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Universit채t der Nachbarschaften 04.10


IW Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg eV. Fr Luesmann. Wilhelmsburger Tafel eV. Fr Thoms. Sozialkaufhaus Sammelsurium. Fr Scheffler. Fitnesscenter Wilhelmsburg. Hr Versemann. Wilhelmsburge rankenhaus Großsand. Hr Görtz. Hr Huguet. Hr Rettig. Hr Rabe. Fr de Buhr. Hr Reckschwardt. Fa Heinrich Buhk. Hr Meier. Fa Weigl. Hr Wachsmuth. Fa Delmes Heitmann. Fa Ehlert und Söhn lian Allmann. Sven Braun. Bianca Eschrich. Magdalena Klingemann. Sandra Latussek. Immanuel Mihm. Linda Skoruppa. Sarah Timmermann. Fr Gehrke und Team. Gangway eV. Hr Wenzel. Emil V. Hr Kühn. Bezirksamt HH-Mitte. Hr Eich. Koordinierungsstelle Bildungsoffensive Elbinsel. Regionales Übergangsmanagement-Schule-Beruf. Fr Klingemann. Hr Prof Krahwinkel. Fr Jonsec hrt. Hr Foerster-Baldenius. Raumlabor Berlin. Ton Matton. Anke Haarmann.Christoph Schäfer. Christine Franz. Merle Pannecke. Hanna Santoro. Ann-Kristin Schlapkohl. Alexander Wenze ulian Schühlke. Sebastian Saatweber. Förderkreis Glinder Kulturwochen eV. Hr Siebert. Gesellschaft für Stadtentwicklung mbH. UdN- und Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Fr Lindeman anierungsbeirat Reiherstiegviertel. Hr Gröne. Dockville. Falkenflitzer. Fr Löbkens. TuTech. Hr Wöllflel. Fr Schreck. Fr Lenz. Fr Orhan. Interkultureller Garten eV. Hr Kriegs. IGS 2013. Carlo om Haus der Jugend Wilhelmsburg eV. Fr Scheer vom Musiknetzwerk Wilhelmsburg. Hr Striegler. Ben Becker. Ellen Fiedelmeier. Katja Heinecke. Kate Bitz. Maximilian Müller. Frauke Nordman erstin von Stengel. Fr Schlesinger. Fr Dietz. Fr Buschermöhle. Hr Bohnenkamp. AStA HafenCity Universität Hamburg. Prof Bernd Kniess. Prof Christopher Dell. Prof Dr Michael Koch. René ibble. KurzFilmSchule Hamburg eV. Arne Bunk. Doro Carl. Heike Breitenfeld. Schülerinnen und Schüler der Freien Schule Hamburg eV. Anja Maurus. Dadisse Di Blasi. Erol Tingir. Franco Hömk alim Aslan. Hülya Citiralioglu. Jerome Weiß. Marcel Düring. Tunahan Öz. Team der Freien Schule Hamburg eV. Cornelius Puschke. Rimini Protokoll. Peter Pflug. Merle Pannecke. Hanna Santor Deuflhard. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Kampnag V. Fr Kazocins. Hr. Januschek. Fr Deuflhard. Kampnagel. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Benjamin Walter. Jörn Fuhrmann. Ange abkiewicz. Jean Novkon. Jonathan Gröne. Immanuel Mihm. Ahmad Warzi. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Fr Kazocins. AIW Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg eV. uesmann. Wilhelmsburger Tafel eV. Fr Thoms. Sozialkaufhaus Sammelsurium. Fr Scheffler. Fitnesscenter Wilhelmsburg. Hr Versemann. Wilhelmsburger Krankenhaus Großsand. Hr Görtz. Hr Huguet. Hr Retti r Rabe. Fr de Buhr. Hr Reckschwardt. Fa Heinrich Buhk. Hr Meier. Fa Weigl. Hr Wachsmuth. Fa Delmes Heitmann. Fa Ehlert und Söhne. Kilian Allmann. Sven Braun. Bianca Eschrich. Magdalena Klingeman andra Latussek. Immanuel Mihm. Linda Skoruppa. Sarah Timmermann. Fr Gehrke und Team. Gangway eV. Hr Wenzel. Emilie eV. Hr Kühn. Bezirksamt HH-Mitte. Hr Eich. Koordinierungsstelle Bildungsoffensiv binsel. Regionales Übergangsmanagement-Schule-Beruf. Fr Klingemann. Hr Prof Krahwinkel. Fr Jonseck-Ohrt. Hr Foerster-Baldenius. Raumlabor Berlin. Ton Matton. Anke Haarmann.Christoph Schäfe hristine Franz. Merle Pannecke. Hanna Santoro. Ann-Kristin Schlapkohl. Alexander Wenzel. Julian Schühlke. Sebastian Saatweber. Förderkreis Glinder Kulturwochen eV. Hr Siebert. Gesellschaft fü adtentwicklung mbH. UdN- und Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Fr Lindemann. Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Hr Gröne. Dockville. Falkenflitzer. Fr Löbkens. TuTech. Hr Wöllflel. Fr Schreck. Fr Len Orhan. Interkultureller Garten eV. Hr Kriegs. IGS 2013. Carlos vom Haus der Jugend Wilhelmsburg eV. Fr Scheer vom Musiknetzwerk Wilhelmsburg. Hr Striegler. Ben Becker. Ellen Fiedelmeier. Katja Heineck ate Bitz. Maximilian Müller. Frauke Nordmann. Kerstin von Stengel. Fr Schlesinger. Fr Dietz. Fr Buschermöhle. Hr Bohnenkamp. AStA HafenCity Universität Hamburg. Prof Bernd Kniess. Prof Christopher De of Dr Michael Koch. Renée Tribble. KurzFilmSchule Hamburg eV. Arne Bunk. Doro Carl. Heike Breitenfeld. Schülerinnen und Schüler der Freien Schule Hamburg eV. Anja Maurus. Dadisse Di Blasi. Erol Ting anco Hömke. Halim Aslan. Hülya Citiralioglu. Jerome Weiß. Marcel Düring. Tunahan Öz. Team der Freien Schule Hamburg eV. Cornelius Puschke. Rimini Protokoll. Peter Pflug. Merle Pannecke. Hanna Santor Deuflhard. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Kampnag V. Fr Kazocins. Hr. Januschek. Fr Deuflhard. Kampnagel. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Benjamin Walter. Jörn Fuhrmann. Ange abkiewicz. Jean Novkon. Jonathan Gröne. Immanuel Mihm. Ahmad Warzi. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Fr Kazocins. AIW Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg eV. uesmann. Wilhelmsburger Tafel eV. Fr Thoms. Sozialkaufhaus Sammelsurium. Fr Scheffler. Fitnesscenter Wilhelmsburg. Hr Versemann. Wilhelmsburger Krankenhaus Großsand. Hr Görtz. Hr Huguet. Hr Retti r Rabe. Fr de Buhr. Hr Reckschwardt. Fa Heinrich Buhk. Hr Meier. Fa Weigl. Hr Wachsmuth. Fa Delmes Heitmann. Fa Ehlert und Söhne. Kilian Allmann. Sven Braun. Bianca Eschrich. Magdalena Klingeman andra Latussek. Immanuel Mihm. Linda Skoruppa. Sarah Timmermann. Fr Gehrke und Team. Gangway eV. Hr Wenzel. Emilie eV. Hr Kühn. Bezirksamt HH-Mitte. Hr Eich. Koordinierungsstelle Bildungsoffensiv binsel. Regionales Übergangsmanagement-Schule-Beruf. Fr Klingemann. Hr Prof Krahwinkel. Fr Jonseck-Ohrt. Hr Foerster-Baldenius. Raumlabor Berlin. Ton Matton. Anke Haarmann.Christoph Schäfe hristine Franz. Merle Pannecke. Hanna Santoro. Ann-Kristin Schlapkohl. Alexander Wenzel. Julian Schühlke. Sebastian Saatweber. Förderkreis Glinder Kulturwochen eV. Hr Siebert. Gesellschaft fü adtentwicklung mbH. UdN- und Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Fr Lindemann. Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Hr Gröne. Dockville. Falkenflitzer. Fr Löbkens. TuTech. Hr Wöllflel. Fr Schreck. Fr Len Orhan. Interkultureller Garten eV. Hr Kriegs. IGS 2013. Carlos vom Haus der Jugend Wilhelmsburg eV. Fr Scheer vom Musiknetzwerk Wilhelmsburg. Hr Striegler. Ben Becker. Ellen Fiedelmeier. Katja Heineck ate Bitz. Maximilian Müller. Frauke Nordmann. Kerstin von Stengel. Fr Schlesinger. Fr Dietz. Fr Buschermöhle. Hr Bohnenkamp. AStA HafenCity Universität Hamburg. Prof Bernd Kniess. Prof Christopher De of Dr Michael Koch. Renée Tribble. KurzFilmSchule Hamburg eV. Arne Bunk. Doro Carl. Heike Breitenfeld. Schülerinnen und Schüler der Freien Schule Hamburg eV. Anja Maurus. Dadisse Di Blasi. Erol Ting anco Hömke. Halim Aslan. Hülya Citiralioglu. Jerome Weiß. Marcel Düring. Tunahan Öz. Team der Freien Schule Hamburg eV. Cornelius Puschke. Rimini Protokoll. Peter Pflug. Merle Pannecke. Hanna Santor Deuflhard. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Kampnagel eV. azocins. Hr. Januschek. Fr Deuflhard. Kampnagel. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Benjamin Walter. Jörn Fuhrmann. Angela Dabkiewic an Novkon. Jonathan Gröne. Immanuel Mihm. Ahmad Warzi. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Fr Kazocins. AIW Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg eV. Fr Luesman ilhelmsburger Tafel eV. Fr Thoms. Sozialkaufhaus Sammelsurium. Fr Scheffler. Fitnesscenter Wilhelmsburg. Hr Versemann. Wilhelmsburger Krankenhaus Großsand. Hr Görtz. Hr Huguet. Hr Rettig. Hr Rab de Buhr. Hr Reckschwardt. Fa Heinrich Buhk. Hr Meier. Fa Weigl. Hr Wachsmuth. Fa Delmes Heitmann. Fa Ehlert und Söhne. Kilian Allmann. Sven Braun. Bianca Eschrich. Magdalena Klingemann. Sandr atussek. Immanuel Mihm. Linda Skoruppa. Sarah Timmermann. Fr Gehrke und Team. Gangway eV. Hr Wenzel. Emilie eV. Hr Kühn. Bezirksamt HH-Mitte. Hr Eich. Koordinierungsstelle Bildungsoffensive Elbinse egionales Übergangsmanagement-Schule-Beruf. Fr Klingemann. Hr Prof Krahwinkel. Fr Jonseck-Ohrt. Hr Foerster-Baldenius. Raumlabor Berlin. Ton Matton. Anke Haarmann.Christoph Schäfer. Christin anz. Merle Pannecke. Hanna Santoro. Ann-Kristin Schlapkohl. Alexander Wenzel. Julian Schühlke. Sebastian Saatweber. Förderkreis Glinder Kulturwochen eV. Hr Siebert. Gesellschaft für Stadtentwicklun bH. UdN- und Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Fr Lindemann. Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Hr Gröne. Dockville. Falkenflitzer. Fr Löbkens. TuTech. Hr Wöllflel. Fr Schreck. Fr Lenz. Fr Orha terkultureller Garten eV. Hr Kriegs. IGS 2013. Carlos vom Haus der Jugend Wilhelmsburg eV. Fr Scheer vom Musiknetzwerk Wilhelmsburg. Hr Striegler. Ben Becker. Ellen Fiedelmeier. Katja Heinecke. Kat tz. Maximilian Müller. Frauke Nordmann. Kerstin von Stengel. Fr Schlesinger. Fr Dietz. Fr Buschermöhle. Hr Bohnenkamp. AStA HafenCity Universität Hamburg. Prof Bernd Kniess. Prof Christopher De of Dr Michael Koch. Renée Tribble. KurzFilmSchule Hamburg eV. Arne Bunk. Doro Carl. Heike Breitenfeld. Schülerinnen und Schüler der Freien Schule Hamburg eV. Anja Maurus. Dadisse Di Blasi. Erol Ting

