CURT YOUR LOCALS #253 Februar/März 2022

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MESSE NÜRNBERG 2.+3. APRIL 2022 • Rund 90 Importeure und Destillerien • Über 2500 verschiedene Whiskies aus 18 Ländern • Basic Seminare und Master Classes • R(h)um-Messe „PUEBLO DEL RON“ • Live-Musik und Kulinarisches von den Inseln

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Willkommen in unserem e-book zur supporterausgabe

CURT YOUR LOCALS

februar / märz 2022 Viel Spaß beim Durchflippen und Lesen!

Natürlich ist das gedruckte Magazin ein ganz anderes Erlebnis. Solltet Ihr also eine Printausgabe wünschen, dann sendet einfach eine Mail an info@curt.de mit dem Betreff „Print ist hübscher als Online“, dazu die Nummer der Ausgabe und dann kümmern wir uns darum, wenn es passt ;) Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr dieses E-Book liked oder teilt, hier bei Issuu geht das ja sehr einfach: auf SHARE klicken, Facebook auswählen - los geht‘s. Danke! Habt Spaß - wir haben das auch! Euer curt-Team PS: Für weitere Infos und Storys empfehlen wir www.curt.de/nbg


danke euch allen für alles! danke für den support, den einsatz, das vertrauen, und die richtige wahl. nur vom feinsten, für die feinsten! Alles andere: Makulatur.

Vorschau curt your locals feat. kurti

04/05-2022 #254 FAHRRAD-SPECIAL mit pfiffigen, freshen, steilen Interviews mit Expert*innen und so! GASTRO- & BIER-SPECIAL mit süffigen, frischen Bierideen und neuen Koops! NEW WORK mit vollfrischen Interviews mit Expert*innen und Freund*innen und ganz viel fancy Visionen! Koops? Anfragen dazu bitte per Mail an anzeigen@curt.de!


curt your locals / Vorwort Es ist schon spät, schon nach Feierabend, mindestens, und wir befinden uns an einem geheimen Ort, also in dem neuen Büro, das mittlerweile zwar schon bewohnt und belebt ausschaut, aber noch immer nicht wirklich wie ein slicker Workspace. Na ja! Keine Zeit, hier irgendwelche Küchensachenkisten auszupacken – wir müssen schon wieder die Welt retten. Beziehungsweise eben dieses Heft fertig machen, der Redaktionsschluss rückt uns unangenehm auf die Pelle wie ein ungebetener Antänzer, die eifrigen Wichtelchen hacken letzte Artikel in die Tasten, faken mit rechts noch im Relotius-Style ein paar Interviews und schießen mit links das neue fantastische Cover mit krassem Bezug zur neuesten Koop. Es geht um regionalen Band-Merchandise, kann man lesen auf Seite 72. Ihr wisst ja, wir würden es nicht sagen, wenn es nicht stimmen würde: Wir haben da wieder ein Heft zusammengeklopft, aber holla die Waldfee, da brat mit einer einen Storch, da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Hast du nicht gesehen! Wir waren selber ganz überrascht, als wir uns nach dem Jahreswechsel aus der Quarantäne geschält haben. Die anhaltende Pandemie schlägt den Kulturschaffenden, den Gastronom*innen, den Kreativen, den ganzen guten Leuten der Region nicht auf die Geschäftigkeit. Fast überall brummt und summt es, überall gibt es was zu berichten von anstehenden Konzerten, von coolen Museen, neuen Filmen und neuen Büchern. Zumindest ab März. Das Fürther Klezmerfestival geht wieder an den Start und die Nürnberger Wochen gegen Rassismus zeigen Haltung, die KommVorZone bereitet sich auf einen phänomenalen Sommer im Annapark vor, die lokalen Mucker sind ganz beflügelt von dem ganzen Bier, das wir ihnen zukommen lassen ... und der Kunstkalender ist voll bis oben hin. Rülps. curt, das kulturgeile Monstrum, saugt das alles auf. Ausreichend gestählt gehen wir aus den hard times hervor, frisch geboostert bis an die buschigen Augenbrauen und top motiviert, all das exzellent zu verarbeiten. Zu Dutzenden beackern wir die einzelnen Beiträge, zu Hunderten lesen wir Korrektur und prüfen jede 1 und 0 der Metropolregion. Nix Kurzarbeit, 25/8! curt verteilt weiter Bier an durstige Bands, schickt seinen hauseigenen Baum auf Reisen (NEU!), macht bald TV (NEU!), macht bald eigene Veranstaltungen, lädt die ganze Stadt auf die Dachterasse ein (NEU!), von wo aus wir die o.g. hard times bierseelig verabschieden werden. (Neu!) im Team ist Michael Jordan, Künstler, Illustrator, Kolumnenkompagnon vom Egi Egersdörfer. Die beiden machen gemeinsam Ausflüge in die Region, Egi schreibt drüber, Michael zeichnet das Gesehene. Das haben so nur wir, das ist mehr Kunst als Presse. Das ist curt! Bis es soweit ist: Bleibt sicher, bleibt gesund, bleibt geboostert, lasst es euch gut gehen. Auch in Krisenzeiten: Macht einfach exakt das, was wir so tun, dann wird alles mehr als super. Innigst, hochachtungsvollst und in maßloser Bescheidenheit, Eure krass coole curt-Gang

ACHTUNG: Einige der Inhalte dieser Ausgabe könnten irgendwie und unter Corona-Umständen nicht den neuesten Erkenntnissen, Maßnahmen und curt-Standards gerecht werden. Danke an alle Koop-Partner und Mitwirkenden dieser Ausgabe! CURT YOUR LOCALS!

CuRT 20 your22 locals


INHALt #253 1

VORWORT curt

2

Inhalt

6

curt intern: koops & mehr

22

egi egersdörfer + michael Jordan

24 Kurznachrichten 32 CTZ / Quartiere 36

gastronews

44

serie: Germanisches nationalmuseum

48

serie: neues Museum

52 DB Museum: Bahn & Design 54 Serie: Museum für kommunikation 58 KUF: Kommvorzone 60 Nürnberger wochen gegen rassismus 64

freizeit messe + Whisk(e)yMesse

curt büro nürnberg Neu: Köhnstr. 38, 90478 Nürnberg Tel.: 0911-433468-60 + 0172-7423960 E-Mail: info@curt.de / Web: www.curt.de/nbg

68

stadtrat Nasser Ahmet zur Fahrradstadt Nbg

72

Band-Merchandise gesucht!

74 Lesungen, Konzerte, Theater & co 92 Comedy 94

Tommys Musiktipps

96 Klezmer Festival in Fürth 98

Interview: Eva Borrmann

100 kunstreportage 106 kunstkalender 114 filmhaus nbg Kurti / Familien 116 Panoptikum Theaterfestival 120 Kindertheater: Übersicht 126 Theo hinten raus

unser ausgabe curt Magazin #254 erscheint Für april/mai 2022 Erscheinungstermin 01.04.2022 // Redaktionsschluss: 23.03.2022 / Anzeigenschluss: 25.03.2022 +/www.curt.de/nbg / mediadaten anfordern: e-mail an anzeigen@curt.de CoverModels: Katze mit Mann + Band-Shirts. foto: helene schütz

Leitung Reinhard Lamprecht / lampe@curt.de

Kolumnisten / redakteure Andreas Thamm / Redaktionsleitung Matze Gründl / Orga + Gastro Julia Zukarov / Bürosupport Helene Schütz / Fotografie + Social Media Theo Fuchs / Kolumnist – Redaktion Matthias Egersdörfer + Michael Jordan / Ausflüge Marian Wild / Kolumnist – Kunst & Co Thomas Wurm / Redaktion – Musik & Comedy Claudia Nitsche / Kolumnistin – Kino Frank Braun / Kolumnist Nachhaltigkeit Kathi Mock / Kolumnistin – Poetry Slam & Co Lara Sielmann / Kolumnistin – Lesungen & Co Sandra Wendorf / Leitung curt/KIDS Danke an: Ilse Weiß, Katharina Winter, Andreas Radlmaier, Daniel Holzheid, an unsere Freunde der Agentur Bloom und an unsere Hosts von glore

AnzeigenLEITUNG Reinhard Lamprecht E-Mail: anzeigen@curt.de. Tel.: 0172-7423960

curt Media GmbH Geschäftsführer: Gerald Gömmel + Reinhard Lamprecht (V.i.S.d.P.) Köhnstr. 38, 90478 Nürnberg E-Mail: info@curt.de / www.curt.de CURT YOUR LOCALS erscheint zum Monatsanfang und wird kostenlos in Nürnberg, Fürth und Erlangen verteilt. Nach Corona-Lage: 7.500-10.000 Für Infos und Programmhinweise sind wir dankbar, können aber keine Gewähr übernehmen. Nachdruck nur mit Genehmigung.



INHALt #253 8 matthias + Michael

28 nbgs Quartiere

36 serie: germ. N.museum

32 Serie: Neues Museum

NEU. Egis und Michael machen Ausflüge, schreiben + malen drüber.

Nürnberg und seine Quartiere: curt ist selbst überrascht.

Ganz neue Perspektiven und Ideen zu Nbgs größtem Museum.

NEU. Ausstellung KEITH SONNIER – visualisiert von den Igers Nbg!

50 Wochen gg Rassismus

72 freizeit messe

158 Talk: Nasser Ahmet

100 Band-Merch

Fremdenhass hat bei uns nichst verloren – die Stadt ist bunt!

Das ganz große Angebot für ganz viel Freizeitgestaltung.

Talk mit dem Stadtrat über die Fahrradstadt Nbg.

Zeigt her eure Band-Shirts – und bestückt eine Ausstellung!


TEXTER:IN CONTENT CONCEPTER Online/Offline

KUNDENBERATER:IN ACCOUNT MANAGER Online/Offline

Jetzt bewerben! Kontakt: Silvia von Fersen, vonfersen@bloomproject.de bloomproject.de


6 – interview lisa nehr

WIR SIND MITGLIED DER

www.allianz-gegen-rechtsextremismus.de

Foto:helene schütz


7 – was curt so alles treibt

curt #253 vieles neu in 2022 Seit dem ersten Corona-Lockdown gibt es unser Magazin nur noch alle zwei Monate – eine Entscheidung, die wir aktuell beibehalten werden, weil es Sinn macht. Es schont Ressourcen, kostet weniger und ist für alle Beteiligten entspannter. Es schont Ressourcen, kostet weniger und ist für alle Beteiligten entspannter Nummer 2: Unser neues, zeitgemäß kleines Büro. Wir nennen es liebevoll „GLORE HOLE“, weil der Fairtrade Fashion-Dealer glore dieses ganze Haus übernommen hat. Von hier aus werden wir die Geschicke der Stadt leiten. Sobald es schick und flott ist und Corona es zulässt, laden wir ein zur Besichtigung. Im Moment noch: Baustelle mit vielen Baustellen. Umtriebig sind wir. Wir treffen uns mit den Schönsten, Hippsten und Wichtigsten und mit den schönsten, wichtigsten Hippsten und tüten Deals ein, die die Stadt verändern: Nur vom Feinsten, für die Feinsten. Denn darum geht´s: gegenseitige Unterstützung. Unsere neuesten Koops haben wir mit dem Germanischen Nationalmuseum und auch mit dem Neuen museum nürnberg. Mit dem MUSEUM FÜR KOMMUNIKATION auch. Die Zusammenarbeit mit der Congress- und Tourismus-Zentrale läuft ebenfalls weiter, mit dem Amt für Kultur und Freizeit ebenso ... Dass und wie wir mit curt durch diese unendliche Corona-Krise kommen, verdanken wir unseren vielen Kooperationspartnern. Durch deren Großzügigkeit können wir die Kultur unterstützen, und auch unsere Freunde aus Gastronomie und Handel.

DANKE für euren support, freunde!

Katze mit Mann mit Band-shirt. Foto: helene schütz


8 – was curt so alles treibt

Koops, wir haben euch lieb:

germanisches L´Osteria nationalmuseum + mam mam burger Raumkompass + ebl naturkost strassenkreuzer bluepingu filmhaus museum fK klimacamp Zukunftsmuseum MfKommunikatioN Neues museum nbg cTZ / quartiere bands become bier mach´s doch besser

Da wir bekanntlich wesentlich pfiffiger sind als der Rest der Welt, haben wir, vor allem aus Faulheit, die besten Koops der Stadt eingetütet. Immer in den ersten beiden Wochen nach curt-Erscheinung nimmt die L´Osteria bei jeder Lieferung unser Magazin mit oder drückt es den hungrigen Abholern in die Hand. Die „beste beste Pizza“ und das beste allerbeste Magazin, das passt einfach bestens. Genau so ergeht es euch auch, wenn ihr einen Burger bei MAM MAM BURGER bestellt oder abholt. Max und seine Truppe delivern und lassen collecten – ebenfalls mit curt in der Tüte. Noch einfacher geht´s bei unserem Kooppartner ebl Naturkost: Hier liegen unsere Hefte prominent im Eingangs/Ausgangsbereich bereit. Ebenso bei delikatESSEN, LIEFERAMT usw: Prost + Read! Aber klar, curt gibt es auch an anderen Spots, die zu curt passen. Dort, wo es schön ist! Übrigens können wir noch mehr stadtkundige Verteiler*innen gebrauchen. Eigenes Auto, gepflegtes Erscheinungsbild und etwas Anstand wären von Vorteil, sind aber nicht zwingend erforderlich. Anfragen bitte per Mail an info@curt.de, Stichwort „Verteilung“. Also melden, mitmachen, Fame und $ abgreifen!


9 – was curt so alles treibt


10 – was curt so alles treibt

macht´s halt besser! curt lädt euch ein zum mitgestalten Jetzt noch mal ganz in aller Ruhe: Wir wissen ja, dass wir eure Lieblingspostille sind, und das schon seit Jahrzehnten, mindestens. Aber selbst das beste Heft kann ja immer noch besser werden, denn auch in unserer Redaktion haben die meisten Mitarbeitenden nur zwei Augen, um Mails zu lesen und das Stadtgeschehen zu beobachten und alle Kalender und alle Macher*innen dieser Region im Auge zu behalten. Und so könnte es doch möglicherweise sein, dass uns manchmal was entgeht und durchrutscht. Dass wir was übersehen oder uns gar ein Fehlerchen unterläuft ... !? Wenn dem so sei: Hier ist eure Gelegenheit! Bereits in der vergangenen Ausgabe haben wir euch darum gebeten, ihr möget euch doch bitte beschweren. Uns Rückmeldung geben. Uns auf die Fingerchen klopfen. Und die Meinung geigen und den Marsch blasen. Und tatsächlich sind wir mit einigen von euch hernach in Kontakt getreten, was unter anderem dazu geführt hat, dass das Thema Fahrrad jetzt schon (wieder) ganz oben auf unserer Agenda steht und letztlich sogar in dieser Ausgabe gelandet ist. Auch auf euren Wunsch. Und so soll das weitergehen. Nur mehr bitte, bitte noch mehr. Mehr Lob, mehr Kritik, vor allem mehr Lob, aber gerne auch mehr Kritik, mehr Ausfälligkeiten und Beschimpfungen, mehr verbale Keilerei. Nur mit dem Versuch, uns in politische Diskussionen zu verwickeln, müsst ihr uns nicht unbedingt behelligen, wenn es sich denn vermeiden lässt. Dafür fehlt uns leider doch die Zeit. Ihr wisst es ja: Wir sind gegen Rechts, fürs Impfen und fürs Gendern. Und alles, was man noch

beschwerdebeauftragter und Watschenmann der curt-Ausgaben Februar/märz und April/mai: andi Thamm.


11 – was curt so alles treibt

wissen muss, klären wir am liebsten bei einem Bier. Aber hier geht es uns um Themen, Typen, tolle Dinge, die ihr in curt sehen wollt. Also: Beschwerde-Mails einfach daheim ausdrucken, zusammenknüllen und in den Papiermüll stopfen ... oder aber an info@curt.de senden. Oder noch niedrigschwelliger: Einfach eine kurze, knackige Nachricht bei Insta, geht auch. Wir lesen wahrscheinlich, peut-être, vielleicht alles – versprochen! Nur schon mal für die Zukunft, damit ihr an dieser Stelle schon mal besänftigt seid: Am Fahrrad bleiben wir dran, das Thema begleitet uns bis zum Winter. Ebenso ab der nächsten Ausgabe: Grünes aller Art. Urban Gardening, der einmalige und voll liebe CURT WANDERBAUM. Weitere grüne Ideen, bei den wir investigativ oder oberflächlich angreifen sollen? Immer her damit! Klar, die Freiluftsaison wird es möglich machen: Konzerte, Festivals, Flohmärkte, Biergarten-Action aller Art. Die wirklich guten Events werden von uns präsentiert, denn curt ist dort, wo es schön ist, sagt man ja. Klingt vernünftig, streiten wir daher nicht ab. Weiterhin NICHT im Heft: Schwurbelkacke, Verschwörungsmist, rechter Dreck. Und: Beschissene Bands, doofe Menschen, schlechte Vibes. Haut rein! Eure curt-Gäng, Euer Beschwerdebeauftragter Andi, voll empathisch

Haltung zeigen Nürnberger Wochen gegen Rassismus

5 4 2 14.–27.03.2022 z 202 3 11 r 2 10 1 Mä 1 9 17 8 Informationen zum Programm: 6 1 24 7 www.menschenrechte.nuernberg.de 15 23 Hashtag: 14 22 30 #IWgR #IWgR22 21 29 #InternationaleWochengegenRassismus #HaltungZeigen 28


12 – was curt so alles treibt

curt + pop rot-weiss: bewegende bewegte bilder. Bald. Die Popularmusikberatung Mittelfrankens darf sich mit der Tatsache schmücken, einen allumfassend wertvollen Support für die Kulturszene zu liefern. Multimedial, in unzähligen Workshops, Shows und Podcasts. Und wir, die populären Einfaltspinsel von curt, machen ja eher sowas wie Print- und Online-Kram. Bekanntermaßen ebenfalls mit ganz viel wertvollem Support für die Kulturszene. Es gibt also nur noch ganz wenige Bereiche, die vor unserer geballten SupporterEnergie bisher verschont blieben. Eines dieser wenigen Beispiele: Eine TV-Show. Aber ganz ehrlich, das würde euch ja gerade noch fehlen, wenn wir jetzt auch noch euren bunten Fernsehabend gestalten würden! Und weil das so ist, dürfen wir feierlich verkünden, Teil des jüngsten Projekts von POP! ROT WEISS zu sein. CURT GOES HOLLYWOOD! Fakten: eine Sendung pro Monat, Start Ende Februar. POP! ROT WEISS begrüßt allerlei spannenden Gäste aus Kultur und Politik für Talks,

Interviews und Reportagen. Eine Bühne für lokale Acts und vielleicht auch ein paar coole Stunts, im Frankenfernsehen und online! Letztlich ein rundum Sorglospaket für alles, was eure wild für die regionale Kultur schlagenden Herzen begehren. Und was macht curt dabei? Wir liefern ab. Wir bieten Ausblicke, Rückblicke, Weitblicke, Einblicke und alle weiteren Blicke. Vor und hinter die Kulissen unseres völlig transparenten Universums. Wir möchten die Chance nutzen und an dieser Stelle nochmal deutlich erwähnen: Schauspielerisches Talent stand in der Stellenausschreibung nicht mit drin, da sind wir uns hundertprozentig sicher. Doch wir haben zahllose Ideen, die wir für unseren POP! CAST–Part nun auch für die Glotze umsetzen können und werden. Alle Infos zur Premiere und allen weiteren Shows findet ihr neben allen curt-Kanälen natürlich auf www.pop-rot-weiss.de und Instagram: @pop_rot_weiss und auf www.frankenfernsehen.tv


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14 – was curt so alles treibt

curt

ein covid19pandemischer erguss

das vielleicht beste Buch der welt!, kolportiert die curt-redaktion CURT SCHREIBKRISE: Texte und Bilder von 39 regionalen Schreiber*innen und 10 Fotograf*innen in einer Anthologie, die das Jahr 2020, den ersten Lockdown und den Output dieser Zeit auf einzigartige Weise festhält. Der Erlös kommt den beteiligten Künstler*innen zugute. Verkaufspreis: Euro 11, 90. Erwerben kann man die CURT SCHREIBKRISE hier: Buchhandlung Jakob / Gostenhofer Buchhandlung / Buchladen am Kopernikusplatz / Balkon am Handwerkerhof / Bücher Edelmann / Kaffe Hörna ... und im Onlineshop des KunstKulturQuartiers und natürlich bei den Schreibkrise-Lesungen ... die es bestimmt bald wieder gegen wird. Folgende Lesetermine werden gefixt und veröffentlicht, sobald man wieder planungssicher planen kann: Balkon am Handwerkerhof / afterwork Bar / der-geier.com / Museum für Kommunikation / HERRENGARAGE. Termine: tba / Line-up: tba

www.curt.de/nbg

Die Schreibkrise Wo ihr das Buch überall kaufen könnt und alle Infos über die bald anstehenden Lesungen findet ihr hier: www.curt.de/nbg


15 – was curt so alles treibt

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16 – was curt so alles treibt

der curt wanderbaum: vielleicht der beste Baum der welt!

kein schönheit, aber sehr lieb.

Beim Umzug in die neue Redaktion wurde so einiges ans Tageslicht befördert. Ganze Archive voller Beweismaterial längst vergangener Machenschaften. Doch seit jeher im Tageslicht, unübersehbar, unbekümmert und unberührt von diesem Prozedere, steht dort ein Baum. Eindrucksvoll und mächtig stand er da, im Hinterhof der curt-Schmiede. Eine der wenigen Konstanten im Dickicht des Durcheinanders. Eine prachtvolle Kastanie, tief verwurzelt im Pflanzenkübel, noch schwerer als die Last, die wir nun zu tragen haben. Denn die Frage, die in unserem viel zu kleinen Raum steht: Wohin mit diesem Wunder der Natur? Immerhin handelt es sich um den vielleicht besten Baum der Welt! Zurücklassen ist keine Option. Die Lösung ist einfach wie genial, für die es schlichtweg keine andere Alternative gibt: Wir schicken den Wunderbaum auf die Walz. Zu diesem Zweck suchen wir ab sofort Reiseziele für unsere curt-Kastanie. Denn sie soll mit Hilfe eurer

grünen Daumen und Herzen aus Gold auf ewig weiterleben. Die Route wird momentan berechnet, es fehlt uns nur noch an geeigneten Standorten. Ihr besitzt einen Schlossgarten? Lasst es uns wissen. Endlich auch innerhalb der eigenen vier, unnormal hohen Wände Laub rechen? Kein Problem. Euer Hausfalke braucht mehr Grün? Unser Baum ist ein Wanderbau. Er hüpft immer wieder auf seinen Bollerwagen und sucht sich ein neues Plätzchen. Und er ist vielleicht der beste Baum der Welt. Jetzt braucht er nur noch einen Namen, und los geht´s. Vorschläge? Der curt Wanderbaum Ihr wollt unseren Baum? Daheim, im Garten, im Foyer, in eurem Biergarten, eurem Laden, auf eurem Festival? Bewerbt euch an info@curt.de Aber Achtung, er ist ein Wanderbaum, er hat Hummeln im Arsch, darum bleibt er nie lang!


CuRT 20 youR22 loCals

DEIN LOCAL BAND-MErCh gOEs EXPONAT! SHirtS * HoodieS * Socken * buttonS * Platten * cdS * kaSSetten Plakate * flyer * Sticker * ticketS * uSw termin: tba. location: tba. fakt: wird cool. INfOs uNTEr www.POP-rOT-wEIss.DE kONTAkT@POP-rOT-wEIss.DE


18 – was curt so alles treibt

trak trak Tragisch mit Sängerin, die kein Bier trinkt. Oh je! instagram @ traktrakband

Aber erst nach getaner Arbeit! Lass Weng Flown trinken Bier im Studio!

Wo gibt‘s denn sowas? Elephant Cosmonaut trinken Bier im Probeaum!


19 – was curt so alles treibt

BANDs

BECOME

EINE AKTION VON CURT ZUR REHYDRIERUNG VON MUSIKER*INNEN UND ZUM LIEBHABEN DER BRAUEREIEN. PRÖSTERCHEN! Wir können uns das einfach nicht mehr länger mit anschauen. Ganz offensichtlich benötigen die Lokalheld*innen einer hart gebeutelten Branche unsere Unterstützung! Bis sich die Tore zu den Konzerthäusern wieder öffnen, schließen sich Bands in ihren Proberäumen und Studios ein und schrauben für uns an neuen Songs. Eine kreative Schaffenspause mit viel Zeit, viel Inspiration und vor allem: sehr viel Durst. Genauer gesagt, ein kolossaler Bierdurst, der dringend gestillt werden muss. Und da kommt curt ins Spiel.

BIER

Wir hatten drei Brauereien gebeten, der Musikszene in dieser Notlage unter die Arme zu greifen. Auf den goldenen Sackkarren des Lieferamts gespannt, spendierten PYRASER, SCHANZENBRÄU und STERNLA 15x 5 Kisten Bier für insgesamt 15 Bands. Vielen Dank für eure Großzügigkeit und Mitwirkung an dieser Aktion. Wir wiederholen das – mal sehen, wer uns sponsert! Die Ausschüttung an zahlreiche, lokale Bands ist quasi abgeschlossen und trägt bittersüße Hopfenfrüchte. Mit Stolz geschwelltem Bierbauch betrachten wir das aktuelle Schaffen der Teilnehmer*innen der Aktion. Wir blieben für euch dran! Ein Prost! geht raus an euch alle!


20 – was curt so alles treibt

BANDs BECOME BEER -Bands Figure Beach Bekannte Gesichter, neu erfunden, konstant guter Sound und dabei immer noch durstig nach mehr. FIGURE BEACH nehmen gerade richtig viel Anlauf, um in Kürze mit ihrer Debüt-EP einfühlsam Randale in der Musikwelt zu machen. Stift raus, aufschreiben: Am 26.03. erscheint die Platte und die bisherigen Auskopplungen zeichnen schon mal ein wunderschönes, facettenreiches Bild ihrer Kreationen (Release „WAVE“ am 04.02.). Die durchdachten Musikvideos des Indie-Trios verdeutlichen zusätzlich die Liebe zum Detail und schüren schon mal den Kessel der Vorfreude auf die anstehenden Live-Konzerte. Das Bier zum Anstoßen auf den Startschuss dieser Reise packen wir gerne direkt in den Tourbus! Instagram: @figurebeach

Elephant Cosmonaut Dickhäuter ertragen auf ihren Wanderungen oftmals wochenlange Durststrecken. Doch auch die zähesten in der Herde kommen dabei an ihre Grenzen. Im allerletzten Moment, kurz bevor die Elephants vor lauter Durst ihren Funk und (noch viel schlimmer) ihr Mojo verloren haben, flatterte eine freudige Nachricht in die knochentrockene

Steppe ihres Proberaums: ELEPHANT COSMONAUT BECOMES BEER! Mit letzter Kraft wurde das Lastenfahrrad zur curt-Redaktion gesteuert, randvoll mit Kästen gepackt und die Rüssel in das rettende Wasserloch gesteckt – einmal volltanken bitte. Die Folgen der Rehydrierung machen sich derzeit in ungeahnter Kreativität für neue Songs bemerkbar – stay tuned, da kommt was Dickes auf uns zugestampft!

aufruf: Bands, bewerbt euch! Die Bands bewerben sich, wir suchen sie aus, oder sie haben einfach Glück. Alles ist möglich im curt-Universum! Bandfotos mit Bier gibt´s auf Instagram @curt_magazin_nfe

es gibt Bier! Ihr durstigen Bands, schreibt also eine Mail an info@curt.de, Stichwort BANDS BECOME BIER und erklärt kurz, warum Bier-Support so dringend nötig ist. Wir kümmern uns darum, wir sind die Guten. Und: Es gibt bald Nachschub. curt, dein Nahversorger.

DANKE noch mal AN Pyraser, Schanzenbräu und Sternla!


21 – was curt so alles treibt

4. März bis 22. Juni 2022

IOS E R U K KO

M M U N I K AT I O N

Ungewöhnliche Objekte und Geschichten aus der Sammlung

www.mfk-nuernberg.de dass mir da nix auf die teuren Geräte kommt! Figure Beach trinken Bier im Proberaum!


