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Sanieren für die Zukunft Schwerpunkt „Raus aus Öl“: Alternativen und Förderungen | Holz als Roh- und Brennstoff Vom Tun und Lassen | Schluss mit „Man weiß nicht genau“ | Komfortlüftung nachrüsten Frühjahrs-Check am Haus | Aktuelle Sanierungsförderungen | PV oder Batteriespeicher


Bewährt, aber nicht alt dings die Freude, als sich die 32-Jährige vor ein paar Jahren entschieden hatte, das Haus der verstorbenen Oma zu übernehmen. Eine Sanierung? Unausweichlich.

Holz spielt als regionaler Rohstoff sowohl im Bau als auch bei der Energiegewinnung eine bedeutende Rolle in Vorarlberg. Bianca Winder hat bei der Sanierung auf Holz vertraut.

Komfortabel und effizient Der bestimmende Rohstoff im Gesamtkonzept der Sanierung blieb Holz – auch bei der Heizung. „Holz wächst vor meiner Haustüre in den Wäldern. Es sollte daher die Hauptrolle spielen“, war sich Bianca sicher. Die berufstätige Frau entschied sich daher für eine komfortable Pelletheizung. Sie vertraut damit einem bewährten, regionalen und nachhaltigen Kreislauf: vom Keimling bis zum Holzspan.

Zu ihrem mehr als 60 Jahre alten Haus hat Bianca Winder aus Egg eine ganz besondere Verbindung. Die Bregenzerwälderin ist mit ihrer Mama und Oma darin

Holz wächst vor meiner Haustüre in den Wäldern. Es sollte daher die Hauptrolle spielen. Bianca Winder Hausbesitzerin aus Egg

Die nachhaltige Reise eines Vorarlberger Baumes, aus dem Wald bis in den Pelletofen, erleben Sie hier: holz.energieautonomie-vorarlberg.at

© EAV/Gmeiner

aufgewachsen, hinter jedem Türrahmen verstecken sich wunderschöne Kindheitserinnerungen. Eine alte Holzheizung ohne Pufferspeicher, ein undichtes Dach sowie alte Fenster trübten aller-

Daten & Fakten

Bianca Winder vertraut auf Holz.

Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg

EINE ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG DES LANDES VORARLBERG

e g i t l a h h c a N t e t e i b e i g r e En ald dir unser W Schritt für Schritt zur Energieautonomie

Mit heimischem Holz lässt es sich prima heizen. Kostengünstig, nachhaltig und natürlich. Ob naturbelassen als Stückholz, vollautomatisch als Pellets oder ganz bequem als Fernwärme. Setze deinen nächsten Schritt in eine enkeltaugliche Zukunft! www.vorarlberg.at/energieautonomie


Vorwort Bis 2050 wollen wir in Vorarlberg nur noch so viel Energie verbrauchen, wie wir aus regional ­verfügbaren, erneuerbaren Energieträgern gewinnen können. Das ist das Ziel der Energieauto­ nomie Vorarlberg. Den Weg dahin ebnen zwei zentrale Strategien: Erstens, den Energieverbrauch zu senken. Die Sanierung des Gebäudebestands spielt eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur Energieautonomie. Erfreulich zu sehen ist, dass das Zusammen­ spiel zwischen innovativen Anwendern und leistungsfähigem Handwerk in einem ausbalan­ cierten System von Hilfestellungen, Regeln und Anreizen gut funktioniert. Wir haben alle Mittel in der Hand, im Gebäudebereich die Ziele der Energieautonomie zu erreichen und liegen dank der gesetzten Maßnahmen bereits jetzt gut auf Kurs. Und zweitens, auf erneuerbare Energieträger umzusteigen. Die Förderung erneuerbarer Energie ist in Vorarlberg keine Modeerscheinung. Seit vielen Jahren werden nachhaltige Energiesysteme unter anderem im Wohnbau vom Land gefördert. Mit dem „Förderbonus Altbau“ gibt es einen zusätzlichen Anreiz, im Gebäudebestand auf nachhaltige Energieträger umzusteigen. Zusammen mit der Förderung des Bundes sind bis zu 12.000 Euro in bar für den Wechsel von Öl auf erneuer­ bare Energieträger abzuholen.

Inhalt

Um die bestmögliche Alternative zur Ölheizung zu finden, hilft die produktneutrale „Raus aus Öl“-Beratung vom Energieinstitut Vorarlberg. Sie wird vom Land unterstützt und ist vorläufig kostenlos. Nehmen Sie sie in Anspruch!

04 Vom Tun

Jeder Umstieg auf erneuerbare Energieträger, jede Maßnahme zur Senkung des Energie­ verbrauchs bringt uns der Energieautonomie einen Schritt näher. Allen Engagierten ein großes „Danke“ dafür.

06 Vom Öl

und vom Lassen erzählt unsere Sanierungsgeschichte.

rein in ... was? Alternativen im Fördercheck.

10 Vom Wohnen mit Generationen und neuen Mietern.

14 Vom Blick auf ein paar kritische Stellen im Frühjahr.

16 Vom Holz das nicht nur beim Heizen alle Stücke spielt.

20 Vom Geld mit dem Bund und Land Sanierungen fördern.

22 Vom Strom Mag. Markus Wallner Landeshauptmann

Christian Gantner Energielandesrat

der von der Sonne kommt und gespeichert werden will.

IMPRESSUM | Verleger (Medien­inhaber) und Hersteller­: Russmedia Verlag GmbH, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach • Redaktion: Wolfgang Seidel, Energieinstitut Vorarlberg • Fotos: Karin Nussbaumer (Cover, S. 3 o., 4–5), Fasching GmbH (3 u.), Markus Gmeiner (6–7, 12 u., 14, 20 u., 22, 23 u.), lassedesignen – stock.adobe.com, privat (10–11, 19 mi. u. re.), Fotowerk (12 o.), Paolo Schorli (15), Landwirtschaftskammer (16–17), Müller Wohnbau (19 o. u. li.), candy1812 – stock.adobe.com (20 o.), Antonioguillem – stock.adobe.com (23 o.) • Druck und Verteilung: Russmedia Verlag GmbH bzw. Russmedia Vertrieb GmbH & Co KG – beide Guten­berg­stra­ße 1, 6858 Schwarzach • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, Guten­bergstraße 1, 6858 Schwarzach, Tel. 05572 501-0, Fax 05572 501-245 • Erscheinungs­datum: Dienstag, 16. April 2019

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Vom Tun und vom Lassen Eine Dornbirner Familie hat ein Wohnhaus aus den 50ern saniert. Und dabei nach dem Motto „Ganz oder gar nicht!“ Notwendiges entschieden erneuert und Bewährtes unangetastet erhalten – mit bemerkenswertem Resultat. Betritt man das Reich von Tiffany, Severin und ihren Eltern, so pendelt man zwischen den Zeiten: Man steigt die Stiege zum um einen Halbstock aus dem Erdreich erhobenen Erdgeschoß an einem modernen Sockel aus glattem Sichtbeton empor zur im Original erhaltenen Haustüre und betritt eine Welt ­ aus Fischgrätparkett, Küchenschränken aus den 30ern und Stuckdecken, die unangetastet eine Generalsanierung überstanden haben. Auf den weitläufigen, naturnahen Garten blickt man durch die Fenster aus dem ­Originalbestand, auf den Stand der Technik gebracht durch Vorfenster. Den Zwischen-

raum zwischen Alt und Neu nutzt die Familie mal als Gewächshaus, mal als Galerie. „Das ist gut, das passt.“ Die Entscheidung, das Haus 2005 von den Großeltern zu übernehmen, fiel unter den großen Bäumen im Garten. Die Entscheidung zu sanieren, auf dem Dachboden. Nämlich als der Sachverständige auf einem Balken federnd erklärte:

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Die Hausherrin ist mit dem Ergebnis der Sanierung zufrieden.

„Das ist gut. Das passt.“ Also wurde das Haus 2009 thermisch umfassend saniert. Die zu diesem Zeitpunkt grundlegend verbesserte Sanierungsförderung des Landes war Motivation und Anlass, den Planern die höchste Förderstufe „Öko 5“ als Latte zu legen.

Der am w ­ enigsten nachbehandelte Brenn­stoff ist ein Stück Holz. Begründet der Hausherr die Kachelofen-Ganzhausheizung.

So fein habe ich noch nie in meinem Leben gewohnt.

Im sorgfältig sanierten Wohnhaus fühlen sich alle wohl.

