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m mund fordert kuss

Ausgabe 01/2013

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identität Kleines Format, großes Thema. Dieses Mal: IDENTITÄT. Außerdem allerhand zum Anschauen, Ausprobieren und Weitersagen. Freie Kultur für Zwischendurch und immer wieder. Laut und in Farbe.

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inhalt/Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser! DAS VEGETARISCHE magazin für kultur

VOLXKÜCHE

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eid gegrüßt liebe Wer-bin-ich-Suchende! Wer bin ich? – eine dramatische und für unser Jahrzehnt prägende Frage. Gibt es uns denn wirklich und wenn ja, warum eigentlich? Diese Ausgabe kann euch eines mit Sicherheit versprechen – auch danach wird der Ursprung der Identität nicht geklärt sein. Also, mit ruhigem Gewissen könnt ihr nun beginnen zu lesen, denn Antworten will man ja nicht alle Tage vorgelegt bekommen. In dieser Ausgabe können wir euch zumindest ein sicheres Versprechen geben, auch danach werdet ihr das nicht wissen. Gleich zu Beginn geht Veronika Weis im Leitartikel „Identität oder Im Kino sind alle Ameisen gleich“ der Frage nach, welche Faktoren unsere Identität bestimmen, warum das Anderssein meistens an der Kinokassa aufhört und was Ameisen mit Gott am Hut haben. Eine weitere Reihe „Count our Culture“, die Einblicke in die Salzburger Gegenkultur bietet, widmet sich in dieser Ausgabe der Jugendservicetankstelle, die vor allem für MusikerInnen eine Anlaufstelle in schwierigen Zeiten gewesen ist. Stefan Bernhard, Joachim Fasching und Silvia Glaser versorgen dieses Mal die Lyrik-Abteilung unseres Magazins, in der unter anderem sogar eine Anleitung für eine gelungene Identität zu finden ist. Dem Gründer des „Tonsai Eco Projects“ sind vier Seiten Platz gegeben. Die Interviewerin Marita Voithofer hat persönlich mit dem

Mann die Gespräche geführt. Was ist das für ein Projekt werdet ihr euch nun fragen? Die Redaktion empfiehlt: nachlesen! :-) Das Thema Migration und der Suche nach der Identität in einer fremden Kultur, in einer fremden Umgebung, wird von Hannes Hutegger in dem Artikel „Migration als Herausforderung an die persönliche Identität“ aufgegriffen. Sabrina Glas berichtet über ihre Erfahrungen, die sie im Auslandssemester in China gemacht hat und dass nicht alles, was wir immer glauben zu wissen, auch tatsächlich bestätigt wird. Das Layout dieser Ausgabe wurde von SchülerInnen der HTL Salzburg – Zweig Grafik und Kommunikationsdesign mitgestaltet. Und natürlich – as usual – gibt es eine, unserer Meinung nach, ziemlich geniale Fotostrecke, einige Rätsel zum Tüfteln und den Aufruf mitzumachen bei uns! Schreiberlinge sind herzlichst willkommen! Wie das genau geht, auf der letzten Seite findet ihr unsere Identität!! Eine kleine Anmerkung noch zum Schluss: Das Wort Identität hat es „schreibtipptechnisch“ ganz schön in sich, kann das denn Zufall sein??  Bussii,  eure Redaktion

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FREIZEIT.KULTUR

Pardeller 69

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FREIZEIT.KULTUR

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FREIZEIT.KULTUR

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FREIZEIT.KULTUR

2 Wochen, 2345782 Wurstsemmeln

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in riesiges graues Industriegebiet, inmitten: Das Mark. Und hier verbrachten wir, SchülerInnen der HTL Salzburg - Zweig Grafik- und Kommunikationsdesign, 2 Wochen unserer Sommerferien. Unsere Aufgabe? Die jetzige Ausgabe des Mark-Magazins zu gestalten. Stundenlange Touren mit der Kamera und Logos illustrieren im Saunabüro halfen uns dabei, unsere Ideen heraus zu schwitzen. Doch hinter so einem kleinen Heftchen steckt mehr Arbeit als man denkt. Ständiges Layout verändern, weil doch eine Kleinigkeit noch nicht passt und der Kampf, einen Laptop zu ergattern

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waren wohl die kleinsten Probleme. (Die größeren waren zum Beispiel der ständige Zwang, zu essen). Doch im Großen und Ganzen gelang uns das, unserer Meinung nach, ganz gut. Neben dem Magazin als Hauptaufgabe entdeckten einige von uns den Siebdruck für sich (Neonfarben sind diesen Sommer sehr modern, hab ich gehört). Ein großes Dankeschön an die hilfsbereiten Leute vom Mark und natürlich an unsere Lehrerin Frau B., die dieses Praktikum für uns möglich gemacht hat.  Fabienne Morio und Simone Devecsai

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COUNT I OUR CULTURE Die Geschichte der salzburger Gegenkultur

Teil 5: JugendServiceStelle (1984 - 2000) Es war einmal eine Magistratsabteilung namens JUGENDSERVICESTELLE die sich der Förderung junger Kunst- und Kulturschaffender widmete und neben ARGE, SZENE, GEGENLICHT und Co. das fehlende Angebot an Veranstaltungen und Workshops aufstockte. Dabei behielt ihr Büro in der Hubert-Sattler-Gasse 7, entgegen der sonstigen magistrats-internen Gepflogenheiten, stets die Gemütlichkeit eines zweiten Wohnzimmers, in dem sich die Jugendlichen willkommen fühlen und offen reden konnten. Für diesen Artikel führte Peter.W. Interviews mit den ehemaligen JSSt-Mitarbeitern Wolfgang Descho (1984 - 1991) und Joe Eder (1992 - 2000).

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n den frühen 1980ern gab Vize-Bürgermeister Buchleitner (SPÖ) den Auftrag zur Förderung der Jugend und betraute die beiden Magistratsangestellten Franz Eder und Edith Fux (Frau des Schauspielers und Bürgerlisten-Gründers Herbert Fux) mit der Aufgabe sich etwas dazu einfallen zu lassen. Das erste Ergebnis war der 1984 initiierte Salzrock-Bandwettbewerb, welcher zum Kontakt mit dem Musiker und späteren Kollegen Wolfgang Descho führte. Im Jahr darauf wurde Salzrock zu einem dreitägigen Festival umfunktioniert, deren Live-Mitschnitte in Form des gleichnamigen Doppelalbums noch heute Kultstatus haben. 1984/85 etablierte sich schließlich die JugendServiceStelle als offizielle Magistratsabteilung in der Hubert-Sattler-Gasse 7. Das bewährte Dreierteam Eder, Fux und Descho – im Laufe der Jahre ergänzt um diverse freie Mitarbeiter und Projektleiter – förderte seitdem die Salzburger Jugendkultur in den verschiedensten Bereichen wie Musik, Literatur, Theater, Film etc. wobei trotz tatkräftiger Unterstützung darauf Wert gelegt wurde, dass die Jugendlichen möglichst selbstständig blieben und letztlich lernten auf eigenen Füßen zu stehen. Der Einfluss der Stadtpolitik beschränkte sich auf ein Minimum und auch dem Magistrat gegenüber gab es oft nur ein paar verwaltungstechnische Ungereimtheiten zu klären, wenn beispielsweise jemand im Rahmen einer spätabendlichen Veranstaltung Überstunden machte, kurz: Man war mit den Ergebnissen zufrieden und ließ sie daher gewähren. Mit Anbruch der 1990er wurde die JugendServiceStelle vom Jugend- ins Kulturressort verlegt, Wolfgang Descho verließ das Magistrat um das Rockhouse aufzubauen und ein neues Team übernahm das Ruder. Hatte die JugendServiceStelle bis dato ein sehr breites Feld der Jugendarbeit beackert, konzentrierten sich Bruno Gabriel, Joe Eder und Monika Seethaler verstärkt auf professionellere und ergebnisorientiertere Kulturarbeit. Wenngleich sie nicht mehr jedes x-beliebige Projekt unterstützten, hatten sie trotzdem immer noch ein offenes Ohr und standen den Jugendlichen zwischen 16 und 24 Jahren weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. In den knapp 15 Jahren ihres Bestehens war die JugendServiceStelle seit jeher ein wichtiger Anlaufpunkt, vor allem für junge Musiker von denen etliche heute

