Issuu on Google+

grassierend

ZEITUNG DER GRAS SALZBURG / SALZBURG.GRAS.AT / MÄRZ 2013

„Die ÖH IST, was du draus machst!“

N

o na ned, wird manche/r jetzt denken – schließlich sind alle Studierenden ja automatisch ÖH-Mitglieder. An diesem PRSpruch ist aber noch mehr dran: Denn die ÖH lebt davon, dass sich Studierende neben ihrem Studium ehrenamtlich engagieren, um Service-Leistungen zu organisieren und die Uni-Politik im studentischen Sinne zu beeinflussen. Die kommende ÖH-Wahl von 14. bis 16. Mai gibt auch dir die Möglichkeit, aktiv zu werden!

„Warum soll ich in der ÖH mitarbeiten?!“ Wenn man mit Studium und evtl. Arbeit ohnehin schon genug zu tun hat – warum dann auch noch in der ÖH engagie-

WIR, DIE GRAS ... ... sind eine Gruppe von ca. 20 grün & alternativ denkenden Studierenden, die sich nicht nur an der Uni Salzburg engagieren, sondern auch über den universitären Tellerrand blicken wollen! Was uns eint, ist der Wille etwas an Universität und Gesellschaft zu verändern. Über die ÖH vertreten wir die Interessen der StudentInnen und setzen uns für die Verbesserung der Studienbedingungen ein. Zu unserer politischen Arbeit zählen Diskussionen, Mit-

ren? Aus individueller Sicht spricht dafür, dass man über die ÖH-Arbeit neues Wissen und neue Fertigkeiten erwerben kann, die von Verhandlungsführung über Projekt-Management bis hin zu PRArbeit reichen. Wer eigene Ideen oder ein Interesse an bestimmten politischen Themen mitbringt, kann diese in der ÖH verwirklichen – unkomplizierter und unbürokratischer als bei anderen politischen Institutionen! Die Universität ist ein hochpolitischer Ort! Jeden Tag werden Entscheidungen getroffen, die unsere Lebenswelt als Studierende betreffen. Gesellschaftliche Themen, wie Demokratie, Diskriminierung, Ökologie und gute Arbeitsverhältnisse spielen auch an der Uni eine große Rolle. In der ÖH kannst du selbst mitbestimmen und politisch partizipieren!

bestimmung in universitären Gremien, Aktionismus und Öffentlichkeitsarbeit, die Organisation von Veranstaltungen, der direkte Dialog und vieles mehr! Unsere Themen sind unter anderem:

„Wo kann ich mich in der ÖH überhaupt einbringen?“ Das Aufgabenspektrum ist in der ÖH dermaßen groß, dass für jede/n etwas dabei ist! Du kannst dich z.B. in der Studienvertretung (STV) deines Studiums engagieren. Eine STV umfasst für gewöhnlich drei bis acht Personen. Wie lange du mitarbeiten möchtest, ist dir überlassen. Die Hauptaufgaben der STV sind die Beratung von Studierenden, die Vertretung der studentischen Interessen bei Änderungen der Studienpläne und die Organisation von Veranstaltungen, die zum einem lebendigeren Campus-Leben beitragen! Alternativ kannst du in der ÖH-Universitätsvertretung mitarbeiten. Diese ist für alle 18.000 Studierenden der Uni Salzburg zuständig. Die Universitätsvertretung ist in mehrere „Referate“ unterteilt, die jeweils eigene Aufgaben haben, z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Bildungspolitik, Kultur und Sport oder interne Organisation. Die konkreten Arbeiten reichen von Veranstaltungsorganisation über das Verfassen von Texten bis hin zur Gestaltung des ÖH-Radios.

