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KUNSTHANDWERK

03 2017


VORWORT | Bundesinnung

UHRMACHER LEBEN DIE ZEIT Sehr geehrte Mitglieder, werte Kolleginnen und Kollegen! In dieser Ausgabe der Kunsthandwerkszeitung können Sie

zur Entwicklung neuer Technologien. Der Zeitpunkt für den

sehr unterschiedliche Berichte entdecken. Ich möchte mit

Einzug der Elektrizität als Antriebssysteme war gekommen.

Ihnen eine kurze Zeitreise antreten und die daraus hervor-

Durch viele Mehrfachentwicklungen setzten sich jedoch

gehenden unterschiedlichen Ansichten beleuchten.

nur die finanzkräftigsten Anbieter durch. Andere Firmen sind wegen der hohen Entwicklungskosten vom Markt

Die erste Zeitmessung erfolgte im Altertum durch Sand-

verschwunden. Das war besonders bei der Entwicklung der

und Sonnenuhren. Danach wurde von Schmieden und Tisch-

Quarzuhr festzustellen. Die Konsequenz daraus sind Firmen-

lern die ersten Uhren mit Zahnrädern und Zeigern gefertigt.

übernahmen und Fusionen.

Es folgte durch Peter Henlein die erste tragbare Uhr mit einer Spirale aus einer Schweinsborste. Nachfolgend wurden Kunst–

Wenige Konzerne bestimmen den breiten Weltmarkt für

uhren mit Kalendarien und Planetenumläufen konstruiert.

den Absatz der Produkte. Aber im Uhrenbereich gibt es genügend Marktnischen für kleinere Manufakturen mit

Im späten 19. Jahrhundert entstanden diverse Hersteller

außergewöhnlichen Modellen.

und Manufakturen, die in großen Stückzahlen Uhren fertigten. Sehr viele Individualisten stellten ihre Konstruktionen

Durch die Verbreitung der Smartphones ist das Kernseg-

einer breiten Öffentlichkeit vor.

ment der Uhrmacher nun in Frage gestellt. Es gibt viele, vor allem Jugendliche, die eine analoge Zeitanzeige mit

1859 wurde bereits in Wien eine Innung der Uhrmacher

Zeigern visuell nicht richtig ablesen können, da sie nur noch

gegründet. Im frühen 20. Jahrhundert wurden die ersten

digital denken.

Armbanduhren auf den Weltmarkt gebracht. Damit war auch ein breites Betätigungsfeld für Uhrmacher gegeben.

Was ist nun im 21. Jahrhundert zu tun?

In der Zwischenkriegszeit konnten sich alle Uhrmacher die benötigten Ersatzteile teilweise als Rohteile von einigen

Daraus resultierend ergibt sich die Möglichkeit, die persön-

großen Furnituristen besorgen. Das handwerkliche Geschick

lich interessantesten Geschäftsfelder zu bearbeiten. Eine

war zur Herstellung und Finalisierung äußerst notwendig.

gewisse Spezialisierung ist unumgänglich, die den Erfolg

In dieser Zeit war der größere Teil der Uhrmacher bereits

und Zufriedenheit im Beruf bringen wird.

ein EPU und nur ein kleinerer Teil beschäftigte mehrere Uhrmacher in einem Betrieb. Die große Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg veranlasste viele Unternehmen

Schöne Feiertage wünscht Ihnen Ihr Bundesinnungsmeister KommR Hans Joachim Pinter

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VERLAG | Die Redaktion

INHALT VORWORT | Bundesinnung – Uhrmacher leben die Zeit ............. 75 EIN PAAR PERSÖNLICHE WORTE | Die Redaktion ..................... 77 Themenschwerpunkt | UHRMACHER Gedanken von der Vergangenheit in die Zukunft ........................ 78

Das war die ORF Lange Nacht der Museen 2017.......................... 88 Wiener Schneekugelmanufaktur .................................................... 89 Das große Interview mit Dipl.-Ing. Wolfgang Hörmann Direktor von Karlstein ...................................................................... 90

23. Uhrmachertreffen in Dornbirn................................................... 79

Hervorragende 6. Ausstellung der Kärntner Kunsthand­werkstätten im Stift St. Georgen am Längsee 2017....................... 92

Uhrmacher – ein Beruf mit Zukunft! ............................................... 80

Die Kärntner Goldschmiedin Evelyn Rauter ist „Ein-Personen-Unternehmen des Jahres 2017“!........................... 93

Aber wer bildet aus?........................................................................ 80

Ein Jahr MÜK in Freistadt: Haus voller Geschenkideen................ 94

MP Uhrmacher Karlstein ................................................................. 82

Elisabeth Benndorf-Lang, Modeschmuckerzeugerin_Graz.......... 96

Reise nach Basel .............................................................................. 82

Ehrungen, Urkundenverleihung LI Kunsthandwerke 2016, 2017........................................................ 97

SCHULLIN gewinnt Cannes Corporate Media & TV Award 2017................................. 83

Branchentag Wien Instrumente mit Leidenschaft......................... 98

Workshop Ziffernblattrestaurierung................................................ 84

Fortbildungs- und Kommunikationsnachmittag Musikinstrumentenerzeuger............................................................ 98

Verein WIBMER-KREIS – das Uhrmachertreffen in Österreich und Südtirol................................................................ 85

Strohmarketerie im Bucheinband................................................. 100

Interview mit Gerhard Weigmann................................................... 85

Schmedt – Die Welt des Buchbindens......................................... 102

Die Rückkehr der Horologen........................................................... 86

Der Handel im Wandel! das Handwerk als sicherer Hafen?....... 106

Josefstädterin 2017........................................................................ 101

VERLEIHUNG DES GOLDENEN RATHAUSMANNES AN PROF. BOLTENSTERN Prof. Sven Boltenstern wurde am 27. Juni 2017 im „Roten Salon“ des Wiener Rathauses der „Goldene Rathausmann“ verliehen. Die Verleihung wurde von Bürgermeister Dr. Michael Häupl vorgenommen. Wir gratulieren sehr herzlich zu dieser Auszeichnung!

CENTRO DEL BEL LIBRO

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Ausgabe 03 2017

Das centro del bel libro hat als Motto 2018 für das Kursprogramm ein Zitat von Dostojewski – „Die Menschen sind zivilisiert, wenn sie ihre Bücher einbinden lassen“ – gewählt. Auf der neuen Webpage www.cblascona.ch finden Sie das Programm 2018.


Foto © Weinwurm

EIN PAAR PERSÖNLICHE WORTE | Die Redaktion

Liebe Mitglieder und FreundInnen des Kunsthandwerks, ein spannendes und (auch politisches) interessantes Jahr

kritischen Aussagen darüber. Doch auch diese Meinungen

geht zu Ende. Doch viele politische Weichenstellen sind

müssen zugelassen werden. Dazu passend wurde „Das Gro-

noch lange offen: Quo vadis gesetzliche Mitgliedschaft der

ße Interview“ diesmal mit dem Direktor, Herrn DI Hörmann,

Kammern? Kommt eine weitere Liberalisierung der Gewerbe-

der gemeinhin als „Uhrmacherschule“ in Karlstein bezeichne-

ordnung? Was wird für die kleinen und mittleren Unterneh-

ten seit 1873 tätigen Bildungsinstitution geführt. Er gab uns

men (im echten Sinne, nicht in der europäischen Definition)

einen spannenden Einblick in den auf neudeutsch genannten

gemacht werden? Kommt der Wirtschaftsaufschwung auch

„Backoffice“-Bereich der Uhrmacherbranche.

im Handwerk an? Wie geht es mit der Lehrlingsausbildung, mit der Facharbeiterrekrutierung weiter? Ja, das sind viele

Auch diesmal wird dies ergänzt von Informationen aus allen

Fragen; da sind wir hier im Kunsthandwerk „mitten im Le-

anderen Berufszweigen. Spannende Hintergrundartikel

ben“. Soweit es uns von der Aktualität möglich ist, werden

über die Buchbinderei werden komplettiert durch diverse

wir Sie auch hier am Laufenden halten.

Veranstaltungsberichte sowie Berichte über freudige und nicht so freudige Ereignisse. Ganz

Ich komme aber auf den wesentlichen Bereich meiner Aufgabe als Chefredakteur zurück: Was gibt es diesmal in der Ausgabe zu entdecken? Der Schwerpunkt ist, wie nicht unschwer zu erken-

Die Redaktion der Kunsthandwerkzeitung wünscht Ihnen allen und Ihren Familien gesegnete Weihnachten, erholsame Feiertage, ein Prosit 2018 und gute Geschäfte im kommenden Jahr!

nen ist, diesmal den Uhrmachern

besonders freut mich, dass es uns gelungen ist, einen früheren bekannten Sponsor der Zeitung, Buchbindermaschinenhersteller, Fa. Schmedt aus Hamburg, dazu bewegen, wieder bei uns zu inserieren. Ich hoffe, dass dies Beispielwirkung

gewidmet. Es handelt sich auch hier um eine Branche in einer

hat! Neben einem Firmenporträt über die Fa. Schmedt ist die

Phase von zum Teil großen Umbrüchen. Ich darf mich an die-

Reihe „Das andere Kunsthandwerk“ einem typischen Weih-

ser Stelle bei allen Vertretern der Bundesländer bedanken,

nachtsgeschenkartikel gewidmet: Der Wiener Schneekugel!

die uns diesmal mit zahlreichen Informationen versorgt ha-

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

ben. Sie werden hier eine schöne Bandbreite von Aspekten über das Uhrmacherhandwerk lesen, zum Teil auch mit sehr

Ihr Georg Lintner Chefredakteur

Auf Augenhöhe spricht es sich leichter. BAWAG P.S.K. Filiale 1220 Wien, Rennbahnweg 40, Tel. 05 99 05 / 605100 Mitten im Leben.

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Themenschwerpunkt | Uhrmacher

GEDANKEN VON DER VERGANGENHEIT IN DIE ZUKUNFT

Handwerkstag

W

Besichtigung Schöchl

ir waren eine lange Zeit viele kleine Fische in einem

Leidenschaft und die Regierungen haben erkannt, dass sie

großen Teich, hatten ein gutes Leben und es ging

die stationären Betriebe brauchen. Die Digitalisierung hilft

uns sehr gut. Heute sind wir in einem Haifisch-

auch unseren Geschäften, die Besteuerung der Internetriesen

becken, wo wir jeden Tag fürchten müssen, gefressen zu

ist im Laufen, die Ortskernstärkung durch die Änderung der

werden. Was können wir dagegen tun? Wir, die Salzburger

Raumordnung geht in die richtige Richtung, der junge Kon-

Innung, versuchen eine Imagewerbung für die stationären

sument wird auch reifer, die überbordende Bürokratie muss

Uhren- und Schmuckfachgeschäfte zu machen. Aber wie?

zwangsläufig eingeschränkt werden. Ich denke, das Ende

Unsere Stammkundschaft ist uns nach wie vor treu, aber sie

der Talsohle ist erreicht. In Salzburg bin ich bemüht, unsere

wird altersbedingt immer weniger als mehr. Die Handygene-

Innung wie einen Familienbetrieb zu führen. Wir kennen uns

ration zwischen 25 und 40 Jahren sind Internetkunden, wo sie

alle, helfen einander aus und kämpfen gemeinsam.

die perfekte Verkaufsplattform finden: Kundenorientiert, das größte Kaufangebot, 24-Stunden-Einkaufsmöglichkeit, gratis

Um unsere Gemeinsamkeit zu stärken, unternehmen wir sehr

Versand, anonym, etc.

viel. Unsere regelmäßigen Stammtische sind immer sehr gut besucht. Einmal im Jahr gibt es auch einen Handwerkertag

Mit welchen Argumenten können wir da entgegenhalten?

im Freilichtmuseum Großgmain, wo sich jedes unserer Mit-

Bodenständigkeit, Arbeitsplätze, individuell, zum Anfassen,

glieder präsentieren kann. Besichtigungen wie z.B. Goldwa-

Sicherheit, Bedienung und Beratung sind für junge Konsu-

schen in Rauris, Smaragdschürfen im Habachtal, Red Bull,

menten kaum relevante Themen. Gehen wir zurück in der

Ögussa Wien, Fa. Novotny Wien etc. mit dem anschließen-

Zeit. Es begann in den 1970er-Jahren, als wir 30 und 32%

den gemütlichen Beisammensein steigern die Gemeinsam-

Luxussteuer für Schmuck und Golduhren zahlen mussten,

keit und fördern den Erfahrungsaustausch. Alle 2 Jahre steht

dennoch verkauften wir die Uhren wie die warmen Semmeln,

ein 2 bis 3 Tage Ausflug am Programm. Nach dem Motto, nur

damit machten wir die Premiummarken groß und als Dank

gemeinsam sind wir stark werden wir die Zukunft meistern.

dafür haben sie den Verkauf reglementiert und haben enor-

Wir haben einen der schönsten Berufe der Welt und können

me Hürden zum Zugang an Ersatzteile aufgestellt.

uns glücklich schätzen, Freude verkaufen zu dürfen.