noch aktiv sind oder sogar weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wurden. Denn nicht nur, dass sie ihnen halfen Gigs zu organisieren oder Tonträger zu finanzieren, sie stellten ihnen ihr Equipment z.B. ihren DAT-Recorder oder CD-Brenner zur Verfügung, was seinerzeit ein absoluter Luxus war (ein CD-Rohling kostete etwa 200 Schilling). Außerdem vermieteten sie für wenig Geld einen kleinen Tourbus. 1994 wurde in Kooperation mit dem Rockhouse der erste Xtra-Ordinary-Sampler mit ausgewählten Beiträgen diverser salzburger Musiker (Local Heroes) produziert, der bis heute weitergeführt wird. Abseits der Musik trugen sie zu unzähligen (Co-)Produktionen bei, wie Theaterstücke (besonders erwähnenswert: Das jährliche Jugendtheaterfestival „Die Maske“), Filme (Night Revenger u.a. mit der Legende Leon Askin), Bücher (der Comikband Home Sweet Home), Hörspiele (die Toihaus-CD Toimagoton) etc. Ein weiteres Highlight war das Kultinfo (siehe Bild), ein von der JugendServiceStelle selbst herausgebrachtes und kopiertes Käseblatt im A5-Format mit frechen Artikeln, Rezensionen, Kleinanzeigen und Veranstaltungshinweisen etc. Im Jahr 2000 kam es zur Schließung der JugendServiceStelle, die einer neuen und bürokratischeren Jugendkoordination weichen musste. Unterm Strich kann man sagen, dass sie seinerzeit – also in einer Zeit, als es weder Kommunikationsmittel wie das Internet, noch die Mittel und Wege gab die uns heutige Kulturstätten und Vereine zur Verfügung stellen – eine wichtige Institution war und aus dem System selbst heraus, die Salzburger Gegenkultur stark geprägt hat.  Peter.W.  Interview: Wolfgang Descho & Joe Eder

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teile r u r o V n e g e Anstoß g

it jedem Anstoß keimt die Hoffnung auf, dass etwas Anderes eintreten wird als das Erwartete. Der Fußball lebt von der Gegenwart des gespielten Augenblicks. So zieht er auch Kräfte an, die etwas Anderes erwarten, als die Bestätigung der etablierten Ordnung des Normalzustandes. Die Verbreitung des Spiels hat es ermöglicht, dass immer mehr Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten mitspielen können. Auf dem Spielfeld sind die Regeln für alle gleich, die Geschichte und Lebenssituation eines Menschen verschwimmt mit den anderen des Teams, die Gemeinschaft,

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Gestaltung: Andreas Ishii

! m s i c a R Kick

das Zusammenspiel und die Beteiligung jedes Spielers und jeder Spielerin rücken in den Vordergrund, um zusammen mehr zu erreichen. So sehen wir, dass wir einander brauchen und wie wir unsere Schwächen und Stärken ergänzen können. Im Sport, insbesondere im Fußball, steckt viel Potenzial, um gegen gängige Vorurteile anzugehen und die Vielfalt als wichtiges und herausforderndes Element unserer Gesellschaft hervorzukehren. Im Fußball sind Merkmale des kulturellen und sozialen Wandels paradigmatisch sichtbar und Migration und die Situation ethnischer

Minderheiten gehören zu diesen Kennzeichen. Die tragenden Säulen einer deutschen Nationalmannschaft heißen nicht mehr Beckenbauer, Maier oder Müller, sondern Asamoah, Özil oder Gomez, und auch der Anteil der SpielerInnen mit Migrationshintergrund in den Jugend- und Amateurligen Salzburgs ist signifikant, die grenzbrechende Kraft des Fußballs ist hier unübersehbar. Wo auch immer Fußball heute gespielt und von Zuschauern verfolgt wird, spielt Migration, offenkundig oder subkutan, eine Rolle. Doch gerade im Fußball, besonders rund um Großereignisse wie die Europameisterschaft, wird an den Patriotismus appelliert,

in Medien von „Uns“ und dem „Gegner“ geredet und die Nationalflagge gehisst. Auch auf den Stadionrängen in Salzburg haben Sexismus, Rassismus und Homophobie noch in jüngster Vergangenheit einen sicheren Platz. Ob bei Spielen von RB Salzburgs gegen Tel Aviv, wo Sprechchöre wie „wer nicht hüpft der ist ein Jude“ zu hören waren, oder bei der Salzburger Austria, im Spiel gegen die zweite Mannschaft des RB Salzburgs, als mehrere hundert Violette bei jeder Ballberührung eines schwarzen Spielers Affenlaute von sich gaben. „Neger“, „Woamer“ oder „Zigeuner“ gehören nach wie vor zu den gängigsten Beschimpfungen

rund um den Fußballplatz. So sind Alltagsdiskriminierung und rechtsradikale Tendenzen in der Salzburger Fanszene keine Neuheit und treffen seit Jahren kaum auf Widerstand. Am 18. Februar fand das erste „Kick Racism“-Turnier in der Riedenburghalle in Salzburg statt. Das zweite folgte am 23. Juni auf den SAK Kunstrasenplätzen im Nonntal. Eine Handvoll Leute hatte sich Monate zuvor getroffen und die Sache ins Rollen gebracht. In der Organisationszeit wurden Teams und Menschen, die verschiedenste Aufgaben übernehmen wollten, motiviert und eingeladen. Am Ende stand ein Turnier

mit vierzehn Teams aus Salzburg, einem Infostand vom Infoladen, eine Volxküche und der gigantischen Boxenmauer von Stereofreezed Soundsystems. In der Siebdruckwerkstatt im Mark wurden außerdem Shirts gedruckt und an die FinalteilnehmerInnen Blau-Weiß PoWi und Team Nigeria verteilt. Angesprochen wurden im Vorfeld Menschen migrantischer und nicht-migrantischer Herkunft, Hobbyteams, Fußballfans von professionellen und Amateurvereinen, soziale und kulturelle Organisationen, StudentInnen aber auch Einzelpersonen. Letztendlich sollte mitspielen wer Lust hatte und das Motto vertreten möchte.

KIck Racism | 11

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fortsetzungs

Das Drama Szene 2 – Identität M2 folgte den Frauen die Straße hinaus. Betrunken wankte er den Gehsteig hinunter. Abrollen. Handstand. Rad. An der Wand eine Drehung. Sie fühlen sich leicht angespannt, als sie ihm hinterher blicken. Welche Offenheit würden sie diesmal für sich durchsetzen können. Nora: „Kannst du mir einen Trick zeigen? Ich ergebe mich!“ M2: „Sag mal bist du ganz lesb – ich, oder? Hast du schon mal was mit einem Typen gehabt?“ Nora: „Ich bin kein persönliches Beratungszentrum. Du kannst dir nicht vorstellen, wie oft ich diese Frage schon gehört habe. Ich habe keine Lust mich zu erklären. Und ich weiß auch nicht was ein lesb-du ist. Die Magie liegt dahinter. Schau dir Sismarra an!“ M2 ist unbeeindruckt. Steht weiter bei ihnen und verfolgt ihren Dialog. Er scheint ausgespart zu sein, beobachtet aber und hört aufmerksam zu.

