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MFG

DAS MAGAZIN

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URBAN: DER THANHEISER KULTUR: WE ARE SLAMILY SZENE: FESTIVALLIGA 08 SPORT: NEUE STRIKEBEWEGUNG

04.06.2008 11:48:54


JUNG v.MATT/Donau

WIR SIND MIT LEIDENSCHAFT DABEI. Und weil uns Fußball fast genauso am Herzen liegt wie Ihre Finanzen, sind wir nationaler Förderer der UEFA EURO 2008TM.

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15.05.2008 16:07:30 Uhr 04.06.2008 12:09:58


JUNG v.MATT/Donau

:30 Uhr

URBAN

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Euroreif?

von Johannes Reichl

Meine Damen und Herren!

Wenig verwunderlich, dass nach der Anfangseu-

Wir steigen live ein ins Spiel

phorie unter den Fans zuletzt die Unzufriedenheit

St. Pölten gegen sich selbst.

gestiegen ist, vereinzelt sogar Pfiffe von den Rän-

In der Fachwelt wird die Traditionspartie ja gern

gen kommen, wobei... das heimische Publikum war

mit Simmering gegen Kapfenberg verglichen (das

immer schwierig! Keine Spur vom Feuer á la Rapid-

ist Brutalität)! Dabei hat der Provinzverein durch-

Westtribüne, von wahren „Patriots“! Da fehlen oft

aus Ambition (und Potential!), zu einem der ganz

die bedingungslose Unterstützung und Identifika-

Großen der Liga aufzusteigen, gar in der Champions

tion mit dem Team. Anstatt als 43. Mann die Equipe

League mitzumischen, wie auch der Vereinsslogan

tatkräftig anzufeuern, sitzt man lieber beim Heu-

„Mitten in Europa“ signalisiert. Unrealistisch? Mit-

rigen, sudert übers Spiel und weiß groß bescheid,

nichten! Spätestens unter dem neuen Präsidenten,

wie man es besser machen müsste...

der dem Statut nach auch als Spielmacher, Kapitän

Freilich sind strukturell nicht die 50.000 selbster-

und Trainer der 42 (Gemeinderats)Spieler fungiert

nannten „Trainer“ das Problem, sondern die vie-

(ein antiquiertes Modell!), hatten viele Fans nach

len Einsager und „Experten“ im Management und

Jahren des Herumdümpelns in der Mittelmäßigkeit

Umfeld des Vereins. Die Cliquenbildung ist unüber-

neue Hoffnung geschöpft. Ein Ruck ging durch die

sehbar. Jeder Klubobmann will – ausschließlich das

Mannschaft, man spielte unbekümmert drauf los.

Wohlergehen seines Flügels anstatt des gesamten

Doch die ansehnliche Anfangsoffensive geriet ins

Teams im engen Blickfeld – Chef spielen. Zudem

Stocken, und so flachte die Partie zusehends ab.

wähnt sich manch Gesellschafer in der Rolle eines

Die Gründe dafür sind manigfaltig. Am problema-

übergeordneten Team-Managers, obwohl es diese

tischsten ist, dass die Chemie innerhalb des Teams

Rolle im Statut gar nicht gibt. Die Folge sind Kompe-

nicht stimmt. Anstatt gemeinsam an einem Strang

tenzverwirrung, Zuordnungsprobleme und Leerlauf.

zu ziehen und als starkes Kollektiv aufzutreten, gibt

Und spielerisch? Da ist eine gewisse Abschluss-

es immer wieder sinnlose Einzelgänge und Schar-

schwäche nicht zu übersehen. Es fehlt der Zug zum

mützel. So mancher Spieler glänzt mehr durch ver-

Tor, der letzte, unbedingte Wille. Geboten wird ein

bale Wuchteln abseits des Spielfeldes, denn durch

Mittelfeldgeplänkel, die Kugel wird nur hin- und her-

ansprechende Leistung am Platz. Auch das eine oder

geschoben. Zwar blitzt bisweilen Klasse bei sehens-

andere schmutzige Foul wird immer wieder ausge-

werten (medialen) Dribblings auf, doch der Raum-

teilt. In einem Anfall maßloser Selbstüberschätzung

gewinn fällt meist dürftig aus. Vorm Tor wird zu oft

und offensichtlichen Realitätsverlustes halten sich

gezaudert. Anstatt einmal Risiko zu nehmen, or-

einige Spieler für große Stars, obwohl sie in Wahr-

dentlich draufzuhalten und den Sack zuzumachen,

heit nicht einmal Schülerliga-Niveau besitzen!

kommt eher der Sicherheitspass zurück.

Darüber hinaus greift in zunehmendem Maße das

Ist der Aufstieg also Illusion? Keinesfalls, wie man

„Andi-Herzog-Bayern-Syndrom“ um sich: Innerhalb

zuletzt mit der trickreichen Stadionaktion gezeigt

des Teams wird massiv gemobbt, ja ganze Teile der

hat. Nur: Ohne Teamwork hilft die beste Infrastruk-

Mannschaft werden gar nicht mehr angespielt und

tur nichts! Als zerstrittener Haufen wird man nie

so ins Abseits gestellt. Auch von Team- und Taktik-

Euroreife erlangen, denn merke (so grotesk es auch

besprechungen sind sie meist ausgeschlossen.

klingen mag): Politik ist ein Mannschaftssport!

Gewaltige Schulzeit Mission Große Pause Ein Gauklerleben Der Thanheiser auf der Würmling-Burg

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KULTUR

Poetische schlammschlacht Die Sache mit Skinfaxi, Djihad & Eliza Last man standing Platzpatronen gegen Pesl

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SZENE FEstivalliga 08 Die Trainer, die Teams, die Spielorte Der Schmähbäreffekt Sind wirklich alle cereal?

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SPORT

neue STrikebewegung Von Bällen, Pins und kühnen Träumen IMPRESSUM Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak MBA Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742/71400330, Fax: 02742/71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Johannes Reichl Verlags- und Anzeigenleitung: Michael Müllner, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Tel.: 02742/71400-330; Email: michael.muellner@dasmfg.at Redaktionsteam: Thomas Fröhlich, Nikolett Hellenpart, Mathias Kirner, Flo Kogler, Verena Hohengasser, Althea Müller, Michael Müllner, Michael Reibnagel, Thomas Schöpf, Eva Seidl, Katharina Vrana, Kati Waldhart, Isabella Wohnhas, Tobias Zuser Kolumnisten: Herbert BInder, Judith Goritschnig, Dietmar Haslinger, Althea Müller, Thomas Karl, Primadonna, Rosa, Tobias Zuser Kritiker: Cigdem Dogan, Helmuth Fahrngruber, Judith Goritschnig, Wolfgang Hintermeier, David Meixner, Manuel Pernsteiner, Hermann Rauschmayr, Robert Stefan, René Voak Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Art Director & Layout: REBELTECH, Christoph Schipp Lektorat: Frau Lehrer Reichl Hersteller: NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft mbH; Herstellungs- und Verlagsort: St. Pölten; Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www.dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Freizeitwirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich.

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12. September 2008

04.06.2008 13:41:06


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URBAN

LESERFORUM

Männerkörper an der Rückseite www.dasmfg.at der Broschüre zu präsentieren, wo an P.b.b. Verlagspostamt 3100 St. Pölten, 04Z035974M, 04/08, EURO 1,50

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Leider kann nur ein Teil der Leserbriefe veröffentlicht werden. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Leserbriefe direkt an: MFG-Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten, e-mail: leserbriefe@dasmfg.at oder direkt unter www.dasmfg.at

entscheidender Stelle ein Fußball vor dem Körper plaziert ist. Im Europameisterschaftsfieber würde so ein Bild sicher viel Geld bringen und noch dazu dem Gleichheitsgrundsatz entsprechen. AUFRUF IN EIGENER SACHE

E. Höfinger Hampel

Politaussendungen können einen bisweilen vor Probleme stellen: Was ist damit gemeint? So erging seitens der SPÖ folgende Nachricht: Vzbgm. Kysela: „So viele Kulturveranstaltungen wie noch nie!“ Zusätzliche, wenn auch der Behörde nicht gemeldete Klänge, ertönten vor kurzem am Rathausplatz als weiterer Beitrag zum derzeit enorm dichten und vielschichtigen Kulturprogramm in der Stadt. „Die Behörden zeigen sich hier nicht kleinlich und haben in diesem Fall darüber hinweggesehen, freuen wir uns doch über jede weitere Veranstaltungsinitiative“, so kommentiert Vizebürgermeisterin Susanne Kysela die von GR Ulrike Nesslinger initiierte Musikdarbietung am vergangenen Wochenende.

So viele Veranstaltungen wie noch nie – ob das Austrian Masters der GLANZSTOFF GLANZSTOFF Beachvolleyballer, Volksfest, die neue Fußballausstellung im StadtmuSEidENER FAdEN SEidENER FAdEN seum oder das Erzählkunstfestival Fabelhaft, um hier nur ein paar BeiURBAN: casablanca im kosovo KULTUR: fabelhafter erzähler SZENE: limelight verliert leuchtkraft SPORT: kulturinvasion der invaders

URBAN: casablanca im kosovo KULTUR: erzähler spielefabelhafter zu nennen – ließen die St. Pöltner Bevölkerung am vergangenen SZENE: limelight verliert leuchtkraft SPORT: kulturinvasion invaders Wochenende geradezu der in einen „Veranstaltungsstress“ verfallen. Vize-

bürgermeisterin Kysela dazu: „Jede dieser Veranstaltungen trägt dazu bei, eindeutig zu belegen, dass es in St. Pölten alles andere als langwei-

MFG MFG

lig ist. Diese Meinung wird sicher auch GR Nesslinger vertreten!“

DAS MAGAZIN

So sehr wir auch gegrübelt haben in der Redaktion, der Sinn wollte sich

DAS MAGAZIN

uns nicht gänzlich erschließen. Was war die Stoßrichtung? a) Aufzeigen, dass in St. Pölten viel los ist?

Als Mitglied der Plattform pro St. Pölten interessiert mich das Ge00010001 Cover.indd Cover.indd 1

b) Relativieren, dass man Veranstaltungen eh nicht anzumelden

spräch zwischen dem Obmannn dieses Vereins und dem Geschäftsfüh-

braucht (oder gilt die Ausnahme nur bei politischen Mandataren)?

rer der Glanzstoff sehr und ich finde, dass da ein heikles und aktuelles

c) wollte man Uli Nesslinger für ihre gute Initiative einfach nur ans Bein

Thema gut aufbereitet wurde. Im Übrigen begeistert es mich, dass es

pinkeln?

ein informatives Blatt über St. Pölten gibt, wo nicht auf jeder Seite ein

d) Oder war es einfach nur heiß im Büro, furchtbar fad und der Verfas-

Bild des Bürgermeisters prangt.

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ser wollte mit den Zeilen schlicht die Zeit totschlagen?

Nur mit der Erotikwerbung des Blatts bin ich als Feministin nicht einverstanden. Mein Vorschlag wäre bei der nächsten Ausgabe einen nackten

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Sachdienliche Hinweise schicken Sie bitte an: redaktion@dasmfg.at

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URBAN

In was für einer Stadt leben wir eigentlich...

In der die Polit-Selbstbeweihräucherungs-Ter-

In der das zum Verkauf stehende ehemalige

tet hat! Inspiriert vom beschallten Rathausplatz

mine immer obskurer werden. So war es den

Krankenkassenareal an der Promenade viel Fan-

nach einem Theaterbesuch, reifte in ihr die Idee,

Mandataren nicht zu peinlich, in die Ochsenbur-

tasie für zukünftige Stadtentwicklung lässt.

das Herz St. Pöltens in den Sommermonaten mit

gerstraße zum 1 Minuten Fototermin zu pilgern,

Während ein überdimensioniertes Kongresszent-

Livemusik zu bespielen. Gesagt, getan: Fortan

um sich für die Installierung einer Ampelsignal-

rum von Experten als widersinnig und undurch-

wird jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr musiziert

anlage an der „Todeskreuzung“ feiern zu lassen.

führbar eingestuft wird, wäre ein anderer Ansatz

(auch dank Sponsoren wie Sparkasse oder NÖ

Komisch: Als in Vergangenheit an der Kreuzung

der Stadtentwicklungs GmbH, innerstädtischer

Versicherung), wobei nicht nur renommierte

mittlerweile fünf Menschen starben, geisterten

Wohnbau, schon bedeutend sinnvoller.

Gruppen zum Zug kommen, sondern auch der

nur die Bilder von zerstörten Autowracks durch

Die wohl charmanteste Zukunftsvariante für das

Nachwuchs über Schulkooperationen.

die Medien. Ein Politiker, der etwa vor den Trau-

Areal wurde unter dem monetären Verwertungs-

Urlaubsfeeling in der City - sehr urban und chil-

erkreuzen posierte, ward hingegen nicht gesich-

druck bislang überhaupt noch nicht angedacht:

lig! Und schon geistert die Idee, die Initiaitve auf

tet. Wer wollte auch schon in den zweifelhaften

Gar keine Verbauung! So wäre ein Centralpark

die Innenstadt auszuweiten, durch die Köpfe.

Ruf kommen, dass man vielleicht gar das eine

(der mit dem Altoona-Park verschmilzt) abso-

Richtige Straßenmusikanten würden ohne Zwei-

oder andere Opfer durch früheres politisches

lut urban. Mit Liege- und Erholungsflächen zum

fel ihres zum Einkaufserlebnis beitragen. Freilich

Eingreifen hätte verhindern können.

Chillen, attraktiven Wasserelementen, Spielmög-

nicht Kraut und Rüben, sondern nur hochqua-

Schon klar: Politiker brauchen Öffentlichkeit. Nur:

lichkeiten für die Kids, benachbarter Trendgas-

litative Acts. Wie man die bekommen könnte?

Jetzt, nachdem bereits fünf Personen ihr Leben

tronomie – und das alles mitten in der City, als

Durch Einladung zu einem Auswahlverfahren.

gelassen haben, stolz vor der Kamera zu posen

belebtes, durchgängiges Bindeglied zwischen

Wer entspricht, erhält für seinen Job von der

und sich für einen längst überfälligen, vom Polit-

Altstadt und Regierungsviertel. Visionär? Mag

Gemeinde einen Sockelbetrag (das kostet nicht

Arbeitgeber Bürger eingeforderten Schritt feiern

sein. Überlegenswert – allemal! Die Chance der

die Welt!), den die Musiker wie gehabt bei ihrer

zu lassen, ist schlichtweg geschmacklos. Man

nachhaltigen Verwertung eines so großen inner-

Live-Performance auffetten können. Kleiner Ein-

kanns mit der Publicitygeilheit auch übertreiben!

städtischen Areals kommt so schnell nicht wie-

satz, hohe Imagerendite!

Nicht jedes Blitzlichtgewitter bringt Glamour!

der! Man möge mit Bedacht vorgehen!

Sehr geehrte Verantwortliche der österreichischen Medienlandschaft! Österreich, vormals niedliches Alpenländchen der Schnitzel und Lederhosen, politisch, wirtschaftlich und kulturell kaum auffällig... Diese Zeiten sind vorbei. Mit dem Auftauchen von Natascha Kampusch 2006 wurden die ersten zarten Signale in die Erdumlaufbahn gesandt, um Kunde zu tun von den hochgradig bizarren Verbrechen, welche der durchschnittliche österreichische Gestörte zu begehen imstande ist. Und jetzt kommt’s erst so richtig dicke: Schoko-Spitz-an-der-Donau-Patissier, Papa Schlumpf Fritzl, „Beil ist geil“-Axtschwingerkiller... gibt doch was her! Wenn John Malkovich schon einen auf „Being Jack Unterweger“ macht, die Kampusch ironischerweise eine Interviewsendung als Befragende moderiert und die Paparazzi vor dem St. Pöltner Häfn campieren, nun, da hätt ich weitere Vorschläge: CNN könnte das Hotelprojekt bei den Stadtsälen finanzieren, und Filmprojekte wie „Chocolat II – Wachau Payback“ oder ein Sequel der beliebten Familienserie „Unsere kleine Farm“ als „Unser wahres Kellerleben“ wären bestimmt Quotenbringer. Darum geht’s doch, oder? Erato

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An Das Pressewesen Paparazzigasse 59 A- 6408 Irrenhaus

Foto: zVg, fotolia.de, photocase, rauschmayr, medienservice

In der Ulli Nesslinger eine tolle Initiative gestar-

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URBAN

Das Zauberwort für die finanzielle Therapie des Gesundheitswesens wäre also gefunden: aut idem – oder dasselbe. Schrieb der Arzt bisher „Aspirin“ aufs Rezept, so braucht er in Zukunft nur mehr kurz zu vermerken „Acidum acetylosalicylicum“, der Apotheker weiß, was er auszufolgen hat. Des hippokratischen Eides liebste Buhlin, die Ärzteberatung, wird sich rasch zur Apothekerberatung mausern, Locations wie Zürs und Nizza, natürlich auch Kreuzfahrtschiffe, werden kaum mehr Medizinerkongresse erleben, bei denen es täglich vor dem Lunch den einen, viertelstündigen, fakultativen Vortrag zu Themen wie „Jüngste klinische Erfahrungen mit Leukoplast“ gibt. Unterhaltsam wird’s dafür in Apotheken, wenn die Magistra im Gewühl der Wartenden einem ältlichen Znüachtl von Möchtegernca-

K

SChweigen Im letzten MFG saßen sie noch friedlich an einem Tisch, jetzt können Günther Bannholzer (Plattform Pro St. Pölten) und Dieter Kirchknopf (Glanzstoff) weniger miteinander denn je. „Die Glanzstoff hat mich geklagt wegen Verbreitung falscher, beunruhigender Gerüchte sowie Verleumdung. Das find ich nicht okay nach unserem Gespräch. Na das ist ein netter Herr, der Herr Kirchkopf“, beklagt Bannholzer. Kirchknopf wiederum sieht nach einem, wie man im Fußballjargon sagen würde, „schmutzigen Foul“ Bannholzers in einer Wochenzeitung keine Gesprächsbasis mehr. „Wenn es nur untergriffig und aggressiv ist, wie soll man da seriös reden?“ Die Glanzstoff halte alle Vorgaben ein. Über die Forderung der Grünen, die Abluftwerte transparent zu machen, schüttelt er den Kopf. „Das geschieht bereits!“ Tatsächlich werden diese auf www.stpoelten.gv.at veröffentlicht. Der Stellenabbau sei dadurch bedingt, dass bestimmte Produktionsanlagen stillstehen, deshalb hofft Kirchknopf, „dass das IPPC Verfahren so rasch wie möglich abgewickelt wird, um rasch in Vollbetrieb gehen zu können.“

fastfoodStreet

Schnell... Wohin?

HerzSchmerz von Hebi

Welcome to Fastfood-Street! Während die Brunngasse

Dann also die West, jetzt auch amtlich: Die S 34 führt

für Handelsbetriebe scheinbar Gift ist, bekommen Fast-

als Westvariante von der A1 über Völtendorf bis Wil-

food Ketten zunehmend Appetitt auf den Standort.

hemsburg. Die Bekämpfer der Ostvariante atmen auf,

Wo dereinst die Volksbank ihre Immobiliengeschäfte

dass der Kelch an ihnen vorübergeht (und was inter-

Foto: zVg, fotolia.de, photocase, rauschmayr, medienservice

abwickelte, grillt ganz im American Style Burger King, essieren sie schon die Westler?), diese wiederum steseine „Fleischlaberl“ und Fritten. Da man den Amis

hen noch unter Schock, weil ihr Joker – der Landes-

aber nicht die Weltherrschaft überlassen will, zau-

hauptmann – glatt von Ost auf West umgeschwenkt

bert gleich daneben das königlich-türkische Pendant

ist, und ihnen erst jetzt (da auch die „Westspange“

Kebap King seine Döner-Spezialitäten! Der wird jetzt

sowie B 39- und B 29-Anschluss kommen sollen)

freilich in die Ami-Zange genommen, denn am Eck zur

dämmert, dass sie plötzlich schlechte Karten haben.

Franziskanergasse, wo dereinst die Firma Erd Knöpfe

Die West birgt definitiv Vorteile gegenüber der Ost,

feilbot, ist derzeit ein Subway im Entstehen. Und der

nur, was prinzipiell offen bleibt: Ist die S34 wirklich

vermeintliche Franzose ist in Wahrheit auch ein Ami. die beste Lösung? Nach wir vor sind nämlich nicht Ist der Kampf also verloren, zumal dort die Baguettes, alle Verkehrsexperten überzeugt, dass die S34 übersorry Sandwiches, nicht von einfachen Küchenbullen, haupt die erwünschte Entlastung bringen wird. Der sondern „Sandwichartists“ zubereitet werden?!

schalste Beigeschmack: Der Ausbau des Schienen-

Mitnichten! Denn das Fastfood-Urgestein der Gasse

verkehrs wurde in der Diskussion nicht einmal nicht

ist zutiefst österreichisch! Kostrhon machte seine Pi-

ignoriert. Die Frächter wirds freuen, und die Politiker

pihenderl-Schnell-Schmankerl schon, als es den Be-

mögen nichts mehr von Ökologie und Nachhaltigkeit

griff „Fastfood“ noch gar nicht gab. So schauts aus!

dahersäuseln – es ist einfach zu unglaubwürdig!

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sanova erklärt, dass für ihn Sellerie und Spargel eigentlich eh billiger kämen, und der Dame im ArmaniOutfit, dass für ihren aggressiven Fußpilz von der Kasse nur mehr ein Genericum akzeptiert wird. Natürlich besteht die Gefahr des Übergreifens von „aut idem“ auf andere Lebensbereiche: Bestellen Sie beim Wirten eine Malakofftorte, bekommen Sie vielleicht ein Schweinsbrüstl, denn das ist genau so fett. Eine Busreise nach Jesolo führt ins Gänsehäufl, denn auch dort sind Sie von Wienern umgeben. Und löst der Kulturmensch ein Ticket für die Eroica mit den Philharmonikern, dann hört er allenfalls das Wr. Neustädter Bahnhofsorchester, denn die spielen auch heroisch alle vier Sätze. Für mich wird’s erst überzeugend, wenn man bei uns wie anderswo neben Arzt, Apotheker und Krankenhaus auch die Krankenkasse qualitätsorientiert frei wählen kann. Aut idem halt.

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Battlefield 2008: Mission Grosse Pause Liest man den Artikel kapiert selbst der

Natürlich sind Prügeleien von Minderjährigen

schaft noch akzeptabel (getreu dem Motto: „So

Dümmste (und wohl auch ziemlich jeder Politi-

ein klares Zeichen, dass etwas nicht stimmt.

sind Kinder nun einmal“), oder schon ein Fall

ker), was denn da die Volksseele so zum Kochen

Die Frage ist nur was – und wie man darüber

von psychischer Gewalt gegen einen Schwä-

bringt. 21 Mal wird im gegenständlichen Zei-

diskutiert. Man muss nicht bis zum ersten High

cheren? Und wenn dann die drei hübschen

tungsbericht auf den „Migrationshintergrund“

School Massaker auf St. Pöltnerisch warten, bis

Mädels das hässlichste Mädchen der Klasse

des Täters hingewiesen. 15-jährige Kinder von

man sich die Frage stellt, welche Dimension das

so richtig nieder-zicken? Ist das dann noch pu-

„Serben“, „Albanern“ und „tschetschenischen

„Gewalt-Thema“ für unsere Kinder und Jugend

bertärer Leichtsinn oder schon gemein-gefähr-

Asylwerbern“ haben in der „explosiven Ladung“

hat – und sich somit zwangsläufig auch auf den

liches Bullying, also das Aufeinanderlosgehen

der St. Pöltner Theodor Körner eine regelrechte

Schulalltag auswirkt.

von mehreren gegen einen?

„Prügelorgie“

Beschimp-

Die erste Schwierigkeit ergibt sich schon mal

Leicht tun wir uns meist nur bei der ganz großen

fungen“ und „blinder Wut“ abgefeiert. Willkom-

beim Wort „Gewalt“. Ist das „Schneiden“ eines

Erregung. Kinder, die einen Schüler im Keller ih-

men am Schlachtfeld Schule?

wenig beliebten Mitglieds der Klassengemein-

rer Schule verprügeln bis diesem ein Zahn fehlt

unter

„obszönen

Foto: Hermann Rauschmayr, Photocase (rotwild)

Die Aufregung war groß. Besonders aufgeregt naturgemäß der Boulevard. Die Kronen Zeitung hatte sogar das Cover dafür über: „Mitschüler (14) spitalsreif geprügelt“, schrie die kleinformatige Seele der Nation am 10. Dezember – und zwar gleich österreichweit! – von der Titelseite. Darf man fragen, was denn so besonders daran sein soll, wenn ein 15-jähriger einen 14-jährigen verprügelt? Von Michael Müllner und Kati Waldhart

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URBAN und er mehrere Prellungen davon trägt, ja das

der öffentlich-rechtliche ORF NÖ titelt „Stu-

darf wohl als inakzeptabel durchgehen. Doch

die: Gewalt an Schulen nimmt zu“. In Wahrheit

Schneller am Thema

bewegt sich dieser widerliche Einzelfall noch

ist es keine Studie, sondern eine Umfrage mit

Tatsache ist jedenfalls, dass physische Gewalt

in der statistischen Normalität der letzten Jahre

dem Ziel die verantwortlichen Politiker auf das

(Körperverletzungen) zum größten Teil noch

und Jahrzehnte – oder handelt es sich um einen

Thema aufmerksam zu machen. Wenn laut

immer ein männliches Phänomen darstellt,

Indikator für einen gefährlichen Trend, der un-

dieser Neustart-Umfrage rund 80 Prozent der

obwohl in letzter Zeit auch vermehrt Mädchen

sere Jugend immer brutaler werden lässt?

Befragten (Schüler, Eltern, Lehrer) angeben „Ja,

und junge Frauen handgreiflich werden. Tradi-

Gewalt ist ein Problem“, dann unterstreicht das

tionsgemäß stellen alle Untersuchungen und

wohl die Forderung von Neustart und anderen

Studien fest, dass Frauen öfters zu psychischer

Einfach ist auch der Fall der 16-jährigen Brenda

Trägereinrichtungen nach Budgetmitteln für

Gewalt wie üble Nachrede oder Verbreitung von

Ann Spencer. Sie inspirierte die Boomtown Rats

Schulsozialarbeitsprojekte.

Gerüchten greifen. Im Rahmen einer Generati-

rund um Bob Geldof zum weltweiten Nummer-

Unumstritten ist bei allen Experten auch, dass

onenvergleichsstudie des Bundesministeriums

Eins-Hit „I Don’t Like Mondays“. Einem Satz,

Gewalt an Schulen natürlich ein Thema ist. Und

für Bildung, Wissenschaft und Kultur kamen die

dem viele Schüler – aber auch Erwachsene

ja, natürlich hat sich die Jugend geändert, man

Autoren zum Schluss, dass keine empirischen

– wohl vorbehaltlos zustimmen würden. Tell

muss nur die Dimension und den Zeitabschnitt

Befunde vorliegen, die auf einen generellen An-

me why? Sag mir warum, wird da die 16-jährige

betrachten. Dass die gesellschaftlichen Verän-

stieg von Gewalt hinweisen. Das Ausmaß phy-

Brenda gefragt. Ihre Antwort ist einfach: weil sie

derungen der letzten Jahrzehnte auch mit sich

sischer Gewalt sei tendenziell rückläufig, ver-

eben keine Montage mag! Darum hat sie am

bringen, dass sich die heutigen Kids anders

bale und psychische Aggression am Vormarsch.

