Beispiel Balkan: Soldaten und Zivilisten sterben – noch sehr viel später Soldaten im Uranstaub-Nebel sind die ersten Opfer. Die Zivilbevölkerung leidet aber am stärksten und längsten unter den Folgen der Uranwaffen.
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uf dem Balkan haben die USA unter der Schirmherrschaft der NATO 1994, 1995 und 1999 Uranmunition eingesetzt. Die NATO hat, wenn auch teilweise erst sechs Jahre nach Kriegsende, die Koordinaten der Einsätze von uranhaltiger Munition veröffentlicht.
Täter sind auch Opfer
Der Amateurfilm eines Soldaten zeigt italienische, spanische und französische Soldaten, die mit bloßen Händen Uranmunition aufheben und sie dann gezielt zur Detonation bringen. Es sind Geschosse, die ihr eigentliches Ziel verfehlt haben und
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jetzt „entschärft“ werden sollen. Man sieht in dem Film Rauchwolken, die Soldaten und ihre Zelte einhüllen. Von den 15 italienischen Mitgliedern dieses „Räumkommandos“ erkrankten zwei an Lymphdrüsentumoren, einer wurde später Vater eines Kindes mit schweren Fehlbildungen. 2007 hat der damalige italienische Verteidigungsminister Parisi erklärt, dass zwischen 1997 und 2007 nach Auslandseinsätzen 37 Soldaten an Krebs gestorben und 255 erkrankt seien. Die Regierung werde den Betroffenen beziehungsweise deren