Universität der Nachbarschaften 04.10


Abbildung Titel UdN International Summer School 2009

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Universität der Nachbarschaften UdN

Ermöglichungsarchitektur für die lernende Stadt

UdN Lehre

UdN Praktik

UdN Forschung


Über einen Zeitraum von fünf Jahren verhandelt das Projekt »Universität der Nachbarschaften« (UdN) das forschende Erarbeiten und Erproben zeitgemäßer Bildungsformen an der Schnittstelle von Kultur, Wissen und Stadtentwicklung. ›Universität‹ verweist dabei auf die Frage, was Wissen unter der Behauptung einer ›globalen Wissensgesellschaft‹ sein könnte und unter welchen lokalen Bedingungen es enstehen kann – wie es in die Welt kommt. Genau davon handelt ›Nachbarschaft‹: von sozialen Beziehungen und lokaler Integration. Den Ausgangspunkt der Auseinandersetzung bildet dabei eine gewöhnliche urbane Situation: ein ungenutztes und leerstehendes Gebäude, ein Zeichen des Nicht-Mehr und Noch-Nicht – das ehemalige Gesundheitsamt im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Hier entwickelt »Universität der Nachbarschaften« eigene Prinzipien des Studierens und Arbeitens, ein eigenes Curriculum: die aktive Aneignung, reale Eingriffe in die Substanz des Gebäudes und dessen programmatischer Nutzung. Möglichkeiten von Wissensproduktion und Wissensvermittlung werden in den Prozess einer konkreten urbanen Transformation eingeführt. Im 1:1-Modus wird Gestaltung von Stadt als vorhandenes bauliches, soziales, kulturelles und wirtschaftliches Geflecht untersucht. Im Zentrum steht dabei ein Nachhaltigkeitsbegriff, der die gegebene Situation einer Um- und Restnutzung eines Gebäudes aufgreift, dies in seinen ökonomischen Rahmenbedingungen thematisiert und daraus neue Handlungsformen zu entwickeln sucht. Ziel ist es, für spezifische Aufgaben des Bauens zu sensibilisieren. Das heißt auch: Nachhaltigkeit entsteht nicht nur mit und aus Dingen, sondern vor allem aus Beziehungen, aus Nachbarschaft. 7


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Universität der Nachbarschaften Universität der UdN Nachbarschaften UdN

Die Universität der Nachbarschaften (UdN) ist eine Kooperation der HafenCity Universität Hamburg (HCU), der Internationalen Bauausstellung Hamburg (IBA Hamburg) und Kampnagel.

Mit der Universität der Nachbarschaften (UdN) entsteht in Wilhelmsburg ein Ort des Lernens, Forschens und der Praxis an der konkreten Situation eines Stadtteils im Wandel. In einer für eine Hochschule außergewöhnlichen Situation, bietet sich hier die Möglichkeit, Inhalte und Vorgehensweisen in Lehre und Forschung an den realen Prozessen einer aktuell forcierten Stadtentwicklungspolitik zu überprüfen, zu untersuchen und zu erweitern. Als Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung ist es erklärter Anspruch der HCU, sich den drängenden Fragen der Entwicklung, der Gestaltung und der Zukunft gebauter Umwelt zu widmen. Der kulturell vielfältige und sozial wie räumlich heterogene Stadtteil Wilhelmsburg ist gewissermaßen eine Aufforderung, die Lehr- und Forschungsschwerpunkte ihrer Fachgebiete zu befragen,

Abbildung Reiherstiegviertel, Wilhemsburg 2009 9


Themen und Methoden zukünftiger Ausrichtung an den Schnittstellen der Disziplinen neu zu definieren sowie disziplinübergreifende Lern- und Forschungsfelder zu entwickeln. Wir standen vor der Frage, entweder abzureißen oder mit dem umzugehen, was da ist und entschieden uns eindeutig für letzteres, um aus dem Kern heraus weiter zu entwickeln, weiter zu bauen – die Transformation zu üben.

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Ausgangspunkt für das Kooperationsprojekt von HCU, IBA und Kampnagel ist das Areal eines ehemaligen Gesundheitsamtes mit seinem seit zehn Jahren nicht mehr genutzten Gebäude im Reiherstiegviertel Wilhelmsburgs, dem größten Stadtteil im Süden Hamburgs. Die Eigenschaften des Projekts sind besondere: im Off immobilienwirtschaftlicher Verwertungszwänge und -logiken eröffnet sich in einer Projektlaufzeit bis Ende 2013 ein Möglichkeitsraum für einen neuartigen Annäherungsprozess zwischen – zugewanderter – Universität und – lokaler – Nachbarschaft. In einem solchen Kontext wird die Anerkennung der vorgefundenen Situation zur entscheidenden Grundlage und Ressource für die Um- und Restnutzung des Gebäudes. Im Sinne praktizierter Nachhaltigkeit geht es nicht nur um den

angemessenen Umgang mit den zur Verfügung stehenden minimalen Mitteln, sondern darum, die vorgefundene Situation nicht als Mangel zu interpretieren. Es gilt Techniken zu entwickeln, mit intelligenten Verfahrensweisen ein Maximum zu erreichen, neue Lösungen und Handlungsformen zu gewinnen, mithin: das entwerferische Handeln lernend zu machen. Wilhelmsburg ist eine der größten Flussinseln Europas, in unmittelbarer Nähe zum Hamburger Stadtzentrum. Die Entwicklung Wilhelmsburgs als Industriestandort und Transitraum im 20. Jahrhundert ist bis heute prägend. Über lange Zeit blieb Wilhelmsburg allerdings nahezu unberührt von den Dynamiken konzertierter stadtentwicklungspolitischer und wirtschaftlicher Interessen

Abbildungen Kontext Wilhelmsburg 11


und bildete so eine ganz eigene Geschwindigkeit der Entwicklung heraus. Zwischen Hafenarealen, Landwirtschaft, Schnellstraßen und Müllentsorgungsanlagen entstand ein eigenwilliger und lebendiger Stadtteil, der unterschiedlichste Herkünfte und Kulturen zusammen- und eigene Kulturen, soziale Strukturen und Nachbarschaften hervorgebracht hat. Unter dem Leitbild »Wachsende Stadt mit Weitsicht« liegt Wilhelmsburg seit wenigen Jahren im Fokus der Hamburger Stadtentwicklungspolitik. Die Internationale Bauausstellung (IBA) sucht den »Sprung über die Elbe« zu initiieren. Unter den drei Leitthemen »Kosmopolis«, »Metrozonen«, und »Stadt im Klimawandel« ist Wilhelmsburg das Kerngebiet der IBA Hamburg. Es geht um die Suche nach Antworten auf die Fragen zukünftigen Bauens, Lebens und Arbeitens in der Stadt. Für den Stadtteil bedeutet dies, dass er sich – wie kaum ein anderer in Hamburg – im Spannungsfeld von Verteilungsund Definitionskonflikten, von Internationaler Bauausstellung und Gegenkultur, von Investorenplänen und dem Alltag eines kulturell hoch diversen Wohnstandorts befindet. Wenn aber die tatsächlichen Stärken des Stadtteils aus dem Unfertigen, Undefinierten, aus seiner Vielfalt, seinen Brüchen, seiner Langsamkeit bestehen sollten, zukünftige Entwicklungen hingegen von unterschiedlichen Einflüssen und Geschwindigkeiten geprägt sein werden, so wäre es ein Interesse der UdN, die zugrunde liegenden Wirkkräfte lesen und deuten zu lernen. Im Projekt UdN arbeiten Studierende der HCU mit einfachsten Mitteln daran, das Gebäude für verschiedene Aktivitäten wieder in Betrieb zu nehmen. Nachhaltigkeit entsteht hier aber nicht mit und aus Dingen, sondern aus Beziehungen, aus Nachbarschaft. Wenn sich die HCU im Kontext »Nachhaltigkeit« verortet, kann es nicht darum gehen, sich ausschließlich auf die Vermittlung bekannten Wissens zu beschränken. Vielmehr geht es darum, neue Lernprozesse zu erproben, das Expertenwissen der Nachbarn einzubeziehen, um im gegenseitigen Austausch neue Ideen, Lösungen, Erkenntnisse – also mithin Wissen zu »produzieren«. Daran lernt die Universität mit ihren Studierenden, Lehrenden, Forschenden und Nachbarschaften. 12

Bewusst wird Altes akzeptiert und Neues hinzugefügt, wobei kontrastierende Materialien eine spannungsreiche Neuinterpretation des Ortes ergeben. Überzeugt hat auch, dass der Außenraum mit einbezogen wird, indem die neu implantierten transparenten Stirnseiten des Gebäudes als Projektionswände und damit als Außenkino genutzt werden können. > Auszug aus der JuryBewertung des Entwurfs Grenzposten

Die Dokumentation Experiment auf der Insel ist als Download auf > iba-hamburg.de unter dem Projekt Universität der Nachbarschaften zu erhalten.