Der erste Abwärtstrend begann mit der Änderung der Gewerbeordnung. Tankstellen verkauften Uhren, Bäcker handelten mit Uhren und Schmuck von Eduscho, Versandhäuser wurden immer stärker und die Lebensmittelkonzerne, die alle Waren anbieten und jetzt noch das Internet. Keine guten Aussichten, aber wir sind Uhrmacher und Goldschmiede aus

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Hartwig Rinnerthaler Landesinnungsmeister Salzburg


Themenschwerpunkt | Uhrmacher

23. UHRMACHERTREFFEN IN DORNBIRN

Uhrmachertreffen 2017 Gruppenfoto

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Teilnehmer aus Österreich, Südtirol, Deutschland und der Schweiz trafen sich zum alljährlichen Uhrmachertreffen, diesmal in Dornbirn, organisiert von

Veronika und Peter Rangl aus Bürs. Zur Einstimmung gab es einen Workshop von den Firmen Auru Tec und Felber über das Thema Mikroschweißen mit dem PUK 5 und einem Laserschweißgerät. Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit die Geräte zu probieren. Weitere Vorträge gab es von den Firmen Haller-Jauch über Zugfedern, Flume zum Thema Wasserdichtigkeit, Florian Schlumpf über seine Zeitmaschinen und über Blattvergolden sprach Monika Kapeller. Beim Besuch des Rolls Royce-Museums zeigte uns der Chef seine Sammlung von knapp 70 Luxusfahrzeugen, darunter eines der Queen Mum, und die Restaurierungswerkstätte. Am Besichtigungsprogramm standen die Schattenburg mit interessanten Uhren, der Dom von Feldkirch, eine Palastbesichtigung in Hohenems und danach die Schoko-

Zeigerwerk und Hemmung von der alten Rathausuhr / Dornbirn

ladenverkostung in der Manufaktur Fenkart. Was das Uhrmacherherz höher schlagen ließ, waren die Besuche der beiden Turmuhren im Dornbirner Rathaus (Freischwinger) und die wunderbare Uhr im Dom von Feldkirch (Hemmung mit konstanter Kraft). Auch kulinarisch war das Wochenende vom Feinsten, unter anderem durch die typischen Vorarlberger Kässpätzle. Hans Paulus Fotos © Peter Korp und Hans Paulus

Astronomische Holzräder Uhr aus der Schattenburg / Feldkirch

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Themenschwerpunkt | Uhrmacher

UHRMACHER – EIN BERUF MIT ZUKUNFT! ABER WER BILDET AUS?

D

ie letzten Jahrzehnte erlebte die mechanische Arm-

Die jungen UhrmacherInnen werden dabei im sogenannten

banduhr eine unglaubliche Renaissance, die bis heute

dualen Ausbildungssystem ausgebildet. Jugend am Werk

ungebrochen anhält. Diese Entwicklung lässt es nur

ist sozusagen der Meister und einmal pro Woche geht es in

logisch erscheinen, dass es da in Zukunft auch viele fähige

die Berufsschule. Die Uhrmacherlehrlinge haben eine ganz

Uhrmacher braucht, die all diese Uhren warten und servi-

normale 38 ½ Stundewoche mit fünf Wochen Urlaub pro

cieren werden und somit den Wert der edlen Zeitmesser

Jahr und bekommen auch eine Entschädigung in Höhe von

erhalten. Diese müssen natürlich den stetig steigenden An-

EUR 316,50, sowie ab dem 18. Lebensjahr bzw. im 3. und 4.

forderungen betreffend Qualität und neuen Innovationen

Lehrjahr von EUR 731,70.

gerecht werden und da stellt sich die eingangs erwähnte Frage, woher kommt denn dieser Nachwuchs und vor allem,

Die Leistungen der Jugendlichen werden laufend mit

wer bildet ihn aus?

sogenannten Zwischentests abgefragt und in Halbjahresund Jahreszeugnissen dokumentiert.

In Wien wird diese Aufgabe leider traditioneller Weise nicht von den Meistern der Stadt wahrgenommen. Jahr-

Neben der Ausbildung gibt es im Haus noch einige

zehnte lang war es die Uhrmacherlehrwerkstätte der Stadt

Synergieeffekte, die ich nicht unerwähnt lassen möchte.

Wien und heute ist es Jugend am Werk in der Lorenz-

Da sich im gleichen Gebäude auch Tischler, Metallbe-

Müller-Gasse, in Verbindung mit der Berufsschule in der

arbeiter und noch viele andere Berufe befinden, gibt es

Hütteldorferstraße, die im überwiegenden Maß unsere

das Angebot, in diese Berufe hinein zu schnuppern bzw.

UhrmacherInnen ausbildet.

Zusatzkurse zu belegen.

Jugend am Werk

Berufsschule

Jugend am Werk hat eine große Tradition die Ausbildung

Drehkurse auf großen Drehbänken, der Umgang mit

von Jugendlichen betreffend. Ursprünglich ins Leben

Autocad, Schweißkurse, Hartlöten und eben kleine Restau-

gerufen, um den Mangel an qualifizierten Ausbildnern nach

rationen an alten Uhrgehäusen aus Holz können so quasi

Ende des Zweiten Weltkriegs in den Griff zu bekommen

nebenbei erlernt werden. Auch für das leibliche Wohl der

(viele Meister waren im Krieg gefallen), erfüllt sie heute,

Lehrlinge wird bestens gesorgt. Im Rahmen von „Lehrlinge

unter anderen Vorzeichen, die gleiche Funktion. Auch heute

kochen für Lehrlinge“ wird jeden Tag in der hauseigenen

gibt es viel zu wenig Lehrbetriebe, die sich der Aufgabe des

Kantine ein frisch gekochtes, dreigängiges Menü für un-

Ausbildens stellen. Seit nunmehr fünf Jahren werden jedes

schlagbare drei Euro angeboten. Wie bereits erwähnt, besu-

Jahr sechs junge UhrmacherInnen in vier Klassen ausgebil-

chen die angehenden UhrmacherInnen einmal pro Woche

det. Jeder der Jugendlichen hat sich einem halbtägigen

die Berufsschule, wo die erworbene Praxis vertieft und die

Eignungstest unterzogen um sicher zu gehen, dass das

dazugehörige Theorie gelehrt wird. Nach der Pensionierung

Berufsbild des Uhrmachers auch wirklich zur Person passt

des langjährigen Berufsschullehrers Leopold Kitzler, dem

und wird in den, seit einem Jahr völlig neu gestalteten und

ich auf diesem Weg nochmals recht herzlich für seine Arbeit

bestens ausgestatten, Räumlichkeiten von Herrn Michael

danken möchte, liegt die Ausbildung der Schüler heute in

Altmann und Herrn Christian Pavel ausgebildet.

den Händen von Harald Rinder.

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Themenschwerpunkt | Uhrmacher

Jede Woche werden 24 SchülerInnen in vier Klassen unter-

Die Ausbildung zum Uhrmacher steht also in Wien derzeit

richtet. Die Berufsschule ist technisch bestens ausgestattet

auf stabilen Beinen und ist bestens aufgestellt, um den

und ermöglicht so den SchülerInnen auch eine Ausbildung

Herausforderungen unseres traditionellen Handwerks auch

in modernen Technologien wie Laserschweißen und CNC

in Zukunft gerecht zu werden. Was aber immer fehlt sind

Berufsschule

Jugend am Werk

gesteuertem Fräsen. Der Unterricht erfolgt unter anderem

Uhren an denen die herangehenden Uhrmacher lernen

auch unter Einsatz neuer Medien, sodass die SchülerInnen

können, daher mein Aufruf an alle, die alte Uhren oder auch

auch dem digitalen Zeitalter gewachsen sind. Aber selbst-

Uhrwerke haben und diese nicht mehr benötigen, bitte

verständlich gibt es in der Person von Herrn Rinder auch

wenden Sie sich an die Innung! Wir holen alles, was mit Uhr-

einen traditionellen Lehrer, der selbst mit Leib und Seele

macherei zu tun hat gerne bei Ihnen ab und leiten es an die

Uhrmacher ist und das theoretische Wissen für Reparatur

Werkstätten der Jugendlichen weiter.

und Servicearbeiten von hochwertigen Kleinuhren und antiken Großuhren vermittelt.

Vielen Dank! Johannes Barotanyi

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Themenschwerpunkt | Uhrmacher

MP UHRMACHER KARLSTEIN tätssiegel somit besonders bedeutsam und ein zentrales Argument für den Wirtschaftsstandort Österreich. Bei der Meisterprüfung in Karlstein traten 14 Kandidaten an, 3 davon aus Deutschland. Die Leistungen der Prüflinge waren sehr gut. Die Namen der neuen Uhrmachermeister: Barth Foto: LIM Figl

Anna, Drechsler Daniel, Gassenbauer Daniel, Dipl.Ing. Ickinger Simon, Jürgens Johannes, Kmetyko Mirella, Koffou Mathias, Mayerl Manuel,

Ö

sterreich verlangt stärker denn je nach bestens ausge-

Prattes Maximilian, Mag. Pudik Heribert, Ing. Pyka Johannes,

bildeten Fachkräften. Und genau das bieten unsere

Thernes Patrick, Winnewisser Julian, Zöggeler Markus.

Meisterinnen und Meister. Wir sind weltweit für die Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen bekannt. Dieses

Prüfungskommission:

Niveau können wir jedoch nur halten, wenn echte Profis am

Wibmer Peter, Österreicher Werner, Pfeffel Friedrich,

Werk sind. Die Meisterprüfung ist als anerkanntes Quali-

Figl Johann, Fessel Thomas, Kamleitner Jürgen.

REISE NACH BASEL

G

emeinsam mit der Uhrmacherschule in Karlstein waren die NÖ Landesinnung der Kunsthandwerke und das

NÖ Handelsgremium bei der Uhren- und Schmuckmesse in Basel. Am Bildungsprogramm standen außerdem: •

Betriebsbesuch der Uhrenmanufaktur IWC (International

Besuch des deutschen Uhrenmuseums (Furtwangen)

Besuch des Kuckucksuhrenstädtchens Triberg mit der

Watch Company) in Schaffhausen (Bild unten)

größten Kuckucksuhr der Welt

Beim Besuch des Rheinfalls (von links): Jonas Pölzl, Georg Andert, Innungsmeister Johann Figl (Kunsthandwerke; Juwelen-, Uhren-, Kunst-, Antiquitäten- und Briefmarkenhandel), Harald Rint und Merlin Riquebourg. Fotos: zVg

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Themenschwerpunkt | Uhrmacher

SCHULLIN GEWINNT CANNES CORPORATE MEDIA & TV AWARD 2017 Der Grazer Juwelier und Rolex-Konzessionär SCHULLIN freut sich über die Auszeichnung seines Imagefilms „Bring Your Time“ mit dem Silbernen Dolphin Award 2017.

Vor der atemberaubenden Kulisse des Palm Beach in Cannes

KR Alexander V. Kammel (Festivaldirektor), Hans Schullin (Schullin Graz)

wurden am Donnerstag, dem 28. September 2017, die Gewinner der Cannes Corporate Media & TV Awards 2017 verkündet.

„Bring Your Time“ wurde im Herbst 2015 gemeinsam mit

In der Kategorie „Imagefilm“ wurde SCHULLIN‘s Video „Bring

der Grazer Agentur mindconsole umgesetzt. In dem Kurzfilm

Your Time“ mit dem Silbernen Dolphin Award ausgezeichnet.

geht es um eine geheimnisvolle Einladung zum gemeinsamen Dinner mit Freunden. „Bring Your Time“, Zeit solle man

Die Cannes Corporate Media & TV Awards prämieren

mitbringen, sonst gewährt einem der Butler keinen Einlass.

jedes Jahr die weltbesten Wirtschaftsfilme, Online Medien und TV-Dokumentationen in einem der bedeutendsten

Der Film wurde bereits 2016 mit dem Internationalen Wirt-

Filmzentren der Welt. Es ist das einzige Festival für Wirt-

schaftsfilmpreis „Prix Victoria“ sowie 2017 den Österreichi-

schaftsfilme in Cannes, der legendären Stadt der Spiel-

schen Staatspreis Wirtschaftsfilm ausgezeichnet.

und Werbefilme. Film: www.schullin.at/BringYourTime

Hans Schullin: „Ein unglaublicher Red-Carpet-Auftritt mit

Photo Credit: Cannes 2017 – Silver Winner:

Teilnehmern aus der ganzen Welt, von Abu Dhabi bis Austra-

Felipe Kolm | Warda Network

lien. Schön, dass unser Film solchen Anklang gefunden hat!“

Silber Gewinner – Schullin: Hans Schullin

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DORNBIRN


Themenschwerpunkt | Uhrmacher

WORKSHOP ZIFFERNBLATTRESTAURIERUNG

D

er Zifferblatt-Kurs, gehalten vom Handwerkspreisgewinner 2015, Herrn Gerhard Weigmann, war sehr erfolgreich und das fertige Produkt einwandfrei.

Um kleines Geld kann man damit seine Zifferblätter selbst reparieren oder restaurieren. Zusätzlicher Vorteil: Man braucht das Zifferblatt nicht ins Ausland geben, ist im nu fertig und die Materialkosten sind um 90% weniger, als wenn man es einschickt. Verlustgefahr durch die Post besteht auch keine und die Wertschöpfung bleibt in Österreich. Alles in allem eine tolle Sache! Der anschließende Stammtisch war wieder eine gelungene Veranstaltung um die uns die anderen Bundesländer

Hochnäsigkeit und Abgehobenheit „hoch3“.

beneiden. Familie Weigmann hat uns, gesponsert von der WKO, hervorragend bewirtet und so konnten wir uns auf

Außerdem biegen sich Uhrenhersteller die Grundvoraus-

die uhrmacherischen Belange konzentrieren.

setzung für eine Zertifizierung nach Lust und Laune selbst zurecht, wie zum Beispiel, dass man ihre Uhren verkaufen

Es wurde vereinbart uns besser zu vernetzen und unsere

muss. Hat man diese Möglichkeit nicht oder diese Marke

Fähigkeiten zu bündeln bzw. zu bewerben. Nicht vielen

nicht im Portfolio dann ist eine Zertifizierung für diese Uhr-

Uhrmachern ist bekannt, dass es in Österreich Kollegen

marke auch bei bestens ausgerüstetem Betrieb und bester

gibt, die ganze Uhren selbst bauen, Räder schneiden,

Ausbildung des Uhrmachermeisters nicht möglich!

