Page 1

KUNSTHANDWERK

02 2020



Vorwort | Bundesinnung

SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN, GESCHÄTZTE KOLLEGINNEN, LIEBE FREUNDE! Zuallererst möchte ich mich dafür bedanken, dass ich mit dem Bundesinnungsausschuss in den nächsten Jahren Verantwortung für unsere Berufe übernehmen darf. Als meine StellvertreterInnen darf ich Johann Figl und Maria Schönswetter präsentieren. Eine Vorstellung des gesamten Ausschusses erfolgt demnächst. Zu keiner Zeit war es nach meiner Einschätzung der Lage so schwierig und wichtig zugleich das Thema Interessensvertretung wahrzunehmen. Die Auswirkung der Covid 19 Pandemie sind unwahrscheinlich und für uns alle in ihrer Dimension und Auswirkung mit Sicherheit noch nicht in ihrer gesamten Tragweite vorstellbar. Ihre Vertreterinnen in den Landesinnungen werden nicht müde Missstände aufzuzeigen und Verbesserungen vorzubereiten, im Diskurs mit den politisch Verantwortlichen Stellung zu beziehen und zu versuchen die bestmögliche Unterstützung für unsere Mitgliedsbetriebe zu erreichen. Es muss uns auf der anderen Seite aber auch klar sein, dass Belastungen in den nächsten Jahren folgen werden, die wiederum einen Ausgleich der budgetären Situation der Republik ermöglichen. In dieser Situation sehe ich es auch als meine Aufgabe, die Sichtbarkeit unserer Handwerke in den Vordergrund zu stellen und uns von unserer besten Seite zu zeigen. Im Hinblick auf eine so hoffe ich bessere Zukunft ist es jetzt notwendig Märkte zurückzuerobern.

Wir haben heuer schmerzlich erfahren, dass Geschäfte und Märkte geschlossen und abgesagt wurden, und wir keine Möglichkeit hatten unsere Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren und anzubieten. Damit fordere ich Sie auf, helfen Sie mit unser vielfältiges und buntes, traditionsreiches und innovatives, detailverliebtes und großzügiges Kunsthandwerk in den Mittelpunkt zu rücken und den Stellenwert zu geben, den es verdient hat. Zeigen wir einmal mehr Mut und Entschlossenheit um in einem coronabefreiten Umfeld wieder an Stärke zu gewinnen. Mit den besten Wünschen für Ihr Weihnachtsgeschäft sowie ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr! Ihr Wolfgang Hufnagl Bundesinnungsmeister

Ausgabe 02 2020 | 39


Inhalt | Vorankündigungen

Inhalt VORWORT | Bundesinnung.................................................................. 39

Buchbinden: Handwerk als immaterielles Kulturerbe .................... 56

EIN PAAR PERSÖNLICHE WORTE | Die Redaktion........................ 41

Der Qualifikationsstandard der Klaviermacher ................................ 58

UNSERE LANDESINNUNGEN STELLEN SICH VOR |

Ein seltener Lehrberuf mit Zukunft ..................................................... 59

Wien ......................................................................................... 42 Niederösterreich .................................................................... 43 Burgenland .............................................................................. 44 Steiermark ............................................................................... 44 Oberösterreich ....................................................................... 46 Salzburg ................................................................................... 47

Workshop „Verkaufen Sie schon oder „verschenken“ Sie noch?!.... 60 A steirische Roas 2020 – Steirisches Kunsthandwerk ................... 61 27. KunstHandWerksMarkt Seeham 2020 ....................................... 62 Unternehmensjubiläen in Oberösterreich ......................................... 62 Meisterprüfung der Uhrmacher ........................................................... 63

Kärnten .................................................................................... 48

Lampenmanufaktur Niefergall in Trumau (NÖ) ................................ 64

Vorarlberg ............................................................................... 49

Betriebsbesuch Franz Straßberger ...................................................... 65

Tirol .......................................................................................... 50

Schmuckstars-Awards ........................................................................... 66

Goldig frischer Wind im 1. Wiener Gemeindebezirk ...................... 51

Die Kleider des Lichts ............................................................................ 68

Erfolgreicher Gallusmarkt ONLINE 2020 .......................................... 52

BüchervielFALT ........................................................................................ 68

Traditionsbetrieb Schagerl goes international .................................. 53

Nachrufe …................................................................................................ 69

Lasst uns ins Gelingen verliebt sein. ................................................... 54

AT LEAST | Ihr Bundesinnungsmeister a.D. .......................................70

REGIONALE PRODUKTE WIEDER SCHÄTZEN Gewerbe und Handwerk sind #wiederimgschäft Zusammenhalt, Kreativität und Flexibilität der Unternehmer bringt Leben in unsere schöne Stadt – denn Wien hat wieder offen! Unter diesem Motto hat die Wirtschaftskammer

40 | Ausgabe 02 2020

Wien nach dem Lockdown im Frühjahr eine Kampagne mit dem Namen „wiederimgschäft“ gestartet. Dieser haben sich auch die Berufszweige der Landesinnung Wien der Kunsthandwerke angeschlossen. Hier können Sie das Ergebnis sehen:


Ein paar persönliche Worte | Die Redaktion Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser der Fachzeitschrift des österreichischen Kunsthandwerks! Als wir in der ersten Ausgabe des Jahres 2020 darauf hingewiesen haben, dass sich unsere Kalender füllen und die verfügbare Zeit schon wieder weniger wird, da haben wir uns auf ein Jahr mit tollen Neuigkeiten und vielen Terminen eingestellt. Die Termine wurden dann rasch weniger, die Neuigkeiten begleiten uns noch immer und oft gibt es so schnell Corona bedingte Veränderungen, dass man manchmal gar nicht in der Lage ist, den Überblick zu behalten. Eine Konstante in diesen Tagen sollen Ihnen Ihre Landesinnungen sein, weswegen wir diese gebeten haben, sich nach den Wahlen im März 2020 kurz vorzustellen. Auf den ersten Seiten dieser Ausgabe haben Sie eine Zusammenstellung jener Personen, die sich für Ihre Anliegen in den Bundesländern einsetzen. Ein Thema zieht sich vom Titelblatt, über die Rubrik „Das andere Kunsthandwerk“ bis hin zum Interview. Das Volkstheater startet mit Jänner 2021 nach einer Renovierung vom Dachboden bis zum Keller in eine neue Saison. Bundesinnungsmeister Wolfgang Hufnagl konnte in einem persönlichen Gespräch mit Kay Voges, dem Generaldirektor, auch einen ersten Blick auf die neue Bühne werfen und sowohl vor Ort als auch in der Manufaktur Niefergall die restaurierten Lampen bestaunen. Ein Detail hat es sogar auf die Titelseite geschafft.

In den Sommermonaten konnten sogar einige Betriebsbesuche durchgeführt werden, die es ermöglichen, Ihnen Einblicke in Traditionsbetriebe und bei Neugründern zu bieten. Auf www.kunsthandwerk-online.at finden Sie zusätzlich zur Printausgabe einen tollen Reisebericht aus Japan. Lassen Sie sich in eine andere Welt entführen! – Viel Vergnügen beim Lesen der aktuellen Ausgabe! Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen an: diekunsthandwerke@wko.at Das Jahr 2020 hat uns allen viele Herausforderungen und Änderungen beschert! Wir wünschen trotz dieser Widrigkeiten ein besinnliches Weihnachtsfest und für das neue Jahr Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg! Iris Dittenbach und Erwin Czesany, Chefredaktion | Büro der Bundesinnung

Herbert Obermoser Franz-Ofner-Straße 20 · 5020 Salzburg Tel. +43 / 662 / 45 32 58 druckformen@druckformen.at

eu!

N vur nd Lasergra u t u rc Lase ück! St 1 eren ab Wir produzi n. lie ia er at nM In fast alle

Ihr Spezialist in der Herstellung von Prägeformen www.druckformen.at

Ausgabe 02 2020 | 41


Unsere Landesinnungen stellen sich vor

WIEN

© Charlotte Schwarz

Landesinnungsausschuss der Kunsthandwerke Wien:

© Thomas Hovezak

Wolfgang Hufnagl

Thomas Hovezak

Mit der konstituierenden Sitzung am 24.8.2020 schickt die Landesinnung Wien der Kunsthandwerke ein zum Teil bewährtes, aber auch neues Team ins Rennen. Die Herausforderungen der letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass wir uns in unterschiedliche Richtungen weiterentwickeln müssen, wenn wir als Interessensvertretung wahr- und ernstgenommen werden wollen. Zur Zeit haben wir in Wien 1.234 Mitgliedsbetriebe, das bedeutet sogar eine Steigerung zum Vorjahr. Mit der Plattform Kunsthandwerke hat die Sparte Gewerbe und Handwerk bewiesen, welchen Stellenwert das kreative Handwerk in Wien hat. In den ersten Monaten des Lockdowns war es eine Freude zu sehen, wie die Geschichten unserer Mitgliedsbetriebe in den sozialen Medien aufgezeigt haben. Wir haben eine deutliche Steigerung in den Zugriffszahlen und den Kommentaren bemerken dürfen. Was uns zum Kern unserer Arbeit in den nächsten Jahren bringt – wir wollen und werden die Kunsthandwerke sichtbarer machen, wir werden ihnen eine Bühne geben, wir werden sie vor den Vorhang holen. Noch immer gibt es erstaunte Fragen, ob gewisse Berufe unserer Fachgruppe noch bestehen. Wir werden ein kräftiges Lebenszeichen setzen, die technischen Vorbereitungen sind längst getroffen, wir durften im Jahr 2020 lernen, dass auch das Kunsthandwerk auf online Präsenz setzen muss.

© Felix Gorbach

Sichtbarkeit und ein kräftiges Signal in Richtung Aus- und Weiterbildung werden uns die kommenden Jahre begleiten – und das zusätzlich zu unseren Bemühungen die Interessen der Kunsthandwerkerinnen Wiens zu vertreten.

Maria Schönswetter

LIM KommR Wolfgang Hufnagl

Gold- und Silberschmied

LIM-Stv. Thomas Hovezak

Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände

LIM-Stvin. Maria Schönswetter

Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände

Heinz Letuha

Musikinstrumentenerzeuger

Johannes Barotanyi

Uhrmacher

Christine Weiner

Buchbinder

Mag. Martin Rainer

Musikinstrumentenerzeuger

Kerstin Czerwenka

Buchbinder

Gregor Nowak

Musikinstrumentenerzeuger

Stefan Graupe

Gold- und Silberschmied

Bernhard Garbe

Gold- und Silberschmied

Gerhard Waschier

Uhrmacher

Landesinnung der Kunsthandwerke Wien 1020 Wien, Straße der Wiener Wirtschaft 1 T + 43 1 514 50 2362 E-Mail: kunsthandwerke@wkw.at

42 | Ausgabe 02 2020


Unsere Landesinnungen stellen sich vor

NIEDERÖSTERREICH Landesinnungsausschuss der Kunsthandwerke Niederösterreich:

© Gerald Lechner

Schwerpunkte unserer Tätigkeit für die nächsten Jahre sind Werbung für unsere Berufsgruppen und Weiterbildungsangebote, denn der aktive Unternehmer, der sich auch weiterbildet, hat die Nase vorne gegenüber dem Mitbewerb. Figl Johann

Die Landesinnung der Kunsthandwerke wählte einen neuen Ausschuss – Johann Figl ist als Landesinnungsmeister bestätigt. 1.920 Mitgliedsbetriebe verzeichnet Niederösterreichs Landesinnung der Kunsthandwerke. Davon sind 1.349 Mitgliedsbetriebe Ein-Personen-Unternehmen (EPU), das entspricht 70,3 %

© Gerald Lechner

Am 8. September wurde der neue Ausschuss der Landesinnung der Kunsthandwerke gewählt. Landesinnungsmeister ist Johann Figl, weitere Mitglieder sind:

© Gerald Lechner

Almesberger Sieglinde

Jurczek Christof

LIM-Stv. Sieglinde Almesberger

Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände

Roland Auer

Gold- und Silberschmiede

Nikolaus Bernhart

Blechblasinstrumentenerzeuger

Thomas Fessel

Uhrmacher

Werner Johann Gschiers

Uhrmacher

Monika Hartl

Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände

Waltraud Haslauer

Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände

LIM-Stv. Christof Jurczek

Buchbinder

Jürgen Kamleithner

Uhrmacher

Anna Klima

Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände

Reinhard Puchinger

Schlaginstrumentenerzeuger

Edith Schipani-Surböck

Schlaginstrumentenerzeuger

Edwin Peter Surin

Gold- und Silberschmiede

Landesinnung der Kunsthandwerke Niederösterreich 3100 St. Pölten, Wirtschaftskammer-Platz 1 T +43 2742 851 19160 E-Mail: dienstleister.gewerbe@wknoe.at

Ausgabe 02 2020 | 43


Unsere Landesinnungen stellen sich vor

BURGENLAND

Peter Werkovits

Gemeinsam haben wir einiges erreicht – zum Beispiel die Abschaffung der Punzierungsgebühr. Im Bereich der öffentlichen Wahrnehmung haben wir 2019 mit der Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen einen positiven Imagetransfer für unser Handwerk erreicht. An 4 Wochenenden waren wir beim Kinder- und Familien­ kulturfestival „Burg Forchtenstein fantastisch“ mit dabei. Diesen Weg werden wir fortsetzen und uns damit auch in Zukunft für den Erhalt und die Förderung der Berufsausbildung einsetzen.