29. Jänner 1979 aus dem Schlafzimmerfenster

verhalten als ihre Eltern ist wohl klar. Dass der

Häufig ist auch davon zu lesen, dass die soge-

heraus auf den gegenüberliegenden Schulhof

Themenbereich einer umfangreichen Integra-

nannte Aggressionsbereitschaft zunehme, also

geschossen – und dabei den Direktor, den Haus-

tion von Kindern – auch der zweiten und dritten

heutzutage jemand schneller mal körperlich

meister und einen Polizisten getötet. Und acht

Generation – in die „österreichische“ Gesell-

aggressiv wird. Astrid Ebenberger ist seit dem

keit geht, den anderen zu demütigen. Beispiele

schaft natürlich besonderes Engagement aller

Herbst 2006 Direktorin einer der vier Körner-

für das sogenannte „happy slapping“ finden

Beteiligten verlangt, ist klar. Renate Pokorny von

Hauptschulen in St. Pölten, zuvor war sie in ei-

sich immer wieder in den Medien, erste Be-

Neustart weist darauf hin, dass Kinder von Asyl-

ner Landschule tätig, „aber ich würde zwischen

richte gibt es aber bereits seit den 70er Jahren,

suchenden oft traumatisierende Erlebnisse ver-

den Schulen keine gravierenden Unterschiede

also aus einer Zeit, lange vor YouTube oder dem

kraften müssen. Die Themen „Gewalt an Schule“

sehen“. Dass die Kids heute gewaltbereiter sind,

bösen Web-2.0-Leben der heutigen Kids. Gerade

und „Ausländeranteil“ in einen Topf zu schmei-

ist für sie aber evident. Ebenberger: „Ein Grund

aufgrund der Bizarrheit solcher Übergriffe gibt

ßen sei aber nicht der richtige Weg: „Auch der

dafür ist sicher in der verstärkten ‚Individualisie-

es intensive Debatten – verlässliches Zahlenma-

14-jährige Österreicher hat einiges drauf, wenn

rung’ der Gesellschaft zu sehen, bis hin zum Be-

terial liegt hingegen nicht vor.

er nicht weiß, wohin mit seiner Wut.“

griff der ‚Ich-AG’. Da wird man einerseits selbst-

Ziel von Schulsozialarbeit ist oft die individuelle

bewusster, andererseits versucht man sich auch

Arbeit in Gruppen. Dabei geht es beispielsweise

schneller zu behaupten bzw. zu verteidigen.“

Womit wir generell bei der Problematik zum

um das Erkennen von Gruppendynamiken. Man

Ihre Schule sieht sie im Einklang mit anderen:

Thema „Gewalt“ sind. Wo sind die handfesten

sucht sich den Rädelsführer und findet so Zu-

„Wir verzeichnen wie überall kleinere Vorfälle.

empirischen Daten, anhand deren man Trends

gang zu mehreren Jugendlichen. Oft geht es

Ich denke aber, dass es diese auch früher gab.

erkennen und fundiert reagieren könnte?

auch um präventive Aufklärung, etwa wenn

Vieles wird heute nur anders genannt, man ist

Als der Verein Neustart im Frühjahr eine On-

Polizisten grundsätzliche Informationen geben,

schneller am Thema“, so die Direktorin. Auf die

line-Umfrage veröffentlicht hatte, in der die Ex-

was eigentlich legal ist und wann man sich

oft zitierten „Ausländerkinder“ angesprochen

perten zum Thema Opfer- und Täterhilfe Alarm

strafbar macht. Renate Pokorny: „Es ist wichtig,

meint sie, dass gerade bei diesen das soziale

schlugen, so waren sich die Verantwortlichen

dass Kinder und Jugendliche lernen, wohin sie

Umfeld der Familie oft sehr gut „funktioniere“

bei Neustart wohl einer „g’scheiten“ Publicity

ihre Aggression kanalisieren, wie sie mit der Ag-

– mit positiven Auswirkungen auf das Verhalten

sicher. Da kann es schon passieren, dass selbst

gression umgehen.“

von Kindern, nicht zuletzt im Schulbetrieb.

Gewaltig?

Schüler verletzt. Eindeutig böse. Aber auch ein gutes Beispiel dafür, dass es oft keine einfachen Antworten gibt. Was muss überhaupt geschehen, damit sich Kinder gegenseitig Gewalt antun? Auch hier liefert der Boulevard rasch Antworten. Unter schwerem Tatverdacht stehen zuerst der „Ausländeranteil“ und in Folge „die Medien“. Zweifelsohne schaffen neue technische Möglichkeiten wie die Online-Videoplattform YouTube und Aufnahme-Features moderner Handys erst die Grundlage für die „innovativsten“ Formen der Gewalt, beispielsweise das Aufnehmen von Misshandlungen an Schwächeren – und in Folge das öffentliche Zur-Schau-Stellen des Unterlegenen. Man muss kein Psychologe sein um zu erkennen, dass es dabei primär um die Möglich-

Publicity und Budget

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10

URBAN

„Gift

für

Gesellschaft!“

Der Haupttäter der Prügel-Attacke in der Körner Hauptschule wurde Ende Mai zu 18 Monaten verurteilt, sechs davon unbedingt. Bei Richtern und Anwälten schrillen immer mehr die Alarmglocken.

liege. Sollte sich mal eine Verschlechterung des Klassenklimas zeigen, so wird mit besonderen Angeboten reagiert, etwa einem „Sozialen Tag“. Auch eine Schulsozialarbeiterin ist in der Josefstraße tätig, seit zwei Jahren, in denen Cornelia Letschka vom Institut Ko.m.m. (Konflikte mitein-

18 Monate Haft ist eine hohe Strafe, insbeson-

Christian Hirtzberger vertrat den Haupttäter

ander meistern) wenig Veränderung festgestellt

dere wenn der vorstrafenfreie Täter erst 15

und kann zum konkreten Fall aufgrund der an-

hat. Kernaussage: „Es geht nicht anders zu, als

Jahre alt ist und somit 30 Monate die Höchst-

waltlichen Verschwiegenheit keine Auskunft

in anderen Schulen.“

strafe wäre. Richter Kodynski: „Mildernde Um-

geben, jedoch berichtet er allgemein aus seiner

Dies bestätigt auch eine Publikation des Mi-

stände waren, dass es scheinbar im Vorfeld eine

beruflichen Erfahrung: „Die Brutalität ist be-

nisteriums, dass in allgemein höher bildenden

Provokations-SMS gegeben hat, obwohl nicht

denklich, das Individuum zählt nichts.“ Richter

Schulen deutlich weniger körperliche Gewalt

genau geklärt werden konnte, wer diese abge-

Kodynski: „Unbestritten: die Brutalität nimmt

zum Tragen kommt. Und gerade die körperliche

sandt hat.“ Viel bedeutender wiegen jedoch die

zu. Früher hielt man sich an ‚Unterwerfungs-

Gewalt hat es halt an sich, dass man damit

erschwerenden Gründe. Abgesehen vom Über-

gesten‘, heute wird hingegen fröhlich hinge-

Titelseiten füllt, obwohl die Unfallzahlen laut

griff auf den 14-jährigen Schüler gab es sieben

treten.“ Hirtzberger: „Das Grundproblem ist

Schülerstatistik der Allgemeinen Unfallversiche-

weitere Delikte, davon offene Aggression ohne

immer das gleiche: mangelnder Respekt vor

rungsanstalt (AUVA) in den letzten Jahren keine

nachvollziehbaren Anlass. Kodynski: „Schein-

dem Anderen. Das ist das Gift, an dem unsere

Steigerung von Unfällen im Zusammenhang mit

bar reichte dem Täter schon die bloße Existenz

Gesellschaft leidet, egal ob Körperverletzung

Raufereien in Schulpausen verzeichnen konnte.

des Opfers, um seine Aggression auszuleben.“

oder Eigentumsdelikte. In gewissen Milieus, oft

Das viel diffizilere Mobbing ist dagegen schon

Selbst nach einer einmonatigen U-Haft schaffte

mit Migrationshintergrund, ist diese Problema-

weniger schön darstellbar. Mobbing nannten die

es der Haupttäter während des Volksfests wie-

tik dramatisch, da hilft kein Verleugnen.“ Hirtz-

Eltern übrigens früher Hänseln. Und – seien wir

der auffällig zu werden, das Verfahren dazu ist

berger ergänzt, in letzter Zeit habe er viel über

ehrlich – wen von uns plagt denn heute noch

noch am Laufen, bei einer neuerlichen Verurtei-

Motive von Gewalttätern nachgedacht. Sein

das schlechte Gewissen diesbezüglich?

lung würde auch die teilbedingte Haft aus der

Bruder ist Hannes Hirtzberger, der vergiftete

Körner-Causa aufgehoben werden.

Bürgermeister aus Spitz.

Kultur des Hinschauens Lassen wir also die Direktoren mal kurz in Ruhe und fragen einen, der es wissen muss. Wolfgang Matzl, selber gelernter Sozialarbeiter, erfahren mit dem Betreiben eines Jugendzentrums, derzeit Jugendkoordinator der Stadt St. Pölten und somit oberster Vernetzer zum Thema Jugend. Im Fall der Körnerschule letzten Winter wurde beispielsweise eine Helferkonferenz – unter Beisein der mobilen Streetworker von Nordrand – einberufen, welche alle Beteiligten an einen Tisch gebracht hat und für einen anständigen Informationsfluss sorgte. Matzl: „Wir wollten Klarheit schaffen und hatten Erfolg.“

Schüler nehmen können? Na hoffentlich keinen,

Generell findet Matzl, „dass die Gewalt nicht

da sollte das individuelle Umfeld wie Familie

unbedingt gestiegen ist, sie ist nur mehr in den

Lehrer und Direktoren sind bei diesem Thema

und Freundeskreis eher greifen. Obwohl diese

Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Die

sowieso nicht zu beneiden. Läuft etwas zufrie-

natürlich lang nicht so schön zu veranschauli-

Gesellschaft hat sich von einer Kultur des Weg-

denstellend, wird es als selbstverständlich hin-

chen sind, wie ein düsterer Schulhof.

schauens hin zu einer Kultur des Hinschauens

genommen. Gibt es Probleme, beklagen viele

Rupert Zeitlhofer ist Direktor des Gymnasiums

bewegt.“ Gewalt an Schulen hat es schon im-

die „unfähigen“ Lehrer, die aber – so scheint

in der Josefstraße, ein heillos überfülltes Haus

mer gegeben, nur „früher haben die Direktoren

es mitunter – oft die Probleme unfähiger Eltern

mit über 1.000 Schülern, geringem Ausländer-

einfach behauptet, dass es sie nicht gäbe“. Dag-

ausbaden. Bei seriöser Betrachtung muss man

anteil, aber dem dringenden Wunsch nach Geld

mar Hutterer ist Direktorin der Polytechnischen

die Schülerin und den Schüler nämlich auch als

zum Ausbau der Schule. Mit endenwollender

Schule in St. Pölten. Zum Thema angesprochen

Individuum sehen, das außerhalb der Schule ge-

Begeisterung steht er uns Rede und Antwort

meint die Direktorin: „Direkt an der Schule gibt

nug Zeit für dumme Ideen hat. Besonders deut-

und bringt es gleich mal zum Mitschreiben für

es keine offensichtliche Gewalt. So viele Pausen

lich wird dies am Drogenthema.

alle auf den Punkt: „Wir haben kein Gewalt-

haben die Schüler ja gar nicht.“ Welch schönes

Immer wieder wird berichtet, dass der Erst-

problem!“ Verständlich, einerseits plagt ihn die

Beispiel für den schwierigen Prozess hin zur

kontakt von jungen Menschen mit diversen

Maturavorbereitungsarbeit, andererseits sind

Gewalt des Hinschauens und der Wahrung des

Suchtmitteln früher passiert. Das betrifft nicht

Medien beim Thema „Schule und Gewalt“ die

Rufs einer Schule, die mitunter auch in den regi-

nur jene Substanzen, mit denen der Staat gutes

natürlichen Feinde der Direktionen, welche auf

onalen Revolverblättern auftaucht.

Geld verdient (Alkohol und Nikotin), sondern

das Image ihres Hauses zu achten haben.

Zurück zum Drogenthema. Wolfgang Matzl

auch die illegalen Drogen, bezeichnenderweise

Brav wird dann aufgezählt, wie wenig Vor-

meint, dass dieses im Zusammenhang mit

„Freizeitdrogen“ genannt. Welchen Einfluss sol-

kommnisse es im eigenen Haus gibt und wie

dem Bereich Schule vernachlässigbar ist, da in

len Schulen denn auf das Freizeitverhalten ihrer

normal man im Vergleich zu anderen Schulen

der Schule der Konsum nur äußerst selten vor-

Probleme? Nein, danke!

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11

URBAN komme. „Auch das alte Märchen vom Dealer,

entwickeln, mit dem man Aggression verarbei-

Die Stadt St. Pölten gibt laut eigenen Angaben

der vor der Schule wartet ist Humbug, es hat

tet. „In der Volksschule wird die eigene Welt oft

pro Schüler und Schuljahr 15 Euro für die Tätig-

wirklich keine Relevanz.“ Laut Matzls aktuellen

noch als ‚normal’ gesehen. Wir kümmern uns

keiten der Schulsozialarbeit des Vereins Young

Daten stagniert der Konsum von harten Drogen,

auch zunehmend um einen inter-kulturellen Zu-

aus, weitere 30 Euro kommen vom Land NÖ.

der Konsum von Cannabis hingegen steigt. Erst-

gang, verschicken beispielsweise Elternbriefe in

Derzeit verbringen die Young-Sozialarbeiter

konsum passiere im Schnitt mit 16 Jahren, die

drei verschiedenen Sprachen“, so Müller.

mehr Stunden an Hauptschulen als an den AHS.

untere Latte befindet sich bei 13 bis 14 Jahren, vereinzelte 11-jährige Erstkonsumenten seien

Auf einem guten Weg

Müller: „Wenn es für die AHS mehr Budget gäbe und wir dort mehr Zeit verbringen würden, dann

nur Ausreißer in der Statistik.

Doch was ist Schulsozialarbeit überhaupt? „Es

wären es aber natürlich auch mehr Fälle in den

Bleibt die Frage, wie man mit dem Thema der

geht um ein freiwilliges Angebot für Kinder

höher bildenden Schulen.“

Gewalt an Schulen umgehen soll. Die Antwort

und Jugendliche, das ist unsere primäre Ziel-

Zu welchen Themen arbeiten die Sozialarbei-

scheint „Schulsozialarbeit“. Jede Schule, die et-

gruppe. In weiterer Folge können sich natürlich

ter eigentlich mit den Schülern? Margot Müller:

was auf sich hält, hat mittlerweile erkannt, dass

auch Lehrer und Eltern an uns wenden, aber

„Themen wie Drogen kommen selten vor. Das

manche Probleme oft nicht „intern“ gelöst wer-

hauptsächlich geht es darum, die Schüler zu

Top-Thema ist Freundschaft und Lernen, ge-

den können. Beziehungsweise haben erkannt,

erreichen.“ Der Bogen der Tätigkeiten spannt

folgt von Gewalt. Sehr häufig spielen aber die

dass externe Fachleute mehr Sinn machen, als

sich laut Müller dabei von präventiven Vorträ-

Problemlagen Familie, Trennung, Scheidung,

das Verdrängen von Problemen. Ähnlich wie

gen, über Projektideen für die Freizeit, bis hin

Mobbing auch mit hinein.“ Eine genaue Statistik

große Betriebe zunehmend den Wert von Sozi-

zu heiklen Fällen wie Verdacht auf sexuellen

der Sozialarbeiter dokumentiert, welche „Pro-

alarbeitern im Betrieb erkennen, so bietet sich

Missbrauch. Die Schulsozialarbeiter haben eine

blemlagen“, die Jugendlichen wirklich beschäf-

Gewalt: Der Begriff bezeichnet von seiner Wurzel her das „Verfügen-Können über das innerweltliche Sein“. Der Begriff bezeichnet ursprünglich rein das Vermögen zur Durchführung einer Handlung und beinhaltet kein Urteil über deren Rechtmäßigkeit. Gewalt wird aber zumeist gebraucht, wenn mit Zwang – vor allem physischem – etwas durchgesetzt wird. Mobbing: Mobbing oder Mobben (von englisch „mob“, Meute, Gesindel, Pöbel, Bande) steht im engeren Sinn für Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, den Betroffenen aus dem Betrieb hinauszuekeln. Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, einen Kollegen ständig zu schikanieren, quälen und verletzen, beispielsweise in der Schule oder am Arbeitsplatz. Bullying: Bullying steht für ein weniger subtiles Verhalten als Mobbing, wobei körperliche Gewalt oder deren Androhung eine wichtige Rolle spielt. Bullying spielt sich eher psychologisch als physisch ab. Happy Slapping: Als Happy Slapping (engl. etwa für „fröhliches Dreinschlagen“) wird ein grundloser Angriff auf unbekannte Passanten bezeichnet. Der Angreifer läuft dabei auf sein Opfer zu und schlägt ihm ins Gesicht, mitunter werden Opfer auch zusammengeschlagen. Üblicherweise wird der Angriff von einem weiteren Beteiligten mit einer Handy- oder Videokamera gefilmt. Die Aufnahmen werden anschließend im Internet veröffentlicht oder per Mobiltelefon verbreitet. gerade im menschlichen Minenfeld der Puber-

Sonderstellung, sie sind nicht „irgendwelche“

tigen – und bei genauem Hinsehen wird klar,

tät genug Spielraum für Legionen von Sozialar-

Lehrer oder Erwachsene, sondern Vertrauens-

dass dies nicht in sich isolierte „Schulthemen“

beitern, deren Einsatz in der Regel nicht von der

personen. Generell muss eine Schule bereit

wie Gewalt, Drogenkonsum oder Ausländeran-

Nachfrage, sondern vom Budget begrenzt wird.

sein, sich für Schulsozialarbeit zu öffnen. „Es

teil sind, sondern dass auch das soziale Umfeld

Young ist ein unabhängiger Verein, der mit der

ist ein längerer Prozess“, so Müller, „man muss

insgesamt zu Problemen führt, die dann mitun-

Einrichtung „x-point“ in 20 Schulen in NÖ prä-

sich natürlich aneinander gewöhnen.“ Zwischen

ter aggressiv im Schulalltag ausgelebt werden.

sent ist. In St. Pölten betreuen die Schulsozi-

Hauptschulen und AHS gäbe es laut einer Studie

Erwähnenswert scheint auch eine Statistik, wo-

alarbeit als Träger der Landesjugendwohlfahrt

nur minimale Abweichungen, „Mobbing pas-

nach jedes vierte Mädchen und jeder achte Bub

die Otto Glöckel Volksschule, die Körner Haupt-

siert an einer höheren Schule natürlich anders

zwischen dem 1. und 16. Lebensjahr Opfer von

schulen I bis IV, HAK/HASCH, BRG/BORG und die

als in einer Hauptschule – es ist aber falsch zu

sexueller Gewalt wird. Ein gesellschaftliches

HTL. Young-Leiterin Margot Müller scheint damit

denken, dass es weniger schmerzvoll wäre“.

Problem, dass nach wie vor tabuisiert wird.

wohl wie keine zweite berufen über die wahren

Generell ist der Verein mit der Entwicklung des

Eine seriöse Auseinandersetzung mit Möglich-

Ausmaße der Gewalt an St. Pöltens Schulen zu

Problembewusstseins und der Strukturen in NÖ

keiten der Gewalt-Prävention scheint also das

urteilen. „Grundsätzlich nennen wir nicht Daten

zufrieden. Müller: „Man kann schon sagen, dass

Gebot der Stunde. Panikmache und Hysterie

von einzelnen Schulen, wir sehen nur den ge-

wir in NÖ mit den rechtlichen Grundlagen und

– bis hin zur medialen Ankündigung, dass Väter

samten Trend“, antwortet Müller verschwiegen

der Zusammenarbeit zwischen Jugendwohlfahrt

nunmehr vor der Schule wache stehen würden

und professionell auf die Frage nach möglichen

und Schule auf einem guten Weg sind. Derzeit

– tragen wohl nichts zu einem besseren Klas-

Hot Spots in St. Pölten. Natürlich sei die Arbeit in

wird Schulsozialarbeit zwar erst etabliert, aber

senklima bei. Achja. Die Jugend war bekannt-

Volksschulen generell präventiver als in Haupt-

NÖ hat hier eine Vorreiterrolle. Wichtig sind nun

lich schon immer die schlechteste aller Zeiten.

schulen. Bei der Arbeit mit den Jüngsten geht

die Einführung von Standards und einer Quali-

Zumindest seit Sokrates. Es gibt also Hoffnung.

es oft darum überhaupt mal den Wortschatz zu

tätssicherung.“

Anfangen könnten die Erwachsenen.

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12

URBAN

Du darfst nicht hinein

Nach erfolgreich absolviertem Eignungstest erhält Ihr Kind eine mündliche Zusage für die Aufnahme an der gewünschten Schule. Ein paar Wochen später folgt schriftlich die Absage. So geschehen am BRG/BORG St. Pölten. Die Hintergründe. Von Eva Seidl, Foto: Hermann Rauschmayr Silvana J. ist aufgebracht. Auch ihre Tochter ge-

Gespräch mit den Eltern eine mündliche Zusage

«Es ist niemals fix, dass alle, die sich angemeldet

hört zu den Kindern, die gerne das BORG in St.

erteilt. «Er hat meiner Tochter gesagt, dass sie

haben, auch die Schule besuchen können, die

Pölten besucht hätten. Nun soll in Tullnerbach

gerne genommen wird und er sich sehr auf sie

sie wollen. Natürlich wäre es mir am liebsten,

ein neuer Schulstandort entstehen, so genannte

freut», erklärt Silvana J.

wenn ich alle Kinder dort unterbringen könnte,

„dislozierte Klassen“. Aufgrund des Wohnortes

wo sie hinwollen. Aber noch vor ein paar Jahren

werden nun die Kinder aus Böheimkirchen, ob-

FEHLER IM SYSTEM

wohl am BORG St. Pölten angemeldet, nach Tull-

Eine verhängnisvolle Zusage, die niemals ge-

Platz war, in die Hauptschule gehen. Da ist die

nerbach geschickt.

macht werden hätte dürfen. Verantwortlich so-

Situation heute viel besser.»

«Es ist schade, dass der Start in eine neue

wohl für die Entscheidung für den neuen Schul-

Das ist jedoch ein schwacher Trost für die abge-

Schule für ein Kind mit so einem negativen

standort als auch für die Wohnorteregelung, die

wiesenen Kinder, die sich bereits auf das BORG

Beigeschmack erfolgt», erklärt Silvana J. Nach

darüber entscheidet, welche Kinder ans BORG

und das dortige umfangreiche musikalische

dem erfolgreich absolvierten musikalischen Eig-

kommen, ist der Landesschulrat für Niederös-

Angebot gefreut haben. Eine Musikklasse soll

nungstest hatte BORG-Direktor Hans Angerer im

terreich. AHS-Schulinspektor Rainer Ristl erklärt:

es auch in Tullnerbach geben (neben drei Infor-

mussten die Kinder, für die im Gymnasium kein

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URBAN matikklassen). Dies stellt die betroffenen Eltern

nerbach übernehmen wird, vom Landesschulrat

klärt Pelinka: «Die Eltern wollen höhere Bildung

jedoch nicht zufrieden: «Angebote wie Chor

über die Entscheidung informiert.

für ihre Kinder, sie wollen ihre Kinder zur Matura

und Orchester werden in Tullnerbach bestimmt

Auch St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler

und zur Universität führen.» Daher seien auch

nicht stattfinden können», vermutet Silvana J.

(SPÖ) verweist auf den Landesschulrat als erste

die Pläne in Richtung der neuen Mittelschule

Rainer Ristl beruhigt, aber muss die Befürch-

Instanz. «Für die betroffenen SchülerInnen und

so wichtig: «Diese Schülerströme, die wir mo-

tungen auch teilweise bestätigen: «Es wird die

das BORG St. Pölten hätte ich mir lieber eine

mentan in zwei verschiedene Schultypen regeln

Qualität sicher nicht schlechter werden. Natür-

Nutzung der derzeit leer stehenden Flächen in

müssen, sind unkalkulierbar.» Man könne viel

lich werden wir aufgrund der fehlenden Alters-

der ehemaligen NÖGKK-Zentrale gegenüber ge-

besser planen, wenn es die frühe Trennung in

bandbreite keine Musicalaufführungen wie am

wünscht», erklärt Stadler. Die Situation sei im

Schultypen nicht gäbe.

BORG machen können.» Eine Musicalauffüh-

BORG überraschend akut, die Verhandlungen

Die unangenehme Situation beurteilt er ähnlich

rung würde nicht von Erstklässlern getragen,

mit Bundesministerin Schmied im Laufen. Für

wie der Landesschulrat: «Die jetzige Lösung ist

es werde aber ein adaptiertes Musikprogramm

das BORG für LeistungssportlerInnen gibt es

sicher nicht ideal. Leider kann man nie garan-

geben.

nun endlich eine Zusage. Auch Landesschulins-

tieren, dass für jedes Kind Platz ist.» Aus seiner

pektor Ristl verweist auf die «Versäumnisse des

Sicht versuche der Landesschulrat, das Best-

Ministeriums, das nicht genügend finanzielle

mögliche herauszuholen. Der Landesschulrat

Mittel für Schulumbauten zur Verfügung stellt».

führt bereits Gespräche mit dem VOR, um den

ZU SPÄT? Auf Anfrage bestätigt auch Direktor Angerer vom BORG: «Schriftliche Mitteilungen über Zu-

Transport nach Tullnerbach für die Kinder si-

sage und Absage durften sämtliche Schulen laut

MEHR GELD

Weisung des Landesschulrates erst Anfang Mai

Dem widerspricht Nikolaus Pelinka, Pressespre-

unangenehm für die betroffenen Eltern, es hät-

ausschicken. Vorher wurden auch von unserer

cher von Unterrichtsministerin Claudia Schmied:

ten keine Zusagen gemacht werden dürfen!»

Schule keine definitiven Zusagen ausgesandt.»

«Wir arbeiten an einem Schulpaket, das eine

Silvana J. ist jedenfalls frustiert, zudem ist sie

Er sei sich des Problems bewusst, dass der

Milliarde Euro in Schulinfrastruktur investieren

über den Umgang und Stil der involvierten Stel-

späte Zeitpunkt der Entscheidung, «auf den ich

soll.» Derzeit werde mit den Bundesländern ver-

len verärgert: «Die Kinder sind sehr enttäuscht

keinen Einfluss habe», eine unangenehme Situa-

handelt, bis Herbst erwartet man eine Entschei-

worden, und es ist keinerlei Entschuldigung ge-

tion verursacht habe. Erst Ende April wurden er

dung, mit der Umsetzung werde Anfang 2009

kommen, weder vom Landesschulrat noch von

und Direktorin Ille (Gymnasium Purkersdorf), die

begonnen.

