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VORWORT | Bundesinnung

PRO & KONTRA Werte Mitglieder! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

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m Leben jedes Menschen gibt es Situationen, in denen Entscheidungen zu treffen sind, die nicht einfach sind und manchmal auch nicht von allen Betroffenen geteilt werden. Für und Wider halten sich die Waage und der Zwiespalt ist oft von weitreichenden Konsequenzen getragen. Dies gilt für alle Bereiche, sowohl privat als auch im beruflichen Umfeld. In meiner Zeit als Bundesinnungsmeister stand ich öfters vor solchen Herausforderungen. Von diesen möchte ich hier einige Wesentliche ansprechen. Da war zum Beispiel eine bevorstehende Zusammenführung von Ausbildungen in den Berufsschulen für artverwandte Berufe. Eine besondere Situation entstand vor dem Zusammenschluss zur neuen Bundesinnung der Kunsthandwerke. Einerseits gab es Überlegungen zu einer spartenübergreifenden Zusammenlegung der jeweiligen Berufsgruppen mit dem jeweiligen Handelsgremien. Die Entscheidung zur neu formierten Bundesinnung erfolgte mit einfacher Mehrheit. Nach nun fast zehn Jahren Bestand kann ich den eingeschlagenen Weg als richtungsweisend empfinden.

Die Mehrzahl der Themenbereiche gelten für alle Berufsgruppen in ähnlichen Ausmaßen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wurde mit der Zeit verstärkt, es dauerte jedoch länger als erwartet. Vielleicht bis zu dem Zeitpunkt, als die Zeitschrift der Buchbinder zur gemeinsamen Zeitschrift der Kunsthandwerke erhoben wurde. Die Diskussion darüber, in wieweit wir damit unsere Mitglieder erreichen, besteht seit Anfang an. Ich persönlich nehme für mich in Anspruch, eine gedruckte Ausgabe in Händen halten zu wollen. Das ist einfach ein haptisches Gefühl und jederzeit greifbar. Alternativ in der digitalisierten Welt ist natürlich auch eine Online-Ausgabe abrufbereit. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch bei dem Redaktionsteam für die geleistete Arbeit bedanken. Ein typisches Beispiel für Pro und Kontra Standpunkte, die auch bei vielen anderen Themen wiederkehren. Ich wünsche Ihnen schöne Feiertage und angenehme Stunden beim Lesen dieser Ausgabe. Ihr Bundesinnungsmeister KommR Hans Joachim Pinter

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INHALT | Vorankündigungen

Inhalt VORWORT | Bundesinnung – Pro & Kontra.................................... 75

Mondomusica Cremona – Tradition trifft Innovation .................... 88

EIN PAAR PERSÖNLICHE WORTE | Die Redaktion....................... 77

Rudolf Kögl – Petz Kolophonium.................................................... 90

Reisebericht der Kunsthandwerker................................................. 78

Qualifikationsstandard der Meisterqualifikation............................ 92

Kunsthandwerker tagen in Linz....................................................... 79

Wolfgang Schön Kupferdrucker in Wien........................................ 94

Gedanken zum 25. Uhrmachertreffen (Wibmer-Kreis) .................. 80

CITES CoP18 – Neuregelungen Holz – Genf 2019 ....................... 96

Meisterprüfung der Uhrmacher ...................................................... 81

Kunst, Design und Handwerk auf Burg Rabenstein ...................... 99

Wegfall der Punzierungskontrollgebühr......................................... 82

Eine bunte Zauberwelt – Juanitas Nähbox – Stattegg................ 100

100 Jahre Saitengeschichte............................................................. 83

Wiener Kunsthandwerk – 20. Lange Nacht der Museen............. 102

Eine Auszeichnung der ganz besonderen Art …........................... 84

Meisterprüfung 2019 der Buchbinder in St. Pölten..................... 103

Ausbildung – quo vadis.................................................................... 86

Wiener Kunsthandwerk von seiner besten Seite......................... 104

„Danke“ Alois – „Willkommen“ Nikolaus ..................................... 87

Weihnachten – Fest der Liebe ...................................................... 106

Ankündigung

20. INTERNATIONALER BUCHEINBANDWETTBEWERB 2020 FÜR AUSZUBILDENDE IM BUCHBINDERHANDWERK Bundesinnung Kunsthandwerke Zum heuer zwanzigsten Mal wird alljährlich abwechselnd von den Fachverbänden Österreichs, Deutschlands und der Schweiz ein Bucheinbandwettbewerb organisiert und durchgeführt. 2020 ist Österreich an der Reihe. Daher laden wir alle Auszubildenden im Buchbinderhandwerk ein, an diesem bewährten Wettbewerb teilzunehmen. Nach dem Anmeldeschluss bekommen Sie ein Buch in gefalzten losen Heftlagen zugeschickt und fertigen bis zum Einsendeschluss ein von Ihnen interpretiertes handgebundenes Buch. Die Ausführung wird hinsichtlich der Gestaltung, Technik und Materialwahl dem Teilnehmer freigestellt. Es wird empfohlen, einfache aber gekonnte Einbände herzustellen. Pro Teilnehmer/in kann nur eine Wettbewerbsarbeit eingesandt werden. Bewertungskriterien Bewertet werden vor allem fachlich und technisch richtige Ausführungen vor Materialwahl und gestalterischer Idee. Die Juroren bewerten die Arbeiten jeder für sich, sie entscheiden aber gemeinsam über die Vergabe der Auszeichnungen.

Jury Die Jury besteht aus drei Mitgliedern • Hans Dieter Jung, Köln (D) • Simon Kauer, Bern (CH) • Bernhard Sanders, Innsbruck (A) Es gibt 3 Kategorien A = Lehrlinge des 1. Lehrjahres; B = Lehrlinge des 2. Lehrjahres; C = Lehrlinge des 3. und 4. Lehrjahres Die Anmeldung erfolgt wie bisher für die Teilnehmer aus Österreich über die Bundesinnung der Kunsthandwerke, Berufsgruppe der Buchbinder, Kartonagewaren- und Etuierzeuger und ist bis 10. Jänner 2020 möglich. Die Anmeldung ist gültig, sobald die Teilnahmegebühr überwiesen wurde. Anmeldeschluss: 10. Jänner 2020 beim jeweiligen Landesverband Einsendeschluss: 17. April 2020 Das Anmeldeformular sowie die Richtlinien finden Sie auf unserer Homepage www.buchbinder.at. Wir wünschen viel Erfolg!

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EIN PA AR PERSÖNLICHE WORTE | Die Redaktion

SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN, LIEBE LESERINNEN UND LESER DER FACHZEITSCHRIFT DES ÖSTERREICHISCHEN KUNSTHANDWERKS!

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ie Zeit verfliegt und schon neigt sich das Jahr 2019 seinem Ende zu. Zahlreich nun die Möglichkeiten, sich mit Freunden und Bekannten „noch schnell auf einen Punsch und ein Tratscherl“ zu treffen, neben der gerade in den Branchen des Kunsthandwerkes besonders intensiven Zeit. Es würde uns freuen, wenn Sie sich auch Zeit für die vorliegende Ausgabe der Kunsthandwerkezeitung, die diesmal ihren Schwerpunkt der Musikinstrumentenerzeugung gewidmet hat, nehmen. Neben einem Bericht über die Musikmesse in Cremona nehmen wir Sie auch mit zum Treffen der Uhrmacher, das dieses Jahr schon zum 25. Mal stattgefunden hat.

Für die kommenden Feiertage wünschen wir Ihnen wohlverdiente Erholung und eine stille, aber auch fröhliche Zeit mit Ihren Lieben. Starten Sie voller Elan ins neue Jahr 2020!

Weiters dürfen wir über neue Meister in den Berufen Buchbinder und Uhrmacher berichten. Lernen Sie in einem weiteren Bericht die Orgel im Stephansdom besser kennen. Am Titelblatt finden Sie zudem eine moderne Version einer Orgel des Unternehmens Rieger Orgelbau. Beeindruckend welche Leistungen möglich sind.

Geben Sie uns Bescheid, wenn Sie uns in den kommenden Ausgaben mit interessanten Einblicken unterstützen wollen! Vielen Dank für Ihre Rückmeldungen an: diekunsthandwerke@wko.at Viel Vergnügen beim Lesen der aktuellen Ausgabe!

Wie immer liefern wir Ihnen auch einen Rück- und Ausblick über die zahlreichen Veranstaltungen der Landesinnungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung.

Iris Dittenbach und Erwin Czesany Büro der Bundesinnung und Chefredaktion

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NIEDERÖSTERREICH | Kunsthandwerk

REISEBERICHT DER KUNSTHANDWERKER

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ie heißt es so schön, wer eine Reise tut, der kann was erzählen. Die Landesinnung der Kunsthandwerke NÖ unternahm heuer im Oktober eine Fachexkursion nach Istrien.

Wir, der Vorstand der Innung, haben uns vorgenommen einmal jährlich eine Studienreise zu einem interessanten Ziel zu machen. Das kann eine Fachmesse, ein Kunsthandwerksmarkt, eine Produktionsfirma, ein Museum, ein Schloss mit ihren Kunstschätzen, usw. … sein. Nun, heuer ging es weit über unsere Grenzen hinaus, nach Lujbljana, Besichtigung des historischen Stadtzentrums, anschließend nach Portoroz. Am nächsten Tag kamen wir zum Höhepunkt unserer Reise in das kleine Künstlerdorf Groznjan in Istrien. Hier findet man fernab von den touristisch hochfrequentierten Orten am Meer sehr abgeschieden ein besonderes Dorf. Da hat sich eine Gruppe von Menschen angesiedelt, die sich dafür entschieden haben, sich um die mittelalterlichen Häuser, die den Verfall preisgegeben waren, zu kümmern, sie zu renovieren und ihnen neues Leben einzuhauchen. Neben regionalem Kunsthandwerk, mit den Hauptthemen: Keramik, Holz, Textil, Glas, und natürlich Schmuck, werden zudem regionale Köstlichkeiten, wie Trüffel, Olivenöl, Käse, Kräuter, Wein, Liköre (Mistel), u.v.m. angeboten. In diesem kleinen Dörfchen finden sich ganz idyllische Gässchen und stille, romantische Ecken alles frei von jeglichem Trubel und Autoverkehr und frei von Made in China … es ist beeindruckend, was eine gemeinsame Idee bzw. Philosophie, ein gemeinsames Konzept und ein gemeinsames an einem Strang ziehen einer Dorfgemeinschaft bewirken kann. Ich finde das toll und bewundernswert! Im Nachbardorf Motovun wo sich alles um den Trüffel dreht sollte man unbedingt mal gewesen sein. Also, falls du in die Nähe kommst, lass es dir nicht entgehen. Am nächsten Tag machten wir uns auf die Heimreise. Wir besuchten noch die Altstadt von Triest und das Schloss Miramare. Auch wenn es nur ein Kurztrip war, konnten wir doch viele Eindrücke sammeln. Ein weiterer positiver Aspekt unserer gemeinsamen Reise ist, dass es sich dabei um ein Angebot handelt, dass alle Berufsgruppen unserer Innung nutzen konnten und auch genützt haben, von allen Berufsgruppen war jemand mit dabei. Zudem konnte jeder für sich die Reise nutzen um mehr oder weniger intensiv zu netzwerken. Ich freue mich auf die Reise 2020 die uns nach Südtirol führen wird. f.d.I – Eure Sieglinde Almesberger – Berufsgruppenvorsitzende Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände Fotos © LI NÖ

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BUNDESINNUNG | Kunsthandwerk

KUNSTHANDWERKER TAGEN IN LINZ

Am Foto von links nach rechts GF Kerstin Tobisch, GF Kristina Fürhapter, Gerhard Oberholzer, Rupert Hofer, Thomas Hovezak, Heidi Rohrmoser, GF Petra Kreuzer, Sieglinde Almesberger, Wolfgang Hufnagl, Andrea Radinger-Reisner, Bernhard Hölbling, Juanita Arellano Guerra, GF Erwin Czesany

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ertreter der Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände, von Waren nach Gablonzer Art und Modeschmuckerzeuger trafen einander in der Wirtschaftskammer Oberösterreich zu einem Erfahrungs- und Interessenaustausch. Anhand eines Branchenleitfadens für Neugründerinnen wurde erörtert, unter welchen Voraussetzungen eine Gewerbeberechtigung für das Kunstgewerbe möglich ist. Das Gründerservice der Wirtschaftskammer und in weiterer Folge jede Landesinnung stehen dem Betrieb dann für alle in der Praxis auftretenden Fragen zur Verfügung. Branchentreffen, Weiterbildungsangebote und der kostenlose Bezug der Kunsthandwerkerzeitung bieten den überwiegenden Ein-Personen-Unternehmen damit viele Möglichkeiten, sich zu vernetzen und ihren Bekanntheitsgrad beim Kunden zu erhöhen.

gegenüber der vielfach aus dem Ausland stammenden industriell erzeugten Massenware muss auch im Sinne der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes in der Öffentlichkeit hervorgehoben werden. (Text und Foto © Mag. Erwin Czesany)

Süße und pikante mini Gugelhupf Variationen aus frischen, hochwertigen Zutaten!

Berichtet wurde auch über zahlreiche Maßnahmen, die das Image der Kunsthandwerker fördern und damit die hohe Qualität der handwerklich angefertigten Unikate unterstreichen. So wird es beispielsweise die Möglichkeit geben, Papiertragtaschen mit dem Kunsthandwerkerlogo in zwei verschiedenen Größen in der Landesinnung zu bestellen – dank einer Sammelbestellung zu einem äußerst günstigen Preis. Ein „Danke-Folder“ kann jedem Kunden zum verkauften Produkt mitgegeben werden, der auf die Qualität des Einzelstückes hinweist und einen zusätzlichen Erinnerungswert beim Kunden erzeugen soll. Berufszweigobfrau Heidi Rohrmoser wies darauf hin, dass Kunsthandwerk-Märkte in allen Bundesländern Plattformen darstellen, die vielfältigen Erzeugnisse der Kunsthandwerker in Top-Qualität zu präsentieren. Dieser Mehrwert

Saisonale, regionale, gesunde und möglichst biologisch zertifizierte Zutaten, von unserem Haubenkoch Rick Walcher, von Hand zubereitet.