Peter Werkovits

Gold- und Silberschmiede

Kobersdorf

Mario Kulovics

Uhrmacher

Sankt Michael i. Bgld

KommR. Hans Joachim Pinter

Uhrmacher und Gold- und Silberschmiede

Neusiedl am See

Nora Demattio, BA

Erz. kunstgewerbl. Zier- und Schmuckgegenstände

Eisenstadt

Walter Lukas Radakovics

Uhrmacher

Oberwart

Gerold Mario Eder

Erzeugung von kunstgewerblichen Gegenständen

Bruckneudorf

Ing. Harald Sexl

Buchbinder

Eisenstadt

Dagmar Eva-Maria Frühwirth-Sulzer

Erz. kunstgewerbl. Zier- und Schmuckgegenstände

Oberwart

Fachvertretung der Kunsthandwerke Burgenland 7000 Eisenstadt, Robert-Graf-Platz 1 | T +43 5 90 907 3114 | E-Mail: claudia.scherz@wkbgld.at

STEIERMARK Die Segel sind gesetzt – Wir wollen was? bewegen! Unter diesem Motto sind wir vor rund fünf Jahren in die abgelaufene Funktionsperiode aufgebrochen. Unser ganzes Team, und da sind alle im steirischen Landesinnungsausschuss gemeint, haben für das gemeinsame Tun, durch die mit Abstand höchste Wahlbeteiligung aller Bundesländer, eine besonders schöne und motivierende Belohnung, Rückmeldung erhalten. Ein großes „Danke“ dafür! Wie schon gute Tradition starteten wir mit einem zweitägigen Strategie Workshop beim Hotel Klugbauer am Rosenkogel in die nun neue, durch Corona besonders herausfordernde Zeit. Mit „Abstand“ bester Stimmung und voller Motivation widmeten wir uns mit Angelika Ertl und Oliver Zeisberger zweier, nur auf den ersten Blick, höchst unterschiedlicher Themen. Einerseits wollten wir das Team als lebendigen Organismus bildhaft darstellen und jedem die Möglichkeit geben

44 | Ausgabe 02 2020

hinzuspüren, wo er sich selbst einordnen möchte; dies im Wissen um die Bedeutung, die Funktion einzelner „Organe“, die nur im Zusammenspiel gut funktionieren. Je klarer, je bewusster jeder seine Fähigkeiten und seine Funktion innerhalb unseres Organismus erlebt und visualisiert, umso stärker kann sich jeder bewusst einbringen und dieses Tun auch verständlich artikulieren. Dieses Bewusstsein schärft und fördert die Wirkungsweise nach innen wie nach außen. Anderseits erarbeiteten wir das spannende Thema „Kommunikation, die ankommt“. Mit dem „Werkzeugkoffer“ des Organismus war es uns möglich, innerhalb kürzester Zeit in eine systemrelevante Tiefe zu gehen. Unsere Teammitglieder sehen sich in ihrer Vielfalt als Blut, Bauch, Blinddarm – „bin mir meiner Funktion noch nicht bewusst“ -Niere, Herz, Mund + Hand, Auge – viel Sehen, Umsicht, Beobachtung, Ausblick – , Limbisches System – Dominanz, Stimulation, Kreativität, Risiko, Balance, Sicherheit -, Verbindung zwischen Ohr und Mund – Achse Betriebe, Berufsschule, WKO -,Beine – etwas Bewegendes -, Linke Hand


Unsere Landesinnungen stellen sich vor

Landesinnungsvorstand: LIM Stv. Georg Wiesauer, LIM Rupert Hofer, LIM Stv. Monika Frind, GF Mag. Johannes Weiß

oder als Haut, die den Körper zusammenhält, Schutz gibt, lebenswichtig und dehnbar ist und den Organismus begrenzt.

wie Betriebswirtschaft, Handwerk, Vertrieb, Marketing und Innovationsthemen sind im Entstehen.

So wurden schnell unsere Stärken als lebendiges Team sichtbar und spürbar. Klassisch könnte man uns auch als sehr persönlich, umtriebig, lösungs- und leistungsorientiert, freundlich, aufgeschlossen, offen, als gute Zuhörer, interessiert, ausdauernd, mit einem klaren Bekenntnis zur Zusammenarbeit, innovativ, mutig und mit hoher Einsatzbereitschaft beschrieben.

Ein weiterer Schwerpunkt wird ein Online-Ausstellungskalender werden, ein Vorbote für mehr. Unsere Vision ein Marktplatz. Ja, ein riesengroßes, mutiges, aber notwendiges Projekt, an dem wir mit voller Kraft an der Machbarkeit hinsichtlich der Struktur und Finanzierbarkeit feilen. Ich glaube fest daran, dass wir es gemeinsam schaffen können. Somit wäre der Weg frei um mit dem Hybridmodell (Geschäft stationär und online) wesentlich krisensicherer in die Zukunft zu starten. So soll für die Standkosten auf zwei Märkten ein Schaufenster, ein Verkaufslokal für 365 Tage in die bunte, weite Welt entstehen.

Als Organismus spürten wir hin wofür unser Herz schlägt, definierten daraus Herzensziele und Visionen, basierend aus dem Bedarf heraus („Wo zwickt’s?!“) unter besonderer Berücksichtigung der derzeitigen Lage „Corona“, die das Denken, das Handeln stark beeinflusst und neue Strategien und Veränderungen fordert und fördert. In welche Richtung soll es inhaltlich nun weitergehen?

Liebes Team: „Danke für euren Einsatz, eure Begeisterung und Freude, mit der wir gemeinsam unsere Ideen beim Workshop zusammengetragen haben. Ihr seid echt eine sehr inspirierende Truppe, mit viel Elan und großer Wertschätzung!“

Kurzfristig (neben aller bekannten Hilfsmaßnahmen) setzen wir uns massiv für Kunsthandwerksmärkte ein – unterstützen, wenn es bei der Behörde klemmt, fördern in Form von Kooperationen, günstiger Standgebühren, Teilkostenübernahme, arbeiten an Rahmenbedingungen, geben gelungene Konzepte weiter (Burg Rabenstein, A Steirische Roas, Kunst- und Gartenzauber, Völkermarkt, Kasematten, Färberplatz, Liesliehof und Glockenspielplatz). Ständiges Anpassen und Weiterentwickeln steht derzeit an der Tagesordnung – motivieren zu alternativen Outdoor und Indooraktivitäten (Pop-up Stores, Aufbau neuer Kooperationen, fördern die Wahrnehmung für unserer Betriebe durch unsere Kampagne www.meine-grosse-liebe.at im Wechselspiel mit Storytelling auf unserer Facebook-Seite und versorgen die Presse verstärkt mit positiven Geschichten rund ums Kunsthandwerk.

Ideen sind eine gute Grundlage, aber viel wichtiger ist das Tun, um außen spürbar werden. Damit all dies gelingen kann haben wir schnell, aber gut überlegt, die ersten Aktivitäten für die kommende Zeit konzipiert und in kurzer Zeit ein dichtes Programm abgearbeitet, ja angestoßen. Ein wunderbares Beispiel einer schnell umgesetzten Idee, ein frisch eröffneter Pop-upStore in Leoben. Herzlichen Glückwunsch Tanja Gröger, Ute Reindl und Monika Frind – viel Erfolg, Bravo!

Um Synergien noch besser zu fördern, bauen wir gerade ein Netzwerk an regionalen KunsthandwerkerInnen auf (Bezirksvertrauenspersonen), die unterstützen, begleiten und sich als Vorbilder mit einbringen sollen, um die Stärkung der Regionen noch besser voranzutreiben. So wollen wir das „Wir-Gefühl“ stärken, das Bewusstsein über unsere Schätze der Regionen fördern. Maßnahmen im Bereich der Weiterbildung als Kunsthandwerk-Akademie auf mehreren Säulen

Die Koordination übernimmt unsere fleißige Innungsassistentin Julia Roschitz, Tel.: 0316 601-486 oder Email: julia.roschitz@wkstmk.at.

All dies aber nur ein kleiner Anfang unserer vielen Projektideen. Alle die neugierig geworden sind, können in unserem Jahreskalender weitere Aktivitäten aufspüren und verfolgen. Wünsche, Anregungen, Ergänzungen von Aktivitäten oder ein Betriebsbesuch erwünscht? – einfach melden, wir kommen gerne.

Ein Wiedersehen macht uns eine große Freude, denn wir wollen was? bewegen! Text: Rupert Hofer | Fotos: © Heimo Binder, www.heimobinder.at

Ausgabe 02 2020 | 45


Unsere Landesinnungen stellen sich vor

OBERÖSTERREICH

© Starmayr

Christian Oucherif aus Linz als Landesinnungsmeister, Heidemarie Rohrmoser aus Kremsmünster und Martina Eigner aus Katsdorf als seine Stellvertreterinnen, bilden das Führungstrio der Landesinnung OÖ der Kunsthandwerke.

Christian Oucherif

Als erfahrener Branchenkenner stellt Oucherif sich seit 2003 in den Dienst der Interessensvertretung. Von 2005 bis 2010 war Oucherif Innungsmeister der Gold- und Silberschmiede, seit 2010 Innungsmeister der oö. Landesinnung der Kunsthandwerke. Für die Periode bis 2025 wurde er erneut in diesem Amt bestätigt. Der Goldschmiedemeister und Juwelier betreibt seit 1984 seinen erfolgreichen Betrieb in der Linzer Innenstadt. Das Kerngeschäft von Heidi Rohrmoser liegt bei gemalten Glaskugeln für den Weihnachtsbaum, die von traditionell bis farbig modern alle Facetten durchspielen. Seit über 30 Jahren gibt es nun bereits im Kremsmünsterer Ortsteil Gablonz das Kunsthandwerk Rohrmoser. Durch Kooperationen mit Händlern ist Rohrmoser auch im benachbarten Ausland sowie in den USA gut vertreten.

© Kunasz

„Kreativität im Blut, immer bereit für neue Herausforderungen, gestalterisch tätig in vielen Bereichen, bunt wie das Leben, aber doch konzentriert auf das Wesentliche“, so sieht sich Eigner, die ihr Kunsthandwerk im textilen Recycling und Upcycling als Ein-Personen- Unternehmen in Katsdorf führt.

© Dedl

Heidemarie Rohrmoser

Martina Eigner

„Die traditionelle Handwerkskunst hat Zukunft. Sie muss hochgehalten und wieder neu wertgeschätzt werden. Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitgliedsbetriebe auch in dieser besonderen Zeit zu stärken, werden wir aktiv und mit Nachdruck für die bestmögliche Interessenvertretung auf Landes- und auch auf Bundesebene im Einsatz sein“, sind sich der Obmann und sein Team einig.

Claudia Aichhorn

Gablonzer

Kurt Apfelthaler

Musikinstrumentenerzeuger

Martina Eigner

Kunsthandwerk

Helmut Haslinger

Uhrmacher

Elisabeth Hollnbuchner

Kunsthandwerk

Oskar Maurus

Musikinstrumentenerzeuger

Christian Oucherif

Gold- und Silberschmied

Heidi Rohrmoser

Kunsthandwerk

Gottfried Johann Schmuck

Musikinstrumentenerzeuger

Karl Schwarz

Musikinstrumentenerzeuger

Martin Seier

Gold- und Silberschmied

Marlene Steinöcker-Ahamer

Modeschmuckerzeuger

Clemens Strandl

Buchbinder

Bruno Weinberger

Musikinstrumentenerzeuger

Landesinnung der Kunsthandwerke Oberösterreich 4020 Linz, Hessenplatz 3 T +43 5 90 909 4320 E-Mail: kunsthandwerk@wkooe.at

46 | Ausgabe 02 2020


Unsere Landesinnungen stellen sich vor

SALZBURG

©: WKS

Unsere Vorhaben: Aus- und Weiterbildung schreiben wir groß.

Hartwig Rinnerthaler

Großes Engagement vieler unserer Kollegen bei der BIM (Berufs-Informations-Messe), weiters verfolgen wir ein Weiterbildungsprogramm für Gold- und Silberschmiede durch erfahrenen Meister mit besonderen Fähigkeiten. Kurse für alle Berufsgruppen, von Steuerrechtlichen über Digitalisierung bis hin zu Verkaufskursen. Fortführung des Handwerkertages in Großgmain bei Salzburg für alle Berufsgruppen der Innung. Ausflüge mit Betriebsbesichtigungen.