Direktor Angerer. Ich finde es sehr traurig, dass

auch die Leitung der dislozierten Klassen in Tull-

Der Trend gehe in Richtung der Gymnasien, er-

es so wenig um die Kinder geht.»

cherzustellen. «Natürlich ist die Situation sehr

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URBAN

Ein Gauklerleben

„Nach Würmling?“, wiederholt der Eingeborene mit beeindruckender Rapsfeldkulisse und Schloss Goldegg im Hintergrund meine Frage. „Da müssen Sie bis zur Kreuzung zurück und dann rechts abbiegen. Nach ca. 200m sind sie beim Thanheiser!“ Kurze Verblüffung, weil zu wem wir wollen, hab ich eigentlich gar nicht verraten. Aber Würmling und Thanheiser gehören offensichtlich zusammen. Von J. Reichl, Fotos: H. Rauschmayr Als wir am Gelände einfahren ist es, als würden

Der alte Knabe – und dieser Ausdruck ist nicht

schicksalhaften Historie und nahenden Katastro-

wir in eine andere Welt eintauchen: Ein über

abwertend gemeint, sondern als Verbeugung

phe zucken, der keiner wird entrinnen können.

1000 Jahre alter Ritterturm aus groben Steinen,

vor seinem junggebliebenen Wesen –

strahlt

„Die Arbeiteraufstände 1934 hab ich als kleiner

ein langgezogener Wohntrakt, alte Schupfen,

eine Gegenwärtigkeit aus, die einen Anfang oder

Bub mitbekommen, ich hab die Schüsse gehört“,

die ebensolchen Traktoren Herberge bieten, ein

ein Ende schwer ausmachen lässt. Thanheiser

erinnert er sich. Aber das Gewitter zieht da drau-

grober Holzzaun, durch den kurz ein paar Schafe

ist einfach.

ßen in Gersthof noch vorbei. Thanheiser besucht

neugierig hervorlugen, bevor sie sich wieder

die Privatschule der Schulbrüder der Jesuiten,

ihrem Lebensinhalt – Grasvernichtung – zuwen-

GERSTHOF

den. Obstbäume in weißer Blütenpracht, ein

Wir versuchen es trotzdem, diese Vita chrono-

es formuliert, in Erinnerung geblieben ist. „Der

großer Teich über dessen Zufluss eine Holzbrü-

logisch anzugehen und landen im Geburtsjahr

führte nämlich bei einem Fleischhauer vorbei,

cke führt, Enten, die vergnügt herumwatscheln

1925. Gersthof, Wien, 18. Bezirk. Wie man sich

wo wir uns immer eine Wurstsemmel mit zwei

und sich schnatternd offensichtlich den neues-

die Stadt seiner Kindheit vorstellen kann? „Ohne

Blättern Krakauer gekauft haben. Das war un-

ten Klatsch aus Entenhausen berichten, Männer

Autos!“, die spontane Antwort. „Wenn ein Steyr

vergleichlich! Und wisst ihr wie viel das gekostet

im blauen Schlossergewand bei der Arbeit. Ja,

500 vorbeigefahren ist, sind wir auf die Straße

hat? 10 Groschen!“

wobei ihm v.a. der „würzige Schulweg“, wie er

Aber auch die Schule selbst bietet Anreize und stillt seinen Appetitt nach Wissen. „Ich hab gern mitgearbeitet, weil wenn man sehr fleißig war, hat man Fleißzettel bekommen! Die gabs in gelb, rot, blau und hat man gesammelt. Das war natürlich ein geniales Marketing damals, weil es uns angespornt hat“, erinnert er sich. Ebenso spielt Musik schon früh eine Rolle und wird zu einer lebenslange Liebe. Im zarten Alter von sechs Jahren beginnt Thanheiser mit dem Geigenunterricht „Wahrscheinlich hab ich richtig gesungen und die Eltern glaubten deshalb, ich hätte Talent“, lächelt er und fügt dann schelmisch hinzu. „Ich bin jedenfalls froh, dass es Geige war und nicht Klavier – wie hätt ich das sonst zum Unterricht getragen?“ Nach der Volksschule wechselt Thanheiser aufs Gymnasium in der Schoppenhauerstraße. „Da wurde man plötzlich mit ‚Sie’ angesprochen, was mir sehr imponiert hat! Man war wer, und hat als

Da lauert noch irgendwas im Busch. Das spür ich!

10 jähriger eine Krawatte getragen!“, schildert er den Unterschied zur heutigen Schulwelt. Hatte er damals eigentlich schon ein Vorstellung, was er einmal werden möchte? Thanheiser lacht:

es ist herrlich kitschig, so „schlimm“, dass so-

gerannt und haben ihm nachgeschaut. Das war

„Ja, und zwar nicht etwa Feuerwehrmann oder

gar mir Stadtpflänzchen kurz der Gedanke vom

eine Sensation!“ Die Mutter betreibt einen klei-

Rennfahrer wie die anderen, sondern Hautarzt!“

Leben am Land gar nicht mehr so abwegig er-

nen Lebensmittelhandel „damit waren Schinken-

Hautarzt? Wie kommt man den darauf? „Nun,

scheint.

brote und Taschengeld gesichert!“, schmunzelt

bei uns im Haus lebte einer, und von dem sagten

Im Hintergrund, erhöht überm Teich, trohnt ein

er, der Vater ist Direktor des Hotels Astoria im

die Leute immer, dass er so reich ist. Na, da hab

Glaspavillon, wohin wir uns zum Gespräch zu-

1. Bezirk. „Ich hab den Papa öfter im Hotel be-

ich mir gedacht, dann werd ich das eben auch,

rückziehen. „Der ist aus dem Film ‚Jedermanns

sucht, um mit dem Aufzug auf- und abzufahren,

weil ich wollt ja auch reich werden!“ Nachdenk-

Fest’“, verrät Thanheiser, dabei ist unser Gastge-

quasi von der Horizontale in die Vertikale.“ Than-

licher Nachsatz: „Aber es geht im Leben dann

ber – wie das edle „Requisit“ – alles andere denn

heiser schon anno dazumal auf der Suche nach

halt immer ganz anders, als man glaubt.“

ein Jedermann. Im Gegenteil. Ein Individualist, ein

neuen Perspektiven? Ein Unkonventioneller?

Einziger, ein Original, auch – mit diesem beruhi-

Damals ist das Leben jedenfalls noch bürger-

genden und hoffnungsreichen Gefühl werde ich

lich, der Bub wächst wohlbehütet im Vorstadt-

appollo muss in den krieg ziehen

wieder von dannen ziehen – ein Vorbild und der

haus samt Riesengarten auf, wenngleich am

In extremis kommt ein Krieg „dazwischen“ und

Beleg dafür, dass Alter keine Kategorie darstellt.

historischen Firmamament schon die Blitze der

schmeißt alles um und durcheinander. Mit 16

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URBAN

Jahren wird Thanheiser zum Arbeitsdienst ein-

heißt – noch schöner als Apollo!’ Tja, und so war

Hintergrund war einfach, dass ich genug vom

gezogen, „da mussten wir graben und so Sa-

es dann auch.“

Herummarschieren hatte, genug davon, herum-

chen halt. Aber das ist nicht so interessant, nicht

Apollo landet nach dem Krieg zunächst einmal

kommandiert zu werden und zu tun, was an-

anders, als bei jeder anderen Biografie dieser

im Hotel Astoria, „weil mein Vater gemeint hat,

dere von mir verlangen. Ich wollte auf eigenen

Zeit“, hält er sich mit Details zurück. 1943 muss

dass es da was zum Essen gibt!“ Zwischendurch

Beinen stehen, meine eigenen Fehler machen.

er schließelich einrücken. „Ich bin in die Ukraine

vertreibt er sich die Zeit mit Musizieren. Als ihn

Das war meine Vorstellung von Freiheit.“

gekommen. Aber das ist eine Zeit, über die ich

eines Tages ein russischer Offizier hört, ist die-

eigentlich nicht viele Worte verlieren möchte.

ser so begeistert, dass er ihm spontan ein Ak-

Das war halt Militärdienst mit all seinen unan-

kordeon schenkt. „Da hab ich mir gedacht: Das

genehmen Nebeneffekten“, blockt er ab und

ist ein Fingerzeig, und ich hab begonnen, öffent-

Eine Freiheit, die sich in einem Phänomen ma-

wendet seinen Blick raus auf den Teich. „Aber

lich aufzutreten!“ Der Groschen ist, wie man so

nifestiert, das späterhin gerne Popstars wie Ma-

ich hab das eigentlich sehr gut weggesteckt.“

schön sagt, gefallen. Thanheiser goes public und

donna oder David Bowie zugeschrieben wird:

Auch mit einer seiner ganz persönlichen Ge-

entdeckt sich in gewisser Weise selbst. Spielte

Thanheiser erfindet sich immer wieder neu,

heimwaffen – dem Humor. „Ich hab meiner Fa-

bei diesem Emanzipationsakt auch die Kriegs-

um letztlich aber doch immer nur er selbst zu

milie immer gesagt ‚Machts euch keine Sorgen

erfahrung eine Rolle? „Mag schon sein, dass

bleiben. Aufgrund dieser Phänomenologie mag

um mich. Mir passiert nix! Eines Tages werd ich

ich mich während der Militärzeit zu diesem

der Leser auch Nachsicht üben, dass wir jetzt

schön wie der Apollo vor der Tür stehen – was

Freigeist entwickelt hab. Der psychologische

– Thanheisers dynamischen Leben folgend – die

DER TANNHEISER WIRD GEBOREN

lineare Beschreibung seiner Biografie verlassen. Da läuft zuviel parallel, ineinander und übereinander, als dass man wagte, chronologisch vorzugehen. Thanheiser ist kein Vorher und kein Nachher, Thanheiser ist einfach, und er ist die Summe all dessen, was er erlebt hat – jetzt! Das spürt man, wenn man ihm gegenüber sitzt, dem alten Jungen mit seinen spitzbübischen Augen, dem weißen Haar, den grandiosen Falten seines Charakterkopfes, dem schelmischen Lächeln auf den Lippen . Der erste öffentliche Auftritt als Musiker „war im Alserkeller“. Thanheiser gründet aber auch

Man sollte keinen Ballast mit sich durchs Leben schleppen. Engel können ja auch nur fliegen, weil sie so leicht sind! das erste Wiener Kindertheater, studiert Innenarchitektur und wird späterhin Häuser einrichten, verdingt sich als Bühnenbildner, ist Prokurist einer Import/Exportfirma oder tritt – eine weitere große, wichtige Konstante seines Lebens – als Schauspieler in Erscheinung. „Ich hab bei Karl Skoup Schauspielunterricht genommen. Bezahlt hab ich mit Kaffee und Zucker!“ In seiner ersten Rolle mimt er in der Revue „Orient Express“ einen Seemann, der Akkordeon spielt. Wirkungsstätte ist das legendäre, als Kommunistenbühne verunglimpfte Theater „Scala“. „Ein großartiges Haus für fast 2.000 Besucher. Leider hat es ein Stadtrat abreißen lassen. Irgendwie sind ja alle Theater, wo ich gespielt hab, abgerissen worden“, zuckt er unschuldig die Achseln, als hätte er etwas mit der großen Theaterkrise in den 50’ern zu tun gehabt. Die eigentliche Erklärung fällt banaler aus. „Die Leute haben einfach allmählich wieder Geld gehabt, und es lieber für Konsumartikel ausgegeben als fürs Theater.“ Das Wirtschaftswunder fordert seine ersten Opfer. Anfang der 50’er Jahre nimmt auch ein weiterer Wesenszug Thanheisers Gestalt an, der ihn bis heute auszeichnet: Gastfreundschaft! So wie

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URBAN heute Würmling mutiert damals sein Gersthofer Domizil zum Open House, wo sich die Wiener Szene ein Stell-Dich-Ein gibt. Kapazunder wie

VON DER KRAFt DER IMAGINATION

lensstärke dahinterstecken, das zu realisieren. Welcher Antrieb hält das perpetuum mobile Thanheiser ständig in Bewegung? „Vielleicht

Helmut Qualtinger, Walter Müller, Peter Weck,

Freiheit bedeutet, sich nicht zu binden und

eine prinzipielle Freude am Gestalten“, überlegt

Friedensreich Hundertwasser, Tommy Hörbiger,

das zu beenden, was nicht mehr passt – ver-

Thanheiser und fügt dann überzeugt hinzu „und

Friedrich Gulda usw. tummeln sich bei den Grill-

meintlich ohne Rücksicht auf Verluste, auch

Vorstellungskraft! Ich hab mir zum Beispiel eine

partys im Garten herum. „Das waren immer so

die eigene „sichere Zukunft“. Bekam er es nie

alte Ruine gekauft, und alle haben den Kopf ge-

um die 60/70 Leute. Auch Amis waren dabei,

mit der Angst zu tun, plötzlich mit gar nichts da

schüttelt. Da war kein Dach, keine Fenster etc.

das hatte diesen ganz eigenen Ami-Touch, der

zu stehen. Thanheiser lächelt fast väterlich und

Aber ich kann mir vorstellen, dass etwas schön

damals en vogue war. Viele sind mit der Vespa

erklärt seine Grundphilosophie. „Ich bin immer

wird, und dann wird es auch so. Das war bei al-

gekommen, es wurde musiziert, getanzt, und

wunschlos gewesen, und das hilft mir, Zufälle

len Projekten meines Lebens so. Wenn ich ein

wir hatten immer schöne Mädchen von der Mo-

zu erkennen. Und das wiederum setzt die Fä-

Kindertheater gründe, dann imaginiere ich das

deschule Hetzendorf zu Besuch - das war wohl

higkeit voraus, mit etwas unsentimental Schluss

vorher sehr genau, und dann wird es auch Reali-

auch der wahre Anreiz für viele“, zwinkert er.

machen zu können – tja, und dann wird man

tät. Ich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht,

Über Nacht sei aber keiner geblieben „weil was

z.B. Prokurist einer Import/Exportfirma und ver-

dass wenn ich mir etwas wünsche, es mir ganz

hätt mir dann die schönste Frau genützt, wenn

kauft bunte Knöpfe nach Afrika!“ Selbstredend,

fest vorstelle – dann tritt es auch ein. Seine Vor-

noch 60 Leute herumstehen?!“

dass das kein beliebiges Beispiel, sondern Tat-

stellungskraft kann man trainieren. Man muss

Gulda.“ Thanheiser stellt ein Klavier ins Lokal

sache ist. „Es ist immer etwas dahergekommen.

fokussieren können. Das ist wie mit einer Ta-

und spannt die zwei zusammen. Eine Sensation!

Ich hab etwa im Kaffeehaus einen Freund ge-

schenlampe, wo man vorne dreht, bis der Licht-

„Die zwei haben in Folge allabendlich für ein

troffen, der mich gefragt hat ‚Du, warum expor-

kegel scharf und konzentriert wird! Wenn einem

paar Bier musiziert!“ Dann verzieht er säuerlich

tieren wir eigentlich nicht Frankfurter Würstel

das gelingt, dann wird die Vorstellungskraft zum

das Gesicht. „Ich hab das leider mitzuschneiden

nach London, das gibt es dort nicht.’ Ich hab ei-

Realisator!“

vergessen – das ist eines der größten Versäum-

nen großen Fleischhacker gekannt, dem hab ich

nisse meine Lebens!“

von der Idee erzählt und ihn um Muster gebe-

Klingt da etwa ein Schuss Wehmut durch? Da

ten, die wir hinschicken könnten. Der hat uns 20

Leicht wie ein Engel

hellt sich Tahnheisers Miene wieder schnell auf

kg Franktfurter gegeben. 10 kg sind bei unseren

Thanheiser hat derart immens viel realisiert, das

und er schüttelt bestimmt den Kopf. „Nein, ich

Feiern draufgegangen, die restlichen 10 haben

man nur staunen kann. Weil er aber auch immer

empfinde keine Wehmut. Bei nichts! Wehmut

wir hingeschickt – und das ist tatsächlich ein

wieder den Mut aufbrachte, Neues auszupro-

ist brotlose Kunst. Meine Einstellung war eher

gutes Geschäft geworden. Ich hab 2 Schilling

bieren und offensichtlich keine Angst vorm Ver-

immer: So, das war es, was kommt als nächstes

pro Würstel verdient, das war ein blitzschnelles

sagen kannte.

Interessantes daher?“ So verhält es sich auch

Geschäft!“

„Es gehört sicher eine gewisse Nonchalance

im Fall seiner Jazzklubära. „Irgendwann hab ich

Das mit den Zufällen erkennen, da bin ich noch

dazu, so durchs Leben zu stolpern, wie ich das

gemerkt, dass mich dieses Leben zu sehr ver-

nicht überzeugt. Musiker, Schauspieler, Ge-

gemacht habe. Es ist auch ein dauerndes auf die

schleißt. Da hab ich es reuelos von einem Tag

schäftsmann, Wirt, Ritterburgbesitzer, Bühnen-

Schnauzefallen, dann aber wieder aufstehen,

auf den anderen beendet. Das war nicht mehr

bildner, das wird man ja nicht nur einfach so,

sich den Dreck abputzen und einfach weiter-

meine Gegenwart!“

da muss doch auch eine gehörige Portion Wil-

gehen. Ich empfinde das nicht als so schlimm.

Thanheiser macht aber auch bald die Innenstadt „unsicher“. Er gehört nicht nur zur Szene, er entwickelt sie selbst mit! Seine illustren Gesellschaften haben sich herumgesprochen, so dass die Besitzer der Domino-Bar, „ein sehr edles Lokal, wo aber keine Leut drin waren“ an ihn mit dem Auftrag herantreten, der Flaute eine Ende zu bereiten. „Silvester ’52 hab ich dorthin eingeladen, das Haus war bummvoll. In Folge ist es sehr gut gelaufen, ich hab ein Klavier reingestellt, es wurde musiziert.“ Als die Besitzer ob des Besucherandrangs beginnen, die Preise unverschämt in die Höhe zu treiben, zieht sich Thanheiser zurück. „Die wollten die Leut so richtig melken. Das hat mir nicht getaugt und so hab ich den Vertrag aufgelöst.“ Das ist aber nicht das Ende seiner „Wirtekarriere“. Ein neues Angebot flattert ins Haus. Diesmal wird er Chef des Jazzlokal „Studio 1“, heute bekannter unter dem Namen „Porgy & Bess“. „Eines Tages hieß es, da sei ein neuer Typ in Wien, von dem geflüstert wird, er sei ein toller Klavierspieler – das war der Joe Zawinul! Und dann war da ja noch mein Freund Friedrich

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URBAN

Das ist meine Art zu leben! Wenn etwa morgen

sentlich! Man muss sich entrümpeln können,

Klavier spielen kann. Ich hab gefragt, was das

das Haus hier abbrennt – gut, dann such ich mir

das heißt, man soll im weitesten Sinne keinen

denn für ein Filmprojekt sei – es war die Alpen-

eben ein anderes altes Bauernhaus und reno-

Ballast mit sich durchs Leben schleppen. Engel

saga.“

vier es. Oder ich stell mir einen Eisenbahnwag-

können ja auch nur fliegen, weil sie so leicht

Der Rest ist Geschichte. Die Alpensaga wird

gon hin, was auch immer. Ich hab auch nie so-

sind. Ich hab alle schlimmen Erlebnisse aufge-

eine der erfolgreichsten Nachkriegsprodukti-

viel gegrübelt übers Leben, sondern wichtig ist

arbeitet und dann quasi weggepackt, abgestellt

onen des ORF, Thanheiser trägt seines dazu bei,

die Lust am Leben selbst, die Freude am Neuen,

und zugesperrt. Sich dem sein Leben lang aus-

wobei er nicht lange zur Teilnahme am Projekt

und wenn etwas passiert, dann zu fragen, was

zusetzen, kostet nur unnötig Substanz!“

überredet werden musste. „Die sind dann mit

ist das Positive an dem Neuen, was kann ich

einer Kamera und vor allem einer bildhübschen

Dieser Wesenszug des Sichnichtbindens an ir-

MIDLIFE-CRISIS? DIE THANHEISER SAGA

gendetwas, des Sichhingebens in den Fluss der

Eine große persönliche „Entrümpelungsaktion“

schmunzelt er spitzbübisch. Der Spätberufene,

Welt erinnert sehr an buddhistische Philosophie.

vollführt Thanheiser in seiner Lebensmitte. Mit

„weil ich quasi angefangen hab, wo andere

Ist er Buddhist? „Nein, es ist eher Fatalismus,

53 zieht er sich in ein Haus im Voralpengebiet,

schon wieder aufhören“ dreht in Folge 8-10

der weiterhilft, so kann man nicht enttäuscht

„das zwei alten Baronessen gehörte“ zurück,

Filme pro Jahr, über 140 sind es bis dato gewor-

werden“, räumt er ein. Ist das so im Sinne „Es

um sich „neu zu settln. Ich wollte Einkehr hal-

den! Aktuell ist er in Götz Spielmanns Streifen

is eh ollas wurscht“ zu verstehen? „Naja, das ist

ten, Ruhe vor diesem Leben und vor mir selbst

„Revanche“ im Kino zu bewundern.

lernen?“

Schauspielerin zu Probeaufnahmen gekommen – da hab ich mir gedacht, das ist was für mich!“,

Meine Einstellung war eher immer: So, das war es, Was kommt als nächstes Interessantes daher.

nicht so elegant formuliert – es geht eher um

finden, ein Buch schreiben.“ Thanheiser sucht

Auch als Theaterschauspieler steht Thanhei-

die Wurscht! Aber dieser Fatalismus hilft, wenn

nach einigen prinzipiellen Antworten. „Das ist

ser wieder auf der Bühne und sorgt etwa am

man mit dem Leben so wie ich ein riskantes Ar-

vielleicht jetzt schon zutiefst buddhistisch, aber

Schauspielhaus Bonn für Furore, als er gleich

rangement getroffen hat. Es gibt so viele Dinge,

ich hab Bilanz gezogen über mein sehr lebhaftes

16 Rollen allein spielt und auch die Musik zum

wo man Verlust erfahren kann. Auch in Gefühls-

Leben. Ich hab ja so viel gemacht, aber ich hab

Stück komponiert. Und wie ist ihm das „neue“

sachen. Aber psychologisch betrachtet war das

mich gefragt: ‚Was kannst du eigentlich wirklich

Leben bekommen, wie hat er den Rummel um

immer meine Strategie.“ Eine Strategie, die bis

außergewöhnlich? Wo ist deine spezielle Befähi-

seine Person empfunden? „Das Schauspieler-

zu einem gewissen Grade auch als Verdrängung

gung?’ Diese Frage hab ich losgeschickt, in der

dasein ist lustig. Man fliegt viel herum – Ham-

bezeichnet werden könnte, weil man sich ja

Hoffnung, dass ich eine Antwort finde.“

burg, Köln, Berlin – das hat so ein bisserl einen

quasi vom Belastenden auch frei machen muss,

Die Antwort – wie sollte es anders sein – lässt

kosmopolitischen Touch. Man wohnt in schönen

um frei zu sein? „Verdrängen – ja, das gehört

nicht lange auf sich warten und kommt wie

Hotels, bekommt dicke Aufträge, und im Super-

zum System. Aber es ist eher ein Entrümpeln.

immer scheinbar aus heiterem Himmel. „Zwei

markt geht man ein bisserl aufrechter. Das hat

Es gibt Leute, die schleppen all die belastenden

Tage später ist der Nachbarsbursch vor der Tür

schon was“, lächelt er. Dass er als „Spätberu-

Dinge ihres Lebens wie die Schmutzwäsche in

gestanden und hat gemeint ‚Herr Thanheiser

fener“ nicht mehr zum Megastar avanciert, stört

einem Rucksack mit sich herum, und kramen

der Film hat für Sie angerufen’, die hatten näm-

ihn kein bisschen – und das ist nicht Koketterie,

sie dann überall hervor. Ich erinnere mich an ein

lich im Unterschied zu mir ein Telefon. Ich bin

sondern Gelassenheit. „Dieses Joch ist an mir

Klassentreffen. Bei der erstbesten Gelegenheit

also mit und hab zurückgerufen. Das war eine

vorüber gegangen. Wer weiß, wie mich das ver-

haben die ehemaligen Kollegen ihre Kriegsge-

Filmproduktionsfirma, und man hat mir gesagt,

ändert hätte? So hab ich das richtige Maß an

schichten erzählt. Ich find das aber ganz unwe-

sie suchen so einen Nachkriegstypen, der auch

Bescheidenheit behalten, denn ich kenn viele

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URBAN sogenannte Stars, deren Verhalten nicht wirklich

hat Thanheiser das Teil dem Museum vermacht.

nachahmenswert ist.“ Nachsatz: „Ist das überheb-

Ein solches sucht er auch für sein offensichtlich

lich, wenn ich das sage?“ Nein, nur ehrlich, ebenso

liebstes Sammelobjekt (kein Wunder, er spielt es

wie die Feststellung „dass das ein sehr vergäng-

ja auch auf unvergleichliche Weise): Im gesamten

licher Ruhm ist!“

Gebäude wimmelt es von Akkordeons – große,

Dabei bleiben die ruhmvollen Anerkennungen gar

kleine, edle, skurrile: „Das Akkordeon ist eine ös-

nicht aus. Die größte „worauf ich sehr stolz bin“ ist

terreichische Erfindung“, klärt er uns auf. „Ich hab

die Auszeichnung mit dem Federico Fellini Preis.

ca. 200 Instrumente, dazu noch ca. 250 Exponate

„Wenn dich der Fellini für den Preis erwählt, dann

rund ums Thema. Das ist etwas Einzigartiges!“ Da

bekommst du schon eine Gänsehaut“, gesteht er,

kann man ihm nur beipflichten. Seit geraumer Zeit

fügt dann aber hinzu: „Aber es hat mich nicht ver-

ist er auf der Suche nach geeigneten Räumlich-

ändert. Es ist nicht so, dass ich danach mit einem

keiten, auch der Stadt St. Pölten hat er die Samm-

Leiberl ‚Fellini-Preisträger’ herumgelaufen bin. Wo-

lung schon angeboten. Bislang konnte aber noch

bei“, unterbricht Thanheiser kurz, um mit einem

keine geeignete Heimstatt gefunden werden. Das

breiten Grinsen fortzufahren „vielleicht sollt ich

Akkordeonmuseum ist Thanheiser jedenfalls ein

das noch machen?! Oder ich könnt mir ja ein Fel-

Herzensanliegen. „Das würd ich noch gern ab-

lini-Preisträger-Stirnbad machen, oder es – wenn’s

schließen“, meint er nachdenklich, und man ist

einmal so weit ist – aufs Rollwagerl schreiben,

über eine solche Aussage aus seinem Mund fast

oder auf die Räder vom Rollstuhl. Das wär eine

ein wenig überrascht, weil zum ersten Mal ein

Idee!“, fantasiert er sich in sein Thanheiser-Felli-

Hauch von Bilanzziehen, Lebensabend, Endlichkeit

nipreis-Werbekonzept hinein. Wär jedenfalls eine

durchschimmert. Wenn er sein Leben so bislang

überlegenswerte Alternative zu den Neon-Krocha-

betrachtet, was empfindet er dann? „Trotz aller

Stirnbändern.

