8.35 - cross cultural magazine

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„Beim Kochen geht es darum, verschiedene Kulturen miteinander verschmelzen zu lassen und sie in einem gemeinsamen Teller auf den Tisch zu bringen.“ Johnny Luzzini


FINNL AND „Bei uns in Finnland steht die Natur an erster Stelle“, erzählte uns Anna vor ein paar Wochen. Egal ob im Sommer beim „Mustikka“ pflücken, den Blaubeeren, oder im Winter beim Eisbaden, Schlittenfahren oder Schlittschuhlaufen. Die Finnen fühlen sich unter freiem Himmel am wohlsten.

8.00 Uhr

SYRIEN „Wir sind nicht abergläubisch, aber lieben und schätzen unsere Traditionen“. Miray lebt schon seit mehreren Jahren in Deutschland. Trotz der in Syrien zur Zeit äußerst angespannten Situation zieht es sie immer wieder in ihre Heimat zurück. Besonders das Kaffeesatzlesen, das ihrer Tante beherscht und die Zukunft vorraussagen kann, vermisst sie sehr.

8.35 Uhr


7.00 Uhr

ENGLAND „In England gehen wir oft aus, vor allem in Pubs am Abend, es ist für uns wie ein gemütliches Zusammenkommen“. Gabriel betont zudem die Wichtigkeit des schwarzen Tees beim English Breakfeast - der darf auf keinen Fall fehlen. Wenn er an seine Heimat denkt, kommen ihm außerdem die kleinen pittoresken Häuser in den Sinn.

8.15 Uhr

ÄGYPTEN „In Ägypten ist es laut und chaotisch, aber daran zu denken, fühlt sich auch warm für mich an“, erwidert Mariam, als wir sie fragen, wie sie ihre Heimat beschreiben würde und was sie an ihr so schätzt. Die unendliche Fülle an frischem Obst und Gemüse auf den lokalen Märkten fällt ihr dabei auch in den Sinn.



Finnland

anna UND EINE PRISE FINNLAND

„Finnen sind warm, offen und aufrichtig“, erzählte uns Anna, „obwohl sie dir selbst vielleicht das genaue Gegenteil sagen würden.“ Wenn jemand mit einem Finnen ins Gespräch kommt wird oft erzählt, dass die Finnen allgemein sehr reservierte Leute sind. Aber sie sind keine wortkargen Rüpel, äußerst gesprächig und gastfreundlich. Der Mythos des zurückhaltenden Finnen ist sogar in Finnland noch immer allgegenwärtig. Und die Finnen mit ihrem Sinn für Selbstironie sind bestimmt die Ersten, die Fremde darauf aufmerksam machen würden. „Irgendwie sind wir Finnen ein sehr seltsames Volk, und insgeheim genießen sie es, anderen dieses Bild von ihnen zu vermitteln, obwohl es nicht immer zutrifft“, meinte Anna. Mit jemandem zu scherzen (oder sich sogar lustig zu machen!) ist eine finnische Art zu sagen „Ich mag dich“. Man

könnte somit sagen, dass Finnen höflich und gesellig sind, aber eine etwas spitzbübische Art haben, es zu zeigen. Wenn jemand Zuhause bei einem Finnen eingeladen wird, lernt man die Finnen so kennenlernen, wie sie wirklich sind. Niemand erwartet, dass sich jemand heraus putzt oder sich förmlich benimmt. Finnische Gastfreundschaft zeigt sich in Form endlosen Essens und Trinkens, und je entspannter die Gäste sind, desto mehr freut sich auch Ihr Gastgeber. In Finnland ist die Natur niemals weit entfernt, und die Finnen haben unzweifelhaft eine enge Bindung zu ihr. „Sich von der Zivilisation zu entfernen, hat einen sehr hohen Stellenwert“, erzählte uns Anna. Vielleicht entsteht durch dieses Zurückziehen der Mythos, dass die Finnen eher für sich seien möchten. Aber oft ist das genaue Gegenteil der Fall.