Unser Dreamteam der Innung der Kunsthandwerke Wirtschaftskammer Salzburg. Aufstellung der Landesinnung der Kunsthandwerke der Periode 2020-2025: Innungsmeister bleibt weiterhin KR Hartwig Rinnerthaler mit seinen Stellvertretern ImStv. Martin Lerch und ImStv. Thomas Salzburger Berufszweigsprecher: Gold u. Silberschmiede: Martin Lerch | Uhrmacher: KR Hartwig Rinnerthaler Buchbinder: Leonore Gleichweit-Strasser | Musikinstrumentenerzeuger: Franz Nistl Erzeugung kunstgewerblicher Gegenstände: Gerhard Oberholzner Hartwig Rinnerthaler – Uhrmachermeister, seit 2005 Innungsmeister Martin Lerch – Innungsmeister Stellvertreter, vielseitiger Gold- und Silberschmiedemeister mit langjähriger Berufserfahrung und wird von allen Kollegen geschätzt. Thomas Salzburger – Gold- und Silberschmiedemeister und ausgebildeter Schätzmeister. Hat eine begnadete Hand für sakrale Kunstwerke. Franz Nistl – Berufsgruppensprecher der Musikinstrumentenerzeuger. Seit beinahe 40 Jahre stimmt er die Klaviere der Salzburger Festspiele. Man kann sagen er bringt jeden virtuosen Superstar in Stimmung. Leonore Gleichweit-Strasser – Berufsgruppensprecherin der Buchbinder. In 3 Generation betreibt sie schon 20 Jahre lang mit Herzblut die Buchbinderei. Bernhard Demsky – Ein sehr gefragter Gold- und Silberschmiedemeister in Salzburg. Jakob Schober – Uhrmachermeister aus Leidenschaft. Versorgt seit 26 Jahren Radstadt mit Uhren und Schmuck. Gerhard Oberholzner – Berufsgruppensprecher der Kunsthandwerke. Toller Keramiker mit kreativen Geist seit 20 Jahren. Johannes Hoch-Sinnhofer – Einer unserer jungen Uhrmachermeister. Glänzt mit viel Talent und zahlreichen Zertifizierungen. Philip Warter – verstärkt die Kunsthandwerke. Richard Scherer – Gold- und Silberschmiedemeister der auf alles eine Antwort weiß. Daniela Riedel – unterstützt die Kunsthandwerke. Alexander Pappernigg – Gold- und Silberschmied mit Engagement. Vincent Gold – Junger Gold- und Silberschmiedemeister, ausgebildeter Gemologe mit viel Praxis und Hilfsbereitschaft.

Landesinnung der Kunsthandwerke Salzburg 5027 Salzburg, Julius-Raab-Platz 1 T + 43 662 8888 269 E-Mail: kunst@wks.at

Ausgabe 02 2020 | 47


Unsere Landesinnungen stellen sich vor

KÄRNTEN

© Oskar Höher

Landesinnungsausschuss der Kunsthandwerke Kärnten – Vorstand:

Pobaschnig Adolf

LIM Mst. Pobaschnig Adolf, Firma GAG Goldatelier – Pobaschnig KG, Leitegasse 3, 9500 Villach, (Gold- und Silberschmied) LIM-Stv. Roßmann Johann, Hauptplatz 1, 9500 Villach, (Gold- und Silberschmied) LIM-Stv. Hölbling Bernhard, Rennsteiner Straße 21, 9500 Villach (Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände) Statement:

© Oskar Höher

Mit seinem Führungsteam, dem Landesinnungsausschuss und der Geschäftsführerin Mag. Petra Kreuzer mit Team, möchte der einstimmig wiedergewählte Landesinnungsmeister Mst. Adolf Pobaschnig die Zukunft der Kärntner Landesinnung der Kunsthandwerke mitgestalten und starke Impulse für die Wirtschaftsentwicklung in den Berufsgruppen setzen. Die Fachgruppe soll Ansprechpartner für alle unternehmerischen Belange sein. Außerdem hat Pobaschnig ein engagiertes Arbeitsprogramm für das Funktionsperiode 2020 – 2025 geplant. Der Landesinnungsausschuss setzt auf Mitgliedernähe und darüber hinaus auf verstärktes Service für die Unternehmen in allen Berufsgruppen. Roßmann Johann

© Oskar Höher

Weitere Ausschussmitglieder sind:

Hölbling Bernhard

Martina Pouschner

Gold- und Silberschmied

Michael Loderer

Gold- und Silberschmied

Thomas Grossek

Gold- und Silberschmied

Franz Nott

Gold- und Silberschmied

Rudolf Pirker

Uhrmacher

Monika Spiess

Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände

Irene Hiebl

Gold- und Silberschmied

Michael Satlow

Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände

Mag. Sabine Janach

Erzeuger kunstgewerblicher Gegenstände

Klaus Hell-Höflinger

kooptiert | Firma Tauerngold GmbH, Gold- und Silberschmied

Landesinnung der Kunsthandwerke Kärnten 9021 Klagenfurt, Europaplatz 1 T +43 5 90 904 160 E-Mail: innungsgruppe7@wkk.or.at

48 | Ausgabe 02 2020


Unsere Landesinnungen stellen sich vor

© Frederick Sams

VORARLBERG

Gerhard Ritter

In unserem neuen Innungsausschuss finden sich neben den „alten“ und sehr erfahrenen Mitstreitern auch viele neue, junge und engagierte Kollegen, die sich durchaus dazu empfehlen, neuen Schwung und neue Ideen mitzubringen. Besonders im Bereich des allgemeinen Kunsthandwerkes ist es uns gelungen, die Zahl der Ausschussmitglieder auf drei zu erhöhen. Darüber bin ich sehr glücklich, stellt diese Gruppe mit über 200 Mitgliedern doch den Löwenanteil an unseren Innungsmitgliedern. Das erklärte Ziel für die nächste Funktionsperiode ist einen verstärkten Zusammenhalt unter den einzelnen Berufsgruppen zu schaffen und zu fördern. Ein weiteres wichtiges Anliegen meinerseits ist, die Mitglieder „Social Media“ Fit zu machen. Das ist in Zeiten von Corona für viele unserer Berufsgruppen besonders wichtig, weil viele traditionelle Verkaufsmöglichkeiten wie Märkte oder Messen nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen. Ich freue mich sehr auf die kommende Funktionsperiode und möchte mich an dieser Stelle bei meinen Ausschusskollegen für die vergangene und zukünftige, reibungslose Zusammenarbeit bedanken.

Gerhard Ritter IM, BG Uhrmacher

Feldkirch

Wendelin Eberle IM Stv., BG Musikinstrumentenerzeuger

Hittisau

Matthias Praeg IM Stv. BG Gold- und Silberschmiede, Juweliere

Bregenz

Michael Peter Konzett

Bludenz

Manfred Himmer

Feldkirch

Andreas Kopf Mag.

Götzis

Vanessa Bischnau

Bludenz

Sabrina Auer

Bludenz

Tiina Kamenik

Bregenz

Christoph Rene Ritter

Feldkirch

Sonja Martin-Schmidle

Frastanz

Ursula Dunzinger-Präg

Dornbirn

Elke Capelli

Bludenz

Landesinnung der Kunsthandwerke Vorarlberg 6800 Feldkirch, Wichnergasse 9 T + 43 5522 305 240 E-Mail: kunsthandwerke@wkv.at

Ausgabe 02 2020 | 49


Unsere Landesinnungen stellen sich vor

TIROL Bericht Landesinnung Tirol: Im Jahr 2020 konnte die Tiroler Landesinnung der Kunsthandwerke drei große Projekte verwirklichen. Das war zum einen die Werbetafelaktion und zum anderen ein Fotoworkshop beziehungsweise ein Social Media Vortrag inklusive Vertiefungstermin. Werbetafelaktion Peter Pfötscher

Um einen gemeinsamen Außenauftritt zu unterstützen und den Wiedererkennungswert unseres Kunsthandwerks beim Kunden zu steigern, hatten unsere Mitglieder auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit personalisierte Kunsthandwerkstafeln mit dem Logo Kunsthandwerk aus Österreich zu bestellen. Die Bestellung der ersten Tafel war kostenlos und jede weitere musste selbst bezahlt werden. Da die Aktion erfreulicher Weise bei unseren Mitgliedern sehr gut ankam, nutzten einige die Chance und sicherten sich gleich mehrere dieser tollen Werbetafeln. Fotoworkshop

Peter Köll

Da es nicht so einfach ist seine Produkte richtig in Szene zu setzten, wurden im März zwei Termine für einen Fotoworkshop angeboten. Die Teilnehmer bekamen hilfreiche Tipps und Tricks für ansehnliche Produktfotos, sowie einige Hilfestellungen zum Verwenden von Produktfotos in den Social-Media-Kanälen. Der Workshop fand an zwei separaten Terminen statt und war beide mal fast ausgebucht. Social Media Webinar Da ein Tag des Schmucks wie wir ihn gewohnt sind dieses Jahr leider nicht möglich war, haben wir uns überlegt, ein Webinar zum Thema Social Media Marketing anzubieten. Hierbei ging es vor allem darum, einen allgemeinen Überblick zu geben und die Möglichkeiten für Schmuckhändler beziehungsweise KMU´s durch Social Media aufzuzeigen.

Christian Rauch

Da wir ausschließlich positives Feedback erhalten haben, haben wir uns kurzer Hand dazu entschlossen mit dem Vortragenden einen Termin für einen Vertiefungsvortrag zu vereinbaren. Welcher auch wieder ein voller Erfolg war.

Peter Pfötscher

Goldschmied | Landesinnungsmeister

Peter Köll

Buchbinder | Landesinnungsmeister Stellvertreter

Christian Rauch

Musikinstrumentenerzeuger | Landesinnungsmeister Stellvertreter

Landesinnung der Kunsthandwerke Tirol 6020 Innsbruck, Wilhelm-Greil-Straße 7 T +43 5 90 905 1432 E-Mail: kunsthandwerke@wktirol.at

50 | Ausgabe 02 2020


Wien | Gold- und Silberschmiede

GOLDIG FRISCHER WIND IM 1. WIENER GEMEINDEBEZIRK Die zwei jungen Goldschmiedemeister, Magdalena Hall und Paul Pichler, öffneten vor kurzem die Pforten zu ihrer liebevoll gestalteten Goldschmiedewerkstatt. Von Fiakerfahrern und Besuchern der traditionsreichen „Gösser Bierklinik“ umzingelt, haben sich die beiden in der Steindlgasse 2 ein ganz spezielles Ambiente in einer der geschichtsreichsten Straße des 1. Bezirks geschaffen. Vor Jahren begann der gemeinsame Weg Schulter an Schulter durch Ausbildung, Gesellenprüfung und Meisterprüfung. Der gebürtige Tiroler und die Urwienerin erkannten schnell, dass sie ein perfektes handwerkliches Duo bilden. Die Entscheidung auch den weiteren beruflichen Weg gemeinsam zu bestreiten, wurde durch die Schwester von Magdalena Hall, Franziska Hall, endgültig beschlossen als diese als Taschnerin Teil dieser neuartigen Werkstatt sein sollte. Sie finden hier ein bestechend durchdachtes und mutig kreativ eingerichtetes Atelier, das von jugendlichem Schaffensgeist und meisterlichem Können zeugt. Anders als Bekanntes, arbeiten die Jungunternehmer direkt im Verkaufsraum und faszinieren somit nicht nur mit fertigen Produkten sondern können Kunden durch Einsicht begeistern. Text: Hufnagl Fotos von Magdalena Hall und Paul Pichler, Steindlgasse 2 © Forum Goldschmiede | Charlotte Schwarz

Zufrieden mit dem Reinigungsergebnis? - es geht besser! • • • • •

Reinigungsbedarf Reinigungschemie Geräte, Maschinen, Zubehör Anwendungstechnik Schulungen für Reinigungskräfte

HANDELS- & SCHULUNGSGMBH

ZENTRALE WIEN Rautenweg 7 1220 Wien Tel 01/259 46 32 Fax 01/259 46 32-30 office@sigron.at

DORNBIRN Hatlerstrasse 72 6850 Dornbirn Tel 05572/23 1 Fax 05572/23 1 office.dornbirn@