12 | Das Fortsetzungsdrama

Sismarra: „Abgewöhn dir das, das macht dich nicht schön, ähm2! Ich werde jetzt ein wenig im System herumspielen. Ein wenig ubuntu-check, ein wenig Schreiben-an-der-Arbeit, ein wenig youtube nebenbei gemütlich machen. Dann verlass ich diese Heterozeremonie mal auf die keiner mehr kommt und facepucke. Puck die Trollfigur.“ Nora: „Vernikeung verehrteste Siegesgöttin! Rotiert ein Router?“ Sismarra: „Erste Liebe vergisst man nicht, aber sie verliert mit der Rationalität an Bedeutung. Liebe erklärt sich nicht. Schon gar nicht von selbst.“

seine Blätter flattern. Der andere Baum stand stur stramm da, unbeweglich im Wind geerdet, individuell, wahrnehmende Bäume. Das Longboard lehnte lässig am Baum und wartete bis es unter meinen Rücken sich legen durfte um mir diesen zu stärken. Der Bambusbaum in meinem Kreuz. Dann wieder locker auf dich wartend mit Gefühl.“ Sismarra: „Wicht ist nach gerückt, Ge-Wicht zurück! Verrücke dich deine Position ist zu klar!“ Sismarra und Nora bemerkten M2s Anwesenheit, die sich immer mehr verlor. M2 ist nach vielen Schritten nicht mehr mitgekommen und blieb im Verlaufe der Dialoge irgendwann einfach gelangweilt stehen. Troll, Wicht, Nike und Puck schlafen tief im Dasein.

Nora: „Also nicht. Dein Kopf liegt auf der Tastatur! Schlaf gut!“ Nora: „Wie venedig-wendig bist du? Sismarra: „Hoffe man sieht nicht, dass ich das „gefällt mir“ bei einer Bekannten wieder zurückgenommen habe!“ Sismarra: „Träume von weiter Natur vom Hinterlassen meiner Fußabdrücke in der Gegend des Himalaja. Versöhnt und frei in der Offenheit. Erzähle mir Schöne!“ Nora: „Heute war ein guter Tag draußen. Liegend auf dem Herbstboden. Gefallene Äste machten den Boden unstet, uneben. Sie massierten dir den Rücken, der blickend in die Höhe die Bäume über sich spürte. Der eine Baum ließ

Sismarra: „Jonglierte am Fairkehrten Fest auf Rollrasen mit bunten Bällen und fing Blicke der Kinder um mich herum ein. Die Blicke weilen noch immer auf mir jetzt in meiner Erinnerung. Das offene Lachen. Einen Jungen bekam ich gar nicht mehr los soviel wollte er von meinen Tricks sehen. Probierte eifrig und wild ohne jemanden zu verletzten, übermütig oder zerstörerisch zu werden und hörte genügsam auf als ich ihn aufforderte mir die Bälle wieder zu geben.“

Gestaltung: Lukas Moos

Nora: „Trugst du eine Maske? Eine Maske des PCs? Eine venezianische Maske?“ Sismarra: „Schien mir so. Ein junges Mädchen, vielleicht vier, konnte ihre Blicke nicht mehr von mir wenden. Sie hieß Maja und bekam von meiner Freundin, zu der ich mich gesellig gesetzt hatte, zunächst die Beschäftigung Seifenblasen zu werfen. Irgendwann setzte sich ihre anscheinend nur englisch sprechende Betreuerin zu uns nachdem Maja schon eine halbe Stunde bei uns verweilt war, trotz mehrmaliger Aufforderungen der Betreuerin zu ihr zu kommen. Faszinierende Blicke, bunte Blasen, Offenheit begleiteten mich durch Maja nun. Eine Stunde lang war ich der Fokus ihrer verehrenden Aufmerksamkeit und versöhnenden kindlich-verehrenden Liebe. Zuletzt saß auch noch ihre Mutter bei uns und wir weigerten uns insgeheim alle miteinander zu reden, denn Majas diplomatische Blicke sprachen unendlich schöne Worte ohne sie zu vertonen.“





Nora und Sismarra sinnten noch eine Zeit lang über ihre Erlebnisse nach. Sie verloren sich in tiefer Zufriedenheit und Gedanken, dankend und glücklich.

Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe.

Das Fortsetzungsdrama | 13

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14 | Migration

EmigrantInnen haben oft nicht nur sprachliche Hürden zu überwinden, sondern auch andere soziokulturelle Unterschiede. Neue Wertund Normensysteme müssen berücksichtigt werden. Angelernte und häufig routinierte Handlungsabläufe müssen im neuen sozialen Raum getestet werden. Zusätzlich wird man auf viele unbekannte Gepflogenheiten stoßen. Diese Probleme von MigrantInnen werden durch den Begriff der zweiten Sozialisation beschrieben. „Die zweite Sozialisation bringt zum Ausdruck, dass die erste Sozialisation nicht einfach abgelegt und gegen eine ‚neue‘ ausgetauscht werden kann. Entsprechend der Ergebnisse der Sozialisationsforschung geht man von einem lebenslangen Sozialisationsprozess aus. Dieser wird durch die Migration nicht abgebrochen oder unterbrochen, sondern ‚lediglich‘ noch komplexer.“ 3 Dazu das Zitat eines Kurden: „Also als ich nach Österreich gekommen bin war mir alles sehr fremd … Ich war in meiner Heimat Inländer und hier Ausländer.“

Da die persönliche Identität durch die Sozialisation geprägt wird, kann man davon ausgehen, dass die komplexere Situation durch die Migration auch die Chance auf Identitätsprobleme steigert bzw. die Identitätsfestigung erschwert.

Wie bereits erwähnt, gelangt man heute leichter an ein gewünschtes Reise-Ziel als in der Vergangenheit. Zusätzlich finden wir heute Kommunikationsmöglichkeiten vor, die uns schnelle und relativ günstige Kommunikationswege bieten. Somit bedeutet die Auswanderung nicht mehr das endgültige Ausscheiden aus der „alten Community“. Der/die „moderne“ MigrantIn pendelt heute meist zwischen zwei oder mehreren Kulturen. Einerseits werden Verbindungen mit der Zielkultur hergestellt, andererseits bleiben auch Kontakte mit einer oder mehreren Herkunftskulturen. Dieses Phänomen wird in der Literatur als transnationale Migration bezeichnet. Das propagierte Idealbild aus vergangenen Tagen der Migrationssoziologie, nämlich die Assimilisation (völlige Verschmelzung mit der Zielkultur) verliert daher an Bedeutung. Ein junger Befragter wurde bereits in Österreich geboren – man könnte ihn als türkischen Migranten zweiter Generation bezeichnen. Er erlebte zwar keine zweite Sozialisation, für MigrantInnen zweiter oder dritter Generation gibt es aber trotzdem häufig mehrere relevante Kulturen. Zum einen die Kultur oder Kulturen innerhalb der Familie, zum anderen die Kultur(en) außerhalb der Familie.

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Han 2006, S.1 | 2 Han 2006, S.174 | 3 Treibel 1999, S.98-99

„Ich fühl‘ mich mehr als Österreicher. Weil ich bin hier geboren, aufgewachsen bin … Ich bin aber ein Moslem.“ Fühlt man sich individuell oder als ethnische Gruppe benachteiligt, kann es dazu kommen, dass man sich als teilweise oder immer als Fremder oder Fremde wahrnimmt und dies den Integrationsprozess beeinflusst. Je mehr Benachteiligungen man wahrnimmt, desto eher wird man sich als Fremde/r fühlen.