„Wie kann ich mal reinschnuppern?“ Für alle, die an einer Mitarbeit in einer STV interessiert sind, bietet die ÖH am Donnerstag, 21. März, einen Info-Workshop an (15-17 Uhr, öh-frei:raum, Kaigasse 17). Der Workshop wird am Mittwoch, 10. April, wiederholt (1820 Uhr, Kaigasse 17). Wenn du für eine STV kandidieren möchtest, musst du das bis spätestens 18. April bekannt geben (an: Prof. Zoltan Vegh, Vorsitzender der Wahlkommission, Formular auf www.oeh-salzburg.at)! Bei Fragen kannst du dich an unsere MitarbeiterInnen im Bildungspolitischen Referat der ÖH wenden: bildung@oeh-salzburg.at

Wir freuen uns immer über InteressentInnen und AktivistInnen! Schreib‘ uns einfach eine Email an salzburg@gras.at

#Bildungspolitik #Feminismus #Gesellschaftspolitik & Soziales #Migration #Demokratie & Mitgestaltung #Ökologie & Nachhaltigkeit


2 GRASSIEREND MÄRZ 2013

Die Werbung und der Körper

W

as ist der menschliche Körper? Biologisch betrachtet erfüllt der Körper mit seinen Organen lebenswichtige Funktionen. Dabei wird oft übersehen, dass der Körper auch eine soziale Dimension aufweist, denn viele unserer körperbezogenen Merkmale haben Symbolcharakter. Zum einen offensichtliche Dinge, wie Tätowierungen und Körperschmuck, die – gewollt oder ungewollt – Rückschlüsse über die jeweilige Person oder auf die Zugehörigkeit zu einer (Sub-)Kultur zulassen. Zum anderen gehören auch scheinbar subtilere und „natürlich“ anmutende Dinge, wie Gestik, unsere Bewegung, Körperhaltung dazu. Für gewöhnlich beachten wir diese Merkmale nicht. Erst, wenn sie scheinbar „unnatürlich“ wirken und damit unseren Erwartungen widersprechen. Dies macht eines bereits deutlich: scheinbar norm-ale körperbezogene Eigenschaften weisen eine geschlechtsbezogene „Codierung“ auf, da sie den Kategorien „eher männlich“ beziehungsweise „eher weiblich“ zugeordnet werden. Die Art und Weise, wie wir uns bewegen, unsere Körperhaltung und unsere Gesten werden erlernt. Durch Nachahmung, ständiges Wiederholen werden bereits Kindern typisch „weibliche“ beziehungsweise „männliche“ Verhaltensmuster beigebracht. Als Folge wird non-konformes Verhalten sanktioniert (z.B. durch abwertende Blicke). Diese Handlungsschemata werden außer-

en mit den Eigenschaften „unterwürfig“, „machtlos“, „passiv“ und „abhängig“ in Verbindung. Männern werden in der Reklame hingegen Eigenschaften, wie „aktiv“, „kontrollierend“ und „unabhängig“ zugeschrieben. Goffman kommt zum Schluss, dass die Werbedesigner und -industrie die geschlechtliche Codierung unseres Alltags aufgreift, für Werbezwecke instrumentalisiert und übertrieben darstellt. Das bedeutet, die Werbeindustrie stilisiert „was bereits eine Stilisierung ist1“. Über diese Schlussfolgerung lässt sich streiten. • Frauen werden (auf dem Rücken) liegend abgebildet Denn es stellt sich die Frage, – zur Signalisierung sexueller Verfügbarkeit. ob Werbung bloß die Wirk• Kinder und Frauen werden oftmals ähnlich dargelichkeit imitiert und überstellt: schüchtern, ängstlich, zerbrechlich. treibt, oder ob sie nicht auch • Männer werden meist standhaft präsentiert („starWirklichkeit schafft und bekes Geschlecht“) – Frauen hingegen in einer ungeeinflusst, indem sie beispielsschützt-hilfsbedürftigen Pose („schwaches Geweise (fragwürdige) Bilder schlecht“). kreiert, die unser Denken und • Die Hände der Männer sind kontrollierend, geballt, unsere Vorstellungen prägen machtvoll, bestimmend. Frauenhände hingegen und denen wir zu entsprechen umgarnend und zaghaft berührend. versuchen. Das bedeutet, dass • Der Mann als der kontrollierende/alles im Blick hadie Bilder der Werbung durch bende, die Frau als die Beboachtete. ihre Idealisierungen und stereotypen Übertreibungen auf die WirklichDie Beispiele verdeutlichen, dass die Werkeit zurückwirken und sie verändern. bung nicht nur mit alt bekannten Mitteln, wie nackter Haut und Sex, arbeitet, sonVon Dominik Gruber, Veronika Aschenbrendern auch subtilere Bezüge zu geschlechtsner, Caroline Sophie Huber bezogenen Stereotypen herstellt. Diese 1: Goffman, Erving (1981). Geschlecht und Werbung. Frankfurt am oftmals subtilen Merkmale bringen FrauMain: Suhrkamp, S. 328. dem kaum hinterfragt und muten uns daher als „natürlich“ an. Einer der prominentesten WissenschafterInnen, der bereits früh auf diese geschlechtsbezogene „Codierung“ körperlicher Eigenschaften und Verhaltensmuster hingewiesen hat, ist der Soziologe Erving Goffman. Unter anderem analysierte er in seinem Werk „Geschlecht und Werbung“ körperbezogene Eigenschaften, Verhaltensweisen und Gesten in der Reklame. Hierzu einige Beispiele:


