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KUNSTHANDWERK

02 2014

MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER BUCHBINDER

ERZEUGUNG KUNSTGEWERBLICHER GEGENSTÄNDE

GOLD UND SILBERSCHMIEDE

UHRMACHER


BUBI Umschlag 2011_Layout 1 23.03.12 16:03 Seite 3

U3 4 Heidelberg Mutationen


VORWORT

M usikinst rumentenerz euger

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER! Heute wende ich mich in meiner Funktion als Bundesinnungs-

Jutta Molterer, Ministerium für ein lebenswertes Österreich,

meister-Stellvertreter der Kunsthandwerke einerseits und

und mir abhandeln. Da gerade viel im Umbruch und Entstehen

als Bundesinnungsmeister der Musikinstrumentenerzeuger

ist, werden wir hier über die Neuigkeiten, vor allem bezüglich

andererseits an Sie. Als Schwerpunkt dieser Ausgabe werden

des Instrumentenpasses sowie des Reisens mit Musikinstru-

Themen der Musikinstrumentenerzeuger behandelt.

menten, laufend berichten. Weiters ergab sich im Rahmen der Aktualisierung des Berufsbildes der Klavierbauer – wir

Einführend möchte ich einen kurzen Rückblick über einen Teil

wurden zur Bösendorfer Klavierfabrik GmbH eingeladen – im

meiner Arbeiten und Tätigkeiten geben, um aus diesen eine

Anschluss an unsere Besprechung die Möglichkeit, diesen

Vorausschau auf den Inhalt der aktuellen und kommenden

Traditionsbetrieb zu besichtigen und so werden Sie meine

Ausgaben zu geben.

Eindrücke darüber wiederfinden. Über ein Gespräch auf der

Innerhalb der letzten Wochen bestimmte eine große Anzahl

Musikmesse in Frankfurt drängte sich die „Wetten, dass ...?“-

vielseitiger Aufgaben und Veranstaltungen meinen beruflichen

Geschichte auf, eine tolle Möglichkeit, um auf Musikinstru-

Alltag: Themen wie Berufsanerkennungsrichtlinie Reglemen-

mente aus Österreich aufmerksam zu machen – herzliche

tierung der Gewerbe, Artenschutz, Wartungserlass, Reverse

Gratulation an Karl Schwarz! Bevor Heinz Letuha, Klaviermacher-

Charge, Messen, Novellierungen der Berufsbilder und deren

meister, mit „at last“ schließen wird, noch ein allzeit brisantes

Lehrpläne in Bezug auf Individualisierung und Kompetenz­

Thema zu „Kopie or not Kopie“, ein interessanter Beitrag

orientierung, neue Technologien, Veränderungen im Zubehör-

von Thomas Gerbeth, Bogenmachermeister.

handel und vieles mehr.

Besonders freut mich, dass uns Frau Christine Hornbacher

Aus dieser Themenvielfalt wählte ich spannende Bereiche,

über ihren Zugang zum Kunsthandwerk erzählt und uns

um einen Teil der Zeitung zu befüllen. Gleich vorweg möchte

„Upcycling“ in Worten und schönen Schmuckstücken näher

ich all den Kollegen und Experten danken, die mich dabei

bringt. Mein Kollege Georg Wiesauer, Goldschmiedemeister,

unterstützt und begleitet haben.

berichtet Wertvolles aus der Praxis und führt in die Welt des

Themen der Musikinstrumentenerzeuger: Einen gedankli-

Ankaufs ein, klärt über Gefahren auf und hilft mit wichtigen

chen Fokus möchte ich auf das Thema Ausbildung legen,

Hinweisen.

mehr dazu noch etwas später. Des Weiteren spannt sich ein

Wieder beim Thema „Ausbildung“ angekommen, möchte

Bogen von der Sammlung alter Musikinstrumente bis zum

ich gerne ein paar Gedanken passend zum Artikel von

neuesten Stand der Technologie. Hierzu wird Herr Prof. HR

Wendelin Eberle ausführen.

Rudolf Hopfner über violinforensic einen ausführlichen

Die Tendenz zu sinkenden Lehrlingszahlen hat vielerlei

Artikel bringen, welcher sich über zwei Ausgaben erstrecken

Gründe. Sie ist einerseits bedingt durch den demografischen

wird. Eine gute Möglichkeit, um für die nächste Ausgabe Ihre

Wandel, anderseits durch die Sorge oder Angst, dass durch

Neugier und Ihr Interesse zu wecken. Bei dieser Methode

die Wahl eines Lehrberufes die berufliche Zukunft nur

der Untersuchung und Bildgebung kann ins Innere der

beschränkt gegeben ist. Ein Trugbild, das nur allzu gerne

Kunstwerke geblickt werden, sodass der Zustand von

gehegt und gepflegt wird, um die Kinder für den Besuch

Instrumenten ganz exakt beurteilt werden kann. Ebenso

der weiterführenden, höheren Schulen zu motivieren und

liefert der Scan die Möglichkeit, die Jahresringe für dendro-

so die Schülerzahlen abzusichern.

chronologische Untersuchungen exakt zu vermessen. Es

Dabei werden nur allzu oft die Tatsachen außer Acht gelassen,

wurde aber auch schon die Saliera untersucht, um z. B. die

dass erstens ein duales Ausbildungssystem möglich ist,

Haftung zwischen Schichten zu beurteilen – so gesehen eine

welches weltweit als Best Practice gilt, und zweitens jeder

Neuerung, die uns alle betrifft. Dazwischen werden wir das

Auszubildende in seinen Talenten gefördert und gestärkt

Thema Artenschutz in Form eines Interviews mit Frau Mag.a

werden sollte. April – Juni 2014

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48

VORWORT

Musikinst rumentenerz euger

Faktum ist, dass auf diesem Gebiet noch viel Aufklärungs-

versucht. Das Gegenüber wird nicht mehr als Mensch, sondern

arbeit, auch mit Unterstützung der Schulbehörde, notwendig

nur mehr als steuerbarer Gegenstand wahrgenommen. Daraus

ist, um einen Umdenkprozess in Gang zu setzen.

ergibt sich die Tatsache, dass die Kinder und späteren Jugend-

Im Laufe des letzten Jahrzehnts haben sich die Bedingungen,

lichen kaum mehr in der Lage sind, psychische Fähigkeiten zu

geeignete Bewerber zu finden, bedeutend erschwert. Sind

entwickeln, die einen gesunden Umgang miteinander und

doch Voraussetzungen wie Verlässlichkeit, wertschätzender

Lernen möglich machen. Dazu gehören Einfühlungsvermögen

und respektvoller Umgang mit Arbeitsaufträgen und Mitarbei-

und Empathie, damit sie in der Lage sind, Mitmenschen und

tern, Einhalten von Regeln und Absprachen, Fähigkeit

ihre Meinungen ernst zu nehmen und zu respektieren, oder

Verantwortung zu übernehmen, gute Umgangsformen,

auch ein Unrechtsbewusstsein, damit sie zwischen falschem

Bereitschaft zur (Eigen-)Reflexion und vieles mehr immer mehr

und richtigem Handeln unterscheiden können.

geschwunden und selten geworden. Als ein Hauptgrund kann

All dies zum besseren Verständnis unserer Jugendlichen,

die Entwicklungsverzögerung der psychischen Reifung der

damit oft nicht Unwille und Verweigerung hineininterpretiert

Kinder verantwortlich gemacht werden, die in der häufigen

werden, sondern erkannt wird, dass schlicht ein Unvermögen

Existenz von unbewussten Beziehungsstörungen zu engen

zu Grunde liegt.

Bezugspersonen wie Eltern, Kindergartenpädagogen und

Es liegt an uns, in ihnen ein Feuer zu entfachen, sie für unsere

Lehrern ihre Ursache hat. Durch den Wandel der Gesellschaft

schönen Tätigkeiten, Arbeiten und Künste zu begeistern und

durch Beschleunigung werden die Kinder nicht mehr als

zu gewinnen.

Kinder gesehen, sondern oft wie kleine Erwachsene behandelt. Dadurch kann keine altersgemäße Entwicklung

In diesem Sinne gutes Gelingen und viel Freude! Ihr

ihrer emotionalen und sozialen Psyche mehr stattfinden. Sie verharren auf der Stufe eines Kleinkindes, das sich als Mittelpunkt der Welt sieht und alles rund um sich zu steuern

April – Juni 2014

Rupert Hofer Bundesinnungsmeister-Stellvertreter der Kunsthandwerke


DIE REDAKTION

Ein paar persönliche Worte

SEHR GEEHRTE MITGLIEDER, die Zeit vergeht und schon erscheint die zweite Ausgabe „unserer“ bundesweiten Zeitung. Die erste Ausgabe hatte natürlich noch ihre Kinderkrankheiten

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INHALT 47

MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER Vorwort – Rupert Hofer

49

DIE REDAKTION Ein paar persönliche Worte – Georg Lintner

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MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER Themenschwerpunkt

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BUNDESINNUNG informiert

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BUCHBINDER

– wenn etwas z. B. in der Blattmitte stehen soll, dann soll es dort stehen und nicht davor … –, doch sowohl die Unterstützung der Landesinnungen mit Berichten und Fotos als auch die vielen positiven Rückmeldungen aus ganz Österreich haben

– – – – – –

Bösendorfer Klavierfabrik Die Lehre als Musikinstrumentenerzeuger Violinforensic Dendrochronologische Analyse an Musikinstrumenten Musikmesse Graz 2014 Thomas M. Gerbeth – Kopie or not Kopie

unser Redaktionsteam bestärkt, am richtigen Weg zu sein. Ganz begeistert war ich von den vielen Rückmeldungen der Betriebe, mit der digitalen Version der Zeitung – www. kunsthandwerk­online.at – verlinkt zu sein. Auch hier haben die enormen Vorbereitungsarbeiten leider für eine Verzögerung gesorgt, doch mit der zweiten Ausgabe wird die Seite

– –

14. Internationaler Jugendleistungswettbewerb der Buchbinder 2014

POLAR Produktinformation

online sein. Im Namen des Präsidenten des Vereins zur Förderung der

Wir sind online Berufsanerkennungsrichtlinie

österreichischen Buchbinder, Herrn KommR Schober, darf ich mich sehr herzlich für die zahlreichen Spenden zum Wohl

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DAS GROSSE INTERVIEW

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GOLDSCHMIED

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DAS ANDERE KUNSTHANDWERK

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AUS DEN LANDESINNUNGEN

der Zeitung bedanken. Wir freuen uns aber über weitere

Unterstützung: Verein zur Förderung der österreichischen Buchbinder IBAN: AT181400005110660180 BIC: BAWAATWW

– –

Interview mit Mag.a Jutta Molterer (BMLFUW) und Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Rupert Hofer

Aus der Praxis – für die Praxis Neue Chance für uns Goldschmiede

Was erwartet Sie in dieser Zeitung? Diesmal holen wir die Musikinstrumentenerzeuger vor den Vorhang und dürfen mit vielfältigen Artikeln diese breit gefächerte Branche umfangreich vorstellen. Ein Thema, das derzeit die Branche und vor

– –

Metallschleifer und Galvaniseur Kunsthandwerksmarkt ist nicht gleich Kunsthandwerksmarkt

allem die mit ihnen verbundenen Musiker beschäftigt, ist der Artenschutz. Im sogenannten „großen Interview“ hat die Redaktion diesmal Frau Mag.a Jutta Molterer vom Lebens-

ministerium und Geigenbaumeister Bundesinnungsmeister-

– – – – – – – – – –

Stellvertreter Rupert Hofer dazu befragt. Viel Vergnügen beim Lesen wünschen Ihr Chefredakteur Georg Lintner und „unser Schurli“!

Mit der „Original Kärntnerland“-Harmonika bei "WETTEN, DASS..?" International Jewellery Show Hong Kong Thema Arbeitsrecht in Dornbirn Bericht – Exkursion Glashütte Dresden Christian Umscheid – Uhrmachermeister Christina Hornbacher – eine Reise beginnt Fortbildungs- und Kommunikationsnachmittag Goldschmiedeball im Palais Eschenbach Habemus …? – Maria Smodics-Neumann Faires Gold Die Welt von Fabergé

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UNTERWEGS IN ÖSTERREICH

85

MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER At Last

– –

Betriebsbesuche Steiermark und Wien

Werte mit Zukunft – 335 Jahre Musik Schwarz Heinz Letuha – At Last

April – Juni 2014


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MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER

Themenschwerpunkt

BÖSENDORFER KLAVIERFABRIK – WIENER KLAVIERBAUKUNST SEIT 1828

Die Expertenrunde v.l.n.r.: Irene Jörg, Ferdinand Bräu, Wendelin Eberle, Heinz Letuha, Sabine Grubmüller, Rupert Hofer

Die hohe Kunst des Stegstechens

Im Jänner 2014 fand sich auf Anregung und Einladung von

Meter Länge, zusammenzubauen. Vom Holzlager aus erfolgen

Frau GF Mag. Sabine Grubmüller eine Expertenrunde (Heinz

die Auswahl und der Zuschnitt nach verschiedenen Schablo-

Letuha, Wendelin Eberle, Rudolf Plank, Ferdinand Bräu und

nen. Nach einer festgelegten Zeit in der Trockenkammer

Rupert Hofer) in der Bösendorfer Klavierfabrik in Wiener

werden die Profilteile zu Raste, Resonanzbodenlager, Stimm-

Neustadt ein, um die Aktualisierung des Berufsbildes der

stock und Spiellade verleimt.

Klavierbauer zu besprechen. Im Anschluss durften wir vom

Die Kastenwand wird in der für Bösendorfer spezifischen

technischen Leiter, Herrn Ferdinand Bräu, eine Führung

Weise weiterverarbeitet. Beinahe gleichzeitig wird der

durch den Betrieb miterleben. Dies war für mich ein beson-

Resonanzboden mit Rippen und Stegen unter besonderen

ders eindrucksvolles Erlebnis, da es heute ja nahezu keine

Maßvorgaben hergestellt. Nun darf auch der vorher gebohr-

Klavierbauer mehr gibt, die noch selbst neue Instrumente

te, gefräste und aufwendig lackierte Gussrahmen eingebaut

produzieren. Meist werden nur mehr Instrumente gestimmt,

werden. Es erfolgt das Aufziehen und Stimmen der Saiten.

repariert und verkauft, und das in sehr unterschiedlichen

Die nachfolgenden Abteilungen bauen die Klaviatur, mit

Ausrichtungen und Qualitäten.

Mechanik, und die Dämpfung ein. Mehrmaliges Regulieren

Der Rundgang führte uns zuallererst ins Auswahlcenter, in

und Stimmen wird nur durch die Oberflächenbearbeitung

dem viele Modelle zum Probieren warten. Ein sehr schöner

unterbrochen. Die Polyesterlackierung mit den dazugehöri-

Raum und – wie für mich sofort zu erkennen – von Vatter

gen Schleif- und Polierarbeiten und das Einpassen der

Acoustic in Gleisdorf optimiert, damit sich beim Spiel jedes

verschiedenen Gehäuseteile bringen uns dem letzten

Klavier besonders gut entfalten kann.

Arbeitsvorgang immer näher.

Im großen Innenhof warteten schon jede Menge Hölzer,

Bei der jetzt folgenden Feinabstimmung werden dann

vorwiegend Fichte, Ahorn und Rotbuche. Es ist schon

nochmals alle Instrumente gestimmt und intoniert, ein

beeindruckend, welche Mengen hier aufgestapelt warten,

längerer und mühevoller Prozess, bei dem jedes Instrument

um später zu einem herrlichen Resonanzboden, Kasten,

seinen eigenen Charakter erhält.

Steg oder einer Raste verarbeitet zu werden.

Ich denke, all die Bilder sprechen für sich. Viele Hände, die

In den ersten Räumen sahen wir dann den Beginn der

zupacken, gekonnt Arbeitsschritte ausführen und im Zusam-

Instrumente, erste Schritte, grobe Zuschnitte, um dann die

menspiel aller zum Ergebnis, einem unverwechselbaren

einzelnen Hölzer mittels Schablonen zu Teilen des Gehäuses

Flügel mit berührendem Klang sowie herausragender

vorzubereiten. Viele Arbeitsschritte werden von Hand

Qualität, führen.

gemacht, unterstützt durch moderne Fertigungstechniken.

Herzlichen Dank für die Offenheit und Freundlichkeit, mit der

An allen Ecken wird auch weitergedacht und getüftelt. So

uns Bösendorfer empfangen hat!

manch prominente Firma hat Forschungskooperationen mit

Bösendorfer ist seit dem Jahr 2008 im Eigentum der Yamaha

dem altehrwürdigen Unternehmen. Auf unserem Rundgang

Corporation Japan. Gleich nach der Übernahme gab Yamaha

konnten wir nun Schritt für Schritt verfolgen, wie ein Flügel

eine Standortgarantie für Bösendorfer in Österreich ab, mit

entsteht. Überall gut beschriftete Teile, um sie dann zu all

dem Bestreben, den Wiener Klang sowie das große geschicht-

den verschiedenen Größen, zu Flügeln von 1,55 bis 2,90

liche Erbe zu erhalten.

Stimmen und Intonieren

Rupert Hofer April – Juni 2014


MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER

Themenschwerpunkt

51

DIE LEHRE ALS MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER – EIN AUSLAUFMODELL?

Wendelin Eberle, Orgelbaumeister

Man könnte beinahe diesen Eindruck gewinnen, wenn man

1978-1981 Lehre zum Orgelbauer bei Firma Rieger-Orgelbau GmbH 1988 Meisterprüfung – 1990-2003 Leitung der Konstruktionsabteilung der Fa. Rieger – 1992-2003 Betriebsleiter der Fa. Rieger 2003 Firmenübernahme – 2003 Geschäftsführender Gesellschafter der Fa. Rieger-Orgelbau GmbH

mit den Verantwortlichen der verschiedenen Werkstätten dieser Zunft in Österreich spricht. Auch die statistischen Zahlen über die Auszubildenden der letzten Jahre bestätigen ganz klar den Trend nach unten, ausgehend von einem bereits sehr niedrigen Niveau. Keine guten Aussichten also für unser Gewerbe! Warum ist das so und sollte uns diese Tatsache nicht beunruhigen oder mindestens zu denken geben? Haben wir als Unternehmer denn nicht die Verpflichtung (wenn schon nicht die gesetzliche, so doch vielleicht die moralische?) uns um den Nachwuchs unseres Standes zu bemühen? Ich persönlich kann diese Frage nur mit einem ganz klaren „Ja“ beantworten. Haben wir selber denn unseren (hoffentlich) Traumberuf nicht auch als Lehrlinge erlernt und haben nicht die vorigen Meister ihr Wissen bereitwillig und aus Überzeugung an uns

Die Firma Rieger-Orgelbau, gegründet 1845, ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Firmensitz in Vorarlberg. Sie beschäftigt heute 58 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wovon sich derzeit 7 in Ausbildung befinden. Im Sommer 2014 kommen 3 weitere Auszubildende hinzu. Die Fertigungstiefe der im Vorarlberger Betrieb hergestellten Instrumente liegt trotz ihrer hohen Komplexität bei rund 98 %.

weitergegeben? Gewiss, es mag Unterschiede zwischen den einzelnen

Es mag sein, dass sich ein etwas größerer Betrieb mit der

Instrumentengruppen geben, aber ich glaube trotzdem,

Organisation der Ausbildung geringfügig leichter tut.

dass wir einen gewissen positiven Einfluss auf die Entwicklun-

Demgegenüber hat der kleinere Betrieb den Vorteil höherer

gen unserer Zukunft nehmen können! Letztlich sind es immer

Flexibilität in der Ausbildung und kann so den Lehrling

wieder die gleichen Argumente (oder Ausreden?), die da so

schneller in die „Gewinnzone“ bringen.

oder ähnlich lauten:

In der Tat ist es heute schwierig, niveauvolle und entsprech-

Lehrlinge kosten zu viel Geld.

