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XXL Ausgabe NUMMER 4 / 2010 Die LOGIN-zeitung von lernenden für lernende

› www.login.org

Die Bauwelt › Seite 6

Was wurde aus . . . › Seite 11

Zurück in die Vergangenheit Der öV als Familienbetrieb

› Seite 12

Unglaublich! Dank euch lebt die loginfo. Über 80 1.-Lehrjahr-Lernende reagierten auf den Aufruf, über die Unterschiede zwischen Schule und Lehre zu berichten. Die Lernenden sind angekommen! In der Welt des Verkehrs und somit auch im Berufsle-

Sicherheit im öV

ben. Vor einem Jahr beschäftigten sich die meisten von ihnen mit der Lehrstellensuche oder sie hatten die Lehrstelle bei login schon und fragten sich, wie ihre Zukunft aussehen wird.

› Seite 2

› Seite 15


2 «Hallo Frau Lehrerin» Vor einem Jahr war meine Schulzeit leider schon vorbei. Nach Abbruch der Wirtschaftsmittelschule folgte ein Praktikum. Aber dieses Mal war ich nicht die Schülerin. Nein, ich selber hatte sechs- bis achtjährige Schüler/innen. Der letzte Nerv Ich liebte diese Kinder. Auch wenn es anstrengend war und sie mir manchmal den letzten Nerv raubten, weiss ich, dass ich ohne dieses Praktikum nicht die wäre, die ich heute bin. Durch die Verantwortung, die ich dort hatte, wurde ich erwachsen, und ich weiss jetzt, dass es wichtig ist, in der Schule aufzupassen und sich zu interessieren. Und auch wenn es mir immer noch schwerfällt, still zu sitzen und keine unnötigen Kommentare abzugeben, weiss ich, dass ich mich sehr gebessert habe, und ich bin stolz auf mich!

Sabrina (rechts), als sie noch die Schulbank drückte

Sabrina Holzer, KVöV, 1. Lehrjahr

Doch zuerst zu meiner Schulzeit. Ich besuchte sehr gerne die Schule. Ich hatte viele tolle Freunde, und es gab immer etwas zu bereden oder zu besprechen. Ok, ich gebe zu, ich ging nicht unbedingt wegen dem Unterricht gerne, doch der gehörte halt dazu. Ich gehörte in meiner Schulzeit immer zu denjenigen, die den Unterricht störten. Meine Schulnoten waren nicht überragend, doch sie waren in Ordnung. Ohne Schulabschluss Ich hatte keinen Plan, was ich nach der Schule aus meinem Leben machen soll, deshalb ging ich an die Wirtschaftsmittelschule. Dort ging es dann weiter wie vorher; mit viel Gerede und wenig Konzentration, sodass meine Noten absackten und ich nach zwei Jahren ohne Schulabschluss und ohne Lehre dastand. Spiegelbild Zufällig stiess ich im Internet auf ein Inserat als Pädagogik-

unterstützung in einer Kleinklasse. Ich bewarb mich sofort und erhielt die Stelle für ein ganzes Jahr. Die Arbeit war super, jedoch sehr anstrengend. Erstmals habe ich verstanden, was es heisst, mit Schülern zu arbeiten, die sich eigentlich überhaupt nicht für den Unterricht interessieren und lieber den ganzen Tag nur spielen, lachen und reden wollen – wie ich früher.

und mir immer neuen Mut gaben, weiterzumachen.

Reich an Erfolgserlebnissen Ich arbeitete in einer Integrationsschule mit Kindern zusammen, die Mühe hatten, in der normalen Schule mitzuhalten. Die Kinder hatten Mühe, Aufgaben alleine zu lösen. Ich unterstützte sie dabei. In der Pause spielte ich draussen mit ihnen, schlichtete Streitereien und brachte sie auf neue Ideen. Jeder Tag war so anstrengend, dass ich am Abend nach Hause kam, todmüde war und immer früh ins Bett ging. In der Zeit meiner Arbeit hatte ich viele Erfolgserlebnisse, welche meine Tage bereicherten

Richtiger Weg Ich hatte einen Schüler, der als einziger seiner Klasse weder lesen noch schreiben konnte. Täglich habe ich ihn motiviert und mit ihm gelernt und geübt. Das tat ich so lange, bis er einzelne Buchstaben kannte und auch immer mehr lernen wollte. Als er dann eines Tages mit einem frechen Lächeln im Gesicht zu mir kam und mir ein Blatt gab, auf dem mein Name in quirliger Schrift stand, wusste ich, dass das der richtige Weg war und ich meine Arbeit gut machte.

Guter Rat Da ich noch sehr jung war, konnten sich die Schüler besser mit mir identifizieren als mit ihren Klassenlehrern. Wenn sie Probleme hatten, kamen die Kinder zu mir und baten mich um Rat und Hilfe. Es ist toll, wenn man weiss, dass man helfen kann.

Verantwortung Jetzt in der Lehre sind wir alle auf uns alleine gestellt. Man muss viel mehr Verantwortung übernehmen und die Schule ernst nehmen. Wer im Unterricht nicht aufpasst, muss alles zu Hause nachholen, was einem noch das letzte bisschen Freizeit nimmt. Vorteil Arbeitserfahrung Ich bin froh, dass ich schon ein bisschen Arbeitserfahrung besitze, sonst wäre alles noch viel anstrengender für mich. Ich nehme die Lehre sehr ernst und möchte die Schule mit einem guten Abschluss beenden. Ich mag die Selbstständigkeit und finde es toll, mein eigenes Geld zu verdienen. Miteinander, nicht gegeneinander Wer in der Lehre ist, arbeitet plötzlich mit Erwachsenen zusammen, und man muss den Berufsbildner als Hilfe und Arbeitgeber akzeptieren und alles mit ihm absprechen. In der Schule ist oft eine Kluft zwischen Schülern und der Lehrperson. Das bedeutet für Kind und Lehrer Stress und ist nicht sehr motivierend. In der Lehre arbeitet man nicht gegen-, sondern miteinander.


3 Vor einem Jahr sass ich noch in der Schule und mich beschäftigte . . . Die Lernenden auf ihrem Weg von der Schule in die login-Lehre. Wie es ihnen bei der Lehrstellensuche und dem letzten Schuljahr ergangen ist, erzählen sie uns. Neben dem Bericht von Sabrina Holzer sind hier einige Ausschnitte aus den über 80 Lernendenrückmeldungen. Die vollständigen Berichte findest du unter www.login.org/schule-lehre.