Buntheit meines Lebens ist da eine große Lebens-

Mit Swing durchs (Sammler)Leben

zufriedenheit geblieben. Die Unpässlichkeiten sind letztlich an mir abgeprallt. Ich war immer unerschütterlich, hab mir immer gedacht, was soll mir

Aber das beste Marketing ist noch immer Authen-

schon passieren?“

tizität und Originalität. Thanheiser beherrscht das

Thanheiser hat sein Ding durchgezogen, ohne

nicht, sondern er ist es. Ein wunderbarer Beleg da-

Zweifel. Und wie fährt man mit seiner Lebensphi-

für ist sein legendäres Bandprojekt „Café Schmalz“.

losophie in Liebesdingen, das wollen wir natürlich

„Das hat sich sozusagen selbst gegründet. Wir sind

auch noch wissen. „Gefühle entwickeln sich immer

hier in Würmling mit Freunden zusammen geses-

irgendwohin, manifestieren sich in dir oder gleiten

sen, haben musiziert, da hat ein befreundeter Re-

aus einem wieder heraus. Ich war etwa – wie es

gisseur gemeint: ‚Des is wirklich a Café Schmalz,

sich gehört – zweimal verheiratet!“, lacht er, und

was ihr da spielts. Fürchterlich, aber reizvoll!’ Naja,

fügt dann hinzu. „Und, weil das Beste immer am

und da hatten wir einen Namen und eine Band“,

Schluss kommt, habe ich jetzt eine wunderbare

erinnert er sich und fügt dann augenzwinkernd

Seelengefährtin, und zwei prächtige Söhne – das

hinzu. „Das war vor mittlerweile ca. 100 Jahren. Na

sind sie wirklich!“

gut, nicht soviel... aber 43 Jahre sinds schon. Das

So klingt ein zufriedener Mensch, der das – was

ist die älteste Swingband Niederösterreichs bitte-

ihn am stärksten seit jeher ausgezeichnet hat

sehr!“ Und Thanheiser damit wahrscheinlich einer

– nach wie vor nicht verloren hat: Seine unbändige

der ältesten Bandleader Österreichs – da braucht

Neugierde und Lebensfreude, und so sind die Bi-

man gar nicht so ein Theater um den Buena Vista

lanzgedanken so schnell verraucht wie sie aufge-

Social Club zu machen!

lodert sind. „Ich glaube, es kommt noch irgendet-

Auch eine andere Leidenschaft Thanheisers wird

was. Da lauert noch etwas im Busch. Das spür ich,

in Würmling an allen Ecken und Enden manifest:

weil ich mein, das kann es ja nicht gewesen sein

das Sammeln. Am Eingang zum Turm etwa prangt

dieses Gauklerleben, oder?“, lacht er.

eine Tafel „Seniorenheim St. Johannis Stift“ „da

Nun, was jedenfalls kommt, ist ein Portrait von ihm

hab ich nicht weit hin sozusagen“, flunkert er. Und

im MFG, wobei mich Thanheiser beim Abschied-

auch sonst stößt man überall auf alte Schilder,

nehmen ganz schön unter Druck setzt. „Also, wenn

etwa eines mit der irreführenden Adresse Viktor

es gut wird, dann bekommst du einen Fleißzettel!

Adler Straße, oder eines, das vom bunten Schrift-

Aber wenn es schlecht wird, dann hau ich es dir

zug „Eisdiele“ geziert wird.

um die Ohren“, und dabei schaut ihm der Schalk

Dem aber nicht genug finden sich am ganzen

aus den Augen, als wär er nicht 83 sondern 10! Ja

Gelände weitere beeindruckende Kuriositäten.

definitiv: Da kommt noch was... ganz bestimmt!

In mehreren mit Schindeln gedeckten Almhütten (!) pennten dereinst etwa Künstler nach Happenings, und sogar ein alter Straßenbahnwaggon ist anno dazumal in Würmling gestanden und beherbergte verschiedene Ausstellungen. Mittlerweile

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Wie dürftig sich jugendkulturelle Rebellion gegen Erwachsenenwelt und Establishment im letzten Jahrzehnt entwickelt hat, zeigt der plötzliche Medien-Rummel um die so genannten „Krocha”, einem mehr als fragwürdigen Sammelsurium von, Truthähnen oder balzenden Auerhähnen ähnlich, aufgetakelten Kids der unteren Bildungsstufe, die selbst von kritischen Journalisten bereits als „Jugendbewegung” bezeichnet werden. Die durch neue Medien wie Mobil-Telefonie, Internet, Chat-Rooms, Myspace, Videospiele etc. gleich gepolte und dadurch sinnentleerte Jugend des aktuellen Jahrzehnts scheint Rebellion mit Konsum zu verwechseln, ist – völlig eingelullt von den elektronischen Ab-

K

Filmtipp: „Revanche“ von Götz Spielmann, aktuell im Kino mit Hannes Thanheiser Homepage: www.hannes.thanheiser.at.tf

Vokuhila Die Chili-Schote

lenkungen – an Kritik, Diskussion und Veränderung offensichtlich nur mehr wenig bis gar nicht interessiert und gibt somit der Entstehung neuer Subkulturen fast keinen Raum. Ob Rocker, Beatnik, Mod, Hippie, Öko, Punk, Popper, oder auch Protagonisten verschiedener Musikstile wie New Wave, Gothic, Techno und Hip Hop, allen gemeinsam waren innere Werte, höhere Ziele und ein Gegenpol zum Mainstream. Wenn jetzt plötzlich solarium-verbrannte Jugendliche, in einer grotesken Primitiv-Sprache stammelnd, mit kitschigen Baseball-Kappen über lächerlich geschmacklosen Frisuren und gefälschte Designer Shirts tragend in die Disko gehen, dann soll das eine Jugendbewegung sein? Wo sind die 98% anderen Kids, die sich mit Scheren ausstatten, die furchtbaren „Prolo-Frisuren” stutzen und dem Spuk ein Ende machen?

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URBAN

DIE FARM DER TIERE Doch immer wieder gibt es Menschen, die aus

dem Akkord-Lege-Wahnsinn oder Esel aus de-

medial und demonstrativ für Tierrechte ein.

unserem System der Unterdrückung, Ausnut-

mütigenden Zirkusvorführungen gerettet. Unter

Spektakuläres gelang ihnen heuer gemeinsam

zung und Ausschlachtung von Tieren ausbre-

dem Schutzmantel des Vereins ANIMAL SPIRIT

mit anderen Initiativen, als sie mittels einer An-

chen und sich stattdessen auf Seiten eben

bekommen „Nutz“- und Labor- ebenso wie aus

zeige erreichten, dass Fleisch aus „Tierquäler-

dieser stellen. Einer davon ist der Tierarzt Dr.

unsäglichen Privatbehausungen gerettete Haus-

haltung“ aus den Regalen einer Supermarktkette

Franz-Joseph Plank, der vor mehr als acht Jah-

tiere die Chance auf sozusagen ein Leben nach

verschwand. So jubelte man auf der News-Sek-

ren am Hendlberg (heißt wirklich so!) in der nie-

dem Tod: Mit Platz, Luft, Sonne und liebevoller

tion von www.animal-spirit.at Anfang des Mo-

derösterreichischen Laaben eine Arche Noah

Betreuung durch Menschen, die KEINE Monster

nats: „09.05.2008 - Riesenerfolg für Tierschutz:

für sie eingerichtet hat. Aus Platzmangel und

sind – für die meisten der Vierbeiner und Geflü-

Die Dauer-Aktionen der Tierschützer (ANIMAL

trotz finanzieller Engpässe wurde in Folge so-

gelten eine völlig neue Erfahrung.

SPIRIT, RespekTiere und Tier-WeGe) zeigten un-

gar ein zweiter Gnadenhof – am Esternberg in

erwartet schnellen Erfolg: REWE (Billa, Merkur

OÖ – gegründet. So werden bis heute laufend

ANWALT DER TIERE

– gemeinsam mit gleichgesinnten Helfern und

Neben Rettungsaktionen, artgerechter Unter-

dung bekannt gegeben, dass sie das Fleisch der

Orgas – Kühe vor dem Schlachter, Pferde aus

bringung und Versorgung unserer tierischen Ge-

Entenfellner-Betriebe ab sofort nicht mehr in ih-

verdreckten Zündholzschachteln, Hühner aus

nossen setzen sich Plank und Team außerdem

ren Regalen verkaufen wird.“

und Penny) hat soeben per APA-OTS-Aussen-

Foto: Animal Spirit

Jeden Tag in der Fabrik stehen, produktiv sein, Schmerzen haben. Keine Chance auf Freizeit, Familiengründung, Liebe oder darauf, seine Instinkte auszuleben. Bis zu dem Tag, wo man, körperlich am Ende, schwerstens psychisch gestört und absolut lethargisch seinem Henker vorgeführt wird... Klingt Sch***? Ist es auch. Und dabei Alltag für unzählige Tiere – auf der ganzen Welt und natürlich auch in unserem Land. Von Althea Müller

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URBAN Mehr als 360 Tiere sind derzeit auf den beiden Gnadenhöfen beheimatet. Die Kosten für Versorgung, Instandhaltung in den Ställen und auf den Weiden sowie Transport-, Therapie-/ Tierarzt- und alle weiteren Kosten müssen aus Spendengeldern gedeckt werden. Auch Futterspenden werden natürlich gerne angenommen. Prinzipiell übrigens kann jeder – bitte nach kurzer Voranmeldung! – vorbeischauen, um sich ein Bild zu machen wie hier gearbeitet wird. Ich selbst sitze somit von der Sonne beschienen auf der weitläufigen Hasenkoppel und komme mir vor wie Alice im Wunderland inmitten verzauberter Kaninchen. Die Katze schaut auch vorbei und zwei Hühner bewegen sich ebenfalls in meinem Radius – völlig stressfrei. Kaum zu glauben, dass all diese Tiere vor mehr oder

Gnadenhof-Gründer Dr. Plank mit meckerndem Arche Noah-Nachwuchs.

weniger langer Zeit noch verängstigt, gequält und zerschunden ihr Leben fristen mussten.

AUSFLUG ZUR ArCHE Was wäre wenn – unsere Kinder mit einem anderen Gefühl dem Tier gegenüber erzogen werden würden? Wenn möglichst viele Kids Tiere nicht mehr als Mittel zum Zweck (am Grill, im bescheuerten Streichelzoo oder im PonyreitenRund), sondern als achtbare und liebenswerte Freunde ansehen würden? Vielleicht würden sie es besser machen als – unsere Großeltern, unsere Eltern, wir. Warum also die nächste SchulExkursion nicht in die Laaben auf den Hendlberg machen? Das obligate Wandern natürlich inklusive, schließlich liegt die Arche Noah weit, weit oben. Anmeldung und Info unter 02774-29330. Und apropos Nachwuchs: Besondere Freude herrscht am Hof immer dann, wenn sich gerettete Tiere soweit erholen, dass sie sich sogar fortpflanzen – freiwillig, versteht sich. Zurzeit gibt es somit unter anderem zwei Ziegenbabies und ein Lamm zu bewundern, glückliche Tiere, die niemals das erleben werden, was ihre Eltern

ANIMAL SPIRIT - Zentrum für Tiere in Not. Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben. Telefon 02774-29 330 E-Mail office@animal-spirit.at www.animal-spirit.at

Spendenkonto: PSK 75.694.953

einmal durchgemacht haben …

MY OWN PRIVATE PATENTIER Eine gute Idee für alle, die helfen wollen und/ oder ein besonderes Geschenk für tierliebende Freunde suchen, sind Tier-Patenschaften: Der monatliche Fixbetrag wird für die laufenden Kosten des Tieres aufgewendet und wäre z. B. bei einem Schaf 30 Euro, einem Huhn 5 Euro, einem Pony 50 Euro oder einer Ziege 20 Euro. Ich persönlich habe mich bereits entschieden: Seit Jahren wünsche ich mir einen braunen Ha-

Foto: Animal Spirit

sen, den ich Heinz (wie die Band aus Wien) nennen möchte. Leider fehlt mir bis heute der Platz für so einen großen Löffelmann. Jetzt habe ich einen – er wohnt am Hendlberg, und mit 8 Euro pro Monat berappe ich nicht nur seine Karotten, sondern v. a. seine artgerechte Haltung.

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1 Rodelfahrt 5 Rodelfahrten 10 Rodelfahrten

Showtime! Showtime!

Beschaulich und „abgefahren“ präsentieren sich die Voralpen. Während man am Annaberg bei einer ausge-

Beschaulich und „abgefahren“ präsentieren sich die Voralpen. Während man am Annaberg bei einer ausgedehnten Wanderung, beim Reiten durch die Bergwelt oder beim Klettern die Seele baumeln lassen kann, bestechen Gemeindealpe und Eibl nicht nur mit herrlichsten Natureindrücken, sondern auch jeder Menge Action.

kombikArte eibl/GemeindeAlPe 1 x Lift Berg-/ Rollertallfahrt in Mitterbach und 5 Rodelfahrten in Türnitz

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04.06.2008 13:20:08


24

URBAN Neben den Arbeiten gibt es an zwei Tagen Persönlichkeitstraining, wo die Teilnehmer nicht nur den Umgang mit anderen lernen, um teamfähig zu sein, sondern sich auch mit der eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen. Auch Softskills kommen nicht zu kurz. „Das Ziel nach sechs Monaten ist schlichtweg, dass der Jugendlichen sein zuvor persönlich definiertes Ziel erreicht“, erläutert Pernthaner das Grundkonzept. Insgesamt setzt sich WorkOut aus drei aufbauenden Modulen zusammen, im Zuge derer man sukzessive mit mehr Verantwortung betraut wird und zuletzt ein komplettes Team von sechs Leuten leitet. Dazwischen liegt ein Praktikum, etwa bei einem Friseur, in der Gastronomie etc. Danach ist man im Idealfall bereit für die Welt da draußen, kann am Arbeitsmarkt reüssieren. Doch nicht nur Arbeit und Persönlichkeitstrainings stehen bei WorkOut am Programm. Einmal pro Woche fährt die Gruppe nach Markersdorf zum Heilpädagogischen Voltigieren, außerdem gibts gemeinsame Projekttage, die vom selbst eingenommenen Geld bezahlt werden. Und wie beurteilen die Jugendlichen selbst das Programm? „Bei WorkOut kann ich meine Per-

WE CAN WORK IT OUT

sönlichkeit bilden. Man lernt seine Stärken und Schwächen kennen. Außerdem lernt man, im

Seit 2006 gibt es am Areal der Emmaus Gemeinschaft in Viehofen ein Arbeitstraining für Jugendliche. WorkOut soll beim Einstieg ins Arbeitsleben helfen und die Persönlichkeit der Kids schulen. Von Michael Reibnagl

Team zu arbeiten“, zeigt sich Marianne durch-

WorkOut ist eine Maßnahme des AMS mit Un-

Malerei- oder Gartenarbeiten helfen sie tatkräf-

wieder zu Meinunsverschiedenheiten und Kon-

terstützung des Landes, um langzeitarbeitslo-

tig mit. Dabei übernehmen die Jugendlichen

flikten untereinander. Aber mit der Zeit entste-

sen Jugendlichen zu helfen, in der Arbeitswelt

einen großen Teil der Planung und Organisation

hen echte Freundschaften!“, so Marianne. Letzt-

Fuß zu fassen. „Bei uns sind Jugendliche zwi-

des Jobs selbst. „Dadurch lernen sie, im Team

lich sei WorkOut, das begreifen einige durchaus,

schen 15 und 21 Jahren, in Ausnahmefällen

zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.

eine Chance für die Zukunft, „vor allem ein

auch älter, in deren Leben Arbeit bisher keine

Kommt es zu Konflikten wird bei uns einfach

sanfter Einstieg in die Arbeitswelt.“

Rolle spielte“, erläutert Franziska Pernthaner,

die Arbeit unterbrochen, um den Konflikt zu

Nach ihrer Zeit bei WorkOut heißt es im übrigen

die Leiterin der Einrichtung. Drei Tage pro Wo-

lösen“, so Pernthaner. Außerdem müssen sich

nicht „Aus den Augen, aus den Sinn“, wie Pern-

che sind die WorkOutler am Arbeiten, beispiels-

die Jugendlichen auch selbst um die Aufträge

thaner verrät: „Viele Jugendliche bitten uns dann

weise in der hauseigenen Tischlerei in Viehofen,

kümmern und welche „aufstellen“. Frelich freut

nach wie vor zu unterschiedlichsten Themen

ebenso aber auch z. B. im gesamten Stadtge-

man sich aber über Aufträge, die man unter der

um Rat“! Der wird bei Emmaus gern gewährt,

biet, um das MFG unters Volk zu bringen. Auch

Nummer 0676/880 44715 bei Franziska Pern-

ebenso wie ein Stück Heimat und Wegbeglei-

auf Baustellen, im Baumarkt oder bei diversen

thaner deponieren kann.

tung in einer schwierigen Lebensphase!

aus überzeugt, wenngleich der Anfang eine Umstellung im Leben darstelle und nicht immer leicht falle. „Es kommt am Beginn auch immer

MFG0608

2425 Emmaus_Feuer.indd 2

04.06.2008 12:12:57


25

URBAN

Kraft aus der Mitte In der Nähe des St. Pöltner Herrenplatzes hat das FEUERSALAMANDER-Institut mit dem LebensRAUM einen seiner Standorte. Im Inneren eines St. Pöltner Hofes finde ich, von den Blicken der Passanten geschützt, den zierlichen Eingang. Ich trete ein, ziehe mir wie alle anderen die Schuhe aus und mache es mir auf der Couch in diesem einlandenden und warmen Raum gemütlich. Von Verena Hohengasser Michael Josef Egarter, der Initiator des FEUERSALAMANDER-Instituts, ist Physiotherapeut und nahm selbst schon an unzähligen Selbsterfahrungsseminaren teil. Einen wichtigen Partner hat er in seinem langjährigen Freund Wolfgang Hofbauer gefunden. Dieser kümmert sich um die Koordination des LebensRAUMs (als Seminar- und Vortragsraum), ist Biodanzalehrer und bietet selbst Seminare an. Mag. Barbara Heigl übernimmt die Organisation des Instituts und macht das Trio somit perfekt. Sie entführen mich auf eine Reise zu den Wurzeln des Feuersalamanders, der symbolisch für ihre Arbeit steht. Gemeinsam werden verschiedenste Seminare und Gruppenangebote veranstaltet, zum Teil in der freien Natur.

DIE KRAFT, DIE IN DIE TIEFE FÜHRT Der Feuersalamander wurde schon bei den Kel-

Einzugsgebiet deckt inzwischen den gesamten

dies zu verhindern bieten Egarter, Hofbauer und

ten und Germanen als Begleiter der Seele in die

deutschsprachigen Raum ab!“

Heigl einen Raum für Heilung. Durch professi-

Unterwelt, in das „Innen“ betrachtet. Er steht

RAUM FÜR HEILUNG

für die „Einweihung in die Geheimnisse des UnDie

Feuersalamander-Instituts

Selbstverständlichkeit vermitteln. Im Zuge der

das Institut und die Arbeit, die dort passiert,

baut darauf, dass im Menschen alles ist, was

Seminare werden oft große Fortschritte in kurzer

sehr passend. „Der Feuersalamander ist zu mir

er braucht, um gesund und zufrieden zu sein.

Zeit erzielt. Die Teilnehmer fühlen sich danach

gekommen. Das kann man wirklich so sagen!“,

Wichtig sei es nun, einen Rahmen zu gestalten,

gestärkt, um nicht zu sagen „sauwohl“ in ihrer

meint Egarter sodenn, der dem Tier erstmals als

in dem die Seele genug Platz findet, um diese

Haut. „Wichtig ist, dass die Menschen wieder

Einsiedler am Ötscher begegnete. In seiner Se-

selbstregulierende Kraft zu entfalten. „Wir bie-

lernen zu vertrauen. Dadurch werden sie bezie-

minararbeit räumt Egarter auch dem Mann-Sein

ten einen methodischen Rahmen, damit alles,

hungsfähiger und lebensfroher“, ist Hofbauer

einen bedeutenden Platz ein. „Die Frage nach

was an Heilpotential in uns steckt, optimal ge-

überzeugt. Bereichert mit vielen neuen Ideen und

dem Mann-Sein veranlasste mich ehemals dazu,

nutzt werden kann“, so Egarter, und weiter: „In

Ansichtsweisen trinke ich meinen Saft aus und

mich auf einen intensiven persönlichen Entwick-

unserer Kultur ist leider häufig die Gabe verloren

verabschiede mich. Langsam gehe ich durch den

lungsweg zu begeben, von dessen Ergebnissen

gegangen, dass man sich mit seinem Innenleben

Regen zu meinem Auto und werde nass. Es stört

heute männliche und weibliche Teilnehmer pro-

befasst“. Im schlimmsten Fall könnten innere

mich nicht. In Gedanken bin ich noch ganz wo an-

fitieren!“, ist er überzeugt. Aufmerksam werden

Wunden – passiert keinerlei Auseinandersetzung

ders, viel tiefer...

die Leute auf das Institut übers Internet. „Unser

– ebenso wie äußere, zu „eitern“ beginnen. Um

www.Feuersalamander.at

KommR Sonja Zwazl Präsidentin der WKNÖ

mehr Infos in jeder Bezirksstelle

des

Hemmschwelle bei den Menschen senken und

bewussten“ und erscheint somit als Name für

Machen Sie unser Know-how zu Ihrer Stärke.

Methode

onelles, gemeinsames Auftreten wollen sie die

Vom Traum zum Traumberuf. Die Experten des WIFI-Berufsinfo-Zentrums bieten umfangreiche Neigungs- und Eignungstests bzw. Berufs- und Bildungsberatungen. w w w. w i f i - b i z . a t

0608 MFG

2425 Emmaus_Feuer.indd 3

04.06.2008 13:32:16


26

KULTUR

SCHRÄG GEDACHT

von Thomas Karl

1) Bewohnerinnen einer italienischen Insel 2) Kuddelmuddel beim Zelten 3) Billige Pomade 4) Moderne Flinte

Die Kunst, die ich meine

5) Chinesisches Essbesteck für Meeresund Flusstiere 6) Voyeur 7) Schwammerl für richtige Männer 8) Japanisches Fladengericht

Don Ferguson ist ein besonderer Künstler. Aus

nem Prokjekt „Kunst für Menschen in Not“ unter

seiner „Unzufriedenheit mit der Kunstwelt“ hat

Beweis. Kunstwerke werden im Rahmen einer

er eine neue soziale Kunstrichtung, Social Action

Auktion (28. Juni im Museumszentrum Mistel-

Art, entwickelt „Ich will eine Dimension des so-

bach) sowie online unter www.KfMiN.at verstei-

zialen Bewusstseins in meine Arbeit einbringen:

gert. 100% des Erlöses geht an die karitativen

Kunstwerke, die über die Raumgestaltung hin-

Partnerorganisationen. „Diese vollenden den

ausgehen und das Leben von Menschen, die un-

Prozess und transformieren die Kunstwerke zu

ser Glück nicht teilen, verbessern könnten.“

bedeutungsvollen, fallweise gar lebensrettenden

Was darunter zu verstehen ist, stellt er mit sei-

Taten, zu ‚Kunst für Menschen in Not‘!“

Herbergssuche

Barock-Erbe

Kulinarisches Schüttelreime Geh lass’ endlich das Stopfen Trudl, mach lieber mal ’nen Topfenstrudel

Du kannst dann nach der Pirsch raten Was gibt ’s zum Essen – Hirschbraten!

Ein Inventar sucht sein Museum. So könnte man

Jaja, das liebe Barock. Wie keine andere Zeit hat es

Hannes Thanheisers Mission „Akkordeonmuseum“

St. Pölten, nicht zuletzt dank des hier lebendenden

umschreiben. Über 200 historische Instrumente so-

Barockbaumeisters Jakob Prandtauer, architekto-

Das Essen wurde versiert serviert

wie 250 Exponate rund ums Thema hat der Künstler

nisch seinen Stempel aufgedrückt. Was man mit

schon zusammengetragen, allein was fehlt ist ein

dem Erbe anfangen soll, scheint freilich bis heute

Ausstellungsort. Thanheisers Hoffnung, in St. Pölten

ungeklärt. Steht es für Weite, Aufbruch, einem

eine Heimstatt für seine Babies zu finden, blieb bis-

Schuss genialen Größenwahn, oder doch eher für

lang unerfüllt. Zwar hat ihm die Gemeinde Räum-

ein Zuviel, das erdrückt? Die Stadt hat immer wie-

lichkeiten angeboten, diese erschienen jedoch

der Versuche unternommen, sich das schmucke

nicht passend. „Es ist prinzipiell schwierig, eine

Erbe zunutze zu machen, als Imagevehikel, ein

derartige Einrichtung zu installieren ohne diese an

Stück Tradition, das vom weiten Bürgergeist zeugt

Liveauftrtitte von Café Schmalz zu koppeln“, glaubt

als St. Pölten noch nicht als Industriekaff diffamiert

Kulturamtsleiter Dr. Karl.

wurde. Im Grunde scheiterten sämtliche Versuche:

Warum keine Mischung aus beidem: Genial wäre

Entweder sie waren zu abgehoben, oder sie wa-

ein Wirtshaus mit dem Namen „Thanheiser“ oder

ren zu kleinkariert. Mit dem Barockfestival scheint

“Akkordeon“. Die Sammlung würde die einzigartige

man aber endlich den passenden Deckel auf den

„Deko“ des Lokals bilden, aus den Lautsprechern

Topf gefunden zu haben. In der Barockstadt wird in

klänge Akkordeonmusik (von Tango bis Folk), einmal

schönen Barockinnenräumen (vorwiegend) Barock-

3) Spargel

pro Monat würde Café Schmalz aufspielen, und in

musik gegeben. Alles richtig dimensioniert. Nicht

2) Heringssalat

einem zusätzlichen Raum, dem Museum, könnten

zu protzig, nicht zu devot. Einfach authentisch und

Interessierte sich noch weiter vertiefen...

schlüssig! Gut! www.Klangweile.at

8) Pizza al Tonno 7) Herrenpilze 6) Span(n)ferkel 5) Fischstäbchen 4) Ingwer 1) Sardinen 2600 SC Kultur.indd 2

Fotos zVg, Rauschmayr, fotolia.de, ferguson

Die Amerikaner kosen Dolla(er) und trinken gerne Dosen-Cola

04.06.2008 10:53:44


XXXXXX

0027_2829_3000 Seeb端hne.indd 3

04.06.2008 10:21:17


XXXXXX Aus ihrer Geschichte und ihrem Selbstverständnis heraus sind die Sparkassen seit jeher tief in ihrer jeweiligen Region verankert. Mit zahlreichen Sponsoraktivitäten fördern wir nachhaltig das kommunale Leben. So ist auch das Engagement der Sparkasse Niederösterreich Mitte West AG sehr vielfältig und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Vorrangig förderen wir insbesondere Vereine, eine Reihe von gemeinnützigen, karitativen und sozialen Organisationen. Zudem sind wir seit vielen Jahren ein verlässlicher Kooperationspartner für die Schulen. Besondere Akzente werden auch im Jugendbereich mit spark7, der Jugend Community der Sparkassen gesetzt. Darüberhinaus wird auch dem Sportsponsoring große Bedeutung zugemessen. Ein besonderes Anliegen ist uns selbstverständlich auch die Förderung von Kunst und Kultur. Durch unser Kultursponsoring ermöglichen wir durch vielfältige Ini-

K

ADi LANDERL

Sparkasse NÖ Mitte West

tiativen den Menschen dort, wo sie leben, kulturelle Veranstaltungen zu besuchen und Kulturprojekte mit zu gestalten. Ziel ist es, bestmöglich zu versuchen, die finanziellen und materiellen Rahmenbedingungen einer lebendigen Kunst- und Kulturszene mit zu tragen. Speziell im Pielachtal haben wir in den letzten Jahren verstärkt und nachhaltige Initiativen gesetzt. Im Rahmen unserer Kooperation mit der „Pielachtaler Sehnsucht“ erhalten beispielsweise unsere Kunden in den Filialen ermäßigte Eintrittskarten. In diesem Sinne wünschen wir allen Kunst- und Kulturinteressierten unterhaltsame Abende in angenehmer Atmosphäre bei den Veranstaltungen bei der Seebühne im Pielachtal.

