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22 | 9.9.2019 | WAHLEN

POLITISCHE GEGENSÄTZE

Die Büezerin und der Akademiker Wir treffen Kandidierende, die am 20. Oktober ins Parlament gewählt werden wollen. Trotz Differenzen sollen sie sich auf einen Vorstoss einigen und für ein gemeinsames Essen einkaufen. Diese Woche: Damenschneiderin Prisca Salzmann-Lochmatter (SVP/VS) und Chefarzt Pietro Vernazza (GLP/SG). Text: Ralf Kaminski  Bilder: Juventino Mateo-Leon, Cyrill Krähenbühl

Die Schweiz wählt

Das eint sie Gemeinsames Znacht Beide kochen gern, und nach kurzen Verhandlungen ist das Menü bestimmt: gemischter Salat, Gemüsegratin und eine Apfelquarkcrème mit Himbeeren. Auch beim Einkaufen herrscht Harmonie: nur frische Produkte und keine Plastiksäckli für Früchte und Gemüse. Kosten: Fr. 49,85

S

ie sind beruflich und politisch unterschiedlich positioniert und haben sich zuvor noch nie gesehen – aber nach ihrem zweistündigen Treffen in Zürich könnten sie sich ein gemeinsames Znacht gut vorstellen. Auch auf das Menü, das sie zusammen kochen würden, einigen sich die selbständige Damenschneiderin aus dem Wallis und der Chefarzt und HIV-Forscher aus St. Gallen rasch (siehe Box rechts). «Ich esse wenig Fleisch», sagt Pietro Vernazza. «Ich auch», erwidert Prisca Salzmann-Lochmatter, «und wenn, dann aus der Region.» Beide befinden sich derzeit im Wahlkampf, und für beide ist es der erste Anlauf auf der nationalen Politbühne. Dass sich Prisca Salzmann-­ Lochmatter politisch engagiert, hat mit der Art der Umsetzung der Mas­sen­­einwanderungsinitiative zu tun. «Es hat mich wirklich geärgert, was das Parlament daraus gemacht hat.» ­Pietro Vernazza war im Frühling von der GLP angefragt worden, ob er für sie kandidieren würde, und bewirbt sich für den National- und den Ständerat. «Ich nähere mich langsam dem Pensionsalter und möchte mich nun auf einer anderen Ebene engagieren.

50

Franken darf der gemeinsame Einkauf in der Migros kosten.

Gemeinsamer Vorstoss Vereinfachte Registrierung von Generika zur Senkung der Gesundheitskosten: Krankenkassenprämien steigen jährlich um 3 bis 4 Prozent. Medikamente verursachen einen Achtel der Gesundheitskosten. Kostengünstige Generika werden in der Schweiz selten eingesetzt (23 %, Vergleich GB, D: über 80 %), auch weil die Zulassung von Generika aufwendig ist. Der Bundesrat wird ersucht, ein vereinfachtes Zulassungsverfahren für Generika zu prüfen.

Akade­miker

Pietro Vernazza Alter 63 Partei GLP/SG Beruf Chefarzt Kantonsspital Wohnort St. Gallen Zivilstand verheiratet, 3 Kinder Themen Gesundheitspolitik, Wissenschaft, Umwelt

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Migros-Magazin-37-2019-d-BL  

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