Ulli, Po

ly mechaniker

, 1. Lehr

jahr

an re ist m er Leh d n I   e « , di Leuten unter nsche ü W e ch ch ähnli dadur d , un h haben c si t man versteh »  … besser

Sebastian

Dominik Stähli , KVöV , 1. Lehr jahr

« Ich schrieb nur gerade eine Bewerbung, und schon hatte ich meine Lehrstelle!»

Thadshagini Thanabalasingam , KVöV, 1. Lehrjahr

Seraina

Ac kermann

, KV öV, 1.

Lehr jahr

« Meine Z ukunft beschäfti gte mich am meisten, denn ich w ollte nicht auf der Stras se landen … »

Greminger

, KV öV,

Giulia Zurbr

ügg , KV

Reiseb ür

o, 1. Lehr

Sina Struss

Alison Farinet, Logistikerin, 1. Lehrjahr

, KV öV, 1.

, Geb äudereinigerin Dé co ppet Nata cha 1. Lehr jahr

« Ich bin in die Berufsund Erwachsenenwelt eingetreten. Ich liebe es, Verantwortung zu übernehmen.»

Liliane Recher, KV Reisebüro, 1. Lehrjahr

« Letztes Jahr, als ich noch in der Schule sass, habe ich mich tagtäglich damit beschäftigt, wie meine Zukunft aussehen wird. Prinzessin, Bäckerin oder doch Kauffrau ?»

re der Leh «Jetzt in an zumuss m sein …» verlässig

jahr

, K Vö

ehr V, 1. L

j ahr

Nadja Frey, KVöV, 1. Lehrjahr

r l meh e i v e » ab «Ich h ortung … w t Veran

L irid

amadani o na R

«Im Moment kommt es mir vor, als hätte ich die Schule schon vor langer Zeit abgeschlossen … »

Haris Sadiki

Raphael Käppeli, Polymechaniker, 1. Lehrjahr

« Die Lehre macht viel mehr Spass, und ich habe viele neue Freunde gefunden …»

Lehr jahr

M ic hael

«Inzw ischen wird man a ls Erwa c hsene angese hen un d auch so beh andelt …»

Mélanie Pachoud, KV Reiseb üro, 1. Lehrjahr

,

jahr

s te damal «Ich hoff e s ich ein sehr, das ance zweite Ch » würde … erhalten

«Man muss neu mit dem Lohn umgehen, man hat das GA, und es ist viel einfacher als vorher. »

1. Lehr

« In der lo gin-Woche wa meine Äng ste und S ren orgen schnell ver gessen, den n es ging scheinbar v ielen ähnli ch ...»

«Ich wusste genau, was ich nicht machen wollte; eine Lehre ...?» Matthias

«In der Lehre beginne n Träume Form anzune hmen, indem ich meine Zukun ft eigenhändig planen kan n … »

Samuel Stadler, KVöV, 1. Lehrjahr

Del Do n, Natas cia 1. Lehr jahr

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Lehr jahr

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Lies weiter unter www.login.org/schule-lehre


4 Kleider machen Leute Mode – ein wichtiges Thema bei den Jugendlichen. Privates Styling und Berufskleider sind zwei verschiedene Paar Schuhe – wie stehen die Lernenden zu den Berufskleidern?

«Ich trage, was mir gefällt»

«Kleider machen Leute stimmt heute mehr denn je»

«Leider kann ich meine eigenen Kleider nicht mehr viel tragen»

Benjamin Hürlimann, Automatiker, 2. Lehrjahr

Jessica Tamò, KVöV, 2. Lehrjahr

Remo Thöny, KVöV, 2. Lehrjahr

An meiner Kleidung ist mir wichtig, dass sie angenehm zu tragen ist! Sie sollte nicht zu eng sein. Aber auch nicht zu weit!

Heutzutage spielt das Outfit eine sehr grosse Rolle. Man legt auf das Äussere fast mehr Wert als auf die inneren Werte. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Kleidung eines Menschen seine Persönlichkeit reflektiert, während die Berufskleidung die Bedeutung der Firma hervorhebt.

Kleider machen Leute! Das ist schon so. Kleider sagen viel über einen Menschen aus, ob schüchtern oder offen, Ausgänger oder Stubenhocker.

Im Alltag trage ich eine Mischung aus Skater- und Hip-Hop-Style. Was mir gefällt, trage ich! Es kann auch etwas Ausgefallenes sein. Hauptsache, ich fühle mich wohl. Man sieht einer Person am Kleiderstil an, welche Musik sie hört. Die Kleider sagen auch viel über den Charakter aus. Die Berufskleider sind halt Berufskleider (gute Erkenntnis). Sie dürfen schmutzig werden oder kaputtgehen. Sie nerven mich im Sommer, weil sie zu dick sind und es keine kurzen Hosen gibt!

Benjamin trägt in der Freizeit lieber den lockeren Style

Anfänglich empfand ich das Tragen der Berufskleidung echt unangenehm. Die Kleidungsstücke passten überhaupt nicht zu meinem Stil und zu meinem gewohnten Outfit, und es störte mich unheimlich, in dieser Aufmachung vor die Kunden treten zu müssen. Mit der Zeit merkte ich aber, dass die Leute mir anders begegnen, wenn ich die Berufskleidung trage, als wenn ich in meiner Normalkleidung erscheine. Mit den Arbeitskleidern betrachten sie mich als jemanden, der Respekt verdient, während ich in meiner Zivilkleidung einfach als irgendeine von vielen am Bahnhof wahrgenommen werde. Seit dieser Feststellung habe ich die Kleidung immer mit Stolz getragen. Ich bin der Meinung, dass alle, die ihren Arbeitgeber schätzen, zeigen dürfen, dass er oder sie selber auch ein Bestandteil davon ist!

Jessica ist der Meinung, dass sie mit der Berufskleidung mehr respektiert wird

Ich finde es schön, ein wenig gestylt rumzulaufen, da ja, wie man sagt, der «erste Eindruck» entscheidend ist. In der Freizeit trage ich normale Shirts und Hosen. Marken spielen für mich keine grosse Rolle. Hauptsache, der Look sieht gut aus. Die Berufskleider sind am Schalter wichtig. Wenn einige Leute mit gewöhnungsbedürftigem Style zur Arbeit kämen, würden einige Kund /innen vielleicht nicht an den Schalter kommen. Aber ich finde es schade, dass ich meine eigenen Kleider nicht mehr so oft tragen kann. Nur noch an Schultagen und am Wochenende.

Marken spielen für Remo keine Rolle


5 › Die Erfolgsstory

Vier Monate – vier Erfolge In einem viermonatigen Arbeitsaufenthalt in Zürich erzielte ich auf allen Fronten einen ausserordentlichen Erfolg. Sei es im Arbeitsbereich, in der Freizeit, bei meinen Sprachkenntnissen sowie auch auf der persönlichen Ebene.