Komfortlüftung geht auch minimalinvasiv. Die verstanden den Auftrag und konzipierten zusammen mit den Bauleuten eine Sanierung, die auch zehn Jahre später noch am Stand der Technik ist: Eine Komfortlüftung wurde dank kluger Leitungsführung quasi minimalinvasiv nachgerüstet, die Ölheizung durch eine Kachelofen-Ganzhausheizung ersetzt, mit ­ ökologischen Materialien auf energetisch hohes Niveau gedämmt und die alten Fenster


> Ein Highlight: Moderne Vorfenster fügen sich harmonisch in die Fassade. So konnten die Original-Fenster erhalten werden.

erhalten und durch moderne Vor­fenster ther­ misch auf den neuesten Stand gebracht. Nichts zerstören, was noch gut ist. Im In­ neren wurden die Eingriffe auf das notwen­ dige Minimum begrenzt, um den mit Erinne­ rungen behafteten und ansprechenden Raum möglichst vollständig zu erhalten. Zweifellos hatten die Errichter des Hauses in den 50ern Geschmack, den der damalige Architekt in ei­ nen Raum zu fassen vermochte, der auch für die heutigen Bewohner voller Lieblingsplätze steckt. Die Hausherrin entdeckt man bevor­ zugt in der Küche oder im Garten, und wer die ganze Familie sucht, wird am Esszimmertisch unter jener Lampe fündig, die schon seit fast 70 Jahren an der gleichen Stelle hängt.

Hausbesitzern zu zwei wesentlichen Erkennt­ nissen, eine Sanierung erfolgreich hinter sich zu bringen: Sich erstens einen vertrauenswür­ digen und engagierten Bauleiter zu suchen, der sich um die Details kümmert und dafür sorgt, dass die Gewerke reibungslos ineinan­ dergreifen. Und sich zweitens intensiv damit auseinanderzusetzen, was gemacht werden muss und was nicht. Und jenes konsequent zu

erneuern, was einem komfortablen, gesunden und zeitgemäßen Wohnen im Weg steht. Das Ergebnis im vorliegenden Fall ist ein Haus, das den Komfort eines Neubaus und die Nachhal­ tigkeit der eingesetzten Mittel mit dem guten Geist und Wohngefühl mehrerer Generationen aufs Perfekte zu verbinden versteht. Oder wie die Hausherrin versichert: „So fein habe ich noch nie in meinem Leben gewohnt.“

> Eine neue Heizung Von Öl auf Kachelofen-Ganzhausheizung umgestiegen, weil Öl im Zuge der „Öko 5“-Sanie­ rung als nicht mehr passend erschien. Stückholz lag den Eigentümern am nächsten, denen der Sinn nach einem unabhängigen und möglichst wenig anfälligen Heizsystem stand. Die Feinstaubemissionen des Kachelofens sind geringer als die von vier Kerzen auf dem ­Adventkranz. Eine 18 m² große thermische Solaranlage und ein 2000-Liter-Pufferspeicher

Notwendiges entschieden erneuern. Wäh­ rend sich der Besucher über den Klinkerfuß­ boden zurück zur Haustüre wendet, verdichten sich die Eindrücke aus der Plauderei mit den

­erhöhen den Heizkomfort. Denn heuer reicht die Solarwärme zum Beheizen des Hauses schon seit Mitte Februar vollständig aus. Drei Raummeter Holz im Jahr sorgen darüber hinaus in solarertragsarmen Zeiten für Behaglichkeit im ganzen Haus.

>D  aten und Fakten n 1951 errichtet n 2009 umfassend saniert n Wohnfläche 240 m² n  Heizwärmebedarf nach der ­Sanierung: 27,3 kWh/m²a n  energierelevante Maßnahmen: Verbesserung der thermischen Ge­ bäudehülle (Sockel, Wände, Fenster, Dach), Heizungstausch, thermische Solaranlage und Komfortlüftung nachgerüstet

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Raus aus Öl! Rein in … was? Alternativen im Fördercheck Bis zu 12.000 Euro machen Bund und Land derzeit für den Umstieg von Öl auf erneuerbare Energieträger locker. Aber wie viel Förderung ist für welche Alternative wirklich zu holen? Vier Beispiele. Grundsätzlich ist der Zugang zu den Förderungen von Bund und Land relativ einfach. Ein paar Dinge gilt es aber auf alle Fälle zu beachten, um überhaupt in den Genuss der Förderungen zu kommen. Die gute Nachricht: Landes- und Bundesförderung können unabhängig voneinander in Anspruch ge­ nommen werden. Grundlegende Fördervoraussetzungen. Bund und Land fördern den Ausstieg aus Öl im Gebäudebestand, wenn die Häuser ­älter als 20 Jahre sind. Entscheidend dabei ist das Datum der Baugenehmigung. Ge­ fördert wird der Umstieg auf erneuerbare Energieträger wie Holz, Pellets oder Erd­ ­ wärme.

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Dabei muss das neue System bestimmte Standards einhalten und die Ölheizung muss nachweislich entfernt werden. Sowohl beim Bund als auch beim Land sind die Förde-

Die Förde­rungen zum Umstieg sind attraktiv wie nie. Christian Vögel, Amt der Vorarlberger Landesregierung

rungen mit 25 bis 35 Prozent der Investitionskosten gedeckelt. In der Praxis kommt der Deckel aber kaum zum Tragen, und es können die vollen Fördersummen gewährt werden. Wesentliche Förderunterschiede zwischen Bund und Land. Der wichtigste Unterschied: Die Bundesförderung ist kontingentiert. Ist das Budget erschöpft, gibt es keine Förderung mehr. Das Land fördert auf alle Fälle bis Ende 2019. Der Bund verlangt zumindest ein Beratungsprotokoll (oder einen gültigen Energieausweis). Das Beratungsprotokoll des Gebäude­checks vom Energieinstitut Vorarlberg genügt diesen Anforderungen, der


Check kostet 50 Euro Selbstbehalt. Wäh­ rend der Bund 5000 Euro Barzuschuss ge­ währt (6000 Euro, wenn gleichzeitig ther­ misch saniert wird), ist die Landesförderung abhängig vom Energiebedarf des Gebäudes abgestuft. Sie liegt zwischen 1500 und 3500 Euro plus 2500 Euro „Förderbonus Alt­ bau“. Auch noch wichtig: Im Gegensatz zum Bund fördert das Land keine Luftwärme­ pumpen. Erstes Beispiel: Öl auf Stückholz. ­Annahme: Unsaniertes Bestandsgebäude aus den 70ern. Umstieg von Öl auf Stück­ holz. Förderung: 9000 Euro plus Gemeinde­ förderung. In diesem Fall fördert der Bund mit 5000 Euro und das Land mit 4000 Euro. Die Landesförderung setzt sich aus 1500 Euro Energieförderung in der Basis­ stufe für die Holzheizung und 2500 Euro „Förder­bonus Altbau“ zusammen. Rund 30 Vorarlberger Gemeinden stocken die Lan­ desförderung um einige hundert bis über 1000 Euro auf. Zweites Beispiel: Öl auf Erdwärme. ­Annahme: Umstieg von Öl auf eine ErdreichWärmepumpe im Zuge einer Gebäude­ sanierung auf sehr gutes energetisches Niveau. Förderung 12.000 Euro plus ­Sanierungsförderung. In diesem Fall fördert der Bund mit 6000 Euro (5000 Euro­­Basis plus 1000 Euro Sanierungsbonus) und das Land ebenfalls mit 6000 Euro (3500 Euro Energie­förderung in der Bonusstufe 2 für die Wärme­pumpe und 2500 Euro „Förderbonus

zienz der Luftwärmepumpe im unsanierten Bestand ist von dieser Lösung ohnehin eher abzuraten.

Altbau“). Die Sanierungsmaßnahmen wer­ ­ den über die Wohnbauförderung und den Sanierungsscheck des Bundes zusätzlich gefördert. Drittes Beispiel: Öl auf Luftwärme­pumpe. Annahme: Unsaniertes Bestandsgebäude, Ende 80er. Umstieg von Öl auf eine Luft­ wärmepumpe. Förderung: 5000 Euro. In diesem Fall fördert der Bund mit 5000 Euro. Das Land fördert keine Luftwärmepumpen. Daher gibt es auch keinen „Förderbonus Alt­ bau“ vom Land. Aufgrund der geringen Effi­

Viertes Beispiel: Öl auf Pellets. Annahme: Umstieg von Öl auf Pellets im Zuge einer Gebäudesanierung auf gutes en­ ergetisches Niveau. Förderung: 11.000 Euro plus Gemeindeförderung. In diesem Fall för­ dert der Bund mit 6000 Euro (5000 Euro Basis plus 1000 Euro Sanierungsbonus) und das Land mit 5000 Euro (2500 Euro Energieförderung in der Bonusstufe 1 für die Pelletsheizung und 2500 Euro „Förderbonus Altbau“). Rund 30 Vorarlberger Gemeinden stocken die Landesförderung um einige hundert bis über 1000 Euro auf. Die Sanierungsmaß­ nahmen werden über die Wohnbauförde­ rung und den Sanierungsscheck des Bundes zusätzlich gefördert. Aktuelle Informationen zu allen denkbaren Förderfällen haben die Experten am Energie­ telefon im Energieinstitut Vorarlberg parat. Sie sind kostenlos unter 05572 31202-112 erreichbar.

