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www.hk-gebaeudetechnik.ch Fachzeitschrift für Energie, Wärme, Strom, Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Gebäudeautomation, Facility Management, Gebäudehülle, Spenglerei, Sicherheit, Sanitärtechnik, Wohnen

2 | 2017 | Februar

HK-Gebäudetechnik wird empfohlen von

BIM-Workflow in der Gebäudetechnik 10

WRG: Kreislaufverbundsysteme

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Förderprogramm für Wärmepumpen

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Neue Hülle aus CrNi-Stahl

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Merkblatt Luftbefeuchtung

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Der aktuelle Stellenmarkt

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Editorial |

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Brexit in meinen Händen ■ Wer kennt die Enttäuschung nicht? Da tanzt ein Haushaltgerät durch sein elegantes Design aus der Reihe, verspricht viele Vorteile, ist natürlich teurer als alle langweiligen Kenn-ich-schon-Marken im Regal und kaum zu Hause geht der Ärger mit dem unbekannten Gerät so richtig los. So geschehen letzthin mit einem High-Tech-Staubsauger: Das akku-angetriebene Gerät verfügt über kein Kabel, keinen Staubsack, ist klein und leichtgewichtig, sieht sexy aus. Nur nach einer halben Stunde tüchtigem und lautem Saugen ist Schluss. Der Akku muss neu aufgeladen werden. Und irgendwie sind bei diesem Gerät alle mechanischen Teile anders angeordnet. Da kann es passieren, dass ein mittelmässig begabter Hausmann die Prinzipien des Geräts im ersten Moment nicht versteht und meint, dass der Schmutzbehälter unmittelbar unter dem Motor demontierbar sein müsste. Ein fataler Fehler, der mit dem Gang zum Kundendienst endete. Nach einer weiteren Lernschlaufe weiss ich, dass der Behälterdeckel unten angebracht ist und so schnell aufspringen kann, dass der aufgesaugte Dreck nicht im Eimer, sondern auf dem Boden landen kann. Der britische Erfinder, der 1980 sein erstes Patent anmeldete, beobachtete in den 1970er-Jahren, dass die damals erhältlichen Staubsaugermodelle zunehmend an Saugkraft verloren. In einer Sägemühle entdeckte er einen Fliehkraftabscheider und machte sich dieses Prinzip für die Entwicklung neuartiger Staubsauger zunutze. So genial die Innovation, so unausgereift im Detail das marktfähige Produkt? Aus einem Wikipedia-Eintrag zum Unternehmen erfahre ich, dass rund 500 Mitarbeiter in der Abteilung Research, Design & Development in der westenglischen Kleinstadt Malmesbury ständig an der Verbesserung der Produkte arbeiten, die Produktfertigung seit 2002 nach Malaysia verlagert wurde, also ziemlich weit weg vom «User» – angeblich aus Kosten- und Expansionsgründen. Vielleicht passt das Geschäftsmodell der Herstellerfirma geradezu in die wirtschaftspolitische Option Grossbritanniens nach dem Brexit; ohne vertiefte wirtschaftliche Integration nur lose über einen Freihandelsvertrag mit der Europäischen Union verbunden, die industrielle Produktion vernachlässigen, mit dem Commonwealth und auf dem ganzen Globus irgendwie gut Geschäfte machen, ausblenden, dass immer noch die Hälfte der britischen Exporte in die EU gehen. So viel Realitätsferne wünscht man sich der Schweizer Politik nicht. Noch immer verfügt unser Land über industrielles Know-how, d. h. über gut ausge-

manuel.fischer@azmedien.ch

bildete und erfahrene Fachkräfte, die dafür sorgen, dass die guten Ideen der Ingenieure in zuverlässig funktionierende Produkte umgesetzt werden. Ja, vieles wird importiert. Aber es gibt auch noch Waschmaschinen, Lüftungstechnik-Komponenten, Wärmespeicher und Stückholzheizungen «made in Switzerland», manche schaffen es in den Export. Viele dieser Geräte überzeugen weniger durch extravagantes Design, sondern durch solide Technik, sehr hohe Zuverlässigkeit und graduelle Verbesserungen da und dort. Übrigens: Ziemlich unbemerkt vom politischen Lärm pro oder contra EU sind Fachleute aus zahlreichen Ländern und auch aus der Schweiz in Gremien eingebunden, die an zahlreichen Normen und Richtlinien arbeiten, damit Geräte funktionellen sowie gesundheits- und umweltrechtlichen Anforderungen genügen. Diese mühselige Arbeit gehört eben auch zum europäischen Binnenmarkt; sie wird ja zuweilen auch als innovationsfeindlich kritisiert. Doch zurück zu meiner Erwartungshaltung: Ich will das Gerät im Detail nicht verstehen müssen, sondern es soll einfach tadellos funktionieren und mir dienen.

Manuel Fischer, Redaktor

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Inhaltsverzeichnis |

BIM-Workflow gestalten

Die Beteiligten der Baubranche begreifen BIM immer besser als interaktiven Arbeitsprozess. In den letzten Monaten stellt man ein zunehmendes Interesse an dieser Projektmethodik fest. Mit welchen Ansätzen können konkrete Probleme im Projektablauf gelöst werden?

Diverse Rubriken 1 Editorial 4 Info

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Betriebsoptimierung von Fernwärmenetzen

Die Kapazität und die Verluste von Fernwärmenetzen werden nicht nur durch das Fernwärmenetz selbst, sondern auch durch die Wärmeverbraucher beeinflusst. Wenn eine Übergabestation beim Verbraucher das Fernwärmewasser zu wenig abkühlt, führt dies zu einer erhöhten Rücklauftemperatur und einer Reduktion der Netzkapazität. Im Beitrag wird eine Methode vorgestellt, mit der die Güte der Wärmeabnehmer und das Optimierungspotenzial für das Netz bestimmt werden können.

Info 4 Klimaschutz auf Samtpfoten reicht nicht 8 Ein Blick in die Glaskugel

84 Agenda

10 BIM-Workflow in der Gebäudetechnik

85 Impressum

16 «Klimatisierung der Gebäude wird stark an Bedeutung gewinnen …»

85 Stellenmarkt

Energie / Wärme / Strom 36 Betriebsoptimierung von Fernwärmenetzen 42 Photovoltaik-Lösungen für Privathaushalte und Gewerbe 44 Produkte 47 Umsetzungsstarke Weiterbildung zu Pellets

US 3 Inserentenverzeichnis

Normen & Co. 24 Intelligente Ausschreibung für intelligente Gebäude 26 Gebäudelabels und Standards in der Schweiz 28 Neues Swissolar-Merkblatt «PV-Anlagen mit Batterien» 30 Grundlagen zur Luftbefeuchtung 32 Neue Filternorm – Filterleistung wird neu nach Feinstaubfraktionen beurteilt 34 Rohrinnensanierungen bei Trinkwasserinstallationen – Empfehlungen, Warnungen 35 Der Link vom Dach ins Netz

Lüftung / Klima / Kälte 50 Optimierung der Wärmerückgewinnung 54 Produkte

Gebäudeautomation 56 KNX-Jalousieaktoren für Motoren mit drei Endschaltern 58 Bequeme Initiatoren-Klemmen – ästhetische Bildschirme


Inhaltsverzeichnis |

50 Wärmerückgewinnung optimieren

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Die Wärmerückgewinnung in Lüftungsanlagen bietet enorme Energiesparmöglichkeiten. Hierfür werden oft Kreislaufverbundsysteme (KVS) eingesetzt. Im Zuge einer Bachelor-Diplomarbeit wurde versucht, den KVS-Zwischenkreis hydraulisch und energetisch zu optimieren.

In einer Testhalle ist vieles anders als in den meisten Industriebetrieben; erstens ist es eiskalt, zweitens gibt es Magnetfelder, die Mobiltelefone usw. ausser Funktion setzen und drittens wird in den Optipress-Edelstahlleitungen nicht Wasser, sondern Helium geführt.

Helium in der Leitung

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Wasserschäden verhindern

Wasserschäden sind kostspielig. Nicht nur Trinkwasser geht verloren, sondern auch wertvolle Bausubstanz kann beschädigt werden. In Gebäuden sind unterschiedliche Risikozonen vorhanden, welche unterschiedliche Leckwarngeräte nötig machen.

Gebäudehülle / Spenglerei 60 Die neue metallische Hülle in Le Châble/Bagnes 63 ÜK-Zentrum Lenzburg erhält Doppelschwenkbiegemaschine 64 Mit monolithischem Mauerwerk zu Minergie

Sanitärtechnik / Wohnen 66 Eine Installation mit Anziehungskraft 69 Unterhalt an Toiletten – den Blick schärfen 71 – 82 Produkte 72 In nur vier Tagen eingebaut 74 Wasserschäden verhindern – dank Alarm 78 Neue Modelle von arwa-twinplus

Zum Titelbild:

Regelmässiger Unterhalt an Toiletten gehört heute zum Standard Die Ursache für Störungen im Toilettenspülsystem und einer schwachen Ausspülung, rührt von Ablagerungen in den nicht sichtbaren Bereichen der Keramik und des Spülkastens. Man ärgert sich bei jedem Spülgang ab der schwachen Spülung und hatte schon einige Reparatur- oder Spüleinsätze vom Sanitär und Kanalreiniger. Eine durch Kalk auftretende Fehlfunktion der WC-Anlage kann oft auch trotz fachmännischer Unterstützung nicht nachhaltig behoben werden. Restclean reinigt und entkalkt alle wasserführenden Kanäle Ihrer Toilette, beginnend ab dem Spülkasten, über das Spülrohr und die Keramik bis und mit Siphon. RESTCLEAN AG Schmidtenbaumgarten 10 8917 Oberlunkhofen Tel. 056 634 51 85 www.restclean.com

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Infolge des Klimawandels abschmelzende Gletscher. (Foto: istockphoto)

Gefordert sind klimataugliche Gebäudekonzepte – Die Kantone unterstützen diese Entwicklung sehr unterschiedlich

Klimaschutz auf Samtpfoten reicht nicht Laut Energiestrategie 2050 und COP-21-Beschlüssen der Klimakonferenz von Paris müssen wir auf die Nutzung von fossiler Energie bis 2050 verzichten. Seit 1. Januar 2017 sind die Klimaschutzmassnahmen des nationalen Gebäudeprogramms in die kantonalen Förderprogramme integriert. Damit werden Förderbeiträge für Energieberatungen und Flächenbeiträge für Nachisolationen von Dach und Wänden bezahlt. Fensterersatz, Dämmmassnahmen für Estrich und Keller, Minergie-Subventionen bei Neubauten und Sanierungen sowie energieeffiziente Gebäudetechnik werden je nach Kanton sehr unterschiedlich oder gar nicht mehr unterstützt. Reto Miloni *

■ Gemäss einer vom Bundesamt für Umwelt BAFU 2015 veröffentlichten CO2-Statistik sank der CO2-Ausstoss aus Brennstoffen zwischen 2013 und 2014 leicht. Der Rückgang reichte bei Weitem nicht aus, um den Zielwert von 76 Prozent des Werts von 1990 zu erreichen. Im Jahre 2016 lag die Schweiz laut Energiewende-Index der Umweltverbände Greenpeace, WWF, Pro Natura, SES und VCS 39 % unter dem Zielkurs beim Klimaschutz, um die Energiewende-Ziele für 2020 zu erreichen. Mit dem System der vom Bund seit 2000 an die Kantone ausbezahlten Globalbeiträge für Programme zur Förderung sparsamer und rationeller Energienutzung sowie zur Nutzung von erneuerbaren Energien und Abwärme wird zu wenig Wirkung erzielt. Mit der Fördersumme von rund einer Milliarde Franken von 2010 bis 2014 wurde der CO2-Ausstoss im Gebäudebereich offensichtlich ungenügend gesenkt. Auch bei der Mobilität werden die Klimaschutzziele verfehlt – die CO2-Emissionen aus Treibstoffen gingen 2014 gegenüber dem Vorjahr bloss um 0,7 Prozent zurück. Sie liegen statt unter noch immer 11 Prozent über dem Wert von 1990. Der Trend zu volumenstarken Autos in der Schweiz sowie Abgastricksereien

bei Dieselmotoren führt ebenfalls zu mehr schadstoffausstoss.

Griffigere Klimaschutzmassnahmen tun not Beim Heizen sinkt zwar der Pro-KopfEnergiebedarf konstant. Noch immer entfallen aber 70 % des Endenergieverbrauchs auf Wärme und Kälte im Gebäudebereich: Zu viel für einen energiewendegerechten Gebäudepark. Steigende CO2-Abgaben, höhere Fördersätze im Gebäudeprogramm und griffigere gesetzliche Anforderungen (MuKEn 2014) an neue und bestehende Gebäude werden nötig sein, um markantere CO2-Reduktionen zu erreichen. Das Harmonisierte Fördermodell der Kantone (HFM) ist ein Fördermassnahmen-Bausatz für den Gebäudebereich, auf welchem die Kantone ab 2017 ihre Förderprogramme aufbauen. HFM 2015 soll sicherstellen, dass sich die kantonale Förderung so gut als möglich in den energie- und klimapolitischen Instrumentenmix des Bundes einbettet gemäss CO2-Gesetz. Dabei wird den Kantonen (zu) viel Spielraum für die Berücksichtigung ihrer Finanzkraft und individueller Schwerpunkte belassen. HFM 2015 zeigt den Umgang mit Umweltbelangen in unserem Land: Trotz wissenschaftlich abgestützten Grundla-

gen generiert man umfangreiche Massnahmenkataloge, die dann nach bester föderalistischer Manier in den 26 Kantonen unterschiedlich gehandhabt werden. Das Programm HFM 2015 gibt den Kantonen die Freiheit, von den 18 vorgesehenen Massnahmen je nach Gusto und Budgetzielen zu streichen oder zu ergänzen – einzelne Kantone z. B. wenden das gesamte Programm an, andere

Energie- und Klimaeffekt Klimaschutzeffekt von Minergie-P am Beispiel des Aargaus: Ein Minergie-PNeubau spart im Vergleich zu einem konventionellen Neubau über 40 Jahre pro Quadratmeter Energiebezugsfläche rund 0.45 MWh Nutzenergie und rund 0.11 t CO2. Die gemäss aktueller Minergie-Statistik im Aargau in 18 Jahren erstellten 447 990 m2 Energiebezugsfläche sparen in Aargauer Minergie-P-Gebäuden in 40 Jahren 16 Mio. Liter Heizöl oder den Inhalt von über 1000 Tanklastwagen. Der dadurch nicht-emittierte CO2-Ausstoss entspricht 42,4 Mio. Tonnen eingespartem CO2, was gemäss einer im Herbst 2016 in der Zeitschrift Science veröffentlichten Studie das Abschmelzen von 127 Quadratkilometern arktischen Sommereises verhindert (rund 9 % der Fläche des Kantons Aargau oder die Fläche des Bezirks Zurzach).


Info |

(z. B. Westschweizer Kantone) stocken es auf, einige wiederum streichen alle nicht vom Bund zu 100 % geförderten Massnahmen komplett (vgl. Massnahmen-Katalog M-01 bis M-18). In einer Analyse des Bundesrats kommt dieser zum Schluss, dass die Ziele des Gebäudeprogramms insbesondere in jenen Bereichen verfehlt wurden, wo die kantonalen Förderbudgets stagnierten.

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Wärmedämmung Fassade, Wand und Boden gegen Erdreich

M–01

Installation Stückholzfeuerung, Pelletsfeuerung mit Tagesbehälter

M–02

Automatische Holzfeuerung bis 70 kW Feuerungswärmeleistung

M–03

Automatische Holzfeuerung über 70 kW Feuerungswärmeleistung

M–04

Installation Luft/Wasser-Wärmepumpe

M–05

Installation Sole/Wasser-, Wasser/Wasser-Wärmepumpe

M–06

Anschluss an ein Wärmenetz

M–07

Installation Solarkollektoranlage

M–08

Installation Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung

M–09

Verbesserung GEAK-Klasse Gebäudehülle und Gesamtenergieeffizienz

M–10

Reduktion Heizwärme und Endenergiebedarf

M–11

Kein Geld für «grüne Technik»?

Umfassende Gesamtsanierung mit Minergie-Zertifikat

M–12

Streichen jetzt Kantone wie Aargau, Zürich, Schwyz und Luzern aus Budgetgründen aus dem Arsenal der «Wunderwaffen» des neuen HFM 2015 die Massnahme M-16 (Neubau/Ersatzneubau Minergie-P), entfallen ab 1.1.2017 sämtliche Förderungen für Minergie, Minergie-P oder Minergie-A ersatzlos. Werden darüber hinaus auch noch bisherige Förderungen für thermische Solaranlagen, Ersatz von Elektro- und Ölheizungen durch Wärmepumpen oder Holzheizungen sowie für Fernwärmeanschlüsse gestrichen, verabschiedet man sich von der Klimaschutz-Idee nahezu komplett. Damit verkehren sich Fördereffekte ins Gegenteil: In der Theorie sollten gegenüber einem angenommenen Referenzfall ohne Förderung zusätzliche Energieeinsparungen, verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und markante Reduktionen bei den CO2-Emissionen resultieren. Stellen die Kantone nicht genügend Finanzmittel bereit, wird es müssig, Energieberater als «EnergieCoaches» wie Barfussärzte ins Land hinaus schwärmen zu lassen um Bauern, Hausbesitzern, Industriefirmen, Schulen, Kirchen oder Gemeinden das Sammelsurium von Kurzberatungen und GEAKs näherzubringen. Am Ende bleibt die Lenkungswirkung marginal. Vielleicht werden ein paar Stromsparlampen installiert und etwas Dämmung aufgebracht. Dem Ziel, klimafreundlicher Sanierungen von Gebäudehüllen nach landesweit harmonisierten Standards und energieeffizientem Bauen, nähert man sich aber kaum, vgl. Kasten «Energie- und Klimaeffekt.»

Umfassende Gesamtsanierung mit EAK

M–13

Bonus Gebäudehülleneffizienz

M–14

Bonus Gesamtenergieeffizienz

M–15

Neubau/Ersatzneubau Minergie

M–16

Minergie «kannibalisieren»? Insbesondere dort, wo Neu- und Ersatzneubauten nach Minergie in den Kantonen nicht mehr gefördert werden, gerät je nach Kanton die Zukunftsfähigkeit des Immobilienbestands ins Trudeln. Dass staatlich mandatierte Energie-Coaches dabei erfahrene Fachplaner, Archi-

Neubau/Ersatzneubau GEAK A/A

M–17

Neubau/Erweiterung Wärmenetz/Wärmeerzeugungsanlage

M–18

Massnahmenkatalog des Harmonisierten Fördermodells der Kantone (HFM 2015)

tekten und spezialisierte Unternehmer konkurrenzieren, ist ein weiterer unschöner Nebeneffekt von HFM 2015. Dies provoziert zudem Fehlanreize, unerwünschte Mitnahmeeffekte und kannibalisiert das Bauen nach Minergie: • Warum werden unternutzte Gebäudestrukturen unter Beibehaltung bauphysikalischer Schwachstellen mit Minimaldämmungen versehen, die aus konstruktiver, bauphysikalischer, nutzungstechnischer oder InvestorenSicht besser zurückgebaut würden?

• Warum werden Nachisolationen gefördert, wenn in Gebäuden mit Dämmrestriktionen der Raumwärmebedarf durch technische Massnahmen an der Gebäudehülle nur beschränkt reduziert wird? • Warum wird auf kontrollierte Wohnungslüftungen verzichtet (bei Minergie ist deren Einbau Pflicht), wenn damit der Frischluftersatz im Gebäudeinnern infrage gestellt wird und Feuchteschäden sowie Pilzbefall bei Wärmebrücken die Folge sind?

Wirkungsweise des CO2 -Gesetzes gemäss Artikel 34 Das CO2-Gesetz, Herzstück der Schweizer Klimapolitik, formuliert Emissionsziele für das Jahr 2020 und setzt mit verschiedenen Instrumenten bei Gebäuden, Verkehr und Industrie an: Die Schweiz soll ihre Treibhausgas-Emissionen im Inland bis 2020 um mindestens 20 % gegenüber 1990 senken. Das Gesetz betrifft vor allem fossile Brenn- und Treibstoffe, erfasst aber neben CO2 auch andere wichtige Treibhausgase. Zudem schreibt es dem Bund eine koordinierende Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel zu. Zentrales Instrument zur Erreichung der gesetzlichen Klimaschutzziele ist die CO2Abgabe, welche als Lenkungsabgabe seit 2008 auf fossilen Brennstoffen erhoben wird (Heizöl, Erdgas, Kohle, Petrolkoks), wenn diese zur Wärmegewinnung, Erzeugung von Licht, in thermischen Anlagen zur Stromproduktion oder für Wärme-KraftKopplungsanlagen verwendet werden. Durch verteuerte fossile Brennstoffe sollen Anreize zum sparsamen Verbrauch und vermehrten Einsatz CO2-neutraler oder CO2-armer Energieträger gesetzt werden. Seit 2016 beträgt die CO2-Abgabe 84 Franken pro Tonne CO2. CO2-neutrale Energieträger (Holz und Biomasse) sind befreit. Das Parlament limitierte den Abgabesatz auf 120 Franken pro Tonne CO2. Jährlich werden zwei Drittel der Abgabeerträge verbrauchsunabhängig an Bevölkerung und Wirtschaft zurückverteilt. Bloss ein Drittel (max. 300 Mio. Franken) fliessen in das Gebäudeprogramm zur Förderung CO2-wirksamer Massnahmen für energetische Sanierungen oder erneuerbare Energien. Weitere 25 Mio. Franken kommen dem Technologiefonds zu. Rund zwei Drittel der Erträge aus der CO2-Abgabe werden an Bevölkerung und Wirtschaft via Krankenversicherer und die AHV-Ausgleichskassen zurückverteilt. Treibstoffe (Benzin, Diesel) sind von der CO2-Abgabe auf Brennstoffen nicht betroffen. Hier gelten seit Juli 2012 in der Schweiz die EU-CO2-Emissionsvorschriften für neue Personenwagen: Ab 2015 darf die Neuwagenflotte im Durchschnitt höchstens 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Weitere Emissionsreduktion-Vorgaben verpflichten die Treibstoffimporteure, bis 2020 10 Prozent der CO2-Emissionen aus dem Verkehr mit Klimaschutzprojekten im Inland zu kompensieren.

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Info |

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Minergie-P-Sanierung ZG-011_P: Aus einer «Energieschleuder» aus dem Jahre 1946 wurde durch Anbau, Aufstockung und Passivhaustechnik ein vorbildliches Minergie-P-Gebäude. Vakuumkollektoren auf dem Dach, Erdsondenwärmepumpe, kontrollierte Lüftung sowie PV-Aufdachanlage sorgen CO2-frei für Wärme, frische Luft und Elektrizität.

Wider volkswirtschaftliche Logik und klimapolitische Notwendigkeit

Wärmepumpen, Speichern, kontrollierten Lüftungen, Filtern, Pumpen, Steuerungen, Solaranlagen, Holzheizungen, Fernwärme, Minergie-Lüftungen, Warmwasseranschluss für Waschmaschinen und Geschirrspüler, Ersatz von Elektroboilern durch Wärmepumpenboiler, optimierte Beleuchtung etc.) fliessen Milliarden ins

Werden wichtige gebäudetechnische Bereiche fördertechnisch benachteiligt, entfällt auch ihr Nutzen für Wirtschaft, Gewerbe, Immobilienbesitzer und Mieterschaft: Statt Investitionen in erneuerbare Energien (Bau, Einbau und Betrieb von

Förderung im Kanton

Minergie-A Neubau

Minergie-P Neubau

Minergie Sanierung

Minergie-A Sanierung

Aargau

Appenzell A.

120.–/m2

Appenzell I.

120.–/m2

Basel Stadt

100.–/m2

100.–/m2

Basel Land

max. 100 000.–

Bern

100.–/m2

80.–/m2

max. 130.–/m2

Fribourg

150.–/m2

Genf

75.–/m2

150.–/m2

235.–/m2

Glarus

75.–/m2

75.–/m2

75.–/m2

max. 64 000.–

75.–/m2 max. 64 000.–

Graubünden

75.–/m2 max. 100 000.–

Jura

75.–/m2 max. 100 000.–

100.–/m2 max. 100 000.–

max. 64 000.–

max. 64 000.–

Ausland für Erdöl und Gas. Für die Einwohnerschaft unterbleibt damit der Nutzen für neue Wertschöpfung, tiefere Kosten, höheren Komfort und bessere Luftqualität. Dabei wären volkswirtschaftliche Effekte durchaus signifikant: Ein eingesetzter Energieprogrammfranken löst schätzungsweise das Zehnfache an Investitionen bei der Gebäudehülle und das Sechsfache bei der Minergie-P Zusatz Haustechnik aus. Sanierung Eco Mit missglückten Förderstra– – tegien dürften Kantone wie 155.–/m2 – Aargau, Zürich, Schwyz oder 155.–/m2 5.–/m2 Luzern den Modernisie– – rungs-Stau in ihren Heizungs– – kellern nicht beheben sondern max. 160.–/m2 – zementieren. Zudem bringen 200.–/m2 10.–/m2 sie den schwindenden Markt 235.–/m2 10.–/m2 für Solarwärme zusätzlich unter Druck und fahren eine 50.–/m2 – max. 64 000.– durch lange Wartelisten und – – mangelnde KEV-Mittel bereits gebeutelte Photovoltaik-Bran2 155.–/m – che weiter an die Wand. max. 100 000.–

Luzern

Neuenburg

90.–/m2

75.–/m2

100.-/m2

170.–/m2

155.–/m2

5.–/m2

Nidwalden

75.–/m2

5.–/m2

Obwalden

6250.– pro Gebäude

6250.– pro Gebäude

40.–/m2

50.–/m2

50.–/m2

Solothurn

75.–/m2

100.–/m2

155.–/m2

100.–/m2

– –

Schaffhausen

100.–/m2

min. 20 000.–

155.–/m2 min. 30 000.–

Schwyz

St. Gallen

50.–/m2

75.–/m2

100.–/m2

100.–/m2

155.–/m2

5.–/m2

Tessin

50.–/m2

100.–/m2

20.–/m2

Thurgau

75.–/m2 min. 20 000.–

75.–/m2 min. 20 000.–

100.–/m2 min. 30 000.–

100.–/m2 min. 30 000.–

155.–/m2 min. 40 000.–

5.–/m2

min. 20 000.–

Uri

1500.–

75.–/m2

25.–/m2

50.–/m2

50.–/m2

Waadt

155.–/m2

100.–/m2

10.–/m2

Wallis

150.–/m2 max. 21 000.–

150.–/m2 max. 21 000.–

Zug

max. 80 000.–

max. 80 000.–

max. 80 000.–

Zürich

Förderbeiträge der Kantone seit 1.1.2017 für Einfamilienhäuser bis 250 m2 Energiebezugsfläche EBF, in Franken.

Nachhaltigkeit wird wichtiger Im Immobilienmarkt Schweiz ist glücklicherweise trotzdem ein Trend zu einer stärkeren Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten zu beobachten. Nachhaltigkeitsmerkmale spielen bei Kauf- und Mietentscheidungen gemäss einer Minergie-Unternehmensbefragung nach dem Preis die zweitwichtigste Rolle. So belegen empirische MinergieMarktanalysen der Zürcher Kantonalbank, dass sich nachhaltige Minergie-Bauweisen bei Transaktionen aus Investorensicht ideell wie finanziell lohnen: belegt sind höhere


Info |

Entwicklung der CO2-Emissionen (Mio. t/a) von Gebäuden bis 2050. In den Basisszenarien «Weiter-wie-bisher» (WWB) und «Politische Massnahmen» wird das Emissionsziel (grüne horizontale Linie) deutlich verfehlt. Die Umsetzungsvarianten mit einem Verbot von Heizöl- und Erdgasheizungen erreichen das Ziel. (Quelle: Prognos/BAFU)

Nutzerzufriedenheit, reduzierte Umweltbelastung, tiefere Betriebskosten, bessere Bauqualität und höherer Wertgewinn. Minergie hat per 1. Januar 2017 die drei bekannten und am Markt etablierten Gebäudestandards Minergie, Minergie-P und Minergie-A überarbeitet (vgl. HKGebäudetechnik 1/17, S. 12–14), die Zertifizierungsprozesse vereinheitlicht zudem wird dank Minergie-Online-Plattform (MOP) der Datenfluss ablauftechnisch verbessert. Auch sind Produkte für eine intensivierte Qualitätssicherung im Gange. Es befremdet zu-

tiefst, dass einzelne Kantone dem boomenden Minergie-Standard fördertechnisch gesehen die kalte Schulter zeigen.

In Zukunft sind fossile Heizungen tabu In der Schweiz haben sich die Kantone das Ziel gesetzt, bis 2050 die CO2-Emissionen aus Gebäuden um über 90 % unter das Niveau von 1990 zu senken. Dafür muss der Gebäudebereich einen substanziellen Beitrag zur Erreichung langfristiger Klimaziele leisten. Konserquenterweise plant das Bundesamt für Energie daher Emissionsreduktionen im Gebäudebereich seine Klimapo-

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litik nach 2020 skizziert CO2-Absenkpfade mit Zwischenzielen. Denn sollten die CO2-Emissionen trotz bereits geplanter Massnahmen nicht ausreichend zurückgehen, droht ein nationales Verbot für den Ersatz und den NeuEinbau von fossilen Heizungen ab dem Jahr 2030! Eine Prognos-Studie macht deutlich, dass ein Verbot für fossil betriebene Heizungen erwartungsgemäss sehr effektiv ist, wogegen Basisszenarien «Weiter-wie-bisher» oder «Politische Massnahmen» das Emissionsziel deutlich verfehlen (siehe Grafik). Unter der Voraussetzung weiterhin niedriger Preise für fossile Energieträger wären erneuerbare Wärmeerzeugung in vielen Fällen gegenüber fossilen nicht konkurrenzfähig. Es düfte bald sinnvoll werden, mit entsprechend hohen CO2-Abgaben auf fossilen Energieträgern oder mit Förderungen für erneuerbare Wärmeerzeugung den umweltfreundlichen Umbau in Schweizer Heizungskellern zu forcieren. Die heutige Klimapoliltik auf Samtpfoten wird hier nicht zielführend sein. ■ * Autor: Reto Miloni, dipl. Arch. ETH SIA, Minergie-Fachpartner und Swissolar-Profi, Hausen und Dättwil, www.miloni.ch

Minergie-P-Neubau AG-091_P: Dank optimal gedämmter Gebäudehülle und moderner Technik sind Komfort, Lärmschutz sowie Werterhaltung garantiert. Eine leistungsfähige PV-Anlage auf dem Dach und in die Südfassade integrierte Solarpanels machen das Einfamilienhaus zum Plusenergiebau.