Vom Experiment zur UdN Die Idee zur UdN entwickelte sich 2008 aus den Ergebnissen des ein Jahr zuvor gemeinsam von IBA und HCU durchgeführten studentischen Wettbewerbs »Experiment auf der Insel«. Gesucht waren Impulse und Visionen, Nutzungs- und Gestaltungsideen sowie Umsetzungs- und Betriebskonzeptionen für ein mögliches Kooperationsprojekt zwischen der IBA und der HCU bis 2013. Der räumliche Fokus des Wettbewerbs lag auf dem brachliegenden Areal des ehemaligen Gesundheitsamts am Park »Rotenhäuser Feld« im Reiherstiegviertel Wilhelmsburg. Die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit »Grenzposten« macht als einzige der studentischen Arbeiten den Umgang mit dem Bestand zum Ausgangspunkt ihrer Vorgehensweise: Das Gebäude wird einer neuen Nutzung zugeführt, Altes akzeptiert, Neues hinzugefügt. »Ausgehend von der These, dass die Elbinsel sich in hohem Maße durch das direkte Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen und Milieus auszeichnet, arbeitet der Entwurf mit dem Thema der Grenze, die sowohl für die Gestaltungssprache, als auch für die Nutzungskonzeption (Grenzsituationen entdecken, erforschen und reflektieren; Mikro-Metrozonen) maßgebend ist.« (IBA Hamburg 2008) UdN – Lehr- und Forschungsprojekt Universität der Nachbarschaften Das Konzept der Universität der Nachbarschaften leitet sich aus dem transformativen Potenzial dieser Wettbewerbsarbeit ab. Im Spannungsfeld von Universität und Nachbarschaft soll hier ein Möglichkeitsraum entstehen, der die eigene Entwicklung in den Mittelpunkt stellt. Dabei geht es nicht alleine um die bauliche Umgestaltung eines Gebäudes, sondern vielmehr um die Frage, was die eigentlichen Anforderungen dafür sind: welche Aktivitäten sollen hier stattfinden und wie können wir diese befördern? Wer sind die Akteure, welches die Themen – im Rahmen der HCU, der IBA, des Stadtteils? Eine Studiensituation mit realen Eingriffen in die Substanz eines Gebäudes und damit grundlegend mit dessen Nutzungsmöglichkeiten zu verknüpfen, eröffnet die Chance nicht nur Fragen der Relevanz von Ausbildungsinhalten unmittelbar an der Praxis zu diskutieren, sondern darüber hinaus auch Fragen der Berufspraxis und des Berufsverständnisses neu aufzuwerfen. 13


Kooperationen Das Projekt Universität der Nachbarschaften ist eine Kooperation der HafenCity Universität Hamburg (HCU), der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg und Kampnagel. Es wird gefördert durch die Max Hoffmann GmbH & Co. KG. Die UdN hat den Status eines IBA-Exzellenz-Projekts. Im Rahmen eines Lehr- und Forschungsprojekts übernehmen für die HCU Hamburg die Professuren von Christopher Dell, Bernd Kniess und Michael Koch die inhaltliche Verantwortung für die Entwicklung der Gesamtprogrammatik sowie deren Umsetzung. Neben den lokalen Nachbarschafts-Experten wird es essentiell, zum einen Akteure zu Rate zu ziehen, die in Wilhelmsburg bereits wichtige Funktionen innehaben und mit dem Stadtteil und seiner Eigenlogik bestens vertraut sind und zum anderen solche, die sich mit aktuellen Fragen der Stadtentwicklung, in- und außerhalb Hamburgs, auseinandersetzen. 14

Über die vereinbarten Partnerschaften hinaus sollen weitere Kooperationspartner wie Schulen, soziale und kulturelle Institutionen gewonnen werden. Bei der Realisierung der baulichen Arbeiten sollen Freizeit- und Beschäftigungsinitiativen vor Ort ebenso wie Schulen und Berufsschulen einbezogen werden.

Beirat der UdN Es wird ein Beirat eingesetzt, der den weiteren Entwicklungsprozess der UdN begleitet. Der Beirat hat beratende Funktion, insbesondere bei der Fortschreibung bzw. Umsetzung des Konzepts und dient der Qualifizierung der Projekte. Die Mitglieder des Beirats werden aus den lokalen Initiativen und Institutionen benannt. Der Beirat tagt zweimal jährlich.

Abbildungen Entwurf »Grenzposten«, Erster Preis im studentischen Wettbewerb »Experiment auf der Insel«, 2008 15


Wilhelmsburg in Zahlen

35,4 qkm 1.409 qkm 49.851 22,3% 14,4% 7 3 41,2% 15,4% 31,9% 280 1 seit 350 Jahren vor 100 Jahren vor 92 Jahren 68 17 4 26 1.000.000 qm 480.000 qm 600.000 qm 74.000 qm

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33,8 % 42,4 % 7 4 3

Fläche Wilhelmsburg Fläche Hamburg Bevölkerung Unter 18-Jährige Über 65-Jährige Alten- und Pflegeheime Jugendhäuser Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Wohnungen in Ein- & Zweifamilienhäusern Sozialwohnungen LKW-Parkplätze Grillplätze Landwirtschaftliche Nutzung Gründung Kupfer-Affinerie Erster Kleingartenverein Logistikunternehmen auf der Elbinsel Landwirtschaftsbetriebe auf der Elbinsel Mineralölwerke Kindergärten Bewirtschaftete Kleingartenfläche Fläche unter Naturschutz Fläche Containerterminal Tollerort Kontaminierte Fläche, Georgswerder ausländische Bevölkerung ausländische Schüler Christliche Gemeinden Moscheen Afrikanische Gemeinden

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2 Das Phänomen der Verstädterung manifestiert seine Universalität. Schon diese Tatsache würde die Gründung einer Universität rechtfertigen, die sich ausschließlich mit dessen analytischer Untersuchung befasst. > Henri Lefèbvre, Die Revolution der Städte, 1977.

Ermöglichungsarchitektur für die lernende Stadt

Die UdN ist als »Ermöglichungsarchitektur« konzipiert. Das zentrale Anliegen einer solchen ist es, Situationen für räumliche Veränderungsprozesse zu schaffen, in denen die Akteure ihre Lernprozesse in neue Aktivitäten umsetzen können. Unter Ermöglichungsarchitektur verstehen wir eine Architektur, die sich weniger auf das Objekt fixiert, denn auf performativ-organisationale Prozesse bezieht. Dabei entstehen sowohl Gestalt als auch Bedeutung als Ergebnis eines sozialen Prozesses. Dieser Prozess kann und soll angeregt, kann aber in seinem Verlauf und Ergebnis nicht vorherbestimmt werden. Selbststeuerung und Selbstbestimmung folgen situationsspezifischen Merkmalen. Für ein derart architektonisches Handeln sind keine formalen Gesetzmäßigkeiten an sich anzunehmen, sondern eher ein gewisses, sich im Prozess erweiterndes Repertoire von Handlungsmöglichkeiten und Erfahrungen innerhalb spezifischer Regelwerke.

Abbildung Feedbackrunde UdN Planungsprozess, 2009 19


Die HafenCity Universität Hamburg wurde 2006 aus vier Fachbereichen verschiedener Hamburger Hochschulen als thematische Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung gegründet. Mit ihren vier Studiengängen und Forschungsfeldern Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik und Stadtplanung möchte sie einschlägige Beiträge für eine zukunftsfähige Entwicklung und Ausgestaltung der gebauten Umwelt und städtischer Lebenswelten leisten. > hcu-hamburg.de

Universität und Nachbarschaft Möglichkeiten von Wissensvermittlung und -produktion werden so aus dem universitären Lehrbetrieb von Seminaren und Vorlesungen in eine konkrete urbane Situation erweitert. ›Universität‹ verweist in diesem Zusammenhang auf Fragen, was Wissen überhaupt sein könnte, wie es in die Welt kommt, wer welches Wissen möchte und wie er es erlangen kann. Der Begriff der Nachbarschaft bedeutet lokale Einbindung, soziale Beziehungen, Gastfreundschaft und auch: Offenheit und Verantwortung für eine gegebene Situation – konkret und nicht abstrakt. In diesem fachlich übergreifend angelegten Projekt geht es nicht nur um die temporäre Herrichtung und Bespielung eines Gebäudes, sondern ebenso um seine programmatische Ausrichtung und dem aus dem Prozess heraus sich entwickelnden Zusammenspiel beider. In diesen Kontext sollen in den nächsten Jahren Studierende aller Fachrichtungen der HCU eingebunden werden. Neben der Auseinandersetzung mit den Leitthemen der IBA ist es unser Interesse, weitere Themen und Fragestellungen aus der spezifischen Situation des Stadtteils aufzugreifen und zu bearbeiten. Die UdN versucht auf diesem praktischem Weg den Anspruch der HCU auf neuartige Lehr- und Forschungskonzepte einzulösen. Lernende Stadt und lernende Planung Die UdN bringt sich in die Diskussion über Bildung und Ausbildung auf Stadtteilebene ein und versucht beizutragen zu dem, was man als »Lernende Stadt« bezeichnen könnte. In der Auseinandersetzung mit dem Lebensalltag im Stadtteil werden die strukturellen Merkmale von Raumproduktion sozialer, ökonomischer und kultureller Selbstorganisation untersucht. Derartige Selbstorganisation ist ein wichtiges

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Mitten in der Metropole Hamburg gibt es einen einzigartigen Schauplatz der Kreativität, der Chancen, Gegensätze und Spannungen. Einen Schauplatz, der gesellschaftliche Grundfragen des Zusammenlebens und des Umgangs mit natürlichen Ressourcen wie in einem Brennglas bündelt: die Elbinseln. Hier entwickelt die Internationale Bauausstellung Hamburg von 2007- 2013 im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg Antworten für die Zukunft der Metropole. > iba-hamburg.de

Phänomen zukunftsfähiger Urbanität, in der Lernen als ein Prozess aktiver Aneignung raumgestaltender, sozioökonomischer und kultureller Kompetenzen interpretiert wird. Die UdN ist in diesem Kontext eine vielseitige, lernende Einrichtung – sie ist sowohl Labor, Baustelle als auch Bühne, Interaktions-Lern-Raum und Ort des Aufenthalts und des Austauschs. Mit der konkreten Aneignung des Gebäudes wird seine Programmierung unausweichlich. Was tun wir in diesem Haus, in diesem Stadtteil? Was kann unser Beitrag sein? In angewandten Forschungen zu Um- und Restnutzungen, verbinden wir Theorie mit Praxis. Die Studierenden haben damit die einmalige Chance, »wirkliche« Erfahrungen alltäglicher Praktiken in ihre Lernprozesse mit aufzunehmen: in Bauprozessen, in denen wir den Baukörper fortlaufend an unsere Anforderungen anpassen, in den angewandten Forschungen zum Thema von Um- und Restnutzungen, des Low-BudgetHousings usw. Wie oben bereits bemerkt, ist es der Kern der Fragestellungen, mit einem Minimum das Maximum zu erzielen – denn die Mittel für dieses befristete Projekt sind äußerst begrenzt.

Abbildungen Feedbackrunde zum UdN Planungsprozess, 2009 Begehung des Gebäudes mit Nachbarn, 2009 21


Kern der Fragestellung der UdN ist es, mit einem Minimum das Maximum zu erzielen – denn die Mittel für ein befristetes Projekt könnten begrenzter nicht sein.

