er Staatsanwalt ins Amt, der dem Geschehen nachging. Die Krankheitsverläufe wiesen große Parallelen zu den Erfahrungen von Soldaten nach ihrem Einsatz im Golfkrieg und auf dem Balkan auf, die Uranmunition ausgesetzt waren. Die Vermutung wurde immer konkreter, dass auf
dem Schießplatz Uranwaffen getestet oder vernichtet wurden. Die Staatsanwaltschaft ließ Leichen exhumieren und beschlagnahmte 2011 das militärische Sperrgebiet. In dem andauernden Ermittlungsverfahren sind nach aktuellem Stand zwanzig Personen angeklagt.
Deutsche Waffen töten in Italien Der Rüstungskonzern Messerschmidt-Bölkow-Blohm (MBB) testete in Salto di Quirra 1988 seine Kormoran-Rakete. Nach Aussagen des damals verantwortlichen Hauptmanns Giancarlo Carrusci war die Kormoran mit DU-Gefechtsköpfen ausgerüstet. Über mehrere Jahre hinweg erprobte MBB über 1.000 Milan-Raketen auf Sardinien. Jede Rakete verfügt über 2,4 Gramm radioaktives Thorium-232; insgesamt wurden also 2,4 Kilogramm dieses Alphastrahlers in die Umwelt geschossen. In den Skeletten der exhumierten Hirten wurde Thorium nachgewiesen.
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