Ausgabe 02 2020 | 51


Oberösterreich | Kunsthandwerk

ERFOLGREICHER GALLUSMARKT ONLINE 2020 Der oberösterreichische Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner gratulierte, WKOÖ-Chefin Doris Hummer sandte eine Video-Grußbotschaft: der Gallusmarkt 2020 fand coronabedingt im Internet statt und landete einen tollen Erfolg. Wenn sich in den letzten Jahren am Kremsmünsterer Rathausplatz rund 10.000 Besucher tummelten, waren es diesmal rund 20.000 Zugriffe auf die Live-Übertragung des Kundhandwerksmarktes am 10. Oktober und auf das noch immer zu betrachtende YouTube-Video auf www.youtube.com/Kremsmuenster4550 „Wenn die Leute nicht zum Gallusmarkt kommen können, dann müssen wir den Gallusmarkt zu ihnen bringen.“ Unter diesem Motto ging Gallusmarkt-Vereinsobmann Gerhard Söllradl gemeinsam mit der Gemeinde ans Werk, den Gallusmarkt ins Internet zu bringen. Ein überaus innovatives und für viele gewagtes Projekt. Gesagt, getan – innerhalb von nur zweieinhalb Wochen stand das Konzept, wurden alle Kunsthandwerker und Betriebe im Ort angeschrieben und das Projekt in Angriff genommen. So entstanden 20 Kurzvideos aus Betrieben in Kremsmünster und 70 virtuelle Grußbotschaften aus ganz Österreich. Bürgermeister Gerhard Obernberger wandte sich auch bei der Bürgermeister-Sprechstunde und einem separaten Video-Beitrag an die Bevölkerung. Ja, selbst Abt Ambros aus dem Stift Kremsmünster kam unserer Bitte nach Grußworten mit Freude nach! Darüber hinaus meldeten sich 70 Kunsthandwerker aus ganz Österreich, die insgesamt über 900 Produkte in die eigens eingerichtete Sparte „Gallusmarkt“ im Onlineshop unter www.kremsmuenster.online einstellten und auch zahlreiche Kurzpräsentationen über sich selbst aufnahmen. Am Samstag, den 10. Oktober, ging es schließlich um 9 Uhr los – live aus dem Rathaus! Moderator Edin Mustedanagic führte durch die Sendung, begrüßte zahlreiche Gäste im Studio (neben Bürgermeister Gerhard Obernberger und den Obmann des Vereins Gallusmarkt Gerhard Söllradl auch Heidi Rohrmoser/Berufsgruppensprecherin der Kunsthandwerker, Helge Pachner/Wirt Gasthof König, Sigi Pramhas/Bezirksstellenleiter WKO Kirchdorf und Dagmar Fetz-Lugmayr/Kulturreferentin der Marktgemeinde). Via Facebook wurde ein Gewinnspiel ausgetragen, bei dem es 6 x 50,– Kremsmünsterer Markteuro und ein Überraschungsgeschenk für jeden Gewinner gab. FAZIT In der Woche von 5. bis 10. Oktober hatte Kremsmuenster. online auf Facebook eine noch nie dagewesene Frequenz von 32.000 Besuchern. Der Videostream wurde im Laufe des Tages über 1.700 Mal angesehen und die Kunsthandwerker meldeten, dass nicht nur über den Online-Shop gekauft wurde, sondern auch persönliche Anrufe bzw. E-Mails eingingen. Alles in allem also ein bemerkenswerter Erfolg.

52 | Ausgabe 02 2020

Detailplanung: Bürgermeister Gerhard Obernberger, Gerhard Söllradl und Raffaela Söllner bei der Detailplanung zum Gallusmarkt online. © Foto: Kerschi

Studiogast Sigi Pramhas : Sigi Pramhas war live zu Gast im Studio. © Marktgemeinde Kremsmünster

Gallusmarkt Online Team: Das Gallusmarkt Online-Team mit Gerhard Söllradl und Bürgermeister Gerhard Obernberger (hinten) kurz vor der Livesendung. © Marktgemeinde Kremsmünster

UND NÄCHSTES JAHR? „Es steht außer Zweifel, dass der Gallusmarkt 2021 wieder in der traditionellen Form stattfinden soll. Die eine oder andere Idee, die heuer umgesetzt wurde, könnte jedoch auch im kommenden Jahr wieder – als Ergänzung – zum Einsatz kommen, zum Beispiel der Onlineshop“, sagt der Obmann des Vereins Gallusmarkt Gerhard Söllradl. Und wer es verpasst hat: die Rubrik „Gallusmarkt: Den Live-Stream vom 10. Oktober 2020 kann man weiterhin unter www.youtube.com/kremsmuenster4550 nachschauen und sich so die Kontaktdaten der Kunsthandwerker organisieren. Diese freuen sich sehr über eine Kontaktaufnahme!


Niederösterreich | Musikinstrumentenerzeuger

MEISTERINSTRUMENTE AUS MANK TRADITIONSBETRIEB SCHAGERL GOES INTERNATIONAL Vor kurzem machten Nikolaus Bernhard, Berufsgruppensprecher der Musikinstrumenten­ erzeuger in NÖ und LIM Johann Figl einen Betriebsbesuch bei der Firma Schagerl in Mank NÖ. Die Firma besteht in der 2. Generation. Es werden seit Jahren immer wieder Lehrlinge ausgebildet. Durch den Betrieb führte Prokurist Ing. Mag (FH) Peter Mayer. Seit über einem halben Jahrhundert besteht das Traditionsunternehmen in zweiter Generation und entwickelte sich vom Musikalienhandel mit Reparaturwerkstatt zu einem der weltweit bekanntesten Instrumentenmanufakturen. Klang und feinste Qualität der im kleinen Hörsdorf bei Mank im Bezirk Melk/NÖ von Meisterhand gefertigten Instrumente begeistern mittlerweile Orchestermusiker aus aller Welt. Getreu dem Firmenmotto „In quality we trust“ werden sämtliche Meisterinstrumente komplett im Eigenbau hergestellt. Mit dem schon zu Lebzeiten legendär gewordenen Prof. Hans Gansch, ehem. Solotrompeter der Wiener Philharmoniker und Professor am Mozarteum in Salzburg, startete vor 25 Jahren die gemeinsame Zusammenarbeit in der Entwicklung von Drehventil Trompeten. Diesem erfolgreichen Konzept ist man seither stets treu geblieben. So werden auch heute noch sämtliche Meisterinstrumente mit Spitzenmusikern wie zb.: Thomas Gansch (Mnozil Brass – Model „Gansch Horn“ und „Killer Queen“), Gábor Tarkövi (Solotrompeter der Berliner Philharmoniker – Model „Berlin“), James Morrison (Internationaler Multiinstrumentalist – Model „James Morrison“, „Superbone“) uvm. stetig weiterentwickelt und perfektioniert. „Es bereitet uns schon viel Freude, an den Klängen mitzuarbeiten, die dann dank unserer Musiker um die ganze Welt gehen“, erklärt Karl Schagerl. „Das treibt uns an, so setzen wir ja auch Maßstäbe.“ Mittlerweile verlassen jährlich über 700 Instrumente die Produktionsstätten, etwa 90% davon als Export rund um den Globus. Auch auf Service wird sehr viel Wert gelegt. Die hausinterne Reparaturwerkstatt wurde 2016 erweitert, um Reparaturen und Serviceanfragen noch schneller abarbeiten zu können. Neben der Instrumentenproduktion und dem Musikalienhandel ist die Firma Schagerl auch im Großhandel tätig. Sie verkauft mit der eigenen Schagerl Academica und Intercontinental Serie auch eine günstigere Instrumentenschiene für Einsteiger und Aufsteiger, die gemeinsam mit Partnerfirmen und dem Schagerl Know How gefertigt werden. Doch Schagerl ist weit mehr: So existiert auch ein eigenes CD-Label (Schagerl Records), ein Film- und Fotostudio für eigene Produktionen (www.schagerl.tv) und es werden auch

Konzerte und Workshops organisiert – wie z.B. zweimal jährlich die Schagerl Brass Academy, bei der die Teilnehmer in Form einer Masterclass die Möglichkeit erhalten, bei den Besten der Besten, ihre Fähigkeiten im Einzelunterricht weiterzuentwickeln. Das wohl bekannteste Event bleibt jedoch das Schagerl Brass Festival, bei dem knapp 5.000 Zuseher über 5 Tage lang dem Who is Who der Blechbläserwelt lauschen und auf die Finger schauen können, und das im Unesco Weltkulturerbe, dem Stift Melk. Neben modernsten Produktionsmethoden wird auch auf Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit gesetzt und wertgelegt. Die Bemühungen wurden 2012 mit dem Innovationspreis und dem Kulturförderpreis Maezenas gewürdigt. Auch wenn der kleine Betrieb in der Zwischenzeit auf knapp 40 Mitarbeiter angewachsen ist, ging der familiäre Flair des Unternehmens nicht verloren. Schnell mal ein paar Instrumente testen, ein kurzer Plausch mit Karl Schagerl zwischendurch, danach noch ein wenig stöbern in der Zubehör und Notenabteilung, alles in der ungezwungenen Atmosphäre des ländlichen Musikhauses. Text und Fotos: Schagerl/Figl Ausgabe 02 2020 | 53


Das große Interview

LASST UNS INS GELINGEN Im Café „Ganz Wien“ treffen einander zwei Herren. Der eine kommt gerade aus seiner Werkstatt, der andere aus seinem neuen Theater. Kay Voges hat im Herbst eine Baustelle übernommen, aus der das Volkstheater im Jänner 2021 wieder erstrahlen wird. Ihm gegenüber sitzt Wolfgang Hufnagl, Innungsmeister der Gold- und Silberschmiede und Leiter des „Forum Goldschmiede“, einer Ausbildungsstätte, die den Nachwuchs der Branche fördert. Was sie verbindet ist der Wunsch, mal eine Stunde über das schöne Leben zu reden und jene Übergangslinien zu suchen, wo Kunst und Handwerk einander treffen. – Möge die Übung gelingen. „Wir machen im Theater nur Prototypen“ meint Voges, „(als Regisseur) stehe ich jedes Mal vor dem weißen Blatt Papier und setze den ersten Strich, habe immer wieder meinen ersten Schultag und zweifle immer wieder daran ob ich den richtigen Beruf gewählt habe.“ Aber am Ende habe er immer wieder den Moment, dass er loslassen kann, weil es fertig ist. Der Kunst liegt immer eine Suchbewegung inne, darin sind sich die beiden einig. Hat gegenwärtige Kunst zu machen also auch immer etwas mit Scheitern zu tun? Die Angst vor Scheitern ist für Wolfgang Hufnagl in der Ausbildung oft eine Herausforderung. Nicht nur, weil sie ein schlechter Begleiter ist, sondern weil die“ ganz Wiffen, die nie Fehler machen, die schwierigsten SchülerInnen sind.– Da sieht man nicht wo‘s hakt.“ – Dabei sei der Irrweg das Wichtigste, das wir im Handwerk haben. Viele davon müssen auch SchauspielerInnen während ihrer Ausbildung durchlaufen. Denn natürlich sei Schauspiel auch Handwerk, meint Voges, „aber, dass ich alle Tasten auf dem Klavier drücken kann macht noch keine Symphonie“. „Die Kontrolle über den Körper, die Stimme über den Einsatz der Mittel über die Wirkung der Verhältnisse zu andern würde ich als erlerntes Handwerk beschreiben.“ Wichtig sei aber „dieser Kontakt zwischen Herz und Hirn, das auch noch zu haben, und vielleicht ist das der Moment, wo wir so langsam die Tür zur Kunst aufmachen.“ Denn wenn es nur um Reproduktion gehen würde könne man ja gleich einen Roboter auf die Bühne stellen. Dieser einzigartige Moment im Theater, der jeden Abend neu entsteht, der gefühlt und gedacht zugleich ist, der einen Willen und eine Hingabe zugleich hat, das ist jener Moment, wo Handwerk zu Kunst wird. „Die Kunst sollte immer das Ziel sein, aber der Weg dorthin ist der tägliche Kampf, den es gilt, stattfinden zu lassen“, so Voges.

54 | Ausgabe 02 2020

Ein Gedanke, den auch Wolfgang Hufnagl seinen SchülerInnen weiter gibt und der essentiell im Kunsthandwerk ist: „Sei nicht zufrieden, mach weiter und quäle dich – schau, was du neues einsetzen kannst und mach was eigenständiges draus.“ Diese ständige Weiterentwicklung, auch auf technologischer Ebene, begleitet beide Berufszweige. Die Entwicklung des 3D Drucks und der CAD für Goldschmiede steht dem Einsatz von Mikroports und Kameras auf der Bühne gegenüber. Für Voges ist es klar, dass verschiedene Technologien verschiedene Herangehensweisen erfordern. Aber das befreiende sind in beiden Fällen die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, die dadurch hervorgebracht werden können. „Die technischen Entwicklungen der letzten Jahre haben neues Denken gebracht“, so Hufnagl: „Es gibt hier kein Entweder-oder, es ist ein Sowohl-als-auch.“ Denn egal, ob er ein Modell mit dem 3D Drucker entwickelt oder ein traditionell gefertigtes Schmuckstück in Händen hat, es muss immer etwas erzählen. Das verbindet Design und Theater. Denn womit Voges und sein Team antreten sei die Suche nach einer Theaterform für die Gegenwart und die Frage: „Wie finden wir eine Erzählweise, die die Menschen erreicht – und jetzt reden wir nur über Formen und gar nicht über Inhalte.“


Das große Interview

VERLIEBT SEIN.