Gehäuse herstellen, Uhrgläser in jeder Größe und Dicke schleifen, Federn erzeugen oder Zugang dazu haben, Ge-

Besonders erfreulich war, dass auch der Uhrmachernach-

häuse aufarbeiten und sogar Tourbillone (höchste Uhrma-

wuchs anwesend war. Es herrschte reges Interesse an

cherkunst weltweit!) herstellen können!

altem Uhrmacherwissen, das ohne entsprechenden Nachwuchs unwiderbringlich verloren geht. Erfreulicherweise

Und solchen Uhrmachermeistern werden von den großen

haben sich Herr Weigmann und auch andere Kollegen

Konzernen, wenn sie eine Armbanduhr-Markenkrone bestellen

Hilfe bei Problemen oder bei der Erlernung und Weiter-

wollen, keine Ersatzteile verkauft mit der Zitat-Begründung:

gabe von alten, schon fast vergessenen Uhrentechniken

„Wir lassen nicht jeden auf unseren Uhren herumpfuschen“.

angeboten.

Dieser Artikel gibt nicht die Meinung der Landesinnung Oberösterreich, der Bundesinnung sowie der Redaktion wieder.

INTERVIEW MIT GERHARD WEIGMANN Die Fragen richtet Helmut Haslinger, Berufgruppensprecher

Es ist eine Beschneidung des Handwerks und eine Chance

für Oberösterreich, an den Handwerkspreisgewinner 2015,

zugleich. Uhrmacher müssen sich weiterbilden und die

Herrn Gerhard Weigmann.

Uhrenwerkstätte auf neuesten Stand bringen, das ist positiv. Ein absolutes No-Go ist die Grundvoraussetzung

Haslinger: Glauben Sie, das genügend Uhrmacherlehrlinge

mancher Konzerne, dass man die Uhrmarke auch verkau-

ausgebildet werden ?

fen muss, ansonsten ist keine Zertifizierung möglich.

Weigmann: Nein, in der derzeitigen Situation werden

Ist das Ende der Allround-Uhrmacher bzw. Heimuhrmacher

Uhrengeschäfte mit Batteriewechsel überschwemmt,

abzusehen?

diese Tätigkeit ist zu wenig für eine qualifizierte Uhr-

Ja, so wie es sich bis jetzt entwickelt hat, ist der Uhrma-

macherausbildung.

chermeister, der keine Zertifizierung besitzt, angehalten

Thema Ersatzteile: Ist die derzeitige Zertifizierung für Uhrenersatzteile fair?

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Ausgabe 03 2017

defekte Uhren zu verpacken, einzusenden und die fertige Uhr dem Kunden auszuhändigen. Dafür braucht man keine Meisterprüfung und kein Handwerk.


Themenschwerpunkt | Uhrmacher Sollte eine Zertifizierung mit Beteiligung der Uhrmacherver-

die Zertifizierung nicht geändert wird. Durch Verweige-

treter genormt werden?

rung der Uhrenersatzteile gibt es zu wenig Arbeit und

Ja, denn es ist bereits 5 Minuten vor Zwölf mit den Uhrener-

es können keine Lehrlinge mehr ausgebildet werden. Für

zeugern dieses Thema zu vertiefen, ansonsten brauchen wir

die Großuhrmacherei sieht es eher schlecht aus, da es

keine Uhrmacher mehr auszubilden. Außerdem sollte eine

bei antiken Uhren keine Teile gibt und diese stilgetreu

günstige Zertifizierung mit dem Meisterbrief möglich sein.

angefertigt werden müssen. Die meisten Betriebe sind für

Wird die Qualität der Uhrenreparatur durch Verweigerung

die komplizierte Erzeugung technisch nicht ausgerüstet.

von Ersatzteillieferungen besser oder schlechter?

Daher ist es wichtig sich untereinander zu vernetzen. Es

Die Frage beantwortet sich von selbst. Der Uhrmacher

gibt Kollegen in Österreich, die sogar ganze Uhren selbst

kann die Uhr ohne Originalersatzteile entweder gar nicht

herstellen können!

reparieren oder nur unsachgemäß fertigstellen. Beides ist

Zum Erhalt des Uhrmacherberufes versuche ich meine

für den Uhrmacher und den Kunden ein nicht zu akzeptie-

50jährige Berufserfahrung jungen Meistern zur Verfügung

render Zustand.

zu stellen alles zu geben, um dieses schöne Handwerk zu

Herr Weigmann, wie sehen Sie die Zukunft des Uhrmachers?

erhalten.

Für die Kleinuhrmacherei sehe ich keine Zukunft, wenn

Danke für das Interview.

VEREIN WIBMER-KREIS – DAS UHRMACHERTREFFEN IN ÖSTERREICH UND SÜDTIROL Förderung von Uhrmachern in Ausbildung z.B.: kosten-

Stand 2017: Obmann Robert Rudolf: Er war vorher fleißig als

günstigere Teilnahme an Uhrmachertreffen, etc., …

Kassier, Ideengeber vieler Aktionen, Organisator für Sach-

Der Verein wurde vor 23 Jahren von Peter Wibmer,

spenden und die Unterstützung der Uhrmacherlehrlinge tätig.

Uhrmachermeister in Bärnkopf, gegründet mit dem Ziel

Kassier Peter Wibmer: Seit 1987 gehört Peter Wibmer der Aca-

Uhrmacher in Ausbildung zu fördern.

demie Horlogere des Createurs Independants (AHCI) an, ist der

Ursprünglich war die Idee von Peter Wibmer seinen Kunden

Gründer vom Verein Wibmer-Kreis und trägt zum Erhalt des Ver-

die Erzeugung von Zahnrädern und ganzen Uhren in seiner

eines bei. Erst heuer hat er den Uhrmachern in Wien „Jugend

Werkstätte zu zeigen. So ein Uhrmachertreffen gab es vor-

am Werk“ ein Projekt gewidmet in dem er ein Hemmungsmo-

her in Österreich noch nicht, daher war die Teilnehmerzahl

dell entworfen , die Teile vorgearbeitet und kostenlos zur Ver-

über jeder Erwartung! Auf Wunsch der Kollegen wurde das

fügung gestellt hat. Mittlerweile ist er nach einer Obmann-Ro-

Treffen dann jährlich jeweils bei einem anderen Kollegen

chade Kassier des Vereines. Im Jahr 2017 ist der Mitgliedsstand

durchgeführt. Eine Erfolgsgeschichte, die sich bis heute

auf 108 Mitglieder angewachsen. Alleine in den letzen 3 Jahren

erhalten hat.

wurden für Uhrmacher in Ausbildung EUR 13.824,– vom Verein

Meistens kommen über 100 Uhrmacherinnen und Uhrma-

Wibmer Kreis ausbezahlt (2015 EUR 4.630,– / 2016 EUR 6.270,–/

cher auf ein Wochenende mit Berichten, anschaulichen

2017 EUR 2.924,–) hat Robert Rudolf in einem kleinen Rückblick

Kursen zur Weiterbildung und ein gemütliches Zusammen-

mitgeteilt. Zusätzlich gab es immer wieder Sachspenden, die

sitzen mit fachsimpeln in den Bundesländern Österreichs

der Schule bzw. für die Auszubildenden übergeben wurden.

und sogar nach Südtirol.

Als Schriftführer ist Helmut Haslinger tätig.

2. Klasse der Berufsschule für Uhrmacher Wien, Schuljahr 2016/2017 In unserer Klasse ist das Schwerpunktthema Hemmungen. Der Verein „WIBMER-KREIS“ hat uns Pläne sowie Platinen und Gangradrohlinge für ein Hemmungsmodell zur Verfügung gestellt. Wir Schüler haben die Platinen finisiert. Wellen, Schrauben und Putzen haben wir mit Uhrmacherdrehstuhl und Handstichel gedreht. Das Gangrad haben wir geschenkelt und zentriert. Den Anker haben wir mit der Laubsäge ausgeschnitten und danach gefeilt , geschliffen und die Paletten poliert. Wir, die 2. Klasse der Berufsschule für Uhrmacher in Wien bedanken uns beim Wibmerkreis und bei Uhrmachermeister Peter Wibmer für die Unterstützung.

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Themenschwerpunkt | Uhrmacher

DIE RÜCKKEHR DER HOROLOGEN

D

ie enge Symbiose aus Geschichte und Technik, wie sie den Beruf des Uhrmachers auszeichnet, war es, was Bernhard Wagner auf den Pfad der Horologen

führte. 2008 schloss er die in Karlstein gelegene Fachschule für Uhrmacher mit der Meisterprüfung ab. Nach ersten beruflichen Erfahrungen in Wien stand fest, dass, um seine eigenen Vorstellungen verwirklichen zu können, der Sprung in die Selbstständigkeit gewagt werden musste. In dieser angekommen wurde der Fokus stark auf die Reparatur antiker Groß- und Kleinuhren gerichtet. Immer wieder tritt hierbei zwangsläufig die Ersatzteilfrage auf. Doch woher sollte man für oftmals weit über 200 Jahre alte Zeitmesser Teile beziehen? Genervt von der durch die Suche vergeudeten Zeit wurde stattdessen dazu

Spindeltaschenuhr mit 1/8 Repetition (schlägt nach Betätigung eines Drückers die Stunden und 1/8 Stunden) von ca. 1780. Die drei Uhren, ein Zappler (mit dem Glassturz), eine Brettluhr (im Hintergrund), und das Werk einer ursprünglich als Turmuhr konzipierten Bodenstanduhr mit einem Monat Gangdauer und Scherenhemmung. „Windrad“ bzw. Schalenkreuz – ein Anemometer (Luftgeschwindigkeitsmesser), anhand eines aus 300m Höhe abgestürzten Originals nachgebaut.

übergegangen, nach und nach Teile selbst zu fertigen. Anfangs nur für Großuhren, mit der Zeit auch für Kleinuhren, vor allem für Spindeltaschenuhren. Doch es sollte nicht bei einzelnen Teilen bleiben. Heute werden in der in Raabs an der Thaya gelegenen Werkstatt in aufwendiger Handarbeit auch komplette Uhren gefertigt. Von Zappler über mechanische Luftgeschwindigkeitsmesser und Präzisionspendeluhren bis hin zur wohnzimmertauglichen Turmuhr haben schon die unterschiedlichsten Unikate die kleine Manufaktur verlassen. In einer Zeit, in welcher auch die Uhrenbranche weitestgehend von einem Oligopol beherrscht wird, sind es kleine Werkstätten wie diese, welche der konzerngesteuerten Eintönigkeit etwas Farbe verleihen und den Geist der alten Horologen hochleben lassen, denn was zum Beispiel in der Automobilindustrie heute praktisch ausgeschlossen ist, ein Unikat zu erwerben, ist in der Uhrmacherei glücklicherweise nach wie vor möglich. Kontakt. info@uhrmacherkunst.at www.uhrmacherkunst.at

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Nachfolge gesucht

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aktiv, handwerklich und im Inland Uhren herstellen sind wir

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sucht – bedingt durch Todesfall – Nachfolge.

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Ausgabe 03 2017


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Verwandeln Sie unseren Marktplatz in Ihre Werkstätte!

Ein Highlight der

sehen. fühlen. erleben.

Nähere Infos unter: creativsalzburg.at/marktplatz Ausgabe 03 2017

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AKTUELLES | Wien

DAS WAR DIE ORF LANGE NACHT DER MUSEEN 2017

W

iener Kunsthandwerker zeigten ihr Handwerk bei der Langen Nacht der Museen. Museen und Galerien öffneten zum 18. Mal anlässlich der ORF

Lange Nacht der Museen ihre Türen für kulturinteressierte Nachtschwärmer. Auch die Plattform Wiener Kunsthandwerk der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Wien war mit einer Schau-Werkstatt im Bassano Saal des

Die ausstellenden Wiener Kunsthandwerker: Gold- und Silberschmiede:

Kunsthistorischen Museums vertreten. 20 Wiener Kunst-

• Forum Goldschmiede: www.forumgoldschmiede.at

handwerker aus 9 Branchen präsentierten die eindrucks-

• TUKOA Jewellery Design: www.tukoa.com

volle Handwerkskunst, die sich hinter den Objekten des

• Pejrimovsky Individual Jewellery: www.pejrimovsky.at

Kunsthistorischen Museums verbirgt, und ließen sich bei der Ausübung ihres jeweiligen Handwerks über die Schulter schauen – mit großem Erfolg! Insgesamt strömten 9.560 Kulturinteressierte ins Kunsthistorische Museum.

Musikinstrumentenerzeuger: • Geigenbau Martin Rainer: http://www.martin-rainer.at/ • Benoît Gervais • Grenosi – Gregor Nowak Stringed Instruments e.U.: www.grenosi.com • die Klaviermachermeister – Letuha & Müller OG: www.dieklaviermachermeister.at Mode- und Bekleidungstechnik: • Die Schneidermeisterei – Karin Pfeifenberger: www.dieschneidermeisterei-karinpfeifenberger.at • Ingrid Beran BrautCouture: www.brautcouture.at Kunstgewerbe: • FilzOase Monika Tatrai: www.filzoase.at • Carolina Gorriz de la Calle: www.carocgc.com • Kunsthandwerk Andrea Marschal: www.klosterarbeitswelt.com • KamaKoma e.U. – Maria Sulzer: www.kamakoma.co.uk • Kupferdach Production: www.facebook.com/kupferdachproduction.com Tischler und Holzgestalter: • Harald Hölsche Kunsttischlerei: www.hoelsche.at • Möbelmanufaktur Jacqueline Pehack: www.jpehack.at Berufsfotografen: • Edith Walzl Fotografie: www.fotowalzl.at Uhrmacher: • Uhrmacher und Juwelier Barotányi: www.barotanyi.at Chemische Gewerbe: • Lederhaas Cosmetics e.U: www.lederhaas-cosmetics.com Metalltechnik: • Hufnagl & Söhne: www.wh.co.at Weiterführende Links: langenacht.orf.at www.khm.at www.kunsthandwerk.wien www.facebook.com/kunsthandwerk.wien/

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Ausgabe 03 2017


DAS ANDERE KUNSTHANDWERK

WIENER SCHNEEKUGELMANUFAKTUR Wie aus einer Zufallsidee eine mehr als einhundertjährige Erfolgsgeschichte wurde

Fotos: LI Wien

D

ie Original Wiener Schneekugelmanufaktur befindet

nötigen Materialien zu beschaffen. Der Schnee entstand aus

sich in einem alten Gebäude in der Schuhmanngasse 87

einer selbst zusammengemixten Mischung aus Hartwachs

in Hernals. Erwin Perzy III. führt gemeinsam mit seiner

und Magnesiumpulver.

