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WEIN und Bergtälern, die vom Übergangsklima ­zwischen kontinentalen Einflüssen der kas­­­­­­­­­­­­­ tilischen Hochebene und den gemäßigten atlantischen Verhältnissen Innergaliciens ge­­ prägt sind, ließ den Agraringenieur und Oenologen bald fündig werden. Unweit des Städtchens Ponferrada erwarb er drei Parzellen auf über 700 Meter Höhe, die mit alten ­Mencía-, Palomino- und Doña Blanca-­Pflan­ zungen bestockt sind. Die Parzellen mit unterschiedlichen Ausrichtungen und Boden­ strukturen – von Quarzit, Granit, Schiefer bis hin zu Sandstein – befinden sich an einem kühlen, unwegsamen und damit zumindest in früheren Zeiten unbeliebten Ort der DOP. Genau dort aber sah Rovira die Möglichkeit, seine Vorstellung von einem perfekt ausbalan­ cierten Wein zu verwirklichen. Heute baut er neben dem beeindruckend frisch gehaltenen Weißwein Valdesacia zwei unterschiedliche Mencías aus. Die nach ihren Parzellen be­­­ nannten Weine Lombano und Chanovillar sehen kein Holz und erfahren einzig und alleine einen Ausbau in Beton. „Als ich an­­ fing, war das wie ein Balanceakt ohne Netz. Die Chancen mit meinen Ideen zu verun­ glücken, standen wahrlich nicht schlecht“, gibt Rovira heute freimütig zu.

DIE TERRUÑO-AKROBATEN

Das Projekt von Diego Ribbert: Legado de Horniz

Was für ein Projekt: Kennengelernt haben sich die vier Weinmacher in Elche während des Studiums, und obwohl alle vier bei ­renommierten Erzeugern arbeiten, finden sie immer noch Zeit, in Gemeinschaftsarbeit eigene Weine zu erzeugen. Das Projekt heißt Envinate und die Besitzer sind Alfonso ­Torrente, José Ángel Martínez, Laura Ramos und Roberto Santana. Man könnte das Quar­­­­­­­­­­­­­­ tett als terroirbesessen bezeichnen, denn selbst unwegsamstes Gelände, wie es sich in den Bergen von Nordteneriffa findet, schreckt diese Weinabenteurer nicht ab. Aus dieser ­völlig abgelegenen Ecke stammt das Lesegut für die Táganan-Weine. Die Trauben werden von den unzugänglichen Rebgärten mit dem Maulesel oder auf den Schultern in das Tal gebracht und dann zu zwei Parzellenweinen verarbeitet. Der weiße Táganan Parcela Amor­ goje wie der rote Parcela Margalagua entstehen aus vor über 200 Jahren gepflanzten Misch­ sätzen, werden teilweise mit den Rappen ­ver­­­goren und im gebrauchten Holz ausgebaut. Ein Mal im Fass, wird der Wein zwecks Oxi­ dationsschutz nicht mehr bewegt. Ähnlich ­asketisch-natürlich arbeiten die Freunde ihre Lousas-Gewächse in der galicischen Appella­ tion Ríbeira Sacra, mit dem Unterschied, dass dort auch noch offen vergoren und die ­Trauben mit den Füßen gestampft werden. Lousas Caminho Novo, eine rote Cuvée aus Mencía, Garnacha Tintorera, Espadeiro und anderen lokalen Sorten, die in uralten, sehr steilen Terrassenanlagen stehen, wird ergänzt durch einen weiteren Wein namens Parcela Soane, der wie alle Envinate-Parzellenweine

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MEININGERS WEINWELT ist eine Special-Interest-Zeitschrift für Weinkenner und Einsteiger. Die Zielgruppe wünscht sich Informationen, die sie...

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