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„Scareware“ Geld verdienen mit der Angst Nicht nur Viren, Würmer und Trojaner stellen für die Computer im Internet eine Gefahr dar, manchmal machen dubiose Anbieter auch mit der Angst der Computeranwender Kasse. „Scareware“ nennt man dieses Phänomen. Als „Scareware“1 bezeichnet man Software, die im Prinzip keinen echten Zweck verfolgt, oft sogar weitestgehend funktionslos ist. Trotzdem ist der Verkauf dieser Software ein Millionengeschäft. Wieso – könnte man sich fragen – zahlt jemand Geld für eine nutzlose Software? Die Antwort ist relativ einfach: Wenn man den Leuten genug Angst macht, machen sie den Geldbeutel auf um sich – eventu­ell­auch vor einer eingeredeten Gefahr – zu schützen. Zu Beginn steht in der Regel eine „Warnmeldung“, die beim ganz normalen Surfen im Internet plötzlich erscheint (siehe nächste Seite). Die an sich recht seriös wirkende Meldung weist den Benutzer auf die Infektion mit einem gefährlichen Schädling hin. Woher diese Erkenntnis stammt, bleibt offen. Diese „Warnungen“ sind immer

Heiko Rittelmeier BDK Nüdlingen, Bayern

auch verbunden mit einem Lösungsvorschlag: Man kann – direkt von der Warnmeldung aus verlinkt – ein Programm herunterladen, das diese Schädlinge zuverlässig sucht und vernichtet. Dem Grunde nach handelt es sich dabei um keine echte Warnmeldung, sondern vielmehr um geschickt gemachte Werbung. Auch wenn der große Markt momentan eher in der englischsprachigen Bevölkerung zu finden ist, werden in letzter Zeit immer öfter auch deutsche Kunden angesprochen. Obwohl für das „Schutzpro­­ gramm“ meistens Geld verlangt wird, gibt es an der Stelle gele­ gentlich auch die Möglichkeit, eine kostenlose Testversion zu

„Scareware“ kommt von dem englischen Wort „to scare“, was so viel wie „ängstigen“ oder „erschrecken“ heißt. Es handelt sich also um Programme, die den Benutzer „erschrecken“. 1

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BDK - Internet aber sicher!  
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