__MAIN_TEXT__

Page 1

Messe Frankfurt Magazin 1/2012

MUSIKMESSE

Die neue Hausmusik Aus dem WohnzimmerStudio in die Charts

LIGHT+BUILDING

Wenn Häuser smart werden Gebäudetechnik völlig neu erleben

MARKETING

Werden Sie auffällig! In den Internet-Suchlisten nach oben kommen

DANIEL KNÖLL Geschäftsführer des Musikverbands SOMM


26 navigator

BÜHNE FREI Die mobilen Bühnenkonstruktionen werden immer aufwendiger. Was Licht und Technik betrifft, stehen sie fest installierten Bühnen in nichts nach

sagt Michael Biwer, Objektleiter der Prolight + Sound in Frankfurt am Main (21. bis 24. März 2012). Sie ist die größte Messe der Veranstaltungsbranche. Hier treffen sich die weltweit wichtigsten Hersteller für Produkte und Dienstleistungen aus Veranstaltungstechnik, Entertainment, Systemintegration und Medientechnik.

Neue Welten entdecken

Audiovisuelle 3-D-Erlebnisse locken Menschenmassen, wie die „Intel Visibly Smart Experience“ Für Smartphone-Benutzer: Passende Scan-Software runterladen und loslegen

Die medialen Systeme haben in der Eventbranche ganz neue Anwendungs- und Wachstumsfelder geschaffen. Mobile Bühnen und Zeltsysteme sowie audiovisuelle 3-D-Technologien: Großveranstaltungen wie Rockkonzerte, die Fußball-WM mit Public Viewings und Fanmeilen oder die Olympischen Spiele kommen heute kaum ohne sie aus. Vor allem die 3-D-Technik boomt und wird für LifeEvent-Veranstalter, Kino- und Theaterbetreiber sowie für Universitäten zum Wettbewerbsvorteil, wenn es um Steigerung der Besucherzahlen oder die besten Nachwuchswissenschaftler und Absolventen geht. Dem Verband für Professionelle Licht- & Tontechnik (VPLT) zufolge setzt die Branche allein in Deutschland jährlich über 3,2 Milliarden Euro um. Ein gigantischer Markt wartet auch in China. Die dortigen Betreiber wollen in den nächsten fünf Jahren Kultur- und Veranstaltungsstätten im Wert von 460 Milliarden US-Dollar bauen. „In der Branche sind aber, wenn es um Qualität und Innovation geht, auch die Deutschen mit an der Spitze“, meint Biwer. Auf der Prolight + Sound treffen sich die großen Hersteller wie der Lichtproduzent JB Lighting, der Klangspezialist Sennheiser, ein Familienunternehmen, das mit innovativen Mikrofonen und Kopfhörern im europäischen und asiatischen Markt sehr erfolgreich agiert, oder der Bühnentechnikexperte Nivtec, der Systeme für In- und Outdoorbereiche entwickelt.

Neue Dimensionen

Ein großer Wachstumsmarkt ist das EntertainmentGeschäft. Verrückte Bühnenkonstruktionen, gigantischer Sound sowie faszinierende Licht- und Lasershows sorgen in Diskotheken und Konzertsälen für unvergessliche Erlebnisse. In der Münchener Diskothek P1 etwa heizt das oben schon erwähnte SpatialSound-Wave-System den Besuchern akustisch ein. In Konzertsälen wie dem des dänischen Rundfunks schwebt ein 75 Tonnen schweres Deckensegel über der Orchesterbühne, durch das der Klang individuell gesteuert werden kann. Und ohne die Konstruktion der

Bühnenbauspezialisten Stageco mit ihrer 60 Meter breiten und 18 Meter hohen LED-Projektionswand, mit 2160 Scheinwerfern, 30 Kameras, 400 Lautsprechern sowie 220 Tonnen Licht, Ton- und Video-Equipment wäre der Eurovision Song Contest in der Fußball-Arena von Düsseldorf 2011 wohl trotz Lena, Raab und Co. kaum ein derart erfolgreiches TV-Spektakel geworden. Der neueste 3-D-Clou ist die Bühnenkonstruktion des 2012 startenden Musicals „Batman Live“. Auch für die Wissenschaft werden Surround-Beschallung und 3-D-Technik immer wichtiger. Die Frankfurter Goethe-Universität gilt im Bereich MedientechnikInfrastruktur als Campus Nummer eins in Europa. So wurden in den Hörsälen Systeme für Video-Konferenzen eingeführt, an denen Studenten mit Hilfe von Drahtlos-Mikrofonen und automatisch schwenkbaren Kameras teilnehmen können. Im „House of Finance“ werden die Screens vor den Hörsälen mit Informationen aus der universitätseigenen Datenbank gespeist und die Vorlesungspläne auf verschiedene Screens im Gebäude projiziert. Für ihre medientechnische Ausstattung erhielt die Goethe-Universität 2011 den „Sinus – Systems Integration Award“ in der Kategorie Education. Und auch andere Hochschulen ziehen nach. Die Berliner Humboldt-Universität baute sich mit 3-D-Projektionssystemen und digital steuerbaren Lautsprecheranlagen ihren Hörsaal der Zukunft.

