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Eine Umarmung des Scheiterns Mit Kabarett befreit Alexander Hechtl das Denken von seinem schlechten Image. Wie das geht? Ein Gespräch über die Philosophie, das Unperfekte und ... ... ... Pausen. Von Claudia Taucher
„Oft sind die lustigen Sachen auch die, wo man hadert.“ Alexander Hechtl
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Was ist lustiger für dich: deine philosophische Praxis oder als Kabarettist auf der Bühne zu stehen? Bei der philosophischen Praxis geht’s weniger um mich. Das ist klientenzentriert, um mich hineinzuversetzen in das, was die Person denkt und da unterstützend beizutragen. Beim Kabarett ist das Publikum anonym – es soll schon unser gemeinsamer Abend sein, aber es fällt zurück auf das, was
Fotos: Schmat (2)
Was war zuerst: die Philosophie oder das Kabarett? Es ist immer eine Kombination, glaub ich. Natürlich habe ich von klein auf überlegt, was lustig sein könnte. Bin dann später erst draufgekommen, dass es eine direkte Verknüpfung gibt. In der Philosophie gibt es halt nicht diese direkte Rückmeldung. Wenn ich mir einen Witz ausdenke, habe ich gleich eine Rückmeldung. Ich glaube, die Belohnung fürs Nachdenken gab es vorher schon – dass Nachdenken durch die Lacher der Leute gefördert wird.
Foto: Hechtl
Wenn der Interviewpartner zu Protokoll gibt, dass das Traurigste Menschen sind, die nicht mehr neugierig sind, dann darf der Termin ohne schlechtes Gewissen länger dauern. Immerhin hat man viele Fragen. Und Alexander Hechtl spannende Antworten. Der weststeirische Kabarettist und Philosoph macht für seine Auftritte den „gewissen Feinschliff komplexer Gedanken“ und will dem Denken sein schlechtes Image nehmen. Es liefert uns ja permanent aber unbemerkt Lösungen – während nervig kreisende Gedanken immer negativ auffallen. Auf der Kabarettbühne taucht Hechtl knietief ins „Wapplerleben“ ein und meint es nicht böse – er bricht eine Lanze für den Gegenentwurf zum optimierten, leistungsorientierten, perfekten Menschen. Denn Wappler sind wir alle: unperfekt, scheiternd, oft bringen wir einfach „nix zsamm“.