Kapitalsteuern

213

0

› Versicherungsschäden

4 804

4 273

› Gruppenrisiken

4 508

19 920

› Risiken für Waren- und Geldgeschäfte

35 710

32 058

› Sonstiges

30 567

20 071

T OTA L

75 802

76 322

15

P ERSONA L -A N LAGEKON T EN

T OTA L –

1 512 444

1 291 698

> Rückstellungen im Umfang von CHF 12 Mio., die in Vorjahren für Bewertungsrisiken gebildet wurden, sind im Berichtsjahr direkt den entsprechenden Aktiven als Wertberichtigung zugeordnet. Zur Deckung von Mehrwertsteuerrisiken wurden die sonstigen Rückstellungen erhöht. —

> Mitarbeiter der M-Gemeinschaft haben Gelder mit 6-monatiger Kündigungsfrist für Bezüge über CHF 25 000 zur Verfügung gestellt. Die Personal-Anlagekonten geniessen einen Vorzugszins. Dieser ist auf ein Guthaben von CHF 200 000 pro Mitarbeiter beschränkt und entspricht dem variablen Zinssatz für erste Hypotheken der Migrosbank. —


140

16

M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

31.12.2004

31.12.2003

TCHF

TCHF

O BLIGAT ION EN -A N LEI H EN/

P R I VAT PLATZI ERU NGEN FÄLLIGKEIT

LAUFZEIT

ZINSSATZ

03.02.2005

1998–2005

3,25

0

250 000

31.10.2005

1995–2005

4,625

0

250 000

25.04.2008

2001–2008

3,75

350 000

350 000

03.05.2011

2004–2011

2,5

200 000

0

T OTA L O BLIGATION EN -A N LEI H EN

550 000

850 000

> Zwei Anleihen im Volumen von je CHF 250 Mio. sind am 3.2. bzw. am 31.10.2005 fällig und werden deshalb unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Im Mai 2004 wurde eine Obligationen-Anleihe über CHF 200 Mio. ausgegeben. —

17

L A NGFR IST IGE R ÜCKST ELLU NGEN

Freiwillige Personalvorsorge

23 636

25 447

Versicherungsfonds

20 000

20 000

Allgemeine Geschäftsrisiken

87 305

99 027

Sonstiges

5 000

5 000

T OTA L

135 941

149 474

18

S ONST IGE R ESERV EN

Vorjahr + Zuweisung aus Gewinnverwendung

T OTA L

1 302 007

1 302 007

19 000

0

1 321 007

1 302 007

> Für die Übergangsjahre vom generellen M-Pensionierungsalter bis zum ordentlichen Rentenalter verpflichtet sich der MGB zur Zahlung einer AHV-Überbrückungsrente. Für diese aufgelaufenen Verpflichtungen sowie für Renten im Rahmen von Frühpensionierungen sind entsprechende Rückstellungen gebildet. Durch die Inanspruchnahme der Rückstellungen für allgemeine Geschäftsrisiken hat sich der Bestand reduziert. —

> Die Zuweisung erfolgt jeweils gemäss Beschluss der Delegiertenversammlung. —

19

B I LA NZGEW I N N

Vorjahr Jahresgewinn

T OTA L –

517

–47 903

127 180

68 020

127 697

20 117

> Der Antrag der Verwaltung zur Verwendung des Bilanzgewinnes 2004 ist aus dem Anhang ersichtlich. —


M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

Erfolgsrechnung

20

2004

2003

TCHF

TCHF

N E T TOU MSATZ

Nettoumsatz Warenhandel nach Kundenklassen: Dritte Migros-Industrie (Gruppe)

167 287

173 387

311 185

428 781

5 291 996

4 684 328

Dienstleistungsbetriebe (Gruppe)

72

3 217

Globus-Gruppe (Gruppe)

19

0

389

357

Genossenschaften (Gruppe)

Übrige Unternehmen (Gruppe) Nahe stehende Personen Nettoumsatz ausserhalb des Warenhandels

T OTA L

80

59

5 771 028

5 290 129

111 488

79 389

5 882 516

5 369 518

21

141

> Die Zuordnung der Erlöse zum Nettoumsatz und Sonstige Betriebserträge wurde 2004 geändert. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Die Belieferungsumsätze an die Genossenschaften haben infolge der weiteren Zentralisierung der Warenflüsse im MGB stark zugenommen. Die Umsätze mit den Industriebetrieben sind rückläufig, da Rohwaren nicht mehr über den MGB sondern vermehrt durch die entsprechenden Betriebe direkt eingekauft werden. —

S ONST IGE B E T R I EBSERT R ÄGE

Unternehmen der Gruppe: 142 766

› Aktions- und Werbebeiträge

171 779

› Übrige Erträge Gruppe

87 576

96 502

259 355

239 268

128 770

99 796

18 342

15 519

Dritte: › Aktions- und Werbebeiträge › Übrige Erträge Dritte Aktivierte Eigenleistungen

T OTA L

175

339

406 642

354 922

187 516

167 314

> Infolge einer Änderung in der Zuordnung der Erlöse wurden die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst (vgl. Anmerkung 20). Die Lieferanten beteiligen sich an den Kosten für die steigende Anzahl von Aktionen und die intensivierte Marktbearbeitung in Form von Aktions- und Werbebeiträgen. —

22

P ERSONA LAU F WA N D

Löhne Sozialversicherungen

18 579

15 711

Personalvorsorgeeinrichtungen

23 787

18 692

Sonstiges

12 656

12 516

T OTA L

242 538

214 233

23

WER BEAU F WA N D

T OTA L –

271 497

231 000

> Der Personalbestand hat 2004 um 186 Personaleinheiten (PE) auf 1916 PE zugenommen (Vorjahr +121 PE). Diese Zunahme ist vorwiegend auf die Übernahme der Mitarbeiter M-Service zurückzuführen. Wegen des gestiegenen Beitragssatzes für Arbeitgeber hat sich der Aufwand für Personalvorsorgeeinrichtungen überproportional erhöht. — > Für die Stärkung der Marke Migros sowie Produkte- und Aktionswerbung wurden 17% mehr aufgewendet als im Vorjahr. —


142

24

M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

x2004 TCHF

TCHF

9 994

7 972

25 592

35 807

2003

VERWA LT U NGS - U N D B E T R I EBSAU F WA N D

Miete/Baurechtszins Anlagenunterhalt Energie und Verbrauchsmaterial Verwaltungsaufwand Kulturelle Aufwendungen Dienstleistungen Übriger Aufwand

T OTA L

5 740

6 040

86 493

98 064

15 320

21 615

7 591

6 739

26 998

12 641

177 728

188 878

> D urch den A bschluss von ZW WProjekten haben sich die im Ver waltungsaufwand enthaltenen IT-Beratungskosten deutlich ver mindert. In der Zeile Ü briger Aufwand ist insbesondere die Bildung von Rückstellungen zur A bdeckung von verschiedenen Geschäftsrisiken enthalten. —

25

B E T R I EBLICH E A BSCH R EI BU NGEN

Mobilien/Maschinen/technische Anlagen

28 750

52 478

Immobilien

11 096

8 884

Immaterielle Werte

3 479

1 997

Beteiligungen

1 900

5 000

45 225

68 359

94 045

104 726

–141 530

–153 293

T OTA L –

26

F I NA NZERGEBN IS

Zinsertrag Zinsaufwand Saldo Währungsdifferenzen Wertschriftenerfolg Beteiligungsertrag

T OTA L F I NA NZR ECH N U NG

1 773

5 775

7 060

24 688

95 062

85 441

56 410

67 337

3 884

1 331

27

Ü BR IGES E RGEBN IS

Buchgewinn aus Abgängen von Sachanlagen Buchverlust Ausserordentliche Erträge Ausserordentliche Aufwendungen

T OTA L

–76

–144

2 112

2 000

0

–1 000

5 920

2 187

> Die Abschreibungen erfolgen nach handels- und steuerrechtlichen Vorschriften. Im Jahr 2004 erfolgte eine Sonderabschreibung auf Immobilien in Höhe von CHF 3,8 Mio. Im Vorjahr wurden steuerliche Sofortabschreibungen im Umfang von CHF 28 Mio. nachgeholt. Die Abschreibungen auf immateriellen Werten betreffen Softwarelizenzen. —

> Aufgrund des tiefen Zinsniveaus haben sich sowohl der Zinsaufwand als auch der Zinsertrag gegenüber dem Vorjahr vermindert. Der Wertschriftenerfolg litt unter der Zinsentwicklung. Vom Beteiligungsertrag stammen CHF 93 Mio. von Gruppenunternehmen. —

> Der hohe Buchgewinn resultiert aus dem Anlagenabgang im Rahmen des Brandfalles im Lager Volketswil. Unter Berücksichtigung der damit verbundenen Versicherungsleistung ergibt sich ein Buchgewinn von CHF 3,8 Mio. Der ausserordentliche Ertrag betrifft den Buchgewinn aus dem Verkauf einer Logistikunternehmung im Ausland. —


M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

143

Anhang

R ECH N U NGSLEGU NGSNOR M Die Jahresrechnung des Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich, ist in Übereinstimmung mit den aktienrechtlichen Vorschriften erstellt.