› Kurzmeldungen Herzliche Gratulation! Der Informatik-Lehrabgänger Joel Studler hat seine Abschlussarbeit im Bereich Systemtechnik geschrieben und hat dafür eine Auszeichnung für die schweizweit beste individuelle praktische Arbeit (IPA) in seinem Berufsfeld erhalten. Wir gratulieren ganz herzlich zu diesem tollen Erfolg!

Integration Dank meinen guten Schweizerdeutsch-Kenntnissen konnte ich mich sehr rasch einleben. Um mich noch besser ins Team zu integrieren, habe ich in der Freizeit am Firmenlauf teilgenommen. Es handelt sich dabei um einen Wettlauf unter Schweizer Firmen, welcher alljährlich in der Deutschschweiz stattfindet. Dieses Erlebnis stellte für mich eine weitere persönliche Bereicherung dar.

Stolzer Sicherheitschef

Saverio Bariffi, Polymechaniker, 4. Lehrjahr

Am Arbeitsplatz lernte ich selbstständiger und schneller zu arbeiten und erreichte dabei auch eine Qualitätssteigerung meiner Tätigkeit. Ich habe zum Beispiel gelernt, nach einer neuen Methode zu arbeiten. Vollen Einsatz für die Sicherheit Ich hatte die Gelegenheit, Reisezugwagen zu revidieren und zu reparieren. Dadurch wurde mir immer mehr bewusst, wie wichtig diese Arbeiten sind. Der Gedanke allein, dass ich selbst mal in einem Wagen Platz nehmen könnte, der nicht ordentlich kontrolliert und repariert wurde, motivierte mich Tag für Tag, mit vollem Einsatz und mit Genauigkeit zu arbeiten.

Sicherheitschef Eine Woche lang hatte ich die Ehre, die Weste des Sicherheitschefs zu tragen. Dies war für mich das schönste Erlebnis während des gesamten Aufenthalts in Zürich. Ich hatte die Aufgabe, die bestmöglichen Sicherheitsbedingungen für die Arbeitenden zu gewährleisten und diese an die wesentlichen Sicherheitsmassnahmen zu erinnern. Essen und Sport In der Freizeit ging ich in ein Fitnesszentrum und sehr oft auswärts essen. Manchmal kochte ich mir aber auch etwas in meiner Unterkunft. Ich musste also einkaufen und mir genau überlegen, was ich kaufen sollte, um nicht unnötig Geld auszugeben.

Ich und der Wecker Im privaten Bereich war für mich zum Beispiel die Tatsache sehr lehrreich, dass ich mir am Morgen völlig selbst überlassen war. Ich musste selbst dafür sorgen, dass ich rechtzeitig aufstand und zum Bus ging, während mich zu Hause in Extremfällen meine Mutter und mein Vater aus dem Bett holten. Sprachgewandtheit Ich habe das Gefühl, dass ich meine Sprachkenntnisse wesentlich verbessern konnte. Auch das Team sowie meine Verwandten in der Deutschschweiz sind der Meinung, dass ich während diesem viermonatigen Arbeitsaufenthalt in meiner mündlichen Sprachgewandtheit merkliche Fortschritte erzielt habe. Auch im technischen Bereich konnte ich meinen Wortschatz um viele technische Begriffe erweitern. Im Schriftlichen habe ich noch etwas Mühe, mich korrekt auszudrücken und ganz fehlerfrei zu schreiben. Kleine Verbesserungen konnte ich jedoch auch hier erzielen. Mein Einsatz war ein echter Erfolg und hat mir sehr viel Spass gemacht.

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6 Vielfalt in der Welt des Verkehrs – die Bauwelt In dieser Ausgabe stellen wir drei Lehrplätze aus der Baubranche vor. Ein Metallbauer und ein Baumaschinenmechaniker bei der Sersa Group AG (Schweiz) sowie ein Gleisbauer bei der WALO Bertschinger AG erzählen uns von ihren Erfahrungen an ihren Ausbildungsplätzen.

David und Philipp gefällt es bei der Sersa …

Unser Lehrplatz bei der Sersa Group AG ( Schweiz ) Interviewt von Rodolfo Santos Gomes, Praktikant Philipp Ravicini, Baumaschinenmechaniker, 2. Lehrjahr, und David Gonzalez, Metallbauer, 3. Lehrjahr

Wie erlebt ihr die Baubranche? David: In der Baubranche muss man Einsatz zeigen. Neben konzentriertem Arbeiten darf man nicht «blöd» in der Gegend rumstehen. Anpacken muss man können. Philipp: In der Baubranche arbeitet man drinnen sowie draussen. Zudem ist man auch kreativ. Ich kann mir nicht vorstellen, einen Bürojob zu haben und tagtäglich in den gleichen vier Wänden arbeiten zu müssen. Was gefällt euch an euren Lehrberufen? David: Bei diesem Beruf sehe ich, was ich gemacht habe, und kann dies sofort beurteilen. Die Werkstattarbeit gefällt mir sehr. Auch bin ich ständig in Bewegung und arbeite teilweise auch ausserhalb der Werkstatt.

Philipp: Ich arbeite hauptsächlich in der Werkstatt und habe dort meine praktische Ausbildung. Den theoretischen Teil in der Schule finde ich nicht anstrengend, obwohl ich neben dem normalen Unterricht noch die Berufsmatura mache. Warum habt ihr euch für den jeweiligen Beruf entschieden? David: Ursprünglich bin ich durch meine Familie auf diesen Beruf aufmerksam geworden. Nach der Schnupperlehre war es für mich klar: Diesen Beruf möchte ich erlernen. Ich wollte schon immer Metallbauer werden. Philipp: An der Berufsmesse in Bern bin ich auf den Baumaschinenmechaniker-Beruf gestossen. Ich fand diesen Beruf sehr interessant, und das Berufsbild hat mit meinen Interessen zusammengepasst. Daher war für mich klar, was ich lernen wollte. Was gefällt euch an diesem Lehrplatz? David: Normalerweise arbeite ich in der Werkstatt. Doch manch-

mal gibt es auch Spezialeinsätze, bei denen ich mithelfen kann. Zum Beispiel habe ich unter anderem an Konstruktionen für den Bärenpark in Bern mitgearbeitet. Mein Lehreinsatz ist sehr abwechslungsreich. Mir gefällt auch das gute Klima hier bei der Sersa. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden und Lernenden ist sehr gut. Als ich meine Lehre hier anfing, musste ich mich zuerst an die Kleidervorschriften gewöhnen. Heute finde ich die Kleidervorschrift wichtig: Zum einen sind so alle einheitlich gekleidet, und zum anderen schützen sie uns vor Gefahren. Denn wir tragen Sicherheitsschuhe, die Sicherheitsbrille, und die Kleider haben Leuchtstreifen. Philipp: Der Umgang und die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitenden und Lernenden bei Sersa finde ich sehr angenehm. Neben den fixen Arbeitszeiten finde ich es gut, dass Sersa meinen langen Arbeitsweg berücksichtigt. Speziell sind die Kleidervorschriften, die uns vor Gefahren schützen. Neben Stahlkappenschuhen haben hier in der Werkstatt alle einen Overall.