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hei suomi

DAS L AND DER 100 SEEN Finnland ist ein Land der Extreme und der Gegensätze. Es wechseln sich kalte, dunkle Winter mit warmen, hellen Sommern ab. Der finnische Sommer ist kurz – er dauert nur etwa drei Monate, wird dafür aber mit umso größerer Inbrunst gefeiert. Irgendwann ist für die Finnen in dieser Jahreszeit jedoch die Zeit für eine Flucht aufs Land gekommen. Am besten ist ein Urlaub in einem Ferienhaus am Wasser, und dort tut man eigentlich nichts – ein wenig Grillen, kurz ins Wasser springen und einfach in der Sonne liegen. Mit Sonnenschein rund um die

Uhr ist das Leben in einem Sommerhaus, das auch häufig als Wochenenddomizil genutzt wird, die beste Methode, um Energie zu tanken und die Sorgen des Alltags ganz weit hinter sich zu lassen. Der Frühling in Finnland ist eine wundervolle Jahreszeit. Besonders in Lappland, ganz im Norden, wohin die Finnen sich zwischen Februar und Mai scharenweise zum Skifahren aufmachen. Die Frühlingssonne und ideale Bedingungen sind perfekt für diesen Mix aus Spaß und Sport, und die Wintersportorte überall sind voller lächelnder und entspannter Leute.


Finnland

Sauna Ein Muss in jedem Haus

Rentier Nationaltier Finnlands

Saami Traditionelle Tracht

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Finnland

k a r jalan p iirak k a K ARELISSCHEN PIROGGEN

200 ml Wasser 150 g Roggenmehl 200 g Weizenmehl 50 g weiche Butter 200 gl Milchreis 600 ml Mlich 150 g Butter 3 hart gekochte Eier süß oder herzhaft: 50g Blaubeermarmelade 100g Tomaten 100g Gurke

Karjalanpiirakka ist eine finnische Spezialität die sowohl herzhaft als auch süß zum Frühstück, aber auch als Snack für zwischendurch zuberreitet wird. Wichtig ist, die Eibutter darf in keinem Fall fehlen und rundet das Gericht ab. Zuerst das Wasser, Salz, beide Mehlsorten und Butter miteinander verkneten. In kleine Kreise sehr dünn (ca. 2mm) ausrollen und auf eine bemehlte Fläche legen. In der Zwischenzeit den Reis in Salzwasser kochen bis alles Wasser verkocht ist. Milch zufügen und 30 min. weiterkochen. Einen Löffel „Milchreis“ auf jeden Kreis geben, die Seiten hochschlagen und in „kleinen Falten“ zusammendrücken. Im vorheheizten Backofen 5-10 Minuten bei 275-300°C backen. Etwas Butter in Wasser schmelzen und die frisch gebackenen Piroggen eintauchen. So erhalten sie den gewünschten Glanz. Für die Eibutter die Eier hart kochen und fein würfeln. Mit der weichen Butter vermischen. Die Piroggen warm mit Eibutter bestreichen. Je nach Belieben mit Blaubeermarmelade oder Tomaten und Gurkenscheiben servieren.

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Finnland

Jä ä kylpy EISBADEN Blaue Dämmerung eines Winterabends, Dampf steigt aus dem Eisloch, ein Sternenhimmel über Ihnen. Sie gehen die Treppe hinunter in das erfrischende Wasser und fühlen wie der Stress verfliegt. Ein Eisbad im Seenland Saimaa – was kann erfrischender sein? Eisbaden in Finnland heißt Schwimmen in einem ausreichend groß gehackten Loch im Eis … oder „Winterschwimmen“, falls sich noch keine durchgehende Eisdecke gebildet hat. Das Eisbaden macht man vor und nach der Sauna – oder auch mal ganz ohne Sauna um den Kreislauf so richtig in Schwung zu bekommen.

Eisbaden Lange Tradition in Finnland

Wintersport Zahlreiches Angebot

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England

gabriel UND EINE TASSE TEE

„Engländer sind sehr hilfsbrereite und höfliche Menschen“, erzählte uns Gabriel vor ein paar Tagen. Die Briten sind sehr zuvorkommend gegenüber ihren Mitmenschen und erwarten dies jedoch auch im Gegenzug von ihrem Gegenüber. „Bei jeder Frage oder Bitte sollte daher am Besten das Wort „Please“ enthalten sein sowie als Reaktion das Wort „Thank you“, erzählte er uns lachend. Briten lieben es, in Diskussionen und Dinge in Frage zu stellen. Keineswegs sollte diese Eigenschaft als Provokation aufgefasst werden, sondern vielmehr als Anreiz, aus einer lebhaften Diskussion neue Erkenntnisse zu ziehen. Wie in allen westlichen Ländern findet sich auch in Großbritannien eine stark individualistisch geprägte Haltung. Die Briten schätzen es, wenn man selbst die eigene Meinung äußert und nicht aus reiner Höflichkeit allem