Informationen zur Bilanz

31.12.2004

31.12.2003

TCHF

TCHF

› Mobilien

217 866

203 602

› Immobilien

595 042

594 042

0

0

44 417

0

1 539

17 641

B R A N DV E R SIC H E RU NG S W E RT E :

– Nicht bilanzierte Leasing-Verbindlichkeiten – Aufgelöste Stille Reserven – Bürgschaften, Garantieverpflichtungen, Pfandbestellungen zu Gunsten Dritter – Eigentumsbeschränkung für eigene Verpflichtungen: › Bilanzwert

128 172

47 049

› Pfandbelastung

20 000

20 000

› Beanspruchung

7 016

0

69 966

30 462

– Verbindlichkeiten gegenüber Personalvorsorgeeinrichtungen Beteiligungen: Siehe Verzeichnis der Migros-Unternehmen im Anhang zur Konzernrechnung.

Verwendung des Bilanzgewinnes A N T R AG DER VERWA LT U NG Ü BER DI E VERW EN DU NG DES B I LA NZGEW I N N ES :

2004 TCHF

Gewinnvortrag vom Vorjahr

517

Gewinn des laufenden Jahres

127 180

B ILANZGEWINN ZUR G ENEHMIGUNG DURCH DIE D ELEGIERTEN VERSAMMLUNG

127 697

4 % Zins auf das Genossenschaftskapital MGB Zuweisung an die sonstigen Reserven

VORTR AG AU F N EU E R ECH N U NG

600 127 000 97

– A U F W EN DU NGEN FÜ R KU LT U R ELLE , SOZI A LE U N D W I RTSCH A F TSPOLI T ISCH E Z W ECK E

2004

2003

TCHF

TCHF

Kultur

17 813

15 304

Bildung

15 999

19 429

Soziales

2 614

2 643

Freizeit & Sport

4 746

5 284

Wirtschaftspolitik Anteilmässige Verwaltungskosten/Rückstellungen

T OTA L

857

1 051

2 378

2 043

44 407

45 754


144

M I G ROS - G E N OS S E N SC H A F T S - B U N D

Bericht der Kontrollstelle

Bericht der Kontrollstelle an die Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschafts-Bundes Zürich Als Kontrollstelle haben wir die Buchführung, die Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang) sowie die Geschäftsführung des Migros-Genossenschafts-Bundes für das am 31. Dezember 20 04 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Für die Jahresrechnung und die Geschäftsführung ist die Verwaltung verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht, die Jahresrechnung und die Geschäftsführung zu prüfen und zu beurteilen. Wir bestätigen, dass wir die Anforderungen hinsichtlich Befähigung und Unabhängigkeit erfüllen. Unsere Prüfung erfolgte nach den Grundsätzen des schweizerischen Berufsstandes, wonach eine Prüfung so zu planen und durchzuführen ist, dass wesentliche Fehlaussagen in der Jahresrechnung mit angemessener Sicherheit erkannt werden. Wir prüften die Posten und Angaben der Jahresrechnung mittels Analysen und Erhebungen auf der Basis von Stichproben. Ferner beurteilten wir die Anwendung der massgebenden Rechnungslegungsgrundsätze, die wesentlichen Bewertungsentscheide sowie die Darstellung der Jahresrechnung als Ganzes. Bei der Prüfung der Geschäftsführung wird beurteilt, ob die Voraussetzungen für eine gesetzes- und statutenkonforme Geschäftsführung gegeben sind; dabei handelt es sich nicht um eine Zweckmässigkeitsprüfung. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine ausreichende Grundlage für unser Urteil bildet. Gemäss unserer Beurteilung entsprechen die Buchführung, die Jahresrechnung und die Geschäftsführung sowie der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinnes dem schweizerischen Gesetz und den Statuten. Ferner stellen wir fest, dass die Jahresrechnung nach den aktienrechtlichen Vorschriften erstellt worden ist. Wir empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.

Die Kontrollstelle W. Matzinger

Ch. Meier

PricewaterhouseCoopers AG P. Brand

Zürich, 17. März 2005

C. Föllmi


M I G RO S - G R U P P E

145

Migros-Konsolidierungskreis

UNTERNEHMEN

SITZ

BETEILIGUNG IN %

GRUNDKAPITAL IN TAUSEND

GENOSSENSCH A F TEN Genossenschaft Migros Aare

Moosseedorf

CHF

4 357

Mass AG

Suhr

100

CHF

100

Neue Brünnen AG

Bern

100

CHF

1 000

Oppidum AG

Bern

100

CHF

100

Shopping Center Brünnen AG

Bern

100

CHF

918

Shoppyland, Shoppy

Moosseedorf

100

CHF

100

Time-Out

Moosseedorf

100

CHF

100

CHF

1 738

Genossenschaft Migros Basel

Basel

Migros Deutschland GmbH

DE-Lörrach

100

EUR

5 120

Migros Freiburg GmbH

DE-Lörrach

100

EUR

1 000

Migros Lörrach GmbH

DE-Lörrach

100

EUR

520

Münchenstein

100

CHF

50

CHF

1 106

Semiba AG Société coopérative Migros Genève

Carouge

Centre Balexert SA

Genève

100

CHF

500

M-Etrembières SA

Carouge

100

CHF

100

M-Thoiry SA

Carouge

100

CHF

100

FR-Etrembières

100

EUR

1 500

E.R.A.S.M.

FR-Etrembières

100

EUR

100

Sogadis SA

FR-Gaillard

100

EUR

38

Migros France SAS

FR-Etrembières

100

EUR

300

SCI Les Blanchardes

Société des restaurants Migros S.à.r.l.

FR-Etrembières

100

EUR

1

SCI M-Etrembières

FR-Etrembières

100

EUR

1

SCI M-Thoiry

FR-Etrembières

100

EUR

1

SCI Neydgalerie

FR-Etrembières

100

EUR

1

SCI Neydloisirs

FR-Etrembières

100

EUR

1

SCI Neydmigros

FR-Etrembières

100

EUR

1

Carouge

36,5

ILEM SA (weitere 36,5 % im Besitze der Société coopérative Migros Vaud) Genossenschaft Migros Luzern Société coopérative Migros Neuchâtel-Fribourg Genossenschaft Migros Ostschweiz Randenburg Immobilien AG Società cooperativa fra produttori e consumatori Migros-Ticino

CHF

250

Dierikon

CHF

1 625

Marin

CHF

1 044

Gossau

CHF

3 791

CHF

400

Schaffhausen

71,15

San Antonino

CHF

835

Société coopérative Migros Valais

Martigny

CHF

674

Société coopérative Migros Vaud

Ecublens

CHF

1 466

CHF

250

CHF

2 955

ILEM SA (weitere 36,5 % im Besitze der Société coopérative Migros Genève) Genossenschaft Migros Zürich

Carouge Zürich

36,5


146

M I G RO S - G R U P P E

UNTERNEHMEN

SITZ

BETEILIGUNG IN %

Zürich

M IGROS - GE NOS SE NSC H A F T S -BU N D

GRUNDKAPITAL IN TAUSEND CHF

15 000

im Besitze der regionalen Migros-Genossenschaften – BA N K Migrosbank (inkl. Zweigstellen)

EK

Mileda Gesellschaft für Leasing und Privatdarlehen AG

Zürich

100

CHF

700 000

Basel

100

CHF

1 000

Wallisellen

66,7

CHF

15 000

Wallisellen

75

CHF

200

Capolago

100

CHF

3 500

– D I V ERSE AG Einkaufszentrum Glatt-Zürich (restliche 33,3 % im Besitze von Globus) Betriebsgesellschaft Zentrum Glatt AG (restliche 25 % im Besitze von Globus) Ferrovia Monte Generoso SA

NK

GZM Extraktionswerk AG

NK

Lyss

20

CHF

400

Immobiliengesellschaft Pereyvia AG

Zürich

100

CHF

2 000

Kornhof GmbH

Zürich

100

CHF

2 000

5 120

Migros Liegenschaften GmbH (restliche 6 % im Besitze von: Genossenschaft Migros Basel 2 %, Migros Deutschland GmbH 4 %) SA Pedemonte Melano SCI des Voirons S.I. Soleya SA sportX X AG TKL Tiefkühllager AG EK = Equity-Konsolidierung NK = nicht konsolidiert

DE-Lörrach

94

EUR

Melano

100

CHF

50

FR-Cranves-Sales

100

EUR

991

Avry-sur-Matran

55

CHF

2 000

Zürich

100

CHF

1 000

Neuendorf

100

CHF

2 500


M I G RO S - G R U P P E

UNTERNEHMEN

SITZ

BETEILIGUNG IN %

147

GRUNDKAPITAL IN TAUSEND

I N DUS T R I E BE T R I E BE Bischofszell Nahrungsmittel AG

Bischofszell

100

CHF

6 000

Chocolat Frey AG

Buchs

100

CHF

4 000

Estavayer Lait SA

Estavayer-le-Lac

100

CHF

3 500 10 000

Jowa AG inkl. Produktionsstätten Jowa France S.A.R.L.