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Info |

Rückblick Schweizerischer Stromkongress 2017

Ein Blick in die Glaskugel Im Berner Kursaal traf sich die Strombranche Mitte Januar zum 11. Mal und diskutierte Themen rund um die Energiestrategie und die Digitalisierung. Die Stimmung am diesjährigen Stromkongress war ernst, aber entspannt. Simon Eberhard

■ «Ich habe keine Angst vor dem Sterben, ich möchte nur nicht dabei sein, wenn es passiert» – mit diesem Zitat des Filmregisseurs Woody Allen illustrierte Oliver Gassmann, Professor für Innovationsmanagement an der Uni St. Gallen, wie ernst die Situation für viele Unternehmen derzeit ist. Denn durch die Digitalisierung ist ein disruptiver Prozess im Gange, bei dem sich am Schluss die Frage stellt: «Who gets the cake?» – «wer kriegt den Kuchen?». Auch Stromunternehmen müssen deshalb ihre Rolle und damit auch ihre Geschäftsmodelle überdenken und gegebenenfalls anpassen.

Chance für Geschäftsmodelle Die Digitalisierung in all ihren Ausprägungen war denn auch eines der immer wiederkehrenden Themen des 11. Stromkongresses, der unter der Moderation

von Reto Brennwald am 12. und 13. Januar in Bern stattfand. Dass ein solcher Prozess nicht nur Risiken, sondern auch Chancen für neue Geschäftsmodelle bietet, bewies der sogenannte «Elevator Pitch», in dem drei Start-ups ihre Idee in je fünf Minuten vorstellten. Eine via Crowdfunding finanzierte Solaranlage, das weltweit grösste Bitcoin-Vertriebsnetz via SBB-Billetautomaten oder eine Immobilien-App für Energieversorger sind drei Beispiele für Geschäftsideen, die aus der Digitalisierung hervorgegangen sind. Dass auch klassische Stromversorger sich dem Wandel stellen müssten, der sich durch die Digitalisierung sowie die Dezentralisierung der Versorgung ergibt, zeigte David Thiel, CEO Industrielle Werke Basel (IWB), am Beispiel seines Unternehmens. «Viele Wege führen nach Rom, viele auch an Rom vorbei»,

Bundesrat Guy Parmelin erklärt, wie sich die Schweiz für einen kompletten Stromausfall wappnet. (Fotos: VSE/electrosuisse)

Podiumsdiskussion der Politiker am Stromkongress 2017.

so Thiels Erkenntnis. Der Weg nach Rom, den die IWB einschlagen, besteht aus der Generierung neuer Geschäftsmodelle wie Contracting, virtuellen Kraftwerken und Energie-Apps sowie einer Anpassung der Firmenkultur.

«Rösti-Graben» in der Energiepolitik Ein zweites grosses Thema der diesjährigen Veranstaltung war erwartungsgemäss die Energiestrategie 2050. SVPPräsident Albert Rösti, Teilnehmer der Polit-Podiumsdiskussion, hatte kurz zuvor bekannt gegeben, dass das Referendum seiner Partei gegen die erste Etappe der Energiestrategie 2050 zustande gekommen sei. Ein «Rösti-Graben», wie es Electrosuisse-Präsident Urs Rengel in seiner Begrüssung scherzhaft nannte, tat sich denn auch in der Diskussion auf: Für Kritik sorgte insbesondere das Vorgehen der SVP, bei der Kostenschätzung von insgesamt 200 Milliarden Franken oder rund 3200 Franken pro Haushalt die zweite Etappe der Energiestrategie miteinzubeziehen, deren Zustandekommen derzeit noch alles andere als sicher ist. Nur Martin Bäumle von den Grünliberalen fand eine gewisse Sympathie für Röstis Referendum – biete sich ihm und allen anderen Stimmbürgern doch so die Gelegenheit, die Energiestrategie mit einem deutlichen «Ja» zu bekräftigen. Noch etwas unbeliebter als der SVPPräsident machte sich Pierre Bessard, Direktor des Liberalen Instituts, der in seinem provokativen Referat die aktuelle Energiestrategie des Bundes geisselte


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und einen Teufelskreis aus Regulierung und Subventionierung ortete. Sein radikales Rezept: den Markt spielen lassen, der dank ökonomischem Kalkül ein Garant für nachhaltiges Wirtschaften sei. Ob dies allerdings das Rezept ist, um globale Herausforderungen wie den Klimawandel in den Griff zu kriegen, konnte er letztlich auch nicht beantworten.

Qualitative Zukunftsmodelle Blickte Electrosuisse-Präsident Rengel zu Beginn der Veranstaltung noch mit einem Augenzwinkern in die Glaskugel, wurde sein VSE-Amtskollege Kurt Rohrbach danach etwas ernsthafter. Doch auch er wusste: Die Zukunft lässt sich nur schwer vorhersagen. In seinem Referat stellte er deshalb einen qualitativen Ansatz vor, mit dem mögliche Zukunftsszenarien beschrieben werden sollen. Im Projekt «Energiewelten» werden verschiedene Modelle entworfen, die die Grenzen des Möglichen abstecken sollen, um sich bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten. Eher auf philosophischer Ebene bewegten sich die Betrachtungen von Ernst Ulrich Michael Freiherr von Weizsäcker, Co-Präsident des Club of Rome und Mitglied des Internationalen Ressourcenpanels. In seiner Analyse stellte er den Wandel von einer «leeren Welt» in eine «volle Welt» fest, in der bewährte und oft wiederholte Glaubensgrundsätze ihre Gültigkeit verlieren. Glaubensgrundsätze, die nicht auf Realitäten beruhen, waren in gewisser Hinsicht auch ein Thema bei ETH-Präsident Lino Guzzella. Er plädierte dafür, bei aller Vision die physikalischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht ausser Acht zu lassen. Dem Negativbeispiel der einst visionären «Wüstenstadt» Masdar City, die grandios scheiterte, stellte er drei vielversprechende aktuelle Pilotprojekte von ETH-Forschenden gegenüber, die kritisches und interdisziplinäres Denken mit Methodenkompetenz verbinden.

Teure Blackouts Auch die Landesregierung war vertreten am Branchentreff der Stromversorger. VBS-Vorsteher Guy Parmelin erläuterte, wie sich die Schweiz für den möglichen Fall eines kompletten Stromausfalls wappnet. Das Risiko eines Blackouts sei real, warnte Parmelin, und die Konsequenzen würden nicht nur die Sicherheit betreffen, sondern auch gravierende finanzielle Auswirkungen haben. Das VBS rechnet derzeit mit Blackout-Kosten von 2 bis 4 Milliarden Franken pro Tag. Deswegen seien seit 2014 umfangreiche Vorbereitungen getroffen worden – doch die Bevölkerung müsse noch mehr dafür sensibilisiert werden. Sensibilisiert auf die aktuellen Herausforderungen ist wohl auch die Branche. So schätzt gemäss einer von Ernest & Young gemachten Blitzumfrage im Saal zwar eine Mehrheit der Besucher die Wichtigkeit der Digitalisierung hoch ein – doch die meisten rechnen hier in Zeithorizonten von vier bis neun Jahren. Ob dies im Rahmen liegt, oder ob es schneller geht, als den meisten lieb ist, darauf wird der kommende Stromkongress einen Hinweis geben. Möglicherweise werden sich die einen oder anderen dann wieder ans eingangs erwähnte Woody-Allen-Zitat erinnern. ■ Der 12. Schweizerische Stromkongress findet am Montag/Dienstag, 15./16. Januar 2018 im Kursaal Bern statt. www.stromkongress.ch

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Laser-Absteckung auf der Baustelle mit der «Robotic Total Station».

Moderne Lösungen für die verschiedenen BIM-Prozessphasen

BIM-Workflow in der Gebäudetechnik Das Thema Building Information Modeling (BIM) begleitet Software-Firmen schon seit Jahren. Diese stellen aber erst in den letzten Monaten ein zunehmendes Interesse an dieser Projektmethodik fest. Allerdings herrscht auch noch eine grosse Unsicherheit: Wie wird sich der BIM-Prozess im alltäglichen Arbeitsprozess auswirken und mit welchen Lösungen können diese Prozesse gestemmt werden? Trimble-Team, Fachbereich BIM *

■ Der nachfolgende Artikel erläutert, mit welchen Lösungen eine problemlose Einführung von BIM in einem Unternehmen erfolgen kann und wie man sich einen modernen BIM-Workflow in der Gebäudetechnik konkret vorstellen darf.

BIM als neuer Arbeitsprozess In der Bauindustrie beschäftigt sich Building Information Modeling ( BIM ) mit der Entwicklung und dem Betrieb von Gebäuden mit digitalen Daten, auf die alle am Bau beteiligten Personen zugreifen können. Im Kern ist BIM eine Philosophie, die in allen Phasen des Lebenszyklus eines Bauwerks neue Denk- und Arbeitsweisen hervorbringt. Im Zentrum steht das koordinierte Gebäudemodell, welches auf den Eckpfeilern Kollaboration und geteilte Informationen aufbaut. Mit der fortschreitenden, weltweiten Verbreitung von BIM begreifen die Beteiligten der Baubranche den Wert der Methode immer besser als einen interaktiven Arbeitsprozess, der die Art und Weise verändert, wie Bauwerke geplant, gebaut, betrieben und verwaltet werden. BIM erhält immer mehr Einfluss darauf, wie Gebäude aussehen, funktionieren und wie die verschiede-

nen Beteiligten an der Planung und Ausführung mitwirken. Ziele von BIM: • Zuerst virtuell bauen, dann real bauen • Mit der virtuellen Bauplangrundlage auf die reale Baustelle • Reduktion von Fehlern • Bessere Zusammenarbeit und Kommunikation • Höhere Planbarkeit des Bauablaufs • Nutzung neuer Technologien

Kommunikation und neue Rollen Der digitale Wandel schlägt sich auch spürbar in der Baubranche nieder. Mit den neuen digitalen Technologien ergeben sich ganz neue Möglichkeiten in Prozessen sowie in der Kommunikation. Besonders die Kommunikation spielt im BIM-Prozess eine zentrale Rolle. Schon zu Beginn eines Projekts vernetzen sich alle am Bau beteiligten und definieren die Projektziele sowie gemeinsame Standards. Innerhalb des BIM-Planungsprozesses entstehen neue Rollen: BIM-Manager • Verantwortliche Stelle in einem Unternehmen für digitale Bauprozesse • Prüft neue Technologien

• Erstellt die Strategie für zukünftige Bauprojekte • Definiert Prozesse, Meilensteine • Definiert Struktur der Modelle BIM-Koordinator • Sorgt dafür, dass alle beteiligten Parteien die gleichen Standards einhalten • Überwacht die Prozesse und Termine • Bereitet BIG-Room-Meetings (mit allen beteiligten Planern) vor und strukturiert das Gebäudemodell

Reale Umsetzung von BIM in der Gebäudetechnik: Beispiel Umbauprojekt Bei Umbau, Renovationen und Erweiterungen steht man als Bauherr oder Planer häufig vor der Herausforderung, dass die Planungsgrundlagen mangelhaft sind. So existieren, wenn über-

Haupt-Projektphasen mit BIM.


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haupt, oft nur veraltete Pläne. Ein Gebäude entwickelt sich aber auch nach der Inbetriebnahme weiter. Nutzungsbedingte Änderungen und Erweiterungen fliessen nur selten in die Pläne ein. In diesen Fällen musste früher das gesamte Gebäude neu vermessen werden, was über Wochen dauern konnte. Mit der Nutzung neuer Technologien wird der gesamte Arbeitsprozess digitalisiert und optimiert. Planungsgrundlagen werden innert Kürze über 3D-Laserscanner digital aufgenommen und zur Bearbeitung im CAD bereitgestellt und modelliert.

Gemeinsamer Datenaustausch über BIM-Plattform Als zentrales Element zur Umsetzung eines BIM-Workflow gehört eine Plattform zum gemeinsamen Informationszugriff und Informationsaustausch. Diese zentrale BIM-Plattform stellt im Workflow zum Beispiel die Cloud-Software « Trimble Connect » dar. Diese Plattform verbindet die Dateiverwaltung, den Datenzugriff, Benachrichtigungen und die Aufgabenverwaltung. Mit Trimble Connect werden die BIMDaten des Projektteams an zentraler Stelle mit gemeinsamem Datenzugriff gelagert. Modelle werden aus beliebigen Modellierungsprogrammen in einer übergreifenden Koordinatenansicht kombiniert.

Bestandsaufnahmen mit 3D-Laserscanner Der BIM-Workflow startet mit der Bestandsaufnahme von Räumen, Hallen und Fassaden. Mit der rasanten Ent-

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BIM-Prozess mit «Field to BIM» (oben) und «BIM to Field» (unten): Aufnahme der Daten von Bestehendem, 3D-Modellierung, Planung sowie Absteckung für Realisierung.

wicklung der hochpräzisen Laserscanning-Technologien findet hier ein beeindruckender Wandel statt. Innert weniger Minuten und per Knopfdruck wird ein gesamter 360°-Scan durchgeführt. Das Resultat sind exakte Punktwolken, aus denen genaue Messungen entnommen oder Modelle erzeugt werden können. Die 3D-Scanning-Technologie erlaubt eine schnelle und einfache Dokumentation der Scan-Daten, welche direkt mit dem Projektteam im Büro geteilt werden kann, um so den Ist-Zustand auf der Baustelle mit dem Modellentwurf zu vergleichen.

Modellierung von 3D-Gebäudemodellen für Planung, Visualisierung und Simulationen Mit den in der Bestandsaufnahme gewonnenen Daten in Form einer Punktwolke werden Gebäudemodelle erzeugt, welche später als Grundlage für die weitere Planung dienen. Mithilfe von Modellierungs-Programmen wie

Trimble RealWorks und Trimble EdgeWise wird anhand der Punkte ein exaktes 3D-Projekt modelliert und zur Weiterverarbeitung im CAD nutzbar gemacht. Anhand der Dichte der Punkte und weiteren spezifischen Merkmalen wird erkannt, ob ein ausgewähltes Objekt ein Rohr, ein Lüftungskanal, eine Rampe, eine Wand oder ein T-Träger ist und dementsprechend werden dann die Elemente modelliert. Ein Modellier-Team erstellt je nach Bedarf die Modelle als IFC-, 3D-DWGoder nova-Projekt ( IFC und 3D-DWG sind Datenformate für Gebäudemodelle, IFC = Industry Foundation Classes, nova = Trimble-Planungssoftware). Die modellierten Pläne werden danach wieder über die Datenplattform Trimble Connect allen am Bau beteiligten Personen zur Verfügung gestellt.

Automatisierte Vermessungen mit Robotic Total Stations ( RTS ) Als nächster Schritt im BIM-Workflow werden die Punkte aus dem Gebäudemodell direkt auf der Baustelle elegant digital, papierlos und schnell abgesteckt. Die Folgen von Ungenauigkeiten bei der manuellen Ausführung hatten bisher grosse negative Auswirkungen auf den weiteren Arbeitsablauf. Mit dem Einsatz einer Robotic Total Station werden die Punkte vom CAD direkt auf die Baustelle gelasert. Weil die RTS direkt aus dem Gebäudemodell arbeitet, werden weniger Fehler gemacht. Für den Einsatz der Robotic Total Station wird

3D-Scanner: die Entwicklung dieser Technologie (Geräte und Software) hat in den letzten Jahren rasante Fortschritte erzielt.

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3D-Geometrie-Daten: Darstellung Punktwolke (Rohdaten aus Scanner) und daraus fertig modelliertes 3D-Raum-Modell.

Modulübersicht Plancal nova für Planung und Berechnungen.

BIM-Prozess mit Fachkoordination: u. a. für Konfliktbehebung bei Planung der Leitungsführungen.

zudem nur ein Mitarbeiter vor Ort benötigt. Im Prinzip führt die Robotic Total Station die gesamte Arbeit aus, während der Nutzer dem Laser folgt, wobei jeder Punkt bis auf wenige Millimeter genau entsprechend des Punkts im 2D/3D-Modell markiert wird. Auf diese Weise können gleichzeitig die Installationen mehrerer Subunternehmer präzise positioniert werden, was gewährleistet, dass es auf der Baustelle zu keinen Verzögerungen kommt. Die Robotic Total Station von Trimble arbeitet mit denselben 2D-Zeichnungen bzw. 3D-Modellen wie andere in das

Projekt involvierte Betriebe. Dies vereinfacht und beschleunigt die Zusammenarbeit. Aus dem Gebäudemodell kann direkt auf die Absteckungs-Koordinaten zugegriffen werden. Änderungen der Positionen können während der Erstellung fotografiert und dokumentiert werden. Dadurch beschleunigt sich der Datenaustauschprozess zwischen Modell, Entwurf, BIM und Baustelle.

BIM-Gebäudetechnik-Planung mit Plancal nova Als Planungstool ist die 3D/CAD/ CAE-Software « Plancal nova », dank ih-

rer langjährigen gebäudeorientierten Sicht gut für BIM aufgestellt. Heute sind zunehmend die Architekten in der Lage, IFC-Dateien zu übergeben, die als Grundlage für das Gebäudemodell Verwendung finden. Aus den IFC-Daten wird ein Kalkulationsmodell erstellt, welches die Grundlage für die weiteren Berechnungen wie Heizlast ( SIA 384.201 ), Kühllast ( VDI 2078 mit Schweizer Klimadaten ) sowie weitere energetische Berechnungen ( SIA 382/2, SIA 380/1 ) ist. Damit wurde das reine 3D-Geometrie-Zeichnen ( CAD = Computer Aided Design ) ergänzt zu einem modernen Werkzeug für « CAE » ( Computer Aided Engineering ). Hierbei werden aus dem Kalkulationsmodell umfangreiche Daten berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem Informationen zu angrenzenden Räumen, geschossübergreifenden Situationen, Verschattungsberechnungen sowie Betrachtungen von Raumgruppen ( Wohnungen /Zonen ). Die Ergebnisse dieser gebäudeorientierten Berechnungen sind dann die Grundlagen für die Auslegung der jeweiligen Verbraucher. Die nachfolgende Auslegung der Fussbodenheizung oder der Heizkörper erfolgt ebenfalls im Gebäudemodell und nutzt die gleichen Rauminformationen. Es werden dann die Verbraucher für die Bereiche Heizung, Trinkwasser und Abwasser erfasst. Über Anlagenetze werden die Verbraucher des gleichen Gewerks miteinander verbunden. Die Anlagen werden anschliessend nach den einschlägigen Normen ( z.B. EN 806/Regelwerk W3 d oder EN 12056 ) berechnet, wobei immer die Gesamtanlage im kompletten Gebäude berücksichtigt wird. Mit diesen Informationen


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Detail Darstellung Heizungsverteilung.

wird die im BIM-Prozess oftmals gewünschte 3D-Ausprägung der Netze erzeugt. Bei der Generierung wird auf echte 3DBauteil-Datensätze der Hersteller zurückgegriffen, welche in einer ständig wachsenden Anzahl von Katalogen in der Plancal nova hinterlegt sind. Alternativ stehen auch normierte, neutrale Bauteilkataloge zur Verfügung. Es ist hervorzuheben, dass Plancal nova besonders gut auf häufig auftretende Änderungen im Planungsalltag vorbereitet ist. Da die grundlegenden Berechnungen mit den weiterführenden Berechnungen verbunden sind, können Veränderungen schnell in allen Komponenten berücksichtigt werden. Für die modellorientierte Arbeitsweise stehen dann jegliche Informationen für die BIM-Bearbeitung bereit. Falls gewünscht, können diese verfügbaren Informationen auch als IFC-Datenpaket herausgegeben werden. Auch Elektrobauteile werden in das Gebäudemodell eingebracht. Für die zeichnerische Darstellung steht eine umfangreiche Objektbibliothek mit technisch orientierten 3D-Darstellungen zur Verfügung. Der Anwender ist in der Lage, über Steuerungswerkzeuge genau festzulegen, welche Informationen ausgegeben werden. Er kann über eine Attributsvorgabe an den Bauteilen und einer individuell einstellbaren Steuerungsvorgabe für die IFC-Ausgabe genau festlegen, welche Informationen an den einzelnen Komponenten bereitgestellt werden sollen ( Detaillierungsgrad der grafischen Darstellung, Beschriftungen etc. ) und diese können dann auch noch mit freien Attributen ergänzt werden. Plancal nova ist als Software ideal für

Technikraum Heizung.

3D-Darstellung Lüftungssystem, stockwerkübergreifend.

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den BIM-Workflow aufgestellt und unterstützt die Planungsarbeiten über den gesamten BIM-Prozess.

BIM setzt auf die Nutzung von neuen Technologien

Lüftungssystem in einem einzelnen Raum.

3D-Darstellung verschiedene Gewerke.

Andere 3D-Darstellung über alle Gewerke.

Mixed Reality wird sich in den nächsten Jahren erheblich auf die Bauindustrie auswirken. Zum Beispiel mit den neuen Möglichkeiten dank 3D-HologrammDarstellung auf der Baustelle mit Microsoft HoloLens. Die Technologie adressiert einige der grossen Ineffizienzen der Industrie während den Entwurfs-, Aufbau- und Betriebsstadien. Kombiniert mit Trimble-Produkten und mit BIM als Hauptdatenquelle, verbessert Mixed Reality die Kommunikation, strafft die Workflow-Integration und ermöglicht eine Echtzeit-Zusammenarbeit mit entfernten Teams. Gemeinsam mit Microsoft entwickelt Trimble die perfekten Lösungen für die Gebäudetechnik, um die Lücke zwischen der virtuellen und der physischen Welt zu schliessen: Ziel ist die räumlich übereinstimmende Visualisierung des kompletten 3D-Modells auf der realen Baustelle. Microsoft HoloLens ist der erste vollständig kabellose, holografische Computer, der es ermöglicht, hochauflösende Hologramme in die reale Welt zu projizieren. Die Datenbrille verfügt über eine durchsichtige, holografische Anzei-


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ge und erweiterte Sensoren, die die physische Umgebung abbilden. HoloLens ermöglicht Benutzern die Platzierung und Interaktion mit 3D-Hologrammen in der physischen Umgebung.

BIM-Dienstleistungen Unternehmen, die bislang keine BIM-Ressourcen aufgebaut haben, können auf externes Fachwissen vertrauen. Neben dem Wettbewerbsvorteil hinsichtlich der BIM-Kompetenzen können mit dem Zukauf externer Dienstleistungen von Trimble auch Kosteneinsparungen in jeder Phase des Prozesses erreicht werden. Diese Dienstleistungen umfassen u. a. das 3D-Laserscanning oder die Erstellung von 3D-Modellen auf Basis von Punktwolken. Durch den Bezug externer Dienstleistungen kann sichergestellt werden, dass Unternehmen für alle Phasen eines jeden BIM-Projekts optimal gerüstet sind und dass keine Offerte mehr aussichtslos ist wegen fehlender BIM-Ressourcen oder -Kompetenzen. Unabhängig davon, ob es sich um ein kleines, mittleres oder grosses Unternehmen handelt.

Fazit Dank moderner Technik eröffnet das dreidimensionale digitale Planen und Realisieren auf der Baustelle attraktive neue Möglichkeiten. Für eine problemlose Einführung von BIM in einem Unternehmen gibt es für jeden konkreten Fall passende BIM-fähige Produkte und Lösungen. Die Anbieter von BIM-Hardware, -Software und -Dienstleistungen unterstützen die HLKSE-Firmen bei ihren Projekten und bei der Einführung moderner Arbeitsprozesse mit BIM. Mit dem beidseitig vorhandenen branchenspezifischen Gebäudetechnik-Fachwissen kann auch für individuelle Anforderungen der Projektführung eine Lösung gefunden werden. ■ * Autoren: Georg Hewelt, Danielle von Arb, Martin Vanek, Viviane Ruoss, alle tätig im BIM-Fachbereich von Trimble.

mep.trimble.ch/bim www.bauen-digital.ch www.buildup.ch (u.a. SwissBIMLibrary)

Microsoft HoloLens für Mixed Reality: 3-Minuten-Video zeigt Möglichkeiten. (www.youtube.com/watch?v= kXVW4sUsh3A)


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Im Interview Peter Richner, EMPA-Vizedirektor und Leiter des neuen Energieforschungszentrums FEEB+D.

«Klimatisierung der Gebäude wird stark an Bedeutung gewinnen …» Unter dem Titel «koordinierte Energieforschung» und über die KTI steuert und finanziert der Bund die universitär vernetzten Forschungskompetenzzentren, die Swiss Competence Centers für Energy Research ( SCCER ). Leiter Peter Richner erläutert die Aufgaben und Ziele des Zentrums Future Energy Efficient Buildings and Districts ( FEEB+D ). Interview: Oskar E. Aeberli

■ Was sind die primären Ziele dieses einen von insgesamt acht Forschungskompetenzzentren? Peter Richner: Wir möchten mit unseren Arbeiten dazu beitragen, den ökologischen Fussabdruck des Gebäudeparks Schweiz bis 2035 um einen Faktor 3 gegenüber 1990 zu reduzieren. Der Fussabdruck wird definiert als das Produkt von der Energieintensität in kWh/m2 mal den Kohlenstoffgehalt der Energie in g CO2eq/kWh. Damit werden sowohl die Ziele der Energiestrategie als auch der Klimapolitik adäquat berücksichtigt. Zur Zielerreichung hat der Forschungsbereich die Aktivitäten in vier Arbeitspakete unterteilt. Welches hat dabei den grössten Stellenwert? Die Arbeitspakete sind gleichberechtigt und können erst in ihrem Zusammenspiel die volle Wirkung entfalten: Der Energiebedarf von bestehenden und neuen Gebäuden muss auf ein akzeptables Niveau beschränkt werden, der möglichst mit lokal gewonnener erneuerbarer Energie gedeckt werden kann.

Forschungsmanager Peter Richner Dr. Peter Richner ist seit 2002 an der Empa als Leiter des Departments Bau- und Maschineningenieurwesen und seit 2012 als stellvertretender Direktor tätig. Dort leitet er die Forschungsschwerpunkte «Energie» und «Nachhaltige Raumplanung». Er ist zudem Leiter des Swiss Competence Center ( SCCER ) Future Efficient Buildings & Districts ( FEEB + D ) sowie des Forschungsprojektes NEST.

FEEB+D-Leiter Peter Richner: «Der Performance-Gap Ist ein wichtiger Bereich, um Energie zu sparen und den Komfort zu steigern».

Welche Themen werden den Forschungsbereich prägen? Wichtige Themen sind Hochleistungsisolationsmaterialien, intelligente Gläser, neue Beleuchtungskonzepte, gebäudeintegrierte PV und Strategien zur Reduzierung des Performance Gap, der Differenz zwischen geplantem und effektivem Energiebedarf. Diese Energie muss nicht zwingend auf dem Perimeter jedes einzelnen Gebäudes gewonnen werden, sondern es kann auch ein Austausch über lokale Multienergienetze zwischen den Gebäuden stattfinden. Was sind dazu die Voraussetzungen? Dazu muss man die lokalen Potenziale kennen, Design- und Optimierungswerkzeuge für lokale Netze entwickeln und diese mit tragfähigen Business-Plänen verbinden. Schliesslich müssen wir verstehen, wie Innovationen im Baubereich effektiv vom Labor in den Markt

transferiert werden können. Hier geht erfahrungsgemäss viel zu viel Zeit verloren. Rund 40 % des Endenergieverbauchs der Schweiz entsteht durch die Beheizung, Belüftung und Klimatisierung von Gebäuden. In welchem dieser drei Bereiche besteht das grösste Einsparpotenzial? Das grösste Potenzial besteht sicher immer noch bei der Wärmebereitstellung im Bestand. Trotz niedriger Energiepreise müssen wir Lösungen entwickeln, die der Markt annimmt. Dazu gehört nebst der reinen Einsparung von Energie insbesondere der gesteigerte Komfort. Der bereits angesprochene Performance Gap ist ein anderer wichtiger Bereich. Wir müssen besser verstehen, wieso es derart grosse Abweichungen gibt, die bei Weitem nicht alle auf individuelles Nutzerverhalten zurückgeführt werden können. Gefragt sind


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Lösungen, die sich in der Praxis deutlich robuster verhalten. Welchen Einfluss wird in diesem Zusammenhang in Zukunft die Klimatisierung haben? Sollten Hitzewellen, wie wir sie letztmals im Sommer 2015 in der Schweiz hatten, in Zukunft wie von den Klimamodellen vorausgesagt, vermehrt auftreten, wird der Aspekt der Klimatisierung dramatisch an Bedeutung gewinnen. Im Juli 2015 betrug der Heat Island Effekt in der Stadt Zürich in der Nacht 5 K. Die Temperatur sank phasenweise nicht mehr unter 22 °C, was insbesondere die Schlafqualität massiv beeinträchtigt. Dies kann dazu führen, dass Klimatisierung im Wohnbereich neu ein Thema wird mit entsprechenden Konsequenzen für den Stromverbrauch. Zudem entfällt rund 30 % des landesweiten Stromverbrauchs auf die Gebäude. Wo liegt da das grösste Sparpotenzial? Der Ersatz fossiler Energieträger im Gebäudebereich führt meist zu einer leichten Zunahme des Strombedarfs. Kombinieren wir diese Entwicklung mit einer Steigerung der Elektromobilität, könnte das zu temporären Engpässen in der Stromversorgung führen. Ich tendiere daher dazu, im Gebäudebereich Lösungen den Vorzug zu geben, die durch passive Massnahmen den Energiebedarf massiv reduzieren und mit möglichst wenig zusätzlichem Strombedarf betrieben werden können. Mit anderen Worten, eine solide wärmetechnische Isolation ist sicher keine schlechte Lösung.