Tochter, Sabine Perzy II., den traditionsreichen Familienbetrieb. Dieser Betrieb wird seit 117 Jahren mit sehr viel Geschick,

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Erwin Perzy II. die

technischem Talent, kaufmännischem Gespür und Freude an

Firma. Er führte sie mit den beiden Erfindungen, Silvester-

neuen Entwicklungen von der Familie Perzy geführt.

guss und Schneekugel, seines Vaters fort. Zuerst waren die Motive nur Wallfahrtskirchen von Österreich und Heiligen-

Doch alles der Reihe nach. Erwin Perzy I., ein gelernter Chir-

figuren. Erwin Perzy II. machte neue Modelle (Weihnachts-

urgieinstrumentemechaniker, erfand die Schneekugel durch

männer, Weihnachtsbäume und Schneemänner). Er stellte

reinen Zufall. Er wollte das Licht im Operationssaal verbes-

seine Waren auf der Nürnberger Spielwarenmesse aus. Dort

sern. Er sah bei einem Schuster eine Schusterkugel. Das ist

wurden die Weichen für den Export nach Amerika gestellt.

eine große mit Wasser gefüllte Glaskugel und einer Kerze hinter der Glaskugel. Er stellte hinter die Glaskugel eine

Erwin Perzy III. erlernte den Beruf des Werkzeugmachers

Glühbirne von Edison. So nahm eine mehr als einhundertjäh-

ehe er in den elterlichen Betrieb eintrat. Es gelang ihm bei

rige Erfolgsgeschichte ihren Lauf.

diversen Messebesuchen seinen Kundenstock zu vergrößern. Heute hat die Firma Kunden in Amerika, Japan, Kanada,

Erwin Perzy I. gab reflektierende Glasspäne in die mit Wasser

Neuseeland, Australien, Johannesburg und Deutschland.

gefüllte Kugel. Doch diese sanken sofort zu Boden. Er war auf der Suche nach einem Material, welches in Schwebe

Seit einigen Jahren ist die Tochter, Sabine Perzy II. im Betrieb

blieb. Dieses fand er in Form von Grieß in der Küche seiner

tätig und eine unverzichtbare Unterstützung für ihren Vater.

Mutter. Diese Grießflocken sanken langsam zu Boden. Es sah

Sie hat die Business Schule besucht und ebenfalls den Beruf

aus als ob es schneien würde.

des Werkzeugmachers erlernt. Aufgrund ihrer hervorragenden kaufmännischen Kenntnisse „schupft“ sie das Büro – so

Nächster Zufall – von einem Freund wurde Erwin Perzy I.,

die liebevolle Bezeichnung des stolzen Vaters. In einigen

gebeten, etwas für seinen Mariazeller Wallfahrtsstand herzu-

Jahren möchte sie den Betrieb übernehmen.

stellen. Er machte die Mariazellerkirche aus Zinn in Miniatur und gab sie eine Glaskugel. Die Mariazellerkirche fand sofort

Es ist beruhigend, dass die Original Wiener Schneekugelma-

einen Käufer. Danach versuchte Erwin Perzy I. diesen Artikel

nufaktur auch in Zukunft nicht nur für leuchtende Kinderau-

serienreif zu machen. Bei der damaligen wirtschaftlichen

gen sorgen wird – die „großen Kinder“ freuen sich auch über

Lage ein fast unmögliches Unterfangen. Mit viel Improvisa-

den Anblick des fallenden Schnees in den Kugeln.

tionsvermögen und Phantasie gelang es immer wieder die

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DAS GROSSE INTERVIEW

DIREKTOR VON KARLSTEIN, DIPL.-ING. WOLFGANG HÖRMANN GL: Seit wann gibt es in Karlstein die „Uhrmacherei“? WH: Die Uhrmacherei in Karlstein geht bis ins frühe 18. Jhdt. zurück. Uhrmacher aus dem Böhmerwald, Auswanderer und Wanderarbeiter, haben sich hier in Karlstein niedergelassen. Viele dieser „Horologen“ (Uhrmacher) wurden in dieser wirren Zeit zumeist aufgrund ihrer neuen Weltanschauung und des Glaubens, sie waren zumeist Hugenotten, Calvinisten oder Lutherianer, immer wieder vertrieben, konnten nicht dauerhaft sesshaft werden und wanderten als Hausierer durch die Lande. Warum verschlug es diese Wanderarbeiter nach Karlstein? Hier in Karlstein ist es relativ einsam. Die Bauern, die hier ansässig waren, haben die Wanderarbeiter unterstützt. Der Uhrenbau war anfänglich ein bäuerlicher Nebenverdienst während der harten und langen Waldviertler Winter und erst später ein Gewerbe mit eigenen Uhrenfabriken. Es waren

fabriken wurden gegründet. Die letzte dieser Firmen hat erst

vornehmlich Holzuhren, die so in Heimarbeit entstanden, ent-

vor drei Jahren die Uhrmacherei aufgegeben. Heute gibt es

sprechend des damals verfügbaren Werkstoffs und der Werk-

in Karlstein keine Uhrenproduktion mehr.

zeuge zur händischen Bearbeitung. Die hergestellten Uhren

Seit der Gründung hat sich die Schule kontinuierlich wei-

wurden nach Wien an den Kaiserhof gebracht und verkauft.

terentwickelt und auch entsprechend gewandelt. In der

Sind Uhren für Menschen wichtig? Mit der beginnenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde die Zeitmessung immer wichtiger. Es wollen ja alle pünktlich sein, nicht nur beim Rendezvous, sondern z.B. bei der Arbeit in den Fabriken, rechtzeitig im Fahrplan von Kutschen und Zügen, sowie beim Gebet in Kirchen und Klöstern. Für die Entdeckungsreisen und den Aufbruch in neue Welten ist die „mobile“ Zeitmessung ein unverzichtbares Instrument zur Navigation. Selbst heute benötigt das satellitengestützte GPS ein genaues Zeitnormal, welches durch die Präzision von Atomuhren gebildet wird.Ja selbst für das Militär und die Kriegsführung ist die Zeitmessung ein wichtiges Element. Sogenannte „Offiziersuhren“ sind auch heute ein begehrtes

Uhrentechnik gibt es immer wieder neue Entwicklungen und Technologien. Beispielsweise Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre mit der Entwicklung der Quarzuhren, wo natürlich auch ein starker Rückgang an Uhrmachern in der Ausbildung zu verzeichnen war, weil man gedacht hatte, dass die elektronische Uhr die klassische mechanische Uhr schön langsam vom Markt verdrängt. Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil, in den vergangenen Jahren der Wirtschaftskrise hat es einen wahren Uhrenboom gegeben, da die mechanische Uhr als Wertanlage gut geeignet ist. Insbesondere ist die Uhr nicht nur Zeitmessinstrument alleine, sondern hat als Designund Schmuckobjekt auch Kult und repräsentiert mit ihrem Wert ein Statussymbol.

Sammlerstück.Im 19. Jahrhundert stieg der Bedarf an Uhren

Welche Schulzweige gibt es?

in verschiedenster Ausfertigung immer mehr, in der Schweiz

Heute gibt es im Bereich der Mechatronik die Schulformen

bildeten sich Fabriken zur großindustriellen Herstellung von

der Höheren Lehranstalt und einer Fachschule. In der Fach-

Uhren. Da konnte man im Waldviertel mit Einzelstückanfer-

richtung der Präzisions- und Uhrentechnik führen wir eine

tigung in Handarbeit nicht mithalten. Die Uhrenproduktion

Fachschule.Dazu gibt es noch die Bundesberufsschule für

kam hier in die Krise und ging schön langsam nieder.

Uhrmacher und Zeitmesstechniker.

Wann war die Gründung der Schule?

Seit wann gibt es die Berufsschule?

Die Gründung der Schule fand im Jahr 1873 statt. Damals

Die Berufsschule als Basis für die duale Ausbildung wurde

hat der Kaiser festgelegt, hier in Karlstein eine staatliche

im Staatsvertragsjahr 1955 auf eine 4-jährige Ausbildungszeit

Lehrwerkstätte für dieses Handwerk zu etablieren, die „k.u.k.

ausgeweitet und als „Bundesfachschule für die Uhrenindust-

Fachschule für Uhrenindustrie“. Somit wurde hier die Be-

rie“ geführt. Für eine weitere Qualifikation gab es dazu auch

schäftigung der Bevölkerung sichergestellt und viele Uhren-

noch Meisterklassen. Es gibt jetzt eine Berufsschule für das

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DAS GROSSE INTERVIEW

Wie viele Schüler haben Sie in der Schule? Wir haben insgesamt 212 Schüler. Das betrifft beide Fachrichtungen, die Mechatronik sowie Präzessions- und Uhrentechnik. Die Fachrichtung der Präzessions- und Uhrentechnik führen wir nur in der Schulform einer Fachschule. Also vierjährig mit Fachabschlussprüfung. Dort haben wir vier Klassen und in Summe sind es zusammen knapp 60 Schüler. Es gibt sowohl in Wien als auch in Karlstein eine Berufsschule. Die Berufsschule ist ja eine Pflichtschule. Insbesondere jetzt, wo die Ausbildungspflicht bis 18 Jahre geht, gewinnt dieser Umstand an Bedeutung. Pflichtschule ist Ländersache. D.h. eigentlich sind der überwiegende Teil der Berufsschulen Landesberufsschulen. Wir in Karlstein sind eine Bundesberufsschule. Wien führt als einziges weiteres Bundesland noch eine städtische Berufsschule für Uhrmacher. Fotos: LI Wien

Werden in Karlstein auch Meisterprüfungen abgehalten? Ja. Und daraus ergeben sich wichtige Synergie-Effekte. Einerseits sind dadurch Ausbildung und Qualifizierung unter

duale System und es gibt eine klassische Fachschule. Die HTL-Fachschule gibt es seit den 1970er Jahren als Vollzeitschule. Daneben gibt es noch die Berufsschule. Der Standort als Bundesfachschule war sehr gut ausgelastet.

einem Dach und können aufeinander abgestimmt werden. Andererseits können wir auch das gesamte Know-how hier in Karlstein bündeln und einen zentralen Anlaufpunkt für die Uhrenbranche in Österreich bilden.

Karlstein hatte damals in dieser Zeit über 200 Lehrlinge in

Kommen Schüler auch aus anderen Ländern?

mehreren Klassen und Jahrgängen. Heute sind wir bei einer

Wir haben Lehrlinge aus Südtirol und vereinzelt Schüler/

Lehrlingsanzahl angelangt, die kaum die Größe von zehn

innen aus EU-Ländern. Oftmals legen auch Lehrlinge aus an-

überschreitet und das schon auf zwei Jahre zusammengefasst.

deren Staaten ihre Meisterprüfungen bei uns ab. Wir haben

Warum gibt es keine fünfjährige Uhrmacherschule? Weil es nicht gefordert wird. Für Österreich findet man mit

international einen sehr guten Ruf. Unsere Absolventen sind weltweit begehrte Fachkräfte.

der momentanen Ausbildung das Auslangen. Das Berufs-

Wie war Ihr beruflicher Werdegang?

feld der Uhrmacherei ist sehr groß. In der Schweiz werden

Für mich stand schon als Kind fest, dass ich einmal Techniker

in diesem Berufsfeld mehrere Lehrberufe ausgebildet. Z.B.

werde. Die Matura legte ich in der HTL Hollabrunn ab. Danach

fokusiert sich der Lehrberuf des Uhrentechnikers auf die

studierte ich an der TU Wien Elektrotechnik im Ausbildungs-

Entwicklung und die Berechnung von Uhren und Uhrenteilen.

schwerpunkt industrielle Elektronik/Automatisierungstechnik.

Da wäre eine höhere Ausbildung mit umfassenderen mathe-

Danach war ich bei verschiedenen Elektronikkonzernen tätig.

matischen Kenntnissen und Maturaabschluss denkbar. In der

Über Betreiben des damaligen Direktors der HTL in Hollab-

Schweizer Uhrenindustrie wird Uhrenentwicklung betrieben.

runn habe ich einige Wochenstunden in der HTL zu unterrich-

In der Schweiz gibt es auch den Lehrberuf des Industrieuhr-

ten begonnen. Es war ihm sehr wichtig, dass Fachleute den ak-

machers. Wir haben in Österreich weder eine Uhrenentwick-

tuellen Stand der Technologie aus der Wirtschaft und Industrie

lung noch eine nennenswerte Uhrenindustrie. Und dann gibt

in Schule bringen. So wurde ich dann mit der Erfahrung eines

es in der Schweiz auch den Lehrberuf des Uhrenfacharbei-

Lehrers, der Erfahrung eines Berufspädagogen an einer Hoch-

ters. Das sind speziell geschulte Uhrmacher, die im Atelier

schule, zum Direktor einer Schule berufen, die Fachrichtungen

arbeitend, ganz spezielle Manufakturtätigkeiten ausführen.

hat, welche ein sehr breites technisches Fachwissen verlangen

In Österreich gefragt ist der Lehrberuf des Uhrmachers im

und meinen Ausbildungen und Erfahrungen entsprechen.

Sinne von reparieren, warten, servicieren, restaurieren. Das ist jenes Berufsfeld, wie wir es in Karlstein ausbilden und es am

Seit wann sind Sie Direktor?

besten für unsere Uhrmacherbetriebe passt. Derzeit besteht

Seit 1. Dezember 2012.

kein Bedarf nach einer höheren Ausbildung. Unsere Schüler sind bestens qualifiziert und fit für den Arbeitsmarkt.

Ich darf mich für das ausführliche Interview und für die beeindruckenden Einblicke in Ihre Schule bedanken.