0027_2829_3000 Seebühne.indd 4

Dynamik hat einen Namen: Hofstetten-Grünau! Hofstetten-Grünau ist die vielleicht dynamischste Gemeinde der Region St. Pölten. Was das kleine Dorf bislang auf die Beine gestellt hat, und v.a. WIE, ist schlichtweg beeindruckend. Wir plauderten mit Bürgermeister Josef Hösl über das Vorzeigemodell „Pielachtaler Sehnsucht“ sowie den Esprit von Hofstetten-Grünau. Die Pielachtaler Sehnsucht hat gleich im ersten Jahr für großes Aufsehen gesorgt. Wie fällt ihre persönliche Bilanz aus?

sehr viel Liebe zum Detail. Das wird gut angenom-

Also wir waren mit dem Anlauf sehr zufrieden. Die

hab ich getroffen, die vom Flair und Ambiente der

Sehnsucht wurde äußerst gut angenommen und hat

Pielachtaler Sehnsucht begeistert waren!

men! An den ersten schönen Sonnentagen hatte sie bis zu 400 Essen! Sogar Gäste aus Oberösterreich

allerorten für positives Echo gesorgt. Allein im Badebetrieb konnten wir über 8.000 Leute begrüßen, ebenso viele waren es in etwa auf der Seebühne.

Man hat sich damit aber nicht zufrieden gegeben – es wurde ja weiter investiert.

Ebenso begeistert auch die fix integrierte Seebühne, die das Pielachtal ja niederösterreichweit als Pflaster für hochkarätige Open Air Veranstaltungen positioniert hat. Ja, der kulturelle Bereich ist eine absolut wertvolle

Ja, wir führen laufend Komplettierungsarbeiten

Bereicherung. Wir haben hier mit NXP professionelle

durch, die Ausstattung wird noch besser! V.a. die

Partner an Bord geholt, die einen gediegenen Mix

Familien- und Kinderfreundlichkeit ist uns ein Anlie-

anbieten. Heurige Highlights – ohne eine Wertung

gen. So haben wir zu den bisherigen Attraktionen

vornehmen zu möchten – sind etwa sicher Kaba-

ein zusätzliches Wassertrampolin, ein Trampolin am

rettveranstaltungen wie jene mit Josef Hader, Lukas

festen Gelände und einen eigenen Kinderschwimm-

Resetarits oder auch die Lange Nacht des Kabaretts,

bereich geschaffen. In Sachen Beschattung werden

ebenso aber auch – quasi ein bisserl Lieblinge in un-

wir mit Sonnenschirmen Karibikflair verbreiten und

serer Region – das Konzert mit den Seern. Auch für

im Ruhebereich im Süden des Sees laden Strand-

die Jugend wird bewusst veranstaltet wie die Festi-

körbe zum Seelebaumeln ein. Zudem gibts eine Be-

vals immer wieder beweisen. Ich war ja dort, es war

regnungsanlage etc. Es ist ein Schmuckstück!

wirklich großartig! Mit dieser Programmierung, mit dieser sensationellen Naturkulisse ist die Sehnsucht

Auch die Gastrosituation hat man offensichtlich zufriedenstellend gelöst.

am besten Weg, sich landesweit ihren Platz zu erarbeiten – und das ist gut für die gesamte Region!

Ja, darüber sind wir sehr glücklich. Wir hatten ja – was für die Sehnsucht spricht – eine ganze Reihe hochkarätiger Bewerber. Letztlich haben wir uns für eine heimische Wirtin, Gaby Glauberböck von der Schnitzlranch, entschieden! Sie macht alles mit

Hofstetten-Grünau steht aufgrund seiner Projekte mittlerweile für Dynamik und Innovationsgeist. Woher rührt dieser Geist eigentlich? Liegt das am Bürgermeister, an der

04.06.2008 10:22:11


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KULTUR

Literarische Schlammschlacht

St. Pölten, 16. Mai, gegen Mitternacht: Im bis auf den letzten (Fußboden-)Sitzplatz vollen Beislkino des Cinema Paradiso sprechen, rappen, flüstern, schreien, schimpfen und deklamieren seit etwa zwei Stunden elf Kandidaten von der Bühne aus in Richtung Publikum. Die Stimmung im Saal entspricht der eines guten (und lauten) Konzerts. Doch es ist keins. Was das jetzt soll, fragen Sie…? Von Thomas Fröhlich, Fotos: H. Rauschmayr Sie tragen Namen wie Skinfaxi, Djihad, Chill-Ill

in der Zwischenzeit ein vielleicht noch nicht of-

acht bis zehn Poetinnen und Poeten versucht

oder schlichtweg Eliza. Sie alle haben fünf Minu-

fiziell anerkanntes, aber zumindest akzeptiertes

in per Losentscheid gezogener Reihenfolge das

ten Zeit, Selbstverfasstes an den Mann bzw. an

literarisches Genre dar. Zum etablierten Litera-

Publikum in seinen Bann zu ziehen, wofür jedem

die Frau zu bringen und – was noch wichtiger ist

turbetrieb verhalten sich Poetry Slams allerdings

genau fünf Minuten Zeit zur Verfügung stehen.

– eine vor Ort vom Moderatoren-Team Jessica

immer noch wie Anarcho-Punk zum anämischen

Die Möglichkeiten der Darbietung sind vielfältig:

Lind und Thomas Havlik ausgewählte Publikums-

Designer-Pop diverser Format-Radiostationen.

wütende Sozialkritik, verspieltes Wortverdrehen,

jury davon zu überzeugen, dass ihr Text der

Chikago, irgendwann 1987, ziemlich spät (oder

nachdenkliches Flüstern, aggressives Schreien,

beste und ihre Performance die coolste von al-

früh) in der Nacht: In einem kleinen Club macht

traditionelles Reimeschmieden, Comedy, Sa-

len ist. Überziehen sie ihre fünf Minuten, ertönen

sich der Arbeiter und Literaturfreak Marc Kelly

tire und Rap: Erlaubt ist, was gefällt! Text UND

Mark und Bein erschütternde Peitschenschläge,

Smith so seine Gedanken. „Mich interessierte

Performance werden bewertet – verboten sind

die der dreckig grinsende DJ durch die Lautspre-

vor allem der Umgang mit Sprache und die da-

lediglich Kostümierungen, Accessoires und mu-

cher jagt. Unter Applaus und Zurufen seitens des

mit verbundenen Gefühle [...]. Was ich jedoch

sikalische Darbietungen.

Publikums beurteilt die Jury per Hochheben von

niemals verstehen konnte, waren die Art der

„Also, einerseits“, meint Moderator und Schrift-

Zahlentafeln von 1 bis 10 das Dargebotene, des-

Textvorträge und die Orte, an denen diese ab-

steller Havlik, „ist Poetry Slam ein Genre, wo-

sen Qualität sich zwischen herausragend und

gehalten wurden, [...] in der sterilen Atmosphäre

für mitunter ganz spezielle Texte geschrieben

unfreiwillig komisch einstufen lässt. Das Sieger-

eines nüchternen weißen Raumes [...] ohne Flair.

werden, die in erster Linie dann im Slam-Um-

duo erhält die von der Literarischen Gesellschaft

Hier hinkte die Dichtkunst den von mir geliebten

feld funktionieren. Man kann Slam aber auch

(kurz: Litges) St. Pölten gestiftete Prämie von

[...] Clubkonzerten um Meilen hinterher. Die Zeit

als Experimentierfeld nutzen, eigene Texte, die

100 Euro, Platz 2 und 3 ergattern vom Paradiso

machte neue Schritte einfach notwendig.”

nicht extra dafür produziert wurden, vor einem

zur Verfügung gestellte Goodies.

Und Smith setzte diese Schritte: In Musikclubs or-

Publikum auszuprobieren – das ist z. B. meine

ganisierte er die ersten Poetry Slams überhaupt

Herangehensweise. Und das Sammeln von

– und zum ersten Mal ging man nicht mehr „zu

Bühnenerfahrung ist auch wichtig für alle an-

einer Lesung”, sondern „auf eine Lesung”, so wie

deren Lesungen und Performances, die man so

Vor ein paar Jahren noch ein reines Under-

„auf ein Konzert”. Das von Smith entwickelte

macht.“ Und Jungliteratin und Neo-Moderatorin

ground/Subkultur-Phänomen, stellt Slam-Poesie

System war denkbar einfach: Eine Anzahl von

Lind pflichtet ihm bei und erzählt: „Ich hab’ ei-

POETRY SLAM NENNT SICH DAS GANZE

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3233 PoetrySlam_1.indd 2

04.06.2008 16:07:28


29

KULTUR gentlich immer schon geschrieben. Und beim Slam im E.G.O.N. vor zwei Jahren hab’ ich’s dann einmal ausprobiert vor Publikum. Man schreibt ja nicht nur für sich im stillen Kämmerlein.“ Vor allem im deutschsprachigen Raum veranstaltet inzwischen beinahe schon jede zweite mittelgroße bis große Stadt regelmäßig Slams, bei denen ein paar Hundert Zuschauer keine Seltenheit mehr sind. In Österreich zählt neben Wien, Linz und Innsbruck definitiv St. Pölten zu den Slam-Hauptstädten. Begonnen hat dies im Jahr 2003 – mit Thomas Havlik und dem Schreiber dieser Zeilen (Vorsicht: unvermeidbares Eigenlob!), Thomas Fröhlich. Havlik, Redakteur der von der LitGes St. Pölten herausgegebenen Literaturzeitschrift „Etcetera“, hatte zu jenem Zeitpunkt den „Li-

Off Anfang 2004 von Diana Köhle und Mieze

erhöht zwar den Konkurrenzdruck vor Ort, was

tArena-Literaturwettbewerb für AutorInnen bis

Medusa in Wien sprossen Slams bald alleror-

aber – in gegenseitigem Respekt – durchaus be-

27” ins Leben gerufen, der im November 2003 in

ten. Und auch St. Pölten erfuhr mit dem von

fruchtend wirkt. „Man kennt einander“, so Lind,

die feierliche Preisverleihung in der NÖ Landes-

Köhle und Medusa gestalteten „Blätterwirbel”-

„lernt von einander, kriegt so einen Kick, sich

bibliothek mündete. Der damalige „Etcetera”-

Slam im Landestheater NÖ 2006 und den stim-

vielleicht einmal auch was anderes zu trauen.“

Redakteur Fröhlich richtete im Anschluss daran

mungsvollen „Dosenslams“ in der Seedose 2007

Poetry Slams sind also (beinahe) im Mainstream

einen zwanglosen und reichlich improvisierten

gleich zwei Bereicherungen. 2007 wanderten

angekommen – und Havlik gibt auch zu beden-

Ausklang ein, eine Open Mic-Nacht im E.G.O.N.,

auch Havlik und Fröhlich mit ihrem LitGes-Slam

ken: „Es geht derzeit ein bissl in Richtung Fun-

die alle Interessierten dazu einlud, das Publi-

vom E.G.O.N. ins Cinema Paradiso, wo seitdem

Kultur. Es besteht die Gefahr, dass Slammer

kum über ein bereitgestelltes Mikro mit eigenen

ein neues und breiteres Publikum gewonnen

einfach als Unterhalter oder Animateure verein-

Texten zu unterhalten. Das Ganze fand überra-

werden konnte. Und ebenfalls seit dem Vorjahr

nahmt werden. Da muss man sich schon was

schend regen Anklang und ermunterte die bei-

gibt’s den einmal im Jahr in Wien stattfindenden

überlegen, man selbst zu bleiben.“ „Sicher, Un-

den, die St. Pöltner Ausgabe eines Poetry Slams

österreichweiten „Ö-Slam“, bei dem die jeweils

derground hat immer was Charmantes“, kontert

zweimal pro Jahr in Serie gehen zu lassen. „Am

Besten aus den Bundesländern antreten.

Lind, „aber es ist so ähnlich wie mit manchen In-

Anfang war’s in St. Pölten gleichzeitig leicht und

die-Bands: nur weil sie plötzlich erfolgreich sind,

schwer, einen Slam zu machen“, erinnert sich

WE Are SLAmily

Havlik. „Leicht, weil das Publikum hier, wenn’s

Zudem wissen die diversen Gewinner der St.

Bekannt sein an sich ist ja nichts Verwerfliches.

einmal da ist, sehr locker ist, schwer, weil halt zu

Pöltner Slams auch sonst zu reüssieren: Shoo-

Muss ja nicht gleich in Richtung Starmania ge-

Beginn keiner wusste, was das soll. Wien ist da

ting Star Cornelia Travnicek z. B. oder Milena

hen.“

größer, da gibt’s für jede Subkultur eine Szene,

M. Flasar, deren Erstling kommenden Herbst

Beide sind sich allerdings einig: „Der österrei-

die aber halt sehr unter sich ist.“ Lind ergänzt:

erscheinen wird, Chill-Ill, HipHop-Hoffnung der

chische Literaturbetrieb ist immer noch derma-

„Dafür sieht man in St. Pölten bei jedem Slam

Stadt abseits ausgelutschter Gangsta-Attitü-

ßen trocken, da sind Slams einfach befreiend!“

neue Gesichter, die Szene ist offener, das ist ein

den, oder eben Literatin Lind, die seit 2008 ge-

Und die St. Pöltner Slammer haben nicht zu-

Riesenanreiz, auch für einen selber.“

meinsam mit Havlik, dessen Roman in Bälde

letzt eins unter Beweis gestellt: dass es auch in

Und Slam-Gründungen schienen damals in der

erscheinen wird, den Slam im Cinema Paradiso

dieser Stadt möglich ist, spannenden künstleri-

Luft zu liegen. Nach den ersten von Markus

moderiert. Und dass es mittlerweile auch ei-

schen Entwicklungen nicht hinterher zu laufen,

Köhle in Innsbruck organisierten Initial-Slams,

nen florierenden Slam-Tourismus der liebevoll

sondern diese lustvoll mitzugestalten.

den St. Pöltner Slams und dem „textstrom”-Kick

als „Slamily” bezeichneten Gemeinschaft gibt,

Literatur ist fad. Sagt wer?

sind sie jetzt deswegen nicht zwangsläufig mies.

Barockfestival St. PROGRAMMÄNDERUNG Pölten 2008 13. Juni – Institutskirche Engl. Fräulein Circino

Nach Sturm folgt froher Sonnenschein 20. Juni – Franziskanerkirche OPUS 4

Sächsiche Bläsermusik

22. Juni – Dom zu St. Pölten Europa Galante Fabio Biondi, Marina de Liso Antonio & Giraud, St. Pölten Musik und mehr

Viertel Seite Juni 2008.indd 1

3233 PoetrySlam_1.indd 3

7. Juni – ehem. Synagoge: Miroirs - Spiegel Ensemble Baroque de Limoges, Christophe Coin

Beginn jeweils 19.30 Uhr

www.klangweile.at 19.05.2008 16:25:40 0608 MFG

04.06.2008 16:07:41


offenen Bevölkerung?

siert, ebenso Gewerbebetriebe angesiedelt, zuletzt

Es freut einen natürlich, wenn man in dieser Funk-

eine Apotheke, und aktuell wird eine Tankstelle

tion derartige Projekte umsetzen darf. Aber es ist

samt Bistro umgesetzt, die ohne Zweifel für die ge-

tatsächlich das gute politische Klima und die gute

samte Region einen attraktiven Standort bietet.

Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, die Derar-

Stark angelaufen ist auch qualitativer, innovativer

tiges möglich und es einem als Bürgermeister so-

Wohnbau. Wir haben im Stadtkernbereich an die

zusagen auch relativ leicht machen. Ich glaube tat-

100 Wohneinheiten geschaffen. Die nunmehrigen

sächlich, dass Hofstetten-Grünau ein guter Boden

weiteren Projekte am Hauptplatz werden mit Win-

ist, um Besonderes und Visionäres umzusetzen.

tergärten, Terrassen und modernster Ausstattung punkten. Das ist sicher eines der modernsten Pro-

Dabei ist die Sehnsucht nur ein Beispiel? Was passierte noch in den letzten Jahren?

jekte seiner Art in der gesamten Region! Orstkern-

Wir haben ein Einkaufszentrum im Ortsgebiet reali-

macht ökonomisch und ökologisch Sinn!

belebung ist uns einfach ein Grundanliegen – das

Hader & Co. haBen Sehnsucht Mit der Pielachtaler Sehnsucht in Hofstetten-GrüBadespaß für die ganze Familie geschaffen, das

SEEBÜHNE BRINGT STARS INS PIELACHTAL

bereits im ersten Jahr voll eingeschlagen hat. Nach

Eine Sensation ist die ins Gelände integrierte See-

dem Motto „Hofstetten am Sand“ bietet es als ein-

bühne, die bereits im letzten Jahr gestürmt wurde.

ziges Bad Niederösterreichs alle Strandarten, vom

Heuer ist das von den Veranstaltungsprofis von NXP

Sand- und Grobsandstrand über einen Grün- bis

programmierte Line Up noch besser! „Wir haben

hin zum Schilfstrand. Ruhesuchende können in von

uns bemüht, wieder einen abwechslungsreichen

Schilf umgebenen Buchten chillen, Sonnenanbe-

Mix aus Kabarett, Brauchtum, Tanz und Konzert zu

ter genießen das Flair der Stege und Liegewiesen

basteln“, so NXP Geschäftsführer René Voak.

und werden heuer mit neuen Sonnenschirmen ver-

Das ist gelungen! So geigten im Zuge des Festivals-

wöhnt. Voll auf ihre Kosten kommen auch die Kids

warm-Ups bereits Größen wie Hans Söllner oder

- am Strand, am Spielplatz, bei der Rutsche, beim

Bauchklang auf. Kabarettistisch kommt man bei

Wassertrampolin und im eigenen Kinderschwimm-

Stermann & Grissemann, Josef Hader, Lukas Reseta-

bereich! Das alles zu moderaten Eintrittspreisen:

rits sowie der Langen Nacht des Kabaretts auf seine

Die Tageskarte für Erwachsene kostet wohlfeile

Kosten. Zudem sorgen das „Jagdliche Brauchtum“,

3,00 Euro, die für Kinder (6 bis 16) 1,50 Euro! Für

die Tanzgala „Tanz am See“ oder das exklusive Open

das leibliche Wohl sorgt der neue Seewirt, der mit

Air Konzert der Seer für feelgood-Stimmung!

Kulinarik aus der Region vollends überzeugt! „Uns

Und falls der Wettergott nicht mitspielen sollte, so

geht es um Nachhaltigkeit, Qualität und höchsten

kann man (mit Ausnahme des Seer-Konzertes) in

Freizeitwert für unsere Besucher – das ist mit der

den Festsaal Hofstetten-Grünau ausweichen!

nau wurde ein wahres Schmuckkästchen in Sachen

Pielachtaler Sehnsucht vollends gelungen!“, freut

Kurzum: In der Sehnsucht passt einfach alles!

sich Hofstetten-Grünaus Bürgermeister Josef Hösl!

www.pielachtalevents.at

Machen Niederösterreichs vielleicht schönstes Seebad und Seebühne möglich (v.l.n.r.): René Voak (NXP), Adolf Landerl (Sparkasse NÖ Mitte West AG), Gerhard Hackner (Tourismusverband Pielachtal), Josef Hösl (Bürgermeister Hofstetten-Grünau), Martina Grill (LEADER Region Mostviertel)

0027_2829_3000 Seebühne.indd 5

Offene Begegnung mit Kunst und Kultur in all ihren Facetten tut Niederösterreich gut! Unsere Aufgabe als NÖ Kulturforum ist es daher, künstlerische Leistungen, wissenschaftliche Arbeiten sowie kulturelle Aktivitäten in Niederösterreich und von Niederösterreichern auf hohem Niveau zu fördern. Und dies in allen Landesteilen, also von den großen Städten wie St. Pölten oder Krems bis hin zu den (geographisch) kleinen Dörfern. Kultur findet überall statt. Oft hat sie aber nicht überall dieselben Chancen auf Entfaltung. Gerade dort wollen wir als NÖ Kulturforum unterstützend eingreifen, um dieses große kulturelle und künstlerische Potential in unserem Bundesland zum Erblühen und Gedeihen zu bringen. Inhaltlich ist es dem NÖ Kulturforum, wie man durch zahlreiche Initiativen unter Beweis stellt, ein besondere Anliegen Brücken zu schlagen und scheinbare Gegensätze abzubauen, Zugänge zu öffnen und Hemmschwellen gegenüber der Kunst zu überwinden. Das kann, ja

K

Ewald Sacher NÖ Kulturforum

soll mitunter auch durchaus widersprüchlich sein. Der Kulturansatz ist ein aktueller, offener, kein zurückgewandt konservativer. Junge und Alte, Stadt und Land, Moderne und Tradition, Volkskultur und Hochkultur sollen miteinander vernetzt werden. Ich möchte im kulturellen Bereich Engagierte mit zu Gewinnenden zusammenbringen, um gemeinsam den Reichtum an Kunst und Kultur in unserem Land zu stärken. Initiativen und Alternativen, Lust und Mut, Chancen und Offenheit, Freiheit statt Abhängigkeit braucht das Land. Niederösterreich ist bunter, Niederösterreich ist kreativer, Niederösterreich ist alternativer als es oft wahrgenommen wird. Die Pielachtaler Sehnsucht, die wir fördern, ist ein wunderbares Beispiel dafür!

04.06.2008 10:23:02


WWW.PIELACHTALEVENTS.AT

PROGRAMM SEEBÜHNE PIELACHTAL

DO, 03. 07.

STERMANN & GRISSEMANN DIE DEUTSCHE KOCHSCHAU SA, 05. 07.

JAGDLICHES BRAUCHTUM

DO, 31. 07.

JOSEF HADER HADER MUSS WEG

FSH_m

DO, 07. 08.

TANZ AM SEE BALLETT BIS MODERN DANCE FR, 08. 08.

LUKAS RESETARITS XXII - DAS PROGRAMM FR, 15. 08.

DIE SEER DO, 21. 08. LANGE NACHT DES KABARETT PEPI HOPF, GERHARD GRADINGER, ... TICKETS: IM VAZ ST. PÖLTEN (02742 / 71 400 100, TICKET@NXP.AT), Ö-TICKET UND FILIALEN DER SPARKASSE NÖ MITTE WEST NIEDERÖSTERREICH

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete 0027_2829_3000 Seebühne.indd 6

04.06.2008 10:25:28


AT

31

KULTUR

Herbstprogramm mit vielen Höhepunkten

M

L

Die Saison neigt sich eben

Am 13. November heißt es für Fördervereinsmitglieder wieder „sehen,

erst ihrem Ende zu, da hat

bevor es andere sehen“. Anlässlich der Egon Schiele Schau im Landes-

der Förderverein Kulturbe-

museum wird zur exklusiven Preview geladen!

zirk bereits sein attraktives-

Sie möchten Fördervereins-Mitglied werden und die exklusiven Vor-

Herbstprogramm für seine

teile (Previews, Künstlertreffs, Reisen, Ermäßigungen etc.) genießen?

Mitglieder geschnürt!

Infos: 02742/908090-941, info@kulturbezirk.at, www.kulturbezirk.at

Von 17. bis 21. September führt die traditionelle Kulturreise diesmal ins althabsburgische Vorderösterreich (Aargau, Oberelsass etc.) Am 20. September ist der

EXKLUSIV-TIPP

Förderverein,

ebenfalls

Eine äußerst abwechslungsreiche Sai-

schon Tradition, bei der Er-

son geht zu Ende. Grund genug, vor der

öffnung der Festspielhaus-Saison zugegen. Im Anschluss an die „Puc-

Sommerpause noch einmal gemeinsam

cini-Gala“ wird zum kulinarischen Empfang mit den Künstlern geladen,

einen schönen Abend zu verbringen. Im

schon ab 15 Uhr findet eine Weingala statt.

Rahmen des „Sommerdachfestes“ in

Am 3. Oktober steht, ebenfalls im Festspielhaus, die umjubelte Insze-

luftiger Höh des neuen NV-Forums wird

nierung von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ als getanztes Mu-

die Mobile Musikalische Eingreiftruppe ebenso für Kurzweil sor-

siktheater und unter Mitwirkung des Freiburger Barockorchesters am

gen wie manch Kulturmensch in ungewohnter Rolle. Und natür-

Programm. Auch hier trifft sich der Förderverein im Anschluss an die

lich darf sommerliche Kulinarik nicht fehlen!

Aufführung zum Plausch mit den Künstlern.

FSH_mfG_280508:FSH_mfG_280508

28.05.2008

SAISON

08/09

15:28 Uhr

Seite 1

HIGHLIGHTS IM HERBST Die Entführung aus dem Serail Freitag 3. Oktober, 19.30 Uhr Samstag 4. Oktober, 19.30 Uhr

Sombreros

Freitag 17. Oktober 19.30 Uhr Samstag 18. Oktober 19.30 Uhr

Till Brönner & Band Live 2008 Freitag 28. November 19.30 Uhr

Der Nussknacker

Samstag 13. Dezember, 15.30 Uhr & 19.30 Uhr Sonntag 14. Dezember, 15.30 Uhr

The Puppini Sisters

Freitag 19. Dezember 19.30 Uhr

www.festspielhaus.at

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04.06.2008 10:26:38


32

KULTUR

Literarische Schlammschlacht

St. Pölten, 16. Mai, gegen Mitternacht: Im bis auf den letzten (Fußboden-)Sitzplatz vollen Beislkino des Cinema Paradiso sprechen, rappen, flüstern, schreien, schimpfen und deklamieren seit etwa zwei Stunden elf Kandidaten von der Bühne aus in Richtung Publikum. Die Stimmung im Saal entspricht der eines guten (und lauten) Konzerts. Doch es ist keins. Was das jetzt soll, fragen Sie…? Von Thomas Fröhlich, Fotos: H. Rauschmayr Sie tragen Namen wie Skinfaxi, Djihad, Chill-Ill

in der Zwischenzeit ein vielleicht noch nicht of-

acht bis zehn Poetinnen und Poeten versucht

oder schlichtweg Eliza. Sie alle haben fünf Minu-

fiziell anerkanntes, aber zumindest akzeptiertes

in per Losentscheid gezogener Reihenfolge das

ten Zeit, Selbstverfasstes an den Mann bzw. an

literarisches Genre dar. Zum etablierten Litera-

Publikum in seinen Bann zu ziehen, wofür jedem

die Frau zu bringen und – was noch wichtiger ist

turbetrieb verhalten sich Poetry Slams allerdings

genau fünf Minuten Zeit zur Verfügung stehen.