Man investiert viel Zeit, Energie und Geld in die Ausbil­ dung der Lehrlinge und wenn sie dann fertig sind und etwas könnten, gehen sie.

Nur größere Betriebe können sich Lehrlinge leisten. Bei kleinen Firmen oder gar Einmannbetrieben bindet der Lehrling viel zu viel Kapazität.

Es gibt keine interessierten jungen Leute mehr.

Man findet keine Lehrlinge, die was taugen usw.

end vorgebildete Jugendliche für einen Handwerksberuf zu begeistern. Die Gründe dafür sind vielschichtig und basieren in erster Linie auf unserem Schul- und Ausbildungssystem und der von der Politik ständig suggerierten, mittlerweile landläufigen Meinung, dass Jugendliche ohne Mittelschulabschluss (Matura) keine Chance auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt haben werden. Eine Meinung, die ich nur sehr bedingt teile und die letztlich dazu führt, dass das Niveau des gesamten Ausbildungssystems nach unten gezogen wird. Bildung ist zweifellos wichtiger denn je, aber muss denn ein Handwerker

Werden oder wollen wir denn die letzten unseres Genres sein?

zwangsläufig ungebildet sein? Liegt in dieser Frage nicht

Lassen wir mal die moralische Seite außer Acht und betrachten

sogar der Reiz, einmal frei über neue Formen der dualen

die Situation rein ökonomisch.

Ausbildung nachzudenken?

Ja, es stimmt, Lehrlinge kosten viel Geld, Zeit und Mühe. Aber

Vielleicht liegt es auch an uns, das öffentliche Ansehen

genauso richtig ist auch, dass jeder gut ausgebildete Lehrling

unseres Standes in ein etwas anderes Licht zu rücken?!

sich schon während der Lehrzeit „amortisiert“!

Letztlich stellen sich dem Unternehmer also drei grundsätzli-

Ja, mancher Lehrling verlässt nach seiner Ausbildung die

che Fragen zu diesem Thema:

Firma. Dies ist aber unbedingt zu begrüßen, da gerade die

1.

Erfahrung in unserem Beruf von so immenser Wichtigkeit ist.

Bekenne ich mich dazu – aus welchen Gründen auch immer – Lehrlinge im eigenen Betreib auszubilden?

Nicht selten kommen Lehrlinge nach den „Wanderjahren“

2.

Wie finde ich den oder die passende Auszubildende?

auch wieder in den Ausbildungsbetrieb zurück, wenn die

3.

Wie gestalte ich den Ausbildungsprozess, damit ich als Un-

Erinnerung eine gute ist und das Angebot ein attraktives.

ternehmen gesamthaft, also auch wirtschaftlich profitiere? Fortsetzung folgt … April – Juni 2014


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MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER

Themenschwerpunkt

VIOLINFORENSIC Neueste Technologie für historische Musikinstrumente (1) In der medizinischen Diagnostik spielen CT-Scans seit vielen

Instruments erfolgt berührungsfrei und es ist dabei keiner

Jahren eine wesentliche Rolle. In letzter Zeit wurden diese

Belastung ausgesetzt. Da Metall Röntgenstrahlen viel stärker

Geräte vermehrt auch für die Dokumentation des Zustands

absorbiert als Holz, ist es vorteilhaft, wenn alle Monturteile

von Streichinstrumenten eingesetzt. Die Ergebnisse, die mit

und die Saiten vor dem Scan entfernt werden.

Scannern aus dem Medizinbereich zu erzielen sind, haben jedoch, bedingt durch die zu geringe Auflösung, nur

Für die Auswertung der Schnittbilder wird eine Software

begrenzte Aussagekraft. Während bei diesen Geräten kurze

verwendet, mit der unterschiedliche Visualisierungen

Akquisitionszeiten und geringe Strahlungsdosen im Vorder-

möglich sind: Die Schnittbilder (slices) können in einer der

grund stehen, spielen diese Parameter bei Scannern aus

drei Hauptachsen betrachtet werden, es ist aber auch

dem Industrie- oder Forschungsbereich nur eine untergeord-

möglich, daraus dreidimensionale Volumina oder Oberflä-

nete Rolle. Ein derartiger Scanner wird vom Vienna Micro-CT

chennetze zu generieren. Darüber hinaus ermöglicht die

Lab betrieben. Dessen Leiter, Dr. Gerhard Weber, und Dr.

Software Messungen mit einer Genauigkeit von 0,1 mm in

Rudolf Hopfner haben 2012 das Projekt violinforensic ins

allen Dimensionen. CT-Scans bilden die Dichte des Objekts

Leben gerufen. Ziel ist die Erstellung von hochauflösenden

in Graustufen ab, die allerdings zur Steigerung der Anschau-

CT-Scans von Violinen und Violen, die den Auftraggebern in

lichkeit in Falschfarben umgewandelt werden können. Dichte

Form von digitalen Dokumentationen oder in Druckform zur

Partien des Holzes (etwa die im Winter gebildeten Teile der

Verfügung gestellt werden.

Jahresringe) erscheinen in hellen Farben, die weichen Anteile bilden sich dunkel ab. Besonders hell tritt organi-

CT-Scanner arbeiten mit Röntgenstrahlen, wobei das zu

scher Leim hervor, was für unsere Zwecke sehr vorteilhaft ist.

untersuchende Objekt (oder Subjekt) von allen Seiten

Dank der hohen Auflösung kann in vielen Fällen sogar die

durchleuchtet wird und die dabei aufgenommenen Bilder

Dicke der Leimschicht beurteilt werden, was unter Umstän-

mittels einer komplexen Software zu einer Folge von

den Rückschlüsse auf die Qualität einer Reparatur zulässt.

Schnittbildern umgerechnet werden. Der im Vienna MicroCT Lab verwendete Scanner wurde speziell für Untersuchun-

Die meisten Fragestellungen, die für die Beurteilung des

gen aus dem Bereich der Paläoanthropologie entwickelt und

Zustands eines Instruments von Belang sind, können

besitzt eine Größe, die das Scannen von Violinen und

aufgrund der zweidimensionalen Schnittbilder beantwortet

Bratschen ermöglicht. Dabei werden 6.000 - 7.000 Einzel-

werden. Jede von uns erstellte Dokumentation enthält als

aufnahmen mit 1.440 Schritten pro voller Umdrehung des

Ausgangspunkt drei Videos, bei denen eine animierte

Objekts aufgezeichnet. Diese enorme Datenmenge wird

Sequenz aller Schnittbilder in einer der drei Hauptschnittach-

dann umgerechnet und ergibt, je nach gewünschter Auflö-

sen abläuft. Darüber hinaus werden von ausgewählten und

sung, 3.500-5.000 Schnittbilder mit jeweils 16.384 Grauwer-

besonders aussagekräftigen Stellen Schnittbilder in hoher

ten. Die maximal mögliche Auflösung beträgt 70 µm, aus

Auflösung erstellt. Risse, Rissverstärkungen, auffällige

praktischen Gründen werden die anschließenden Visualisie-

Reparaturen und Doublierungen springen sofort ins Auge.

rungen jedoch mit einer Auflösung von 100 µm erstellt. Ein

Holzwurmbefall, ein Schadensbild, das bei Streichinstru-

Scan dauert ungefähr 11 Stunden, die Untersuchung des

menten sehr häufig anzutreffen ist, wird ebenfalls deutlich

Auf Augenhöhe spricht es sich leichter. BAWAG P.S.K. Filiale 1220 Wien, Rennbahnweg 40, Tel. 05 99 05 / 605100 Mitten im Leben.

www.bawagpsk.com

April – Juni 2014


MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER

Themenschwerpunkt

Abb. 1: Das Schnittbild durch die Brust dieser Violine macht deutlich, dass diskantseitig das Futter bis knapp unter die Oberfläche der Decke reicht. Beim Futter unter dem Bassbalken zeichnet sich eine relativ dicke Leimschicht ab. Die Ränder sind doubliert.

sichtbar. Da die Schnittbilder einen Abstand von 0,1 mm haben, lässt sich darüber hinaus die exakte Position jeder Stelle sofort lokalisieren. Abbildung 1 gibt einen Eindruck, mit welcher Genauigkeit die beschriebenen Reparaturmaßnahmen im Schnittbild sichtbar werden. Darüber hinaus erstellen wir von bestimmten Ausschnitten des Korpus dreidimensionale Rekonstruktionen, die besondere Einblicke erlauben (Abb. 2). Da die Schnittebenen beliebig gewählt werden können, ist es möglich, spezifische Fragestellungen zu beantworten. Es gehört wohl zu den unangenehmen Erfahrungen jedes Geigenbauers, wenn sich erst im Verlauf einer umfangreichen Restaurierung das wahre Schadensausmaß herausstellt. Ein µCT-Scan und eine detaillierte Analyse der zu reparierenden Stelle können helfen, dieses Risiko zu minimieren. Im Laufe des 20. Jahrhunderts haben bei der Beurteilung, Dokumentation und Analyse von Streichinstrumenten wiederholt neue Technologien Einzug gehalten. Röntgenstrahlen erlaubten vor vielen Jahrzehnten erstmals einen Blick nicht nur in das Innere des Instruments, sondern auch in die Struktur des Materials. Seit vielen Jahren gibt uns die Dendrochronologie einen Anhaltspunkt, aus welcher Zeit die Decke eines Streichinstruments stammen kann, und durch den Einsatz von 3D-Scans lässt sich die Form von Oberflächen von Instrumenten sehr präzise erfassen. Das Projekt violinforensic umfasst Aspekte all dieser Technologien. In der Fortsetzung erfahren Sie, welches Potenzial in den unterschiedlichen Messverfahren steckt und wie µCT-Scans zur Erfassung der Morphologie eines Streichinstruments eingesetzt werden können. Rudolf Hopfner www.violinforensic.com

Abb. 2 zeigt ein Segment einer Decke mit umfangreichen Reparaturen. Während oben bei der Rekonstruktion die Standardeinstellungen gewählt wurden, zeigt das untere Bild denselben Ausschnitt mit transparenten Bildpunkten. Dadurch können Bildpartien, die unter der Oberfläche liegen, sichtbar gemacht und die Aussagekraft erhöht werden.

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MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER

Themenschwerpunkt

DENDROCHRONOLOGISCHE ANALYSE AN MUSIKINSTRUMENTEN Wissenschaftliche Holzdatierung – Geigenbaumeister Arjan Versteeg eignet sich besonders gut für eine dendrochronologische Analyse, weil die Jahresringe senkrecht zur Oberfläche stehen. Zudem haben Instrumentenmacher großen Wert auf die Qualität dieser Hölzer gelegt. Gutes Klangholz heißt enge und viele Jahresringe mit möglichst wenig Verwachsungen und Unregelmäßigkeiten. Die Unterschiede der Jahresringbreiten werden somit weniger von Standortfaktoren als hauptsächlich von klimatischen Bedingungen verursacht. Für die Messungen hat man früher eine Messlupe oder ein Stereomikroskop verwendet. Heutzutage benützen die meisten Dendrochronologen hochaufgelöste (CT-)Scans oder spezielle Digitalfotos. Mit einer Software können dann Arjan Versteeg beim Analysieren

die Abstände der Jahresringe gemessen und verglichen werden.

Die dendrochronologische Analyse ist eine wissenschaftliche

Besondere Erkenntnisse kann man in manchen Fällen

Technik, um Hölzer zu datieren, und hat sich in vielen For-

zusätzlich über die Herkunft der Hölzer bekommen. Bei

schungsbereichen als wertvolles Werkzeug erwiesen. Die

besonders hohen Korrelationen (statistischen Übereinstim-

Methode basiert auf dem Messen und der Analyse der

mungen) mit einer Gruppe von eindeutig zu einer bestimm-

Jahresringabstände von Holz. Die Jahresringabstände –

ten Region gehörenden Referenzen kann man auf die

das Wachstum in einem Jahr – sind u. a. geprägt von den

Herkunft schließen. Bei außergewöhnlich hoher Übereinstim-

jeweiligen Klimabedingungen des Jahres. Bei Bäumen der

mung kann man sogar eine sogenannte Stammgleichheit

gleichen Art, die zur selben Zeit in der gleichen Gegend

nachweisen: zwei oder mehrere Instrumente sind aus

gewachsen sind, ist die Abfolge von schmalen und breiten

demselben Baumstamm gefertigt. Ein besonderer Fund in

Jahresringen sehr ähnlich. Die Abfolge von schmalen und

dieser Hinsicht ist die Stammgleichheit der berühmten

breiten Jahresringen bzw. die Klimabedingungen in einer

„Messias“-Stradivari (1716) und einer P.G.-Rogeri-Geige

Region sind für eine längere Periode einmalig und einzigartig.

(1710) (siehe The Strad, März 2011).

Die dendrochronologische Methode wird immer öfter für die

Ein anderes Vorbild ist die Stammgleichheit einer Geige mit

(zeitliche) Bestimmung und Expertise von Streichinstrumen-

einer Viola von Nicolaus Sawicki aus der Sammlung des KHM

ten verwendet. Die für Musikinstrumente verwendete Fichte

Wien. SAM-535 und SAM-536. Dendrochronologische Gutachten für Streichinstrumente. www.versteeg-geigenbau.de

April – Juni 2014


MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER

MUSIKMESSE GRAZ 2014

Themenschwerpunkt

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Besonders aktiv und mutig präsentierte sich das Musikhaus Grießl. Andrea Grießl hat sich nach reiflicher Überlegung entschlossen, dieses Jahr den Stand und somit auch das

Ein Bericht von Andrea Grießl, Stephan Fiedler und Rupert Hofer

Angebot deutlich zu vergrößern. In vielen Gesprächen wurden Lieferanten mit ins Boot geholt, was sich als gute Entscheidung erwiesen hat. Außerdem wurde sehr eng mit der Messe Graz zusammengearbeitet. All die erstaunlich vielen Besucherinnen und Besucher, die das Musikhaus aus der gesamten Steiermark begrüßen durfte, sowie viele Bestellungen und Spontankäufe ließen diese Messe für Andrea Grießl äußerst zufriedenstellend verlaufen. Besonders herzlichen Dank auch an die Messe für die Schallkabinen, sodass die Kundinnen und Kunden auch die Möglichkeit hatten, die Instrumente in Ruhe zu testen. Für Stephan Fiedler war die Musikmesse Graz eine echte

Hineinschnuppern in die Welt der Musik

Vom 1. bis 5. Mai 2014 fand im Zuge der Grazer Frühjahrsmesse zum zweiten Mal eine Musikmesse statt. Auf Grund der Erfahrungen aus dem Vorjahr waren unsere Erwartungen an die Messe ambivalent. Einerseits war die Bewerbung der Musikmesse im Vorjahr in Relation zu anderen Schwerpunkten zu schwach, anderseits der Mix in der Halle A nicht ganz geglückt. Da aber das Interesse an den steirischen Handwerkskünsten groß war, wollten wir uns wieder etwas einfallen lassen. So schrieben wir über die Landesinnung alle Mitglieder an und luden zum gemeinsamen Messestand, um gebündelt präsent zu sein. Stolz wurden somit unter der Leitung von Rupert Hofer Blech- und Holzblasinstrumente, Harmonikas, Klaviere sowie Streich- und Saiteninstrumente präsentiert. Um den Besucherstrom aktiv in das Obergeschoss der Messehalle A zu lenken, riefen wir am Innungsstand dazu auf, den Himmel voller Geigen zu hängen. Die Idee mit Kindern Geigen zu basteln stammt vom Geigentag des Volksliedwerkes Steiermark. Leicht verfeinert wurde von Rupert Hofer das doch ursprünglich etwas gröbere Modell und so stand all den bunten Kinderkunstwerken nichts mehr im Weg. Eine weitere tolle Attraktion, die wir im Vorfeld geplant hatten, sollte die Instrumentenstraße sein. Hier erfuhren Groß und Klein die Unterschiede zwischen einem Holz- und einem

Bereicherung für Jung und Alt. Als Klavierhaus Fiedler & Sohn hat er eine unglaublich gute Resonanz erhalten und konnte die vielen positiven Eindrücke der Besucher und Besucherinnen nur untermauern. Interessierte konnten unprätentiös in die Welt der Musik hineinschnuppern, Instrumente probieren, zusehen, wie Instrumente zerlegt und wieder zusammengebaut wurden, und somit einen kleinen Hauch Musikinstrumentenbau erleben. Es haben sich sogar spontan Musikerinnen und Musiker aus den verschiedensten Musikrichtungen getroffen, gefunden und miteinander musiziert. Danke an Rupert Hofer für diese einmalige Chance, dass sich diese Synergie so gut ergeben hat! Fest steht, dass die Grazer Musikmesse ab 2015 in jedem ungeraden Jahr – somit alle zwei Jahre – im Zuge der Frühjahrsmesse stattfinden wird und damit ein Fixpunkt für jeden Musiker und jede Musikerin vom Anfänger bis zum Profi werden soll! Wir freuen uns auf Ihren Besuch auf der nächsten Musikmesse im Jahr 2015! Besonderen Dank an Frau Tina Pölzl, die Messe Graz und an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die der Einladung und Mitgestaltung zu unserem diesjährigen Innungsstand gefolgt sind. Diese waren Andrea Grießl, Helmut Gollob, Pankraz Schadler, Stephan Fiedler, Franz Parz, Rupert Hofer und unser Kooperationspartner das Volksliedwerk Steiermark, vertreten durch Oliver Haditsch.

Blechblasinstrument, warum zum Beispiel die Querflöte und das Saxophon Holzblasinstrumente sind, obwohl sie einen Korpus aus Metall haben. Lehrer vom MAZ (Musikalisches Ausbildungszentrum) Graz, unter der Leitung von Gernot Hauswirth, haben sehr anschaulich und kurzweilig viele Instrumente vorgestellt. Dabei wurden die jungen Gäste aktiv mit eingebunden und bei jedem Instrument gleich ein Kind zum Anspielen ausgewählt. Nach der Gesamtvorstellung durften alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Instrumente, von der Flöte über die Tuba bis hin zur Geige oder zum Cello,

Unser gemeinsamer Messestand – unter der Leitung von Rupert Hofer

ausprobieren. April – Juni 2014


MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER

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Themenschwerpunkt

THOMAS M. GERBETH

KOPIE OR NOT KOPIE*

Jahrgang 1968, begann Thomas M.