> Mehr Infos Wissenswertes zum Umstieg, alle ­Beratungsangebote und alle Links zu Förderdetails und Antragsstellung bei Bund und Land finden Sie auf www.energieinstitut.at/raus-aus-oel

> Pellets sind als Alternative zur Ölheizung in vielen Fällen eine gute Wahl. Gefördert werden sie von Bund, Land und rund 30 Vorarlberger Gemeinden.

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Beim Heizungstausch auch an das Gebäude denken Heizung und Haus haben wie Herrchen und Hund eine symbiotische Beziehung. Es macht daher Sinn, das Gebäude im Zuge einer Heizungsumstellung mitzudenken. Im Idealfall wird ein Gebäude thermisch saniert, bevor die Heizung getauscht wird. Das kann durch Einzelmaßnahmen, wie den Tausch von Fenstern, die Dämmung der obersten Geschoßdecke sowie die Verbesserung der Außenwände, geschehen. Oder im Rahmen einer gesamthaften Sanierung, vielleicht sogar mit dem nachträglichen ­ Einbau einer Komfortlüftung. Warum aber ­ ist das empfehlenswert? Drei Gründe im ­Folgenden. Mehr Möglichkeiten. Die klimaaktiv-Heizungs-Matrix zeigt, dass ein Gebäude mit niedrigem Energieverbrauch mehr Heizungsvarianten zulässt als ein unsaniertes Bestandsgebäude. Das erhöht die Flexibilität bei der Wahl. Außerdem kommen dann ­Flächenheizungen infrage, was den Wohnkomfort deutlich erhöht. Weniger Kosten. Ein Heizsystem in einem sanierten Gebäude kann wesentlich kleiner dimensioniert werden, was sich mitunter auf die Investitionskosten auswirkt. Bei Sole­wärmepumpen fällt beispielsweise die Tiefenbohrung deutlich kürzer und damit ­ entsprechend günstiger aus. Passende Leistung. Wird erst die Heizung getauscht und später saniert, ist das System in der Regel überdimensioniert. Das führt zu ungünstigen Betriebszuständen (häufiges An- und Abschalten beispielsweise) und wirkt sich negativ auf die Effizienz und die ­Lebensdauer der Heizung aus. Drei Tipps, wenn die Heizung vor einer Sanierung getauscht werden muss. Ist die Heizung am Ende ihrer Lebensdauer an­ gelangt und muss getauscht werden, obwohl eine Gebäudesanierung ansteht, helfen­ diese drei Tipps, unnötige Kosten zu ver­ meiden:

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Welche Heizung passt zu welchem Haus? Das verrät die klimaaktiv-Heizungs-Matrix auf einen Blick. 1. Wählen Sie die neue Heizung so, dass sie ihre Leistung möglichst stufenlos regeln kann. Dabei soll die höchste Stufe gerade eben ausreichen, um das noch unsanierte Gebäude zu beheizen. 2. Lassen Sie zusätzliche Komponenten wie Pumpen oder Speicher so dimensionieren, dass sie den zukünftigen Anforderungen genügen. 3.  Steht die Sanierung unmittelbar bevor und ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe ge­plant, kann die Tiefenbohrung auf die künftige Heizleistung angepasst und die fehlende Heizleistung zwischenzeitlich über eine Elektro-Zusatzheizung bereit­ gestellt werden. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn die Sanierungsplanung fortgeschritten und der künftige Energiebedarf bereits bekannt ist, spart aber mitunter mehrere Tausend Euro ein.

Fragen zu Heizungstausch und möglicher Sanierung beantworten die Energieberater im Energieinstitut Vorarlberg. Auch Installateure stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum geht, die Heizung im Zusammenhang mit einer gleichzeitigen oder in naher Zukunft bevorstehenden Gebäudesanierung zu denken.

> Mehr Infos Bei Ihrem Installateur oder der Energieberatung im Energieinstitut Vorarlberg: 05572 31202-112 oder www.energie­ institut.at/energieberatung. Welche Heizung passt zu welchem Haus? Das verrät die klimaaktiv­Heizungs-Matrix unter www.energie­ institut.at/heizungsmatrix


Energetisches Sanieren von Wohnanlagen Nicht nur an Einfamilienhäusern, sondern auch an Wohnanlagen nagt der Zahn der Zeit. Was tun, wenn Wohnanlagen saniert werden müssen? Ein optimales Sanierungskonzept erweist sich dabei als effizienteste Variante. Die Wohnanlage ist in die Jahre gekommen. Wie kann die Eigentümergemeinschaft eine geplante Sanierung am besten angehen? Wie sollten die ersten Schritte aussehen? Es empfiehlt sich einen hausinternen Bauausschuss zu bilden, der sich bei einem erfahrenen Sanierungsberater informiert und die Erstellung eines individuellen Sanierungskonzeptes durch einen Experten veranlasst. Diese Aufgabe kann jedoch auch von der Hausverwaltung übernommen werden. Was sollte ein Sanierungskonzept generell beinhalten? Ein Sanierungskonzept von Rhomberg Bau beinhaltet neben der Bestandsaufnahme des Gebäudes beispielsweise auch die Erstellung eines Energieausweises. Energetische und bauphysikalische Aspekte werden stets berücksichtigt und auch die effektiven Kosten und mögliche Förderungen werden genau analysiert – so liegt der Eigentümergemeinschaft ein ganzheitliches Konzept vor, das die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigt und die Entscheidung des Sanierungsausmaßes erleichtert. Worauf muss besonders geachtet werden? Welche Schwierigkeiten könnten auftauchen? Hauptaugenmerk beim Umbauen und Sanieren sollte auf die Planung gelegt werden. Durch die Beiziehung eines Fachmannes können verschiedene Sanierungsvarianten analysiert und dadurch ein optimales Sanierungskonzept erstellt werden, in welchem Wünsche und Bedürfnisse der Bauherrschaft selbstverständlich Berücksichtigung finden. So können z. B. bewährte Gebäudeteile bestehen bleiben, andere werden umgenutzt bzw. entsprechend angepasst. Zudem gibt es auch beim Bauen im Bestand jede Menge Gesetze und Normen die eingehalten werden müssen. Die Spezialisten von Rhomberg sorgen dafür,

dass technische, emotionale und architektonische Aspekte perfekt ineinanderfließen. Was bedeutet umfassende Sanierung, was ist mit einer Bauteilsanierung gemeint? Bei einer Bauteilsanierung werden nur bestimmte Gebäudeteile saniert, beispielsweise eine Fassadensanierung oder ein Fenstertausch. Bei einer Generalsanierung bzw. einer umfassenden Sanierung hingegen umfasst die Baumaßnahme die Sanierung mehrerer Gebäudeteile wie etwa Fassaden-, Fenster-, Dach- und Heizungssanierung. Was sind die Vorteile einer umfassenden Sanierung gegenüber einer Bauteilsanierung? Bei einer Generalsanierung wird stets das ganze Gebäude als Einheit betrachtet. Es wird ein individuell auf das Gebäude abgestimmtes Gesamtsanierungskonzept erstellt, denn jedes Gebäude ist einzigartig. Mit einer Generalsanierung lassen sich Folgeschäden aufgrund von nicht aufeinander abgestimmten Bauteilen und somit unberechenbare Mehrkosten vermeiden. Kompromisslösungen, die oft Folge einer Bauteilsanierung sind, werden verhindert. Durch eine umfassende Sanierung wird neues Wohngefühl ge-

schaffen und der Wert der Immobilie merklich gesteigert. Zudem können bei einer Generalsanierung in der Regel höhere Förderungen lukriert und Energieeinsparungen erzielt werden.

Ing. Daniel Mohr Geschäftsfeldleiter „Bauen im Bestand“

Beim Umbauen und Sanieren sollte das Hauptaugenmerk stets auf die Planung gelegt werden. Wie kommen Eigentümer einer Wohnanlage zu einem ordentlichen Sanierungskonzept? Wichtig ist, dass frühzeitig ein kompetenter Sanierungsberater aufgesucht wird. Rhomberg Bau als Generalunternehmer mit jahrelanger Erfahrung ist dafür der perfekte Ansprechpartner und bietet alles aus einer Hand. Denn den entsprechenden Weitblick zu haben und dabei die Kosten als auch die Wünsche und Bedürfnisse der Eigentümer zu berücksichtigen, ist Grundvoraussetzung für ein ordentliches Sanierungskonzept. ANZEIGE


> Drei Generationen und zwei Mietparteien füllen das sanierte Haus mit Leben.

Fünf unter einem Dach 50 Jahre lang diente das Gebäude der Spenglerei Entner als Geschäfts- und Wohnhaus, als Arbeits- und Lebensraum. 2015 zog die Firma ins Betriebsgebiet. Das eröffnete Spielräume, die klug genutzt wurden. Drei Generationen der Familie Entner und zwei Mietparteien füllen das generalsanierte Wohnhaus mit Leben, wo sich zuvor noch Material und Gerätschaften gestapelt und Kunden, Lieferanten und Besucher die Klinke in die Hand gegeben haben. In erstaunlich kurzer Zeit wurde die Gelegenheit genutzt, ein typisches Betriebs- und Wohngebäude zu einem reinen Wohnhaus umzubauen. Susanne Entner, Vertreterin der mittleren ­ Generation, hat den Prozess federführend ­gestaltet und vorangetrieben. Die Möglichkeit, das langjährige Betriebsund Wohngebäude neu zu bespielen, er­ gab sich nicht zufällig. Wie kam es nach 50 J­ ahren dazu? Im gleichen Haus zu leben und zu arbeiten, hat viele Vorteile. Es gibt keinen Arbeitsweg, die Kosten sind geringer und die Kinder wachsen quasi im Betrieb auf, was vor allem für mich in meiner Doppelrolle als Mama kleiner Kinder und Unternehmerin praktisch war.