Man wird bei dieser Arbeit schmutzig. Dies gehört halt zu diesem Beruf. Zudem kann ich bei Sersa viel Eigeninitiative zeigen. Da die Aufträge von den zu reparierenden Werkzeugen immer unterschiedlich sind, kann ich mich, wenn weniger Arbeit anfällt, auf meine praktische Prüfung vorbereiten. Wie nehmt ihr diese Mitgliedsfirma wahr? David: Wir haben eine intensive Beziehung zu unserem Lehrbetrieb, da wir unsere gesamte Lehrzeit im gleichen Betrieb verbringen und den Standort nie wechseln. Philipp: Ich arbeite eng mit David zusammen. Bei einer solchen Zusammenarbeit lernt man auch die anderen Lernenden besser kennen. Wir haben monatlich eine Lernendensitzung. Dort tauschen wir gegenseitig unsere Erfahrungen aus. Diese Sitzung ist zudem eine Plattform, bei welcher wir auch unsere Probleme oder Fragen bringen und mit anderen Lernenden über diese sprechen können. Ich erlebe den Einsatz bei der Sersa sehr positiv.

… und sie arbeiten gerne zusammen


7 Mein Lehrplatz bei der Walo Bertschinger AG Interviewt von Karin della Torre, Kommunikationsassistentin Yunus Aytar, Gleisbauer, 2. Lehrjahr

Wie erlebst du die Baubranche? Mir gefällt der Gleisbauer-Beruf. Man muss körperlich fit sein und robust, um draussen zu arbeiten. Wenn ich mit der Arbeit fertig bin, sehe ich auch gleich das Resultat. Das ist toll. Ich lerne auch täglich Neues. Was gefällt dir an diesem Lehrplatz? Ich habe immer unterschiedliche Aufgaben und bin immer wieder an einem anderen Ort am Arbeiten. Zurzeit arbeite ich auf einer Baustelle in der Stadt Zürich. Ich baue nicht an Bahngleisen, sondern an Tramgleisen. Mir gefällt

die Arbeit, und die Arbeitskollegen sind supernett. Sie nehmen sich auch Zeit, mir etwas zu erklären. Toll finde ich auch, dass ich mit meinem Oberstift Adrian Stanic arbeiten kann. Durch ihn bin ich auf diesen Beruf gekommen. Wie erlebst du diesen Einsatz? Seit Februar 2010 arbeite ich bei Walo Bertschinger AG. Ich werde bis zu meinem Lehrende hier bleiben. In der Basisausbildung, die ich im ersten halben Jahr meiner Lehre hatte, war das Arbeiten noch locker. Jetzt muss ich ran und muss zeigen, was ich kann. Wie nimmst du diese Mitgliedsfirma wahr? Vor allem durch meine Arbeitskollegen und meinen Praxisausbildner, der mich sehr gut betreut. Ich

habe auch alle zwei Monate mit ihm ein Gespräch, wo wir allerlei besprechen und er ein offenes Ohr für mich hat.

Yunus mit seinem Kumpel Adrian

Hast du viele Wünsche, aber kein Geld?

Bei uns kannst du zusätzlich zu deinem Lohn Geld verdienen, ohne viel Arbeit . . . Kennst du jemanden, der eine Lehrstelle für Sommer 2011 sucht, bei der handwerkliches Geschick, Genauigkeit und Teamarbeit wichtig sind? Dann ist eine Lehre als Gleisbauer/ in genau das Richtige für deine /n Bekannte /n ! Empfehle sie jetzt! Weitere Informationen zu dieser Lehre findest du unter www.login.org.

Und so geht’s : Dein /e Bekannte /r bewirbt sich als zukünftige /r Gleisbauer/ in. Du meldest die Vermittlung mit dem unten stehendem Talon an. Die Bewerbung und der Talon müssen bis spätestens 30. April 2011 bei login eintreffen. Nach der bestandenen Probezeit des /r Bewerbers/ in werden dir mit dem nächsten Lohn CHF 400.– überwiesen.

Und jetzt nichts wie los mit der Werbung in deinem Freundeskreis!

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Vermittlungs-Talon (gültig bis 30.04. 2011)

Nachfolgende Person hat sich aufgrund meiner Empfehlung bei login als Gleisbauer/ in beworben :

Angaben zu meiner Person :

Vorname / Name

Vorname / Name

Adresse

Adresse

PLZ / Ort

PLZ / Ort

Geburtsdatum

UE-Nr.

Talon einsenden an : login Berufsbildung, Bewerbungszentrum, Riggenbachstrasse 8, 4601 Olten


8 › Die Exoten

Schreinerin Rahel startete diesen Sommer mit ihrer Lehre als Schreinerin. Sie ist loginweit die Einzige, die diesen Beruf lernt. Seit Kindertagen ist sie begeistert und fasziniert von der Materie Holz.

Faszination Holz – Rahel, die zukünftige Schreinerin

Rahel Küffer, Schreinerin, 1. Lehrjahr

Schon als Kind arbeitete ich gerne mit meinen Händen. In der Oberstufe belegte ich das Fach «Werken» und war davon begeistert. Holz hat mich schon immer interessiert und fasziniert. Holz stellt einen sehr wichtigen Bestandteil bei meiner Arbeit dar. Das reizt mich ganz besonders an meinem Beruf. Mein Beruf Eine Schreinerin verarbeitet vor allem Holz. Es können die unterschiedlichsten Dinge entstehen. Beispielsweise ein Bett oder ein Pult. Unser Esstisch aus Nussholz, der zu Hause steht, kommt auch aus der Hand eines Schreiners. In diesem Beruf braucht man handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Fähigkeiten zum Zeichnen. Mein Lehrstart Ich bin sehr gut in meine Lehre gestartet. Mein Team hat mich herz-

lich willkommen geheissen. Da ich in einem offenen und aufgestellten Team arbeite, freue ich mich auf die tägliche Arbeit. Der Beruf ist so, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Der erste Eindruck ist gut. Meine Arbeitskollegen sind so begeistert von der Materie Holz, dass ich davon noch mehr angesteckt werde. Meine Werkzeuge Im Moment lerne ich viele grundsätzliche Dinge, auf die ich später aufbauen kann. Ich brauche verschiedenste Werkzeuge, um das Holz zu verarbeiten. Um nur einige zu nennen: Hobel, Streichmass, Bohrer, Absetzsäge, Kombizange, Schreinerhammer, Stechbeitel sowie elektrisch angetriebene Maschinen wie Bandsäge und Tischkreissäge, Abricht- und Dickhobelmaschine. Meine Kreativität Zurzeit ist meine eigene Kreativität noch nicht so gross, da ich am Anfang meiner Lehre stehe und noch sehr viel lernen muss. Aber