Selbstverständlich müssen aber immer die lokalen Gegebenheiten mitberücksichtigt werden. Es macht keinen Sinn, ein baukulturell wertvolles Gebäude mit einer 30 cm dicken Isolation einzupacken. Vielleicht gibt es ja im Quartier eine Abwärmequelle, die über einen lokalen Wärmeverbund angezapft werden könnte. Sind auch industrielle Partner in das Forschungszentrum eingebunden? Insgesamt sind rund 30 Partner aus Wirtschaft und öffentlicher Hand in das SCCER eingebunden. Das reicht von bilateralen Projekten zur Entwicklung eines neuen Beleuchtungssystems bis zur Entwicklung von Datenbanken, die das Potenzial erneuerbarer Energie schweizweit mit hoher räumlicher Auflösung aufzeigen. Was für eine Rolle spielen die Behörden aus Stadt- und Kantonsverwaltungen? Insbesondere wenn es um die energetische Vernetzung auf Quartierstufe geht, ist eine Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand zwingend. Wir rennen da aber offene Türen ein, erhalten wir doch laufend Anfragen von Gemeinden und Städten, die Unterstützung für eine mittel- bis langfristige Planung der Transformation von Arealen und Quartieren wünschen. Wie werden die acht Forschungskompetenzzentren finanziert? Die SCCERs erhalten eine Grundfinanzierung vom Bund über die KTI. Zusätzlich müssen sie Eigenleistungen erbringen und kompetitive Mittel sowie

Facility Management-Tag im März ■ Das Institut für Facility Management führt am 10. März 2017 wieder den ZHAW FM-Day durch. Im Anschluss an die Begrüssung durch Antje Junghans, der Leiterin des Instituts für Facility Management, haben die Master-Studierenden die Gelegenheit, ihre Abschlussarbeiten zu präsentieren. An dieser international ausgerichteten Tagung sind auch Koryphäen der Facility-Management-Forschung eingeladen worden. Iris D. Tommelein, Professorin an der University of California, Berkeley, wird unter dem Titel «New Ways of Thinking – lessons learned from Lean Design and Construction» ein Key-NoteReferat halten. Christoph Jäggi,

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Managing Partner des Unternehmens walkerproject AG, wird seine Ergebnisse zu «Patient First: Lean Thinking and Integrated Facility Design in action» präsentieren. Beide Vorträge werden auf Deutsch übersetzt. Anschliessend wird zu den Thesen eine moderierte Diskussion stattfinden. Am Nachmittag werden rund 15 Masterstudierende in einer kleinen Hausmesse ihre Master-Thesen vorstellen. Der FM-Tag findet seinen Ausklang mit den Begrüssungsworten durch Jean-Marc Piveteau, dem Rektor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ( ZHAW ). Unmittelbar anschliessend folgt die Diplom-

direkte Unterstützung durch Umsetzungspartner einwerben. Gibt es für das Kompetenzzentrum FBBB&D einen konkreten Zeitplan zur Zielerreichung? Übergeordnet gelten die Ziele, wie sie in der Energiestrategie 2050 des Bundes formuliert sind. Konkret starten die SCCERs jetzt in die zweite Phase, die 2017 bis 2020 umfasst. Gemäss heutigem Planungsstand wird die Unterstützung durch den Bund nach dieser Periode entfallen. Die Institutionen sind aber angehalten, den im Rahmen der SCCER erfolgten Kapazitätsaufbau aus eigener Kraft aufrechtzuerhalten und weiterhin aus der Forschung einen Beitrag an die Zielerreichung der Energiestrategie zu leisten. ■ ZIG-Planerseminar im März 2017 Bereits zum 13. Mal findet am 22. März 2017 an der Hochschule Luzern das Planerseminar des Zentrums für Inte-grale Gebäudetechnik ( ZIG ) statt. Zahlreiche Fachexperten werden den Teilnehmern dabei neueste Erkenntnisse in diversen Bereichen der Energie- und Gebäudetechnik präsentieren. So wird u. a. Empa-Vizedirektor Peter Richner über die «Transformation des Gebäudeparks Schweiz – ein ganzheitlicher Ansatz» referieren. Architekt Raphael Schmid stellt «Aglaya – Das Gartenhochhaus in Rotkreuz» vor und Prof. Dr. Klaus-Peter Sedlbauer, Leiter Fraunhofer Institut für Physik, präsentiert diverse aktuelle Bauprojekte. Die halbtägige Veranstaltung in Horw richtet sich an ein breites Fachpublikum aus den Bereichen Architektur, Energie- und Gebäudetechnik und bietet auch Gelegenheit zum Networking. Die Teilnahmegebühr beträgt 150 Franken. Anmeldungen bis am 17. März 2017 unter: Franziska.Rosenberg@hslu.ch

ansprache durch Matthew Tucker vom Building Surveying and Facilities Management der britischen Liverpool John Moores University. Die Übergabe der Diplome wird musikalisch umrahmt durch Devi Lisbeth Rieth. Schliesslich offeriert die ZHAW ein Apéro riche, um zu gemütlichem Zusammensein zu motivieren. ■ Programm und Anmeldung unter: www.zhaw.ch/ifm/fm-day ZHAW, Campus Reidbach RA 8820 Wädenswil www.zhaw.ch/ifm Das Institut für Facility Management befindet sich auf dem Campus Reidbach am Standort Wädenswil der ZHAW.

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myclimate und Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz motivieren Heizungsbesitzer

Förderprogramm fürs Umrüsten auf Wärmepumpen Die gemeinnützige Klimaschutzorganisation myclimate und die Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) haben ein Förderprogramm lanciert, das Hauseigentümerinnen und -eigentümer mit 1000 Franken beim Ersatz von Öl- oder Gasheizungen durch Wärmepumpen unterstützt. ■ Muss eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt werden, entscheiden sich zwei Drittel aller Hausbesitzerinnen und -besitzer in der Schweiz wieder für eine Öl- oder Gasheizung. Dies geschieht, obwohl der Einbau einer Wärmepumpe in den allermeisten Fällen realisierbar und sehr viel klimaschonender wäre: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus verursacht im Schnitt jährlich vier Tonnen weniger CO2, wenn das Haus mit einer Wärmepumpe anstelle einer Ölheizung geheizt wird. Dies entspricht den jährlichen Emissionen von 15 000 km Autofahren. Hemmschwelle senken Ein Grund, weshalb sich dennoch viele Hauseigentümer gegen eine Wärmepumpe entscheiden, sind die

tem-Modul» entwickelt werden. Dieser Standard, der vom FWS entwickelt wurde, garantiert eine hohe Energieeffizienz und optimale Abläufe – von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Wärmepumpe. Anschaffungsrabatt durch CO2-Einsparungen Das Programm ist als Klimaschutzprogramm beim Bundesamt für Umwelt registriert und soll dazu beitragen, dass die Schweiz ihre inländischen Ziele zur CO2-Reduktion erreicht. Gemäss CO2-Gesetz können CO2-Einsparungen durch den Bund bescheinigt werden lassen. Für jede tatsächlich eingesparte Tonne CO2 wird eine Bescheinigung ausgestellt. Der Vorteil für die Gebäudebesitzer, die vor einem Investitionsentscheid stehen:

Eine Wärmepumpe mit WP-Systemmodul-Zertifikat garantiert Ihnen höchste Qualität: Hohe Energieeffizienz und optimale Abläufe. (Bild: FWS)

vergleichsweise höheren Investitionskosten. Nicht in die Kalkulation fliesst, dass bei einer Wärmepumpe die laufenden Kosten für Strom und Unterhalt deutlich tiefer ausfallen. Die Kosten für Öl oder Gas fallen ganz weg und damit auch die Unsicherheit, die bisher mit der Preisentwicklung der Öl- und Gaspreise einherging – eine zukunftssichere und nachhaltige Heizungslösung wird geschaffen. Die Stiftung myclimate und die Programmpartner möchten die Hemmschwelle der Investitionskosten senken. Einerseits mit einem Förderbeitrag von 1000 Franken. Andererseits erhalten nur solche Wärmepumpenanlagen einen Förderbeitrag, die gemäss dem Qualitätsstandard «Wärmepumpen-Sys-

Durch den Erlös aus diesen Bescheinigungen finanzieren myclimate und die Projektpartner den Anschaffungsrabatt. Wichtig: Es werden nur Wärmepumpen gefördert, die zum Zeitpunkt der Anmeldung keine anderen Fördergelder von Kanton oder Gemeinde beziehen können. ■ Weitere Teilnahmebedingungen entnehmen Interessierte aus dem Anmeldeformular auf der Website http://www.myclimate.org/wp

www.fws.ch http://myc.me/wp

Mit einer Wärmepumpe nutzen Sie die natürlichen Energiequellen Luft, Erde oder Wasser zum Heizen Ihres Hauses – nachhaltig und ohne den Einsatz von Öl oder Gas. (Bild: EnergieSchweiz)

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Mobilität und Bionik am Immobrunch

Tobler ist neu Servicepartner für einen ganzjährigen Service für Biral-Nassläuferpumpen im Bereich Heizung/Trinkwarmwasser.

Tobler und Biral gehen Service-Partnerschaft ein ■ Tobler ist neu Servicepartner für Biral-Nassläuferpumpen in den Bereichen Heizung und Trinkwarmwasser. Damit verstärkt der führende Schweizer Pumpenhersteller die Partnerschaft mit dem Haustechnik-Leader Tobler-Haustechnik AG, der seit November 2016 die hocheffizienten Biral-Pumpen in seinen «Tobler-Marchés» anbietet. Tobler-Haustechnik wird neu auch den ganzjährigen Service für BiralNassläuferpumpen (Heizung, Trinkwarmwasser) übernehmen. Wer bei Tobler ein Biral-Produkt erwirbt, erhält somit ab sofort deutlich mehr als eine Pumpe; nämlich eine kompetente Beratung und Begleitung vom Kaufgespräch über die Inbetriebnahme bis zum Service und Support. Für die bisherigen Kunden von Biral ändert sich durch die neue ver-

stärkte Partnerschaft nichts: Sie können Serviceleistungen weiterhin auch direkt bei Biral bestellen, deren Ausführung wird allerdings von Tobler verantwortet. In den Bereichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung wird Biral die Serviceleistungen weiterhin direkt erbringen. ■ Biral AG Tel. 031 720 90 00 www.biral.ch www.haustechnik.ch

■ Markus Hoppler, der umtriebige und gut vernetzte Inhaber der Hoppler AG, schafft es immer wieder den Zeitgeist zu treffen und lässt bereits zum zwölften Mal spannende Persönlichkeiten referieren. Der volle Saal des ÜdikerHuus in Uitikon-Waldegg Ende Januar zeigte das grosse Interesse am Hoppler-Immobrunch, eines Events, der bereits um 7:30 Uhr begann. Zukunftsvisionen waren dieses Jahr im Vordergrund. Fahren wir in 15 Jahren ohne Lenkrad und Gasoder Bremspedal durch die Gegend? 95 % der Zeit stehen unsere Autos ungenutzt herum und brauchen wertvolle Parkflächen. 22 800 Staustunden in der Schweiz sind Fakt, Tendenz zunehmend. Mobilitätsforscher Thomas Sauter-Servaes präsentierte ein ganzes Feuerwerk an Fakten und Visionen. Der Mobilitätsforscher der ZHAW zeigte auf, dass iPhone, Google und Co. neue Angebote generieren werden; Uber und BlaBlaCar sind nach Einschätzung des Referenten erst der Anfang: «Ineffizienzen ziehen neue Lösungen an, und zwar solche, die erst durch die Verknüpfung neuer Technologien möglich sind.» Hightech-Hand Als Überraschungsgast berichtete heuer Michel Fornasier authentisch aus seinem Leben und wie ihn modernste Technik vor allem auch emotional prägt. Der knapp 30jährige Fribourger ist ohne rechte Hand zur Welt gekommen. Heute trägt er als einer von zehn Menschen in der Schweiz eine hochmoderne bionische Handprothese. Diese High-

tech-Hand eröffnet ihm ganz neue Möglichkeiten und hat sein Leben von Grund auf verändert. Medizinische Robotik, sprich sechs hochpräzise Motoren decken 15 % der Möglichkeiten einer humanen Hand ab. Als Botschafter, Fotograf und Buchautor setzt er emotionale und visuelle Zeichen und schlägt Brücken fürs Anderssein. Firmengeschichte Die Hoppler AG ist seit 1957 solider Technologie und präzisem Handwerk verpflichtet. Als einer der ersten Unternehmer hat sich Alois Hoppler schon anfangs der Sechzigerjahre an vorderster Front für Umwelt- und Gewässerschutz eingesetzt. Infolge klimatischer Veränderungen erhält der Hochwasserschutz von Tankanlagen und Immobilien eine immer grössere Bedeutung. Der Aufbau der notwendigen Kompetenzen in Zusammenarbeit mit den Profis vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) und weiteren Behörden hat für die Limmattaler Firma höchste Priorität, wie Markus Hoppler bei seinem Eintrittsreferat ausführte. ■

Hoppler AG Tel. 044 734 48 14 www.hopplerag.ch

Michel Fornasier mit seiner rechten Roboter-Hand, Markus Hoppler, CEO Hoppler AG, Dr. Thomas Sauter-Servaes, Mobilitätsforscher, ZHAW

1. Schweizerischer Stadtwerkekongress: Freitag, 31. März 2017, Biel ■ Zum ersten Mal findet am 31. März 2017 der Schweizerische Stadtwerkekongress statt. Gemein-

sam eröffnen der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), der Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG), der Schweizerische Städteverband, die Organisation Kommunale Infrastruktur (OKI) und die Swisspower AG die branchen- und themenübergreifende Begegnungsplatt-

form für den Austausch unter Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung. Die Erstdurchführung des Stadtwerkekongresses beleuchtet die Entwicklung der urbanen Zentren, die Herausforderungen in der Energiebranche Schweiz und die Perspektiven aus dem europäischen Umfeld. Als Keynote Speaker haben neben anderen zugesagt: Benoît Revaz (Direktor BFE), Peter Gönitzer (Ge-

schäftsführer Wien Energie) und Dirk Mulzer (Partner bei The Advisory House AG). Zusätzlich zu diesen Highlights stehen Referate, Future Sessions und ein Roundtable-Gespräch mit StadtwerkeCEOs auf dem Programm. Mit Losinger Marazzi AG, ABB, Energie Service Biel und Gasverbund Mittelland unterstützen starke Premiumsponsoren den Kongress. ■ www.stadtwerkekongress.ch


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Nussbaum «Up2Date» bringt Installateure auf den neusten Stand ■ Je besser Sanitärinstallateure über die neusten Entwicklungen in Technik, Praxis und Markt Bescheid wissen, desto professioneller und wirtschaftlicher können sie ihre Aufträge ausführen. Genau das ist der zentrale Nutzen der neuen Up2Date-Roadshow von Nussbaum, die seit Mitte Januar von Filiale zu Filiale unterwegs ist. Noch bis Ende April 2017 vermittelt sie Neuheiten, Tipps und Tricks, Hilfsmittel und konkrete Problemlöser für die Arbeit auf der Baustelle. Die Veranstaltung dauert jeweils von 16 bis 20 Uhr und besteht aus spielerischen Elementen mit Wettbewerb. Zu gewinnen gibt es einen

Ausflug für die ganze Firma im Wert von Fr. 4000.-, mit einem Praxisteil und einem Abend-Buffet. Kommende Daten und Filialen 23.2. Carouge, 1.3. Zürich, 2.3. Winterthur, 8.3. Gwatt-Thun, 15.3. Biel, 16.3. Bern, 21.3. St. Gallen, 23.3. Buchs SG, 29.3. Zug, 5.4. Brig, 25.4. Givisiez, 27.4. Giubiasco. ■ Detail-Infos und Anmeldung: www.nussbaum.ch/up2date R. Nussbaum AG, Tel. 062 286 81 11 www.nussbaum.ch/up2date

Im Praxisteil gibt es z.B. Informationen zur Dichtheits- und Festigkeitsprüfung, präsentiert u.a. von Florian Müller, Nussbaum-Praxisausbilder.

ineltec 2017: Schweizer Messe für intelligente Gebäudetechnologie ■ Bereits jetzt zeichnet sich eine hohe Aussteller-Anzahl an der ineltec 2017 ab. Sie alle werden einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sich vom 12. bis 15. September 2017 in der Messe Basel alles um Innovationen und Lösungen für die intelligente Energiezukunft dreht. Unter dem Motto «Gebäudetechnik fachübergreifend planen, realisieren und nutzen» werden am ineltec-Forum Aussteller, Start-ups und die wichtigsten Branchenverbände einen interdisziplinären Diskurs führen. Die intelligente Gebäudetechnik ist das zentrale Element für eine energieeffiziente Infrastruktur. Dabei sind die fortschreitende Digitalisie-

rung und die notwendige Energiewende die Innovationstreiber, um Gebäude komfortabel, sicher und energetisch wertvoll zu bauen und zu modernisieren. Grundlage dafür ist eine interdisziplinäre Denkweise und die Vernetzung aller beteiligten Branchen. ineltec-Forum 2017: Innovationen, Trends und Networking Der digitale Wandel ist allgegenwärtig und prägt Markt, Umwelt, Individuum und Gesellschaft. Vertreter von Verbänden und Unternehmen diskutieren an jedem Messetag in wechselnden Formaten mit Spezialisten und Entscheidungsträgern die Megatrends der

Branche und stellen Lösungen vor. Am Innovationsforum zeigen junge Firmen (Startups) und etablierte Hersteller in kurzen Präsentationen ihre innovativen Lösungen und Geschäftsmodelle in den Bereichen Digitalisierung, Urbanisierung und Energiewende. Dabei erhalten die Besucherinnen und Besucher der ineltec einen kurzen, intensiven Überblick über die Neuheiten der Branche. Das Trendforum zeigt übergeordnete soziale und technologische Entwicklungen und bringt anerkannte Fachspezialisten mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft auf die Bühne. Das gesamte ineltec-Forum ist eine Weiterentwicklung des bereits in

den letzten Jahren erfolgreichen Konzepts bestehend aus einem Mix von Referatsreihen, Fachreferaten, Ausstellungsbereichen und einer Networkingzone. Zum ersten Mal wird das ineltec-Forum von eco2friendly organisiert und in enger Zusammenarbeit mit den wichtigsten Branchenverbänden realisiert. ■ ineltec, 12. bis 15. September 2017 MCH Messe Schweiz (Basel) AG www.ineltec.ch

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Gelebte Energiezukunft – Die Türen sind offen ■ Die «türöffner-events» zeigen praxisnah und konkret, wie die Energiewende realisiert werden kann. Engagierte Unternehmen, Vertreter aus Forschung und Entwicklung, aber auch von der öffentlichen Hand präsentieren ihre Produkte, Dienstleistungen sowie ihre Förderleistungen für mehr Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Klar wird auch, dass eine optimale Energieversorgung nicht nur der Wirtschaftlichkeit Rechnung tragen muss. Neue, innovative Energielösungen müssen sich auch in übergeordnete Prozesse und Rahmenbedingungen einordnen. Türöffner-Events bis Mitte 2017 • Wie regeln KMU langfristig die Nachfolge / Dienstag, 14. März 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, HWZ, Hochschule für Wirtschaft Zürich, Zürich.

• Komfort & Kosteneinsparungen bei Neubau und Sanierung / Montag, 20. März 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, Hoval AG, Vaduz Liechtenstein. • Wie regeln KMU langfristig die Nachfolge / Dienstag, 4. April 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, Hotel Kreuz, Bern . • Energieeffiziente Wärme nutzen / Dienstag, 2. Mai 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, Aula Sekundarschule, Interlaken. • Betriebsoptimierung – Clevere Lösungen / Dienstag, 9. Mai 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, Hotel Kreuz, Bern. • Zukunftsweisende Sanierungsstrategien konkret / Dienstag, 16. Mai 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, Swissframe AG, Münchenbuchsee. • Gebäudetechnische Lösungen für Minergie 2017 / Dienstag, 23. Mai 2017, 17.00 – 20.00 Uhr,

Zehnder Group Schweiz AG, Gränichen. • Vorbildfunktion öffentliche Bauten / Dienstag, 30. Mai 2017, 17.30 – 20.30 Uhr, Werkhof Münsingen, Münsingen. • Schöner Strom produzieren / Donnerstag, 8. Juni 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, Meyer Burger (Switzerland) AG, Thun. • Zukunft Batteriespeicher / Donnerstag, 15. Juni 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, BFH Berner Fachhochschule, Nidau. • Wir geben dem Sanieren Sinn

Solothurn / Mittwoch, 21. Juni 2017, 17.00 – 20.00 Uhr, Altes Spital Solothurn, Solothurn. ■ Link zu Detail-Infos und Anmeldung: www.türöffner-events.ch

energie-cluster.ch, Tel. 031 381 24 80 sekretariat@energie-cluster.ch www.türöffner-events.ch

Weiterbildung für die digitale Zukunft in KMU ■ Bei Business Intelligence geht es darum, aus Daten von verschiedenen Quellsystemen Informationen zu generieren. Dabei werden die Daten so in Relation zueinander gebracht, dass sie zur Schaffung von Marktvorteilen ausgewertet werden können. Die Bildungsgänge von AKAD-Technics bereiten Studierende auf den Umgang mit Business IntelligenceLösungen vor: • Höhere Fachschule für Elektrotechnik (HFE)

Dipl. Techniker/-innen HF Elektrotechnik entwickeln elektrotechnische oder elektronische Schaltungen zur Steuerung von Geräten, Maschinen und Anlagen. • Höhere Fachschule für Informatik (HFI) Dipl. Techniker/-innen HF Informatik tragen die Verantwortung für den zuverlässigen Betrieb, die Anpassung und die Weiterentwicklung der Informatiksysteme in einem Unternehmen.

Höhere Fachschule für Unternehmensprozesse (HFU) Dipl. Techniker/-innen HF Unternehmensprozesse sind Generalisten, die sich um die betrieblichen Prozesse in Handels-, Dienstleistungsund Produktionsbetriebe kümmern. • Höhere Fachschule für Wirtschaftsinformatik (HFWI) Dipl. Wirtschaftsinformatiker/-innen HF übernehmen Führungsaufgaben in Projekten, die zwischen ökonomischer und informationstechni-

scher Welt eines Unternehmens gestaltet werden. Detailinformationen und Kontaktadressen zu den Bildungsangeboten finden Interessierte unter www.akad.ch/technics ■ AKAD Technics Zürich Tel. 044 307 33 33 www.akad.ch/technics


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Jürg Ryser, Geschäftsbereichsleiter Befestigungstechnik und Hans Krenger, Bereichsleiter Technik betrachten von nahe eine Starfix-Einlegerohrschelle mit dem innovativen Verriegelungssystem Starshift.

Stanz-, Schliess- und Befestigungstechnik mit einer gehörigen Portion Swissness

In Schänis werden Schweizer Werte gelebt Bei der STS Systemtechnik Schänis GmbH hat das Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Schweiz eine lange Tradition. Das Unternehmen pflegt Schweizer Werte wie Präzision, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit aus Überzeugung sowie mit viel Herzblut. ■ Wie schon der Name des Unternehmens verrät, ist die STS Systemtechnik Schänis GmbH, kurz Schänis, seit ihrer Gründung 1924 untrennbar mit der gleichnamigen St. Galler Gemeinde verbunden. Als ältester und wichtiger Arbeitgeber hat das Unternehmen die Region mitgestaltet und mitgeprägt. Auch heute noch bekennt sich Schänis konsequent zum Standort Schänis und zum Wirtschaftsstandort Schweiz. Die Kernkompetenzen des Unternehmens liegen in der Stanz-, Schliess- und Befestigungstechnik. Aufgabengebiete, die ein hohes Mass an Präzision, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit erfordern. Und genauso prägen diese – typisch schweizerischen – Werte alle drei Bereiche des Unternehmens. So zeichnet sich die Stanztechnik durch ihre Beratung und die Konstruktion von einfachen bis hin zu komplexen Folgeverbundwerkzeugen aus.

chen Standardschloss bis hin zu spezifischen Sonderanfertigungen – inklusive Beschlägen. Die Stärken der Befestigungstechnik liegen im breiten Eigensortiment und in der Möglichkeit, auch für Systemanbieter zu produzieren. Die montagefreundlichen und innovativen Qualitätsprodukte sind kennzeichnend für diesen Bereich. Schweizer Werte werden bei Schänis vom Management vorgelebt und von allen Mitarbeitenden getragen. Diese äussern sich in Form von Fachkompetenz, Herzblut, offenen und transparenten Partnerschaften, in der Bereitschaft kundenoptimierte Einzellösungen zu schaffen, einem effizienten Lean-Management sowie in einem verantwortungsvollen Umgang mit Menschen und Umwelt. ■

Schliess- und Befestigungstechnik Die Schliesstechnik besticht durch ihr reichhaltiges und breitgefächertes Sortiment vom einfa-

STS Systemtechnik Schänis GmbH Tel. 055 619 68 00 www.schaenis.com


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CRB – Normenpositionskapitel für Gebäudeautomations-Projekte stehen ab Januar 2017 bereit

Intelligente Ausschreibung für intelligente Gebäude Gebäudeautomation heisst u. a., dass die einzelnen technischen Komponenten eines Gebäudes miteinander kommunizieren, um jederzeit bedürfnisgerecht und effizient zu funktionieren. Mit den neu erarbeiteten vier NPK-Kapiteln zur Gebäudeautomation steht nun ein Instrument zur Verfügung, das bedürfnisgerechte und effiziente digitale Ausschreibungen ermöglicht. Quelle: Schweiz. Zentrale für Baurationalisierung (CRB)

■ Nicht nur Menschen tauschen sich ständig untereinander aus, auch «technische Komponenten» müssen heute immer mehr und besser aufeinander abgestimmt sein und sich gegenseitig laufend informieren. Zum Beispiel im Bereich der Gebäudeautomation: Von ihr wird erwartet, dass sie jederzeit bedürfnisgerecht und mit optimaler Energieeffizienz funktioniert. Begriffe wie «intelligentes Gebäude» oder «intelligentes Gebäudemanagement» sind in diesem Zusammenhang beliebte Schlagworte.

Uneinheitliche Beschreibungen

Da bis anhin für die Gebäudeautomation keine standardisierten Ausschreibungstexte vorhanden waren, haben die Planer eigene Texte verwendet. Für die Unternehmer bedeutete dies, dass sie von den verschiedenen Planungsbüros unterschiedlich strukturierte Leistungsverzeichnisse erhielten. Auch die Bauherren mussten sich mit jedem Projekt wieder neu orientieren. Für sie war es schwierig, verständliche, transparente Angebote zu bekommen, da die Ausschreibungsunterlagen jeweils aufgrund

sogenannter «Datenpunktwerte» (Anzahl zu übertragender Informationen innerhalb eines Systems) erstellt wurden. Die von der Anlage effektiv zu erfüllenden Funktionen waren daraus meist nicht ersichtlich. Dadurch wurde häufig erst während der Ausführungsphase definiert, was genau zu liefern war. Auch liessen die so entstandenen Angebote viel Interpretationsspielraum, sodass es bei Projektänderungen und während der Ausführung immer wieder zu Diskussionen kam. Dies soll sich nun ändern. In intensiver Zusammenarbeit mit Bauherren, Planern, Herstellern und Lieferanten hat CRB vier neue NPK-Kapitel zur Gebäudeautomation erarbeitet. Die standardisierten Textbausteine vereinfachen den Ausschreibungsprozess und schaffen Rechtssicherheit und mehr Transparenz. Die Daten können in Papierform – alle vier Kapitel sind in einem Katalog enthalten – oder digital bezogen werden. Der NPK GA ist mit der gängigen Bauadministrations-Software kompatibel und der Datenaustausch über die standardisierte Schnittstelle SIA 451 möglich.

NPK 781 GA: Allgemeine Arbeiten Mit diesem Kapitel können allgemeine Arbeiten, Dienstleistungen und Umfang der zu erbringenden Leistungen sowie Inbetriebsetzung und Inbetriebnahme beschrieben werden.

NPK 782 GA: Managementsystem In diesem Kapitel wird beschrieben, wie die Daten und Informationen aus der Anlagen- und Raumautomation ausgewertet, visualisiert sowie übergeordnet bedient und gesteuert werden. Unzählige Funktionen moderner Gebäudetechnik (Menge Raumluft, Wärmeenergie-Erzeugung und -Verteilung, Beleuchtung, Beschattung, Raumtemperatur, Luftqualität usw.) können über ein Gebäudeleitsystem gesteuert werden. Voraussetzung ist u. a. die Daten-Kommunikation der technischen Komponenten untereinander.

NPK 783 GA: Anlagenautomation Mit den Textbausteinen dieses Kapitels lassen sich die Automationsfunktionen


Normen & Co. |

und -aufgaben innerhalb der Energieerzeugung und -verteilung sowie raumlufttechnische Anlagen beschreiben.

NPK 784 GA: Raumautomation/ Zonenregelung Im vierten Kapitel sind die Funktionen für Einzelraum- oder Zonenregelungen enthalten, einschliesslich der Automationsfunktionen und -aufgaben der vernetzten technischen Gebäudeausrüstungen wie Beleuchtung, Beschattung, Temperatur, Luftqualität und Überwachung.

Rückmeldungen aus der Praxis Eine ERFA-Gruppe, die sich regelmässig treffen wird, nimmt die Erfahrungen und Wünsche aus der Praxis auf und sorgt dafür, dass sie als Verbesserungen wieder in die GA-Kapitel einfliessen.

Angebot Schulungen Um den Anwendern den Einstieg in das Ausschreiben mit dem NPK Gebäudeautomation zu erleichtern, werden ab Frühjahr 2017 auch Schulungen in drei

aufbauenden Modulen angeboten. Der Kursbeginn des «Moduls 1 – Einführung und Projektgrundlagen» wurde auf den 21. März 2017 festgelegt. ■ Details zu Kursbeginn, Kursinhalt und Kosten sind erhältlich beim Ausbildungs-Anbieter E-Profi in Eschenbach, siehe auch www.e-profi.ch Weitere Informationen zum NPK GA und zum Wettbewerb sind zu finden unter www.crb.ch › Latest News › Neue NPK-Kapitel CRB-Ansprechpartner bei Rückfragen: Roman Hollenstein, roh@crb.ch, Tel. 044 456 45 71. Bestellungen unter: Tel. 044 456 45 45 Siehe auch HK-Gebäudetechnik 12/16, S. 36 www.crb.ch

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Normen, Merkblätter, Richtlinien, Broschüren, Gesetze, Verordnungen & Co.