LIM KommR Wolfgang Hufnagl zu Gast im Volkstheater bei Kay Voges … … und beim Interview im Café „Ganz Wien“

Jedoch, wie erreicht man denn dieses Publikum? „Wir teilen uns ja das traditionsbewusste Wiener Publikum“, wirft Wolfgang Hufnagl ein, „ein Publikum, das seinen Nestroy am Volkstheater wiederhaben will und traditionsbewusst beim K&K Hofjuwelier Silberservice aus dem Biedermeier kauft.“ Muss man mit der Suche nach gegenwärtiger Kunst nicht zwangsläufig am nicht vorhandenen Publikum scheitern? Es sei ein gefährliches Vorurteil, so Voges, Wien ausschließlich mit Hofburg, Kaffeehaus und Nestroy gleich zu setzen. „Wien ist auch Wiener Aktionismus, ein Exportschlager in die ganze Welt. Die Stadt hat sich in den letzten 20 Jahren zu einer Weltstadt gewandelt, die eine Öffnung in die Gegenwart hinein vollzogen hat“ und er glaube fest daran, dass sich Qualität am Ende des Tages durchsetzt. Ein schöner Grundsatz, den auch Wolfgang Hufnagl „fast romantisch verzückt“ bejaht. „Wir müssen uns der Parallelexistenz von Netflix durchaus bewusst sein“ so Voges, „aber wir haben den Augenblick, wir haben ‚Real 3D‘“. Es gehe nicht darum, sich zu überlegen, wie man die Menschen ins Theater bringt, sondern darum sich zu fragen, wie man so gute Qualität kreiert, dass die Menschen gar nicht mehr daran vorbeikommen. Denn für ihn gilt es, jeden Tag ins Gelingen verliebt zu sein.

„Dieses Theater kann ein Ort der Auseinandersetzung mit unserer geistigen Gegenwart sein oder er kann auch einfach mal ein lustvolles Genießen sein. Es kann aber auch wirklich in den Körper fahren, dass man Herzklopfen bekommt, dass man weggucken möchte oder, dass man mittanzen möchte, dass der Mensch angesprochen wird. Dann wird dieses Theater nicht ein elitäres Theater, das sagt: ‚Hier kommen die Intellektuellen hinein und wer’s nicht versteht muss bitte draußen bleiben´, sondern dann wird es wirklich ein Volkstheater für jeden Mann und jede Frau.“ Im Gegensatz zu einer Auftragsarbeit für ein Schmuckstück muss Theater keine Zufriedenheit erzeugen, es muss Kommunikation schaffen: „Ich kann gelacht haben, gerührt sein, ich kann zum Nachdenken angeregt worden sein, ich kann mich geekelt haben, gelangweilt, geärgert – das sind Erlebnisse die eine viel größere Auswirkung auf unser ästhetisches und inhaltliches Bewusstsein haben als diese Zufriedenheit, wie jeden Tag.“ Letztendlich geht es da wie dort um Kommunikation, um den Funken, der überspringt, wenn das „Kunststück“ überreicht oder aufgeführt wird. Denn, so Wolfang Hufnagl, in beiden Fällen gilt: „Gleichgültigkeit ist die Höchststrafe.“ Text: Bundesinnung Fotos: Forum Goldschmiede | Charlotte Schwarz

Ausgabe 02 2020 | 55


Bundesinnung | Buchbinder

BUCHBINDEN: UNESCO WÜRDIGT DAS HANDWERK ALS IMMATERIELLES KULTURERBE Anerkennung drückt Wertschätzung für jenes Handwerk aus, das "alle Bibliotheken dieser Welt erschuf" – mehr als 60 Lehrlinge tragen das Berufswissen in die Zukunft. Bücher sind das Kulturgut schlechthin – sie konservieren das Wissen längst vergangener Epochen. Allerdings hätte der geistige Gehalt vieler Zeitzeugen ohne handwerkliches Geschick wohl niemals die Jahrhunderte überdauert. "Das Handwerk des Buchbindens erschuf alle Bibliotheken dieser Welt. Sonst hätten wir nur Lose-Blatt-Sammlungen", sagt Christine Weiner, langjährige Vorsitzende der Berufsgruppe der Buchbinder, und kündigt an: "Wir machen weiter." Und das künftig sogar ganz offiziell als immaterielles Kultur­ erbe: die Österreichische UNESCO-Kommission beschloss am 23. September 2020, das Buchbinder-Handwerk in die Liste des immateriellen Kulturerbes in Österreich, ab 7. Oktober 2020, aufzunehmen. Fast 100 Betriebe Um als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt zu werden, muss das Wissen von Generation zu Generation tradiert werden, einer fortwährenden Neugestaltung unterliegen und für die Berufsgruppe identitätsstiftend wirken: All das ist bei den österreichischen Buchbinderinnen und Buchbindern mehr als erfüllt. In Österreich gibt es 97 aktive Buchbinderunternehmen, wovon ein guter Teil die handwerkliche Herstellung und Veredelung von Büchern pflegt. Überdies werden 62 Lehrlinge zu Buchbinderinnen und Buchbindern ausgebildet. Viele spezielle Werkzeuge haben sich erhalten – von Scheren, Falzbeinen, Heftnadeln, Ahlen und Fileten über Vergolde-Werkzeuge wie den Achat-Glättzahn oder Punzen bis hin zu Bienenwachs, Kleister und Leim, deren besondere Bedeutung ein alter Witz begleitet: Fragt ein Buchbinder den anderen: 'Glaubst du auch an ein Weiterkleben nach dem Tod?' Im Wandel der Zeiten Die Anfänge des Buches finden sich bei den Griechen, wo zusammengehängte Wachstafeln aus Holz in Verwendung waren. Erste frühe Formen des Bindens waren dann mit Kettenstichen verbundene und in Lederumschläge gefasste Pergamentblätter.

Im Mittelalter wurde die Herstellung und kunstvolle Einfassung handgeschriebener Bücher zur exklusiven Aufgabe von Mönchen. Erst mit dem Buchdruck entstand im 15. Jahrhundert die Ausweitung zum selbständigen Gewerbe des Buchbindens. In Wien geht die Zunft auf das Gründungsjahr 1548 zurück. Ab dem 18. Jahrhundert hielt nach und nach die maschinelle Technologie Einzug. Gegenwärtig überwiegen in der Geschäftstätigkeit handwerklich herstellender Betriebe zum Großteil folgende Aufträge: Bücher für kleinere Auflagen und spezielle Anlässe, nach Sonderwünschen angefertigte Bände und die Restaurierung von alten Büchern – eine Tätigkeit, bei der bis heute die Handarbeit überwiegt und das Wissen über die verschiedensten Einbandarten ein unersetzlicher Teil der Arbeit ist. "Die Anerkennung durch die UNESCO freut uns und macht uns sehr stolz", sagt die langjährige Berufsgruppensprecherin Christine Weiner: "Wir sehen darin eine Chance unsere Tätigkeit einer größeren Öffentlichkeit näherzubringen." "Herzliche Gratulation an alle Buchbinderinnen und Buchbinder", sagt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der WKÖ-Bundessparte Gewerbe und Handwerk: "Wir dürfen uns in Österreich über reichhaltige Handwerkstraditionen freuen: Damit diese weiterhin Bestand haben, muss der Gesellschaft und Politik die gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks stärker bewusstwerden. Die Anerkennung als UNESCOKultur­erbe trägt dazu wesentlich bei. Ich freue mich ganz besonders mit Ihnen über diesen Erfolg!" Derzeit umfasst das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich 133 österreichische Traditionen. Text: Bundesinnung

56 | Ausgabe 02 2020


PAPYRUS

Qualität . Produktivität . Termintreue . Flexibilität . Trendsetter Die Buchbinderei Papyrus hat seit der Gründung die Fokussierung auf kompromisslose Qualität nie aus den Augen verloren. Damit diese auch weiterhin in der gewohnten Form gehalten werden kann, hat das Unternehmen in eine neue Buchfertigungslinie BF530 (Anschaffung Juli 2013) und in einen Prägeautomat PE312 (Anschaffung: Jänner 2013), beides von Kolbus, investiert. Mit diesen beiden Maschinen wird sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Qualität gesteigert und nachhaltig auf einem hohen Niveau gehalten. Die Leistungsdaten sprechen für sich: Buchfertigungslinie BF530: Buchblockformat beschnitten (gerader oder runder Rücken); min. 70 mm (B) x 100 mm (H) x 3 mm (Rückenstärke); max. 300 mm (B) x 375 mm (H) x 70 mm (Rückenstärke); 70 Takte/Min. Des weiteren kann die BF530 beigestellte Buchblocks mit Drahtspiralbindung (bis max. 25 mm Durchmesser) sowie beigestellte asymmetrische, flexible PVC- und Halb-/ Ganzintegral-Decken verarbeiten. Der Prägeautomat PE312 hat ein max. Prägeformat von 460 x 375 mm; Buchdecken offenes Format: min. 170 x 100 mm, max. 660 x 405 mm, 80 Takte/Min.

Auszeichnungen: 21.06.2006 Goldene Securitas 20.02.2008 5 x schönstes Buch Österreich 18.11.2009 Golden Pixel Award 2009 26.11.2009 Österreichisches Staatswappen 25.01.2010 Österreichisches Umweltzeichen 21.10.2010 3. Platz – Trio des Jahres 2010 07.09.2012 Chain of Custody-Zertifikat / PEFC 07.09.2012 FSC-Zertifikat

Buchfertigungslinie BF530

Buchfertigungslinie BF530

Prägeautomat PE312

Buchbinderei Papyrus GesmbH & co KG Murbangasse 5 • 1100 Wien Tel: +43 1 6892550 • Fax: +43/1/6892554 E-Mail: office@papyrus.co.at • www.papyrus.co.at Ausgabe 02 2020 | 57


Bundesinnung | Musikinstrumentenerzeuger

DER QUALIFIKATIONSSTANDARD DER KLAVIERMACHER Mit der Veröffentlichung und dem Inkrafttreten der Einordnung der Meisterqualifikation in den Nationalen Qualifikationsrahmen auf Niveau VI am 21. September 2018 war ein Meilenstein für Gewerbe und Handwerk erreicht. Gemäß den Zielsetzungen des Europäischen Qualifikationsrahmens, und demnach auch jenen des Nationalen Qualifikationsrahmens, ist nun die Transparenz und Vergleichbarkeit der Meisterqualifikation in Europa und Österreich gewährleistet. Insgesamt gibt es im Nationalen Qualifikationsrahmen acht Niveaus. Die Meisterqualifikation auf der Stufe VI (in Ausnahmefällen sogar auf Niveau VII), so wie es nun auch auf jedem Meisterprüfungszeugnis vermerkt wird, ist entspricht damit dem Bachelor-Niveau. Im Vergleich dazu ist der Lehrabschluss dem Niveau IV zugeordnet. Im Zuge dieser Einordnung der Meisterqualifikation ergibt sich nun die Notwendigkeit, einen Qualifikationsstandard für jede einzelne Meisterqualifikation zu erstellen. Dieser stellt eine Abbildung des gesamten Berufsumfanges gemäß den Vorgaben des Bundesgesetzes über den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR-Gesetz) dar und basiert auf der Meisterprüfungsordnung geltender Fassung des jeweiligen Berufsbildes. Dank der großartigen Unterstützung durch ein Expert*innen-Team aus der Branche, hat das Institut für angewandte Gewerbeforschung den Qualifikationsstandard für die Meisterqualifikation der Klaviermacher Anfang Oktober 2020 fertiggestellt. In diesem Zusammenhang soll auf den außerordentlichen Einsatz von Herrn Klaviermachermeister Heinz Letuha hingewiesen werden dürfen, durch dessen Vorarbeit die Workshops mit der großen Runde qualitativ hochwertig und gleichzeitig zeitlich ökonomisch für alle Beteiligten durchgeführt werden konnten. Die Klaviermacher folgen hier, aus der Gruppe der Kunsthandwerke, den Uhrmachern sowie den Streich- und Saiteninstrumentenerzeugern, genauso wie vielen anderen Berufszweigen aus Gewerbe und Handwerk, die ebenfalls bereits einen fertigen Qualifikationsstandard vorweisen können. Die Wichtigkeit dieses Qualifikationsstandards sollte hier noch einmal explizit betont werden, da dieser einen integrativen Bestandteil der Meisterprüfungsordnung neu darstellt. Ebenfalls im Zuge der Einordnung der Meisterqualifikation in den Nationalen Qualifikationsrahmen wird

nämlich aktuell eine dem NQR-Gesetz entsprechende Meisterprüfungsordnung neu erstellt. Dabei handelt es sich nicht lediglich um eine Novellierung, sondern um eine Neufassung der Verordnung. Auch hier hat das Institut für angewandte Gewerbeforschung im Auftrag der jeweiligen Bundesinnungen als Verordnungsgeberinnen in Zusammenarbeit mit Branchen-Expert*innen aus den Berufszweigen bereits viele Verordnungsgrundlagen erarbeitet. Fotos: Bundesinnung Text: Viktoria Greiner

58 | Ausgabe 02 2020


Oberösterreich | Musikinstrumentenerzeuger

EIN SELTENER LEHRBERUF MIT ZUKUNFT Das Musikhaus Danner zählt zu den wenigen Betrieben in Oberösterreich, in dem junge Menschen die berufliche Möglichkeit haben, den Lehrberuf des Blechblasinstrumenten-Erzeugers zu erlernen. Meister Karl Danner legt Wert auf die Ausbildung des eigenen Fachkräftenachwuchses. Seit mehr als 30 Jahren bietet der Fachmann die Lehre zum Blechblasmusikinstrumentenerzeuger an und bildete elf Lehrlinge in diesem interessanten Berufsfeld aus. Drei davon sind in der hauseigenen Meisterwerkstatt tätig, einer legte sogar die Meisterprüfung ab. Statement Meister Karl Danner „Ein gewisses Technikverständnis, Fingerspitzengefühl und Freude am Umgang mit Menschen sollte man für den Lehrberuf mitbringen“, meint Karl Danner, der 1986 die Meisterprüfung abgelegte und auch als Prüfer in der Meisterprüfungskommission sowie als Sachverständiger tätig ist. Karl Danner leistet mit der Lehrlingsausbildung zum Blechblasmusikinstrumentenerzeuger einen wesentlichen Betrag, um traditionelles Handwerk nicht aussterben zu lassen.