22 – egi schreibt, jordan zeichnet

Kleine Ausflüge vom Egersdörfer und dem Herrn Jordan Fast genau ein Jahr ist es her, da hat sich der Egersdörfer in sein altes Auto gesetzt und ist über die Erlanger Straße nach Tennenlohe gefahren. Er hatte vorher auf einer Karte das Wort „Walderlebniszentrum“ gelesen. Irgendwie hat ihn dieser Begriff in seiner Nase gekitzelt und darüber hinaus neugierig gemacht. Irgendwo im Franzosenweg hat er geparkt. Dann nahm er sein Notizbüchlein und den Kugelschreiber und ist losgegangen, um zu sehen, was es mit diesem Wort auf sich haben könnte. Auf seinem Weg ist er dann immer mal wieder stehen geblieben und hat sich etwas aufgeschrieben von der Welt, die er dort sah, hörte und schmeckte. Der Egersdörfer sollte nämlich einen kleinen Text schreiben. Um genau zu sein über das Postleitzahlengebiet 91058. Das hat sich der Nürnberger Künstler Karsten Neumann von ihm gewünscht. Der ist der Schöpfer der Kunststadt Bethang, welche aus der Fusionierung von NürnBErg, FürTH und ErlANGen entsteht. Genauere Einzelheiten über das Projekt erfahren Sie unter www.bethang.org. Mit „37 bäume für Bethang“ startete Neumann im letzten Jahr eine Baumpflanzungsaktion mit dem Ziel, in jedem der 37 Postleitzahlen-Bezirke von Bethang (Nürnberg 28, Fürth 5, Erlangen 4) einen öffentlich zugänglichen Baum zu pflanzen. Mit dem Autor war nun vereinbart, dass jener über jeden Postleitzahlenbezirk eine Geschichte schreiben sollte. Die Person, die in Bethang einen Baum pflanzen lässt, sollte u.a. auch eine Geschichte vom Egers aus dem jeweiligen Postleitzahlengebiet ausgehändigt bekommen. So ist diese Geschichte über das „Walderlebniszentrum“ entstanden. Dann hätte der Mann, der eigentlich als Kabarettist sein Geld verdient, noch zu den anderen 36 Bezirken je eine Geschichte schreiben sollen. Aber das hat alles zu lange gedauert, weil der lustige Erzähler halt nicht der

Schnellste ist. Aus Egersdörfers Geschichten zu Bethang ist demnach nichts geworden. Nachdem einige Zeit verstrichen ist, hat der Egersdörfer gemerkt hat, dass er gerne kleine Ausflüge in verschiedene Bezirke der Region macht mit seinem Notizbuch und dass er dem Neumann dankbar ist, ihn auf diese Idee gebracht zu haben. In dieser ganzen langen Zeit ist es auch passiert das dem Egersdörfer der Comic „Warum wir müde sind“ vom Michael Jordan in die Hände gefallen ist. Der Künstler ist 1972 in Erlangen geboren. Dort lebt und arbeitet er als Zeichner und Druckgrafiker. Es sei denn, dass er in Amerika unterrichtet, in Thailand einem Stipendium nachgeht oder in Graz mit der Gruppe Tonto kreativ ist. Mit diesem Künstler*innenkollektiv ist in einem jahrelangen, vielschichtig verwobenen Prozess u.a. „Warum wir müde sind“ entstanden. Das schöne Buch hat den Egersdörfer sehr begeistert. Zusätzlich hat er noch herausgefunden, dass man mit dem Künstler z.B. in einem Biergarten sehr gut und ohne Eile sitzen, trinken und gelegentlich sprechen kann. Der Mann aus Fürth hat dem Jordan ein paar Geschichten über die Exkursionen im nahen Umfeld zukommen lassen. Und so kam es dann, dass der Jordan auch einmal in das „Walderlebniszentrum“ nach Tennenlohe gefahren ist und dort zeichnete, was er sah. Die beiden haben jetzt vereinbart, dass sie zukünftig zusammen hier in der Gegend öfter mal wohin fahren wollen. Vor Ort zeichnet dann der Jordan und der Egers macht sich Notizen, und im aktuellen curt kann die hochgeschätzte Leserin dann erfahren, was hierbei unter dem Titel „Kleine Ausflüge vom Egersdörfer und dem Herrn Jordan“ herausgekommen ist. Die Postleitzahl wird auch immer angegeben. Denn es kann ja sein, dass die Leserin auch die Orte finden möchte, an die es die beiden Herrn verschlagen hat.


23 – neue Kolumne

Zu Jahresbeginn im Tennenloher Forst 91058 Erlangen Das ewige Rauschen der Kraftfahrzeuge unter dem hell übermahlten Himmelsblau. Trüb glotzen die Pfützen am Parkplatz. Der Winter ist von gestern auf heute geschmolzen. Am ersten Baum des duftenden Waldes hängt ein laminiertes Schild, das bittet, 1,50 Meter Abstand voneinander zu halten, um sich selbst und andere zu schützen. Mit gewinkelten Armen und ernst schnaufend flitzen Mann und Frau in funktionaler Kleidung und Laufschuhen durch das Bild des späten Nachmittags. Weitere Schilder beweisen, hier wurde der Wald neu erfunden. Links geht’s zum „Waldlabyrinth“. Gleich dahinter zweigt rechts der „Barfußpfad“ ab. Der „Naturerlebnispfad“ führt zu weiteren zwölf Stationen im „Walderlebniszentrum“. Aufgrund von Beschädigungen wird die Anlage zum Teil „videoüberwacht“ ist auf einem Schild groß und rot angeschlagen. Berucksackte Mütter mit verschränkten Armen stehen im Plausch umrundet von lachrennenden Kindern. Neben den letzten Schneeflecken funkelt das Moos zwischen braunem Laub und feuchter schwarzer Erde. Ein keuchender Mops zieht einen älteren Herrn den Weg entlang zu einem vergrabenen Geheimnis. An Zweigen knospelt es schon insgeheim. Unbeirrt pfeifen, tirilieren und singen die Vögel die neue Zeit herbei. Der rennende junge Mann mit den zwei kleinen, weißen Nudeln in den Ohren hört davon kein bisschen. Bemerkt auch nicht weiter hinten Familie Reh, die leise mit unregelmäßigen Sprüngen durchs Gehölz zu ihren Plätzen eilt, als habe die Vorstellung schon begonnen.


24 – KURZNACHRICHTEN

sei artig. foto: Tilman Brunke. rechts: Anika Paulina Stauch © Katharina Scheidig

folk´s worst cardgame

klimaentscheid-Team

suppkultur: oh damn

vesperkirche. Foto: Matthias Halbig


25 – ganz bunt

Neu, anders, schön & wichtig Kongresshalle: Architektur-Visionen im offenen Büro Was passiert, was ist zu tun mit der Kongresshalle? Die Frage ist gefühlt seit immer eine der spannendsten in der Nürnberger Kulturpolitik. Das Nazi-Gebäude am Dutzendteich befindet sich größtenteils im Rohbauzustand, ein Teil davon soll, so will es die Stadt, für Kultur fit gemacht werden. Wie genau das aussehen kann, bleibt aber natürlich, auch wegen der historischen Belastung des Geländes, Gegenstand der Diskussion. Konstruktive Beiträge zu dieser zeigt das Offene Büro der Stadt: Die Ausstellung Architektur-Visionen präsentiert der Öffentlichkeit Entwürfe von Kunstschaffenden und Architektur-Studierenden. Noch bis 20. Februar. Offenes Büro, Lorenzer Str. 30, Nbg. www.nuernberg.de/internet/nuernbergkultur

Artischocken: Sei Artig! Das Künstler*innen- und Theater-Kollektiv Artischocken startet eine neue Veranstaltungsreihe im südpunkt, die sich ganz vorzüglich anhört. Sei ARTig wird ein bunter Abend mit Kleidertausch, Modedesign-ShowRoom, Performance, Livepainting und DJing. Da ist doch ungefähr alles dabei, was man

sich überhaupt nur vorstellen kann. Die erste Ausgabe am Samstag, 19. Februar, startet um 17 Uhr mit dem Show-Room von Polina Pravdikova, die Upcycling-Mode und -Schmuck zeigt. Außerdem können Kleider getauscht werden. Um 19 Uhr startet dann die Performance Holo... was? mit Elizaveta Shlosberg und Olga Komarova, bevor dann Sascha Checkeast ein DJ-Set abfeuert, während Yani Art Livepainting-mäßig abgeht. Eintritt kostet das ganze so viel der oder die Einzelne mag. südpunkt. Pillenreuther Str. 147. www.artischocken-nuernberg.de

erhalten und deshalb spendet die engagierte Bürgerschaft wieder Geld – auf betterplace. org, das dann an Künstler*innen weitergereicht wird, die wegen Corona in eine Notlage geraten sind. Wer sich selbst dazu zählt, kann ab sofort wieder Anträge auf Unterstützung stellen, bislang wurden etwa 250.000 Euro an rund 200 Kulturschaffende vergeben. 30.000 kamen bislang von der Sparkasse, 27.500 von der wbg (Belegschaft + Geschäftsführung) und 15.000 vom Rotary Club Nürnberg. Infos und Antragsformular auf: www.nuernberg.de/internet/nuernbergkultur

Bündnis für Kultur ist wieder da

Anika Paulina Stauch gewinnt Regiewettbewerb des Theater Erlangen

... beziehungsweise: Immer noch, weil, leider, immer noch nötig. Hätten die Stadt Nürnberg und die Sparkasse wahrscheinlich auch nicht gedacht, als sie ihr Hilfsprogramm für Kulturschaffende der Region im Frühjahr 2020 auf den Weg gebracht haben. Aber, an der Situation und den beschissen wenigen Auftritten für diejenigen, die versuchen, davon zu leben, hat sich kaum etwas geändert. Wir alle, die Kultur lieben, wollen aber nicht, dass all diejenigen, die Kultur machen, sich davon abwenden und was anderes was machen müssen. Wir wollen die Kultur

Das Erlanger Theater hat sich zum fünften Mal auf die Suche nach spannenden Regiekonzepten von jungen Regiesseur*innen begeben. Diesmal zum sehr zeitgemäßgen Thema “Bühne digital”. Die 1993 in Kronach geborene Anika Paulina Stauch hat den Regienachwuchswettbewerb mit ihrem interaktivem Twitch-Theaterstück trail_thielx auf der Basis von Gerhard Hauptmanns Bahnwärter Thiel für sich entschieden. Sie gewinnt eine digitale Uraufführung am 28. Mai. Der Bahnwärter ist in Stauchs Stück


26 – KURZNACHRICHTEN im übrigen selbst ein Gamer, der in endlos verkifften Nächten eine virtuelle Bahnstrecke nach der anderen baut. Hört sich fast so an, wie aus unserem Leben gegriffen. Thielx vereinsamt über dieser Tätigkeit jedoch, anderen Menschen kann er sich nur noch via Chat mitteilen, die reale Realität bleibt ausgesperrt, seine verstorbene Frau Minna ist bloß noch ein Social-Media-Profil. www.theater-erlangen.de

Essen und Impfen to Go: Vesperkirche Gustav-Adolf Die Gemeinde der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche in der Nürnberger Südstadt nutzt schon seit 2016 ihren Kirchenraum auf denkbar beste Weise: Aufmachen, Leute reinlassen, Essen verteilen und mehr. True christian stuff. Hinzu kommt ein Kulturangebot auf Benefiz-Basis. Die Kirche wurde so auch zu einem Treffpunkt der Nachbarschaft über alle Milieu-, Alters- und Klassengrenzen hinweg. In diesem Jahr muss die Vesperkirche wieder etwas anders stattfinden, aber sie findet statt: Statt Zusammensitzen in der Kirche ist das Angebot to-go. Zu dem Zweck stehen noch bis 20. Februar drei Ausgabe-Hütten vor der Kirche. Essen gibt‘s dienstags bis sonntags zwischen 11.45 und 14 Uhr zu einem symbolischen Betrag von 1 Euro plus 2 Euro Pfand für die Boxen. Eine der drei Hütten hat keine Speisen vorrätig, dafür aber Informationen

über weitere Hilfsangebote. Bis Ende Januar gab es außerdem ein niedrigschwelliges Impfangebot, ob es verlängert wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Feine, solidarische Sache, finden wir! www.vesperkirche-nuernberg.de

„Facing Reality - Ein Fotofestival in Coronazeiten?” Die Mitglieder des Nürnberger Fotoszene e.V. realisierten – im zweiten Anlauf – trotz Coronakrise Nürnbergs erstes großes überregionales Fotofestival (Medienpartner: curt). Die Medienwerkstatt Franken hat das Festival begleitet und wirft jetzt einen Blick zurück. Die Dokumentation des Festivals von Michael Aue erzählt auch, welchen Kraftakt es bedeutet, eine kulturelle Veranstaltung dieser Art Corona-gerecht auf die Beine zu stellen. Die Eroberung des digitalen und öffentlichen Raums durch die Fotoszene ist eine sehenswerte Erfolgsgeschichte. Zu sehen am 6. Februar um 19, 21 und 23 Uhr im Frankenfernsehen und jederzeit in der Mediathek der Medienwerkstatt. www.medienwerkstatt-franken.de

neuer Fuchs: Der beste freund des Menschen Der beste Freund des Menschen und des curt sowieso, das ist bekanntlich der Fuchs. Und deshalb, jetzt wird‘s wirr, hat einer unserer

allerliebsten Kolumnisten, Theo Fuchs nämlich, eine neue Kurzgeschichtensammlung veröffentlicht und die heißt Der beste Freund des Menschen. Dieser Band, ein 28-seitiges Heft, ist aber mehr als nur eine Sammlung von grotesken bis absurden Geschichten aus dem ausufernd schönen Fuchs-Hirn, sondern vielmehr selbst ein kleines Kunstwerk. Wie das eben so ist bei den Erscheinungen aus der Edition Blumen von Christian Dümmler, der selbst die feinen Illustrationen beigesteuert hat. Eine edle Zusammenarbeit, ein feines Werk, erhältlich zum absolut zu günstigen Preis von 6,50 Euro plus 2 Euro Versand oder, limitiert!, mit einer schönen Krötengrafik auf Papier für 10 + 2 Euro. Das mindestens zweitbeste Heft der Stadt in diesem Frühjahr! Erhältlich hier: www.edition-blumen.de

Gostners SuppKultur mit oh damn + Claudia Schulz Die SuppKultur mit curt-Redakteur Andi und Bassmonster Stephan hat ihre monatliche Reihe im Gostner LOFT mittlerweile ca. 43576476 Mal verschoben und hin und her und na, ihr wisst ja wie das ist, aber: Am 1. März geht‘s endlich weiter! Text, Musik und Suppe in wunderschöner konzeptueller Einheit und diesmal zu einem Thema, das uns alle angeht und uns allen gut tut: Feel Good. Endlich mal ein Abend ohne Tod, Verderben und Gesellschaft. Einfach mal nur schöne


Staatspreis für bayerische Kreativorte

27 – GANZ BUNT

iStock©golero

BEWIRB DICH BIS ZUM 31. MÄRZ 2022 MIT DEINEM KREATIVORT! www.staatspreis-kreativorte.bayern


28 – KURZNACHRICHTEN Soul-Mucke mit oh damn. und halbwegs lustige, aber keinesfalls anstrengende Texte von Andreas Thamm und Claudia Schulz! Dazu lecker Suppe. Sonst noch Wünsche? Gostner Hoftheater. www.gostner.de

Jetzt Klimaentscheid unterschreiben! Klimaentscheid: So ähnlich wie Radentscheid, nur globaler. Die Nürnberger Initiative mit Stützpunkt im Klimacamp setzt sich mit GermanZero und über 60 weiteren Klimaentscheiden für ein klimaneutrales Deutschland bis 2030 ein. Bzw.: Für politische Entscheidungen, auch auf kommunaler Ebene, die uns auf den Weg dorthin bringen. Für ein klimaneutrales Nürnberg fordert der Klimaentscheid erstens ein städtisches Planungsbüro, das subito konkrete Maßnahmen beschließt, zwotens, dass diese Maßnahmen transparent veröffentlicht werden und drittens, dass die Stadt Nürnberg einen jährlichen Bericht über die Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen bereitstellt. Der aktuelle Klimaschutzplan der Stadt Nürnberg will bis 2030 eine Reduktion der Emissionen um 60 Prozent erreichen. Zitat Klimaentscheid: “Das ist viel zu wenig, um einen ausreichenden Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C zu leisten. Das notwendige Ziel der Klimaneutralität wird überhaupt nicht vorgegeben.” Ähnlich dem Radentscheid will der Klimaentscheid,

dass der Stadtrat die genannten Forderungen diskutieren muss – dazu braucht es mindestens 12.000 Unterschriften. Die Sammelstellen für Unterschriftenlisten findet ihr auf der Homepage. Auf www.innn.it/klimaentscheidnürnberg kann man sich eine Unterschriftenliste inklusive vorfrankiertem Umschlag zum Selberfalten bestellen und ausdrucken und direkt in den nächsten Briefkasten werden. Wer keinen Drucker hat, kann sich den Papierkram sogar kostenfrei zusenden lassen. Das Porto und alles was dazu gehört, finanziert der Change. org e.V. aus Spendengeldern. Für den Klimaentscheid natürlich eine Riesenhilfe, um trotz Kontaktbeschränkungen an möglichst viele Unterschriften zu kommen. www.klimaentscheid-nuernberg.de

Folk‘s Worst Cardgame Wie groß ist eigentlich der Punkness-Faktor von Karin Rabhansl? 2. Und wie groß die Instrumente-Skills von Mäkkelä? 4 (wenn nüchtern). Jawohl, deine liebsten Folk- und Folk-Punk-Musiker*innen der Region (und darüber hinaus), und davon gibt es einige!, sind jetzt ein Quartett. Auf diese fantastische Idee kam natürlich die Folk‘s Worst Nightmare-Crew rund um The Black Elephant Band aka. Jan Bratenstein und John Steam Jr. und wie sie alle heißen. Illustriert wurden die Kollegen von Lee aka. Ergotherapie, dem im

übrigen ein Punkness-Faktor von 4 bescheinigt wird. Das Spiel sieht nicht nur megagut und gefährlich aus, es ist auch handgefertigt, nachhaltig verpackt und liefert im Zuge des Zockens auch noch etliche gute Anspieltipps. Alles tolle Leute, sagt nämlich der Jan, und der muss es wissen, hat er mit etlichen von ihnen doch bereits die Bühne geteilt. Auf seiner Homepage gibt es Folk‘s Worst Cardgame in sehr limitierter Auflage zu bestellen: theblackelephantband.bandcamp.com/merch

Unterschriftenaktion der Allianz gegen Rechtsextremismus Die Allianz gegen Rechtsextremismus, bei der auch der curt Mitglied ist, veröffentlicht ein deutliches Statement und startet eine Unterschriftenaktion: „Wer für Demokratie steht, steht nicht mit Feinden der Demokratie auf der Straße.“ Anlass sind die weiterhin spazierenden Querdenker*innen, die Nürnberg zu einem Hotspot dieser dödeligen Bewegung machen. Die Erklärung der Allianz stellt eines ganz deutlich vorweg: Auch wenn es nötig geworden ist, sich gegen die Spaziergänger*innen zu positionieren – “Die überwiegende Mehrheit der Bürger*innen trägt aktiv zur Bekämpfung der Pandemie bei. Die größte Bewegung dieser Tage ist glücklicherweise die Impfbewegung.” Auf den Demos artiku-


29 – GANZ BUNT


30 – KURZNACHRICHTEN liere sich eine zwar laute, aber doch kleine Minderheit der Gesellschaft. Gleichzeitig will die Erklärung nicht als Absage an Formen der Kritik an staatlichen Entscheidungen verstanden werden. Kritik und Bedenken zu äußern sei immer möglich und nötig. “Jede*r Einzelne hat jedoch die Verpflichtung, seine Kritik nicht in den Dienst von Feind*innen unserer Demokratie zu stellen und zu hinterfragen, mit wem er/sie auf der Straße steht. Keine Sorgen, keine Kritik, keine Empörung und auch keine Enttäuschung rechtfertigen den Schulterschluss mit den Feind*innen unserer Demokratie Wir appellieren mit Nachdruck an alle Demokrat*innen, nicht mit sogenannten Reichsbürger*innen, Holocaustleugner*innen, Verschwörungsanhänger*innen, Antisemit*innen und NeoNazis auf die Straße zu gehen, sondern sich deutlich von diesen zu distanzieren!” Die komplette Erklärung und die Möglichkeit, diese zu unterschreiben, findet ihr auf: allianz-gegen-rechtsextremismus.de

Bardentreffen: Muz-Bühne Bands aufgepasst, die Open-Air-Saison erwacht so langsam aus einem viel zu langen Winterschlaf. Wir rütteln euch schon mal wach, denn: Das Bardentreffen, Deutschlands größtes Umsonst-und-Draußen-Festival, findet von 29. bis 31. Juli unter Berücksichtigung der dann geltenden Corona-Maßnah-

men statt. Und ihr könnt dabei sein! Ein für die lokale Musikszene längst nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Bardentreffens ist die MUZ-Bühne. Einen von 16 Auftritten auf jenen Brettern können sich regionale Bands und Musiker*innen jetzt ergattern, die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 13. März. Voraussetzungen sind u.a. vorwiegend eigene Musikstücke, min. 45 Minuten Programm und ein klarer Bezug zum Großraum Nürnberg. Über das Bardentreffen und unser aller Vorfreude wird curt natürlich noch weiter berichten! Musikzentrale Nbg. musikzentrale.com

DIALOGFÜHRUNGEN @ NEUES MUSEUM Gemeinsam über Kunst ins Gespräch kommen – wo lässt sich das trefflicher tun als direkt im Ausstellungssaal vis à vis der Werke eines renommierten Künstlers? In diesem Fall sind es Lichtinstallationen und weitere Arbeiten des amerikanischen Künstlers Keith Sonnier. Direktorin Dr. Simone Schimpf im Gespräch mit Gästen begleitend zur Ausstellung Keith Sonnier. Lightsome. Zum Auftakt am Do 10.02., um 18 Uhr geht es um das Thema Displays und Inszenierungen. Gesprächspartner ist an diesem Abend Henning Riecken, Geschäftsführer des Flagship Stores Breuninger in Nürnberg. Do 17.03., ist beim Schwerpunkt Kommuni-

kation Dr. Annabelle Hornung zu Gast, die Direktorin Museum für Kommunikation Nbg. DIGITALE THEMENFÜHRUNGEN VIA ZOOM Tiefer in die Themen einsteigen kann man via Zoom: So zur Bewegung New Sculpture am Mo 21.02., um 18 Uhr. / Drei amerikanische Lichtkünstler: Keith Sonnier, Dan Flavin und James Turrell am Mo 21.03., 18 Uhr / Prozess, Handlung, und Performance im Werk von Keith Sonnier am Mo 25.04., 18 Uhr Alle Infos dazu auf der Homepage. NEUES MUSEUM NÜRNBERG. www.nmn.de


31 – GANZ BUNT

1 - 3 12 86 Tel. 09 11 / 23 .de/ad79c0dc g r e b n r e u .n http://go


32 – curt und die nbger quartiere

nürnbeRG neu entdecken Geheimtipps im Quartier

foto: Sigrid klede

© bogi nagy

Dreyer concept store. Fotos: © Dreyer GmbH


33 – augen auf in der hood! Dass curt sich in Nürnberg ein wenig auskennt, wisst ihr ja. Wie schön für uns, dass wir hier in dieser Koop mit der Congress- & Tourismus-Zentrale Nürnberg, in der wir euch auch in den nächsten Ausgaben die Schönheit einiger Altstadtquartiere präsentieren, noch einiges lernen können. Bisher waren es der Weinmarkt, der Augustinerhof und der Jakobsmarkt. Es folgen: Handwerkerhof, Burgviertel und Lorenzer Platz. Zu allen Quartieren gibt es viel zu berichten. Und wir fordern euch auf: Entdeckt Neues im Alten! Besucht die Quartiere und lasst euch überraschen, welche Perlen es dort gibt und wie wunderschön wir es hier haben, in unserer grandiosen Stadt. Mit der Kampagne der CTZ, die im Rahmen der Nürnberger City Werkstatt erarbeitet wurde, können wir alle die Nürnberger Altstadt noch besser erleben und entdecken: Die hippen Content Creator Kristof und Lena, Geschwister aus Nürnberg, porträtieren die ausgesuchten Quartiere und bündeln ihre Fotos, Texte, Porträts, Stories in einem digitalen Quartiersguide. Dazu muss man lediglich vor Ort den QR-Code im Quartier scannen, sich Sound ins Ohr stöpseln oder Kopfhörer aufsetzen und den Geschichten lauschen, die uns durchs Quartier begleiten. Einfacher gehen Stadterkundung und Flanieren wirklich nicht. Probiert es aus! Drei Quartiere haben wir schon vorgestellt. Jetzt ist es an der Zeit, hier noch einmal genauer hinzuschauen und erneut den Fokus auf Lieblingsspots zu werfen: Jakobsmarkt: Atelier Bogi Nagy „Meine Zeichnungen gehen vom Kopf über das Herz in die Hand aufs Papier“, so beschreibt die Künstlerin Bogi Nagy, die zu den schillerndsten Figuren der Nürnberger Kunstwelt gehört, ihre Arbeit. Bogis von Pop-Art und Comic-Ästhetik beeinflusste Bilder

sind laut, knallbunt, humorvoll und wie der Hipster Dürer auf eine andere Art fränkisch. Die geborene Ungarin ist aber mehr als „nur“ Malerin, Bogi baut Skulpturen, entwirft Slogans und Digital Art und ist seit vergangenem Jahr Galeristin zwischen historischen Mauern in der Schlehengasse. In dem über 500 Jahre alten Fachwerkhaus hat Bogi sich zwischen Sandsteinwänden und Holzbalken ihre eigene kleine Welt geschaffen: tagsüber Galerie und innenstädtisches Kreativzentrum, nachts Atelier und Arbeitsplatz. Fein! Bogi Nagy Galerie und Atelier. Schlehengasse 15, geöffnet auf Anfrage. www.boginagy.com Weinmarkt: Dreyer Concept Store Auch hier weht uns direkt der sanfte Hauch der Geschichte an, denn der Dreyer Concept Store ist seit über zehn Jahren in einer ehemaligen Schlosserei beheimatet - und das in Nürnbergs Postkartenstraße schlechthin. Eingereiht in die bunten Häuschen der Weißgerbergasse präsentiert Dreyer alles rund ums Bad. Das seit 1923 existierende Familienunternehmen aus Erlangen baut nämlich nicht nur Bäder, sondern im Concept Store gibt´s Accessoires, Pflegeprodukte, Geschirr, Handtücher, Duftkerzen und Pipapo, damit auch ihr für den nächsten Termin mit eurer Dusche bestens gerüstet seid. Good to know! Dreyer Concept Store. Weißgerbergasse 27-29, Nbg. www.dreyer-gmbh.de Augustinerhof: Josephs + Sandybel Unter einer Galerie oder einem Laden kann sich jede*r etwas vorstellen, bei einem „offenen Innovationslabor“ wird es schon schwieriger. Gegründet ursprünglich als „Forschungslabor“ des Fraunhofer Instituts, steht das Josephs heute quasi allen offen – Besucher*innen wie Unternehmen. Letztere haben hier, direkt angrenzend ans Zukunftsmuseum, die Möglichkeit, Produkte und


34 – curt und die nbger quartiere

josephs. fotos © CTZ / Kristof Göttling

sandybel. fotos © CTZ / Kristof Göttling


35 – Merkle mach stereo auf Dienstleistungen in einer dreimonatigen Testphase zu präsentieren. Das Publikum wiederum testet, spielt, macht ... und liefert direkt eine erste Rückmeldung und somit Anregungen, wie die Produkte noch besser sein könnten. „Co-Creating“ heißt das Konzept, von dem kleine und große Player*innen gerne profitieren. Direkt nebenan, in historischem Gemäuer, befindet sich das Sandybel. In dem kleinen Café gibt´s keine klassischen Kuchen, sondern wunderschön verzierte Torten, Cupcakes und Cake Pops. „Eine Mischung aus Alt & Neu, klassisches Fundament mit hippen Akzenten – wie Nürnberg selbst!“, beschreibt es Anabel Kuntz, die gemeinsam mit Tano Federico seit 2017 das sehr pink dekorierte Café betreibt. Also: Im Josephs neueste Technlogien testen und wichtige Tipps geben, und dann nach nebenan gehen und im SANDYBEL ganz analog wieder den Zuckerhaushalt regulieren. Josephs. Innovationserlebniswelt. Karl-Grillenberger-Str. 3/ Hintere Ledergasse 44. www.josephs-innovation.de SANDYBEL. Augustiner Str. 11, Nbg. www.sandybel.de Smart: Über die Web-App gibt´s in beiden Spots Gutscheine, mal für Getränke, mal für Sweets.

DIE NÜRNBERGER QUARTIERE

UND DU.

QUartier Weinmarkt, Augustinerhof, jakobsmarkt Präsentiert von CTZ, Lena + Kristof, supportet von curt + auf www.curt.de/nbg Web: www.nuernberg.travel/stadtquartiere Web-App: quartiere-nuernberg.de

Aufruf an quartiersfreunde & -erkunder*innen Sendet uns Tipps, Ideen, Stories, Bilder zu den Quartieren an info@curt.de, Stichwort „QUARTIERE“. Wird belohnt!

QUARTIER WEINMARKT

QUARTIER AUGUSTINERHOF

QUARTIER JAKOBSMARKT

QUARTIER HANDWERKERHOF

QUARTIER BURGVIERTEL

QUARTIER LORENZER PLATZ

HIER SCANNEN

quartiere-nuernberg.de


36 – gastro story

betreutes schlucken: beerhike mit joe holler, bierbotschafter Joe Holler, einer der Bierpäpste von Nürnberg, hat es erfolgreich geschafft, Kneipentouren einen Bildungsauftrag zu geben. Klingt wahnsinnig geil und mal ganz unter uns: ist es auch. Joe bietet Beerhikes an und darf sich nach erfolgreich absolviertem IHK-Lehrgang offiziell Bierbotschafter der Stadt Nürnberg nennen. Seitdem trägt er die Fackel der Weis(sbier)heit in die Welt und ist noch lange nicht am Ende seiner Durststrecke angelangt. Ein Helles. Köpfchen!

Joe, wenn er bier erklärt. sieht durtsig aus.


37 – beerhike Warum Bier? – Was für eine blöde Frage. Viel interessanter ist doch, wie man zum Beerhiker und Bierbotschafter wird … Mit den Beerhikes hat alles angefangen. Anfang 2019 bin ich darauf aufmerksam geworden, dass man auf Airbnb sogenannte „Entdeckungen“ anbieten kann. Das sind Aktivitäten, die man gerne mit Besucher*innen der Stadt unternehmen möchte. So habe ich mir dann die Touren durch Brauereien und Gastronomie ausgedacht und angeboten. Das kam gut an und ist bis heute eine der meistgebuchten Aktivitäten in Nürnberg. Als die ganze Sache dann gewachsen ist, wollte ich mich natürlich weiterbilden und mir entsprechendes Wissen über Bier nicht nur selbst aneignen. Ich habe dann den Diplom-Bierbotschafter bei der IHK gemacht. Der Biersommelier steht als nächstes an. Wie suchst du deine Touren aus? Ich habe einige Standard-Touren für das Angebot auf Airbnb. Die richten sich meistens speziell an Tourist*innen und bewegen sich innerhalb der Stadtmauer. Größere Touren und Events entstehen meistens aus einer coolen Idee, wie beispielsweise der Frühschoppenevent, der Ende letzten Jahres wegen Covid zwar verschoben werden musste, aber mit Sicherheit noch stattfinden wird. Dann versuche ich Partner – Brauereien und Gastronomien – zu finden, die Interesse haben, dabei zu sein. Das klappt in der Regel ganz gut. Bist du bei den Brauereien einfach selbstbewusst reinmarschiert und hast sie von deinen Absichten überzeugt? Frage für einen Freund. Mehr oder weniger ja, tatsächlich. Nicht nur Brauereien, auch Gastros. Ich habe mir erst ein bisschen Erfahrung aufgebaut und bin anschließend gezielt in Kontakt getreten. Die meisten Leute sind da recht offen und haben auch Bock was zu machen, wenn jemand mit einem halbwegs konkreten Plan ankommt. Neben Tourist*innen lassen sich genauso viele Nürnberger*innen gerne etwas über die örtliche Braukunst erzählen. Woran liegt’s? Gerade beim Bier hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Auch hier bei uns in der Region wurde wieder Awareness für die ganze Sache

geschaffen. Die Leute haben einfach durch die erhöhte Präsenz und „Coolheit“ von Bier mehr Interesse an dem Thema entwickelt. Und jemand wie ich bietet mit seinen Touren dann gerne die Gelegenheit, dieses Interesse zu befriedigen. Wie intensiv kannst du als Bierbotschafter unterwegs sein? Mein Rekord war mal vier Touren an sechs Tagen. Da war ich am Ende der Woche ganz froh, kein Bier trinken zu müssen… Kneipentouren enden ja nicht selten mit einem Eintrag in die Geschichtsbücher. Was ist die absurdeste Beerhike-Story? Das ist schwer in nur wenige Worte zu fassen, aber denkwürdige Abende waren unter anderem zwei junge Frauen aus Südafrika, die Vollzeit auf der Yacht eines Milliardärs arbeiten und ein bisschen aus dem Nahkästchen geplaudert haben. Und der amerikanische Air ForceSoldat, der mir mit etwas Stolz davon erzählt hat, wie er jeden Tag russische Mails und Telefonate abfängt. Ich weiß bis heute nicht, ob ich das lieber nicht wissen sollte … Das Hobby zum Beruf machen stimmt vermutlich nicht, da Bier trinken irgendwie kein Hobby ist. Was ist denn stattdessen für dich? Das Biertrinken ist tatsächlich nicht unbedingt das Hobby, vielmehr alles drumherum. Das ganze Wissen aufbauen, immer am Ball bleiben, neue Ideen sammeln und umsetzen und natürlich ganz viele interessante Leute kennenlernen. Hmm, auch da ist Hobby vielleicht nicht der richtige Begriff. Das Ganze ist schon eher ein Motor. Und wenn du bis zum Ende deines Lebens nur noch Biere von einer einzigen Brauerei trinken dürftest? Ich muss ehrlich sagen: Ich weiß es nicht. Es gibt einfach zu viel gutes Bier. Vermutlich wäre es aber eine fränkische Brauerei.