Transformation sozialer Räume Wenn wir von Raum sprechen, gehen wir von einem erweiterten Begriff aus, der ästhetische, soziale und zeitliche Phänomene sowie Dimensionen und Aneignungsvorgänge einschließt. Diese Perspektive liegt in der Erkenntnis begründet, dass die Ermöglichung von Selbstbestimmungs- und Aneignungsprozessen in der Stadt situations-, orts- und akteursabhängig ist. Es wäre daher die Aufgabe der verschiedenen Fachdisziplinen, die Lesarten gegebener und relevanter Rahmenbedingungen als konstituierende Elemente der Situation offen zu legen. Ermöglichungsarchitektur versucht, neue räumliche Bezüge und sozioökonomische und kulturelle Chancen zu entdecken und auszuhandeln, um damit das Städtische als situatives Raum- und Beziehungsgefüge zu verstehen. Solche Transformationsprozesse können nicht von außen geplant, sondern müssen von innen heraus, durch Teilhabe entwickelt werden.

Kampnagel ist Deutschlands größte freie Spielund Produktionsstätte und zählt zu den international bedeutendsten Bühnen für darstellende Künste. Die Programmgestaltung zeigt ein breites Spektrum an ästhetischen Positionen und wegweisenden Tendenzen in Theater, Tanz und Performance, wie auch Musik, Bildende Kunst und Architektur. > kampnagel.de

Raum und Performanz Nach den Geographen Nigel Thrift und Ash Amin ist Performance-Kunst diejenige Disziplin, die urbane Potenziale bisher am besten aufzeigt und bespielt. Raum wird von ihnen als performativ Produziertes verstanden. Wenn wir also davon ausgehen, dass Raum relational ist, dass er aus Handlung entsteht, so müssen wir die Handlungsebene als zu Gestaltende in unser Projekt mit einschließen.

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Einen Partner für die performative Ebene haben wir in der Kulturfabrik Kampnagel gefunden. Seine unterschiedlichen Experten und Akteure arbeiten gemeinsam mit uns an Konzeptionen und Umsetzungen von performativen Verläufen und Formaten. Mit dieser Kooperation verbinden wir die Annahme, dass Kunst und Kultur wichtige Impulse für ein zeitgemäßes Berufsverständnis und -handeln geben können. Performancegruppen oder Regisseure, die versuchen tradierte Formen des Theaters zu erweitern, die mit Laien und Experten arbeiten und Rahmungen für Auseinandersetzungen und Konfrontationen zu schaffen, in denen der Zuschauer an der Konstruktion von Realität teilhaben kann, können helfen, die Produktion von Raum und Stadt anschaulich zu machen. Und man kann mit ihnen erproben, wie Handlungen in urbanen Kontexten für Veränderungsprozesse aktiviert werden.

Das Geld für große Zeichen der Stadt ist weg. Es fehlt ebenso in den Unternehmen wie in den Kommunen. Ein »weiter so« kann es deshalb in Architektur wie Planung nicht geben.

Idealerweise könnte die UdN in den nächsten Jahren konzertierte Aktionen verschiedener Politikfelder auslösen oder davon unterstützt werden.

Bestände als Ressource Auch die Forschung selbst suchen wir damit um den Aspekt der Performanz zu erweitern und in Richtung einer »Forschung im und am Handeln« zu entwickeln; eine Forschung, die auf Veränderungen abzielt und die kritische Begleitung und Reflexion dieser Veränderungsversuche einbezieht. Wichtig bleibt: Die Arbeit der UdN ist weder in einem politisch neutralen Raum angesiedelt noch ist sie l’art pour l’art. Der Kontext ist klar: Das Geld für große Zeichen der Stadt ist weg. Es fehlt ebenso in den Unternehmen wie in den Kommunen. Ein »weiter so« kann es deshalb in Architektur wie Planung nicht geben. Vielmehr rückt eine qualitative Betrachtung in den Blick, wie mit wenig Mitteln ein Vielfaches entstehen kann, wie vorhandene Ressourcen der Stadt genutzt und aktiviert, aber auch ermächtigt werden können. Wie diese Ermöglichung im Zusammenwirken vieler funktionieren könnte, das ist Kern des Forschens an der UdN. Vom Experiment zum Prototyp? Mit dieser offenen, umsetzungsorientierten und die Fragen der Neupositionierung von Studiengängen aufwerfenden Herangehensweise wird die UdN zu einem besonderen und experimentellen Lehr- und Forschungsprojekt, das disziplinäre Zuständigkeiten und Qualifikationen neu zu bestimmen sucht. Ausdruck für diesen, die disziplinären Grenzen überschreitenden, Arbeitsansatz ist die Tatsache, dass hier Wissen und Prozesse initiiert und reflektiert werden, die gleichermaßen für die Wissenschafts-, die Stadtentwicklungs-, die Kultur- und vermutlich auch die Schulbehörde interessant sein könnten. Idealerweise könnte die UdN in den nächsten Jahren konzertierte Aktionen verschiedener Politikfelder auslösen oder zumindest davon unterstützt werden. Die Förderung der UdN durch IBA, HCU sowie durch Studiengelder der HCU ist ein erster Schritt dazu.

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3 Wie beginnt man ein Projekt als offene Suchbewegung?

UdN Lehre

Die Behauptung des Projekts – spulen wir zurück: die erste Phase beginnt mit der Behauptung der UdN als Projekt, das seine Programmatik aus sich selbst entfaltet. Wie aber beginnt man ein Projekt als offene Suchbewegung unter Beteiligung vieler unterschiedlichster Akteure? Die formelle Rahmung des Projekts entsteht in lang andauernden Prozessen und findet in Verträgen und Vereinbarungen zwischen den beteiligten Partnern und Förderern ihre Form. Die Wiederinbetriebnahme, Transformation und Nutzung eines seit gut zehn Jahren ruhenden Gebäudes bedingt die Einholung von Genehmigungen und die Klärung versicherungsrechtlicher Fragen sowie logistische Planungen und Steuerungen der baulichen Maßnahmen. Schließlich ergeben sich mit der Vorbereitung und Durchführung der Eröffnungsveranstaltung im Sommer 2009 organisatorische Zusammenhänge für die programmatische Aktivierung des Raums.

Abbildung Studentisches Arbeiten in der UdN, Sommer 2009 25


Anliegen ist es, den Studierenden zu ermöglichen, Interessensgebiete zu erschließen, aus denen sich Teilprojekte der UdN herauskristallisieren.

Arbeitsweisen Unter der Fragestellung, welche Studierenden wann und wie eingebunden werden können, werden mit ersten Lehrangeboten im Wintersemester 2008/2009 die Möglichkeiten innerhalb curricularer Rahmenbedingungen der unterschiedlichen Studiengänge ausgelotet. Auch wenn im ersten Durchlauf nur die Disziplinen Architektur und Stadtplanung vertreten sind, ist es komplex und konfliktreich, die unterschiedlichen Arbeitsweisen, aber auch die Lehrpläne aufeinander abzustimmen. Schnell zeichnet sich ab, dass der Anspruch interdisziplinären Arbeitens in einem studentischen Selbstbauprojekt nicht unmittelbar umsetzbar sein wird. Die unterschiedlichen Aufgaben und Arbeitsbereiche müssen überhaupt erst einmal ausgemacht werden, um sie in überschaubare Einheiten den Studienprogrammen einzuschreiben. Die UdN entwickelt dabei ihr eigenes Curriculum und richtet sich mit ihren Angeboten an alle Studiengänge der HCU. Das Spektrum reicht von Wahlfächern im Bereich der baulichen Umsetzung wie der »Bauhütte« und der inhaltlichen Programmierung in der »Interkulturellen Praxis«, dem Lehrangebot in den Q-Studies mit dem »Wilhelmsburg Orchestra« bis hin zu Entwurfs- und Projektangeboten im »UdN-Studio« und »UdN-Lab«. Die Vorgehensweise und Taktungen werden aus den je spezifischen Themen und Fragestellungen entwickelt. Ihnen gemein ist eine erste Annäherung an die Situation, in der wir mit Techniken des Dérive, der Exploration, der Expedition arbeiten, um erste Erfahrungen zu sammeln und Erkenntnisse zu gewinnen. Aus diesen mehrschichtigen Beobachtungen werden Themen destilliert, in Unterthemen zerlegt, weitere Informationen gesammelt, zusammengetragen, Kategorien zugeordnet und in Form von Katalogen wieder in eine Matrix überführt. Bei dieser Vorgehensweise geht es darum, den Studierenden zu ermöglichen eigene Interessensgebiete zu erschließen, aus denen sich Teilprojekte in der Wirklichkeit – im Maßstab 1:1 – erproben lassen, seien es bauliche Maßnahmen oder performative Ereignisse.

Zur Methode des »motive based learning« Das »motive based learning« ist ein sich in Entwicklung befindliches didaktisches Modell, das wir im offenen Prozess erarbeiten und erproben. Dahinter steht die Arbeit an der Konzeption einer relationalen Didaktik für einen relationalen Raum. Kern dieser Vorgehensweise ist den Zugang zum »Gegenstand« Stadt durch eigene aktive Handlungsmuster zu erweitern. Dabei ginge es um die Schulung und Analyse von Wahrnehmung mit dem Ziel, die Fähigkeit zu einem neuen Sehen, Spüren, Lesen von Stadt als Situation zu erweitern. Die eigene reflexive Praxis ermöglichte, Prozessverläufe als Qualität zu erkennen. Zugang Das »motive based learning« versucht, die seismographische Annäherung an eine Fragestellung und das Interesse an den Anfang zu stellen, um dann das erarbeitete Motiv als Struktur für den Prozess zu verwenden. Es geht darum, Bewusstsein zu entwickeln: In welchem Kontext bewege ich mich? Welche Optionen kann ich erzeugen und wie? Wie kann ich Bewusstsein für Fragestellungen entwickeln? Wie kann ich die gewonnenen Strukturen konstruktiv in den weiteren Prozessverlauf integrieren, aus der Ressource der eigenen Motive Formen, Werke generieren, die wiederum zur weitergehenden Reflexion und Kreativität anregen? Mit de Certeau können wir sagen: Kreativität ist ein Akt des Wiederverwendens und Assoziierens heterogener Materialien. In informellen Bildungssituationen kommt es deshalb besonders darauf an, das Lernen zum Akt der Produktion und den Lernenden zum Produzenten von Werken zu machen. In der Lernsituation also den Fokus auf die Handlungsweise zu legen: Wie mache ich etwas, wie stelle ich etwas her und wie füge ich heterogene Materialien, die mich interessieren und die mir zur Verfügung stehen, zusammen?