Es werde Licht

Wie heutzutage überall ist auch in der Veranstaltungstechnik Nachhaltigkeit gefragt. Vor allem im Bereich Licht: LED-Technologien sind weiterhin Trend. Der Lichtwissenschaftler Oliver Stefani, der das 2010 eröffnete „Light-Fusion-Lab“ im Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart leitet, ist jedoch schon einen Schritt weiter und setzt auf die folienartige organische Leuchtdiode OLED. „Sie ist interessant, um Flächen wie Wände, Monitore oder Tischoberflächen direkt als Lichtquelle zu nutzen“, sagt Stefani. Im Vergleich zu anorganischen Leuchtdioden (LED) lassen sich organische Leuchtdioden kostengünstiger herstellen, ihre Lebensdauer ist aber noch geringer als die herkömmlicher Dioden. Stefanis Mühen könnten sich aber lohnen: Laut einer Studie des US-Marktforschungsunternehmens Displaysearch soll der Umsatz mit OLED-Displays bis 2016 auf knapp sieben Milliarden US-Dollar jährlich steigen.

Prolight+Sound 21. bis 24. März 2012 in Frankfurt am Main

Eine starke Basis Die Messe Frankfurt blickt optimistisch in die Zukunft. Ihr Kerngeschäft, Menschen und Ideen zusammenzubringen, war noch nie gefragter als heute von Michael Hopp

G

ibt es Grund, optimistisch zu sein? Ja. Und da müssen wir gar nicht gleich auf die Ergebnisse der Messe Frankfurt kommen. Der britische Zoologe und Ökonom Matt Ridley machte zuletzt mit der These des „rationalen Optimismus“ von sich reden. Also eines Optimismus, der nicht auf Zutrauen und Glauben gegründet ist, sondern auf Daten und Fakten. Ridleys These: Die Welt sei im Verlaufe der Menschheitsgeschichte eine immer bessere geworden – und es gäbe kein Anzeichen dafür, dass sich das in Zukunft ändern könnte.

Die Erde dreht sich weiter

„Als ich in den 70er Jahren hier in Oxford studierte“, sagt Ridley, „sah es nicht gut aus für den Planeten Erde. Die Bevölkerungsexplosion war nicht aufzuhalten, weltweite Hungersnot war unvermeidbar, eine Krebsepidemie sollte unsere Lebenserwartung verkürzen, saurer Regen fiel auf unsere Wälder, die Wüste breitete sich aus, Öl wurde knapp, und ein nuklearer Winter sollte uns den Garaus machen. Nichts davon ist eingetreten. Das effektive Einkommen jedes Menschen hat sich verdreifacht, die Lebenserwartung ist um 30 Prozent gestiegen, Kindersterblichkeit um zwei Drittel gesunken und die Nahrungsmittelproduktion pro Kopf um ein Drittel gestiegen. Ridleys Beweisführung kreist um die Fähigkeit des Menschen zur Vernetzung, nur so habe er seine Kräfte bündeln, vervielfachen und optimieren können. Und die ideale Form der Vernetzung sei der Handel, er bringt Menschen und Ideen zusammen. Die Messe Frankfurt war darin im vergangenen Jahr 2011 besonders erfolgreich. „Weltweit konnten wir auf Eigen- und Gastveranstaltungen mehr als 67.000 Aussteller mit über 3,3 Millionen Besuchern zusammenbringen“, bilanziert Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt GmbH. Die Messe wächst an beiden Flanken: analog zur

Weltwirtschaft im Ausland und mit bestehenden und neuen Veranstaltungen in Frankfurt. Die Strategie in den Worten Marzins: „Erstens: neue Messen. Zweitens: langfristige Vertragspartnerschaften. Und drittens: nachhaltige Kooperationen.“

Von Frankfurt in die Welt

Frankfurt ist eine starke Basis. Diese hat die Globalisierungsstrategie erst ermöglicht. Von hier aus trägt die Messe ihre Messemarken weiter in die attraktiven Auslandsmärkte, in den Jahren 2011/12 insgesamt 25 neue Messen. Zwei wichtige Beispiele: Mit der Light India wurde neben der Techtextil India eine weitere Veranstaltung auf diesem Wachstumsmarkt platziert. Und in Moskau veranstaltet die Messe Frankfurt zukünftig Russlands größte Lichtmesse, die Interlight Moscow. Hinzu kommen globale Partnerschaften und neue Kooperationen mit namhaften Veranstaltern wie dem VDA oder auch der britischen UBM Live. Die Zusammenarbeit bezieht sich nicht nur auf die Durchführung von Messen, sondern auch auf deren Weiterentwicklung. Die Veranstaltungen lassen sich künftig nachhaltiger gestalten, zum Beispiel durch die Verwendung grüner Energie.

Weiteres Kongresszentrum und WLAN

Neben der breit angelegten Globalisierungsstrategie stehen Investitionen am Stammsitz Frankfurt im Vordergrund. Das Kongresszentrum im Frankfurter Skyline Plaza wird voraussichtlich im Herbst 2013 fertiggestellt sein und neue Kapazitäten für Kongresse und Tagungen und bis zu 2400 Personen bieten. Auch den digitalen Medien wird vor Ort Rechnung getragen. Als erster deutscher Messeplatz bietet das Unternehmen den Besuchern von Eigenveranstaltungen auf dem gesamten Messegelände kostenlosen Zugang zum drahtlosen Internet – und damit auch zu den hauseigenen Serviceangeboten wie den einzelnen Messe-Apps.

Alle Messe-News direkt. Mit der App „Messe Frankfurt Monitor“ erhältlich im App Store und im Android Market (siehe auch Seite 21)

Profile for Hopp und Frenz Content House

Galleria 1/12 – Eine starke Basis  

Galleria 1/12 – Eine starke Basis  

Advertisement