MÄRZ 2013 GRASSIEREND 3

NEU: Der ÖH Kultur- und Projektfördertopf – Realisiere dein Projekt!

D

ie ÖH Salzburg hat einen neuen Kultur- und Projektfördertopf eingerichtet, der vorerst mit 10.000 Euro dotiert ist. Ziel ist es damit diverse kulturelle Veranstaltungen (Konzerte, Lesungen, Filmabende, usw.) im studentischen Umfeld zu fördern. Wir wissen, dass es in Salzburg schwierig ist, gerade auch Veranstaltungen in kleinem Rahmen zu organisieren, da alleine die Kosten für Raummieten, Equipment und Bewerbung

schnell die finanziellen Möglichkeiten von privaten Initiativen oder Kulturvereinen übersteigen. Auch bisher haben wir schon verschiedenste Projekte und Kulturveranstaltungen unterstützt, es war uns jedoch ein Anliegen dafür einheitliche und transparente Vergabekriterien zu schaffen. Alle geförderten Veranstaltungen und Projekte werden in Zukunft am Ende des Semesters inkl. der Höhe des Zuschusses auf unserer Homepage veröffentlicht. Sollte der För-

dertopf schneller als erwartet ausgeschöpft werden, besteht die Möglichkeit diesen nochmals aufzustocken. Die Vergaberichtlinie und das Antragsformular findest du auf der Website der ÖH Salzburg (www.oeh-salzburg.at). Einfach die Richtlinie lesen, das Formular ausfüllen, ausdrucken und postalisch an ÖH Salzburg, Kaigasse 28, 5020 Salzburg bzw. „als PDF drucken“ und digital via Mail an sekretariat@oeh-salzburg.at schicken!

Neuregelung der STEOP: Lebenslange Sperre fällt In Zukunft können StudentInnen, welche die STEOP-Prüfungen auch beim 3. Antrittstermin nicht bestehen, nach frühestens zwei Semestern eine neuerliche Zulassung zum Studium beantragen.

A

m Mittwoch, 27. Februar, beschloss der österreichische Nationalrat eine Änderung des Universitätsgesetzes 2002. Die Gesetzesnovelle bringt mehrere Neuerungen, unter anderem die Neugestaltung der Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP). Bisher waren Studierende, welche die STEOP-Prüfungen auch beim dritten Antrittstermin nicht positiv absolvierten, lebenslang für das betreffende Studium an der

jeweiligen Universität gesperrt. Diese Sperre wird durch die Gesetzesänderung aufgehoben. Wer in Zukunft die STEOP-Lehrveranstaltungen eines Studiums auch beim dritten Antrittstermin nicht besteht und dadurch automatisch vom Studium abgemeldet wird, kann sich frühestens nach zwei Semestern Wartezeit wieder für das Studium anmelden. Bei dieser neuerlichen Zulassung hat man wieder alle drei Antrittstermine der STEOPLVen zur Verfügung. Diese neuerliche Zulassung zu einem Studium kann maximal zwei

Termine im MÄRZ

Mal pro Studium beantragt werden. Wer z.B. im neuen Sommersemester ein Studium beginnt und alle drei Prüfungstermine im Sommersemester ohne Erfolg wahrnimmt, kann sich frühestens nach zwei Semester Pause, also ab dem Wintersemester 2014/15, wieder für das Studium inskribieren. (Wer die STEOP eines Studiums nicht besteht und sich für ein anderes Studium inskribieren möchte, kann dies ohne Wartezeit tun.) (Diese Regelung gilt mindestens bis Ende 2015.)