Ordnung muss sein – Rahel‘s Werkzeugkasten

später werde ich selber entscheiden können, wie beispielsweise ein Möbelstück aussehen soll. Mein Arbeitstag In meinem Team ist es üblich, früh mit der Arbeit zu beginnen. Ich stehe in der Regel um 05.00 Uhr auf. Um 06.10 Uhr komme ich in der Firma an und beginne zehn Minuten später mit der Arbeit. Ich arbeite selbstständig und stelle zum Beispiel Fragmente her. Dann helfe ich einem Mitarbeiter, verschiedene Arbeiten zu erledigen. Gegen 16.00 Uhr mache ich Feierabend. Meine eigene Sicherheit Ich trage den ganzen Tag eine Schutzbrille. Daran musste ich mich zuerst gewöhnen. Aus Sicherheitsgründen finde ich diese Massnahme aber sinnvoll. Dazu trage ich Arbeitskleider (mit Leuchtstreifen) und bei Bedarf einen Gehörschutz. Anspruchsvoll ist das Arbeiten mit den grösseren Maschinen.

Bankknecht, den Rahel selbst hergestellt hat

Mein Verhältnis zu der Natur Ich denke, dass ich ein anderes Verhältnis zur Natur und zu den Bäumen habe als andere. Ich bin gerne in der Natur unterwegs, um zu fotografieren. Die verschiedenen und auch seltenen Baumarten, die ich hierbei beobachte, lerne ich alle noch kennen.


9 Die grosse weite Welt im Internet – Social Networks Facebook, Youtube und Twitter boomen. Sogenannte Social Networks im Web 2.0, die die Möglichkeit bieten, sich darzustellen und virtuelle Kontakte zu knüpfen, sind hoch im Kurs. Eigene Inhalte, ob Text, Bilder oder Filme, können einfach veröffentlicht werden. Doch es gilt einige Vorsichtsmassnahmen zu treffen. Richard Bachmann, Web Community Manager login

Viele login-Lernende pflegen ihre Profile in Netzwerken wie Facebook, Xing oder StudiVZ. Diese grossen Social Networks werden ausschliesslich von professionellen Firmen betrieben. Auf der einen Seite befinden sich die Benutzer/innen, die gegenseitig Informationen austauschen. Auf der anderen Seite sind sie aber auch eine Plattform für Firmen, die Informa-

tionen suchen oder Produkte verkaufen wollen. Darum … Informiere dich über die Nutzen/Gefahren von Online-Netzwerken, in denen du dich anmeldest. Veröffentliche nur so viel im Internet, wie du einem beliebigen Menschen auf der Strasse von dir erzählen würdest. Denk dran, bei zukünftigen Arbeitgebern ist es

Rätselspass 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

schon fast normal, dass sie ihre neuen Arbeitnehmer/innen zuerst googeln. Das Internet vergisst nichts. Sei kritisch und vorsichtig gegenüber Angeboten, Anwendungen und Informationen im Netz. Gib Informationen über dich nur auf geschützten Websites ein, denen du vollständig vertraust. login möchte die Social Networks nicht verrufen, denn auch der Aus-

bildungsverbund ist auf Facebook vertreten. Doch mit einer Serie zum Thema Internet möchte login seine Lernenden zum überlegten Handeln im Internet aufrufen. In der nächsten loginfo erfährst du mehr über das Thema «Deine Identität im Netz». Weitere Informationen findest du unter www.login.org / internet

1. In welchem Bereich bietet login Ausbildungen an? 2. Wie viele verschiedene Lehrberufe bietet login an? ( Zahl in Buchstaben) 3. Nenne ein Arbeitsinstrument eines /r Gebäudereiniger/ in. 4. Welches ist der grösste Bahnhof der Schweiz? 5. Welches Training ist für angehende Lokführer wichtig? 6. Nach der Lehre kannst du bei login auch eine … machen. 7. Wo beginnt am Flughafen die Reise? 8. Welche ist die Farbe von login? 9. Wo befindet sich das Verkehrshaus der Schweiz? 10. Wie lautet die Ausbildungsphilosophie von login?

Löse das Rätsel und gewinne mit etwas Glück einen Gutschein nach Wahl im Wert von CHF 50.–. Und so gehts : Trage die Antworten in die entsprechenden Felder ein. Wenn du alle Antworten herausgefunden hast, ergibt es in den gelben Feldern das Lösungswort. Gehe auf www.login.org /raetsel und trage das Lösungswort und deine Personalien ein. So nimmst du an der Verlosung teil !

Von der Teilnahme sind login-Mitarbeitende ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist der 31. Januar 2011. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Lösungswort der September-Ausgabe war: Lokführer. Einen Christ Schmuck-Gutschein im Wert von CHF 50.– hat Rebecca Huber, KV Reisebüro, gewonnen. Herzliche Gratulation !


10 Hoher Besuch bei login Am 100-Jahr-Jubiläum der Bernina-Bahn in Pontresina war auch login mit einem Stand vertreten. Dabei wurden die Lernenden von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf besucht. Natürlich durfte das Erinnerungsfoto nicht fehlen.

Auf dem Foto zu sehen ( v.l.n.r.) : Ramon Ineichen, Gaudenz Clà-Fadri, Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, Michael Halter und Gian Wetten, Automatik-Lernende im 2. Lehrjahr.

Mein spannendster Einsatz Viel Verantwortung tragen, Ideen einbringen und umsetzen, für die Sicherheit und Pünktlichkeit der Züge sorgen, unregelmässig arbeiten, in einem neunköpfigen Team tätig sein. All das sind Punkte, die das ZugverkehrsleiterNachwuchsteam ausmachen. Davis Kwakye, KVöV, 2. Lehrjahr

Das Zugverkehrsleiter-Nachwuchsteam (ZVL-NT) bietet eine abwechslungsreiche Gestaltung des Arbeitstages an. Ich erhalte viele administrative Aufträge, wie beispielsweise einen Schnupperlehrtag oder eine Führung im Stellwerk zu organisieren. Auch Korrespondenz gehört dazu. Teamfähigkeit Im ZVL-NT kann ich meine Teamfähigkeit zeigen. Ich muss auf die Meinungen der Mitarbeitenden eingehen und diese auch akzeptieren. Hier kann ich aktiv mitgestalten und meine Ideen einbringen. Themen, die alle betreffen, besprechen wir jeden Monat in der Lernendensitzung.

