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in sich birgt. Die alte Sitte, jeden Gegenstand durch Räuchern zu desinfizieren, hat einen auf der Hand liegenden Grund. Diese Sitte war jedoch nicht so sehr eine Vorsichtsmaßnahme gegen physische Schichtungen als gegen die subtilen, mit all ihren psychischen Auswirkungen. 222. Solange die Menschheit fortfährt, in einem körperlichen Bewußtsein zu verweilen, können die Methoden der konventionellen experimentellen Medizin kaum geändert werden. Nur wenn das Bewußtsein zur psychischen Energie gelenkt wird, kann der Empfindungslosigkeit der Vivisektion ein Ende gemacht werden. Das Arbeiten mit lebenden Pflanzen einerseits, und die Anwendung von psychischer Energie andererseits, werden die Gedankentendenz in eine neue Richtung führen; aber jedenfalls hat jeder Protest gegen Vivisektion bereits Unsere Zustimmung. Solche Proteste deuten eine Kenntnis der Erscheinungen der Subtilen Welt an und ein Verständnis dafür, daß Vivisektionen neue Ansteckungsquellen werden können. In Zukunft werden Krankheiten infolge einer hinreichenden Prophylaxe, in Verbindung mit der Anwendung von psychischer Energie, nicht mehr existieren. Aber bis dahin ist es nötig, der Grausamkeit der Vivisektion so weit wie möglich ein Ende zu machen und die Tatsachen über psychische Energie zu wiederholen. Durch ein solches beständiges Erinnern wird die Energie selbst mehr in Erscheinung treten. Denn feuriges Denken ist auch ein Entzünden der Fackeln. 223. Neues Denken bedeutet nicht das Niederreißen von allem, was alt ist. Es wird tatsächlich der beste Freund von allem sein, was bereits entdeckt worden ist. Solches Denken verwirft keine Formel, die nur aus dem Grunde nicht verstanden wird, weil sie im Augenblick nicht klar ist. Unser Freund wird eine unverständliche Formel sorgfältig beiseitelegen. Oft handelt es sich bei etwas Unverständlichem nicht um eine verborgene Errungenschaft, es hängt von einer Menge von vergänglichen Spracheigentümlichkeiten ab. Nicht jede Sprache ist erhalten geblieben; selbst im Laufe eines Jahrhunderts ändert sich die Bedeutung von Ausdrücken, was zu einer zunehmenden Kompliziertheit der Denkweise führt. Laßt uns fließendes Wasser nicht bedauern, aber laßt uns nicht vergessen, daß wir alte Errungenschaften mit neuen Augen betrachten. Selbst viele isolierte alte Ausdrücke mögen seltsam erscheinen, weil sie in fremde Dialekte eingefügt worden sind. und ihre Aussprache oft entstellt worden ist. Im Altertum sangen die Menschen diese bedeutsamen Worte, um sie zu behalten, aber die Rhythmen sind als etwas Unnötiges aufgegeben worden. Doch dadurch, daß die Menschen den Rhythmus verloren haben, haben sie die Bedeutung der Schwingungen vergessen. Neues Denken vergißt die grundlegenden Gedanken nicht. 224. Güte ist eine der feurigen Eigenschaften. Aber was haben die Menschen aus dieser Eigenschaft gemacht? Nicht Schlappheit sondern volle Gerechtigkeit ist in Güte einbegriffen. Das feurige Herz versteht die Unzulässigkeit von Bosheit genau. Es weiß über die schöpferische Kraft Bescheid, die Bosheit als wertlose Zweckdienlichkeit ausschließt. Güte empfindet auch Zielbereitschaft, nämlich das höhere Maß der Gerechtigkeit. Über den Gerechtigkeitssinn haben Wir viel gesprochen, aber er ist so grundlegend, daß man ihn in jeder Erklärung bestätigen sollte. Was wird sonst das persönliche Gefühl ausgleichen, wenn man von hinter einer Maske von Blut verborgen ins Licht blicken muß? Nicht ohne Ursache sagen die Menschen von einem ungerechten Richter, daß er Blut in seinem Auge hat. Auf diese Weise müssen wir inmitten der Gespräche über feurige Reaktionen beständig die feurigen Ströme unserer Nervenzentren regulieren. Jede Erwähnung von Feuer ruft bereits eine gewisse Spannung desselben hervor. Darum muß jeder der feurig denken möchte, auch über feurige Verantwortung Bescheid wissen. Eine solche Verantwortung ist äußerst schwerwiegend, denn sie umfaßt die entgegengesetztesten Anfänge. Doch zwischen den unterirdischen Feuern und dem höheren Licht ist ein weiter Bereich! 225. Inmitten -des Kampfes ist es möglich, einen Augenblick der Erholung und gegenseitigen Beziehungen zu haben. Ihr habt etwas wie stachelige Ströme gespürt. Die Ströme selbst sind nicht stachelig, aber es scheint so infolge des Widerstandes, mit dem die irdischen Schichten erfüllt sind. Diese Pfeile der Dämonen verbergen die Sonne. Wir müssen alle Energien verstärken, und daher sind gegenseitige Beziehungen besonders nötig.

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