zustimmt. Auf dem Campus, beim Essen oder unterwegs begegnen internationalen Studenten in Großbritannien überall viele kulturelle Einflüsse. Großbritannien ist eine multikulturelle Nation, die auf individuelle Bedürfnisse jedes Einzelnen eingeht und auch fördert. „Es ist schön, so viele kulturelle Einflüsse auf einem Fleck zu haben“, sagte Gabriel, der seine Familie regelmäßig in London besucht. „Vor allem beim schlendern durch die Fußgangerzone oder einem Blick auf Restaurants und deren Speißekarten merkt man, dass vor allem London multikulturell vertreten ist. Jegliche Art von Sport hat in Großbritannien einen hohen Stellenwert. Die unangefochtenen Nationalsportarten sind Fußball und Rugby. Beim Spielen und Gucken können sogar die sonst eher „zurückhaltenden“ Briten sehr emotional werden.

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hello there

DAS L AND DER GESCHICHTEN England ist das größte Land in Großbritannien und Heimat der größten Stadt Europas. Außerdem bietet England über 900 km atemberaubende Küste und einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Welt. England besteht aus neun unterschiedlichen Regionen, jede mit eigener Geschichte, Kultur und unverwechselbarem Charakter. Vom grünen Hügelland der Cotswolds und den bezaubernden Dörfern Cornwalls über die geschäftige Metropole London bis zu den dramatischen Küsten Nordostenglands. Englands Städte sind so abwechslungs-

reich wie die Dialekte ihrer Bewohner, berühmt für ihre imposante viktorianische Architektur, typisch englischen Gärten und urigen Pubs. In Liverpool kann man die Heimat der Beatles entdecken, in Manchester den berühmten Fussballclub besuchen oder in Bristol die spektakuläre Hängebrücke überqueren. England ist voller Geschichte und Geschichten. Überall gibt es Hinweise auf eine Vergangenheit, die noch älter ist als die Römer und dennoch sind die Briten im Gegensatz dazu hoch modern, stilbewusst und vor allem zukunftsorientiert.


Porridge Traditioneller Haferbrei

England

16 o‘clock British Tea Time

South West Britische Küstenlandschaft

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England

p orrid ge HAFERBREI

100 g Haferflocken 50 g Reisflocken 2 El Tsampa 150 ml Milch 10 g Agavendicksaft 1 Tl Zimt 50 g Himbeeren 10 g Cranberrys 10 g Pistazien

Porridge zählt zu den Bekanntesten Frühstücksspeziallitäten Englands und Schottlands. Der warme Brei ist nicht nur schnell gemacht, sondern ist voll mit Ballaststoffen und ja nach Topping auch voller wichtiger Vitamine. Zuerst die Reisflocken in einem kleinen Topf mit der Milch unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Nach 4 Minuten die Haferflocken hinzugeben und das ganze aufköcheln lassen. 2 El Tsampa und Cranberrys unterrühren. Den Haferbrei in eine kleine Schüssel füllen. Mit Agavendicksaft süßen. Je nach Belieben den Brei mit Himbeeren, Zimt und Pistazien garnieren. Natürlich eignet sich hierbei jegliche Art von Obst, Nüssen, Kernen und Gewürzen. Deiner Phantasie den Brei nach deinem Geschmack mit sogenannten Toppings aufzuwerten sind somit keine Grenzen gesetzt.

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England

It´s B ritish WAS MAN WISSEN SOLLTE In England darf der Tee selbstverständlich nicht fehlen. Egal ob zur „Tee time“ am Nachmittag, oder bereits zum Frühstück. Der „English breakfast tea“, ein bitterer Schwarztee der mit einem kleinen Schuss Milch getrunken wird, darf in keinem Haushalt fehlen. Gesellschaft hat in England einen sehr hohen Stellenwert. Am Abend ist Ausgehen ein Muss und man trifft sich mit Freunden oder Bekannten in sogenannten Pubs. Anstatt wie hier zu Lande üblich in ein Restaurant oder Café zu gehen, ist der Pub in England ein Treffpunkt für gemütliches Beisammensein und nur der Anfang von langen, fröhlichen Abenden.