Volketswil

100

CHF

FR-Etrembières

100

EUR

750

Buchs

100

CHF

2 000

Courtepin

100

CHF

8 000

Mibelle AG Micarna SA inkl. Micarna AG, Zweigniederlassung Bazenheid Mérat & Cie AG Schlachtbetrieb St. Gallen AG Midor AG Mifa AG Frenkendorf Mifroma SA Mifroma France SA

EK

Bern

100

CHF

50

Gossau

42,2

CHF

9 000 2 000

Meilen

100

CHF

Frenkendorf

100

CHF

2 000

Ursy

100

CHF

3 000

FR-Chalamont

100

EUR

1 105

Migros-Betriebe Birsfelden AG

Birsfelden

100

CHF

1 000

Optigal SA

Courtepin

100

CHF

2 000

Riseria Taverne SA Scana Lebensmittel AG Seba Aproz SA

Taverne

100

CHF

100

Regensdorf

99,9

CHF

8 000 850

Aproz

97,3

CHF

Swiss Industries GmbH

DE-Weil am Rhein

100

EUR

125

Walter Leuenberger AG

Huttwil

100

CHF

8 000

EK = Equity-Konsolidierung


148

M I G RO S - G R U P P E

UNTERNEHMEN

SITZ

BETEILIGUNG IN %

GRUNDKAPITAL IN TAUSEND

DI ENSTLEIST U NGSU N TER N EH MEN Ex Libris AG Ex Libris GmbH Deutschland in Liq.

100

CHF

100

EUR

128

Opfikon

100

CHF

10 000

Solothurn

100

CHF

50

Kloten

100

CHF

3 500

Hotelplan AG inkl. Tochtergesellschaften: Schweiz › Ambassador Reisen AG in Liq. › Belair Airlines AG › ESCO Reisen AG

Basel

100

CHF

3 000

› Hotel Disentiserhof AG

Disentis

99

CHF

3 000

› Interhome AG

Opfikon

100

CHF

4 500

› Marti Reisebüro AG

Opfikon

70

CHF

600

› Parcolago SA

Opfikon

100

CHF

500

› Parikos-Reisen AG in Liq.

Opfikon

100

CHF

100

› RT Royal Tours SA

Opfikon

100

CHF

100

› Utoring AG

Opfikon

100

CHF

1 000

Belgien

› Interhome SA

Deutschland

› ESCO-Reisen Freiburg GmbH

Bruxelles

100

EUR

126

Freiburg i.Br.

100

EUR

256

› ESCO-Reisen GmbH

Lörrach

100

EUR

26

› Fliegender Holländer GmbH

Aachen

100

EUR

128

Freiburg i.Br.

100

EUR

26

Düren

100

EUR

30

› Interhome GmbH

Frankfurt

100

EUR

51

› Hotelplan Inghams Sarl

Chamonix

100

EUR

8

› Hotelplan Organ. Internationale de Voyages SA

Paris

100

EUR

305

› Interhome Gestion Sarl

Paris

100

EUR

77

› Hotelplan Internat. Reiseorganisation GmbH › Interhome (Deutschland) GmbH Frankreich

› Interhome Sarl

Paris

100

EUR

122

Hyères

100

EUR

2 400

› Horizontes Club Holidays Ltd.

Athen

100

EUR

18

› Ikaros Village Enterprises SA

Malia

100

EUR

3 240

› Mer et Soleil Provence SA Griechenland

Grossbritannien › Bladon Group PLC

London

100

GBP

1 960

› Hotelplan Ltd.

London

100

GBP

1 000

› Hotelplan (Transport) Ltd.

London

100

GBP

2

› Hotelplan (UK Group) Ltd.

London

100

GBP

500

Twickenham

100

GBP

50

London

100

GBP

30

Siena

100

EUR

10

Lecco

34

EUR

1 000

› Horizonte Club Italia S.r.l.

Milano

100

EUR

10

› Hotelplan Italia S.p.A.

Milano

100

EUR

5 100

› Interhome Srl

Milano

100

EUR

30

› Turisanda S.p.A.

Milano

100

EUR

728

› Interhome Ltd. › Westbury Travel Ltd. Italien

3 000

Dietikon DE-Weil am Rhein

› Casaclub SRL › Gattinoni SRL

EK = Equity-Konsolidierung

EK


M I G RO S - G R U P P E

UNTERNEHMEN

SITZ

BETEILIGUNG IN %

149

GRUNDKAPITAL IN TAUSEND

D I E N S T L E I S T U N G S U N T E R N E H M E N (Fortsetzung) Niederlande

Haarlem

50

EUR

› Brooks Beheermaatschappij B.V.

Rijswijk

100

EUR

16

› Brooks Reisburo B.V.

Rijswijk

100

EUR

45

› Hotelplan Internationale Reisorganisatie B.V.

Rijswijk

100

EUR

2 042

Rijswijk

100

EUR

70 45

› Airplan C.V.

EK

› Interhome BV › M-travel Reisburo B.V. › Reisbureau Schoenmaeckers B.V. › Reisburo Van Staalduinen B.V.

Polen Spanien

100

EUR

100

EUR

23

Gravenzande

80

EUR

25

Zoetermeer

100

EUR

23

Innsbruck

100

EUR

36

› Interhome GesmbH

Innsbruck

100

EUR

80

› Interhome Sp z oo

Warschau

65

PL N

200

› IHOM Sp z oo

Warschau

97

PL N

1 000

› Horizonte Club España SA

Barcelona

100

EUR

24

Cambrils

100

EUR

180

Barcelona

100

EUR

70

Cambrils

100

EUR

1 533 4 000

› Hotelplan España SA › Interhome Srl. › Playas des Sur de Cambrils SA Tschechien

› Interhome Sro

Tunesien

› Horizonte Tunisie Sarl

USA

Rijswijk Maastricht

› Hotelplan Intern. Reiseorganisation GesmbH

› Zuid-Tours B.V. Österreich

227

› Interhome Inc.

Limmatdruck AG

Brno

80

CZ K

Midoun, Djerba

100

TND

50

North Miami, Florida

100

US D

200

Spreitenbach

100

CHF

6 000 1 000

Spreitenbach

100

CHF

M-Cumulus Marketing Services AG

Zürich

100

CHF

100

Migrol AG

Zürich

100

CHF

52 000 200

Zeiler AG

Widmer AG Brenn- und Treibstoffe Migros (Hong Kong) Ltd. Migros-Verteilbetrieb Neuendorf AG Migros-Verteilzentrum Suhr AG EK = Equity-Konsolidierung

Oftringen

100

CHF

HK-Kowloon

100

HKD

100

Neuendorf

100

CHF

4 500

Suhr

100

CHF

35 000


150

M I G RO S - G R U P P E

UNTERNEHMEN

x

SITZ

BETEILIGUNG IN %

GRUNDKAPITAL IN TAUSEND

G L OBUS - G RU PPE Spreitenbach

100

CHF

62 228

AG Einkaufszentrum Glatt-Zürich

Wallisellen

33,3

CHF

15 000

Betriebsgesellschaft Zentrum Glatt AG

Wallisellen

25

CHF

200

Rotkreuz

100

CHF

500

Zürich

100

CHF

100

Spreitenbach

100

CHF

1 000

Zürich

100

CHF

1 000

Bern

100

CHF

100

Interio GmbH

DE-Stuttgart

100

EUR

511

Liegenschaften-Betrieb AG

Spreitenbach

100

CHF

3 000

Magazine zum Globus

Globest AG Globi-Verlag Globus Holding AG Globus Office World AG Hotel und Restaurants Bristol AG Bern

– S T I F T U N G E N (nicht konsolidiert) Fondation Mi-Terra Fondation «Pré Vert du Signal de Bougy»

Carouge Bougy-Villars VD

G.-und-A.-Duttweiler-Stiftung

Zürich

G.F. Zeiler Stiftung

Lenzburg

Migros-Pensionskasse

Zürich

Pensionskasse der Globus-Unternehmungen

Zürich

Personalstiftung der Zeiler AG

Lenzburg

Stiftung Adele-Duttweiler-Preis

Rüschlikon

Stiftung für Europäische Sprach- und Bildungszentren (Eurocentres)

Zürich

Stiftung «Gurten-Park im Grünen»

Bern

Stiftung «Im Grüene»

Rüschlikon

Gottlieb-Duttweiler-Institut für wirtschaftliche und soziale Studien Stiftung «Im Grünen»

Münchenstein


M I G RO S - G R U P P E

151

Fabausdrüde in der Gruppenrebnung

C ASH FLOW (G ELDFLUSS AUS G ESCH Ä F TSTÄTIGK EIT)

F R EE C ASH FLOW

Gruppengewinn + Abschreibungen + nicht liquiditätswirksame Aufwendungen ./. nicht liquiditätswirksame Erträge +/– die Veränderungen des betrieblichen Umlaufvermögens.