Unausweichlich für eine positive Identitätsbildung des/r EmigrantIn im Zielland ist meiner Meinung nach eine beidseitige Akzeptanz – einerseits von Seite der/des MigrantIn andererseits der Mitglieder der Aufnahmegesellschaft. Diskriminierungen und Benachteiligungen, nicht nur von den Mitmenschen, sondern auch von Seiten der Regierung stellen ein erhöhtes Potential für Identitätsprobleme der EmigrantInnen dar. Wünschenswert wäre ein höherer Grad an Akzeptanz zwischen Autochthonen und Zugewanderten, denn beide Seiten könnten von einander profitieren. Migration war immer ein Teil der Menschheitsgeschichte und diese „Freiheit“ stellt aus meiner Sicht nicht ein Gesellschaftsproblem, sondern mehr eine Chance dar. Hannes Hutegger

Gestaltung: Andreas Ishii

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as Thema Migration erlebte in den letzten Jahren in der Politik und in öffentlichen Diskussionen eine wahrliche Konjunktur. Trotzdem sind die Argumentationen diesbezüglich oft wenig fundiert und oberflächlich. Häufig wird die Integration von MigrantInnen als Problem dargestellt, das es zu lösen gilt. Dabei könnte man das Potential von MigrantInnen für die österreichische Gesellschaft auch als Chance sehen. „Die Migration dient dazu, neue und bessere Lebensbedingungen zu erschließen. Die Geschichte der Migration ist somit nicht von der Geschichte der Menschheit zu trennen, weil der Mensch immer auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen war und ist.“1 Durch den technischen Fortschritt und die damit gewachsene Industrie des Transports kam es im geschichtlichen Vergleich zu einer enormen Steigerung der Mobilität. Dadurch veränderten sich auch die Chancen eine persönliche Verbesserung aufgrund eines längerfristigen Wohnungswechsels zu realisieren. Diese werden aber durch nationalstaatliche Grenzen bzw. durch politische Interessen eingeschränkt. In der Öffentlichkeit besteht häufig die Annahme, dass die Entscheidung einer Migration hauptsächlich aus ökonomischen Gründen resultiert: „Die Disporitäten der Löhne veranlassen, so

die Theorie, die Arbeiter aus Ländern mit niedrigeren Marktlöhnen zu denen mit höheren Marktlöhnen zu migrieren. Somit emigrieren die Arbeitnehmer aus den kapitalarmen Ländern mit geringer Nachfrage nach Arbeitskräften in die kapitalreichen Länder mit großer Nachfrage nach Arbeitskräften.“ 2 In der Realität sind es aber meist mehrere Faktoren, die die individuelle Migrationsgeschichte bedingen. Wir Menschen sind ja nicht nur rational denkende Wesen, sondern haben auch die Fähigkeit Emotionen wahr zu nehmen, die unser Handeln beeinflussen.

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Peter Punk is forced to go public under a pseudonym. There are obviously people who want him out of the way. Is he dangerous? Did he do something wrong? Commited a crime? You might ask yourself these questions for the reason of his hiding. The answer to all of them is: "No". All he did, even since he was a little boy, was trying to save our nature and plant new vegetation. He is the founder of the "tonsai-eco-project", his longtime dream is becoming true.

lance of a farmers salary and the actuall price for his product in the supermarket. „That‘s why I decided to study economy: to learn how to make business without being controlled by people who opress the workclass and to teach the ‚real workers‘ how they can do it better without middle men.“ The eco-community-project he finally managed to start now for real had its beginning already there in his early years and everything that followed was a preparation for today. All his life the project developed in his mind. In College he spent his weekends sucking in all the necessary information he could from borrowed library books concerning his big idea and got more and more specialized in various subjects. No matter which job he had, the project was on his mind and he tried to learn as much as he could about all the different areas involved.

am sitting on the floor of his empty bungalow, where a mattress used to be. „I got rid of everything. I like sleeping on wood and I want space for flowers in my room“, Peter explains to me while rolling a cigarette with cheap tobacco from laos, the strongest I‘ve ever tried and I wonder what kind of economic system fears a man who simply wants to protect trees. It is one, that is more interested in money and power, than in us people and our nature. After an incident at the thai-cambodian border a while ago, where an activist-friend of Peter got shot next to him, as they tried to stop the workers of a big western company cutting a high number of trees in the cambodian jungle, he chose to go undercover. „Already in spain I was an activist and they controlled me, but this here is different. When they find out who I am, I will not be able to enter cambodia again, I am sure.“

Where it all began

Brainhunting and Socialising

Since he was a child, growing up on a little island in the atlantic ocean, Peter loved trees and plants. Influenced by his politically active mother, who was part of a syndicate to protect the forests and fight for the rights of the workclass, he dreamt of changing the world and its society. His mother took him to riots against the opression of people and the destruction of forests. Already at the age of 10 he took care of a little field near his home, where he grew vegetables and planted trees. „Every morning I woke up at 5 o‘clock, watered the field by myself and only after that I left for school.“ Growing up in a tradition of farmers, who were poor, despite the fact that they owned land, he recognised already as a child the imba-

Peter speaks five languages, loves to party and never gets tired of talking with people. In europe he worked at festivals and got experience in organizing events and getting together people. „People at festivals love to make party, but it‘s also about living together differently – being out of the system, living in the forest or on the beach. It was a good place for making contacts with the right people for my idea.“ Over the years Peter developed his own way of „brainhunting“. He met many people with special talents, specialisations and interests who were bored with their actual jobs and recruited them now for his project. He worked in reforestation and did agriculture jobs, where he met workers from all over the world. In that way he learned also how to deal with intercultural differences.

After starting his studies in management, business and administration at home, Peter moved to Granada and continued studying, as he saw a bigger movement there. In discussions with his favourite uni-professors he got even more specialized. As an Erasmus student he went to Porto and started a master in enviromental politics and economy, but soon he realized that he already knew most of the things he got taught there. Even one of his teachers advised him to stop studying and just start the project practically. Now he is planning to come to an arrangement with the University of Porto, that should send their master-students in an exchange program to his first eco-community in Koh Kong, Cambodia. But first he needed money and so he ended up working for a gardening company in Denmark. Next to that he kept on working at festivals and visited many different communities all over europe to got to know „how things work“. „When friends asked: ‚when will you finally start your own project and stop wasting your time working for others?‘ I always said: ‚I‘m not working for others, I‘m working for nature. I don‘t care if it is under the name of my project or some company‘s.‘ The main thing was always, that I was planting at all.“

Peter Punk and the I world of trees "The Tonsai-Eco-Project" 16 | Peter Punk

The other side of the world

After all those cold winters in denmark planting trees, Peter decided not to have another one and go to New Zealand instead. But Thailand was a childhood dream and so he planned on doing one month of holiday there before. It didn‘t take him long, to fall in love with the country and so he changed plans and decided to stay and finally get started. First he started working in a bar in Rayong (Trat)

Peter Punk | 17

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and acclimatised to the new continent. After his first Visarun to Cambodia he came to Koh Chang, an island near the border and started fishing with a cheap net, he bought at the border market. Every morning he swam out, collected the caught fish and everyday for sunset he cooked them over bonfire. After living in a tent for the past couple of years, Peter decided to live in a tree, as he found the perfect one in Lonely Beach on Koh Chang. Most of his time he spent lying in the huge banyan tree at the beach thinking about the big project over and over again. As the trees structure reminded him of his‘ projects one he finally named the ideas in his head after the banyan tree, which is called „Tonsai“ in thai. The tonsai-eco-community was born.

beach around it. He plans to plant lemongrass and lavender all around lonely beach to keep the mosquitos away from the populated areas and starting a greenhouse as well as a vegetable field, and he wants to grow trees in the jungle. Sometimes it is hard work to convince the locals about the good outcome of his project for everybody and means struggling with them over every seed he wants to plant. „Since I was a child, I believe that I am a warrior from the jungle. I don‘t believe in nationalities – I am from the forest. We are from all the world and all the world is for us. There is no possession. I can plant wherever I want.“ I got to know Peter in that period and am sitting now on the floor of that headoffice 20 paces away from my own little home here. The thai people call us „farang“ and we feel, we have a different status then they do. Peter dreams of a united community of warriors from the jungle. Everybody is invited to join his movement. He wants to connect with other communities and grow bigger together to gain more power.