Fernsteuerzentrum Nebst unseren administrativen Aufgaben sind wir auch im Fernsteuerzentrum Bern tätig. Zusammen mit einem Zugverkehrsleiter sind wir für den reibungslosen Ablauf des Zugverkehrs zuständig. Am Anfang hatte ich Mühe, mich auf den acht Bildschirmen zu orientieren, aber mit der Zeit hatte ich den Überblick. Arbeitszeiten Die Arbeitszeiten während den Stellwerk-Touren sind unregelmässig, d. h. ich habe Früh- oder Spätdienst, soweit dies gemäss Berufsbildungs-ABC zulässig ist. Diese Arbeitszeiten entsprechen mir sehr, denn so habe ich schon am Nachmittag frei oder kann den Morgen für mich geniessen.

Davis im ZVL-Feeling


11 Was wurde aus . . . Jonas Hostettler schloss seine Ausbildung als Logistiker Verkehr bei login im Sommer 2010 ab. Direkt nach der Lehre erhielt er eine Anstellung bei SBB Cargo. Auch in seiner Freizeit ist Jonas begeisterter Eisenbahner.

Jonas ist begeisterter Eisenbahnfan

Rang zwei bei 5gegen5

len. Danach formiere ich die Wagen zu einem Zug und mache die Bremsprobe und Bremsrechnung. Damit ich überhaupt eine Bremsrechnung machen darf, musste ich nochmals eine 14-tägige Ausbildung absolvieren. Leider ist das Cargo-Team Frauenfeld kein Ausbildungsstandort für Logistiklernende. Ich würde sehr gerne mit Lernenden zusammenarbeiten und mein Wissen weitergeben. Einsatz als Dampflokheizer

jonas hostettler, logistiker , 2007 – 2010

Ich war schon immer von der Eisenbahn fasziniert, darum wollte ich zu login gehen. Wenn ich auf die drei Ausbildungsjahre zurückblicke, habe ich nur gute Erinnerungen. Der Umgang unter den Arbeitern und den Lernenden war immer gut, und ich hatte nie Probleme. Es war schon fast familiär.

Jonas und sein Hobby

Nach meiner Ausbildung musste ich mich neu bewerben Dies tat ich dann auch und bekam eine Anstellung bei SBB Cargo in Frauenfeld. Meine Aufgabe ist es, Güterwagen den Kunden zuzustellen und diese auch wieder abzuho-

In meiner Freizeit arbeite ich ehrenamtlich beim DampfbahnVerein Zürich Oberland ( DVZO) Ich rangiere, arbeite in der Werkstatt und kümmere mich um den Unterhalt der Dampfloks, Rangiertraktoren und Waggons. Mich faszinierten Dampfloks schon immer. Die Technik ganz besonders. In diesem Herbst begann ich die Dampflokheizer-Ausbildung Zu den Aufgaben des Heizers gehören, dass man immer genug Feuer hat und dass der Wasserstand im Dampfkessel immer genug hoch ist. Dazu beobachte ich die Strecke und melde die Signale an den Lokführer. Als Heizer ist man also nicht nur mit dem Kohlenschaufeln beschäftigt, sondern man hat auch eine fahrdienstliche

Aufgabe. Ich muss wie der Lokführer auch die Signale und Vorschriften kennen. Die Ausbildung werde ich in etwa zwei Jahren abschliessen. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu lernen. Ich musste mich als Rangierer also in Orange verkleiden Letzten Sommer führte die Fernsehsendung «5gegen5» ein Bahnspezial durch, und der DVZO wurde angefragt, ob wir mitmachen würden. Natürlich stimmten wir sofort zu. Jeder musste seine Uniform anziehen. Es war sehr spannend, eine Aufzeichnung im Fernsehstudio zu machen und sich danach selbst im Fernsehen zu sehen. Schlussendlich schieden wir im Final aus und belegten «nur» Rang 2. Meinen Traumberuf habe ich noch nicht Mein Traum ist es, im Führerstand einer Lokomotive zu sitzen und Züge für SBB Cargo durch die Schweiz zu führen. In meiner Lehre hatte ich die Möglichkeit, die Lokführervorschulung zu absolvieren. Damit man diese Vorschulung absolvieren durfte, musste man all die Fähigkeitstests bestehen. Diese bestand ich schon mal. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen.


12 Der öV als Familienbetrieb Sie sind Vater und Tochter. Sie schätzen sich sehr, und sie teilen beide die Leidenschaft zum Luftverkehr. Er hat schon eine langjährige Karriere in der Flugbranche. Sie hat gerade erst mit ihrer Laufbahn in dieser Welt begonnen und führt die Familientradition weiter. ger Arbeitsort ist, weil es so viele verschiedene Berufe benötigt, Ich habe am 1. August 2010 mei- um den Flughafen zum Laufen zu ne login-Lehre als KVöV ange- bringen. Ich finde den Flughafen fangen. Meine ersten Monate bei einen Superarbeitsplatz. Ich freue Swiss, in der Abteilung «Human mich und hoffe, auch in Zukunft Resources», weiter am erlebte ich Flughafen «Mittlerweilen hat also die arbeiten als lehrreich, ganze Familie Matthey am zu dürfen, interessant, abwechsauch wenn EuroAirport gearbeitet. Es ist lungsreich, ich weiss, zu einer Tradition geworden.» lustig, aber dass ich manchmal in meiner auch anstrengend. Ich finde, dass Lehre noch weitere Stages mader Flughafen ein sehr vielfälti- chen werde. Debora Matthey, KVöV, 1. Lehrjahr

Unterstützung Mein Vater arbeitet ebenfalls direkt am Flughafen Basel. Ich bin jedoch im Swiss-Gebäude, das etwas weiter entfernt ist. Unsere Arbeitszeiten und unser Arbeitsplatz sind verschieden. Aber ich besuche ihn öfter nach der Arbeit, um kurz «Hallo» zu sagen. Ich finde es toll, in seiner Nähe arbeiten zu dürfen, denn ich sehe ihn öfter und lerne die Hintergründe von seinem Geschäftsleben kennen. Er hat mich von Anfang an unterstützt, die Lehre bei login zu machen. Für mich kam auch keine andere Lehre infrage.