London Pubs Als Treffpunkt für Jedermann

Die Engländer sind sportbegeistert, vor allem wenn es um ihre eigenen Rugby oder Fußballmanschaften geht. Angefeuert werden diese natürlich im Stadion vor Ort. Aber auch in Pubs verabredet man sich nicht nur auf ein Glas Bier, sondern vor allem zum „public viewing“ bei besonderen Spielen. Der Zusammenhalt wird groß geschrieben und unterstreicht, dass die Engländer Geselligkeit lieben. The british breakfast tea Schwarztee mit Milch

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Syrien

miray UND DIE GEWÜRZE

Für Miray ist Syrien ihre Heimat. Mit ihren Eltern lebt sie jedoch seit vielen Jahren in Deutschland. Trotz Krieg und akuter Gefahr, zieht es sie immer wieder nach Syrien und zu ihrer Schwester zurück. Miray erzählte uns von einem Syrien, das fern von aller Gewalt und voller Frieden und Gemeinschaft geprägt ist. Die Familie ist das System, das in Syrien alles zusammenhält. Bei den Eltern kann man wohnen, bis man heiratet. Häuser sind im Schnitt sogar ein bisschen größer geplant, als die in Deutschland, da immer so viele Freunde eingeladen werden. Und nicht zu vergessen, sind die Feste, die die Syrer in großer Gemeinschaft feiern; Hochzeiten können eine Woche gehen, mit rund 300 Leuten, bei der der Mann zahlt. Die wichtigste Regel lautet: Alleine essen geht gar nicht! Und Gästen nichts anzubieten, ist auch undenkbar. Sie be-

kommen mindestens einen Tee, und wenn Freunde länger als eine Stunde zu Besuch sind, bietet man ihnen auch etwas zu essen an. Außerdem fragt man in Syrien dreimal nach, ob jemand noch etwas möchte. Erst dann wird „Nein“ als Antwort akzeptiert. Und wenn dann gemeinsam gegessen wird, bleibt kein Fleckchen auf dem Tisch frei, weil er so mit Schüssel und Tellern vollgestellt ist. Gefrühstückt wird in Syrien von 7-10 Uhr und zu Mittag gegen 15 Uhr gegessen. Typisch für Syrien sind mitunter Falafeln, Hummus mit Joghurt und Fladenbrot - es wird dort alles mit Fladenbrot gegessen Manakish und Makdus. Der Schwarztee wird eher süß getrunken. Außerdem darf die Shisha nicht fehlen, die man des Öfteren nach dem Essen raucht; repräsentativ für den Aspekt der Geselligkeit. Und dann sitzen alle zusammen. Stundenlang.

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marhabaan

DAS L AND DER 2 GESICHTER Millionen von Ölbäumen, vielfältige Tradtionen und eine unztertrennliche Gemeinschaft. Nach fast 10 Jahren Krieg, wissen die Wenigsten jedoch etwas über Syrien und über die reiche Kultur. Syrier begegnen einem in aller Regel mit Neugier und Offenheit und zeigen oft eine sehr selbstlose Gastfreundschaft. Jede Region hat auch ihre eigene Tracht und auf die Sprache Arameisch, die Sprache von Jesus, sind sie besonders stolz. Im Schnitt sind dort nur rund 10% Christen, der Rest sind Muslime. Für sie ist der Freitag ein besonderer Tag, wie bei uns

der Sonntag in Deutschland. Nach dem Gebet in der Moschee essen viele Familien zusammen oder veranstalten Grillfeste im Wald. Die Amtssprache des Landes ist Hocharabisch, das von der großen Mehrheit der einheimischen Bevölkerung beherrscht wird. Die Winter sind mild und die Sommer trocken-heiß. Die Vogelwelt Syriens ist vielfältig. 354 Vogelarten wurden dort dokumentiert. Besonders die syrische Küche ist vielfältig regional geprägt. Die Gerichte spiegeln die Einflüsse von Gerichten der umgebenden Länder. Ob Hummus, Falafel, Bulgur oder Baklava.


Syrien

Arrabischer Kaffe Traditionelle s Kaffesatzlesen

Palmyra Antike Oasenstadt

Manakish Kleine arrabische Minipizzen

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Syrien

man ak ish ARABISCHEN MINIPIZZEN

500 ml Wasser 500 g Weizenmehl 2 TL Salz 2 EL brauner Zucker 1 Hefewürfel 14 EL Olivenöl 3 Tomaten 1 EL Pfeffer