BEERHIKE – Anfragen unter beerhikenuremberg@gmail.com Instagram: @beer_hike_nuremberg


38 – gastro News

gastro: prost, mahlzeit & viel glück! Es ist Karpfenzeit. Und Nudelzeit. Es ist WeiSSwurstzeit, Burgerzeit und Bierzeit ist sowieso immer. Es ist an der Zeit, die gastronomie neu zu entedcken und neu zu beleben. Esst euch satt mit curt.

vegönn dir

tucher mautkeller Entenstuben

Ess.Brand


39 – Gastronomie

Tucher Mautkeller Im Dezember 2021 öffneten sich die Tore der historischen Gewölbe des Tucher Mautkellers. Umso moderner geht’s seitdem vor und hinter den unzähligen Zapfhähnen zu, in denen 15 Sorten Tucher Biere nur darauf warten, eingeschenkt zu werden. Klassiker der fränkischen Küche in neuem, kulinarischem Gewand und deren vegane Varianten zieren die Speisekarte. Und wer von euch schon immer mal Schäufluencer werden wollte, hat jetzt die Chance! Ihr müsst lediglich ein Bild von eurem Besuch posten und den @tuchermautkeller verlinken, um beim nächsten Mal ein Bierchen aufs Haus zu kriegen! Die beiden unfiltrierten Hausbiere Urbräu Hell und das Rote Lagerbier werden übrigens nicht nur direkt vor Ort gebraut, sondern auch nur exklusiv hier ausgeschenkt. Frischer Fisch kommt hingegen aus Simmelsdorf, das Fleisch von Metzgern aus Nürnberg und Hof. Tucher Mautkeller. Instagram: @tuchermautkeller. www.tucher-mautkeller.de

dampfnudel-bäck Das Weißwurst-Frühstück wandert in den Dampfnudel-Kalender. Jawohl. Die Dampfnudel-Bäck-Gang trifft sich nämlich ohnehin schon seit geraumer Zeit einmal im Monat im

Café, um den Tag mit Weißwurst zu starten. Denn das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages und die Wurst bringt sämtliche guten Nährstoffe für ein erfolgreiches Mittagsschläfchen mit sich. Daraus wird nun ein fixer Termin: Jeden ersten Samstag im Monat treffen sich hier alle Weißwurstfans ab 9 Uhr. Heißt, der erste Termin ist der 5. Februar. am besten gleich schnell reservieren. Die nächste Wurst gibt es am 5. März. Davor aber treffen sich die Verliebten traditionell am selben Ort, denn zum Valentinstag tischt der Dampfnudel-Bäck die Cucina Erotica auf. Das anregende Menü steht rechtzeitig vorher auf der Homepage. Reservierung erbeten. Café Dampfnudel-Bäck. www.dampfnudelbaeck.de

Afterwork bar Das afterwork hat sich als Teil der Klaragassen-Familie etabliert und beschert euch von Mo-Sa (aktuell nur bis 22 Uhr, aus bekannten Gründen) einen gemütlichen und leckeren Feierabend. Neu seit Dezember ist der „Kulinarische Feierabend“ jeden Donnerstag. Im Wechsel gibt es mit regionalen Zutaten frisch zubereitet Andis Burger, Kallis Pizza und Michis Allerlei aus Mamas und Omas (und Andis und Kallis und Michis) Küche. Jeden vierten Donnerstag im Monat lädt sich das afterwork eine/n Gastkoch/köchin ein, der/

die euch was Leckeres zaubert. Und wenn ihr auch mal Lust habt, EUER Lieblingsgericht zu kochen, meldet euch einfach beim Team unter bar@afterwork-ngb.de. Weiterhin finden viele kulinarische und kulturelle Events statt – schaut einfach auf der Website afterwork-nbg.de vorbei und meldet euch an. Am 8.2. findet z.B. in Kooperation mit Gradls Whiskyfässla ein Tasting mit exklusiver Vorstellung des limitierten MesseWhiskys „The Village 2022“ statt. Afterwork Bar. afterwork-nbg.de

Ludwigs Bar Würdet ihr euch daheim auch so aufführen? Nee, deswegen geht man ja in eine Kneipe. Und die muss deshalb ab und an mal nicht bloß aufgeräumt, sondern sogar renoviert werden. Weil ihr da immer mit Straßenschuhen und Zeug ... Aber halb so wild. Nach nicht ganz zwei Wochen werkeln und machen und tun schaut das Ludwigs nicht nur aus wie neu, sondern auch ein bissl anders. Alles frisch gestrichen und frisch lackiert und mittlerweile auch schon wieder getrocknet. Ein guter Grund, um da mal vorbeizuflanieren und sich von der guten Arbeit der beteiligten Handwerker*innen zu überzeugen. Und ob das auch alles sitzt und passt und auch noch Luft hat und so. www.ludwigs-bar.de


40 – gastro News

ess.brand Das ess.brand, eröffnet von Chefkoch Till Heinz in einer ehemaligen Druckerei, die zu einem herrlich atmosphärischen Gourmet-Tempel aufgemöbelt wurde, möchte Wiedersehen mit euch feiern. Mit Herz und Feuer und kulinarischen Köstlichkeiten, live und in Farbe. Wie in vor-pandemischen Zeiten erwartet euch im ess.brand ambitionierte, schmackhafte Frischküche, die man so nicht jeden Tag hat, aber danach jeden Tag haben will. Begleitet und abgerundet wird das vom selbstgebrauten Bier und einer fair kalkulierten Weinauswahl aus biologischem Anbau kleiner Familienbetriebe. Feines Paket für den feinen Gaumen. Ess.Brand. www.ess-brand.com

restaurant STEICHELE Das Restaurant Steichele beschert uns wieder Themen-Wochen und kredenzt euch in diesem Frühjahr passende Leckereien aus saisonalen Produkten. Vom 8. bis 26. Februar erwartet euch während der Fischwochen zu jedem Gericht 1/8 L weißer Hauswein. Von 2. März bis 10. April geht’s während der Gesundheitswochen etwas besinnlicher zu. Bedeutet natürlich nicht, dass man auf gutbürgerliche und bayerische Gerichte gänzlich verzichten muss – soweit kommt´s noch! Vielmehr lädt euch das Steichele dazu

ein, während der traditionellen Fastenzeit von Aschermittwoch bis Palmsonntag mit ausgewogener Ernährung gesund und fit in den Frühling zu starten. Steichele. www.steichele.de

KRISE. Erhältlich im Balkon. Ach ja: Der schmucke Typ auf dem Cover des Buches ist der Balkon-Chef Karel. Balkon Nürnberg, am Handwerkerhof Nbg. www.facebook.com/derbalkon

tellerrand

Guerilla Gröstl

So viel Neues aus dem Tellerrand! Der Freitag steht ganz im Zeichen der Burger: Halloumi, Falafel, Bohnen, Beef – plus die heilige Diversität an Toppings und Soßen – was will man mehr? Ein paar Events vielleicht? Mund abwischen, bereithalten, das Tellerrand führt etwas im Schilde: Am 19.02. Fränkisches Grandl Bingo, am 05.03. Musikschnitzelraten und am 19.03. Durak Weltmeisterschaft. Boah! Anmeldungen laufen bereits, also lieber direkt über Instagram @tellerrand_gastro auschecken und vorbeischauen! Zudem sucht das Tellerrand-Team eine*n Koch/Köchin/Küchenhilfe als Verstärkung (35 Std. / ab 15.02.). Meldet euch! www.zum-tellerrand.de

News im Food-Bereich kommen im GuerillaGröstl-Foodhouse (oder auch per Truck) quasi wöchentlich. Die fleißigen Burgerbrater*innen in der Lorenzer Straße lassen sich nämlich in der Tat ständig etwas Neues einfallen, um der beliebten Einheit von Weggla und Fleisch und Soß das Maximum an Fun und Aufregung und Überraschung abzugewinnen. Weil, klar sind die Klassiker geil, was will man denn eigentlich mehr als ein Cheeseburger schon zu bieten hat, aber andererseits möchte man dann schon auch gerne wissen, was das mit einem Burger macht, wenn er zudem koranisch mit Kimchi versetzt wird. Oha. Der Korean BBQ ist noch bis zum 6. Februar Wochenspecial. Und danach gibt‘s wieder was anderes Neues. Wir wollen alles. Guerilla Gröstl. www.guerillagroestl.de

Balkon Beste Lage, beste Freunde, am Balkon kennt und trifft man sich. Weiß ja jeder. Wir kennen keinen besseren Ort an dieser Stelle am Handwerkerhof, um dort nicht nur die Lippen mit Bier zu benetzen, sondern auch, um unser Büchlein zu verkaufen: Die SCHREIB-

Hausbrauerei Altstadthof Das ist natürlich clever, wenn man sich als Destille so platziert, dass man alte massive Mauern um die eigenen Erzeugnisse hat, die


41 – Gastronomie

EIN*

GUTSCH

DIE „BESTE BESTE PIZZA“ GIBTS JETZT AUCH IN FÜRTH! Die L’Osteria Fürth eröffnete am 6. April 2018 – mit dabei ist unsere beste beste Pizza mit satten 45 cm Durchmesser und himmlische Pasta d’amore. Das Allerbeste: Zu jedem Hauptgericht gibt es gegen Vorlage dieser Anzeige ein Piccolo Dolci gratis dazu. Einfach ausschneiden und einlösen!*

BrotZeit

L’Osteria Fürth Rudolf-Breitscheid-Str. 7 | Hallstraße 2 90762 Fürth | losteria.de *Gültig bis 31.05.2018 und nur einlösbar in der L’Osteria Fürth // Piccolo Dolci = Tiramusù, Panna Cotta oder Crema di Fragola

®

La Vera Pizza Napoletana .

Innerer Laufer Platz 2 90403 Nürnberg 0911 55 58 94 Wiesentalstrasse +1 • 90419 Nürnberg 0911 37 85 74 99


42 – gastro News nicht nur durstige Diebe abhalten, sondern auch noch Temperaturen garantieren wie in Schottland. So ist es bei der Hausbrauerei Altstadthof, gelegen, wie ihr Name schon sagt, in der Altstadt und mit einem Gewölbekeller drunter, in dem die feinen Stöffchen liegen und reifen dürfen. In außerdem auch noch ganz neuen Fässern aus amerikanischer Weißeiche lagert hier z.B. das neueste Produkt, das die Stadtmauer mit seinem Namen ehrt: Der Ayrer‘s Tower No.1 ist ein Organic Single Malt Whisky mit besonderem Charakter und urbaner Herkunft. Pur zu genießen, im Partykeller oder anderswo. Hausbrauerei Altstadthof. www.hausbrauerei-altstadthof.de

Entenstuben Die Gastronomie erwacht zu neuem Leben. Genau wie das Restaurant Entenstuben, eine der renommiertesten Adressen für elegante Hochküche im Herzen Nürnbergs, das von Fabian Denninger seit 2014 immer wieder aufs Neue auf innovative Wege der Kulinarik geführt wird. Die ideale Adresse für alle, die zur Feier der Renaissance unserer geliebten Gastronomie und schon immer einmal ein hochklassiges Sterne-Restaurant testen wollten. Über 20 Jahre Erfahrung in den besten Küchen des Landes, ein besonderes Augenmerk auf saisonale und regionale

Produkte von Spitzenqualität und eine stilvolle Wohnzimmeratmosphäre. Man darf sich ja auch mal was gönnen – um anschließend mit stolz geschwellter Entenbrust vom Erlebnis eines Besuchs im Entenstuben berichten zu können. Entenstuben. www.entenstuben.de Instagram: @entenstuben

Neu: Apéro In die Helmstraße in Johannis, wo bis Anfang 2021 der Andalusische Hund fast ein Vierteljahrhundert zuhause war, kehrt endlich neues Leben ein. Und mit Michael Groß, Betreiber von Hempels Burger in Gostenhof und Erlangen, übernimmt kein Unbekannter die Lokalität. Im Apéro geht’s nach Fertigstellung der letzten Renovierungsarbeiten nun in eine leicht andere, kulinarische Richtung. Das charmante Konzept einer Aperitif Bar mit stetig wechselnder Speisekarte voller kleiner Köstlichkeiten überzeugt – auch hier wird es wie gewohnt ausschließlich Produkte höchster Qualität geben. Klein aber fein, besonders innovativ, ab voraussichtlich Februar eine neue Empfehlung mit bekannter Adresse.

Next Door Coffee Club Traurige Rausschmeißer-Meldung zum Schluss: Der Next Door Coffee Club, mit

dem die Rösttrommel in der Südstadt präsent ist, schließt zum 31. März. An dieser Stelle endet unsere Meldung nicht, denn hier kommt das wichtige „außer, wenn“. Außer, wenn sich jemand findet, der den Laden übernehmen will. Wenn ihr so jemand seid oder jemanden kennt, schreibt an: bastisn@roesttrommel.de. Save Next Door! Next Door Coffee Club. www.nextdoor-coffeeclub.de

gastronews gerne immer per mail an gastro@curt.de it´s Bringschuld! ;)


43 – Gastronomie

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44 – GNM GANZ GENAU

Vor dem Haupteingang: Marino Marini, Il Guerriero, 1959/60, Bronze. © the artist, Foto: GNM Oben rechts: Dani Karavan, StraSSe der Menschenrechte im Luftbild, 1988-93. © the artist, Foto: GNM unten rechts: Architektengruppe ME DI UM, Haupteingang des GNM, 1993, Foto: GNM; Dirk Messberger


45 – von dr. marian wild

CURT und das germanische Nationalmuseum Teil 2

PIAZZA DI NORIMBERGA Das Germanische Nationalmuseum hat sich in den 1990er Jahren zum bisher letzten Mal grundlegend architektonisch erweitert, umstrukturiert und mit einem neuen Eingang zur Postmoderne geöffnet. Zeit für eine Beobachtung. Würden wir die Nürnberger Altstadt, sagen wir, 30 Jahre früher besuchen, das Stadtquartier um das Germanische Nationalmuseum wäre ein anderes. Man beträte das schon damals vielteilige Gebäude noch über den mit einem prächtigen Jugendstilfenster gekrönten Bestelmeyer-Eingang am Kornmarkt, der eingerahmt ist von den gläsern-minimalistischen Nachkriegsbauten Sep Rufs. Im Inneren würde die Architektur der Ausstellungsräume changieren zwischen mittelalterlichem Kartäuserkloster, klassizistischem Musentempel und den Bauhaus-Ausläufern einer gläsernen Nachkriegsmoderne, fraglos in einwandfreiem Erhaltungszustand, doch ohne die kleinste Regung einer postmodernen Weltanschauung. Ab den späten 1960er Jahren quellen solche postmodernen Bauten aus der Avantgarde der „New York White Five“ hervor, es sind Vordenker wie Eisenman oder Meier, die der „bella figura“ der Nachkriegsmoderne den Kampf ansagen. Wo die Bauhausnachfahren schlicht, weiß und zeitlos bauten, schieben die postmodernen Entwerfer nun Kuben schräg ineinander, verbiegen, zerbrechen

und zerstückeln die Grundformen, nutzen gewagte Materialmixe, Farben, ironische Bauzitate und überhaupt den Skandal modisch zu sein in einer Gattung, die ihre Standhaftigkeit in Jahrtausenden zählt. Blickten wir also während unserer Zeitreise in andere Länder, wir sähen unerhörte Bauprojekte aufkeimen, Moores Piazza d‘Italia in New Orleans, oder das Centre Pompidou in Paris, entworfen von Piano, Rogers und Franchini. Die fränkische Reaktion auf diese Entwicklung hat die Westseite des Museumsensembles grundlegend verändert. Zwar ist der Bestelmeyer-Eingang am Kornmarkt prachtvoll wie eh und je, doch seit den 1990ern nurmehr Mitarbeiter*inneneingang. Und zwar heißt die im Westen tangierende (nun durch den Trakt schneidende) Kartäusergasse nach wie vor wie das mittelalterliche Kloster, doch hat hier nur der Name überdauert. Denn nahezu handstreichartig fand in den 1990er Jahren unter Generaldirektor Gerhard Bott der umfangreichste zeitgenössische Umbau statt, den die Nürnberger Altstadt in dieser Zeit vorweisen konnte. Nicht weniger als einen neuen Hauptzugang mit weitläufiger Eingangshalle und neuen Ausstellungs- und Arbeitstrakten errichtete die Architektengruppe ME DI UM im Westen des Ensembles. Als „Kunst am Bau“, wenn dieser Begriff dafür noch die angemessene Dimension ist, schuf der israelische Bildhauer Dani Karavan


46 – GNM GANZ GENAU seine durch die gesamte Kartäusergasse laufende „Straße der Menschenrechte“: Eine Pfeilerkaskade aus weißem Beton mit stilisiertem Triumphbogen am Kornmarkt als Startpunkt prozessiert seitdem durch die mittelalterliche Kartäusergasse, es ist das weitläufigste Kunstensemble in der Nürnberger Altstadt, darunter tunnelt das Museumsinnere durch. Gläsern und weiß ist dieses neue, postmoderne Puzzlestück im Gesamtbild der GNM-Architekturcollage; und man versteht seine Eingangshalle wohl nur, wenn man sich bewusst macht, dass das GNM weniger ein einzelnes Gebäude als vielmehr ein ganzer Stadtteil ist, ein Ausstellungsdorf, gewachsen über fast 700 Jahre, das man beim Besuch durchwandert. Als „Kulturforum“ benannten die Architekten das Bauteil, und das wird den Größenverhältnissen gerechter: Kein Raum, sondern ein stilisierter, antiker Versammlungsplatz ist entstanden, der zu den anderen Gebäuden des Ensembles leitet, als verglaster Außenraum im Inneren. Das ist zweifellos eine lupenreine Postmoderne, mit der die Institution sich wieder ins Aktuelle katapultierte, damals im Jahr 1993. Ob ihre unbestreitbare Monumentalität womöglich auch Schattenseiten hat, und warum da eigentlich eine Plastik von Marini vor der Tür steht, das untersuche ich in den kommenden Kolumnen, Ehrenwort.

GERMANISCHES NATIONALMUSEUM Kartäusergasse 1, Nbg. Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20:30 Uhr www.gnm.de

Architektengruppe ME DI UM, Eingangsfoyer des GNM, 1993, Blick nach innen. Unten: Eingangsfoyer des GNM, 1993, Blick zurück Richtung Kartäusergasse. Fotos: GNM


47 – fotokunst


48 – neues Museum Nürnberg

1 / LIGHTSOME, Das buntstrahlende Foyer. Foto: Thilo Bayer (Instagram: @thilobayer)


49 – von Dr. Marian Wild curt und die Kunst – das gehört längst zusammen. Redaktionell auf jeden Fall, emotional sowieso. Nun haben wir eine neue Strecke im Magazin und Online, die unsere sowieso schon immer feine Partnerschaft mit Nürnbergs erster Adresse für zeitgenössische Kunst ganz offiziell macht. Was wird sich da der Matthias Egersdörfer freuen, dass wir seinem Rat, die „Discodeppenpostille“ zum Feuilleton der Region zu machen, auch noch nach so vielen Jahren beherzen und weiter ausbauen!

Labor der Gegenwart / Teil 1

neon im museum Fotos: igers Nürnberg Die aktuelle Ausstellung zu Keith Sonnier ist mehr als nur große Retrospektive: Die Werke umarmen ihre Gegenüber in der dunklen Jahreszeit mit buntem, mittelamerikanischem Licht. Pink und orange strahlen zwei Werke von Sonnier von der Wendeltreppe aus auf den Klarissenplatz (Bild 1). Das ikonische Architekturelement von Volker Staab hat schon einige Transformationen erlebt, es wurde von Daniel Buren mit silbernen Streifen beklebt oder bot das Umfeld für eine japanische Teehauszeremonie. Seit November strahlen also Neonfarben hier, im Eingangsbereich des Neuen Museums, und die Laufzeit ist gut gewählt: Je früher die Stadt sich verdunkelt, desto massiver werden die Lichträume des US-amerikanischen Malers und Bildhauers aus Louisiana, der sich in seinem über 50 Jahre langen Schaffen von Leinwänden und Materialcollagen zum bemalten Readymade, beleuchteten Glaskörper und zur filmischen Lichtprojektion vorarbeitete um irgendwann die farbigen Neonröhren und ihre Eigenstofflichkeit

für seine Körper zu entdecken und innerhalb der Strömung der New Sculpture zu nutzen. Immer wieder wandern archäologische Versatzstücke in die Nähe dieser buntleuchtenden Zeichen, ein Hinweis auf das Zweitfach Anthropologie, das Sonnier studierte, manche Felsen sind bemalt, erinnern an Gesichter und menschliche Körper. In seinen späten Arbeiten werden die monumentalen Ammoniten zu politischen Bedeutungsträgern (Bild 3 + 4), hinterfragen die Vergänglichkeit von globaler Vormacht und Nationalstolz, aber die inhaltliche Ebene soll – diesmal – nicht die zentrale Frage sein. Ein warmes, poetisches Tageslicht erlebte Sonnier in seiner Heimat, wie er in Interviews erzählt hat; Louisiana, der von französischen Siedlern und kreolischer Kultur geprägte südliche Bundesstaat am Golf von Mexiko, bietet dem Beobachter blubbernde Mangrovensümpfe, in der Sommerhitze flirrende Felder und die legendäre Stadt New Orleans, einen Schmelztiegel für Musik und Kunst. Mit antropologischem Gespür widmet Sonnier sich auch dem Konzept hinter manchen seinen


50 – neues museum nürnberg

2 / LIGHTSOME, Blick durch den Ausstellungsraum. Foto: Andrea Horn (Instagram: @andyyhorn) 3 / LIGHTSOME, Steine und Menschen. Foto: Karin Hartwig (Instagram: @karin.hartwig.fotografie)


51 – von Dr. Marian Wild Arbeiten: „Ba-O-Bab“ meint zum Beispiel ein hawaiianisches Boot; in manchen Wandarbeiten der 1990er Jahre werden die Leuchtobjekte zu fremdartigen Schriftsymbolen, zu Leuchtskulpturen der Sprache. Der längere Besuch in Paris in den 1960er Jahren, zum Malen, ist nach diesen Eindrücken nachvollziehbar, und wer die Pariser Straßen bei Nacht kennt, wird diese womöglich in der zweiten Abbildung wiedererkennen. Seinen Abschluss macht Sonnier kurz darauf in New York, der anderen „Electric City“, mit dem niemals verstummenden Broadway. Wie kristallisierte Musik schwingen manche der Neonröhren kaltblau aus den kompakten Gebilden heraus (Bild 5), sie wirken wie Hommagen an die pulsierenden Kraftzentren großstädtischen Lebens. Das Neue Museum wird durch Keith Sonnier noch bis in den Frühling hinein eines dieser Kraftzentren sein, ein Ort zum Versinken im Licht und zum geradezu stofflichen Fühlen der französischen Blasmusikparade einer internationalen, US-amerikanischen Region. Wenn man einen Tipp geben darf: Kommt nach Sonnenuntergang!

KEITH SONNIER – LIGHTSOME @ Neues Museum Nürnberg, Klarissenplatz, Nbg. www.nmn.de

FOTO-Kooperation Die Fotografien des Reviews wurden uns wundervollerweise von den igers Nürnberg zur Verfügung gestellt. Die Gruppe aus Fotograf*innen besucht regelmäßig Ausstellungen und Kulturveranstaltungen auf ihren instawalks und zeigen die oft spektakulären Ergebnisse auf ihrem offiziellen Instagram-Account: @igers_nuernberg In der Keith-Sonnier-Ausstellung hat die Gruppe die überwältigende Strahlkraft der Werke beeindruckend festgehalten. Danke für die Kooperation! 4 / LIGHTSOME, Licht und Ammoniten. Foto: Martina Purmann (Instagram: @sonnig_wolkenlos) 5 / LIGHTSOME, Betrachterin vor Lichtknoten. Foto: Axel Eisele (Instagram: @eiselephotography.art)


52 – Choo-Choo mit Style

DB Museum, design & Bahn. © copyright: DB Museum, uwe Niklas

Illustration: xxxx


53 – design

Von Zügen und Bügeleisen: Design & Bahn im Db Museum Kaum zu fassen eigentlich für uns bekennende Fans von Polsterbezügen in alten ICs, von lebkuchenflachen Aufklapptischchen und den Uhren in den Bahnhöfen allüberall, aber es stimmt: Zum ersten Mal widmet sich eine Ausstellung im DB Museum dem Design der Bahn. Sie tut dies in Form von 20 Episoden, die die Entwicklung des Designs Schritt für Schritt nachvollziehen. Los geht‘s in der Zeit um 1900, weil es um diese Jahrhundertwende herum war, dass Design, also im Grunde: bewusste Gestaltung, bei der Bahn überhaupt anfing, eine Rolle zu spielen. Denn bis dahin bestimmten Ingenieure und Handwerker darüber, wie das alles so aussah. Und anders als heute, natürlich, hatten diese wenig Gespür für Ästhetik. War halt so. Im Zuge dieser Ausstellung aber endlich erfahren, was sich die Designer*innen der Gegenwart z.B. bei der Gestaltung der neuesten ICE-Generationen gedacht haben, wie sich die Farbwelt des Unternehmens verändert hat und was ein Zug und ein Bügeleisen gemeinsam haben (die Windschnittigkeit nämlich). Zur Darstellung kann das DB

Museum auf zahlreiche Exponate zugreifen, die der Öffentlichkeit zum Teil noch nie, oder zumindest schon lange nicht mehr, präsentiert wurden. Riesige Exponate wie Züge sind ebenso erlebbar wie Materialien oder Werbung bzw. Werbemittel. Von seltenen Modellen über originale S-Bahn-Türen bis hin zum, wenn man uns fragt, Herzstück des Ganzen, den bunten Polsterbezügen aus den 70er-Jahren. Diejenigen, die die Entscheidungen für rund oder eckig, blau oder gelb getroffen haben, berichten in filmischen Interviews von ihren Erfahrungen. 120 Jahre Designentwicklung erzählerisch zusammengefasst in einer Ausstellung. Stark! Trainspotter und Design-interessierte Menschen – also die klassischen curt-Leser*innen und -User*innen – kommen bei dieser Ausstellung noch bis 12. Juni allervollstens auf ihre Kosten.

Design & Bahn Sonderausstellung im DB Museum, Lessingstr. 6, Nbg. Aktuelle Infos zum Rahmenprogramm auf www.dbmuseum.de


54 – interview Fabian Lenczewski

oben: radio in der nussschale. rechts: wunderschönes ententelefon. unten links: GroSSrohrpost. unten rechts: Tischtennisschläger-postkarte


55 – MfK

Kuriose Kommunikation im Mfk: Schallpostkarten und Postraketen Bei uns läuft das ungefähr so: Erst labert einer was in sein Smartphone, die Nächste erzählt es ihrer Brieftaube, diese einer anderen Brieftaube, die das Gehörte dann auf Büttenpapier überträgt, das sie per Rohrpost an die Druckerei sendet – und am Ende habt ihr ein Heft in den Händen. Kuriose Kommunikation oder genialer Workflow? Man weiß es nicht. Man kann sich aber schlau machen, in dem man ab 3. März das Museum für Komunikation besucht. Die neue Ausstellung „Kuriose Kommunikation“ zeigt ungewöhnliche Objekte, mit denen der Mensch kommuniziert. Wir haben mit Fabian Lenczewski gesprochen, dem Kurator der Ausstellung am Frankfurter Museum. Herr Lenczewski, die Ausstellung Kuriose Kommunikation zeigt Objekte, die, teils überraschenderweise, genutzt wurden, um zu kommunizieren. Weit weit reicht die Spanne dessen, was wir da vorfinden? Die Bandbreite der Exponate ist extrem hoch. Briefmarken aus Seide, Postkarten aus Baumrinde, eine versendete Kokosnuss, ein Anzug aus Postbeuteln, ein Telefon in einen Duschkopf eingebaut, ein Radio in einer Walnussschale, käuflich zu erwerbende Produkte wie eine intelligente Spielzeugpuppe und viele weitere Sachen bilden eine reichhaltige Mischung aus Exponaten. Da ist, der Erfahrung nach, für alle Besucher*innen etwas dabei, was auf Interesse stößt.