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Mit der Zeit sind aber immer mehr Fragen aufgetaucht. Werden unsere Kinder das Unternehmen überhaupt weiterführen? Möchten wir im Alter in einem Geschäftshaus mit dem ganzen Trubel leben? Wie schaffen wir zusätzlich benötigten Wohnraum für die Familie? Und Platz für das wachsende Unternehmen? Der war eigentlich schon lange ein Problem. Wir haben zeitweise die Sauna im Keller zum Büro umfunktioniert. Und Mitarbeiter, Kun-

Raus aus dem Hamsterrad und ab über den Tellerrand! Susanne Entner

den, L ­ieferanten, Großeltern, Freunde und Bekannte teilten sich einen Eingang zu allen Tages- und Nachtzeiten. Gleichzeitig mit den Gedanken an ein neues Betriebsgebäude ­begannen auch die Gedanken an eine Über­ arbeitung des Hauses in seiner bisherigen Form zu reifen. Wie kann man sich einen erfolgreichen Prozess vorstellen, an dessen Ende zwei neue Gebäude und drei fremde Mitbewohner stehen? Wir haben ganz banal angefangen, die Vorund Nachteile aufzulisten, die ein Umzug der Firma mit sich bringen würde. Wir haben ­darüber gesprochen, wie es den Großeltern dabei geht, weil sie ja das Haus und die Firma aufgebaut haben. Wir haben darüber geredet, wer dazu bereit ist, die Kosten, die Arbeit und das Risiko mitzutragen. Denn klar war, dass ein so großes Projekt die Beteiligung a ­ ller erfordern würde. Wir haben auch darüber geredet, wie wir den zusätz-


lichen Wohnraum sinnvoll nutzen können – und wie die Familie damit umgeht, wenn plötzlich Mieter im Haus sind. Und nicht zuletzt auch darüber, wie wir mit dem Scheitern umgehen.

>D  aten und Fakten n  1967 als Wohn- und Geschäftshaus errichtet n  1986 um ein zweites Wohngeschoß erweitert n 2016 zum reinen Wohnhaus saniert n  5 Wohnungen auf drei Stockwerken

Das klingt nach vielen Fragen und einem langen Prozess. Wer hat sich denn darum gekümmert? Der Entscheidungsprozess hat etwa ein Jahr gedauert. In dieser Zeit habe ich den Prozess am Laufen gehalten und dazu beigetragen, dass die Fragen aufgeworfen und diskutiert wurden. Das war nicht immer einfach im laufenden Betrieb. Aber meine Mission war: Raus aus dem Hamsterrad und ab über den Tellerrand! Ich wollte das Thema einfach klären – unabhängig vom Ergebnis. Und weil der Prozess immer ergebnisoffen war, hat sich die Familie auch immer wieder Zeit und Energie für die Diskussionen genommen.

mit insgesamt 600 m² Wohnfläche, davon drei von der Familie bewohnt, zwei vermietet. Die größeren Wohnungen sind weiter teilbar.

Gab es einen Schlüsselmoment, in dem Sie gedacht haben: Jetzt passiert es gleich? Es gab auf alle Fälle eine Zeit, in der die ­Zweifel abgenommen haben und die Freu-

de am ­gemeinsamen Projekt bei allen Beteiligten deutlich angestiegen ist. Da wurde spürbar, dass wir in diese Entscheidung hinein­wachsen. Worauf haben Sie sich denn geeinigt? Wir haben das Haus thermisch saniert, die ehemaligen Werkstätten und Büros in Wohnraum umfunktioniert und die über die Jahre fast organisch gewachsenen Zubauten wie Lager oder Arbeitsplätze bereinigt. Im Haus leben jetzt drei Generationen in jeweils bedarfsgerechten Wohnungen. Die Großeltern beispielsweise barrierefrei im Erdgeschoß. Da liegt auch die Wohnung der Enkelkinder, die dann irgendwann für die vierte Generation einen unmittelbaren Zugang zum Garten haben. Der erfreut sich jetzt auch einer völlig neuen Qualität, die wir gemeinsam nutzen. Im Zuge des Umbaus sind zwei Mietwohnungen entstanden, deren Bewohner sich harmonisch ins Gesamte einfügen. Im Haus gibt es jetzt unterschiedliche Wohnungen für jede denkbare Lebenslage. Es könnte nicht besser sein!

> Wo 50 Jahre lang gearbeitet wurde, wird jetzt gewohnt. Die Bilder oben wurden vom gleichen Standort aufgenommen.

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Jetzt ist Schluss mit „Man weiß nicht genau“ Das Energieinstitut Vorarlberg hat sein Programm um eine Spezialberatung für die Wohnhaussanierung erweitert. Sie heißt „Sanierungs-Vor-Beratung“. Drei Fragen dazu an den Leiter der Energieberatung Eckart Drössler. Was ist die Sanierungs-Vor-Beratung? Unsere Antwort auf den Status „Man weiß nicht genau“, in dem sich eine ganze Menge Gebäudeeigentümer befinden. Der gründet zum Beispiel auf einem Reparaturbedarf, wo man sich dann fragt, ob sich das lohnt, ob man nicht gleich was „Ghörigs“ macht, wie man das eigentlich finanzieren soll, weil man sich ja nicht nochmal verschulden will. Man weiß eben nicht genau. Am Ende macht man dann gar nichts oder flickt ein bisschen herum. Damit verbaut man sich dann aber womöglich eine ordentliche, zukunftsträchtige Lösung. Wie hilft die Sanierungs-Vor-Beratung? Indem wir in der Beratung ganz am Anfang beginnen. Nämlich bei der Frage: Was muss das Haus in zwei, zehn, dreißig Jahren können? Und wie kommen wir gut da hin? Dabei ermutigen wir die Eigentümerinnen und Eigentümer, erst einmal frei von Vorbehalten und vorgefassten Meinungen zu denken. An Familien- und Wohnkonstellationen, Bedarf und Größen, an Teilen und Kofinanzierung.

Die Sanierungs-Vor-Beratung hilft dabei, den zukünftigen Wohnraum offen und frei von Vor­ behalten zu denken. Diese offenen Gedanken fassen und verdichten wir dann sorgfältig zu einem umsetzbaren Programm. Was investiere ich in die Beratung? Das Impulsgespräch, nach dem wir die Richtung und das Ausmaß der Beratung festlegen, ist kostenlos. Danach bleiben die Kosten dank finanzieller Unterstützung von Land und Vorarlberger Raiffeisenbanken sehr überschaubar.

Eckart Drössler, Leiter der Energieberatung.

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Eckart Drössler leitet den Fachbereich „Bürgerservice und Information“ im Energieins­ titut Vorarlberg. Der erfahrene Berater hat 2013 selbst ein Wohnhaus saniert und zum

Generationenhaus ausgebaut. Es wurde vor Kurzem mit dem klimaaktiv-Gold-Standard im Echtbetrieb ausgezeichnet – als erstes Wohnhaus in Österreich.

> Weitere Infos Die Sanierungs-Vor-Beratung wird vom Energieinstitut Vorarlberg ­angeboten. Erfahrene Beraterinnen und Berater helfen produktneutral und praxisnah. Details und kostenloses Impulsgespräch unter www.energieinstitut.at


Ressourcen sparen – Generationenhaus Wilhelm+Mayer beschäftigt sich beim Wohnen mit verbesserter Lebensqualität für mehrere Generationen. Was in den 1980er und auch noch bis in die frühen 2000er-Jahre noch kaum notwendig war, da Grundstücke zwar damals schon teuer, aber doch noch erschwinglich waren, zeigt sich heute, als durchaus vernünftige Strategie. Der Aus- bzw. Umbau von Immobilien der Großmütter und -Vätergeneration ist eine taugliche Option. Viele Einfamilienhäuser, die während ihrer Hauptnutzung von vier oder mehr Personen bewohnt waren, sind heute das Heim von ein bis zwei Personen. Für sie werden die Pflege eines womöglich vorhandenen Gartens und das Raumprogramm des Hauses zur Belastung. Häufig werden außer der Küche noch die Stube und ein Schlafzimmer sowie die Sanitär-