Lehrling Paul Wolfesberger beim Polieren einer Konzert-Trompete.

Beruf mit Zukunft Der Lehrberuf des Blechblasinstrumentenerzeugers ist abwechslungsreich und umfasst neben der Herstellung verschiedenster Blechblasinstrumente auch die Reparatur und Wartung von Musikinstrumenten. Alle die diesen Beruf ausüben sind österreichweit gefragt. Sie verfügen über Spezialwissen und Praxisnähe. Das Handwerk zu erlernen, Musikinstrumente wieder funktionstüchtig zu machen, ist heutzutage rar geworden. In der hauseigenen Meisterwerkstatt von Karl Danner, dessen Ruf weiter über die Grenzen von Oberösterreich hinausgeht, wird dies jedoch noch tagtäglich mit Kompetenz und Leidenschaft ausgeführt. Nähere Informationen zum Berufsbild: https://www.bic.at/ berufsinformation.php?beruf=blechblasinstrumentenerzeugung-lehrberuf&brfid=180 Oberösterreichs einziger Lehrling Im September 2019 hat der 16-jährige Paul Wolfesberger aus Vorderweißenbach seine Lehre als Blechblasmusikinstrumentenerzeuger bei Meister Karl Danner angetreten. Die praktische Ausbildung erfolgt in der hauseigenen Meisterwerkstätte in der Musikinstrumente Karl Danner GmbH, in der Harrachstraße 42, in Linz. Die theoretische Ausbildung findet in der Berufsschule für Holz, Klang, Farbe und Lack in Wien statt. Im diesjährigen Lehrgang (2019/2020) ist Paul Wolfesberger der einzige Blechblasinstrumentenerzeuger Lehrling aus Oberösterreich.

Meister Karl Danner mit Lehrling Paul Wolfesberger bei der Reparatur einer Bb-Tuba. Bildrechte: Musikinstrumente Karl Danner GmbH

Auf interne Aus- und Weiterbildung legt Meister Karl Danner ebenfalls großen Wert. Seine Mitarbeiter profitieren von den vielseitigen Angeboten, die das renommierte Musikhaus regelmäßig organisiert und anbietet. Diese reichen von Workshops bis hin zu Einzelcoachings. Paul Wolfesberger hat bereits einen Workshop und ein Einzelcoaching mit weltbekannten Trompetenspielern besucht. Ausgezeichneter Lehrbetrieb Karl Danner bildet in seiner Meisterwerkstatt seit 30 Jahren junge Menschen aus. Zum dritten Mal wurde die Musikinstrumente Karl Danner GmbH mit dem INEO – Innovation, Nachhaltigkeit, Engagement und Orientierung (2019-2022), der für einen vorbildlichen Lehrbetrieb steht, von der Wirtschaftskammer Oberösterreich ausgezeichnet. Neben dem Lehrberuf des Blechblasmusikinstrumentenerzeugers werden auch die Lehrberufe Einzelhandelskauffrau/-mann und Bürokauffrau/-mann angeboten. Insgesamt 26 Lehrlinge absolvierten ihre Lehre in dem renommierten Lehrbetrieb. Text und Fotos: Musikinstrumente Karl Danner GmbH

Ausgabe 02 2020 | 59


Steiermark | Fortbildung

WORKSHOP „VERKAUFEN SIE SCHON ODER „VERSCHENKEN“ SIE NOCH?! Fortbildungen sind immer ein großes Thema, so waren unsere beiden Workshops schnell ausgebucht. Eine große Motivation, um die Veranstaltung auch in den Regionen anzubieten. Diese Weiterbildungen möchten wir in Zukunft mit einer „Kunsthandwerk-Akademie“ hinaustragen. Dabei wollen wir einerseits Angebote unserer Top-Fachleute nutzen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung gerne mit KollegInnen teilen, aber auch gezielt SpezialistInnen zu den Bereichen Betriebswirtschaft, Handwerk, Vertrieb, Marketing und innovativen Ideen einladen.

Beim Vortragen: Manfred Pock

In dem Workshop „Verkaufen Sie schon oder "verschenken" Sie noch?“ ging es um ein Aufzeigen der vielseitigen Themen Kalkulation und Preis. Einerseits gilt es die kaufmännischen Fragen, anderseits viele psychologische, soziale und emotionale Fragen bewusst zu machen. Ziel war es einen (kräftigen) Anstoß zu geben, sich und seine jeweiligen Produkte und Dienstleistungen bestmöglich zu positionieren. In dem kurzweiligen Vortrag begann Manfred Pock, Teamleiter der „Betriebswirtschaftlichen Referenten“ in der WKO Steiermark mit „Richtig kalkulieren aus betriebswirtschaftlicher Sicht“. Klingt ein wenig trocken, aber er schaffte mit seiner charmanten Art und jahrelangen Vortragserfahrung immer wieder Lachen zu entlocken, ein Staunen in den Raum zu zaubern oder Denkprozesse anzuschieben.

Beim Vortragen: Mag. (FH) Burkhard Neuper

Muss ich wirklich wissen, was alles in meinem Preis steckt? Wie hoch muss dieser sein? Was ist meine Leistung wert? Kosten um (ungeahnte) Kosten, Begriffe um Begriffe – Material, Miete, Betriebskosten, Heizung, Strom, Reinigung, Ersatzinvestitionen, geringwertige Güter, KFZ-Kosten, Buchhaltung, Steuerberatung, Telefon, Internet, Bürobedarf, Gebühren, Beiträge, Standgebühren, Betriebsversicherung, Marketing, Werbung, Website, Onlineshop, Kurse, Seminare, Tagungen, Bankzinsen, Gebühren – brachten manchen Kopf zum Rauchen. Spätestens nach dem errechneten Mindestumsatz auf Grund betrieblicher Kosten, Unternehmerlohn inklusive Sozialversicherung war jedem klar: „Ich muss kalkulieren!“. In den zweiten Teil des Abends startete Mag. (FH) Burkhard Neuper, dem es besonders um die Themen Wert, Preis und das (Selbst)Bewusstsein seiner eigenen Leistung ging. Welche Botschaften und Geschichten stecken in unseren Produkten und wie können wir diese kommunizieren?

60 | Ausgabe 02 2020

Unsere Business Lounge – „mehr dürfen nicht hinein ;-) !“

Aus meiner Sicht war Burkard Neuper der ideale Referent für diesen Teil. Wir haben bereits mit unserer Kampagne meine-grosse-liebe.at begonnen, unsere Produkte, Dienstleistungen zu emotionalisieren. Im Rahmen der Kampagnen-Ausrollung und KMU-Digital Beratungsoffensive, konnte er hinter den Vorhang vieler – ja über hundert Betriebe – blicken und aus diesem Erfahrungsschatz viele wertvolle Ableitungen treffen und als Tipps weitergeben. So war der Abend lebendig, sehr praxisnah und ich hoffe eines steht nun für alle fest: „Für‘s Geld verdienen, braucht man sich nicht zu schämen … !“ Text und Fotos: © Rupert Hofer


Steiermark | Kunsthandwerk

A STEIRISCHE ROAS 2020_ EINE REISE ZUR VIELFALT DES STEIRISCHEN KUNSTHANDWERKS Die Steirische Roas ist eine musikalische Wanderung, welche die gesamte Palette der steirischen Volkskultur an den schönsten Kraftplätzen in der Steiermark präsentiert. Was liegt näher als dort feines Kunsthandwerk zu präsentieren?! Nachdem heuer im Frühjahr bereits viele Märkte ausgefallen waren, suchten wir intensiv an Lösungen für unsere KunsthandwerkerInnen. Eine gute Gelegenheit, um mit der im Vorjahr ins Leben gerufenen „Steirischen Roas“ eine Kooperation einzugehen.

Kunsthandwerksmarkt mit regionalen DirektvermarkterInnen und echtem, steirischen Kunsthandwerk geführt. Unsere KunsthandwerkerInnen waren aufgerufen unsere schönen Handwerke erlebbar zu machen und die Gäste mit ihrem persönlichen Lieblingsstück zu erfreuen. Mit Stolz konnten wir so eine geballte Kraft an künstlerischer Kreativität mit handwerklicher Kunstfertigkeit und die in Handarbeit geschaffenen Unikate präsentieren.

So konnten wir in einer äußerst schwierigen Zeit Perspektiven zu unglaublich guten Konditionen anbieten. Eine qualitativ hochwertige und großartige Veranstaltungsreihe mit vielen interessierten Gästen. Trotz schwieriger Bedingungen sind es auch heuer 1.300 AkteurInnen, 95 bäuerliche DirektvermarkterInnen und 60 KunsthandwerkerInnen geworden, die

Elisabeth Schupfer: Krippenbaukurse in Bad Aussee

Ernst Diethart – Hirschhornschnitzen

Elisabeth Schupfer: fertigt Krippen

Veronika Kulmer Accessiors von Kopf bis Fuß

Schützengarde: LIM Rupert Hofer, Goldschmiedemeister Gerhard Heiss

eine Vielzahl interessierter Gäste in Murau (5. September), am Schöckl (3. Oktober), in Mariazell (4. Oktober) und in Klöch (10. Oktober), mit ihrer Buntheit begeistert haben.

So wurde allen in persönlichen Gesprächen, im Zeigen und Tun erlebbar und spürbar gemacht, dass unsere Kunsthandwerke Qualität mit Regionalität, Tradition und Innovation vereinen.

Der feierliche Auftakt zur Steirischen Roas erfolgte jeweils mit einem ökumenischen Wortgottesdienst. Im Anschluss folgte die kurzweilige Eröffnung durch prominente VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben.

Es war mir eine große Freude auf der Bühne alle Gäste einzuladen auf Entdeckungsreise, ja eine Genussreise aller Sinne zu gehen, um das Bewusstsein für regionale Kunsthandwerksschätze zu schaffen. Ebenso nutze ich die Gelegenheit um vor breitem Publikum auf unsere Kampagne meine-grosse-liebe.at und unsere facebook.com/WKO-Kunsthandwerke-Steiermark hinzuweisen, um uns auch in der Nachbetrachtung digital zu entdecken. Denn – „Einer unserer vielfältigen Mitgliedsbetriebe ist immer in Ihrer Nähe!“

Somit war der Startschuss gefallen, um sich in der Umgebung auf die Roas (Reise) zu begeben. Jeweils mit einem liebevoll gestalteten Folder ausgestattet, wurde zu breit gefächerten Volkskulturprogramm, Bauern- und vor allem

Text und Fotos: © Rupert Hofer

Ausgabe 02 2020 | 61


Salzburg – Oberösterreich | Kunsthandwerk

27. KUNSTHANDWERKSMARKT SEEHAM 2020 12. – 13. September 2020 im Strandbad Seeham – Salzburger Seenland Zu einem richtigen Fest wurde der diesjährige Seehamer Kunsthandwerksmarkt. Trotz erschwerter Bedingungen durch die behördlichen Auflagen strömten bei Bilderbuchwetter tausende Liebhaber des guten Kunsthandwerks ins Strandbad und erfreuten sich an den vielfältigen Angeboten kreativer Aussteller.