Was finden Sie persönlich am kuriosesten? Mein Lieblingsexponat ist die Versuchsrakete „Inselpost“ von 1961, da ich es sehr spannend und faszinierend finde, Post von Schiffen in kleinen Raketen mit bis zu 125 cm Länge und einem Fassungsvermögen von 6.000 Postkarten und Briefen auf Inseln zu „schießen“. Leider gab es einen tödlichen Unfall bei einer Vorführung und die Raketenversuche wurden 1964 verboten. In der Sammlung findet sich z.B. eine Muschel, ein Bierdeckel, ein Pflanzenblatt – alles Objekte, die statt Postkarte oder Brief verschickt wurden. Funktioniert das denn theoretisch immer noch: Was eine Briefmarke trägt, wird versendet? Theoretisch würde das heute noch funktionieren. Ich bin da aber skeptisch. Natürlich wird nicht jeder Gegenstand versendet, zumindest die Maße und das Porto sollten schon mehr oder weniger mit den Regularien der Zustellbetriebe übereinstimmen. Dann kommt es stark auf die einzelnen Mitarbeiter*innen in der Lieferkette an und zu guter Letzt muss berücksichtigt werden, dass die Experimentierphase bei den Unternehmen und den Kunden auch in diesem Fall schon ausläuft. Und die automatisierte maschinelle Bearbeitung hilft uns bei solchen Objekten natürlich auch nicht weiter. Erzählt die Ausstellung auch die Geschichten hinter den Objekten, also was die Menschen veranlasst hat, so und nicht anders zu kommunizieren? Ich muss da zuerst an Agententhriller und


56 – Kuriose Kommunikation mit curt heimliche Botschaften denken ... Häufig gibt es wenig Informationen. Doch bei einigen Objekten haben wir spannende Hintergrundgeschichten, wie zum Beispiel die Kokosnuss, die ein Vater seiner Tochter zum 18. Geburtstag von der Südseeinsel Tonga hat schicken lassen. Dabei musste er selbst nicht nach Tonga reisen, ein Auftrag an die Postverwaltung in Tonga reichte dafür aus. Um Ihren Gedanken der Agententhriller aufzugreifen: wir zeigen in der Ausstellung beispielsweise einen Dampfentwickler TUR USI 50, der vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR verwendet wurde, um Briefe zu öffnen. Wie viele Objekte versammelt die Ausstellung und wie kam diese Sammlung zustande? Die Idee zur Ausstellung basiert auf dem Aufsatz von 2018 „Musik vom Röntgenbild, Stimmen in der Dusche. Ungewöhnliche Objekte aus der Sammlung der Stiftung“, erschienen in „Das Archiv. Magazin zur Kommunikationsgeschichte“ von Elke Schimanski, einer ehemaligen Volontärin der Stiftung. Dieses Thema wollten wir schon lange umsetzen und Dr. Matthias Lieb und ich durften die Ausstellung konzipieren und kuratieren. Nach einem internen Sammlungsaufruf „Was fällt Euch an kuriosen Objekten ein“ erhielten wir knapp 800 Objektvorschläge. Anhand unserer digitalen Sammlungsdatenbank haben wir diese Liste halbiert und in tagelangen Aufenthalten in den Sammlungsstandorten der Stiftung fiel die Wahl auf die insgesamt 113 ausgestellten Objekte. Kriterien dabei waren der Erhaltungszustand, die Hintergrundgeschichten und Besonderheit der Objekte. Auch eine Art Vorläufer der Sprachnachricht wird präsentiert. Worum handelt es sich dabei? Dabei handelt es sich um das Aufnahmegerät für Schallpostkarten „Phonopostal“ von 1906. Mit dem Phonopostal lassen sich – ähnlich einer Schallplatte – mit Paraffin-Wachs beschichtete Postkarten, sogenannte „Sonorinen“, über einen Schalltrichter

und eine Nadel Nachrichten aufnehmen. Die Empfänger*innen mussten ebenfalls über ein solches Gerät verfügen, um die Nachricht abhören zu können. Heute gelten diese Sprachpostkarten als gescheiterte Innovation. Dass wir keine Morsezeichen mehr benutzen, ist klar. Mittlerweile sind aber auch das Fax und fast schon das Festnetztelefon verschwunden. Beraubt uns das Smartphone einer gewissen Kreativität und Vielfalt? Das Smartphone beraubt uns vielleicht einer gewissen Vielfalt an Kommunikationsgeräten, aber mit der Textnachricht, der Sprachnachricht, der Videofunktion und dem klassischen Telefonieren usw. entsteht eine Vielfalt an Formen der Kommunikation in nur einem Gerät. Diesem Phänomen geht übrigens auch der neue Bereich zum Thema Smartphone in der Dauerausstellung hier in Nürnberg nach. Allerdings ist die Chance für Kreativität in vielen Funktionen und Möglichkeiten des Smartphones gegeben, denken wir da nur an die vielen APPs und Social-Media-Plattformen. Da liegt es an jeder/m selbst der Kreativität freien Lauf zu lassen. Aber durchweg analoge Kommunikationsformen wie die Brieftaube, die Rauchzeichen, aber auch das FAX und das Festnetztelefon sind dem digitalen Zeitalter gewichen. Umso wichtiger ist es für uns als Museumsstiftung, die Erhaltung, Erforschung und Vermittlung unserer Objekte stetig weiterzuentwickeln und allen Besucher*innen die erkenntnisreichen Verbindungen von vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen und kommunikativen Entwicklungen näherzubringen.

Kuriose Kommunikation. Ungewöhnliche Geschichten und Objekte aus der Sammlung vom 3. März bis 22. Juni im Museum für Kommunikation. www.mfk-nuernberg.de


VIRTUAL SPOTLIGHT

57 – nachhaltige kommunikation

BANDARCHIV Musikacts aus dem Großraum Nürnberg kennenlernen FRISCH GEPRESST Neuerscheinungen der Region durchstöbern MUSICMAP Bands, Musiker*innen, Konzertlocations & Kollektive auf Instagram erkunden musikzentrale nürnberg

www.musikzentrale.com


58 – kommvorzone

Kommvorzone: Südstadtraum bestens genutzt

Kommvorzone. Fotos: Harald schmidt


59 – Südstadt für alle

Und plötzlich war da eine Open-Air-Bühne, im Annapark mitten in der Südstadt. Menschen begegeneten einander bei Konzerten von Bands wie Ambiviolenz, Trak Trak oder Lass Weng Flown, bei Sport- und Yoga-Angeboten und im Rahmen des Südstadt-Parlaments. Die Politik ließ sich blicken und stand der Südstadt-Nachbarschaft beim SpeedDating Rede und Antwort. Und die emsige Programmgruppe schuf ein Klima des konstruktiven Austausches. Das war Jahr eins der KommVorZone aus dem Hause Amt für Kultur und Freizeit. Jetzt beginnt die zweite Runde bzw. das zweite Jahr. Die KommVorZone, hervorgegangen aus der Kulturhauptstadt-Bewerbung, versteht sich als offenes, partizipatives Format, um Ideen zu entwickeln, wie der offene Raum in der Südstadt besser genutzt werden kann. Die Bühne mit Kiosk im Annapark ist dabei nur das größte, augenscheinlichste Resultat. In Zusammenarbeit mit Bluepingu und der Künstlerin Barbara Engelhard entstanden außerdem erste Pop-upGärten, ebenfalls am Annapark und an der Gustav-Adolf-Kirche. Und in den Workshops der Programmgruppe brodeln ständig neue Impulse zur nachbarschaftlichen Stadtgestaltung. Wer mithirnen mag, kommt zu den offenen Treffen im Südpunkt. Am 12.02. organisiert die KommVorZone einen Workshop zum Thema „Alle im Boot? Ehrenamt diverser gestalten““, am 12.03. geht‘s um „Kreative Konfliktbewältigung“. Im Sommer, so viel dürfen wir verraten, kehrt dann die AnnaparkBühne zurück. Was im vergangenen Jahr funktioniert hat, wird auch in diesem fortgeführt, kündigt Projektleiterin Olga Komarova an: „Dazu gehören die überaus beliebten Konzerte von allen für alle am Freitagabend, Sport und Bewegungsangebote im Park von Tanz bis

Yoga und natürlich das Speed Dating mit bekannten Personen aus der Stadt, die man schon immer einmal näher kennenlernen wollte. Bei diesem Format wird an einer Konkretisierung der Themen gearbeitet, um Fragestellungen zu entwickeln, die besonders für die Südstadt von Relevanz sind, ob das nun Maßnahmen zum Klimaschutz im „steinernen Stadtteil“ oder Erfolgserlebnisse auf Fahrradstraßen sind.“ An anderer Stelle, das ist der Wunsch des bestehenden Teams, sollen neue Formate ausprobiert werden, z.B. solche der mobilen Stadtraumerforschung. Und: Noch mehr Initiativen und Akteur*innen der Südstadt sollen sich angesprochen fühlen und sich in das entstehende Netzwerk begeben, um eigene Ideen, Vorstellungen, Konzepte in der KommVorZone umzusetzen. Olga: „Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Entwicklung von Angeboten gemeinsam mit Jugendlichen und Heranwachsenden aus dem Annapark für die Südstadt Heroes und der Zusammenarbeit mit älteren Menschen aus der Nachbarschaft, um mit diesen Veranstaltungen nach ihren Wünschen zu planen. Und wenn alles klappt, dann keine Scheu vorm Generationendialog!“ Wie im vergangenen Jahr gilt: Was passiert, bestimmt ihr. Und curt ist wieder dabei, Ehrensache!

KommVorzone Die nächsten Treffen im südpunkt: 09.02., 12.02. (Workshop), 23.02. Anmeldung, Fragen, Anregung: kommvorzone@stadt.nuernberg.de www.kommvorzone.blog / instagram.com/kommvorzone_nbg Gefördert von der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg.


60 – Antirassismus


61 – Menschenrechte

haltung zeigen! Nürnberger Wochen gegen Rassismus: Am 21. März ist Interntionaler Tag gegen Rassismus. Klar, wir sind gegen Rassismus. Dazu gehört aber mehr, als das nur zu behaupten: Weltoffenheit und Menschenfreundlichkeit kann und sollte man jeden Tag in die Tat umsetzen. „Haltung zeigen!“ heißt deshalb auch das Motto der diesjährigen Wochen gegen Rassismus, die vom 14. bis 27. März andauern. Die Aktionswoche ist ein weltweites Projekt, dem sich in Nürnberg der Rat für Integration und Zuwanderung und das Menschenrechtsbüro verpflichtet fühlen. Umgesetzt und veranstaltet wird in diesen Tagen aber von einer breiten zivilgesellschaftlichen Front, von Kirchen, Schulen, Vereinen, engagierten Einzelpersonen und, und, und. curt hat erste Infos übers Programm, das noch wachsen wird. Verkehrsschilder der Gerechtigkeit 2021 fand die vierte Internationale Gipfelkonferenz der Kinder/ Jugend statt. Auch in Nürnberg, wo der Künstler Johannes Volkmann (Das Papiertheater) mit den Kids neue Verkehrsschilder erarbeitet hat, die uns nicht verbieten, irgendwo zu parken, sondern uns zu mehr Gerechtigkeit ermutigen. Im Laufe der Nürnberger Wochen gegen Rassismus werden diese neuen Schilder an sieben Plätzen ins Stadtbild integriert werden, immer begleitet von einer Veranstaltung mit einer entsprechenden Rede. Privatpersonen oder auch Institutionen und Schulen haben dann die Möglichkeit, Patenschaften für einzelne Schilder zu übernehmen, um ihnen einen dauerhaften Platz zu geben. Los geht‘s am 14.03., 14 Uhr auf der Wiese vor dem Staatstheater mit OB Marcus König und Intendant Jens-Daniel Herzog.

Ausstellung: Neofaschismus in Deutschland Die AfD, die Zeitschrift Compact und ihr Umfeld, die Identitäre Bewegung, Teile der Querdenker-Szene ... der Neofaschismus kommt in vielerlei Gestalt, aber er ist auch in Deutschland nicht wegzudiskutieren. Die VVN-Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes beobachtet diese Entwicklungen schon länger und organisiert ihre Ausstellung daher auch bereits in der 7. Auflage. Auf 25 Tafeln in der Villa Leon findet neben dem historischen Exkurs vor allem die Darstellung heutiger Netzwerke des Neofaschismus statt. 15.03. - 27.03., Villa Leon. Vortrag/Diskussion: Lebenswelten schwarzer Menschen in Nbg Gerade Nürnberg*innen wissen das: Menschen unterschiedlicher Herkunft gehören zu einer lebendigen, modernen Stadtgesellschaft dazu und bereichern diese. Die Geschichte schwarzer Menschen in Deutschland reicht aber weit zurück. Der Vortragsabend richtet einen Blick auf die Historie und auf die realen Lebenswelten heute. Eine Veranstaltung der Black Community Foundation, des Xenos e.V., des we integrate e.V. und der AWO in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Initiative für Afrika. 16.03., 19 Uhr, Villa Leon. Eine Fahrkarte nach Jerusalem – Der Club im Nationalsozialismus Club-Historiker Bernd Siegler liefert Einblicke darüber, wie sich unser aller FCN im Nationalsozialismus verhalten hat, wie die


62 – haltung zeigen!

Nazis mit dem Club umgingen und der Verein mit seinen jüdischen Mitgliedern. Siegler erzählt von vorauseilendem Gehorsam, vom Widerstand Einzelner und dem Umgang der Clubführung mit ihren Verfehlungen nach 1945. Auch ein Blick in die Gegenwart des Vereins darf da nicht fehlen. 17.03., 18 Uhr, digitaler Vortrag. Stadtführung: Zwangsarbeit in Deutschland Die Nazis wollten hier bekanntlich viel bauen und dafür vor allem gern Menschen und deren Körper ausbeuten. Zehntausende Zwangsarbeiter*innen wurden während des Zweiten Weltkriegs nach Nürnberg verschleppt. Der Bunte Tisch Gartenstadt und Siedlungen Süd, die Naturfreunde Nürnberg Mitte, der VVN-BdA und der testimon Verlag haben eine Stadtführung initiiert, die sich auf die Spuren dieser Menschen begibt und ausgehend von persönlichem Kontakt mit Zeitzeug*innen von ihrem Lebensalltag erzählt. 20.03., 11 und 15 Uhr, Richard-Wagner-Platz. Lesung und Gespräch: Sehbal Senyurt Arınlı Im Jahr 2017 musste die Journalistin und Filmemacherin, erste Kamerafrau der Türkei, Sehbal Senyurt Arınlı, ihre Heimat nach ihrer zweiten Inhaftierung verlassen. Arınlı hatte sich in ihrer Arbeit hauptsächlich mit den Minderheiten in der Türkei beschäftigt, Frauen, Kurden, Armenier, mit Umweltverschmutzung und Militarismus. Nach iher Flucht kam sie mit Hilfe des Schriftsteller*innenverbandes PEN nach Nürnberg, heute lebt und schreibt sie in Fürth. Arınlı liest auf Türkisch aus ihrer Geschichte Gruß an Wolfgang Borchert und an die Kriegsdienstverweigerer, Monika Schunigl die deutsche Übersetzung. 24.03., 19 Uhr, Villa Leon.

Zwei Jahre nach Hanau: Viele Fragen offen Am 19. Februar 2020 erschoss ein rechtsextremer Terrorist neun Menschen mit Migrationshintergrund in Hanau. Einer von ihnen war der war der 22-jährige Hamza Kurtovic. Auch für seine Angehörigen sind zwei Jahre später noch immer zu viele Fragen offen: Warum war der polizeiliche Notruf in der Tatnacht nicht erreichbar? Warum war der Fluchtweg in der Arena-Bar verschlossen? Warum durfte der Täter ganz legal einen Waffenschein besitzen? Warum hat man nicht auf die Schreiben des Täters an die Behörden reagiert? Welche Konsequenzen haben rassistische und rechtsradikale Umtriebe innerhalb der Polizei? Die Gewerkschaft ver.di lädt Hamzas Vater Armin Kurtovic zu einem Vortrag/Gespräch nach Nürnberg. 18.03., 18 Uhr, Gewerkschaftshaus am Kornmarkt. Das alles sei soweit bitte nur als Ausschnitt zu verstehen. Das Programm ist bereits jetzt vielfältiger als wir es hier darstellen können und wird noch wachsen. Alle Infos über alle Veranstaltungen ob präsents oder digital, Workshop oder, gibt‘s rechtzeitig online.

Nürnberger Wochen gegen Rassismus 14. bis 17. März 2022. www.menschenrechte.nuernberg.de Empfohlen von curt.


63 – nachhaltige kommunikation

#rollevorwärts Ungleichheit zwischen den Geschlechtern am Arbeitsplatz ist ein Problem, das von der Pandemie zusätzlich verschärft wurde. Mehr denn je wird die alltägliche Care-Arbeit nämlich von Frauen übernommen, die dafür zum Teil im Beruf kürzertreten müssen. Dadurch erhöht sich einseitig das Risiko von Altersarmut. Um dieses Thema anzugehen, starten die kommunalen Gleichstellungsstellen die Kampagne #rollevorwärts. Im Fokus der Veranstaltungen steht dabei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Care-Arbeit und das Thema Arbeitsmarkt für Frauen. Zur Arbeit der der kommunalen Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten gehört es, dem Rückfall in überkommene Rollenbilder entgegenzuwirken, die tatsächliche Gleichberechtigung zu fördern und auch bei Gewaltproblemen beratend zur Seite zu stehen. Das Programm der Auftaktveranstaltung am 7. Februar setzt sich zusammen aus einem Poetry-Slam-Auftritt von Barbara Gerlach sowie Input der Referentinnen Luisa Hanke vom Vereinbarkeits Lab Berlin und Heike Dietzsch, Geschäftsführerin der Personalberatung ODIS Consultants, mit anschließendem Austausch. Manuela Eppe-Sturm, Direktorin des Bezirks Mittelfranken, spricht zur Begrüßung, Anja Wirkner, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nürnberger Land moderiert die Veranstaltung. Das Event findet digital statt, den Zugangslink gibt es nach Anmeldung unter t1p.de/ift0. Am 15. und 16. Februar folgt dann der Digital Career Day mit vielen nützlichen Informationen für Frauen zum Einstieg in die Tech-Branche. Das ausführliche Programm und alle Infos zur Anmeldung unter www.techinthecity.de/dcd-bayern. #rollevorwärts. Kampagne der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in Mittelfranken. nuernberg.de/internet/frauen_in_mittelfranken

DIE LEUTE HABEN ANGsT, DAss DAs LEBEN EINE COMPUTERsIMULATION IsT. ICH HABE ANGsT, DAss Es KEINE IsT. Pan’s Lab Ein Trip in den Kaninchenbau des Digitalen


64 – endlich wieder freizeit

fotos: freizeitmesse


65 – komm in den curt-Caravan

Freizeitmesse: Tourismus, garten, Caravaning ... ... alles super Freizeit ist für uns, neben der Zeit, die wir für euch an diesem besten Magazin der Stadt arbeiten dürfen, die mindestens zweitbeste Zeit. Ganz klar. Denn auch wir sind heiß auf Sport und Outdoor, Urlaub, Garten und einige von uns sogar auf Caravaning. All das und mehr finden wir bei der Freizeit Messe. Trifft sich gut, dass diese Freizeit Messe vom 9. bis 13. März die Messehallen bezieht, quasi zum Frühlingsbeginn, zum Beginn der Draußen-Saison, wenn wärmer werdende Temperaturen und balzende Schmetterlinge uns vor die Terrassentür locken. Wegen der etwas engeren Kapazitäten fokussiert sich die Messe in diesem Jahr auf drei Kernthemen, die da heißen: Tourismus, Garten und Caravaning. Der ganze Pandemiedreck hat die Lust, den Hunger auf Reisen, Urlaub, fremde Länder ja nur umso mehr entfacht. Sobald es irgendwie vertretbar und sicher ist, wollen wir die Welt entdecken, wie es vormals möglich war. Inspiration finden wir in Halle 11.0, in der z.B. mögliche Reiseziele vorgestellt werden, von Österreich über Norditalien – bis Ostbayern. Wer es noch nicht weiß: Ostbayern ist immer eine Reise wert. Eine ersten gaumenmäßig-kulinarischen Vorgeschmack auf die nächste Italienreise findet ihr dann im Übrigen nebenan in der Halle 11.1 auf der Piazza Italia. Molto gustoso! Wem das Woanders-sein allein nicht reicht, der sucht sich in Halle 10.1 noch die entsprechende Beschäftigung für vor Ort. Hier präsen-

tiert die Messe diverse Möglichkeiten der sportlichen Betätigung – vom Fahrrad (kennen wir, haben wir) über das E-Bike (finden wir interessant, weil rasant) bis zu Wasser und Trendsachen wie der Tauchausrüstung und dem SUP-Board. Finden wir cool, wenn andere Menschen das gut können, wir selbst brauchen aber wohl die Messe, um uns dieser Materie anzunähern. Ob wir unseren curt-Hund Weber vor Ort auf ein SUP-Board kriegen, wagen wir aber zu bezweifeln – eher noch wird unser Thamm Cliffdiver. In Halle 12 schließlich stehen die dicken Dinger, mit denen wir da hinkommen, wo wir hinwollen, ob Ostbayern oder Paris: Caravans, Reisemobile, Wohnwagen, Zeltanhänger, Dachzelte … Unterwegs sein und im fahrbaren Untersatz schlafen können, ist der Urlaubs-Trend schlechthin und macht ganz eindeutig mehr Spaß, wenn man gut ausgestattet ist. Im Foyer der Halle 12 konzentriert sich die Messe dabei auf das Thema Camping und was man dafür so braucht. Verschiedene Campingplätze stellen sich vor. Am 11. März ist Outdoor-Aktionstag, am 12. und 13. März stellen sich die regionalen Sportvereine vor und verraten, warum man zum SUPBoarden und Tauchen eben doch gar nicht so weit weg fahren muss.

Freizeit messe 9. bis 13. März. Messe Nürnberg. www.freizeitmesse.de


66 – Endlich wieder Whisk(e)y

Fotos: Whisk(e)ymesse


67 – Wer nicht verkostet, rostet

Whisk(e)ymesse: Lecker Schnäpschen, ebenfalls super Schwierigste Aufgabe des Jahres für den curt-Schreibermann: Whisky oder Whiskey? Wohl wissend, dass man sich da von den eingefleischten Liebhaber*innen schnell Haue abholt, halten wir uns strikt an die Schreibweise, die die Messemacher*innen selbst verwenden. Und die sind maximal diplomatisch: Whisk(e)y. Kann man machen. Kann man auch machen: Ein edler Whiskey in einem ideal dafür geeigneten Glaserl. Wem dieser Anblick ein wohliges Gefühl um den Nabel herum verursacht, wer hier sogar seine Lippen benetzen möchte, für den ist sie perfekt, diese Whisk(e)ymesse The Village, die am 2. und 3. April zum zehnten Mal stattfindet. Was man da findet, ist also kein Geheimnis mehr. Und zwar in entsprechender Menge: The Village präsentiert über 2.500 Whisk(e)ys aus 18 Ländern! Alle kann man da nun freilich nicht probieren, selbst wenn man an beiden Tagen und sogar noch beim Soft-Opening am Vorabend vor Ort sein sollte. Am besten man macht sich vorher einen Plan und wühlt sich durch die lange Liste der Destillerien, die ausstellen werden. Darunter finden sich auch wieder etliche, von denen nicht nur wir, sondern vielleicht sogar die Kenner*innen des Fachs noch gar nie gehört haben: Kleine Betriebe, junge, freshe, freche Betriebe, bislang und zu Unrecht unbekannte Brennereien finden im Village ihren Platz. Zum Teil haben sie Sondereditionen und Raritäten mit im Gepäck. Unter anderem: eine The Village Special Edition und eine Franconian Edition. Mund auf, rein damit. Aber, The Village ist immer mehr als nur eine große Verkostungsmeile. In zehn Jahren hat sich die Whisk(e)ymesse zu einem der wich-

tigsten Treffpunkte der europäischen Szene entwickelt. Zum ganzen Genuss gehören nicht nur der golden glänzende Stoff, sondern auch die schottische Mode (mit nix drunter natürlich), der Barbershop für die passende Bar-Frisur, alle Produkte rund ums stilvolle Trinken, darunter viel Handgemachtes und sogar Möbel, die Basic-Seminare und Masterclasses zum korrekten Reinsüffeln, die persönlichen Begegnungen mit Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen ... und ein Bühnenprogramm mit viel Livemusik. Ganz neu ist der Bereich Meat & Fire. Wer schon einmal gegrillt und getrunken hat, weiß, dass der Whisk(e)y in der Gegenwart von Kohle und Grillgut immer noch ein bisschen besser schmeckt – und umgekehrt. Hier werden Grills, Smoker, Öfen und Zubehör präsentiert, Foodtrucks im Außenbereich versorgt die hungernden Fans und drinnen werden die schottischen Spezialitäten Stew und Haggis aufgetischt. Es kommt Pub-Atmosphäre auf! Schön und gut, denkt ihr euch jetzt vielleicht, mir schmecken aber doch Whisky und Whiskey gar nicht so lecker, ob nun mit e oder ohne. Kein Problem! Zu The Village gehört immer auch Rueblo del Ron – die große R(h)um-Messe. Cheers!

The Village – Die Whisk(e)yMesse 2. und 3. April, Pre-Opening am Vorabend, 1. April. Messe Nürnberg. www.whiskey-messe.de


68 – interview Nasser Ahmed

Interview mit Nasser Ahmed

„Der eine oder andere Parkplatz muss für die gute Sache geopfert werden“


69 – Fahrradspecial Die Nürnberger SPD hat vor gut einem Jahr einen neuen Vorsitzenden gewählt. Er ist 32 Jahre jung und sitzt, das kann man über Social Media nachprüfen, gern und anscheinend nicht selten auf seinem Fahrrad. Mindestens zwei Gründe, um mal bei Nasser Ahmed anzuklopfen und nachzufragen: Was würdest du für uns tun, für uns Fahrradfahrer dieser Stadt? CURT: Erstmal vorweg, das ewige Thema: Ist Nürnberg wirklich eine „fahrradfreundliche Kommune“? NASSER AHMED: Ja, ich denke schon. Mit der Auszeichnung ist nicht gemeint, dass alles schon perfekt ist, sondern dass Politik und Stadtverwaltung alles daran setzen, die Stadt von Jahr zu Jahr noch fahrradfreundlicher zu machen. Und das ist definitiv der Fall. Es gibt im Stadtrat inzwischen einen breiten Konsens für die Verkehrswende. Du setzt dich im Stadtrat seit 2014 für das Thema ein. Was wurde seither konkret erreicht? Als ich 2014 in den Nürnberger Stadtrat gewählt wurde, da lag der jährliche Radwege-Bau-Etat bei etwas über 500.000 Euro. Wir haben diesen Etat stufenweise auf 10 Mio. Euro jährlich erhöht. Mir ist kein anderer Posten in irgendeinem politischen Haushalt bekannt, der über ein paar Jahre „verzwanzigfacht“ wurde. Zudem haben wir auf Initiative der SPD 18 Radvorrangrouten, also Fahrrad-Hauptrouten durch die Stadt, und 12 Kilometer Fahrradstraßen beschlossen. Und in Kooperation mit den Aktivisten des Radentscheids haben wir erst Anfang 2021 im Mobilitätspakt die Weichen für eine massive Verkehrswende gestellt: Wir werden viel mehr Platz in der Stadt fürs Rad frei machen. Zudem haben wir in den Haushaltsberatungen 2021 auch beim Personal viele neue Stellen geschaffen. Mit diesen werden wir gut in das Jahrzehnt der Verkehrswende starten. Eine super Sache! Was muss als nächstes dringend angegangen werden?

Der Mobilitätspakt muss jetzt auch in die Tat umgesetzt werden. Es darf nicht bei politischen Ankündigungen bleiben. Um nun wirklich die 10 Mio Euro jährlichen Radwege-Bau-Etat auf die Straße zu bringen und mehr Platz fürs Rad zu realisieren, müssen harte Entscheidungen getroffen werden. An manchen Hauptverkehrsstraßen heißt es, den ein oder anderen Parkplatz für die gute Sache zu opfern – oder gar eine ganze Autospur. Wir sollten das nicht ohne ein übergeordnetes Konzept machen, sondern uns an das Radvorrangrouten-Netz halten. Aber dort, wo es notwendig ist, brauchen wir jetzt mutige Entscheidungen. Ich hoffe, dass da dann unser Kooperationspartner CSU mitgehen kann. Modellhaft sind hier zu nennen die Entscheidungen in der Bayreuther Straße und in der Ostendstraße. So müssen wir jetzt weitermachen! Wie glücklich sbist du mit dem Masterplan nachhaltige Mobilität, der aus dem Radentscheid hervorgegangen ist? Ich bin sehr zufrieden. Wir haben eine Zielzahl formuliert. Bis 2030 wollen wir 7% weniger Autoverkehr und mehr Bus, Bahn und Rad auf den Straßen haben. Zudem haben wir mutige Entscheidungen zum Stadtumbau weg von der autogerechten zur menschengerechten Stadt durchgesetzt. Klar: Einiges hätte noch konkreter und auch weitergehender sein können. Aber in den groben Grundzügen bin ich sehr zufrieden. Sorgen mache ich mir jetzt eher bei der Umsetzung. Da wird die SPD alles in die Waagschale werfen, dass es auch so kommt, wie es beschlossen wurde. Und die ersten Straßenpläne, die wir nach dem Mobilitätsbeschluss 2021 verabschiedet haben, sprechen eine deutliche Sprache: Wir bauen jetzt grüner, schaffen mehr Platz für Fußgänger, Fahrrad und den ÖPNV. Mehr Platz für Räder heißt immer auch weniger Platz für Autos. Daher kam der entsprechende Gegenwind für Initiativen wie den Radentscheid. Wie müssen Maßnahmen kommuniziert werden, damit man die Verkehrsteilnehmer nicht gegeneinander aufbringt? Wir sollten uns in der öffentlichen Kommunikation weniger darauf


fokussieren, was wir verlieren, sondern was wir gewinnen. Und statt auf Verbote zu setzen, will ich Angebote schaffen. Anstatt weiterhin beim Radwegebau am Flickenteppich zu optimieren, will ich ein Netz von 18 Radvorrangrouten durchgängig ausbauen. Und dort, wo wir solche durchgängigen Trassen brauchen, da sollte das Rad Vorrang haben – da kann auch ein Parkplatz wegfallen. Der Fokus läge dann darauf, was wir gewinnen: durchgängige RadHighways. Im Alltag gehöre ich zu den Radlern, die sich überall mitzufahren trauen, auch wenn´s da mal keinen Radweg gibt. Wenn man Vorsicht walten lässt und offensiv fährt, kann man auch im heftigsten Autoverkehr mitschwimmen. Aber mir ist klar, dass vor allem Seniorinnen und Senioren sowie ungeübte Fahrer z.B. das nicht können. Für sie müssen und werden wir noch bessere Radwege bauen. Bestimmte Südstadt-Achsen, wie die Wölckernstraße, meide aber auch ich. Es gibt supergute parallele Verbindungen durch die Wohngebiete – etwa die Humboldtstraße, die wir zur Fahrradstraße gemacht haben. Was ist der Nasser Ahmed Radweg-Tipp? Alle roten Radwege. Ich bin ein bisschen stolz drauf, dass ich damals im Rat den Antrag gestellt habe, dass sie alle aus Sicherheitsgründen rot werden. Wenn ich heutzutage auf einem roten Radweg fahre, fühle ich ein Stück weit Selbstwirksamkeit: Man kann in der Politik was zum Guten bewegen.