– eine vor Ort vom Moderatoren-Team Jessica

immer noch wie Anarcho-Punk zum anämischen

Die Möglichkeiten der Darbietung sind vielfältig:

Lind und Thomas Havlik ausgewählte Publikums-

Designer-Pop diverser Format-Radiostationen.

wütende Sozialkritik, verspieltes Wortverdrehen,

jury davon zu überzeugen, dass ihr Text der

Chikago, irgendwann 1987, ziemlich spät (oder

nachdenkliches Flüstern, aggressives Schreien,

beste und ihre Performance die coolste von al-

früh) in der Nacht: In einem kleinen Club macht

traditionelles Reimeschmieden, Comedy, Sa-

len ist. Überziehen sie ihre fünf Minuten, ertönen

sich der Arbeiter und Literaturfreak Marc Kelly

tire und Rap: Erlaubt ist, was gefällt! Text UND

Mark und Bein erschütternde Peitschenschläge,

Smith so seine Gedanken. „Mich interessierte

Performance werden bewertet – verboten sind

die der dreckig grinsende DJ durch die Lautspre-

vor allem der Umgang mit Sprache und die da-

lediglich Kostümierungen, Accessoires und mu-

cher jagt. Unter Applaus und Zurufen seitens des

mit verbundenen Gefühle [...]. Was ich jedoch

sikalische Darbietungen.

Publikums beurteilt die Jury per Hochheben von

niemals verstehen konnte, waren die Art der

„Also, einerseits“, meint Moderator und Schrift-

Zahlentafeln von 1 bis 10 das Dargebotene, des-

Textvorträge und die Orte, an denen diese ab-

steller Havlik, „ist Poetry Slam ein Genre, wo-

sen Qualität sich zwischen herausragend und

gehalten wurden, [...] in der sterilen Atmosphäre

für mitunter ganz spezielle Texte geschrieben

unfreiwillig komisch einstufen lässt. Das Sieger-

eines nüchternen weißen Raumes [...] ohne Flair.

werden, die in erster Linie dann im Slam-Um-

duo erhält die von der Literarischen Gesellschaft

Hier hinkte die Dichtkunst den von mir geliebten

feld funktionieren. Man kann Slam aber auch

(kurz: Litges) St. Pölten gestiftete Prämie von

[...] Clubkonzerten um Meilen hinterher. Die Zeit

als Experimentierfeld nutzen, eigene Texte, die

100 Euro, Platz 2 und 3 ergattern vom Paradiso

machte neue Schritte einfach notwendig.”

nicht extra dafür produziert wurden, vor einem

zur Verfügung gestellte Goodies.

Und Smith setzte diese Schritte: In Musikclubs or-

Publikum auszuprobieren – das ist z. B. meine

ganisierte er die ersten Poetry Slams überhaupt

Herangehensweise. Und das Sammeln von

– und zum ersten Mal ging man nicht mehr „zu

Bühnenerfahrung ist auch wichtig für alle an-

einer Lesung”, sondern „auf eine Lesung”, so wie

deren Lesungen und Performances, die man so

Vor ein paar Jahren noch ein reines Under-

„auf ein Konzert”. Das von Smith entwickelte

macht.“ Und Jungliteratin und Neo-Moderatorin

ground/Subkultur-Phänomen, stellt Slam-Poesie

System war denkbar einfach: Eine Anzahl von

Lind pflichtet ihm bei und erzählt: „Ich hab’ ei-

POETRY SLAM NENNT SICH DAS GANZE

MFG0608

3233 PoetrySlam_1.indd 2

04.06.2008 10:18:46


33

KULTUR gentlich immer schon geschrieben. Und beim Slam im E.G.O.N. vor zwei Jahren hab’ ich’s dann einmal ausprobiert vor Publikum. Man schreibt ja nicht nur für sich im stillen Kämmerlein.“ Vor allem im deutschsprachigen Raum veranstaltet inzwischen beinahe schon jede zweite mittelgroße bis große Stadt regelmäßig Slams, bei denen ein paar Hundert Zuschauer keine Seltenheit mehr sind. In Österreich zählt neben Wien, Linz und Innsbruck definitiv St. Pölten zu den Slam-Hauptstädten. Begonnen hat dies im Jahr 2003 – mit Thomas Havlik und dem Schreiber dieser Zeilen (Vorsicht: unvermeidbares Eigenlob!), Thomas Fröhlich. Havlik, Redakteur der von der LitGes St. Pölten herausgegebenen Literaturzeitschrift „Etcetera“, hatte zu jenem Zeitpunkt den „Li-

Off Anfang 2004 von Diana Köhle und Mieze

erhöht zwar den Konkurrenzdruck vor Ort, was

tArena-Literaturwettbewerb für AutorInnen bis

Medusa in Wien sprossen Slams bald alleror-

aber – in gegenseitigem Respekt – durchaus be-

27” ins Leben gerufen, der im November 2003 in

ten. Und auch St. Pölten erfuhr mit dem von

fruchtend wirkt. „Man kennt einander“, so Lind,

die feierliche Preisverleihung in der NÖ Landes-

Köhle und Medusa gestalteten „Blätterwirbel”-

„lernt von einander, kriegt so einen Kick, sich

bibliothek mündete. Der damalige „Etcetera”-

Slam im Landestheater NÖ 2006 und den stim-

vielleicht einmal auch was anderes zu trauen.“

Redakteur Fröhlich richtete im Anschluss daran

mungsvollen „Dosenslams“ in der Seedose 2007

Poetry Slams sind also (beinahe) im Mainstream

einen zwanglosen und reichlich improvisierten

gleich zwei Bereicherungen. 2007 wanderten

angekommen – und Havlik gibt auch zu beden-

Ausklang ein, eine Open Mic-Nacht im E.G.O.N.,

auch Havlik und Fröhlich mit ihrem LitGes-Slam

ken: „Es geht derzeit ein bissl in Richtung Fun-

die alle Interessierten dazu einlud, das Publi-

vom E.G.O.N. ins Cinema Paradiso, wo seitdem

Kultur. Es besteht die Gefahr, dass Slammer

kum über ein bereitgestelltes Mikro mit eigenen

ein neues und breiteres Publikum gewonnen

einfach als Unterhalter oder Animateure verein-

Texten zu unterhalten. Das Ganze fand überra-

werden konnte. Und ebenfalls seit dem Vorjahr

nahmt werden. Da muss man sich schon was

schend regen Anklang und ermunterte die bei-

gibt’s den einmal im Jahr in Wien stattfindenden

überlegen, man selbst zu bleiben.“ „Sicher, Un-

den, die St. Pöltner Ausgabe eines Poetry Slams

österreichweiten „Ö-Slam“, bei dem die jeweils

derground hat immer was Charmantes“, kontert

zweimal pro Jahr in Serie gehen zu lassen. „Am

Besten aus den Bundesländern antreten.

Lind, „aber es ist so ähnlich wie mit manchen In-

Anfang war’s in St. Pölten gleichzeitig leicht und

die-Bands: nur weil sie plötzlich erfolgreich sind,

schwer, einen Slam zu machen“, erinnert sich

WE Are SLAmily

Havlik. „Leicht, weil das Publikum hier, wenn’s

Zudem wissen die diversen Gewinner der St.

Bekannt sein an sich ist ja nichts Verwerfliches.

einmal da ist, sehr locker ist, schwer, weil halt zu

Pöltner Slams auch sonst zu reüssieren: Shoo-

Muss ja nicht gleich in Richtung Starmania ge-

Beginn keiner wusste, was das soll. Wien ist da

ting Star Cornelia Travnicek z. B. oder Milena

hen.“

größer, da gibt’s für jede Subkultur eine Szene,

M. Flasar, deren Erstling kommenden Herbst

Beide sind sich allerdings einig: „Der österrei-

die aber halt sehr unter sich ist.“ Lind ergänzt:

erscheinen wird, Chill-Ill, HipHop-Hoffnung der

chische Literaturbetrieb ist immer noch derma-

„Dafür sieht man in St. Pölten bei jedem Slam

Stadt abseits ausgelutschter Gangsta-Attitü-

ßen trocken, da sind Slams einfach befreiend!“

neue Gesichter, die Szene ist offener, das ist ein

den, oder eben Literatin Lind, die seit 2008 ge-

Und die St. Pöltner Slammer haben nicht zu-

Riesenanreiz, auch für einen selber.“

meinsam mit Havlik, dessen Roman in Bälde

letzt eins unter Beweis gestellt: dass es auch in

Und Slam-Gründungen schienen damals in der

erscheinen wird, den Slam im Cinema Paradiso

dieser Stadt möglich ist, spannenden künstleri-

Luft zu liegen. Nach den ersten von Markus

moderiert. Und dass es mittlerweile auch ei-

schen Entwicklungen nicht hinterher zu laufen,

Köhle in Innsbruck organisierten Initial-Slams,

nen florierenden Slam-Tourismus der liebevoll

sondern diese lustvoll mitzugestalten.

den St. Pöltner Slams und dem „textstrom”-Kick

als „Slamily” bezeichneten Gemeinschaft gibt,

Literatur ist fad. Sagt wer?

sind sie jetzt deswegen nicht zwangsläufig mies.

Barockfestival St. PROGRAMMÄNDERUNG Pölten 2008 13. Juni – Institutskirche Engl. Fräulein Circino

Nach Sturm folgt froher Sonnenschein 20. Juni – Franziskanerkirche OPUS 4

Sächsiche Bläsermusik

22. Juni – Dom zu St. Pölten Europa Galante Fabio Biondi, Marina de Liso Antonio & Giraud, St. Pölten Musik und mehr

Viertel Seite Juni 2008.indd 1

3233 PoetrySlam_1.indd 3

7. Juni – ehem. Synagoge: Miroirs - Spiegel Ensemble Baroque de Limoges, Christophe Coin

Beginn jeweils 19.30 Uhr

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04.06.2008 10:19:13


34

KULTUR

Last Man Standing Andreas Pesl hat’s nicht leicht. Der Organisator des Kultur- und Filmfestivals lockt mit seiner Veranstaltung alljährlich über 150.000 Besucher in die St. Pöltner City. Er ist es, der vor 11 Jahren im Grunde genommen auch den Input zur späteren Schanigarten-Offensive auslöste – weil man erkannte, dass sozusagen „open air“ was geht. Doch den ehemals vom Kulturstadtrat als „Geschenk des Himmels“ Gefeierten würden manche gerne als gefallenen Engel sehen. Von Johannes Reichl, Foto: Hermann Rauschmayr Ihr Vertrag wurde verlängert, allerdings auch – nach Kritik – an die Zusammenarbeit mit einem Beirat gekoppelt. Nervt Sie das?

Raum her noch vom Finanziellen.

Ganz im Gegenteil! Der Beirat war ja meine Idee! Ich dachte mir, es ist

Zudem geht es darum, Dinge, die nicht gut gelaufen sind, in Hinkunft eben

Finanziell ist ein gutes Stichwort. Wieviel kostet Ihnen eigentlich der „Spaß“, und wie viel müssen die Wirte für Ihre Stände berappen? Manche munkeln ja immer: „Der Pesl verdient sich eine goldene Nase.“

abzustellen. So ist alles offen am Tisch. Das Klima im Beirat ist jedenfalls

Dieses Jahr liegen die Kosten mit all den Neuerungen bei rund 220.000

äußerst konstruktiv. Es werden alle Themen angeschnitten.

Euro. Allein in die Dekoration, besagte Rückflächengestaltung, Blumentröge

doch gescheiter, sich vorher zusammenzusetzen und alles anzusprechen, als wenn man dann nachher nörgelt, was einem alles nicht gepasst hat.

etc. werden wir 25.000 Euro investieren!

Welche sind das?

Die Wirte zahlen zwischen 5.700 bis 6.000 Euro reine Pacht. Der Gesamt-

Die schönere Gestaltung der Stände, insbesondere auch der Rückseiten.

umsatz aus Gastro und Sponsoren beträgt insgesamt rund 130.000 Euro.

Weiters die Frage der offen liegenden Schläuche und Leitungen. Ebenso

Was wird in diesen Feldern konkret zur Verbesserung getan?

Ein nettes Sümmchen. Stören Sie dann Querschüsse, dass sie die Schanigärten am Platz nicht einbinden oder dass das Fest die heimischen Wirte selbst auch zusammenbrächten?

Die Kabelschläuche werden etwa unter Pflanzentrögen verschwinden, was

Mich nerven falsche Darstellungen. Ich wollte immer die Schanigärten

uns alleine etwa 5.000 Euro kostet! In Sachen Standgestaltung wird dafür

am Platz einbinden. Und jeder St. Pöltner Gastronom, der Interesse hat

gesorgt, dass diese auch im geschlossenen Zustand nett aussehen, da wird

mitzumachen, kann dabei sein. Es ist auch Faktum, dass der Anteil der

mit Transparenten gearbeitet. Im Gastrobereich wiederum geht es um ein-

heimischen Gastronomen über Jahre hinweg gleich hoch geblieben,

heitliche Öffnungszeiten und das Umsetzen der Gastro-Konzepte.

also nicht zurückgegangen ist, wie ich auch schon gehört hab. Er liegt

Standards im Gastrobereich.

konstant bei 50%, und das ist auch wichtig! Ebenso sind aber auch

Wie man Sie kennt, wird das nicht alles an Neuerungen sein?

Externe relevant – die Vielfalt macht ja das Flair des Festivals aus!

Stimmt. Vorab ist vielleicht erwähnenswert, dass wir auch ein Organisati-

Als ich vor 11 Jahren das Festival initiiert hab, war kein Gastronom

onskomitee initiiert haben, in dem Leute wie Albin Wegerbauer oder Ger-

da, der eine derartige Idee hatte. Ich hab das Festival allein aufge-

hard Hattinger, der im letzten Jahr in Wien die Suncity gemacht hat, sitzen.

baut, auf eigenes Risiko, das ich auch jetzt noch völlig allein trage.

Hier geht’s um die stete Weiterentwicklung des Festes, neue Ideen, Marke-

Dieses Risiko würde kein anderer eingehen – das soll mal jemand

ting, Qualitätssicherung und -steigerung. Wir werden etwa eine LED Wand

nachmachen. Daher denke ich, ist

installieren, die unterschiedliche Motive – Lagerfeuer, Wasser – ausstrahlt.

es allein schon vom moralischen

Es wird nur mehr eine Sandinsel geben, das Gelände wird dekorativ in vier

Standpunkt

Viertel untergliedert, wo wir mit neuen, cool gebrandeten Dekorationstür-

dass ich das Festival weiterführe, zu-

men arbeiten, die „360 Grad Boxen“ verbergen, die rundum High Quality

dem müssen die Verträge im Hinblick auf

Beschallung gewähren. Je nach Viertel werden andere Klänge erklingen.

das Risiko einfach längerfristig gestaltet sein.

Und im Kinobereich, da wollte das Paradiso ja mehr Platz? Die Kooperation mit dem Cinema Paradiso gibt es wieder wie in den letz-

her

gerechtfertigt,

FILM- KULTURFESTIVAL Rathausplatz St. Pölten 17. Juli – 24. August, www.filmfestivals.at

ten Jahren. Mehr Platz ist leider derzeit einfach nicht möglich, weder vom

ab 11. O kt. 2008

SPIELZEIT Mit Antje Hochholdinger Karin Yoko Jochum Julia Schranz Roland Düringer u. a.

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Komödie von William Shakespeare

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12:08 Uhr

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pr채sentiert:

10.6. WIEN Stadthalle

BOB DYLAN 17.6. WIEN Stadthalle

The Voice & Guitar of CCR

THE REVIVAL TOUR

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9.7. WIEN - Arena Open Air

PATTI SMITH

13.7. WIEN - Arena Open Air www.ticketpro.at (0)1 234 889988

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TICKETS: www.aetickets.at 0408 MFG

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36

NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL

NÖ KULTURFORUM PRÄSENTIERT JAHRESPROGRAMM 2008

Ewald Sacher und Gotthard Fellerer mit der „BravDa“

33 Jahre und kein bisschen müde

Das Niederösterreichische Kulturforum hat sich für 2008 ein umfangreiches Programm vorgenommen. In bewährter Art und Weise werden Künstlerinnen und Künstler, Kulturprojekte und regionale Initiativen vom NÖ Kulturforum gefördert. MFG0608

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37

NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL Kunstproviant Das Projekt „Kunstproviant“ wird fortgesetzt. Es stellt niederösterreichische Künstlerinnen und Künstler in Postkartenform vor, ergibt gesammelt einen bunten Überblick über die niederösterreichische Künstlerlandschaft und

ist eine

interessante Arbeitsgrundlage für die Kunsterziehung in Niederösterreichs Schulen. Es bietet aber den Künstlern selbst zusätzliche Möglichkeiten, sich zu präsentieren.

Kunstleit´n und rouhg.art Der Kunstwanderweg „Kunstleit´n“ in der Buckligen Welt wird um weitere Kunstobjekte bereichert und somit verdichtet. Auf direktere Art und Weise kann Kunst kaum „erwandert“ werden. Nicht weit davon, in Wiener Neustadt, wird das Projekt „rough.art – junge kunst auf der straße“ des Vereins Jugend- und Kulturhaus „triebwerk“ weiter gefördert.

Regionale Initiativen Regionale Initiativen zu fördern ist ein wichtiges Anliegen des NÖ Kulturforums: So etwa das Vorhaben „Kunst im Wienerturm“ in Bruck an der Leitha, das Bildhauersymposium Paudorf mit der Förderung einer Skulptur, dazu auch noch das dortige Opernprojekt im Hellerhof.

Das NÖ Kulturforum bei der Präsentation der „wörksongs“

Arbeitswelten

weise der Schrammelmusik geplant.

Die Arbeitswelt und dabei speziell jene der Frau wird im Mittelpunkt einer Ausstellung „Frauen-

Wörksongs

Projekte

Arbeits-Welten einst und jetzt“ stehen, die

Die Förderung musikalischer Kreativität und

Die Förderung selbständiger Künstlerprojekte

von den SPÖ-Frauen Niederösterreich initiiert

zeitgenössischer Kompositionen ist dem NÖ Kul-

gehört ebenfalls zum Jahresprogramm: So etwa

wurde.

turforum wichtig: Das ArbeiterInnenlieder-Pro-

das Performance-Projekt „Von der Wurzel bis

Ähnlich verhält es sich mit den Aktivitäten des

jekt „...weil auch Du ein Arbeiter bist“ war sehr

zur Blüte“ von Hilde Fuchs oder das Filmprojekt

Arbeitskreises Marienthal in Grammatneusiedl

erfolgreich, mit den „wörksongs“ wurde eine CD

„Bob Curtis – Dancing all Colours“ von Christoph

oder des Arbeitskreises Arbeiterkultur Krems.

herausgebracht. Für 2008 ist die CD-Produktion

Dostal. Die Präsentation der Aktivitäten des NÖ

Anliegen, die niemandem näher liegen als dem

„Kniawach und Scheidlknian“ sowie eine CD des

Kulturforums wird durch die Zusammenarbeit

NÖ Kulturforum.

Musikers Robert Weiss mit einer neuen Sicht-

mit den Kulturzeitschriften „BravDa“ und

Ewald Sacher: NÖ KULTURFORUM WIRKT UNBEIRRT WEITER Die Landtagswahl 2008 ist geschlagen. Die SPÖ ist geschlagen. Die Grünen sind geschlagen. Die schon lange Starken sind noch länger gestärkt. Vor allem aber: Die Populisten jubeln über ihre Wiederkehr. Deren Dumpfheit wurde in Dampf umgewandelt, glauben sie. Heiße Luft zischt fortan aus dem niederösterreichischen Kelomat. Ein Zeichen, dass Druck da ist. Wurde auch die Kultur abgewählt? Es wurde

tum noch recht am Platz?

doch in Grafenegg der neue Konzertsaal eröffnet

Ja, nochmals

Die Wählerschaft hat Dampft abgelassen, ja, weil

... Und im Wolkenturm geht es auch wieder los...

nichtemanzipierte Kulturarbeit nicht honoriert

Druck da war. Woher kam er? Wie entstand er?

Und das Festspielhaus präsentiert sein Pro-

wurde, muss sie weiter betrieben werden. Das

Was haben die Roten falsch gemacht? Was ist

gramm der Presse... Und die Venus von Willen-

liegt ja direkt auf der Hand: Umso mehr braucht

bei den Grünen schief gelaufen?

dorf kehrt heim. Und der Theatersommer kommt

es Überzeugungsarbeit, Wühlarbeit, Arbeit an

Analysen sind Sache der Politiker, sie werden sie

auch. Blaugelbes Herz, was willst du mehr?

der kulturellen Basis in Niederösterreich!

DAMPF ABLASSEN

schon anstellen und die Konsequenzen ziehen.

ja!

Gerade

weil

exponierte,

Wenn der heiße Dampf wieder draußen ist, an

Sagen sie, versprechen sie sich selbst. Wie und

WEITERMACHEN?

wann, das scheinen sie nicht mehr so genau zu

Doch halt: Kann das alles sein? Macht es nach

wird es wieder kühler. Dann zählen wieder jene,

wissen...

dem Debakel vom März noch Sinn, linke Kul-

die kühlen Kopf bewahrt haben und das Ziel

Vielleicht war zuwenig Kultur angesagt. Kultur in

turpolitik zu machen? Ist das NÖ Kulturforum,

nicht aus dem Auge verlieren. Wir brauchen die

jeder Hinsicht: Politische Kultur, geistige Kultur,

das vor kurzem ein Drittel Jahrhundert Bestand

Idealisten, damit es für viele andere in der Kul-

schöpferisches Tun, Kunst.

gefeiert hat, nach solch einem Wählerwillensvo-

turarbeit nicht kalt wird...

dem sich vielleicht so mancher verbrannt hat,

0608 MFG

3637 Kulturforum.indd 3

04.06.2008 10:02:33


38 Sommer – die ersten lauen Nächte – ein kribbeliges Gefühl im Bauch voller Vorahnungen, und ich im seidenen Kleidchen, über das James Bond sagen würde: „Was ist das für ein süßes Nichts, das du da beinahe anhast?“. In dieser Stimmung treff ich mich mit meinen Mädels vorm Kino, „Sex and the city“... wenn wir ihn schon nicht haben;-)! Alle führen heut ihre sündigsten „Fick-Mich-High Heels“ aus – gute Wahl, denn wir sitzen ja die meiste Zeit! Und der „High Heels-Effekt“ funktioniert! Schon vorm Kino spricht mich ein vorbeifahrender Biker (!) an. Zuerst will er nur die Uhrzeit wissen, doch ermutigt von meinem lüsternen und doch unschuldigen „Madonna-trifft-MonaLisa-Lächeln“ (ja, das kann ich!), bietet er mir nach 10 Minuten nicht nur seine Gesellschaft beim Warten an... sondern stellt mir auch seinen

KULTUR

K

High Heels

von Primadonna

„Mr. Big“ in Aussicht! Später testen wir den High HeelsEffekt in der City, nachdem wir uns in der Seedose zwischen lauter beflippfloppten Girls hoffnungslos overdressed fühlen! Doch auch hier ergeht es uns nicht besser! Ja wo sind denn all die heißen Outfits, die in den trendigen Shops von den Fashionvictims mit einem verheißungsvollen „Behave-Grinsen“ nur so von der Stange gerissen, lasziv vorm Spiegel anprobiert und dann stolz im schicken Sackerl nachhause getragen wurden, wo sie im Schrank auf ihren großen Tag warten? Was uns entgegenkommt sind Jeans, T-Shirts, Geox-Treter und blumige Sommer(umstands)kleidch en à la Rosamunde Pilcher! Wo aber bleibt „Samantha“? Also Mädels, gebt euch einen Ruck, schmeißt euch in eure geilsten Teile und eure höchsten Schuhe... die Euro naht – ihr werdet sie brauchen!

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Happy Birthday St. Pölten! St. Pölten feiert sich, und Niederösterreich feiert mit. Unter dieses Motto könnte man das Hauptstadtfest wohl am treffendsten stellen, immerhin wurde das Fest 1986 anlässlich der Hauptstadterhebung erstmals durchgeführt. Heuer findet die Party des Jahres am 4. Juli in der City statt! Bis zu 50.000 Gratulanten werden sich wieder ein-

dem Publikum von heimischen Szene DJ’s mit Reg-

finden! Wenig verwunderlich, immerhin genießt man

gae, Dancehall, Hip Hop, Alternative etc. eingeheizt

das bunte Treiben in den Gassen ebenso wie die ku-

wird. Und nachher geht’s dann sozusagen raus ins

linarischen Schmankerl und die Livemusik. Letztere

Mutterhaus im VAZ, wo zur Hauptstadtfest After-

wird auf vier Bühnen zum Besten gegeben.

hour-Party geladen wird und, directly aus London,

Allen voran gibt sich Österreichs Pop-Exportschla-

DJ Futurebound, MC Coppa u. a. die Turntables be-

ger Nr. 1, Christina Stürmer, auf der Hauptbühne am

dienen werden.

Domplatz die Ehre. Nach ihrem Erfolg bei Starmania

Fix ist natürlich auch die ORF Schlagerbühne am

anno dazumal fand die Oberösterreicherin in Wien

Rathausplatz, wo sich u.a. Florian Fessl, Nightfever

nicht nur ihre Band, sondern auch, wie sie es ein-

oder Yvette das Mikrofon in die Hand geben. Zudem

mal formulierte „ihre große Liebe – den Deutsch-

werden zahlreiche Blasmusikkappellen für Zünftig-

Rock“, dem sie bis heute treu geblieben ist.

keit und Schunkelfaktor sorgen.