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit ./. Geldbedarf aus Investitionstätigkeit. Massstab für die Flexibilität; je höher der Free Cashflow, desto breiter der Spielraum für finanzpolitische Entscheidungen der Geschäftsleitung.

C ASH FLOW -M A RGE Cashflow (Geldfluss aus Geschäftstätigkeit) in % vom Gruppenumsatz.

C ASH R ATIO Liquidität auf kurze Sicht. Flüssige Mittel im Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital.

C U R R EN T R ATIO Strukturelle Liquidität. Umlaufvermögen im Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital.

D U RCHSCH N IT TLICH E A NZA H L VOLLZEITSTELLEN Durchschnitt zwischen den Vollzeitstellen am Ende des Vorjahres und per Bilanzstichtag.

D Y NA M ISCH ER VERSCH U LDU NGSGR A D Netto-Finanzschuld/EBITDA. Massstab für die Fähigkeit, die Netto-Finanzschuld aus dem EBITDA zurückzuzahlen: Ein Wert von 1,5x bedeutet, dass die Netto-Finanzschuld bei gleich bleibendem EBITDA innerhalb von 1,5 Jahren zurückbezahlt werden kann.

EBIT (E A R N I NGS BEFOR E I N TER EST A N D TA X ES) Betriebsergebnis/Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern.

EBITDA (E A R N I NGS BEFOR E I N TER EST, TA X , DEPR ECI ATION A N D A MORTIZATION) Betriebsergebnis/Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellem Anlagevermögen.

E FFEKTI V V ERSCH U LDU NG Effektive Schulden per Bilanzstichtag. Schulden ./. Flüssige Mittel + Forderungen.

F I NA NZI ERU NGSV ER H Ä LTN IS (D EBIT EQU IT Y R ATIO) Fremdkapital/Eigenkapital. Je höher diese Kennzahl ist, umso höher das Risiko für eine Gruppe: Schwierigkeiten könnten entstehen, die Zinsen und Tilgungen der Finanzschulden zu zahlen oder neue Finanzierungsmittel zu bekommen.

G RU PPEN U MSATZ Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen + andere betriebliche Erträge der konsolidierten Migros-Unternehmen.

I N V ESTITION EN Neu- und Ersatzinvestitionen in materielles und immaterielles Anlagevermögen

M IGROS -G RU PPE Konsolidierte Einheit, in der alle Unternehmen enthalten sind, welche direkt oder indirekt kontrolliert werden.

N ET TO -F I NA NZSCH U LD Summe der zinstragenden Verbindlichkeiten abzüglich flüssiger Mittel, Wertschriften und zinstragender Forderungen.

P ERSONA LBESTA N D Anzahl Mitarbeitende per Stichtag.

Q U ICK R ATIO Liquidität auf mittlere Sicht. Flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen im Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital.

S ELBSTFI NA NZI ERU NGSGR A D Verhältnis der Investitionen zum Unternehmens-Cashflow.

U N TER N EH M ENS -C ASH FLOW Unternehmensergebnis/Gruppengewinn + Abschreibungen als Grundlage für die Berechnung des Selbstfinanzierungsgrades.

VERSCH U LDU NGSFA KTOR Massstab für die Fähigkeit, die effektiven Schulden aus dem Cashflow zu begleichen.

Z I NSDECKU NGSGR A D (I N TER EST COV ER AGE) EBITDA/Netto-Zinsaufwand: Massstab für die Fähigkeit, den Netto-Zinsaufwand (Zinsaufwand abzüglich Erträge aus flüssigen Mitteln und Wertschriften) mit dem EBITDA zu begleichen.


152

M I G RO S - G R U P P E

Adressen MIGROS-GENOSSENSCHAF TS-BUND LIMMATSTR ASSE 152, POSTFACH 1766, 8031 ZÜRICH TEL. 044 277 21 11, FA X 044 277 25 25, HT TP:// W W W.MIGROS.CH

Migros-Genossenschaften Jede Genossenschaft publiziert einen eigenen Jahresbericht, der unter den nachfolgenden Adressen bezogen werden kann. A ARE Industriestrasse 20, 3321 Schönbühl Tel. 031 858 81 11, Fax 031 859 24 83 Verwaltung (Präsident): Max Meyer Geschäftsleitung: Herbert Bolliger Genossenschaftsrat (Präsident): Roland Santini bis 30.6.04 ab 1.7.04 Ursula Nold-Meier BASEL Ruchfeldstrasse 11–17 4142 Münchenstein Tel. 061 415 55 55, Fax 061 415 55 77 Verwaltung (Präsidentin): Jacqueline Guggenbühl-Hertner Geschäftsleitung: Werner Krättli Genossenschaftsrat (Präsident): Eduard Niederberger bis 30.6.04 ab 1.7.04 Hanspeter Gass www.migrosbasel.ch GENF rue Alexandre-Gavard 35 1227 Carouge Tel. 022 307 51 11, Fax 022 307 51 50 Verwaltung (Präsident): Marian Stepczynski Geschäftsleitung: Guy Vibourel Genossenschaftsrat (Präsidentin): Chantal Guy

LUZERN Industriestrasse 2, 6036 Dierikon Tel. 041 455 71 11, Fax 041 455 71 71 Verwaltung (Präsident): Markus Mosele Geschäftsleitung: Ernst Weber Genossenschaftsrat (Präsidentin): Ruth Gerhard www.migros-luzern.ch

WA ADT Chemin du Dévent, 1024 Ecublens Tel. 021 694 61 11, Fax 021 691 03 53 Verwaltung (Präsident): Charles Iff land bis 30.6.04 ab 1.7.04 Michel Renevey Geschäftsleitung: Philippe Bürki Genossenschaftsrat (Präsident): Bernard Marendaz

NEUENBURG-FREIBURG rue Fleur-de-Lys 26, 2074 Marin Tel. 032 755 81 11, Fax 032 755 88 85 Verwaltung (Präsident): Damien Piller Geschäftsleitung: Elie Amsellem Genossenschaftsrat (Präsidentin): Chantal Monnier bis 30.6.04 ab 1.7.04 Dominique Virdis Yerly

WALLIS rue des Finettes 45, case postale 736, 1920 Martigny Tel. 027 720 44 0 0, Fax 027 720 44 01 Verwaltung (Präsident): Jean-Jacques Zuber bis 30.6.04 ab 1.7.04 Jean-René Germanier Geschäftsleitung: Roland Duchoud bis 30.11.04 ab 1.12.04 vakant Genossenschaftsrat (Präsident): Joël Buchard bis 30.6.04 ab 1.7.04 Dominique Imhof

OSTSCHWEIZ Industriestrasse 47, 9201 Gossau SG Tel. 071 493 21 11, Fax 071 493 27 87 Verwaltung (Präsident): Andres Gut Geschäftsleitung: Christian Biland Genossenschaftsrat (Präsidentin): Yolanda Mühletaler bis 30.6.04 ab 1.7.04 Josef Cajochen-Forst TESSIN Postfach, 6592 S. Antonino Tel. 091 850 81 11, Fax 091 850 84 0 0 Verwaltung (Präsident): Ulrich K. Hochstrasser Geschäftsleitung: Lorenzo Emma Genossenschaftsrat (Präsident): Giuseppe Cassina www.migrosticino.ch

ZÜRICH Pfingstweidstrasse 101, 8021 Zürich Tel. 044 278 51 11 Fax 044 278 58 86 Verwaltung (Präsident): Christoph Stüssi Geschäftsleitung: Peter Birrer bis 30.9.04 – ab 1.10.04 Oswald Kessler Genossenschaftsrat (Präsidentin): Regina Bramaz


M I G RO S - G R U P P E

CHOCOLAT FREY AG Bresteneggstrasse, 5033 Buchs Tel. 062 836 26 26, Fax 062 836 25 01 Produktion: Schokolade, ConfiserieArtikel, Kaugummi, Halbfabrikate. Unternehmensleitung: Wolfgang Brokatzky www. chocolatfrey.ch ESTAVAYER LAIT S.A. Route de Payerne 2–4 2 1470 Estavayer-le-Lac Tel. 026 664 91 11, Fax 026 664 91 21 Produktion: Milchprodukte, Käse Essig, Mayonnaise, Salatsaucen. Unternehmensleitung: Oswald Kessler www.elsa.ch JOWA AG Erlenwiesenstrasse 9, 8604 Volketswil Tel. 044 947 91 11, Fax 044 947 97 96 Produktion: Brot-, Back-, Konditorei-, Tief kühlbackwaren und Pasta. Unternehmensleitung: Dietmar Löff ler www.jowa.ch BISCHOFSZELL NAHRUNGSMIT TEL AG Industriestrasse 1, 9220 Bischofszell Tel. 071 424 91 11, Fax 071 424 94 94 Produktion: Konserven, Fruchtsäfte, Ice Tea,Tief kühlprodukte, Konfitüren, Kartoffelprodukte. Unternehmensleitung: Mark Aegler www.bina.ch MÉR AT & CIE AG Mühlemattstr. 55, 30 07 Bern Tel. 031 378 45 45, Fax 031 378 45 46 Fleisch, Fleischwaren und artverwandte Produkte. Unternehmensleitung: Willi Enderli www.merat.ch MIBELLE AG Bolimattstrasse 1, 5033 Buchs Tel. 062 836 11 11, Fax 062 836 13 13 Produktion: Produkte zur Haut-, Haar- und Mundpf lege. Unternehmensleitung: Sven Strunk www.mibelle.ch