Süße Variationen

Pikante Variationen

Apfelstrudel, Glühwein Schoko Holler, Porridge Waldviertler, Weintraube, ...

Bella Italia, Kaiser Kürbis , Mediterrano Spicy, Smoked Fish, ...

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NIEDERÖSTERREICH | Uhrmacher

GEDANKEN ZUM 25. UHRMACHERTREFFEN (WIBMER-KREIS) IN BÄRNKOPF AM 21.SEPTEMBER 2019 „… über den Werktischrand schauen …“

1995 „Was haltest du davon, unsere Kunden nach Bärnkopf einzuladen, damit sie sich einmal kennenlernen, Erfahrungen austauschen, Probleme besprechen, einfach in lockerer Atmosphäre miteinander plaudern ...?“ Das sagte mein Mann damals. „Uhrmacher sind Eigenbrötler, jeder meint sein Werktisch sei der Mittelpunkt des Arbeitslebens.“ So begann es. Ich war gleich dabei und fand die Idee sehr gut. Peter schickte die ersten Einladungen aus. Die Reaktion war enorm positiv.

Samstag, 14. Oktober 1995. Ca. 100 Menschen treffen in Bärnkopf ein. Das Wetter war traumhaft, Sonnenschein, blauer Himmel, warme Luft … – “Indian Summer“ im Waldviertel – vom Feinsten. Unser Haus stand weit offen, vor dem Haus, im Haus, Snacks in der Küche, überall angeregtes Kennenlernen, freudiges Wiedersehen, super Stimmung … Quartier für so viele Leute in Bärnkopf zu finden war nicht leicht, aber schaffbar. So viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten wir nicht erwartet. Einige mussten zu zweit in einem Zimmer übernachten, weil nicht so viele Einzelzimmer im Ort zur Verfügung standen, was aber förderlich für die Kommunikation war. Abendessen im Gasthaus zum Kirchenwirt. Vortrag von Herrn Erich Bentz, damals Werkstättenleiter der Fachschule für Uhrmacher in Karlstein. Vortrag von Herrn Kerschbaum, damals Direktor des Wiener Uhrenmuseums. Anschließend fand eine rege Diskussion über die Ausbildung und den Nachwuchs im

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Uhrmacherberuf statt. Es waren sehr viele junge Kolleginnen und Kollegen dabei, sie alle sind heute gut situiert in der Branche. Außerdem haben sie dieses Treffen, so habe ich gehört, als sehr informativ und unterhaltsam in Erinnerung. Zufällig war an diesem Tag auch eine Hochzeit in Bärnkopf, sodass der Abend noch einen fröhlichen Ausklang im Gasthaus fand …, ja so ist das am Land. Dieses erste Treffen kam bei den Teilnehmern so gut an, dass seitdem jedes Jahr ein anderer Kollege das Treffen organisiert. Mittlerweile ist auch Südtirol dabei. Ziel ist Austausch, Probleme besprechen, junge Uhrmacher fördern.

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euer fand aus Anlass des 25jährigen Jubiläums, sozusagen "back to the roots" das Treffen vom 19. bis 22. September wieder in Bärnkopf statt, organisiert von Peter und Johanna Wibmer. Donnerstag trafen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen beim Heurigen im Schloss Luberegg in Emmersdorf an der Donau, Freitag ging es nach Melk mit Besichtigung des Stiftes und Mittagessen im Stiftsrestaurant. Am Nachmittag war eine Führung der tollen Ausstellung "Der Hände Werk" in der Schallaburg. Abendessen mit Sektempfang im neuen Restaurant des Schlosses Luberegg und anschließendem Vortrag von Herrn Andreas Schlüter BEd, Werkstättenleiter der HTL Karlstein über moderne Armbanduhren – Reparatur und Wartung. Am Samstag ging es nach einer Führung im Museum für Rechtsgeschichte in Pöggstall mit dem Bus nach Bärnkopf. Hier gab es die Möglichkeit einer kurzen Wanderung zum Teich, der Besichtigung des Holzhackermuseums, der Puppenstube und der Werkstatt im Hause Wibmer. Nach dem Gruppenfoto fuhr der Bus bei strahlendem Wetter wieder nach Emmersdorf, wo am Abend Frau Mag.a Claudia


NIEDERÖSTERREICH | Uhrmacher

Spiegl, Rechtsanwältin, einen interessanten Vortrag mit den Themen "Firmenübergabe – Unternehmensnachfolge – Zukunftsplanung mit Bezug auf die Uhrmacher" hielt.

Das nächste Treffen ist auch schon fixiert:

Am Sonntag fuhren die Teilnehmerinnen nach einem gemütlichen Frühstück wieder ab.

organisiert von Franz Kaserer.

26. Uhrmachertreffen "Wibmer-Kreis" 9. bis 11.Oktober 2020 in Oberndorf bei Salzburg,

Das Feuer weitergeben … Johanna Wibmer

Von Donnerstag bis Sonntag war "Kaiserwetter". Die Stimmung an allen Tagen war super, es fanden anregende Diskussionen statt, es wurden Kontakte geknüpft, Erfahrungen ausgetauscht, Probleme besprochen, auch viel gelacht.

„Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen, der Dumme weiß alles besser.“ (Sokrates)

MEISTERPRÜFUNG DER UHRMACHER

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ie Meisterprüfung der Uhrmacher fand vom 7. bis 9. August in Karlstein statt. Heuer konnte die weiße Fahne gehisst werden. Alle Kandidaten haben die Prüfung bestanden. Die Prüfungskommission bestand aus den Herren Dominik Brandtner, Thomas Fessel und Johann Figl. Die 11 neuen Meister sind Dallabrida Alexander aus Trient in Italien, Glawischnig Thomas, Kadroschka Claus, Kaufmann Florian, Loewert Severin, Pichl Alexander, Schwanzer Philipp,

Stocklasser Michelle, Wilding Robin, Zachhamel Andreas, Zieger Sandro. Michael Meyer und Günther Löffler leiteten den Vorbereitungskurs. Herzliche Gratulation den Jungmeistern zur bestandenen Prüfung. Das Foto zeigt die 11 Jungmeister mit der Prüfungskommission und 2 Trainer vom Vorbereitungskurs © Schlüter Andreas (Htl- Karlstein) Text: Johann Figl

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BUNDESINNUNG | Goldschmiede

WEGFALL DER PUNZIERUNGSKONTROLLGEBÜHR EINE LANGJÄHRIGE FORDERUNG DER BUNDESINNUNG WIRD MIT 1.1.2020 ERFÜLLT Mit der im September 2019 beschlossenen Steuerreform gibt es auch konkrete Veränderungen für unsere Branchen! Durch die Novellierung entfällt die bisher vorgesehene Punzierungskontrollgebühr. Derzeit ist gemäß § 20 Punzierungsgesetz für jeden Edelmetallgegenstand, der im Inland erzeugt, zu Handelszwecken ins Bundesgebiet verbracht oder von Privatpersonen zur öffentlichen oder gewerbsmäßigen Veräußerung übernommen wird, eine Punzierungskontrollgebühr zu entrichten. Diese Bestimmung wird nun zur Gänze gestrichen und die Gebühr entfällt dann mit 1.1.2020. Die betroffenen Unternehmen sind jedoch noch bis 31.12.2019 verpflichtet zur möglichen Kontrolle der Richtigkeit der abgeführten Gebühr detaillierte Aufzeichnungen über Anzahl, Art und Gewicht der von ihm erzeugten, ins Bundesgebiet verbrachten oder zur Veräußerung übernommenen Edelmetallgegenstände zu führen.

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Eine Abgabenschuld gemäß § 20 Abs. 1 kann aufgrund des Entfalls des § 20 mit 1. Jänner 2020 somit noch bis 31. Dezember 2019 entstehen. Mit dem Entfall erübrigt sich dann auch der unverhältnismäßige Verwaltungsaufwand, der für die Unternehmen in diesem Zusammenhang verbunden war, zumal auch die Anmeldung zur Punzierungskontrollgebühr veraltet war und keine Möglichkeit zur Einreichung der vierteljährlichen Anmeldungen und Leermeldungen über FinanzOnline, wie dies bei anderen Selbstbemessungsabgaben der Fall ist, möglich war. Die vorliegende Novellierung dient auch der Anpassung an die neue Struktur der Zollverwaltung, so wird die Gelegenheit genützt, Aufgaben der Zollverwaltung auch im Hinblick auf künftige Kosteneinsparungen zu reduzieren. Dazu zählt auch der Entfall der derzeit kaum noch in Anspruch genommenen Möglichkeit einer Punzierung nach den Vorschriften des Übereinkommens betreffend die Prüfung und Bezeichnung von Edelmetallgegenständen beim Edelmetallkontrolllabor.


WIEN | Musikinstrumentenerzeuger

100 JAHRE SAITENGESCHICHTE MUSIKSAITEN AUF HÖCHSTEM QUALITÄTSNIVEAU – Was als Leidenschaft zweier innovativer Querdenker begann, ist heute eine lebende Wiener Legende. Thomastik-Infeld entwickelt und produziert im Herzen Wiens seit 100 Jahren High-Tech Saiten für klassische Streichinstrumente wie Violine, Viola, Cello und Bass, aber auch für Zupf- oder Weltmusikinstrumente wie Gitarre, Mandoline, Erhu oder Oud. Innovation am Saitenmarkt Das Traditionsunternehmen wurde 1919 gegründet und erhielt seinen Namen von zwei Visionären mit ausgeprägter Leidenschaft für Musik und herausragendem Erfindergeist: Dr. Franz Thomastik und Ing. Otto Infeld. Von Anfang an war kontinuierliches Streben nach Innovation Teil der Thomastik-Infeld DNA, dessen Saitenentwicklungen mehrfach den Musikmarkt revolutionierten. So übernahm die Wiener Klangschmiede mit der Einführung der ersten stimmstabilen Vollstahlkern-Saite „PRÄZISION“ bereits in den 20er Jahren eine Vorreiterrolle. Diese konnte das Unternehmen durch eine Vielzahl progressiver Entwicklungen über die nächsten Jahrzehnte ausbauen. 1970 gelang es Thomastik-Infeld dann als erstem Saitenhersteller, erfolgreich Nylonfäden als Kernwerkstoff zu verwenden. Das Ergebnis war die bislang größte Revolution: Die „DOMINANT“, die bis heute meistgespielte und bekannteste Violinsaite der Welt. Aufgrund ihres synthetischen Materials konnte sie sich gegenüber der sensiblen Darmsaite mit Vorteilen wie ihrer Beständigkeit gegenüber Luftfeuchtigkeitsschwankungen, schnellerer Stimmstabilität und langer Lebensdauer durchsetzen. Wiener Saiten für die ganze Welt Seit 2009 leitet Zdenka Infeld das Unternehmen, das sich als Weltmarktführer im Bereich der klassischen Violinsaite etabliert hat und im Bereich der Saitentechnologie und -wissenschaft als innovationsführend gilt. Thomastik-Infeld Saiten sind weitaus mehr als Stränge schönen Klangs – als Hochleistungs-Saiten vereinen sie Physik, Materialwissenschaft, Korrosionskunde, Werkzeugtechnik und Präzisionsmaschinenbau. Jährlich werden 4,2 Millionen Saiten produziert, jede einzelne wird von erfahrenen MitarbeiterInnen unter Einsatz präzisester Hochtechnologien in Wien hergestellt. Im aktiven Verkauf befinden sich aktuell über 1.400 Einzelsaiten und über 350 Saitensets, mit einer Exportrate von 94% werden über 85 Länder weltweit beliefert. Internationalität spiegeln auch die 216 MitarbeiterInnen wider, von denen 78% weiblich sind: Sie kommen aus insgesamt 15 Nationen. Von Wien aus treten die Saiten dann ihre globale Reise an und werden auf den Straßen und Bühnen der Welt von Künstlern wie Ödon Racz, Robert deMaine, Ray Chen, Snow Owl, Hilary Hahn, George Benson oder dem Emerson Quartet begeistert gespielt.

Ein Saiten-Jubiläum 2019 wird nun ein ganz besonderes Jahr für Thomastik-Infeld: Die Wiener Klangschmiede feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Das sind 100 Jahre Erfahrung, Forschung, Entwicklung und Innovation, 100 Jahre des Hinhörens und Verbesserns – ein Meilenstein, der natürlich gebührend zelebriert werden soll. Gleichzeitig sollen aber erstmals auch jene einzigartigen Geschichten von Thomastik-Infeld Gehör finden, die bislang noch nicht erzählt wurden und die sich nicht nur in Patenten und Innovationen wiederspiegeln, sondern auch auf den Instrumenten zu hören sind. Mit Hochdruck wird deshalb an der Entstehung neuer Plattformen gearbeitet. Thomastik-Infeld betritt damit eine digitale Bühne und bietet künftig neuem, aber auch treuem, bestehendem Publikum ein neuartiges, interaktives Informationsportal. Gleichzeitig präsentiert sich Thomastik-Infeld mit 100 Jahren Erfahrung als Saitenexperte einer breiteren Masse. Es wird ein spannendes und vor allem inhaltsreiches Jahr und ein Jubiläum, das noch viele Jahre nachklingen wird! Claudia Rotter

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VORARLBERG | Musikinstrumentenerzeuger

EINE AUSZEICHNUNG DER GANZ BESONDEREN ART … … SO DARF MAN ES WOHL IN ALLER BESCHEIDENHEIT AUSDRÜCKEN, WENN EINEM ÖSTERREICHISCHEN ORGELBAUBETRIEB DIE EHRENVOLLE AUFGABE ZU TEIL WIRD, GLEICH DREI INSTRUMENTE IN UNSER ALLER WAHRZEICHEN, DEM WIENER STEPHANSDOM, BAUEN ZU DÜRFEN. MIT DER BEVORSTEHENDEN FERTIGSTELLUNG DER „RIESENORGEL“, DEM DRITTEN UND MIT ABSTAND GRÖSSTEN DER DREI INSTRUMENTE, SCHLIESST SICH NACH KNAPP 30 JAHREN – SO LANGE LIEGT DER BAU DER CHORORGEL NUN SCHON ZURÜCK – DER KREIS.