… we celebrate … From the 15.12.2012 to the 15.01.2013 there will be a diverse eco-festival at the community in Koh Kong. Tickets for 25 Dollars are to be purchased beforehand and online via an ethical bank, as the project does not support traditional banks. Everybody is invited to join, as well as to put up his/her own business there. „Each Euro, Dollar or Real you pay goes to the community and the movement! One part is used to reinvestin the community – buy seeds, tools, etc. – one part goes to the owner of the land, one part is used for humanitarian work with locals and one part is for the people who make business there.“ The idea of the festival is to live together in a natural way of life. Everybody can work there what he wants to, build houses or musical instruments, teach or plant. „Whatever you want, you can do it there. Get free accomodation and food and meet people with the same interests. You don‘t have to work in a job you don‘t like, you can join us instead and live the good life.“ I sit under the mosquito-net in Peters Bungalow listening to his dreams of a better world. I see the excitement and willpower in his eyes and I think: This Mr. Punk is on the right way and now I see the reason why fate made us neighbours. It is to tell you about his movement. If you are interested in joining the eco-community or getting to know more about the project and the festival visit https://www.facebook.com/KohKongEcoCommunity.

"I don't believe in nationalities. I am from the forest."

Koh Kong – the first baby

After a while he started a little restaurant in the tree and sold his fish as well as coffee and tea to other travellers. In that way he made money, to pay for several Visarun that came up. At one of these Visarun Peter found a farm in Koh Kong, where he waited while the beaurocratic machinery worked slowly on his legality in Thailand. He saw potential in the land and also in the location. Every traveller who stayed near the place in Thailand had to cross Koh Kong for a Visarun. He started working on the farm already before the owner even arrived a few days later. The owner, an old man who spent most of his time working in Phnom Phen, was thrilled by Peters Plans for his land. During the war in cambodia he was a refugee in Thailand and therefore got supported by the United Nations, which he referred to as „everybody“. He always looked for a change to give something back to the people that helped him through that difficult time of his life. Peter‘s idea of turning his

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farm into an international eco-community with volunteers from all over the world seemed like the perfect „Thank you“ to the owner, who himself was too old and had too little time to run the farm anyway. With all his preparations, concepts, contacts and experiences, it took Peter only 10 days to set up the project. He put up a Facebook-page and contacted his friends all over the world. After travelling for 8 years it was not too hard, to get people to the farm already a few days later. Now these people and everybody who is interested can help at this new common work space building up eco agriculture, bio construction, eco economy, humanitarian work, reforestation and conservation of nature as well as develope music and art projects. For more information about the actual projects in Koh Kong visit the facebook-site (Info below).

Headoffice in Koh Chang

After 10 days Peter returned to Koh Chang. Now he organises the community from there via internet. In the meanwhile the owners family is in charge of the volunteers and the farm. After the rainy season in Thailand had started the growing amount of mosquitos forced Peter to live in a house again for a while. He found a welcoming Guesthouse and started to build up the headoffice of the tonsai-eco-community there. Using the bar of the house as an information and advertisement centerpoint, he offers free lessons about agriculture and bioconstruction. Once a week people can join him cleaning Lonely Beach from litter. At the same time he started to involve Koh Chang in his project, in order to save his tree from falling, which also gave access to the

And then …

Peters mind works like the roots of his Banyan Tree. Next to his plans of expanding his eco-community-project all over asia he wants to get also local people involved and work educational. He plans humanitarian and social projects to go hand in hand with the eco-communities. He wants to cooperate with local schools, which should send their students to the community over a weekend, where they learn about another way of life, away from TV, microwave and unthoughtful producing of garbage in the nature.

Gestaltung: Simone Devecsai



Marita Voithofer

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Faltbild Š Daniel Ostermann


LOB DER KONTROLLIERTEN HYSTERIE

Auflösung Faltbild

22 | RÄTSEL | SCHULTERRATTEN

Finde die sechs Fehler!

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m Laufe eines Lebens entscheiden wir uns, ob wir Nerds, Goths, Kiffer oder Schauspieler werden, entscheiden uns um, werden dann arbeitslos, sportlich, religiös und Alkoholiker, haben Angst vor dem Alleinsein, dem Alter, anderen Menschen und verziehen unsere Kinder, auf dass sie uns hassen um mit 15 auf Nerd, Goth, Kiffer oder Schauspieler zu machen. Mich wundert oft, dass Menschen in ihrer bescheidenen Existenz festzustecken scheinen. Sie brechen nur selten von einem Moment auf den anderen in Gesang aus, beschweren sich selten im Supermarkt über die zu große Anzahl an Produkten und

geben bei Umfragen immer ihr wahres Alter und Geschlecht an. Besonders bei letzterem empfehle ich folgenden Selbstversuch: Der/Die Keilerin, die sich erdreistet einem wertvolle KontemplationsZeit zu stehlen, durch Anquatschen oder Anrufen doch einfach einmal mit einer anderen Identität begegnen! Bedienen wir uns am freien IdentitätsMarkt! Kreieren wir einen Fremd-Typus. Wie wär’s bsp. mit “alter, seniler Mann” (“Ich habe nämlich diese Kuckucksuhr von meiner verstorbenen Tante geschenkt bekommen, das war 1962 …”), oder “Junge vom Land” (“Host a Red Bull?”), homophiler Konsumverweigerer, jüdischer Intellektueller (“Was rufen sie mich ze Schabbes an wegen an solchem Nebbich?”), variieren wir Alters-, Beruf-, Geschlechts-, Ausbildungsangaben nach der aktuellen Laune, wählen wir den Namen unserer LieblingsKindergartentante und als Adresse jene von der Autowaschanlage.

Was kann ich für sie tun, lieber Mensch, der du mit deiner Mappe in der Hand die Fußgängerströme umleitest, kann ich dir helfen? Natürlich hätte ich gerne eine ihrer Bipa/ Billa/Merkur/Bauhaus … cards – und auch noch eine für meine Enkelin und meine Uroma! Aber gerne, liebes Umfrageinstitut bin ich bereit dir meine Schlaf-, Ess-, Trink und Lesegewohnheiten zu nennen. Und welch Partei ich bekreuz. Mein Name ist Frau Professor Fiona Ungepflegt, ich arbeite in der Nationalbank, trinke täglich 5 Mass Bier, kauf ein bei Kik, wähl BZÖ und höre Ö1. Konto hab ich keins, weil ich den Banken nicht vertrau. Zeitung lese ich die, die ich im Altpapier finde. Steht eh immer das gleiche drin … Aber zu Ihnen, wie geht‘s Ihnen so? Machen Sie den Job schon länger oder nur nebenbei? Sind Sie mit diesem Gespräch zufrieden? – Auf einer Skala von 1 ist gleich “ja, sehr” bis 10 ist “überhaupt nicht”…?   Robert Presslaber