WANN

WAS

WO

16. März / ganztags

Veggie Planet Salzburg 2013

Messezentrum

16. März / 21.00 Uhr

HOSI Fest am 16. März - Queer Clubbing

ARGEkultur Salzburg

18. März / 19.00 UHR

„Vereinigte Staaten von Europa“ mit EP-Abgeordneten Lunacek, Prof. Puntscher-Riekmann, Robert Misik u.a.

Unipark Bibliothek

21. März / 20.00 Uhr

ÖH-Spieleabend MIT Brett- und Kartenspielen

ÖH-freiraum, Kaigasse 17

21. März / 11.00 Uhr

Flashmob "Umge-dach-t" gegen Wohnungsnot in Salzburg

Treffpunkt: Kaigasse 28

19. März / 20.00 Uhr

GRAS-Stammtisch

Jambo, Krotachgasse 7

26. März / 20.00 Uhr

GRAS-Plenum

Grünes Büro, Glockengasse 6

19. April / 15.00 Uhr

Kritischer Stadtrundgang: Salzburg im Austrofaschismus

Treffpunkt: Chiemseehof


4 GRASSIEREND MÄRZ 2013

We can do it! Über die geschichtliche Dimension des Internationalen Frauentages und die aktuelle Dimension des Kampftages

D

er Internationale Frauentag wird schon seit mehreren Jahrzehnten in Österreich gefeiert. Angeregt vom ersten Frauentag der USA wurde auf der 2. Internationalen Frauenkonferenz der Sozialdemokratischen Partei in Kopenhagen beschlossen, am 19. März im deutschsprachigen Raum den Frauentag zu feiern. Dieser fand 1911 zum ersten Mal statt, an welchem zum Beispiel in Wien mehr als 20.000 Personen am Ring für die Frauenrechte demonstrierten. Im Mittelpunkt standen zu dieser Zeit die Gleichberechtigung

der Frauen und insbesondere das Frauenwahlrecht, welches letztendlich am 12.November 1918 eingeführt wurde. Aus verschiedenen Gründen wurde nun im Jahre 1921 der Frauentag auf den 8.März gelegt. Im internationalen Jahr der Frau 1975 wurde der 8. März von den Vereinten Nationen erstmals groß gefeiert, woraufhin 1977 die UN den 8. März offiziell als Internationalen Frauentag anerkannte. Seit 1996 vergibt die UN offizielle Themen für den 8. März. Das Thema für das Jahr 2013 lautet: „A Promise is a Promise: Time

Hysterische Weibsbilder oder: Krankmachen durch Enge und deren potentielle Aufhebung

D

ie Hysterie gilt als die älteste „Frauenkrankheit“. Sie entstand in der griechischen Antike und verschwand gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Je nach Epoche galten dann entweder alle Frauen als hysterisch oder „nur“ die als hysterisch Diagnostizierten galten als unfähig zu „Vollweibern“ zu mutieren. Die Symptome wurden erst dann positiv konnotiert, als KünstlerInnen die Hysterie für sich entdeckten, quasi als schöpferisch-künstlerisches Merkmal ihres Wesens. Dabei ist die Krankheit bei Frauen vor allem sozial geprägt: Durch ständige Entmündigung und Erniedrigung verkrampften sie sich. Das, was sprachlich nicht zum Ausdruck kommen durfte, wurde körperlich ausgedrückt. Eine Folge der Unterdrückung der Frau war also hysterisches Verhalten, welches dann – absurderweise – zu Vorurteilen gegenüber Frauen führte. Zur Zeit der Französischen Revolution wurden Frauen neben der „Anfälligkeit für Hysterie“ folgende Attribute zugeschrieben: „Infantilität“ und „Vernunftlosigkeit“. Agierte die Frau „männlich“ wurde sie als „pervers“ („männisch“/„unweiblich“) beschimpft, so-