Riesenorgel

Gemessen an der Historie des Stephansdoms, und sogar an unserer eigenen, mittlerweile über 170-jährigen Firmengeschichte, mögen drei Jahrzehnte gerade Mal als Augenblick erscheinen. Bezogen auf ein Arbeitsleben ist es aber doch sehr viel, und so empfinde ich es als ganz besonderes Privileg, dass es mir vergönnt war, bei allen drei Instrumenten maßgeblich mitwirken und mitwerken zu dürfen. Diese Freude teile ich übrigens mit sechs weiteren Kolleginnen und Kollegen. Der Stephansdom ist während dieser Zeit vielen von uns ein wenig Heimat geworden. Und wann immer ich nach Wien komme – von Vorarlberg aus ja doch ein gutes Stück Weg – dann gehe ich wie selbstverständlich auch in den Stephansdom. Ich fühle mich aber nie als einer der vielen Besucher, sondern immer als einer, der „zurückkommt“. Das mag, neben der vielen Zeit, die wir im Dom verbracht haben, wohl auch ein wenig damit zu tun haben, dass wir an den Herausforderungen der drei Orgeln gewachsen sind; als Firma und auch persönlich. Jedes der Instrumente stellte an uns ganz eigene Anforderungen, und immer ging es darum, spezielle, bisweilen auch neue und unkonventionelle Lösungen für die Bewältigung der Aufgaben zu finden. Bei der Chororgel (1990/91) waren es die Grundfläche von gerade mal 10m², auf der es galt, eine stattliche, 15m hohe Orgel mit 32‘-Prospekt und 55 Registern zu bauen, dabei aber möglichst keine Fensterflächen zu verdecken. Bei der kleinen Schwester, der Haydn-Orgel (2009), war es der Anspruch an ihre Mobilität, denn sie sollte an mehreren Standorten im Dom zum Einsatz kommen. Sie musste, trotz ihrer 1,5 t ohne großen Kraftaufwand und gleichzeitig lautlos im Dom bewegt werden können. Unsere erste, elektrisch verfahrbare Orgel entstand! Im Rückblick scheint es fast so, als ob diese beiden Instrumente mit ihren Besonderheiten gleichsam als Vorstufe zur Planung und dem Bau der „Riesenorgel“ mit ihren 130 Registern auf der Westempore des Doms nötig gewesen wären. Denn dieses Mal waren sowohl die Erarbeitung eines erfolgversprechenden Konzepts in schwierigsten und sehr beengten räumlichen Verhältnissen als auch elektrische Mobilität – heute ja ganz im Zeitgeist – für den fahrbaren Spieltisch

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Technische Daten der Riesenorgel: 130 Register (Stimmen) auf 5 Manualen und Pedal, 4 Werke schwellbar Gewicht: 48 Tonnen Verbauter Raum: 1.300 m³ (= sehr großes Einfamilienhaus) Anzahl Pfeifen: 8588 Längste Prospektpfeife: 11,4 m / 430 kg Größte Holzpfeife: 10,2 m / 599 kg Kleinste Pfeife: 8 mm / 30 g Max. Windverbrauch: 125 m³ pro Minute Gebläse: 7 Stk.

gefragt. Riesenorgel wird sie im Übrigen nicht ob ihrer Größe genannt, sondern weil sie über dem großen Westportal, dem sogenannten „Riesentor“ platziert ist. Riesenorgel und Chororgel werden letztlich über Glasfaserkabel miteinander verbunden sein, was das Spiel von einem gemeinsamen, mobilen Spieltisch möglich macht. Sie bilden mit ihren 185 Stimmen die größte Orgelanlage Österreichs.


VORARLBERG | Musikinstrumentenerzeuger

St Stephan Spieltisch Detail

Wendelin Eberle

St Stephan Chororgel

Mittlerweile liegen viele aufregende und spannende Wochen, Monate, ja sogar Jahre hinter uns, in denen wir uns intensiv mit der Riesenorgel auseinandersetzen durften. So ist dieses Instrument - angefangen mit einem ersten Gutachten (2009), über einen mehrjährigen Wettbewerb (2011-2014), über die Auftragsvergabe (2017) und die äußerst intensive Detailplanung in den letzten beiden Jahren – für ein Jahrzehnt zu einem allgegenwärtigen Teil unseres Lebens geworden. Eine solch große Orgel an einem so besonderen Ort entsteht nicht einfach nur, sondern sie muss erdacht und erschaffen, ja gleichsam geboren werden. Wenige Menschen verbringen sehr viel Zeit damit, sich im Detail und sehr akribisch klangliche Konzepte und technische Lösungen auszudenken ohne dabei aber das große Ganze, das eigentliche ‚Kunstwerk Orgel‘, aus dem Blick zu verlieren. Ist dieser sehr kreative Schaffensprozess einmal abgeschlossen, folgt durch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unzähligen Stunden der Bau des eigentlichen Instruments, was mit dem Aufbau der Orgel im Dom und der anschließenden Intonation, also der eigentlichen Klanggestaltung, seinen Höhepunkt und letztlich auch krönenden Abschluss findet. Neubau oder Restaurierung? Das war die große Frage am Beginn des Projekts. Aus der Perspektive des Denkmalschutzes und auf Grund des geschichtlichen Hintergrunds der Orgel wurde die Restaurierung des bestehenden Instruments von 1960 empfohlen. Aus qualitativer Sicht in Bezug auf das klanglich und technisch erwartete Ergebnis des Auftraggebers kam eigentlich nur ein Neubau in Frage. Letztlich ist es von beidem etwas geworden, nämlich ein Neubau unter Wiederverwendung historischer Substanz, nämlich der gesamten Orgelfassade, der 12 Doppelfaltenbälge und knapp der Hälfte des Pfeifenmaterials. Also ein Kompromiss

Haydn Orgel

im besten Sinne des Wortes und ein mustergültiges Beispiel wie vordergründig unvereinbare Standpunkte bei gutem und kreativem Willen zu etwas ganz Neuem, Überzeugendem verschmelzen können. Wenn die Riesenorgel Anfang April nächsten Jahres fertig sein wird und zu Ostern das erste Mal öffentlich erklingt, dann haben wir für die Planung und ihren Bau insgesamt mehr als 40.000 Arbeitsstunden aufgewendet. Für die Herstellung aller drei Instrumente zusammen werden es dann ziemlich genau 63.000 Stunden sein. Hinter all dem stehen also sehr viele engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit teils unglaublichem Einsatz und enormer Ausdauer über eine lange Zeit hinweg die Umsetzung solcher herausragenden, aber auch herausfordernden Projekte erst möglich machen. Dafür gebührt ihnen besonderer Dank und Respekt. Für die Fa. Rieger stellen diese drei Orgeln im Stephansdom nicht nur einen internen Höhepunkt in der Firmengeschichte beim Bau von Sakralinstrumenten dar, sondern stehen auch gleichsam für Vertrauen, Tradition und Nachhaltigkeit im Geschäftsleben. Darüber hinaus hoffen wir natürlich, dass sie von zukünftigen Kirchenbesuchern und Musikbegeisterten als eine Art ‚Leuchtturm‘ des österreichischen Musikinstrumentenbaus wahrgenommen werden, und zwar einem, der weit über die Landesgrenzen hinaus strahlen möge. Für nicht wenige von uns nehmen diese Instrumente nicht nur ihrer selbst wegen, sondern auch wegen der vielen besonderen Menschen, die wir durch sie in den letzten 30 Jahren kennen gelernt haben, mit denen wir arbeiten und deren Freundschaft wir gewinnen durften, einen ganz besonderen Stellenwert ein. Für die Fa. Rieger | Wendelin Eberle Fotos © Rieger-Orgelbau

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WIEN | Musikinstrumentenerzeuger

AUSBILDUNG – QUO VADIS DIE ZEITUNGEN SIND VOLL VON BERICHTEN ÜBER LEHRLINGSKAMPAGNEN, FIRMEN, DIE LEHRLINGE AUSBILDEN UND LEHRLINGEN, DIE VON FIRMEN GEFUNDEN WERDEN BZW. FIRMEN SUCHEN. Das Thema ist hochaktuell und wird es – so hoffe ich – die nächsten Jahre auch bleiben. Eine von mir entwickelte Lehrlingskampagne, die ich Ihnen in den nächsten Monaten vorstellen darf, wird sicherlich auch dazu beitragen. In manchen Berufsgruppen wurden Schulen oder ähnlich gestaltete Ausbildungsstrukturen geschaffen. Doch aus meiner Erfahrung, die sich nicht nur am Klavierbau orientiert, ist gerade im Musikinstrumentenbau die Lehrlingsausbildung zusammen mit Facharbeitern und Meistern das geeignetste Ausbildungsmodell. Unsere duale Ausbildung, mittlerweile von vielen Ländern kopiert, stellt für mich die ideale Kombination aus Theorie in Berufsschulen sowie fachspezifische Praxis in unterschiedlichen Ausbildungsbetrieben dar. Und trotzdem ist es im Alltag sehr schwierig in unserer zumeist kleinstbetrieblichen Struktur die notwenige Zeit für neue Lehrlinge zu finden. Diese Herausforderung gilt es zu meistern. Der Anteil an Lehrlingen mit Matura hat bei den Musikinstrumentenerzeugern deutlich zugenommen. Die Jugendlichen sind heute oftmals um die 20 Jahre alt oder sogar deutlich älter. Das bringt in einigen Bereichen einerseits den Vorteil, dass sie im Besitz des Führerscheins sind und bestimmten einschränkenden Regelungen/Gesetzen nicht mehr unterliegen. Andererseits sind ihre Persönlichkeiten schon gefestigter, was den Anpassungsprozess in betriebliche Strukturen unter Umständen schwieriger macht. Oft haben unsere Betriebe mit der Durchsetzung ihrer angemessenen Stundensätze nicht nur bei Privatkunden, sondern auch bei institutionellen Auftraggebern zu kämpfen. Hier werde ich nicht müde darauf hinzuweisen, dass man vom Billigstbieter-Prinzip abrücken sollte. Damit sollen jene Betriebe, die Vollzeitbeschäftigte haben, die Lehrlinge ausbilden und somit zu einer Kontinuität der Ausbildungsstandards beitragen, bevorzugt werden. Bestbieter – nicht Billigstbieter! Einige Universitäten sind sich des nahenden Konzerttechniker-Mangels bewusst und beginnen bereits diesbezüglich umzudenken. Die Gleichstellung von Bachelor und Meister im Zuge der Neugestaltung des NQR (Nationaler Qualifikationsrahmen) stellt eine großartige Verbesserung der Ausbildung dar. Einerseits nimmt die gesellschaftliche Akzeptanz einer Facharbeiterkarriere zu, andererseits steigt die Qualität durch die

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Gelebter Generationenvertrag bei "die klaviermachermeister"

Umgestaltung der Meisterprüfungsordnungen. Im Zuge dieser Neugestaltungen sollte auch auf eine qualitative Ausbildung der Prüfer Wert gelegt werden, um bundesweit einheitliche Qualitätsstandards bieten zu können. Bisher konnte die Liberalisierung wie in Deutschland, wo viele Berufe den Meister-Zwang verloren haben, in Österreich verhindert werden. Denn der daraus resultierende Facharbeitermangel (keine Lehrlingsausbildung) führte in einigen Berufsgruppen inzwischen wieder zu einer „Rückvermeisterung“, wie beispielsweise im Orgelbau. Die Lehrlingszahlen sind bei den Musikinstrumentenerzeugern in den letzten Jahren erfreulicherweise wieder gestiegen und können vielleicht den Pensionsantritt der Babyboomer-Generation wett machen. Sollte dies jedoch nicht ausreichen, müsste man sich spezielle Förderungen für Ausbildungsbetriebe einfallen lassen. Zudem könnte ich mir eine Zusammenarbeit mit Ausbildungsstätten aus dem Restaurationsbereich vorstellen. An dieser Stelle danke ich allen unermüdlichen Mitstreitern, die sich rund um die Lehrlingsausbildung in Österreich engagieren. Unsere Erfolge können wir immer wieder bei internationalen Wettbewerben wie Euro- und WorldSkills sehen.

Ihr Heinz Letuha Landesinnungsmeister der Musikinstrumentenerzeuger Lehrlingsbetreuer der Kunsthandwerke Fotos und Text © Letuha


NIEDERÖSTERREICH | Musikinstrumentenerzeuger

„DANKE“ ALOIS – „WILLKOMMEN“ NIKOLAUS ALOIS MAYER HAT 1979 DIE LEHRE ALS BLECHBLAS­ INSTRUMENTENERZEUGER IN STEYR, BEI DER (EHE­ MALIGEN) FIRMA „MUSICA“ BEGONNEN UND 1986 SEINE MEISTERPRÜFUNG ABGELEGT. Nach der Eröffnung der Firma Haagston im Jahr 1988, in Haag / NÖ, expandierte der höchst innovative, kreative und erfolgreiche Unternehmer bald durch die Übernahme der Firma „Musica“. Im Jahr 2000 schloss er die Erweiterung des Geschäftes in Haag auf stolze 1350 m² ab. Seitdem beschäftigt Meister Alois Mayer meist sechs Fachkräfte. Er bildet seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Lehrlinge immer selber aus. Die Schwerpunkte der Meisterwerkstatt für Blech- und Holzblasinstrumente liegen im Neubau der Linien Brassego, vom Piccolo bis zur Tuba, auf Wunsch auch mit der Singingbell-Patent-Hämmerung veredelt und Treepur, die eigene Holzblas-instrumentenlinie. Seine Kunden kommen überwiegend aus Österreich und Europa, dass er Weltruf besitzt, zeigt eine Ausstattung des Staatsorchester China in Peking. Alois Mayer hat sich seit 1995 als Funktionär eingebracht und stets in der Prüfungskommission der Holz- und Blechblasinstrumentenerzeuger mitgearbeitet. Seit 2001 zeigte er sich als Prüfungsvorsitzender bei den Meisterprüfungen seiner Berufsgruppe verantwortlich. Im August 2019 hat sich Alois Mayer als Berufsgruppen-Vorsitzender der Musikinstrumentenerzeuger entschieden seine Funktionen zurückzulegen, um seinen Platz einem jüngeren Meister, Nikolaus Bernhart, zu übergeben. Lieber Alois, herzlichen Dank für dein großes Engagement für die Ausbildung und „deinen“ Beruf. „Danke“ für deine Unterstützung, deine Freundschaft und den gemeinsamen Weg all der vielen, letzten Jahre! Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen auf einem deiner Messestände. Ich wünsche dir alles Gute und Liebe sowie weiterhin so große Freude, viel Erfolg und Zufriedenheit! Sehr geehrter Herr Bernhart, lieber Nikolaus, „herzlich Willkommen“! Nikolaus Bernhart hat mit 14. Oktober 2019 die Funktion von Alois Mayer in der Landesinnung Niederösterreich übernommen. Herr Bernhart sammelte neben seiner Schulzeit an der HTL in Wiener Neustadt, Zweig Automatisierungstechnik (früher Maschinenbau), bereits erste Erfahrungen mit dem Neubau und der Reparatur von Blechblasinstrumenten. Weiters absolvierte er neben dem Oberstufenbesuch bereits an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien das Konzertfach Posaune. Er konnte mehrere Wettbewerbe gewinnen, substituierte bei den Wiener Symphonikern und im Bühnenorchester der Wiener Staatsoper. Seit jeher war ihm neben dem musikalisch, künstlerischen aber auch das handwerkliche, schöpferische Wirken sehr wichtig.