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Gesperrt. Eingesperrt in Konventionen. Verhaltensregeln. Erfüllungsnotwendigkeiten. Auferlegt aus den Umfeldern eines Lebens. Von Eltern vorgegeben. Erweitert und eingeschränkt von Erziehern und Lehrern die eine Notwendigkeit sehen. Zusammenleben. Zusammengesperrt. Weil alle in selben Örtlichkeiten und Zeitlichkeiten sich abstimmen müssen. In den Gruppen, in denen man sich bewegt, in denen man sich einpasst, sich selbst einsperrt, um dazu zu gehören. Ein Aussperren aus anderem ist die Folge. Wo sperrst du dich hin? Durch welche Gitterstäbe erblickst du die Anderen? Du kannst ihnen die Hand reichen. Hindurch reichen. Doch beim Heranziehen bleiben sie an dem Gitter, an deiner Einsperrung hängen. Sie können dich nur an bestimmten Stellen berühren. Je öfter du dich hinsperrst, hin zu Eltern, Kindergarten, Schule, Sportgruppe, Beruf, umso mehr Stäbereihen umgeben dich. Umso dicker und dichter wird dein dich umgebendes Stahlgeflecht. Eine ausgestreckte Hand wird irgendwann nicht mehr hindurch reichen. Nur noch ein Fingerkuppen – Berühren ist die Kommunikation mit anderen. Ist ein Erreichen, ein Erfühlen des Anderen. Die Entfernung, die Sperrung, wird größer. Bis du ganz abgesperrt bist.

kreuzlehre

Joachim fasching Kreuzgrau. Hat Kreuz eine Farbe? Eine würdevolle Farbe? Bunt? Klar bunt. Alle Farben, keine ausschließen. Schließt Kreuz Farbe aus? Dunkelhäutige auch bei Kreuz? Kreuzwürde. Verlangt Kreuz Respekt? Würde Kreuz Würde wollen? Ist Wollen würdelos? Kreuz hat Farbe gewechselt. Kreuzblau. Ankreuzen. Bekreuzigen. Kreuzschmerzen. Kreuzzug im Mittelalter. Ins Kreuzeck treffen. Überkreuzen.

Weggabelung, Straßenkreuzung. Kreuzreime. Warum ist Kreuz blau geworden? Kann Kreuz Farbe wechseln? Nach Belieben? Eigenständig? Wie lange dauert Farbwechsel? Genauso lange wie ein Gedicht zu schreiben. Gibt Kreuz Antworten? Meines schon! Deines auch? Ja, du müssen nur wollen, oida! Wieder Farbwechsel. Jetzt: Pfau! Kreuzviolett Dein Kreuzlohn: Kreuz-WortRätsel. Mein Kreuzlohn: Der Sonnenaufgang.

Rezept für eine gelungene Identität

yri

sperrung stefan Bernhard

Man nehme seinen Lebenslauf, frisiere ihn nach Kriterien der Sinnhaftigkeit auf oder gebe allem einen spezifischen Sinn, da kann man tun wie man will. Man beachte den Stiel, den style, die Marotten die Klamotten, was mich aufbaut, und was mich zammhaut, was ist mir fremd und was vertraut, bin ich korrekt oder versaut, hab ich schon mal wen verhaut, bin ich solo oder getraut... Ganz wichtig für die Ident i tät ist alles aus der Kategorie „ i tät“. Denn was man tät, wenn man´s nur tät, dafür ist´s fast nie zu spät. Für eine g´scheite Identität wär auch ein Lebenssinn ned bläd, ein wohin und wofür, ein „was bringt es mir?“. Zuletzt noch das eigene Lebensgefühl, bin ich fröhlich oder kühl, bin ich zwieder, bin ich bieder, mag ich lustige Lieder und blühenden Flieder, schreib ich jeden Schrott gleich nieder?

Silvia Glaser

oder Identität für Dummies

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HOChZEIT IN KUTA Fotos: Doris Mair

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Wear Your Soul Marita Voithofer

Psychotherapy suggests, that people get tattoos to connect agaain with their inner self. I think something you are willing to wear for your whole life must tell a lot about yourself. That's why I captured a few examples in the tattoo-paradies Thailand

1. King (TH): I started with three tattoos, which I paid for. The rest was done by friends. That‘s very common in Thailand, I even did a few myself. 2. Kaja (UK): I don't know why I got a bird. Somehow it was the only animal I really liked and I didn't want to get a flower or something. I liked the fact that it is moving, it's going somewhere. It's not static, I think that was the most important thing for me. 3. Thor (TH): This thai flower is called „Benjamat“. I like it because it is so strong, even after death it keeps its color. I have 31 of them on my body, some of them I did myself. 4. Samuel (F): My plan is to get all four elements on my arms. For now I started with the element water. In the end all of them will be connected through a phoenix on my back. I believe in rebirth and that everything on this earth is made out of the same material after the big bang.

Einige Psychotherapeuten sind der Auffassung, wer sich tättowieren lässt, versucht damit wieder in Kontakt mit seinem inneren Selbst zu kommen. Ich dachte mir, wenn jemand bereit ist, etwas ein Leben lang auf dem Körper zu tragen, muss das schon einiges über diesen Jemand aussagen. Hier ein paar Beispiele, aufgenommen im Tattoo-Paradies Thailand.

6. Nok (TH): This heart was my first tattoo. I got it at the time of my first love.

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Gestaltung: Fabienne Morio

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5. Stevie (USA): I got the owl after graduation to remind myself, that I will learn from everything that I'll experience in life, may it be good or bad. The pentagrams in the eyes represent my believe in geometry and nature and the trebal cleff stands for my love for music.

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Zwischen Kommunismus und Alltag U

ndefinierbare Gerüche, Hektik und Straßenlärm. In China wuselt es wie in keinem anderen Land. Während ein Mann auf der einen Seite der Straße noch mit seinen morgendlichen Tai Chi-Übungen beschäftigt ist, streiten sich an der anderen Ecke schon zwei Chinesen lauthals wegen eines „kleinen“ Verkehrsunfalls. Hier in der Hafenstadt Shanghai verbringe ich nun seit vier Wochen mein zweites Auslandssemester. Mein Apartment im internationalen Studentenheim liegt in der Nähe der Fudan Universität, wo sich der Großteil meines Tages abspielt. Einführungen in die chinesische Kultur und Politik stehen hier genauso auf dem Programm wie Kung Fu und chinesische Volkstänze. Normale Tagesbeschäftigungen wie Essen in der Mensa können hier zu einem kulinarischen Erlebnis werden, denn man weiß nie so genau, was man zwischen seine Stäbchen

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bekommt. Zu den beliebtesten Delikatessen zählen hier Hühnerkrallen, Ochsenfrösche oder knusprige „Pig Feet“. Nicht, dass ich schon alles davon gekostet hätte.

Vorurteile bestätigt? Es sind die kleinen, alltäglichen Dinge, die die chinesische von unserer Kultur unterscheidet. Dass die Chinesen gerne spucken, kann ich nur bestätigen. Ob auf der Straße, in Mülleimer oder auch gerne mal in Spucknäpfe – gespuckt wird, wann immer den Chinesen danach ist. Man kann dem auch nicht wirklich entkommen. Auf meiner 14-stündigen Nachtzugfahrt nach Xi’an (die erste Kaiserstadt Chinas) hatte jeder Wagon seinen eigenen gemeinsamen Napf.