Gebäudelabels und Standards in der Schweiz Das im Oktober 2016 erschienene Merkblatt bietet eine Übersicht zu den in der Schweiz gebräuchlichen und bekannten Gebäudelabels und Nachhaltigkeits-Standards. Quelle: suissetec

■ Grundsätzlich muss nach Gesetz (kantonalen Baugesetzen, MuKEn usw.) und Stand der Technik (SIA, SWKI) gebaut werden. Da die Schweiz als Mitglied der europäischen Normenvereinigung CEN vereinbart hat, EN-Normen als nationale Normen umzusetzen, müssen gezwungenermassen auch diese Normen entsprechend berücksichtigt werden. Diese gelten auch als Referenz in Streitfällen vor Gericht. Gebäudelabels und Standards hingegen sind freiwillig und verlangen je nach Ausprägung zusätzliche, über den Stand der Technik hinausreichende Massnahmen in Bezug auf das Gebäude und gegebenenfalls den Standort. Werden diese erfüllt, wird das Gebäude entsprechend ausgezeichnet.

Motive für Labels und Standards Bauherren sind aus diversen Gründen motiviert, energietechnische Standards einzuhalten oder bezüglich Energieeffizienz des Gebäudes ein Label zu beantragen: • Man will eine Vorbildfunktion ausüben • Gebäudebetreiber oder Mieter setzen ein solches Label voraus • Der Wert der Immobilie steigt bei geringen Mehrinvestitionen Man unterscheidet zwischen Standards und Labels. Unter Standard ist ein Bündel von Anforderungen im Bereich Gebäudetechnik zu verstehen, dem das künftige Gebäude genügen soll. Diese gehen deutlich über die gesetzlichen Anforderungen und den Stand der Technik (in Branchen-Normen festgehalten) hinaus. Labels hingegen sind Kennzeichnungen beziehungsweise Gütesiegel, die eine bestimmte Qualität zusätzlich beglaubigen. Labels werden in der Regel aufgrund von Expertenprüfungen vergeben. Im Falle von Minergie prüft eine

Zertifizierungsstelle die eingereichten Unterlagen und führt u. a. Stichprobenkontrollen aus, bevor ein definitives Zertifikat ausgehändigt wird. In der Regel fallen zudem Gebühren für die Zertifizierung an.

Die bekanntesten Labels Das Merkblatt bietet eine Übersicht zu sechs in der Schweiz verfügbaren Standards und Labels. Den höchsten Bekanntheitsgrad geniesst die Label-Familie Minergie. Das Label «Minergie» wurde 1996 vom Kanton Zürich der Öffentlichkeit präsentiert und 1998 vom neu gegründeten gleichnamigen Verein übernommen. Träger des Vereins sind zurzeit Kantone, Bund und Firmen der Baubranche. Mit Minergie werden ganze Neubauten und modernisierte Altbauten ausgezeichnet, aber auch einzelne Bauteile und neu schliesslich auch Prozesse und Dienstleistungen am Bau (MQS Bau, MQS Betrieb). Das Bundesamt für Energie liess zwischen 2011 und 2012 den Standard «Nachhaltiges Bauen Schweiz» (SNBS) entwickeln. Ziel war es, eine umfassende Nachhaltigkeitsbeurteilung eines Gebäudes zu schaffen.

Spezifische Themen Das Merkblatt weist auch auf Labels mit spezifischem Fokus hin: • So macht das Label «GI Gutes Innenraumklima» quantifizierbare Aussagen zur Raumluftqualität bei Neuund Umbauten und Gebäuden im Bestand. Zudem äussert es sich zur Durchführung und Konformität der Luftmessungen. • Schliesslich ist «eu.bac» (European Building Automation and Controls Association) eine europäische Plattform der Hersteller und Anbieter von Gebäudeautomationssystemen. Seit Anfang 2013 kann mit einem eu.bac-

Das Merkblatt ist 8-seitig bedruckt.

System-Audit die Energieeffizienz und der nachhaltige Betrieb von kompletten Gebäudeautomationssystemen geprüft werden. Eine gewisse Bedeutung in der Schweiz haben auch zwei weitere Kennzeichnungssysteme, die in Deutschland (DNGB) und in den USA (LEED) entwickelt worden sind. ■ Das Merkblatt ist zu beziehen unter www.suissetec.ch › Merkblatt › Branchenübergreifende Merkblätter suissetec 8021 Zürich Robert Diana, Tel. 043 244 73 33 robert.diana@suissetec.ch www.suissetec.ch


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Eigenverbrauch: Optimierung PV-Anlage + Batterie ergibt für EFH meistens Speicherkapazität im Bereich von 2–5 kWh

Neues Swissolar-Merkblatt «PV-Anlagen mit Batterien» In Deutschland wird schon jede zweite neue Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher kombiniert. In der Schweiz ist dies bisher noch eine Ausnahmeerscheinung. Aber das dürfte sich angesichts sinkender Preise und des Trends zu möglichst hohem Eigenverbrauchs-Anteil rasch ändern. Das neue Merkblatt von Swissolar verschafft interessierten Fachleuten eine umfassende Übersicht zu Dimensionierung, Integration ins PV-System, Vorschriften, Kosten, Wirtschaftlichkeit und weiteren relevanten Fragen rund um dezentrale Stromspeicher. Quelle: Swissolar, Bearbeitung Peter Warthmann

■ Wer heute eine Photovoltaikanlage baut, muss in der Regel auf eine möglichst hohe Eigenverbrauchsquote achten. So kann er den Verkauf des überschüssigen Stroms zu tiefen Tarifen an den Verteilnetzbetreiber minimieren. Batteriespeicher ermöglichen es, selbst erzeugten Solarstrom auch in den Abendstunden zu nutzen und je nach Nutzerprofil und Anlagenauslegung die solare

Selbstversorgungsquote auf 60 Prozent und mehr zu verdoppeln oder gar zu verdreifachen. Deutschland zeigt, wohin die Entwicklung geht: Dort wird bald jede zweite neue Solarstromanlage zusammen mit einem stationären Batteriespeicher installiert. Bereits sind über 50 000 Speicher in Betrieb, 2016 kamen mindestens 15 000 hinzu. In der Schweiz

PV-Anlage und Batterien werden mit Vorteil in das Versorgungs- und Verbrauchersystem eingebunden. (Quelle: Helion Solar AG)

steht diese Entwicklung erst am Anfang, 2015 wurden rund 150 Speicher installiert. Doch das Interesse an Batteriespeichern nimmt auch hierzulande rapide zu, getrieben unter anderem durch sinkende Rückliefertarife der Energieversorger und den faktischen Wegfall der KEV (Fördermodell «Kostendeckende Einspeise-Vergütung»). Das neue Swissolar-Merkblatt «PV-Anlagen mit Batterien» richtet sich primär an Solarprofis, die ihre Kunden bei der Wahl und Auslegung eines Batteriespeichers kompetent beraten möchten. Es wurde innerhalb der Swissolar-Arbeitsgruppe «Dezentrale Stromspeicher» erarbeitet. Folgende Themen werden behandelt: • Wechselspannungs- oder gleichspannungsseitige Kopplung (AC- und DC-Systeme). Erstere eignen sich unter anderem für die Nachrüstung von bestehenden Bauten mit PV-Anlagen, letztere sind kostengünstiger und benötigen weniger Platz (vgl. HK-Gebäudetechnik 9/16, S. 52/53). • Technik: Es werden Vor- und Nachteile der beiden üblichen Technologien, nämlich Lithium-Ionen- und Blei-Säure-Batterien, vorgestellt. • Kosten und Wirtschaftlichkeit: Die relevanten Parameter werden erläutert, die für eine korrekte Berechnung der Wirtschaftlichkeit eines Stromspeichers benötigt werden. • Vorschriften und Anforderungen: Das Merkblatt gibt eine vollständige Übersicht aller relevanten gesetzlichen Bestimmungen und Werkvorschriften. • Betriebsweise der Speicheranlage: Hier geht es um die Grundsatzfrage, ob der private Nutzen oder die ideale Netzentlastung im Vordergrund steht. • Eigenverbrauch optimieren: Für EFH zeigen diverse Simulationen übereinstimmend, dass kleine Speicher mit ca.


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2–5 kWh nutzbarer Speicherkapazität den Eigenverbrauchsanteil signifikant erhöhen. Ab 8 kWh nutzbarer Speicherkapazität verringert sich der Gewinn pro zusätzlicher kWh – eine Überdimensionierung ist also zu vermeiden. Das Merkblatt zeigt auch, wie eine markante Erhöhung des Eigenverbrauchs durch eine Einbindung von geschalteten Lasten (z. B. Warmwasserspeicher) erreicht werden kann. • Speicher und Netz im Energiemarkt: Auch kleine Speicher können zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossen werden und können dadurch am Regelenergiemarkt teilnehmen. • Entsorgung und Recycling: Firmen, die Batterien erstmals in Verkehr bringen, müssen sich bei der Interessenorganisation INOBAT melden, die eine vorgezogene Entsorgungsgebühr erhebt. • Checkliste zum Umgang mit Batterien, z. B. Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit, Brandschutz und Zugänglichkeit. ■ Das 7-seitige Merkblatt ist auf der SwissolarWebsite gratis erhältlich unter www.swissolar.ch › Services › Downloads, Suche «Batterien» www.swissolar.ch

Unterschiedliche Betriebsweisen der Speicheranlage, Tagesganglinien Leistung (kW). Batteriespeicher lassen sich sehr vielseitig nutzen und betreiben: Maximierung Eigenverbrauch, b) Netzentlastung, c) Optimierung Eigenverbrauch und Netz. (Quelle: Basler & Hofmann AG)

Damit alle voll auf ihre Kosten kommen.

Die Ansprüche an Komfort und Lebensqualität sind individuell – Energiekosten wollen deshalb gerecht verteilt sein. Mit neusten Technologien können Verbrauchsdaten effizient erfasst, abgelesen und verrechnet werden. Wir bieten hochwertige Wärme-, Kälteund Wassermesssysteme mit Daten-Bus oder Funk. Die Produkte sind einfach installierbar und messgenau. Nutzen Sie unsere Kompetenz und Erfahrung – wir sind gerne für Sie da. Rapp Enserv AG | Basel | Münsingen | Affoltern a. Albis | Lugano | T +41 58 595 77 44 | enserv@rapp.ch | www.rapp.ch

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Normen, Merkblätter, Richtlinien, Broschüren, Gesetze, Verordnungen & Co.

Grundlagen zur Luftbefeuchtung Das vorliegende Merkblatt behandelt das Thema der Luftbefeuchtung bei normalen klimatechnischen Gegebenheiten in Innenräumen und richtet sich vornehmlich an Fachpersonen für raumlufttechnische Anlagen, Lüftungsplaner, Architekten, Betriebsdienste und Gebäudeverantwortliche. Quelle: EnergieSchweiz

■ Bei der Beurteilung des Einflusses der Luftfeuchtigkeit auf das Wohlbefinden des Menschen sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, insbesondere die Luftqualität und die Temperatur. Sind diese in Ordnung, genügt gesunden Menschen im Winter eine relative Luftfeuchte von 30 %. Begrenzt man die Raumtemperatur auf 21 °C und lüftet man bedarfsgerecht und gut gefiltert, ist eine künstliche Luftbefeuchtung bei gesunden Menschen nicht erforderlich. Die Merkblatt-Autoren verweisen auf intensives Literaturstudium durch die Hochschule Luzern, das den Stand der Erkenntnis aus nationalen und internationalen Regelwerken, gesetzlichen Grundlagen, Fachartikeln und Aufsätzen aus Fachbüchern zusammengetragen hat. Im Merkblatt wird auf die frühere Studie von Scofield und Sterling hingewiesen, welche den Bereich relativer Luftfeuchte (rF) von 40 bis 60 % als optimal angibt. Begründet wird dies mit dem verringerten Wachstum von Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Milben, Pilze etc.) in diesem Feuchtebereich. 2006 wurde diese Studie

überarbeitet und als Resultat daraus wurde der Bereich angepasst auf 30 bis 70 % rF. Die Methodik dieser früheren Forschungsarbeiten steht in der Kritik: Abseits der relativen Luftfeuchte seien weitere Einflussparamater auf die Raumluftqualität nicht mitbeachtet worden. Befindlichkeitsdefizite werden zu häufig der relativen Trockenheit zugeschrieben, könnten aber ihren Ursprung in anderen Mängeln der Luftqualität haben. Mögliche Faktoren sind erhöhter Gehalt an Schwebestaub, Formaldehyd oder flüchtige organische Verbindungen (VOC) oder Belastungen durch Tabakrauch.

Physik der feuchten Luft, Physiologie Unter dem Kapitel «Die Physik der feuchten Luft» wird anhand eines Beispiels kalkuliert, wie viel Feuchtigkeit aufgewärmter Innenluft zugeführt werden müsste, um eine relative Luftfeuchte von 30 % rF zu erreichen. Das Merkblatt nennt verschiedene natürliche Quellen der Wasserdampf-Abgabe (Personen im Raum, begossene Zimmer-

pflanzen, Aktivitäten wie Kochen, Duschen, Wäschetrocknen usw.) Ein allfälliger Rest der Befeuchtung müsste durch künstliche Wasserverdunstung erfolgen; hierzu müssten – geschätzt – pro kg (Liter) Wasser rund 0,7 kWh Wärmeenergie aufgewendet werden. Unter dem Titel «Physiologische Grundlagen des Menschen» wird postuliert: «Beim gesunden Menschen bilden die Schleimhäute der Luftwege in den Nasenhöhlen und im Rachen ein leistungsfähiges Befeuchtungssystem, das in der Lage ist, feuchtebedingte Funktionsstörungen der Atmung zu verhindern.» Beim Menschen wird die eingeatmete Luft auf ihrem Weg zu den äussersten Verästelungen der Lunge, den Alveolen, auf 37 °C aufgewärmt und auf 100 % rF befeuchtet. Unabhängig vom «Grad der Trockenheit» der eingeatmeten Luft genügt das natürliche Befeuchtungssystem, um die relative Luftfeuchte zunächst im Rachen auf 80 bis 90 % rF und dann in der Luftröhre auf 90 bis 99 % rF zu bringen. Allerdings: Ein möglicher Einfluss von trockener Luft auf die Fähigkeit der Reinigung der Atemwege konnte bei älteren

Links: Frappant höher ist der Energieverbrauch für Heizung und Befeuchtung bei einer anzustrebenden Soll-Luftfeuchte von 50 % rL – im Gegensatz ohne aktive Befeuchtung. Rechts: Das natürliche Befeuchtungssystem des Menschen, im Rachen wird 80–90 % rF, in der Luftröhre 90–99 % rF erreicht.


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Personen nachgewiesen werden. Der in Normen genannte Bereich von 30 % rF nennen die Autoren als akzeptablen Bereich; eine angepasste Raumtemperatur und eine ausreichende Raumlufthygiene vorausgesetzt! Das Erreichen einer höheren Luftfeuchtigkeit macht bei empfindlichen Personengruppen oder bei Menschen mit schweren Luftwegerkrankungen (Bronchitis, Asthma usw.) durchaus Sinn.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit Nachweisbare Hygieneprobleme tauchen immer dann auf, wenn die Luftfeuchte zu hoch ist. Das Merkblatt nennt diverse Ursachen, so die Befeuchtungseinrichtungen in Lüftungsanlagen, feuchte Luftkanäle/Luftfilter, kalte Raumwände, wo sich ideale Lebensbedingungen für unerwünschte Mikroorganismen aller Art ergeben. Schnupfen, Bronchitis, Asthma und chronischer Husten wurden bei Schimmelpilzbefall nachgewiesen, der auf hohe Feuchtewerte zurückzuführen war. Hohe Luftbefeuchtung erhöht auch das Wachstum von Hausstaubmilben. Feuchtigkeitsprobleme können zu Befindlichkeitsstörungen führen,

lange bevor Verfärbungen in kühlen Raumecken und hinter Möbeln sichtbar werden. Das Merkblatt äussert sich auch zur Elektrostatik. Unter Umständen kann bei Feuchten über 65 % rF der elektrische Widerstand einer Oberfläche herabgesetzt werden. (Kleinere Stromausschläge durch elektrostatische Aufladung sind lästig, aber nicht gefährlich.)

Energieverbrauch Das Merkblatt macht auch auf den Zusammenhang zwischen gefordertem Feuchtewert und hierzu erforderlichen Energieverbrauch aufmerksam. Bekannt ist die Tatsache, dass ein Anheben der RaumluftTemperatur um 1 °C eine Steigerung des Jahresenergieverbrauchs zur Folge hat. Frappant höher ist der Energieverbrauch für Heizung und Befeuchtung bei einer anzustrebenden Soll-Luftfeuchte von 50 % rL – im Gegensatz zu einem Gebäude ohne aktive Befeuchtung. Die Autoren empfehlen, erhöhte RaumluftTemperaturen im Winter möglichst zu vermeiden. Das heisst: Die Soll-Luftfeuchte ist bei höherer Raumluft-Temperatur (+ 2 °C)

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nur mit wesentlich mehr Energiezufuhr zu halten. Die Autoren empfehlen zudem die Feuchte-Nachtabsenkung und darauffolgend das verzögerte Hochfahren des Feuchte-Sollwerts am Morgen. ■ Das Merkblatt ist erhältlich unter www.energieschweiz.ch › Publikationen EnergieSchweiz Bundesamt für Energie 3063 Ittigen Infoline 0848 444 444 www.energieschweiz.ch

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Übersetzungshilfe für Filterklassen von «alter» EN 779 zu neuer Norm ISO 16890

Neue Filternorm – Filterleistung wird neu nach Feinstaubfraktionen beurteilt Alle Anwender von Luftfiltern sind künftig gefordert, nach der neuen ISO-Filternorm 16 890 beim Hersteller Ersatzfilter zu bestellen. Damit stellt sich die Frage: Welche Filterklasse soll gewählt werden, die mit der Filterleistung nach bisheriger Norm vergleichbar ist? Um den Filteranwendern eine Orientierung und eine Einkaufshilfe zu geben, hat die deutsch-schweizerische VDI-SWKI Expertengruppe Luftfiltration eine praxistaugliche Übersetzungshilfe vorgeschlagen. Quelle: SWKI (Schw. Verein von Gebäudetechnik-Ingenieuren)

■ Die neue Prüfnorm ISO 16890 «Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik» (Teile 1– 4) zur Filterprüfung und -bewertung ersetzt die EN 779 auf Ende 2016 mit einer Übergangsfrist von 18 Monaten. Neu wird der Wirkungsgrad der Filter nicht mehr ausschliesslich bei einer Partikelgrösse von 0.4 µm ermittelt, sondern für mehrere Partikelgrössenbereiche PM1 (Partikel 1 µm), PM2.5 (Partikel 2.5 µm) und PM10 (Partikel 10 µm). Die Begründung: Die Bezugsgrösse «Feinstaubfraktionen» zur Einschätzung der Leistung eines Filters entspricht eher den realen Verhältnissen. Mit der in der ISO-Norm beschriebenen Methode zur Bewertung von Luftfilterelementen werden die Filterabscheidegrade anhand der Feinstaubklassen

PM1, PM2.5 und PM10 bestimmt. Die gleichen Feinstaubklassen werden von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und auch von Umweltbehörden zur Bewertung der Aussenluftbelastung herangezogen. Das Wichtigste in Kürze: Die bisherigen Filterklassen G1 bis F9 werden verschwinden. Nach der neuen ISO-Norm werden die Grob- und Feinstaubfilter in vier Gruppen eingeteilt, nämlich ISO ePM1, ISO ePM2.5, ISO ePM10 sowie ISO Coarse (grobkörniger Bereich, zum Beispiel menschliches Haar, Sand, Flugsämlinge). Voraussetzung für die Einteilung in eine Gruppe ist eine Abscheideleistung des Filters von mehr als 50 % des entsprechenden Partikelgrössenbereiches. (Der Kleinbuchstabe e bei den neuen

Lesebeispiel: Anstelle von M5 soll als künftige Mindestanforderung ein Filter mit der Mindestanforderung von ISO ePM10 ≥ 50 % gewählt werden. Oder: Anstelle von F9 soll mit der Mindestanforderung von ISO ePM1 ≥ 80 % gewählt werden.

ePM-Klassierungen der Filter steht für «Efficiency», also für die Effizienz, Staub einer gewissen Partikelgrösse abzuscheiden). Beispiele: • Ist ein Filter in der Lage, mehr als 50 % PM1 Feinstaub abzuscheiden, so wird er als ISO ePM1 Filter eingeteilt. • Scheidet ein Filter weniger als 50 % PM10 ab, wird dieser nach der neuen ISO-Norm als «ISO coarse» bezeichnet.

Orientierungshilfe

Neu wird der Wirkungsgrad der Filter nicht mehr ausschliesslich bei einer Partikelgrösse von 0.4 μm ermittelt, sondern für mehrere Partikelgrössenbereiche PM1 (Partikel ≤ 1 μm), PM2.5 (Partikel ≤ 2.5 μm) und PM10 (Partikel ≤ 10 μm). (Grafiken: Unifil AG)

In welche Kategorie die «alten» Filterklassen in der neuen ISO-Norm zugeordnet werden, hängt von ihrer Beschaffenheit ab. Dies muss für jeden konkreten Filter einzeln bestimmt werden. Eine Übersetzung der Filterklassen EN 779 zu ISO 16 890 ist wegen der unterschiedlichen Mess- und Bewertungsverfahren nicht ohne weiteres möglich. Diese Tatsache vermag aber den Anwender von Luftfiltern nicht zu befriedigen. Deshalb wird nun von der Expertenarbeitsgruppe Luftfiltration ein Schlüssel als Orientierungshilfe angeboten, in dem die Mindestanforderungen analog den alten Klassen definiert sind. Auf Basis dieser Vergleichswerte können Anwender ihre Filter künftig zielgerichtet auswählen.


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Die neue Prüfnorm ISO 16 890 «Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik» (Teile 1– 4) zur Filterprüfung und -bewertung ersetzt die EN 779 auf Ende 2016 mit einer Übergangsfrist von 18 Monaten. (Die EN 779 soll Mitte 2018 endgültig aufgehoben werden.)

Übersetzungshilfe

Die Expertenarbeitsgruppe, welche an der Revision der deutschen und der schweizerischen Luftfilternormen VDI 3803-4 und der SWKI VA 101-01 arbeitet, empfiehlt folgende Anforderungen an Luftfilter für KomfortRLT-Anlagen mindestens zu erfüllen (Filterklasse neu nach ISO 16890 anstatt der alten Klassen): anstelle M5 zukünftige Mindestanforderung ISO ePM10 50% anstelle F7 zukünftige Mindestanforderung ISO ePM2.5 65% oder ISO e PM1 50% anstelle F9 zukünftige Mindestanforderung ISO ePM1 80% Hinweis: In der letzten Filterstufe muss mindestens ein Filter ISO ePM1 50 % eingesetzt werden.

Einfluss auf andere Regelwerke Durch die Einführung der neuen ISO-Norm ergeben sich auch Änderungen für andere Regelwerke: • Dies betrifft insbesondere die Filterrichtlinie SWKI VA 104-01, welche zur Aufrechterhaltung der Hygiene in RLT-Anlagen noch die alten Filterklassenbezeichnungen (nach der bisherigen EN 779) empfiehlt. • Ebenso wird die EN 13 779 (bzw. neu die EN 16 798-3 und TR 16 798-4 «Allgemeine Grundlagen und Anforderungen für Lüftungs- und Klimaanlagen») sowie in der Schweiz die Planungsnorm für lüftungstechnische Anlagen SIA 382-1 betroffen sein. Diese Normen empfehlen den Einsatz von Filterklassen (bislang nach EN 779) je nach Aussenluftqualität (Klassen ODA1 bis ODA3) und der gewünschten Innenluftqualität (Klassen IDA1 bis IDA4). Eine einfache und klare Filterklassierung nach ISO 16 890 muss deswegen überall nachgeführt werden. ■ Mitglieder der deutsch-schweizerischen Expertengruppe VDI-SWKI sind auf folgendem Link aufgeführt: www.svlw.ch › Aktuelles › Reaktionen auf neue Filternorm

www.swki.ch


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Normen, Merkblätter, Richtlinien, Broschüren, Gesetze, Verordnungen & Co.

Rohrinnensanierungen bei Trinkwasserinstallationen – Empfehlungen, Warnungen Die Sanierung von Hausleitungen infolge von Korrosionsbeschädigungen ist nicht risikofrei und ist nur unter Einhaltung vieler technischer Bedingungen machbar. Das diesbezüglich im Dezember 2016 erschienene suissetec-Merkblatt richtet sich an Sanitärfachleute, gibt aber auch nützliche Hinweise für Eigentümer und Betreiber von Kalt- und Warmwasser-Installationen. Quelle: suissetec

■ Bis in die 1980er-Jahre wurden Kalt- und Warmwasserinstallationen vielfach aus verzinktem Stahl oder Kupfer erstellt. Den Materialien und Verarbeitungstechniken entsprechend wurden die Rohrwandstärken so definiert, dass eine Sanitärinstallation eine mittlere Lebenserwartung von rund 50 Jahren erreichen kann. Die seltene Nutzung von Leitungen hat zur Folge, dass das Trinkwasser darin stagniert. Stagnation kann ihrerseits Korrosionsvorgänge in den Leitungen begünstigen und zu Rosterscheinungen im Trinkwasser führen. Ein täglicher Wasserkonsum an allen Zapfstellen schafft oftmals Abhilfe. Sind die Korrosionsvorgänge jedoch so weit fortgeschritten, dass es zu Leitungsdurchbrüchen kommt, ist eine Gesamterneuerung in Betracht zu ziehen. Das Merkblatt hält unmissverständlich fest: Auch sorgfältig sanierte Leitungen sind keinesfalls mit neuwertigen Leitungen gleichzusetzen. So können beispielsweise Korrosionsvorgänge zwar mit einer Sanierung gestoppt, aber nicht rückgängig gemacht werden. Anhand von Abbildungen von aufgeschnittenen Rohrstücken mit geschwächter Wandstärke wird dies veranschaulicht.

Trinkwasser-Hygiene Im Abschnitt «Hygienische Anforderungen» werden die Bedingungen in Erinnerung gerufen, welche eingehalten werden müssen, um das übliche Verfahren, nämlich eine Rohrinnensanierung mit Epoxidharz, als hygienisch einwandfrei zu bezeichnen. Denn eine Migration unerwünschter Stoffe ins Trinkwasser infolge einer fehlerhaften Beschichtung ist eine Gefahr, die man abwenden möchte.

Hinzu kommt ein weiterer Zusammenhang, welcher im Merkblatt diskutiert wird: Im Gegensatz zu Rohren mit grossen Durchmessern, weisen Rohre mit kleinen Durchmessern ein grösseres Oberflächen-Volumen-Verhältnis auf, was zur Folge hat, dass pro Liter Trinkwasser eine grössere Menge toxischer Stoffe darin migrieren kann. Dies ist der Grund, warum zurzeit für auf dem Markt erhältliche Epoxidharze beim Nachweis der hygienischen Unbedenklichkeit die Anwendung auf die Sanierung von Rohren mit grossen Durchmessern (› 300 mm) beschränkt wird. Weil zudem Warmwasser die Migration chemischer Substanzen erhöht, sind Epoxidharze oft nur für den Kaltwassereinsatz zugelassen. Im Merkblatt wird auf Seite 3 auf eine Liste empfohlener Zweikomponentenharze verwiesen, die vom deutschen Umweltbundesamt (UBA) publiziert wird; das schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Konsultation dieser Liste.

Beherrschung der Arbeitsprozesse Die Merkblatt-Autoren machen eine deutliche Fallunterscheidung zwischen einem Beschichtungsverfahren, welches im Herstellerwerk geschieht und einer vor Ort durchgeführten Rohrinnensanierung. Man gibt dem Verfahren im Werk den Vorzug, da Arbeitsschritte wie Reinigung, Trocknung, Beschichtung und Aushärtung vollständig beherrschbar sind. Hingegen sei eine Rohrinnensanierung «sur place» äusserst komplex und als schwierig zu betrachten; es sei praktisch unmöglich, alte Leitungen auf der Gesamtlänge von Rost und Kalk zu befreien und nachträglich gleichmässig zu be-

Das Merkblatt ist 4-seitig bedruckt.

schichten. Auch hierzu illustrieren Abbildungen typische Probleme.

Schlussfolgerung Aus der Zusammenfassung geht klar hervor: Man empfiehlt – wenn immer möglich – die Hausinstallationen komplett zu ersetzen und neu zu installieren. Das Beschichtungsverfahren soll nur dann durchgeführt werden, wenn zahlreiche Bedingungen (Material, Methode) erfüllt werden. Das Merkblatt schliesst mit einer Aufzählung von Referenzen auf Fachverbände und amtlichen Verlautbarungen. ■ Das Merkblatt ist zu beziehen unter www.suissetec.ch › Merkblätter Wasser / Sanitär / Gas suissetec 8021 Zürich Markus Rasper, Tel. 043 244 73 38 markus.rasper@suissetec.ch www.suissetec.ch


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Merkblätter fürs Spengler-Handwerk sowie Publikationen zur Arbeitssicherheit

Der Link vom Dach ins Netz Merkblätter und weitere Hinweise von Partnerorganisationen, welche fürs Spengler-Handwerk wichtig sind – unter www.suissetec.ch/merkblaetterspengler Quelle: suissetec

■ Der Branchenverband suissetec publiziert auf dem Link www.suissetec.ch/merkblaetter-spengler regelmässig praxisorientierte und thematisch aktuelle Merkblätter zur Arbeitsmethodik auf dem Bau. Unter diesem Link ist ebenso eine Auflistung zahlreicher Dokumente zur Arbeitssicherheit zu finden, die von Partnerorganisationen (wie Gebäudehülle Schweiz, Suva Pro usw.) erarbeitet worden sind. Zum Thema Asbest sind weitere wichtige Dokumente abrufbar.