Nasser Ahmed, SPD, aufgewachsen in Nürnberg St. Peter, wurde bereits mit 16 Mitglied der Nürnberger Jusos. Seit 2014 sitzt der Politikwissenschaftler, Kulturgeograf und Radfahrer im Nürnberger Stadtrat. Er ist verkehrspolitischer und sportpolitischer Sprecher der Fraktion und seit April auch Vorsitzender der Nürnberger SPD.

foto: ludwig olah. Feilchen: Julia zukanov

70 – interview Nasser Ahmed

macht´s doch besser!

Im vergangenen Heft haben wir euch erstmals gebeten, eurem Unmut Luft zu machen und uns vor den Latz zu knallen, was euch in curt fehlt. Danke an der Stelle für eure Rückmeldungen ... und auch fürs Lob, natürlich. Björn hat sich bei uns gemeldet, der im Umland, u.a. im Staabrüchla und in Georgensgmünd, Fahrtechnikkurse auf dem Mountainbike anbietet (checkt die bikeactivities bei Facebook). Weil wir selbst zu viel Angst davor haben, über Stock und Stein zu brettern, und weil das alles eh schon so lange auf unserer Agenda stand, haben wir das als Anlass und Inspiration genommen, um uns einfach dem Radverkehr im Allgemeinen ausführlicher zu widmen. Was wir in Zukunft häufiger tun sollten. So kann‘s gehen, wenn man erfolgreich motzt!


71 – Radverkehr in Nbg

Ein Jahr Mobilitätspakt Nürnberg Der Radentscheid, ihr erinnert euch, hatte in Nürnberg 26.000 Nürnberger*innen zu einer Unterschrift motivieren können. Damit landete das Thema Radverkehr in Nürnberg auf der Tagesordnung des Stadtrats, der vor etwas mehr als einem Jahr, um den Bürgerentscheid zu vermeiden, den Mobilitätspakt beschloss. Heißt: Die Initiatoren des Entscheids einigten sich mit den Stadtratsfraktionen von CSU, SPD und den Grünen auf einen Maßnahmenkatalog für die kommenden Jahre. Dazu gehört zum Beispiel die Schaffung eines durchgängigen Radwegenetzes bis 2030, eine Regelbreite der Wege von 2,30 Metern, 1000 neue Fahrradstellplätze pro Jahr, Taktverdichtungen im ÖPNV, barrierefreie Haltestellen, eine Reduktion des Autoverkehrs von 39 auf 32 Prozent und die Einführung des 365-Euro-Tickets.

wie die Radvorrangrouten, den barrierefreien Haltestellen-Ausbau oder die Schaffung der neuen Radabstellanlagen.

Hört sich doch subber an. Allerdings: Wegen der angespannten Haushaltslage dampfte die Stadt die Pläne schon im Herbst wieder ein. Statt der zunächst geplanten 27 neuen Stellen für die Umsetzung des Paktes, sollten es nun nur noch 18,5 sein. Nach Nachverhandlungen mit der Initiative Radentscheid ist nun von 19,5 neuen Stellen in diesem Jahr die Rede. Die Einsparung verzögert Projekte

Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband GroSSraum Nürnberg www.vcd.org/nuernberg

Hmpf, findet der VCD Nürnberg, auch weil das ersehnte 365-EuroTicket bis 2023 nun wieder in Frage gestellt würde. Der Verband kündigt an, Verwaltung und Politik immer wieder daran zu erinnern, dass eine klimaneutrale, zukunftsfähige, stadtverträgliche und gerechte Mobilität sowohl gute Angebote als auch attraktive Preise benötige. Der Radentscheid ist in dem Sinne noch lange nicht vorbei. Gut, dass es so viele engagierte Radfahrer*innen in Nürnberg gibt, die der Verwaltung weiterhin gründlich auf die Finger schauen wollen. Haltet uns gerne auf dem Laufenden!

www. radentscheid-nuernberg.de


72 – Pop! Rot WeiSS

Shirts sprechen bände, Band-Shirts sprechen noch mehr bände. Rechts: matze chillt in regionalen Devotionalien der letzten Jahre. Foto: ela.


73 – Schickt Shirts!

Musealer Merch: Pop! Rot weiss sucht alten bandkrams! Der Matze vom curt zum Beispiel (der Typ links) hat sich seit seiner Jugend auf gefühlt sämtlichen Konzerten rumgetrieben, auf denen man gepflegt durch die Gegend hüpfen, bisschen rangeln und Bier trinken konnte. Danach hat er dann, weil er ein guter Fan ist, der gerne auch mal ein sogenanntes T-Shirt trägt, eifrig am MerchandiseStand geshoppt, was das Taschengeld so hergab. Heute passt Matze ehrlicherweise nicht mehr in jedes Shirt, das seinen jugendlichen Körper damals so herrlich schmückte, aber einfach wegschmeißen, die schönen Erinnerungsstücke? Das ist doch auch nix. Ganz richtig. Auch wenn Matzes Freundin oder seine Eltern, die ihren Keller vor lauter Kisten kaum noch betreten können, das vielleicht anders sehen – Band-Merch ist Kulturgut, ist Kunst! Und deshalb ruft Pop! Rot Weiss, die Popularmusikberatung des Bezirks Mittelfranken, ihn und uns und euch alle dazu auf, ihr das gute Zeug zur Verfügung zu stellen. Denn: Anlässlich des Geburtstags (5+1) möchte Pop! Rot WeiSS die Vielfalt und Kreativität der regionalen Musikszene mit einer besonderen Ausstellung feiern und sichtbar machen. Gesucht werden – und das ist ein Aufruf an euch alle da draußen! – regionale (!) Bandshirts, Hoodies, CDs, Platten, Tapes, Sticker, Plakate, Konzertkarten, Buttons, Socken, Flyer… und was eben noch

so alles existiert. Je mehr, desto geiler, desto größer und schöner die Ausstellung, die zuerst im Kulturhaus in Stein stattfinden und dann als Wanderausstellung weiterziehen soll. Wichtig ist Pop! Rot Weiss, dass eine möglichst große regionale Bandbreite sichtbar wird und dass sich vielleicht anhand einzelner Stücke schöne, nostalgische, persönliche Geschichten erzählen lassen. Ältere Objekte werden gerne als Dauerleihgabe genommen, neuere gegebenenfalls auch zum Verkaufspreis abgelöst. Geht also auf die Suche, taucht ab in eurem Kleiderschrank, wühlt in euren Erinnerungen und meldet euch schnell und unkompliziert direkt bei: kontakt@pop-rot-weiss.de. Gestaltet die Ausstellung mit! Einen Termin für die Ausstellung gibt es momentan wegen Pandemie und so noch nicht, gesammelt wird aber ab sofort. Und noch einmal: Klar reicht theoretisch auch der Kram, den das Pop! Rot Weiss-Team unserem Matze vom Körper schneidet, noch schöner wird das alles aber, wenn möglichst viele dabei sind.

Pop! Rot WeiSS - Die groSSe Merchandise-Ausstellung Termin: tba. Exponate aber bitte jetzt schon einreichen! www.pop-rot-weiss.de


74 – curt empfiehlt + verlost

hendrik Bolz

Johannes Wilkes SW © privat

hendrik Bolz


75 – curt empfiehlt

Konzerte, Partys, Theater, Lesungen & co dies kommenden seiten sind durchaus ein wenig chaotisch. ein Sammelbecken, gefüllt mit Lokaler Musik, Konzerten, Theater, Lesungen. Die Zeiten sind im Kultur- und Eventbereich mehr als unübersichtlich. Bestehendes wird kurzfristig abgesagt, neues kommt dazu, teils mit viel zu wenig Infos. Oft fehlen finale Bookings, Zusagen der Locations, termine sind nicht safe gefixt, die FInanzierung wackelt noch. corona-Auflagen ändern sich ständig ... Naja, auf den kommenden Seiten haben wir gesammelt und uns bemüht, auch last minute Dates noch zu erfassen. Und last minute absagen ebenfalls zu berücksichtigen. so oder so: support your Veranstalter!

lesungen Johannes wilkes: Der Fall Caruso. Tatort Knoblauchsland Mittwoch, 23.02. / 19.30 Uhr // Schloss Almoshof Ein Erlanger Ingenieur wird bei einer Autoexplosion in Neapel in die Luft gejagt. Uff. Er hinterlässt eine junge Frau. Uff, uff. Weil sie den lokalen Behörden wegen ihrer Verbindungen zur Camorra misstraut, schickt die Erlanger Polizei umgehend ihren besten Mann: Kommissar Mütze ermittelt undercover. Als Tarnung hat er seinen Kumpel Karl-Dieter dabei, der eh schon immer mal nach Neapel wollte. Die beiden Franken versuchen verzweifelt, die Witwe zur Heimkehr nach Deutschland zu überreden. Und stehen vor vielen Fragen: Was wollten die beiden Deutschen in Neapel und was hat das alles mit der BND-Vergangenheit des Ingenieurs zu tun? Die Spuren führen zurück nach Erlangen. Krimiautor Johannes Wilkes liest aus seinem jüngsten Buch, einer fränkisch-italienischen Krimikomödie. Begleitet wird er Frank Munker am Akkordeon. Eine Anmeldung ist erforderlich unter: Tel.: 0911-23111405 oder kulturladen-almoshof@stadt.nuernberg.de

Hendrik Bolz Sonntag 27.03. / 19 Uhr // E-Werk Hendrik Bolz, sagt euch jetzt vielleicht im ersten Moment nix, aber wenn wir sagen Zugezogen Maskulin sagen, macht es doch klick, gell. Die eine Hälfte des Rap-Duos wuchs in Stralsund auf, im nordöstlichsten Eck Deutschlands, Meck-Pomm, einem Landstrich, der jetzt echt schon lange zur BRD dazugehört und trotzdem nach wie vor ganz anders ist. In seinen Erinnerungen an eine "Jugend in blühenden Landschaften" erzählt Bolz von seinen Ausbrüchen aus der Langeweile und den Fluchtwegen, um Prügel zu vermeiden und auch wenn die Baseballschlägerund Springerstiefel-Jahre so langsam vorbei gehen, betreten wir eine Landschaft, die geprägt ist vom Fressen oder Gefressenwerden. Es gitl hart und härter zu werden, um sich durchzusetzen und stumpfer, um kein Mitleid zu empfinden. Die Mittel der Wahl heißen Rap, Kraftsport und Drogen. Nullerjahre erscheint am 10. Februar bei Kiepenheuer und Witsch.


76 – cur-projekt BBB

Bands become Beer pres. nobutthefrog

Selbst die romantischsten Verfechter von waschechter Straßenmusik müssen sich wohl irgendwann eingestehen, dass gute Songs nicht für immer nur durch Fußgängerzonen schallen sollten. Bestes Beispiel: nobutthefrog.


77 – curt empfiehlt Das Singer-Songwriter-Duo hat sich quer durch Europa gespielt und das Handgepäck stetig mit neuer Inspiration für neue Lieder befüllt. Zurück in der Heimat war die Reisekasse leider nicht voll genug, um daraus das lang ersehnte Debütalbum zu produzieren. Viel länger wollten Anka und René verständlicherweise nicht warten und da es auch mit Gagen derzeit mau aussieht, wurde kurzerhand per Crowdfunding um Unterstützung gebeten. Wie ist der Stand im Sparschwein – dürfen wir uns bald auf euer erstes Album freuen? Ja, ihr dürft euch freuen und wir uns erst! Unser Debüt-Album „Rhythm of Your Soul“ erscheint am 1. Juli 2022 und das feiern wir mit einer Plattentaufe in Nürnberg. Wo, ist noch unklar. Unser Sparschwein war leer als wir die Arbeit am Album angefangen haben. Wir hatten auch keine Chance, das Geld durch Konzerte reinzubekommen, da wir nahezu keine Gigs hatten. Glücklicherweise haben wir dann zwei Förderungen bekommen, mit denen wir die Produktion im Studio starten konnten. Im Herbst sind noch ein paar Euros und Schweizer Franken aus unserer Straßenmusiktour eingeflossen. Den letzten Schliff hat uns dann das Crowdfunding beschert, das wirklich fantastisch lief und die Leute damit unser Album bereits vorbestellen konnten. Die Songs sind gerade beim Mixing und wir in regem Kontakt mit unserer Grafikdesignerin. Wir halten es kaum aus vor Vorfreude! Wo seid ihr gerade und was passiert da? Wir sind gerade mit unserem Van an der Ostküste in Spanien. Wir reisen von Stadt zu Stadt und verdienen unser Geld mit Straßenkonzerten. Wir haben diesmal unsere akkubetriebenen Boxen dabei, um mehr Menschen erreichen zu können und um unsere Stimmen etwas zu schonen. In Tarragona gibt es einen Platz in der Stadt, an dem man eine herrliche Aussicht aufs Meer hat (er heißt passenderweise Balcó del Mediterrani). Dort haben wir drei Tage hintereinander

gespielt und zeitweise standen da 30 bis 40 Leute vor uns. Ein paar Tage zuvor haben wir an einem Strand geparkt, an dem viele andere Reisende mit Bussen angekommen waren und wir haben kurzerhand alle zu einem Konzert am Abend eingeladen. Wir waren uns überhaupt nicht sicher, ob überhaupt jemand kommen würde, aber pünktlich zum Konzertbeginn sind alle samt Campingstuhl, Getränken und dicken Jacken aufgetaucht. Es war Wahnsinn, denn an dem Abend ist parallel zum Sonnenuntergang der Vollmond aufgegangen. Ihr verknüpft eure Auftritte gerne auch mit anderen Künsten und Ausdrucksformen. Geht das auch auf einer Platte? Wir hatten unseren Proberaum im Bildungspark in Nürnberg, einer leerstehenden Immobilie am Hallertor, welcher auch die Ateliers wunderbarer Künstler beheimatet hat. Dort sind wir Teil einer wundervollen Gemeinschaft geworden, in der sich alle Kunstformen ausleben können, wodurch tolle Verbindungen entstanden sind. Wir finden das total super und auch sinnvoll, wenn Kunst als Ganzes gesehen wird und sich ergänzt, statt sich gegenseitig ausschließen. Wir haben drei Künstler*innen eingeladen, etwas für unsere CD zu designen und zu malen. Unser Album wird also eine Collage aus verschiedenen Stilrichtungen und der rote Faden ist dabei ganz klar der Bildungspark. Leider wurde dieser im Herbst 2021 geräumt, wird abgerissen und muss einer hochmodernen und teuren Immobilie weichen, da Platz für Kunst bekanntlich keine sonderlich rentablen Umsätze abwirft. Man kennt das ja vom Quelle-Gelände ... Es kommt so rüber, als ob ihr immer on the road seid und ein nices Van Life führt. Könnt ihr eure Reisen über die Straßenmusik finanzieren oder habt ihr geile normale Jobs mit unnormal viel Urlaub? Wir haben uns dazu entschieden, zu 100% von der Musik zu leben. Unser Motto ist: Jetzt oder nie – ganz oder gar nicht! Das nice Van Life ist ein äußerst Bescheidenes. Wir haben unsere Ausgaben aufs Minimum reduziert, um von den Einkünften der Straßenkonzerte leben zu können. Wenn es in unserer Drei-Quadratmeterwohnung


78 – cur-projekt BBB auf Rädern doch mal zu eng wird, arbeiten wir für Essen und Unterkunft bei wunderbaren Menschen. Solche Gastfamilien finden wir zum Teil online über entsprechende Plattformen. So haben wir auch die Gelegenheit, Locals kennenzulernen, ein paar Fetzen der Landessprache aufzuschnappen und in die Kultur einzutauchen. Würden wir in Nürnberg in einer Wohnung leben, könnten wir uns ein Leben nur von der Musik nicht leisten. Ist eine Livetour zum Album geplant? Wir kommen ab Mai für ein paar Monate wieder zurück nach Deutschland. Im Moment sind wir aber auf Grund der Lage noch sehr skeptisch, was die Livetour anbelangt. Es gibt zwar schon ein paar richtig coole Zusagen für den Sommer, dann auch mit voller Bandbesetzung. Wir werden auf der Tour aber auch auf der Straße spielen, da wir dort Menschen erreichen, die keinen Anschluss zur Kultur haben, sich kein Ticket für ein Konzert leisten können, uns noch gar nicht kennen oder allgemein eher weniger mit Musik zu tun haben. Live vor Publikum zu spielen ist für uns einfach das Größte, deswegen freuen wir uns schon total auf den Sommer in Franken. Jetzt mal ganz unter uns… wie spielentscheidend war es in eurem Schaffungsprozess, dass genug Bier aus unserer Aktion BANDS BECOME BEER im Proberaum vorhanden war? Also ganz ehrlich: Die fünf Kästen haben unsere Studiozeit im Herbst 2021 eindeutig versüßt. Ein kleines Pyraser Zwergla für die Raucherpausen zwischendurch und nach getaner Arbeit ein Sternla oder Schanze als Feierabendseidla waren herrlich. Man lernt das fränkische Bier erst richtig zu schätzen, wenn man wie wir längere Zeit in Europa unterwegs ist und dabei nur dünnes 0815-Bier serviert bekommt.

NOBUTTHEFROG Debüt-Album „Rhythm of Your Soul“ erscheint am 1. Juli 2022. Instagram: @nobutthefrog


MUZClub

Mi 02.03. 20:00 Rosalie Cunningham / Konzert Mi 16.03. 20:00 Sofia Portanet / Konzert Fr 25.03. 20:00 Belzebong & Nightstalker / Konzert Di 29.03. 20:00 Buster Shuffle / Konzert www.instagram.com/musikzentrale_nuernberg

LUX

SA 19.02. 19:00 7. Nürnberger Power-Point-Karaoke DO 10.03. 20:00 Bembers Mit alles und Schaf FR 11.03. 18:00 Kleidertausch: Shop & Swop SA 26.03. 16:00 Techno Church – für alle ab 18 Jahren www.instagram.com/lux_jungekirchenbg

s ationale n r e t n I . 18

R E M Z E KL TIVAL FES

FÜRTH

Info und Veranstalter: Kulturamt Stadt Fürth / Tel.: (0911) 974-1688 / klezmer-festival@fuerth.de Tickets an allen bekannten VVK-Stellen

Foto: Marlene Karpischek

Club Stereo

Sa 05.03. 20:00 Meadows / Konzert Fr 11.03. 20:00 Botticelli Baby / Konzert Sa 12.03. 20:00 The Toten Crackhuren im Kofferraum / Konzert Fr 18.03. 20:00 Walking on Rivers / Konzert DI 22.03. 20:30 Please Madam / Konzert / Fr 25.03. 19:45 Kork – der richtige Wein im falschen Leben / Konzert + Lesung Fr 01.04. 20:00 Future Palace / Konzert www.instagram.com/stereonuernberg

rz 4.-13. Mä 2 202

Foto: Joel Kuby

support your Konzertveranstalter!

Foto: Sara Ljunggren

79 –klezmer-festival.de curt empfiehlt

Komplettes Programm: klezmer-festival.de facebook.com/klezmerfestival

Jewish Music TODAY

Mi, 9. März 20:00 Uhr Kulturforum Fürth

Forshpil

(LT/RU) Yiddish Psychedelic Rock Fr, 11. März 20:00 Uhr Kulturforum Fürth

Tram des Balkans (FR)

Der feurige Balkan express aus Lyon


80 – Tommys lokale mukker Melonball. © Cherryinger Photography

Lokales Bandgeschehen Obwohl die Zahlen gerade sechsstellig sind, kann man doch das Ende ahnen. Viel zu lang mussten wir auf das alles verzichten. Ich bin jedenfalls äußerst optimistisch und freue mich auf 2022. Die Musikzentrale hat nach zwei Jahren Pause ihren Bewerbungsaufruf an lokale Bands, die beim diesjährigen Bardentreffen auf der MUZ Bühne spielen wollen, veröffentlicht. Also ihr lieben lokalen Mukker*innen, Get your shit together und schickt eure Bewerbung bis zum 13. März an bardentreffen@musikzentrale.com. Aus We Brought A Penguin wird Figure Beach und die Jungs releasen gerade viel neue Musik und vor allem tolle Videos. Checkt die mal aus! Eine EP soll noch in diesem Jahr erscheinen. Me & Reas veröffentlichen am 4. März ihr neues Album. Das Ding heißt "Bittersweet", wird digital und auf Vinyl veröffentlicht und kann richtig was. Also, wir haben ein Date. #streamyourlocals Auch wenn die Auslastungsgrenze momentan bei 25% liegt und das Sunday Night Orchestra in dieser Rubrik nicht so oft stattfindet, ist es ein Konzert von Könnern. Am 27. Februar in der Tafelhalle ab 20 Uhr.

Melonball Das ist mal ein Aufschlag nach Maß. Die Nürnberger Punkrock-Formation Melonball veröffentlicht ihre Debütsingle "Fast Forward", mit der sie auf die unerträgliche Situation geflüchteter Menschen aufmerksam machen will. Für den Release macht Melonball gemeinsame Sache mit der Seebrücke Nürnberg und sammelt Spenden für die gemeinnützige Organsisation Space-Eye, die sich aktiv für Geflüchtete und Obdachlose einsetzt undw die Vorgänge auf dem Mittelmeer dokumentiert. Wir finden das super und möchten euch bitten diese großartige Aktion auch zu unterstützen. Wie? So! Spendenlink: http://space-eye.org Und hier der Link zum Video: https://youtu.be/H66Xn1h4Jcc


81 – curt empfiehlt + verlost

Club Stereo

Desi

E-Werk, Erlangen

Hirsch

löwensaal

MUZ Club

rakete

Z-Bau

termin checker


82 – curt empfiehlt + verlost

E-Werk: Tocotronic "Nie wieder Krieg, nie wieder Krieg, nie wieder Krieg. Keine Verletzung mehr." Es gibt in Deutschland nur eine Band, die so was texten darf, ohne vom Hofe des Feuilletons gejagt zu werden. Denn wenn Tocotronic die großen Slogans an- und oder auspacken, dann ist das anders und zwar in den allermeisten Fällen großartig. Seit, keine Ahnung, 30 Jahren oder so, machen die Hamburger das und klingen heute zwar deutlich weniger nach Garage als damals, aber immer noch zwingend, persönlichst politisch und unfassbar schlau. Das neue Album mit dem Slogan-Titel Nie wieder Krieg ist kein Pandemie-Album, fertig war es nämlich schon vorher. In den vergangenen Monaten tröpfelten dann Hoffnung, Ich tauche auf, Nie wieder Krieg und Jugend ohne Gott gegen Faschismus heraus und ließen bereits erahnen, dass das wieder, wer hätte es geahnt, gut wird. Vier nicht mehr junge Männer (der niemals alternde Jan Müller mitgemeint) mit traurigen Augen musizieren über innere Zerissenheit, erzählen von Verletzlichkeit und dem existentiellen Ausgeliefertsein. Das mag proseminariger Philosophie-Pop sein, aber das allein zu wissen, reicht nicht: Wir können uns dem dunkel hauchenden Charme von Dirk von Lotzow niemals entziehen und freuen uns daher wie kleine Hunde über den ersten Schnee darüber, dass Tocotronic am 9. März das Erlanger E-Werk beehren, präsentiert von curt, der Tickets verlosen darf auf curt.de/nbg.

09.03. TOCOTRONIC, präsentiert von curt. Foto: Gloria Endres de Oliveira

Tocotronic live - präsentiert von curt MI 9. März, 19 Uhr. curt vergibt 3x2 Tickets. E-Werk. Fuchsenwiese 1, Erlangen. www.e-werk.de


83 – curt empfiehlt

E-Werk Monatsübersicht März 2022 Do 03.03. 20:00 20:30 Fr 04.03. 22:00 Sa 05.03. 21:00 So 06.03. 20:00 20:30 Di 08.03. 20:00 Mi 09.03. 19:00 Do 10.03. 20:30 Fr 11.03. 19:00 Sa 12.03. 20:00 20:00 22:00 So 13.03. 20:30 Mo 14.03. 20:00 Di 15.03. 20:00 Mi 16.03. 19:00 Do 17.03. 20:30 Fr 18.03. 20:00 20:00 20:00 So 20.03. 20:30 21:00 Mi 23.03. 20:00

Biyon Kattilathu / Comedy & Kabarett / Saal Umsonst & Drinnen / Konzert / Kellerbühne Rosa Freitag / Party / Saal und Clubbühne 80er Party / Saal und Etage 1 Poetry Slam / Saal Jazz4Free / Konzert / Kellerbühne Dub FX / Konzert / Saal Tocotronic / Konzert / Saal ATLVNTIS bei Umsonst & Drinnen / Kellerbühne 4 Songs für ein Halleluja / Bingo mit Livemusik Buntspecht / Konzert / Clubbühne Teresa Reichl / Comedy & Kabarett / Kellerbühne 2000er Party / Party / Saal Jazz4Free / Kellerbühne Granada + Tolle Gäste / Konzert / Saal Les Yeux D’La Tête / Konzert / Clubbühne U20 Poetry Slam / Kellerbühne Soeckers bei Umsonst & Drinnen / Kellerbühne JEREMIAS / Konzert / E-Werk Saal Jean-Philippe Kindler / Comedy & Kabarett Straw's Blues Project / Konzert / Clubbühne Jazz4Free / Konzert / Kellerbühne Return of the 90s / Saal Holterdiepolter! / Improtheater / Kellerbühne

14.03. granada

Do 24.03. 20:00 20:30 Fr 25.03. 19:00 20:00 20:00 Sa 26.03. 20:00 22:00 So 27.03. 20:00 20:30 Do 31.03. 20:00 20:30

Bukahara / Konzert / Saal Andy Rocks bei Umsonst & Drinnen / Konzert Birdi's Fabulöses Froschfox Bingo / Saal Bukahara / Konzert / Saal IMPVLSE Releasekonzert / Konzert / Etage 1 Quichotte / Comedy & Kabarett / Clubbühne CHARTBREAKER / Party / Saal Hendrik Bolz – „Nullerjahre“ / Lesung / Clubbühne Jazz4Free / Konzert / Kellerbühne Der Tatortreiniger / Live-Hörspiel / Saal Umsonst & Drinnen / Konzert / Kellerbühne

E-WERK, Erlangen. www.e-werk.de


84 – curt empfiehlt

CD, Kunstbuch, Konzertreihe: Das alles ist gefieder

Die musikalische Leitung am Nürnberger Staatstheater wird schon seit 2018 von einer Doppelspitze bekleidet, Vera Mohrs und Kostia Rapoport, ein versiertes, man möchte fast sagen kongeniales Duo von sprühender Kreativität. Jetzt haben Vera und Kostia ihr erstes Album aufgenommen, das eigentlich viel mehr ist als nur ein Album: Gefieder. Auf Buch und CD folgen nun die Konzerte.


85 – empfiehlt Das Projekt Gefieder begann vor einigen Jahren als eine Dezember-Challenge: Jeden Tag einen Song schreiben. Kann man mal so machen, wenn man so ein genialisches Art-Pop-Theater-Paar ist. 14 Stücke entstanden auf diesem Weg, die von all dem handeln, was den beiden im Moment so zuflog: Astronauten und Galaxien, Utopien und Wohnungssuche und Rastlosigkeit. Kostia: “Aber als die Songs fertig waren, kam die Pandemie und eine neue Idee musste her, anstelle der alten Konzerte-spielen-CDs-verkaufen-Formel.” Der Stillstand war also, einmal mehr, schuld daran, dass das Gefieder wuchs, sich quasi aufplusterte zu einem Kunstwerk, das es ohne Pandemie und alles nicht gegeben hätte. Kostia und Vera haben 14 befreundete bildende Künstler*innen gebeten, sich von je einem Stück auf dem Album zu einem kleinen Werk inspirieren zu lassen. Ein Stück Musik fließt durch den Filter einer dritten kreativen Person und etwas Neues entsteht: ein Kunstbuch auf 72 Seiten mit Bildern, Texten, Noten und CD bzw. MP3-Download.

30 bis 40 Minuten lang. Mit dabei sind so namhafte Musiker*innen der hiesigen Jazz-Szene wie Jan F. Brill, Alex Vayer, Elena Roeder oder Peter Fulda. Die MUZClub-Termine: 17., 24. und 31. März, 20 Uhr, MUZ Zudem wollten Vera und Kostia eigentlich noch einmal eine Nummer kleiner gehen und im Wohnzimmerkonzerte-Style die Ateliers der beteiligten Künstlerinnen und Künstler bespielen. Wegen Corona ist diese Idee vorerst auf Eis, falls sie wieder auflebt, erfahrt ihr es zuerst bei uns.

CURT NBG Gefieder. Album, Kunstbuch, Konzertreihe. für 01.10.2021 Ein Projekt von Kostia Rapoport und Vera Mohrs in Kooperation mit der 1/4 Seite quer, 96Tafelhalle x 65 mm Metropolmusik e.V., der und der Musikzentrale. www.gefiederlieder.de ≠

Am 5. März erscheint dieses Paket bei Metropolmusik und das muss natürlich entsprechend pompös und mit größenwahnsinnig vielen Menschen gefeiert werden, nicht nur einmal. Denn zum Gefieder gesellen sich nunmehr auch noch 14 Musiker*innen plus Kostia und Vera aus der Metropolmusik-Bubble, die die Kompositionen an mindestens vier Konzertterminen präsentieren werden. 5. März, 19 Uhr, Tafelhalle: Release. Der große Aufschlag. Alle beteiligten Musiker*innen bespielen die Tafelhalle – und zwar sowohl im Foyer als auch auf der großen Bühne, das Publikum wandelt hin und her und erhält auf dem Wege auch noch einen Vorgeschmack auf die Besetzungen der darauffolgenden Konzerte in der MUZ. Gleich drei Mal zieht die Gefieder-Crew dann in den MUZClub, um dort die insgesamt sechs Bands, die sich aus dem Projekt ergeben haben, an den Doppelkonzert-Abenden vorzustellen. Zwei Sets pro Abend, jeweils

DIE GRÖSSTEN MUSICAL-HITS ALLER ZEITEN LIVE 2022!