Welcher Geiger, Bratscher oder Cellist hat sich nicht schon

Gerbeth seine Ausbildung zum

einmal gewünscht, einen echten Tourte-Bogen sein Eigen

Bogenmacher am 1. September 1984

zu nennen, mit ihm zu konzertieren? Was aber macht die

in der Werkstatt C. Otto Dürrschmidt

Faszination dieser Meisterwerke der Bogenbaukunst aus? Ist

im sächsischen Markneukirchen. Die

es nur der Preis, der für solche Objekte auf Auktionen erzielt

Vom Umgang mit dem Erbe der Bogenbaukunst – Thomas M. Gerbeth

Gesellenjahre nutzte er bei den Bogenmachermeistern

wird, oder sind es die weit verbreiteten Legenden über

Wolfgang Dürrschmidt und R. Herbert Leicht. Ab 1989 führte

diesen außergewöhnlichen Meister? Oder sind es doch die

er Studien bei Günter A. Paulus und Steffen Kuhnla durch.

spiel- und klangtechnischen Eigenschaften dieser Bogen,

Seit 1991 war Thomas M. Gerbeth in der Werkstatt Richard

welche bei namhaften Künstlern, die das Glück hatten und

Grünke tätig, in der er neben dem Neubau auch mit kompli-

haben, mit solchen Meisterwerken musizieren zu dürfen, zu

zierten Reparaturen an hochwertigen Streichbogen betraut

hören und zu spüren sind?

wurde. 1993 legte er vor der Handwerkskammer für Mittelfran-

Die Familie Tourte hat mit unglaublicher Energie die Entwick-

ken erfolgreich die Meisterprüfung im Bogenmacherhandwerk

lung des Streichbogens vorangetrieben. In einer relativ kurzen

ab. Thomas M. Gerbeth eröffnete 1994 in Bamberg seine erste

Periode von etwa 40 Jahren entstand so aus dem barocken

eigene kleine Bogenmacherwerkstatt, welche er bis zu seinem

Bogen – über den sogenannten Hammerkopf- oder auch

Wechsel nach Wien führte. Im September 1996 erweiterte er

Cramerbogen – die moderne Bogenform mit dem typischen

seine handwerklichen Fertigkeiten durch ein Praktikum bei

Kopf und in etwa dem Frosch, wie wir ihn heute kennen.

Stéphane Thomachot in Paris. In Wien hat sich Thomas M.

Dabei hat Tourte behutsam Schritt für Schritt die Nachteile

Gerbeth im Juli 1997 als erster Bogenmacher mit deutschem

der bisherigen Bogenformen überdacht und den musika-

Meistertitel in Österreich selbständig gemacht.

lischen Bedürfnissen der Zeit angepasst. Zunächst wurde der Abstand der Haare am Kopf deutlich

• • • •

Mitglied des Verbandes Deutscher Geigenbauer und

vergrößert. Die hammerförmige Kopfform entstand. Aus der

Bogenmacher und des Vereines Österreichischer

S-förmigen Biegung der Barockbogen entwickelte sich die

Geigen- und Bogenmachermeister

V-Form (siehe Skizze auf der nächsten Seite oben), die sich

Landesdelegierter für Österreich bei der Internationalen

nach Tourte im Zuge der „Perfektionierung“ immer mehr

Initiative zur Erhaltung des Fernambuks (I.P.C.I.)

einer mathematischen, logarithmischen Formel anpasste. Der

Gold-Medaille beim 1. Internationalen Cellobogenbau-

Hammerkopfbogen, mit sehr leichtem Frosch und Beinchen,

wettbewerb Manchester 1992

der Schraube, deren Endknopf oft aus Elfenbein gefertigt war,

GLAAF – Bronze-Medaille beim 2. Internationalen

war nun ausgesprochen kopflastig. Dies hatte zur Folge,

Cellobogenbauwettbewerb Manchester 1994

dass die moderne Kopfform entstand und der Frosch mit

Gold-Medaillen für die Kategorien Violin- und Cellobo-

Froschring, Zwickel und Schub ausgestattet wurde und das

gen, Silber-Medaille für die Kategorie Violabogen beim

Beinchen, mit zwei Metallringen versehen, nun um 2 Gramm

Internationalen Geigenbauwettbewerb Mittenwald/

schwerer wurde. Die Bogen hatten nun ein Gewicht um 56 g.

Karw. 1997

Der Gleichgewichtspunkt des Bogens wurde so optimiert.

2. Preis ex aequo in der Kategorie Violinbogen mit

Analysiert man jedoch die vorliegenden Originale, so stellt

Sonderpreis für höchste handwerkliche Präzision sowie

sich entgegen jeder Erwartung heraus, dass die Biegung und

3. Platz in der Kategorie Violabogen mit Sonderpreis

Steifigkeit von allen modernen Bogen deutlich abweicht. Die

beim 3. Internationalen Geigen- und Bogenbauwettbe-

V-förmige Biegung ist, wenn auch bei vielen Exemplaren von

werb der Stadt Paris 2004 „Concours Etienne Vatelot“

„Fachleuten“ verändert, bei jedem Bogen angelegt und die

Kategoriesieg „Bester Jungunternehmer der Sektion

Flexibilität der Stangen erreicht Messwerte, von denen

Handel – Gewerbe – Dienstleistung“ sowie 2. Platz der

man zunächst annehmen könnte, dass eine kontinuierliche

Gesamtwertung beim Walter-Nettig-Preis 1999

Tonerzeugung damit unmöglich sei. Trotzdem hat man den

Kategoriesieg „Kunst – Kultur – Neue Medien“ sowie 3.

Eindruck, dass die Bogen mit der Saite regelrecht „verkle-

Preis der Gesamtwertung beim Walter-Nettig-Preis 2000

ben“, den Ton aus dem Instrument nahezu heraussaugen.

April – Juni 2014

* sehr frei nach William Shakespeare


MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER

Themenschwerpunkt

Ursache hierfür ist eben genau diese Kombination aus

„hart“ oder „weich“ bzw. „steif“ oder „flexibel“ zunächst

Flexibilität der Stange mit der skizzierten Biegung. Hierdurch

immer an die physikalische Festigkeit des Holzes. Führt jedoch

können Kopf und Frosch derart nachgeben, dass lediglich

der Streicher einen Bogen ohne Eigenimpuls über die Saite,

durch Zug- und Schubbewegungen nahezu ohne Druck der

kommt es im Falle der Abweichung der Biegung von einer

Ton erzeugt werden kann. Fehlendes Gewicht ist als Manko

wie auch immer auszusehenden Ideallinie oder bei einem

nicht mehr auszumachen, der Ton ist groß, facettenreich und

Ausarbeitungsfehler in der Stange zu einer vertikalen Eigen-

modulationsfähig. Der Bogen übernimmt kleinste Impulse

bewegung derselben. Sie schlägt auf die Saite und wird,

des Musikers und reagiert spontan. Er verzeiht viel, aber er

unabhängig von der physikalischen Festigkeit der Stange,

widersetzt sich auch, wenn der Musiker versucht, gegen den

als „weich“ empfunden. Zudem erschrickt der Spieler und

Bogen zu „arbeiten“. „Er tut halt von selbst“ ist ein oft

versucht auszugleichen. Dieser Effekt tritt unabhängig von

gehörter Kommentar.

der Steifigkeit des Bogens auf. Oftmals erhalten jedoch

Diese Meinung über die eigenen Arbeiten zu hören, ist das

Bogenmacher, welche vorwiegend an Zwischenhändler liefern,

Ziel jedes Bogenmachermeisters. Und so versucht er, die

Rückmeldungen, dass ihre Bogen zu „weich“ seien, ohne dass

Ursachen für diese Eigenschaften zu ergründen: „In dieser

die Ursache übermittelt wird und, was noch größere Folgen

unförmigen Biegung kann die Ursache wohl nicht zu suchen

hat, ohne dass es stimmt. Der Effekt ist, dass die nächste

sein.“ „Auch diese flexible Stange lässt sich verbessern.“ So

Lieferung an denselben Händler, physikalisch gesehen, noch

und ähnlich argumentieren viele Bogenmacher und vergeben

steifer ausfällt, die eigentlichen Fehler jedoch nicht erkannt

damit ihre Chance, die „Geheimnisse“ der alten Bogen zu

und behoben werden.

lüften. Oft war und ist dabei ihr Bestreben, „offensichtliche“

Die Suche nach den Gründen für die besonderen Eigen-

Fehler oder Normabweichungen zu verbessern. So entstehen

schaften alter Bogen führt uns also nun in die entgegen­ge­

oft wunderschön anzuschauende Kopien mit exzellent

setzte Richtung. Wir müssen uns mit den Faktoren Festigkeit,

ausgearbeiteten Köpfen, formschönen Fröschen und präzise

Ausarbeitung und Biegung der Bogenstange beschäftigen.

ausgearbeiteten Beinchen. Lediglich die Stange folgt nicht dem Vorbild. Die Stangen sind mathematisch perfekt gebogen und steif, mit dem Resultat technisch gut funktionierender Bogen. Mit einem kleinen Makel: sie erzeugen einen engen, scharfen Klang und können im Extremfall sogar das Instrument erdrücken. Warum? Die Haarspannung erhöht sich und die Kontaktstelle der Haare auf der Saite wird verringert. Vertikaler Druck muss aufgebaut werden, damit die Saite mitgenommen wird. Dadurch verstärkt sich der Wunsch nach schwereren Bogen, die diese Arbeit abnehmen. Höheres Gewicht bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch wieder höhere Steifigkeit der Stange und somit eine weitere Erhöhung der Haarspannung. Hierzu gesellt sich noch die Angst vieler Bogenmacher vor der Aussage der Musiker, dass die Bogen zu weich sind. Diese Aussage basiert jedoch auf einem uralten Missverständnis im Sprachgebrauch zwischen Bogenmachern und Spielern. Der Bogenmacher denkt bei den Begriffen

Fortsetzung folgt …

April – Juni 2014

57


KUNSTHANDWERK

58

online

WIR SIND ONLINE www.kunsthandwerk-online.at – Die Zeitung geht ins Netz! Mit der jetzt erschienenen Ausgabe der Kunsthandwerk-

onen, die in der Zeitung keinen Platz finden. In einem regel-

Zeitung geht auch das Onlineportal ins Netz. Sinn und

mäßig verschickten Newsletter haben wir die Möglichkeit

Zweck dieses neuen Mediums ist es, die Artikel der letzten

Aktuelles zeitnahe zu verschicken. Ein wichtiger Punkt wird

Jahre zu archivieren, aber auch Neues zu bieten, Informati-

die Österreichkarte sein, in der alle Mitglieder, die ihre Zustimmung erteilt haben, eingetragen werden, in Ergänzung dazu eine Jobbörse, um Nachfrage und Angebot bei Lehrstellen- und Arbeitsplatzsuchenden darzustellen. Aber natürlich bietet es auch die Möglichkeit, Kunden und Interessierte in dieses Informationsnetz einzubauen und alle, die für ihr Unternehmen werben wollen, finden hier auch Platz. Ich danke schon jetzt für Ihr Interesse. Wolfgang Hufnagl

C

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April – Juni 2014


BUNDESINNUNG

informiert

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BERUFSANERKENNUNGSRICHTLINIE Die Zukunft der reglementierten Gewerbe in Europa Seitens der Europäischen Kommission ist eine Mitteilung an

Als weiterer Punkt stellte sich die Frage, ob und welche

den Europäischen Rat ergangen. Diese Mitteilung beinhaltet

Auswirkungen die Evaluierung durch die Europäische

einen Aktionsplan zur Umsetzung des geänderten Art. 59 der

Kommission bzw. das Erkenntnis des Verfassungsgerichts-

Berufsanerkennungsrichtlinie. Im Wesentlichen sieht dieser

hofes auf die schon seit längerem zur Diskussion stehende

Artikel vor, dass die Mitgliedsstaaten eine vollständige Liste

Gewerberechtsnovelle haben könnte.

der im Mitgliedsland reglementierten Berufe an die Europäische Kommission übermitteln.

Seitens der Bundessparte Gewerbe und Handwerk wurde ein Gutachten samt Erhebungsbögen erstellt, die dazu dienen

In weiterer Folge sollen die Mitgliedsstaaten eine Evaluierung

sollen, den politischen Entscheidungsträgern aufzuzeigen,

dahingehend vornehmen, ob der Umfang der Reglementie-

welche Auswirkungen bereits erfolgte Deregulierungen auf

rung durch ein höheres Allgemeininteresse (öffentliche

die Existenz der betroffenen Betriebe und die Lehrplätze in

Sicherheit, Schutz von Leben und Gesundheit, Konsumen-

diesen Bereichen hatten und welche Auswirkungen unter

tenschutz und Sicherung der Berufsausbildung) gerechtfer-

Heranziehung der deutschen Erfahrungswerte bei der

tigt ist oder ausschließlich dem Schutz der ansässigen

Deregulierung weiterer Handwerke zu erwarten wären.

„Unternehmer“ dient. Dieser Prozess soll bis 2016 beendet sein.

Unser Dank gilt insbesondere allen Bundesvorsitzenden unserer Berufszweige und Georg Wiesauer (Gold- und

Der Verfassungsgerichtshof hat die Zuordnung des Berufsfo-

Silberschmied, Graz), die der Bundesinnung wertvolle

tografengewerbes zur Liste der reglementierten Gewerbe

Argumente für die Beibehaltung der Reglementierung

am 27.11.2013 aufgehoben, wodurch dieses zu einem freien

ihrer Branchen zur Verfügung gestellt haben.

Gewerbe wurde. Das Vorliegen von Konsumentenschutzgründen wurde hier verneint, Gesichtspunkte wie Wegfall

Das Thema wird uns bis in den Herbst hinein weiter verfolgen,

geeigneter Lehrbetriebe wurden nicht erörtert. Damit ergab

aber dank der guten Zusammenarbeit mit den Funktionären

sich die Frage, ob diese Entscheidung Beispielwirkung für

hoffen wir auf eine positive Erledigung der ganzen Thematik.

die Aufhebung der Reglementierung bei anderen Gewerben haben könnte.

Bundesinnung der Kunsthandwerke

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April – Juni 2014


BUCHBINDER

60

14. INTERNATIONALER JUGENDLEISTUNGSWETTBEWERB 2013 organisierten unsere Kollegen in Deutschland den

Zahlreiche neu entwickelte Infografiken machen es zu einem

alljährlich veranstalteten Lehrlingswettbewerb. Heuer waren

leicht benutzbaren Ratgeber, der Serviceteil hilft Ratsuchenden

wir an der Reihe, ein geeignetes Werk für die Lehrlinge zu

und Betroffenen, sich in der österreichischen Realität

finden sowie die Ausschreibung, die Versicherung, den

zurechtzufinden. Armutsfalle, Missbrauch, Mobbing, Mitbe-

Versand, die Jurierung und die beiden Ausstellungen

stimmung, Berufswahl, Trennung der Eltern, Alkohol – in

inklusive der Preisverleihungen zu organisieren. Sämtliche

mehr als 30 konkreten Fallbeispielen führt die engagierte

verzeichneten Buchbinder Österreichs, alle Ausbildner und

Volksanwältin durch die Lebenswirklichkeit junger Menschen

alle Auszubildenden Deutschlands, Österreichs und der

in Österreich.

Schweiz, die Kunsthandwerkerinnungen, die Ausbildungsstätten, die Kollegen aus Südtirol und eine wachsende

Gertrude Brinek – Junge MENSCHEN und ihre RECHTE

Gruppe Interessierter aus den Bereichen Buchgestaltung

Mit einem Vorwort von Bundespräsident Heinz Fischer

und Grafik, wurden angeschrieben und eingeladen. Die

und Beiträgen von Manfred Nowak, Renate Winter und Stefan

Bundesinnung der Kunsthandwerke mit GF Jakob Wild

Schennach. Eine Publikation der Volksanwaltschaft, 176 Seiten,

und Marion Gruber haben hier einiges an Arbeit geleistet

zahlreiche Infografiken, Klappenbroschur, Wien – Ohlsdorf:

und Kosten übernommen.

Edition Ausblick 2013, 9,80 Euro, ISBN 978-3-903798-07-6

Die Aufgabe für unsere Lehrlinge beim Wettbewerb ist es, aus den beigestellten gefalzten Heftlagen ein fertig gebundenes Buch zu machen. Im Idealfall ist dieses gedruckt auf Naturpapier, ohne Papiermischungen, ohne randabfallende Bilder und verschiedene Einbandarten und Gestaltungen zulassend/anregend. Im Herbst 2013 war ein solches geeignetes Buch gefunden. Das Werk namens “Kino erleben und begreifen” war mit freundlicher Unterstützung des Facultas Verlages fix fertig gedruckt, doch leider wie auch die klebegebundene Verlagsausgabe, im Heftfalz schlitzperforiert und damit für die Fadenheftung unbrauchbar. Ich machte mich erneut auf die Suche nach einem Verlag, der uns den Mehrdruck von 100 Exemplaren in Rohbogen ermöglicht, und wurde fündig. Der aus Wien agierende Gestalter Clemens Schedler empfahl die Kärntner Druckerei Theiss, wo wir ein für Auszubildende interessantes Werk fanden: „Junge Menschen und ihre Rechte”. Mit dem Einverständnis der Autorin, Volksanwältin Gertrude Brinek und dem vernetzenden Verlegerteam Reinhard Deutsch und Christine Klell, druckte uns die Druckerei Theiss 100 Buchkerne kostenlos.

DAS WETTBEWERBSBUCH

JURYBERICHT Vom 9 bis 12. Mai 2014 fand in der WKO in Wien die Jurierung des heurigen Lehrlingswettbewerbes statt. Von insgesamt 77 Anmeldungen wurden 67 Bücher (20 Ö, 33 D, 14 CH) zur Jurierung eingereicht. Es konnten insgesamt 7 Auszeichnungen (3 hervorragend, 4 sehr gut) vergeben werden. Die Juroren bewerten die Arbeiten jeder für sich, sie entscheiden aber gemeinsam über die Vergabe der Auszeichnungen.

Junge Menschen haben Rechte, die ein Teil der Allgemeinen

Den Juroren ist nur eine Zahl und ein Codewort des jeweiligen

Menschenrechte sind – und daher beachtet und geschützt

Buches bekannt. Auf einem Punkteblatt mit zehn Bewertungs-

werden müssen. Das gilt für Eltern, Lehrinnen und Lehrer,

kriterien werden die Bewertungen von 1 bis 5 notiert. Die

Trainerinnen und Trainer ebenso wie für Mitarbeiterinnen

Bewertungskriterien sind:

und Mitarbeiter in Vereinen und Jugendeinrichtungen, für

1. Vorrichten Vorsatz Heftung; 2. Beschnitt; 3. Schnittver­

Polizistinnen und Polizisten, Rechtsberaterinnen und Rechts-

zierung; 4. Kapital; 5. Buchblockbearbeitung und Form;

berater, Betriebsrätinnen und Betriebsräte und viele andere.

6. Scharnierfunktion; 7. Deckel und Kanten; 8. Materialbe­

Das Buch bietet konkrete Hilfe, lotst durch die Begriffswelt

arbeitung; 9. Titel Dekor, Gestaltung; 10. Gesamteindruck.

und erklärt klipp und klar Rechte und Pflichten.

April – Juni 2014


BUCHBINDER

61

DER BUCHBINDER 2014 Die wesentlichen Bewertungskriterien werden mittels Multiplikator stärker gewichtet. Die Höchstpunktezahl ist 75. In der Ausschreibung wird empfohlen, einfache, aber gekonnte Einbände herzustellen. Der Lehrlingsausbildung entsprechend werden vor allem fachlich und technisch richtige Ausführungen vor Materialwahl und gestalterischer Idee bewertet. Die Ausführung wird hinsichtlich Gestaltung, Technik und Materialwahl freigestellt. Pro Teilnehmer und Teilnehmerin kann nur eine Wettbewerbsarbeit eingesandt werden.