Ein großer Dank geht auch an die Gemeinde Seeham, Bgm. Altendorfer und dem Tourismusverband Seeham, die das Zustandekommen des Marktes voll unterstützten. Alles Aussteller und die Veranstalter freuen sich schon auf dem Markt 2021, bei hoffentlich wieder „normalen“ Bedingungen. Organisation und Veranstaltung | Seeham, September 2020 Otmar Wimmer – Drei Seen Galerie Seeham –

Auch die Kauflust war ungebrochen, im Gegenteil, viele Besucher unterstützten durch bewußten Einkauf handgemachter Produkte die schwer gebeutelte Branche des Kunsthandwerks. Hierzu ein großes Danke an die treuen Besucher von seiten der Aussteller und Organisatoren.

www.dreiseengalerie.at – Alle Fotorechte: Kunsthandwerk Seeham, Ges.b.R., 5164 Seeham

UNTERNEHMENSJUBILÄEN IN OBERÖSTERREICH Ende des Jahres 2019 durfte die Landesinnung OÖ der Kunsthandwerke einigen Mitgliedern zum Unternehmensjubiläum gratulieren. In feierlichem Rahmen wurde seitens der Branche für das außerordentliche Engagement gedankt. Mit anschließendem Abendessen in gemütlicher Runde wurden die Urkunden und Medaillen überreicht. Geehrt wurden Silvia Fleischmann und die Sturm KG für das 25-jährige Jubiläum, Peter Steininger für das 30-jährige Jubiläum, Helmut Haslinger und LIM Christian Oucherif für das 35-jährige Jubiläum und zum 40-jährigen Unternehmensbestehen durfte die Landesinnung Stefanie Achleitner gratulieren. Text – Landesinnung OÖ der Kunsthandwerke

Jubilarin: Stefanie Achleitner, 40-jähriges Jubiläum

62 | Ausgabe 02 2020

Fotorecht – Röbl Andreas


Niederösterreich | Uhrmacher

MEISTERPRÜFUNG DER UHRMACHER Die diesjährige Meisterprüfung der Uhrnacher fand im August in den Räumen der Uhrmacherschule in Karlstein statt. 15 Kandidaten traten zur Prüfung an, 13 haben die Prüfung bestanden. Die Prüfungskommission bestand aus den Herren LIM Johann Figl, Dominik Brandtner und Thomas Fessel. Herzliche Gratulation den Jungmeistern zur bestadenen Prüfung.

Die Fotos zeigen die Prüflinge bei der Prüfungsarbeit in der Werkstätte. Einblick in den Ablauf der Meisterprüfung geben uns die Fotos, auf denen die neuen MeisterInnen zu sehen sind. Ben Schmautzer (sitzend bei der Arbeit), Celina Bräuer und Lucas Strassberger (geblümtes Hemd) am Drehstuhl. Fotos: Andreas Schlüter | Text: Johann Figl

Ausgabe 02 2020 | 63


Das andere Kunsthandwerk

LAMPENMANUFAKTUR NIEFERGALL IN TRUMAU (NÖ) Ein Betriebsbesuch an einem grauen und regnerischen Herbsttag in einer Lampenmanufaktur kann nur ein Lichtblick sein. Mitten im Betriebsgebiet im südlich von Wien gelegenen Trumau liegt der Betrieb der Familie Niefergall, der sich seit 2007 dem Sonderleuchtenbau sowie dem Renovieren und Restaurieren historischer Leuchten verschrieben hat. Als gelernter Elektriker und Gürtler hat Robert Niefergall gemeinsam mit seiner Gattin Samantha, die sich um das Marketing kümmert, in den letzten Jahren die Marke Niefergall in der Branche etabliert, nachdem bis 2016 vor allem die Zulieferung an andere Leuchtenfirmen die Haupttätigkeit des Unternehmens ausmachte.

Samantha Niefergall mit einer historischen Leuchte aus dem Volkstheater

In Trumau kann nun gemeinsam mit drei Mitarbeitern optimal auf die Kundenwünsche bei der Lichtplanung eingegangen werden. Die Kunden bekommen nicht nur ein Produkt höchster Qualität, sondern auch die Garantie, ein Einzelstück zu besitzen oder zu mieten, können doch auch Bleikristallluster aus eigener Produktion für Veranstaltungen, wie Hochzeiten und Bälle, ausgeliehen werden. Gerade Touristen in Wien werden bereits von den Künsten der Niefergalls profitiert haben. Durch die vollständig erneuerte Beleuchtung im Stephansdom sind dort seit 2018 die Besonderheiten und Schönheit des Bauwerks und der Einrichtung von ihnen ins optimale Licht gesetzt. Mit Jahresende soll dann auch das nächste Großprojekt abgeschlossen sein. 300 historische Leuchten wurden in den vergangenen Monaten im Volkstheater mit viel Liebe zum Detail und echter Gürtlerhandwerkskunst zurückgebaut oder nachgebaut. Gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt wurde darauf geachtet, dass die historische Idee beibehalten wird, aber die Umsetzung auf dem neuesten Stand der Technik erfolgt. „Unsere enge Zusammenarbeit mit österreichischen Produzenten und Zulieferfirmen hat sich gerade in den letzten Monaten bewährt,“ erklärt Robert Niefergall die besonderen Herausforderungen für sein Unternehmen während der Coronakrise. „Jedes unserer Produkte ist ein Prototyp, ein Einzelstück für unsere Kunden und somit eine Herausforderung an Planung und Kalkulation,“ ergänzt Samantha Niefergall im Hinblick auf die Unternehmensphilosophie. Je regionaler die Niefergalls bei der Beschaffung ihrer Materialien denken, um so internationaler sind jedoch manche ihrer Aufträge.

Zeit für eine Pause hat in diesen Tagen nur der "Wachhund" des Betriebes

Der größte im Betrieb gefertigte Luster in Form eines Schiffes – mit einer Länge von 6 Metern, 6 Metern Höhe und einem Gewicht von 1,2 Tonnen war für den Kronprinzen von Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten bestimmt. Für 2021 ist der Einstieg von Tochter Michelle Niefergall ins Familienunternehmen geplant, die sich vorwiegend um die Leuchtenvermietung und den Auftritt in den sozialen Netzwerken kümmern wird. Einblicke liefert schon jetzt der Account: niefergall_leuchten_manufaktur auf Instagram. Beruhigend zu wissen ist übrigens, dass es auch im Haushalt der Beleuchtungsprofis noch fehlende Lampenschirme gibt. Wir wünschen dem Unternehmen auch künftig zahlreiche spannende und herausfordernde Aufträge! Text: Bundesinnung Fotos: Forum Goldschmiede, Charlotte Schwarz

64 | Ausgabe 02 2020


Niederösterreich | Uhrmacher

BETRIEBSBESUCH FRANZ STRASSBERGER Im Herzen von Horn, in der Pfarrgasse 3 befindet sich das exquisite Geschäft der Familie Straßberger. Der Familienbetrieb wurde 1903 vom Ur-Großvater Franz Straßberger gegründet. Die Brüder Franz und Michael Straßberger führen den Betrieb in vierter Generation. Franz Straßberger ist Uhrmachermeister, Augenoptikermeister und Hörakustiker. Michael ist Uhrmachermeister. KommR Franz Straßberger sen. übernahm die Firmenleitung 1976 von seinem Onkel und machte aus dem traditionsreichen Unternehmen einen Vorzeigebetrieb. In seiner kargen Freizeit stand er Berufskollegen mit Rat und Tat zur Seite. Er war von 1995 bis 2010 Landesinnungsmeister der Uhrmacher und Goldschmiede Niederösterreich. Das Fachgeschäft für Augenoptik befindet sich ebenfalls im Horner Stadtzentrum gleich neben dem Stammhaus. Dort gibt es eine große Auswahl an Brillenfassungen, Sportbrillen und Sonnenbrillen. DIe Filiale Happy Clock befindet sich im Einkaufszentrum von Horn. Hier reicht das Angebot von Modeschmuck über Silberschmuck bis zum Goldschmuck. Hier macht Gustieren Spaß und wird zu einem Einkaufserlebnis mit Fachberatung. Beratung und Service steht bei der Firm Straßberger und seinen Mitarbeiter an erster Stelle. Kleinere Arbeiten wie Batteriewechsel oder das Montieren eines Uhrbandes wird sofort vor Ort erledigt. In der hauseigenen Fachwerkstätte werden Pendeluhren, Taschenuhren, mechanische Armbanduhren und Quarzuhren repariert. Mit viel Geduld und Sorgfalt werden Uhren wieder in Gang gesetzt.

Fotos Familie: Mit der Region fest verwurzelt – Waldviertler Familien­betrieb seit 1903 Foto Firmenleitung: die aktuelle Firmenleitung (v.l.n.r.: Sabine Straßberger – Uhrmachermeisterin, Michael Straßberger – Uhrmachermeister, Franz Straßberger – Uhrmacher- u. Augenoptikermeister)

Foto 3 Generationen: Die Leidenschaft für Uhren und das Interesse am Uhrmacherhandwerk verbindet die Generationen. (v.l.n.r: Michael Straßberger – Uhrmachermeister, Dominik Straßberger – Uhrenfachschüler, KR Franz Straßberger – Uhrmachermeister, Lukas Straßberger – Uhrmachermeister, Franz Straßberger Uhrmacher- u. Augenoptikermeister)

Text: Redaktion Fotos: Emil Jowanof

Ausgabe 02 2020 | 65


Bundesinnung | Gold- und Silberschmiede

SCHMUCKSTARS-AWARDS Mit Abstand brillant: Am 10.10. wurden per digitalem Live-Stream die SchmuckstarsAwards 2020 in 13 Kategorien verliehen. Der Schmuckstars Lifetime Honorary Award ging an Reinhard Köck. Der Award gilt als der „Oscar“ der heimischen Uhren- und Schmuckbranche und ist eine Initiative im Dienst von Einkaufserlebnis und Qualität am Wirtschaftsstandort Österreich. Mit den Schmuckstars-Awards zeichnet Initiator Christian Lerner besonderes Engagement, exzellenten Service, handwerkliche Kreativität, stilvolles Ambiente, ausgezeichnete Beratung und zukunftsorientierte Konzepte, sowie Nachwuchstalente der österreichischen Schmuck- und Uhrenbranche aus. Ohne roten Teppich, aber nicht weniger glanzvoll und mit Baby­ elefanten-Abstand, fand die Vergabe der diesjährigen Awards, COVID-19 bedingt ohne Publikum, mit den Preisträgern, Laudatoren und Publikumsstars im 5-Sterne Andaz Vienna Am Belvedere statt. Über 170 Einreichungen konnten heuer bei Österreichs wichtigstem Uhren- und Schmuck-Award verzeichnet werden. Insgesamt 43 Nominierte schafften den Einzug ins Finale. Per Live-Stream konnten Fans feiner Preziosen und anspruchsvoller Uhren hautnah an der „Schmuckstars Live Online Award Verleihung 2020“ teilnehmen. "Die Vielfältigkeit der Einreichungen war herausragend! Sie belegen das immense Know-how und die auszeichnungswürdigen Skills, die Österreichs Schmuck- und Uhrenbranche besitzt. Die Schmuckstars-Awards sind ein Zeichen der Wertschätzung für die großartigen Leistungen der heimischen Betriebe, die vor den Vorhang geholt gehören. Mit der ‚Schmuckstars Live Online Award Verleihung 2020‘ ist es uns gelungen, die Akteure der Branche einer breiten Öffentlichkeit im Digitalformat zu präsentieren und gleichzeitig verschärfte Präventivmaßnahmen zum Schutz der Teilnehmer und Teilnehmerinnen umzusetzen“, so Schmuckstars-Initiator Christian Lerner. „Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist es besonders wichtig mit der Initiative ‚Schmuckstars‘ ein positives und ermunterndes Zeichen für den Uhren- und Schmuckhandel zu setzen. Österreichs Einzelhandel und seine Leistungen verdienen gesehen zu werden und nicht im Pandemie-Trubel unterzugehen“, betont Handelsobmann der WKÖ Rainer Trefelik. Prominentes Aufgebot im kleinen Rahmen Für die Verleihung trafen sich Schmuckdesigner, Goldschmiedeund Uhrmachermeister aus allen Bundesländern im Andaz Vienna Am Belvedere, um ihre Preise entgegenzunehmen. Die Vergabe der Awards übernahm Star-Moderator Alfons Haider gemeinsam mit Schmuckstars-Marketerin Katharina Zagata

66 | Ausgabe 02 2020

und prominenten Laudatoren und Branchenvertretern, wie Wolfgang Hufnagl (Wirtschaftskammer Österreich), Rupert Hofer (Wirtschaftskammer Steiermark), Ines B. Kasparek (Head of Jury), Thomas Strachota (Wiener Bezirksblatt), Gözde Eren (Andaz Vienna Am Belvedere), Reinhard Walz (ÖGUSSA), Nikolaus Hirsch (HIRSCH, the Bracelet), Carsten Meyer (BAUME & MERCIER), Peter Wittmann (Jacques Lemans Österreich), Rainer Will (Handelsverband Österreich), Bernhard Plasil (OSSIG), Harald Sippl(WKO Uhren & Juwelen), Anja Beuning (uhren&juwelen), Andreas Eisendle (Bundesländerinnnen), , Laura S. Riedl (ELVTE) und Robert Kratky. Die Gewinner der Schmuckstars-Awards 2020 Aus den 43 Finalisten ermittelte eine 19-köpfige Expertenjury unter der Leitung von Fachjournalistin Ines B. Kasparek die Sieger in 12 Kategorien. Neben den durch die Jury erhobenen Award-Gewinnern wurden auch jene Schmuckstars-Award-Teilnehmer auf die Bühne geholt und als „Publikumsstars“ geehrt, die die meisten Stimmen im Public-Voting des Halbfinales erzielen konnten.