Abbildung Seiten 28-29 Interkulturelle Praxis Abbildung Seiten 30-31 Mindmap »motive based learning«, Vortrag von Christopher Dell während der UdN International Summer School 2009 26

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Schulung von Wahrnehmung Ansatzpunkt und Zentrum im »motive based learning« bilden die Veränderungen der körperlichen wie psychischen Bedingungen, die sich im Laufe des Übens an den Lernenden selbst ausprägen. Ziel ist, dass z.B. die Akteure nach und nach durch die reflexive Praxis die Fähigkeit zu einem neuen Sehen, Spüren, Lesen der Stadt als Situation erwerben. Sie erlangen die Fähigkeit, ihre Wahrnehmung auf die unscheinbaren, aber für die Produktion und die Qualität des Raums bedeutsamen Phänomene zu richten und dabei gleichsam ihren eigenen Deutungshorizont nicht nur zu erweitern, sondern auch qualitativ weiterzuentwickeln. Mit der selbst motivierten Handlungsweise an und mit der UdN wird ein Habitus des Stadtlesens entwickelt, der direkt an die Produktion von Raum gekoppelt ist. Analyse der Wahrnehmung Die Analyse, als Untersuchung der operativen Logiken der Alltagspraxis, ist nicht mehr nur als ein Mittel zum Zweck zu verstehen, sondern wird selbst zum Zweck. Der analytische 32

Schritt wird damit zum eigentlichen Werk erhoben. Dafür gilt es, eine Sprache zu entwickeln, eine Sprache, die sich aus dem Prozess des performativen Aneignens heraus ergibt. Prozessqualität zeigen und verstehen Wenn wir davon ausgehen, dass Subjekte im Prozess der Subjektivierung ihre (Lebens-)Form finden, gilt es, dies auch in der Didaktik zu berücksichtigen. Es ginge dann also darum, Prozesse zu initiieren, in denen das Selbstverhältnis der Subjekte zum Thema wird; Prozesse, in denen es etwas über eben dieses Selbstverhältnis erfährt.

Abbildungen Arbeitsphasen im Projekt, Wintersemester 2008/09 33


Wie nutzen Anwohnende ihre Wohnhinterhöfe? Wie können diese Plätze wieder aktiviert werden? ›Werden Sie Teil der interkulturellen Küche mit original Obst und Gemüse Erzeugnissen aus den Kleingärten Ihrer Hinterhöfe.‹ > Auszug aus Entwurf Learning through daily life.

HCU International Summer School Vor dem Hintergrund vielfältiger Alltagskulturen in Wilhelmsburg experimentiert die International Summer School mit dem Zusammenlernen, Zusammenarbeiten und Zusammenleben in dem unfertigen Gebäude der UdN. Vielleicht ist es eben diese ungewohnte Situation der konkreten und unmittelbaren Einbindung ins Quartier, die Verbindung von universitärem Ausnahmezustand und alltagspraktischer Bewältigung, die den Studierenden improvisatorische Fähigkeiten abverlangt und in der auch berufspraktische Fragen eine andere Bedeutung und Relevanz gewinnen. Für zwei Wochen treffen hier unterschiedliche Nationen, Kulturen und Disziplinen aufeinander. Für zwei Wochen wird hier der Ausnahmezustand geprobt – und auf Stadt übertragen: 1:1, konkret, in Nachbarschaft. Im August 2009 ist die UdN erstmalig Gastgeberin für eine International Summer School. Siebzehn Studierende aus Italien, Russland, USA und Deutschland aus den Fachrichtun34

gen Stadtplanung, Architektur und Landschaftsarchitektur erarbeiten Themen und Projekte in und für Wilhelmsburg. Sie werden begleitet von Lehrenden der HCU und Gästen wie z.B. Jean-Phillippe Vassal aus Paris.

Abbildungen Studentisches Leben und Arbeiten in der UdN International Summer School 2009 35


Abbildung Learning through daily life, Projektergebnis UdN International Summer School 2009


4 Studenten möbeln altes Gesundheitsamt wieder auf. Wer nicht weiß, dass es dort ist, wird es nicht finden. Hinter Büschen, Bäumen und allerlei Gestrüpp schlummert seit vielen Jahren das alte Wilhelmsburger Gesundheitsamt. Nun wird es gerade aus seinem Dornröschen-Schlaf wachgeküsst. Studenten der HafenCity Universität Hamburg haben es sich zur Aufgabe gemacht, aus dem alten, vergessenen Gebäude für die nächsten vier Jahre eine Universität der Nachbarschaften zu machen. > Aus: Der Neue Ruf. Die Zeitung zum Wochenende für Wilhelmsburg und Veddel. 06.06.2009

UdN Praktik

Bauen Die Low-Budget-Restnutzung eines Gebäudes folgt einer eigenen Logik. Eine erste Anforderung besteht darin, geeignete wirtschaftliche Verfahren zu konzipieren und zur Anwendung zu bringen. Da für die Wiederinbetriebnahme, die Um- und Neunutzung nur begrenzte finanzielle und materielle Mittel zur Verfügung stehen, gilt es etwa, Unterstützer für Bauleistungen zu gewinnen. Damit stellt sich die Frage, was die Gegenleistung eines möglichen Geschäfts sein könnte, wenn die übliche Form der monetären Entlohnung sich ausschließt. Hier muss es also um andere Formen des Tausches gehen: Gegenleistungen zu definieren wird zum Teil der Arbeit.

Abbildung Betreten!, Eingang zur UdN, Sommer 2009

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Auch die eigene Arbeitsleistung und Kapazität ist zu kalkulieren und zu organisieren. Dabei erweisen sich die Freiräume von Studiengängen in ihrer Ausrichtung auf Workload und Creditpoints als vergleichsweise gering. Um einen Baustellenbetrieb, im Sinne eines studentischen Selbstbauprojekts, möglich zu machen, müssen zunächst neue Lehrformate gefunden werden. Darüber hinaus gilt es weitere Akteure zu gewinnen wie z.B. die Jugendlichen, die in der unmittelbaren Nachbarschaft in sozialen Projekten Qualifizierungsprogramme zwischen Schule und Beruf durchlaufen. In klassisch nachbarschaftlicher Hilfeleistung beteiligen sie sich an den anstehenden Arbeiten. Die UdN wird zudem für die baulichen Maßnahmen in der HCU mit den Fachkompetenzen (z.B. Statik und Vermessung) aus den verschiedenen Studiengängen (Bauingenieurwesen und Geomatik) unterstützt.

Bauphase 2009 Die erste Umbauphase 2009 dient dazu das Gebäude wieder in Betrieb zu nehmen. Studierende erarbeiten dafür im Wintersemester 08/09 erste Planungen. Dazu gehört auch das Erstellen des Bauantrags, den sie in enger Abstimmung mit dem zuständigen Bauamt genehmigungsreif machen. Nach der notwendigen Asbestsanierung stehen im Mai 2009 zunächst Aufräumarbeiten an: der Rückschnitt des Wildwuchses und die Beseitigung von Bauschutt aus dem Gebäude. Unterstützt werden die Studierenden dabei von Jugendlichen von Gangway e.V., die auf der UdN-Baustelle ihre Praxistage verbringen. Die Einrichtung von Baustrom, einer provisorischen Wasserversorgung und das Öffnen der vernagelten Fenster folgen. Kleinere Rückbaumaßnahmen zielen darauf ab, das

Abbildungen UdN-Studio, erste Bauphase Sommer 2009 42

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ehemalige Verwaltungsgebäude schrittweise den eigenen Anforderungen anzupassen; so wird z.B. durch den Abriss zweier Wände ein Veranstaltungssaal freigelegt. Der Bau und die Installation einer Gemeinschaftsküche für das interkulturelle Kochprojekt ist die erste programmatische Setzung in dem Gebäude. Die Studierenden recyclen im Gebäude vorgefundene Holzreste und Gegenstände wie z.B. eine Duschwanne, um daraus eine Kücheninsel mit Herd, Abstellflächen, Regalen und Spüle zu bauen. Auf Anregung von Ton Matton, der die Studierenden im Rahmen eines Workshops bei den Vorbereitungen zur Eröffnungsveranstaltung unterstützt, wird zum ersten Mal das Prinzip des Tauschens angewendet. Die benötigten Küchenutensilien wie Besteck, Geschirr und Töpfe werden nicht durch Kauf erworben, sondern in der Nachbarschaft gegen Tomatenpflänzchen eingetauscht. Dieses Tauschgeschäft war nicht nur erfolgreich hinsichtlich der Küchenausstattung, es bot zudem die Gelegenheit, die Nachbarn zum ersten Nachbarschaftsfest und der Eröffnung der UdN einzuladen.

ersetzt wird. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Errichtung einer Wohnung, die für eine stetige Nutzung des Gebäudes sorgen soll. Ziel ist, einen Bewohner zu gewinnen, der Mitverantwortung für das Gebäude und seine Nutzung übernimmt. Durch einfache Umbauten entsteht eine MiniWohnung, die alle notwendigen Funktionen beinhaltet, aber nicht über eine eigene Küche verfügt und damit die gemeinsame Nutzung der Kulturküche vorsieht. Die nächste Aufgabe ist die Wiederherstellung der grundlegenden Funktionen der Versorgungsinfrastruktur. Vor einigen Jahren wurde das Grundstück von der Gas- und Wasserversorgung abgetrennt und die Heizungsanlage hat die jahrelange Ruhephase nicht überdauert; der Brenner kann nicht wieder in Betrieb gesetzt werden und nahezu alle Heizkörper sind aufgefroren.

Bauphase 2010 Ende März setzen die Studierenden die Baumaßnahmen fort. Auf Grundlage der im Wintersemester fortgesetzten Planungen des UdN-Studios konzentrieren sich die Arbeiten nun auf drei Schwerpunkte: das Foyer, eine neu zu errichtende MiniWohnung und die Wiederinstandsetzung und den teilweisen Umbau der sanitären Anlagen. Im Rahmen von »Bauhütte« und »Interkulturelle Praxis« arbeiten ca. 30 Studierende zehn Tage lang unter Anleitung von Lehrenden und mit Unterstützung durch Firmen an einem massiveren Eingriff in die bauliche Substanz des Gebäudes: Aus den vorangegangenen Überlegungen und den ersten Erfahrungen der konkreten Nutzung resultiert eine Neudefinition des Gebäudes. Dabei geht es um eine nun auch bauliche Freilegung der zuvor entstandenen kommunikativen Schnittstelle inmitten des Gebäudes, eine erste Definition der Architektur der UdN. An der Stelle, wo sich Eingangsbereich mit Fluren kreuzt, der Veranstaltungsraum anschließt und sich die Kulturküche etabliert hat, soll ein offener Ort der Kommunikation, des Aufenthalts entstehen. Der Eingriff erfolgt im wesentlichen subtraktiv durch Herausnahme eines Deckenfeldes, einiger Wände und eines Teilbereichs des Daches, der durch lichtdurchlässige Paneele 46

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Abbildungen UdN-Studio, Bauh端tte, Interkulturelle Praxis, Bauphase Fr端hjahr 2010 48