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KUNSTHANDWERK | Kärnten

HERVORRAGENDE 6. AUSSTELLUNG DER KÄRNTNER KUNSTHANDWERKSTÄTTEN IM STIFT ST. GEORGEN AM LÄNGSEE 2017

B

ereits zum sechsten Mal präsentierten und verkauften die Kärntner Kunsthandwerker ihre wunderschönen handgefertigten Produkte im eindrucksvollen Ambien-

te des Stifts St. Georgen am Längsee. Kreativität, Kunst und individuelle Handwerksarbeiten, Keramik, Goldschmiedearbeiten, Modeschmuck und vieles mehr standen im Mittelpunkt der Ausstellung im Stift St. Georgen am Längsee am 28. und 29. April 2017.

Besucheransturm von „Jung und Alt“ im Stiftshof

75 Kärntner Unternehmerinnen und Unternehmer – allesamt Mitglieder der Landesinnung der Kunsthandwerke – fertigten zum Teil auch vor Ort und ließen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Die Exponate fanden großen Anklang bei den Besuchern und nach Aussage unserer Mitglieder waren viele mit dem Verkauf sehr zufrieden. Zusätzlich wurden natürlich fertige Verkaufsstücke ausgestellt

Ausstellungseröffnung mit Segnung Bild v.l.n.r. Bgm LABg. Klaus Köchl, Innungs-GF Dr. Walter Preisig, LIM Adolf Pobaschnig, Stifts-Direktor Rudolf Besiak und Pater Alfred

und zum Kauf angeboten. Es gab dabei viel zu sehen an diesen 1 ½ Ausstellungstagen, an denen mehr als 3.800 Besucherinnen und Besucher die vielfältigsten Angebote der ausstellenden Kunsthandwerker bestaunten und vielfach auch der Kaufverlockung nicht widerstehen konnten. Alle waren über den Besucheransturm sehr erfreut. Die hervorragende organisatorische Planung übernahm auch dieses Jahr wieder ein Organisations-Komitee unter der Leitung von Landesinnungsmeister Adolf Pobaschnig und seinem Stellvertreter Hans Rossmann, verstärkt um die Damen

Innungsmeister-Stellvertreter Hans Rossmann

Heidi Easton-Pichler und Mag. Friederike Holzer. Tatkräftigste Unterstützung erfolgte auch seitens des Innungsbüros durch Karin Lang und Innungsgeschäftsführer Dr. Walter Preisig. Im Zuge der feierlichen Ausstellungseröffnung und Segnung durch Pater Alfred waren auch viele Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft vor Ort. Der Gemeinschaftssinn aller Ausstellerinnen und Aussteller und im Besonderen die handwerklichen Fähigkeiten der Kärntner Kunsthandwerker

Landesinnungsmeister Adolf Pobaschnig im Kreise einiger Aussteller (v.l.n.r. Elisabeth Gruber, Kurt Kostynski, Elisabeth Clemens, Adolf Pobaschnig)

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wurden gewürdigt. Die gesamten Stiftsräumlichkeiten samt beschaulichem Innenhof und historischen Arkaden boten auch heuer wieder den idealen Rahmen mit außergewöhnlichem Flair für eine große Ausstellung.


GOLD- UND SILBERSCHMIEDE | Kärnten

DIE KÄRNTNER GOLDSCHMIEDIN EVELYN RAUTER IST „EIN-PERSONENUNTERNEHMEN DES JAHRES 2017“!

Die Präsentation der Kärntner Kunsthandwerker war sehr beeindruckend und höchst gelungen. Landesinnungsmeister Adolf Pobaschnig war stolz über die Weiterentwicklung. Im heurigen Jahr sogar mit Ausstellerrekord! Vor Ende der 1 ½ tägigen Ausstellung herrschte ausgelassene und wohl zufriedene Stimmung, gekoppelt mit spürbaren, wirtschaftlichen Verkaufserfolgen. Das Fortschreiben dieser Erfolgsgeschichte „Kunsthandwerksausstellung der Kärntner Kunsthandwerker“ wird sicherlich auch im Jahr 2018 seine Fortsetzung finden wird. Freundliche Grüße – Dr. Walter Preisig e.h. Innungsgeschäftsführer

Sonja Kräuter mit zufriedenen Besuchern

LH Peter Kaier und Evelyn Rauter

K

ürzlich hat in Villach der zweite Kärntner Wirtschaftskongress stattgefunden. Es gab eine Kleinbetriebe-Messe und Landeshauptmann Peter Kaiser hat das

Kärntner Ein-Personen-Unternehmen (EPU) des Jahres 2017 ausgezeichnet. Insgesamt gab es 60 Bewerbungen um das EPU 2017. Eine 5-köpfige Jury kürte die Kärntner Gold- und Silberschmiedin, Evelyn Rauter von ER-Design aus Feld am See, wegen ihrer Vorbildwirkung sowie ihrer handwerklichen Fähigkeiten und der Führung des Betriebes einstimmig zur Siegerin dieser EPU-Auszeichnung. Im Falle der durch eine 5-köpfige Jury gekürten Siegerin Evelyn Rauter erfolgte die Nominierung durch die Unternehmerin Mag. Sabine Janach. Sie arbeitet ebenfalls im Schmuckbereich und tauscht sich dabei intensiv mit Evelyn Rauter aus, die für ihre Arbeiten auch mal ungewöhnliche Materialien wie Fischhaut oder Kaffeebohnen verwendet. Landeshauptmann Kaiser betonte, dass die Ein-Personen-Unternehmen ein unübersehbarer Faktor in Kärnten seien und für hohe Qualität stehen! Wir gratulieren herzlich!

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KUNSTGEWERBE | Oberösterreich

EIN JAHR MÜK IN FREISTADT: HAUS VOLLER GESCHENKIDEEN

Z

u einem Besuchermagnet hat sich das Mühlviertel Kreativ Haus (MÜK) bereits im ersten Jahr seines Bestehens entwickelt. Vor allem die Möglichkeit, hier kreative

Geschenke aus Handarbeit einkaufen zu können, zieht die Menschen an. Aber auch Workshops, Lesungen und Kulinarik-Veranstaltungen werden gut angenommen. Es war eine mutige Entscheidung, die der Verein Mühlviertel Kreativ 2016 getroffen hat. Ein ganzes Haus sollte von Kunsthandwerkern, Künstlern und kreativen Kulinarikern „besetzt“ werden. In der Samtgasse 4 in Freistadt sind die Kreativen fündig geworden und haben im Oktober 2016 das MÜK (Mühlviertel Kreativ Haus eröffnet). „An den Anfangsinvestitionen werden wir zwar noch eine Weile zu knabbern haben“, meint Obfrau Christa Oberfichtner rückblickend, „aber wir sind zuversichtlich, dass sich die Entscheidung mittelfristig für die Mitglieder lohnen wird.“ 80 verschiedene Aussteller aus dem Bereich Kunsthandwerk, Kunst und Kulinarik sorgen für ein abwechslungsreiches Angebot in jeder Preislage. Müklerinnen auf der Treppe Foto © A. Schneider

Mehr als ein Geschäft „Ganz wichtig ist uns dabei die geschmackvolle Präsentation

Mit sogenannten Esstisch-Seminaren wirbt das MÜK für das

der angebotenen Erzeugnisse. Wir bieten unseren Kunst-

kulinarische Angebot verschiedener Gastköche, die den

handwerkern und Künstlern eine schöne Ausstellungsfläche

Galerieraum für einen Abend in ein Pop-up-Restaurant ver-

– das unterscheidet das MÜK auch von herkömmlichen Ge-

wandeln – in der Küche steht dabei nur der Koch, die Gäste

schäften“, beschreibt Obfrau-Stellvertreterin Maria Ruhsam

werden am Esstisch verwöhnt und mit Tipps aus erster Hand

das MÜK-Konzept. Der ganze Dezember steht dabei für die

versorgt. 21 dieser ungewöhnlichen Menü-Abende, ausge-

Werkschau der inzwischen 120 Vereinsmitglieder zur Verfü-

richtet von 8 verschiedenen Köchen und Köchinnen, konnten

gung, die sich heuer über alle drei Stockwerke des Hauses

heuer gebucht werden.

erstrecken wird. Zusätzlich zum Verkauf im Kreativ-Laden des MÜK werden

MÜK auch Arbeitgeber

wechselnde Kunstausstellungen angeboten, die von Ver-

Mit Elan gehen die Mühlviertler Kreativen in das zweite

einsmitglied Carin Fürst kuratiert werden. Das kulturelle An-

Bestandsjahr. War das erste Jahr noch ganz und gar ehren-

gebot wird auch durch Lesungen im Kaminzimmer des MÜK

amtlich gemanagt worden, so kann jetzt auch eine „Perso-

im Obergeschoß ergänzt. Sieben Veranstaltungen wurden

naleinheit“ – verteilt auf mehrere Teilzeitkräfte – aus dem

heuer bei freiem Eintritt angeboten.

Verkaufserlös im MÜK finanziert werden.

Mit Kreativ-Workshops will das MÜK einladen, auch sel-

Eifrig geplant wird auch bereits am Programm für 2018. Fix

ber aktiv zu werden. Insgesamt standen und stehen heuer

ist, dass das MÜK in der Samtgasse wieder einen vorösterli-

48-Workshop-Angebote am Programm.

chen Schmankerl-Markt organisieren wird und auch der heuer

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KUNSTGEWERBE | Oberösterreich

Ausstellungsstücke im MÜK

MÜK Haus Foto © A. Schneider Porzellan im MÜK © Flora Fellner

erstmals durchgeführte Material-Tauschmarkt wird sicher wieder stattfinden. Am Ausstellungskalender stehen 2018 Fotografien von Loucaz Steinherr, Upcycling-Schmuck von Carin Fürst und Margit Kasimir, Aquarelle von Brigitte Lanik und Filzarbeiten von Nicoletta Weingartner. Für die dreimonatige Sommerausstellung ist ein großes Kooperationsprojekt zum Thema Blaudruck geplant.

Kontakt: Christa Oberfichtner Obfrau MÜHLVIERTEL KREATIV office@muehlviertel-kreativ.at Tel: 0664 39 43 106 www.muehlviertel-kreativ.at

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KUNSTGEWERBE | Steiermark

ELISABETH BENNDORF-LANG, MODESCHMUCKERZEUGERIN_GRAZ

I

ch nützte einen wunderschönen Herbsttag, um Elisabeth Benndorf-Lang im Mariatroster Tal, genauer am unteren Plattenweg 34a, in Graz zu besuchen. Sie hatte zu ihrem

alljährlichen Atelierfest geladen, ein guter Zeitpunkt um ihre Arbeiten kennen zu lernen. Elisabeth Benndorf wurde 1955 in Graz geboren, wuchs in einer Lehrerfamilie mit ihren beiden Geschwistern in Pölfing-Brunn, einem kleinen weststeirischen Ort, auf. Nach

Fotos Schmuckstücke © Rupert Hofer

der Matura übersiedelte sie zum Studium an der Pädagogischen Akademie nach Graz, wo sie die Lehramtsprüfungen in Deutsch und Technischem Werken ablegte. Im Zuge der Ausbildung zur Lehrerin für Technisches Werken, erlernte sie bereits die Grundtechniken der Metallbearbeitung. Nach ihrer Heirat übersiedelte sie nach Wien, wo Sie einerseits Kunstgeschichte studierte, anderseits ihrer Faszination für schönen Schmuck nachging. So arbeitete sie bei „Konrads alter Schmuck“ am Kohlmarkt und in der Galerie Rauhenstein. Um noch tiefer in die Materie einzutauchen, besuchte sie neben dem Studium die 1-semestrige Übung „Goldschmiede- und Steinschneidekunst“. In der Folge verbrachte Sie mehrmonatige Studienaufenthalte in Paris, Florenz und London. In ihrer Wiener Zeit besuchte sie auch Schmuckfachkurse am WIFI und legte auch eine Lehrabschlussprüfung als Einzelhandelskauffrau für Schmuck und Antiquitäten ab. Auf einer Führung durch ihr Haus durfte ich auch Erzählungen vieler Reisen folgen und eine Vielzahl mitgebrachter Kostbarkeiten

in Graz. Gerne berät und unterstützt sie ihre Kunden bei der

bestaunen.

Kaufentscheidung, denn „individueller Schmuck soll den persönlichen Stil sowie den Typ der Trägerin hervorheben und

So hat sie auch über all die Jahre „Perlen“ aus aller Welt

unterstreichen“, erzählte Elisabeth Benndorf-Lang. Durch

gesammelt und gestaltet damit individuellen Schmuck. Elisa-

ihr Studium der Kunstgeschichte, die jahrelange berufliche

beth Benndorf-Lang kombiniert dabei wertvolle Materialien

Erfahrung hat Sie ein geschultes Auge und ästhetisches Fein-

mit simplem Glas, aber auch mit Kunststoff, Fundstücken von

gefühl entwickelt, das sie in diesem Zusammenhang gerne

diversen Flohmärkten sowie Mitbringseln von all ihren Reisen.

zur Verfügung stellt.

Ihre Fantasie ist groß, wodurch sie spannende, reizvolle und außergewöhnliche Effekte erzielt und Unikate entstehen.

Ich bin mir sicher, dass all die bunten Schmuckstücke und einzigartigen Kreationen schmücken und viel Freude bereiten.

