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MESSE FRANKFURT DRIVING MOBILITY

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NEW MOBILITY IS ... Im Zeichen der Vernetzung bisher unterschiedener Branchen entstehen in rasender Geschwindigkeit neue Konzepte und Geschäftsmodelle. Welche werden sich durchsetzen?

A PEOPLE´S BUSINESS Technologie wird oft als Treiber bezeichnet, doch eigentlich sind es die kreativen Köpfe, die den Unterschied machen. Wer sind die spannendsten Vordenker weltweit?


CONNECTIVITY

DAS BESTE ZWEIER WELTEN

moovel North America hat gerade für seine 110 Angestellten elegante neue Geschäftsräume in Portland geschaffen

Daimler hat erkannt, dass die jüngere Generation den Zugang zu Fahrzeugen höher schätzt als ihren Besitz. Für sie bedeutet es Freiheit, nicht mehr über Parkplätze nachdenken zu müssen, sondern auf ein Netzwerk von öffentlichem Nahverkehr, Car2go und so weiter zugreifen zu können. Mit solchen Bedürfnissen muss sich Daimler auseinandersetzen. Werden wir immer noch Autos verkaufen? Natürlich. Werden wir selbstfahrende Fahrzeuge verkaufen? Absolut. Aber wir glauben, dass es sinnvoll ist, wenn Kunden aussuchen können, ob sie diese kaufen oder mieten.

Mit moovel baut Daimler an einem Betriebssystem für urbane Mobilität, das öffentlichen Nahverkehr und Sharing-Economy verknüpft. Wie passen ein klassischer Autobauer und Start-up-Kultur zusammen? Hypermotion hat mit NAT PARKER gesprochen, CEO von moovel North America

Wie geht moovel mit den Daten um, die von den Benutzern generiert werden, etwa mit Bewegungsprofilen? Wir wissen, dass Daten insbesondere in der EU ein sensibles Thema sind, und halten uns strikt an die Datenschutzbestimmungen. Wir verwenden Daten ohne die Erlaubnis des Benutzers niemals so, dass er identifizierbar würde. Allerdings müssen wir Daten aggregieren, um zu verstehen, wie Städte funktionieren: Wann interessieren sich Menschen an welchen Orten für Fahrgelegenheiten, wie können wir ihnen Alternativen anbieten, wenn ein Zug sich verspätet oder ein Bus ausfällt? Diese Art von Big Data braucht man, wenn man städtischen Verkehr intelligenter machen will.

INTERVIEW: MICHAEL HOPP

Wie unterscheidet sich Ihre Tätigkeit bei Daimler von Ihrem früheren Job als CEO des Start-ups GlobeSherpa? Mit Start-ups kann man flexibel und agil sein. Bei Daimler habe ich dafür Ressourcen und Expertise und die Macht einer weltweit bekannten Marke

Was macht moovel für Daimler? PARKER: Wir helfen Daimler, die Fortbewegung in den Städten effektiver und bequemer zu machen. Im Zentrum unserer Überlegungen steht der öffentliche Nahverkehr. Der wird auch in Zukunft entscheidend für die Qualität städtischer Infrastrukturen sein. Aber wir wollen ihn mit anderen Transportmitteln verbinden – etwa Carsharing und Mietfahrrädern. Deswegen kompilieren wir die Daten von Verkehrssystemen wie Bussen und U-Bahnen und verknüpfen sie mit Daten für Sharing-Systeme. In den USA ist die Bezahlplattform moovel transits unser Kernprodukt. Damit kann man Reisen planen und via Smartphone gleich bezahlen. In Deutschland steht die Suche nach Verbindungsoptionen im Mittelpunkt, aber letztlich wird es auch hier darum gehen, Suchen und Buchen zu verknüpfen. Falls Sie Erfolg haben, wird moovel die Nachfrage nach Autos verringern. Warum sollte Daimler daran Interesse haben?

Fotos: moovel

Die moovel-App ist die weltweit einzige, mit der man Mobilitätsoptionen inklusive des öffentlichen Nahverkehrs suchen, buchen und bezahlen kann

NAT PARKER hatte 2012 das Startup GlobeSherpa gegründet, das eine App für Transportund Parkplatzmanagement entwickelte. Als die moovel Group das Unternehmen übernahm, wurde Parker CEO von moovel North America

==== „MAN BRAUCHT BIG DATA, UM STÄDTISCHEN VERKEHR INTELLIGENTER ZU MACHEN“ ====== Nat Parker, moovel North America

hinter mir. Ich kann mich vielleicht nicht mehr so schnell wie früher bewegen, aber dafür mehr bewirken. Die Daimler AG hat erkannt, dass sie

Wie dynamisch ist für Sie der deutsche Markt, was die Entwicklung intelligenter

Unternehmen wie moovel benötigt, um ihre Geschäftsmodelle an eine veränderte Welt anzupassen. Deswegen sollen wir so weitermachen, als

Mobilität betrifft? In Deutschland ist der öffentliche Nahverkehr

wären wir ein Start-up. Ich profitiere also vom Besten zweier Welten. Was reizt Sie persönlich daran, für ein Unternehmen zu arbeiten, das sich mit Mobilität und Sharing-Ökonomie beschäftigt?

genauso groß wie in den sehr viel größeren USA, wo die Städte sehr autozentriert sind. Dafür bezahlen wir einen hohen Preis: Wir haben nicht die Fußgängerwege, Kopfsteinpflaster-

Die Chance, die Welt zu verändern – und das ist völlig ernst gemeint. Es gibt nur wenige Branchen, die so viel Einfluss auf unsere Lebensqualität

straßen oder Biergärten, die es in deutschen Städten gibt. Also können wir von Deutschland

haben wie Transportunternehmen. Der Verkehr ist es, der in unserer Gesellschaft und in unseren Städten alles miteinander verbindet – unsere

viel lernen. Aber natürlich bleibt in Deutschland auch die Autobauer-Kultur wichtig.

Schulen, Arbeitsplätze, Familien, unser Entertainment. Also gibt einem die Beschäftigung damit die Gelegenheit, das Leben der Menschen angeneh-

Stimmt es, dass Sie keinen Mercedes, son-

mer zu gestalten. Offensichtlich ist es für mich wichtig, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wenn man dabei von den Leuten unterstützt wird, die das Auto erfunden haben, ist das eine Chance, die man nur einmal im Leben bekommt. Deswegen bin ich sehr glücklich darüber, zur Daimler-Familie zu gehören.

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dern einen alten Subaru fahren? (lacht) Das ist einer der wenigen Konfliktpunkte mit meinen Chefs. Ich bin allerdings fasziniert von der neuen Generation elektrischer Fahrzeuge, an der Daimler gerade arbeitet. Ich bin begeistert von ihren schadstofffreien Elektroautos. Für solch ein Fahrzeug werde ich mich von meinem alten Subaru trennen.

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Events – Das Beste zweier Welten  

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