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Programmieren An den Beispielen und Prozessen des Bauens lässt sich ablesen, wie ein neues Planungsverständnis aussehen könnte. Das Bauen dreht sich herum: man ist ja nicht in der Lage Firmen zu beauftragen, denn das Geld dafür ist nicht da. Um in einer solchen Situation trotzdem agieren zu können ist zweierlei essentiell: 1. Menschen zu gewinnen, und zwar nicht über ökonomische, sondern über kulturelle Verhandlungsräume. So kommt dasjenige Spannungsfeld in den Blick, in das Kultur »symbolische Gleichgewichte, ausgleichende Verträge und mehr oder weniger dauerhafte Kompromisse einbringt« (de Certeau). Diese Verträge erhalten ihre Nachhaltigkeit weniger durch juristische Legitimation, sondern durch ein Herstellen von Öffentlichkeit. Dies ist ein entscheidender Punkt in der Begründung des Implementierens performativer Formate als kulturelle Programmierungen in Stadtentwicklungsprozesse. Das bedeutet auch: den Begriff der Stadtentwicklung aktiv zu erweitern. D.h.: auf die bestehende urbane Situation einzugehen, um daraus mögliche neue Handlungsoptionen zu entwickeln. 2. Akzeptanz von und Umgang mit der vorgefundenen Situation, den organisierbaren Mitteln und dem bejahenden Arbeiten mit ungewissen Zuständen. Dies ließe sich als eine Technologie der Improvisation beschreiben, die nicht im Reparationsmodus agiert, sondern die Organisation des Projekts (meta-)lernend macht: nach dem Prinzip des konstruktiven Umgangs mit Unordnung in Gemeinschaft. Die erste Versuchsanordnung und zugleich die Eröffnung der UdN ist das Nachbarschaftsfest im Juni 2009. Das Fest markiert einen Wendepunkt: mit ihm endet die Bauphase zur Wiederöffnung des Gebäudes nach Jahren des Leerstands und es beginnt die erste Phase von öffentlichen Veranstaltungen. Das Ereignis führt vier Projekte zusammen: die Umgestaltung des Gebäudes als »Bauhütte« und drei Veranstaltungsformate: das von Kampnagel kuratierte Performanceprojekt SHIVERS der Gruppe God´s Entertainment und die von den Studierenden initiierten und gestalteten Formate »Kulturküche« und »Musi(C)ooperation«. Zehn Stunden Von 12-22 Uhr. Zehn Stunden – das ist eigentlich wenig im Hinblick auf die Fülle an Geschichten, die darüber erzählt werden könnten, wenn die Performer von God´s Entertainment und ihre lokalen Protagonisten längst die UdN verlassen haben. 52

Zehn Stunden, in denen sie Situationen und Räume schaffen, die von vielen anderen Orten erzählen: von den Locken des Afro-Ladens in der Fährstraße, von Wilhelmsburg TV, von einsamen Tanzbands und Knabenchören, Angstschleusen, Strandbars. Von Krankenschwestern, die Tricks zur Angstüberwindung verraten; von einsamen TV-Moderatoren, die sich Cellisten und andere einladen, von Geschäften, die Mitgliedschaften verkaufen an Menschen, die dazugehören wollen. Den Auftakt gestaltet die Wiener PerfomanceGang God´s Entertainment. Getreu dem Motto »Kunst als Erreger« treiben sie ihr Unwesen in dem Gebäude. Aus Motiven des Films »Shivers« von David Cronenberg entwickeln die Unterhaltungskünstler eine ansteckende Performancereise in die eigenen inneren und andere unbekannte Welten. > Auszug aus der Ankündigung von SHIVERS auf > gods-entertainment.org

All das entwickelt sich aus dem Rahmen einer performativen Installation, in der Realität und Fiktion, Playback und Teilhabe, Geschäft und Geschenk ineinanderfließen. Alle Räume der UdN sind verwandelt. In jedem der Räume beginnt eine eigene Geschichte, welche die Detailfäden des Verlaufes aufnimmt und weiterspinnt. Ein dichtes Netz aus Anfängen und Möglichkeiten entspinnt sich so um und zwischen den Besuchern des Nachbarschaftsfests, das zugleich aus ihnen besteht. Die Zuschauer werden selbst zu Akteuren und zwischen Bühne und Zuschauerraum ist nicht mehr zu trennen. Da werden Kontakte geknüpft, Komplizenschaften geschmiedet und eine Impfstelle gegen »Antiismus« eingerichtet. Jugendprojekte, Altersheime, Nachbarschaft und Künstler können und sollen »angesteckt« werden. Die Studierenden-Projekte »Kulturküche« und »Musi(C)ooperation« mischen sich subkutan unter den Verwandlungsrahmen von SHIVERS. Sie sind die aktivierenden Elemente, die von ganz einfachen alltäglichen Handlungen wie Essen und Musikmachen bzw. -hören ausgehen. Auf einer selbstgebauten Bühne entfalten sich dichte Rap Battles, das Publikum tobt, das Zimmer der Musi(C)ooperation platzt aus allen Nähten. Alles mischt sich: Kinder, die im Rahmen eines Programms des benachbarten »Haus der Jugend« ohnehin regelmäßig Musik machen, lassen es ebenso krachen wie eine brasilianische Combo, die in dieser Formation erstmalig rappte und auf einer Bühne stand. Prompt wurden sie daraufhin eingeladen, auf dem Hamburger Wutzrock-Festival zu spielen. Gleichzeitig brodelt es auch in der Kulturküche. Als ausgestellte Praxis des Kochens regt sie den Austausch über die verschiedenen kulturellen Praktiken, Traditionen und Gerichte in Wilhelmsburg an. Während die Studierenden in der Nachbarschaftsküche Chili con Carne kochen, ist die Iranerin Nihmet und ihre Freundin auf der Terrasse mit dem Backen 53


Abbildungen Eindr端cke vom Nachbarschaftsfest 2009 54

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von typisch persischem Fladenbrot zu Gange. Nachbarschaftliche Selbstorganisation mal ganz konkret: den dafür notwendigen Holzkohleofen haben Nihmet und Co. selbst mitgebracht; und gesungen wird auch – zum performativen Überwurf des Fladens gehört natürlich ein persisches Lied. Programm 2010 2010 wird das erste Jahr, in dem die UdN das Gebäude und Grundstück am Park »Rotenhäuser Feld« durchgehend nutzen kann. Damit eröffnen sich viele Möglichkeiten, im Gebäude, auf dem Grundstück und bis in den Park hinein. Besonders in den Sommermonaten wird es ein dichtes Programm geben. Das Programm entsteht aus Veranstaltungsformaten, die sich mit dem Curriculum der UdN, den Studierenden wie den Kooperationspartnern vor Ort entwickeln. Nachstehend einige Programmpunkte, weitere Veranstaltungen werden angekündigt.

Abbildungen Kulturküche, ein Projekt des UdN-Studios. Erste Erprobung während des Nachbarschaftsfestes 2009


Veranstaltungshinweise und Termine > udn.hcu-hamburg.de

Himmlische Plätze – Paradise Now! Den Anfang macht das Projekt »Himmlische Plätze – Paradise Now!« (Katharina Oberlik/Nils Deventer) in Kooperation mit dem Haus der Jugend und dem Jungen Schauspielhaus im Mai 2010. Jugendliche begeben sich darin auf die Suche nach verwaisten Plätzen, Orten der Erinnerung und des Widerspruchs oder versteckten Räumen in Wilhelmsburg und verwandeln sie in utopische Theaterspielorte.

Der Ansatz der UdN, mit wenig Mitteln das Beste aus einer bestehenden Situation herauszuholen, wird auf die Musik übertragen – was zählt ist der Einsatz und die spezifische Eigenschaft der einzelnen Mitspieler. Musikalische Praxis wird Ausdruck von Stadt und dem, was wir daraus machen: Let’s play! Aufführungen finden ab Juni in Wilhelmsburg und in ganz Hamburg statt. 2. UdN International Summer School Zum zweiten Mal findet im August 2010 die UdN International Summer School mit Studierenden verschiedener Fachdisziplinen statt. Zwei Wochen lang wird vor Ort in Wilhelmsburg zusammen gelernt, zusammen gearbeitet und zusammen gelebt. Aktuelle Fragen der Stadtentwicklung werden aufgegriffen und mit dem Blick von außen reflektiert. Dabei ermöglicht das Leben in Wilhelmsburg eine unverstellte Sicht auf die gegenwärtige Situation und eröffnet Möglichkeiten, aus einem ungewohnten Blickwinkel Anforderungen an zukunftsfähige Stadtquartiere zu ermitteln und diese im Austausch mit der Nachbarschaft zu überprüfen. Im Ergebnis können anregende Perspektiven für Wilhelmsburg aufgezeigt werden.

UdN - Interkulturelle Praxis Die UdN geht in die nächste Phase! Das fortlaufende interkulturelle (Re)Programming der UdN wird vervielfältigt. Inhaltliches Ziel ist es, die Heterogenität urbaner Vergesellschaftung als Praxis und als Potenzial aktiv in den Blick zu nehmen. Der Begriff der Interkultur thematisiert zum einen die Frage der Kultur als städtischer Ressource, zum anderen die Betonung des Interagierens unterschiedlicher Vorstellungs- bzw. Handlungsweisen und Deutungshorizonte. Im Konkreten wird es um das Weiterführen bereits erprobter UdN-Programmformate Kulturküche, Musi(C)ooperation gehen und neue Formate mit Gastkünstlern wie Jan Holtmann (Fussball und Kunst) und Katarina Oberlik (urbane Doku-Soap) zu kreieren. Ferien-Camp »In My Room« Das Ferien-Camp »In My Room« (Katharina Oberlik / Kampnagel) setzt auf die experimentelle Beteiligung Kinder und Jugendlicher an einem initiativen Projekt mit prozessualem Entwicklungscharakter, einer Arbeitsweise, die der der UdN entspricht und das Projekt UdN – Explore Wilhelmsburg exemplarisch aufzeigt. Die Studierenden erkunden für die Gestaltung der physisch-materiellen »Möglichkeits-Räume« für das FerienCamp den Stadtteil, unter Einbeziehung der künstlerischen Akteure und spontaner Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen in der Nachbarschaft. Ziel des Seminars »Interkulturelle Praxis« ist es, die im Dialog mit allen Akteuren von »In My Room« erarbeiteten Raumprototypen/Wohnwelten 1:1 umzusetzen und dabei in allen organisatorischen Schritten (Konzeptionierung, technische Planung, bauliche Ausführung, Licht- und Sounddesign) darzustellen und zu realisieren. Wilhelmsburg Orchestra Das Wilhelmsburg Orchestra (Christopher Dell) setzt sich aus Studierenden der HCU, Anwohnern und Nachbarn der UdN zusammen: jeder, der ein Instrument besitzt und Lust hat es zu spielen, ist eingeladen, sich ab April 2010 zu bewerben. 60

Informationen zu den Studiengängen der HCU > hcu-hamburg.de

HCU goes Wilhelmsburg Wilhelmsburg war und ist immer wieder Ort der Auseinandersetzung in einer spezialisierten Universität, die sich mit der gebauten Umwelt auseinandersetzt. Die UdN zeigt zum Abschluss des IBA Präsentationsjahres im Oktober die besten studentischen Arbeiten der letzten Semester aus den verschiedenen Studiengängen der HCU. Offene Prozesse Für die nächsten Phasen bis 2013 wird es entscheidend sein, wie die UdN ihren Prozess offen halten und gleichzeitig funktional sichern kann. Dass uns offene Prozesse mindestens so sehr faszinieren, wie sie uns erschrecken, ist eine der wenigen unumstößlichen Wahrheiten gegenwärtiger Stadtgesellschaft. Spiel und Forschung der UdN ist es, herauszufinden, wie sich diese Offenheit konstruktiv gestalten ließe und welche Form zukünftiger relationaler Planung damit zu erarbeiten wäre.