Bereits erschienen Aktuell abrufbar sind 13 fachtechnische Dokumente, davon 5 Checklisten (Blitzschutz, Dachdurchdringung), die von suissetec, häufig in Kooperation mit Partnerorganisationen, publiziert wurden und nach wie vor gültig sind. Stellvertretend für alle Merkblätter seien hier zwei erwähnt, die für die Spenglerbranche von besonderer Relevanz sind: • Das bereits 2012 veröffentlichte Merkblatt «Verlegeunterlagen aus Holz für Metalldeckungen» berücksichtigt Normen und Richtlinien (alleine 15 SIA-Normen) zur Erstellung von Tragwerken, die äusseren Einwirkungen wie Eigen- und Schneelast, Winddruck und Windsog usw. durch die Schichten der Unterkonstruktion hin-

durch standhalten müssen. Das Merkblatt unterrichtet im Detail zu den Anforderungen in der Bemessung und Dachneigung und zum «How to do» in der Ausführung. • Von besonderer Aktualität ist das im April 2015 erschienene Merkblatt «Hagelresistentes Bauen für Spenglerarbeiten und Metalldeckungen». Hierbei wurden Bleche nach ihrer Funktionalität und ihrer Ästhetik teilweise neu beurteilt – im Hinblick auf zunehmende Hagelaktivität in der Schweiz. Insbesondere wird eine Klassifizierung von Bauprodukten aller Art (auch Solartechnik, Sonnenschutz) bezüglich ihrer Hagelwiderstandsfähigkeit propagiert. Die kantonalen Gebäudeversicherungen empfehlen Architekten und Bauherren, das Hagelregister als transparentes und kostenloses Hilfsmittel bei der Materialwahl zu nutzen. Fachexperten prüfen ständig, welche neuen Themen von Relevanz der Branche in praxistauglichen Merkblättern zur Verfügung gestellt werden können. Demnächst werden weitere Publikationen hinzukommen. ■ www.suissetec/merkblaetter-spengler www.suissetec.ch/merkblaetter-spengler

Hagel, Verlegeunterlagen, Arbeitssicherheit – kein Thema bleibt vergessen.


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Fernwärmenetze: Methode zur Bestimmung der Wärmeabnehmer-Güte und des Optimierungspotenzials

Betriebsoptimierung von Fernwärmenetzen Die Kapazität und die Verluste von Fernwärmenetzen werden nicht nur durch das Fernwärmenetz selbst, sondern auch durch die Wärmeverbraucher beeinflusst. Wenn eine Übergabestation beim Verbraucher das Fernwärmewasser zu wenig abkühlt, führt dies zu einer erhöhten Rücklauftemperatur und einer Reduktion der Netzkapazität. Im Beitrag wird eine Methode vorgestellt, mit der die Güte der Wärmeabnehmer und das Optimierungspotenzial für das Netz bestimmt werden können. Basis dafür ist die als Mehrverbrauch bezeichnete Wassermenge, die im Vergleich zu einem Betrieb bei Referenz-Temperaturspreizung zusätzlich durch die Übergabestation fliesst. Thomas Nussbaumer, Stefan Thalmann *

■ Bei einer Praxiserhebung an zwei Fernwärmenetzen wurde je ein Wärmeabnehmer identifiziert, der die Effizienz und Kapazität des Netzes deutlich reduzierte. Mit Massnahmen bei nur diesem einen Verbraucher konnte die gesamte primäre Rücklauftemperatur um 1.5 K bzw. 1.2 K gesenkt werden. Bei 30 K Temperaturspreizung im Netz entspricht dies einer Erhöhung der Kapazität oder einer Reduktion des Volumenstroms um 5 % bzw. um 4 %. Die vorgeschlagenen Massnahmen wurden umgesetzt und die Wirtschaftlichkeitsbe-

Sekundärseitiger Vor- und Rücklauf der Übergabestation eines Wärmeabnehmers mit sehr geringer Temperaturspreizung.

rechnung zeigt, dass die Kosten in 2,3 bzw. 3,9 Jahren amortisiert werden und gleichzeitig die Rendite der Fernwärmenetze deutlich verbessert wird.

1 Einleitung

Fernwärmenetze bieten interessante Möglichkeiten zur Nutzung von Abwärme, Energieholz sowie Umgebungswärme und werden deshalb in vielen Ländern unterstützt. Den Vorteilen stehen die zusätzlichen Kosten für das Netz sowie die Netzverluste gegenüber. Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zeigt da-

zu, dass die Kapitalkosten den grössten Anteil an den Wärmeverteilkosten ausmachen und dass die Gesamtkosten minimal werden, wenn das Netz auf den kleinsten zur Vermeidung von Kavitation und Lärm erforderlichen Rohrdurchmesser ausgelegt wird [1]. Bei in Betrieb stehenden Fernwärmenetzen kann der Durchmesser jedoch nicht mehr verändert werden. Für bestehende Netze ist deshalb entscheidend, dass die Netzkapazität und die Effizienz der Wärmeverteilung vor allem durch die effektiv erzielte Temperaturspreizung beeinflusst werden. Wenn das Fernwärmewasser in einer Übergabestation nicht genügend abgekühlt wird, steigt die Rücklauftemperatur und die Kapazität des Netzes wird reduziert. Da bei einer reduzierten Temperaturspreizung der Massenstrom erhöht werden muss und die mittlere Netztemperatur ansteigt, steigen der Energieaufwand für die Netzpumpe und die Wärmeverluste des Netzes. Zusätzlich werden infolge der erhöhten Rücklauftemperatur auch die Wärmeleistung und der Wirkungsgrad des Wärmeerzeugers reduziert. Typische Gründe für zu geringe Temperaturspreizung und dadurch verursachten Mehrverbrauch sind falsch ausgelegte oder nicht sachgerecht installierte Komponenten, Verschleiss und Defekte aufgrund von Alterung sowie ungeeignete Einstellungen der Mess- und Steuerungstechnik. Nach einer Untersuchung der Internationalen Energieagentur (IEA) sind dabei drei Kategorien der Anlagentechnik wie folgt verantwortlich für die Mängel [2]: 1. Die sekundärseitige Wärmeverteilung ist für rund 60 % der Störungen verantwortlich. 2. Auf die Trinkwarmwassererwärmung entfallen rund 30 % der Mängel.


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Bild 1: Schema eines Hausanschlusses eines Fernwärmenetzes mit indirekter Wärmeübergabe von der Primärseite an die Sekundärseite eines Wärmeverbrauchers.

3. Für die restlichen Mängel sind die Übergabestationen mit primär- und sekundärseitigen Komponenten verantwortlich. Konkrete Ursachen für Fehlfunktionen sind defekte Ventilsteuerungen, undichte Ventile, ungeeignete Reglereinstellungen sowie eine unpassende hydraulische Einbindung auf der Primär- und Sekundärseite des Wärmeabnehmers. Beispiele sind offene Expansionsgefässe, Doppelverteiler, Bypässe, Überströmeinrichtungen zwischen Vor- und Rücklauf, Einspritzschaltungen mit Dreiwegventilen, Umlenkschaltungen mit Dreiwegventilen und Vierwegmischer. Entsprechend der zahlreichen möglichen Fehlerquellen zeigt eine Erhebung an 52 Fernwärmenetzen, dass viele Netze im Praxisbetrieb die vorgesehene Temperaturspreizung nicht erreichen [3]. Ziel der vorliegenden Arbeit ist deshalb die Anwendung einer Methode zur Analyse der Wärmeverbraucher, mit welcher der Einfluss der Verbraucher auf das Fernwärmenetz aufgezeigt und das durch sachgemässen Betrieb erzielbare Verbesserungspotenzial bestimmt wird [2]. Die anschliessende Umsetzung von Massnahmen ist mit der Herausforderung verbunden, dass die Verantwortung für die Mängel grösstenteils auf der Sekundärseite liegt, während die Nachteile der Mängel vor allem beim Netzbetreiber auftreten. Da die Sekundärseite wie in Bild 1 dargestellt im Verantwortungsbereich der Wärmeabnehmer liegt, besteht für diese nur ein geringes Interesse an der Umsetzung von Massnahmen zur Erreichung der angestrebten Temperaturspreizung. Zur Qualitätssicherung bei Fernwärmenetzen wird deshalb empfohlen, in den Technischen Anschlussvorschriften (TAV) eine Min-

dest-Temperaturspreizung für die Wärmeabnehmer festzulegen, die zur Sicherstellung der Effizienz und der Kapazität des Fernwärmenetzes vom Netzbetreiber im Bedarfsfall eingefordert werden kann.

2 Methode 2.1 Vorgehen Die Analyse der Wärmeabnehmer basiert auf der Grundlage, dass die übertragbare Wärmeleistung proportional zur Temperaturspreizung zwischen Vorund Rücklauf ist: =

=

(1) 1

Wärmeleistung in kW Massenstrom in kg/s Volumenstrom in m3/s ρ

Dichte von Wasser in kg/m3

cp

spezifische Wärmekapazität von Wasser in kWh/(kg K)

∆T Temperaturspreizung = (TVorlauf – TRücklauf) in K.

Zur Bewertung der Wärmeverbraucher werden aus den Wärmezählerdaten nach Bild 2 die Wärmemengen und die Wassermengen über einen Betrachtungszeitraum erfasst und daraus die mittlere Temperaturspreizung berechnet. Ideal ist eine kontinuierliche Erfassung der Daten mit einer Auswertung über eine Betrachtungsdauer von zum Beispiel einem Monat und einem Jahr sowie optional auch einer täglichen Auswertung für Überwachungszwecke. Wenn die Daten manuell erhoben werden, wird eine Auswertung über mindestens ein Quartal in der Heizperiode empfohlen.

Ein Indikator für die Effizienz einer Übergabestation ist die effektiv erzielte mittlere Temperaturdifferenz. Zur Quantifizierung dient zudem ein Vergleich zwischen der effektiven Temperaturdifferenz und dem Referenzwert. In Tabelle 1 wird daraus eine Rangfolge der im Beispiel beschriebenen Übergabestationen eingeführt. Die ineffizienteste Übergabestation weist das grösste relative Verbesserungspotenzial auf, weshalb damit zu rechnen ist, dass mit wenig Aufwand eine grosser Nutzen nach dem Prinzip der «Low hanging fruits» erzielt werden kann. Für den Netzbetreiber ist allerdings nicht das relative Verbesserungspotenzial entscheidend, sondern die absolute Wirkung eines Verbrauchers auf das Fernwärmenetz, die von der Effizienz und der bezogenen Wärmemenge abhängig ist. Zur Bewertung der absoluten Wirkung wird die Differenz zwischen der effektiven Wassermenge und derjenigen Menge, die bei ReferenzTemperaturspreizung benötigt würde, bestimmt. Diese wird nach Kapitel 2.2 berechnet und als Mehrverbrauch bezeichnet und dient in Tabelle 1 als Basis für eine zweite Rangfolge. Da der Mehrverbrauch für den Netzbetreiber entscheidend ist, wird die Tabelle nach dieser Reihenfolge sortiert. Im Beispiel handelt es sich beim Verbraucher mit dem höchsten Mehrverbrauch um einen grossen Wärmeverbraucher, dessen Temperaturspreizung kleiner ist als ver-

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Als Zusatzinformation wird zudem die in Bild 3 gezeigte effektive mittlere Temperaturspreizung DTi berechnet.

2.3 Berechnung des Einflusses auf die Rücklauftemperatur

Bild 2: Kennwerte für die Aufzeichnung der Wärmezählerdaten für ein Fernwärmenetz mit einer Hauptgruppe für die Wärmeverteilung (WV) und vier Wärmekunden.

Der Einfluss eines Verbrauchers auf die Rücklauftemperatur beschreibt die Temperaturdifferenz, um welche der primäre Rücklauf des Netzes sinkt, wenn ein Wärmeabnehmer anstatt bei der effektiven Temperaturspreizung bei Referenz-Temperaturspreizung betrieben wird. Mit den Bezeichnungen nach Bild 4 gilt: ∆Ti,RL = ∆TIst – ∆T*Ist

(3) 3

Aus den Wärmezählerdaten und dem Mehrverbrauch kann dieser Wert wie folgt berechnet werden: (4) 4

∆Ti,RL = ∆Ti,RL

Einfluss eines Verbrauchers auf die primäre Rücklauftemperatur des Netzes in K

∆TIst

mittlere Temperaturspreizung im Netz in K

∆T*Ist

mittlere (berechnete) Temperaturspreizung im Netz in K, wenn der untersuchte Verbraucher mit Referenz-Temperaturspreizung betrieben wird.

∆QWV,WZ gemessene Wärmemengendifferenz ins Netz im Betrachtungszeitraum in kWh

∆VWV,WZ gemessene Volumendifferenz ins Netz im Betrachtungszeitraum in m3

Vi,MV

berechneter Mehrverbrauch des Verbrauchers i im Betrachtungszeitraum in m3.

Bild 3: Darstellung des Mehrverbrauchs Vi,MV für einen Wärmeabnehmer.

3 Vorgehen einbart, jedoch deutlich grösser als beim ineffizientesten (aber kleineren) Verbraucher. Da der Wärmeabnehmer mit dem grössten Mehrverbrauch den grössten Einfluss auf das Netz hat, erzielen Massnahmen bei diesem Verbraucher den grössten Nutzen. Der Absolutwert des Mehrverbrauchs ist allerdings von der Grösse des Fernwärmenetzes abhängig und eignet sich deshalb nicht für einen Vergleich mit anderen Netzen. Um dies zu ermöglichen, wird zusätzlich der Einfluss auf die Rücklauftemperatur nach Kapitel 2.3 berechnet. Dieser gibt an, um wieviel Kelvin die primäre Rücklauftemperatur sinken würde, wenn die betrachtete Übergabestation mit Referenz-Temperaturspreizung betrieben würde [4]. Die Rangfolge der Wärmeverbraucher nach Mehrverbrauch und die Rangfolge nach Einfluss auf die Rücklauftemperatur sind demnach identisch.

2.2 Ermittlung des Mehrverbrauchs

Für den Wärmeabnehmer i wird aus der im Betrachtungszeitraum über den Wärmezähler gemessenen Wärme DQ i,WZ und der Referenz-Temperaturspreizung DTRef mit Formel (1) ein Referenzvolumen Vi,Ref bestimmt. Der in Bild 3 dargestellte Mehrverbrauch Vi,MV wird als Differenz zwischen dem im Zeitraum gemessenen Volumen DVi,WZ und dem Referenzvolumen Vi,Ref wie folgt bestimmt:

Vi,MV = ∆Vi,WZ – Vi,Ref Vi,MV

(2) 2

Mehrverbrauch des Verbrauchers i im Betrachtungszeitraum in m3

∆Vi,WZ am Wärmezähler gemessene Vi,Ref

Volumendifferenz im Betrachtungszeitraum in m3 Referenzvolumen auf Basis der gemessenen Wärme und der ReferenzTemperaturspreizung im Betrachtungszeitraum in m3.

Zur Berechnung des Mehrverbrauchs und des Einflusses auf die Rücklauftemperatur werden die Wärmemengen und Wasservolumen in einer Tabellenkalkulation ausgewertet [4]. Die Eingaben umfassen die Referenz-Temperaturspreizung, den Betrachtungszeitraum sowie die Leistungen und die Wärmeund Wassermengen jedes Wärmeabnehmers. Daraus werden die Auslastung und die Temperaturspreizung bestimmt sowie eine Rangfolge nach Temperaturspreizung eingeführt. Zudem werden der Mehrverbrauch und der Einfluss auf die Rücklauftemperatur bestimmt und anhand von diesen Kenngrössen eine zweite Rangfolge ausgewiesen, die zur Sortierung der Tabelle nach dem Mehrverbrauch bzw. des Einflusses auf die Rücklauftemperatur dient. Tabelle 1 zeigt ein Beispiel, bei dem die Übergabestation des Verbrauchers mit dem grössten Mehrverbrauch nur 59,9 % der Referenz-Temperaturspreizung aufweist. Durch einen Betrieb mit Referenz-Tem-


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Blick auf die Übergabestation in einem Hotel mit zwei gleich grossen Plattenwärmeübertragern.

peraturspreizung kann die Rücklauftemperatur des Netzes um 2.18 K abgesenkt werden. Die ineffizienteste Übergabestation erzielt gar nur 15,2 % der vereinbarten Temperaturspreizung. Da es sich um einen Kunden mit kleinerem Verbrauch handelt, kann durch regulären Betrieb dieser Übergabestation die Rücklauftemperatur noch um 0.89 K abgesenkt werden. Um einen hohen Nutzen zu erzielen, können die Wärmeverbraucher in der Reihenfolge des Mehrverbrauchs auf Ursachen für die ungenügende Abkühlung untersucht werden. Je nach Situation können Fehlfunktionen direkt behoben oder Optimierungsmassnahmen abgeleitet und die wirtschaftlichen Auswirkungen von Investitionen mit einer Annuitätenbetrachtung abgeschätzt werden. Daneben kann die vorgestellte Methode auch zur Überwachung eingesetzt werden, indem zum Beispiel Fehlfunktionen durch eine Verringerung der Temperaturspreizung rasch erkannt werden.

4 Praxiserhebung 4.1 Mängel und Massnahmen Im Zeitraum von 2014 bis 2016 wurden ein Fernwärmenetz mit einer Anschlussleistung von 16.8 MW in Wilderswil BE und ein Netz mit 2.7 MW in Stans NW untersucht. Die Wärmeverbraucher mit dem grössten Mehrverbrauch wiesen dabei Temperaturspreizungen von lediglich 6 K auf der Primärseite und in einem Fall von nur 3 K auf der Sekundärseite auf. Die Analyse der zwei schlechtesten Wärmeverbraucher zeigte folgende Mängel: • Ausführung der sekundärseitigen Einbindung nicht gemäss Prinzipschema. • Unzuverlässige Funktion von Regelventilen im Primärkreis. • Verschmutzte Magnetflussfilter bewirkten eine stark reduzierte Wärmeübertragung. • Eine nicht schliessende motorische Absperrklappe bewirkte, dass ein Wärmeübertrager der Übergabestati-

Bild 4: Darstellung des Einflusses eines Wärmeabnehmers auf die gesamte primäre Rücklauftemperatur, wenn der Wärmeabnehmer mit Referenz-Temperatur betrieben wird.


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Tabelle 1: Auswertung der Wärmeabnehmer eines Fernwärmenetzes sortiert nach Mehrverbrauch mit Darstellung der zehn Kunden mit dem höchsten Mehrverbrauch.

on sekundärseitig permanent durchströmt wurde. • Zwei defekte Stellmotoren von Regelventilen bewirkten, dass primäres Vorlaufwasser ungekühlt in den Rücklauf floss. An den zwei Übergabestationen wurden folgende Massnahmen umgesetzt: • Nachrüstung der sekundärseitigen Dreiwegeinspritzventile mit Drosselblenden. • Nachrüstung der sekundärseitigen Warmwasser-Ladeleitung mit einem Motor-Durchgangsventil. • Reinigung und Instandsetzung eines Magnetflussfilters und eines Plattenwärmeübertragers. • Ersatz der primärseitigen Kombiventil-Antriebe bzw. der primärseitigen Stellmotoren. Bild 5 zeigt die Temperaturspreizung der Wärmeübergabestation der ersten Anlage mit einem Sprung von 8.7 K auf 31.6 K, der auf den Ersatz des primärseitigen Kombiventil-Antriebs zurückzuführen ist. Bei der zweiten Anlage

konnte die Temperaturspreizung durch Ersatz eines Stellmotors von weniger als 6 K auf 24.2 K erhöht werden.

4.2 Wirkung der Optimierung Nach Umsetzung von Massnahmen sollte die Wirkung der Optimierung überprüft werden. Für die zwei untersuchten Fernwärmenetze zeigte eine Erfolgskontrolle, dass die primäre Temperaturspreizung durch Massnahmen bei jeweils nur dem schlechtesten Wärmeverbraucher um rund 1.5 K bzw. 1.2 K vergrössert werden konnte. Bei unveränderter Wärmeleistung werden dadurch der Volumenstrom und der Stromverbrauch der Netzpumpen reduziert. Gleichzeitig werden die Wärmeverluste des Netzes und dadurch der Brennstoffverbrauch etwas verringert. Dank Absenkung der primären Rücklauftemperatur wird in einem Fall zudem der Nutzungsgrad der Abgaskondensation des Wärmeerzeugers deutlich erhöht. Daneben wird die übertragbare Wärmeleistung des Netzes erhöht. Für die erste Anlage beträgt die Kapazitätserhöhung knapp 900 kW, für die zweite rund 100 kW.

4.3 Wirtschaftliche Betrachtung

Um den ökonomischen Effekt zu bewerten, wird eine Wirtschaftlichkeitsrechnung mit der Annuitäten-Methode durchgeführt und der Ist-Zustand mit der Situation nach Optimierung (Neu A) des sonst unveränderten Netzes verglichen. Zusätzlich wird die Situation betrachtet, bei der die erzielbare Kapazitätserhöhung durch eine Netzerweiterung (Neu B) ausgeschöpft wird, wobei typische Kosten für die zur Erweiterung notwendigen Hausanschlüsse angenommen werden. Für die Annuität wird ein Zinssatz von 3 % p.a. und eine Lebensdauer der Massnahmen von 20 Jahren angenommen, während für Energiepreise, Wärmeverluste und Wirkungsgrade mit effektiven Werten der untersuchten Anlagen nach [4] gerechnet wird. Anhand der Veränderung des Geschäftsresultats wird die Rückzahldauer als primärer Return on Investment (ROI) in Jahren berechnet. Die Resultate nach Tabelle 2 zeigen, dass die Investitionen für die Optimierungsmassnahmen in 2,3 Jahren bzw. 3,9 Jahren amortisiert werden. Für die Investitionen zur Kapazitätserweiterung ergeben sich Amortisationszeiten von 14,4 und 6,1 Jahren. In beiden Fällen werden gleichzeitig die Kapitalrenditen deutlich erhöht [4].

5 Schlussfolgerungen

Tabelle 2: Wirtschaftliche Auswirkung der Optimierungsmassnahmen.

Mit der vorgestellten Methode wird anhand der Wärmemengen und Wassermengen einer Übergabestation über einen bestimmten Zeitraum die Qualität des Wärmeverbrauchers bestimmt. Als Kenngrössen dienen die Temperaturspreizung und der Mehrverbrauch an Wasser, der im Vergleich zu einem Betrieb bei Referenz-Temperaturspreizung


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zusätzlich benötigt wird. Durch Sortierung der Verbraucher nach Mehrverbrauch werden diejenigen Verbraucher identifiziert, welche die Netzkapazität am stärksten verringern und den Energieaufwand zum Netzbetrieb am meisten erhöhen. Um einen Vergleich verschiedener Netze zu ermöglichen, wird zudem der Einfluss auf die Rücklauftemperatur ausgewiesen. Bei zwei Fernwärmnetzen wurde die Methode angewendet und Optimierungsmassnahmen bei den Übergabestationen mit dem jeweils grössten Mehrverbrauch umgesetzt. Die gesamte primäre Rücklauftemperatur konnte dabei in einem Fall um 1.5 K und im zweiten Fall um 1.2 K gesenkt werden. Dank der dadurch erzielten Einsparungen an Strom und Brennstoff werden die Massnahmen in 2,3 bzw. in 3,9 Jahren amortisiert und die Kapitalrenditen der Netzbetreiber erhöht. Da die vergrösserte Temperaturspreizung eine Kapazitätserhöhung bewirkt, besteht zudem die Möglichkeit einer Netzerweiterung ohne Ausbau der Wärmeerzeugung. Die Ausschöpfung dieses Erweiterungspotenzials führt mit 14,4 und 6,1 Jahren zu Amortisationszeiten, die länger sind als für die Optimierungsmassnahmen allein, aber immer noch eine deutliche Erhöhung der Kapitalrenditen bewirken [4]. Wegen der Möglichkeit der Kapazitätserhöhung als Folge einer vergrösserten Temperaturspreizung ist eine Netzoptimierung vor einem Netzausbau besonders wichtig, da damit unter Umständen die Erweiterung der Wärmeerzeugung eingespart werden kann. Zur wirtschaftlichen Optimierung von Fernwärmenetzen wird eine periodische Analyse mit der vorgestellten Methode empfohlen. Daneben eignet sich

Teilansicht der sekundärseitigen Wärmeverteilung in einem Hotel.

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Bild 5: Temperaturen einer Übergabestation vor und nach Umsetzung von Massnahmen am 2.12.2015.

die Methode auch für ein kontinuierliches Monitoring, um Störungen und Fehler bei Verbrauchern zu identifizieren und entsprechende Massnahmen einzuleiten. ■

* Zu den Autoren: Thomas Nussbaumer ist Inhaber der Firma Verenum in Zürich (www.verenum.ch) und Professor für Erneuerbare Energien an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur (www.hslu.ch). Stefan Thalmann ist Projektleiter Fernwärme und Q-Beauftragter von QM-Holzheizwerke bei Verenum in Zürich. Die Untersuchung wurde unterstützt vom Bundesamt für Energie (BFE).

Literatur [1] Nussbaumer, T.; Thalmann, S.: Ökonomisch optimierte Auslegung von Fernwärmenetzen, HK-Gebäudetechnik, 1/2017, S. 38–44 [2] Zinko, H.; et al: Improvement of operational temperature differences in district heating systems, IEA DHC/CHP, Annex VII 8DHC-05.03, Sittard and Paris 2005 [3] Thalmann, S.; Nussbaumer, T.; Jenni, A.: Ist-Analyse von Fernwärmenetzen, 13. Holzenergie-Symposium, ETH Zürich 12.9.2014, Verenum Zürich 2016, ISBN 3908705-25-8, S. 235–260 [4] Thalmann, S.; Jenni, A.; Nussbaumer, T.: Optimierung von Fernwärmenetzen, 14. Holzenergie-Symposium, ETH Zürich 16.9.2016, Verenum Zürich 2016, ISBN 3908705-31-2, S. 153–172

Basiskurs zur Planung von Fernwärmenetzen Das Expertenteam QM Fernwärme bietet im Auftrag des Bundesamts für Energie BFE im Frühling 2017 einen Basiskurs zur Planung von Fernwärmenetzen an. Der Kurs behandelt das Vorgehen zur Planung von Fernwärmenetzen auf Basis des 200-seitigen «Planungshandbuch Fernwärme». Das Handbuch wird an die Kursteilnehmer abgegeben und nach Durchführung der Kurse veröffentlicht. Geplant sind zwei oder drei eintägige Basiskurse zwischen April 2017 und Juni 2017. Zielgruppe: Heizungsingenieure und Heizungsplaner sowie Unternehmer und Betreiber, die mit der Planung von Fernwärmenetzen konfrontiert sind. Kursdauer: 1 Tag Termine 2017: Do, 6. April in Bern (Kurs 1, ausgebucht) Do, 4. Mai in Aarau (Kurs 2) Di, 6. Juni in Olten (Kurs 3) Informationen zum Planungshandbuch sowie zu den bevorstehenden Kursen: www.qmfernwaerme.ch › Weiterbildung QM Fernwärme c/o Verenum, 8006 Zürich Kontakt: Stefan Thalmann Telefon 044 377 70 73 info@qmfernwaerme.ch www.qmfernwaerme.ch

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Qualitativ hochwertige Solarmodule von IBC Solar.

ENGIE Services AG und IBC SOLAR AG: Partnerschaft für PV-Anlagen

Photovoltaik-Lösungen für Privathaushalte und Gewerbe Engie erweitert sein Leistungsangebot und bietet ab sofort schlüsselfertige Photovoltaik-Lösungen für Privat- und Gewerbekunden an. Ein intelligentes Energiemanagement-System hilft dabei, den Strom aus einer Solar-Anlage möglichst effektiv und vollständig zu nutzen. Zu diesem Zweck ist Engie eine Partnerschaft eingegangen: mit dem Solar-Spezialisten IBC Solar aus Deutschland. ■ Die Sonne besitzt unter den erneuerbaren Energien in der Schweiz klar das grösste Potenzial, das sich mit der heutigen Technologie effizient nutzen lässt – gerade auch für den Eigengebrauch in Privathaushalten und gewerblichen Liegenschaften. «Photovoltaik ergänzt unser Leistungsangebot von umweltfreundlichen und energieeffizienten Lösungen optimal», sagt Wolfgang Schwarzenbacher, CEO von ENGIE Services AG. So kann eine Photovoltaikanlage (PVA) zum Beispiel Strom für die Wärmepumpe oder die Warmwasserbereitung erzeugen. «Wir freuen uns deshalb, mit Unterstützung von IBC Solar unseren Privat- und Gewerbekunden umweltfreundliche und wirtschaftliche PV-Lösungen anbieten zu können.» Photovoltaik-Gesamtlösung inklusive Betrieb und Service von Engie Die beiden Unternehmen Engie Services AG und IBC Solar AG sind dazu eine Partnerschaft eingegangen. IBC Solar ist der Lieferant der Komponenten mit höchsten Qualitätsstandards und übernimmt für Engie die komplette Logistik. Engie ist der Umsetzungspartner und führt alle Arbeitsschritte aus: von der Beratung und Planung über die Montage bis hin zur Inbetriebnahme. Auf Wunsch überwacht ENGIE auch grössere PVAnlagen von Kunden und sorgt im Rahmen eines Wartungs- und Servicevertrages für einen reibungslosen Anlagenbetrieb.

Dank intelligentem Speicher Eigenbedarf decken Mit der richtigen Planung können Kunden ihren eigenen Strombedarf weitgehend mit Solarenergie decken – auch in der Schweiz. Möglich macht’s eine intelligente Speicherlösung. Dank eines Energiemanagement-Systems weiss das Speichersystem immer, wann Strom benötigt wird. So steuert das System ganz gezielt den Energieverbrauch. Das Energiemanagement-System analysiert, überwacht, plant und aktiviert auf Wunsch ausgewählte Verbraucher. Auf diese Weise hilft es, den Strom aus einer PV-Anlage möglichst effektiv und vollständig zu nutzen. ■

ENGIE Services AG Tel. 044 387 85 00 www.engie.ch www.ibc-solar.de

Wechselrichter und Solarbatterie «SolStore Pb» von IBC Solar.


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Luft/Wasser-WP mit hohem Wirkungsgrad bei Minustemperaturen ■ Die neuen T-CAP-Modelle der Aquarea-H-WärmepumpenSerie von Panasonic arbeiten jetzt bis zu einer Temperatur von -20°C ohne Leistungsabfall. Das schafft Reserven bei der Auslegung einer Wärmepumpenanlage, denn die T-CAP-Reihe kann auch in Kälteperioden noch genug Leistung für die Heizung zur Verfügung stellen. Dabei sind die Aquarea T-CAPGeräte mit COP von bis zu 5,03 (A7/W35) auch hocheffiziente Geräte zum Heizen, Kühlen und zur Warmwasserbereitung. Unter äusserst realitätsnahen Bedingungen wurden hervorragende Werte gemessen: Die Aquarea T-CAP beispielsweise mit einer Leistung von 9 kW erreicht bei durchschnittlichen Witterungsbedingungen einen SCOP von 4,89 bei W35; (Leistungsspektrum der Serie: 9 bis 16 KW). Natürlich profitieren die neuen T-CAP-Splitwärmepumpen auch von allen Vorteilen der neuen HSerie-Innenmodule, wie der einfachen Montage und der intelligenten Steuerung mit vielen durchdachten Funktionen, wie Timer, Urlaubsbetrieb usw. Dank

Vortex-Durchflussmesser wird der erforderliche Wasservolumenstrom in Abhängigkeit von der vorgegebenen Temperaturspreizung dynamisch angepasst. Die Regelung zeigt sogar den aktuellen COP an. So sieht der Hausbesitzer immer, wie viel Energie er im Moment tatsächlich verbraucht. Die Geräte der T-CAP-Serie sind nicht nur in Neubauten zur Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung einsetzbar. Auch veraltete Gas- und Ölheizungen im Bestand lassen sich durch die T-CAP-Wärmepumpen ersetzen oder ergänzen. Bei Bedarf stellen die Geräte sogar Vorlauftemperaturen von bis zu 60°C zur Verfügung. Für gewerbliche Anwendungsbereiche und Mehrfamilienhäuser kann durch Kaskadierung von mehreren Geräten auch höhere Heizleistungen abgedeckt werden. ■ www.aircon.panasonic.eu/CH_de/

Die neuen T-CAP-Splitwärmepumpen arbeiten auch bei Minustemperaturen mit hohem Wirkungsgrad und profitieren von allen Vorteilen der neuen HSerie-Innenmodule (einfachen Montage, intelligente Steuerung usw.)