Glücklicherweise bestand wenige Schritte von seinem Elternhaus entfernt ein Meisterbetrieb für Blechblasinstrumentenerzeugung. So konnte er neben dem Studium auch erfolgreich seine Lehre bei Bartholomäus Eibl absolvieren. Nach der Gesellenprüfung eignete er sich weiteres fachliches Wissen an und baute seine handwerklichen Geschicke aus, um den Anforderungen, die einem Meister gestellt werden, gerecht zu werden. So gelang ihm nach intensiven Vorbereitungen 2017 die Meisterprüfung mit Auszeichnung! Nicht ganz überraschend trat Meister Eibl an ihn vertrauensvoll heran und fragte ob er seinen bereits seit 40 Jahren bestehenden Betrieb in Würflach übernehmen möchte. So kann der junge Meister mittlerweile auf knapp zweieinhalb Jahre erfolgreiche Selbständigkeit zurückblicken. Die von ihm gefertigten Instrumente werden bereits neben vieler Stammkunden, auch von Blaskapellen, Musikschulen und Orchestermusikern aus ganz Österreich gerne gespielt. So wie Alois Mayer, möchte auch ich dir von Herzen alles erdenklich Gute wünschen, viel Freude mit dieser neuen Herausforderung! Text: Rupert Hofer | Fotos © Alois Mayer und Nikolaus Bernhart

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BUNDESINNUNG | Musikinstrumentenerzeuger

MONDOMUSICA CREMONA TRADITION TRIFFT INNOVATION ALLJÄHRLICH GEGEN ENDE SEPTEMBER LÄDT CREMONA, EIN KLEINES, ALTBEKANNTES GEIGEN­ BAUERSTÄDTCHEN AM LINKEN FLUSSUFER DES PO,

Einladend: einfach wunder­ schöne Auslagen in der ganzen Stadt

ZUM GEMÜTLICHEN STELLDICHEIN. Nicht nur die Musikmesse Mondomusica sondern auch das liebliche Städtchen selbst und seine Sehenswürdigkeiten wie der Dom, das Violinmuseum oder wunderbare Lokale laden zum Genießen ein. Die meisten, zu dieser Zeit ausgebuchten, Hotels liegen im Herzen der Stadt. So erreicht man bequem zu Fuß, die sich dieser Tage fast rund um die Uhr anbietenden Gelegenheiten sich mit Kollegen und Freunden auszutauschen. Sei es in einem Café, Restaurant am oder rund um die Piazza del Comune, Piazza Marconi, Piazza Stradivari, Roma oder Libertà sowie in feinen und traditionellen Trattorie in den kleinen, belebten Gässchen rundherum.

Anima nova Feine Bogenstangen

Ein Treffen von Geigenbauern, Bogenmachern, Gambenund Lautenbauern, Händlern, Experten, Musikern und Liebhabern der Instrumentenbaukunst sowie der Musik, es findet einfach ein großes Familientreffen statt. Die Mondomusica ist sicher eine der spannendsten Messen im Bereich der hochwertigen Streich- und Saiteninstrumente, Bögen und Zubehör. Alles was international Rang und Namen hat, findet sich in diesen Tagen ein. So gibt es auf der Messe selbst neben vielen Neuheiten aus allen Bereichen vor allem neue Meisterwerke vieler kleineren Werkstätten, dazwischen findet man Kopien alter Meister neben den Originalen selbst. Die weltweit größten Händler und regionale Experten zeigen eine Vielzahl ihrer Schätze an seltenen und wunderschönen Instrumenten und Bögen aus aller Welt. Dieses Jahr möchte ich zwei Produkte vorstellen, die mich besonders fasziniert haben. Einerseits eine Innovation im Bereich des Stimmstocks, von den Italienern als anima bezeichnet, also die Seele des Instruments „Anima nova“ von Pal Molnar und andererseits „Lumatec“ aus dem Hause Schilbach, UV-Licht-Frequenzen mit denen hochwertige Analysen möglich sind und Verstecktes sichtbar wird. Anima Nova, ein neuartiger Stimmstock aus Carbon ist extrem leicht aber hochfest und schmiegt sich dank seiner Kugelgelenke automatisch an die Innenwölbung des Instruments an. Laut Pal Molnar soll auf diese Weise der Druck gleichmäßig auf die gesamte Auflagefläche – spannungsfrei – verteilt werden. Durch sein Gewinde lässt sich der Stimmstock im Instrument um Hundertstelmillimeter höhenverstellen.

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Ich bin gespannt in wie weit sich, der nicht ganz günstige, Stimmstock durchsetzen wird, aber als „Werkzeug“ finde ich die Innovation sehr spannend. Lassen sich doch so auf einfache Art und Weise, an der exakt gleichen Stelle, Versuche machen, wie das jeweilige Instrument auf Druck bzw. Spannung reagiert. Die Empfindlichkeit des Systems ist natürlich abhängig von der Größe des Instruments. Es wäre aber sehr interessant und hilfreich die Auswirkungen der Luftfeuchte, anderer Saiten, eines höheren Steges und mehr, hinsichtlich des Druckes, der auf den Stimmstock wirkt, als Information über eine Messung im Stimmstock zu generieren und die Auswirkungen auf den Klang zu analysieren. Mag. (FH) Benjamin Schilbach beschäftigt sich schon länger mit der optischen Analyse von Streichinstrumenten. So ist mit dem Produkt „LUMATEC SUPERLITE“ eine Serie geschaffen worden, die speziell auf die Bedürfnisse der Geigenbauer und Restauratoren angepasst wurde. Das System verbindet hohe Effizienz mit allen für die Analyse und Expertise interessanten Spektren in hoher Qualität und Leistung. So gelingt die hochwertige optische Analyse von Streichinstrumenten und macht Verstecktes sichtbar. Die Analysen und Expertisen von Instrumenten erfordert aber viel Wissen,


BUNDESINNUNG | Musikinstrumentenerzeuger

Freunde des Neubaus: einladender Pop-up-Store

Aus alt mach neu: herrliche Gitarren aus alten Flippern (Upcycling)

Kostbarkeiten

Stimmstöcke

Erfahrung und ein gutes Auge. Doch gibt es auch Dinge, die sich unter normalen Bedingungen nicht sehen oder nur erahnen lassen. Unter Zuhilfenahme einer Lichtquelle mit einer optimalen Lichtqualität in den entscheidenden Spektren lässt sich genau ablesen, wo und wie der Lack früher schon einmal ausgebessert wurde, was das nicht mehr zu entziffernde Brandzeichen besagen oder welche Pigmente für die Retusche verwendet wurden. Ich habe hier in Cremona eine Einführung bekommen, war und bin begeistert!

Stege

Lumatec: Mag. (FH) Benjamin Schilbach, Hagen Weise, Rupert Hofer

Mag. (FH) Benjamin Schilbach hat ja bereits das Buch „Handbuch für optische Analyse von Streichinstrumenten“ herausgegeben. Ich freue mich auch schon auf den bereits bald erhältlichen Ergänzungsband, der mit dem Theorieteil zu der physikalischen Wirkungsweise von Ultraviolettem bis Infrarotlicht sowie der Verwendung von optischen Filtern, die Hintergründe erläutern wird. Dies war ein kleiner Ausschnitt an innovativen Produkten und Neuheiten. Wie gewohnt wurden auch neue Produkte am Saitenmarkt präsentiert, konnte eine Vielzahl an Materialien „begriffen“, „verkostet“ und ausgesucht, wunderschöne Zubehörteile erstanden sowie manches Muster für die Werkstatt mitgenommen werden. Im entzückenden Städtchen sind auch viele lokale Händler und Geschäfte fast rund um die Uhr zu besuchen, werden eine Vielzahl an neu geschaffenen Instrumenten in liebvollen Pop-up-Stores präsentiert. So kehrten wohl viele mit einem vollen Auto, zufrieden, gut gesättigt und mit Freude über berührenden Begegnungen mit Freunde sowie Kollegen, voll motiviert auch selbst so schöne Instrumente zu bauen, wieder heim. Text + Fotos © Rupert Hofer

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DAS GROSSE INTERVIEW

RUDOLF KÖGL – PETZ KOLOPHONIUM Kolophonium wird von der Firma Petz Kolophonium seit 1912 hergestellt. Entstanden ist das Unternehmen, da der Musiker Ernst Petzka mit damals am Markt angebotenem Kolophonium nicht zufrieden war und eine eigene Rezeptur entwickelt hat. Ernst Petzka, der Gründer, empfand seinen Namen aber nicht optimal für den Vertrieb und hat diesen auf Petz geändert. Da Petz auch ein Synonym für den Bären ist, findet sich der Bär schon von Anfang an im Logo. Schon einige Jahre später hat Petzka sein Produkt international sehr erfolgreich verkauft und so finden sich in den Unternehmensunterlagen Dankschreiben von Orchestern aus ganz Europa und Amerika zurück bis in die 1920er Jahre. Seit 1995 liegt das Unternehmen und die Produktion in den Händen von Elisabeth und Rudolf Kögl. Elisabeth Kögl ist für die Produktion und Rudolf Kögl für die kaufmännische Leitung des Betriebs verantwortlich. Herr Kögl, herzlichen Dank für die Möglichkeit zum Interview in ihrem Unternehmen Petz Kolophonium.

Gleich zur ersten Frage: Was ist Kolophonium und warum braucht man es?

Kolophonium, auch Geigenharz genannt, ermöglicht dem Musiker dem Streichinstrument wohltönenden Klang zu entlocken. Es haftet an der rauhen Oberfläche der Bogenhaare, dessen sogenannten Widerhaken alleine nicht in der Lage wären die Saite zu erfassen. Ohne Kolophonium würde es quietschende Töne geben. Grundstoff ist Schwarzföhrenkolophonium aus dem Raum südlich von Wien, wo es mit dem Pecherhof von Richard Schreieck einen letzten Pecher gibt, von dem wir Rohmaterial in größeren Mengen beziehen können. Je nachdem für welches Instrument es verwendet werden soll, kommen noch verschiedene Zutaten in unterschiedlichen Anteilen hinzu, wie zum Beispiel Lärchenterpentin, Bienenwachs, Fichtenscharharz. Der Geruch erinnert an Wald. Wo erfolgt die Produktion und was ist dabei zu beachten?

Meine Frau produziert das Kolophonium in einer eigenen Werkstätte, an unserem alten Standort im 23. Bezirk in Wien. Pro Jahr sind es circa 2000 kg. Bei der Produktion gibt es schon auch Geheimnisse und es wird immer experimentiert. Ausschlaggebend sind die verwendeten Naturprodukte und auch die Gefäße in denen gekocht wird. Alles hat Einfluss auf die Farbe, Härte und Qualität; je länger gekocht wird, desto dunkler wird die Farbe, desto härter das Geigenharz. Die Herstellung ist reine Handarbeit, sogar die Wetterlage hat Einfluss darauf, wie lange das Harz gekocht werden muss. Die Ansprüche der Musiker ändern sich ständig. War kein weiches Basskolophonium Standard, wollen Musiker heute ein immer noch weicheres Kolophonium. Dies hängt auch mit den Saiten zusammen, die immer neuen Entwicklungen unterliegen. Ebenso mit dem Können der Musiker. Für die Wiener Philharmoniker haben wir aber schon immer ein extra weiches Kolophonium produziert. Unsere Rohstoffe und auch das Verpackungsmaterial stammen alle aus Österreich.

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Wie ist es dazu gekommen, dass Sie Petz Kolophonium übernommen haben?

Wir haben 1995 das Unternehmen übernommen, hauptsächlich deswegen, weil ich auf der Suche nach einem Unternehmen war, dass stark exportorientiert ist. Keiner in unserer Familie, außer meinem Vater, der ein begabter Violinspieler war, war musisch begabt. Deswegen habe ich von Anfang an auf das Feedback von Musikern und Geigenbauer vertraut und Weiterentwicklungen immer abgesprochen. Sie hatten dann die Idee zu erweitern. Wie haben Sie das Produktportfolio und das Unternehmen selbst weiterentwickelt?

Petz Kolophonium war mit dem Produkt Kolophonium international tätig, aber es gab immer wieder die Nachfrage, ob wir auch Saiten oder anderes Zubehör anbieten. Bei meinen Recherchen habe ich dann festgestellt, dass es in Wien, der Stadt der Musik, keinen derartigen Großhandel gab. Durch meine bestehenden Beziehungen nach Fernost ergab sich die Möglichkeit, verschiedene Dinge einkaufen zu können. So konnten wir auch günstige Etuis und Instrumente für Schüler aus China importieren. Thomastik-Infeld-Saiten durften wir auch relativ bald vertreiben. Die Nachfrage war rasch da und der Großhandel hat sich dadurch rasant entwickelt. Das Sortiment haben wir dann sukzessive verbessert und es war mir dabei immer wichtig, dass ich nur Dinge anbiete, bei denen Lagerhaltung gut funktioniert. Wenn ich eine starke Position als Großhändler einnehmen möchte, war mir klar, dass dies nur über ausgezeichnete Lagerhaltung und schnelles Liefern funktioniert. Mit der Erweiterung des Sortiments ist natürlich auch das Unternehmen und die Anzahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsen – Heute beschäftigen wir 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wien in der Quellenstraße auf einer Geschäftsfläche von 1200 m². Wie viele verschiedene Artikel führt Ihr Unternehmen aktuell?