Bereits beim Frühstück sind salzige und mit Beilagen verfeinerte Fladen ein Teil von der syrischen Küche. Erwärme zunächst die Milch, bis sie lauwarm ist. Bröckle dann die Hefe in eine Schüssel gib die warme Milch darauf. Vermische nun beides gut miteinander. Verwende hierfür entweder deine Hände oder einen Schneebesen und lasse es für 10 Minuten ruhen. Gib nach der Ruhezeit das Mehl, das Öl, den Zucker und das Salz dazu. Verteile etwas Mehl auf der Arbeitsfläche und knete den Teig darauf so lange, bis er geschmeidig ist. Forme den Teig anschließend zu 8 bis 10 Kugeln und rolle diese mit einem Nudelholz dünn aus. Lege die Teigfladen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und backe die Manakishs für 15 bis 20 Minuten bei 200° Grad. Als Belag kann man klein gehackte Tomaten, etwas Salz, Pfeffer und Olivenöl darüber geben.

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Syrien

Umayyaden BREITGEFÄCHERTE KULTUR Essen bedeutet in Syrien vor allem Gemeinschaft. Wie sehr Essen verbinden kann, erfahren wir auch immer wieder im Alltag. Syrer pflegen ein besonderes Verhältnis zu ihren Speisen. Die Küche in Syrien ist elegant und insbesondere gesund, da der Fokus auf magerem Fleisch und verschiedensten Gemüsesorten liegt. Außerdem wird in einem syrischen Haushalt jeden Tag selbst gekocht. Die Moschee ist das Gebetshaus der Muslime. Eine der ältesten befindet sich in Damaskus. Viele Muslime glauben, an diesem Ort werde am Ende der Welt Jesus erscheinen, um mit dem Antichristen zu kämpfen.

Damaskus Wöchentlicher Marktverkauf

Traditionell wird das Shisharauchen zelebriert, sodass es als etwas Besonderes erscheint. So werden zu festlichen Anlässen oder an Tagen, an denen viele Freunde zusammenkommen, Shishas konsumiert. Oft wird zu Shisha Tee getrunken und kleine Speisen wie Kekse, oder gar vollwertige Mahlzeiten verzehrt. Außerdem wird die Shisha oft in Räumen auf Kissen oder Teppichen geraucht. Shisha Wasserpfeife

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Ägypten

mariam UND DER DUF T ÄGYPTENS

Ägypten wird von Mariam als ihr „home of socialising“ beschrieben. Als einen Ort, an dem die Menschen generell viel mehr miteinander verbunden sind, als bei uns in Deutschland. Sie beschreibt die Menschen dort auch als viel aufgeschlossener und belebter. Es sei keine Wegschaugesellschaft. Lärm und Chaos scheint normal dort zu sein, doch damit verbunden ist dennoch ein warmes, heimatliches Gefühl. Typisch ägyptisch sei vor allem, dass man sich in Straßencafés, den „Qahwa“, trifft. Auch die lokalen Frucht- und Gemüsestände definiert sie als ihre Heimat. In Ägypten ist es eher typisch frische Früchte oder Gemüse auf der Straße, als vom Supermarkt zu kaufen. Im Gegensatz zu den Essgewohnheiten in unseren Breitengraden, gibt es in Ägypten keine klassische drei Mahlzeiten am Tag. In kleinem Kreis, in der Familie oder im Büro, ist es

durchaus üblich, mit der Hand zu essen – und zwar nur mit der rechten. Die linke Hand gilt als unrein und darf die Speisen nicht berühren. Als wir Mariam zu den typisch ägyptischen Frühstücken fragte, nannte sie uns vor allem Foul, Falafel, Feta mit Tomaten, Ägyptisches Brot und eingelegte Auberginen. Das Brot, „Aisch baladī“, ist außerdem zweifelsohne das Hauptnahrungsmittel in Ägypten. Dass „Aisch“ eigentlich Leben bedeutet, zeigt die Wichtigkeit des Brots an. Gastfreundschaft wird in Ägypten außerdem groß geschrieben. Bei allen Mahlzeiten wird in Ägypten so lange aufgetragen und angeboten, bis der Gast vom Tisch aufsteht und damit signalisiert, dass er satt ist. Außerdem gehört Tee in einem viel stärkeren Maße als in manchen europäischen Ländern zum ägyptischen Alltag dazu, auch als Geste der Gastfreundschaft.