Einerseits verkauft sie ihre Schmuckstücke auf Ausstellungen – sie war im Laufe der letzten Jahre auf allen wichtigen Kunsthandwerksmärkten wie in Ossiach, Seeham, Perchtoldsdorf, Linz oder Bad Ischl u.v.m. vertreten – oder in ihrem Atelier

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Text: Rupert Hofer, Elisabeth Benndorf-Lang Kontakt: Telefon: 0676 52 13 622 Email: elisabeth.benndorf@eb-schmuck.at


KUNSTHANDWERK | Steiermark

EHRUNGEN, URKUNDENVERLEIHUNG LI KUNSTHANDWERKE 2016, 2017

Helmuth Josef Kremser, LIM Rupert Hofer

L

LIM Stv. Georg Wiesauer, Leonhard Ableitner, LIM Rupert Hofer

angjährige erfolgreiche Selbstständigkeit ist nicht selbstverständlich, aber ein freudiger Anlass zusammenzukommen und miteinander zu feiern. Wir haben

heuer nach unserer Ausschusssitzung im Herbst ins schön gestaltete Atrium der Wirtschaftskammer Steiermark, die sogenannte Business-Lounge, geladen. Bei den Firmenjubiläen 2016 und 2017 haben sich stolze 1830 Jahre Firmengeschichte(n) angesammelt. Es ist

uns eine große Freude Firmen aller unserer Gewerke Ehrungen, Auszug aus 1830 Jahre Firmengeschichte(n)

des Kunsthandwerkes zu würdigen. In Zusammenarbeit mit meinem Team gelang es jede Ehrung „höchstpersönlich“ zu gestalten. Wir haben einzeln

Besonders herzlichen Dank an Robert Ulrich, Gold- und Sil-

jedes Unternehmen vorgestellt, die Persönlichkeiten, die

berschmied in Graz; Helmut Jörg, Uhrmacher in Fürstenfeld;

dahinter stehen, herausgebeten sowie in einem kurzen In-

Andreas Fuchs, Uhrmacher in Kirchberg an der Raab; Elfriede

terview die bunte Vielfalt an Erfolgsgeschichten erfragt und

Möstl, Geschenkartikelerzeugung in Semriach; Gerhard

schildern lassen. So gelang es, sehr kurzweilig Einblicke in

Heimlich, Gold- und Silberschmiedemeister in Graz; Micha-

all unsere schönen Handwerksbetriebe zu gewinnen.

el Gerstner, Uhrmachermeister in Graz; Ingrid Augustine Reindl-Kals, Gold- und Silberschmiedin in Auersbach; Andrea

Es sind außergewöhnliche Designs, umgesetzt mit traditio-

Grießl, Blechblasinstrumentenerzeugerin in Graz; Maria Geßl,

neller Handwerkskunst, die Geschichte schreiben, gepaart

Uhrmacherin in Leoben; Helmuth Josef Kremser, Gold- und

mit Leidenschaft zum Handwerk, der Pflege der Tradition und

Silberschmied in Hartberg; Leonhard Ableitner GmbH, Gold-

dem Schaffen von Innovationen. All dies mit größter Begeis-

und Silberschmiedgewerbe in Lieboch; Georg Wiesauer,

terung um einzigartige Kostbarkeiten zu schaffen.

Gold- und Silberschmiedmeister in Graz; Buchbinderei Franz Dienbauer GesmbH, Buchbindergewerbe in Leoben; Schullin

So werden sich unsere Kunden auch in der Zukunft über die

GmbH, Uhrmachergewerbe in Graz vertreten durch Lisa

meisterlichen Werke und Dienste unserer Buchbinder, Uhr-

Heuberger und Michaela Summer; für all die guten Gesprä-

macher, Gold- und Silberschmiede, Musikinstrumentenerzeu-

che, das ein oder andere gemeinsame Gläschen, einfach die

ger und Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände freuen.

schöne gemeinsame Feier! Text: Rupert Hofer Fotos: © Landesinnung Steiermark

Ausgabe 03 2017

97


Musikinstrumentenerzeuger | WIEN

BRANCHENTAG WIEN INSTRUMENTE MIT LEIDENSCHAFT

D

ie Kontrabass-Werkstatt Kanzian und Traunsteiner war einer jener Betriebe, die WK Wien-Präsident Walter Ruck Ende Oktober im Rahmen des Spartentags Gewerbe

und Handwerk besuchte – gemeinsam mit Spartenobfrau Maria Smodics-Neumann und in konkretem Fall mit Herrn Innungsmeister KommR Wolfgang Hufnagl. In einer kleinen Werkstätte in Wien-Mariahilf bauen Alex Kanzian und Fabian Traunsteiner Kontrabässe. So gut, dass sie auf lange Zeit ausgebucht sind. Wenn Fabian Traunsteiner Schnecken sticht, rückt er keinen schleimigen Kriechtieren zu Leibe. Traunsteiner ist Streich- und Saiteninstrumentebauermeister und baut mit Alex Kanzian

Stunden Arbeit werden in das gute Stück fließen, bis es wieder

in der Mariahilfer Hirschengasse Kontrabässe. „Schneckens-

einsatzfähig ist. Neben Rundum-Restaurierungen bauen Kanzian

techen” nennt man das händische Schnitzen des gedrehten

und Traunsteiner auch Viersaiten- auf Fünfsaiten- Bässe um, was

Instrumentenhalses. Ihre Werkstätte eröffneten die Absolventen

den Tonumfang nach unten erweitert. Während in der jüngeren

der Hallstätter Fachschule für Musikinstrumentenbau 2012,

Vergangenheit Viersaiter üblich waren, herrschte etwa in der

damals als Meisterbetrieb für alle Saiteninstrumente. Zwei Jahre

Wiener Klassik – zur Zeit Mozarts, Haydns und Beethovens - der

später folgte die Spezialisierung auf Kontrabässe. In kürzester

fünfsaitige Bass vor. So wurde damals für Fünfsaiter komponiert,

Zeit haben sie sich damit einen exzellenten Ruf erworben.

und heute wolle man die Musik auch wieder genauso spielen können, sagt Traunsteiner. Ob sie selbst auch Kontrabass

Seit dem Vorjahr wird einer ihrer „Wiener Bässe” im Orchester

spielen? „Natürlich”, kommt es wie aus einem Mund. Nachsatz:

der Wiener Symphoniker gespielt - ein wichtiger Erfolg. Seither

„Nur als Hobby, aber mit Begeisterung.”

sind die Auftragsbücher voll, die Werkstätte ist auf zwei Jahre ausgelastet. Ein Mitarbeiter, ebenfalls Hallstatt-Absolvent,

Infos: www.kontrabass-wien.at

ergänzt nun das Team.

Erika Spitaler, Auszug aus der Wiener Wirtschaft Nr. 44 © Florian Wieser: Alex Kanzian (l.) und Fabian Traunsteiner

Drei bis vier neue Kontrabässe entstehen pro Jahr in der

mit WK Wien-Präsident Walter Ruck und Spartenobfrau Maria

Werkstätte, jeder davon rund 20.000 Euro wert. Gerne legen

Smodics-Neumann sowie Innungsmeister Wolfgang Hufnagl.

Kanzian und Traunsteiner ihre fachkundigen Hände auch an alte

Der schwarze Kontrabass ist selbstgebaut und neu, Traunsteiners

Kontrabässe. Liebevoll streicht Kanzian über ein Stück aus 1766,

Exemplar 250 Jahre alt. Es wird mit viel Fachkenntnis von den

das – noch ohne Boden – auf seine Fertigstellung wartet. 600

beiden Meistern restauriert.

FORTBILDUNGS- UND KOMMUNIKATIONSNACHMITTAG MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER Am 12. September fand der 5. Fortbildungs- und Kommunikationsnachmittag der Musikinstrumentenerzeuger im Gewerbehaus statt. Mag. Jutta Molterer und Martin Rose vom Lebensministerium berichteten über den Artenschutz bei den Musikinstrumenten, gefolgt von einem Vortrag von Christian Haberl zum Thema Social Media und wie man sein Unternehmen in sozialen Medien am besten präsentiert. Schließlich präsentierte Norbert Joachim Eckermann sein Unternehmen „Eckermann-Drums“ und gab Einblicke in die Entstehung von Schlaginstrumenten. Für Auflockerung sorgte Schlagzeuger: Tobias Steinberger

98

Ausgabe 03 2017

Tobias Steinberger, der auf Trommeln einige Musikstücke zum Besten gab.


Der neue Schmedt-Katalog ist da -

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Ausgabe 03 2017

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®


Aktuelles | BUCHBINDER

STROHMARKETERIE IM BUCHEINBAND

J

ohann Wolfgang von Goethe schilderte in seinen

stattungen und Stroh-Objekte gestalten. 2010 legte Hermès

Aufzeichnungen über seine italienische Reise 1786

einige Möbel des Art-Deco-Designers Jean-Michel Frank

fasziniert seinen Eindruck bei der Betrachtung eines

wieder auf, darunter einen Paravent, bei dem Pergament als

mit Strohintarsie dekorierten Altars in einer venezianischen

Trägermaterial für die Strohflächen verwendet wurde. 2012

Kirche. Bei dieser Art des Schmückens von Gegenständen

gestaltete auch das Luxuslabel das Zifferblatt zweier Her-

handelt es ich um eine Volkskunst, die ursprünglich in Asien

renuhren mit Strohmarketerie. Dadurch rückten diese alten

und in Europa zu Hause war. Diese ab dem 17. Jahrhundert

Handwerkstechniken wieder in den Fokus.

auch in Europa verstärkt verwendete Dekorationstechnik der Strohintarsie beziehungsweise Strohmarketerie, ist eine

Im letzten Jahr haben sich die beiden Autoren mit dem The-

Technik, bei der aus gefärbten und geglätteten Strohhalmen

ma »Strohmarketerie« auseinandergesetzt. Ziel des Projektes

geometrische Muster oder bildliche Darstellungen zusam-

war die Wiederbelebung einer im Buchbinderhandwerk

mengefügt werden. Damals wurde das Handwerk unter

vergessenen Dekorationstechnik, unter dem Gesichtspunkt

anderem von Schreinern ausgeübt, die nicht über die Mittel

zeitgenössischer Gestaltung. Die Herangehensweise, basie-

verfügten, Edelholz zu kaufen. Stroh wurde oft zur Verzierung

rend auf einer Kurzanleitung von Käthe Kubias aus dem Jahr

von Möbeln, Spiegeln, Dosen aus Holz und Papiermaché

2005, erfolgte individuell und die gewonnen Erkenntnisse

verwendet. Die Blütezeit

wurden zeitnah ausgetauscht und abgestimmt.

der kunsthandwerklichen Stroheinlegearbeiten war – gemessen an den erhaltenen Stücken in Europa – das 17. und 18. Jahrhundert. Auch im Bucheinband findet man historische Beispiele für diese Art der Dekoration. In Deutschland sind Stroheinbände vereinzelt bis ins 18. Jahrhundert nachweisbar. Auch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg finden sich in den verschiedensten Bereichen des Kunsthandwerks verstärkt Stroharbeiten. Diese kurzzeitige Entwicklung war eine Reaktion auf den Materialnotstand aufgrund dessen man auf das überall verfügbare preiswerte Rohmaterial Stroh zurückgriff. Dementsprechend wurde in der buchbinderischen Fachliteratur nach dem Zweiten Weltkrieg, im Gegensatz zu den Vorkriegsausgaben, das Thema „Strohintarsie“ wesentlich ausführlicher behandelt. In den folgenden Jahrzehnten und dem Ende des Materialnotstands gerieten diese Kenntnisse und Fertigkeiten allerdings wieder in Vergessenheit. Seit den 1980er Jahren ist in Frankreich eine Renaissance der Strohmarketerie zu beobachten. Die gelernte Buchbinderin Lison de Caunes war die erste, die begann, sich das verloren gegangene Handwerk wieder anzueignen. Luxushäuser wie Guerlain, Lancel und Davidoff lassen heute von ihr Raumaus-

100

Ausgabe 03 2017

Herstellung Auch wenn im Deutschen der Begriff »Marketerie« häufig mit »Intarsie« gleichgesetzt wird, darf man die beiden Bezeichnungen jedoch nicht verwechseln. Während bei der Intarsientechnik andersfarbige oder –artige Materialien in ein Vollmaterial wie Holz oder Leder eingearbeitet werden, fügt man bei der Marketerie ausschließlich dünne Materialien wie ein Puzzlespiel zusammen. Im ersten Schritt werden die Halme der Länge nach mit einem Skalpell aufgeschnitten. Halme mit Knicken oder Knoten sollten aussortiert werden. Wenn man das Stroh selber färben möchte, wird nach dem Aufschneiden gefärbt. Dazu sollte auf gebleichte Strohhalme zurückgegriffen werden, da man mit diesen ein schöneres und gleichmäßigeres Farbergebnis erzielen kann. Die in der Fachliteratur empfohlenen Bleichbehandlungen mit Chlor oder Eau de Javelle sind aus gesundheitsgefährdenden Gründen abzulehnen. Als Färbemittel können handelsübliche Textilfarben oder auch Alkoholbeizen aus dem Holzbereich verwendet werden. Die Verweildauer in der Farbe bestimmt die Intensität des Ergebnisses. Dabei kann die Farbintensität zusätzlich durch eine vorherige Behandlung der Strohhalme mit Alaun erhöht werden. Nach dem Färbebad werden die Halme zur Reduzierung des Farbüberschusses mit kaltem Wasser abgewaschen und zum Trocknen weggelegt. Das Färbeergebnis ist oftmals unregelmäßig, streifig und blass, gerade diese Effekte können jedoch eine sehr gute Wirkung erzielen.