GREATEST SHOWMAN

DIE EISKÖNIGIN DIRTY DANCING KU‘DAMM 56 uvm.

NÜRNBERG MEISTERSINGERHALLE Infos & Onlinetickets: www.argo-konzerte.de Hotline: 01806 / 570070*

*0,20 €/Anruf inkl. MwSt aus den Festnetzen, max. 0,60 €/Anruf inkl. MwSt aus den Mobilfunknetzen


86 – curt empfiehlt

staatstheater: Die Wirklichkeit soll uns in Ruhe lassen! Das Nürnberger Staatstheater verkündet zum Jahresbeginn direkt eine wichtige Personalentscheidung und verlängert den Vertrag mit Schauspiel-Direktor Jan-Phillip Gloger bis 2028. Gloger ist seit 2016 Theaterchef in Nürnberg, hat seitdem etliche große Regie-Namen hierher geholt, etliche Stücke bei Festivals platzieren können und immer wie neu und innovativ in die Stadt und den digitalen Raum hineingewirkt. "Gemeinsam mit einem starken Team und Ensemble weiterhin für eine so inspirierende Stadt Theater machen zu dürfen, deren Geschichte und Geschichten längst nicht auserzählt sind, ist eine großartige Perspektive", so Gloger anlässlich der Verlängerung. Die nächste gute Nachricht ließ dann nicht lange auf sich warten: Die Zeit der Viertelbelegung ist erstmal wieder vorbei. Ab Februar dürfen wieder 50 Prozent der Sitzplätze im Staatstheater besetzt werden. Das freut das Theater und das freut sein Publikum, das nun wieder deutlich bessere Chancen hat, Tickets zu ergattern, für das, was Gloger und Team so alles auf die Bühne bringen.

Jan Philipp Gloger. © Konrad Fersterer

Pan's Lab (UA) Ein maximal innovatives Konzept feiert gleich mal im Februar Premiere, am 26.02. Allerdings nicht im Theater, sondern online: Pan's Lab, eine Produktion des Kollektivs minus.eins, ist eine digitale Serie. Schon seit 14. Januar kommuniziert und interagiert das Kollektiv auf den virtuellen Kanälen mit seinem Publikum. Eingeschlossen im Theater hat sich minus.eins auf die Spuren des Nürnberger Theatermachers, Gamedesigners und Digitalpioniers Paul Neurath begeben, der schon in den


87 – curt empfiehlt

60er-Jahren virtuelle Welten imaginierte. Im Postfaktischen erkannte er nicht die primär die Gefahren, sondern das Potential einer den Tod überwindenden Utopie. Neuraths Ausspruch: "Die Wirklichkeit soll mich in Ruhe lassen", ist für uns alle zum Stoßseufzer geworden, für minus. eins stellt sie den Startschuss eines Experiments dar, in dessen Verlauf mit digitalen Schauspieler*innen kommuniziert wird und Menschen in virtuelle Bühnenbilder platziert werden. Über Livestreams und Posts auf den Online-Kanälen Instagram und Twitch sowie im Digitalen Fundus kann das Publikum verfolgen, was im Staatstheater hinter den Kulissen des Experiments von PAN’s Lab passiert. Am 26.02. gipfelt das Projekt in einem szenischen Online-Finale. Zugang kostenfrei über panslab.cloud. Halt mich auf (UA) Drei Existenzen in einem urbanen, multifunktionalen Gebäudekomplex: Eine junge Frau, die Schauspielerin werden möchte und monologisierend von Job zu Job zieht, eine Biotechnologin, die im Bullshit-Job Beschäftigung vortäuscht und ein Bauunternehmer, der nicht schlau wird aus den Protesten gegen seine Sanierungspläne. In ihrem Debütstück Halt mich auf beleuchtet die junge Autorin Annika Henrichs auf komische und erschütternde Weise die Lebensumstände des modernen Menschen. Anne Stiepani setzt den preisgekrönten Text für die 3. Etage um. Premiere: 4. März. Amphitryon Anne Lenk, von 2018 bis 2020 Hausregisseurin in Nürnberg, vielfach

ausgezeichnete Größe der deutschen Theaterlandschaft, zuletzt zum zweiten Mal in Folge zum Berliner Theatertreffen eingeladen, kehrt zurück und bringt einen Kleist mit, der sich damals bei Sophokles bediente, der sich den Amphitryon aus der Mythologie lieh. Darin verwandelt sich Göttervater Jupiter in den titelgebenden Bruder von Perimede, Vater von Herakles und Iphikles. Wisster Bescheid, oder? Jupiter jedenfalls will als Amphitryon, wie es seine Art ist, an dessen Ehefrau Alkmene ran. Der Göttervater mischt sich also einmal mehr in die Belange der Sterblichen ein und stiftet damit Verzweiflung und Beziehungskrise. Bei Kleist, dessen Bearbeitung als literarischer Höhepunkt des Stoffes gilt, wird daraus eine philosophische Ergründung des Ichs, das in seinen Grundfesten erschüttert und in eine schwere Krise geraten ist. Premiere: 26. März.

Staatstheater Nürnberg. Richard-Wagner-Platz 2-10, Nbg. www.staatstheater-nuernberg.de


88 – symphoniker

Chefdirigent Kahchun Wong. Foto: Torsten hönig.

asya Fateyeva


89 – curt empfiehlt

Nürnberger Symphoniker: Schon mal schallend Tschau sagen Die Nürnberger Symphoniker bereiten sich gedanklich bereits auf den Abschied ihres Chefdirigenten Kahchun Wong vor. Ende August endet der Vertrag von Wong, der in beiderseitigem Einvernehmen nicht verlängert wird. Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin läuft bereits. Gesucht wird eine Person mit neuer Handschrift, die die Stärken des Orchesters weiterentwickelt und das Publikum auf eine Reise mitnimmt. Hört sich nach einem von uns an, wenn einer von dirigieren könnte. Und die Zeit haben wir grad auch nicht, leider. curt lesende potentielle Chefdirigent*innen wenden sich in der Sache am besten direkt an die Symphoniker. Cool? Bis der oder die Neue begrüßt wird, stehen wieder etliche Highlights im Konzertkalender. Immerhin dürfen, Stand Anfang Februar, die Hälfte der Plätze in der Meistersingerhalle besetzt werden. Bevor die erste Gelegenheit zum Tschau-Sagen in Richtung Kahchun Wong besteht, erwarten uns zunächst noch zwei Konzerte mit Gästen am Dirigent*innenpult: Joseph Bastian dirigiert am 13. Februar das 14. Symphonische Konzert: Von der Muse geküsst mit Werken von Högberg, Lekeu und Franck. Und am 19. Februar leitet der Brite und Cambridge-Absolvent Courtney Lewis das 15. Symphonische Konzert: Aus Alt mach Neu. Im Mittelpunkt steht hierbei aber viel mehr die Solistin des Abends: Asya Fateyeva, ist eine der international gefragtesten Saxophonistinnen und eine „Sensation für die Musikwelt“ (FAZ). In Nürnberg wird sie sich des pfiffigen Kammerkonzerts von Jacques Ibert und einer Bearbeitung von

Cimarosas c-Moll-Oboenkonzert, aber eben für Saxophon, annehmen. Nun aber endlich ist es am 12. März soweit: 16. Symphonisches Konzert. Anfang oder Ende? Kahchun Wong dirigiert Gustav Mahlers neunte Symphonie, die letzte des österreichischen Komponisten, der ihre Uraufführung nicht mehr miterlebte und die erste Symphonie der neuen Musik des 20. Jahrhunderts. Ein äußerst komplexes Werk, das das Publikum 1912 nachhaltig überforderte, durchzogen von Visionen, die Frieden und Glückseligkeit genauso aufscheinen lassen wie Untergang und Weltenende. Es ist bereits das vierte Mal, das Kahchun Wong einen Abend ganz und gar dem Mahler widmet. Wer bereits dabei war, weiß: Das fetzt und wird am 13. März nachmittags gleich nochmal wiederholt. Apropos fetzt: Ein ganz kleiner Ausblick an der Stelle, weil es eben schon im Kalender steht und gar so besonders ist, auf den 12. Mai und Beethoven@Mittendrin! Freude schöner Götterfunken. Kahchun Wong steht in der Mitte des Konzertsaals, umgeben nicht nur von „seinen“ Symphoniker*innen, sondern auch von Mitgliedern der drei großen Nürnberger Konzertchöre, Chören aus der Metropolregion und den Chorklassen von klasse.im.puls. 250 Sängerinnen und Sänger, junge und alte, Profis und Laien werden die Ode an die Freude schmettern. Ein spektakuläres Event, eine nie dagewesene Besetzung und ein schallendes Zeichen für ein geeintes Europa.

Nürnberger Symphoniker.


90 – curt empfiehlt

Kulturwerkstatt auf AEG: Theater, Liederabend, Literaturperformance Die Kulturwerkstatt auf AEG ist wieder unser Kessel ziemlich Buntes mit Theater und Film und allem halt. Wir schauen mal, was uns da in den kommenden beiden Monaten besonders interessiert: 22.02.: we Film - interkultureller Film- & Diskussionsabend Zehn junge Menschen verschiedener Herkunft haben für dieses Filmprojekt zusammengewirkt, um davon zu erzählen, was sie unter Integration und Ehrenamt verstehen. Eine Initiative des we integrate e.V. 24.02.: Schüler*innentheater: Icebreaker: Annas Depression und Julias Traurigkeit Schüler*innen des Hermann-Kesten-Kollegs haben sich gemeinsam mit Theatermacher Jean-Francois Drozak des so schwierigen wie wichtigen Themas Depresion im Jugendalter angenommen. Im Zuge des Stücks schlüpfen alle Zuschauer*innen selbst in die Rolle von Psycholog*innen, die herauszufinden haben, welche der Figuren auf der Bühne tatsächlich an einer Depression leidet. 03.03: KlangSprachKunst: Musenkuss OPEN SPACE Vol. 1: Hausen & Meysel Zweiter Aufschlag des neuen Künstler*innenkollektivs Musenkuss. Im Open Space präsentieren diesmal Caroline Hausen (Blockflöte) und Eveline Meysel (Klavier) ihr aktuelles Schaffen mit Liveelektronik und Loop Station. Das Ergebnis sind betörend verstörende Klangwelten.


91 – curt empfiehlt

11.03. Solo-Performance von Martin Maecker: Robert Gwisdek – Der unsichtbare Apfel Der Schauspieler und Autor Martin Maecker beschreibt in seinem 2014 erschienen Romandebüt eine literarische Welt, die an Franz Kafka erinnert: Titelheld Gwisdek begibt sich auf der Suche nach Berührung in die Isolation. 100 Tage in einem Raum ohne Licht und Geräusch, ein Selbstexperiment zwischen Chaos und Überforderung. 24.03.: KlangSprachKunst: Musenkuss: Geben Sie Acht! Hommage à Georg Kreisler Und noch einmal die umtriebigen Kunstschaffenden vom Musenkuss e.V., die dem schwarzhumorigen Wiener Liedermacher zu dessen 100. Geburtstag einen Liederabend widmen. Michael Herrschel (Gesang & Conférence) und Sirka Schwartz-Uppendieck (Klavier) bringen die „alten, bösen Lieder“ zum Leuchten: die mitreißenden Melodien, den funkelnden Klaviersatz, die vertrackten anarchistischen Alltagsfragen.

Kulturwerkstatt auf AEG. Fürther Str. 244d, Nürnberg. nuernberg.de/internet/kuf_kultur/kulturwerkstatt_auf_aeg.html


92 – tommy klopft schenkel

Kabarett, Comedy & Co. Was sich – natürlich noch sehr sparsam – wieder an Hochgeistigem, Scharfsinnigem und Künstlerischem tut, das erfahrt ihr genau hier, denn Tommy, unser schreiberling von curt für Kabarett & Comedy, ist ein kritisches Trüffelschwein. Viel SPaSS beim Schenkelklopfen, ausprusten und zwerchfellschütteln! So langsam öffnen die (größeren) Theater wieder ihre Tore und diesmal werden sie hoffentlich nicht gleich wieder schließen. Noch ist das alles sehr dosiert, aber wenn wir uns alle noch ein wenig gedulden, wird der Sommer 2022 bestimmt groß – hoffentlich.

andreas Rebers. foto: Susie Knoll

Stephan Zinner. Foto: Gerald von Foris

Anna mateur. © David Campesino

Andreas Rebers: Ich helfe gern 6.Februar, Tafelhalle Nbg Der Niedersachse Rebers, der seinen Lebensmittelpunkt mittlerweile nach München, der heimlichen Kabaretthauptstadt unserer Republik verlegt hat, ist durchaus streitbar. Als fester Programmpunkt bei Nuhr im Ersten muss man das wahrscheinlich auch sein. Sein Mix aus Wort und Musik ist einzigartig. Gerne holt er auch mal das Akkordeon raus und spielt osteuropäische Volklieder mit neuen Texten. Thematisch lässt er sich kaum einordnen. Manchmal reitet er derart hart auf der inhaltlichen Rasierklinge, dass man gespannt sein darf, wann er mit dem Cancel Culture Express überfahren wird. Zu Recht? Macht euch doch selbst ein Bild. Stephan Zinner: Raritäten, 23. Februar, Tafelhalle Nbg Stephan Zinner ist in erster Linie Schauspieler. Ob beim Tatort, den Rosenheim Cops oder dem Politeiruf 110 – Zinner hatten sie alle. Seit 2000 hat er auf den Kleinkunstbühnen ein zweites Zuhause gefunden. Seine Show ist eine Mischung aus klassischer Stand-up Comedy und Musikkabarett. Sauber spielt er die verzerrte Bluesgitarre und singt


93 – witzig

uns dazu ein Liedchen von seiner Frau, die seine Plattensammlung alphabetisch ordnet. Da steht auf einmal ABBA neben ACDC und NIRVANA neben LADY GAGA. Da fallen mir doch gleich zwei Dinge auf: Wo ist das Problem und so richtig geläufig scheint der Dame das Alphabet nicht zu sein. Sei’s drum. Ein Bayerischer Abend mit viel Mundart, Musik und Klamauk kann so schlecht nicht sein.

Die Comödie zu Fürth im Schnelldurchlauf Matthias Egersdörfer spielt am 10. Februar seine Nachrichten aus dem Hinterhaus. Da wäre ja direkt ein Redaktionsausflug zu überlegen! Am 15. Februar kommt der wunderbare Wolfgang Krebs um uns den Söder, den Eiwanger und den Kini zu parodieren und am 17. Februar gibt Christine Eixenberger ihr Programm Einbildungsfreiheit zum Besten. Der 3. März ist für Mathias Richling und seinen Hashtag 2022 reserviert und am 24. März sieht sich der Bembers An der Spitze der Nahrungskette.

Eva Borrmann/PLANMEE Theater/Performance

Do 3.2.22 Premiere, Fr 4. & Sa 5.2.22, Fr 25. & Sa 26.2.22 jeweils 20.00 weitere Termine im Mai 2022 tafelhalle.de

© Studio plan x, plan-x.de / Foto: Eva Eidinger

Anna Mateur & The Beuys: Kaoshüter 2. März, Tafelhalle Nürnberg Anna Maria Vogt aka Anna Mateur ist schlicht die Wucht. Die Dame ist schmerzfrei und dabei urkomisch. Sie singt, tanzt, schlüpft in verschiedenen Rollen samt Dialekt und bringt Absurdes auf ein neues Niveau. Erst hält sie die Eröffnungsrede für den neuen Swingerclub in Zschorkau mit einer Pussy Riot Maske auf den Kopf um gleich danach einen schmissigen Jazzsong über den Hedonismus gekonnt zu trällern. Die Frau hat 1000 Gesichter und Rollen und eine ist lustiger als die andere. Ich kann mich kaum erinnern, wann ich das letzte Mal so herrlich gelacht habe. Dieser Abend sei euch wärmstens empfohlen.


94 – tommy: Lokale Mukker

musik aus franken und der welt

Selah Sue

ph4nt.

The Wombats

Christin Nichols

Persona Because Music / 25.03. Selah Sue kommt aus Belgien und hat in ihrer 13-jährigen Karriere schon mit den ganz Großen wie z.b. Childish Gambino, J. Cole oder Diplo zusammengearbeitet. Auf ihrem dritten Album lässt sie gar wunderbar HipHop, Soul und Pop verschmelzen. Inhaltlich schaut sie bei sich selbst vorbei. Sollte sie, wie auch wir alle öfter machen. Eine Ausnahmekünstlerin. Inside, fresh, international

Verwüstung Tapes via Nasse Rec. / 07.01. Ein Konzeptalbum hat ph4nt für uns gemacht. 15 Stücke, die sich um die Wirksamkeit der aktuellen Proteste gegen den Raubbau unseres Planeten drehen. Wütende Musik und Texte ohne Metaebene. Und genau das braucht es, ob der öffentlichen Ignoranz. We’re on the highway to hell. Laut, grell, #esreicht

Fix Yourself, Not the World AWAL / 14.01. Kennt eigentlich noch jemand die Wombats? Ich frage für einen Freund, der selten im Club Stereo ist. Wenn nein, dann ist dieses frische, wirklich gut produzierte Indiepop-Album, das manchmal nach Darwin Deez, aber auch nach Death In Vegas klingt, genau das richtige. Vor eineinhalb Dekaden wäre das Ding wahrscheinlich durch die Decke gegangen. UK, 2007, not bad

I’m Fine Freudenhaus Rec. / 21.01. Christin Nichols ist Schauspielerin und war Sängerin des Elektropunk-Duos Prada Meinhof. Nun also solo. Musikalisch spielt sich die Platte im Indierock mit kleinen Ausflügen in die NDW ab. Alles recht catchy. Textlich fällt mir auch hier auf, dass die Zeit von Metaebenen und Hintergründigem vorbei ist. Es wird gesungen, was gesungen werden muss. Anscheinend braucht’s ab hier klare Ansagen. Insta, Frauen, Männer


95 – tommy empfiehlt

Neuer Roman von Jan Bratenstein:

Alles Arschlöcher überall

Beach House

Me & Reas

Once Twice Melody Bella Union / 21.01. Beach House war vor Ewigkeiten eine Sensation. Musikalisch schwer einzuordnen und deshalb einzigartig. Aber auch immer gleich. Nach ein paar verpassten Alben bin ich nun über das Neue gestolpert und habe ich neu verliebt. Alles ein wenig schmissiger und weniger Dream Pop. Auch hier hört man die härteren Zeiten. Großartig. No, more, dreaming

Bittersweet Uncle M / 12.03 Die vergangenen zwei Jahre waren eher bitter, aber das neue Album von Me & Reas ist sweet. Der erste M & R Langspieler, der bei einem Label veröffentlicht wird und diesen Schritt in Richtung Professionalität hört man dem Werk auch an. Großartige Songs, die vom Sound wie ein Best-of der vergangenen Jahre klingen. Und jetzt schnell auf die Bühnen mit den Jungs. Thirty, still, young

Eigentlich wollte Jan Bratenstein (Musikfreund*innen besser bekannt als The Black Elephant Band) den Großteil seines Winters im hervorragenden Café Express in der Südstadt verbringen, herumlungernd und aber nicht nur trinkend, sondern auch und vor allem schreibend. Die Pandemie durchkreuzte diese Pläne zwar größtenteils – ein Buch gibt‘s aber dennoch und das nimmt uns, Pandemie hin oder her, auf jeden Fall mit in die Gastronomie. Ins Café Exquisit nämlich, in das unser Held, der Klarinettist Tom, quasi hineinstolpert. Er betritt ein lebendiges Soziotop, in dem unter anderem Enno, Borste und der Arschbär hausen, mit denen sich Tom vortrefflich versteht. Der Abend kippt erst, als die schöne Klarinette zum Bieröffnen missbraucht wird und die xenophoben Kickerspieler anfangen, die Kneipe zu belagern. Den Belagerten bleibt kaum etwas anderes übrig, als ihre Todesängste stetig mit Bier zu betäuben. Hört sich absurd und fanstatisch an, oder? Jans zweiter Roman nach Der Mann ohne Piano heißt Alles Arschlöcher überall und erscheint Ende März im Carpathia Verlag. Die Vorfreude ist groß.

Jan Bratenstein: Alles arschlöcher überall Roman. Carpathia Verlag, Berlin. 368 Seiten, 25 Euro. www.theblackelephantband.bandcamp.com


96 – festival in fürth

Wild und schön und wieder da: Internationales Klezmer Festival fürth

© Yael Badash. unten: Louisa Lyne. © Gade

Moritz Weiss Klezmer Trio & Styrian Klezmore Orchestra. © reithofer

Thilo wolf. © Dirk Kampa


97 – Jewish Music Today!

Zwei Jahre lang musste Fürth, die Stadt mit der reichen jüdischen Geschichte, auf ihr Klezmer Festival verzichten. Immerhin eines der größten, internationalen Festivals, das die Musik der osteuropäischen Juden feiert und in aller Lebendigkeit präsentiert. Im März 2022, wir wollen davon ausgehen, wird es ein KlezmerFestival in Fürth geben. Insbesondere die internationale Ausrichtung des Festivals macht die Organisation in diesen Zeiten nicht leichter. Angekündigt werden Musiker*innen aus Kanada, Russland, der Ukraine, Finnland, Israel natürlich und vielen weiteren Ländern. Manche von ihnen waren bereits 2020 zum Festival nach Fürth angereist – das dann sehr kurzfristig nicht stattfinden konnte. So zum Beispiel der kanadische Rapper Socalled, dessen Auftritt am 13.03. im Stadttheater mit Sicherheit zu den Highlights des Festivals gehören wird. Denn der Multiinstrumentalist, ein Star der internationalen Klezmer-Szene, der bereits vor zehn Jahren vom Fürther Publikum gefeiert wurde, tut sich mit einem der größten Namen von hier zusammen und steht gemeinsam mit Thilo Wolf und dessen Big Band auf der Bühne. Das gibt feinsten HipHopSwing-Klezmer-Brass-Mischmasch! Schon am 09.03. steht die lettische Band Forshpil auf der Kulturforum-Bühne. Die Musik der Band basiert auf der Entdeckung von 100 Jahre alten jiddischen Liebesliedern, denen die fünf auf Rockinstrumenten eine rohe, ungezügelte 70s-Psychedelic-Interpretation mitgeben – und sich in eine Parallelwelt voller Traurigkeit und Hoffnung begeben. Wild und schön! Etwas sanfter kommen Yael Badash und Baladino daher, die sich an der Tradition des Ladino, dem spanischen Jüdisch bedienen, und traditionelle Lieder mit Elektro und Rock unterfüttern. Fürth begrüßt die Band am 10.03. Ganz klar im Zentrum dieses

Geschehens steht die in den Bann ziehend die Sängerin Yael Badash mit ihrer eindrucksvollen Stimme und einer sprachlichen Klangfarbe, der man sonst nie begegnet. Die Tram des Balkans fährt am 11.03. ab, von Lyon und über Frankreich in Richtung Fürth. Auf ihren Reisen haben die fünf dahinterstehenden Musiker sämtliche Einflüsse in die TramWaggons gepackt, von Jazz über Rock und Pop bis Klezmer, sodass eine feurige, immer neue Fusion entsteht, die auf der Bühne geradezu explodiert. Für das Internationale Klezmer Festival haben Tram des Balkans ein eigenes, exklusives Programm im, äh, Gepäckwagen. Apropos, exklusives Dings: Mit Ben & David zeigt das Klezmer Festival ein eigens in Auftrag gegebenes Musical für Kinder ab 6 Jahren, erarbeitet von den international renommierten Musiker*innen Nicolaas Cottenie, Georg Brinkmann und Ira Shiran (ausführliche Infos siehe KURTi auf Seite 124). Das Programm ist grundsätzlich natürlich umfangreicher als es der reine Hinweis auf Highlight-Konzerte zu transportieren vermag, auch wenn wir auf Musik- und Tanzworkshops in diesem Jahr noch verzichten müssen. Im Kino Uferpalast werden Filme über jüdisches Leben gezeigt, und es werden Stadtspaziergänge und Führungen durch die reichhaltige jüdische Geschichte der Stadt Fürth organisiert. Das Gesprächsprogramm Meet A Jew stiftet authentische Begegnungen. Alles in allem: So viel Klezmer war zwei Jahre nicht – wir haben euch vermisst!

18. Internationales Klezmer Festival Fürth Jewish Music Today! – 4. bis 13. März in Fürth. www.klezmer-festival.de


98 – interview Eva Borrmann

eva borrmann. Fotos: Sebastian Autenrieth


99 – Tafelhalle

Eva Borrmann, Tafelhalle, impulsförderung: Ich gehör´ zum Interieur Die Stadt Nürnberg hat zum dritten Mal eine Tänzerin/Choreografin für ihre Impulsförderung ausgewählt. Eva Borrmann, Kopf hinter Plan Mee, kann sich seit vergangenem Jahr und bis 2023 ganz ihrem Projekt zum Thema Kunst und Kitsch widmen. Die dazugehörigen Performances finden, wie immer bei der entsprechend geförderten Künstlerin, in der Tafelhalle statt. Momentan: „Soft Focus“ mit Susanna Curtis und Alexandra Rauh. Wir sprachen mit Eva über Kunst & Kitsch und Förderung und Tanz. Eva, Du hast die Impulsförderung der Stadt Nürnberg bekommen. Heißt, du kannst drei Jahre lang dein Projekt verfolgen und an der Tafelhalle aufführen. Was bedeutet das für dich? Für mich entsteht die Möglichkeit, einen Ort zu haben, der sich meiner Arbeit kontinuierlich widmet und sich auf mein Thema Kitsch/Kunst voll einlässt. Das ist natürlich eine große Wertschätzung gegenüber meiner Arbeit. Ich bin nicht nur mehr Gast an der Tafelhalle, sondern gehöre fast zum Interieur (lacht). Ist das auch mit Druck verbunden? Druck ist immer da, egal, ob ich die Impulsförderung erhalten habe, oder nicht. Natürlich möchte ich die Impulsförderung in den drei Jahren optimal nutzen und ausschöpfen. Neben den abendfüllenden Produktionen ist ein großes Rahmenprogramm geplant, einige Sachen sind jedoch auf Grund von Corona stark eingeschränkt worden, das macht gerade am meisten Druck.

Du willst dich in deiner Zeit als Stipendiatin dem Thema Kitsch widmen. Aber was bedeutet Kitsch eigentlich? Und was fasziniert dich daran? Kitsch ist ein Phänomen, das sich sentimentalen und vereinfachten Gefühlen hingibt. Egal, ob Musik, Film oder Buch – wir finden Kitsch überall. Kitsch kann etwas sehr Beruhigendes und Trostspendendes haben. Was mich besonders daran interessiert ist, dass Kitsch zu einem gesellschaftlichen Standard geworden ist, auch im Theater. Der Kitsch verneint jedoch menschlich unannehmbare Aspekte und genau das fasziniert mich und schafft eine Reibungsfläche. Mehrdeutigkeit, Individualität und Abstraktion finden keinen Platz mehr. Ich frage mich, was sich hinter dem Kitsch an Unmenschlichkeit auftun kann. Du hast das Thema Kitsch noch einmal aufgegliedert in Nacktheit, Nostalgie und Esoterik. Daraus entstehen drei Aufführungsformate an der Tafelhalle. Das erste, Soft Focus, das jetzt Premiere feiert, bezieht sich auf Fotografien von David Hamilton. Wie macht man aus Fotografie Tanz und wie erkennbar werden diese Querverweise für das Publikum sein? Ich denke in meiner Arbeit hauptsächlich in „bewegten Bildern“, weniger an reinen Tanz, das ist sehr hilfreich für die Arbeit und Beschäftigung mit Fotografie. Wir arbeiten dabei viel in Slowmotion, so sind der Prozess und das Entstehen der Bilder zu sehen, sie kommen und gehen. Musik, Licht und Bühne sind dabei


100 – Kunst und Kitsch und Kitsch und Kunst

genauso wichtig, auch sie bringen die Bilder in Bewegung. So entsteht eine stark aufgeladene Atmosphäre im Raum. Querverweise gibt es immer wieder, die Fotografien sind in den 70er-Jahren entstanden und die Ästhetik im Stück spiegelt diese Zeit wider. Im Herbst ´22 und ´23 folgen dann Nostalgie und Esoterik. Wie klar hast du diese Aufführungen jetzt schon vor Augen? Ich habe meine Aufführungen immer klar vor Augen. Dabei verfolge ich weniger eine visuelle Vision in meinen Kopf, als vielmehr

ein Gefühl oder eine Stimmung. Das Thema Nostalgie birgt für mich einen intimen Rahmen, der Zeit zum Zuhören und Zusehen gibt – als würden wir uns mit einer Flasche Wein gegenübersitzen. Das Thema Esoterik wird zum gemeinschaftlichen Ereignis, wir haben für das Projekt zwischen sechs und sieben Tänzer*innen geplant. Was möchtest du für dich selbst am Ende dieser drei Jahre erreicht haben? Ich möchte eintauchen in die absurde, gefährliche und auch Trost spendende Welt des Kitsches. Ich möchte eine Expertin werden und meine künstlerische Position zu diesem Thema vertiefen. Außerdem erschaffe ich in den drei Jahren einen großen künstlerischen Content, der hoffentlich weitergetragen und über die Tafelhalle hinaus gezeigt werden kann. Du bist nach Beate Höhn und Barbara Bess die dritte Choreografin, die die Impulsförderung erhält. Was bedeutet die Arbeit dieser Kolleginnen für dich und ist das eine Reihe, in der man gerne steht? Ich schätze die Arbeiten meiner Kolleginnen sehr, jedoch waren die Arbeitsansätze der Impulsförderungen enorm unterschiedlich. Ich würde deshalb nicht behaupten, dass wir in einer Reihe stehen. Vielmehr hat jede Künstlerin damit eine eigene Reihe erschaffen.