MICARNA SA 1784 Courtepin Tel. 026 684 91 11, Fax 026 684 10 31 Produktion: Frischfleisch, Charcuterie. Unternehmensleitung: Willi Enderli www.micarna.ch MIDOR AG Bruechstrasse 70, 8706 Meilen Tel. 044 925 81 11, Fax 044 925 84 84 Produktion: Biskuits, Eiswaren, Apéro-Gebäck, Apéro-Nüsse, Dessertpulver. Unternehmensleitung: Martin Häuptli www.midor.ch MIFA AG Rheinstrasse 99, 4402 Frenkendorf Tel. 061 905 91 11, Fax 061 905 93 93 Produktion: Wasch- und Reinigungsmittel, Speisemargarinen und -fette. Unternehmensleitung: Luigi Pedrocchi www.mifa.ch OPTIGAL S.A. Route de l’Industrie 21, 1784 Courtepin Tel. 026 684 89 11, Fax 026 684 88 0 0 Produktion: Gef lügel, organische Dünger. Unternehmensleitung: Beat Schwander www.optigal.ch SEBA APROZ S.A. Case postale 1248, 1951 Sion Tel. 027 345 51 11, Fax 027 345 51 01 Produktion: Mineralwasser, Soft-drinks, Sirup. Unternehmensleitung: Gilles Oberson bis 31.7.04 ab 1.8.04 Michel Charbonnet www.aproz.ch

153

WALTER LEUENBERGER AG Bernstr. 18, 4950 Huttwil Tel. 062 959 83 83, Fax 062 959 83 84 Fax 062 959 83 84 Produktion: Pasta, Senf. Unternehmensleitung: Dietmar Löff ler www.walterleuenberger.ch MIFROMA S.A. 1670 Ursy Tel. 021 909 11 11, Fax 021 909 11 0 0 Dienstleistungen: Einkauf, Reifung, Lagerung, Verpackung von Käse. Unternehmensleitung: Oswald Kessler bis 31.8.04 – ab 1.9.04 Gilles Oberson www.mifroma.ch MIGROL AG Badenerstrasse 569, 8048 Zürich Tel. 044 495 11 11, Fax 044 495 13 37 Dienstleistungen: Treib- und Brennstoff handel, Tankstellen, AutoService-Betriebe, Tankrevisionen und Anlagenbau. Unternehmensleitung: Daniel Hofer www.migrol.ch SCANA LEBENSMIT TEL AG Althardstrasse 195 8105 Regensdorf-Zürich Tel. 044 870 83 0 0, Fax 044 870 83 01 Dienstleistung: Distribution Food und Non-Food im Grossverbrauchermarkt. Unternehmensleitung: Walter Hilti www.scana.ch SWISS INDUSTRIES GMBH Hafenstrasse 45 D-79576 Weil s/Rhein Tel. +49 7621 422 03 83 05 Fax +49 7621 422 03 83 06 Dienstleistungen: Produktion und Handel mit Artikeln aller Art. keine Website


Amare jra Jad Pierson Texte: Norbert Thomma Fotos:

Migros â&#x20AC;&#x201C; Engagement Amare jatra: Unsere Reise.


Amare jatra Amare jatra, das iw Hindi und bedeutet: Unsere Reise. Auf den folgenden Seiten möbten wir Sie gern nab Tiruppur einladen. Das iw eine Stadt im Süden von Indien. Erleben Sie mit, was wir auf unserer Reise dorxin gesehen und gehört haben. Warum ausgerebnet Tiruppur? Sbauen Sie einfab das Bild mit dem Elefanten an, der miyen in Tiruppur die Hauptwrasse überquert, und plötzlib entdeden Sie – ja, ribtig, ein Migros-Plakat. Es wirbt Fr Engagement. Die Migros engagiert sib rund um den Globus Fr mehr Bewuswsein in sozialen und ökologisben Fragen. Produkte, die diese Standards einlösen, sind unter dem Dablabel Engagement zusammengefasw. Aber Engagement bedeutet Fr die Migros aub, sib um bessere Arbeitsbedingungen der Mensben zu kümmern, die diese Produkte herwellen. Zu diesem Zwed hat die Migros den Code of Conduct ( Verhaltenskodex) erwellt: im Wesentliben abt Grundsätze zum Wohl der Arbeiter, die jeder Produzent beabten muss, wenn er mit der Migros zusammenarbeiten will. Ein sböner Plan. Aber was gesbieht in Wirklibkeit? Irgendwo am anderen Ende der Welt? Zum Beiviel in Tiruppur, einer Stadt, in der viele Textilproduzenten fabrizieren? Desalb also unsere Reise. Wir haben einen indisben Plakatmaler gebeten, den Code of Conduct zu visualisieren. Da wehen sie nun, die abt Grundsätze, miyen auf einem grossen Platz. Und die Leute wrömen herbei, um die Sehenswürdigkeit zu bewaunen und zu feiern. Eine vannende, denkwürdige Begegnung: Die Migros kommt zu Besub und trij auf die Mensben, Fr die sie sib engagiert. Zwei Kulturen wossen aufeinander. In Tiruppur. Zum Beiviel.

Migros – Engagement Amare jatra: Unsere Reise.


Die abt Grundsätze 1.

Zwangsarbeit iw verboten

2.

Kinderarbeit iw verboten

3.

Faire Arbeitsverträge

4.

Keine Ditriminierung

5.

Gesundes Arbeitsumfeld

6.

Solidarität

7.

Anwändiger Lohn

8.

Mensbenwürdige Arbeitszeiten

Migros – Engagement Amare jatra: Unsere Reise.


Der Maler

Jeevananthan malt normalerweise Filmplakate. Herzschmerz für Bollywood. Seine Bilder hängen an Kinos. Der 48-jährige gilt als einer der Besten. Zum ersten Mal hat er plötzlich keine Action-Streifen als Vorlage, sondern die seriösen Vorgaben des Migros-Verhaltenskodex. Aus acht Grundsätzen werden acht Plakate. Er erweckt nüchterne Sätze zu buntem Leben. Das muss so sein, denn viele hier können nicht lesen. Jeevananthans gemalte Sprache aber, die wird verstanden.

Auf den näbwen Seiten erklärt der Plakatmaler Jeevananthan, was er sib bei den jeweiligen Grundsätzen gedabt hat:


Zwangsarbeit iw verboten

Sklaverei existiert. Agenten besuchen Dörfer in armen Landstrichen und geben den Eltern ein paar tausend Rupien, dann nehmen sie ein Familienmitglied mit. Sie bringen es in Gegenden, wo eine andere Sprache gesprochen wird, Hunderte Kilometer entfernt, da kann niemand f liehen, schon gar nicht ohne Geld. Solche Eltern sind nicht böse, sie handeln aus schierer Not. Sie wollen keinen Palast bauen oder ein schickes Auto haben. Es geht ums Überleben. Ich habe das Wort Freiheit in f latternden Buchstaben geschrieben, da ist etwas in Bewegung, zerrissene Ketten sind zu sehen und der Adler hat die Schwingen weit offen und f liegt – ein simples Symbol für Freiheit.

Migros – Engagement Amare jatra: Unsere Reise.


Faire Arbeitsverträge

Für die meisten arbeitenden Menschen in Indien gibt es keinen schriftlichen Kontrakt. Dann können die Chefs machen, was ihnen die Laune gerade eingibt. Zum Beispiel: Heute musst du länger arbeiten, ohne eine einzige Rupie mehr! Du warst zwei Tage krank, dafür gibt es kein Geld! So etwas ist unfair. Deshalb geben sich auf dem Plakat Chef und Arbeiter die Hand, sie versprechen sich, alle vertraglichen Vereinbarungen einzuhalten. Ein immenser Fortschritt ist das.


Keine Ditriminierung

Das Kastensystem ist immer noch stark. Jeder findet einen anderen, dem er sich überlegen fühlt. Selbst wenn sich zwei nackte Bettler treffen, wird einer auf den anderen herabschauen. Als Fremder sieht und spürt man davon nichts. Es gibt Hunderte von Abstufungen in diesem System. Wer diese Ungleichheiten verstehen wollte, der müsste ein Jahr durch Indien reisen und studieren. Was Hoffnung macht: Alle jungen Leute gehen nun länger zur Schule, viele Frauen arbeiten und verdienen ihr eigenes Geld – das wird manches ändern. Das Bild zeigt schematische Gesichter in unterschiedlichen Farben und den Slogan Gleiche Möglichkeiten. Die beiden horizontalen Linien sagen, alle sind miteinander auf Augenhöhe.