Jurierung im Mai 2014 in Wien, v.l.n.r. Hans­Dieter Jung (D), Bernhard Sanders (Ö) und Simon Kauer (CH)

AUSSTELLUNGEN, PREISVERLEIHUNG, AUSSTELLUNGSKATALOG Die Sammlung geht ein Jahr auf Reisen und wird in Österreich,

unserer Einladung. Die Führung durch die sonst nicht öffent-

Deutschland und der Schweiz ausgestellt. Die Internationale

lich zugängliche Bibliothek der Abtei sowie die Führung

Preisverleihung fand im Rahmen der Ausstellungseröffnung

durch die Kirche und das Stift waren ein beeindruckendes

am 14. Juni 2014 im Stift Heiligenkreuz statt. Nebst Kolleginnen

Erlebnis. Die Einladung zum Heurigen „Sissi-Huber“ in Wien

und Kollegen aus ganz Österreich, Gästen aus Deutschland

Ottakring durch die Landesinnungen Wien und Niederöster-

und Italien folgte auch die Autorin des Wettbewerbsbuches

reich stellte auf angenehme Art die Sozialisierung innerhalb

und Themengeberin Frau Volksanwältin Dr. Gertrude Brinek

der Interessengruppe sicher. Bei einem guten Essen, bei

The World of Bookbinding.

„Der neue Online-Shop von Schmedt hat mich total überzeugt: Übersichtlicher, bedienerfreundlicher und noch umfangreicher... Schauen Sie doch mal: www.schmedt24.de und sparen Sie jetzt bares Geld, wenn Sie den folgenden Code eingeben: OEBB2014*

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April – Juni 2014


BUCHBINDER

62

Saft, Bier und Wein macht die Vernetzung eben weit mehr

Preisverleihung finden am Freitag, den 24. Oktober 2014 in

Spaß als zuhause vorm Computer. Danke, Christine Weiner

der Volksanwaltschaft in Wien statt. Im Rahmen dieser

und Marion Gruber, für die Organisation dieser Veranstal-

feierlichen Veranstaltung wird auch der von Christine Klell

tung, Franz Strandl für die musikalische Untermalung, sowie

gestaltete Wettbewerbskatalog präsentiert. Darin sind, wie

den Gastgebern der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz.

auch im Katalog zum 11. IJLWB 2011, die Bücher aller

Dank der Unterstützung durch die WKO, die WK Wien und

Teilnehmer auf jeweils einer Seite fotografisch dargestellt.

die WK NÖ und der Gratisarbeit einiger Helfer kostete der

Die Reihung erfolgt alphabetisch und ohne Wertung. Nur die

Spaß 15 Euro pro Person plus Kosten für An- und Abreise,

Punktezahl der Preisträger, sowie die Art der Auszeichnung,

etwas Geld für Kaugummi, Landjäger und Kerzenspende.

werden angeführt.

Die nächste Ausstellung sowie die nationale österreichische

Bernhard Sanders, Bundeslehrlingsbeauftragter

KATEGORIE A: 1. LEHRJAHR

1. Platz, hervorragend, Cathleen Saborowski, Atelier Tiemeyer, Berlin, D

KATEGORIE B: 2. LEHRJAHR

1. Platz, sehr gut, Esther Lerch, Buchbinderei Schlatter AG, CH

2. Platz, sehr gut, Anna Volgger, Dinkhauser Kartonagen GmbH, Ö

3. Platz, sehr gut, Lilian Samland, Universi­ täts­ und Landesbibliothek Düsseldorf, D

DIE PREISTRÄGERINNEN

KATEGORIE C: 3. UND 4. LEHRJAHR (CH)

1. Platz, hervorragend, Irene Winkels, Buchbinderei Mergemeier GmbH, D

April – Juni 2014

2. Platz, hervorragend, Johann Scholze, Universitäts­ und Stadtbibliothek Köln, D

3. Platz, sehr gut, Katrin Panzl, Buchbinderei Birkl Innsbruck, Ö


PAPYRUS BUCHBINDER

63

Qualität . Produktivität . Termintreue . Flexibilität . Trendsetter Die Buchbinderei Papyrus hat seit der Gründung die Fokussierung auf kompromisslose Qualität, nie aus den Augen verloren. Damit diese auch weiterhin in der gewohnten Form gehalten werden kann, hat das Unternehmen in eine neue Buchfertigungslinie BF530 (Anschaffung Juli 2013) und in einen Prägeautomat PE312 (Anschaffung: Jänner 2013), beides von Kolbus, investiert. Mit diesen beiden Maschinen wird sowohl die Leistungsfähigkeit, als auch die Qualität gesteigert, und nachhaltig auf einem hohen Niveau gehalten. Die Leistungsdaten sprechen für sich: Buchfertigungslinie BF530: Buchblockformat beschnitten (gerader oder runder Rücken); Min. 70 mm (B) x 100 mm (H) x 3 mm (Rückenstärke); Max. 300 mm (B) x 375 mm (H) x 70 mm (Rückenstärke); 70 Takte/Min. Des weiteren kann die BF530 beigestellte Buchblocks mit Drahtspiralbindung (bis max. 25 mm Durchmesser), sowie beigestellte asymetrische, flexible, PVC und Halb-/ Ganzintegral Decken verarbeiten. Der Prägeautomat PE312 hat ein max. Prägeformat von 460 x 375 mm; Buchdecken offenes Format: Min. 170 x 100 mm, Max. 660 x 405 mm, 80 Takte/Min.

Buchfertigungslinie BF530

Buchfertigungslinie BF530

Auszeichnungen: 21.06.2006 Goldene Securitas 20.02.2008 5 x schönstes Buch Österreich 18.11.2009 Golden Pixel Award 2009 26.11.2009 Österreichisches Staatswappen 25.01.2010 Österreichisches Umweltzeichen 21.10.2010 3. Platz – Trio des Jahres 2010 07.09.2012 Chain of Custody-Zertifikat / PEFC 07.09.2012 FSC Zertifikat

Prägeautomat PE312

Buchbinderei Papyrus GesmbH & co KG Murbangasse 5 • 1100 Wien Tel: +43 1 6892550 • Fax: +43/1/6892554 E-Mail: office@papyrus.co.at • www.papyrus.co.at

April – Juni 2014


PRODUKTINFORMATION

64

POLAR PRÄSENTIERTE WELTNEUHEIT: EASYLOAD Im Rahmen der PACE Days präsentierte POLAR die

Beladehilfe für alle Kunden, die heute noch manuell rütteln:

neuartige Beladehilfe EasyLoad 7S. Das neue Produkt

EasyLoad kann an bereits vorhandenen Schneidsystemen

ergänzt das Portfolio im Bereich Rütteln und schließt die

nachgerüstet werden.

Lücke zwischen dem manuellen und dem automatischen Rütteln. EasyLoad ist die ergonomische und zudem

FUNKTIONSWEISE DER BELADEHILFE EASYLOAD

kostengünstige Lösung zum Vorbereiten gerüttelter

Der Materialstapel wird im Stapellift auf die gewünschte

Schneidlagen.

Arbeitshöhe, die auf den jeweiligen Bediener angepasst werden kann, gebracht. Die Höhe der gewünschten Teillage

EASYLOAD ENTLASTET DEN BEDIENER

(max. 50 mm) wird dann vom Bediener bestimmt und in den

Jeder, der schon einmal Material im Format 126 × 164

Greifer gelegt. Dieser trennt das Material vom Reststapel,

verarbeitet hat, weiß, wie mühselig diese Arbeit ist. EasyLoad

wobei das Trennen durch Druckluft unterstützt werden kann.

nimmt dem Bediener das Gewicht beim Beladen des

Nun kann der Bediener die im Greifer befindliche Teillage

Rüttelautomaten ab. Der Bediener muss das Material nicht

ohne Kraftaufwand in den Rüttelautomat transportieren.

mehr selbst anheben und transportieren, da dies vom

Während der Bediener das Material belüftet und ausrichtet,

Greifersystem erledigt wird. Damit wird der Bediener spürbar

fährt der Greifer automatisch in seine Ausgangsposition im

entlastet. Dadurch, dass der Bediener aktiv im Prozess

Stapellift zurück. Das Belüften des Materials wird durch

mitwirkt, kann er diesen beeinflussen und damit eine hohe

besondere Luftschlitze im hinteren Anschlaglineal unterstützt.

Qualität der Schneidlage sicherstellen. Zudem bietet das System eine hohe Flexibilität, da sowohl Links- als auch

Wenn Sie sich einen Eindruck von EasyLoad machen möchten,

Rechtsanlage möglich ist. Besonders interessant ist die

können Sie sich hier ein Video anschauen: http://tiny.cc/EasyLoad

April – Juni 2014


Die innovativen Prägestempel

PRODUKTINFORMATION

Das

65

PRÄGEN sie sich ein!

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April – Juni 2014

26.05.14 11:28 07.02.13 14:02


DAS GROSSE INTERVIEW

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ARTENSCHUTZ Interview mit Frau Mag.a Jutta Molterer (BMLFUW, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) und Herrn Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Rupert Hofer Georg Lintner Sehr geehrte Frau Mag.a Molterer, welche Aufgaben erfüllt die Abteilung, der Sie zugeordnet sind? Welche Agenden betreuen Sie im Ministerium, wie ist der Konnex zu den Unternehmern und haben Sie auch direkten Kundenkontakt? Jutta Molterer Ich arbeite in der Rechtsabteilung innerhalb einer Rechtssektion. Die Abteilung arbeitet eng mit der Fachabteilung II/4 zusammen, die die artenhandelsrechtlichen CITES-Genehmigungen und -Bescheinigungen ausstellt. Unsere Rechtsabteilung ist Ansprechpartner für rechtliche Fragen, diverse Gesetze, insbesondere das Artenhandelsgesetz, und Verordnungen. Weiters beantworten wir auch konkrete, an die Officestelle gerichtete Anfragen. An unsere Servicestelle, den „Ombudsmann“, kann jeder Bürger und jede Bürgerin per E-Mail oder telefonisch Fragen stellen und die landen dann direkt bei mir am Schreibtisch. In der Fachabteilung arbeitet ein Team von zehn Leuten und wir haben im Jahr – nur zur Veranschaulichung – zehntausend Anträge zu bearbeiten. Einmal wöchentlich findet ein Jour fixe statt, dort bekomme ich immer meine „Hausaufgaben“ zugeteilt. Es gibt immer wieder irgendwelche Sonderstellungen oder rechtliche Fragen, für die wir zuständig sind. Wie hat sich der Artenschutz oder das Artenschutzrecht in den letzten Jahrzehnten, ich glaube Österreich ist 1982 beigetreten, gewandelt? Wenn Sie uns bitte einen kurzen Überblick geben würden. Jutta Molterer Im Jahre 1982 ist Österreich dem CITES-Abkommen beigetreten. Wir hatten damals zur Umsetzung ein eigenes Gesetz. Mit dem Beitritt zur EU hat sich das Regelwerk geändert, da die EU einheitlich Verordnungen erlassen hat. Diese Verordnungen sind in der gesamten EU gültig und gelten unmittelbar. Auch die Anhänge, in denen alle Arten gelistet sind, gelten automatisch für alle EU-Bürger und -Bürgerinnen gleich. Wir müssen in Österreich national dann quasi nur noch die Strafverfahren, die Behörden, die Kontrollbefugnisse regeln. Da hat sich einfach vom System her mit dem EU-Beitritt sehr viel geändert. Wir haben im Laufe der Jahre viel gelernt. Die Arten und auch die Branchen, die davon betroffen sind, werden immer mehr. Das wurde jetzt mit den edlen Hölzern aktuell. Wir haben konkret die Musikinstrumentenbauer eingebunden, damit sie schon im Vorfeld mit uns in Kontakt treten können. Das war für uns natürlich ein Lernprozess. Wir wussten bei den vielen Arten am Anfang nicht, welche Erzeugnisse davon betroffen und welche Branchen davon berührt sein können. Es hat sich im Laufe der Jahre eine gute Zusammenarbeit entwickelt, die noch ausbaufähig ist, und wir sind gerne bereit, die Anliegen der Musikinstrumentenerzeuger aufzunehmen.

April – Juni 2014

Vielen Dank. Herr Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Hofer, inwieweit sind die Musikinstrumentenerzeuger betroffen? Wenn Sie mir einen Überblick geben könnten über die einzelnen Berufe. Rupert Hofer Es sind mehr oder weniger fast alle Musikinstrumentenerzeuger betroffen, nachdem es eine relativ große Artenvielfalt gibt, die auf den CITES-Anhängen gelistet ist, wie verschiedene Hölzer, Elfenbein oder auch Schildpatt. Bei vielen dieser Arten gibt es eine sehr lange Tradition, diese zu verarbeiten, da sie sich sehr gut bewährt haben. Mittlerweile sind alle massiv davon betroffen, weil ja vor allem nicht nur der Handel und das Besorgen der Materialien das Problem ist, sondern in weiterer Folge auch das Verkaufen in andere Länder. Ebenso ergeben sich Probleme bei der Reisetätigkeit von Musikern. Mit verschiedenen Produkten ist es einfach nicht mehr möglich, weltweit unterwegs zu sein. Da hat es vor allem in den letzten Monaten massive Verschärfungen der Kontrollen gegeben, und das führt zu massiven Problemen und ruft große Verunsicherung hervor. Und diese Materialien, die Sie angesprochen haben, müssen oder dürfen diese immer noch verwendet werden oder sind sie eher nur für historische oder ältere Instrumente notwendig? Für den Neubau, glaube ich, muss man ja jedenfalls über Alternativen nachdenken? Rupert Hofer Da kann man grundsätzlich darüber diskutieren. In manchen Bereichen ist dies eine Frage der Philosophie. Aber es gibt einfach gewisse Hölzer, wie beim Bogenbau z. B. das Fernambukholz, die sich als sehr geeignet herausgestellt haben. Da gibt es bis heute nicht wirklich Alternativen und wenn es diese gibt, greifen oft „Lookalike“-Bestimmungen. Das bedeutet, dass Arten, die entweder dem Aussehen nach gleich sind oder ähnliche Eigenschaften aufweisen, gleich mitgeschützt werden. Somit kann man sie wieder nicht verwenden. Wie kann man in diesem Fall die Musikinstrumentenerzeuger unterstützen? Wie kann man die Hersteller unterstützen? Jutta Molterer Alle drei Jahre finden auf internationaler Ebene Vertragsstaatenkonferenzen statt, letztes Mal im März 2013. Eine Resolution betreffend die Musikinstrumente wird derzeit auf dem Verordnungsweg in der EU umgesetzt. Mittels einer Durchführungsverordnung soll es künftig unter gewissen Voraussetzungen (Prüfung des verwendeten Materials etc.) eine Bescheinigung für Musikinstrumente mit einer Gültigkeitsdauer von drei Jahren geben, die gewisse Erleichterungen bringt, da dann der Musiker nicht für jede Ein- und Ausfuhr eine CITES-Genehmigung benötigt.


DAS GROSSE INTERVIEW

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Mag.a Jutta Molterer (BMLFUW) und Bundesinnungsmeister­Stellvertreter Rupert Hofer

Rupert Hofer In diesem Zusammenhang gibt es aber noch viele Probleme. Wir haben ja zum „cross-border movement“ bereits Stellungnahmen abgegeben, da es für die Reisen mit Musikinstrumenten und Bögen, bei denen geschützte Arten verarbeitet sind, noch keine zufriedenstellenden Regeln gibt. Nach Urgenz schon bei der letzten Konferenz in Bangkok wird jetzt auf EU-Ebene versucht, eine einheitliche Lösung herbeizuführen. Allerdings werden im Entwurf nur nicht kommerzielle Wanderbewegungen geregelt. Das heißt, dass dies den Händlern im Moment noch relativ wenig nützt. Man muss in diesem Zusammenhang unterschiedliche Dinge betrachten. Einerseits die Reisetätigkeit der Musiker und andererseits, wie der Handel mit diesen Instrumenten, Bögen etc. verfährt. Außerdem sind je nach Anhang, in dem die Arten gelistet sind, unterschiedliche Bestimmungen zu berücksichtigen. Ein Streichbogen kann z. B. von verschiedenen Anhängen unterschiedliche geschützte Arten aufweisen. Diese werden dann in einer Ausnahmebescheinigung geregelt. Im Moment liegt aber noch das Problem vor, dass eine solche Bescheinigung immer nur für den einmaligen Übertritt gültig ist. Jutta Molterer Diese Ausnahmebescheinigung wurde primär für Musiker geschaffen, die viel reisen. Künftig soll auch für Orchester die Möglichkeit bestehen, eine Bescheinigung für ihre Reisetätigkeit zu erhalten. Für den Musikinstrumentenhandel ist ein Grenzübertritt beim Verkauf ja überschaubar. Für Musiker, die auf Tournee gehen und viele Grenzübertritte innerhalb einer kurzen Zeit tätigen, war es wichtig, darauf zu achten, dass man dieses Problem rasch in den Griff bekommt. Rupert Hofer Zu berücksichtigen ist auch die Frage der Ausstellung auf die Art oder die Person. Das ist ein wichtiges Thema, denn im Moment lautet die Ausstellung auf den Eigentümer. Das heißt, dass ein Musiker, dem ein exklusives Stück zur Verfügung steht, dieses mit der Bescheinigung nicht über die Grenze bringen kann, weil in diesem Fall nur der Eigentümer damit reisen darf. Jutta Molterer Im letzten Entwurf ist es nicht mehr so geregelt, dass nur der Eigentümer damit reisen darf. Jetzt kann auch ein Musiker mit einem ausgeliehenen Bogen, einer Geige usw. reisen. Er muss allerdings den Nachweis erbringen, dass er einen Leihvertrag hat oder, in welcher Form auch immer, ihm der Bogen bzw. das Instrument überlassen wurde. Die Durchführungsverordnung ist jedoch noch nicht beschlossen.