Kontakt: Heimteam von Wilhelm+Mayer office@wilhelm-mayer.at www.wilhelm-mayer.at

Eine gelungene Raumerweiterung zum Generationenhaus. räume benutzt. Keller, Kinderzimmer, Dachböden und großzügige Stiegenhäuser machen zwar Arbeit, erfüllen aber keinen Nutzen mehr. Das führt nach vernünftigen Überlegungen manchmal zu sogenannten „Win-win-Situationen“, was nichts anderes heißt, dass alle Beteiligten von einer neuen Lösung profitieren. Ein Umbau, kombiniert mit einem Zubau, selbst ein Abriss und ein in mehrere Wohneinheiten geteilter Wohnbau, machen ein nur noch teilgenütztes Einfamilienhaus zum Generationen-Haus. Mit solchen Lösungen beschäftigt sich auch das Heimteam von Wilhelm+Mayer in Götzis, wo man von der ersten Beratung bis zur

Foto: Wilhelm+Mayer

schlüsselfertigen Umsetzung alles bekommt. Eine barrierefreie Wohnung mit Terrasse im OG mit Lift macht Sinn. Dasselbe funktioniert noch einfacher, mit einer Erdgeschoßwohnung für die Senioren und mehr Platz in einer zweiten Wohnung für die junge Enkelfamilie. Das können bestechende Lösungen sein. Aber auch Konzepte, nach denen eine seniorengerechte Wohnung mit der Vermietung einer Zweitwohnung finanziert wird, sind überlegenswerte Ideen. Leerstehende Räume bewohnbar zu machen oder Neubauten variabel zu planen, ist durchaus ein Teil umweltgerechten Wohnens und verbessert die Lebensqualität unterschiedlicher Generationen.

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16 Tipps zum FrühjahrsCheck von Haus und Heizung Ein gut gewartetes Auto ist sicherer, sparsamer und hält länger. Das gilt auch für Haus und Heizung. Darum im Folgenden ein paar Tipps für einen sorgfältigen Rundgang vom Heizraum bis unters Dach.

> Jetzt ist die beste Zeit für einen Blick auf die Solaranlage.

Station 1: Die Heizung Zwei- bis dreitausend Stunden im Jahr muss sie ihren Dienst tun: die Heizung. Damit sie ihn auch über viele Jahre sparsam und zuverlässig leistet, bedarf es etwas Aufmerksamkeit. 1. Wartung und Reinigung: Holzkessel am Ende der Heizsaison ordentlich reinigen. Zudem gehören Holz-, Pellets- und Ölkessel jährlich vom Profi gewartet. Bei Gasthermen reicht ein Service alle zwei bis drei Jahre. Riskieren Sie zudem regelmäßig einen kritischen Blick auf Rost und auf Wasseraustritt. Beides

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Eine gut gewartete und betreute Heizung lebt länger und spart Brennstoff. Willi Schlader Energieinstitut Vorarlberg

ist ein Indikator, den Fachbetrieb ins Haus zu rufen. Ein leerer Pellets- oder Hackschnitzelbunker ist eine gute Gelegenheit zu prüfen, ob irgendwo Feuchtigkeit ins Lager eindringt. Da sich in größeren und luftdicht verschlossenen Holzlagern in sehr seltenen Fällen Kohlenmonoxid ansammeln kann, sicherheitshalber vorher auslüften. 2. Ausschalten: In der Übergangszeit befiehlt der Außentemperaturfühler der Heizung oft einzuschalten, obwohl es tagsüber warm und sonnig genug ist. Die Heizung kann – je nach


Gebäude – oft schon in der ersten richtigen Wärmeperiode aus- oder auf Warmwasserbetrieb geschaltet werden. Sollte es dann über einen längeren Zeitraum nochmal kühl werden, einfach wieder einschalten. Das erspart der Heizung einige Betriebszyklen mit kurzen Taktungen, die sich auf ihre Lebensdauer eher negativ auswirken. 3. Brennstoff nachbestellen: Wer mit Holz, Pellets oder Öl heizt, sollte jetzt seine Vorräte auffüllen. Das ist meist günstiger als im Herbst vor Beginn der Heizsaison.

pumpe in vielen Fällen um den größten Einzelstromverbraucher im Haushalt. Die Vorarl­ berger Energieversorger fördern den Tausch! 2. Boiler auf Undichtigkeiten prüfen. Außerdem je nach Kalkgehalt des Wassers zumindest alle zehn Jahre entkalken lassen. 3. Ausdehnungsgefäß prüfen: Klopft man oben an das Ausdehnungsgefäß, muss es hohl klingen, weil sich im Ausdehnungsgefäß Luft befinden muss. Tut es das nicht, ist wahrscheinlich ein neues fällig.

4. Verbrauch erfassen: Idealerweise wird der Energieverbrauch monatlich erfasst. Fehlfunktionen an Heizung oder Solaranlage können so leichter entdeckt werden. Zumindest einmal im Jahr zur gleichen Zeit sollte der Energieverbrauch des Jahres ermittelt wer­ den. Nicht begründbare Ausreißer können ein Indikator für einen Fehler sein.

4. Heizungsrohre dämmen: Liegen in Ihrem Heizungskeller die Rohre blank, lohnt es sich, das zu ändern. Sie zu dämmen, ist wenig Aufwand und reduziert die Verteilverluste im Heizsystem mitunter beträchtlich.

Station 2: Das Verteilsystem Damit die Wärme von der Heizung wirkungsvoll und effizient im Haus verteilt wird, braucht es ein gut funktionierendes Verteilsystem.

wasser herauszufiltern.

Auch hier lohnen sich ein paar regelmäßige Kontrollblicke: 1. Heizungspumpen ausschalten: Wenn die Heizung nicht läuft, sollte auch die Heizungspumpe nicht laufen. Tut sie es dennoch, kann sie ausgeschaltet werden. Sonst pumpt sie den Sommer über völlig sinnbefreit Wasser im Kreis herum und braucht nicht wenig Strom dafür. Sollte noch eine alte stufengeregelte Pumpe ihren Dienst tun, ist es an der Zeit, sie gegen eine effiziente Pumpe auszutauschen. Schließlich handelt es sich bei der Heizungs-

5. Schmutzfänger im Rücklauf spülen, so vorhanden: Der hat die Aufgabe, kleine Partikel und Metallspäne aus dem Heizungs­

Station 3: Die Solaranlage Damit die Solaranlage nicht nur faul in der Sonne herumliegt, lohnt sich deren regelmäßige Wartung. Die meisten Fehler entdecken Sie durch regelmäßige Kontrollblicke. 1. Rohrdämmung und Kollektor prüfen: Die Scheiben des Kollektors sollten nicht über einen längeren Zeitraum beschlagen sein. Außerdem sollen die Rohrdämmungen ausreichend, vollständig und intakt sein. 2. Anlagendruck beobachten: Während des Betriebs sollte der Anlagendruck konstant sein. Ändert er sich um mehr als ein halbes

Bar, ist möglicherweise das Ausdehnungs­ gefäß defekt. 3. Luft in der Anlage führt zu reduziertem ­ rtrag und im schlimmsten Fall zum StillE stand der Anlage. Sie ist durch den Profi leicht zu beseitigen. Im Zuge dessen prüft der Fach­ betrieb auch gleich den Frostschutz. Station 4: Fenster, Fassade und Sonstiges 1. Fenster sind ein stark beanspruchtes Bauteil am Gebäude. Einmal im Jahr sollten die Beschläge geölt oder gefettet und allenfalls nachgestellt werden. Beschädigte oder veraltete Dichtungen gehören ausgetauscht. 2. Die Fassade auf Risse und feuchte Stellen prüfen, um größere Schäden zu vermeiden oder frühzeitig zu erkennen. 3. Der Kamin gehört natürlich auch einmal im Jahr gereinigt. Die Erinnerung daran kommt aber meist vom Kaminkehrer direkt. 4. Filter in der Lüftungsanlage tauschen: Pollenallergiker sollten den Filter im Frühjahr tauschen, um dessen Leistungsfähigkeit in der Pollensaison sicherzustellen.

> Tipp Bündeln Sie ein paar Checks zu einem Anruf bei Ihrem Installateur, lassen sich in relativ kurzer Zeit die wichtigsten Dinge erledigen: Kesseloder Brennerservice, Solaranlagencheck, Filterreinigung und gleich auch noch der Pumpentausch.

> Tipp Aufmerksamkeit zahlt sich aus! Die meisten der hier genannten Dinge lassen sich leicht selbst durchführen – nicht zuletzt dank Online-Tutorials auf YouTube und Co. Aber auch wenn Sie sich nicht selbst ans Schrauben trauen: Schon ein ­regelmäßiger und aufmerksamer Rundumblick ermöglicht den Anruf beim Profi, bevor ein Schaden entsteht oder groß wird.