zial geächtet – und im schlimmsten Fall auf den Schaffott gebracht. Im 18. Jahrhundert wurde das weibliche Geschlecht, unter anderem um den Arbeitsmarkt vor den Frauen zu schützen und das Patriarchat zu stärken , als „mütterlich, fürsorglich, einfühlend, emotional, sittsam“ bezeichnet. Diese Zuschreibungen wurden zunehmend internalisiert. Frauen seien schwach (in Shakespear‘s Hamlet: „Schwachheit, dein Nam ist Weib!“ ), sie könnten keine wirtschaftliche Verantwortung übernehmen und seien nicht führungstauglich. Im 19. Jahrhundert verstärkten sich diese Ansichten. Gegenwärtig verharren nun einige in der Denkweise des 18./19. Jahrhunderts (quasi „Frau-an-den-Herd-und-zum-Kind“), andere glauben, weil die Frau angeblich viel sozialer und empathischer sei als der Mann, wäre sie der bessere Mensch und damit etwa auch eine bessere Führungspersonen. Wir haben in unserer Gesellschaft also Stereotype und Vorurteile, die anwidern und die nicht beitragen, die Beziehung zwischen Menschen zu verbessern. Es scheint als wären alle Frauen und Männer eine je-

for Action to End Violence Against Women”. Gewalt gegen Frauen ist weltweit präsent. Angefangen von den Gruppenvergewaltigungen in Neu Delhi, sexueller Gewalt in Kongos Flüchtlingslagern und am Tahrir-Platz in Kairo, Genitalverstümmelungen und Witwenverbrennungen, bis hin zu psychischer und physischer Gewalt am Arbeitsplatz und zu Hause ist das Thema von den Medien nicht wegzudenken. Auch in Österreich müssen sich noch einige Missstände bessern. Es gibt immer noch Gehaltsunterschiede und Chancenungleichheiten, es wird immer noch sexistische Werbung produziert, es wird immer noch gegen die Abtreibung gehetzt, es gibt immer noch Prostitution durch Menschenhandel, ganz zu schweigen von der Vereinbarkeit von Kind und Beruf. Häusliche Gewalt, Übergriffe am Arbeitsplatz und Unsicherheit zu später Stunde auf der Straße zeigen deutlich den Bedarf an Veränderungen. Frauen haben schon viel erkämpft und Frauen haben noch viel zu erkämpfen. We can do it! – wenn wir es nur wollen!

weils eigene Gruppe, die sich innerhalb ihrer „Sippe“ in ihrem Gehabe und in ihren Wünschen gleichen und zum anderen Geschlecht keinen Zugang fänden. Nach wie vor werden Menschen in eine bestimmte Richtung gedrängt. So dürfen sich Mädchen und Frauen nicht aggressiv verhalten (z.B. Zorn und Wut ausdrücken), sondern sollen weiterhin hübsch (oder besser noch: sexy) und einfühlend sein. Dabei sollen sie auch den Haushalt, Karriere (in „weiblichen“ Berufen) sowie Kinderversorgung und -erziehung managen. Solche Erwartungen müssen nicht gleich zu Krankheiten wie Anorexie führen, tragen aber nicht zu einem psychisch und physisch gesunden Leben bei. Dabei wäre es gar nicht so schwer, denn die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind wohl geringer als innerhalb der Gruppen „Frau“ und „Mann“. Eine ständige Zuschreibung von kollektiven Eigenschaften sollte ein Ende finden. Als Positiv-Beispiel lässt sich ein ZEIT-Artikel nennen, der dem reinen-unschuldigen Frauenbild auch die böse Frauen (sie morden, sie unterstützen Vernichtung und Schikanen) entgegenhält. Das Gleiche gilt für weniger „böse“ Taten wie Ehebruch und allerlei anderem ebenso wie beispielsweise auch Männer schlechtere, gleich gute oder bessere (Kinder-)Erzieher sein können – ganz wie sie selbst erzogen, sozialisiert sind und es ihrem Charakter entspricht.

IMPRESSUM / Grüne & Alternative StudentInnen Salzburg (GRAS) / Glockengasse 6 / A-5020 Salzburg / salzburg.gras.at


Grassierend März 2013