Energie | Wärme | Strom | Produkte

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WP-Inneneinheit und Solarspeicher als kompakte Einheit

Neu in der Schweiz: Domotec Rotex HPSU compact Mit ihrer Kompakt-Wärmepumpe HPSU (HeatPumpSolarUnit) von Rotex bietet Domotec ein umweltschonendes, kosten- und raumsparendes Heizsystem an. Neu – und in dieser Form einzigartig in der Schweiz – ist die Wärmepumpeninneneinheit und der Solarspeicher als kompakte Einheit erhältlich. ■ Mit der HeatPumpSolarUnit, kurz HPSU genannt, hat Rotex ein Konzept entwickelt, das die Wärme aus der Luft und der Sonne optimal nutzt. Das System besteht aus der Luft-Wasser-Wärmepumpe (Aussengerät) und der «HPSU compact» mit dem Wärmepumpen-Innengerät und integriertem HybridCube (Schichtspeicher). Der Schichtspeicher ist auf das perfekte Zusammenspiel mit der Luft-Wasser-Wärmepumpe eingestellt und ermöglicht darüber hinaus eine einfache Integration der Domotec-Solarkollektoren. HPSU compact – einzigartige Vorteile Mit der Lancierung der HPSU compact bietet Domotec einzigartige Vorteile für begrenzte Platzverhältnisse und für die einfache Nachrüstung einer Solaranlage an. Die neue Wärmepumpe integriert nämlich den Energiespeicher HybridCube® und das Innengerät, das für den Transfer der Wärme auf das Heiz- und Warmwassersystem verantwortlich ist, in einem Gerät. Das neue System lässt sich ausserdem mit wenig Installationsaufwand mit einer Domotec-Solaranlage ergänzen. Dank dieser Kombination lassen sich bis zu 75 Prozent der benötigten Energie für

Warmwasser aus der Luft und von der Sonneneinstrahlung gewinnen. Die dafür benötigten Anschlüsse und Einrichtungen sind bereits im Energiespeicher des HPSU compact integriert. Neben der Solaranlage können ebenso Öl-, Gas- oder Pelletskessel sowie Kaminöfen mit Wärmetauscher an die HPSU compact angeschlossen werden.

pumpe automatisch dem effektiven Bedarf anpasst. Für Neubauten oder für bestehende Anlagen mit Fussbodenheizung ist der Einsatz der Wärmpumpe Rotex HPSU compact ideal. Nicht zuletzt weil diese kompakte Einheit wenig Platz

benötigt und sich das Aussengerät unauffällig ausserhalb des Gebäudes platzieren lässt. ■ Domotec AG Tel. 062 787 87 87 www.domotec.ch

Der Energiespeicher – hygienisch einwandfrei Das Herzstück des HPSU-Systems ist der Energiespeicher. Bei der Entwicklung der HPSU hat man besonders grossen Wert auf die optimierte Abstimmung des Gesamtsystems gelegt: Im Energiespeicher sind Warm- und Speicherwasser klar voneinander getrennt. Das verhindert die Bildung von gefährlichen Bakterien bei niedrigen Speichertemperaturen. Kompakte Wärme nach Bedarf Unabhängig von der Witterung und dem Nutzerverhalten schwankt der Wärmebedarf eines Gebäudes sehr stark. Bei allen Rotex-Wärmepumpen von Domotec kommt deshalb die Inverter-Technologie zum Einsatz. Diese Technologie bewirkt, dass sich die Leistung der Wärme-

HeatPumpSolarUnit (HPSU): Die neue Wärmepumpe HPSU compact 500 integriert den Energiespeicher HybridCube® und das Innengerät, das für den Transfer der Wärme auf das Heiz- und Warmwassersystem verantwortlich ist, in einem Gerät. (Bild: Domotec)

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Energie | Wärme | Strom | Produkte

Neue hochauflösende Wärmebildkameras mit Zusatzfunktionen ■ Die neuen testo-Innovationen setzen ein deutliches Zeichen im hart umkämpften Markt für Wärmebildkameras: Sie verfügen über ei-

Die Wärmebildkameras testo 865, testo 868, testo 871 und testo 872 (im Bild) sind ab sofort direkt bei testo AG oder über den ausgesuchten Fachhandelspartner erhältlich.

ne Auflösung von bis zu 320 x 240 Pixeln. Mit der serienmässigen testo SuperResolution-Technologie lässt sich diese am PC sogar auf 640 x 480 Pixel erhöhen. Keine vergleichbare Wärmebildkamera hat eine bessere Bildqualität. Bis auf das Einstiegsmodell testo 865 lassen sich alle Wärmebildkameras auch mit der testo-Thermography App verbinden. Die für iOS und Android erhältliche App macht das Smartphone/Tablet des Benutzers zum zweiten Display und zur Fernbedienung der Kameras und dient dazu, vor Ort schnell kompakte Berichte zu erstellen, online zu speichern und per E-Mail zu versenden. Feuchtigkeit messen Die Modelle testo 871 und 872 verbinden sich zudem kabellos mit dem Thermo-Hygrometer testo 605i und der Stromzange testo 770-3. So ist schnell und eindeutig zu erkennen, wo genau sich in ei-

nem Gebäude feuchte Stellen befinden oder mit welcher Last ein Schaltschrank läuft. Objektiv vergleichbare Wärmebilder Temperaturskala und Farbgebung von Wärmebildern können individuell angepasst werden. Deshalb ist es möglich, dass z. B. das Wärmedämmverhalten eines Gebäudes falsch interpretiert wird. Die neuentwickelte Funktion testo ScaleAssist löst dieses Problem, indem sie die Farbverteilung der Skala an die Innen- und Aussentemperatur des Messobjektes sowie an deren Differenz anpasst. Dies sorgt für objektiv vergleichbare und fehlerfreie Wärmebilder des Wärmedämmverhaltens von Gebäuden. Emissionsgrad einfach ermitteln Die Einstellung von Emissionsgrad und reflektierter Temperatur – unerlässlich für präzise Wärmebilder – war bislang umständlich und in Be-

zug auf die reflektierte Temperatur auch eher ungenau. Das ändert sich mit dem testo -Assist. Um diese Funktion zu nutzen, wird ein spezieller Aufkleber -Marker) am Messobjekt aufgebracht. Über ihre integrierte Digitalkamera erkennen die Wärmebildkameras testo 868, testo 871 und testo 872 den Aufkleber, ermitteln Emissionsgrad und reflektierte Temperatur und stellen beide Werte automatisch ein. ■ Testo AG Tel. 043 277 66 66 www.testo.ch


Energie | Wärme | Strom |

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Umsetzungsstarke Weiterbildung zu Pellets ■ Mit dem erneuerbaren Brennstoff Holzpellets ist ein komfortables und umweltfreundliches Heizen mit CO2-neutralem Brennstoff möglich. In den letzten Jahren hat

sich das Heizen mit Holzpellets als eine immer beliebtere Heizmöglichkeit etabliert. proPellets.ch bietet mit der Unterstützung des Bundesamtes für

In den letzten Jahren hat sich das Heizen mit Holzpellets als eine immer beliebtere Heizmöglichkeit etabliert.

Energie die Weiterbildung Pellets Experte für Fachkräfte aus der Installations- und Planungsbranche an. Diese umsetzungsorientierte Weiterbildung vermittelt Ihnen aktuellstes und vertieftes Wissen im Bereich Holzpellets und Heizsysteme. Mit einer Kursbestätigung und einem Beleg über Installation oder Wartung dreier Pelletheizungen, können interessierte Fachkräfte sich als PelletsExperte bezeichnen und werden im entsprechenden Verzeichnis von proPellets.ch gelistet. Dies stellt sicher, dass kompetente Fachpersonen schnell und einfach von Bauherren gefunden werden. Dieses Jahr werden erstmals auch Kurse in der Romandie und im Tessin angeboten. Details und Anmeldung: www.pelletsexperte.ch Kursdaten Deutschschweiz: Donnerstag, 23.3.2017: Burgdorf BE mit Friedli Bioenergien GmbH

Freitag, 31.3.2017: Bänikon/Schmidshof TG mit Bartholdi Pellets AG Mittwoch, 5.4.2017: Buttisholz LU mit Tschopp Holzindustrie AG Verein proPellets.ch Tel. 044 250 88 13 www.holzenergie.ch

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Energie | Wärme | Strom | Produkte

Ventile und Antriebe als BIM-Daten ■ Oventrop bietet BIM-Produktdaten von Armaturen und Reglern für die TGA Fachplanung an. Die Daten dienen dazu, die Planung von Heizungs- und Kühlanlagen im BIM-Prozess zu unterstützen. Oventrop stellt seinen Fachpartnern mit «BIMProduktdaten» eine Erweiterung des Serviceangebotes zur Verfügung. Diese liegen für zahlreiche Oventrop-Produkte im Revit- und VDI3805-Format vor. Hierunter fallen beispielsweise Produkte aus den Kategorien «Thermostatventile», «Stellantriebe», «Strangregulierventile», «Durchflussregler» und «Kollektoren». Zusätzlich zu den CAD-Daten sind technische Produktdaten integriert, die im BIM-Planungsprozess benötigt werden. Durch die Kombination von CAD- und technischen Daten können z. B. bei der Anwendung der Planungssoftware «Revit» die Oventrop-Produktdaten einfach in die Planung übernommen werden. Die Daten sind unter www.oventrop.com sowie unter den Plattformen www.vdi3805-portal.de oder www.mepcontent.eu abrufbar. ■ Oventrop (Schweiz) GmbH Tel. 044 215 97 97 www.oventrop.ch

BIM-Daten eines Regelventils Cocon QTR inklusive Antrieb.


Energie | Wärme | Strom | Produkte

Wechselrichterhersteller SolarMax schliesst Geschäftsjahr erfolgreich ab ■ Pünktlich zum Jahresende hat die SolarMax-Gruppe ein 10-MW-Referenzprojekt realisiert. Das projektverantwortliche Unternehmen Actensys GmbH hat beim Projekt Körbelitz II in Sachsen-Anhalt 24 Zentralwechselrichter vom Typ SolarMax TS-SV 360 zum Einsatz gebracht. Seit 31. Dezember 2016 ist der Solarpark betriebsbereit. Die Inbetriebnahme erfolgt planmässig, wenn im Mai dieses Jahres der Netzanschluss realisiert sein wird.

Der SolarMax TS-SV 360 ist langlebig und betriebssicher.

Bei Körbelitz II wurde erstmals der Zentralwechselrichter SolarMax TS-SV 360 verbaut. Das 360-kW-Gerät hat SolarMax speziell für grosse Photovoltaikinstallationen konzipiert. «Genau für Projekte wie Körbelitz II haben wir den SolarMax TS-SV 360 entwickelt, denn er maximiert den Ertrag grosser Photovoltaikinstallationen», sagt Pierre Kraus, Geschäftsführer der SolarMax Sales and Service GmbH. Die TS-SV-Zentralwechselrichter verfügen über hochwertige Folienkondensatoren. Dank einer intelligenten Überwachung der Leis-

tungshalbleiter arbeiten die Geräte besonders langlebig und betriebssicher. Der integrierte Datenlogger speichert Erträge, Spitzenleistungen und Betriebsstunden bis zu zehn Jahre lang. Nachfrage nach Speichern steigt Mit Neuenbrook II (Schleswig-Holstein) setzt die Actensys GmbH auf ein weiteres Grossprojekt mit Wechselrichtern der SolarMaxGruppe. Der 7,6-MW-Solarpark wird ebenfalls mit demselben Wechselrichter-Typ ausgestattet. Dieses Projekt ist aber nur ein Grund, warum Kraus positiv dem neuen Geschäftsjahr entgegenblickt. «2017 wird erstmalig die Einspeisevergütung nicht weiter sinken. Der Markt wird sich deswegen stabilisieren», prognostiziert er. Weitere Impulse für die Geschäftsentwicklung erwartet Kraus vom Markt für Dachanlagen in Kombination mit Speichern. «Der Eigenverbrauch von Solarstrom wird immer lukrativer – weil 2017 die Förderung für Batteriespeicher (in Deutschland) wieder aktiv ist.» SolarMax heute Die SolarMax-Gruppe wurde im Juni 2015 in Ellzee (Bayern) gegründet. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Stringund Zentralwechselrichter für netzgekoppelte Solarstromanlagen sowie Zubehör und Lösungen zur Anlagenüberwachung. Die Investmentgesellschaft, welche die Hauptanteile der GmbH besitzt, bringt zehn Jahre Erfahrung aus dem Bereich erneuerbare Energien mit. Neben den Markenrechten und der Produktion hat das Unternehmen von der insolventen (und damals in der Schweiz domizilierten) Sputnik Engineering AG die Warenlager, die Online-Portale und einen ServiceStandort übernommen. ■ SolarMax Sales and Service GmbH D-89352 Ellzee www.solarmax.com

Der Solarpark Körbelitz II seit Ende 2016 betriebsbereit. Neben 36 360 Modulen sind im Solarpark 24 Wechselrichter vom Typ SolarMax TS-SV 360 verbaut.


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Lüftung | Klima | Kälte |

Wärmerückgewinnung: Kreislaufverbundsysteme (KVS)

Optimierung der Wärmerückgewinnung im Spannungsfeld zwischen Praxis und Forschung Die Thematik der Wärmerückgewinnung (WRG) in Lüftungsanlagen ist vielfältig und komplex und steht besonders hinsichtlich der enormen Energiesparmöglichkeiten im Fokus. In der Schweiz ist der Einsatz von WRG-Systemen schon lange Stand der Technik. Wärmerückgewinnungsanlagen müssen die Anforderungen gemäss SWKI VA300-01 erfüllen. Laut der SIA 382/1 muss der Temperaturänderungsgrad mindestens 70 % erreichen. Daniela Hochradl

■ Zur Wärmerückgewinnung in raumlufttechnischen Anlagen werden neben Platten- und Rotationswärmeaustauschern auch Kreislaufverbundsysteme (KVS) eingesetzt. Das KVS entwickelte sich in der vergangenen Zeit zu einer hoch komplexen und effizienten Methode um den laufend verschärften Vorschriften zu genügen. Es gibt in der Lüftungstechnikbranche verschiedene Meinungen und Lösungsansätze, um das KVS energetisch optimal zu betreiben.

Einsatzgebiete von Kreislaufverbundsystemen

Kreislaufverbundsysteme sind typische Wärmerückgewinnungssysteme in raumlufttechnischen (RLT) Anlagen. Diese werden eingesetzt, wenn Abluft- und Zuluftströme aus hygienischen oder brandschutztechnischen Gründen vollständig getrennt werden müssen (z. B. bei Lüftungsanlagen in Labors oder Küchen). Häufig wird das Kreislaufverbundsystem in Industrieanlagen mit grossen Luftvolumenströmen (› 20 000 m3/h) ein-

gesetzt. Nur mit dem KVS besteht die Möglichkeit, örtlich voneinander getrennte Lüftungsgeräte miteinander zu verbinden. Ausserdem ist es möglich, mehrere RLT-Anlagen zu verbinden und zusätzliche Wärmequellen und -senken von anderen gebäudetechnischen Anlagen beziehungsweise industriellen Prozessen in den Kreislauf einzubinden. Küchen- und Restaurant-Lüftungsanlagen werden ab einer Gesamtluftmenge (Zuluft + Abluft) von 12 000 m3/h immer mit einem KVS realisiert, um die

Verschiedene Systeme zur Wärmerückgewinnung im Überblick Rotationswärmetauscher

Plattenwärmetauscher

Kreislaufverbundsystem

Durch die Drehbewegung wird die Rotormasse abwechselnd von der Fortluft und der Zuluft durchströmt. Die Rotormasse nimmt dabei annähernd die Luftstromtemperaturen an und überträgt so die Energie (Feuchte und Wärme) zwischen den beiden Luftströmen

Bei Plattenwärmetauschern sind die beiden Luftströme voneinander getrennt. Eine Übertragung von Feuchte oder auch Schadstoffen wird somit verhindert. Durch reine Wärmeleitung werden die Temperaturen der beiden Luftströme einander angeglichen.

Der Luftkühler in der Abluft (nimmt Wärme auf) und der Lufterhitzer in der Zuluft (gibt Wärme ab) sind durch ein Wasser-Glykol-Rohrsystem (= Zwischenkreis) miteinander verbunden. Es wird eine Pumpe zur Umwälzung benötigt.

Rotationswärmetauscher (Quelle: Apuso)

Plattenwärmetauscher (Quelle: Apuso)

Kreislaufverbundsystem (Quelle: Apuso)


Lüftung | Klima | Kälte |

KVS-Laborversuchsstand an der Hochschule Luzern T&A. (Quelle: Stettler)

Funktionsweise eines KVS: Entscheidend ist der Frostschutz des Luftkühlers; dieser wird durch den Bypass (rot gestrichelte Linie) mit Durchgangsventil gewährleistet. (Quelle: Stettler)

Brandschutzrichtlinie der VKF (Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen) für Lufttechnische Anlagen einzuhalten. Anlagen mit einer Gesamtluftmenge unter 12 000 m3/h dürfen laut Vorschrift auch mit einem PlattenwärmetauscherSystem ausgeführt werden. Rotorwärmeaustauscher eignen sich aufgrund der Geruchsübertragung nicht für Küchen- und Restaurant-Lüftungsanlagen. Oft werden KVS auch in Hochhäusern eingesetzt, um den Platzbedarf für die Steigzone zu minimieren. Durch die grosse Distanz zwischen den beiden Lüftungsgeräten entstehen Herausforderungen bei der Planung, Ausführung und Funktionsüberprüfung des KVS. Fragen, die bei der Planung von KVS geklärt werden müssen, sind beispielsweise: Soll für die Frostschutzschaltung ein Durchgangs- oder ein Dreiwegventil im Bypass

Temperatur-Enthalpie-Diagramm für ein KVS bei optimaler Abstimmung des Wasser-Glykol-Massenstroms im Zwischenkreis zum Luftvolumenstrom. Sichtbar ist die Leistung der WRG und die des Nachwärmers (NW). (Quelle: Stettler)

eingebaut werden? Ist eine drehzahlgesteuerte Pumpe notwendig?

Wichtige Erkenntnisse aus Bachelor-Diplomarbeit Im Zuge einer Bachelor-Diplomarbeit an der Hochschule Luzern T&A wurde versucht, den Zwischenkreis des KVS hydraulisch und energetisch zu optimieren. Wichtige Erkenntnisse aus dieser Arbeit lauten: • Der Frostschutz hat oberste Priorität für einen sicheren Betrieb der Anlage: Um einen eisfreien Betrieb der Anlage gewährleisten zu können, darf die Lufttemperatur beim Luftkühleraustritt (= FOL) nie unter 0 °C fallen. Dies wird im Zwischenkreis durch die Beimischung (= Bypass) von warmem Wasser-Glykol in den Luftkühler-Vorlauf erreicht. Ein Temperaturfühler reguliert die warme

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Wassermenge, die mithilfe eines Ventils beigemischt wird. Empfehlung: Es sollte ein Durchgangsventil im Bypass eingebaut werden. • Der Massenstrom im Zwischenkreis hat einen grossen Einfluss auf den Temperaturänderungsgrad der WRG. Die Temperaturen des Wasser-Glykol-Massenstroms und des Luftvolumenstroms sind voneinander abhängig. Wenn der Volumenstrom der Lüftung nicht konstant ist oder nachträglich angepasst wird (z. B. aufgrund von Beschwerden oder einer Nutzungsänderung), ist es besonders wichtig, dass auch der Massenstrom im Zwischenkreis angepasst wird. Empfehlung: Um den Betrieb energetisch optimal gewährleisten zu können, muss eine drehzahlgesteuerte Umwälzpumpe eingesetzt werden.

Wissenstransfer Um die Erkenntnisse aus der Bachelor-Diplomarbeit an andere Studierende weitergeben zu können, wurde ein Laborversuchsstand aufgebaut. Es werden unter anderem Messungen

Richtlinien, Normen und Diplomarbeiten SWKI VA300-01: Wärmerückgewinnung in Raumlufttechnischen Anlagen. Schweizerischer Verein von Wärmeund Klima-Ingenieuren SWKI, 2009. SIA 382/1. Lüftungs- und Klimaanlagen. Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA, 2014. Bachelor-Diplomarbeit: F. Beutler, C. Stettler, Standardisierung und energetische Optimierung von KreislaufVerbund-Systemen zur Wärmerückgewinnung in RLT-Anlagen, Hochschule Luzern – Technik und Architektur, Horw, 2012. Masterthesis: C. Stettler, Simulationsgestützte Optimierung von Kreislaufverbundsystemen in raumlufttechnischen Anlagen, Hochschule Luzern – Technik und Architektur, Horw, 2016.

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Lüftung | Klima | Kälte |

durchgeführt, um den Temperaturänderungsgrad bei verschiedenen Betriebspunkten sowie den optimalen Betriebspunkt bestimmen zu können. Ebenso lernen die Studierenden die Herausforderungen der Messtechnik kennen.

Optimierung durch Simulation Neben vielen Vorteilen hat das KVS die grosse Herausforderung, dass ein vergleichsweise hoher Energieaufwand für die Umwälzpumpe im Zwischenkreis benötigt wird. Eine detaillierte Planung respektive Optimierung ist demzufolge unumgänglich. Heutzutage werden vermehrt komplexe KVS, welche mehrere Lüftungsanlagen miteinander verbinden, gebaut. Jede Lüftungsanlage hat andere Betriebszeiten und Anforderungen an die Luftkonditionierung. Zusätzlich werden Wärmeübertrager in den Zwischenkreis eingebaut, um die Nachwärmer und Nachkühler im Luftstrom zu eliminieren. Dies erhöht die Komplexität enorm und viele Planungsentscheidungen und Optimierungsfragen können nur noch mittels Simulationen beantwortet wer-

«Für den sicheren und energieeffizienten Betrieb einer KVS-WRG müssen gewisse Regeln beachtet werden.» Christoph Stettler

KVS-Experte Christoph Stettler.

den. Durch die Masterthesis «Simulationsgestützte Optimierungen von Kreislaufverbundsystemen in raumlufttechnischen Anlagen» wurde ein weiterer Schritt zum Verständnis und zur Verbesserung der genannten Anlagen beigetragen. Das KVS wurde als Simulationsmodell mit dem Gebäudesimulationsprogramm IDA ICE abgebildet, um das Verhalten unter dynamischen Bedingungen untersuchen zu können. Kreislaufverbundsysteme weisen sehr geringe Temperaturdifferenzen in den Wärmeübertragern auf, um hohe Wirkungsgrade zu erreichen. Dieser Umstand erfordert eine hohe Genauigkeit bei der Abbildung in den Simulationsmodellen. Deshalb mussten die einzelnen Komponentenmodelle sowie das Gesamtmodell kalibriert und validiert werden. Mit Unterstützung des BFE und mithilfe von Partnern aus der Industrie konnte eine Reihe von potenziellen Messobjekten evaluiert und dabei ein geeignetes Messobjekt gefunden werden. Dieses lieferte die benötigten empirischen Daten zur Kalibrierung und Validierung.

Prinzipschema des Messobjekts: Beim Messobjekt handelt es sich um eine Mensa mit den Nutzungen Restaurant, Cafeteria, Küche und Nebenräume. Die 4 Lüftungsgeräte sind mit einem KVS verbunden. Die relevanten Messgrössen wurden über ein ganzes Jahr aufgezeichnet. (Quelle: Stettler)


Lüftung | Klima | Kälte |

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unterschiedliche Betriebszeiten. In vielen Fällen ist es sinnvoller, einzelne KVS zu bauen als einen Verbund, da ein sehr komplexes, System entsteht. Besonders anspruchsvoll ist die Regulierung sowie die stetige Überwachung dieser Systeme. Trotzdem gibt es Fälle, in denen es sinnvoll ist, mehrere Anlagen zusammenzuschliessen, und Hersteller, die sich der Herausforderung angenommen haben. Ein Kochrezept gibt es nicht, da es unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten gibt.

Messergebnisse des Laborversuchs: Temperaturänderungsgrad (= Rückwärmzahl) in Abhängigkeit des Wasser-Glykol-Massenstroms (als Sole-Pumpenleistung bezeichnet) bei konstantem Luftvolumenstrom. Der Betriebspunkt für eine optimale WRG liegt hier bei 32 %. (Quelle: Kaup, Hovatherm)

Mithilfe des entwickelten Simulationsmodells können verschiedene Systemaufbauten und Regelungen erforscht werden. So wird es möglich, optimale Lösungen zu finden.

Fragen an den KVS-Experten Christoph Stettler, der Verfasser der erwähnten Bachelor-Diplomarbeit und Masterthesis, beantwortete im Interview folgende Fragen: Warum haben Sie sich entschieden, dieses Thema in einer Masterthesis zu vertiefen? Christoph Stettler: Es stellte sich die Frage, ob die Erkenntnisse eines einfachen KVS auf ein komplexes Verbundsystem aus mehreren Lüftungsanlagen übertragen werden können. Um diese Frage zu beantworten, musste ein neues Hilfsmittel zur Analyse gefunden werden. Die Simulation ist ein gutes Hilfsmittel: Es kann ein ganzes Jahr simuliert und jeder Zeitpunkt analysiert werden. So kann ermittelt werden, welche Auswirkungen Parameteränderungen auf das Gesamtsystem haben. Welchen Bezug hat Ihre Forschungsarbeit zur Praxis? Aufgrund von konkreten Problemen aus der Planungspraxis wurde das Thema für die Bearbeitung in einer Bachelor-Diplomarbeit ausgeschrie-

ben. Daraus entstand in weiterer Folge ein Laborversuch für die Studierenden der Fachrichtung Heizung-Lüftung-Klima-Sanitär. Anhand dieses Laborversuchstands konnte das Thema im Zuge der Ausarbeitung einer Masterthesis theoretisch vertieft und in einem Feldversuch überprüft werden. Jetzt gibt es ein Merkblatt. Dadurch schliesst sich der Kreis zur Praxis wieder. Welche Verbesserungen können durch die Anwendung der Erkenntnisse aus Ihren Arbeiten erreicht werden? Energieeffizienz, welche eine der vier Säulen der Energiestrategie des Bundes bildet, ist auch hinsichtlich KVS ein wichtiges Thema. In Nicht-Wohngebäuden werden in 60 % aller RLT-Anlagen KVS eingesetzt. Wenn durch eine Optimierung der Energieverbrauch bei allen zurzeit in Nicht-Wohngebäuden betriebenen KVS um 5 % reduziert würde, wären Einsparungen von bis zu 58 000 MWh möglich. Diese entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von rund 12 000 Vier-Personen-Haushalten. Wann ist es energetisch sinnvoll, mehr als zwei Lüftungsgeräte mit einem KVS zu verbinden? Wichtig ist dabei vor allem die vorgängige Analyse der Nutzungszeiten und -temperaturen. Viele Anlagen, die sich optimal ergänzen würden, haben sehr

Wo und von wem kann das erarbeitete Simulationsmodell in Zukunft eingesetzt werden? Es wurde kein öffentlich zugängliches Tool erstellt. Für die Entwicklung von neuen Simulationsmodellen, Messungen, Simulationen und Analysen wurden rund 2000 Arbeitsstunden aufgewendet. Das Ziel dieser Arbeit war, die Erkenntnisse in einem Merkblatt zusammenzufassen. Dabei werden sowohl Planer als auch Betreiber angesprochen. Grundsätzlich gibt es kein Rezept, wie ein Kreislaufverbundsystem geplant und betrieben werden soll, da die Einsatzgebiete sehr unterschiedlich sind. Trotzdem gibt es Regeln, die eingehalten werden sollten. Das Merkblatt umfasst sowohl Hinweise für einfache als auch für komplexe KVS. Weitere Themen sind: der Einbau von Wärmeübertragern im Zwischenkreis und die optimale Regelung. Die Schwierigkeit bei der Beurteilung der Effizienz inkl. Messkonzept und Messungenauigkeit werden ebenfalls aufgezeigt. Der Schlussbericht und das Merkblatt werden demnächst auf der BFE-Website veröffentlcht. Das Merkblatt wird dann in HK-Gebäudetechnik auch noch vorgestellt. Kontakt: KVS-Experte Christoph Stettler, MSc, christoph-stettler@hotmail.com Christoph Stettler arbeitet am Zentrum für Integrale Gebäudetechnik (ZIG) an der Hochschule Luzern T&A. Die studentischen Arbeiten sowie weitere Informationen können per E-Mail angefordert werden. ■

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Lüftung | Klima | Kälte | Produkte

Eurovent-Verband setzt Ecodesign auch in der Filtertechnik durch

Mit effizienten Filtern Geld sparen Unter dem Begriff Ecodesign sind regulatorische Bemühungen im Gange, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu erfassen, Produkte zu klassieren und entsprechend zu kennzeichnen. Die resultierenden Energieetiketten haben durch Eurovent auch in der Raumlufttechnik Einzug gehalten. Anwender, den Energieverbrauch der Filter in seine Kaufentscheidung miteinzubeziehen.

Betriebskosten eines Taschenfilters.