Migros – Engagement Amare jatra: Unsere Reise.


Gesundes Arbeitsumfeld

Ein grosses Problem in unseren Fabriken sind Chemikalien und Gifte. Die Arbeiter müssen vor diesem gefährlichen Zeug geschützt werden. Auf meinem Plakat legt sich eine heilende Hand auf den Kopf. Darüber steht: Hört auf, Menschen krank zu machen! Und das Stethoskop des Arztes verwandelt sich in eine Blume. Ich habe sehr einfache Illustrationen gewählt, sehr gegenständliche. Es sind Bilder für Arbeiter, von denen manche nicht einmal lesen und schreiben können. Das Bild habe ich nicht ganz ausgemalt, es sollte etwas Skizzenhaftes behalten.


Solidarität

Gewerkschaften sind wichtig. Sie vermitteln zwischen den unterschiedlichen Interessen von Chef und Arbeiter. Deshalb halten auf dem Plakat ein Chef und ein Arbeiter zusammen ein Transparent in die Höhe, darauf habe ich Solidarität geschrieben. Meine Szene möchte auch sagen: Der Chef sollte mit den Gewerkschaften zusammenarbeiten, denn wenn es den Arbeitern gut geht, dann wird sich auch das Unternehmen gut entwickeln. Ich bin nicht so naiv, daran wirklich zu glauben. Es ist ein Traum. In all meinen Plakaten stecken auch meine Träume, und ich hoffe einfach, dass sie sich eines Tages erfüllen.

Migros – Engagement Amare jatra: Unsere Reise.


Anw채ndiger Lohn

Es gibt einen verbindlichen Grundlohn von 65 Rupien am Tag, das sind ca. 1 Franken und 50 Rappen. So sagt es das Gesetz. Die Gewerkschaften und die Industriebetriebe kontrollieren gemeinsam. In Indien m체ssen zwei oder drei Mitglieder einer Familie arbeiten gehen, um einigermassen 체ber die Runden zu kommen. Viele helfen nach einem Acht-Stunden-Tag noch in einem Hotel oder einem kleinen Laden, um etwas dazuzuverdienen. Auf dem Plakat bekommen Mann und Frau den gleichen Umschlag mit Geldscheinen drin. Der Lohn wird ja bei uns noch bar ausbezahlt.


Kinderarbeit iw verboten

So ein kummervolles Gesicht. Das traurige Auge eines kleinen Mädchens. Die Blume ist angekettet. Dazu der Schriftzug Kinderarbeit verboten. Lasst sie Kinder sein, sie haben ein Recht zu lernen und zu spielen. Gebt ihnen kostenlose Schulen und ein Mittagessen. Viele Kinder arbeiten bei Händlern oder in Manufakturen, einfach weil sie billiger zu haben sind. Manche schleichen sich zum Mittagstisch in die Schule und gehen dann wieder arbeiten, auch das kommt vor. Die Alternative zur Kinderarbeit? Die Armut abschaffen.

(Auf der nächsten Seite) Mensbenwürdige Arbeitszeiten Einen Acht-Stunden-Tag und jeden Sonntag frei, das gab es früher nicht, das gibt es noch immer nicht oft. Unsere einzige Unterhaltung ist das Fernsehen. Soap-Operas, das schauen alle. Die Menschen sind einfach zu arm, um auszugehen. Deshalb steht das Kalenderblatt auf Sonntag, und der junge Mann hat es sich vor dem Fernseher gemütlich gemacht. Das Buch in seiner Hand, na ja, es wäre schön, aber die wenigsten lesen.

Migros – Engagement Amare jatra: Unsere Reise.


Awom nirdes Es ist ein kühler Tag im Januar. An diesem Nachmittag schiebt milder Wind einen dichten Teppich aus Wolkenfetzen übers Land und dämmt die Kraft der Sonne. Es ist tiefer Winter in Perundurai, das Thermometer zeigt 29 Grad Celsius. Der kleine Flecken liegt weit im Süden Indiens, im Bundesstaat Tamil Nadu. Auf diesem Breitengrad war die Küste von den Wogen des Tsunami mit ganzer Wucht getroffen worden. Doch der Indische Ozean ist Hunderte von Kilometern entfernt, hier im Zentrum des Subkontinents war vom tödlichen Beben nichts zu spüren. Es ist ein karges Land. Vom Flugzeug aus sieht man nur eine einzige Farbe in vielen Spielarten und Schattierungen: Braun. Der Herbstmonsun, Quell allen Lebens in diesen Monaten, hat wieder mal keinen Regen abgeworfen. Die Erde ruht dürr und rissig. Für die Bauern der Gegend gibt es nichts zu tun. Nur an einem von hohen Palmen gesäumten Platz herrscht reges Treiben. In den vergangenen Tagen wurde hier der Boden gewässert und von schweren Walzen eingeebnet. Arbeiter waren auf Bäume geklettert und hatten Palmzweige abgehackt, Hammerschläge hallten und liessen gigantische Bilderrahmen entstehen, eine Bühne, ein Dach. Sie haben die Blätter der Palme in feine Streifen geschnitten und raffinierten Zierrat daraus geflochten, dekoriert mit Orangen und Äpfeln, verwoben mit den orangen Blüten der Ringelblume und den vielen kleinen weissen Blüten der Jasmin; aus dieser Blume machen sie sonst den Kopfschmuck für die Bräute. Und irgendwann sieht die Bühne aus wie ein Tempel der Kunst und Phantasie. Die Lautsprecheranlage funktioniert. Licht ist installiert. 800 Plastikstühle sind aufgestellt, weisse, rote, blaue, grüne. Wird hier eine Hochzeit gefeiert, ein religiöses Fest, der Tag der Unabhängigkeit? Man könnte es meinen, stünden da diese merkwürdigen Plakate nicht. Sie sind links und rechts der Stühle aufgereiht, quadratische Bilder und


rechteckige, in jedem Falle von gigantischer Dimension, einige sechs Meter lang und zwei Meter fünfzig hoch, gemalt in kräftigen Farben. Das Thema dieser Ausstellung: Astom nirdesh. Das heisst auf Hindi: Die acht Grundsätze. 1.

Zwangsarbeit iw verboten Jede Form von Zwangsarbeit ist verboten, ebenso Gefangenenarbeit, welche die grundlegenden Menschenrechte verletzt.

2.

Kinderarbeit iw verboten Missbräuchliche Kinderarbeit darf nicht sein. Jede Form der Ausbeutung von Kindern ist verboten.

3.

Faire Arbeitsverträge Verbindliche Arbeitsverträge sind vorgeschrieben.

4.

Keine Ditriminierung Keine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder Alters, der ethnischen Abstammung, Nationalität, Hautfarbe, sexuellen Orientierung, politischen Meinung, religiösen und sozialen Herkunft.

5.

Gesundes Arbeitsumfeld Klare Regelungen und Massnahmen zur Arbeitsgesundheit und -sicherheit sind zu beachten.

6.

Solidarität In Situationen oder Ländern, in denen gewerkschaftliche Organisationen eingeschränkt sind, sollen parallele Verfahren der unabhängigen und freien Organisation und Verhandlung gefördert werden.

7.

Anwändiger Lohn Die Löhne müssen mindestens die gesetzlichen und branchenüblichen Standards erfüllen.

8.

Mensbenwürdige Arbeitszeiten Überzeit darf nur auf freiwilliger Basis geleistet werden. Die höchste zulässige Arbeitszeit pro Woche beträgt 48 Stunden, die maximale wöchentliche Überzeit 12 Stunden. Mindestens ein freier Tag nach sechs aufeinander folgenden Arbeitstagen ist vorgeschrieben.

Migros – Engagement Astom nirdesh: Die acht Grundsätze.