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Waldbewirtschaftung: Nachhaltiges Holz und mehr Die Bewirtschaftung des Waldes produziert den wert­vollen Rohstoff Holz und verbessert die Schutzwaldleistungen. Dabei wird nicht gegen, sondern mit der Natur gearbeitet. Die Waldbewirtschaftung ist in Vorarlberg sehr naturnah ausgerichtet. Die Verjüngung, die Pflege- und die Nutzungsmaßnahmen erfolgen auf Basis der natürlichen Waldgesellschaft. Dadurch müssen nur wenige Pflanzen aufgeforstet werden. Mit der „Ausnutzung“ der natürlichen Entwicklungsdynamik ergibt sich eine ökologisch, aber auch ökonomisch optimierte Bewirtschaftungsweise. Unsere nachhaltig bewirtschafteten Wälder sind ­damit Lebensräume für viele teils seltene Tier- und Pflanzenarten. Nachwachsender Rohstoff, Klimaschutz und gesundes Wohnen. Holz ist bei uns der bedeutendste nachwachsende Rohstoff. In einer Minute wächst in Vorarlberg ein ­Kubikmeter Holz nach. Von den jährlich über 600.000 nachwachsenden Vorratsfest­ metern werden nur etwa 400.000 Festmeter genutzt. Holz bringt Wertschöpfung und ­Arbeitsplätze in die Region und der Klimaschutz wird gleich dreimal erfüllt. Einmal

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wird im Wald CO² gespeichert, ein zweites Mal verlängert die Holzverwendung den Speicherungseffekt und ein drittes Mal wird bei der Verbrennung kein zusätzliches CO² produziert. Ganz persönlich profitiert jede(r) Anwender(in) von der besonders gesunden Wohnbiologie von Holz und kann einen Wohlfühleffekt bei der Verbrennung zum Beispiel in einem Kachel­ofen genießen. Holzharvester und Schutzwälder. Zur Bewirtschaftung werden auch neue Maschinen wie Kurzstreckenseilkräne oder Forsttraktoren mit Seilwinden eingesetzt. Eine Erschließung mit Forststraßen ist eine Grundvoraussetzung. Damit kann rentabel gewirtschaftet werden und der Waldbesitzer kann ein Einkommen erwirtschaften. Das ist gut so und das soll er auch! Das ist der Motor für die Erbringung der von der ­Gesellschaft beanspruchten Waldwirkungen. In einem Gebirgsland sind hier natürlich an erster Stelle die Schutzwaldwirkungen zu nennen. Mit dem hohen Wasserrückhaltever-

mögen der Wälder werden Hochwasserspitzen wirksam reduziert. Daneben sind die Wohlfahrtswirkungen mit Wasserreinigung, Trinkwasserproduktion, Sauer­stoffpro­duktion und Luftreinigung sehr wichtige Leistungen. Nicht zuletzt schätzen auch viele Menschen die Erholungsfunktion des Waldes. Diese Bedürfnisse sollten allerdings nicht überbordend sein, weil sie sonst zu Schaden von Tieren, Pflanzen und dem Wald selbst führen können.

> Bau- und Brennholz genug! Im Vorarlberger Wald wächst jedes Jahr wesentlich mehr Holz nach, als genutzt wird. Allein das nachhaltig nutzbare Energieholzpotenzial liegt bei fast dem doppelten des derzeitigen Einsatzes in den Holzheizwerken.


Holz spielt alle Stücke Regional wertschöpfend, sauber, klimaschonend: Holz als nachhaltiger Brennstoff spielt alle Stücke. Und sorgt vom lokalen Produzenten in bester Qualität frei Haus geliefert für pure Behaglichkeit, meint Thomas Ölz. Warum ist Holz ein „nachhaltiger“ Energieträger? Bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel CO² freigesetzt, wie ein Baum während seines Wachstums aus der Atmosphäre aufnimmt. Bei der Verrottung im Wald würden gleich viele CO²-Emissionen entstehen. Auch die „graue“ Energie für Herstellung, Transport und Lagerung ist bei der Holz­energie verschwindend gering. Bei Scheitholz beträgt sie nur ein Prozent des Energieinhalts. Holz ist also praktisch klimaneutral. Aber dafür beim Feinstaub in der Kritik. In letzter Zeit gibt es immer wieder sehr undifferenzierte und polemische „Angriffe“ in Bezug auf Feinstaubemissionen. Ältere Holzanlagen oder schlecht betriebene Heizungen haben hier tatsächlich schlechte Werte. Völlig außer Acht gelassen wird aber, dass bei neueren Holz­ heizungen Emissionsreduktionen von über 90 Prozent erreicht werden! Absolut vorbildlich sind die größeren Heizwerke mit aufwendigen Filteranlagen. Seit 2011 gibt es in den Luftreinhalteverordnungen des Landes Emissionsgrenzwerte für alle Holzfeuerungen. Außerdem werden die Heizanlagen laufend ­ vom Land im Betrieb überprüft. Der Austausch von alten Anlagen muss aber forciert werden.

DI Thomas Ölz, Leiter Bereich Forst & Umwelt, Landwirtschaftskammer Vorarlberg.

> Brennholz vor die Haustür dank Zustellservice der Vorarlberger Ofenholzproduzenten.

Die meisten Holzheizungen im Land sind Kamin- und Kachelöfen, oder? Bei uns ist der Kachelofen eine sehr beliebte Form des Holzheizens. Wir tun nicht nur etwas für den Klimaschutz, sondern auch für uns selber. Die Strahlungswärme eines ­Kachelofens ist nicht nur behaglich, sie ist nach medizinischen Studien auch gesund. Mit einem neuen Kachelofen werden die strengen Emissionsgrenzwerte unterschritten und dies nicht nur am Prüfstand, sondern kontrolliert und angepasst auf Seehöhe und Wärmebedarf auch am jeweiligen Standort. Wovon hängt es ab, wie sauber mit Holz ­geheizt wird? Neben dem richtigen Anheizen spielt die Qualität des Brennstoffs eine große ­ Rolle. Rund 50 Ofenholzlieferanten liefern in Vorarl­ berg höchste Brennholzqualität. Kunden bestellen Hart- oder Weichholz in verschiedenen Längen und gespalten mit einem Wassergehalt von unter 20 Prozent frei Haus. Und liegen im direkten Energiekosten­ vergleich dabei mit 5 Cent pro Kilowattstunde deutlich unter Öl mit derzeit 9 Cent.

> Richtig heizen mit Holz Schon seit Menschengedenken spendet Holz als Brennstoff Wärme und Behaglichkeit. Holz aus heimischen Wäldern macht uns unabhängiger von den internationalen Energie­ märkten und bringt uns einen Schritt in Richtung Energieautonomie. Seine Vorteile für Mensch und Umwelt kann der Brennstoff Holz aber nur bei richtiger Verwendung ausspielen. Was Sie ­beachten müssen, finden Sie auf www.richtigheizen.at

> Ofenholzservice Lieferanten und Richtpreise auf www.ofen­ holz.at oder bei der Landwirtschaftskammer Vorarlberg.

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Ein starkes Netzwerk für Ihre Sanierung Die Partnerbetriebe Traumhaus Althaus vereinen höchste planerische und handwerkliche Qualität mit fundiertem Wissen im energieeffizienten und gesunden Bauen. Und das sind sie:

Dachdecker, Spengler Dachi – Stefan Hämmerle, Lustenau Entner-Dach, Rankweil Hämmerle Markus, Lustenau Lins dach & fassade Feldkirch Peter Dach, Götzis Weber Bedachungen, Altach Spenglerei Mathis, Altach

Architektur Architekturbüro J. Schwärzler, Feldkirch entnerarchitektur ZT, Göfis Erber Architekten, Lindau Flatz Architektur, Lauterach Hassler Architektur GmbH, Dornbirn Huber ZT, Lustenau MUVI, Feldkirch NONA Architektinnen, Dornbirn Reichart Bauplanung, Lochau Architekt DI Gerhard Renk, Hohenems schroetter-lenzi Architekten, Fußach DI Dr. Andrea Vogel-Sonderegger, Wolfurt Baugewerbe, Bauträger Erhart Bau, Satteins Müller Wohnbau, Altach Bauphysik und Bauökologie Spektrum Bauphysik und Bauökologie, Dornbrin Baustoffhandel BayWa Vorarlberg, Lauterach PÖZ Parkett & Ökologischer Wohnbedarf, Hohenems

Gefördert im Rahmen von „GreenSan“ durch

Erneuerbare Energiesysteme und Energieeffizienz EQ-System, Kennelbach Inhaus, Hohenems Kraftwerk Photovoltaik, Altach Walter Bösch, Lustenau Hafner, Ofenbauer Müller Ofenbau, Ludesch Inneneinrichtung Sonja Neunhäuserer, Wolfurt Mauertrockenlegung NCT Mauerabdichtung und Trockenlegung, Brunn a.G. Quality Cooperation Marketing, Dornbirn SECCOtech, Hörbranz Planungsbüro Ökoberatung G. Bertsch, Ludesch planbertsch, Feldkirch Planungsteam E-Plus, Egg Wolfgang Summer Baubetreuung, Klaus Raumausstatter ROWA Wandbeschichtung, Altach