Wann wird diese Durchführungsverordnung beschlossen? Jutta Molterer Die Bescheinigung für Musikinstrumente war, neben den Themen Jagdtrophäen und Kaviar, ein Hauptthema der derzeitigen Änderung der Durchführungsverordnung. Leider gab es aufgrund anderer Bereiche Verzögerungen und so konnte die Verordnung nicht mehr vor den Wahlen ins Parlament eingebracht werden. Derzeit wird die Verordnung übersetzt und geht sodann nochmals zurück in den Verwaltungsausschuss, damit die Mitgliedsstaaten prüfen können, ob es vom Sprachlichen her stimmt, dann kommt sie ins Parlament und wird voraussichtlich im Herbst veröffentlicht. Ist es heute möglich mit solchen Materialien, etwa Elfenbein, noch Musikinstrumente zu bauen oder zu reparieren? Ich denke z. B. an die Tastatur eines Klaviers. Unter welchen Voraussetzungen ist das möglich oder was sollen wir unseren Mitgliedern hier als Botschaft geben, was müssen sie beachten? Rupert Hofer Ich glaube, das Wichtige ist der Begriff der Antiquität, weil vor allem die alten Musikinstrumente davon betroffen sind. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass eben das Hauptwerk nicht verändert wird. Das heißt, man könnte jetzt nicht aus einer – ich glaube, das ist ein gutes Beispiel – alten Billardkugel, die da ist, z. B. einen Kopf oder Frosch schnitzen, denn dann wäre das sozusagen ein neues Erzeugnis und keine Antiquität mehr. Wenn der Gegenstand in seinem Wesen nicht verändert wird, dann ist wieder die Frage, wie er repariert wird. Wird er mit CITES-pflichtigen Materialien repariert oder nicht? Es können ja auch andere Teile davon betroffen sein. Grundsätzlich ist dieses Thema dadurch gelöst, dass der Begriff der Antiquität trotz Reparatur bestehen bleibt. Welche Neuerungen haben sich ergeben? Jutta Molterer Die EU macht immer Guidance Papers, in denen Richtlinien für die Vollziehung enthalten sind. Die sind zwar nicht rechtsverbindlich, helfen aber den Mitgliedsstaaten in der Auslegung sowie Interpretation. Das ist gerade bei den Musikinstrumenten ein großes Thema. Wenn diese gespielt werden, dann müssen sie auch repariert werden. Die Verordnung spricht einheitlich sehr streng von „unverändert“. Was ist unverändert, wenn ich quasi eine Taste austausche,

April – Juni 2014


DAS GROSSE INTERVIEW

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ändere ich da etwas? Laut EU-Richtlinie muss etwas, damit es als Antiquität gilt, vor dem 3. März 1947 erzeugt worden und in diesem Zustand unverändert sein und in die Kategorie Kunstgegenstand, Musikinstrument, Gebrauchsgegenstand oder Dekorationsgegenstand fallen. Für eine Reparatur alte Materialien zu verwenden, weil ja ein Instrument „gebraucht“ ist, ist schon möglich, z. B. eine Klaviertaste zu erneuern. Das Problem ist jedoch meist der Nachweis. Wie kann ich nachweisen, dass das wirklich altes Elfenbein oder altes Schildpatt ist? Dazu noch eine konkrete Frage: Was macht man mit einem Klavier, das in den 50er Jahren hergestellt wurde, also keine Antiquität im Sinne dieser Gesetze ist? Der Klaviermacher bekommt dieses Klavier z. B. aus einer Verlassenschaft. Was darf der Klaviermacher mit dem Elfenbein machen? Jutta Molterer Wir bekommen viele ähnliche Anträge, egal ob Klavier, der Ozelotmantel, der am Dachboden gefunden wurde, oder Stoßzahn, weil der Großvater in Afrika gearbeitet hat. Es ist immer eine Frage dessen, was uns nachgewiesen werden kann. Grundsätzlich benötigt man, wenn dieses Klavier oder Teile davon in der EU verkauft werden, eine Bescheinigung. Oder wenn man mit dem Klavier z. B. in die Schweiz übersiedelt, braucht man eine Ausfuhrgenehmigung. Es ist der Nachweis (z. B. Erzeugerfirma, Klavier-Nummer, Erzeugerdatum) zu erbringen, woher das Klavier stammt und wie alt es ist. Dann müssen wir ermitteln, ob es sich um ein altes Klavier handelt – auch wenn es nach 1947 erzeugt wurde. Uns muss nachgewiesen werden, wie alt es ist, wann es in die EU gekommen ist, um prüfen zu können, ob die Voraussetzungen gegeben sind. Darf man dieses Material verwenden? Jutta Molterer Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, ja. Wenn man uns mit Beleg nachweisen kann, dass das Klavier in einem bestimmten Jahr eingeführt worden ist. Problematisch ist immer der Nachweis, weil es für viele Dinge keinen Nachweis gibt. Wenn z. B. der Ozelotmantel auf dem Dachboden gefunden wurde und man keine Rechnung dafür hat, dann können wir auch nichts genehmigen. Genauso bei altem Elfenbein, wenn jemand kommt und sagt, er hat ein Elfenbeinstück, aber keine Ahnung woher.

Rupert Hofer Es gibt mit diesen alten Gegenständen immer wieder gröbere Probleme. Dann stellt sich immer die Frage, welche Art es betrifft und wann der Stichtag in Kraft getreten ist. Somit muss nachgewiesen werden, dass man bereits vor diesem Stichtag im Besitz der Art gewesen ist. Und ich muss auch nachweisen, dass ich dieses Material widmungsgemäß verwenden werde. Jutta Molterer Die Verwendung ist dann wichtig, wenn es vermarktet wird. Für uns ist immer die Vermarktung das Thema. Also ich habe ein Klavier aus den 1950er Jahren, verwende es als Ersatzteillager und das mit diesen Teilen reparierte Klavier verkaufe ich dann. Wird kein Thema sein, wenn ich alles nachweisen kann? Jutta Molterer Wenn da der Nachweis erbracht ist, ist alles in Ordnung. Rupert Hofer In diesem Fall ist es ja nur wichtig, dass quasi das Klavier mit einem zertifizierten Material repariert wird. Was wollen Sie den Musikinstrumentenerzeugern empfehlen, wie man mit diesem Thema umgeht, wie man sich damit beschäftigt? Rupert Hofer Ich glaube, dass es grundsätzlich besonders wichtig ist, dass wir sehr viel an Information an die Mitglieder bringen. Bei vielen Kollegen liegt noch relativ viel an Unwissenheit vor bzw. sehen viele das Ganze sozusagen nicht ganz so eng. Dies kann aber zu wirklich massiven Problemen führen, wenn die Kunden dann mit so einem Instrument unterwegs sind. Solange sie sich in Österreich aufhalten, passiert meistens noch recht wenig. Allerdings müsste man sogar bei einem Grenzübertritt von Österreich nach Deutschland das Instrument deklarieren. Jutta Molterer Aber das ist keine Ausfuhr, weil es in der EU ist. Ein- und Ausfuhr ist immer nur, wenn es in ein Drittland geht.

Rupert Hofer Wobei man auch die Stichtage beachten muss; wie in diesem Beispiel aus den 1950er Jahren, denn da stand das Elfenbein noch nicht auf der Liste.

Rupert Hofer Meines Wissens muss der Länderübertritt aber gemeldet werden, es besteht Deklarierungspflicht.

Jutta Molterer Aber jetzt ist es auf der Liste und daher müssen wir es überprüfen.

Jutta Molterer Eine rein zollrechtliche Deklarierung, das kann schon sein, vom Artenhandel her befinden wir uns in der EU.

Rupert Hofer Deswegen sage ich, wenn es das Klavier aus den 50er Jahren gibt, dann ist es kein Problem, es muss nur das entsprechende Alter nachgewiesen werden. Schwieriger ist es mit den späteren Zeiträumen, in denen bereits der Höchstschutz in Kraft getreten ist. Jutta Molterer Das ist immer wieder die Nachweisfrage.

April – Juni 2014

Rupert Hofer Beim wichtigen Punkt der Antiquitäten möchte ich noch ergänzen, dass wir über Bestimmungen in der EU gesprochen haben. Andere Länder haben andere Antiquitätsbestimmungen, z. B. Amerika. In Amerika ist der Stichtag mit 1947 nicht gültig. Dort gilt, glaube ich, eine Frist von 100 Jahren. Im Moment wird in Amerika wieder einiges an Verordnungen erlassen, was die Reisen von Musikern


DAS GROSSE INTERVIEW betrifft. Dort haben die Zöllner derzeit ziemlich unbeschränkte Rechte in ihrer Ausübung. Somit gibt es oft massive Probleme.Von Kollegen weiß ich nur, dass es da andere Begrifflichkeiten gibt. Weiters ist es ein großes Problem, dass in Österreich teilweise noch andere Bestimmungen gelten als in Deutschland. Das hat mich das letzte Mal beim Kauf eines Saitenhalters, der ein Elfenbeinreifchen hatte, selbst betroffen. Da war vorerst keine Bescheinigung ausgestellt. In Deutschland gab es bis vor einigen Jahren eine Mindermengenverordnung, da waren Kleinstmengen, damals ein oder zwei Gramm, ausgenommen. Der Saitenhalter fiel unter diese Mindermengenverordnung, war also ausgenommen von einer Zertifizierung. Das heißt, jemand konnte diesen von Deutschland aus ganz legal verkaufen, aber in Österreich angekommen ist er nicht mehr legal. Bei uns brauchte ich dann für dieses Exemplar eine Artikel8-Bescheinigung. Der nächste Knackpunkt war dann die Ausstellung. In Deutschland war zwar für das Konvolut im Ganzen eine Artikel-8-Bescheinigung vorhanden, der Betrieb, der das Material verarbeitet, schickte mir einfach eine Kopie seines Originals, in der er die kleine Menge eintragen hatte. In Österreich ist das aber nicht erlaubt, da dürfen Veränderungen am Original nur über die Behörde erfolgen. Jutta Molterer Änderungen an einer behördlichen Genehmigung oder Bescheinigung dürfen nur von der ausstellenden Behörde vorgenommen werden. Rupert Hofer Daher musste ich bei uns um eine neuerliche Ausfertigung der Artikel-8-Bescheinigung ansuchen. Was wollen Sie behördlicherseits unseren Mitgliedern noch mitgeben oder raten, worauf sie auf jeden Fall achten sollen? Zum Beispiel, wenn sie Instrumente ins Ausland verkaufen, wenn Musiker viel reisen? Jutta Molterer Ich kann mich Herrn Hofer nur anschließen. Wichtig ist die Information, um nochmals darauf aufmerksam zu machen, dass es Artenhandel gibt. Ich glaube, das ist jetzt kein Vorwurf. Ich habe, bevor ich in diesem Bereich gearbeitet habe, auch nicht gewusst, dass ich, wenn ich eine Muschel aus dem Urlaub mitnehme, Schwierigkeiten haben könnte. Uns ist einfach die Information wichtig und dass man weiß, dass die Vermarktung von gewissen Gegenständen in der EU bescheinigungspflichtig ist und dass ich bei Aus- und Einfuhr CITES-Genehmigungen benötige. Wir hoffen, dass im Herbst die Verordnung erlassen wird und es damit zu Erleichterungen kommt. Wir sind froh über den Austausch und wollen, dass es auf beiden Seiten gut läuft. Rupert Hofer Wir haben einen Folder geplant, der als Leitfaden dienen soll. Er ist in Arbeit, aber es sind noch einige Fragen offen, da gerade einige Änderungen besprochen werden.

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Jutta Molterer Ich würde sagen, wahrscheinlich ist es sinnvoll diese Reglung abzuwarten. Rupert Hofer Ja, so ist es. Was ist Vermarktung und worauf muss bei der Vermarktung geachtet werden? Rupert Hofer Ich glaube, man sollte unseren Mitgliedern noch die Bedeutung des Begriffes „Vermarktung“ mitteilen. Das sind der Kauf, das Angebot zum Kauf – dies ist schon ausreichend –, der Erwerb zu kommerziellen Zwecken, zur Zurschaustellung und die Verwendung zu kommerziellen Zwecken, der Verkauf bzw. das Vorrätighalten – ein heißes Thema – und auch das Anbieten oder Befördern zu Verkaufszwecken. Der Begriff der Vermarktung ist somit relativ umfangreich. Jutta Molterer Das Internet ist ein heißes Thema, wenn ich z. B. ein Instrument im Ausland bestelle, ist das schon eine Vermarktung. Wenn dies ohne Genehmigung eingeführt wird, kann es böse Überraschungen geben. Rupert Hofer Ganz wichtig sind hierbei Produkte aus gelisteten Arten. Da braucht es einerseits eine Ausfuhrgenehmigung von dem Land, aus dem der Gegenstand kommt. Dann braucht es bei uns eine Einfuhrgenehmigung und wenn die da ist, dann braucht es noch gleichzeitig eine Ausnahme vom Vermarktungsverbot, wenn der Gegenstand verkauft oder das Material verarbeitet werden soll. Jutta Molterer Aber erst, wenn es schon da ist – die Ausnahme von der Vermarktung mittels Bescheinigung gilt innerhalb der EU. Rupert Hofer Das heißt, dass die Einfuhrgenehmigung alleine gewerblich gar nichts bringt. Jutta Molterer Doch, denn man hat den Nachweis, dass es rechtmäßig eingeführt wurde. Rupert Hofer Aber dann sind wir eben mit der Vorratshaltung im Graubereich. Jutta Molterer Vorratshaltung ist so eine Sache. Die EU hat in diesem Begriff von Vermarktung auch den Begriff Vorrätighaltung. Rupert Hofer Die Vorratshaltung beinhaltet ja auch quasi die Absicht, es weiterzuverarbeiten bzw. zu verkaufen. Wichtig ist, erst zu arbeiten zu beginnen, wenn die Bescheinigung vorliegt. Ich darf mich ganz herzlich für das Gespräch bedanken.

Ich nehme an, wir warten noch auf die zuvor angesprochene Regelung und dann wird der Folder fertiggestellt.

Georg Lintner

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GOLDSCHMIED

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AUS DER PRAXIS – FÜR DIE PRAXIS Wissenswertes aus dem Unternehmeralltag

sowie im Bereich des Kunst- und Antiquitätenhandels ist es für den Händler wichtig, den Nachweis der unbedenklichen

Liebe Leserinnen und Leser der "Kunsthandwerk"-Zeitung.

Herkunft der von ihm erworbenen Gegenstände zu erbringen

Mit dieser regelmäßigen Kolumne wollen wir Ihnen Praxis-

sowie deren buchmäßige Erfassung nachzuweisen. Nur allzu

tipps unserer Mitglieder und Funktionäre näherbringen, die

schnell steht da sonst der Vorwurf der Hehlerei usw. im Raum.

auch für einen Großteil aller anderen Mitglieder von Interes-

Stellen Sie daher sicher, dass Sie einen entsprechenden

se sein könnten. Hier berichten wir über den einen oder

Ankaufsschein bzw. eine Quittung (Kaufvertrag) ausfüllen

anderen Stolperstein im täglichen Geschäftsleben und

(Eigenbeleg).

geben Empfehlungen, wie man Nachteile und Verfehlungen von Haus aus vermeiden kann.

Dieser Ankaufsschein sollte die folgenden Angaben enthalten:

Unser heutiges Thema: Händler-Ankauf von Gegenständen,

Name und Anschrift des Verkäufers

die aus einem Privatbesitz stammen

Vermerk des Identitätsnachweises des Verkäufers

Aus gegebenem Anlass (Anzeige wegen Hehlerei) möchte

(amtlicher Ausweis, Nummer des Ausweises,

ich die Frage des Ankaufs von Gegenständen aus Privatbe-

Ausstellungsbehörde und Ausstellungsdatum

sitz durch einen Händler sowie die Frage, ob dieser Verkauf

z. B. Führerschein, Personalausweis usw.)

irgendeine Steuerpflicht beim Verkäufer (Privatperson)

Beschreibung der gekauften Gegenstände (mit Angabe der Qualität und Quantität)

auslöst, behandeln. Vorab, eine Steuerpflicht des Verkäufers (Privatperson) ist in

Kaufpreis

den allermeisten Fällen zu verneinen.

Das Datum der Bezahlung sowie das Ausstellungs­ datum (allenfalls Zahlungsbedingungen)

Einkommensteuer: Grundsätzlich besteht keine Einkommensteuerpflicht bei Verkauf nach der Spekulationsfrist.

Den Vermerk, dass sich der Verkäufer mit der Kaufsumme

Auf Grund des ESt-Gesetzes ergibt sich, dass ein allfälliger

einverstanden erklärt, er Eigentümer der zu verkaufen­

Gewinn aus dem Verkauf von beweglichen Gütern aus dem

den Gegenstände bzw. verkaufsberechtigt ist

Privatvermögen nur dann der Einkommensteuer unterliegt (§30 Abs.1 EStG), wenn zwischen Anschaffung und Veräuße-

Den Hinweis, dass vom Verkäufer alle abgabenrechtli­ chen Bestimmungen erfüllt werden

rung weniger als ein Jahr vergangen ist. Wurde der Gegenstand unentgeltlich (beispielsweise durch Erbe oder

Sollte sich bei der Überprüfung der Identität herausstellen,

Schenkung) erworben, so ist der Anschaffungszeitpunkt des

dass der Eigentümer kein Bürger des EWR (Europäischer

Rechtsvorgängers (wie Erblasser oder Geschenkgeber) für

Wirtschaftsraum, wohnhaft außerhalb der Zollgrenze der EU)

diese Zeitfrist maßgeblich. Was wiederum bedeutet, dass bei

ist, ist die folgende Situation zu beachten. Ausländische

einem Verkauf eines Erbstückes kurz nach der Übernahme

Besucher (Touristen, Reisende) sind bei der Grenzüberschrei-

aus der Erbmasse dieser Gewinn zu keiner Besteuerung

tung nicht verpflichtet, das persönliche Reisegut (Schmuck

führt, wenn seit dem Zeitpunkt der Anschaffung durch den

inkludiert, ausgenommen es unterliegt dem Artenschutz) zu

Erblasser oder Geschenkgeber bis zum Verkauf zumindest

deklarieren. Gold (auch Bruchgold) und lose Edelsteine sind

ein Jahr verstrichen ist.

selbstverständlich kein persönliches Reisegut. Das Reisegut

Umsatzsteuer: Grundsätzlich müssen die Umsatzsteuer nur

(inkl. Schmuck) muss jedoch dem Stande und den persönli-

Unternehmer verrechnen und abführen (Ausnahme aber z. B.

chen Verhältnissen des Reisenden angemessen sein und

Kleinunternehmer). Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuer-

dieses persönliche Reisegut darf nicht widmungsfremd

Gesetzes ist nur, wer eine gewerbliche oder berufliche

verwendet werden. Das bedeutet im Klartext, der Reisende

Tätigkeit nachhaltig ausübt. Bei gelegentlichem Verkauf von

als Verkäufer würde sich strafbar machen. Diesen „widmungs-

Gegenständen aus dem Privatvermögen liegt diese Nachhal-

fremden“ Paragrafen kennen die Reisenden (Touristen)

tigkeit aber nicht vor, wie auch der Verwaltungsgerichtshof

selbstverständlich nicht, aber die inländischen Händler

dies beim Verkauf von Goldmünzen durch Private bzw. beim

müssen diesen Paragrafen kennen, ansonsten begehen

Tausch von Briefmarken von privaten Sammlern festgestellt

sie als Käufer ebenfalls ein Zoll- und Finanzvergehen.

hat. Unternehmer sind aber lt. Steuergesetz zum Führen

Der gesetzlich einzig richtige Weg eines eventuellen

genauer Aufzeichnungen über die An- und Verkäufe ver-

Schmuck- bzw. Juwelenankaufes von Reisenden (Touristen) ist,

pflichtet. Gerade beim Ankauf von Schmuck und Bruchgold

mit dem Touristen eine Selbststellung beim zuständigen

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GOLDSCHMIED Zollamt zu machen (mit Abfuhr der Eingangsabgaben wie Zoll, EUSt durch den Touristen). Ein Vorabankauf im Zuge eines Handkaufes und eine folgende Selbststellung des Ankäufers (mit Abfuhr der Eingangsabgaben durch den Ankäufer) ist gesetzlich nicht gedeckt. Alle Angaben erfolgen trotz sorgfältigster Bearbeitung ohne Gewähr, eine Haftung des Autors oder des Herausgebers ist ausgeschlossen.

