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Uranmunition: Strahlende Geschosse

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n den Golfkriegen von 1991 und 2003 setzten die Streitkräfte der USA und Großbritanniens Uranmunition ein. Ein großes Problem für die irakische Bevölkerung ist der Mangel an Informationen: Das Verteidigungsministerium der USA verweigert alle Angaben über Mengen und Einsatzorte von Uranmunition. Die britische Regierung dagegen stellte Informationen zur Verfügung. Durch dieses Nichtwissen müssen irakische und internationale Experten mühsam die mit Uran belasteten Gebiete suchen. Frühzeitige und damit präventive Schutzmaßnahmen, wie die Information der Bevölkerung sowie Absperrungen kontaminierter Gebiete und Objekte konnten deshalb nicht umgesetzt werden.

Im Jahr 2010 hat das irakische Umweltministerium eine Karte mit 42 stark kontaminierten Regionen veröffentlicht. Drei Jahre zuvor untersuchte die Weltumweltorganisation UNEP vier kontaminierte Gebiete und kam zu dem Schluss, dass Menschen, die nicht auf verstrahlte Panzer und Fahrzeuge steigen, sich nicht länger in ihrer Nähe aufhalten, keine Geschosshülsen anfassen und keinen Militärschrott recyceln, durch die Strahlung nicht gefährdet seien. Die Realität sieht anders aus: In Nachkriegs-Gesellschaften spielen Kinder auf den Wracks der Kriegsgeräte. In Mangelgesellschaften werden alte Fahrzeuge und Waffen zweckentfremdet und neu genutzt. Und um sich nicht zu lange in der Nähe verstrahlter Objekte oder Flächen aufzuhalten, müsste man von der Gefahr wissen.

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