Sanierungsberatung Gerhard Bohle, Dornbirn Ingenieurbüro Ing. Gerhard Egle, Hard Ingenieurbüro Otto Haag, Hörbranz Stefan Küng - Beratungsbüro, Wolfurt Gerald Maier, Mäder Ingenieurbüro Mag. Schüssling, Wolfurt Sanitär, Heizung, Lüftung Christoph Bereuter, Sibratsgfäll Thomas Fussenegger, Lustenau Stuckateur, Verputzer, Maler Farben Krista, Frastanz Tischler, Fensterbau Alfred Feuerstein, Bludenz Isele Fensterbau , Lustenau Metzler Fensterbau, Hohenems Kaspar Türtscher, Zwischenwasser

Die Förderer baubook | E-Werke Frastanz | Ingenieurbüro Schallert | i+R Bestandsbau | Marte Holzbau | Röfix | sto | Synthesa Capatect illwerke vkw | Vorarlberg Netz | Vorarlberger Raiffeisenbanken

Kontakt Plattform Energieinstitut Vorarlberg Susanna Ajkovic Tel: 05572 31202-59 susanna.ajkovic@energieinstitut.at www.partnerbetrieb.net


Mehrwert für Generationen Wer ein Bestandsgebäude zum Generationenhaus erweitert, spart Baukosten und erhält attraktive Förderungen. Und zum finanziellen gesellt sich auch sozialer Mehrwert. Angesichts hoher Grundstückspreise denken immer mehr Bauleute daran, bestehende Gebäude von Eltern oder Großeltern zu erweitern, anstatt neu zu bauen. Das spart Bau- und Grundstückskosten und schafft auch großen sozialen Mehrwert, indem die Großeltern auf die Enkelkinder oder die Kinder auf die Eltern schauen können. Bestandserweiterungen können bis zu einer Fläche von 100 m² zusammen mit dem restlichen Haus über die Sanierungsförderung abgewickelt werden, ­ was finanziell sehr attraktiv sein kann. Vielseitige planerische Kompetenz gefragt. Ein Bestandsgebäude zu erweitern, ist jedoch meist eine größere Herausforderung, als am

Reißbrett unbedarft auf die grüne Wiese planen zu können. Besonders in der Anfangsphase geht es nicht nur darum, technische Herausforderungen zu bewältigen. Die Bedürfnisse der bisherigen und der zusätzlichen Bewohner müssen sorgfältig erfasst und unter einen Hut gebracht werden. Dabei wird

Die Diskussion zwischen­ Bauleuten und Planer bringt oft neue Lösungen. Andreas Flatz, Architekt

Ein Bauleiter koordiniert die Gewerke und optimiert die Abläufe auf der Baustelle. Wolfgang Mathis, Müller Wohnbau

die Architektin oder der Planer mitunter gleichermaßen zur Gestalterin wie zum Mediator. Nicht nur die Planung spielt eine große Rolle. Da bei einer Sanierung immer unerwartete Situationen auftreten können, ist eine professionelle ­ Baubegleitung empfehlenswert. Sie kümmert sich unter anderem um die Absprache zwischen den Gewerken und überprüft

Ich helfe Ihnen dabei, eine schlüssige Strategie für Ihre Sanierung zu erstellen. Gerhard Egle, Sanierungsberater

die Richtigkeit der Ausführung. „Die Mitgliedsbetriebe der Plattform „Traumhaus Althaus“ sind darauf spezialisiert, auch herausfordernde Sanierungen optimal umzusetzen“, so Plattformleiterin Susanna Ajkovic vom Energieinstitut Vorarlberg. Der gemeinsame Ehrenkodex und die hohe ­Motivation, Sanierungen zukunfts­ fähig umzusetzen, machen die Partner­ betriebe „Traumhaus Althaus“­ besonders.

> Webtipp: www.partnerbetrieb.net

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Sanierungsförderungen von Bund und Land Bund und Land unterstützen die Gebäudesanierung mit zinsgünstigen Darlehen oder Barzuschüssen. Das sind die wesentlichen Förderungen und wichtigsten Voraussetzungen. Die wichtigsten Förderquellen für Ihre Sanierung sind die Wohnbauförderung des Landes und der Sanierungsscheck des Bundes. Das Gebäude muß zumindest 20 Jahre alt sein (Datum der Baugenehmigung). Ein Energieausweis ist Voraussetzung. Landes- und Bundesförderungen können kombiniert werden. Bund fördert per Zuschuss und solan­ ge das Budget reicht. Der Bund fördert die thermische Sanierung von Gebäuden, also die Dämmung von Außenwänden und die Sanierung bzw. den Austausch von Fenstern und Außentüren. Materialkosten, die Montage sowie Planungskosten werden zum Teil als förderfähig anerkannt. Gefördert wird mit Barzuschüssen zwischen 4000 und 6000 Euro – je nach Umfang und energetischer Qualität der Sanierung. Zusätzliche 3000 Euro Bonus gibt es für den Einsatz von Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Antragstellung beim Bund muss bis spätestens Ende 2019 erfolgen, die Umsetzung zwischen dem 1. Jänner 2019 und dem 30. Juni 2021. Theoretisch kann der Antrag auch nach Beendigung der Maßnahmen gestellt werden – es besteht die Gefahr, dass das Budget verbraucht ist. Land fördert breiteres Maßnahmenspek­ trum. Die Sanierungsförderung des Landes deckt ein breiteres Spektrum an Maßnahmen

aus verschiedenen Beträgen je Maßnahme und der s­ anierten Bauteil- oder Wohnnutzfläche zusammen. Die geförderte Fläche ist mit 130 m² bzw. ab sechs Personen im Haushalt mit 150 m² Wohnnutzfläche gedeckelt, wobei die sanierte Fläche selbst größer sein kann. Für den Erhalt der Förderung gelten Einkommensgrenzen. Landesförderung als Kredit oder Zuschuss möglich. Die Förderung wird grundsätzlich als Kredit gewährt, der über zwanzig Jahre Laufzeit die ersten zehn Jahre zinsfrei und anschließend mit einem Prozent verzinst ist. Alternativ kann sie auch als Einmalzuschuss in Höhe von 40 Prozent des möglichen Kreditbetrages bezogen werden. Einmalzuschüsse sind mit 25.000 Euro gedeckelt. ab. Im Rahmen einer thermischen Verbesserung der Gebäudehülle werden z. B. auch Maßnahmen am Heizungsverteilsystem oder den Elektroanlagen und im Zuge dessen auch die Erneuerung von Fußböden oder Wandbelägen, Kaminsanierungen und die Trockenlegung von Kellermauerwerk gefördert. Planungs- und Beratungshonorare sind ebenfalls förderfähig. Förderhöhe resultiert aus Maßnahmen und Fläche. Die Landesförderung setzt sich

Wir beantworten Ihre Förderfragen kostenlos am Energietelefon. Christoph Rettenbacher, Energieberater

> Infos:

> Drei Tipps

Alle Links und Informationen zu den Förderungen von Bund, Land und G ­ emeinden auf www.energie­ institut.at/foerderungen

1. Informieren Sie sich vor Beginn der Sanierung über die Fördermöglichkeiten bei Bund, Land und Gemeinden. Der Förderantrag ans Land muss vor Beginn der Sanierung gestellt werden. 2. Beziehen Sie die Förderungen in die Planung mit ein. So versäumen Sie keine Fristen. Außerdem erhöhen kleine Anpassungen in der Umsetzung die Förderungen mitunter deutlich. Planungskosten sind als förderfähige Kosten anrechenbar. 3. Nutzen Sie die Wohnbauförderung des Landes als attraktive Form der Finanzierung. Ihre Bankberater helfen dabei, sie schlüssig in ein Gesamtkonzept einzubinden.

Infocenter der Wohnbauförderung: 05574 511-8080. Energietelefon: 05572 31 202-112

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Preis für ACTUAL-Fenster 2019 präsentiert ACTUAL ästhetisches, flächenbündiges Design jetzt auch beim weißen Kunststofffenster. MATRIX 9 F.line wurde mit dem Innovationspreis Energiegenie 2019 des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Erstmals gibt es ein Fenster, bei dem auch ohne Aluschale im preiswerten Kunststoffsegment ein flächenbündiges Design von Rahmen, Flügel und Glas außen möglich wird. So sparen Kunden rund 20 %. MATRIX 9 F.line zeichnet sich durch sehr hohe Energieeffizienz aus. MATRIX 9 F.line ist in Kunststoff und Kunststoff-Alu erhältlich. Das idente Design gibt es als ACTUAL CUBIC 9 F.line auch harmonisch abgestimmt in Holz-Alu. Nachhaltig in Österreich produziert ACTUAL-Fenster nützt einen Erfahrungsschatz von 49 Jahren in der Kunststofffenstertechnologie und 99 Jahren in der Holzverarbeitung. ACTUAL lebt in österreichischen High-Tech Produktionen das Prinzip der Nachhaltigkeit für Klima-

Das neue ACTUAL-Fenster. Foto: ACTUAL Fenster schutz. Zu energieeffizienten Produkten gehört bei ACTUAL auch die nachhaltige Produktion. Ein wesentlicher Energiebedarf wird durch eine große, neu investierte Photovoltaikanlage gedeckt. ALWOOD & ALEVO Fenster wie aus einem Guss: Als Spezialist für Design-Fenster bietet ACTUAL ALWOOD in Holz-Alu und ALEVO in Kunststoff-Alu an. Die Fenster mit identer Form

in Holz-Alu und Kunststoff-Alu sind mit dem reddot design award und für die Energieeffizienz mit dem Innovationspreis des österreichischen Umweltministeriums ausgezeichnet. Das Design-Fensterprogramm ergänzt ACTUAL harmonisch mit dem LOFT-Ganzglas-System für rahmenloses Design und dem Schiebetürprogramm mit Ganzglas-Design. Das ACTUAL-Design-Programm ist ganzheitlich gestaltet und perfekt zwischen Kunststoff-Alu und Holz-Alu sowie zwischen den Produktgruppen Fenster, Türen, Schiebelemente, Ganzglasdesign und Sonnenschutz kombinierbar.

