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Journal der Künste 14 (DE)

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werden, um derartige Projekte zu realisieren und neue Zugänge zu den herausragenden Sammlungen des Archivs zu schaffen. Ein anderes, informationstechnisches Ziel des Projekts ist die weitgehende Automatisierung von Prozessen. Dabei können Daten sowohl aus der Archivdatenbank als auch aus anderen Quellen in das Schaufenster überführt werden. Der offene Zugang (Open-Source) und der Fokus auf die Nachhaltigkeit der Anwendung bedingen zusätzliche Anforderungskriterien an Software und Programmcode. Zur vorausschauenden Pflege von Software und Webtechnologie sind Ressourcen notwendig, die eine einzelne Institution überfordern können. Auf der anderen Seite sind die Anforderungen an Software selten so speziell, dass es sich ökonomisch rechtfertigen ließe, einen Programmcode in Eigenregie zu entwickeln. Deshalb setzt die Akademie der Künste nicht nur bei den Inhalten des Portals auf die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, sondern auch bei der eingesetzten Software Kitodo (Key to digital objects). Im Verbund mit Bibliotheken und Archiven wie der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und dem Schweizerischen Bundesarchiv wird die Software-Suite Kitodo gewartet und weiterentwickelt, wovon die gesamte Community profitiert.

Online-Katalog des grafischen Nachlasses von John Heartfield

DIGITALE PROJEKTE  Die Adresse digital.adk.de dient zugleich als Portal für alle digitalen Projekte des Akademie-Archivs, die vielfach in Kooperation mit anderen Einrichtungen in Wissenschaft und Kultur entstanden sind. Dazu gehören virtuelle Ausstellungen, digitale Editionen oder auch Kataloge und Werkverzeichnisse, wie die Ausstellung „Kosmos Heartfield“, die das Leben und Werk des politischen Fotomonteurs vorstellt, oder auch dessen umfangreicher Katalog grafischer Arbeiten. Zu den Editions­ vorhaben gehören die hybriden – analogen und digitalen – Ausgaben, die zu den Notizbüchern des Dichters und Dramatikers Bertolt Brecht und zu den Werken des Philosophen Walter Benjamin entstehen. Gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Heidelberg erfolgte die Digitalisierung der Ausstellungskataloge der Preußischen Akademie der Künste. Über 200 Kataloge aus dem Zeitraum von 1786 bis 1943 sind online zugänglich und als Volltext durchsuchbar. Die Angaben zu etwa 80.000 Kunstwerken von etwa 12.000 Künstlerinnen und Künstlern sind eine zentrale Quelle für kunstgeschichtliche Forschungen, insbesondere zur Provenienz der Objekte. Weitere Vorhaben im Bereich der Digital Humanities sind in Vorbereitung.

Virtuelle Ausstellung zu Oscar Begas (1828–1883), Rompreisträger der Berliner Akademie der Künste

HEINRICH MANN DIGITAL  Zum 150. Geburtstag des Schriftstellers Heinrich Mann (1871–1950) im nächsten Jahr startet das Projekt „Heinrich Mann DIGITAL“. Ziel ist es, den über mehrere Standorte in Europa und Übersee verteilten handschriftlichen Nachlass virtuell zusammenzuführen und Teile davon online zu edieren: ein Pilotprojekt für zahlreiche andere Künstlerarchive.

WERNER HEEGEWALDT ist Direktor des Archivs der Akademie der Künste.

JOURNAL DER KÜNSTE 14

Online-Präsentation der Ausstellungskataloge der Preußischen Akademie der Künste (1786–1943)

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