■ Eurovent ist ein europäischer Verband für Klima- und Kältetechnologien, welcher Energieeffizienz-Klassierungssysteme für Luftfilter eingeführt hat. Nach dem Reglement Eurovent 4/21 werden Filter der Klassen M5 bis F9 (Bezeichnung nach alter Prüfnorm!) in Bezug auf ihr energetisches Betriebsverhalten geprüft. Ziel ist es, einen fairen Wettbewerb zu fördern und den Anwendern gegenüber sicherzustellen, dass am Markt erhältliche Filter richtig bewertet und besser vergleichbar sind. Das Klassierungssystem ermöglicht dem

Energieklassen nach Eurovent Zur Klassierung wird der jährliche Energieverbrauch eines Filters ermittelt und in Bezug auf die Filterklasse bewertet. Bei F7 wird der mittlere Druckverlust des Filters nach 100 g Staubaufgabe bestimmt und auf den Energiebedarf in kWh pro Jahr umgerechnet, dies bei einem konstanten Volumenstrom von 3400 m3/h, einer jährlichen Betriebszeit von 6000 Stunden und einem mittleren Wirkungsgrad des Ventilators von 50 %. Dieser Energiebedarf widerspiegelt annähernd die Realität, lässt daher den Vergleich verschiedener Filtermodelle zu oder dient für Energieberechnungen. Neutral geprüft – transparent veröffentlicht Eurovent stellt das Vertrauen zu zertifizierten Produkten und Herstellern her, indem sie die Eigenschaften der Filter durch deren Prüfung in unabhängigen Labors kontrolliert. Um Transparenz zu schaffen, sind sämtliche Mediumund Feinstaubfilter aller zertifizierten Hersteller in einer öffentlichen Liste geführt und für die Anwender abrufbar unter www.eurovent-certification.com. Diese Liste kann als Unterstützung

info@smhandelsag.ch

Mit dem wellenförmigen Einbau der Feinfaserschicht wird die Filterfläche bei SynaWave um Faktor 2,5 vergrössert.

bei der Auswahl eines energieeffizienten Produkts dienen. Energieklasse A als Vorgabe für Neuanlagen Die SIA 382/1:2014, Punkt 5.13.1.3 definiert: «Bei Neuanlagen in Gebäuden mit Personenbelegung sind Luftfilter einzusetzen, die nachweislich Energieeffizienzklasse A erreichen.» Trotzdem liegt der Anteil an Taschenfiltern mit Energieklasse A unter 10 % und mehr als 70 % der eingesetzten Taschenfilter haben eine Energieklasse C oder schlechter! Anschaffungspreis vs. Betriebskosten Hauptgrund ist eine falsche Betrachtungsweise, weil in vielen Fällen anstelle der Betriebskosten eines Filters nur deren Anschaffungspreis beigezogen wird. Was dabei häufig ausser Betracht fällt: Rund 70 % der langfristigen Betriebskosten gehen zu Lasten der Energiekosten und nur 15 % machen den Anschaffungspreis aus (s. Kreisdiagramm). Im täglichen Einsatz entpuppt sich das – auf den ersten Blick kostengünstige – E-Filter mit 414 Franken als riesige energetische Kostenfalle. Selbst ein B-Filter ist punkto Energie 45 Franken teurer als ein A-Filter. Mehrkosten, die durch die Einsparung in der Beschaffung nicht wettgemacht werden können. Mit anderen Worten: Der höhere Anschaffungspreis energieeffizienter Filter kann längstens mit den tieferen Energiekosten kompensiert werden. Empfehlenswert ist deshalb, die Betriebskosten als relevante Grösse als Entscheidungsgrundlage zu nehmen.

Grosse Filterfläche bedeutet mehr Energieeffizienz Alle diese F7-Filter scheiden dieselben Partikel ab, da bei allen das gleiche Filtermedium eingesetzt wird. Die Differenz macht die unterschiedliche Filterfläche der verschiedenen Modelle. Je grösser die Filterfläche, desto tiefer der Druckverlust. Je tiefer der Druckverlust, desto geringer der Energiebedarf des Ventilators. Und je geringer der Energiebedarf des Ventilators, desto tiefer Ihre Kosten. Setzen Sie daher Filter mit möglichst grosser Filterfläche ein. Breites Unifil-Sortiment Von Eurovent geprüft und bestätigt, verfügt der Anbieter Unifil über ein breites Sortiment von Filtern mit Energieklasse A+ oder A. Wie Sie der Tabelle unten entnehmen können, werden alle gängigen Filterklassen abgedeckt und mit Bautiefen von 292 bis 580 mm wird jeder Einbausituation Rechnung getragen. 10 Pa Druckverlust entsprechen einem Energieverbrauch von 110 kWh oder 20 Franken Energiekosten. Durch die Wellenform im Filtermedium verfügen Synawave-Taschenfilter über die 2,5-fache Filterfläche gegenüber Filtern mit herkömmlichen Filtermedien. Dadurch wird die Durchströmungsgeschwindigkeit mehr als halbiert, was zu massiv tieferen Druckverlusten und tieferem Energieverbrauch führt. ■

Unifil AG Tel. 062 885 01 00 www.unifil.ch www.eurovent-certification.com


Lüftung | Klima | Kälte | Produkte

Küchenlüftung: Drehzahlregelung spart Energie ■ In Grossküchen saugt eine Lüftungsanlage die Kochwrasen (Wrasen = Schwaden, Brüden) ab und verhindert durch einen leichten Unterdruck in der Küche, dass Dämpfe und Gerüche in den Gastraum gelangen. Die meisten Abzugshauben und Lüftungsdecken arbeiten im Ein/Aus-Betrieb oder haben eine manuell zu bedienende Stufenregelung. Viele Anlagen laufen indes stets mit voller Leistung – egal, wie viele Kochstellen gerade in Betrieb sind. Und selbst ausserhalb der Hauptkochzeit. Dadurch wird unnötig viel Energie verbraucht. Um die Wirtschaftlichkeit der Lüftung zu verbessern, empfiehlt Rentschler Reven die Regelautomatik RSC, deren Mikroprozessor die Drehzahl des Abluftventilators stufenlos der Wrasenbildung anpasst. Temperatur- und Feuchtefühler messen die tatsächliche Wrasendichte. Der Regler fährt danach die Absaugleistung hoch oder herunter. Das spart Energie, verlängert die Standzeit der Luftfilter und vermeidet unnötige Zugserscheinungen. Ein Fallbeispiel: Die Zentralküche eines Shoppingcenters hat eine Lüftungsanlage mit 20 000 m³/h Luftleistung. Sie verursacht Energiekosten von 65 000 Franken pro Jahr. Eine bedarfsgerechte Lüftungssteuerung würde die Kosten

glatt halbieren, also jährlich rund 30 000 Franken einsparen. Auch in einer kleinen Hotelküche mit nur 2000 m³/h Abluft, kann die intelligente Regelung bis zu 3000 Franken pro Jahr einsparen. Die RSC-Regelautomatik ist nachrüstbar: Die Sensoren werden über dem Herdblock installiert und mit dem Regler sowie dem Ventilator verkabelt. Das ist binnen weniger Stunden erledigt und kann ausserhalb der Hauptkochzeit geschehen. ■

Rentschler Reven GmbH Tel. 0049 7042 3730 www.reven.de www.speed-control.info

Die senkrechten Sensoren unter der Lüftungsdecke erfassen die Wrasendichte.


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Gebäudeautomation |

Storen-Antriebe mit drei Endschaltern: mit passenden KNX-Jalousieaktoren können die Vorteile voll genutzt werden

KNX-Jalousieaktoren für Motoren mit drei Endschaltern KNX-Aktoren für Storenantriebe mit drei Endschaltern sind auf dem Markt eine Seltenheit. Schenker Storen AG erweitert sein KNX-Sortiment um einen 4fach-Aktor, um diese Schweizer-Spezialität der Storenbranche anzusteuern. ■ Der wichtigste Mehrwert von Storen mit drei Endschaltern liegt auf der Hand: Während herkömmliche Storen beim Senken bereits die geschlossene Stellung einnehmen, wird hier mit geöffneten und absolut gleichmässig ausgerichteten Lamellen auf den ersten unteren Endschalter aufgefahren, das sogenannte «AB1». Dies geschieht einerseits durch den Einsatz einer entsprechenden Wippe im Storenkanal, andererseits durch einen Motor mit zwei unteren Endschaltern. Erst aus dieser Arbeitsstellung heraus können die Storen in die Position «AB2» und somit auf den zweiten unteren Endschalter gefahren und geschlossen werden. Oft wird diese Funktion mit einer «Szene» (programmierte Zwischenposition) verwechselt. Vielmehr geht es aber um ei-

nen Antrieb, welcher vom Aktor aus mit einem 5-adrigen Kabel (AUF / AB1 / AB2 / N / PE) erschlossen wird. Eine Verdunkelung des Raumes während dem Absenken der Lamellen kann somit deutlich vermindert werden. In jeder Position dringt das Maximum an blendfreiem Licht ins Innere. Dies ist zum Beispiel in Büro- und Fabrikationsräumlichkeiten ein Vorteil, um eine konstantere Lichtmenge bei Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung zu gewährleisten.

Kombination mit Beleuchtung Und auch ein weiterer Effekt kann reduziert werden: Ist neben den Storen auch die Beleuchtung automatisiert, wird diese häufig eingeschaltet, wenn die Storen schliessen und den Raum all-

mählich verdunkeln. Werden die Lamellen dann aufgewippt, wird kurze Zeit später die Beleuchtung wieder ausgeschaltet. Durch den konstanten Lichteinfall kann dieses unerwünschte Ein und Aus der Beleuchtung weitgehend vermieden werden.

Kostengünstige Umsetzung Diese Ausführung bietet also einigen Komfort. Um diesen Komfort auch vollständig nutzen zu können, muss bei der Planung der Automatisierung ein geeigneter Aktor gewählt werden. Der neue 4fach-KNX-Jalousieaktor MSG-4H KNX DES T6 von Schenker Storen erfüllt diese Anforderung und bietet zudem weitere Vorteile: Zur kostengünstigen Umsetzung der Steuerung können für die lokale Bedienung

KNX-Jalousieaktor MSG-4H KNX DES T6. (Bild: Schenker Storen AG)


Gleichmässig geöffnete Lamellen im Alters- und Pflegeheim «Zum Park» in Muttenz. (Foto: Jesaias Kobelt Fotografie)

herkömmliche Standard-Storentaster an den 12 Binäreingängen angeschlossen werden. So können bis sechs Taster pro Aktor integriert und über die ETS-Software als Einzel- oder Gruppentaster konfiguriert werden. Je nach Impulsdauer und -folge werden die beiden unteren Positionen AB1 oder AB2 individuell angesteuert. Für Tests und während der Inbetriebnahme können die Motoren einzeln am Gerät bedient werden.

Anwendung im Alters- und Pflegeheim

Im Alters- und Pflegeheim «Zum Park» in Muttenz waren genau diese Vorteile der Kombination «Lamellenstoren mit Arbeitsstellung und KNX-Storensteuerung» gewünscht. Durch den Einsatz einer seilgeführten Economy-Lamellenstore dringt auch beim Schliessen der Store immer viel Tageslicht in die Zimmer. Dies sieht Renato Mösch von Kunz und Mösch Architekten in Basel für die Bewohner als grossen Mehrwert in den Räumen.

Die rund 290 verbauten Storenantriebe werden über 80 Stück 4fach-Aktoren MSG-4H KNX DES T6 angesteuert. Übergeordnet sorgt die Zentralsteuerung SE1000 von Schenker Storen mit Wetterstation und drei zusätzlichen Windsensoren für Schutz und Komfort.

Fazit Antriebe mit drei Endschaltern werden auch in Zukunft keinen wesentlichen Anteil im Storenmarkt ausmachen. Trotzdem, oder gerade deshalb ist es wichtig, die Unterschiede und Eigenschaften bereits bei der Planung zu berücksichtigen. Der Kunde wünscht einen Mehrwert und ist bereit, dafür auch etwas mehr zu bezahlen. Werden diese Motoren nicht mit geeigneten Komponenten angesteuert, können die Vorteile nicht oder nur teilweise genutzt werden. Es lohnt sich daher für Planer und Integrator gleichermassen, informiert ans Werk zu gehen. ■ Schenker Storen AG, Tel. 062 858 55 11 www.storen.ch


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Wago kommt mit neuen platzsparenden Reihenklemmen

Bequeme Initiatoren-Klemmen – ästhetische Bildschirme Wago ergänzt das TopJob®S-Reihenklemmprogramm um neue Initiatoren-/Aktorenklemmen. Dank geringem Platzbedarf pro Sensoranschluss und integrierter Push-in Cage Clamp® können Maschinensteuerungen ab sofort platzsparend und sicher verdrahtet werden. ■ Mit einem Platzbedarf von nur 3,5 mm pro angeschlossenem Sensor bieten die neuen TopJob®S-Initiatoren-/Aktorenklemmen der Serie 2000 die optimale Möglichkeit, viele Sensoren auf kleinstem Raum anzuschliessen. Die Klemmen eignen sich hervorragend für die in diesen Anwendungen üblichen Leiterquerschnitte von 0,34 bis 0,75 mm2 und sind für den Einsatz in kleinen Klemmenkästen der dezentralen Peripherie ebenso passend wie für den zentralen Aufbau im Schaltschrank. Doppelte Stromschiene TopJob®S-Initiatoren-/Aktorenklemmen werden unterteilt in Potentialebenen und eine Signalebene. Die Potentialebenen die-

nen der Stromversorgung und gegebenenfalls Erdung der Sensoren; die Signalebene führt Schaltsignale von Sensoren bzw. zu den Aktoren weiter. Eine besondere Eigenschaft der Initiatoren-/Aktorenklemmen TopJob®S sind die doppelten Stromschienen in den Potentialebenen, die es ermöglichen, mit Hilfe von Standardbrücken das Plus- bzw. Minuspotential endlos zu erweitern. In der Signalebene sind die beiden Stromschienen für die Signaldurchführung elektrisch getrennt voneinander angeordnet. Vorteile Die TopJob®S-Initiatoren-/-Aktorenklemmen bieten folgende Vorteile:

Mit den TopJob®S-Reihenklemmen ist ein Universalanschluss für alle Leiterarten geschaffen worden: Ein- wie mehrdrähtige und feindrähtige Leiter sowie Leiter mit Ader-Endhülse sind direkt steckbar.

• Sie sorgen für höchste Signaldichte. • Das multifunktionalem Brückenprogramm bildet die Basis für höchste Flexibilität. • Die Reihenklemmen lassen sich mit einem durchgehenden, mehrzeilig bedruckbarem Beschriftungssteifen in kürzester Zeit beschriften. Web-Panels mit ästhetischem Design HMI-Komponenten sind das optische Aushängeschild einer Maschine oder Anlage, die einen positiven Einfluss auf die Kaufentscheidung nehmen. Wago bietet passend dazu ästhetische HMI an, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen und wesentlich den Wert und das Image Ihrer Maschine und Anlage erhö-

hen: Das Web-Panel e!Display 7300 T in den Display-Diagonalen 4,3", 5,7", 7,0", 10,1". Das HMI-Panel e!Display schafft den Spagat zwischen zeitgemässen Design und überzeugender Ausstattung: Mit der EngineeringSoftware e!Cockpit (Codesys 3 und Codesys 2). e!Display verfügt über einen integrierten Annäherungssensor. Dieser ermöglicht aus der energiesparenden Stand-by-Funktion mit Bildschirmschoner eine automatische Wiederanzeige der Visualisierung. Ein Bewegungssensor erfasst gleichzeitig die Umgebungshelligkeit für die Helligkeitsregelung. Mit seinen Befestigungsclips lässt sich das Web-Panel e!Display di-

Video zum Reihenklemmensystem: www.wago.com/topjob-s


Gebäudeautomation |

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rekt im Schaltschrank einrasten und ist damit schnell, komfortabel und ohne weitere Hilfsmittel montiert. Durch spezielle Spannelemente ist frontseitig sogar die hohe Schutzart IP 65 erreichbar. Das Display ist dadurch vielseitig und in unterschiedlichen Anwendungen einsetzbar. Der vorhandene VESA-Anschluss ermöglicht die Montage an einem Schwenkarm oder Standfuss ausserhalb des Schaltschranks. Die herausragenden Vorteile mit den Web-Panels e!Display: • Das ästhetische Design mit dem Plus an Leistung. • Eine komfortable Bedienung, wie die einstellbare Helligkeit direkt am Gerät. • Sensoren sorgen für Sicherheit und sparen Energie. • Das Gerät ist schnell montiert durch ein einzigartiges Befestigungskonzept. ■

WAGO Contact SA Tel. 026 676 75 00 www.wago.ch

Das Web-Design e!Display überzeugt durch ästhetisches Design, komfortable Bedienung und durch schnelle Montage. Sensoren sorgen für Sicherheit und sparen Energie.

Mit wenigen Befestigungsclips lässt sich das Web-Panel e!Display direkt im Schaltschrank einrasten.

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Gebäudehülle | Spenglerei |

Die neue metallische Hülle in Le Châble/Bagnes Bernard Trächsel

Hier steht ein neues öffentliches Gebäude, das sich mit Bestimmtheit vom Üblichen abhebt. Geschaffen für Gemeinschaftsanlässe, für Feste, Bankette, Konzerte und Filmabende. Das neue Espace Saint-Marc ist im Ausdruck einzigartig und aussergewöhnlich.

■ Am Ende des Tals von Bagnes, auf einem Plateau inmitten der Walliser Berge, glänzt die neue Mehrzweckhalle der Region um Verbier. Die Grösse und Form sowie der Glanz der metallischen Gebäudehülle verleihen dem Baukörper einen ganz speziellen Ausdruck. Baubeschrieb und Kommentar der Jury

Die neue Mehrzweckhalle «Espace SaintMarc» in Le Châble wurde im Frühjahr 2014 nach einigen Jahren der Planung und Ausführung als neues Symbol eingeweiht und als neue Infrastruktur für gesellschaftliche und kulturelle Anlässe zur Verfügung gestellt. Das multifunktionale Haus bietet neben verschiedenen Räumen für lokale Bedürfnisse auch Säle für höhere akustische Anforderungen.

Konkret legten die Architekten folgende Anforderungen fest: • Gebäudehaut mit drei verschiedenen CrNiStahl-Blechen, Ugitop Ugibright und Ugibat sowie drei verschiedenen Verlegeabwicklungen mit Achsmassen 200, 390 und 490 mm. • Keine weitere sichtbare Linie am Ortgang, perfekte Einhaltung der gegebenen Linien und Kanten ohne Unterbruch. Übergang des Falzbildes vom Dach in die Fassade wie über die Dachkante gebogen. • Technische Elemente wie Aufbauten, Dunstrohre oder Schneefangrohre sollten die Dachfläche nicht zerstören. • Die Rinnen auf dem Hauptdach sollten trotz der grossen Wassermengen nicht oder wenig sichtbar sein, auch sollten kei-

Architektonische Idee

Charly Veuthey, Redaktor von Bagnes infos, schrieb vor der offiziellen Eröffnung: «Die Architekten Jean-Paul Chabbey und Sam Voltolini haben es zustande gebracht, dass sich die Besucher hier sowohl tagsüber als auch nachts wohlfühlen. Die Architekten haben eine äussere Hülle gesucht, in der sich die Umwelt widerspiegelt. Sie haben sich für CrNiStahl entschieden mit dem Wunsch, dass die Oberfläche die jeweilige Jahreszeit zum Ausdruck bringen wird, grün im Sommer, gelb-rötlich im Herbst, weiss im Winter. Im Gebäudeinnern haben die Architekten bewusst auf wärmere Materialien gesetzt, die aber dank der grosszügigen Belichtung ebenfalls auf den Einfluss von aussen reagieren, damit sich auch hier die Umgebung widerspiegelt.» Vom Telefonanruf zur Ausführung der Gebäudehülle

Für Spenglermeister André Hagen begann die Geschichte im März 2011 mit einem Anruf des Architekten Jean-Paul Chabbey und der Frage, ob er in der Lage sei, innerhalb von drei Wochen Details und Submission für die gesamte Gebäudehülle mit CrNiStahl in Doppelfalztechnik zu erarbeiten. Als Ausgangslage stand ein kleiner Entwurf von 30 x 30 cm zur Verfügung.

«Espace Saint Marc», pompös, unkonventionell, mit langen, und unterschiedlich wirkenden Blechbahnen.

ne Ablaufrohre durch den grossen Saal oder sichtbar über die Fassaden geführt werden. • Energetisch wurde ein Wärmedämmwert von 0,14 W /m2K für die Fassaden und 0,12 W/m2K für das Dach gefordert. • Schliesslich musste das Vordach, freischwebend über dem Eingang des Gebäudes, mit einer Ausladung von vier Metern konstruktiv und ausführungstechnisch gelöst werden. Nach ernsthaften Überlegungen und Aussprachen entschied sich André Hagen, diese einmalige Aufgabe zu übernehmen und zusammen mit seinem Spenglermeisterfreund Thomas Rütsche von Waga Spenglertechnik in Sirnach, spezialisiert in der Fabrikation


Gebäudehülle | Spenglerei |

gann die reale Umsetzung mit einem gemischten Team aus Deutsch sprechenden Mitarbeitern von Waga und Französisch sprechenden Mitarbeitern von E. Deléderray Toitures SA .

Technische Schwierigkeiten und Verantwortung

Treppenaufgang zwischen Bahnenfront und Betonmauer.

von Blechbahnen, an die Hand zu nehmen. Darauf folgten die Erarbeitung des Leistungsverzeichnisses und die öffentliche Ausschreibung im Walliser Amtsblatt. Verhandlungen mussten geführt werden. Das ursprüngliche Budget von 850 000 Franken war für ein Industriedach berechnet worden. André Hagen lag mit dem günstigsten Angebot trotzdem um zwei Millionen Franken deutlich höher. Nach einigen Streichungen und Konzeptänderungen einigte man sich auf eine Ausführung zum Pauschalpreis von 1,5 Millionen. Anfangs August 2012 be-

Die aussergewöhnliche Konstruktion und die architektonische Wunschliste forderten von den zwei Spenglermeistern, über die Normengrundlagen hinweg adäquate Lösungen zu finden. Zur Dachentwässerung entschied man sich für eine grosse, zentral gelegene, eingelegte Rinne, damit das Wasser schnell und gezielt abgeführt werden kann. An den Lärmschutz wurden grosse Ansprüche gestellt. Darum kamen nur Abläufe aus Geberit Silent db 20 zum Einsatz, mit zusätzlicher WD bei den Betondurchgängen. Die WD der Fassaden liess nur begrenzte Durchmesser zu. Darum wurde die Anzahl Abläufe anforderungsgerecht verdoppelt. Dies bringt den Vorteil, dass ein Grossteil des Regenwassers verteilt entwässert und nicht erst am Ende der Rinne abgeführt wird.

Entsprechend dem Wunsch der Architektur wurden einzelne Einlegerinnen partiell unter der Dachdeckung verlegt. Die Anforderungen an die UK und ihre Dichtheit wurden entsprechend sorgfältig umgesetzt: In der Nähe der Rinne erfüllt die dichte Unterdachhaut die geforderte Qualität für Flachdächer, auch wurden in diesem Bereich Z-Profile, Dicke 3 mm, anstelle von Holz-Konterlatten verlegt und die Schalung wurde schliesslich unterseitig mit Alublech geschützt. Da keine Elemente sichtbar sein durften, wurden die Dunstrohre in eckigen Rohrkanälen seitlich der Kastenrinnen hinausgeführt. Für die innere Lüftung der Säle haben die Planer Lüftungsräume hinter der Fassade vorgesehen. An diesen Stellen wird die Luftzufuhr durch das Verlegen einer gelochten Fas-

André Hagen, Spenglermeister, E. Deléderray Toitures SA, Renens/Lausanne.

Thomas Rütsche, Spenglermeister, Waga Spenglertechnik, Sirnach.


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Gebäudehülle | Spenglerei |

Bahnen und Werkstoff führen über die Dachkante in die Dachdeckung weiter. Eine grosse Zentralrinne entwässert die Dachflächen.

stellten auch einhellig fest, dass die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Bauherrschaft und übrigen Bauberufen hervorragend geklappt hatte. Auch das Zusammenwirken von Deutschschweizern und Romands war bereichernd und machte Spass. Die Jury sieht hier ein imposantes, durchaus unübliches Objekt. Die vielen Facetten und Ausdrucksformen machen den Bau interessant, aber auch gewöhnungsbedürftig. Er könnte ein Bergkristall sein. Von der Bevölkerung wird er liebevoll «l’écrin métallique – das Metallschmuckkästchen» genannt. Der Bau dieser Bekleidung verlangte ein grosses Wissen bezüglich Planung und Ausführung von Gebäudehüllen. Gefordert waren Kenntnisse von Statik und

Dachaufbau und Dachschichten – Tragende Metallkonstruktion.

sade erzielt. Verschiedene Durchdringungen wurden so fassadenseitig platziert oder zum Teil in schweren Türen integriert. Um die Fassade auch im Interieur präsent zu machen, wurden entsprechende Blechscharen auch an einer Wand beim Eingang im Untergeschoss und an der Decke des zweiten Eingangs zum Hauptsaal verlegt. Nach dem ersten Winter mussten nach Beobachtung des Verhaltens des Schnees auf den Dächern und ihren Kanten, entgegen den vorherigen Vorstellungen der Planenden, individuell entworfene Schneestopper auf die Bahnen montiert werden. Die zwei Spenglermeister und ihre Mannschaften sind glücklich und stolz, diese spezielle und anspruchsvolle Spenglerarbeit realisiert zu haben. Sie

Schweizer Qualitätsprodukt

mit bauaufsichtlichem Prüfzeugnis

Bautafel Objekt: Mehrzweckhalle Espace Saint-Marc, Châble/Bagnes Konstruktion Dach/Fassade: Doppelfalzdach und Fassade mit Winkelfalz Werkstoff Spenglerei: Ugitop, Ugibright und Ugibat Baubeteiligte Bauherr: Gemeinde/Commune de Bagnes Spengler: E. Deléderray Toitures SA, Spenglermeister André Hagen, Renens/ Lausanne, in Zusammenarbeit mit Waga Spenglertechnik, Spenglermeister Thomas Rütsche, Sirnach Planung Entwässerung: Bureau AZ Ingénieurs Lausanne SA, D. Sberna Architekten: Sam Voltolini und Jean-Paul Chabbey, Monthey

– Beschwerende, vorfabrizierte Betonplatten, 80 mm dick, wichtig für die Masse im Hinblick auf die Saalakustik. – Bituminöse Dampfbremse, vollständig geklebt. – Thermische Dämmung, Flumroc Para 220 mm und PU 120 mm in Bereich der eingelegten Rinne. – Dichtes Unterdach Ampatop Seal. – Doppelte Konterlattung, Höhe 120 mm (2 x 50 x 60 mm), mit Distanzschrauben Rogger befestigt. – Offene Schalung 27 x 120 mm auf die Konterlatten geschraubt. – Schalungsschutz-Trennlage Ampatop Protecta Plus. – Dachdeckung mit CrNiStahl Ugitop mit matter Oberfläche und Ugibright mit glänzender Oberfläche. – Die breiten Einlegerinnen sind mit Flachdachbahnen EPDM Resitrix SR 2,5 mm ausgeführt.

Physik, vom Verhalten der Werkstoffe bei wiederkehrend anfallender Feuchtigkeit, von Schutz und Entwässerung, von Fabrikation, von Logistik und Transport im korrekten Timing, von Falztechnik bei extremen Bahnlängen mit Problemen der Wellung. Die Spenglermeister und ihre Männer haben die ihnen gestellte Herausforderung angenommen und sauber umgesetzt. Konstruktion und Dichtheit im Untergrund sind gemeistert, Beulen sind gewollte Lebendigkeit, Glanz war geforderter Spiegel. Bravo für die Gebäudehüllen- und Spenglerarbeit an diesem anspruchsvollen und speziellen Bau. ■

Die Effizienz auf Ihrem Dach.

Ohnsorg Söhne AG www.ohnsorg-soehne-ag.ch Tel. 041 747 00 22


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ÜK-Zentrum Lenzburg erhält Doppelschwenkbiegemaschine ■ Der Verband suissetec aargau hat für seine Werkstatt für überbetriebliche Kurse (ÜK) in Lenzburg eine hydraulische Doppelschwenkbiegemaschine TwinMatic Pro-200 der Jorns AG im Wert von 200 000 Franken gekauft. Am Montag, den 16. Januar 2017, fand die Einweihung statt.

Thomas Lenzin, der Präsident von suissetec aargau, erklärte bei der Begrüssung: «Das Thema Ausbildung ist von zentraler Bedeutung für uns. Mit dieser Anschaffung befindet sich unsere ÜK-Werkstatt auf einem sehr hohen Level und macht uns zu einer Vorzeige-Sektion des Schweizerischen Verban-

Andreas Suter (ganz rechts) mit seiner Klasse vor der Doppelschwenkbiegemaschine.

des. Diese Maschine macht es möglich, ein Blech von unten nach oben und umgekehrt effizient und rasch zu biegen. Ein grosser Dank geht an alle involvierten Personen, insbesondere an die Gebrüder Spiegel AG, welche uns massgeblich unterstützt haben.» Digitalisierung in der Ausbildung René Fasler, Präsident Bildungskommission, wies darauf hin, wie wichtig topmoderne Ausbildungsmittel sind: «Unsere Branche steht in ständigem Wandel. Auch bei uns hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Deshalb ist es absolut notwendig, unseren Lernenden aktuelles Know-how zu vermitteln. Dazu benötigen wir Maschinen und Geräte, die heute in den Betrieben eingesetzt werden. Nur so können wir die Auszubildenden optimal auf die Zukunft vorbereiten.» Daniel B. Spiegel, Geschäftsführer der Gebrüder Spiegel AG, Tägerwilen, gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich die Lernenden durch die-

se Investition bestimmt noch weiter motivieren und begeistern lassen. Live-Vorführung Andreas Suter, Leiter der ÜK-Werkstatt, versammelte seine Klasse vor der neuen Maschine und demonstrierte anhand von zwei Beispielen, wie sich ein Stück Blech nach einer Programmierung am TouchscreenBildschirm innerhalb von wenigen Sekunden zu einem komplizierten Profilblech biegen lässt. In der ÜK-Werkstatt Lenzburg werden pro Jahr 420 Lernende in den Berufen Spengler/-in, Sanitär- und Heizungsinstallateur/-in sowie Haustechnikpraktiker/-in ausgebildet. ■

www.suissetec-ag.ch

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Gebäudehülle | Spenglerei |

Mit ausgebautem Servicekonzept und ökologischer Bauweise mehr Lebensqualität

Mit monolithischem Mauerwerk zu Minergie Nördlich von Interlaken, in Unterseen, der obersten Stadt an der Aare, entstand in den letzten Jahren eine neue Siedlung. Die 90 Wohnungen heben sich nicht nur durch ihre interessante Lage und einen jederzeit verfügbaren Service für Haushaltshilfe von der Norm ab. Das monolithische Mauerwerk entspricht dem Minergie-Standard und bietet daher ein angenehmes Wohnklima. Paul Baumgartner, Xella Porenbeton Schweiz AG

■ Die Siedlung Jungfraupark befindet sich in Unterseen an schöner Lage. Rund 90 Wohnungen blicken auf Eiger, Mönch und Jungfrau, gegen Westen hin auf den Niesen. Etwa die Hälfte dieser Wohnungen befindet sich in Mehrfamilienhäusern, die ab Plan von einer Pensionskasse gekauft wurden. «Auf der zweiten Hälfte der Parzelle wollten wir etwas anderes anbieten», erklärt der Architekt Andreas Lehmann, der für den Entwurf verantwortlich war. So entstanden in der nächsten Etappe 45 Eigentumswohnungen. Speziell hierbei: Die Käufer können auf einen Service zurückgreifen, der vertraglich mit einer Firma geregelt ist. Dieser Service umfasst Einkaufshilfe, medizinische Betreuung oder auch Hausarbeiten, und kann rund um die Uhr in Anspruch genommen werden. Bezahlt wird durch die Bewohner nach Aufwand bzw. Umfang der Serviceleistungen. Lehmann: «Auf diese Weise können ältere Bewohner länger in der eigenen Wohnung

bleiben. Es gibt aber auch Junge, die hier mit ihrer Familie wohnen.» Dass das Konzept aufgeht, zeigt neben zufriedenen Käufern auch die Tatsache, dass derzeit nur noch eine Wohnung zum Verkauf steht. Lehmann plante und realisierte zusammen mit den Partnern des Architekturbüros Forum 4 AG die Siedlung. Weil das Team gemeinsam als Bauherr auftritt, konnten die Planer auch bei der Materialwahl frei entscheiden. «Wir wollten keine Aussenisolation», erklärt Lehmann und fügt an: «aus ökonomischen wie auch ökologischen Gründen haben wir uns schliesslich für Ytong entschieden.»