Ein wenig erinnert das an die Charta der Vereinten Nationen. Es war der Zweite Weltkrieg und sein Grauen, was dazu führte, 1948 allgemeine Menschenrechte in einer UN-Verfassung zu bündeln. Artikel 24 etwa: Jeder Mensch hat Anspruch auf Erholung und Freizeit. Oder Artikel 4: Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen Formen verboten. Doch die acht Grundsätze haben eine andere Geschichte, oder besser: Es sind viele kleine Geschichten aus den vergangenen Jahren um die Welt gegangen, die zu diesen Grundsätzen geführt haben. Es sind Fotos von Kindern gewesen, die unter erbarmungswürdigen Bedingungen in Pakistan Fussbälle herstellen. Es waren Zeitungsberichte, die Ausbeutung in thailändischen Textilfabriken schilderten: Arbeitszeiten von 15 bis 18 Stunden; wer beim Gähnen ertappt wird, dem zieht der Vorarbeiter 15 Dollar vom Lohn ab – ein Vermögen; Näherinnen wurde die Euphoriedroge Amphetamin in Getränke gemischt, damit sie länger durchhalten. Es sind Dossiers von NGOs über die indische Streichholzindustrie, wo Mädchen und Jungen in völliger Unfreiheit zu Billigarbeit gezwungen werden. Schreckensmeldungen wie diese haben in Europa und Amerika eine grosse Zahl an Konsumenten und Verkäufern alarmiert. Sicher, sie alle wollen preiswerte Hemden, Schuhe, Strümpfe. Aber nicht um jeden Preis. Nicht um den Preis eines schlechten Gewissens. Konsumenten interessieren sich beim Einkaufen nicht nur für Mode und Farben, sondern ebenso für die eigene Verantwortung. Das heisst, sie wollen wissen, wie ein Produkt hergestellt wird und wie die Leute leben, die dafür arbeiten. Seit einigen Jahren schon hat sich die Migros dem Code of Conduct verschrieben, andere Handelsfirmen haben sich angeschlossen, internationale Organisationen unterstützen das. Kriterien zur Kontrolle sind festgelegt, zertifizierte Unternehmen führen diese vor Ort durch. Und so hängen inzwischen in manchen Fabriken Südindiens am Infobrett


nicht nur Regeln zum Brandschutz und zur Unfallvermeidung, sondern daneben hängt der Code of Conduct mit seinen acht Grundsätzen. Perundurai ist nur eine von vielen Ortschaften rund um Tirippur, das sie auch T-Shirt City nennen – hier werden für die ganze Welt Textilien produziert, von Zehntausenden von Menschen. Es ist Freitag am frühen Abend, und langsam füllt sich der geschmückte Platz. Arbeiter aus den umliegenden Fabriken kommen, die Frauen im farbenprächtigen Sari, die Männer in Hose und Hemd. Sie schauen etwas scheu auf die Plakate, sie kichern, sie setzen sich auf die Stühle, ganz selbstverständlich nach Geschlechtern getrennt, sie schwatzen. Eine ungewöhnliche Art zu informieren erleben sie heute. Ein Firmenchef wird reden, eine blonde Frau aus der Schweiz. Die beiden werden von den acht Grundsätzen sprechen, vom Stolz, schon einiges erreicht zu haben, sie werden die Arbeiter willkommen heissen und sich bei dem Mann bedanken, der die Grundsätze zu Bildern gemacht hat. Irgendwo am Rand sitzt er, an eine Palme gelehnt. Jeevananthan ist 48, die schwarzen Haare glänzen, das blaue Hemd ist frisch gebügelt. Politische Wissenschaft hat er in Chennai (Madras) studiert, danach Jurisprudenz. Acht Jahre lang hat er als Rechtsanwalt gearbeitet, ehe seine wilde Liebe zum Beruf wurde: Malen. Schon sein Vater machte für die Kinos diese Plakate, die in Indien Tradition haben und die auch in Europa berühmt wurden, Plakate in prallen Farben, kitschig bis zum Schmerz, theatralisch, aber so unendlich lebendig. Hunderte von indischen Filmszenen hat er mit dem Pinsel auf die Leinwand gebracht, ja, aber er kann einem auch Fotos zeigen von anderen Plakaten, alles Hollywood, mit James Bond, Silvester Stallone, dem Krieg der Sterne… Für die acht Grundsätze hat er ganz simple Motive gewählt, sagt er. Die Arbeiter in unseren Textilfabriken sind nicht sehr gebildet, viele können nicht einmal lesen und schreiben. Jeeva sagt das nicht von oben herab, er stellt nur fest.

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Die New York Times fällt einem ein, eine Titelseite Anfang des Jahres und die Schlagzeile: China zieht die Welt an. Von der Liberalisierung des Handels war da die Rede, der Aufhebung der Textilquoten, von den neuen Grossmächten Indien und China in dieser Branche, von Städten, die sich auf die Produktion einer Sache spezialisieren, von Sock City irgenwo in China, einem Ort, der jetzt schon alleine jährlich neun Milliarden Socken auf den Markt wirft, eine unfassbare Zahl. In China soll der Code of Conduct auch gelten, selbstverständlich. Die Probleme lassen sich leicht erahnen. Gewerkschaften in Shanghai? Faire Arbeitsverträge in Shenzhen? Freie Möglichkeiten zur Kontrolle der acht Grundsätze? Da lacht der Zyniker laut und heftig. Und der Pragmatiker antwortet ihm geduldig: Hat die Genfer Konvention mit ihren schönen Regularien vielleicht Krieg und Folter ganz aus der Welt geschafft? Nein? Siehst du, Zyniker, deshalb ist es noch lang nicht unsinnig, sich für soziale Ziele einzusetzen. Grundsätze sind abstrakt, das Leben ist konkret. Wer durch die Fabriken von Perundurai geht, der sieht gut gelüftete, saubere, helle Arbeitsplätze. Der sieht markierte Fluchtwege für den Fall eines Feuers und Löschgeräte. Der sieht Busse, die Arbeiter morgens abholen und abends nach Hause bringen, was vor allem die Eltern der jungen Frauen beruhigt. Nur, wie erkennt man mit blossem Auge die Benachteiligung von Frauen beispielsweise? Wer mit den Arbeitern von Perundurai redet, umgeben von den prächtigen Plakaten der acht Grundsätze, der hört viel Konkretes und wenig Abstraktes. Die Segnungen sozialer Gerechtigkeit, so scheint es, werden hingenommen wie der Monsun, wie eine Laune der Natur. Keiner macht sich da grosse Gedanken darüber. Die acht Grundsätze sind einfach da, und die Leute finden das gut.


Es ist Nacht geworden inzwischen, die Musik ist verstummt, die Stühle sind abgeräumt. Nur die Scheinwerfer strahlen noch auf die sanft wogenden Wipfel der Palmen, die in hellem Grün leuchten, unwirklich, wie von Hand koloriert, darunter stehen die einfachen Motive des Künstlers Jeeva. Es ist ein märchenhaftes Bild. Fast zu schön, um wahr zu sein. Norbert Thomma

Migros – Engagement Astom nirdesh: Die acht Grundsätze.


Bohut bara moidan Bohut bara moidan bedeutet: Der grosse Platz. Der grosse Platz liegt im Zentrum von Perundurai. Allmählib Fllt er sib mit Mensben. Es iw Freitagnabmiyag. Alle sind gevannt. Die Migros aus der Sbweiz kommt zu Besub.

Migros â&#x20AC;&#x201C; Engagement Bohut bara moidan: Der grosse Platz.


Logone keya sotsbte he Logone keya sotschte he, das iw Hindi und bedeutet: Was die Menschen denken. Wir vraben mit den Frauen und Männern auf dem grossen Platz von Perundurai und in den Fabriken. Wir fragten: Was wissen Sie vom Code of Conduct? Haben dessen Grundsätze Ihr Leben verändert? Und wenn ja, wie? Iw Ihnen eine dieser Regeln besonders wibtig?

Migros – Engagement Logone keya sotschte he: Was die Menschen denken.


Ms. Valarmathi


Mr. Sathishkumar


Mr. S. Vairamuthu


Mr. Karrupuswamy


Mr. N. Tamilarasan


Ms. S. Kalaiselvi, 19, Helferin

Ms. P. Ranjixa , 21, und ihr Vater, 55

Vater: Sie arbeitet, damit sie nicht nur faul zu Hause herumhängt. Früher hat sie nur ab und an auf dem Feld geholfen, ernten, Unkraut ausreissen, solche Sachen. Tochter: Ich wollte eigentlich aufs College, jetzt nähe ich seit drei Jahren in der Fabrik. Ich möchte es mit einem Fernstudium probieren, das wäre toll, aber es kostet 5000 Rupien im Jahr. Vater: Ich bin Bauer. Ich habe nur drei Acres Land, da wächst etwas Spinat und roter Chili, hier liegen einige Schoten davon zum Trocknen auf dem Boden. Davon können wir kaum leben. Das Geld von Ranjitha hilft uns sehr. Das Gute ist auch, wir haben keine Angst um sie. Die Fabrik hat Busse, die sie morgens abholen und abends zurück ins Dorf bringen. Dieser Service schützt sie vor den jungen Männern. Tochter: Es gibt ein Telefon im Dorf, und wenn ich mal Überstunden mache, rufe ich an. Dann sorgen sich die Eltern nicht.

Die Plakate gefallen mir, aber ich verstehe die Bilder nicht alle. Die Sätze darauf finde ich gut. Seit einem halben Jahr lege ich die geschnittenen Stoffe so zusammen, dass die Näher sofort loslegen können. Es ist schön, unter Menschen zu sein, viel weniger langweilig. Früher durfte ich nicht einmal mit auf den Markt, Chilis verkaufen. Die Eltern sagten, Mädchen gehören da nicht hin. In der Freizeit schaue ich Fernsehen. Auch essen und schlafen tue ich gern.