Abbildungen Seiten 58-59 Musi(C)ooperation Live aus Wilhelmsburg, Nachbarschaftsfest 2009 61


5 Am 21. Januar 2010 quetschen wir uns mit Anja durch Menschenmassen, stellen wir uns mit Dadisse Fragen nach Liebe und Geld, zeigen Monti, Jerome und Franco uns »ihren Platz«, erleben wir Halim, Erol und Toni als DESPERATE DEALERS, dreht Hülya ihren Stimmungsring. (...) Gehen Sie mit den SchülerInnen auf eine theatrale Reise zu den Originalschauplätzen ihrer Kurzfilme und auf Spurensuche nach den Bezügen zu ihrem Alltag des Umherschweifens in Hamburg-Wilhelmsburg. > Aus der Einladung zur Kurzfilmrolle Wilhelmsburg On Tour an ausgewählte Experten

UdN Forschung

UdN – Explore Wilhelmsburg Wie lassen sich Alltagswelten und Alltagsräume Jugendlicher aus Hamburg-Wilhelmsburg sicht- und erfahrbar machen und wie kann ein Projekt mit Jugendlichen an informellen Bildungsprozessen ansetzen und an den Schnittstellen von Stadtentwicklung-Bildung-Kultur wirken? Im Projekt UdN – Explore Wilhelmsburg wurde von Jugendlichen die Kurzfilmrolle Wilhelmsburg produziert, ein Episoden-Film und fragmentarische Erzählung: Jugendliche filmten ihr alltägliches Unterwegssein und Umherschweifen und erzählen aus und von ihrem Lebensalltag in Hamburg, in Wilhelmsburg. Sie machen sicht- und erfahrbar, welche

Abbildung Vorführung des im Rahmen von »Explore Wilhelmsburg« entstandenen Films »Keine Ahnung« auf dem Festival »abgedreht! – Hamburgs Junger Film« im Metropolis Kino, St. Georg, Winter 2009

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Maybe we could have a look at a map? – But do we have one? – No. – O.K., let´s go this way, it looks a kind of nice! – »Learning by doing«: Die Jugendlichen wollen eigentlich immer sofort loslegen, ohne lange, einleitende oder ermahnende Vorreden oder Diskussionen. Und diese Möglichkeit sollen sie erhalten. Die Projektbetreuenden und Fachleute sind da und unterstützen, wenn sie nicht mehr weiterkommen. Das ist zentral für das methodische Vorgehen in einem Lernprojekt, wie in einem Projekt der Offenen Jugendarbeit und im Projekt UdNExplore Wilhelmsburg. In der Übung filmischer Erzählung – sei sie dokumentarisch oder inszeniert – wird mit der selbst motivierten Handlungsweise ein Habitus des Stadtlesens entwickelt, der direkt an die Produktion von Raum gekoppelt ist.

Räume für sie in der Stadt und im Stadtteil wichtig sind, welche Bedeutungen diese haben und welche Rolle sie darin spielen. Gemeinsam mit den Jugendlichen wurde aus der Reflexion ihrer produzierten Kurzfilme ein performatives und diskursives Format – die Kurzfilmrolle Wilhelmsburg On Tour – entwickelt und inszeniert, in dem die Jugendlichen ihre Filme von ihnen eingeladenen Experten ihres Alltags und ausgewählten lokalen Experten aus der kommunalen Planung, Kultur, Politik, Bildung und Forschung zeigten. UdN-Explore Wilhelmsburg orientiert sich im Sinne eines konzeptionellen Arbeitens an den Anforderungen und Regeln einer Offenen Jugendarbeit, in der u.a. versucht wird, für die Beteiligten aus scheinbar banalen Alltagssituationen vielfältige Bildungs-Bedeutungen abzuleiten. Verkürzt und konkret heißt das: Gelernt wird, wenn sich die Akteure in Situationen wiederfinden, die an ihre körperlich-mentalen Schemata des Wahrnehmens, Erkennens und Beurteilens anschließen, sie aktivieren und damit sozusagen die Aneignung des Raums hervorrufen. Das ist besonders in Zusammenhängen wichtig, in denen formalisierte Bildung kaum vorauszusetzen ist: Je mehr Wissen marginalisiert, je weniger auf einen Formenkanon zurückzugreifen ist, desto wichtiger wird die Relation des Wissensterrains und deren Bezug zu einer Ausübung und Artikulation von Wissenspraktiken. Das bedeutet, einer Topologie zu folgen, die nicht Formen anwendet – es sind ja keine da –, sondern den Wissensraum auf Ermöglichungsstrategien hin auslotet. In der Anwendung des Mediums Film erfolgt die Aufzeichnung alltäglicher oder durch Inszenierung überzeichneter Handlungsmuster als performative, relationale Verläufe. Die szenischen Interventionen, die durch den Akt des Filmens ausgelöst werden, lösen Irritation aus und erschließen durch die bewusste Situationsverfremdung einen Untersuchungsraum. Durch ihre Darstellung werden die Handlungsverläufe erst rezipierbar. Mittels Einsatz von Bearbeitungstechniken können einzelne Aspekte hervorgehoben, Verhältnisse neu verknüpft werden, Zusammenhänge beschleunigt, aber auch verlangsamt werden. Auf dieser Grundlage wird eigenes Handeln reflexiv. Der Schwerpunkt liegt also nicht vordergründig auf dem künstlerischen Ausdruck des filmischen Produkts, sondern auf der eigentlichen Tätigkeit und Artikulation (Performanz) in jeder Projekt- und Arbeitsphase. Das Ziel ist somit die Koordinierung dieses offenen Prozesses

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als gestaltendes Moment von Handlungsverläufen, die erst damit erweiterte Kontaktebenen zur gegenwärtigen Realität herzustellen vermögen. Das Projekt entstand mit Schülern der Freien Schule Hamburg e.V. und der KurzFilmSchule Hamburg in Kooperation mit der UdN von Oktober 2009 bis März 2010. »UdN– Explore Wilhelmsburg« ist ein Modellvorhaben im ExWoSt-Forschungsfeld »Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere« – Forschungsprojekt »Jugendliche im Stadtquartier«. »Experimenteller Wohnungs- und Städtebau« (ExWoSt) ist ein Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Abbildungen Seiten 66-67 Screenshots aus den im Projekt »Explore Wilhelmsburg« entstandenen Kurzfilmen, Winter 2009

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Bildnachweis

Halim Aslan, Dadisse Di Blasi, Hülya Citiralioglu, Anja Maurus, Tunahan Öz, Erol Tingir Seiten 66-67 Benjamin Becker Titelbild, Seiten 8, 10, 11, 18, 20, 24, 30-33, 36-37, 42- 45, 48-50, 54-59 Kate Bitz, Carsten Dittus, Maximilian Müller, Nicole Raddatz, Anton Reinig Seiten 14 -15 Ole Brügmann, Jana Müller Seiten 48-49 Ellen Fiedelmeier Seiten 10-11, 21, 54-57, 62 Immanuel Mihm Seiten 48-49 Hanna Noller Seiten 28-29, 48-49 Renée Tribble Seiten 32-35 Trotz größter Sorgfalt konnten die Urheber einiger weniger Bilder nicht ermittelt werden. Es wird gegebenenfalls um Mitteilung an den Herausgeber gebeten.

Universität der Nachbarschaften

Projektleitung HCU Bernd Kniess mit Christopher Dell und Michael Koch Projektentwicklung und -steuerung UdN Ellen Fiedelmeier Projektentwicklung Bau UdN Benjamin Becker mit Immanuel Mihm, Jonathan Gröne und Linda Skoruppa

Impressum

Universität der Nachbarschaften 04.10 Herausgeber und Redaktion Bernd Kniess (verantwortlich), Christopher Dell, Michael Koch, Ellen Fiedelmeier Internet udn.hcu-hamburg.de An dieser Ausgabe beteiligte Autoren Benjamin Becker, Christopher Dell, Ellen Fiedelmeier, Katja Heinecke, Bernd Kniess, Michael Koch, Renée Tribble Gestaltung Maximilian Müller Petra Hollenbach Das Projekt Universität der Nachbarschaften ist eine Kooperation der HafenCity Universität Hamburg (HCU), der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg und Kampnagel. Gefördert durch die Max Hoffmann GmbH & Co. KG. Hamburg 2010 © HafenCity Universität Hamburg, Universität der Nachbarschaften und die Autoren © der Abbildungen bei den Fotografen/Inhabern der Bildrechte oder ihren Rechtsnachfolgern

Projektentwicklung UdN-Programm, Kampnagel Amelie Deuflhard, Nadine Jessen Forschung UD Bernd Kniess, Christopher Dell, Katja Heinecke