Bundesinnung | Gold- und Silberschmiede

Über den diesjährigen „Schmuckstars Lifetime Honorary Award“-Ehrenpreis, der jährlich an eine herausragende Persönlichkeit der österreichischen Uhren- und Schmuckbranche als Anerkennung ihres Lebenswerkes vergeben wird, durfte sich Reinhard Köck, Gründer des Juweliers VON KÖCK, freuen.

Menschen umgehe und was ich ihnen anbieten kann. Deshalb freue ich mich unendlich, dass das nun Anerkennung findet. Diese Ehrung rührt mich zutiefst. Ich bedanke mich bei den Schmuckstars-Initiatoren für diese besondere Auszeichnung“, so Reinhard Köck.

„Um seine Arbeit als Juwelier gut zu machen, muss man die Menschen lieben! Das ist mein persönlicher Leitsatz, der mich in meinem ganzen Tun und Schaffen sowie in meiner Professur geprägt hat. Ich habe nie darauf geachtet, wie viel Geld ich verdiene, sondern immer darauf, wie ich mit den

Als erstes Unternehmen wurde „Leo Wittwer - Finest Jewellry" heuer mit dem neu eingeführten Schmuckstars-Award „Jubiläumsmarke des Jahres" ausgezeichnet. Zum 100-jährigen Bestehen gratulierte Laudatorin Anja Beuning (uhren&juwelen). Fotos und Text: Ines Kasparek

K

E M I N E R

R

E M M E R S

K A R T O N H A N D E L S

S

P IE H S

G M B H

SIE BRAUCHEN GRAUK ARTON, GRAUPAPPE, BUCHBINDERPAPPE? ODER AUCH CHROMOK ARTON UND DUPLEXK ARTON? DANN SCHAUEN SIE REIN: WWW.KEMINER-REMMERS.DE! RUFEN SIE AN: FR. MÜLLER 01/50136-91520! FR. MILLA (0664/1908414) UND HR. LATZKE (0664/8340143) BESUCHEN SIE GERNE! STANDORT WIEN: BRAHMSPLATZ 6, 1040 WIEN, FA X 01/50136-91525

Ausgabe 02 2020 | 67


Oberösterreich – Tirol | Kunsthandwerk

DIE KLEIDER DES LICHTS Es war das Thema Licht und Klang, womit sich die Pfarre Eggelsberg auf die Suche begab. Auf die Suche nach einer Lösung, die nicht nur die Räumlichkeiten beleuchtet, sondern nach einem Licht, das den Räumen mit den schönen Kreuzgewölben eine Seele einhaucht und gleichzeitig die Akustik durch die große Stoffmenge wesentlich verbessert. Das Herzstück der Lösung sind die wundervollen Bäume mit ihren kräftigen Wurzeln, die symbolisch für den Pfarrer Markus stehen. Sie spiegeln die Verwurzelung mit seinem Glauben und die starke Verbindung zu seiner Gemeinde wider. Im Sekretariat, sozusagen im Vorgarten zum Pfarrer, umspielen die Gräser den Mittelpunkt des Raumes. Durch die Technik der Faltenlegung, die von Margit Wimmer-Fröhlich aus Mattighofen entwickelt und über die Jahre perfektioniert wurde, entsteht ein Licht- und Schattenspiel. Schatten dient als kreatives Element, welches für den Menschen die so notwendige Bekleidung des sonst nackten Lichtes unserer Tage darstellt. Die Einfachheit und Bescheidenheit der so entstehenden Lichtstimmung geben den Räumen eine menschliche Atmosphäre und kreative Neugierde. Dies ist ein wichtiger Weg zur neuen Beleuchtung von kostbaren Räumen durch die Erkenntnis, dass Licht in der Architektur mit seinen Schatten erst bekleidet ist. Bericht und Fotos von Margit Wimmer-Fröhlich

BÜCHERVIELFALT Was als Hobby von Frau Mag. Eva Novosel begann, hat sich mittlerweile zu einem kleinen, feinen Gewerbe in Kufstein (Tirol) entwickelt – seit nunmehr drei Jahren faltet sie Motive in Bücher. Dabei wird jede einzelne Buchseite nach einer Vorlage geschnitten und gefaltet, sodass im Buchschnitt ein Bild bzw. Schriftzug entsteht. Diese Arbeit erfordert eine sehr hohe Genauigkeit, viel Zeit und Liebe zum Detail. Bei einem Betriebsbesuch konnten sich Wolfgang Hufnagl und Peter Pfötscher selbst ein Bild von dieser zeitintensiven Tätigkeit machen. Text: Bundesinnung | Fotorechte: Mag. Eva Novosel

68 | Ausgabe 02 2020


Bundesinnung | Zum Abschied

EIN NACHRUF … „Du warst bewegt von Begeisterung und Tatendrang – so halten wir Dich in Erinnerung – nun darfst du zur Ruhe kommen ganz in Dir.“ Dies waren die Abschiedsworte auf der Parte von Ernst Bruno Ammering, geboren am 10. Juni 1947, verstorben am 17. April 2020. „Alles ist genauso gekommen, wie ich es mir als junger Bursch im Alter von 16 Jahren vorgestellt habe“, zieht Ernst Ammering eine sehr positive Halbzeit-Lebensbilanz. Der Rieder Buchbinder zählt zu den Besten, die es in seiner Branche gibt. Seine ständige Zusammenarbeit mit dem Vatikan macht deutlich, wie gefragt er ist. In seiner Werkstatt wurden überaus wertvolle bibliophile Werke faksimiliert, darunter die Gutenberg-Bibel und jene von Heinrich dem Löwen, die sogenannte Welfenbibel.“ – Auszug aus den Oberösterreichischen Nachrichten vom 12.Januar 2009 anlässlich seines Besuches beim Papst. Ernst Ammering betrieb die 1840 gegründete und als Familienunternehmen in Ried im Innkreis geführte Buchbinderei, war verheiratet mit Ursula und Vater von drei Kindern.

Mit dem von ihm konstruierten Lesegerät für Schriftrollen konnten Faksimile historischer Schriften in Buchhandlungen und Bibliotheken dem Leser besser zugänglich gemacht werden. Er fungierte mehrere Jahre als Fachgruppenvorsitzender der Buchbinderinnung (Spartenvertreter) in der oberösterreichischen Wirtschaftskammer und war lange Jahre Mitglied im Ausschuss der Bundesinnung der österreichischen Buchbinder, Kartonagen-, Etui- und Kassettenerzeuger. Er war ebenso wie sein Vater Ernst Wilhelm Ammering Mitglied der Innviertler Künstlergilde. Ruhig und seine Worte bewusst setzend, so bleibt er in Erinnerung. Ein großer Meister seiner Handwerkskunst.

WIRTSCHAFTSKAMMER TRAUERT UM WALTER PREISIG Eine langjährige Stütze der Kärntner Wirtschaftskammer ist vergangene Woche völlig überraschend verstorben. Tiefe Betroffenheit herrscht bei Funktionären, Mitgliedern und Mitarbeitern der Wirtschaftskammer Kärnten: Der allseits geschätzte und beliebte Fachgruppengeschäftsführer Dr. Walter Preisig ist am 21. März 2020 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Preisig war 35 Jahre lang mit großem Engagement im Haus der Wirtschaft tätig. WK-Präsident Jürgen Mandl ist bestürzt: „Menschen, die mit Walter Preisig zu tun hatten, haben ihn als engagierten, zuverlässigen und stets hilfsbereiten Mitarbeiter und Kollegen schätzen gelernt.“ Der gebürtige Salzburger, Jahrgang 1958, war nach dem Studium der Rechtswissenschaften und dem Gerichtsjahr 1985 in den Dienst der damaligen Sektion Gewerbe der Wirtschaftskammer Kärnten eingetreten. Zuletzt führte er

die Geschäfte in den Fachorganisationen für Kunststoffverarbeiter, Mechatroniker, Fahrzeugtechnik, Gesundheitsberufe und gewerbliche Dienstleister. Sein herzerfrischendes Lachen und sein stetes Engagement für die Anliegen der Kärntner Wirtschaft werden fehlen. Mandl: „Die Wirtschaftskammer Kärnten wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren. Unser tiefstes Mitgefühl gilt in diesem traurigen Moment seiner Gattin Hilla sowie Paul und Benjamin.“

Ausgabe 02 2020 | 69


At least

SEHR GEEHRTE LESERINNEN UND LESER WERTE MITGLIEDER Heute möchte ich zum letzten Mal einen Beitrag für unsere gemeinsame Kunsthandwerkszeitschrift zu Papier bringen. Als ich in der letzten Ausgabe von Veränderungen im Jahr 2020 geschrieben habe, meinte ich in erster Linie jene in den Fachverbänden in den Bundesländern und nachfolgend auf Bundesebene. Ich möchte mich hiermit nochmals für die Wahlbeteiligung bei den Wirtschaftskammerwahlen recht herzlich bedanken. Unmittelbar nach den Wahlen traten jedoch Veränderungen in unser aller Leben im persönlichen Bereich sowie auch in unseren Berufen. Jene waren in dieser außergewöhnlichen Form nicht vorhersehbar und übersteigen meine Vorstellungskraft. Trotz dieser Hindernisse bei der Abhaltung der konstituierenden Sitzungen geht die Arbeit in den Fachverbänden und anderen Ebenen weiter. Neue Arbeitsabläufe stellen sich ein und Veränderungen sind auch im Konsumverhalten bei unseren Kunden erkennbar. Der Bezug zur Regionalität und das Bewusstsein wahrer Werte wurde in den letzten Monaten verstärkt. Ich persönlich habe zwiespältige Gedanken zum anderen Leben in der unmittelbaren Zukunft, aber es sind durchaus einige positive Aspekte zu erkennen.

Hiermit möchte ich mich bei Ihnen Allen und bei meinen Bundesinnung Ausschussmitgliedern für die größtenteils weitgehend harmonische Zusammenarbeit nochmals herzlich bedanken. Ich wünsche mir weiterhin Informationen und Berichte aus unserer Berufsgruppe und meinen Nachfolgern einen guten Start und eine weiterhin positive Entwicklung unter diesen veränderten Bedingungen. Ihr Bundesinnungsmeister a.D. KommR Hans Joachim Pinter

IMPRESSUM Fachzeitschrift des österreichischen Kunsthandwerks | Offizielles Organ der Bundesinnung der Kunsthandwerke Österreichs und der Landesinnungen Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und der Fachvertretung Burgenland. | Medieninhaber (Verleger): Druckwelten Rothbauer OG, Tel.: 01/212 28 40, Fax-DW 20 – office@druckwelten.at | Redaktion: Mag. Iris Dittenbach und Mag. Erwin Czesany (Chefredaktion), Paula Pospisil – redaktion@kunsthandwerk-online.at | Graphik und Druckherstellung: Markus Rothbauer – office@druckwelten.at | Anzeigenannahme: Paula Pospisil (redaktion@kunsthandwerk-online.at), Michael Rothbauer (office@druckwelten.at) | Erscheinungsweise: 3-mal im Jahr | Auflage: 8.500 Exemplare, Sammel-Jahresbezug für die Mitgliedsbetriebe | Onlineportal: kunsthandwerk-online.at | Herausgeber: Bundesinnung der Kunsthandwerke | Unternehmensgegenstand: Vertretung der Interessen der nach dem Wirtschaftskammergesetz angehörenden Mitglieder der Bundesinnung der Kunsthandwerke, Beteiligung: 100 % | Blattlinie: Die Zeitung vertritt die unternehmerischen Interessen der Mitgliedsbetriebe und dient der Information der Leser über die für die Führung eines Unternehmens in wirtschaftlicher, gesellschaftspolitischer, technischer und betriebswirtschaftlicher Hinsicht bedeutsamen Fakten und Meinungen. Für eingesandte Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Zum Abdruck angenommene Arbeiten gehen in das unbeschränkte Verfügen des Herausgebers über. Nachdruck – auch auszugsweise – bedarf der gesonderten Erlaubnis. Mit Name oder Signatur gekennzeichnete Veröffentlichungen stellen jeweils die Meinung des Verfassers dar und geben nicht in jedem Fall den Standpunkt des Herausgebers wieder. | Respect! Sämtliche von der Redaktion verfassten Artikel beziehen sich gleichwertig auf Mann und Frau, lediglich zugunsten der Lesefreundlichkeit der Texte verzichten wir auf spezielle geschlechtergerechte Sprachformulierungen.

70 | Ausgabe 02 2020