Zur Zeit sind es circa 7.000 Positionen. Die Produktgruppe, die am stärksten nachgefragt ist, sind die Saiten, da es sich um einen Verbrauchs­artikel handelt. Wie international ist das Unternehmen tätig?

Wir beliefern mehr als 60 Länder weltweit und der Exportanteil liegt bei momentan 85 %. Kolophonium stellt mittlerweile, durch die Entwicklung des Unternehmens, nur mehr einen kleinen Anteil am gesamten Produktportfolio dar. Dieser Teil ist aber wichtig, da wir dadurch unsere Bekanntheit erzielt haben. Der Markenname und das Logo sind beim Patentamt geschützt, wichtig auch im Zusammenhang mit der geschäftlichen Tätigkeit in China. Sind Sie auf Messen vertreten und wie wichtig ist dies für Sie?

Sehr wichtig. Zur Kundenpflege und auch um Produkte bekanntzumachen muss man vor Ort sein. In China sind wir seit 15 Jahren tätig, dort dauert es etwas länger, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dort haben wir auch zwei Vertretungen.


DAS GROSSE INTERVIEW

Die Messe in Cremona ist in Zusammenwirken mit der Geigenbauschule in Cremona wichtig für uns. Viele junge Geigenbauer aus aller Welt lernen dort und bleiben unserem Unternehmen, auch zurückgekehrt in ihrer Heimat, treu. Wie sehen Sie die Veränderung im Einkaufsverhalten der Branche?

Die Veränderung geht klar in die Richtung, dass wesentlich weniger Waren im Musikgeschäft und beim Geigenbauer gelagert werden. Dies ist sicher eine berechtigte Reaktion auf den Onlinehandel. Wir haben darauf reagiert, dass wir, auch wenn ein Artikel nur zweimal pro Jahr verkauft wird, diesen lagernd haben, denn wenn, dann braucht der Kunde ihn sofort. Wie sehen Sie die Entwicklung im Handel, dass es immer weniger, aber dafür große Anbieter gibt?

Was ist die Stärke bzw. das Alleinstellungsmerkmal von Petz Kolophonium?

Wir versenden europaweit versandkostenfrei ohne Mindestbestellmenge. Das ist unsere Unterstützung für die Geigenbauer und den Einzelhandel. Wir als Großhändler versuchen auch junge Geigenbauer aktiv zu unterstützen, indem wir Ware zur Verfügung stellen. Was nicht verkauft werden kann, nehmen wir nach einiger Zeit wieder zurück. Der Erfolg des Geigenbauers wird künftig im Dienstleistungsbereich liegen und auch auf Produkten, die nicht überall erhältlich sind. Unsere Eigenmarken nur für Geigenbauer werden hier geeignet sein, um ein Alleinstellungsmerkmal zu erreichen. Eigene Etuis und auch Saitenhaltern, Wirbel, die nur beim Geigenbauer erhältlich sein werden, bieten wir schon bald an.

Der stattfindende Konzentrationsprozess auf einige wenige große Betriebe beruht oft auch darauf, dass es an Nachfolgern mangelt. Übernahmen können sich vor allem bestehende, erfolgreiche Unternehmen, leisten. Zum Glück haben wir kein Generationenproblem, denn unser Unternehmen wird von der Tochter übernommen werden.

Internationale Orchester sind oft in Wien und lassen hier ihre Instrumente reparieren und kaufen auch neue Instrumente. Die Qualität der Arbeit der Betriebe hat sich herumgesprochen. Der Bestand an Geigenbauern in Wien ist explodiert. 1995 waren es circa 15, heute an die 70 (!) und alle leben von ihrem Handwerk.

Der Konkurrenzkampf mit Onlineshops ist da und Fakt. Wir versuchen Geigenbauer immer wieder durch spezielle Aktionen zu unterstützen, da wir als Großhändler von den Lieferanten entsprechende Angebote erhalten.

Welche Message können Sie meinen Kolleginnen und Kollegen mitgeben?

Wie wird die Preisentwicklung in den Webshops weitergehen?

Vernünftiger Ertrag ist immer das Ziel, aber die großen Webshops können längere Zeit mit niedrigen Preisen überleben. Die Entwicklung geht aber hin zu Eigenmarken, um den Preiskämpfen im Onlinebereich zu entgehen.

Der Geigenbauer ist ein so kreativer und künstlerischer Beruf, aber man muss auch kaufmännisch denken. Die Spannen sind abhängig von der jeweiligen Kostenstruktur bei jedem einzelnen Geigenbauer verschieden, so sollte jeder selber kalkulieren. Tolle Qualität und gute Beratung sind aber immer wichtig. Auch ein Webauftritt ist heute unabdingbar. Man muss mit Freude die neuen Medien nutzen, die vermitteln nämlich oft den ersten Eindruck. Danke für das Gespräch | Iris Dittenbach | Olivia Affenberger | Rupert Hofer © Fotos Ausgabe 03 2019

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BUNDESINNUNG | Musikinstrumentenerzeuger

QUALIFIKATIONSSTANDARD DER MEISTERQUALIFIKATION EINE ERFOLGSGESCHICHTE FÜR DAS HAND­ WERK STREICH- UND SAITENINSTRUMENTEN­ ERZEUGER ZUM NIVEAU 6 DES NATIONALEN QUALIFIKATIONSRAHMENS Ziel des Nationalen Qualifikationsrahmens ist es, ein Übersetzungsinstrument zwischen den verschiedenen Qualifikationssystemen und deren Niveaus für alle Bereiche der Bildung in Österreich zu schaffen. Die Erfassung und Einordnung der Qualifikationen in acht Niveaus erfolgt lernergebnisorientiert und basiert auf dem Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR). Nach der erfolgten Zuordnung der Meisterprüfungen auf Stufe 6 müssen in der Folge für alle dieser Berufsgruppen Qualifikationsstandards erarbeitet werden. Hierzu ist es notwendig die Handwerksausübung auf meisterlichem Niveau in Form von Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen zu beschreiben. Wie sind wir es angegangen? Um Fit4NQR zu werden, brauchte es ein klares Konzept mit definierter Zielsetzung, Ablaufbeschreibung, ein Angebot und in der Folge eine Finanzierungszusage. So möchte ich mich zu allererst recht herzlich bei der Bundessparte, Prof. Dr. Reinhard Kainz, für die finanzielle Unterstützung bei der Erstellung des Qualifikationsstandards bedanken. Am 21. Februar 2019 übermittelte GF Mag. Erwin Czesany der Leiterin des Institutes für Gewerbeforschung, DI Heidrun Bichler-Ripfel, den Auftrag.

In enger Zusammenarbeit mit Mag. Viktoria Greiner begann ich zügig alles Erdenkliche an „alten“ Unterlagen, die in irgendeiner Art und Weise mit den Meisterprüfungen in Verbindung standen, auszuheben und zusammenzutragen. Es galt auch einen guten Querschnitt an Expertinnen und Experten zu finden, die das gesamte Berufsbild abdecken, mit den Ausbildungsstätten gut vernetzt oder integriert und als Sachverständige etabliert sind. Nach einigen Gesprächen und grenzüberschreitendem Austausch bzw. Vernetzung mit unseren Kolleginnen und Kollegen in Deutschland und der Schweiz, waren genügend Unterlagen vorhanden, sodass Mag. Viktoria Greiner in Zusammenarbeit mit Mag. Katharina Krammer einen ersten Rohentwurf erstellen konnte. Der Rohentwurf wurde Alexander Schütz und Franz Übelhör übermittelt, um ihn am 9. April 2019, in einem ersten Expertengespräch in Linz einer Prüfung zu unterziehen. Nach einem weiteren intensiven Termin in Wien, in dem ich mit Mag. Greiner das Konvolut bearbeitete, waren die Vorbereitungen soweit abgeschlossen, um die erste große Expertenrunde am 29. April 2019, in der Wirtschaftskammer Österreich, abzuhalten. Die Expertenrunde brauchte eine gute Einführung ins Thema von Univ. Prof. Dr. Andreas Schnider, ein Abladen diverser Befindlichkeiten rund um die Meisterprüfungsthematiken der letzten 2 bis 3 Jahrzehnte, um in der Folge die Punkte des

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BUNDESINNUNG | Musikinstrumentenerzeuger

Letztendlich konnten wir alle Qualifikationsbereiche in Zusammenhang mit akustischen und elektrischen Violinen, Bratschen, Celli, Kontrabässen, Gamben und anderen Streichinstrumenten, in Zusammenhang mit akustischen und elektrischen Gitarren, Harfen, Lauten, Zithern, Hackbrettern, Mandolinen und anderen Zupf- und Saiteninstrumenten, insbesondere von historischen Instrumenten und typischen Instrumenten der Volksmusik und in Zusammenhang mit Streichbögen für Violinen, Bratschen, Celli, Kontrabässe und andere Streichinstrumente auf meisterlichem Niveau beschreiben. Die Bereiche Unternehmensführung fachlich, allgemein und Lehrlingsausbildung zum Drüberstreuen – Chapeau!

Qualifikationsrahmen zu bearbeiten. Es wurde hoch konzentriert, sehr intensiv sowie emotional und kontrovers diskutiert. Mag. Krammer hat intensiv am Wording der Texte gearbeitet und Mag. Greiner leitete das Gespräch und brachte die Diskussionen immer wieder auf den Punkt. So befüllten sich die Zeilen und Seiten mit wesentlichen sowie verständlichen Beschreibungen. Lernergebnisse, die sich aus Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen zusammensetzen und letztendlich dem Qualifikationsstandard gemäß Level 6 entsprechen müssen, wurden formuliert.

Es ist mir persönlich ein großes Anliegen alle Expertinnen und Experten zu nennen – Peter TUNKOWITSCH, Geigenbaumeister, Vorsitzender Verband Österreichischer Geigenbauer, Gerichtl. beeid. SV, Wien; Wolfgang KOZAK, Geigenbaumeister, Tirol; Richard JENNER, Geigenbaumeister, Dipl. Päd. HTL Hallstatt, Oberösterreich und Wien; Bärbel BELLINGHAUSEN, Geigenbaumeisterin, Wien; Thomas M. GERBETH, Bogenmachermeister, Wien; Jacob SAUNDERS, Geigenbaumeister, Gerichtl. beeid. SV, Niederösterreich; Alexander SCHÜTZ, Geigenbaumeister, Oberösterreich; Franz ÜBELHÖR, Geigenbaumeister, Oberösterreich – und mich ganz herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit und das großartige Ergebnis zu bedanken!

Das Ende des ersten intensiven Workshops wurde mit einem wunderbaren Catering belohnt, dass uns unser Innsbrucker Kollege, Wolfgang Kozak, durch seinen Sohn Roland (ieatvienna.at) auftischen ließ. Lieber Wolfgang, „Danke“ für die herrliche Stärkung und den gemütlichen Ausklang! Danach setzten wir die Arbeiten mit „open end“ fort. In der Zwischenzeit wurden einige Bereiche intensiv von Thomas Gerbeth und Richard Jenner bearbeitet, denn wir hatten rasch erkannt, dass es bei den fachlichen Abgrenzungen der Streich – von den Zupf- und Saiteninstrumenten noch einiges zu tun gab.

Ebenso dem Institut für angewandte Gewerbeforschung unter der Leitung von Frau DI Heidrun Bichler-Ripfel, wie Mag. Viktoria Greiner und Mag. Katharina Krammer in Zusammenarbeit mit Univ. Prof. Dr. Andreas Schnider. So sind wir mit Mitte Juni 2019 mit diesem Teil der Arbeit fertig geworden. Entstanden ist erstmalig eine umfassende Beschreibung des meisterlichen Wissens der Streich- und Saiteninstrumentenerzeuger entsprechend den Vorgaben des Nationalen Qualifikationsrahmens auf Niveau 6 („Bachelorniveau“). Dieser erste wichtige Schritt ist getan, aber mit der Meisterprüfungsordnung neu und den daraus entstehenden Umsetzungsarbeiten darf ich euch schon heute um eure geschätzte Mithilfe bitten. Text: Rupert Hofer; Fotos © Expertenrunde 1-6 IAGF; FotosNQR 1 + 2 © Rupert Hofer

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DAS ANDERE KUNSTHANDWERK

WOLFGANG SCHÖN KUPFERDRUCKER IN WIEN IN DER NAGLERGASSE

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er Besuch in der Werkstatt von Wolfgang Schön gleicht einer Zeitreise. Der Standort in der Naglergasse 4 ist seit der Gründung des Gewerbes durch seinen Großonkel im Jahr 1922 unverändert und sogar die Maschinen sind noch original, werden von ihm regelmäßig selbst gewartet und funktionieren problemlos. Die Technik hat sich in den letzten 350 Jahren nicht verändert, nur die Nachfrage nach den Produkten hat kontinuierlich abgenommen. Der Kupferdruck ist heute ein Edeldruck und wird nicht wie früher zur Vervielfältigung verwendet. Hat sein Vater zu Spitzenzeiten noch bis zu drei Drucker beschäftigt, ist Wolfgang Schön ein Einzelkämpfer, seit er 1973 das Gewerbe übernommen hat. Früher gab es bei den Kupferdruckern zahlreiche Geheim­ nisse, es wurde sogar hinter Vorhängen gedruckt, um Spionage zu verhindern. Eine solche Geheimnistuerei ist Wolfgang Schön fremd. Er freut sich über alle, die Interesse für das Handwerk des Kupferdruckers zeigen und teilt sehr gerne sein äußerst umfassendes Wissen darüber. Schon als Lehrling war er als einziger Kupferdruckerlehrling in der Berufsschule den Reprofotografen zugeteilt. Meisterprüfung konnte er keine ablegen, da der einzig vorhandene Prüfer sein Vater war, der wegen Befangenheit nicht prüfen durfte. Der hohen Qualität seiner Arbeit hat dies nie einen Abbruch getan und Beanstandungen hat es bis heute noch nie gegeben. Vor allem Privatpersonen mit ausgeprägtem Kulturbewusstsein zählen heute zu den Kunden des Kupferdruckers, die Visitenkarten, Grußkarten und Briefpapiere im altbewährten Tiefdruckverfahren produzieren lassen. Die Schriftplatten

Qualitätskontrolle

macht Wolfgang Schön mit Hilfe eines Verkleinerungsgerätes, genannt Storchenschnabel, selber – ein paar wenige Kollegen gebe es noch, die auch Druckplatten im Ätzverfahren herstellen können. Rund drei Wochen Wartezeit müssen die Kunden für die fertigen Produkte einplanen. Beobachtet man Schön bei seiner Arbeit ist schnell klar, dass es durch die vielen Arbeitsschritte und die Trockenzeit der Drucke auch diese Zeit benötigt. Jeder von ihm produzierte Druck wird zudem mit einer Schicht Seidenpapier geschützt und das ohnehin schon sehr edle Produkt damit noch mehr aufgewertet. Eine einmal erstellte Schriftenplatte erhält der Kunde zur Verwahrung und kann immer wieder zum Nachdruck mitgebracht werden.