Dieser wird in regelmäßigen Abständen vom Zugpersonal entleert und sodann gleich weiterverwendet. Um ein richtiges Hautnaherlebnis mit Chinesen haben zu können, bietet sich Zugfahren übrigens ausgezeichnet an. Auf circa zwei Quadratmeter türmen sich zwei Dreierstockbetten, ein kleiner Aufklapptisch und neben einem selbst, ein bis zwei chinesische Kleinfamilien. Unterschieden wird übrigens nicht in erste und zweite Klasse, sondern zwischen „weich schlafen“ und „hart schlafen“. Sozialistische Züge lassen sich eben doch immer wieder entdecken. Chinesen gibt es nur in Massen? Stimmt oft, jedoch nicht immer. Zwar würde ich in der täglichen Rush Hour tunlichst von U-Bahn fahren und jeglichen unnötigen Besorgungen im Supermarkt abraten, jedoch hat Shanghai auch seine ruhigen Seiten. In den hiesigen Parks kann man zwischen Kung Fu praktizierenden Chinesen seine Ruhe genießen und vom Trubel der Stadt abschalten.

Studieren unter Zensur „Immigranten Pass-Kontrolle“; mit strengem Blick, chinesischer Offiziersuniform und Sonnenbrille ordern fünf Polizisten mit befehlsgewohnter Stimme. Erwartungsvoll stehen sie am Bund, einem Touristenballungspunkt in Shanghai, vor mir und meiner Studienkollegin. Seinen Pass immer bei sich zu führen ist ein guter Tipp, wenn man im kommunistisch regierten China lebt und noch dazu gerade Filmaufnahmen für eine Dokumentation machen will. Mit ein wenig Chinesisch, Englisch und viel Gestik versuchen wir verständlich zu machen, dass wir keine westlichen Reporter sind, sondern für einen Kurs an der lokalen Universität filmen, treffen aber auf Unverständnis und werden gebeten, die Kameras wegzupacken. Und erneut wurde uns klar: wir befinden uns im Überwachungsstaat China. Neben zahlreichen Überwachungskameras an Straßenecken

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oder dem täglichen Durchleuchten des Rucksacks und der Handtasche vor der Metrofahrt, geschehen die meisten Kontrollen jedoch verdeckt und unbewusst. Genauso wie traditionelle Medien von der Regierung zensiert werden, werden auch neue Medien wie das Internet kritisch überwacht. Die meisten internationalen Internetseiten wie Facebook, Twitter oder YouTube werden in China zensiert und von der Propaganda-Abteilung der regiereden Kommunistischen Partei gesperrt. Sogar das Abrufen von Emails wird hier zum täglichen Glücksspiel.

Zurück in der Heimat... Frische Luft. Ruhe. Gute Gerüche. Nach diesen Dingen habe ich mich neben meiner Familie und Freunden am meisten gesehnt. Fünf Monate durfte ich in der Großstadtmetropole Shanghai als Teil meines Masterprogramms „Media and Communication Management“ der Universität Salzburg verbringen. Fünf Monate lang habe ich versucht, aus diesem geheimnisvollen Riesen China schlau zu werden und seine Kultur zu erfassen. Nach fünf Monaten habe ich gemerkt, dass diese Zeit lange nicht genügt.

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Städte mit täglich neuem Gesicht

ich eine chinesische Reisetruppe in Salzburg sehe, die in ihrer typisch chinesischen Art nicht davon lassen können, laut zu sein und einfach „chinesisch“ zu sein.

Shanghai ist eine Stadt, die nach außen hin mit ihrem Kernstück Pudong in Modernität und Futuristik zu glänzen scheint. Lebt man jedoch einmal dort, bekommt man ein völlig anderes Bild von der Stadt. Die Shanghaier selbst wissen nicht, was sie mit dem modernen Finanzviertel Pudong anfangen sollen. Ein Gebäude, das aussieht wie ein überdimensionaler Flaschenöffner, umringt von mindestens genauso abstrakt aussehenden Hochhäusern, drängt sich in die bedeutende Hafenstadt. Kai Strittmatter hat in einem seiner Chinaführer ganz richtig erwähnt: „Städte Chinas löschen sich aus, um sich neu zu erfinden“. Das kann ich nach meinem Aufenthalt dort nur bestätigen. In China weiß man nie, ob der Straßenladen von nebenan am nächsten Tag noch einmal seine Pforten öffnen wird oder nicht. Die Chinesen sind Weltmeister im Bauen. Wenn der nette kleine Kiosk von nebenan da einmal nicht in die Baupläne passt, wird er einfach abgerissen und die Eigentümer „zwangsumgesiedelt“. Wenn nicht gerade zusammen gearbeitet oder geruht wird, wird gegessen. Die kollektive Lieblingsbeschäftigung aller Chinesen schlechthin. Und gegessen wird nach fest geregelten Zeitpunkten: Um 12 Uhr und um 18 Uhr. Da wird erst einmal alles stehen und liegen gelassen und China isst. Ich selbst ertappte mich zu Hause des Öfteren wie ich um Punkt 12 Uhr das Essen richtete – natürlich mit Stäbchen, denn die gehören nun zu meiner Küchengrundausstattung. Im Großen und Ganzen ist es mir jedoch nicht schwer gefallen, mich wieder an unsere westliche Lebensweise anzupassen. Ich freue mich nun aber viel mehr über die sauberen Straßen und genieße es, wieder jeden verstehen zu können. Und doch treibt es mir immer ein Schmunzeln ins Gesicht, wenn

Was ich aus China gelernt habe? Ich habe acht verschiedene Provinzen während meines Studienaufenthalts besucht. Tage und Tage verbrachte ich damit, mich über verschiedenste kulturelle Phänomene der Chinesen zu wundern. Ich wunderte mich über die Lautstärke des Volkes, die Tischmanieren, ihr grenzenloses Rudelverhalten oder ihre fast übertrieben scheinende Freundlichkeit. Ich wunderte mich, obwohl ich wusste, was auf mich zukommen wird. In dieser Kultur dann aber wirklich zu leben, kann man nur schwer in Worte fassen. Für mich ist China immer noch ein Land, das mit seiner über 5000 Jahre alten Kultur viele Geheimnisse zu bieten hat und von dem ich noch nicht genug erfahren hab. Mein Auslandssemester dort war nur ein Anfang einer länger andauernden Entdeckungsreise …

Gestaltung: Philipp Zacharias

Sabrina Glas

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Eventuell individuell, nominell oder reell oder doch traditionell?

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ch habe beschlossen, ich bin anders! Und irgendwie hat sich trotzdem nichts verändert. Konvention ist gleich bääh, Klingt so einengend, streng, schreit mir KONSERVATIV in mein paradiesvogelartiges Gesicht. Und trotzdem – man soll sich nicht mit fremden Federn schmücken. Doch steh ich mit Kurzhaarfrisur und Hosen bis zur Nasenspitze ein wenig verloren vor dem Spiegel, lasse ich mir meinen Hosenbund normalerweise doch lieber so weit wie möglich von der Gravitation nach unten ziehen. Mein Anders ist viel zu nicht-anders und das Andere der anderen viel mehr anders als meins – also passe ich. An. „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man zuallererst ein Schaf sein“, hat uns Herr Albert Einstein eröffnet. Nur ein Schaf zu sein, reicht dann aber doch nicht ganz aus, um als tadel-

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los zu gelten: angenommen, man ist ein schwarzes Schaf, tja, da seh’ ich eher schwarz was die Beliebtheitsskala unter den Herden-Homies angeht. Wir bemerken, dass schon dieses negativ belegte Sprichwort eine Meinung zur „Über-Individualität“ suggeriert. Denn was wäre der Mensch ohne das Streben nach Anerkennung von anderen! Bleibt er immer ein Teil der grauen (oder schafig-weißen) Masse ohne Farbe zu bekennen (zum Beispiel schwarz), wird er diese Aufmerksamkeit, nach der er sich ja eigentlich so sehnt, wohl nie erlangen. Gelingt es ihm aber, sich abzuheben, so muss es noch immer durch etwas sein, das dem breiten Publikum gefällt (möglicherweise ein netter Grauton), sonst entgeht ihm wiederum die Wertschätzung. Fazit: Mach nichts, was dich nicht anders macht, aber wenn du was machst, dann bitte nicht zu anders. Nicht zu unkonventionell. Nicht