Im Vorfeld dürfen die neuen Österreicher ran, so

Die kleinen Gäste dürfen sich am Riemerplatz und

„Band WG“, die aktuell die Charts aufmischen, wei-

am Rathausplatz auf jede Menge Attraktionen

ters Mario Lang! Zwischendurch sorgt DJ Matty Va-

freuen, und solche werden mit dem „Cirkus der

lentino für Stimmung, und natürlich darf das traditi-

Riesen“ oder Tanzdarbietungen auch in der Herren-

onelle Feuerwerk nicht fehlen.

gasse geboten. Kurzum, die Geburtstagsparty des

Ein Auswärtsspiel gibt das Warehouse auf der ei-

Jahres ist gesichert! Vorbeischauen lohnt sich!

genen Warehouse Stage in der Kremsergasse, wo

www.Hauptstadtfest.at

Invaders auf Titelkurs Die Meisterschaft läuft für die Generali Invaders wie geschmiert. Alle Partien konnten die St. Pöltner bislang für sich entscheiden, und so werden die Ambitionen auf den Meistergewinn, die Silver Bowl, immer konkreter. Doch noch hat man die Katze nicht im Sack. Drei Partien gilt es noch in der Vorrunde zu überstehen, darunter zwei Heimspiele am 8. sowie 21. Juni auf den Invaders Fields. Selbstredend, dass man wieder für cooles Rahmenprogramm mit Livemusik und BBQ sorgen wird. Tja, und als Saisonhöhepunkt steht man dann am 11. Juli, sofern man das Play Off am 27./28. Juni über-

man sich vor eigenem Publikum den Meistertitel

steht, hoffentlich im Silver Bowl-Finale, das heuer in

sichert! Tickets im VAZ St. Pölten, 02742/71400, ti-

St. Pölten ausgetragen wird! Wär doch genial, wenn

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04.06.2008 13:37:51


Charlie Furthner & Mika Stokkinen present the

summer

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blues

ssttp08 p08 festiv al

MIKA STOKKINEN

& the one night blues band

(a rhythm & blues party)

AL COOK

(the white king of black blues)

B.B. & THE BLUES SHACKS (jump blues from germany)

AXEL ZWINGENBERGER (the boogie champ from hamburg)

MOJO BLUES BAND (foot stompin’ chicago blues)

Sa. 26.Juli Einlas s: 17:00 Uhr Beginn: 18:00 Uhr

St. Pölten Ratzersdorfer See

@

3839 HSFInvaders_Blues.indd 3

04.06.2008 10:00:05


w

40 Irgendwann einmal sind auch die „B-Seiten“ abgespielt und die Nadel klinkt sich mit einem lauten „Knacks“ aus. Vielleicht wurde nicht alles gesagt, vielleicht manchmal auch zu viel – jedenfalls vorerst genug. St. Pölten und seine Innereien waren mit Sicherheit ein herrlicher Reibebaum – und bleiben es bestimmt auch weiterhin. Für andere. Deshalb werde ich nun in diesen heiligen letzten Zeilen nicht einmal EIN Wort über dieses nervtötende und einschläfernde Volksfest verlieren, auch wenn es darüber so viel zu sagen gäbe. Aber nein, nicht mehr für mich. Schluss. Aus. Die Zeilen sollten lieber für Wichtigeres h e r h a l te n , eine Entschuldigung zum Beispiel. Aber auch das wäre nur verlogener Pathos in einer

K

ERWIN MACHT BLAU Neuer Selbstbedienungsbereich, rotes Sonnense-

wandelt sich das Areal zum (Er)lebensklangraum

gel: In der Seedose am Viehofner See war man

mit verschiedenen „Instrumenten“. Am Abend

in der Übergangszeit definitiv nicht faul. Selbst-

gibts zudem „music of the sun“, ein Konzept, das

redend, dass man auch kulturell wieder sein ge-

Seedose-Chief Erwin Nolz mehrmals im Jahr um-

diegenes Scherflein zur Urbanität beiträgt, etwa

setzen möchte. „Das läuft unter dem Titel ‚Musik

mit zwei Projekten des NÖ Viertelfestivals. Am

zur Blauen Stunde’. Die Bühne wird zum See hin

13. Juni eröffnet die „etwas andere Kegelbahn“.

ausgerichtet, in den man sozusagen bei Sonnen-

Die in den Wald gebaute Bahn wird aus verschie-

untergang hineinspielt.“ Am 18. Juni ist zudem

densten Materialien „gezimmert“. Ab 18. Juni

Vollmond! Blaumachen war nie schöner!

Skeptic Eleptic get addicted

Tanzcafé leopold

B-SEITEN

sowieso bereits gescheiterten Ehe. Natürlich werde ich mich für keinen einzelnen Buchstaben entschuldigen, denn jedes einzelne Wort dieser 17 „B-Seiten“ kam aus dem tiefsten Winkel des eigenen Herzens. Dem abgrundtiefsten. Grund genug um einen Schlussstrich zu ziehen und diese Papier-Beziehung ein für alle mal zu beenden. Das alles wie immer ohne Zynismus und Ironie. Und so halt ich es mit Eva Jantschitsch: „Es ist Zeit diese Stadt zu verlassen.“ Also, kurz und schmerzlos: Servus, Baba und Au Revoir. KNACKS! ..... ...... ...... ..... .......... ....... .......... .................. ...... ............. ............ ....... ......... ........ ........ ....... .......... ............ ..... ........... ......... ....... ........ ........... ....... ...... ............... ............ ......... .... ........ ........ ........... ............ ............ ........... .......... ....... ....... ...... ............... ............ ......... .... ........ ........ ........... ....... ........

4041 SC Szene.indd 2

Seit 2. Juni ist „Get Addicted“, das mittlerweile dritte

Okay, so alt sind wir ja jetzt wirklich nicht, dass wir

Studioalbum der St. Pöltner Paradepunkrocker

uns noch an die „echten“ alten Tanzcafés unserer

„Skeptic Eleptic“, im Handel erhältlich.

Eltern anno dazumal in den Stadtsälen erinnern

Laut Eigendefinition der Band trifft auf Get Addicted

könnten. Aber die Idee ist natürlich charmant, und

77er Punkrock auf Pop und Glam. „Get Addicted

so haben Günther Hintermeier, alias Reverend, und

ist wieder 100%ig Skeptic Eleptic und definitiv un-

Dietmar „Schratti“ Schrattenholzer beim Umtrunk im

ser bestes und kompaktestes Album“, ist Thoms‘n

Paradiso die glorreiche Idee vom Tanzcafé Leopold

Roll, Schlagzeuger der vier, überzeugt! Während sich

ausgeheckt. Leopold liegt dabei auf der Hand, findet

beim Vorgänger-Album „Sick Sick Sick“ der Aufnah-

das Teil doch am 13. Juni beim Leo Koll statt und

meprozess noch über 12 Monate hinzog, haben

soll quasi eine Art Weihnachtskoll im Sommer wer-

Skeptic Eleptic das neue Ouevre in nur 10 Tagen ein-

den, Outdoor-Action inklusive. „Da gibts bösen Rock,

gespielt. „Wir schafften es diesmal die Energie über

coolen Pop und natürlich jede Menge Schlager!“,

das ganze Album aufrechtzuerhalten, was sicher

lächelt der Reverend hämisch in Vorfreude auf die

auch daran liegt, dass manche Songs live aufgenom-

„coole Muke“ und verweist auf seine gediegene DJ-

men wurden.“

Crew: „Starten werden DJ M.Rat und Pauli ‚Padavan‘

Insgesamt umfasst „Get Addicted“ 14 Tracks, die

Weichhart. Schratti und ich werden anschließend das

u. a. von Liebe, Sucht, Tod, Hoffnung und Sexualität

Niveau wieder drücken“, lacht er! Wir werden trotz-

handeln, und v. a.davon, sich nicht unterkriegen zu

dem kommen! Allein schon aufgrund des originellen

lassen. Kennen wir doch alle, oder?!

Tanzcafé-Sponsors: Tanzschule Schwebach!

Fotos skeptic eleptic, flosse, fotolia.de

von Tobias Zuser

04.06.2008 10:59:32


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04.06.2008 09:56:51


FESTIVALSAMMELALBUM

42

Alles andere ist primär Kaum eine andere Sache der Welt ist dem Fußball so nahe wie das Musikfestival. Bier, Lärm und die Anbetung von Helden sind da nur die Spitze des Eisbergs. Hinsichtlich der EURO 2008 im eigenen Land sind

3

SÖHNE MANNHEIMS

NUKE

BILLY IDOL BURG CLAM

MIA.

NOVA ROCK

7

HERBERT GRÖNEMEYER

KLAGENFURT

JOHN FOGERTY

BURG CLAM / WIENER STADHALLE

TRAVIS

FREQUENCY

Damit der eingefleischte Fan auch für die neue

Machine! Daneben werden in der Sturmreihe

und bringt eine Fortsetzung zum beliebten ORF-

Saison bestens vorbereitet ist, hier ein Überblick

die Ärzte, die feinfühligen Techniker von The

Format „Das Match“. Mit allerlei Stars aus dem

über die Top-Teams und ihre Titelchancen:

Verve und Frauenschwarm Incubus fungieren.

Ausgedinge des Weltfußballs wie John Fogerty,

Nimmersatt am Transfermarkt war auch heuer

Verstärkung gibt‘s aus dem Mittelfeld von den

Billy Idol sowie den österreichischen Lokal-

wieder der FC Chelsea Österreichs, das Nova

Sex Pistols, Judas Priest und Motörhead.

helden STS startet man ab 15. Juni in die Saison.

Rock von 13. bis 15. Juni. (Manche Fans haben

Nur der Platz scheint dieser Topmannschaft

Dazu gesellt sich mit Seal ein etwas jüngerer

immer noch das Knacken der Knochen nach der

noch nicht ebenbürtig zu sein. Die Pannonia

Vertreter seiner Zunft, der jedoch zuletzt in bes-

brutalen Blutgrätsche an Franz Bogner in der

Fields ähneln, nomen est omen, mehr einem

ter Beckham-Manier eher durch seine Ehe mit

Saison 2004 im Ohr). Das Nova Rock bringt wohl

Rübenfeld als einem Fünf-Sterne-Stadion.

einem Topmodel in die Schlagzeilen kam. Die

das spektakulärste Comeback des Jahres (ne-

Vor diesem Fußball-Hype in Österreich kann sich

Burg Clam folgt im übrigen offensichtlich dem

ben Henrik Larsson vielleicht): Rage Against The

natürlich auch die Burg Clam nicht verschließen

Weg des Sensationsaufsteigers LASK mit Ivo

MFG0608

4243_4445 Festivals.indd 2

04.06.2008 09:48:23


DIE SPIELER

43

wir diesen Gemeinsamkeiten näher auf den Grund gegangen und haben die knallharte heimische Festival-Liga sowie die Sommergastspiele unter die Lupe genommen. Welche Stars wurden eingekauft und halten sie, was sie versprechen. Mit welcher Taktik gehen die Trainer an die Sache heran, und sind die Stadien und Spielstätten tatächlich schon alle ligareif? Von Florian Kogler und Tobias Zuser

BOB DYLAN

WIENER STADTHALLE / SALZBURG ARENA

REM

FREQUENCY

LENNY KRAVITZ NUKE

10

PATTI SMITH

ARENA WIEN

CHEMICAL BROTHERS

NUKE

THE VERVE NOVA ROCK

Vastic, Christian Mayrleb und Co. Alt, aber gut!

Burkeneff eigentlich von der Insel. Von 4. bis 6.

seine Hymne zur WM 2006 bekannt. „Es gibt für

Transmission - so heißt der wohl vielverspre-

Juli finden gleich drei Heimspiele auf der Fes-

Grönemeyer nur noch 200 Restkarten, es heißt

chendste Tiroler Newcomer in dieser Saison,

tung Kufstein statt.

also rasch zugreifen, wenn man ihn noch live

der auch die Titelanwärter gehörig ins Schwit-

Abseits des stressigen Ligaalltags gastieren

erleben will“, verrät Coach Leodolter. Besonders

zen bringen könnte. Neben Legionären aus

auch heuer wieder internationale Topmann-

stolz ist er auf den Spielort, das Wörterhseesta-

Japan (Cornelius) sowie heimischen Talenten

schaften für Freundschafts- und Testspiele in

dion: „Ein echtes Schmuckkästchen! Wenn man

(Bauchklang, Sofa Surfers, Russkaja), setzt sich

der Republik. Nach Bon Jovi bringt Manfred

dort kein Konzert veranstaltet, wo dann bitte?“.

die Mannschaft zum Großteil aus britischen

Leodolter am 18. Juli den deutschen Star Her-

Ein weiterer „alter“ Trainerfuchs ist Richie Hör-

Stammspielern wie den Tindersticks und Mog-

bert Grönemeyer, der seine erste Platte just im

mann, der ebenfalls ein paar routinierte Stars

wai zusammen. Kein Wunder, kommt doch auch

Jahr von Cordoba auf den Markt brachte. Dem

wie Bob Dylan, Status Quo, John Fogerty oder

das Betreuer-Team rund um Trainerin Niamh

geneigten Fußballfan ist sicherlich auch noch

Patti Smith nach Österreich lotst! Und für die

0608 MFG

4243_4445 Festivals.indd 3

04.06.2008 09:49:43


44

DIE SPIELSTÄTTEN

14

WÖRTHERSEE ARENA KLAGENFURT

BURG CLAM

PANNONIA FIELDS

OBERÖSTERREICH

BURGENLAND

kommende Hallensaison hat man auch schon

und 19. Juli, im wohl schönsten Stadion Öster-

Kravitz haben wir jedoch wenigstens am Nuke

vorgebaut. Mit Tina Turner kommt am 2. Februar

reichs. Im Hinblick auf die kommende Spielzeit

einen Act, der ein gutes Trostpflaster dafür ist.“

ein Champions-League Spielerin nach Wien!

gibt sich VAZ-Stadion Chef René Voak trotz des

Lenny Kravitz, der Lionel Messi des Pop-Rock,

Nach einigen turbulenten Saisonen in der Ver-

Abgangs des Lovely Days optimistisch: „Natür-

wird in St. Pölten die Nachfolge der zum Fre-

gangenheit, ist das Nuke nun wieder auf Kurs.

lich ist es für Stadt und Region bedauernswert,

quency abgewanderten Fantastischen Vier über-

Seit dem Umzug 2006 spielt man, heuer am 18.

dass es heuer kein Lovely Days gibt. Mit Lenny

nehmen. Daneben sollen die Chemical Brothers

14.-16.AUGUST SALZBURGRING

LENNY KRAVITZ FANTASTISCHEN VIER

R.E.M. THE KILLERS

THE WOMBATS BALKAN BEAT BOX

DIE

OPEN AIR GELÄNDE VAZ ST. PÖLTEN

FLOGGING MOLLY MAXIMO PARK TRAVIS LOUIS XIV

PATRICE IRON & WINE JULIA

YEAR LONG DISASTER

THE CHEMICAL BROTHERS S HNE MANNHEIMS

Ö BABYSHAMBLES SLUT KAIZERS ORCHESTRA SCIENTISTS THE ROOTS THE HIVES WE AREALKALINE TRIO FETTES BROT MORCHEEBA GENTLEMAN GET WELL SOON GONZALES TRICKY NNEKA DROPKICK MURPHYS JOSÉBLACKMAIL ORISHAS STEREO MCS CULCHA CANDELA (

ITCHY POOPZKID

THE SUBWAYS THE LEA SHORES

EIGHT LEGS JUBILEE

DANKO JONES TEITUR MADSEN HIFI HANDGRENADES

(

(

CHIKINKI

(

LYRICS BORN & SOUND EDDY GRANT NIGHTMARES ON WAX SYSTEM GALACTIC with BOOTS RILEY (of The Coup) (

(

DIRTY PRETTY THINGS I AM X CLUESO & BAND WARD21 FEAT. TIFA THE HEAVY MONO & NIKITAMAN THE DRESDEN DOLLS THRICE BLOOD RED SHOES LIGHTSPEED CHAMPION ALBOROSIE & SHANG YENG CLAN (RODNEY HUNTER & LIVE BAND THE CHARLATANS ADAM GREEN LADYTRON TOSH meets MARLEY starring FULLY FULLWOOD, JUNIOR MARVIN & THE FULLY FULLWOOD BAND BLACK KIDS THE TEENAGERS (

3 TAGE - 90 ACTS - 5 BÜHNEN

(

(

COLLIE BUDDZ & THE NEW KINGSTON BAND(LES BABACOOLS(XAVIER RUDD

PETE PHILLY & PERQUISITE ( THE BEAUTIFUL GIRLS ( IRIEPATHIE ( POSITIVO MOÇAMBIQUE

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4243_4445 Festivals.indd 4

04.06.2008 16:14:13


45

DIE SPIELSTÄTTEN

Ja, Rosa ist wieder mal spät dran mit ihrer Kolumne! Ich gebe ja zu, mit Terminen und raschen Entscheidungen so meine Differenzen zu haben! Mann muss mir das nicht auch noch vorhalten! Ist halt gerade stressig, meine Zeit. Frühling-, Sommerund Freiheitsgefühle haben sich (un)glücklicherweise gleich parallel angekündigt, Sex and the city – the movie – ist angelaufen und überhaupt ... sagt nicht ein altes Sprichwort, „Die Letzten werden die Ersten sein!“ Fast so wie im Märchen,

K

NUKE

VAZ ST. PÖLTEN

WIESEN

BURGENLAND

ausreichend Druck ins Spiel bringen, die Söhne

Meinung nach wird das Line Up nur vielseitiger,

Mannheims sollen für die nötige Harmonie in

keinesfalls schlechter!“.

der Mannschaft sorgen. Insgesamt wurde eine

Nach zwei Saisonen im vorderen Drittel, findet

spielstarke Mannschaft auf die Beine gestellt.

sich das Lovely Days heuer wohl eher im Ab-

Aber auch ein Blick auf die Reginalliga Nord ist

stiegskampf wieder. Nach der Verlegung von St.

in diesem Jahr wärmstens zu empfehlen. Dort

Pölten ins kleinere Stadion von Wiesen hat man

tummelt sich nämlich das antrittsstarke Pala-

im Vergleich zu den Vorjahren, in denen u.a. The

verama, das in jedem Jahr dem Aufstieg in die

Who und Uriah Heep in der Startaufstellung zu

Top-Liga näher kommt. Diesmal hat man vor

finden waren, auf dem Transfermarkt bisher

allem auf deutsche Nationalspieler, wie Wir sind

- mit Ausnahme von Neil Young - keine allzu

Helden, Blackmail und die Fotos gesetzt, die von

großen Fische an Land gezogen. Dennoch setzt

1. bis. 2. August die Wiese an der tschechischen

man weiterhin auf Routiniers und Cordoba-Le-

Grenze ordentlich umgraben werden.

genden, die zwar nicht mehr mit dem schnel-

Ganz auf Routine dagegen setzt man bei der al-

len Spiel der Jungen mithalten können, aber

ten Dame in der heimischen Liga. So wurden für

durchaus noch das ein oder andere Kunststück

das Frequency heuer die Hochkaräter R.E.M en-

beherrschen. So darf man sich am 17. August

gagiert. Mit den gebürtigen Stuttgartern Thomas

mit Sicherheit auf ein brillantes Match freuen.

D., Smudo, Michi Beck und Andi Ypsilon ver-

AUßerdem soll es sich in der heurigen Spielzeit

stärkte man sich zudem gleich fantastisch mal

nur um eine temporäre Ausnahme handeln, wie

vier. Das Gros der Transferaktivitäten spielte sich

Teamchef Jenner erklärt: „Seit jeher nutzen wir

jedoch auf der Insel ab. Neben der Gründung

die entstehenden Synergieeffekte zwischen

einer eigenen Akademie namens „Weekender

Nuke und Lovely Days Festival. Jedoch konnten

UK Stage“ für Talente aus Großbritannien, dür-

wir heuer für den infrage kommenden Termin

fen sich auch einige Akteure auf der Main Stage

keinen Headliner gewinnen. Der Plan ist jedoch,

beweisen. Aus Schottland wäre dies Travis mit

2009 wieder nach St. Pölten zu übersiedeln.“

ihrer, für den schottischen Fußball atypischen

Auch von einem Neustart des legendären Two

Spielweise. Härter zur Sache geht es bei Ma-

Days A Week in Wiesen ist heuer die Rede, denn

ximo Park, nach ausgestandener Dopingsperre

das burgenländische Traditionsteam wurde vor

& he Coup)

wieder mit dabei sind die Babyshambles.

der fraglichen Lizenzvergabe von Skalar über-

Neu dieses Jahr ist das eigene Elektro-Zelt. Erst-

nommen. Dahinter steckt Nova Music, das somit

MAN

mals vertraut man beim Traditionsclub also auf

fast alle relevanten Teams der diesjährigen Sai-

moderne Technik. Kritiker bemängeln hierbei

son besitzt. Ob das der ersten Spielklasse in Ös-

die Verwässerung der Mannschaft und befürch-

terreich auf Dauer zuträglich ist, bleibt fraglich.

ten, dass sich aus diesen hochkarätigen Einzel-

In der Team-Aufstellung setzt man jedenfalls auf

akteuren aus den verschiedenen Lagern keine

„Catenaccio“, denn mit Slipknot, Serj Tankian,

harmonische Mannschaft bilden lässt. Teamchef

Live und Pennywise in der Abwehr macht man

Harry Abram…Jenner sieht dem aber gelassen

das Leben jedes Angreifers zur Hölle. Mit den

entgegen: „Das Frequency war schon immer

Spieltagen am 28. und 29. August sorgt man zu-

Open Minded mit Acts aus allen Genres. Meiner

dem für ein spannendes Saisonfinale.

Z

RS

AN

LA

AND

BAND

UDD

BIQUE

OS:

AT

eder), auf WienXtra et Online

4243_4445 Festivals.indd 5

wo Aschenbrödel zur Frau des Prinzen wird, das tapfere Schneiderlein die drei Riesen besiegt und Carrie zum Schluss doch noch ihren Mister Big heiratet! Also hat Rosa ja noch alle Chancen dieser Welt. Außer denen, die ich mir selbst schon versemmelt habe, weil Rosa im-

GEZEITEN von Rosa

mer mit einem Hintern auf vielen Hochzeiten tanzen muss und dabei das Wesentliche gelegentlich übersieht. Wenn da bloß nicht immer diese Männer wären, die drängeln würden oder Freundinnen, die mich oft schier gnadenlos in absolut peinliche Angelegenheiten verstricken und Rosa stets einen Hauch zart lila Farbe ins Gesicht treiben - sei es vor Scham oder vor Wut. Doch, wenn sich dann beide Fronten gleichzeitig verhärten und beginnen, an mir herumzuzerren, weil es ihnen nicht schnell genug geht, weil Rosa vielleicht erst beim zweiten Versuch ihre Gedanken sammelt und die Überlegung in ihr zu reifen beginnen, dann sollte man sie auf gar keinen Fall dabei stören. Gut Ding braucht eben Weile. Und so sei euch hiermit gesagt, liebste Freundinnen und Männer, es gibt nur ein Kommando, auf das ich prompt reagiere: Shopping!

04.06.2008 09:52:30


46

WAREHOUSE ADVERTORIAL Lord Of The Bass Der Hard Techno zieht am 14. Juni wieder ins Warehouse ein. Syntex Entertainment präsentiert ein großartiges Line-Up mit Marcel Liberté (Cave Club), Thomas Hewitt (P17 Club), Schranz Beckenhauer (FM4 La Boum Deluxe), Dazzero (Wunderland), Kamangah, und Absurd Mindz (Cave Club). Man darf sich also auf schweißtreibende Tanz-Beats freuen – bis in die frühen Morgenstunden. Keventsound sorgen zudem für eine Industrial Afterhour, für die Live-Visuals zeichnen sich Moving Eyes verantwortlich.

ÖSDR

Heute ist nicht aller Tage... Doch bevor sich das Warehouse Anfang Juli

Sachen umbauen und verschönern, Ende

in die verdiente Sommerpause begibt, darf

August sind wir wieder zurück“, erklärt GF

man sich noch auf einen ordentlichen Sai-

Norbert „Pauli“ Bauer. Dies bedeutet jedoch

son-Höhepunkt freuen: Just am 4. Juli, dem

nicht, dass während der Sommermonate

Österreich sucht den Reggae-Star: Am 21. Juni

letzten Tag der Saison, wird bei der Haupt-

tote Hose herrscht: Der Club Maquie im

kämpfen im Warehouse drei Bands beim Austrian

stadtfest Afterhour niemand Geringeres als

Norden der Stadt sorgt in der Zwischenzeit

Reggae Contest um die österreichische Reggae-

das Duo Moonbootica aus Hamburg am

für ein mittwöchiges Subculture-Programm.

Krone. Die Finalisten wurden zuvor über ein On-

Start sein. Auf der Drum‘n‘Bass Stage sind

Zwei Acts sind bereits bestätigt: Am 9. Juli

line-Voting ermittelt und stellen sich nun einer

außerdem Futurebound und MC Coppa aus

startet Pocket Rocket mit einem Akustik-

Jury, die gemeinsam mit dem Publikum eine

dem Vereinigten Königreich zu Gast. Danach

Set des neuen Albums „Disaster spreads so

Entscheidung fällt. Als Gewinn wartet ein Auftritt

wird das Warehouse für einige Wochen

much faster“, am 16. Juli ist D-Bridge (Exit

beim Spring Vibration Festival in Wiesen und die

die Pforten schließen. „Wir werden einige

Records) aus Großbritannien zu hören.

Chance beim European Reggae Contest des Ro-

JUNI 2008

totom Sunsplash in Italien teilzunehmen.

Warehouse Charts

1

2 3 4 5 6 7 8 9 10

MFG0306

4647 W-House.indd 2

Moonbootica & Jan Delay Der Mond Ladytron Ghosts Gustav Soldat In oder Veteran D-Bridge Blush Response Portishead Machine Gun Death Cab For Cutie I Will Possess Your Heart Booka Shade Charlotte Hot Chip One Pour Thought The Notwist Where In This World Fettes Brot Erdbeben

1006 MFG

04.06.2008 09:44:03

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07.05.2008 04.06.2008 09:41:30 09:44:30


48

SZENE umgekehrt, man wird dadurch einfach offener im Kopf.“ Die Facetten, die I am cereals in ihrer Musik vereinen, könnten unterschiedlicher nicht sein: „Was wir machen reicht im Prinzip von Hip Hop Grooves bis hin zu 80er Jahre Pop“, so Gerald. Black Electro Pop Soul beschreibt die Musik von I am cereals am besten. „Das hat sich alles ganz natürlich entwickelt, es ist nicht forciert worden. Die Sachen klingen homogen, der Grundfaktor ist immer: es groovt und motiviert zum Bewegen. Oben drüber gibt es dann verschiedene Facetten, eine Nummer ist ‚poppiger’ eine andere hat mehr Hip Hop Style“, beschreibt Gerald weiter. „Es war uns immer wichtig, dass wir uns dabei auf unser Gefühl verlassen, das Ganze ist keine verkopfte Gschicht“, pflichtet Martin bei. Während die Musik in Gruppendynamik entsteht, sind die Texte vor allem Martins Metier: „Oft sind Phrasen oder Wörter impulsgebend für einen Text. Das Anliegen dahinter kommt dann ganz natürlich, wie von selbst, ohne dass ich es irgendwie steuern kann.“ Aber auch Freiraum für vermeintlichen Unsinn nimmt sich I am cereals: „Es muss ja nicht alles immer einen Sinn ergeben. Manchmal darf’s ruhig ein bissl verrückter sein“, Martin lacht. I am cereals will sein Publikum emotional unterhalten, sowohl musikalisch als auch visuell: Die Band arbeitet mit einer Wiener Designerin zusammen, die sie ausstattet und einkleidet, da auch der optische Aspekt nicht zu kurz kommen soll. „Es ist Style, mit ein bisschen Glamour aber mit einem trashigen Hintergrund“. Die erste Single ist übrigens bereits fertig und wird im Juni digital veröffentlicht, und auch der erste Live Auftritt steht bereits fest: Er findet

Are you cereals?