Aktuelles | BUCHBINDER

lich, bei großen Flächen das Papier nur partiell mit Klebstoff anzuschmieren und mit Stroh zu belegen. Heraustretender Leim wird mit einem leicht feuchtem Tuch oder Kosmetikpad abgenommen. Nur die Innenseite des Strohhalms (Markseite) lässt sich mit dem Untergrund verkleben, die Außenseite ist wasserabweisend. Sie ist mit einem natürlichen wachsartigen Außenmantel überzogen, der in der Natur das Wasser abperlen lässt. Diese natürliche Funktion des Strohs ermöglicht die unproblematische Abnahme von austretendem Klebstoff In der Literatur findet man als nächsten Schritt meist die Anweisung, die Strohhalme mehrere Stunden zu wässern und anschließend mit dem heißen Bügeleisen vorsichtig zu glätten. In der Erprobungsphase hat sich jedoch ein praktikableres Verfahren bewährt: Die Strohhalme werden in einen verschließbaren Behälter oder Gefrierbeutel gelegt und mit 70%igem Ethanol besprüht. Nach einer Stunde können die Halme entnommen und mit der langen Seite eines Teflon-Falzbeins geglättet werden. Dazu beginnt man, von der Innenseite (Markseite) das Stroh glattzustreichen, von der Mitte aus nach rechts und links. Den gleichen Arbeitsgang wiederholt man von der Außenseite des Halms. Bis zum Aufkleben des geglätteten Strohs verwahrt man dieses planliegend und leicht beschwert.

nach dem Kaschieren. Die so gewonnene „Rohplatte“ wird zwischen Silikonpapier und Holzbrettern (MDF-Platten) für einige Stunden gepresst. Je länger die Rohplatte in der Presse verbleibt und je stärker sie gepresst wird, desto besser wird das Ergebnis. Anschließend können für grafische Muster Streifen oder geometrische Formen aus der „Rohplatte“ geschnitten und wieder auf einem neuen Papier zusammengefügt werden. Im Anschluss wie beschrieben für einige Stunden pressen. Die Vorgehensweise ist bei bildnerischen und figürlichen Dekorationen gleich, man sollte jedoch, wie bei der Lederintarsia, die Materialien aufeinander legen und gleichzeitig durchschneiden. Dieser Prozess des Zerschneidens und Zusammenfügens, wird so oft wiederholt, bis das gewünschte Muster bezie-

Auf einer Holzpappe oder Schneideunterlage werden die Strohstreifen parallel zugeschnitten, am sichersten unter einem durchsichtigen Kunststofflineal. Die Streifen werden auf ein dünnes haltbares, nicht stark dehnungsfähiges Papier geklebt. Dabei ist darauf zu achten, dass das Stroh ohne Zwischenräume aufgeklebt wird. Als Klebstoffe können Dispersionsklebstoffe verwendet werden, die für die Klebebindung geeignet sind. Im Gegensatz zu der in der Literatur angegebenen falschen Laufrichtung des Kaschiermaterials, hat es sich bewährt, dieses in der richtigen Laufrichtung (parallel zum Strohhalm) zu verwenden. So ist es auch mög-

hungsweise Bild erstellt ist.

Autoren Christiane Kubias, Buchbindemeisterin und Fachoberlehrerin am Beruflichen Schulzentrum Alois Senefelder München (BSZ). Marcus Janssens, Restaurator und Buchbindermeister, Leiter der Bestandserhaltung im Stadtarchiv Neuss. Gastdozent am Meisterkurs des BSZ München. Abb. 1 – Einband einer deutschsprachigen Bibel mit Strohmarketerie auf dem Vorder- und Rückdeckel. 1 Hälfte 18. Jh. Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Einband Abb. 2 – Erstellung eines einfachen Musters durch kaschieren und schneiden

JOSEFSTÄDTERIN 2017 Buchbindermeisterin Kerstin Czerwenka, die seit November 2007 im 8. Wiener Gemeindebezirk eine Sortimentsbuchbinderei betreibt, wurde für ihre traditionelle Handwerkskunst ausgezeichnet. Sie darf sich seit kurzem über die Auszeichnung „Josefstädterin 2017“ freuen. Die Redaktion der Kunsthandwerkzeitung gratuliert herzlich und freut sich, dass auch in Wien das Handwerk doch wieder mehr geschätzt wird.

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Firmenporträt | BUCHBINDER

SCHMEDT – DIE WELT DES BUCHBINDENS Tradition ist der Begriff, mit dem sich der Großhändler

Und auf diese Weise entstanden weitere Maschinen: bspw.

Schmedt in Hamburg am besten beschreiben lässt.

PräDeck und PräKant für das Deckenmachen. PräColl zum

Vor mehr als 100 Jahren, damals noch als Firma Dau

Klebebinden und schließlich die Einhängemaschine PräLeg

& Comp., belieferte man Buchbinder in Hamburg und

und die Falzeinbrennpresse PräForm. Im Laufe der Zeit ent-

Norddeutschland mit dem notwendigen Material und

stand damit eine Reihe von Maschinen, die alle die Vorsilbe

Werkzeugen. Geliefert wurde damals mit der sog.

„Prä“ erhielten. Das blieb bis heute das Markenzeichen der

„Schott`schen Karre“, einer einachsige Holzkarre.

Hamburger Buchbindereimaschinen.

Praegnant alt

Familien-Foto v.l.n.r.: Maximilian, Ulrike, Hinnark und Konstantin Schmedt

Anfang des 20 Jh. übernahm der Urgroßvater des heutigen

In den 1970er Jahren wuchsen Großhandel und Maschinen-

Inhabers Hans-Hinnark Schmedt die Firma Dau & Comp.

bau und damit die Anforderungen an die Organisation im

Seitdem befindet sich die Firma im Familienbesitz. In den

Unternehmen. Folgerichtig hielt mit Hans-Hinnark Schmedt

1930er Jahren war es dann Käthe Schmedt, die Großmutter

die vierte Generation Einzug in das Unternehmen. Der heu-

des heutigen Inhabers, die mit eiserner Hand das Unterneh-

tige Inhaber war es dann auch, der Anfang der 1980er Jahre

men durch schwere Jahre der Wirtschaftskrise, des Zweiten

den Computer einführte und begann „Reklame“ für das

Weltkriegs und des Wiederaufbaus führte. Die dritte Genera-

Unternehmen zu machen. Es wurden Kataloge und – damals

tion kam dann in Person des Vaters Hanns-Heinrich Schmedt

eine Neuheit in der Branche – Staffelpreislisten für Buchbin-

in das Familienunternehmen. Verantwortlich für den Verkauf

dereibedarf gedruckt und herausgegeben.

des Buchbindereibedarfs reiste er durch die Bundesrepublik und machte das Unternehmen in der Branche bekannt. Seine

Bald darauf trat auch der Bruder Hans-Jörn Schmedt in das

Mutter Käthe führte „zu Hause“ die Geschäfte.

Unternehmen ein. Er übernahm als Ingenieur die Leitung des inzwischen zu ansehnlicher Größe herangewachsenen

Bei seinen Besuchen in den zahlreichen Buchbinderwerk-

Maschinenbaus und sorgte gemeinsam mit dem Vater für die

stätten sah Hanns-Heinrich Schmedt, welche Probleme viele

Weiterentwicklung der Prä-Buchbindereimaschinen.

der Buchbinder beim Prägen von Bibliothekseinbänden mit den stets wechselnden Buchtiteln hatten. Dadurch angeregt,

In den 1990er Jahren zog der Großhandel erstmals in ein

ersann der umtriebige „Erfinder“ mit einem Kollegen die

eigenes Verwaltungsgebäude mit Lagerflächen in Hamburg.

Prägepresse PräGnant. Bei diesem Gerät geht der Zeilen-

Das gab dem Handelsbereich einen weiteren Schub und för-

wechsel schnell und man konnte nun auch „sehen“ was und

derte zudem die internationale Vernetzung, die den Vertrieb

wo man prägte. Die PräGnant wurde 1967 auf der Drupa erst-

der Maschinen wesentlich voranbrachte. Mit der Drupa 1990

malig einer größeren Öffentlichkeit präsentiert und sie wurde

wurde dann erstmals eine computergesteuerte Prägema-

zu einem bahnbrechenden Erfolg. Aus dem reinen Großhan-

schine, die Easymark – entwickelt und gebaut in den USA

del entwickelte sich nun auch noch ein Maschinenbau bei

– vorgestellt und sehr erfolgreich in den Markt eingeführt.

Schmedt. Fortan kümmerte sich Hanns-Heinrich Schmedt be-

Von nun an wurden elektronische Steuerungen auch in den

sonders auch um die handwerklichen Nöte der Buchbinder.

Bereich der „kleinen“ Buchbindereimaschinen eingesetzt.

102

Ausgabe 03 2017


Firmenporträt | BUCHBINDER

Weiteres Wachstum erforderte 2002 die Erweiterung der

Der Veränderung des Kaufverhaltens entsprechend führte

Handelsflächen in Hamburg. 2003 konnte ein neues Gebäude

das Unternehmen auch einen Online-Shop ein, der mitt-

wieder mit doppelter Grundfläche bezogen werden.

lerweile auch schon in einen dritten Generation im Netz verfügbar ist und den Bedürfnissen nach barrierefreiem Ein-

Wenige Jahre später, also bereits 2006, wurde es auch in

kauf rund um die Uhr entspricht. Dennoch lässt man es sich

dem traditionellen Maschinenbaubetrieb zu eng. Ein Neubau

nicht nehmen, einen Katalog für die mehr als 10.000 Artikel

wurde in einem Gewerbegebiet in der Nähe von Lüneburg

herauszugeben. Und natürlich ist dieser Katalog ein Hard-

erstellt und im Jahr 2007 bezogen. In diesem großen und mo-

cover, das ist der Anspruch, den das Unternehmen an sich

dernen Betriebsgebäude konnte die unbedingt notwendige

selbst hat. Weiterhin ist der Markt im Umbruch. Bibliotheken

Modernisierung der Fertigung durch die Neuanschaffung von

stellen umfassend auf die Nutzung von digitalen Medien um

Senior Praegnant

Schmedt-Hauptverwaltung

Hinnark Schmedt

CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen erfolgen. Mehr als 50

und die Buchbinderei verändert sich ständig. Das individuell

Mitarbeiter beschäftigt Schmedt mittlerweile. Die 2010er Jahre

gefertigte (Hardcover-) Buch hat einen nie dagewesenen

waren gekennzeichnet von einem dramatischen Wandel in der

Stellenwert. Und dies nicht nur als Fotobuch. Und das gibt

Druck- und Bindeindustrie durch die Digitalisierung. Digital-

vielen Buchbindereien herausfordernde, aber auch lohnen-

druck und Buchherstellung wuchsen zusammen und verlangten

de Betätigungsfelder. Hier ist aber vor allem das Besondere

auch von Schmedt eine Neuausrichtung des Unternehmens,

gefragt. Das verlangt auch von Schmedt als Zulieferer sich

ohne die Traditionen über Bord zu werfen.

dieser Individualisierung zu stellen.

Wie schon sein Vater hatte Hans-Hinnark Schmedt immer das

Und auch das wird gelebt. Neben einer deutlichen Auswei-

Ohr am Markt und war nahe bei seinen Kunden. Auf diversen

tung des Handelssortimentes auf den jetzigen vielfältigen

Tagungen hatte er Kontakte zu deutschen und österreichischen

Bedarf, der in immer kleineren Einzelmengen abgerufen wird,

Buchbindern und hörte so von Ihren Erfahrungen und Bedürfnis-

hat sich das Unternehmen auch im Maschinenbau wieder ver-

sen. Aus dem Buch wurde das „Hardcover“ in dieser sich immer

stärkt auf die Unterstützung der kleinteiligen, handwerklichen

schneller drehenden Welt. Es war nun nicht mehr genug, sich

Fertigung eingestellt. Es werden kleinere Versionen (XS-Rei-

alle 4 Jahre auf der Drupa die neuesten Trends in der Entwick-

he) der bewährten Modelle entwickelt um den heutigen

lung anzuschauen, wenn man marktfähig bleiben wollte.

Anforderungen auch dort gerecht zu werden.

Deshalb entstand 2011 neben der Hauptverwaltung ein

Der Wahlspruch des Unternehmens: The World of Bookbin-

modernes Demo- und Trainingscenter mit allen Prä-Buch-

ding ist somit keine Phrase und wird von Familie und Mitar-

bindereimaschinen. Um die Integration von Digitaldruck und

beitern auch gelebt.

Buchherstellung deutlich zu machen, wurde eine Kooperation mit der japanischen Firma Ricoh eingegangen. In

Und damit das so bleibt, steht die 5. Generation bereits in

Hamburg konnte von nun an eine „digitale“ Buchfertigung

den Startlöchern und bereitet sich darauf vor, das Familien-

von Kleinstauflagen live erlebt werden. Seitdem können sich

unternehmen durch die Herausforderungen der Zukunft zu

Kunden jederzeit von den Möglichkeiten dieser Maschinen

steuern.

überzeugen – auch wenn keine Messe ansteht.

Copyright für alle Fotos: Schmedt

Ausgabe 03 2017

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Buchbinder Peter Grünauer 1946 – 2017 | NACHRUF

E

r war ein Original, wahrscheinlich eines der letzten in der

aber die Ambitionen von Peter

Buchbinderbranche. Warum diese im Verschwinden be-

Grünauer künftig die Interessens-

griffen ist, darüber kann ich nur Vermutungen anstellen,

vertretung mit zu gestalten, ja

aber vielleicht verkläre ich auch nur die Vergangenheit. Zumin-

überhaupt in der Innung mitzu-

dest bei Peter Grünauer bin ich mir sicher. Er war ein Original.

wirken. Das politische Ränkespiel, die Intrigen und Interventionen

Wir wollen hier nicht den beruflichen Werdegang und das künst-

widersprachen seiner geradlinigen

lerische Schaffen unseres verstorbenen Kollegen wiederholen.

Persönlichkeitsstruktur. Er hatte zu

Anlässlich seines siebzigsten Geburtstages hat die Fachzeitung

viel Rückgrad, um sich, wie vielfach

darüber berichtet (Ausgabe 1-2017, Seite 25). Aber eine kleine

gewünscht und von ihm erwartet, verbiegen zu können. Kommu-

Ergänzung sei erlaubt: Peter Grünauer war schon in jungen

nikativ war er, er kannte viele Leute, verfügte über gute Kontakte

Jahren Mitglied des MDE (Meister der Einbandkunst), einer 1923

und pflegte diese auch. Über diese, für einen Politiker wichtigen

gegründete Vereinigung von Buchbindern und Buchbinderinnen

Basics, verfügte Grünauer, aber Diplomatie und die Geduld, den

für den künstlerischen Bucheinband. Auf diese Zugehörigkeit

richtigen Zeitpunkt abwarten zu können, mit dem konnte er mit

war er sehr stolz, denn nur wenige österreichische Berufskol-

Sicherheit nicht aufwarten. Konsequent wie er war, zog er sich

legen gehörten diesem Verband an. Vor allem mit seinem

komplett aus dem Innungsgeschehen zurück. Er mied alle Sitzun-

berühmten Acrylbuch sorgte Grünauer seinerzeit für Furore.

gen und Veranstaltungen der Innung und wendete sich verstärkt einer anderen Gemeinschaft zu. Meinem Empfinden nach liebte

Und noch etwas wollen wir erwähnen: seine Edition Maioli.

