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Wagner-Schüler und verfügt bereits im Gegensatz zum Wiener Wohnbauprogramm über Bäder in den einzelnen Wohnungen. 1927—1929 folgte der „MandelsNach dem Vorbild des „Schlacht- bergerblock" (Mandelsbergerhofblockes" entstanden in den straße — Holzhammerstraße — folgenden Jahren ebenfalls unter Egger-Lienz-Straße) und als Ander Leitung von Albert und Pra- schluß dieser Wohnbauphase der chensky weitere Blockbauten: in den Jahren 1930 bis 1932 geDer in den Jahren 1926/27 errich- baute „Sennblock" (Sennstraße tete ungefähr 100 Wohneinheiten — Verdroßplatz — Gutenbergumfassende „Pembaurblock" straße), der sich nach dem Urteil (Pembaurstraße — Amthorstra- des Kunsthistorikers Heinrich ße — Pestalozzistraße) besticht Hammer „besonders durch seine durch seine besondere Geschlos- zahlreichen, zu rhythmischer Besenheit im Stil des versachlichten lebung der Straßenseite ausgeExpressionismus der Wiener nützten Balkone kennzeichnet".

Anfänge des städtischen Wohnbaus Die Anfänge des städtischen höhung um ein Stockwerk veränWohnbaus lagen in der Zeit nach dert (Vgl. Franz-Heinz Hye, dem Ersten Weltkrieg; dadurch Pradl und die Reichenau. In: Das sollte neben der Schaffung von Fenster, Heft 12, S. 1185). 446 Notunterkünften die herr- Während der Fertigstellung dieschende Wohnungsnot gelindert ser Siedlung wurde in der Stadtwerden (Vgl. Gert Waiden, Die planung bereits an der Gestaltung Anfänge des kommunalen der „Städtischen KleinwohWohnbaues in Innsbruck. In: nungsbauten beim Schlachthof Bauforum 1984, Nr. 102, S 31 ff.) gearbeitet. Der in den Jahren 1922 bis 1925 unter der Leitung Von Dr. Herbert Woditschka von Stadtbaudirektor Dipl.-Ing. Jakob Albert (1880—1974) und Ein Projekt zur Errichtung von Architekt Theodor Prachensky 160 Kriegerheimstätten im Ge- (1888—1970) gebaute sogenannte biet von Pradl östlich der Sill, für „Schlachthofblock" (Schlachtwelches 1918 sogar ein Wettbe- hofgasse — Erzherzog-Eugenwerb unter dem Münchner Bau- Straße — Mathias-Schmidamtmann A. Blössner als Leiter Straße) kann als der Prototyp für der Jury durchgeführt wurde — die weiteren städtischen Wohnder Architekt Lois Weizenbacher bauten bis 1932 betrachtet werging dabei als Sieger hervor —, den. Die Bauausführung lag bei wurde dann doch nicht ausge- den Firmen Josef Retter und Anführt. Am 17. Juli 1919 legte die ton Fritz. Im Vergleich zur SiedBausektion dem Innsbrucker Ge- lung war die Verbauungsdichte meinderat ein Projekt zum Bau des Wohnblocks wesentlich hövon Reihenhäusern an der Roseg- her. gerstraße auf einem der Stadt ge- Stilistisch stellt der Schlachthofhörenden Baugrund vor. Dieses block einen Übergang vom Hiwurde genehmigt, und bis August storismus zur sachbezogenen 1920 entstanden auf einer Grund- Bauweise der zwanziger Jahre fläche von 6.865 Quadratmetern dar. Fünf verschiedene Grundeine zweigeschoßige Wohnanlage rißtypen bilden hier in 19 fünfgemit 15 Vierfamilienhäusern, also schoßigen Häusern eine geinsgesamt 60 Wohnungen, von schlossene Anlage von 183 denen jede aus zwei Zimmern, Wohneinheiten. Der Innenhof Wohnküche, direkt belichtetem dieser Wohnanlage ist völlig frei Vorraum, WC und Balkon be- von Stöcklgebäuden — er dient stand. Zur Verbesserung der ausschließlich als Spiel- und ErWohnqualität wurden die Häuser holungsraum — und zeigt dadurch einen breiten Grünstreifen durch den qualitativen Untervor Straßenstaub geschützt. Der schied des städtischen vom privaursprüngliche Zustand dieser ten Wohnbau, welcher das MietReihenhaussiedlung wurde nach haus doch fast nur als profitbrindem zweiten Weltkrieg durch Er- gendes Kapital betrachtete.

JLJ Reihenhaussiedlung an der Roseggerstraße im ursprünglichen Zustand vor ihrer Aufstockung. (Original: Stadtarchiv, Repro: Murauer)

1891

VOR HUNDERT JAHREN

20. November: „Kundmachung. Ueber die seit Eröffnung des Betriebes auf der Localbahn Innsbruck-Hall wiederholt gemachte Wahrnehmung, daß namentlich an Sonn- und Feiertagen die von dem k. k. Handelsministerium für die einzelnen Wagen mit 34 festgesetzte Anzahl von Plätzen häufig nicht eingehalten wird, wird Folgendes angeordnet: Sobald in einem Wagen alle 34 Plätze besetzt sind, ist derselbe an seinen beiden Längsseiten mit der Aufschrift ,Complet' zu versehen, und ist dann dem Publicum das weitere Einsteigen in einen solchen Wagen untersagt, und darf dasselbe vom Conducteur nur nach Maßgabe der später wieder frei gewordenen Plätze gestattet werden." 21. November: „Von der k.k. Universität. Se. k.u.k. Apostolische Majestät haben zu genehmigen geruht, daß an der k.k. Universität in Innsbruck vom Studienjahre 1892/93 an eine außerordentli-

ehe Lehrkanzel für Kinderheilkunde errichtet werde." 23. November: „Stiftungsfest. Vorgestern abends feierte der ,acad. Verein der Mediciner' an der hiesigen Universität seinen nunmehr zehnjährigen Bestand durch eine Festkneipe im Saale zum grauen Bären!' 24. November: „Evangelischer Frauenverein. Diejenigen Damen, die eine Arbeit für die Christbescherung armer Kinder übernehmen wollen, werden gebeten, dieselbe Dienstag den 24. ds. um 5 Uhr abends in der Kiebachgasse Nr. 10,1. Stock, abzuholen. Die Vorsteherin." 2. Dezember: „Die Concertorgel im großen Stadtsaale hier, welche über Anregung des Musikvereines durch großmüthige Beiträge vieler Kunstfreunde in und außer Tirol bestellt worden, wird gegenwärtig aufgestellt. Die Orgel erhält 31 klingende Stimmen auf drei Manualen und stammt aus der renommierten Orgelfabrik der Brüder Rieger in Jägerndorf in Schlesien." 5. Dezember: „Ausstellung. Anläßlich des 100. Todestages Mozarts bringt die Innsbrucker Liedertafel in der Kunsthandlung Robert Reiß ein Glas zur Ausstellung, welches bei dem berühmten Meister der Tonkunst, laut Schenkungsurkunde dessen Sohnes in den letzten Lebensjahren Mozarts, als sein Lieblingstrinkglas im täglichen Gebrauch stand. Dasselbe wurde der Innsbrucker Liedertafel, anläßlich der von ihr dargebrachten Huldigung bei dem Mozartfeste 1856 in Salzburg, zum Geschenke gemacht. " W.

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Innsbrucker Stadtnachrichten  

Ausgabe November 1991

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