Mr. V. Kuyyappan, 51, Schneider

Seit 15 Jahren sitze ich hier an der Nähmaschine. Früher hatte ich ein eigenes Geschäft mit etwa 20 Leuten. Ich musste für alle und alles sorgen. Ich musste Material einkaufen, Stoffe aussuchen, Löhne bezahlen, Nadeln ersetzen... Nie weniger als zwölf Stunden, Tag für Tag. Wahrscheinlich habe ich nicht weniger verdient als heute. Aber das Geld war nie da, wenn ich es wirklich brauchte. Jetzt habe ich Sicherheit, ich kann mit meinem Lohn planen. Und ich arbeite nur acht Stunden täglich. Ich habe Zeit, auszuruhen und zu schlafen. Ich fühle mich alt.

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Mr. Vasanxa Kumar, 39,

Personalmanager Ich achte darauf, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Dass die neuen Arbeitskräfte trainiert werden, Unfallschutz, Feuervermeidung, Fluchtwege, Sicherheitsvorschriften, wir klären dabei auch über den Verhaltenskodex auf. Dass die meisten trotzdem nichts über die acht sozialen und ethischen Prinzipien wissen, wundert mich nicht. Sie vergessen das. Sie interessiert eigentlich nur, wie viel sie verdienen. Der Bildungsstand ist nicht sehr hoch. Gewerkschaften? In unseren Fabriken gibt es keine Gewerkschaft. Niemand verlangt danach, es wäre natürlich nicht verboten.


Ms. M. Sampoornam, 32,

Endkontrolle Ich war das jüngste von sieben Kindern. Wir hatten ein Spinnrad zu Hause, und als ich acht Jahre alt war, begann ich damit zu arbeiten. Die Eltern hatten kein Geld, mich zur Schule zu schicken. Bus, Bücher, Schuluniform, Schuhe – das war zu teuer. Wenn die Nachbarkinder zur Schule gingen, war ich traurig. Aber mit den Eltern habe ich nie darüber geredet, es wäre zu peinlich und zu schmerzhaft für sie gewesen. Im Alter von 15 begann ich mit Handweberei. Seit sechs Jahren arbeite ich in der Fabrik und klaube mit den Fingern die Fusseln von den Kleidern, ehe sie gebügelt werden. Das bringt 77 Rupien (1.60 Franken) am Tag. Ich habe ein Mädchen von 9 und einen Jungen von 11 Jahren. Beide sollen die Schule besuchen, solange sie mitkommen. Mein Mann ist Schneider. Er ist so ungebildet wie ich. Wir würden die Kinder nie arbeiten lassen.

Ms. Jaanxi, 35, Näherin

Zu meiner Zeit war Kinderarbeit üblich. Ich habe drei Schwestern und einen Bruder, wir haben alle Blumen verkauft wie der Vater. Ich kann nicht lesen und nicht schreiben. Mit 16 habe ich geheiratet, seit 22 Jahren arbeite ich richtig. Hier war ich zuerst in der Endkontrolle. Als ich sagte, ich möchte etwas Richtiges lernen, konnte ich einen Kurs machen. Jetzt nähe ich Knopf löcher. Ich werde pro genähtes Loch bezahlt. Im Moment warte ich, bis mir wieder Material gebracht wird. Aber da drüben nähen sie fleissig, in einer halben Stunde geht es weiter.

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Mr. G. Amalraj, 44, Ms. Prasanxini, 24, Merchandising, und Mr. Karxik , 31

Die Malerei mit dem Fernsehapparat ist schĂśn. Es wirkt so echt, wie der junge Mann daliegt. Keine Ausbeutung, das ist eine richtige Losung. Man braucht auch Zeit, sich zu entspannen.

Aufseher in der Zuschneiderei Ich bin seit zehn Jahren in dieser Firma, immer beim Schneiden der Stoffe. Dabei entsteht so eine Art Staub, feine Fadenpartikel sind in der Luft, die man einatmet. Jeder hier hat eine Schutzmaske. Sie zu tragen ist Vorschrift. Und jede Stunde wird der Fussboden nass aufgewischt.

Ms. Kanimozhi, 20,

Vorarbeiterin Ich bin zur Schule gegangen, bis ich 17 war. Danach habe ich gelernt, Computer zu bedienen. Wegen meiner Ausbildung konnte ich bei den Zuschneidern sofort als Supervisor einsteigen. Ist doch klar, welches der acht Prinzipien ich am meisten schätze: Kinder sollen nicht arbeiten, sie sollen lernen.


Ms. Bincy, 23, Endkontrolle

Ich kontrolliere die Nähte der Hemden. Wenn irgendwo ein Stückchen Faden hervorsteht, schneide ich es mit einer kleinen Schere ab. Als mein Vater krank wurde und nicht mehr arbeiten konnte, haben sie mich in die Fabrik geschickt. Ich habe Heimweh, die Familie wohnt in Kerala, 360 Kilometer von hier. Wenigstens wohne ich mit vier anderen Frauen zusammen in einem Zimmer, die sprechen meine Sprache, Malayalam. So fühle ich mich nicht ganz einsam. Man hat uns auch einen Fernseher gegeben, der vier Kanäle hat, die wir verstehen können. Und wenn ich krank bin, bekomme ich von der Firma medizinische Hilfe. Mein Traum von der Zukunft ist: ein Leben ohne Hunger.

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Ms. K. Shanmugapriya


Mr. Palaniswamy


Herzliben Dank Abbas Khnan, Armstrong Knitting Mills, Aviram Knitters, B. Mugundan, Babu, Borsani Fausta, C. Premkumar, Cadonau Hans Peter, Cardwell Athalie, Cavegn Andrea, Chresta Yvonne, Dändliker Tamaris, Demarmels Hans, Detling Michel, Eggenberger Hanspeter, Francke Anna, G. Sakthivel, Germania Antonella, Götz Erwin, Hero Fashion, K. Faruddin, K.C. Venkateshwaran, Kovacic Nenad, M. Umanath, Mächler Jonas, Mercury Travel, Möri Bernhard, Munder Heike, N. Anandan, N. Chandran, N. Palaniswamy, Naftolin Lisa, Ochsner Ronny, P. Mohan Nair, P. Vinod, Pantelouris Michalis, Peterhans Urs, R. Rajkumar, R. Somasundaran, R.M. Senthil, S. Arul Murugan, S. Velayudham, S. Venkatesh, Saile Alexis, Schacher Stephan, Schmidt Martina, Schönefeld Christopher, Sigrist Josef, Sree Anjali, SUBBU Decorators, T.V. Rengabashyam, Thomma Norbert, Trefzer Peter, U. Surajbabu, V. Jeevananthan, Vistaspa Master, Weidmann Sandra, Weiner Robert, Wiederkehr Agnes. Und allen, die wir vergessen haben.

Jad Pierson Jack Pierson wurde 1960 in Plymouth geboren. Er gehört zu den Stars der New Yorker Kunstwelt. Als ihn das Museum of Contemporary Art in Miami 2002 mit einer Retrospektive ehrte, sagte die Kuratorin in ihrer Laudatio: Pierson beherrscht viele unterschiedliche Ausdrucksformen. Ob als Maler oder Zeichner oder Fotograf oder Filmer, immer erzählt er in seinen Werken Geschichten von Liebe, Lust, Einsamkeit und Hoffnung. Seine Arbeiten sind in allen bedeutenden amerikanischen Sammlungen vertreten, zum Beispiel im Guggenheim Museum in New York, im Museum of Contemporary Art in Los Angeles oder im San Francisco Museum of Modern Art.

Norbert Thomma Norbert Thomma lebt in Berlin. Er war Chefredaktor der tageszeitung (taz), Autor des Magazins der Süddeutschen Zeitung und des Tagesspiegels. Aber im Grunde seines Herzens ist und bleibt er Reporter. Das Reportage-Magazin GEO reisst sich um seine Reiseberichte.

Migros – Engagement Herzlichen Dank.


Impressum Migros-Genossensbafts-Bund, Zürich Gesamtverantwortung

Monica Glisenti, Corporate Communications und Sponsoring, www.migros.ch Konzept

Studio Abermann, Zürich, Beda Abermann, Markus Buber, Chriwian Kämmerling, Monica Glisenti Fotografie

Jad Pierson, New York Plakatmalerei

V. Jeevananxan, Coimbatore Artwork

Studio Abermann, Patrid Roppel, Adrian Ehrat, Franzita König, Zürich Produktion / Koordination

Beatrice Mäbler, Mia Bonzanigo, Zürich, M. Venugopal, Bangalore Foto-Assistenz

Jef Clarke, New York Satz

Roger Furrer, Zürich Fotografische Prints

Ronny Obsner / Tricolor, Zürich Pre Press

Straumann AG, Dielsdorf Druck

Ofsetdrud Goetz AG, Geroldswil Buchbinderei

Bubbinderei Burkhardt AG, Mönchaltorf

Informationspolitik Die Migros-Gemeinschaft verfolgt eine offene Informationspolitik, sie publiziert geprüfte Jahresberichte nach einheitlichem Standard. So weit wie möglich haben wir uns auch an den Global-Reporting-Initiative-Standard (GRI) gehalten.

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2004