Aus einer Laune heraus ist der ungewöhnliche Name einer neuen St. Pöltner Band entstanden: I am cereals. Gerald Huber von Bauchklang und Ben Martin teilen sich den Management Part in der Band und haben sich mit uns bei Melange und Marillenpago über ihr neues Projekt unterhalten. Von Verena Hohengasser, Foto: Christoph Haiderer Was auf den ersten Blick lustig erscheint, of-

beisammen, das allerdings zu dem, was er als

fenbart sich allerdings als Motto der Musiker.

Ben Martin macht, nicht passte. Anstatt es zu

Boden ihrer gemeinsamen Arbeit ist der Spaß.

verwerfen, begann er etwas Neues zu planen

Spaß soll es nicht nur der Band selbst, sondern

und trommelte schließlich sein Wunschteam

auch dem Publikum machen. „Serious“ betont

zusammen: Gerald Huber, Felix Teiretzbacher,

im Gegenzug dazu allerdings auch die ernst-

Marcus Hufnagl, Christoph Richter und Daniel

hafte Note der Musik, wenngleich der Hinter-

Letschka.

grund ein ironischer bleibt. „Der Name vereint

Obwohl alle Bandmitglieder mit ihren anderen

beides, einerseits das Ernste, andererseits den

Projekten und Bands zeitlich gefordert sind, ist

Schmähbäreffekt“, erklärt Martin.

die Koordination kein wesentliches Problem:

Musikalisch wie privat kennt sich die Band

„Man muss sich nur aufeinander abstimmen

schon lange, die initiative Idee zum gemein-

können“. Darüber hinaus befruchtet sich die

samen Projekt lag aber schließlich bei Ben

Arbeit auch wechselseitig: „Wenn ich mit I am

Martin. Er hatte eine große Menge an Material

cereals spiele, ist das gut für Bauchklang und

am 27. Juni in der Seedose statt. Auf die Frage wo I am cereals in fünf Jahren stehen möchte, bekommen wir eine klare Antwort: „Ganz oben. Das heißt für uns, dass wir regelmäßig Gigs spielen und dass man uns wo auch immer hört.“

MEMBERS Minister Barley (Gerald Huber) Lead Voc, Sax Bauchklang Don Quinoa (Ben Martin) Lead Voc, Guit, Bass Ben Martin Dr. Sorghum (Felix Teiretzbacher) Sax, Voc, Keys Ben Martin El Comandante Escanda (Christoph Richter) Bass, Guit Mono&Nikitaman, Richter Master Fonio (Marcus Hufnagl) Keys Capella Incognita Earl of Rye (Daniel Letschka) Drums Ben Martin

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50 Als Studentin, dachte ich – als ich noch ein 9to5-Arbeitsviech war – als Studentin hat man’s gut. Jeden Tag ausschlafen, jede Nacht Party. Doch wie immer gilt: reality bites. Ich husche zu spät in die Vorlesung. Färbe mir aus Kostengründen die Haare selbst und gleiche stylingtechnisch entsprechend einem unkoordinierten Fasan. Zudem ist das Auto grad in der Werkstatt, wo es vorerst auch bleibt, und die Pizza ist verbrannt, weil ich über meinen Literaturrecherchen für die morgige Hausarbeit aufs Backrohr vergessen hab, während meine Freundin, die zum ersten Mal seit Monaten auf Heimaturlaub von China (!) ist, vergeblich auf meinen Rückruf wartet: Hab X Jobs. Und keine Zeit. Beim eiligen Desperate WeiberFrühstück mit meiner Lieblingskollegin spiele ich Memory mit deren 5jähriger, wobei ich verliere (wo war noch mal die Babyente?), und checke mit der anderen

DAMENRUNDE

K

CHICKEN

von Althea Müller Hand auf einem zufällig vorbeilaufenden Laptop meine Webmails, weil ich immer noch nicht den ganzen Stoff beisammen habe, den wir für die Prüfung nächsten Dienstag (oder Donnerstag?) brauchen, und wenn ich mir nicht bald die Nägel neu lackiere, komme ich ins Come Undone-Buch der Rekorde, was eklig ist. Hunger plagt mich, doch die Zigarette kommt first und danach muss ich schnell duschen und in die Hackn fahren, die jetzt immer nachts ist, weil ich untertags, na, studiere. Panikblick ins Internet – siehe da, Prüfungsergebnis eingetrudelt – gute Note, passt. Nie war ich müder als hier und heute, kurz vor 1 Uhr morgens, mit einem Soletti im Mundwinkel und meinem Kalender, in den ich mit einem Kürbiskönig-Kuli leidlich Ordnung zu bringen versuche. Nie war ich müder. Und nie glücklicher.

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Superjuni

Die Schwestern unter euch, die auf Wimpel, Vereine, Torhüter, Sportwetten und sowas stehen, freuen sich bestimmt gerade sehr. Alle nicht-fußballbegeisterten Damen jedoch können bis 29. Juni die meisten ihrer (almost) Lover und damit so manche zweisame Aktivität, die Spaß macht, ziemlich abhaken. Doch die EM 2008 hat auch Vorteile… Pro EM! – Die Hurra-Punkte im Überblick Wir müssen uns um unsere Typen keine Sorgen machen – sie sitzen alle konzentriert vor einem TV-Programm, in dem lauter Männer rumlaufen. Dinge wie „Ich werde mir wohl von unserem Ersparten ein neues Auto kaufen müssen“ oder „Du, ich brauch mal ein halbes Jahr Pause“ kann sie jetzt bedenkenlos laut aussprechen, ohne, dass er die Krise kriegt – sein Kopf ist grad aus Leder. Der gemeinsame Mittagsbesuch bei den Freunden, die gern Jazz hören, nur vegan kochen und die Zwillinge haben, die gerade in der Schreiphase sind, ist plötzlich überhaupt kein Problem mehr – wenn wir ihn dafür abends ins mit Großleinwand ausgestattete Beisl zum kollektiven Anfeuern gehen lassen. Das 120 Euro-Parfum und die Celine Dion-Tickets unterm Weihnachtsbaum sind ihr bereits jetzt sicher – und alles nur wegen dieses einen öden Stadion-Tickets, das sie vorsorglich schon vor Moooonaten für ihn besorgt hat. Fazit: Lasst die Jungs zuuuschaaauuun! Webtipp: Anlässlich der EM initiiert Frauenministerin Bures zum Thema Frauen und Fußball Diskussionen, Kabarett u. a. – www.frauen.bka.gv.at

Superflavor Ohne hier einen hysterischen Anfall bekommen zu wollen, aber eine meiner absoluten (kreisch!) Lieblingskünstlerinnen (wah!), seit ich denken kann (also seit ich 15 bin), hat nicht nur ein neues Album (gna!) am Start, sondern kommt am 2. Juli auch noch nach (traräää!) Österreich: Alanis Morissette (US-kanadische „Ironic“- und „Thank You“-Ikone, Gottheit aus „Dogma“, Klimaschutz- und Menschenrechtsaktivistin und very easy Multimillionärin) geht mit ihrer nagelneuen Scheibe „Flavors of Entanglement“ extravagant experimentell emotionale Wege.

Superwe(i)b Ein zunehmend sympathischer werdendes österreichisches Portal von Frauen für Frauen mit unzähligen interessanten News, Sektionen und weiteren Links ist unter www.ceiberweiber.at zu finden.

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51 Es gibt zwar vereinzelt natürlich das eine oder andere Pärchen unter den Spielerinnen, aber Homosexualität gibts im Männerfußball auch, nur dort trauen sich die Schwulen aufgrund des diskriminierenden Umfeldes nicht zu outen. Weiters ist Mann oft der Meinung, dass Frauen nicht hart spielen, weil sie auf ihren Körper mehr achten und schmerzempfindlicher seien. Auch dies stimmt nicht! Viele Spielerinnen wissen ihren Körper gekonnt einzusetzen, wenn nötig hilft man sich mit dem einen oder anderen Foul, und so kommt es wie im Männerfußball nicht selten zu blauen Flecken, Schürfwunden, bandagierten Knöcheln und Knien. Wenn man genauer hinsieht, kann man schnell feststellen, dass die kickenden Damen durchaus härter im Nehmen sind als manch Geschlechtsgenossin. Unter den Verteidigerinnen existiert meistens ein „Rambo“, eine Spielerin, die einfach jeden zum Fall bringt und dafür schon hin und wieder eine Karte kassiert. Im Mittelfeld findet man meistens die Regisseure, die elegant das Spiel organisieren, oft auch solche, die mit

starken Schüssen gut für Kreuzeck-Freistoßtore sind. Im Sturm anzutreffen: Die Schnellen, Trickreichen. Besitzt eine von ihnen den Ball, umspielt sie mit einer eleganten Drehung die Gegenspielerin, macht ein oder zwei Rückzieher und beendet den ganzen Spielzug mit einem schönen Schuss aufs Tor. Es gibt Tage, an denen dieses System perfekt funktioniert, an anderen wiederum läuft ein-

Frauenfussball – Vorurteil und Wirklichkeit

Freitagabends, 20:00 Uhr, örtlicher Fußballplatz. Eine Gruppe von Mädchen und Frauen bewegt sich höchst motiviert über den Rasen, wärmt auf, macht ein paar Übungen, und schon geht’s los: Frauenfußball. Eine Aufklärung. Von playing Isabella Wohnhas

fach überhaupt nichts. Dann reagieren Frauen wahrscheinlich deutlich anders als Männer: Frustfouls, Zickereien, Auseinandersetzungen mit dem Trainer und dem Schiedsrichter – Frau weiß ihre Wut überall auszulassen, nur eben selten am Ball. An solchen Tagen geht man den Spielerinnen am besten aus dem Weg, vor allem als Schiri. Diese geraten oft ins Kreuzfeuer der

Viele Männer mögen jetzt denken, am Platz

wachsen und mit ihnen die Begeisterung un-

Kritik, nicht zuletzt, weil auch sie mehr Macho

herrsche nur Gekreische und schüchternes Ge-

ter den Spielerinnen, doch ein Problem steht

als Unparteiischer sind und den Frauenfußball

kicher, aber im Gegenteil: Es wird gedribbelt, ge-

immer noch im Raum: Die ewigen Vorurteile.

nicht ernst genug nehmen. Sie pfeifen zwar,

trickst, hineingerutscht und vor allem eins: Mit

Erwähnt man als Frau, dass man Fußball spielt,

aber oft lax und ohne Karten, als dürfe man di-

viel Spaß und Leidenschaft gespielt.

schmunzelt Mann gegenüber zumindest einmal,

ese im Frauenfußball nicht verteilen.

In Österreich haben sich in den letzten Jahren

bevor er fragt, ob man denn lesbisch sei. Liebe

Doch der schlimmste Frust vergeht irgendwann

über 6.000 Frauen und Mädchen gefunden, die

Männer, ihr werdet es kaum glauben: Nicht

wieder und dann sind sie wieder voller Begeiste-

in verschiedenen Vereinen spielen. Die Ligen

alle Frauen, die Fußball spielen, sind lesbisch!

rung am Werk, Österreichs Fußballdamen.

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Obmann, Trainer, Bowling-Ass In Einem: Mr. STP Strike Power „Trosti“

Wir werden Meister...

Seit Oktober hat St. Pölten die modernste Bowling-Halle Europas. Im Februar hat sich der Verein „STP Strike Power“ formiert. 2009 möchte Trainer Daniel Trost mit seinen Schäfchen die niederösterreichischen Landesmeisterschaften bestreiten. Von Thomas Schöpf; Foto: Hermann Rauschmayr Am schlimmsten ist es, wenn einer alle zehn

Bahnen ja die ersten 35 bis 40 Fuß mit einem Öl-

Neustadt und je einer aus Purgstall und eben St.

Pins umwirft, glaubt eine „Sau“ gehabt zu haben

film überzogen sind, der keilförmig endet. Muri

Pölten werden teilnehmen. „Die Wr. Neustädter

und sich darüber mokiert, dass er nichts läuten

Geller wirft den Ball mit seinem linken Pratzerl

spielen derzeit noch beim steirischen Verband

hört. Darüber können die Spielerinnen und Spie-

zum linken Rand hin. Sobald der Ball Grip be-

mit, die Purgstaller beim oberösterreichischen.“

ler des ersten St. Pöltner Bowling-Vereins „STP

kommt, dreht er sich in perfektem Winkel zu

Ein Team mit vier Damen und ein Team mit fünf

Strike Power“ bestenfalls milde lächeln. Sie lie-

den Pins hinein. Strike-Mike hingegen bevorzugt

Herren werden jeweils benötigt. Für STP Strike

ben ihren Sport und betreiben ihn mit Ehrgeiz.

eine direktere Linie. „Beides kann zum Erfolg

Power kein Problem. 16 Mitglieder hat der Ver-

Deshalb machen sie Neulinge gerne auf die

führen“, so Trost, der im Verein auch als Trainer

ein schon. Interessierte sind herzlich willkom-

Unterschiede zwischen Kegeln und Bowling

fungiert. Der 25-jährige „Wahl-St. Pöltner“ hat

men. „Der Spaß steht bei uns im Vordergrund.

aufmerksam: Alle Neune gibt’s nicht! Es sind

den anderen schon einige Jahre an Erfahrung

Wir haben aber schon auch sportliche Ambiti-

zehn Pins, die es mit maximal zwei Versuchen

voraus, spielte früher in Purgstall. Gleich vier

onen“, stellt Trost klar. Deshalb gibt es für Neue

umzuwerfen gilt – und sollte es mit einem Mal

Bälle besitzt Trosti: „Die sind alle auf mich abge-

eine rund zweimonatige Probezeit. Leute, die

gelingen, nennt man das Strike.

stimmt und für jeweils unterschiedliche Bahnen

nur billig bowlen wollen, sind im Verein fehl am

Deshalb ist der Spitzname von Vereinsmitglied

geeignet!“

Platz. Gelegentlich kommen sogar die Bowling-

Michael Bauer auch „Strike-Mike“, während

Bahn ist nicht gleich Bahn. Deshalb läuft der-

Europameister Thomas Tybl und Thomas Gross

Vize-Obmann Murat Düzel „Muri Geller“ ge-

selbe Ball in St. Pölten etwas anders als etwa in

auf Stippvisite ins NXP Bowling Center und ste-

nannt wird. „Er spielt mit mehr Gefühl. Bei ihm

Purgstall. Bei einem Vergleichskampf gegen ei-

hen dem STP Strike Power-Team mit Rat und

macht der Ball einen schönen ‚Curve’ wie es

nen anderen Klub könne man deshalb durchaus

Tat zur Seite. Mit Sybille Niedermayer hat der

im Bowling heißt“, attestiert Obmann Daniel

von Heimvorteil sprechen. Und 2009 sollen die

Klub auch eine eigene Jugend-Referentin. Ihre

„Trosti“ Trost. Kollege Bauer hingegen spiele

Spiele beginnen! „Landesmeisterschaften sind

Schwester Verena kümmert sich um Menschen

mit Power. „Aber beim Muri glaubt man, der Uri

unser Ziel. Der Meistertitel unsere Vision“, ver-

mit Behinderungen. Sportlich Ambitionierte kön-

Geller steckt dahinter!“, löst Trost das Rätsel um

rät Trost. Vier Klubs sind dafür vonnöten. Trost

nen sich der STP Strike Power gerne anschlie-

Düzels magischen Spitznamen.

bastelt mit dem Präsidenten des NÖ-Landesver-

ßen. Kontakt: office@stp-strikepower.at

Dazu muss man wissen, dass beim Bowling die

bandes Jürgen Maxa daran. Zwei Vereine aus Wr.

www.STP-strikepower.at

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Die NDU ist eine Studieninitiative des WIFI und der Wirtschafskammer NÖ.

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KRITIKEN

Zum Hören

Manshee, mikeSnare, K nolli, R ené, R ob.ST P, G itsche (von links nach rechts)

anywhere i la

y...

Lieblings-Schauspielerin und – Interpretin in einem?! Geht das überhaupt und kann das gut gehen? Und ob! Johansson covert Tom Waits und entgleitet dabei dem Mainstream völlig. Ihre Versionen pendeln zwischen bluesig-folkigen Roots und schleppendem New Wave. David Bowie war so begeistert, dass er bei einem Stück mitsang. Fazit: Den Meister zu kopieren ist immer eine Todsünde, aber in diesem Fall ist es eine, das Album nicht anzuhören.

Pocket Rocket

Disa ster sprea ds...

Quiet Village Silent

All jene, deren Herzen in den 90ern für Chill-Out Musik schlugen, aber inzwischen, ob der penetranten Übersättigung nur mehr „Cafe del Mar-ant Josef!“ seufzen, sei dieses Album empfohlen. Zwei junge Briten haben Film- und Schallplattenarchive durchgewühlt und einen äußerst erfrischenden Verschnitt daraus kreiert. Ein hinuntergepitches Schnipsel aus Marc Almonds „Days of Pearly Spencer“ feiert mit „Can‘t Be Beat“ Wiederauferstehung.

KINO

Funny Games MULTIMEDIA michael haneke

michael haneke

NNEKA

In silico

Die mit Abstand erfolgreichste Drum&bass Kapelle Pendulum hat nach dreijähriger Abstinenz das zweite -mit Spannung erwartete- Album vorgelegt. Das Album finde ich persönlich fantastisch, allerdings könnte der gemeine dnb Hörer etwas enttäuscht sein: es handelt sich bei diesem Werk eher um eine Art Rundumschlag in Sachen elektronischer Tanzmusik – enthält aber doch auch Spuren von Drum&bass.

Funny Games u.s.

a usser k ontr olle

Das dritte Album des deutschösterreichischen Dancehallgespanns geht an den Start. Als brennender Live-Act längst auf internationalen Bühnen etabliert, schaffen es die beiden erstmals diese Energie auch auf Tonträger zu bannen. Zwei der 16 Tracks stammen vom House of Riddim und STP´s Ausnahmemusiker Christoph Richter sorgt als Mitglied der Backing Band „The Royal Flash Band“ mit für den richtigen Sound. Ein tolles Album!

PENDULUM

Das klingt ja wie … - Musiker wollen nicht in etikettierte Schubladen gedrängt werden. Bei Pocket Rocket möchte ich diesen Vergleich aus Respekt zu einem gelungenen, fetzigen, punkig rockigen Album auch nicht bemühen. Guter Sound mit eingehenden Songs, die zum Mitshaken verführen. Manchmal vielleicht zu glatt, ohne Ecken und Kanten, was aber auch für eine einwandfreie Produktion spricht. Trotzdem, das klingt ja wie …

Manshee, Dali K oljanin

Mono&Nikitaman

Movie

H ermann R auschmayr

Next.lala.com

musikbibliothek online

N o longer

a t ea se

Ein Blitz hat mich getroffen, hat sich in meine Eingeweide gebohrt, pumpte blitzschnell durch alle Adern bis mir fast der Kopf explodierte, fuhr weiter in Beine, Becken und Bauch, wo er seine volle Kraft demonstrierte und mir noch wochenlang als irisierender Dunst überall hin folgen wird. Der Blitz nennt sich Nneka, Nigerianerin, Wahlhamburgerin, klein, zerbrechlich, aber eine Bombe! Album kaufen und „Heartbeat“ auf Dauerfeuer stellen!

BUCH

H . Fahrngruber, W. H intermeier

Manfred Wieniger

Der E ngel

der letzten Stun

de

Michael Hanekes US-Remake seines eigenen und härtesten Psycho-Thrillers aus Österreich vom Jahr 1997. Nahezu 1:1 nachgedreht, erzählt er von einem eiskalten Spiel, das zwei Eindringlinge im Ferienhaus einer ganz normalen Familie mit dieser treiben. Ein Film voller Abgründe und psychischem Nervenkitzel.

Mittels einer Weboberfläche kann man auf next.lala.com seine eigene Playlist zusammenstellen und Musik aus über 5 Millionen Titeln hinzufügen. Freilich hört man seine Musik nur, wenn der Browser offen ist, aber ob Browser oder iTunes ist auch schon egal. Der Spaß kostet 10 Cent/Titel, Download ist gegen Aufpreis möglich. Als Neuling bekommt man 50 Titel kostenlos.

Marek Miert, ein schrulliger Expolizist, ermittelt im Fall eines verschwundenen jungen Mädchens. Handlungsort ist die Stadt „Harland“, die nur unschwer als St. Pölten zu identifizieren ist. Das Lokalkolorit der Kleinstadt schimmert durch, an den düsteren Rändern ebenso wie in den umgebenden Dörfern. Die Sympathie gehört den Außenseitern …

Nie wieder Sex mit der Ex

Zahlen per Finger

David Safier

Peter ist ein unauffälliger junger Mann, der nach 6 Jahren von seiner Fernsehstar-Freundin abserviert wird. Er ist daraufhin völlig am Ende und als auch der billige Lambrusco nichts mehr zu helfen scheint, erfährt er auch noch, dass seine Ex mit einem berühmten Rockstar zusammen ist. Peter fährt auf Besinnungsurlaub auf Hawaii, doch prompt befindet er sich in einem Hotel, wo die frischgebackenen Liebespaare ebenfalls Urlaub machen …

Auf futurezone.orf.at findet man zwei Beiträge, die das Fingerabdruck-Bezahlsystem behandeln. Einer erläutert wie unsicher dieses System sei und wie leicht man doch einen Fingerabdruck fälschen kann, der andere macht bekannt, dass ein großer Handelskonzern (wie auch die Regierung mit den biometrischen Reisepässen) in Zukunft dieses System einsetzen will. Na wie jetzt, sicher oder nicht? Da verstehe einer mal die Welt...

Eine Fernsehmoderatorin steht am Zenit ihrer Karriere, da bleibt wenig Zeit für Ehemann und Tochter. Peinlicherweise wird sie ausgerechnet nach einem Seitensprung von Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen. Als sie wegen ihres miesen Karmas als Ameise wiedergeboren wird, bemerkt sie, wie sehr ihr ihre Familie fehlt. Mit dem wiedergeborenen Casanova kämpft sie sich auf der Reinkarnationsleiter mühsam nach oben …

Nichola s Stoller

ungeklär

te Fra ge

Mie se s K arma

Foto: zVg, photocase

scarlett johansson

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VERANSTALTUNGEN

HIGHLIGHT

www.bodiesvienna.at | Wien | Gasometer D

Bodies - Die Ausstellung Die Ausstellung zeigt und erklärt die Anatomie des menschlichen Körpers auf eine vollkommen neue und faszinierende Art und Weise. Sie zeigt echte menschliche Körper bzw. Organe und Systeme, die den Besuchern – auch Kindern sowie nicht vorgebildeten Besuchern – die Zusammenhänge im menschlichen Körper leicht verständlich näher bringen. Mehr als 7 Millionen Menschen haben die Schau schon gesehen.

bis 31. August 2008

Beginn: jew. 10:00 Uhr

14.06.

Musikverein 1837

Die Festwochen sind mittlerweile zu einer Plattform für „Musik und mehr“ in St. Pölten geworden. In diesem Rahmen geben Chor und Orchester des St. Pöltner Musikvereins 1837 am 14. Juni ein Konzert in der Bühne im Hof. Unter der Leitung von Uwe Cernajsek ist ein gelungener Abend vorprogrammiert! Kartenvorverkauf: Buchhandlung Schubert, Beginn: 19:00 Uhr! konzert

25.-28.06.

bühne GH i m Koll hof

F il m Am Do m

Bereits zum 15. Mal findet heuer das stimmungsvolle Kinofest „Film am Dom“ unter freiem Himmel statt. Neben einem hochkarätigen Filmprogramm mit Highlights des abgelaufenen Kinojahres (Die Fälscher!) werden zwei Live-Musikacts zum halbrunden Geburtstag für ausgelassene Stimmung sorgen: Attwenger (28.06.) und Austrofred (27.06.), Eintritt frei! film

Foto: zVg, photocase

bis 29.06.

GH Koll do mpl atz

alles fuss ball

Die außergewöhnliche Fußball-Sonderschau im Stadtmuseum St. Pölten lockt viel Fußball-Prominenz an: Nach dem Ehrenpräsidenten des ÖFB, Beppo Mauhart, absolvierten auch Peter Pacult (Rapid) und Karl Daxbacher (Austria) eine Führung durch die Ausstellung „Rund ums Leder – Alles Fußball“. Geöffnet: Mittwoch bis Sonntag von 10-17 Uhr! ausstellung

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st adt museu m

14.06.

Balk an groove

Für die, die DJ Shantel und das Bucovina Club Orkestar noch nicht kennen: Eine mitreißende Sound-Mischung aus mazedonischen Blasorchestern und GipsySwing der Walachei. Mittlerweile hat sich der Bucovina Club über ganz Europa ausgebreitet und erreicht nun St. Pölten. Die Stadt wird für eine Nacht Zentrum des Balkans. Sehr empfehlenswert! konzert

26.06.

festspiel haus

SOMMER

touris mus büro

Musikt heater

Sommerpause in den großen Häusern. Kein Grund für Klassikfans den Kopf hängen zu lassen. In Reinsberg wird Beethovens „Fidelio“ gespielt (31.7.–16.8.), in Gars am Kamp Verdis „Aida“ (18.7.– 10.8), in Klosterneuburg Mozarts „Don Giovanni“ (8.7.–2.8.) und in St. Margarethen Verdis „La Traviata“ (9.7.– 24.8). Zudem wartet jede Menge Theater. www.theaterfest-noe.at rubrik

Wer sagt, dass Menschen, die Fußball mögen, nichts mit Literatur am Hut haben? Ganz im Gegenteil! Der von der PERPETUUM-Bühne bekannte Georg Wandl liest vor der Eröffnung der EURO 08 Texte zum Thema Fußball. Die Reise durch die Welt des Fußballs reicht von ernsthafter Literatur bis zur satirischen Farce. Übrigens: Das Leder ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten! st adt museu m

lesung

opus4

20.06.

Im Rahmen des Barockfestivals 2008 gastiert das Posaunenquartett „OPUS4“ in der Franziskanerkirche. Mit Mitgliedern des Gewandhausorchesters zu Leipzig wurde das Quartett 1994 gegründet und es vereinigt vier hervorragende Posaunisten des weltbekannten Orchesters. Das Repertoire des Ensembles umfasst Bläsermusik aus fünf Jahrhunderten. Beginn: 19:30 Uhr! fr anzisk anerkirc he

konzert

spurensuc he

Frauen hinterließen in der Öffentlichkeit in vielen Bereichen nur undeutliche Spuren. Allzu oft verschwand ihr Schaffen im Schatten berühmter Männer. Der frauenspezifische Spaziergang führt – ausgehend vom Rathaus – zu ausgewählten Orten, die unter anderem auf vergessene weibliche Persönlichkeiten verweisen. Treffpunkt 18:00 Uhr! entdecken

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