Feine Visitenkarten beim Trocknen

Zu Besuch bei Wolgang Schön

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Farbenspiele


DAS ANDERE KUNSTHANDWERK

Mit Hilfe einer kleinen Gasflamme unter dem Arbeitsplatz wird die Farbe durch die Wärme geschmeidig gemacht, damit sie gut mit einer Spachtel in die Schriftplatte eingebracht werden kann. Mit Kreide von der Insel Rügen wird die Platte dann abgeputzt, anschließend auf die Druckpresse aufgelegt und der Druck durchgeführt. Und schon muss wieder mit dem Aufbringen der Farbe der Kreislauf fortgesetzt werden, da jeweils nur ein Druck möglich ist. Einfärben, spachteln, wischen, durchziehen. Mehr als maximal 250 Visitenkarten pro Tag sind nicht möglich, obwohl der Arbeitstag von Wolfgang Schön immer schon um spätestens 5.30 Uhr beginnt. Auch das ist eine Tradition, die er vom Großonkel und Vater übernommen hat. Druckplatte Druckfrisch

Beim Farbauftrag

„Mit jeder Visitenkarte gibt man ein Stück von seinem Ich her“, zeigt Schön seine intensive Verbundenheit mit seinen Werken. Diese sammelt er in seinen Musterbüchern, die sich wie ein „Who is who“ der Polit- und Unternehmerlandschaft sowie zahlreicher Kunstschaffender der letzten 100 Jahre lesen. Neben den Visitenkarten werden auch zahlreiche Bilddrucke in der Werkstätte angefertigt. Während es bei den Visitenkarten ein haptisches Erlebnis ist, über die erhaben gedruckten Buchstaben zu streichen, ist bei den Bilddrucken – vor allem alte Ansichten von Wien sind sehr gefragt – der Platteneindruck das markante Erkennungszeichen.

Weihnachtspost Robert Stolz

Das Erkennungszeichen eines Kupferdruckers selbst, sind zweifelslos seine eingefärbten Finger. Orientblau, Schwarz und Weiß benutzt Wolfgang Schön gerade jetzt vor Weihnachten am häufigsten. „Mein Beruf ist für mich mein Hobby.“ Eine schönere Liebeserklärung kann man seinem täglichen Tun nicht machen. Text: Iris Dittenbach | Olivia Affenberger | Rupert Hofer © Fotos

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BUNDESINNUNG | Musikinstrumentenerzeuger

CITES CoP18 – NEUREGELUNGEN HOLZ – GENF 2019 Artenschutz ist jedoch weit mehr. DIE 18. VERTRAGSSTAATENKONFERENZ DER CON­ VENTION ON INTERNATIONAL TRADE IN ENDANGE­ RED SPECIES OF WILD FAUNA AND FLORA (CITES) WURDE VON 17. BIS 28. AUGUST 2019 IN GENF, IN DER SCHWEIZ, ABGEHALTEN. 1700 DELEGIERTE AUS 169 MITGLIEDSSTAATEN SOWIE DIE EU HABEN ÜBER 104 AGENDAPUNKTE UND 57 ANTRÄGE ZUR ÄNDERUNG DER IN CITES GELISTETEN ARTEN BERATEN UND ENTSCHEIDUNGEN GETROFFEN. Musikinstrumentenerzeuger kämpfen seit Jahren mit Problemen, die die Reisefähigkeit von Instrumenten betreffen. Immer wieder verursachen geschützte Arten wie kleine Mengen von Elfenbein, Schildpatt, verschiedenste Leder, Fischbein, Muscheln oder auch Riopalisander große Probleme. Nach der Konferenz in Johannesburg haben sich ja die Ereignisse überschlagen. Rückblickend hat sich mein Eindruck bestätigt, dass hier vorerst komplett unterschätzt wurde, welche weitreichenden Folgen durch die Neulistungen, vor allem in seiner Art vielfältig und oft verwendete Holzart, Dalbergia spp., entstanden sind. In äußerst guter Zusammenarbeit mit unseren Ansprechpartnern im BMNT wie Dr. Abensperg-Traun, Mag. Molterer, Martin Rose und Frau Hoffmann, konnten meine Kollegen Bogenmachermeister Thomas Gerbeth und Klaviermachermeister Heinz Letuha unter meiner Führung die Auswirkungen der Veränderungen und auch den nahezu unadministrierbaren Aufwand mit dem Instrumentenpass (MIC) aufzeigen. All die Schwierigkeiten aus unserem Alltag und Rückmeldungen der Musiker hinsichtlich deren Erfahrungen auf Reisen stießen auf viel Verständnis. So war es in den vielen Monaten vor der CITES Konferenz, ursprünglich in Sri Lanka dann in Genf abgehalten, unser Ziel durch Zugrundelegung unserer Beobachtungen zu dem bereits installierten Instrumentenpass und dem Umgang mit den Material-Deklarationen, einfachere, lebbarere Bedingungen für Reisen insbesondere für Musiker zu erwirken. Dies mit vollem Einsatz unter dem Blickpunkt der über zwanzig großen Orchester, besonders derer der „Musikhauptstadt“ Wien, mit ihren weltberühmten und reisefreudigen Traditionsorchestern einerseits, aber besonders auch um Instrumente und Bögen als Kulturgüter in ihrer Originalität erhalten zu können. Durch unseren proaktiven Umgang wurden wir auch zu Koordinierungssitzungen geladen und konnten „unser“ Verhandlungsteam in den Vorbereitungen mit unseren Beispielen aus der Praxis bunte Berichte mitgeben, unsere Argumente stärken und unsere Forderungen mit auf den Weg geben. So ist nach den empfindlichen Verschärfungen 2016, die insbesondere den geschäftlichen Alltag der Musikinstrumentenerzeuger,

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Palisander

Händler aber auch Musiker stark belasteten, in Genf auf der 18. Konferenz der Vertragsstaaten zum Washingtoner Artenschutzabkommen, im August 2019, nun dank massivem Einsatzes des österreichischen Verhandlungsteams um Dr. Max Abensperg-Traun und Martin Rose, gelungen, weitere Belastungen abzuwenden und Erleichterungen für Musikinstrumente, fertig verarbeitete Musikinstrumententeile sowie fertig verarbeitete Musikinstrumenten-Accessoires zu erreichen.

Palisander: Rio-Palisander (Dalbergia nigra) bleibt unverändert und ohne Fußnote in Anhang A, daher gilt weiterhin das Vermarktungsverbot. Alle Exemplare, das sind auch Teile und Erzeugnisse, bleiben unter dem Höchstschutz und man braucht für jeglichen Handel entsprechende Genehmigungen (Ausfuhr, Einfuhr) oder Bescheinigungen (Handel innerhalb der EU). Teile und Erzeugnisse der Palisanderart Dalbergia cochinchinensis (Thailändisches Palisander) sind hinsichtlich Ein- und Ausfuhr in/aus der EU dokumentenpflichtig. Die sehr gute Nachricht ist, dass es für alle anderen Palisanderarten (Dalbergia spp.) durch Abänderung der Fußnote gelungen ist, dass nun folgende relevanten Teile und Erzeugnisse von den CITES Regelungen ausgenommen sind: Fertig verarbeitete Produkte mit einem maximalen Gewicht des Holzes der gelisteten Art von bis zu 10 kg pro Sendung, fertig verarbeitete Musikinstrumente, fertig verarbeitete Musikinstrumententeile, fertig verarbeitete Musikinstrument-Accessoires. Achtung: Rohe Griffbretter fallen somit nicht in die Ausnahmeregelung hinein, ebenso Bestandteile, die eine weitere Modifikation benötigen, um genutzt zu werden.


BUNDESINNUNG | Musikinstrumentenerzeuger

Mammut: Hier ist es gelungen, dass nach Diskussion aller Beteiligten CITES-Parteien der Vorschlag Israels abgelehnt wurde, das Wollmammut als eine Art aufzulisten, die den Genehmigungsanforderungen des CITES-Anhangs II unterliegt. Es wurde klargestellt, dass die Regulierung einer ausgestorbenen Art den Rahmen von CITES sprengt. Es ist jedoch angedacht, die Auswirkungen des Handels mit Mammutelfenbein auf den Handel mit Elefantenelfenbein und die illegale Wilderei zu erforschen.

Der Instrumentenpass (MIC): Dank Intervention besonders seitens Vertreter der EU als Sprachrohr „unserer“ Vertreter, genehmigten die Vertragsparteien eine Vereinfachung der Reisemodalitäten von CITES gelisteten Exemplaren, bei denen der Handel einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Erhaltung der jeweiligen Arten hat. Das heißt, dass nichtkommerzielle grenzüberschreitende Bewegungen von Musikinstrumenten erleichtert werden sollten. Um lebbare Bedingungen zu schaffen, sollen diesbezügliche Diskussionen während der CITES-Sitzungen ab 2020 stattfinden. Eine Gleichstellung ähnlich persönlichen Gebrauchsgütern wäre eine enorme Erleichterung.

Artenschutz ist jedoch weit mehr:

Setzlinge Fernambuk

Junger Fernambukbaum

2013 wurde auch das APNE Programm gestartet, eine Ausweitung der Forschungsgebiete um nachhaltige Nutzung der natürlichen Vegetation im Nordosten Brasiliens, in den Staaten Pernambuco, Paraíba, und Rio Grande do Norte. Um all die geleisteten Bemühungen der beinahe zwei Jahrzehnte Vorort zu besichtigen und sich ein Bild über die gepflanzten, aufgezogenen Bäume zu machen, reiste eine Delegation, der auch Bogenmacherkollege Thomas Gerbeth angehörte, im Oktober 2019 nach Brasilien. Ich freue mich schon auf einen ausführlichen Bericht.

Um einen aktiven Beitrag zu leisten, gründeten bereits im Mai 2000, etwa 50 Gründungsmitglieder (Bogenmacher und Geigenbauer) in Paris, Frankreich, die I.P.C.I. (International Pernambuco Conservation Initiative), eine höchst erfolgreiche Initiative, ein Pflanzprojekt, zum Schutz des Fernambukbaumes. Diese wunderbare Idee führte zu einer raschen Vernetzung vieler Bogenmacherkollegen weltweit und trieb das Projekt zügig voran. Bereits im August 2001 fanden sich IPCI Delegierte in Süd-Bahia, Brasilien, ein, um mit Vertretern der Brasilianischen Kakaofarmer einen Projektplan zu einer nachhaltigen Nutzung von Pau Brasil auszuarbeiten.

Eine weitere Initiative aus Mitgliedern der Musikinstrumentenbauer und Musiker/Musikerinnen hat sich im Verein Eben!Holz e.V. zusammengeschlossen, um gemeinsam zerstörerischen Entwicklungen entgegenzuwirken. Das erklärte Ziel lautet durch Bewusstmachung des Wertes und der Nutzung der Hölzer zu schützen. Nicht die seit Jahrhunderten im Musikinstrumentenbau verwendeten Hölzer, wie auch Ebenholz, Palisander und Grenadill sind das Problem, sondern der Raubbau, durch illegalen Handel, durch Brandrodung oder Umnutzung der ursprünglichen Habitate zu Plantagen von schnellwachsenden Hölzern oder Weideland.

All dies führte in der Folge bei der Juni 2007 CITES-Vollversammlung Den Haag, Niederlande (CITES CoP 14) dazu, dass das Fernambuk-Projekt (Programa Pau Brasil) als Musterbeispiel für nachhaltige Nutzung bezeichnet wurde und von den CITES-Gremien trotz Neulistung von Caesalpinia echinatea auf den Appendix II per Fußnote als Endprodukte (Streichbögen) von Handelsbeschränkungen ausgenommen wurden.

Durch eine nachhaltige Nutzung und einen fairen Handel der Hölzer soll in den Herkunftsländern das Bewusstsein vom Wert der Natur geweckt werden und den Menschen eine Erwerbsquelle erschließen. Das unterstützte Anjanaharibe-Projekt im Makira Naturpark, im Nordosten Madagaskars, betrifft eine Region, die als das größte zusammenhängende Waldgebiet der Insel gilt und mit seiner außerordentlichen Artenvielfalt somit eine bedeutende Rolle für eine ökologische Entwicklung der Region einnimmt. Um der weiteren Zerstörung entgegenzuwirken, sollen im Makira-Naturpark neue Agrartechniken eingeführt werden, wodurch neue Erwerbsquellen für die lokale Bevölkerung erschlossen werden sollen, wie Anbau von Kakao.

In den Jahren zuvor wurde unglaublich viel geleistet. Neben sechsstelligen Geldbeträgen, die in Form von Spenden und Beiträgen aufgetrieben wurden, erfolgte die Inventur der Bestände, wurden Partnerschaften der regionalen Institutionen zur Inventarisierung der Bestände sowie genetischer Studien und wissenschaftliche Untersuchung des Fernambukbaumes organisiert. So gelang die Aufzucht und Produktion von Setzlingen und die Entwicklung sowie Durchführung von landund forstwirtschaftlichen Wiederaufforstungsstrategien, all dies mit offensiver Öffentlichkeitsarbeit unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung, Umweltverbänden und Behörden.

Seit 2012 unterliegt der Makira-Naturpark einem besonderen Schutz. So dürfen die in diesem Gebiet gespeicherten Kohlendioxyd-Mengen als CO²-Zertifikate verkauft werden und finanzieren so die Verwaltung und den Schutz der Region mit. Mithilfe von Satellitenfotos und durch Begehungen

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BUNDESINNUNG | Musikinstrumentenerzeuger

Inkrafttreten der Änderungen: Die beschlossenen Änderungen der Anhänge und die Änderung der Fußnoten treten am 26. November 2019 völkerrechtlich in Kraft tritt. Die auf internationaler Ebene beschlossenen Änderungen der Anhänge werden auf europäischer Ebene mittels Änderung der EU-Verordnung Nr. 338/97 umgesetzt und werden mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union rechtswirksam. Der genaue Zeitpunkt der Veröffentlichung ist derzeit noch nicht absehbar.