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NEUE CHANCE FÜR UNS GOLDSCHMIEDE Nach einigen für viele Betriebe durchwachsenen Jahren ist jetzt wieder ein deutlicher Trendwechsel zu spüren. Viele von uns haben unter dem RUN auf die sogenannten Lifestyle- und Trendmarken gelitten. Derzeit ist aber ein deutlicher Trend

Georg Wiesauer, Juwelier und

zum individuellen Unikat zu verspüren. Mit ein Grund für diese

Goldschmiedemeister, allge-

Veränderung sind durchaus die stolzen Preise dieser Marken.

mein beeideter und gerichtlich

Besonders die Rückkehr von Rot- bzw. Gelbgold macht uns

zertifizierter Sachverständiger

das Leben wieder leichter. Jetzt liegt es an uns, diese neue

im Fachgebiet Gold- und Silber-

Chance zu nutzen – jeder von uns ist gefordert!

waren, Juwelen und Edelsteine inkl. Handel, Gemmologe und

Trotzdem kann ich mir ein paar kritische Anmerkungen nicht

Diamantgutachter, F.G.A., F.G.G.

verkneifen. Ich bin in den letzten beiden Monaten sehr viel

sowie geprüfter Bilanzbuchhalter

und durch alle Regionen der Steiermark gefahren. Ich habe

Wifi-Stmk.

mir dabei viele Betriebe von außen angesehen und leider

Kontaktadresse: info@wiesauer.at

nur ganz wenige Betriebe mit einem gepflegten Äußeren

Anregungen, Fragen, Themen usw. sind gerne willkommen.

(In der nächsten Ausgabe: Differenzbesteuerung im USt.Gesetz – Geld sparen beim Ankauf von Privatpersonen)

gefunden. Die Auslagen sind innen schmutzig, die Büsten und Aufsteller ausgeblichen bzw. die Klebenähte aufgeplatzt ... Die Fassaden haben schon lange keine frische Farbe mehr gesehen und, und, und … Ganz ehrlich, viele von uns sehen immer nur den Vorteil des Mitbewerbers, aber man sollte schon auch mal vor der eigenen Tür kehren. Genau diese aufgezählten Punkte verursachen keine gravierenden finanziellen Einschnitte, aber für den Kunden, der vorbeigeht, sind sie wohl der wichtigste erste Eindruck. Man darf nie vergessen – DER ERSTE EINDRUCK ZÄHLT! Vielleicht nehmen Sie sich diese kritischen Worte zu Herzen und sehen sich Ihr Geschäft zumindest einmal die Woche bewusst von außen an.

Wir können es besser!

Bei uns in der Wirtschaftskammer gibt es immer wieder Seminare und Kurse zum Thema Dekoration, Marketing usw. Jeder positiv und mit Freude geführte Betrieb ist die beste

Banderoliermaschine US-2000AD Weitere Informationen und Verpackungsmöglichkeiten für Ihre Bücher unter: www.gigant.at

Werbung und bringt Erfolg für unsere gesamte Berufsgruppe.

Josef Krisper – Goldschmiedelehre bei Firma Knut Thelen (Graz), Erweiterung und Verfeinerung der Fähigkeiten bei der Firma Steinscherer (Groß St. Florian) über 12 Jahre, seit dem Jahr 2006 selbständiger Goldschmied in Gamlitz, 2007

GIGANT Verpackungstechnik GmbH, Pfarrgasse 62, 1230 Wien, Österreich T +43 1 610 69 | F +43 1 615 55 61 | E office@gigant.at | www.gigant.at

Ausbildung des ersten Lehrmädchens, derzeit Beschäftigung von weiteren zwei Mitarbeiterinnen.

April – Juni 2014


DAS ANDERE KUNSTHANDWERK

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METALLSCHLEIFER UND GALVANISEUR In der Bechardgasse 3-5, in der Nähe der Kolonitzkirche, ist seit vielen Jahrzehnten die Firma Rudolf Fasching, ein Metallschleifer- und Galvaniseurbetrieb, beheimatet. Die beiden Werkstätten sind im Souterrain gelegen. Sowohl in der Galvanik als auch in der Schleiferei herrscht reges Treiben. Aus Alt mach Neu – das ist seit Jahren der Slogan der Firma Fasching. In die Jahre gekommene Türgriffe, Kerzenleuchter, Schalen u. dgl. werden von ihrer alten Oberfläche befreit, anschließend vermessingt, versilbert oder vergoldet und erstrahlen dann in neuem Glanz. Zur Produktpalette gehören nicht nur die Veredelungen von Einzelstücken für Privatkunden, sondern auch Produkte wie hochglanzpolierte Türen, Säulen, Träger und Verkleidungen. Diese findet man in den Bereichen der Wiener U-Bahnlinien. Die Handläufe in den Aufzügen und die Stiegengeländer diverser Hotels sind von der Firma

Aus Alt mach Neu – Rudolf Fasching

Fasching „glanzvoll vollendet“ worden. Platten in Aufzügen werden geschliffen, poliert, einbrennlackiert und vergoldet. Rolltreppen bekommen eine rutschfeste, raue Oberfläche.

Oberflächen von Metall- und Kunststoffwerkstücken mit

Für Freunde von Oldtimern ist die Bechardgasse seit vielen

Überzügen versehen. Dadurch wird ihnen ein besonderer

Jahren eine Art Geheimtipp. Hier werden Masken von

Glanz verliehen, Schutz vor Korrosion gewährt oder sie

Motorhauben und Stoßstangen liebevoll vom Rost befreit,

werden verschönert. Diese Schichten werden entweder

abgebeizt und anschließend verkupfert, vernickelt und

elektrolytisch, mechanisch oder auf chemischem Wege in

verchromt. Dann strahlen nicht nur die Masken und Stoß-

Bädern aufgetragen. Bevor die Schichten auf den Gegen-

stangen, sondern auch deren Besitzer.

ständen aufgetragen werden können, müssen sie vorbehan-

Die New Yorker Metropolitan Opera wird seit 1966 von

delt (gereinigt) werden. Nach dem Auftragen der Schichten

wunderbaren Kristalllustern geschmückt. Diese waren ein

erfolgt die Nachbehandlung (Schleifen und Polieren).

Geschenk der Republik Österreich an die Vereinigten Staaten von Amerika als Dankeschön für die Wiederaufbau-

Herr Fasching hat in den letzten vierzig Jahren fünfzehn

hilfe nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Luster wurden von

Lehrlinge ausgebildet. Leider wird das Interesse an seinem

der Firma J&L Lobmeyr entworfen und hergestellt. Vor

heißgeliebten Beruf bei den Jugendlichen immer geringer.

einigen Jahren wurden sie zur Restaurierung nach Wien

Er führt dies unter anderem auch darauf zurück, dass der

gebracht. Viele Teile der Luster wurden bei der Firma

Beruf mit Schmutz und viel Staub verbunden ist.

Fasching restauriert. Auch für die Luster der Firma Lobmeyr, die im Palais

DIE ENDPRODUKTE SIND ABER PHÄNOMENAL.

Liechtenstein hängen, wurden viele Teile von der Firma Fasching vergoldet.

ZUR PERSON

In der Galvanik befinden sich in einer großen Schachtel,

1951–1954 Lehre als Metallschleifer und Galvaniseur

liebevoll verwahrt, viele Einzelteile für zukünftige Luster,

bei der Firma Rudolf Hauser

ebenfalls für das Palais Liechtenstein. Sie werden antik

1954 Ablegung der Lehrabschlussprüfung

vergoldet, was bedeutet: der Luster bekommt ein bisschen

1964 Ablegung der Meisterprüfung

einen „alten“ Charakter – so die Erklärung von Herrn Rudolf

1954–1973 bei diversen Firmen tätig

Fasching.

1973 Übernahme eines Betriebes 2005 Verleihung der Silbernen Ehrenmedaille

Zum Beruf „Metallschleifer und Galvaniseur“, der seit

der Wirtschaftskammer Wien

einigen Jahren „Oberflächentechniker“ heißt. Es werden

2007 Verleihung des Berufstitels Kommerzialrat Paula Pospisil

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KUNSTGEWERBE

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KUNSTHANDWERKSMARKT IST NICHT GLEICH KUNSTHANDWERKSMARKT Wir alle kennen sogenannte Kunsthandwerksmärkte, die in

Angemeldetes Gewerbe oder künstlerische Ausbildung;

vielen Orten, Gemeinden und Städten von verschiedenen

Idee/Originalität, Qualität der Produkte;

Vereinen und Organisationen veranstaltet werden. Diese

Technik, Umsetzung;

sogenannten Kunsthandwerksmärkte sind meist eine

Werbeauftritt, Preisgestaltung, Standgestaltung etc.;

Ansammlung von Hobbykünstlern, Bastlern, häuslicher

Branchenmix.

Nebenbeschäftigung und Handelsware/Kirtagswaren.

Dadurch ist gewährleistet, dass unseren Besuchern reine

Ganz schlimm wird es dann, wenn dies alles im Rahmen

Handarbeit aus Österreich geboten wird, oder, wie unser

von Feuerwehr- oder Musikvereinsfesten oder dergleichen

Logo aussagt, Handwerkskunst aus Österreich. Von der Idee

stattfindet. Diese Art von Veranstaltung ist schon auch okay,

bis zum fertigen Kunstwerk alles aus einer Hand ...

aber ich finde, dass sie dem Image der professionellen

Mit dem Motto „Klasse statt Masse“ sind wir Kunsthandwer-

Kunsthandwerksmärkte schaden. Diese Märkte dürften sich

ker Meinungsbildner für „Vielfalt statt 0815 = Gleichmacher-

gerade einmal Hobbykünstlermarkt, Bastelmarkt, Ostermarkt

falle“ – vertraue deiner Idee und gib dein Bestes.

o. ä. nennen, weil sie keinerlei Aufnahmekriterien haben und

Mit den KUNST WERK TAGEN ist die WKNOE Landesinnung

das kunstinteressierte Publikum verwirren.

mit anderen führenden Veranstaltern (z. B. Radstadt, Haslach,

Die Innungsarbeit hat in den letzten Jahren viel vorange-

Ottensheim, 10te Stelle Linz u. v. m.) Vorreiter für qualitativ

bracht. Die Landesinnung Oberösterreich trieb einen

hochwertige Kunsthandwerksmärkte in Österreich.

gemeinsamen Werbeauftritt voran, hier wurde das Logo

Wir freuen uns daher über die vielen Anmeldungen, die wir

neu gestaltet, weiters wurden die Werbetafeln (siehe oben)

bereits haben.

angeboten und viele von uns haben dieses Werbemittel bereits in Verwendung. Ziel ist es, diesen gemeinsamen

Eine weitere interessante Veranstaltung sind die 7. Linzer

Werbeauftritt in ganz Österreich anzuwenden. Dies ist ein

Handwerkstage Kunst & Können.

kleiner und erster Schritt, sich auf Märkten und diversen

Die Linzer Handwerkstage finden immer am letzten Wochen­

Veranstaltungen klar abzugrenzen, und zwar gegenüber

ende im Mai statt, heuer also am 24. und 25.05.2014 jeweils

Hobbykünstlern, Bastlern und häuslicher Nebenbeschäfti-

von 10.00 bis 18.00 Uhr. Die Linzer Kunsthandwerkstage

gung.

werden ebenfalls von der Landesinnung OÖ gefördert.

Leider gibt es außer in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien noch immer keine Berufsgruppenvertretung für die Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände. Ich hoffe sehr, dass sich dieser Mangel bald ändern wird. Es ist für mich unbegreiflich, dass sich niemand aus unserer Branche für diese interessante Tätigkeit findet und einsetzt. Wer sich nicht einbringt, kann auch nichts verändern oder erreichen. Darum hier mein Aufruf: Bitte bringt euch ein und gestaltet mit, es geht um unsere Interessen.

Filz & Seide Andrea Seil – Keramik Maria Berger

Die Zusammenlegung der vier Berufsgruppen hat viele Vorteile gebracht – für alle Berufsgruppen, jedoch speziell

Im Namen des Innungsausschusses und der Schallaburg

für jene der Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände.

freuen wir uns auf eine gelungene Veranstaltung und wünschen den Ausstellern erfolgreiche Markttage, gute

Ein weiteres klares Zeichen ist die Organisation der KUNST

Umsätze und Geschäftskontakte. Den Besuchern wünschen

WERK TAGE Schallaburg, die heuer erstmals in Kooperation

wir ein einzigartiges Erlebnis und viel Zeit sich auf die Vielfalt

zwischen WKNOE und Schloss Schallaburg stattfinden. Diese

der angebotenen Kunstwerke einzulassen.

Veranstaltung bietet eine ideale Plattform für Kunsthandwerker und Künstler, die ihr Handwerk als Brotberuf ausüben. Bei den KUNST WERK TAGEN gibt es ein klares Konzept und klare Aufnahmekriterien für Aussteller, diese sind:

Ihre Sieglinde Almesberger Berufsgruppensprecherin der Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände WKON & Ausschussmitglied der Landesinnung OÖ Fragen zu den Veranstaltungen unter Tel. 0650/37 37 077

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AUS DEN LANDESINNUNGEN

Oberösterreich

MIT DER „ORIGINAL KÄRNTNERLAND“-HARMONIKA BEI “WETTEN, DASS..?“

Souveräner Sieg der Kinderwette In der Sendung vom November 2013 aus Halle/Saale war das Aufgebot an prominenten Gästen wie gewohnt aufsehenerregend. Céline Dion, Miley Cyrus, Sting, Florian Silbereisen und viele mehr nahmen auf der berühmten Couch von Markus Lanz Platz. Doch diese Sendung war anders … Zwei Kinder aus Oberösterreich entpuppten sich als die eigentlichen Stars! Die elfjährige Hanna Mitterlehner und der neunjährige Christoph Oberfichtner aus Perg/OÖ ließen die Stars und das Millionenpublikum nur so staunen.

Volle Konzentration bei Benno Mitterlehner während der Kinderwette

Benno Mitterlehner, Vater von Hanna und Musiklehrer der

Fotos: ZDF/Sascha Baumann

beiden, reichte die Kinderwette beim ZDF ein und wurde prompt ausgewählt. Sie wetteten, dass sie 46 Songs des „Alpenrockers“ Andreas Gabalier nur am Luftzug und am Tastengeräusch der "Original Kärntnerland"-Harmonika erkennen können – ganz ohne Ton. Der kanadische Weltstar Céline Dion war Wettpatin und Andreas Gabalier stand als Repräsentant seiner Musiktitel zur Verfügung. Souverän errieten Hanna und Christoph alle fünf Songs und gewannen damit nicht nur die Wette, sondern auch die Herzen des Publikums. Christoph Oberfichtner und Hanna Mitterlehner

Im Vorfeld stand natürlich monatelanges Training am Programm. Die Motivation war groß und Benno nutzte jede freie Minute, um mit den Kindern zu üben. Auch die Medien wurden bald auf die drei aufmerksam und es folgten Interviews und Berichte in österreichischen und deutschen Zeitungen, wo sie es auf die erste Seite schafften. Durch diese tolle Darbietung ist einmal mehr die Steirische Harmonika in den Mittelpunkt gerückt und hat eindrucksvoll gezeigt, dass die „Steirische“ sehr wohl auch bei der Jugend angesagt ist.

Céline Dion gratuliert zur gewonnen Wette

Harmonikabauer Karl Schwarz war mit Tochter Michaela angereist, um die Daumen zu drücken und die Oberösterreicher anzufeuern. Bei der After-Show-Party wurde dann noch kräftig gefeiert und es wurden viele interessante Gespräche geführt. Selbst Céline Dion und Andreas Gabalier ließen es sich nicht nehmen, persönlich zur großartigen Leistung zu gratulieren. Karl Schwarz und das gesamte Kärntnerland-Team schließen sich den Glückwünschen natürlich gerne an!

Treffen mit Andreas Gabalier bei der After­Show­Party Karl Schwarz, Harmonikamacher (Molln/OÖ)

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AUS DEN LANDESINNUNGEN

Oberösterreich

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INTERNATIONAL JEWELLERY SHOW HONG KONG Eines vorweg: Gold ist wieder im Trend, Preise für hochwertige

ische Hersteller nützen diese

Waren steigen und Lifestyle-Produkte aus Stahl sowie Silber

Gelegenheit als Sprungbrett in

verlieren an Marktdominanz.

den asiatischen Markt.

Die wichtigste Messe Europas, „Basel“, ist schon sehr groß,

Das wirklich Erfreuliche aus meiner

aber Hong Kong setzt noch einiges drauf: Riesige Hallen

Sicht – Gold ist wieder im Kommen!

bevölkert mit Ausstellern aller Klassen und Besuchern aus

Feiner, zarter Goldschmuck mit sehr

aller Herren Länder. Die mit Abstand exklusivste und edelste

hochwertigen Steinen ist absolut

Ausstellungshalle war die Grand Hall. Hier wurden die feinsten

im Trend. Beinahe jeder Hersteller

und hochwertigsten Juwelen in gigantischem Ausmaß

hat Waren dieser Art im Programm. Der Trend zum Zarten

gezeigt, nicht selten präsentierten Hersteller in nur einer

und Fragilen resultiert aus dem noch immer sehr hohen

Auslage mehrere dutzend Schmuckstücke mit Solitär-Brillanten

Goldkurs. Viele Hersteller, die auf Grund des Goldpreises ihr

von zehn Karat und mehr. Feinste Paraiba-Turmaline in

Sortiment auf Silber und Stahl umgestellt haben, bieten

Größe und Qualität zum Preis eines Luxusautos und das

wieder verstärkt Gold-, aber auch Platinschmuckstücke,

ganze Spektrum an hochwertigsten Farbedelsteinen aus den

besetzt mit Brillanten in zarter, sehr edler Art, an.

besten Fundstellen wurden genauso angeboten wie Diaman-

Bei Perlen ist nur ein Trend festzustellen und der geht

ten in Rot/Rosa, Grün, Blau und Gelb, in allen Schliffarten

eindeutig in Richtung Qualität und Größe. Die Preise für

und Größen.

gute Perlenketten sind deutlich im Steigen. Seit meinem

Die Stimmung bei den Ausstellern war etwas verhalten, aber

letzten Besuch vor zwei Jahren sind die Preise für Südsee-

dennoch gut. Bemerkenswert war auch der gewaltige

perlenketten in mittlerer bis guter Qualität um etwa 10 bis 15

Besucheransturm. Menschen aus allen Ländern besuchten

Prozent gestiegen.

die sicherlich größte und wichtigste Schmuck- und Edelstein-

Alles in allem ist Hong Kong auf jeden Fall eine Reise wert,

messe der Welt. Hong Kong ist für viele europäische und

nicht nur für Fachbesucher und Schmuckliebhaber.

amerikanische Firmen die wichtigste Einkaufsmesse, europäChristian Oucherif – LIM der OÖ Kunsthandwerke

AUS DEN LANDESINNUNGEN

Vorarlberg

Eine sehr interessante Veranstaltung fand am 7. Mai 2014 im WIFI Dornbirn statt. Die Innung der Kunsthandwerke lud zu einem Vortrag zum Thema Arbeitsrecht. Dr. Markus Kecht, seines Zeichens Arbeitsrechts-Experte der Vorarlberger Wirtschaftskammer, referierte sehr praxisbezogen über Themen und Bereiche des Arbeitsrechtes, unter anderem Kündigungsfristen, Arbeitszeiterfassung sowie Überstunden-, Urlaubs- und Pausenregelungen. Umfassend wurde auch der Bereich „Dienstverträge“ besprochen und

Die Teilnehmer der Veranstaltung

diskutiert. Dr. Kecht hat in seiner über 20-jährigen Berufspraxis speziell in diesem Bereich oft größere Mängel und Versäum-

ist, den Teilnehmern ein „trockenes“ Thema spannend und

nisse, die in einem Streitfall nicht selten mit hohen Kosten für

kurzweilig zu präsentieren.

den Arbeitgeber verbunden waren, festgestellt.

Aufgrund der durchwegs positiven Resonanz ist angedacht,

Die zahlreichen Besucher aus allen Berufsgruppen unserer

die Vortragsreihe mit aktuellen Themen des Berufslebens

Kunsthandwerksinnung verfolgten sehr interessiert die

fortzuführen.