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IW Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg eV. Fr Luesmann. Wilhelmsburger Tafel eV. Fr Thoms. Sozialkaufhaus Sammelsurium. Fr Scheffler. Fitnesscenter Wilhelmsburg. Hr Versemann. Wilhelmsburge rankenhaus Großsand. Hr Görtz. Hr Huguet. Hr Rettig. Hr Rabe. Fr de Buhr. Hr Reckschwardt. Fa Heinrich Buhk. Hr Meier. Fa Weigl. Hr Wachsmuth. Fa Delmes Heitmann. Fa Ehlert und Söhn lian Allmann. Sven Braun. Bianca Eschrich. Magdalena Klingemann. Sandra Latussek. Immanuel Mihm. Linda Skoruppa. Sarah Timmermann. Fr Gehrke und Team. Gangway eV. Hr Wenzel. Emil V. Hr Kühn. Bezirksamt HH-Mitte. Hr Eich. Koordinierungsstelle Bildungsoffensive Elbinsel. Regionales Übergangsmanagement-Schule-Beruf. Fr Klingemann. Hr Prof Krahwinkel. Fr Jonsec hrt. Hr Foerster-Baldenius. Raumlabor Berlin. Ton Matton. Anke Haarmann.Christoph Schäfer. Christine Franz. Merle Pannecke. Hanna Santoro. Ann-Kristin Schlapkohl. Alexander Wenze ulian Schühlke. Sebastian Saatweber. Förderkreis Glinder Kulturwochen eV. Hr Siebert. Gesellschaft für Stadtentwicklung mbH. UdN- und Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Fr Lindeman anierungsbeirat Reiherstiegviertel. Hr Gröne. Dockville. Falkenflitzer. Fr Löbkens. TuTech. Hr Wöllflel. Fr Schreck. Fr Lenz. Fr Orhan. Interkultureller Garten eV. Hr Kriegs. IGS 2013. Carlo om Haus der Jugend Wilhelmsburg eV. Fr Scheer vom Musiknetzwerk Wilhelmsburg. Hr Striegler. Ben Becker. Ellen Fiedelmeier. Katja Heinecke. Kate Bitz. Maximilian Müller. Frauke Nordman erstin von Stengel. Fr Schlesinger. Fr Dietz. Fr Buschermöhle. Hr Bohnenkamp. AStA HafenCity Universität Hamburg. Prof Bernd Kniess. Prof Christopher Dell. Prof Dr Michael Koch. René ibble. KurzFilmSchule Hamburg eV. Arne Bunk. Doro Carl. Heike Breitenfeld. Schülerinnen und Schüler der Freien Schule Hamburg eV. Anja Maurus. Dadisse Di Blasi. Erol Tingir. Franco Hömk alim Aslan. Hülya Citiralioglu. Jerome Weiß. Marcel Düring. Tunahan Öz. Team der Freien Schule Hamburg eV. Cornelius Puschke. Rimini Protokoll. Peter Pflug. Merle Pannecke. Hanna Santor Deuflhard. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Kampnag V. Fr Kazocins. Hr. Januschek. Fr Deuflhard. Kampnagel. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Benjamin Walter. Jörn Fuhrmann. Ange abkiewicz. Jean Novkon. Jonathan Gröne. Immanuel Mihm. Ahmad Warzi. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Fr Kazocins. AIW Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg eV. uesmann. Wilhelmsburger Tafel eV. Fr Thoms. Sozialkaufhaus Sammelsurium. Fr Scheffler. Fitnesscenter Wilhelmsburg. Hr Versemann. Wilhelmsburger Krankenhaus Großsand. Hr Görtz. Hr Huguet. Hr Retti r Rabe. Fr de Buhr. Hr Reckschwardt. Fa Heinrich Buhk. Hr Meier. Fa Weigl. Hr Wachsmuth. Fa Delmes Heitmann. Fa Ehlert und Söhne. Kilian Allmann. Sven Braun. Bianca Eschrich. Magdalena Klingeman andra Latussek. Immanuel Mihm. Linda Skoruppa. Sarah Timmermann. Fr Gehrke und Team. Gangway eV. Hr Wenzel. Emilie eV. Hr Kühn. Bezirksamt HH-Mitte. Hr Eich. Koordinierungsstelle Bildungsoffensiv binsel. Regionales Übergangsmanagement-Schule-Beruf. Fr Klingemann. Hr Prof Krahwinkel. Fr Jonseck-Ohrt. Hr Foerster-Baldenius. Raumlabor Berlin. Ton Matton. Anke Haarmann.Christoph Schäfe hristine Franz. Merle Pannecke. Hanna Santoro. Ann-Kristin Schlapkohl. Alexander Wenzel. Julian Schühlke. Sebastian Saatweber. Förderkreis Glinder Kulturwochen eV. Hr Siebert. Gesellschaft fü adtentwicklung mbH. UdN- und Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Fr Lindemann. Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Hr Gröne. Dockville. Falkenflitzer. Fr Löbkens. TuTech. Hr Wöllflel. Fr Schreck. Fr Len Orhan. Interkultureller Garten eV. Hr Kriegs. IGS 2013. Carlos vom Haus der Jugend Wilhelmsburg eV. Fr Scheer vom Musiknetzwerk Wilhelmsburg. Hr Striegler. Ben Becker. Ellen Fiedelmeier. Katja Heineck ate Bitz. Maximilian Müller. Frauke Nordmann. Kerstin von Stengel. Fr Schlesinger. Fr Dietz. Fr Buschermöhle. Hr Bohnenkamp. AStA HafenCity Universität Hamburg. Prof Bernd Kniess. Prof Christopher De of Dr Michael Koch. Renée Tribble. KurzFilmSchule Hamburg eV. Arne Bunk. Doro Carl. Heike Breitenfeld. Schülerinnen und Schüler der Freien Schule Hamburg eV. Anja Maurus. Dadisse Di Blasi. Erol Ting anco Hömke. Halim Aslan. Hülya Citiralioglu. Jerome Weiß. Marcel Düring. Tunahan Öz. Team der Freien Schule Hamburg eV. Cornelius Puschke. Rimini Protokoll. Peter Pflug. Merle Pannecke. Hanna Santor Deuflhard. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Kampnag V. Fr Kazocins. Hr. Januschek. Fr Deuflhard. Kampnagel. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Benjamin Walter. Jörn Fuhrmann. Ange abkiewicz. Jean Novkon. Jonathan Gröne. Immanuel Mihm. Ahmad Warzi. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Fr Kazocins. AIW Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg eV. uesmann. Wilhelmsburger Tafel eV. Fr Thoms. Sozialkaufhaus Sammelsurium. Fr Scheffler. Fitnesscenter Wilhelmsburg. Hr Versemann. Wilhelmsburger Krankenhaus Großsand. Hr Görtz. Hr Huguet. Hr Retti r Rabe. Fr de Buhr. Hr Reckschwardt. Fa Heinrich Buhk. Hr Meier. Fa Weigl. Hr Wachsmuth. Fa Delmes Heitmann. Fa Ehlert und Söhne. Kilian Allmann. Sven Braun. Bianca Eschrich. Magdalena Klingeman andra Latussek. Immanuel Mihm. Linda Skoruppa. Sarah Timmermann. Fr Gehrke und Team. Gangway eV. Hr Wenzel. Emilie eV. Hr Kühn. Bezirksamt HH-Mitte. Hr Eich. Koordinierungsstelle Bildungsoffensiv binsel. Regionales Übergangsmanagement-Schule-Beruf. Fr Klingemann. Hr Prof Krahwinkel. Fr Jonseck-Ohrt. Hr Foerster-Baldenius. Raumlabor Berlin. Ton Matton. Anke Haarmann.Christoph Schäfe hristine Franz. Merle Pannecke. Hanna Santoro. Ann-Kristin Schlapkohl. Alexander Wenzel. Julian Schühlke. Sebastian Saatweber. Förderkreis Glinder Kulturwochen eV. Hr Siebert. Gesellschaft fü adtentwicklung mbH. UdN- und Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Fr Lindemann. Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Hr Gröne. Dockville. Falkenflitzer. Fr Löbkens. TuTech. Hr Wöllflel. Fr Schreck. Fr Len Orhan. Interkultureller Garten eV. Hr Kriegs. IGS 2013. Carlos vom Haus der Jugend Wilhelmsburg eV. Fr Scheer vom Musiknetzwerk Wilhelmsburg. Hr Striegler. Ben Becker. Ellen Fiedelmeier. Katja Heineck ate Bitz. Maximilian Müller. Frauke Nordmann. Kerstin von Stengel. Fr Schlesinger. Fr Dietz. Fr Buschermöhle. Hr Bohnenkamp. AStA HafenCity Universität Hamburg. Prof Bernd Kniess. Prof Christopher De of Dr Michael Koch. Renée Tribble. KurzFilmSchule Hamburg eV. Arne Bunk. Doro Carl. Heike Breitenfeld. Schülerinnen und Schüler der Freien Schule Hamburg eV. Anja Maurus. Dadisse Di Blasi. Erol Ting anco Hömke. Halim Aslan. Hülya Citiralioglu. Jerome Weiß. Marcel Düring. Tunahan Öz. Team der Freien Schule Hamburg eV. Cornelius Puschke. Rimini Protokoll. Peter Pflug. Merle Pannecke. Hanna Santor Deuflhard. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Kampnagel eV. azocins. Hr. Januschek. Fr Deuflhard. Kampnagel. Hr Hellweg. IBA Hamburg. Hr Prof Spier. Hr Helle-Meyer. HafenCity Universität Hamburg. Hr Roggenbuck. Benjamin Walter. Jörn Fuhrmann. Angela Dabkiewic an Novkon. Jonathan Gröne. Immanuel Mihm. Ahmad Warzi. Max Hoffmann AG. God‘s Entertainment. Nadine Jessen. Hr Lamprecht. Fr Kazocins. AIW Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg eV. Fr Luesman ilhelmsburger Tafel eV. Fr Thoms. Sozialkaufhaus Sammelsurium. Fr Scheffler. Fitnesscenter Wilhelmsburg. Hr Versemann. Wilhelmsburger Krankenhaus Großsand. Hr Görtz. Hr Huguet. Hr Rettig. Hr Rab de Buhr. Hr Reckschwardt. Fa Heinrich Buhk. Hr Meier. Fa Weigl. Hr Wachsmuth. Fa Delmes Heitmann. Fa Ehlert und Söhne. Kilian Allmann. Sven Braun. Bianca Eschrich. Magdalena Klingemann. Sandr atussek. Immanuel Mihm. Linda Skoruppa. Sarah Timmermann. Fr Gehrke und Team. Gangway eV. Hr Wenzel. Emilie eV. Hr Kühn. Bezirksamt HH-Mitte. Hr Eich. Koordinierungsstelle Bildungsoffensive Elbinse egionales Übergangsmanagement-Schule-Beruf. Fr Klingemann. Hr Prof Krahwinkel. Fr Jonseck-Ohrt. Hr Foerster-Baldenius. Raumlabor Berlin. Ton Matton. Anke Haarmann.Christoph Schäfer. Christin anz. Merle Pannecke. Hanna Santoro. Ann-Kristin Schlapkohl. Alexander Wenzel. Julian Schühlke. Sebastian Saatweber. Förderkreis Glinder Kulturwochen eV. Hr Siebert. Gesellschaft für Stadtentwicklun bH. UdN- und Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Fr Lindemann. Sanierungsbeirat Reiherstiegviertel. Hr Gröne. Dockville. Falkenflitzer. Fr Löbkens. TuTech. Hr Wöllflel. Fr Schreck. Fr Lenz. Fr Orha terkultureller Garten eV. Hr Kriegs. IGS 2013. Carlos vom Haus der Jugend Wilhelmsburg eV. Fr Scheer vom Musiknetzwerk Wilhelmsburg. Hr Striegler. Ben Becker. Ellen Fiedelmeier. Katja Heinecke. Kat 70 71 tz. Maximilian Müller. Frauke Nordmann. Kerstin von Stengel. Fr Schlesinger. Fr Dietz. Fr Buschermöhle. Hr Bohnenkamp. AStA HafenCity Universität Hamburg. Prof Bernd Kniess. Prof Christopher De of Dr Michael Koch. Renée Tribble. KurzFilmSchule Hamburg eV. Arne Bunk. Doro Carl. Heike Breitenfeld. Schülerinnen und Schüler der Freien Schule Hamburg eV. Anja Maurus. Dadisse Di Blasi. Erol Ting


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Universität der Nachbarschaften 04.10  

Universität der Nachbarschaften, Hamburg, HCU

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