Folgende grundsätzliche Regeln gelten für gelistete Arten: Einfuhr in die EU: Grundsätzlich braucht man – sofern das Exemplar den CITES Regelungen unterliegt – bei der Einfuhr in die EU ein CITES-Ausfuhrdokument des Ausfuhrlandes und eine CITES Einfuhrgenehmigung des Einfuhrlandes. Besuch der großgewachsenen Bäume des IPCI Pflanzprojektes in Bahia

vor Ort hat werden Regionen ausgemacht, in welchen der Waldbestand zerstört ist. Diese Flächen sollen wieder in ihren ursprünglich bewachsenen Zustand zurückversetzt werden. Eben!Holz cofinanziert die Wiederaufforstung von 46 Parzellen von insgesamt ca.100 ha Größe im Anjanaharibe-Korridor im Osten des Makira Naturparks. Das Ziel ist es, nach einem kurzen Zeitraum von 10 Jahren den Baumbestand soweit wiederhergestellt zu haben, dass der Regenwald sich von alleine regenerieren kann. Experten beziehen die lokale Bevölkerung stark mit ein und machen sie zu Beteiligten an dem Projekt. So erkennen sie den großen Nutzen – "Den Wald schützen, weit blicken" – und tragen freudig zum Gelingen mit ein.

Innovationen: Zu diesem Punkt habe ich bereits in der letzten KHWZ – Ausgabe berichtet, möchte aber gerne erneut auf die Ersatzwerkstoff oder Ergänzungsprodukte hinweisen. Matthias Paulus (Paulus Bogenbestandteile) entwickelte mit Sucseno® bereits vor Jahren ein alternatives Ebenholz Produkt, wie auch John-Eric Traelnes, Lausanne, der „CorèneTM“ mit dem Unternehmen NéoEbène Sàrl anbietet. Mark Wilhelm, Suhr, versuchte er eine nachhaltige Alternative mit der ETH Zürich zu entwickeln und begann mit Holzmodifizierung Ahorn und Fichte zu verdichten, somit wurde "Sonowood" geboren. Wie alle neuen Produkte hinsichtlich klanglicher und spieltechnischer Eigenschaften überzeugen, werden wir sehen. Fest steht alle Produkte lassen sich mit den üblichen Werkzeugen bearbeiten und auf Grund der ansteigenden Nachfrage nachhaltiger Konsumenten werden bereits neben Griffbrettern auch Saitenhalter, Wirbel, Kinnhalter und weitere Kleinteile aus den neuen Materialien hergestellt.

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Vermarktung innerhalb der EU: Bei einer Vermarktung von Anhang B Exemplaren innerhalb der Europäischen Union ist keine CITES-Bescheinigung erforderlich. Allerdings muss für einen rechtmäßigen Handel nachgewiesen werden können, dass das Exemplar rechtmäßig erworben wurde – entweder ein Nachweis über die rechtmäßige Einfuhr (z.B. Kopie CITES Einfuhrgenehmigung) oder des rechtmäßigen Erwerbs in der EU (z.B. Rechnung, Lieferschein etc.). Ausfuhr / Wiederausfuhr aus der EU: Für eine Ausfuhr aus der EU ist eine CITES-Ausfuhrgenehmigung erforderlich. Für eine Wiederausfuhr aus der EU ist eine Wiederausfuhrbescheinigung erforderlich. Anträge CITES Genehmigungen oder Bescheinigungen sind beim BMNT, Abt. III/6, Stubenbastei 5, 1010 Wien – auch online unter www.cites.at – zu beantragen. Weil es wichtig ist „Danke“ zu sagen, möchte ich mich bei den zuständigen Personen im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Abteilung III/6, Abteilung Nationalparks, Natur- und Artenschutz, stellvertretend insbesondere bei Mag. Jutta Molterer (Abt. III/3), Dr. Max AbenspergTraun und Martin Rose für die offenen Ohren unserer Anliegen und das stete Bemühen unsere Berufsgruppen in allen Belangen rund um den Artenschutz zu unterstützen, bedanken! Ebenso „Danke“ meinen Kollegen Bogenmachermeister Thomas Gerbeth und Klaviermachermeister Heinz Letuha, unserem Bundesinnungsgeschäftsführer Herrn Mag. Erwin Czesany, die alle auch in Vorbesprechungen anstehende Problemfelder analysiert und mit konstruktiven Anregungen begleitet haben. Weitere Infos zum Thema finden Sie ebenfalls unter www.reise-info.org, www.cites.at und www.bmnt.gv.at Text: Rupert Hofer Foto Palisander – Bild aus Zeitung I/2017, S29 Fotos © Thomas Gerbeth


STEIERMARK | Kunstgewerbe

KUNST, DESIGN UND HANDWERK AUF BURG RABENSTEIN – STEIERMARK

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ereits zum vierten Mal fand am 5. und 6. Oktober 2019, im malerischen Ambiente von Burg Rabenstein, einem baulichen Juwel und mittlerweile barrierfrei (!), „Kunst, Design und Handwerk“ statt. Die bereits mehrfach mit einem Gütesiegel von Art-Austria ausgezeichnete Top-Veranstaltung lud auch heuer wieder zu einem außergewöhnlichen Kunstfest ein. Musikalisch umrahmt, eröffnete Bürgermeister Johannes Wagner, Hauptorganisatorin Andrea Radinger-Reisner, Landesinnungsmeister Rupert Hofer und Burgherr Jürgen Unterrainer kurzweilig, um Lust auf all die wunderschönen Stücke purer Lebensfreude zu machen. Im Hintergrund der gute und äußerst fleißige, routinierte „Geist“, Ursula Puff, die als Managerin der Burg auf aller Wohlbefinden achtet. So konnten die neugierigen Besucher die Arbeiten und Werke der renommierten Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker bewundern und natürlich auch erwerben. Präsentiert wurden Arbeiten aus Metall, Keramik, Glas, Papier, Holz, Textil sowie handgemachte Seifen und Werke von Schmuckkünstlern.

Windspiel Musik liegt in der Luft

Bezaubernde Vögel

magisches Holz

Der Erfolg war auch dieses Jahr wieder überwältigend. Die lebendige und abwechslungsreiche Ausstellung konnte den Besuchern eine immense Bandbreite und hohe Qualität an Handwerks- und Designkunst vermitteln. Was macht diese Kooperationsveranstaltung zwischen der Burg Rabenstein, Andrea Radinger als künstlerischer Leiterin und der Landesinnung Kunsthandwerke aus? Einzigartiges Ambiente, emotional erlebbares und spürbares Handwerk, hoch qualitativ, kreativ sowie vielfältig, das Bespielen lebendiger Werkstätten und durch gezielte Werbemaßnahmen sowie unsere Kontakte und Ideen können und wollen wir zur weiteren Verbreitung und Bewerbung der Veranstaltung beitragen. So konnten wir

bereits mit einem fantastischen Videoclip, einer gewachsenen Social-Media Präsenz und spürbaren Printgeschichten die höchst interessierten und begeisterten Besucher hier, hoch über der Mur, erneut begrüßen. Nach viel Lob und herzlichen Gratulationen ist mir das „Höher, weiter, besser, einfach genial“ von Andrea Radinger noch in den Ohren. All dies spiegelt sich wider, in dem wir die Grenze der Kapazitäten an Besuchern pro Tag erreicht haben. So sind wir bereits in der Umsetzung neuer Ideen, damit im kommenden Jahr noch mehr kunsthandwerksbegeisterte Besucher die Gelegenheit haben werden, Kunsthandwerksdesign vom Feinsten zu genießen. Herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen dieses großartigen und bunten Festes der Kunst und Freude beigetragen und ein Stück Lebensfreude mit nach Hause genommen haben!

Buntes Treiben

Text: Andrea Radinger, Ursula Puff, Olivia Affenberger, Rupert Hofer © Fotos

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STEIERMARK | Kunstgewerbe

EIN BESUCH IN EINER BUNTEN ZAUBERWELT JUANITAS NÄHBOX – STATTEGG

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errlich wie viele bunte Farben, Freude, Kreativität, Fröhlichkeit und positive Energie hier zu Hause sind. All dies durften wir, Johannes Weiss und ich, beim ersten Betreten des stilvoll eingerichteten Hauses nahe Graz, in Stattegg sofort spüren. Juanita Guerra Arellano ist eine temperament- und kraftvoll strahlende Frau, eine liebevolle Mutter, eine Macherin deren südamerikanischen Wurzel stets spürbar sind, eine studierte Architektin mit einst großem Unternehmen, das sie zurückgelassen hat, um ihrer Liebe nach Österreich zu folgen und hier einen ganz neuen Platz für sich zu entdeckten. Vor zwölf Jahren erblickte ihre Tochter Emilia das Licht der Welt. Sie lud ihre Mama mit ihrem Lächeln und Liebe ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Daraus entstand die Freude und Liebe für sie Sachen zu basteln. Die Stofftiere, die Juanita handwerklich geschickt mit ihren Händen für ihr kleines Mädchen fertigte, und all die erschaffenen Spielzeuge erfüllten die junge Frau mit großer Freude. Als sie ihre Kreationen ihren engsten Freunden präsentierte, waren diese so begeistert, dass sie die gelernte Architektin ermunterten für jedes kleine Werk eine Anleitung zu entwerfen. Der Beginn einer neuen und sogleich erfolgreichen (Unternehmens) Geschichte. Heute erfreuen all ihre bunten Garne, all die auf der ganzen Welt gesammelten Stoffe, Knöpfe, Accessoires und großartigen Ideen nicht nur sie, sondern viele begeisterte Kunden. Denn in einer schnelllebigen Zeit, teils gesichtslosen Welt, können ihre Kunden wieder die Verbindung zu schönen Dingen, die mit ihrem Ursprung, der Natur und der Erde, in reinstem Ausdruck verbunden sind, erleben und genießen. Ihr kleines Unternehmen, Juanita’s Nähbox, ist in Wirklichkeit ein Netz von Warmherzigkeit, Zuneigung und Freude geworden. Freunde erzählten es anderen, diese wiederum teilten ihre Erfahrungen weiter und jeder der kommt bringt einen Teil von sich und nimmt etwas von ihrem kleinen Reich mit. Es wird gemeinsam Tee getrunken, Kuchen aus Emila`s Bäckerei verkostet, Freundschaften entstehen. In schönen, gemeinsamen Momenten werden all die schaffenden Hände zu magischen Instrumenten, mit denen Formen und Figuren für Kinder kreiert werden. Und die liebevoll geschaffenen Unikate bringen die Augen der Kinder zum Leuchten.

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STEIERMARK | Kunstgewerbe

zu den Fotos: … die Zauberwelt von Arch. DI. Juanita Guerra Arellano – Lebensfreude, Bunte Stoffe aus aller Welt und bunte Accessoires – LIM Rupert Hofer und Landes Geschäftsführer Mag. Johannes Weiss waren herzlich willkommen

Juanita hat viele Freunde rund um den Globus und weiß, dass Juanita’s Nähbox wachsen wird, so wie auch ihre Emilia wächst, genährt mit der Fröhlichkeit und den Träumen, die beide an jedem Nähtag zusammen erleben. Juanita geht ihren Gedanken nach: „Ich würde so gerne alle Frauen dieser Welt, die diese Feinfühligkeit besitzen, die ich in diesem Netzwerk erfahren habe, ansprechen, aber die Welt ist einfach zu groß!“ So rieten ihre lateinamerikanischen Freunde ihre „Sessions“ - für die es übrigens im spanischen ein besonderes Wort für diese Zusammenkünfte gibt: “die Nähbox” - auch über das Internet zu teilen. In ihrem Blog sind all ihre Erfahrungen für interessierte LeserInnen zu finden. Was vor zwölf Jahren als Hobby angefangen hat, ist mittlerweile ein richtiger Trend geworden. Einerseits ist es wieder angesagt, selbst verschiedenste Produkte aus Stoff zu kreieren und andererseits hat auch beim Thema Nähen die Nachhaltigkeit Einzug gehalten. Ob Refashion, Upcycling, Kreationen aus nachhaltig produzierten Biostoffen, alle Trends laden zum Selbermachen, Gestalten und selbst verwirklichen ein. All dies ermöglicht Juanita in ihrer Nähbox. „Von alters her weiß man, dass ein Kleidungsstück nicht nur das Äußere einer Person schmückt, sondern auch ihre Seele durchscheinen lässt, wenn es von Herzen gemacht worden ist!“ All ihre Produkte, Kreationen, Nähkurse und Veranstaltungen sind unter www.juanitas-naehbox.com zu entdecken. Danke für den herzlichen Empfang, die faszinierenden Einblicke, das gute Gespräch – an alle anderen: „Schaut vorbei – es lohnt sich!“ Text + Fotos © Rupert Hofer

Veranstaltungen Steiermark Pop Up Store, Arts of Woman Krottendorfergasse 3, 8700 Leoben Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9:30 – 13:00 und von 14:00 – 18:00 Sa. 9:00 – 14:00 Im Dezember verlängerte Öffnungszeiten Alexandra Wurm vereint durch ihre Ausbildung als Goldschmiedin vielfältige Kompetenzen. Zu sehen sind Schmuckstücke charismatisch, gefühlvoll mit charmanter Kunst für selbstbewusste Frauen.