Ausführungen des Vortragenden, dem es bestens gelungen

Landesinnung Vorarlberg

April – Juni 2014


AUS DEN LANDESINNUNGEN

76

Niederösterreich

BERICHT – EXKURSION GLASHÜTTE DRESDEN Im Zuge der Reise wurden die Manufakturen Nomos, Moritz Grossmann und A. Lange & Söhne sowie das Uhrenmuseum besucht. Weitere Stationen waren der Mathematisch-Physikalische Salon und die Gläserne Manufaktur in Dresden. Schluss und Höhepunkt jeder Führung bestand in der Begutachtung der aktuellen Kollektion der jeweiligen Manufaktur. Alle Teilnehmer wurden mit weißen Handschuhen ausgestattet und konnten die neuesten Uhrenmodelle der Firmen Nomos, Grossmann und A. Lange & Söhne im Wert von mehreren 100.000 Euro genau betrachten. Ein weiteres Highlight der Exkursion war die Taschenuhr Schüler und Lehrer der Uhrmacherschule Karlstein gemeinsam mit einigen Uhrmachern und Juwelieren aus Niederösterreich

„Grande Complication“ von A. Lange & Söhne aus dem Jahr 1902. Dies ist die komplizierteste Taschenuhr, die je von A. Lange & Söhne gebaut wurde. Sie ist im Mathematisch-Phy-

Von 27. April bis 1. Mai 2014 unternahm die Uhrmacherschule

sikalischen Salon in Dresden ausgestellt. Dieses komplizierte

in Karlstein gemeinsam mit Mitgliedern der niederöster-

Werk war die Vorlage für den Bau einer Armbanduhr aus der

reichischen Landesinnung der Kunsthandwerke und dem

aktuellen Kollektion, welche die aufwendigste und mit einem

niederösterreichischen Handelsgremium eine Exkursion

Wert von ca. 1,9 Mill. Euro auch die teuerste Uhr von A.

nach Glashütte bei Dresden.

Lange & Söhne ist. Landesinnung Niederösterreich

CHRISTIAN UMSCHEID – UHRMACHERMEISTER Uhrmachermeister Christian Umscheid ist seit 1995 selbstständig und hat vor zwei Jahren die Uhrenmarke „Montre Exacte“ gegründet. Herrn Christian Umscheids Manufaktur befindet sich in 2170 Poysdorf. Ein altes, traditionsreiches Gebäude mit selbst entworfenen Arbeitstischen und Vitrinen dient als sein Atelier. Weiters befindet sich ein Glasfenster im Atelier, wo Besucher die Uhrmachermeister bei ihrer Arbeit beobachten können. Montre Exacte ist ein Unternehmen, das sich auf die Uhrenproduktion spezialisiert hat. Gegründet wurde es nach einer elf Jahre andauernden Zusammenarbeit mit der Uhrenmanufaktur Audemars Piguet. Montre Exacte fertigt Uhren in der

die Serie V1 waren von den Merkmalen der Kultur und der

Qualität „Haute Horlogerie“ an, die nach eigenen Ideen

Landschaft in der Heimat im niederösterreichischen Wein-

von der Skizze weg in Konzept und Konstruktion vollendet

viertel geprägt. Jedes dieser Modelle bekommt seinen

werden.

eigenen Namen …

Die erste Uhrenkollektion trägt den Namen „Vierteluhr“. Es handelt sich dabei um die Serie, von der insgesamt fünf verschiedene Modelle gefertigt werden. Die Grundideen für

April – Juni 2014

Mehr Informationen über die Gründung der Firma finden Sie unter www.montre-exacte.at


AUS DEN LANDESINNUNGEN

Steiermark

CHRISTINA HORNBACHER – EINE REISE BEGINNT Christina Hornbacher ist seit 2013 Mitglied der Landesinnung Kunsthandwerke und hat ihre Kunst – nämlich das Erzeugen von Schmuck aus Altpapier – bei einer Zusammenkunft von Kunsthandwerkern in der steirischen Regionalstelle Judenburg/Steiermark vorgestellt. Diesen sehr interessanten Zugang beschreibt sie wie folgt: Durch mein Studium an der FH JOANNEUM in Kapfenberg (Studiengang Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement) hatte ich vor vier Jahren die Möglichkeit, einen Workshop beim jährlichen Girls’ Day zu leiten. So überlegte ich mir, wie man Mädchen im Teenager-Alter das Thema „Umwelt“ auf eine etwas andere Art näherbringen kann. Da ich schon immer gerne künstlerischen Tätigkeiten nachgegangen bin, kam ich auf die Idee mit den Mädels Schmuck aus Altpapier zu basteln. Ich dachte, dass dies eine gute Idee für den Workshop sei, um das Thema „Wiederverwertung“ bzw. „Upcycling“ zu behandeln. Upcycling ist eine Art von Recycling, bei der Abfallprodukte in höherwertige Produkte umgewandelt werden. In meinem Fall entstehen so aus alten Zeitschriften und anderen Papierabfällen einzigartige Schmuckstücke. Daher experimentierte ich mit verschiedenen Origami-Figuren und stieß schließlich auf das Wunder der Papierperlentechnik. Nach dem Workshop war mir klar: Ich hatte ein neues Hobby gefunden! Und so stürzte ich mich in die Welt der Papierschmuck-Erzeugung und versuchte, die unterschiedlichsten Perlen zu kreieren. Nach den ersten mit Klebstoff befleckten Kleidungsstücken und Papierschnipseln im ganzen Haus wurde mir bewusst, dass ich noch einiges in diesem Gebiet zu lernen hatte, doch

„neues Papier“ zu verwenden, da es mir einfach „zu schade“ ist (hier spricht eindeutig die Öko-Tante aus mir). Warum etwas zweckentfremden, wenn es doch so viel Papier gibt, das keiner mehr braucht!? Außerdem verwende ich das Altpapier in zweierlei Hinsicht: natürlich als Material-, aber auch als Inspirationsquelle! Denn aus den unterschiedlichen Farben, die man im Müll findet, kann man einzigartige Schmuckstücke erstellen, die jedes Accessoire zum Unikat machen. Dank meiner Freunde und Freundinnen bekomme ich nicht nur Ideen und Anregungen für neue Projekte, sondern werde auch mit Altpapier und Altschmuck (kaputte Halsketten, Armreife …) versorgt, die ich wiederum in neue Upcessories verwandeln kann!

wie bekannt, machte auch mich die Übung zur Meisterin und

ARBEITSPROZESS

so konnte ich meine Fähigkeiten mit der Zeit verbessern. Und

Um eine alte Zeitschrift in eine Papierperle zu verwandeln,

die Tatsache, dass die Klebstoffflecken und Papierschnipsel

benötigt man Schneideinstrumente, Kleber und vor allem viel

noch immer präsent sind, zeigt mir, dass man sich im Leben

Zeit. Im Prinzip entsteht eine Perle dadurch, einen Papierstrei-

immer weiterentwickeln und verbessern kann!

fen aufzurollen und mit Klebstoff zu fixieren. Damit meine

Überraschenderweise bekamen meine Müll-Schmuckstücke

Upcessories im Alltag bestehen, werden sie mit einem

immer mehr Bewunderer/Bewunderinnen und Interessenten/

speziellen Versiegler beständig gemacht.

Interessentinnen, weshalb ich schließlich zum Entschluss kam,

UPCYCLING ALS LEIDENSCHAFT

ein Gewerbe anzumelden. Eine Freundin gab meinem Schmuck die passende Bezeichnung „Upcessories“ (eine Kombination aus „Upcycling“ und „Accessories“, engl. für Accessoires). Und so begann meine Reise in die AltpapierSchmuck-Welt.

Das Wunderbare am Upcycling ist, dass der Phantasie so gut wie keine Grenzen gesetzt sind. Außerdem ergeben sich durch die vorhandenen (Müll-)Ressourcen und Materialen neue Ideen und sie inspirieren ungemein. Zusätzlich rückt gleichzeitig der Umweltgedanke in den Vordergrund: Die

MATERIALEN UND IDEENGEWINNUNG

Wegwerfgesellschaft von heute sieht leider oft gar nicht,

Egal ob Zeitschriften, Prospekte, Plakate, Geschenkpapier …

welche Schätze sich in unserem Müll verbergen. Mit ein

Ich verwende jedes Papier – Hauptsache, es befindet sich auf

bisschen Abfall, Kreativität, Passion, Zeit und Geduld können

dem Weg zum Abfalleimer! Ich verzichte bewusst darauf,

die wunderschönsten und einzigartigsten Dinge entstehen!

April – Juni 2014

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AUS DEN LANDESINNUNGEN

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Wien

FORTBILDUNGS- UND KOMMUNIKATIONSNACHMITTAG Am 23. Mai 2014 fand bereits zum zweiten Mal ein Fortbil-

die Klaviermacher. Herr Heinz Letuha erzählte nicht nur von

dungs- und Kommunikationsnachmittag für alle Wiener

der Entwicklung und Geschichte, sondern auch von den

Musikinstrumentenbauer, diesmal im Palais Festetics, mit

wichtigsten Betätigungsfeldern des Klavierbauers und allen

folgenden Themen statt.

damit verbundenen Herausforderungen.

DER KLAVIERBAU – EIN BERUFSPORTRAIT

CITES­LISTE – ARTENSCHUTZ

Um die vielfältigen Sparten der Musikinstrumentenerzeuger

Herr Rupert Hofer, IM in der Steiermark und Beauftragter der

besser vernetzen zu können, gab es heuer ein Portrait über

Bundesinnung zu diesem Thema, berichtete ein Jahr nach der hitzigen Debatte um die neuesten Artenschutzbestimmungen und deren Auswirkungen auf die Produktion und den Handel im Bereich Musikinstrumentenbau über den Stand der Verhandlungen sowie über die Rechte und Pflichten. Widersprüchliche Aussagen und unterschiedliche Bewertungen der Situation haben bei vielen Mitgliedern Verunsicherung ausgelöst. KOMMUNIKATIONSZONE

Heinz Letuha, Nupi Jenner, Wolfgang Hufnagl, Rupert Hofer

Ein angeregter Austausch der Besucherinnen und Besucher bildete den Abschluss dieser gelungenen Veranstaltung. Christine Kratky-Tunk

GOLDSCHMIEDEBALL IM PALAIS ESCHENBACH Am 14. Mai 2014 fand der 29. Goldschmiedeball im Innen-

Ein Grund diesen Ball zu besuchen ist aber auch die Tombola

stadtpalais Eschenbach statt. Der Vorstand freute sich über

mit ihren vielen Möglichkeiten, bei diesem Event etwas zu

das Erscheinen der neuen Spartenobfrau der Sparte Gewer-

gewinnen. Ein Topas von 10 Karat wurde unter den Früh-

be und Handwerk Frau Mag. (FH) Maria Smodics-Neumann,

bucherinnen verlost und die Firma Ögussa stellte wieder

die auch den Ball eröffnete. Bis in die frühen Morgenstunden

einen 10g-Goldbarren zur Verfügung, der als Preis für „The

wurde ausgelassen gefeiert und getanzt – die Showband

Best Dress“ der schönsten Dame des Abends überreicht

Abracadabra ist auch für das nächste Jahr gebucht, ebenso

wurde. Die Jurierung wurde durch direkte Wahl vom Publi-

die Tanzschule Immervoll, die den Ball mit einem Menuett

kum durchgeführt. Den „Nice Guy“ des Abends durfte

eröffnete.

die Siegerin Claudia Bibl wählen, ein Besuch im Beverly Hills Club wird ihn und seine Freunde erfreuen. Bei den Sofortgewinnen Edel- und Schmucksteine zu verlosen setzt sich stetig durch – die Wiener Gold- und Silberschmiedemeister stellten insgesamt über 300 Karat an Edelsteinen zur Verfügung – und um Mitternacht wurden zusätzlich die 25 Hauptpreise verlost. Die jungen Meisterinnen und Meister des Jahres 2013 präsentierten ihre Meisterarbeiten – alles in allem eine gelungene Veranstaltung. Der Kartenvorverkauf und die Planung für den 30. Goldschmiedeball am 9. Mai 2015 laufen bereits. Für den Österreichischen Meisterverein prächtige Stimmung beim Goldschmiedeball 2014

April – Juni 2014

der Gold-, Silberschmiede und Juweliere Wolfgang Hufnagl & Barbara Kerschbaum


AUS DEN LANDESINNUNGEN

Wien

HABEMUS …?

LEBENSLAUF

Es war kein Konklave, dafür war es zu kurz, und es ist auch

MARIA SMODICS-NEUMANN (05.04.1970)

kein weißer Rauch von der Dachterrasse des Gewerbehauses

SELBSTSTÄNDIGE SCHNEIDERIN

aufgestiegen, doch es gab eine Wahl.

Am 1. Dezember 1993 gründete ich mein Unternehmen, das sich mit der Herstellung von Damen- und Herrenober­

WER HAT GEWÄHLT? Die Innungsmeister, die Berufszweigvorsitzenden und einige Vertreter aus dem Wirtschaftsparlament waren aufgerufen ihren neuen Spartenobmann zu wählen. Die Wahl fiel im ersten Wahlgang auf Frau Mag. (FH) Maria Smodics-Neumann, herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle – wir haben eine neue Spartenobfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk.

bekleidung, der Ausstattung von Turniertänzern und Eiskunst­läufern und dem Handel mit den dazugehörigen Accessoires beschäftigt. Der erste Standort des Unternehmens war der 15. Bezirk, Minciostraße 35, ein kleines Souterrainlokal, das mir die Flexibilität erlaubte, die ein Alleinmeister benötigt, um ein Unternehmen aufbauen zu können. Am 10. September 2001 übersiedelten wir in ein offenes Geschäftslokal, unseren

WER IST MARIA SMODICS-NEUMANN?

heutigen Standort (Stumpergasse 22, 1060 Wien). Derzeitiger

Ich lernte sie im Jahr 2010 kennen, sie ist

Beschäftigungsstand: 3 Mitarbeiter (1 Lehrling).

Innungsmeisterin der Landesinnung für Mode und Bekleidungstechnik, leitet bis heute die Gruppe der Lehrlingsbetreuer und -betreuerinnen und hat zu diesem Thema schon einige

SEIT 2004 – Leitung und Vortragende am Wifi Wien – Meister­ prüfungsvorbereitungskurs für Damen- und Herrenkleidermacher

Male in der Öffentlichkeit Stellung beziehen

1995–2000 – Vortragende am Wifi Wien – Meisterprüfungs-

dürfen. Ihre Auftritte im TV meistert sie mit

vorbereitungskurs für Damen- und Herrenkleidermacher

Eleganz, ebenso schafft sie klare Strukturen

1996–2000 – Vortragende in der Landesinnung Wien –

und ist an unseren Problemen und deren Lösungen interes-

Bekleidungsgewerbe für: Vorbereitungskurs für Teilgewerbe­

siert. In den vergangenen fünf Jahren war sie auch Stellvertre-

prüfung – Änderungsschneider, Schnittzeichnen Anfänger bis

terin von Walter Ruck, ihrem Vorgänger als Spartenobmann.

Fortgeschrittene, Vorbereitungskurs zur Lehrabschlussprüfung

Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit, alles Gute, Maria!

FUNKTIONEN – Seit 5. Juni 2014 Spartenobfrau der Sparte

Wolfgang Hufnagl

Gewerbe und Handwerk in Wien

April – Juni 2014

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AUS DEN LANDESINNUNGEN

80

Wien

FAIRES GOLD Am 23. April 2014 fand im Gewerbehaus auf der großen Dachterrasse ein Informationsabend über faires Gold statt. Alexander Skrein, Inhaber der Schmuckwerkstatt SKREIN* in der Spiegelgasse, hat im Oktober 2013 seine Produktion auf faires Gold umgestellt. Gemeinsam mit der Initiatorin des Projektes Caroline Kerschbaumer, Goldschmiedin und Menschenrechtsjuristin, stellte er an diesem Informationsabend das Konzept „faires Gold“ vor. Außerdem war Frau Mag. Brigitte Reisenberger (FIAN) – Autorin des Schwarzbuch Gold – anwesend und berichtete über die Erfahrungen mit verschiedenen Goldminen wie z.B. in Ghana und Südafrika, die sie besucht hatte. Es war ein sehr spannender und faszinierender Abend.

Alexander Skrein, Mag. Brigitte Reisenberger, Wolfgang Hufnagl, Mag. Caroline Kerschbaumer, Mag. Marcus Fasching (ÖGUSSA)

Diana Tomsu

DIE WELT VON FABERGÉ Am 24. April 2014 organisierte die Berufsgruppe der Gold-

russischen Zaren mit einer atemberaubenden Detailtreue

und Silberschmiede und Uhrmacher gemeinsam mit dem

anfertigte. Unter Verwendung edelster Materialien entstan-

Meisterverein eine Führung durch die Ausstellung „Die Welt

den nicht nur die berühmten Ostereier, sondern auch

von Fabergé“ im Kunsthistorischen Museum. Durch die

Broschen etwa in Form eines Hirschkäfers, Zigarettenetuis

guten Kontakte des Forums Goldschmiede zum Kunsthistori-

oder ein Modell eines Zuges der sibirischen Eisenbahn. Die

schen Museum waren der Eintritt als auch die Führung für

Ausstellung gab den Teilnehmern als auch den Besuchern

die Teilnehmer kostenlos. Zu bestaunen und bewundern gab

die Möglichkeit, das Gesamtwerk Fabergés kennenzulernen

es 160 Objekte, die Peter Carl Fabergé für den letzten

und sich durch die gezeigten Stücke inspirieren zu lassen. Diana Tomsu

Die Teilnehmer der Führung

April – Juni 2014


AUS DEN LANDESINNUNGEN

Wien

April – Juni 2014

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UNTERWEGS IN ÖSTERREICH

82

ROBERT PALKOWITZ

Goldschmiedemeister_Wien fasziniert gewesen. Seine Ausbildung schloss er 1988 in der HTL Goldschmiede in Steyr ab. Danach arbeitete Herr Palkowitz bei der Ögussa, bei Juwelier Haban und in der Schmuckwerkstatt bei Herrn Skrein. Die Meisterprüfung legte er 1999 in Wien ab. Der Schwerpunkt seines Betriebs liegt auf der Erzeugung von Schmuck nach alten, traditionellen Wiener Handwerkstechniken. Wenn man sich im Geschäft umschaut, wird man das auch selbst rasch feststellen – im Gegensatz zu anderen

Robert Palkowitz, Wolfgang Hufnagl

Goldschmieden sieht der Besucher mehr Werkzeuge als Schmuck. Hier findet sich keine Massenware, sondern Platz,

Das Geschäft von Herrn Palkowitz befindet sich im ersten

um eigene Schmuckstücke kreieren zu lassen. Seine Kunden

Bezirk in der Spiegelgasse 11, direkt darüber liegt das Büro.

sind bei ihm gut aufgehoben, denn individuelle Kunden-

Herrn Palkowitz’ Vater ist Edelsteinschleifer und so ist er

wünsche zu erfüllen ist seine Spezialität.

schon mit jungen Jahren von der Schmuckerzeugung

GOLDTEAM

Diana Tomsu

Goldschmiede-Meisterwerkstätte_Steiermark habe. Die Werkstätte wird von den beiden Betriebsinhabern Rudolf Knaller und Angelika Podolan geführt. Diese sind für ihre Sonderanfertigungen und individuellen Schmuck auf sehr hohem Niveau bekannt. Eine weitere Spezialität des Hauses sind Ehering-Workshops, in denen künftigen Eheleuten die Möglichkeit geboten wird, ganz individuell nach eigenen Vorstellungen Ringe zu fertigen. All die besonderen Unikate werden mit viel Herz und Begeisterung kreiert, gemeinsam mit dem Goldteam geplant und umgesetzt. In der Folge werden die einzelnen Bestandteile geschmolzen, gegossen, mit der Walze in Form gebracht, in Ring-Form gebogen, zusammengelötet, gehämmert und fein

Rupert Hofer, Angelika Podolan

verarbeitet.