Daten & Fakten ACTUAL-Fenster Ganzglas-Design Türen Sonnenschutz GmbH www.actual.at / office@actual.at ACTUAL in Vorarlberg: Höfle & SandDornbirn / Zech Fenster-Götzis

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Neu: MATRIX 9 F.line Das 1. flächenbündige Designfenster in Kunststoff für 20 % Ersparnis. Ausgezeichnet mit dem Innovationspreis 2019. Mehr auf actual.at

ACTUAL Qualität. Weil Fenster nicht gleich Fenster ist.


>Wie groß der zur eigenen PV-Anlage passende Batteriespeicher sein sollte, lässt sich anhand einer einfachen Faustformel grob abschätzen.

PV und Batteriespeicher Sie sind der Wunsch vieler energiebewusster Vorarlbergerinnen und Vorarlberger: Photovoltaik und Batteriespeicher. Warum das so ist und welche Faustformel für die Dimensionierung gilt, verrät Haustechnikexperte Dieter Bischof. Was sind die wesentlichen Gründe für Batteriespeicher? Wer einen Batteriespeicher zur Photo­ voltaikanlage anschafft, möchte meist den Eigenstrom­ verbrauch erhöhen und damit die Überschusseinspeisungen ins Netz re­ duzieren. Das erhöht den persönlichen Au­ tarkiegrad und reduziert die Abhängigkeit von der Strompreisentwicklung, weil weniger

Strom zugekauft werden muss. Wer für den Netzausfall gerüstet sein möchte, benötigt eine spezielle Installation für die Notstrom­ versorgung. Zudem könnten Batterien mit der ent­ sprechenden Logik die Netzspitzen der Photo­ voltaikanlage abmildern und so das Stromnetz entlasten. Vor allem aber sind Batteriespeicher derzeit einfach im Trend.

Dieter Bischof ist Spezialist für Haustechnik und Energieversorgung im Energieinstitut Vorarlberg.

Wie finde ich heraus, wie groß der Speicher sein soll? Wir empfehlen, den Jahresstromverbrauch und die Größe der Photo­voltaikanlage heran­ zuziehen. Als Faustformel kann man sagen, dass die Speicherkapazität in Kilowattstun­ den (kWh) in etwa der Leistung der Anlage in kWpeak entspricht. Also bei einer Photo­voltaikanlage mit 5 kW­ peak passt ein Speicher mit 5 kWh Speicher­ kapazität. Wenn die Photo­voltaikanlage so dimensioniert ist, dass sie in etwa den Jah­ resverbrauch produziert, kann man sich so im Sommer nahezu autonom mit Strom ver­ sorgen. Je mehr vom Gesamtstromverbrauch tagsüber benötigt wird, umso kleiner kann der Speicher sein.

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Aber wenn ich den Speicher doppelt so groß mache, kann ich doch auch doppelt so viel Strom selbst nutzen? Nein. Ohne Batterie liegt der Eigenver­ brauchsanteil bei einer dem Jahresstrom­ verbrauch angemessen dimensionierten Photo­voltaikanlage bei bis zu 30 Prozent. Im Fall einer 5 kWp-Anlage mit 4 kWh-Batterie kann er auf 60 Prozent verdoppelt werden. Wird die Batteriegröße ihrerseits auf 8 kWh verdoppelt, erhöht sich der Eigenverbrauchs­ anteil lediglich um weitere 10 Prozent.

> Rechnen mit SUSI Mit „Susi“ – der Strom-Unabhängig­ keits-Simulation – kann man für das eigene Wohngebäude errechnen, wie hoch der Eigenverbrauchsanteil am selbst produzierten PV-Strom mit und ohne Batteriespeicher ist und wie sich verschiedene Speichergrößen auf Autarkiegrad und Wirtschaftlich­ keit auswirken. www.energieinstitut.at/susi


Frische Luft geht immer Eine Komfortlüftung lässt sich in praktisch jeder Gebäudesanierung nachrüsten. Im Folgenden finden Sie die verschiedenen Zugänge mit den wesentlichen Vor- und Nachteilen. Bei der Komfortlüftung ist der Name Programm: Sie versorgt kontinuierlich mit frischer Luft, reduziert den Wärmeverlust im Winter und kann die Zuluft im Sommer ankühlen. Pollenfilter lassen Allergiker aufatmen. Im Neubau sollte eine Komfortlüftung nicht nur fix eingeplant werden, sie lässt sich auch ganz einfach umsetzen. Aber auch in der Sanierung findet sich für so gut wie jedes Projekt eine Lösung. Im Folgenden die drei wichtigsten technischen Zugänge mit den wesentlichsten Vor- und Nachteilen. Klassisch gebäudezentral. Der Klassiker: Ein Lüftungsgerät im Keller oder Technikraum verteilt die frische Luft über Leitungen im Haus. Vorteile: Es muss nur ein Gerät angeschafft und gewartet werden. Die Außenwand muss nur an einer Stelle mit zwei Bohrungen durchdrungen werden. Nachteile: Die Leitungsführung von einer Stelle in alle Räume des Hauses kann anspruchsvoll sein. Je nach Verteilkonzept sind die Rohrquerschnitte möglicherweise größer, was zusammen mit dem Lüftungsgerät Platz braucht. Stockwerk- oder wohnungsweise dezentral. Manchmal kann es sinnvoll sein, anstelle eines zentralen Lüftungsgerätes zwei oder mehrere Geräte im Gebäude aufzuteilen und jedes Stockwerk oder jede Wohneinheit separat zu versorgen. Dann versorgt jeweils ein kleineres Gerät einen Teil des Gebäudes.

Es gibt praktisch immer die Möglichkeit, Komfortlüftungen nachzurüsten. Michael Braun, Haustechnikexperte im Energieinstitut Vorarlberg

Frische und saubere Luft ist die Grundlage für gesundes und komfortables Wohnen. Auch bei einer Sanierung lohnt es sich daher, über eine Komfortlüftung nachzudenken. Vorteile: Individuelle Regelung (das ist vor allem im Generationenhaus oder bei einer Einliegerwohnung relevant) und oft einfachere Leitungsführung als bei zentralen ­Geräten. Nachteile: Zwei oder mehr Geräte müssen angeschafft und gewartet werden. Die Außenwand muss an mehreren Stellen durchdrungen werden. Raumweise dezentral. Ist die nachträgliche Leitungsführung nur schwer oder gar nicht möglich, treten Einzelraumlüfter auf die Bühne. Dabei versorgt ein Gerät jeweils einen bis zwei Räume mit frischer Luft. Vorteile: Minimale Leitungsführung und individuelle raumweise Regelung. Nachteile: Mehrere Geräte müssen angeschafft und gewartet werden. Die Außenwand muss an mehreren Stellen durchdrungen werden. Geräusch der Geräte in mehreren Räumen. Egal, welches System am Ende zum Einsatz kommt, von zentraler Bedeutung ist die frühe Entscheidung, ob eine Komfortlüftungs­

anlage nachgerüstet werden soll. So kann sie in der Planung von Beginn an berücksichtig werden. Die Haustechnikexperten im Energie­ institut Vorarlberg stehen mit ihrem Wissen produktneutral und praxisnah zur ­Verfügung.

> Info Am 8. Mai 2019 findet ein kostenloser Informationsabend zu Komfortlüftungen im Energieinstitut Vorarlberg statt. www.energieinstitut.at/ veranstaltungen

> Tipp Alles Wissenswerte rund um die ­Komfortlüftung und alle Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme auf www.komfortlueftung.at

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Alberschwende, Bregenzerwald

GROSSE TRÄUME SIND

NICHT NUR WAS FÜR KLEINE. WER VIEL VORHAT, KOMMT ZU UNS. Das beste Fundament für Ihr Bauvorhaben? Die ausgezeichnete Beratung der Hypo Vorarlberg. Denn so gewissenhaft, wie wir in allen finanziellen Fragen sind, so schnell sind unsere Entscheidungswege. Schließlich soll Ihr Traum Wirklichkeit werden. Hypo Vorarlberg – Ihre persönliche Beratung in Vorarlberg, Wien, Graz, Wels und St. Gallen (CH). www.hypovbg.at

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