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WIEN | Kunsthandwerk

WIENER KUNSTHANDWERK BEI DER 20. LANGEN NACHT DER MUSEEN VOM GOLDSCHMIED BIS ZUM PEITSCHENMACHER: DIE PLATTFORM WIENER KUNSTHANDWERK DER WIRTSCHAFTSKAMMER WIEN PRÄSENTIERTE SICH AM 5. OKTOBER IM KUNSTHISTORISCHEN MUSEUM WIEN. Nachts ins Kunsthistorische Museum: Das haben sich 9505 Besucher nicht entgehen lassen. Bei der 20. Langen Nacht der Museen zeigte zum fünften Mal auch die Plattform Kunsthandwerk, was sie ausmacht – vom Goldschmied bis zum Peitschenmacher. Geboten wurde eine Nacht lang sehenswerte Unterhaltung. Mit ihren Schauwerkstätten boten die Kunsthandwerker interessante Einblicke in ihre Arbeit. Von 18:00 bis ein Uhr nachts konnten tausende Wissbegierige in Schauwerkstätten großes handwerkliches Können live erleben. Dabei wurde der Bogen gespannt von den einzigartigen Objekten des Museums zum Kunsthandwerk der Gegenwart. „Im Kunsthandwerk kommen zwei faszinierende Bereiche zusammen: die Kunst und das Handwerk. Diese Verbindung schafft eine Melange aus Kreativität, Tradition und Innovation“, Mag. (FH) Maria Smodics-Neumann, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk der WKW, Abgeordnete zum Nationalrat. Wie vielfältig die Welt des Kunsthandwerks ist, bewiesen auch andere Teilnehmer, wie die Holzbildhauerin Astrid Unterberger mit ihren feinen Schnitzereien oder Doris Flandorfer, die Besuchern zeigte, wie sie die von ihr gefärbten Wollstränge wie anno dazumal von Hand zu Knäueln drehen können.

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WIEN | Kunsthandwerk

Aussteller der Plattform Wiener Kunsthandwerk www.kunsthandwerk.wien • Peitschenmacher BB’s Hand-Crafted Whips www.bb-whips.com • Neusser Franzsika Glas Jewelry | www.studioglass.at • Holzhandwerk Wien | www.holzhandwerk.wien • Modeschmuck von Eva Flaschberger Perlenfieber • Klosterarbeiten Kunsthandwerk Andrea Marschal www.klosterarbeitswelt.com • Glasarbeiten von Glas Exklusiv | www.glasexklusiv.at • Harald Hölsche Kunsttischlerei | www.hoelsche.at • Atelier Krainer Wien von Elisabeth Krainer www.krainerschmuck.com • Natürliche Wollfärbung und Naturdrucke von Greenery e.U. • Gold- und Silberschmiedearbeiten vom Forum Goldschmiede GmbH | www.forumgoldschmiede.at • Industrial Design von Kupferdach Production Schmuck und Couture e.U. www.facebook.com/KupferdachProduction • Petra M. Zelenka mit ihrem Kunsthandwerk Nette Dinge Fotos © Florian Wieser | Text: Landesinnung Wien

MEISTERPRÜFUNG 2019 DER BUCHBINDER IN ST. PÖLTEN

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uch heuer im September konnte wieder eine Meisterprüfung der Buchbinder in St. Pölten stattfinden. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich hat wie immer die Meisterprüfung perfekt organisiert und so konnte in der Buchbinderwerkstatt der Landesberufsschule St.Pölten eine ruhige und angenehme Atmosphäre geschaffen werden, wobei unter den wachsamen Augen der PrüferInnen wahrliche Meisterwerke entstanden sind. Die Aufgabenstellung verlangte ein Sprungrückenbuch, einen Halbfranzband, einen Edelpappband und einen Leinenband- alle natürlich mit dementsprechender Prägung und anderen Dekorelementen versehen. Durch monatelanges Training und einer gelungenen Vorbereitung in den praktischen, schriftlichen und mündlichen Prüfungsmodulen konnten perfekte Arbeiten abgeliefert werden. Wir gratulieren den zwei neuen Buchbindermeisterinnen Katharina Peschetz (Innsbruck) und Angelika Schmidt (Graz) und hoffen auf baldigen Lehrlingsnachwuchs, der durch die frisch gebackenen Meisterinnen ausgebildet wird. Text: Gudrit Sixl, Michaela Miesenböck Foto: Gudrit Sixl | Am Foto von links nach rechts: Vorne: Schmidt, Peschetz – Hinten: Sixl, Miesenböck, Jurczek

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WIEN | Goldschmiede

MASTERPIECE COLLECTION: WIENER KUNSTHANDWERK VON SEINER BESTEN SEITE

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on 20. bis 22. September drehte sich im eleganten Grand Hotel alles um feine Designerstücke. Mit der Plattform Kunsthandwerk und Wien Products waren gleich zwei Initiativen der Wirtschaftskammer Wien mit ausgewählten Betrieben vertreten. Eintauchen in die Welt der Manufakturen und des goldenen Wiener Handwerks: Im Grand Hotel am Ring präsentierten von 21. bis 22. September Mitglieder der Plattform Kunsthandwerk und Wien Products ihre Produkte. Die Besucher konnten Eindrücke über Handwerkskunst gewinnen – und teilweise in Schauwerkstätten live miterleben. „Bei der Masterpiece Collection zeigt sich die wunderbare Wiener Melange aus Kunst und Handwerk von ihrer großartigen Seite. Die Unternehmer geben hier einem großen Publikum einen Blick in Jahrhunderte alte Traditionen und die Vielfalt, Kreativität und Qualität des Wiener Kunsthandwerks“, so Mag. (FH) Maria Smodics-Neumann, Wiener Obfrau des Gewerbes und Handwerks und Abgeordnete zum Nationalrat. Insgesamt 50 ausgewählte Aussteller begeisterten mit ihren Stücken aus den Bereichen Präzisionshandwerk, Maßarbeit, Kulinarik sowie Interior und Design. Die Wirtschaftskammer Wien war mit 13 Unternehmen der Plattform Wiener Kunsthandwerk und Wien Products vertreten. Darunter Traditionsbetriebe wie k.k. Hofvergolder C. Bühlmayer und Hemdenmacher Venturini, aber auch jüngere Unternehmen wie WIENERLEDER.

Visitenkarte der Wiener Wirtschaft Den Grundstein des Wiener Kunsthandwerks bilden Tradition und Moderne. Jahrzehntelange Erfahrung umgesetzt in Design und Verarbeitung, die den aktuellen Zeitgeist widerspiegeln, lassen das Kunsthandwerk zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor Wiens werden. Dank ihres künstlerischen Werts heben sie sich deutlich von der maschinellen Massenproduktion ab, der qualitative Unterschied zeigt sich in der besonderen Verarbeitung und Verwendung hochwertigster Rohstoffe.

Aussteller der Plattform Wiener Kunsthandwerk www.kunsthandwerk.wien •

Arteum – Zentrum für Bildhauerei | www.arteum.at

WIENERLEDER | www.facebook.com/wienerleder

Peitschenmacher BB’s Hand-Crafted Whips www.bb-whips.com

Glas Exklusiv | www.glasexklusiv.at

Lederhaas Cosmetics e.U. www.lederhaas-cosmetics.com

Holzhandwerk Wien | www.holzhandwerk.wien

Hutobjekte Karin Bergmayer | www.hutobjekte.at

Harald Hölsche Kunsttischlerei | www.hoelsche.at

Aussteller von WIEN PRODUCTS | www.wienproducts.at

Ledermanufaktur R. Horn's Wien | rhorns.com

Zur Schwäbischen Jungfrau www.schwaebische-jungfrau.at Text: Anja Gaugl | Fotos © Charlie Schwarz

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PAPYRUS

Qualität . Produktivität . Termintreue . Flexibilität . Trendsetter Die Buchbinderei Papyrus hat seit der Gründung die Fokussierung auf kompromisslose Qualität nie aus den Augen verloren. Damit diese auch weiterhin in der gewohnten Form gehalten werden kann, hat das Unternehmen in eine neue Buchfertigungslinie BF530 (Anschaffung Juli 2013) und in einen Prägeautomat PE312 (Anschaffung: Jänner 2013), beides von Kolbus, investiert. Mit diesen beiden Maschinen wird sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Qualität gesteigert und nachhaltig auf einem hohen Niveau gehalten. Die Leistungsdaten sprechen für sich: Buchfertigungslinie BF530: Buchblockformat beschnitten (gerader oder runder Rücken); min. 70 mm (B) x 100 mm (H) x 3 mm (Rückenstärke); max. 300 mm (B) x 375 mm (H) x 70 mm (Rückenstärke); 70 Takte/Min. Des weiteren kann die BF530 beigestellte Buchblocks mit Drahtspiralbindung (bis max. 25 mm Durchmesser) sowie beigestellte asymmetrische, flexible PVC- und Halb-/ Ganzintegral-Decken verarbeiten. Der Prägeautomat PE312 hat ein max. Prägeformat von 460 x 375 mm; Buchdecken offenes Format: min. 170 x 100 mm, max. 660 x 405 mm, 80 Takte/Min.

Auszeichnungen: 21.06.2006 Goldene Securitas 20.02.2008 5 x schönstes Buch Österreich 18.11.2009 Golden Pixel Award 2009 26.11.2009 Österreichisches Staatswappen 25.01.2010 Österreichisches Umweltzeichen 21.10.2010 3. Platz – Trio des Jahres 2010 07.09.2012 Chain of Custody-Zertifikat / PEFC 07.09.2012 FSC-Zertifikat

Buchfertigungslinie BF530

Buchfertigungslinie BF530

Prägeautomat PE312

Buchbinderei Papyrus GesmbH & co KG Murbangasse 5 • 1100 Wien Tel: +43 1 6892550 • Fax: +43/1/6892554 E-Mail: office@papyrus.co.at • www.papyrus.co.at Ausgabe 03 2019

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AT L AST

WEIHNACHTEN – FEST DER LIEBE, WARUM NICHT DAS GANZE JAHR? Lasst uns Liebesgeschichten schreiben! Der Gefühlsrausch der neuen Liebe, die zärtliche Vertrautheit blinden Verstehens, wahre Leidenschaft, der Stolz, etwas Besonderes geschafft zu haben – es sind die großen Emotionen, die unser Leben zu dem machen, was es ist: Besonders. Einzigartig. Unverwechselbar. Wir schaffen Kunstwerke in Form von stabilen Werten, die weitergegeben werden können. Dies allein bleibt allerdings recht kraftlos. So wollen wir ein stark emotionalisierendes Themensetting mit Bezug auf gemeinsame Lebenserlebnisse spürbar machen. Eine Emotionalisierung durch das in Verbindung bringen von persönlichen Erlebnissen und Gegenständen. Durch persönliche Interpretation und gedankliche Visualisierung entstehen kraftvolle Glücksmomente, einfach pure Lebensfreude.

Was drückt diese besser aus als ein Liebesbrief? Genau dieser wird zur zentralen „Hardware“, Botschafter unserer Image-Kampagne, in der wir die Öffentlichkeit einladen, Kunsthandwerk als das zu begreifen, was es ist: Das Ergebnis unserer Leidenschaft und Hingabe an unsere Arbeit, unserer Liebe zu Material und Verarbeitung. Aber eben auch das besondere Potential dieser Stücke aus Meisterhand, für unsere Kunden zu ihrem einzigartigen Lieblingsstück zu werden. Nämlich dann, wenn sie beginnen, die Emotionen ganz besonderer Momente mit eben diesem Stück zu verbinden, es zum Sinnbild ihrer Träume und Wünsche, ihrer Freude, ihrer Liebe zu machen. Meine große Liebe ist ein Element, das all unsere Berufsgruppen miteinander verbindet. Wir schaffen kleinere und größere meisterliche Kunstwerke, machen all dies mit unserem Herzen, mit Leidenschaft, mit Begeisterung und mit Liebe zum Detail. Wir schaffen mehr – Lieblingsstücke!

Was macht so ein Lieblingsstück aus? Einerseits ist es das was wir schaffen, andererseits ist es das, was unsere Kunden mit dem Kunstwerk verbinden. Wir haben mit der steirischen Kampagne „Meine große Liebe“ Möglichkeiten geschaffen, dass unsere Mitgliedsbetriebe leichter und einfacher digital unterwegs sein können, wie auch ihren Kunden eine Botschaft mitgeben können. Lassen Sie uns gemeinsam als Berufsgruppe die Kampagne in die Öffentlichkeit tragen und zum Leben erwecken. Möge dies der Auftakt zu einer ganz besonderen Liebesgeschichte sein!

www.meine-grosse-liebe.at Ich wünsche euch allen schon jetzt noch gute Geschäfte und von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest mit Zeit für Wesentliches! Euer Rupert Hofer Landesinnungsmeister Text: Rupert Hofer Foto: © Mediadome 2019

IMPRESSUM Fachzeitschrift des österreichischen Kunsthandwerks | Offizielles Organ der Bundesinnung der Kunsthandwerke Österreichs und der Landesinnungen Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und der Fachvertretung Burgenland. | Medieninhaber (Verleger): Druckwelten Rothbauer OG, Tel.: 01/212 28 40, Fax-DW 20 – office@druckwelten.at | Redaktion: Mag. Iris Dittenbach und Mag. Erwin Czesany (Chefredaktion), Paula Pospisil – redaktion@kunsthandwerk-online.at | Graphik und Druckherstellung: Markus Rothbauer – office@druckwelten.at | Anzeigenannahme: Paula Pospisil (redaktion@kunsthandwerk-online.at), Michael Rothbauer (office@druckwelten.at) | Erscheinungsweise: 3-mal im Jahr | Auflage: 8.000 Exemplare, Sammel-Jahresbezug für die Mitgliedsbetriebe | Onlineportal: kunsthandwerk-online.at | Herausgeber: Bundesinnung der Kunsthandwerke | Unternehmensgegenstand: Vertretung der Interessen der nach dem Wirtschaftskammergesetz angehörenden Mitglieder der Bundesinnung der Kunsthandwerke, Beteiligung: 100 % | Blattlinie: Die Zeitung vertritt die unternehmerischen Interessen der Mitgliedsbetriebe und dient der Information der Leser über die für die Führung eines Unternehmens in wirtschaftlicher, gesellschaftspolitischer, technischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht bedeutsamen Fakten und Meinungen. Für eingesandte Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Zum Abdruck angenommene Arbeiten gehen in das unbeschränkte Verfügen des Herausgebers über. Nachdruck – auch auszugsweise – bedarf der gesonderten Erlaubnis. Mit Name oder Signatur gekennzeichnete Veröffentlichungen stellen jeweils die Meinung des Verfassers dar und geben nicht in jedem Fall den Standpunkt des Herausgebers wieder. | Respect! Sämtliche von der Redaktion verfassten Artikel beziehen sich gleichwertig auf Mann und Frau, lediglich zugunsten der Lesefreundlichkeit der Texte verzichten wir auf spezielle geschlechtergerechte Sprachformulierungen.

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Kunsthandwerk Ausgabe 03 2019  

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