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marhabaan misr

DAS L AND DER PYRAMIDEN Ägypten ist ein Land der Naturwunder und Kulturschätze. Dort begegnet man einer exotischen Vielfalt, die dergestalt nirgends sonst auf der Welt anzutreffen ist: die unvergleichlichen Monumente der Pharaonen, die einmalige Flusslandschaft an den Ufern des Nils, weite Sand- und Gebirgswüsten und die bunt schillernden Korallenriffe im Roten Meer. Ägypten ist auch ein Land der Gegensätze. Armut trifft auf Reichtum, die Wüsten grenzen hart an der grünen Flussoase des Nils und die immerlaute Hektik der Millionenstadt Kairo kontrastiert mit der Stille der

endlos weiten Wüste. Tagsüber heizt die Sonne das Land erbarmungslos auf, nachts kann es bitterkalt werden. Die meisten der rund 75 Millionen Einwohner Ägyptens sind arabisierte Ägypter. Wegen der hohen Geburtenrate sind mehr als die Hälfte aller Ägypter unter 30 Jahre alt. In der ägyptischen Küche treffen türkische, libanesische, griechische und syrische Traditionen aufeinander und formen wiederum etwas eigenes. Ein klischeehaftes Bild für Ägypen sind vor allem die Kamele vor den Pyramiden. Kamele sind dort die Wüstenschiffe der Sandmeere.


Ägypten

Tempel Arabische Wüste

Kamel Bekanntes Transporttier

Foul Ägyptisches Frühstück

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Ägypten

foul BOHNENPÜREE

1 Liter Gemüsebrühe 1 Prise Salz 4 Knoblauchzehen 2 Zwiebeln 400 g Saubohnen 2 TL Chilipulver 1 TL Paprikapulver, scharf 4 EL Olivenöl Pfeffer aus der Mühle

Ein traditionelles, ägyptisches Bohnengericht zum Frühstück ist „Foul“. Chili, Paprika und Kreuzkümmel sorgen dabei für eine angenehme Würze. Die Bohnen über Nacht in reichlich Wasser einweichen. Am nächsten Tag in einem Sieb abspülen und in reichlich Wasser 35-40 Minuten weich garen. Abgießen und abtropfen lassen.

5 EL Tahin (Sesampaste) 3 TL Kreuzkümmel gemahlen 3 EL Ras el Hanout

Während die Bohnen garen, die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebeln und den Knoblauch darin glasig werden lassen. Die Sesampaste hinzufügen und mit der Brühe ablöschen. Die abgetropften Bohnen hinzufügen, mit Salz, Pfeffer, Paprika, Ras el Hanout und Kreuzkümmel würzen. Bei niedriger Temperatur ca. 10 Minuten leise köcheln lassen. Die Hälfte der Suppe leicht pürieren, wieder unter den Rest der Suppe mischen und abschmecken. Mit Chilipulver bestreut servieren. Nach Belieben mit Salaten und Fladenbrot servieren.

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Ägypten

Vielfalt SOWEIT DAS AUGE REICHT Ägypten ist für seine Fülle an frischem Obst und Gemüse bekannt. Anders als in Deutschland, kauft man es dort vor allem auf dem Markt, anstatt im Supermarkt. Das Angebot ist – zumindest in den Großstädten – sehr reichhaltig. Jedoch hängt das Angebot stärker als in den europäischen Ländern von den Jahreszeiten ab. Lokale Produkte in Ägypten sind vor allem Erdbeeren, Granatapfel, Mangos, Melonen, Tomaten, Trauben, Datteln und Zitrusfrüchte. An Marktständen, zwischen denen mit den Gewürzsäcken, findet man heimische Kost als Fastfood: Falafel, Kuscharī, Schawarma (ägyptisches Döner), gebratenes Huhn, Leber oder Fisch als Sandwich oder im Fladenbrot.

The orange guy Orangenverkäufer auf dem Markt

Schon die alten Ägypter züchteten in ihrem Garten allerlei Gemüse und Obst. Zwiebeln waren in Ägypten sehr beliebt und waren neben Brot und Bier ebenfalls Lohn für Arbeiter. Als Pflanze des Fruchtbarkeitgottes Min, gehörte der Lattich ebenfalls zu den beliebten Gemüsesorten. Erstaunlicherweise konnte man Gurken auf Opfertischen erkennen. Sowie Bohnen, Erbsen und Linsen in Gräbern. Obst- und Gemüsebasar In Kairo

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tetesept


Danke. Dass ihr uns einen kleinen Einblick in euer Leben gegeben und uns erzählt habt, wie sich Heimat für euch anfühlt, wie sie riecht und wie sie schmeckt.


mariam ibrahim

miray kaskous

gabriel tilbury

anna rehle


manuela schweiger

lara-sophia timm

typo 3


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