Gestaltung: Fabienne Morio

weil ich sredna bin

zu unkonservativ, denn eine sich in den Mund urinierende Statue am Residenzplatz hat nicht gerade für Beigeisterungsstürme bei den Bürgern der Stadt Salzburg gesorgt. Schrecklich, was wird denn dann gewollt? Da brummt der Kopf. Es ist zumindest erkannt worden: Dich und dich und dich kann ich nicht zufrieden stellen. Dann bleibt wer? Ach ja genau! Ich. Mich kann ich zufrieden stellen. Ich muss nur wissen, womit. Und ich muss meine Anliegen von denen der anderen differenzieren können, die Beeinflussung umleiten, am besten beim rechten Ohr rein, beim linken wieder raus fließen lassen. Nun stellt sich die Frage, wer dieses mysteriöse Ich eigentlich ist. Es erweist sich als ein durchaus problematisches Unterfangen zu sich zu stehen, wenn man sich selbst noch gar nicht kennt: Das altbekannte Dilemma der Selbstfindung bei Jugendlichen, Anpassung und Individualität sich vor Wut schnaubend in die Augen blickend. Denn Anders-Sein ist cool, man wird interessant und eigen-artig, noch auf positive Weise. Nur kann die Seite zu dem gegenteiligen Ruf so leicht und schnell betreten werden, wie die Rillen auf einem Pflastersteinweg. Ein falscher Satz, ein falsches Paar Schuhe - und aus der Schein vom anerkannten Individuum. So sind diese Zeilen zwar keine Lösung und schon gar keine gesellschaftliche Bedienungsanleitung. Aber vielleicht wird sich in Zukunft das eine oder andere schwarze Schaf mit mehr Selbstvertrauen in seiner Herde zeigen.   Milena Klien

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DAS VEGETARISCHE

VOLXKÜCHE

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cd-empfehlung: one pig von Matthew Herbert

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NE PIG ist der dritte und letzte Teil einer Albumtrilogie des britischen Elektronikmusikers Matthew Herbert. Für die avantgardistische Stückesammlung nahm es Herbert auf sich den Werdegang eines Schweins und seiner wahrnehmbaren Umwelt, konsequent von der Geburt bis zur Schlachtung und darüber hinaus zu dokumentieren und musikalisch zu verarbeiten. Dazu gehörte neben monatlichen Besuchen des Tiers auf seiner Farm auch Aufzeichnungen von dessen Tötung, Verarbeitung, Zubereitung und Verzehr. Eine Trommel wurde mit seiner Haut bespannt und von Jazzmusiker Tom Skinner gespielt. Sogar das Blut wurde zum Bau einer Blutorgel verwendet. Kurz: Matthew Herbert und sein Team haben alle Register gezogen! Die Meinungen über das Werk gehen auseinander. Schon vor seiner Veröffentlichung wurde Herbert von der Tierschutzorganisation PETA kritisiert, man warf ihm billige Sensationsmache zulasten des armen Schweins vor. Wieder andere schätzen das Werk für seine mutige Offenheit und das Bewusstsein, welches es schafft. Darüber hinaus ist ONE PIG auf jeden Fall ein eindrucksvolles Hörerlebnis, das es sich anzuhören und zu reflektieren lohnt!  Peter.W. Mehr dazu hier: http://www.youtube.com/watch?v=GddErv81vOY

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Lösung in der nächsten Ausgabe MFK 02/2013 auf der letzten Seite

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Magazin für Kunst und alternative Jugendkultur

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as MFK – Magazin für Kunst und alternative Jugendkultur ist ein gesellschaftsliberales und von allen politischen Parteien, Institutionen und Interessensvertretungen unabhängiges Jugendkultur-Magazin mit Redaktionssitz in Salzburg. Das Printprodukt wendet sich vor allem an LeserInnen aus der alternativen Kunst- und (Jugend-)Kulturszene. Inhalt und Fotos bzw. Illustrationen werden selbstständig von den freien RedakteurInnen der jeweiligen Ausgabe des Magazins recherchiert und ausgewählt. Das Magazin distanziert sich von Gewaltverherrlichung, Rassismus, Populismus, Sexismus, Beleidigungen und Beschimpfungen gegen ethnische Volksgruppen und Religionsgemeinschaften, sowie von diskriminierenden Inhalten. Herausgeber ist der Verein Jugend in Beruf und Freizeit (MARK.freizeit.kultur). Das Magazin wird drei- bis viermal Mal pro Jahr aufgelegt – in einer Auflage von 1.000 Stück.

Impressum MFK - Magazin für Kunst und alternative Jugendkultur Herausgeber: Verein Jugend in Beruf und Freizeit – MARK.freizeit.kultur ZVR-Zahl: 471905195 Hannakstraße 17 5023 Salzburg, AUSTRIA Online-Ausgabe: www.marksalzburg.at Verantwortlich für den Inhalt / Redaktion: MARK.freizeit.kultur, Doris Mair, Sina Rick, Gerd Pardeller, Miriam Lempert, Marita Voithofer, Katharina Pichler, Veronika Weis, Peter.W., Patricia Lang, Stefan Bernhard, Joachim Fasching, Silvia Glaser, Hannes Hutegger, Rober Presslaber, Milena Klien, Sabrina Glas Bilder / Illustrationen: Doris Mair, Christian Rathner, Martin Klappacher, Marita Voithofer, Sabrina Glas, Daniel Ostermann, Peter.W. Layout und Gestaltung: Julia Fink, Christian Rathner, Rita Bürgler, Schüler: Simone Devecsai, Andreas Ishii, Lukas Moos, Fabienne Morio, Irma Muminovic, Daniel Worsche, Philipp Zacharias, Julia Schwierz

kreative köpfe gesucht! Politik ist einfach. Kultur ist leicht einzusparen. Zeitungmachen hingegen ist beinharte Arbeit. Deshalb: leiht uns eure Kreativität – wir gehen damit hausieren. Schickt uns eure Ideen, Vorschläge, Anregungen an redaktion.mfk@marksalzburg.at oder schaut bei einer unserer Redaktionssitzungen vorbei (Termine auf www.marksalzburg.at) Abgabe oder Zusendung von Texten, Fotos, Bildern, usw. für die Ausgabe MFK 03/2013 zum Thema „Verwandlung“ ist jederzeit möglich (Redaktionsschluss 30. Juni)! Voraussichtlicher Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe zum Thema „Symbol“ ist Mai 2013.

Lösungen der Rätsel MFK 01/2012 40 | Rubrik Bilderrätsel: Der Bewegte Mann, Die fetten Jahre sind vorbei, Gegen die Wand, Die Blechtrommel, Lösungswort: Anatomie

Lektorat: Margit Fink, Doris Mair, Katharina Pichler Kontakt: Mail: office@marksalzburg.at Tel.: 0662 84 99 21

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Fotos: Martin Klappacher

herausgegeben von

online-version unter:

k www.marksalzburg.at

FREIZEIT.KULTUR

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MFK - Magazin für Kultur Ausgabe 01/2013 - Identität  

MFK – Magazin für alternative Freizeitkultur & Kunst widmet sich im DIN-A5-Querformat der lokalen Salzburger Jugendkultur – will aber auch ü...