Eva Borrmann. Plan Mee: Soft Focus Eine Koproduktion mit der Tafelhalle Nürnberg, gefördert durch die Impulsförderung der Stadt Nürnberg, der Tanzzentrale der Region Nürnberg/Fürth e.V. und der Sparkassen Kulturstiftung. Termine: 3., 4., 5., 25. + 26. Februar, jeweils 20 Uhr. Tafelhalle, Äußere Sulzbacherstr. 62, Nbg. www.tafelhalle.de


101 – nachhaltige kommunikation

FOTO: FULVIO ROITER

CHES S I R E Y H-B A C S I Ä P O I VA L 12. E U R H E AT E R F E S T 0 2 2 T .2 K I N D E R R G, 08.–13.0 2 E NÜRNB

WWW.FESTIVAL-PANOPTIKUM.DE


102 – Kunstkommentar


103 – von Dr. marian wild

Künstlerin Inge Gutbrod im Interview WACHSFROST UND LEUCHTFEUER Honigfarben schimmern die elf aus Paraffin gegossenen Zylinder in der Alten Mälzerei der Schwabacher ortung 12: Zwischen Wandzeichnungen, malzbedecktem Boden und abplatzendem Putz ist ein warmgelber, verträumter Ort entstanden, der Raum ergibt sich völlig dem zerbrechlichen Material, wachsfarbene Bonbons erwarten die Besuchenden mit ihrem Sanddorngeschmack. Was die Bildhauerin und Installationskünstlerin Inge Gutbrod, seit Juli 2021 Trägerin des Wolfram-von-Eschenbach-Preises, dem Material abtrotzt, scheint mitunter waghalsig: Einen übermenschengroßen, begehbaren weiß-wächsernen Turm hat sie im Jahr 2000 im Eppley Airfield in Omaha, USA, installiert, für sportliche 24 Stunden. Eine Brückenunterführung im Nürnberger Burggraben verhängte sie mit Wachs und Stoff, unzählige Schnüre mit winzigen Wachsplättchen wurden in Handarbeit geknotet, und überlebten die gesamte Ausstellung LOST&FOUND 2. Wie ein befeuertes, abstraktes Heizelement nimmt auch die elektrische Wandarbeit „take a seat in my sunnyside lounge“ den Ausstellungsraum im Museum Ritter in Waldenbuch ein, die Sammlung hat sich auf höchster Qualitätsstufe dem Quadrat verschrieben. Und gerade hier spürt man den zugrundeliegenden Widerspruch: Das erstarrte, von innen beleuchtete Schmelzmaterial scheint hier in Waldenbuch deutlich erhitzter, als es dem Objekt physikalisch möglich sein dürfte, aber das ist nur eine Paradoxie dieser

verwunschenen Alchemie. Im Interview spricht die Künstlerin über die methodischen Tücken und die Poesie ihrer kaltflammenden Kompositionen. Deine Werke sind Experimente und Setzungen mit dem Bildhauermaterial Wachs. Das ist komplexer als man auf den ersten Blick denken könnte. Was fasziniert dich so daran und wie oft wünscht du dir im Prozess, dich lieber für ein anderes Material entschieden zu haben? Nun, Wachs ist ja eigentlich in der klassischen Bildhauerei nicht wirklich sichtbar, da es als Zwischenmaterial bei Gussverfahren verwendet wird. Mir gefällt der Gedanke, dieses Material sichtbar zu machen. Mir gefällt auch der Gedanke, etwas zu schaffen, das einerseits monumental wirkt, aber gleichzeitig auch höchst fragil ist: Es ist geradezu unsinnig, aus Wachs Räume zu bauen (lacht). Ich mag auch den Gedanken, dass man achtsam damit umgehen muss. Ich mag die Vielseitigkeit von Paraffin, seine unterschiedlichen Oberflächen und dass ich es auf sehr unterschiedliche Arten verwenden kann: Ich kann es schmelzen, mit Pigmenten färben und neue Formen daraus gießen, ich kann flüssiges Wachs über Papier gießen oder ich kann Wachsplatten so bearbeiten, dass ich sie in Eisengerüste montiert zu Raumskulpturen zusammenbaue, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wachs wirkt leicht und lichtdurchlässig, tatsächlich ist es aber sehr schwer und ich reize


104 – Kunstkommentar

gern die Grenzen des Machbaren aus und komme dabei schon mal an meine eigenen physischen Grenzen – da wünsche ich mir gelegentlich ein einfacheres Material, aber diese Momente gehen schnell vorbei. (lächelt) Wachs ist ein unwahrscheinliches Werkstück: Bei zu viel Wärme schmilzt es, bricht leicht, verformt sich, lässt sich leicht zerstören. Trotzdem setzt du deine Werke in öffentliche Räume, auch außen, baust Lampenkörper und überlebensgroße Objekte. Oft funktioniert das bestens, woran liegt das aus deiner Sicht? Erstmal gehe ich vom Ort aus, an dem ich etwas ausstelle. Ich spüre seinen Besonderheiten nach und überlege, was mich daran interessiert und wie ich ihn mir zu eigen machen kann. Gibt es Geschichten zu diesem Ort, was ist dort früher passiert? Dann gehe ich ins Atelier und baue ein Modell davon und probiere verschiedene Ideen aus. Nach einer Weile wird mir klar, wie ich mit diesem Ort arbeiten kann und entwickle daraus eine neue Arbeit. Möglicherweise spürt der Betrachter diesen sensiblen Umgang und respektiert deshalb meine Werke an

diesem Ort. Meine Arbeit muss mit dem Raum schwingen: Licht, Farbe und Material müssen zu einer Einheit verschmelzen und den Betrachter verführen und in meine Welt entführen … Sinnlichkeit, Genuss, Freude, heitere Gelassenheit, Witz und Humor sind meinen Arbeiten eigen, auch das Gefühl von Stärke und Kraft. „Trafohäuschen der Gefühle oder des Lichts“ wurden meine Räume schon mal bezeichnet – das gefällt mir gut. Nicht alle deine Arbeiten haben direkt mit dem Material zu tun, auch die „wachsfreien“ Arbeiten transportieren aber Aspekte von Wachs, wie deine wie zähflüssig herablaufenden Malereien. Was sind für dich seine wichtigsten Eigenschaften? Mich interessiert das Phänomen der Transluzenz, wie das Stephen Wright in einem Katalogtext über meine Arbeiten sehr treffend bezeichnet hat*. Also, ich meine diesen Schwebezustand zwischen Durchsichtigkeit und totaler Blickdichte. Das Vage, nicht genau Benennbare, das Gefühl von Etwas, das Nachspüren beim Hervorholen einer Erinnerung. Wachs hat genau diesen Charakter, etwas Edles, Feines, Kostbares, seine Oberfläche wechselt von zart glänzend-kristallin zu einer fast stumpfen, opaken, kaum durchdringbaren Oberfläche. Ich mag das Warme, das Weiche, das Geschmeidige des Materials, ich habe es gerne in der Hand, ich mag es, die immer gleichen Handgriffe zu tun und in dieser ständigen Wiederholung in eine meditative Versenkung zu finden, ganz bei mir zu sein. Ich mag das Aneinanderreihen von gleichartigen Teilen, die allmählich zu einem größeren Ganzen wachsen. Jedes einzelne Teil ist handgemacht und individuell, dabei belasse ich seinen Charakter. Beispielsweise beim Erkalten der Oberfläche entstehen spezifische Oberflächen, in die ich nicht eingreife, die ich nicht beschneide oder verändere. Ich mag aber auch den Betrachter hinters Licht führen, indem ich ihm vorgaukle, es handle sich um Wachs, dabei ist es ein ganz anderes Material. Es bereitet mir immer wieder Freude, Sehgewohnheiten umzukehren oder in Frage zu stellen …


105 – tommy empfiehlt

Ausstellungen im KunstKulturQuartier NEUE ÖFFNUNGSZEITEN: Di., Do. bis So. 11 bis 18 Uhr Mi. 11 bis 20 Uhr

Stefan Panhans: HOSTEL, 2018, 4K, Farbe, Ton, Production Still Can Rastovic, Courtesy Stefan Panhans

Deine Arbeiten sind oft farbig und unterscheiden sich auch körperlich untereinander. Du erreichst diese Unterschiede durch die Nutzung verschiedener Wachsrezepturen. Wie kommt man dazu? Ich hatte das Glück, nachdem ich 1995 meinen ersten Wachsraum im Kunstverein Kohlenhof gezeigt hatte, Kontakt zum weltgrößten Paraffinhersteller zu bekommen. Dieser lud mich nach Hamburg ein, um seine Wachsproduktion zu besichtigen: Das war ein bisschen wie Weihnachten und Ostern zusammen. Drei Tage war ich vor Ort und konnte mir alle unterschiedlichen Paraffine genau anschauen und von Chemikern genau erklären lassen, welche besonderen Eigenschaften sie besitzen und wofür sie normalerweise verwendet werden. Mit fünf verschiedenen Paraffinproben kam ich zurück und machte im Atelier meine eigenen Experimente damit. Mit einem lässt sich besonders gut formen, mit einem anderen kann ich kräuselnde Oberflächen herstellen, mit dem nächsten glatte, transluzent-kristalline Täfelchen produzieren … Im Lauf der Jahre habe ich so meine eigenen Rezepturen entwickelt, die ich ständig verfeinere und für die jeweiligen Bedürfnisse angleiche. Zufall, Neugierde, Spaß und Experimentierfreude sind die Komponenten meines Forschens. Fleiß, Ausdauer und Hartnäckigkeit sowieso (lacht). Und ich entdecke immer noch neue Aspekte von Wachs – das ist großartig!

Weitere Informationen zu Künstlerin: www.inge-gutbrod.de BILDER

1 / take a bath in my light-soaked bodies

2 / Tower

3 / transfer: schwingen & schmatzen, 2021. Installation in Zusammenarbeit mit Tanja Hemm (ortsbezogener Klang) für die Ausstellung LOST&FOUND 2 © the artist, Foto: Annette Kradisch 4 / take a seat in my sunnyside lounge

* Stephen Wright, Die Dialektik der Transluzens, kunst galerie fürth 2006.

SOMETHING BETWEEN US 19. Februar bis 15. Mai 2022 Kunsthalle Nürnberg

DAS BERNSTEINZIMMER endlich gefunden! bis 29. Mai 2022 Kunstvilla GÜNTER DERLETH Immer viel Licht bis 27. Februar 2022 FALLING APART 26. März bis 12. Juni 2022 Kunsthaus


106 – Galerien/Museen/Outdoor

Galerien/Museen/outdoor: kunst im neuen jahr Marian sichtet und kommentiert die Kunstangebote im februar und märz 2022. 1a/1b Zwei aufeinanderfolgende Ausstellungen im Galeriehaus Nord: Agnes Ritli, play, 2020, Ölpastell und Papier auf Leinwand, 30 x 24 cm © und Foto: the artist (links); Johannes Felder, ohne Titel, 2021, 24 x 18 cm +© und Foto: the artist und VG Bild-Kunst, Bonn 2022 (rechts)


Rolf Fütterer

107 – von marian wild

Bild aus der Ausstelung „HAI life“

Frohes Neues, liebe Lesenden, das neue Jahr bringt neue Kulturangebote und die Chancen scheinen gut, dass alle auch geöffnet bleiben: Unsere neue Staatsbeauftragte für Kultur und Medien Claudia Roth hat unlängst verkündet, dass Schließungen im Kulturbereich nun einer „besonderen Begründung“ bedürfen (NN vom 10.01.2022), was pauschale, pandemiebedingte Kulturlockdowns hoffentlich erschwert und auch symbolisch aus meiner Sicht angemessen und (endlich) der Kultur gegenüber wertschätzend ist. Schauen wir also vorsichtig optimistisch in die kommenden Monate und freuen uns an den reichen Kunstangeboten! Bis 2. Februar

ARBEITERFUSSBALL IN NÜRNBERG

Nur der DFB? Heute findet der Spielbetrieb im Fußball allgemein unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes statt. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts spielten jedoch noch zahlreiche Verbände ihre eigenen Meistertitel aus. Einer davon war der Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB), der Sportverband der Arbeitervereine. Die Ausstellung „Der andere Fußball“ erzählt die Geschichte des Arbeitersports: von seinen großen Sportler*innen, den Wettbewerben und Sportfesten, seiner Verankerung in der internationalen Arbeiterbewegung und von seinen besonderen

in der KREIS Galerie © und Foto: the artist

Werten. Und sie erzählt vom jähen Ende der Geschichte – der kompletten Zerschlagung durch die Nationalsozialisten 1933. (PM) KULTURWERKSTATT AUF AEG Fürther Straße 244d, Nbg. www.fussball-kultur.org Verlängert bis 12. Februar

EVI KUPFER / DANIEL COJOCARU

Tape Art! Mehr muss man nicht wissen, die Kunsttechnik kann man im Grunde ja nur liebhaben. RAUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST . LAURENTIU FELLER. Bergstraße 11, Nbg. www.rfzk-feller.de Bis 17. Februar

GESPRAYT

CUBE600 AM MEMORIUM NÜRNBERGER PROZESSE. Fürther Str. 104, Nbg. www.memorium-nuernberg.de Bis 19. Februar

ROLF FÜTTERER - HAI LIFE

KREISGALERIE – GALERIE AM GERMANISCHEN NATIONALMUSEUM Karthäusergasse 14, Nbg. www.kreis-nuernberg.de

Verlängert bis 20. Februar

BARBARA KLEMM FOTOGRAFIEN 1967–2019

Die 1939 in Münster geborene Fotografin, die zu den wichtigsten Chronistinnen der Nachkriegszeit zählt, kam erstmals in der Dunkelkammer ihres Vaters, des Malers Fritz Klemm mit dem Medium in Kontakt. Folgerichtig sind ihre Fotografien nicht nur Momentaufnahmen, sondern ganz im malerischen Bilddenken verankerte Erzählungen, die sich in einem kritischen Moment zu einer repräsentativen Szene verdichten. Oft geschieht das in den Portraits und Alltagsbeobachtungen mit genialer Einfühlsamkeit und dem Aufdecken bisher verborgener, innerer Strukturen des Motivs. Die Ausstellung wird von einem spannenden, museumspädagogischen Rahmenprogramm begleitet.


108 – Galerien/Museen/outdoor STADTMUSEUM ERLANGEN Martin-Luther-Platz 9, Erlangen www.stadtmuseum-erlangen.de

Die Scheibe mit Guckfenster ist 24 Stunden am Tag zugänglich. IM FENSTER DER ORTART Spenglerstr. 5, Nbg. www.ortart.org

Verlängert bis 27. Februar

PIRKO JULIA SCHRÖDER UND THOMAS MAY – HIDE AND SEEk

Bis 27. Februar

Die beiden Kunstschaffenden, die sich in ihrem Werk immer wieder mit der räumlichen Verpflanzung von Objekten und Ideen an ungewohnte Orte beschäftigen, haben im Rahmen der ortart no. 45 den Galerieraum und das Schaufenster in einen grünen Dschungel transformiert.

KUNSTHAUS. Königstr. 93, Nbg. www.kunsthaus-nuernberg.de

GÜNTER DERLETH … IMMER VIEL LICHT

Bis 6. März

GENREMALEREI

KUNSTMUSEUM ERLANGEN Nürnberger Str. 9, Erlangen www.kunstmuseumerlangen.de Bis 13. März / Ab 25. März

AGNES RITLI – LIMONADE / JOHANNES FELDER – MALEREI

Barbara Klemm,

Zwei Kunstschaffende, ein gemeinsames Thema. Die beiden aufeinanderfolgenden Ausstellungen im Galeriehaus Nord widmen sich der Oberfläche, seien es die haptisch-prickelnden Verbindungen aus Malmaterial und Untergrund, die Agnes Ritli uns bis 11. März einschenkt, oder seien es die theatralischen, mitunter aufge-

Fotografie © the artist

Blick auf das Schaufenster der ortart mit der Ausstellung „Hide and Seek“ © the artists, Foto: Lisa Haselbek

Andy Warhol, Frankfurt am Main, 1981,

wühlten Landschaftswindungen, die Johannes Felder ab 25. März über die Leinwände wirft. Für beide Ausstellungen sind digitale Schmankerl geplant, die auf der Homepage angekündigt und verlinkt werden. GALERIEHAUS NORD Wurzelbauerstr. 29, Nbg. www.galeriehaus-nuernberg-nord.de


Claudia Kugler, eh, 2022, MaSSe und Material variabel © und Foto: the artist

besten Sinne werden, und das ist in den aktuellen Zeiten ja auch mal wirklich was angenehm Anderes. GALERIE SIMA. Hochstr. 33, Nbg www.simagalerie.de Bis 6. März

FORMS OF DISCONTINUITY: JUNGE KUNST AUS DÜSSELDORF

Gezeigt werden Arbeiten von Laura Aberham, Mahssa Askari, Yijie Gong, Sophie Heinrich, Carolin Israel, Julia Rüther, Hiroshi Tanaka. GALERIE VON & VON. Lorenzer Str. 31, Nbg www.galerie-vonundvon.de Bis 20. März

Verlängert bis auf Weiteres

Ihre fünfte Einzelausstellung in der Galerie Sima widmet die Künstlerin dem Wort „eh“, das ein kritisches Detail der österreichischen Sprachkultur darstellt. Hinten angehängt, vermittelt es eine unnachahmliche Atmosphäre von Schadlosigkeit und Harmonie, der Österreicher würd sogar von Langeweile reden. „Des machst eh“, ruft der zufriedene Chef seinem Lehrling auf dem Weg zur Gesellenprüfung hinterher, man müsse sich keine Sorgen machen. Der Besuch der Ausstellung „Claudia Kugler, eh“ wird also unaufgeregt im

Der Künstler gehört zu den Sammlern im Urwald der Kunst. Sein „Archiv für Gegenwarts-Geschichte“ umfasst inzwischen eine halbe Million Objekte aller Art, er präsentiert sie mitunter in setzkastenähnlichen Regalaufbauten. In der Ausstellung in Fürth ist eine große Bodenarbeit realisiert worden, die uns allen die unheilvollen Folgen zu engagierter Sammelfreude auf wirklich bezaubernde Weise vor Augen führen.

CLAUDIA KUGLER, EH

KARSTEN BOTT – VON JEDEM EINS, OHNE STEG, FÜRTH

109 – von marian wild Projektbüro im Geschäftsbereich Kultur

DIE BLAUE NACHT ®

Lange Nacht der Kunst und Kultur

Sa. 7. Mai 2022

ab 19 Uhr | Nürnberger Altstadt (Preview: Fr. 6. Mai 2022 ab 20 Uhr)

KUNSTWETTBEWEeRrbBen!

jetzt bew

hantasie

Thema: P

www.blauenacht.nuernberg.de


110 – Galerien/Museen/outdoor KUNST GALERIE FÜRTH. Königsplatz 1, Fürth www.kunst-galerie-fuerth.de

Blick in die Ausstellung „Das Bernsteinzimmer - endlich gefunden!“, © Kunstvilla/Stadt Nürnberg, Foto: Annette Kradisch

Bis auf Weiteres

PAPIERNE GÄRTEN. ILLUSTRIERTE PFLANZENBÜCHER

GERMANISCHES NATIONALMUSEUM Kartäuserg. 1, Nbg. www.globalartnuernberg. de Bis auf Weiteres

DAS BERNSTEINZIMMER – ENDLICH GEFUNDEN! So einfach wäre es gewesen, das Bernsteinzimmer zu finden, wäre man einfach mal durch St. Johannis gelaufen. Die Kunstvilla hat den Schatz nun gehoben und zeigt eine umfangreiche Auswahl von Werken der Kunstschaffenden, die über die Jahre in dem zauberhaften alten Mühlengebäude an der Pegnitz ausgestellt haben. KUNSTVILLA. Blumenstraße 17, Nbg. www.kunstvilla.org 12. und 13. Februar

ABSOLVENT*INNEN 2020 2021 2022 Drei Jahrgänge mit insgesamt 32 Studierenden verabschiedet die Akademie mit dieser Ausstellung. Nach den ausstellungsfeindlichen letzten zwei Jahren ist es besonders erfreulich, so viele auch in der Region tätige Kunstschaf-

fende hier versammelt erleben zu können: Julie Batteux | Desiree Brauner | Federico Braunschweig | Monique Desto | Susanne Dundler | Theresa Elter | Marcus Frimel | Hannah Gebauer | Maximilian Gessler | Sören Gohle | David Paul Grimm | David Häuser | Luca-Maria Hien | Tomoe Hikita | Julius Jurkiewitsch | Evelyn Kliesch | Janusch Lorenz

| Anna Ludwig | Roxana Machado Rios | Alina Manukyan | Monja Milzner | Alexander Mrohs | Herbert Oberdorfer | Anton Ostler | Isabell Schmiedebach | Miriam Schöberl | Christian Schreiber | Christina Schreiner | Nicole Tschernenko | Linda Wagner | Lisa-Maria Wenk | Youngju Woo | Migyeong Yun


KEITH SONNIER E M O S T H G LI 111 – bildung bildet

Ab 13. Februar bis 6. März

GABRIEL VON BETHLEN

Ab. 13. März

ELISABETH THOMA

Zwei aufeinanderfolgende Ausstellungen in der sympathischen Galerie in der Nürnberger Südstadt. GALVANI GALERIE. Galvanistr. 12, Nbg. www.galvani-galerie.jimdosite.com Ab 18. Februar bis 26. März

ACHIM WEINBERG - PHOTOGRAFIEN

Der Künstler, Designer und – wie ich schon persönlich erleben durfte – leidenschaftliche Raumforscher zeigt eine Auswahl seiner Fotoarbeiten. RAUM FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST . LAURENTIU FELLER. Bergstraße 11, Nbg. www.rfzk-feller.de curt gratuliert von Herzen zur Auszeichnung „Künstler der Metropolregion“!

NEUES MUSEUM Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg www.nmn.de

KEITH SONNIER, USA: War of the Worlds (Sagaponack Blatt Series), 2004 © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Courtesy of The Sac-O-Lait Keith Sonnier Foundation Inc.; Leihgabe: Dr. Ralf Sigle; Foto: Peter Barrachi

AUF DEM CAMPUS DER AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE Bingstr. 60, Nbg. www.adbk-nuernberg.de

Verläng e 8. MAI 2 rt bis 022


112 – Galerien/Museen/outdoor

Ab 19. Februar

SOMETHING BETWEEN US

KUNSTHALLE NÜRNBERG Lorenzer Str. 32, Nbg. www.kunsthalle.nuernberg.de Ab 12. März bis 13. April

ME AND DOROTHY – GROUPSHOW

Sebastian Tröger trifft auf Aneta Kajzer, Andreas Oehlert auf Anne Sterzbach, und noch viele andere Kunstschaffende werden im Rahmen des Ausstellungsprojekts verkuppelt. Was macht das mit ihnen und den Werken? Antworten kriegen wir in den nächsten Wochen. OECHSNER GALERIE im Atelier- und Galeriehaus Defet Gustav-Adolf-Str. 33, Nbg. www.oechsner-galerie.de Ab März

MAX SAND. VIVA WILLINGEN.

„Willingen ist die CDU als Stadt“, so schrieb einst der Freitag. In der

Ausstellung wandelt dieser Sehnsuchtsort im härtesten Sinn sich in eine komplexe, multimediale Rauminstallation, die neue Perspektiven auf den Ort eröffnen wird. So tut es auch bereits die vorliegende Publikation des starfruit Verlags „Paris, London, Mailand, Willingen – Wandern ist nur Spazierengehen aber wütend“ von Sebastian Hotz und Max Sand; das Buch wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für moderne Kunst herausgegeben. INSTITUT FÜR MODERNE KUNST Im Atelier- und Galeriehaus Defet Gustav-Adolf-Str. 33, Nbg www.moderne-kunst.org

Blick in die Sammlungspräsentation „Bernd Klötzer. Rund.“ im Neuen Museum Nürnberg © the artist und VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Neues Museum, Annette Kradisch

NEUES MUSEUM NÜRNBERG Bis auf Weiteres

Ab 18. März bis 15. Mai

BERND KLÖTZER. RUND

Eine Ausstellung der fotoszene nürnberg e.V. * Mitglieder und Gäste der fotoszene gestalten eine thematisch im weitesten Sinn offene Ausstellung zum Thema Nürnberg. Fembo-Haus, Burgstr. 15, Nbg www.die-fotoszene.de

Rund ist der 80. Geburtstag des Künstlers, und rund sind viele seiner Werke, die das Neue Museum auf die quadratischen Bodenplatten und die rechteckigen, weißen Wände des Sammlungsraums komponiert hat. Das ergibt auch eine schöne Nachbarschaft zu dem herrlichen, noch bestehenden Geburtstagsraum, den Diet Sayler einst zum 80. erhalten hat, da geht es aber mehr um Linien und Rechtecke. Wenn dann am 28. Januar noch die neuen Fassadenräume mit der Ausstellung „In erster Linie“ eröffnet wurde, kommen noch reichlich wei-

>> FACING NÜRNBERG <<


113 – bildung bildet tere Quadrate in Reichweite. Man kann also mit Fug und Recht(em Winkel) behaupten, das Neue Museum feiert 2022 die klassische, platonische Geometrie, und man muss diese Grundlagenforschung einfach liebhaben. Eine – Vorsicht, ovale (!) – Arbeit von Bernd Klötzer, die Fuge III von 2008, findet sich übrigens auch außen im Skulpturengarten, in direkter Nachbarschaft zum Museum. Bis auf Weiteres

IN ERSTER LINIE

Die Besucher erwartet eine vielteilige, hochgeometrische Sammlungspräsentation in den so wunderbar nach außen strahlenden Prospekträumen. Siehe oben. Bis auf Weiteres

KEITH SONNIER. LIGHTSOME

Die Ausstellung ist die erste Retrospektive nach dem Tod des international bekannten Licht- und Installationskünstlers im letzten Jahr. Der in Louisiana geborene Maler und Bildhauer wurde früh im Rahmen der Bewegung der „New Sculpture“ ausgestellt, deren Vertreter*innen alte Gewissheiten der Bildhauerei durch neue Materialien, Formen und Konzepte durchbrechen wollten. Seine an Schriftzeichen, Wortkonzepte und Antennenkonstrukte angelehnte Licht- und Videoinstallationen sind überlaufend farbig und materialhaltig oder ganz minimalistisch, und sie verströmen mitunter den flirrenden Charme eines heißen Sommerabends in New Orleans. Ein ausführlicher, magisch bebilderter Review findet sich auf Seite XX. Bis auf Weiteres

JAROSŁAW KOZŁOWSKI UND CHRISTINE MOLDRICKX. ÜBUNGEN IN FREIHEIT

NEUES MUSEUM NÜRNBERG. Klarissenplatz, Nbg. www.nmn.de

@die_fotoszene

OPEN AIR/ Südseite Lorenzkirche


114 – filmhaus

Filmhaus nürnberg: Tilda Swinton + The Man with the Schengen-Tattoo Das Filmhaus, denkt man manchmal, ist wie eine Schachtel Pralinen, denn man weiß nur so begrenzt, was man bekommt, man ist immer wieder überrascht und alles schmeckt geil. In dieser JahresanfangsSchachtel zum Beispiel steckt viel Lateinamerika, genauso wie Tilda Swinton und ganz neue und ganz preisgekrönte Filmkunst aus Israel. Pralinenherz, was willste mehr?

Aheds Knie. © Grandfilm

der Mann, der seine haut verkaufte


115 – Filmkunst Der Februar startet im Filmhaus traditionell mit den Lateinamerikafilmtagen. In diesem Jahr dauern sie vom 3. mit zum 9. Februar, in denen wir vier Spielfilme aus aus Argentinien, Chile, Bolivien, Mexiko und zwei Dokumentarfilme aus Paraguay und Mexiko zu sehen bekommen. Unter anderem den TEDDY-Bester-Spielfilm-Preisträger der Berlinale 2019 Breve Historie del Planeta Verde, in dem eine Transfrau, ein flamboyanter Tänzer und eine Bedienung den nicht alltäglichen Auftrag erhalten, ein außerirdisches Wesen auf dessen Planeten zurückzuschicken. Erstmals finden die Lateinamerikafilmtage in diesem Jahr übrigens hybrid statt, heißt: Mit Ausnahme von Was geschah mit Bus 670 laufen alle Filme auch online im kino3. Den Monatsschwerpunkt widmet das Filmhaus allerdings einer schottischen Heroin des guten Films: Die Oscarpreisträgerin Tilda Swinton ist seit über drei Jahrzehnten Stilikone und herausragende Charakterdarstellerin, die jederzeit eine derartige Verneigung verdient hat. Im Schwung dieser Bewegung verneigt sich das Filmhaus gleich auch noch vor dem Regisseur Derek Jarman, Swinton-Entdecker und langjähriger Weggefährte, der am 31. Januar 80 Jahre alt geworden wäre. Die Hommage beinhaltet insgesamt 16 Filme mit Swinton (unter anderem Orlando, Only Lovers Left Alive, Memoria), zu denen auch vier gemeinsame Arbeiten mit Jarman gehören, die das Wochenende vom 10.02. bis 13.02. bestimmen (nicht nur, aber auch). Caravaggio z.B., ein opulenter Film, in dem Swinton in ihrer ersten Rolle überhaupt eine Prostituierte spielt, die mit dem titelgebenden Rennaissance-Maler und ihrem Mann in einer Dreiecksbeziehung lebt. Am 24.02. startet außerdem der fast neueste Film des israelischen Regisseurs Nadav Lapid im Filmhaus, der 2020 auf dem Filmfest in Venedig Premiere feierte, wo Hauptdarsteller Yahya Mahayni den Orizzonti-Preis als Bester Hauptdarsteller gewann. Mahayni ist Der Mann, der seine Haut verkaufte, namtlich Sam, ein junger

Syrer, der in den Libanon fliehen muss, obwohl er viel lieber zu seiner Geliebten Abeer nach Brüssel reisen würde. Hoffnung macht ihm nun nur noch seine neue Bekanntschaft, der international renommierte Künstler Jeffrey Godefroi, der Sam ein Angebot macht: Er würde ihm das Schengen-Visum gern in groß auf den Rücken tätowieren. Sam wähnt sich frei – und ist eigentlich zu einem hochpreisigen Objekt auf dem Kunstmarkt geworden. Eine politische Satire, verwoben mit der berührenden Fabel über Liebe, Freiheit und Identität. Lapids allerneuster Film startet dann gut einen Monat später, am 21.03. Aheds Knie ist ein Film über einen Filmemacher in Israel, genannt X. X reist in ein abgelegenes Dorf, um dort seine neuste Arbeit zu präsentieren. In Gedanken ist er bereits bei seinem kommenden Projekt über eine palästinensische Aktivistin. Vor der Vorstellung soll er jedoch ein Formular unterzeichnen, mit dem er bestätigt, über bestimmte Themen nicht zu sprechen. X beginnt einen leidenschaftlichen Kampf für die Meinungsfreiheit in seinem Land und versucht zugleich Kontakt zu seiner Mutter aufzunehmen, die gegen eine tödliche Krebserkrankung ankämpft … Mit diesem selbstreflexivem Film hat Lapid seiner eigenen Wut Ausdruck verliehen und in gewisser Weise den Schmerz über den Verlust seiner eigenen Mutter verarbeitet. Ausgezeichnet mit dem Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes 2021. Obacht: Weil wir so gute Freunde der Filmkunst sind, dürfen wir Zugänge zum Streamingportal kino3 verlosen. Alle Infos dazu auf www.curt.de/nbg

Filmhaus – das Nürnberger Haus für den guten Film. www.kunstkulturquartier.de/filmhaus kino3: https://filmhaus.nuernberg.cinemalovers.de Achtung: In Folge der C19-Pandemie gelten besondere Bestimmungen.