Peter Grünauer seinen Buchbinderberuf, stand aber dem Berufs-

Peter Grünauer war mehr als „nur“ Buchbinder. Sein Verlag

stand und seiner Interessensvertretung zunehmend distanzierter

publizierte junge, vielfach noch unbekannte Autorinnen und

gegenüber. Auf Grund seiner jahrzehntelangen Absenz hatten

Autoren und die Edition Maioli war Sprungbrett für etliche

viele in der Branche daher nur ein verschwommenes Bild von

Buchautoren und Autorinnen. Sein Verlag war mit ein Grund,

Peter Grünauer. Obwohl bei der Verabschiedung die Feuerhalle

warum die kleine Buchbinderei in der Augustinerstraße viel-

Wien – Simmering zum Bersten voll war, hatte sich nur gut eine

fach Treffpunkt der Intellektuellen Wiens war und im kulturel-

Handvoll Berufskollegen eingefunden und diese wenigen, gehör-

len Leben eine nicht unbedeutende Rolle spielte.

ten, mit einer Ausnahme, seiner Generation an.

Dass Peter Grünauer auch Funktionär der Innung war, ist heute

Viele angehende Buchbinder gingen durch seine harte Schule.

fast vergessen. Dabei fiel in der Zeit um 1980 stets sein Name,

Man konnte viel, ja sehr viel bei und von ihm lernen. Was man

wenn hohe und höchste Funktionen innerhalb dieser Interes-

allerdings dazu brauchte, waren eine harte Haut, gute Nerven

sensvertretung im Gespräch waren. Begonnen hat er wie fast

und Einsteckenkönnen. Der betriebliche Umgangston stünde

jeder junge Funktionär als Lehrlingswart. Eine Bezeichnung, die

heutzutage im Widerspruch zu der geforderten „correctness“

damals, wo die sprachliche Korrektheit noch nicht die heutigen

unserer Zeit. Damit keine falschen Schlüsse gezogen werden:

Standards hatte, noch gab. Im Landesinnungsausschuss von

Grünauer war in seinen Äußerungen nie gewollt verletzend und

Wien war Grünauer junger Revoluzzer gegen die bestehenden,

auch nicht herabsetzend. Das entsprach nicht seinem Naturell

überkommenen Strukturen und er war Mitglied des legendären

noch seinem Humanismus. Von Metoo, das heute in aller Munde

Redaktionskomitees der Fachzeitung „Der österreichische Buch-

ist, brauchen wir erst gar nicht zu reden. Wie die Mitarbeiterinnen

binder“. Dieses bestand aus: Schwab, Kielar, Patek, Becker, Sevic,

und Mitarbeiten es auch empfunden haben mögen, sie hatten

Joos, Nebel, Steiner sen., Boba, Zoch und aus Grünauer. Klingt

den Trost, dass es den Kunden vielfach nicht anders erging.

im ersten Moment nicht so interessant und bedeutend, aber da es sich um den Bundesinnungsmeister, die Landesinnungsmeis-

Peter Grünauer und ich haben über Sprüche wie „Der Buch-

ter von Tirol, Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und den

binder lebt, solange er klebt“ (kann man auch umkehren) und

Bundes- und dem Landessekretär von Wien handelte, war dieses

ähnliche Kalauer, oft gelacht. Mir ist das Lachen vergangen. Ich

Gremium, das Anfang 80er Jahre einmal monatlich am ehemali-

hoffe, du lieber Peter, kannst in der Welt, die jetzt die Deine ist,

gen Sitz der Wirtschaftskammer am Bauernmarkt zusammentraf,

weiterhin lachen. Wir können den Verlust, den wir am 26. Okto-

quasi eine informelle Bundesinnungsausschusssitzung. Da wurde

ber spät abends erlitten haben, wahrscheinlich noch gar nicht

naturgemäß über weit mehr besprochen, als den Inhalt der

richtig abschätzen. Er dürfte aber weit größer sein, als er uns in

nächsten Fachzeitung. Bei der Wahl von Hermann Becker zum

der Stunde des Abschiedes erscheint. Und wie sagte Thomas

Wiener Landesinnungsmeister war Grünauer die treibende Kraft

Bernhard, der wie Du immer im Café Bräunerhof anzutreffen

im Hintergrund. Die damaligen Turbulenzen begruben zugleich

war: „Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt“. G.B.

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Ausgabe 03 2017


PAPYRUS

Qualität . Produktivität . Termintreue . Flexibilität . Trendsetter Die Buchbinderei Papyrus hat seit der Gründung die Fokussierung auf kompromisslose Qualität nie aus den Augen verloren. Damit diese auch weiterhin in der gewohnten Form gehalten werden kann, hat das Unternehmen in eine neue Buchfertigungslinie BF530 (Anschaffung Juli 2013) und in einen Prägeautomat PE312 (Anschaffung: Jänner 2013), beides von Kolbus, investiert. Mit diesen beiden Maschinen wird sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Qualität gesteigert und nachhaltig auf einem hohen Niveau gehalten. Die Leistungsdaten sprechen für sich: Buchfertigungslinie BF530: Buchblockformat beschnitten (gerader oder runder Rücken); min. 70 mm (B) x 100 mm (H) x 3 mm (Rückenstärke); max. 300 mm (B) x 375 mm (H) x 70 mm (Rückenstärke); 70 Takte/Min. Des weiteren kann die BF530 beigestellte Buchblocks mit Drahtspiralbindung (bis max. 25 mm Durchmesser) sowie beigestellte asymmetrische, flexible PVC- und Halb-/ Ganzintegral-Decken verarbeiten. Der Prägeautomat PE312 hat ein max. Prägeformat von 460 x 375 mm; Buchdecken offenes Format: min. 170 x 100 mm, max. 660 x 405 mm, 80 Takte/Min.

Auszeichnungen: 21.06.2006 Goldene Securitas 20.02.2008 5 x schönstes Buch Österreich 18.11.2009 Golden Pixel Award 2009 26.11.2009 Österreichisches Staatswappen 25.01.2010 Österreichisches Umweltzeichen 21.10.2010 3. Platz – Trio des Jahres 2010 07.09.2012 Chain of Custody-Zertifikat / PEFC 07.09.2012 FSC-Zertifikat

Buchfertigungslinie BF530

Buchfertigungslinie BF530

Prägeautomat PE312

Buchbinderei Papyrus GesmbH & co KG Murbangasse 5 • 1100 Wien Tel: +43 1 6892550 • Fax: +43/1/6892554 E-Mail: office@papyrus.co.at • www.papyrus.co.at Ausgabe 03 2017

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At Last | Themenschwerpunkt

DER HANDEL IM WANDEL! DAS HANDWERK ALS SICHERER HAFEN?

V

or kurzem habe ich einen Artikel gelesen, in dem Wien

weise geringen Fixkosten und

auch 2017 von der Beratungsagentur Mercer als Stadt

oft viel weniger Steuerleistung

mit der weltweit höchsten Lebensqualität eingestuft

schwer, mit den im Netz ange-

wurde. Damit steht Wien seit 2009 durchgehend an der Spit-

botenen Preisen mit zu halten.

ze dieses Rankings. Österreich erreicht im internationalen Vergleich der Lebensqualität unter 162 Ländern den 4. Platz. Da

Wie können wir also reagie-

werden jetzt viele sagen, wir sollen endlich mit dem, vor allem

ren? Wie eingangs erwähnt,

bei uns in Wien sehr beliebten und bei jeder Gelegenheit

bleibt uns Wienern das

angesagten Jammern aufhören. Nun wir wollen nicht gleich

Jammern, ist auch Ok und hilft

mit allen uns lieb gewordenen Angewohnheiten aufhören, vor

der Seele, aber als einzige

allem, weil es ja gar nicht so sicher ist, ob nicht ein guter Teil

Maßnahme wird das zu wenig sein. Manche meinen man sollte

der tollen Platzierungen vielleicht sogar ihre Ursache im Jam-

das Beste aus beiden Welten anbieten, also Online- Shop und

mern und Nörgeln hat. Es vereint uns jedenfalls auf geniale

persönliche Beratung vor Ort, bleibt immer noch das Problem

Weise, reich und arm, alt und jung, gebildet und ungebildet,

mit dem Preis. Nein, ich bin der Meinung, dass unsere Chance

uns alle! Eines ist aber klar, nur Jammern hilft nicht.

mehr und mehr in der Dienstleistung liegt. Die Uhren werden zunehmend global gekauft, aber ganz sicher bei kompetenten

Der Handel ist ja bekannter Weise immer schon im Wandel,

UhrmacherInnen lokal repariert. Alles was also nicht vergleich-

in den letzten Jahren kann man aber eine dramatische Zu-

bar ist, weil es keine Referenznummer, Barcode oder QR

nahme der Geschwindigkeit diese Wandels feststellen. Das

Code daran hängen hat, wird Zukunft haben und uns bleiben.

Internet hat längst fast alle Lebensbereiche der Menschen

Unsere Aufgabe wird es sein, das Handwerk noch mehr zu for-

durchdrungen. Ein Leben ohne Internet ist für uns heute, die

cieren, unsere UhrmacherInnen zu schulen und die Kunden mit

wir dank Smartphones & Co praktisch flächendeckend Zugang

Kompetenz zu überzeugen. War die Reparatur in vergangenen

zum „Netz“ haben, undenkbar. Und natürlich hat die Digita-

Jahren mehr eine Dienstleistung, die man neben dem Handel

lisierung auch in unserer Branche Einzug gehalten. Alles was

mit dem man das Geld verdiente, als Dienst am Kunden sah,

vergleichbar ist, wird verglichen und eben dieser Vergleich ist

rückt diese Dienstleistung mehr und mehr in den Mittelpunkt

für uns alle unglaublich einfach geworden und geht praktisch

des Geschäfts. Ähnlich wie in der Automobilbranche wo die

per Handstrich am Handy. Der Konsument und da nehme ich

Reparatur schon längst der eigentliche Gewinnbringer ist und

mich selbst natürlich nicht aus, vergleicht die diversen Produkte

nicht mehr nur der Neukauf. Aus eben dieser Branche stammt

miteinander, vergleicht auch noch Rezensionen und Bewertun-

übrigens der Spruch: „Das erste Auto verkauft der Verkäufer,

gen für das Produkt und am Schluss auch den Preis. Da wird

das zweite das Service“. Unsere Aufgabe wird sein ein eben

es problematisch, denn die Erfahrung zeigt, dass alles auf der

solches Service an zu bieten, die Faszination unseres Hand-

Welt (so groß ist der Marktplatz letztlich geworden) irgendwo

werks dem Konsumenten näher zu bringen, auf unsere Stärken

von irgendjemand billiger angeboten wird. Der klassische stati-

zu vertrauen, dann werden wir auch in Zukunft bestehen. Das

onäre Handel mit all seinen Nebenkosten wie Personal, Miete,

Jammern können wir uns dann für die Politik, globale Zusam-

Energiekosten und nicht zu vergessen die volle Steuerlast hat

menhänge und das Wetter aufsparen. Dinge also, wo wir alle

es da im Vergleich zu Anbietern aus dem Netz, mit vergleichs-

ganz genau wissen was zu tun ist! Johannes Barotanyi

IMPRESSUM Fachzeitschrift des österreichischen Kunsthandwerks | Offizielles Organ der Bundesinnung der Kunsthandwerke Österreichs und der Landesinnungen Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und der Fachvertretung Burgenland. | Medieninhaber (Verleger): Druckwelten, Michael & Markus Rothbauer GnbR, Tel.: 01/212 28 40, Fax-DW 20 – office@druckwelten.at | Redaktion: Mag. Georg Lintner (Chefredakteur), Paula Pospisil – redaktion@kunsthandwerk-online.at | Graphik und Druckherstellung: Markus Rothbauer – office@druckwelten.at | Anzeigenannahme: Paula Pospisil (redaktion@kunsthandwerk-online.at), Michael Rothbauer (office@druckwelten.at) | Erscheinungsweise: 3-mal im Jahr | Auflage: 7.000 Exemplare, Sammel-Jahresbezug für die Mitgliedsbetriebe | Onlineportal: kunsthandwerk-online.at | Herausgeber: Bundesinnung der Kunsthandwerke | Unternehmensgegenstand: Vertretung der Interessen der nach dem Wirtschaftskammergesetz angehörenden Mitglieder der Bundesinnung der Kunsthandwerke, Beteiligung: 100 % | Blattlinie: Die Zeitung vertritt die unternehmerischen Interessen der Mitgliedsbetriebe und dient der Information der Leser über die für die Führung eines Unternehmens in wirtschaftlicher, gesellschaftspolitischer, technischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht bedeutsamen Fakten und Meinungen. Für eingesandte Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Zum Abdruck angenommene Arbeiten gehen in das unbeschränkte Verfügen des Herausgebers über. Nachdruck – auch auszugsweise – bedarf der gesonderten Erlaubnis. Mit Name oder Signatur gekennzeichnete Veröffentlichungen stellen jeweils die Meinung des Verfassers dar und geben nicht in jedem Fall den Standpunkt des Herausgebers wieder. | Respect! Sämtliche von der Redaktion verfassten Artikel beziehen sich gleichwertig auf Mann und Frau, lediglich zugunsten der Lesefreundlichkeit der Texte verzichten wir auf spezielle geschlechtergerechte Sprachformulierungen.

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Ausgabe 03 2017

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Kunsthandwerk Ausgabe 03 2017  

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