Im Rahmen der Betriebsbesuche der Wirtschaftskammer

Angelika Podolan betont, dass das Hämmern entscheidend

Steiermark besuchten Goldschmiedemeister Georg Wiesauer

ist. Denn je länger geklopft wird, desto härter wird das Metall

und Bundesinnungsmeister-Stv. Rupert Hofer das Goldteam,

und dies ist letztendlich entscheidend für die Langlebigkeit

eine besondere Schmiede im Zentrum von Graz, in der

des Ringes – wie hoffentlich die Ehe, die er besiegeln soll.

Sporgasse 29, am Fuße des Schlossbergs in einem Hof

Je nach Aufwand dauert der Workshop drei Stunden bis zu

idyllisch gelegen.

drei Tage. Die ExpertInnen begleiten und unterstützen bei

Mit besonderer Freude durfte ich in der beeindruckend

jeder Gelegenheit, aber die Individualität bleibt.

schönen Erlebniswerkstätte Angelika Podolan begrüßen, mit

Frau Podolan ist auch Mitglied des Prüfungsteams der

der ich vor etwa 18 Jahren die Unternehmerakademie besucht

Lehrabschlussprüfungen für die Gold- und Silberschmiede. Rupert Hofer

April – Juni 2014


UNTERWEGS IN ÖSTERREICH

MARIE-SOPHIE MACHATSCHKE

83

Buchbindermeisterin_Wien

Werkstatt an ihrer jetzigen Adresse. Der Traditionsbetrieb gehört heute Buchbindermeisterin Marie-Sophie Machatschke. Frau Machatschke absolvierte ihre Lehrzeit zur einen Hälfte in der Buchbinderei Grünauer im 1. Bezirk und zur anderen Hälfte in der Buchbinderei Prouza im 6. Bezirk. Nach Ablegung der Gesellenprüfung nahm sie eine Stellung in der Restaurierwerkstatt des Österreichischen Staatsarchivs an, um ihr Handwerk zu perfektionieren und zusätzlich Grundkenntnisse der Restaurierung von Büchern zu erwerben. Im Jahr 1997 absolvierte sie die Meisterprüfung mit Auszeichnung. Im September desselben Jahres übernahm sie den Betrieb von Elisabeth und Herbert

Wolfgang Hufnagl, Marie­Sophie Machatschke

Santin.

In der Heumühlgasse 5 im 4. Bezirk befindet sich die

Sie bindet Bücher aller Art, wobei Studierende mit ihren

zweitälteste noch bestehende Buchbinderei Wiens. Der

Diplomarbeiten, Verliebte mit ihren ausgedruckten E-Mail-

Betrieb wurde von Alois Schmidt 1850 im selben Bezirk, in

Korrespondenzen und Rechtsanwälte mit ihren Fachzeit-

der Schäfergasse 12, gegründet. Seit 1945 befindet sich die

schriften gleichermaßen willkommen sind. Diana Tomsu

„TINAPOELZL DESIGN“

Kunsthandwerk_Wien Eine Newcomerin im Kunsthandwerk ist Frau Mag. Christina Pölzl-Huemer. 2013 hat sie sich mit dem Label „tinapoelzl design“ und einer neuen Idee des Krawatten-Upcyclings selbständig gemacht. Alte Krawatten werden umgenäht und kreativ zu Halsketten oder zu Gürteln umgearbeitet, denn schon in der Schulzeit hat sie Krawatten bevorzugt als Gürtel getragen. Das zweite Standbein ist die Modeschmuckerzeugung, ein Handwerk, das sie auf einem Auslandsaufenthalt in Kanada 2005 kennen gelernt hat. Aus Perlen, aber auch Urlaubsmitbringseln wie Muscheln und Steinen werden je nach Kundenwunsch Ketten, Ohrringe, aber auch andere Auftragswerke gefertigt. Etwas ganz anderes sind die Schmuck-to-do-Partys, die sie direkt beim Kunden veranstaltet. So wird der Kunde selbst zum Designer. Die Bearbeitung des Stücks übernimmt dann wieder Frau Pölzl-Huemer und nach einer kurzen Wartezeit hält der

Aufnahme aus dem Atelier

Kunde seine Eigenkreation in perfekter Verarbeitungsqualität in Händen. Diana Tomsu April – Juni 2014


UNTERWEGS IN ÖSTERREICH

84

GERLINDE REUTTERER

Geigenbau_Wien na und Boston sowie einer fünfjährigen Mitarbeit bei Geigenbau A. Post in Amsterdam. Im Jahr 1991 legte sie die Meisterprüfung in Innsbruck ab und 1993 eröffnete sie ihr Atelier in Wien. Spezialisiert hat sich Frau Reutterer auf die Restaurierung und den Handel von Streichinstrumenten, Expertisen für Versicherungen, aber auch der Bau von neuen Instrumenten kommt nicht zu kurz. Aufgrund des geringen Platzangebots in ihrer Werkstätte kann sie keinen Lehrling aufnehmen. Gerne gibt sie ihr Wissen weiter, so zum Beispiel auch an

Gerlinde Reutterer, Wolfgang Hufnagl

Studenten in Chile, für die sie 2015 bereits zum dritten Mal einen Geigenbaukurs abhält.

In der Mollardgasse 85A im sechsten Bezirk befindet sich

Für ihre große Erfahrung und internationale Vernetzung

der Meisterbetrieb von Gerlinde Reutterer. Der Bau von

sprechen ihre Referenzen. Dazu zählen die Esterhazy

Geigen ist ihr in die Wiege gelegt, denn schon ihr Vater

Privatstiftung, der Concentus Musicus Wien, die Konserva-

hatte in Hallein einen Betrieb, den ihr Bruder übernahm.

torien Wien und Graz, das L’Orfeo Barockorchester Linz,

Die Ausbildung hat Frau Reutterer in die weite Welt

das kroatische Nationaltheater in Zagreb, die Musikuniver-

geführt, Stationen waren die Geigenbauschule Mittenwald

sität Wien und die Wiener Symphoniker, um nur einige zu

in Deutschland, gefolgt von Studienaufenthalten in Cremo-

nennen. Diana Tomsu

HÜBNER

Uhrmachermeister_Wien Jahren den väterlichen Betrieb übernahm, war er bereits bestens vertraut mit Schweizer Präzisionsuhren, begleitete er doch schon mit 14 Jahren seinen Vater häufig auf Geschäftsreisen ins westlichste Nachbarland. Es ist also kein Wunder, dass über Uhrmachermeister Hübner viele Markenuhren den Weg nach Österreich gefunden haben. Mittlerweile sind auch die beiden Töchter im Unternehmen beschäftigt, sie sind im elterlichen Betrieb groß geworden. Mit der Familie ist auch das Unternehmen gewachsen, so gibt es neben dem Stammsitz in Wien Standorte in Linz und Wels; die Anzahl der Mitarbeiter beläuft sich auf 25, aufgeteilt auf Verkauf und Atelier. In laufend stattfindenden Schulungen wird den Mitarbeitern der neueste Stand der Christian R. Hübner, Wolfgang Hufnagl

Technik nähergebracht. Nach wie vor ist das Reparieren und Restaurieren alter Uhren neben dem Verkauf ein wichtiger

Am Graben Nr. 28 befindet sich eine Institution der Uhrma-

Geschäftszweig. Aber Uhrmachermeister Hübner wäre nicht

chermeister, der Stammsitz der Firma Hübner, die auf eine

Uhrmachermeister Hübner, wenn er sich zum 100-jährigen

100-jährige Tradition zurückblicken kann. Zu Beginn wurden

Bestehen nicht die Anfertigung einer Serie von Jubiläumsuh-

Uhren nur repariert. Als Christian R. Hübner 1960 mit nur 19

ren hätte einfallen lassen. Diana Tomsu

April – Juni 2014


MUSIKINSTRUMENTENERZEUGER

Themenschwerpunkt

WERTE MIT ZUKUNFT – 335 JAHRE MUSIK SCHWARZ Es hat wirklich einen besonderen Wert, wenn uns unsere Kunden berichten, wie viel Lebensfreude, Energie, Kraft und Muße sie durch das Spielen mit ihrer "Kärntnerland-Harmonika” erleben! Was hat es eigentlich auf sich mit dieser Wunderwaffe

Bei der Familie Schwarz werden Sie keine Instrumente und

gegen Sorgen und Traurigkeit, mit diesem hervorragenden

MIDI-Einbauten finden, wo kurzlebige Bauteile eingebaut

Therapiegerät gegen alle möglichen Krankheiten und

sind, nur um die Lebensdauer zu verringern. Bei Massenarti-

Wehwehchen, mit diesem geselligen Melodieinstrument für

keln des täglichen Lebens ist dies in unserer Zeit leider oft

alle Gelegenheiten? Es sind die besonderen Töne, die Sie

eine gängige Methodik und wird in der Fachsprache als

diesem bodenständigen Instrument entlocken können und

„geplante Obsoleszenz“ bezeichnet.

die so viel Energie und Lebensfreude spenden!

Wir gehen ganz bewusst den entgegengesetzten Weg, das heißt, auch Ihre älteren Harmonikas und MIDI-Einbauten

Natürlich ist es nicht einerlei, welche Materialien beim Bau

werden von uns fachgerecht repariert und instandgehalten.

unserer qualitativen „Kärntnerland-Harmonikas“ verwendet

Dies hat wiederum den großen Vorteil, dass unsere Kunden

werden. Dies wussten schon unser Vater Karl und Großvater

wissen, dass sie mit einer Original „Kärntnerland-Harmonika“

Ludwig, und auch deren Väter legten großen Wert auf die

ein besonders langlebiges und wertbeständiges Instrument

beste Stimmzungenqualität – einst bereits beim Urinstrument

erworben haben, welches auch nach vielen Jahren einen

der Familie Schwarz, der Maultrommel, die bereits bis ins Jahr

entsprechenden Wiederverkaufswert hat!

1679 zurückreicht. Sorgfältig ausgewählte Tonhölzer, eine

Haben Sie schon einmal daran gedacht, in Zeiten, wo viele

hochpräzise Mechanik und ein speziell konstruierter Balg

Sparguthaben an realem Wert verlieren, ein Investment in Ihre

umrahmen das exklusive Herzstück einer Original „Kärntner-

persönliche Lebensfreude oder in die Ihrer Lieben zu tätigen,

land-Harmonika“.

in Form einer wertbeständigen, neuen original „Kärntnerland

Bereits seit 12 Generationen oder 335 Jahren hat sich dieses

Harmonika“ oder eines innovativen OKL-Kärntnerland-MIDIs?

Wissen und Qualitätsbewusstsein aufgebaut und permanent

Langjährige Lebensfreude und viele schöne, gesellige

weiterentwickelt.

Stunden können wir Ihnen dabei garantieren! Profitieren Sie

Mein Bruder Karl Schwarz trägt dieses Wissen sehr bewusst wei-

von den vielen Vorzügen der neuesten Harmonika- und

ter. Er ruht sich aber nicht darauf aus, sondern ist bestrebt, mit

MIDI-Generation. Nur bei uns, Ihrem einzigen Harmonika-

den besten Spielern der heutigen Zeit wie den im vergangenen

komplettausstatter, erhalten Sie alles aus einer Hand!

Sommer gekürten neuen Welt- und Staatsmeistern und

Kommen Sie und besuchen Sie uns in Molln zu einem

gemeinsam mit den vielen hervorragenden Harmonikaspielern

Probespiel, oder gehen Sie zu einem Händler Ihres Vertrauen!

aus nah und fern die Weiterentwicklung stets voranzutreiben.

Wir freuen uns schon auf Sie!

Tradition und Fortschritt zugleich haben den Familienbetrieb

Monika Obernberger-Schwarz

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GRAZ Harterstrasse 96 8053 Graz Tel 0316/26 20 10 Fax 0316/26 10 60 office.graz@sigron.at

ENNS Forstbergstrasse 1a 4470 Enns Tel 07223/82 8 45 Fax 07223/82 9 10 office.enns@sigron.at

April – Juni 2014

SALZBURG Haunspergstrasse 21 5020 Salzburg Tel 0662/90 90 00 Fax 0662/90 90 01 office.salzburg@sigron.at

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NACHWORT

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Musikinst rumentenerz euger

AT LAST

Ausbildung, Weiterbildung und Qualifikation werden auch in Zukunft ein wichtiges Thema für

Wir konnten in dieser Ausgabe verschiedenste Aspekte der

die Musikinstrumentenerzeuger

Lehrlingsausbildung ins Blickfeld rücken. Nachdem ich mittler-

bleiben. Ich denke da im Besonde-

weile seit über 19 Jahren Lehrlinge ausbilde, habe ich in diesem

ren an eine qualitative, bundeswei-

Bereich auch große Erfahrung.

te Nivellierung des individuellen

In der überwiegenden Anzahl der Länder in Europa steht kein

Befähigungsnachweises und die

der dualen Ausbildung vergleichbarer Ausbildungsweg zur

Erhaltung und Verbesserung der

Verfügung. Die Vorteile liegen auf der Hand. Dass in diesem

Meisterprüfung. Nur über diese weiterführenden Ausbil-

Jahr neun Klaviermacherlehrlinge zur Lehrabschlussprüfung

dungs- und Prüfungsbereiche sehe ich die Möglichkeit,

angetreten sind, ist mit ziemlicher Sicherheit mehr als nur ein

dauerhaft qualifizierte Sachverständige für unsere Branche

kleines Lebenszeichen der Branche. Dabei steht natürlich

zur Verfügung stellen zu können.

außer Frage, dass hier permanent Verbesserungs- und

Wer glauben sollte, dass damit die anstehenden Aufgaben

Anpassungsmöglichkeiten vorgenommen werden müssen.

erledigt sind, hat weit gefehlt. Der Artenschutz als ständiger

Heuer zeigte sich außerdem die Notwendigkeit das Berufsbild

Prozess wird uns auch in den nächsten Jahren intensiv

des Klavierbauers zu überarbeiten. Hier konnte in Überein-

begleiten. Darüber hinaus bin ich mit der Situation der

stimmung mit den Verantwortlichen aus der Bundesinnung

Budgets für Schulen, Musikschulen und verantwortliche

und der Berufsschule für Holz, Klang, Farbe, Lack rasch eine

Institutionen in unserem Bundesland bei weitem nicht

gute Lösung gefunden werden.

einverstanden. Wir sollten nicht müde werden, die Verantwort-

In Zeiten moderner Medien (AutoCAD, Smartphones, Internet)

lichen von der bildungspolitischen Notwendigkeit zu überzeu-

gibt es viele neue Werkzeuge und Programme, die auch in

gen, ihre Gelder so zu vergeben, dass sie österreichischen

unserem doch sehr traditionellen Beruf wahrgenommen

Musikinstrumentenerzeugern und damit der Ausbildung hier

werden müssen. Dieser Spagat zwischen Tradition und

in Österreich zugutekommen.

moderner Technik wird in den nächsten Jahren bestimmt eine Herausforderung darstellen.

Heinz Letuha – Klaviermachermeister

Goldschmiede &

Goldschmiede & Silbermanufaktur Silbermanufaktur

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IMPRESSUM Fachzeitschrift des österreichischen Kunsthandwerks | Offizielles Organ der Bundesinnung der Kunsthandwerke Österreichs und der Landesinnungen Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und der Fachvertretung Burgenland. | MEDIENINHABER (VERLEGER): Fa. Schogla, Percostraße 21, 1220 Wien, Tel.: 01/257 32 22, Fax-DW 23 | HERAUSGEBER: Verein zur Förderung des österreichischen Buchbinder, Kartonagewarenerzeuger, Etui- und Papierwarenerzeuger, Percostraße 21, 1220 Wien | REDAKTION: Mag. Georg Lintner (Chefredakteur), Paula Pospisil, e-mail: redaktion@kunsthandwerk-online.at | GRAPHIK UND DRUCKVORSTUFE: Markus Rothbauer, e-mail: office@studio02.at | LEKTORAT: Sophia Scherl MA | www.sophiascherl.at DRUCKHERSTELLUNG: Paul Gerin Druckerei, A-2120 Wolkersdorf, Gerinstraße 1-3 | PAPIER: teilweise gesponsert von Papernet | ANZEIGENANNAHME: Paula Pospisil, e-mail: kunsthandwerkezeitung@aon.at | ERSCHEINUNGSWEISE: 4 mal im Jahr | AUFLAGE: 4.500 Exemplare, Sammel-Jahresbezug für die Mitgliedsbetriebe | ANZEIGEN- UND REDAKTIONSSCHLUSS: Jeweils am 20. des Vormonats | ONLINEPORTAL: www.kunsthandwerk-info.at | FOTO/BILDRECHTE (sofern im Text nicht angegeben) © Heimo Binder, Teresa Schrems, Landesinnung Wien, Rupert Hofer, Wendelin Eberle, Rudolf Hopfner, Arjan Versteeg, Thomas Gerbeth, Bernhard Sanders, Georg Wiesauer, Josef Krisper, Sieglinde Almesberger, Karl Schwarz, Landesinnung Niederösterreich, Christian Umscheid, Christian Oucherif, Landesinnung Vorarlberg, Christina Hornbacher, Österreichischer Meisterverein, Wirtschaftskammer Wien, Heinz Letuha | OFFENLEGUNG NACH § 25 MEDIENGESETZ: Verein zur Förderung des österreichischen Buchbinder, Kartonagewarenerzeuger, Etui- und Papierwarenerzeuger, Sitz: Percostraße 21, 1220 Wien, Tel.: 01/257 32 22, Fax-DW 23 | UNTERNEHMENSGEGENSTAND: Vertretung der Interessen der nach dem Wirtschaftskammergesetz angehörenden Mitglieder der Bundesinnung der Kunsthandwerke, Beteiligung: 100% | BLATTLINIE: Die Zeitung vertritt die unternehmerischen Interessen der Mitgliedsbetriebe und dienst der Information der Leser über die für die Führung eines Unternehmens in wirtschaftlicher, gesellschaftspolitischer, technischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht bedeutsamen Fakten und Meinungen. Für eingesandte Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Zum Abdruck angenommene Arbeiten gehen in das unbeschränkte Verfügen des Herausgebers über. Nachdruck – auch auszugsweise – bedarf der gesonderten Erlaubnis. Mit Name oder Signatur gekennzeichnete Veröffentlichungen stellen jeweils die Meinung des Verfassers dar und geben nicht in jedem Fall den Standpunkt des Herausgebers wieder. | RESPECT! Sämtliche von der Redaktion verfasste Artikel beziehen sich gleichwertig auf Mann und Frau, lediglich zugunsten der Lesefreundlichkeit der Texte verzichten wir auf spezielle geschlechtergerechte Sprachformulierungen.

April – Juni 2014

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Kunsthandwerk 02 2014  

Kunsthandwerkzeitschrift 02 2014

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