Familientradition Mein Vater hat die Lehre bei der Swissair gemacht. Meine Schwester jobbt in den Semesterferien und an Wochenenden bei Swissport, um sich das Studium in Genf zu finanzieren, und meine Mutter arbeitete ebenfalls als Freelancerin hier. Mittlerweile hat also die ganze Familie Matthey am EuroAirport gearbeitet. Es ist fast wie zu einer Tradition geworden. Denn bereits mein Grossvater arbeitete bei der schweizerischen Flugsicherung, wie es auch mein Onkel jahrelang als Informatikverantwortlicher bei der Flugsicherung tat.

Zwei, die sich verstehen


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Zwei, die in die gleiche Zukunft blicken

Der perfekte Papi Olivier Matthey, Vater von Debora und Geschäftsführer der Zweigniederlassung Was ich an meinem Vater schät- Basel, Flughafen von Swissport ze? Dass er mich in allem unterstützt, aber auch Kritik an mir übt. Ich bin verheiratet und habe zwei Das liegt mir sehr am Herzen, denn wundervolle Töchter; Debora, die Unterstützung braucht man und ist nun Lernende bei login ist, und wichtig. Die Kritik finde ich genau- Tanya, die Studentin ist. In meiner Funkso wichtig, tion bei denn so Swissport kann man «Das Wichigste für mich ist, im Leben bin ich seit dass meine Tochter das macht, vorankomAugust 2007 tätig. men und was ihr Freude bereitet.» Ich bin für daraus leralle Tätignen. Ausserdem weiss ich, dass ich ihn je- keiten unserer Firma am EuroAirderzeit erreichen kann und dass port Basel-Mulhouse-Freiburg verer immer für mich da sein wird – antwortlich. egal was passiert. Ich bin nicht immer sehr einfach und manchmal Umzug auch sehr stur. Darum bewundere Meine Funktion hier in Basel ist ich seine Geduld. Er ist einfach der die letzte einer Reihe von Verperfekte Papi und ein wunderbarer setzungen, welche ich in meiner Mensch, und ich bin glücklich, ei- Laufbahn durchlaufen konnte. nen so liebevollen Vater zu haben. Debora wurde bereits als sechs-

Zwei, die aufeinander stolz sind

monatiges Kind mit ihrem ersten Umzug «beglückt». Es ging von Genf nach Rom. Sechs Jahre später, kurz vor der Primarschule, zog es uns nach Brüssel und nach dem «Grounding» der Swissair weiter nach Liestal, wo wir noch heute wohnhaft sind. Ich glaube, für eine junge Person ist dieses ständige Umziehen eine echte Herausforderung, so wurde sie doch bei jedem Umzug aus ihrer sozialen Umgebung herausgerissen. Dies betrifft nicht nur den Freundeskreis, sondern auch die Sprache und die Kultur. Debora hat diese Herausforderung hervorragend gemeistert und immer wieder einen Halt gefunden – wie ein Steh-aufMännchen. Diese Umstände haben sicher dazu beigetragen, dass meine Tochter einen weltoffenen, aber auch positiv-kritischen Charakter entwickelt hat, der sie einzigartig macht.

Beruflicher Weg Dass meine Tochter den gleichen beruflichen Weg eingeschlagen hat, war für mich kein Kriterium. Das Wichtigste für mich ist, dass meine Tochter das macht, was ihr Freude bereitet! Ich finde es toll, dass sie die Lehre mit der Berufsmatur abschliessen will. Denn damit lässt sie sich die Türen offen, später trotzdem noch ein Studium zu beginnen. Flexibilität und Offenheit gegenüber Neuem ist im heutigen Leben gefragt. Arbeitsweg Unsere Beziehung hat sich, seitdem Debora in derselben Branche arbeitet, nicht gross verändert. Warum auch? Ich kann nun mit meiner Tochter zusammen zur Arbeit fahren und geniesse diese Momente. Leider klappt es nicht mit der Rückfahrt. Als Lernende hat sie immer früher Feierabend als ich.


14 Die Stärken der Teamarbeit Die Hauptaufgabe des Junior Business Team (JBT) Technik in Yverdon ist die Ausbildung der Lernenden. Zurzeit arbeiten dort 32 Lernende in den Berufen Automatiker/in, Polymechaniker/in, Produktionsmechaniker/in und KVöV. Vier Berufe und 32 junge Menschen, die zusammenhalten. David Haenggeli, Automatiker, 2. Lehrjahr Gaël Dupuis, Polymechaniker, 2. Lehrjahr Marine Bréhonnet, KVöV, 2. Lehrjahr

Welche Arbeiten führt ihr aus? Wir fertigen mechanische Teile an und entwickeln Werkzeuge, führen aber auch elektrische und pneumatische Arbeiten aus. In erster Linie arbeiten wir für den öV. Wir führen ein Lernjournal, in das wir jede Woche die ausgeführten Arbeiten und Erfahrungen eintragen. Was gefällt euch am Konzept des JBT? Hier arbeiten junge Menschen, die dazu beitragen, dass das Unternehmen läuft. Natürlich werden wir von unseren Berufsbildnern begleitet. Im Team verstehen wir uns gut. Es ist immer schön, in einem Team zu arbeiten, in dem das Arbeitsklima stimmt. Wir können in

Einblicke in den Alltag des JBT Yverdon

aller Ruhe arbeiten, denn die Ausbildungsqualität ist dank unseren Berufsbildnern und dank der guten Infrastruktur, die uns zur Verfügung steht, sehr hoch. Ein Lehrmittel von Swissmem unterstützt uns bei den praktischen Arbeiten. Es ist sehr nützlich und hilft uns, das theoretische Wissen in der Praxis zu üben. Bei welchen Arbeiten ist der Einsatz des ganzen Teams gefragt? Da gibt es viele Arbeiten. Beispielsweise, wenn wir einen Grossauftrag erhalten und ein Lernender die Arbeit nicht alleine ausführen kann. Gewisse Arbeiten müssen also aufgeteilt werden, damit die Termine eingehalten werden können und der Auftrag zur Zufriedenheit des Kunden ausgeführt werden kann.