116 – Kurti Familiensachen

Robinson und Crusoe. © Theater Rootsloeffel. Mitte: Amen und aus. © Tim de Backer. rechts: Der Zinnsoldat. © Ludwig Olah

Oh Brueder oh Schwestern. © Xenia Zezzi. Mitte: Paula und die Leichtigkeit. © Thomas Riese. rechts: Forever © Nelly Rodriguez


117 – Theater

Panoptikum-festival:

Theater zwischen Genie und Wahnsinn Nürnberg zeigt zum zwölften Mal, was Kindertheater alles kann: Zur diesjährigen Ausgabe des Panoptikum-Festivals kommen unter anderem Theatergruppen aus der Schweiz, Tschechien, Norwegen, Frankreich und, klar, aus Bayern zu uns. An acht Spielorten zeigen sie vom 08. bis 13. Februar klassisches Schauspiel, Tanz, Figuren- und Objekttheater. Das vom Theater Mummpitz initiierte Festival ist eines der Highlights im internationalen Kindertheater-Kalender. Medienpartner curt lugt schon mal ins Programm hinein. Brennesseln (12+) Das Künstlerduo trickster-p, Träger des Schweizer Kulturpreises, bringt eine szenische Installation mit in die Kulturwerkstatt. Ausgestattet mit Kopfhörern schicken Cristina Galbiati und Ilija Luginbühl ihr Publikum auf einen Parcours, der uns entlang der Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, Erinnerung und Betrachtung taumeln lässt. Wir betreten eine akustisch-künstlerisch-poetische Landschaft, die uns mit Kindheit und Tod konfrontiert. 09.-11.02., täglich mehrmals, Kulturwerkstatt Auf AEG. The Girl with the Ugly Face (6+) Eine norwegisch-tschechisch-britische Koproduktion der Compagnie NIE kommt in den Hubertussaal. Lisa wird sehr schnell, sehr wütend und sagt dann bisweilen schlimme Dinge zu ihren Klassenkamerad*innen. Die rufen ihr hinterher: Du hast ein hässlisches Gesicht! Und Lisa rennt nach Hause und glaubt, dass niemand sie versteht. Das Stück The Girl with the Ugly Face basiert auf Gesprächen und Workshops mit 6 bis 9-Jährigen, über tausend Kinder in drei Ländern haben sozusagen mitgeschrieben. 10.02., 14.30 und 19.30.

Irgendwo anders (7+) Flugzeuge fliegen über der Stadt, die Straßen sind leer und die Regale der Supermärkte auch. Ein Mädchen ist in einem bedrohlichen Kriegsszenario gefangen. In den Garten zu gehen ist zu gefährlich und wenn es donnert, muss sie mit ihrer Mutter in den Keller laufen. Wir sehen die Welt, die Grausamkeit des Krieges durch ihre Augen, verbildlicht durch eine animierte Kreidetafel. Eine Arbeit des Ljubljana Puppet Theatre, das die ganze Absurdität des Krieges anschaulich macht. 10.02., 19.30 Uhr + 11.02., 17 Uhr, Theater Salz+Pfeffer. Natchav (8+) Im Morgengrauen kommt der Zirkus in die Stadt. Zeltplanen peitschen durch die Luft und werden in den Himmel gehievt, ein schwerer Vorschlaghammer hämmert. Doch die Behörden wollen den Zirkus nicht in ihrer Stadt haben. Die Truppe leistet Widerstand, ein Akrobat wird gefangengenommen, ein Zirkus träumt von der Freiheit. Die Gruppe Les ombres portées aus Frankreich erfindet mit Schatten und Musik eine ganz eigene Theatersprache und erzählt eine Geschichte, in der sich einzelne über die Gesetze der Schwerkraft hinwegsetzen können. 10.02., 19.30, 11.02., 10.00 und 12.02., 14 Uhr, Tafelhalle. Nein! Nein! Nein! (4+) Das Junge Theater Regensburg bringt eine Uraufführung mit zum Panoptikum, die auf einer hauseigenen Stückentwicklung beruht: Man stelle sich vor, ein Land, in dem die Menschen immer wütend sind, Wutland. Felix reist dorthin, weil er einfach nicht wütend werden kann und das unbedingt lernen möchte. Vor Ort nimmt er an einer Wut-Olympiade teil und wird von der Wutland-Präsidentin höchstpersönlich zum


118 118 xxxxxxxxx – fensterln Essen eingeladen. Vielleicht kann die ihm ja helfen ... Zusammen mit Kindern ab vier Jahren haben die Regensburger ein widersprüchliches Gefühl erkundet. Manchmal muss sie einfach raus, die Wut, und manchmal an der Leine gehalten werden. 11.02., 09 und 11 Uhr, Theater Mummpitz. Amen und aus (5+) Von zwei alten Wissenschaftlern in einem Gewächshaus voller alter Maschinen und mathematischer Berechnungen erzählen die Belgier von Nevski Prospekt. Eine künstlerische Installation ist ihre Verbindung zum Rest des Universums. Doch dann stirbt einer von ihnen und der andere ist auf sich allein gestellt, er vermisst seinen Begleiter, seine Hilfe, aber vor allem seine Freundschaft. Der Wissenschaftler muss einen Weg finden, seinen toten Freund ins Leben zurückzuholen. Ein Stück über Verlust und Freundschaft und den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn. 12.02., 15 Uhr, 13.02., 11 und 15 Uhr, Theater Mummpitz. Hotel Bellevue (7+) Dieses Hotel hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Es ist Winter, die Lobby ist heruntergekommen, die Gäste wollen abreisen, doch die Türen öffnen sich nicht. In einem slapstickhaftem Tanzstück erkunden die Schauspieler*innen der französischen Compagnie Arcosm die Gänge. Die Figuren bewegen sich durch eine Filmkulisse, verfolgt von einem Kameramann, der in Echtzeit aufnimmt und dadurch ganz nah an die Tanzenden herankommt. Eine Produktion irgendwo zwischen Film, Tanz und Theater. 12.02., 19 Uhr und 13.02., 11 und 15 Uhr, Tafelhalle. Rita (8+) BRONKS und Tuning People aus Belgien stellen uns im Rahmen des Festivals Rita vor. Rita ist eine ältere Dame mit einem ausgeprägten

Hang zum Drama. Mit Hilfe der heiß geliebten Oper entkommt sie ihrem Alltagstrott und den Sorgen des Alters. Doch mehr und mehr verliert sie sich wie eine gealterte Alice im Wunderland in ihrem geistigen Labyrinth. 12.02., 17 Uhr und 13.02., 11 Uhr, Theater Pfütze. Die wilden Schwäne (8+) Elisa und ihre elf Brüder sind ziemlich eingebildete, verwöhnte Königskinder. Schlagartig verändert sich ihr Leben als die neue Frau des Königs alle elf Brüder in Schwäne verwandelt. Upsi. Und Elisa muss sich auf die schwierige und abenteuerliche Suche nach den davongeflatterten Brüdern machen. Theaterautor Thomas Brasch hat das Märchen von Hans Christian Andersen zu einem poetisch-witzigen Stück umgearbeitet, das von Regisseur Gerd Beyer und dem Fürther Stadttheater mit viel Fantasie auf die Bühne gebracht wird. 12. und 13.02., 15 Uhr, Hubertussaal. Und das alles ist noch nicht alles. Das Theater Mummpitz spielt Paula und die Leichtigkeit des Seins, das Theater Pfütze zeigt Gesucht: Iphigenie, das Theater Rootslöffel Robinson & Crusoe, das Theater Salz+Pfeffer den Spuk in der Kuschelburg und, und, und. Hinzu kommt außerdem ein dickes Rahmenprogramm mit Jazz für Kinder, Workshop für Kindertheatermachende und lecker Familienfrühstück im Café Mahlzahn. Rasch um Tickets bemühen ist unser Tipp! Tickets und vollständiges Programm auf der Festivalhomepage.

Panoptikum, das europäisch-bayerische Kindertheaterfestival. 8. bis 13. Februar. Verschiedene Spielstätten. Medienpartner curt. www.festival-panoptikum.de


gillitzer.net

119 – Kurti Familiensachen

Foto: Araquém Alcântara

Der Straßenkreuzer ist bei 80 Frauen und Männern auf der Straße in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach für 2,20 Euro zu bekommen. www.strassenkreuzer.info


120 – Kurti Familiensachen

Zetties Kidz Club:

Heavysaurus / Bummelkasten

heavysaurus

Ganz ehrlich, liebe Kinder, mit der Musik für euch, also Kinderlieder, Kindermusik, ist das manchmal so eine Sache. Gibt okaye Sachen. Aber vieles ist auch eher, also für erwachsene Ohren, so naja. Der Z-Bau, wo ja auch wir Großen gerne hingehen, bemüht sich deshalb sehr, in den Zettis Kidz Club nur die besten Bands für Kids einzuladen. Die für uns Große mindestens erträglich sind. In diesem Fall besteht kein Zweifel. Denn das sind Dinosaurier, die Heavy Metal spielen. Noch einmal: Heavysaurus – Heavy Metal für Kinder, gespielt von Dinosauriern. Als hätte die Welt – nein, die Welt hat

darauf gewartet, genau darauf. Tatsächlich gibt es die finnische Band Heavysaurus schon seit 2009. In ihrer Heimat sind sie super erfolgreich und standen auf Platz 5 der Charts. Mittlerweile touren Heavysaurus in ganz Europa. Auf der Bühne bearbeiten Mr. Heavysaurus, Riffi Raffi, Komppi Momppi und Milli Pilli nicht nur ihre Instrumente bretthart mit Zähnen und Klauen, als wäre ihnen nie ein Meteor auf die Köpfe gefallen, sie feuern auch eine spektakuläre Liveshow ab. Für die Deutschlandtour wurden die finnischen Texte im Übrigen ins Deutsche übertragen. Und die sind auch, Metal hin oder her, garantiert kindgerecht, witzig und wild. Zettis Kidz Club holt die Band am 6. März nach Nürnberg. Roooooaaaarrrrrr! Ein bisschen sanfter, aber nicht weniger kreativ geht es am 27.03. beim Bummelkasten zu. Der Bummelkasten ist Bernhard Lütkes EinMann-A-Cappella-Band. Und seine Videos werden täglich tausendfach geklickt. Das hat nicht nur mit dem sehr eigenen Beatbox-Pop-Sound zu tun, sondern auch mit Lütkes schrägem Humor. In seinen Liedern begegnen wir Max, dem rolltreppefahrenden Klopapierdieb, Susi, der Ponywurst grillenden Prinzessin oder Bulli Batman, dem fiesen Schulhofschläger, der abends in sein Kissen weint. Die Kids staunen, lauschen, lachen und singen mit. Die Eltern staunen auch und raunen immerzu: Da musst du erstmal draufkommen, auf so ein Zeug!

Zettis Kidz Club – Livebands für Kids & gross. Heavysaurus: 06.03.,13 Uhr, Bummelkasten: 27.03., 14 Uhr, im Z-Bau, Nbg. www.z-bau.com


121 – Kurti Familiensachen

Stadtbibliothek: Der neue Bücherbus ist da Nürnberg hat sich dieses Jahr zu Weihnachten ein besonderes Geschenk aus Finnland bestellt, wo wahrscheinlich der Weihnachtsmann wohnt: Einen Bus als Sonderanfertigung, einen neuen Bücherbus für die Kids der Stadt! Dieser Bus fällt sofort ins Auge, was zunächst mal an seiner knallbunten Bemalung liegt. Die hat nicht de Weihnachtsmann gemacht, sondern wieder der bekannte Nürnberger Street-Art-Künstler Hombre SUK. Aber auch innen ist der neue Bus mindestens sehr spektakulär: Ihr findet dort nämlich eine Leseecke, eine Klimaanlage, einen Beamer zur Projektion von Bilderbuchkinos und gemütlichen Teppichboden zum Hinfläzen. Sobald das wieder geht, kann man also auch einfach im Bus abhängen und sich dort in die Bücher verkriechen. Die Fahrbibliothek bringt aber bekanntlich nicht nur Bücher, hier könnt ihr auch CDs, DVDs, Konsolenspiele und sogar Tonies mitnehmen. Beide Busse sind momentan wieder nach Fahrplan unterwegs, besuchen vormittags Grundschulen und nachmittags die einzelnen Stadtteile. Eine Person oder ein Haushalt dürfen rein. Das Team bereitet auf Anfrage gerne Ausleih-Pakete vor, die dann nur noch fix abgeholt werden müssen. Alle Infos zum Fahrplan findet ihr auf der Homepage der Stadtbibliothek. Stadtbibliothek Nürnberg. Gewerbemuseumsplatz 4, Nbg. www.nuernberg.de/internet/stadtbibliothek

Theater Mummpitz im Kachelbau Michael-Ende-Straße 17 90439 Nürnberg www.theater-mummpitz.de


122 – Kurti Familiensachen

Kindertheater: Guten Freunden schenkt man einen Flausch! Füchse und Bären, Eintagsfliegen und die kleinen Leute von Swabedoo stiefeln über die Bühnen der Stadt. Abseits vom großne Panoptikum-Festivalgeschehen hat der Spielplan der Kindertheater viel Schönes, Schlaues, Witziges zu bieten. Der groSSe böse Fuchs (6+) stiehlt dem Bauern im Theater Pfütze nach wie vor seine Eier, weil er so dringend etwas gegen die eigene Harmlosigkeit tun muss und ist dann doch voller Zuneigung für die süßen Küken. Ein herzzerreißend niedliches Stück über Selbstaufopferung und die Suche nach einer eigenen Identität. Termine: 16.-18., 22.-27.02. Danach zieht wieder die Duftwolke 3 bis 3000 (13+) in den Räumlichkeiten des Theaters Pfütze ein: Drei Menschen leben jeweils isoliert in ihrem Raum in luftigen Höhen in einer sterilen Zukunft. Sie haben sich der Bewahrung, Archivierung und Schöpfung von Gerüchen verschrieben. Sie wollen den Geruch der Erdbeeren, des Grases und den Gestank der Städte erhalten. In ihrer Radiosendung erzählen sie davon. Eine immer noch sehr aktuelle Geschichte vom Wert der reichhaltigen Sinneseindrücke. Termine: 12., 13., 15.-17., 19., 20., 22.-24., 26., 27. März. www.theater-pfuetze.de

Theater Mummpitz / Nur ein Tag. Foto: Thomas Riese

Das Wildschwein und der Fuchs sehen der Eintagsfliege beim Schlüpfen zu und wissen, was das heißt: Besser man freundet sich nicht mit ihr an. Und wer soll, wer kann ihr denn sagen, dass sie nur heute hat? Das arme Ding hält sich ja für eine Maifliege! So beginnt Nur ein Tag (6+) im Theater Mummpitz, ein Stück über die großen Fragen des Lebens, über Freundschaft und Lebensfreude und auch über den Tod. Denn eines ist allen dreien klar: Wenn man nur einen Tag hat, muss das ganze Leben in diesen Tag hinein! Termine: 19., 20., 22., 23., 24. Februar.


123 – Kindertheater

JENAPLAN Gymnasium Im März lernen wir im Mummpitz dann drei kleine Bären kennen, die ganz sehnsüchtig auf einen Gipfel blicken. Da müssen sie hinauf, beschließen sie, ziehen los und sind sich schon an der ersten Weggeablung uneins. So teilen die drei sich auf und jeder erlebt für sich die aufregendsten und gefährlichsten Abenteuer auf dem Weg nach oben. Der Bärenberg (4+) ist eine mutig und erfinderisch machende Abenteuergeschichte mit ganz viel Musik. Termine: 08.-10., 12., 13., 15.-17., 19. und 20. März. www.theater-mummpitz.de Elvira zum Beispiel, sie schenkt Amanda einen kuschelweichen Flausch. Einfach so. Und Konrad bekommt einen, einen knallroten sogar, vom Bäcker Berthold. So geht das bei den kleinen Leuten von Swabedoo. Bis der Berg-Zwerg von oben mahnt: Hütet eure Fläusche! Und vorbei ist‘s mit der schönen Großzügigkeit. Die kleinen Leute von Swabedoo (6+) im Theater Salz&Pfeffer erzählt turbulent und voller Sprachwitz von ganz menschlichen Stärken und Schwächen. Termine: 20., 23., 24.-27. Februar. Danach stiefelt zweimal eine Katze über die Bühne, die von einer seltsamen Erbschaft erzählt. Dieser Kater kann sprechen und verhilft seinem Besitzer, dem Müllersohn, mit Klugheit und List zur Gunst des Königs. Der gestiefelte Kater (9+) kommt am 06.03. und 13.03. vorbei. Spuk in der Kuschelburg (3+) ist für 26. und 27. März angesetzt. www.salzundpfeffer-theater.de

Wenn wir uns früher eine Schule hätten malen können, statt der fiesen Asbestbunker, in die wir mit unseren gigantischen Tornistern auf unseren zarten Schultern marschiert sind, dann wäre sie womöglich in etwa so wie das Jenaplan Gymnasium gewesen. Weil: Kleine Schule, deren reformpädagogisches Konzept auf eine starke Gemeinschaft statt auf Konkurrenz setzt; Förderung der individuellen Stärken statt Vergleich anhand Ziffernoten; Kinder dürfen selbst Inhalte einbringen, die sie persönlich interessieren, ihr eigener Lernrhythmus bestimmt den Unterricht. Und: In der Pandemiezeit hat das JPG beeindruckend schnell einen beeindruckend gut funktionierenden Online-Unterricht auf die Beine gestellt. Hört sich erstmal sehr anders an, wenn man an die eigene Schulzeit denkt, nicht wahr! Um eine solche Entscheidung für das eigene Kind zu treffen, sollte man sich deshalb auch eingehend informieren – das JPG setzt die Teilnahme an einem Infoabend für die Anmeldung ohnehin voraus. Der nächste Termin ist der 16. März, ab 19 Uhr, in Präsenz mit 3G. Auf der Homepage findet ihr außerdem einen virtuellen Rundgang durch die Schule, denn auch das ist Expertise. JENAPLAN Gymnasium. Herderstr. 5-9, Nbg. www.jenaplangymnasium.de Infoabend am 16.03., 19 Uhr. Virtueller Rundgang: jederzeit.


124 – Kurti Familiensachen ab 8. März und bis 12. Juli immer dienstags, ausgenommen in den Schulferien, von 15.30 bis 17 Uhr statt. Die Teilnahme bei diesem ersten Projekt ist kostenfrei, allerdings auf zehn Kids begrenzt. Anmeldeschluss ist der 27. Februar, die Plätze werden ausgelost. Alle Infos zur Anmeldung auf der Homepage des GNM. Germanisches Nationalmuseum: Kinderclub Kartäusergasse 1, Nbg. www.gnm.de

Klezmer Festival:

Ben & David

GNM: Kinderclub Das Germanische Nationalmuseum, das uns die vergangenen Monate bereits mit seiner GNM-Kids-Videoreihe versüßt hat, weitet sein Programm für junge Museumsbesucher*innen noch einmal aus und startet ab März einen Kinderclub! Mitglieder im Kinderclub kommen in den Genuss von spannenden, auf Kinder zugeschnittenen, Erlebnissen im Museum. Und sind damit zum Beispiel ihren Eltern gleich einen Schritt voraus: Los geht‘s nämlich im März, wenn die Kinderclubdetektive erste Einblicke in eine Ausstellung zum Thema Handwerk erhalten, die noch gar nicht geöffnet ist. Ihr erforscht, was da gerade noch aufgebaut wird, entdeckt meterhohe Zirkel, wundersame Werkzeuge und spannende Geschichten und Geheimnisse aus der Welt des Handwerks. Im Zuge dessen kommt natürlich auch noch das Kamerateam vorbei und macht euch zu den Stars der nächsten Ausgabe der GNM_Kids. Um dabei zu sein, meldet ihr euch für den Projekttreff an. Treffs finden

Vom 4. bis 13. März findet in Fürth wieder das Internationale Klezmer Festival statt. Klezmer heißt die traditionelle Musik der osteuropäischen Juden, eine Volksmusik, die zum Beispiel bei Hochzeiten gespielt wurde und wird, die zum Tanzen, manchmal aber auch zum Weinen auffordert. Klezmer gibt es schon sehr lange, entwickelt sich aber ständig weiter und vermischt sich mit neuen Klängen aus der Rockmusik oder der Elektronik. Diesen ganzen Facettenreichtum präsentiert das Festival mit Bands aus aller Welt. Für dieses Jahr haben die Festivalmacher*innen außerdem einen eigenen Auftrag vergeben. Für ein Kinderkonzert, vielmehr: für ein Kinder-Musical. Nicolaas Cottenie, Georg Brinkmann und Ira Shiran heißen die drei Musiker, die sich des Auftrags angenommen haben und in ihrer Geschichte Ben & David von einer wunderbaren Freundschaft zwischen zwei Jungs erzählen und uns dabei in eine märchenhafte Welt zwischen Gestern und heute entführen. Termin: 6. März, 15 Uhr, Kulturforum Fürth. Klezmer Festival Fürth. 4. bis 13. März, Fürth. www.klezmer-festival.de


125 – Kurti Familiensachen

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (kurz MINT) – kennen wir aus der Schule alles und na ja, muss man durch. Aber Halt! Wenn man das alles anwendet, wird‘s auf einmal superspannend und man hantiert mit Robotern, Mikroskopen und Programmier-Tools. Wie cool geht‘s denn? Der neue MINTwocch in der Stadtbibliothek lädt Kids ab 7 ein, diese vier Themen spielerisch und experimentierend zu erleben. Am 23. Februar wird da zum Beispiel einfach mal ein sprechendes Poster programmiert, am 23. März geht‘s um Wind in den Haaren und Wasser im Glas, um die Elemente also, am 27. April machen wir uns mit dem Mikroskop auf die Suche nach unseren unsichtbaren Mitbewohnern und am 25. Mai stellt sich der kleine Roboter Dash vor. Die Veranstaltungen laufen jeweils von 16 bis 18 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung unter: 0911 231-10504 oder per E-Mail an stb-kinder-und-junge-bibliothek@stadt.nuernberg.de. Stadtbibliothek Nürnberg: Mintwoch Gewerbemuseumsplatz 4, Nbg. www.stadtbibliothek.nuernberg.de

www.jenaplangymnasium.de

StadtbibliotheK: Experimente am Mintwoch

Liebe Lehrer*innen, immer mehr Eltern wollen unser innovatives Schulkonzept. Bewerbt Euch, unsere Schüler*innen freuen Sich auf Euch!


126 – Theo fuchs

theobald O.J. fuchs Urlaub in Transgeranien

collagen: katharina winter


127 – bei curt hinten raus

Vor vielen Jahren machten wir eine Reise nach Transgeranien. Mutter wollte dort eine Wendeltreppe kaufen. Von einer bestimmten Marke, die damals total angesagt war. Meine Mutter schwor schon immer auf Markenware. Sie wollte eine Z&C-Wendeltreppe – solch eine oder keine. Die gab‘s seinerzeit nur in Transgeranien. Heute gibt‘s die Firma gar nicht mehr. Vater gab irgendwann nach. Es wurde ihm zu blöd, jeden Tag die Klappleiter aus dem Keller zu holen, um ins Schlafzimmer zu klettern. Damals gab es noch die berühmte Eiserne Mauer quer durch Europa. Wir mussten eine offene Tür suchen, aber Ungarn und Rumänien hatten geschlossen. Also nahmen wir die Route über Lwow, Przemysl und Krk. Wir hatten das Beste der 70er für unsere verwöhnten Ohren auf die Fahrt mitgenommen. ABBA, Sailor, Queen und das spanische Pop-Duo Baccara. Das Beste der 80er hatten wir zwar nicht – dafür war es noch zu früh –, aber im Prinzip lief unser eigenes Radio F. An der Grenze dann das volle Programm. Alle Koffer raus und ausgeleert, die Oma, die zwischen uns Jungs auf dem Rücksitz saß und ein friedliches Nickerchen machte, wurde geweckt und ihre Stricknadeln durchsucht. Die Grenzer fanden nichts, was in ihrem Land verboten war, darüber ärgerten sie sich mit jeder Minute mehr. Schließlich kam der Hauptmann in Unterhosen und mit Lockenwicklern aus der Grenzwächterhütte, wo er mit einem weißen Elch Karten gespielt hatte. Er (der Mensch) sah ein wenig aus wie Lampe, der CURT-Chef, aber das lag wohl nur an der Frisur. Der Hauptmann befahl, auch die Reifen unseres Autos zu öffnen, da sei bestimmt armenischer Kognak drin, fluchte er. Da hatte meine Mutter, die gebrochen Transgeranisch sprach, die rettende Idee. Ihr war aufgefallen, dass in der Hütte lediglich Marschmusik von einem ausgeleierten Band lief. Das Land war durch und durch schrecklich. Überall Atomkraftwerke, in jedem Hühnerstall stand eins. Frauen hatten keine eigenen Namen, in

jedem Ort hingen Plakate, die das Verbot von Journalismus und öffentlichem Rundfunk forderten. Unter jeder Wiege tuckerte ein Dieselmotor, der die Kleinkinder schon an den Qualm von verbranntem Öl gewöhnen sollte – die einzige Immunisierung, die man hier erlaubte. Männer hatten kurze Haare, aßen rohe Igel und schmiedeten Wendeltreppen. Gurkensuppe gab‘s nur an Donnerstagen, an den anderen Tagen Bärentatzen in Öl aus der Dose, dazu Wodka. Mir und meinem kleinen Bruder, der noch nicht lesen konnte, was auf der Dose stand, schmeckte es. Aber meiner Mutter nicht. Sie verlangte nach Krautwickeln, nichts anderem. Einmal gelang es meinem Vater, seine kaputte Jeans-Unterhose gegen einen halben Hackbraten einzutauschen. Total illegal, so eine Aktion. Sofort tauchten drei vierschrötige Typen auf, die auf dem Rücken ihrer Uniformjacken die Aufschrift »Superstrenggeheime Staatspolizei« trugen. Wir wurden sie nur los, indem wir ihnen den Fernsehapparat schenkten, den Oma heimlich eingepackt hatte. Nachdem wir von der Grenzstation aufgebrochen waren, besaßen wir noch eine einzige Kompaktkassette. Zwar ein epochales Meisterwerk der zeitgenössischen Musik, ein Kleinod, ein Geniestreich. Aber trotzdem: vier Wochen lang drehte sich diese eine einzige Kassette im Abspielgerät, das während der Fahrt keine Sekunde ausgeschaltet werden durfte. Wegen irgendetwas mit der Kühlung, erklärte mein Vater, aber genau weiß ich es nicht mehr. Die Horde Soldaten war mit unseren anderen Kassetten in die Hütte gestürmt und gleich danach hatte „Waterloo“ mit voller Lautstärke aus allen fensterscheibenlosen Fenstern gedröhnt. Nur einer der Grenzer, der jüngste von ihnen, war bei uns geblieben und hatte Vater geholfen, den Motor, den sie in alle Einzelteile zerlegt hatten, wieder zusammen zu bauen. Ich glaube, der Typ stand damals schon auf Punk, ohne zu wissen, dass es das bald geben würde.


128 – Theo fuchs

Währenddessen bügelten Mutter und Oma nochmal alle Hemden und T-Shirts. Als Vater den Kofferraumdeckel zuschlug, erklang drinnen gerade der Chor von „Bohemian Rhapsody“ mit 1000 Watt, der Elch sprang auf den Tisch, der Hauptmann schlug zum Abschied ein Rad. Wir waren drin im Land. Der Kauf der original Z&C-Wendeltreppe dauerte dann ganze 7 Minuten. Endlich hatte meine Mutter, wonach es sie so sehr verlangt hatte. Wir luden das Ding in den Kofferraum, weckten die Oma, und Vater ließ die Reifen im Staub quietschen. Danach vier Wochen Baden am Potzblitzer Meerbusen. Das war sehr schön. Und die Texte von Fredl Fesls drittem Album kann ich noch heute alle auswendig. Holertütolitütü!

Theobald O. J. Fuchs Und was treibt er so im Februar und März? Was ein Fuchs im Vorfrühling eben so treibt: Gründlich nachdenken, das Winterfell ausbürsten, seine Kurzgeschichtensammlung „Der beste Freund des Menschen“ (edition blumen) verchecken, zum Biertrinken beispielsweise nach Rohrbach fahren, Buchstaben zählen und nach Farbe sortieren. Live zu sehen ist er bei Lesen für Bier mit Kathi Mock am 23.02. im PARKS. Ganz frisch: Ein grandioses Heft mit phantastischen Grotesken von Theobald O.J. Fuchs. „Der beste Freund des Menschen“ wurde illustriert von Christian E. Dümmler. Ein Heft mit 28 Seiten voller Wunderlichkeiten, liebevoll gebunden und grundschön gestaltet für Gourmets. Weitere Info sowie natürlich eine Option, einen Kauf auszulösen, hier: www.edition-blumen.de/der-beste-freund-des-menschen

danke euch allen für alles! danke für den support, den einsatz, das vertrauen, und die richtige wahl. nur vom feinsten, für die feinsten! Alles andere: Makulatur.


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