Letztes Jahr wurden wir von der SBB beauftragt, 180 Stufenschalter für die neuen Domino-Züge zu fertigen. Da die Lieferung über drei Jahre hinweg erfolgt, hat das JBT diese Gelegenheit genutzt und alle Automatiker für einen Teil der Arbeiten eingespannt, da dies eine sehr lehrreiche Erfahrung ist. Wie coachen euch eure Berufsbildner? Unsere Berufsbildner bilden uns aus, begleiten, beraten und helfen uns bei Problemen. Sie geben uns auch Arbeit und sorgen dafür, dass wir die Sicherheitsvorschriften und Verhaltensregeln einhalten. Welches sind die Stärken des Teams? Unsere Stärken sind die Teamarbeit und der Zusammenhalt zwi-

schen den Lernenden in den verschiedenen Lehrjahren und den Berufsbildnern. Habt ihr eine gemeinsame Erfolgsstory? Anlässlich des Tags der offenen Tür der Werkstätte von SBB Personenverkehr haben wir über 2’500 Besucher empfangen. Alle Lernenden im JBT gaben für diesen Tag vollen Einsatz. Darauf sind wir stolz, denn wir konnten dem Publikum zeigen, was wir lernen und welche Arbeiten wir täglich ausführen.


15 Sicherheit in meinem Beruf Seit diesem Jahr hat login sein eigenes Sicherheitskonzept. Zwei Sicherheitsbeauftragte sind verantwortlich, dass die Sicherheit für alle Arbeitsplätze und Tätigkeiten, die unter der Verantwortung von login sind, gewährleistet wird. Dazu zählen die Junior Business Teams Technik, die Gleisbauteams und weitere Lehrplätze, die direkt bei login sind. Die Lernenden selber erzählen uns, was für sie Sicherheit in ihrem Beruf heisst.

Interviewt von Karin della Torre, Kommunikationsassistentin Sabrin Hammad, Gebäudereinigerin, 1. Lehrjahr

Was heisst für dich Sicherheit in deinem Beruf? Sicherheit in meinem Beruf bedeutet für mich, dass mir die nötige Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt wird und ich gut instruiert werde im Umgang mit den Maschinen, dem Rollgerüst, der Leiter und weiteren Sachen.

Welche Gefahren hast du in deinem Beruf? Da kann viel passieren. Wenn man jedoch die persönliche Schutzausrüstung immer dabei hat und die Arbeit gut organisiert und plant, können weniger Unfälle passieren. Man muss aber auch achtsam sein mit dem Umgang mit dem Rollgerüst, der Leiter, mit der Chemie und den Arbeitsgeräten. In hektischen Situationen sollte man einen kühlen Kopf bewahren.

Engin Altin, Gleisbauer, 1. Lehrjahr

Was heisst für dich Sicherheit in deinem Beruf? In meinem Beruf hat die Sicherheit erste Priorität. Wenn ich meine Arbeit sorgfältig erledigen will, muss ich verschiedene Sicherheitsnormen und -vorschriften einhalten.

Stefan Lazic, Automatiker, 2. Lehrjahr

Was heisst für dich Sicherheit in deinem Beruf? Sicherheit heisst für mich, dass ich mir immer der Gefahren bewusst bin und mit diesen richtig umgehe, damit meine Kollegen und ich sicher arbeiten können. Welche Gefahren hast du in deinem Beruf? Innere und äussere Verbrennungen sowie Tod durch Berührung einer Elektroleitung. Eine Gefahr be-

steht auch darin, von einer Leiter herunterzufallen oder sich beim Reinigen einer Schreddermaschine zu verletzen. Wie schaust du selber, dass du dich nicht in Gefahr begibst? Ich halte mich strikt an die Sicherheitsvorschriften und pflege eine genaue Arbeitsplanung.

Welche Gefahren hast du in deinem Beruf? Ich arbeite mit schweren und lärmigen Maschinen. Weitere Gefahren sind durch die Hochspannung in den Fahrleitungen und die vorbeifahrenden Züge gegeben. Wie schaust du selber, dass du dich nicht in Gefahr begibst? Ich trage die obligatorische Sicherheitsausrüstung: Sicherheitsschuhe mit Metallspitze, orangefarbene Hosen, T-Shirts und Jacken mit reflektierenden Streifen, Handschuhe, Sicherheitsbrille, Gehörschutz und Helm.

Wie schaust du selber, dass du dich nicht in Gefahr begibst? Wenn ich mir bei meiner Arbeit nicht 100% sicher bin, frage ich lieber nach. Ich bin wachsam und lasse mich nicht durch laute Nebengeräusche der Passanten ablenken. Beim Arbeiten mit dem Rollgerüst oder der Leiter sind wir immer zu zweit. Ich achte auf die richtige Menge der chemiekalischen Mittel, und ich trage dabei meine Schutzausrüstung. Zur Sicherheit habe ich immer Handschuhe dabei.


16 10 Fragen an . . . Name:

Lisa Eggler

Beruf:

KVöV

Aktueller Einsatzort:

login Olten

1. Ich bin bei login, weil … … nicht nur das login-Gelb einzigartig ist. 2. An meinem Beruf gefällt mir vor allem, … … dass ich am Morgen gerne aufstehe, um zu arbeiten. 3. Mit 30 werde ich … … um die Erfahrungen, die ich bei login gemacht habe, froh sein. 4. Ich kann nicht leben ohne … … Sauerstoff?! Aber ohne Schnee würde es auch nicht gehen.

7. Am öffentlichen Verkehr finde ich toll, … … dass er nicht auf dich wartet, aber du trotzdem auf ihn angewiesen bist. 8. Mein letzter Kinofilm war … … The Social Network. Interessant! 9. Als Kind wollte ich sein wie … … die Sekretärinnen in New York. 10. Mein grösster Traum ist, … … den Menschen die Augen für das Unermessliche zu öffnen.

5. Am Wochenende mache ich … … gerne sportliche Aktivitäten, und ich mag Abwechslung! › Nominiert fürs nächste Mal ist … Stefan Wenger, Automatiker, Aktueller Einsatzort: Zentralbahn Stansstad

Wir freuen uns auch im neuen Jahr auf zahlreiche spannende Beiträge von login-Lernenden in der Welt des Verkehrs!

4601 Olten

P.P.

6. Mein letztes Erfolgserlebnis in meiner Ausbildung war, … … dass ich beim Geschäftssitz von login den Umzug vom Tannwaldgebäude in den Sälihof erleben durfte.

Das loginfo -Redaktionsteam wünscht allen Leser/innen eine besinnliche Adventszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2011.

› Impressum loginfo – die Zeitung von Lernenden für Lernende Herausgeber : login Berufsbildung, Olten Erscheinungsweise : dreisprachig in einer Gesamtauflage von 4’630 Exemplaren Redaktion : Stephanie Kriesel ( Leitung ), Karin della Torre Realisation : Hofer AG Kommunikation BSW, Bern Feedback und Adressänderungen : loginfo@login.org

loginfo 4/2010 deutsch  

Lernende, Zeitung, Dezember

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