Isolation entspricht Minergie Die Projektleiter Phillip Matter (Finanzen und Ausführung) und Jürg Foletti (Planung) vom Architekturbüro Forum 4 hatten verschiedene Varianten für das Fassadenmauerwerk geprüft. Gespräche mit anderen Architekten und

Bauleitern, die Ytong für ihre Objekte verwendet haben, haben das Team überzeugt, dass das Einsteinmauerwerk grosse Qualitäten aufweist. Der Porenbeton hat schlussendlich aufgrund seiner Vielfältigkeit und seiner Eigenschaften als Material-Monolith überzeugt. Die gesamte Siedlung ist nach dem Minergie-Standard geplant, zertifiziert sind aber nur die Eigentumswohnungen. Bei den Mietwohnungen wurde auf eine Komfortlüftung verzichtet. Mit einem 40 cm dicken Mauerwerk und dem diffusionsoffenen Putz aussen wie innen wurden die vom Minergie-Standard geforderten Werte jedoch trotzdem erreicht.

Freie Einteilung «Einflussfaktoren wie der Ort selbst, das Budget und die Nutzung beeinflussen das Gelingen eines Bauprojekts. Im Dialog sollte man versuchen, den grössten gemeinsamen Nenner herauszuholen», sagt Architekt Lehmann. Bei der Siedlung Jungfraupark waren die Gebäudegrundrisse von der Einzonung her gegeben; 30 Meter lange und 15 Meter breite Blöcke. Lehmann hat diese Struktur optisch aufgeschnitten und in der Mitte transparent die Erschliessung geplant. So sind acht kleinere Blöcke entstanden. «Die Erschliessung ist nun wie ein Aussenraum, von dem her man das Haus betritt.»

Porenbeton – Multifunktionaler Baustoff

Die Siedlung Jungfraupark in Unterseen umfasst rund 90 Wohnungen, Gewerbeflächen und ein Zentrumsgebäude.

Ytong Porenbeton besitzt eine sehr gute Wärmedämmung und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Der Baustoff bietet einen optimalen Schallschutz und ist nicht brennbar. Die Porenstruktur garantiert robuste und langlebige Bauten. Ytong ist in alle Richtungen gleich druckfest und hochstabil – eine Wand aus diesem Baustoff trägt auch schwere Lasten, ohne dabei auszubrechen. Der Porenbeton besteht aus den natürlichen und mineralischen Rohstoffen Quarzsand, Kalk und Wasser, entsteht in einem energiesparenden Herstellungsprozess und ist als Granulat wiederverwertbar. Ytong ist somit ein ökologischer Baustoff, der die Umwelt schont.


Gebäudehülle | Spenglerei |

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Atmen Sie bessere Luft mit Abluft!

Bei den Eigentumswohnungen sind die Umrisse der Fassade, wie auch die Grösse der Fenster und der Loggien genau bestimmt. Im Grundriss dagegen waren nur die zwei betonierten Winkel für die Statik sowie die Erdbebensicherheit festgelegt, der Rest ist frei unterteilbar. Lehmann kommentiert: «Jeder Käufer konnte frei entscheiden, wie er seine Wohnung eingeteilt haben möchte. Das war beim Verkauf ein grosser Vorteil. Die Planung wurde dadurch sehr aufwendig, aber die Kunden wussten dies zu schätzen.» Philipp Matter vom Forum 4 ergänzt: «Uns hat immer interessiert, wie man ein rentables Objekt bietet, in dem sich der Kunde möglichst frei einrichten kann.» ■ www.ytong.ch www.xella.ch

Lehmann plante jeweils in der Mitte der Gebäudekomplexe die Erschliessung als Aussenraum, von dem aus man das Haus betritt.

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Dank der Porenstruktur besitzt Ytong eine sehr gute Wärmedämmung, sorgt für ein angenehmes Raumklima und bietet einen optimalen Schallschutz.

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Sanitärtechnik | Wohnen |

Trinkwasser-Verteilsystem Optipress-Aquaplus auch für Kälteanwendungen anwendbar

Eine Installation mit Anziehungskraft

In der neuen Endtesthalle der Bruker BioSpin AG werden Hightech-Geräte für die Kernspinresonanz-Spektroskopie auf Herz und Nieren geprüft, u.a. mit Helium, das durch Optipress-Leitungen strömt.

In der neuen Endtesthalle der Bruker BioSpin AG in Fällanden ist vieles anders, als man es in den meisten Industriebetrieben kennt. Erstens ist es kalt – eiskalt. Zweitens gibt es Magnetfelder, die Mobiltelefone, Uhren und Kreditkarten sofort ausser Funktion setzen. Und drittens wird in den Optipress-Edelstahlleitungen der R. Nussbaum AG nicht Wasser, sondern erstmals Helium geführt. Andreas Stettler

■ Das Hightech-Unternehmen Bruker BioSpin AG, eine Tochtergesellschaft der amerikanischen Bruker Corporation, entwickelt, produziert und verkauft modernste analytische Messgeräte. Als weltweiter Marktführer für die magnetische KernspinresonanzSpektroskopie (NMR) stellt Bruker

Apparate her, die supraleitende Magnete und Hochleistungselektronik vereinen. Die Magnete erreichen Feldstärken bis zu 23.5 Tesla (1 Tesla entspricht dem 20 000-fachen des Erdmagnetfeldes). Der Frequenzbereich der Elektronik liegt zwischen 300 und 1000 MHz. Diese Geräte werden weltweit an Universitäten, in Forschungslabors und Produktionsstätten in den Bereichen Chemie, Biotechnologie und Life Science eingesetzt. Nach mehreren Wachstums- und Ausbauschritten hat sich gezeigt, dass die Endmontage und der Test der seit 2016 in Fällanden produzierten Höchstfeldmagnete in einer neu erstellten Halle am besten durchgeführt werden können.

Alternativer Lösungsansatz Patrick Moro, Ganz Installationen AG (r.) und Hanspeter Schubiger, Verkauf-Aussendienst R. Nussbaum AG, haben Grund zum Strahlen: Gemeinsam haben sie bei Bruker BioSpin AG eine Premiere geschaffen.

Die Aufgabe des Projektierungs- und Installationsteams bestand darin, die der Hallenwand entlang angeordneten Arbeits- und Teststationen – 10 Stück mit Versorgungs- und 12 mit Absauglei-

tungen – mit Helium (He), Stickstoff (N2) und technischer Druckluft (tDL) zu versorgen. Dazu hat der Installateur auf einer Höhe von rund 10 Metern drei Ringleitungen an die Decke montiert und von da aus jeden darunterliegenden Arbeitsplatz mit den drei Medien erschlossen. Das Ungewöhnliche an der Installation ist die Wahl des Systems. Entsprechend den Philosophien der Firmen Ganz Installationen AG und Klinova AG, die das Projekt als Arbeitsgemeinschaft planten und ausführten, wurde ein innovativer Ansatz gewählt: Anstatt viel Zeit für die Suche nach einem Spezialsystem aufzuwenden und mit grosser Wahrscheinlichkeit technisch und finanziell über das Ziel hinauszuschiessen, analysierte Patrick Moro, Geschäftsführer der Ganz Installationen AG, die effektiven Anforderungen des Kunden und dessen spezifische Anwendung sehr genau. «Ich suche immer nach alternativen Denkansätzen ausserhalb der


Sanitärtechnik | Wohnen |

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Nach erfolgtem Gerätetest wird das Helium über ein separates Leitungsnetz aus Optipress-Rohren abgesaugt und in entsprechende Gasflaschen und/oder -tanks abgefüllt. (Fotos: Roland Spring)

Gewohnheiten», begründet Moro seine Vorgehensweise. Schliesslich fand er im Trinkwasser-Verteilsystem OptipressAquaplus von Nussbaum den richtigen Baustein zur Realisierung der speziellen Installation.

Optipress für Helium zertifiziert Die über zwei Meter hohen Kernspinresonanz-Magnetsysteme, die das Herzstück der Höchstfeld-NMR-Geräte bilden, werden während des Fertigungsprozesses mit Druckluft abgeblasen, um grobe Verunreinigungen zu entfernen. Im Endtest wird das Magnetsystem mit flüssigem Stickstoff und flüssigem Helium auf eine Temperatur knapp über dem absoluten Nullpunkt (– 273,15 °C) gekühlt. Erst unter diesen Bedingungen können die hohen Magnetfelder erzeugt werden. Um die empfindlichen NMR-Messungen nicht zu stören, wird im Validierungsraum die Raumtemperatur auf 21 °C geregelt, wobei nur kleine Schwankungen von 0.5 K toleriert werden.

Insgesamt 10 Arbeits- und Testplätze werden über Steigleitungen (hier ein Ausschnitt) aus rund 10 m Höhe mit Helium, Stickstoff und technischer Druckluft versorgt.

Um die Versorgung dieses HightechProzesses mit den entsprechenden Medien gewährleisten zu können, hat Patrick Moro die Rahmenbedingungen – beispielsweise die Anforderungen des Gaslieferanten – unter die Lupe genommen und alles minuziös durchgerechnet und überprüft. Die Schlussfolgerungen aus diesen Zahlenmodellen: tieferer Druck, höherer Volumenstrom, kleinere Rohrdimensionen. Dies bedeutet kürzere Montagezeiten, weniger Materialverbrauch und geringere Kosten. Vor allem das rationelle Verpressen der Verbindungen konnte dadurch überhaupt erst in Erwägung gezogen werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür war insofern gegeben, als die Optipress-Verbindungen für Helium zertifiziert sind.

Überschüssiges Helium

Das beim Geräte-Endtest verdampfende flüssige Helium wird als Heliumgas über ein separates Leitungsnetz aus Optipress-Rohren gesammelt und unter hohem Druck in Gasflaschen und/oder -tanks abgefüllt. Das Heliumgas kann vor Ort nach einer Reinigungsstufe wieder verflüssigt werden. Ein Überschuss dieses Edelgases kann weiterverkauft und im ungereinigten Zustand für weniger anspruchsvolle Anwendungen, wie z. B. Luftballone eingesetzt werden.

Gemeinsame Lösungssuche Für die Realisierung dieser auf den ersten Blick nicht offensichtlichen Systemwahl für nicht alltägliche Medien vertraute Patrick Moro auch auf die Erfahrung des Sanitärsystem-Anbieters

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Nussbaum. Gemeinsam näherte man sich Schritt für Schritt der heutigen Lösung. Sie besteht aus Optipress-Edelstahlrohren (1.4401) in den Dimensionen 15 bis 54 mm für die Ring- und Zuleitungen sowie 108 mm für die Absaugleitungen. Die Planungsabteilung «Nussbaum Plantec» konstruierte und vorfabrizierte die geschweissten Edelstahlverteiler nach Mass, so beispielsweise die Helium-Absaugleitungen und die millimetergenau platzierten Abgänge. Diese objektspezifischen Anfertigungen sind die ideale Ergänzung zum Trinkwasser-Installationssystem Optipress-Aquaplus, das bei Bruker seine Premiere als Helium-Verteilleitung erlebt. Bleibt zu erwähnen, dass die Installation für die leistungsstarke Lüftungsheizung mit Optipress-Therm von Nussbaum ausgeführt wurde. Ab der Unterstation kamen verzinkte Optipress-Therm-Stahlrohre mit der Dimension 76.1 mm zum Einsatz. ■ www.nussbaum.ch

Kenndaten des Gebäudes Objekt: Neubau Endtesthalle F1-14 Fläche: 800 m2 Volumen: 6500 m2 Investitionsvolumen: 3 Mio. Fr. Eingesetzte Produkte (Nussbaum) Optipress-Aquaplus Optipress-Therm Optipress-Gaz Nach Mass vorfabrizierte Edelstahlverteiler Div. Nussbaum-Armaturen im Sanitär- und Heizungsbereich Am Bau Beteiligte Bauherrschaft: Bruker BioSpin AG, Fällanden Gesamtplanung: Drees & Sommer Schweiz, Zürich HLKS-Planung/-ausführung: Klinova AG, Zürich/ Ganz Installation AG, Volketswil


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Praxisnahe Weiterbildung zur Beurteilung von Spülsystemen von WC-Anlagen

Unterhalt an Toiletten – den Blick schärfen Die Toilettenspülung ist ein komplexes System. Die richtige Diagnose und der regelmässige Unterhalt sparen Zeit und Kosten. Mit dem richtigen Werkzeug und dem notwendigen Wissen, können Unterhaltsarbeiten mühelos erledigt werden. Reinigungs- und Reparaturarbeiten an WC-Anlagen werden viel effektiver. Quelle: Restclean AG

■ Eine regelmässig gewartete WCAnlage hat eine Lebensdauer von mehr als 50 Jahren. Die Hersteller haben Spülkasten, WC-Keramik und Ablaufrohre so aufeinander abgestimmt, dass diese bei jedem Spülvorgang einwandfrei abund ausgespült werden. Durch diese «natürliche» Ausspülung bleibt die WC-Schüssel pflegeleicht; Einsätze für das Durchspülen oder gar Fräsen von Ablaufleitungen sollten gar nicht notwendig sein. Nach einiger Zeit verkalken aber die Wasserverlaufskanäle und die Funktionsteile im Spülkasten. Die Ursache für Störungen im Toilettenspülsystem und einer schwachen Ausspülung rührt von Ablagerungen in den nicht sichtbaren Bereichen der Keramik und des Spülkastens. Man ärgert sich bei jedem Spülgang über die schwache Spülung und hatte vielleicht schon einige Reparatur- oder Spüleinsätze vom Sanitärfachmann oder Kanalreiniger. Eine durch Kalk auftretende Fehlfunktion der WC-Anlage kann oft auch trotz fachmännischer Unterstützung nicht nachhaltig behoben werden.

Testen, Beobachten

Die Funktionstüchtigkeit einer WC-Anlage können Sanitärfachleute, aber auch Laien einfach testen: • Durch das Betätigen der grossen Spültaste wird die Spülung ausgelöst. • Gleichzeitig ist die Zeit zu stoppen, von der Spülauslösung bis sich der Spülkasten komplett entleert hat. • Die Zeit ablesen: Hat es länger als 4 Sekunden gedauert? • Nun beobachte man das Spülbild, d. h. ob die beiden Spülverläufe sich vorne in der Mitte treffen, zusammenprallen und sich in den Siphon überschlagen. Mit diesem einfachen Test gewinnen WC-Nutzende einen ersten Eindruck zur Tauglichkeit der WC-Spülung.

Kompetenzen erwerben Hauswartprofis, Sanitärfachleute oder Kanalreinigungsexperten spüren die negativen Auswirkungen einer mangelhaften WC-Spülung direkt in der alltäglichen Arbeit. Laufend sind Interven-

WC-Spülung testen, leicht gemacht: Man bestätige die Spülung mit der grossen Spültaste. Dann stoppt man die Zeit von der Spülauslösung bis sich der Spülkasten komplett entleert hat. Hat es länger als 4 Sekunden gedauert?

tionen notwendig. WC-Benutzer und Liegenschafts-Eigentümer ärgern sich über Störungen und Kosten rund um WC-Anlagen. Da ist es von Vorteil, ein Unternehmen an Bord zu holen, das sich grosse Kompetenzen rund um das

Das moderne Kompetenz-Zentrum liegt zentral in Jonen und ist eingeteilt in einen Praxis- und Theorieraum. Über 40 Spülkästen können bei Dockstationen direkt an Wasser und Abwasser angeschlossen werden.

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Der Tüftler leitet die Kurse

Geleitet werden die Kurse durch Priskus Antonius Theiler, dem Gründer des Unternehmens und «Tüftler», der mit einer enormen Leidenschaft an das Lösen von WC-Problemen herangeht.

stille Örtchen und die Spültechnik erworben hat. Im Kompetenzzentrum des Unternehmens Restclean lernen Interessierte in massgeschneiderten Kursen, a) das Spülsystem fachgemäss in Betrieb zu nehmen, b) mit der richtigen Diagnose Zeit und Geld zu sparen und c) weshalb ein regelmässiger Unterhalt an WCs nachhaltig und sinnvoll ist. In modernen Schulungsräumen sind praktische Übungen unter realen Bedingungen möglich. Mehr als 40 Spülsysteme können direkt an Wasser und Abwasser angeschlossen werden. Das Gelernte bleibt so in bester Erinnerung und erleichtert die Anwendung in der Praxis. Die Kurse bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Aufputz- und Unterputz-Spülkästen verschiedenster Jahrgänge und Hersteller sind im Kompetenzzentrum installiert wie Geberit, Grohe, Schwab, Sanit, Friatec, Missel, Nussbaum, Valsir, Gustavsberg, Tece, Jomo, IdealStandard usw.

Die Kurse eignen sich für alle Personen, die in der Gebäudetechnik, im Gebäudeunterhalt, in der Sanitärbranche oder im Facility Management tätig sind. Geleitet werden die Kurse durch Priskus Antonius Theiler, dem Gründer des Unternehmens und «Tüftler», der mit einem enormen Ehrgeiz und einer Leidenschaft an das Lösen von Problemen herangeht. Er ist der Erfinder des patentierten Restclean-Service und weiss alles rund um das «stille Örtchen». Er führt die Tageskurse in den neuen Schulungsräumen der Firma Restclean in Jonen (Kanton Aargau). Das Unternehmen Restclean unterstützt seine Kunden auch mit einem erweiterten Serviceangebot.

Querschnitt eines verkalkten Toilettenspülsystems: Verkalkungen in Spülkasten, Spülwasserleitung (gelb) und im Siphonabgang (dunkel). Die Folgen: schwache Ausspülung, mehr Wasserverbrauch, Verfärbung der Keramik, starke Geruchsbildung.

Weiterer Service Mit einem Kundenlogin können auf wertvolle Informationen, wie Servicedokumentationen, Anleitungen, Alternativen und weitere Tipps zugegriffen werden. Mehr als zehn Spülkastenhersteller sind vertreten. Zudem produziert das Unternehmen sogar eigene Teile, die von den Herstellern nicht mehr geliefert werden. Insbesondere bei alten Spülkastenmodellen kann dies vorkommen. Die Werkzeuge wurden auch aus eigener Erfahrung in der Praxis entwickelt. So kann der Unterhalt an WC-Anlagen viel leichter ablaufen. ■ Restclean AG Tel. 0800 30 89 30 www.restclean.com

Der Theorieraum ist mit ergonomisch sinnvollen Hochtischen ausgestattet. Für Speis und Trank ist jederzeit gesorgt.

Praktisches zu den Kursen Die Kurse sind für maximal 10 Teilnehmende ausgelegt. So kann sichergestellt werden, dass auf all Ihre Bedürfnisse eingegangen werden kann und jeder einen möglichst grossen Nutzen mitnehmen können. Die Tageskurse werden ab 180 Franken angeboten. Inbegriffen sind Mittags- und Pausenverpflegung, Getränke und umfangreiche Kursunterlagen. Die praxisnahe Weiterbildung eignet sich für alle Berufsleute, die in der Gebäudetechnik, im Gebäudeunterhalt, in der Sanitärbranche oder im Facility Management tätig sind. Auch Lernende in diesen Tätigkeitsfeldern sind willkommen. Mehr Details unter www.restclean.com

Aufputz- und UnterputzSysteme diverser Hersteller sind im Kompetenzzentrum installiert.


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Leuchtendes Spülerlebnis aus Echtglas ■ TeceLux Mini, die kleine Schwester des WC-Terminals TeceLux, ist eine Echtglas-Betätigungsplatte mit elektronischer Spülauslösung. Neben der gewohnten Auslösung per Fingerkontakt ist eine berührungslose Spülung möglich. Die elegante Platte sorgt so für mehr Hygiene und Reinigungsfreundlichkeit am WC. Für mehr Hygiene sorgt auch ein weiteres, von der grossen Schwester übernommenes Merkmal: Eine Hygienespülfunktion, die sich auf verschiedene Zeitintervalle einstellen lässt. Das verhindert Stagnationen in der Wasserleitung und eine Verkeimung des Trinkwassers. Eine nützliche und gleichzeitig augenfällige Funktion bietet der Annäherungssensor der TeceLux Mini: Er erkennt, wenn sich eine Person dem WC nähert und aktiviert dann die Beleuchtung der Zweimengen-Spültasten. Das signalisiert dem Anwender die Bedienfunktion und dient als Orientierungshilfe bei Nacht. Architekturintegriertes Design Überhaupt kann sich die fugenlose Platte aus robustem Sicherheitsglas sehen lassen: Die in elegantem Weiss oder stilvollem Schwarz erhältliche TeceLux Mini baut nur wenig vor der Wand auf und passt sich so dezent in die Architektur des Bades ein. Als Pionier des wandbündig montierten Spültasters hat Tece ausserdem dafür gesorgt, dass dieser mithilfe eines speziellen Einbaurahmens sogar flächenbündig installiert werden kann – das wissen Freunde eines architekturintegrierten Designs sehr zu schätzen. Die Masse der TeceLux-Mini orientieren sich an den StandardTece-Platten (220 x 150 mm). Betrieben wird die Elektronik mit Kleinspannung, die aus einem 230-Volt-Trafo gespeist wird. ■

TECE Schweiz AG Tel. 052 672 62 20 www.tece.ch

Die Echtglas-Betätigungsplatte TeceLux Mini mit elektronischer Spülauslösung: Durch einen Sensor leuchtet das Bedienfeld erst dann auf, wenn sich eine Person dem WC nähert.


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Neue Urinalsysteme für Kongresshotel in Regensdorf

In nur vier Tagen eingebaut Die Urinalanlagen des Kongresshotels Mövenpick in Regensdorf sind in die Jahre gekommen und erforderten unverhältnismässig viel Unterhalt. Sie sollten deshalb durch neue ersetzt werden, ohne dass dabei der ganze Sanitärraum renoviert werden musste. Die Urinalsysteme von Geberit sind wie gemacht für solche Situationen. Quelle: Geberit, Bearbeitung Franz Lenz

■ Unterhaltsarbeiten werden im flughafennahen Kongresshotel Mövenpick bei Zürich nach Möglichkeit nur dann durchgeführt, wenn der Seminar- und Veranstaltungsbetrieb mal für ein paar Wochen stillsteht. So geschehen auch bei der Teilrenovation eines Toilettenraums. Es galt, sechs Urinale mit veralteten Steuerungen durch neue, unterhaltsfreundliche Anlagen zu ersetzen. Wand- und Bodenfliesen sowie alle übrigen Installationen sollten dabei nicht entfernt werden. Das für das Vorhaben zur Verfügung stehende Zeitfenster betrug fünf Tage.

Problemlose Duofix Montageelemente Unmittelbar nach der Demontage der alten Urinale kümmerte sich ein Spezialunternehmen um eine fachgerechte Reinigung der in der Wand verlaufenden Abwasserrohre. Dabei stellte sich

heraus, dass die mehr als 30 Jahre alten Geberit PE-Rohre zwar hier und dort Urinsteinablagerungen aufwiesen, ansonsten aber in tadellosem Zustand waren. Deshalb konnten die Installateure die Geberit Duofix Montageelemente für die neuen Urinale mit einem leichten Vorsprung auf die Marschtabelle einbauen. Dies stellte die beiden Sanitärprofis vor keine grosse Herausforderung. Schon nach wenigen Stunden waren die sechs blauen Metallrahmen fest an Wand und Boden verankert, alle Anschlüsse für die neuen Urinale vorbereitet und die hölzernen Montageplatten für die Urinaltrennwände angeschraubt. Das Ganze bildete nun eine perfekt ausgerichtete, robuste Tragkonstruktion. Anstatt diese Konstruktion mit Gipsplatten zu beplanken und anschliessend mit Fliesen zu verkleiden, hatten die Verantwortlichen des Hotels entschie-

Die Duofix Montageelemente lassen sich ohne grossen Anpassungsaufwand an die bestehenden Anschlüsse für Wasser, Elektrizität und Abwasser anschliessen. (Fotos: Geberit)

den, für die Verkleidung ein widerstandfähiges Laminat zu verwenden. Kaum waren die Sanitärinstallateure mit dem Einbau der Montageelemente fertig, nahmen zwei Schreiner Mass. Sie schnitten die aus nur vier Teilen bestehende Verkleidung der Sanitärwand

Geberit Urinalsystem für alle Bedürfnisse Flexibilität ist das Markenzeichen des neuen Geberit Urinalsystems: Für nahezu jeden Wunsch und jede Bauaufgabe gibt es eine passende Lösung. Durch das umfassende Sortiment werden die Planung, die Installation und der Unterhalt von Urinalanlagen deutlich vereinfacht.

Yannick Ramseier, Lernender bei Bürge Haustechik AG, bereitet ein Geberit Preda Urinal für den Einbau vor. Im Hintergrund sieht man seinen Chefmonteur, Paul Arnold, bei der Montage von Urinaltrennwänden.

Die von Geberit entwickelten spülrandlosen Urinalkeramiken sind in drei Ausführungen erhältlich: mit bewährter Unterputzurinalsteuerung, mit in der Keramik integrierter Urinalsteuerung oder für den komplett wasserlosen Betrieb. Alle Komponenten sind bis ins kleinste Detail auf minimalen Wasserverbrauch ausgerichtet und aufeinander abgestimmt. Ohne Kompromisse bei der Hygiene. Ausserdem stehen verschiedene Stromversorgungsarten zur Auswahl. Ein entscheidender Vorteil bei den Wartungsarbeiten ist der einfache Zugang zu sämtlichen funktionalen Elementen, ohne dafür die Urinalkeramik entfernen zu müssen. So wurde beispielsweise für die integrierte Urinalsteuerung eine praktische Dockingstation entwickelt, die einen direkten Zugriff ermöglicht.


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Vorher: Die alten Urinale sind störanfällig geworden und verursachen viel Unterhaltsaufwand.

Unterhaltsfreundliche Konstruktion

noch am gleichen Tag in ihrer Werkstatt millimetergenau zu und bauten sie am Folgetag ein.

Bereits am vierten Tag konnten die Sanitärprofis die neuen Urinale und Trennwände montieren. Für beide war dies eine Premiere. «Wir haben beim Einbau des ersten Urinals einfach die Montageanleitung befolgt», sagte Paul Arnold, leitender Monteur bei der Firma Bürge Haustechnik. «Die weiteren fünf Apparate und die Trennwände hatten wir dann rasch installiert, die neuen Urinalsysteme von Geberit sind montagetechnisch wirklich bis ins Letzte durchdacht.» Marcel Sorrentino, Leiter

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Nachher: Die Teilrenovation dieses Toilettenraums mit sechs neuen Geberit Preda Urinalen und Geberit Urinaltrennwänden nahm nur vier Tage in Anspruch.

des Hausdienstes des Mövenpick Kongresshotels, war sehr erfreut, dass die Renovationsarbeiten schon nach vier Tagen abgeschlossen waren. «Ich verspreche mir viel von der Konstruktion dieser neuen Urinalsysteme», sagt er. «Sollte einmal etwas nicht funktionieren, kann man die ganze Steuereinheit einfach aus der Dockingstation ziehen und durch ein Austauschmodul ersetzen. So lassen sich Betriebsunterbrüche elegant verhindern.» ■ www.geberit.ch

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Produkte, die alarmieren und Verbindungen zur Fernüberwachung oder Ansteuern ermöglichen

Wasserschäden verhindern – dank Alarm Wasserschäden sind sehr kostspielig. Nicht nur Trinkwasser geht verloren, sondern auch wertvolle Bausubstanz kann massiv beschädigt werden. Elektrische Geräte wie Geschirrspüler, Waschmaschinen oder Wassererwärmer können repariert oder ersetzt werden, an Gebäudeteilen kann unbemerkt auslaufendes Wasser fatale Folgen haben. Vorbeugen ist besser als teure Reparaturen. Andreas Widmer

■ Zwei von drei Wasserschäden haben ihre Ursache in defekten Wasserleitungssystemen oder daran angeschlossenen Apparaten. Durch gezielten Unterhalt lässt sich das Risiko eines Wasserschadens erheblich mindern. Beat Peter, Geschäftsführer der Wasserhahn Sicherheitstechnik GmbH in Wallisellen, weiss als langjähriger Sanitärfachmann über diese unangenehme Realität bestens Bescheid und kennt auch die verschiedenen Problemzonen. Zahlreiche Reparaturarbeiten, hervorge-

rufen durch Wasseraustritte an verschiedenen Schnittstellen in Leitungssystemen, waren ausschlaggebend für die Entwicklung von intelligenten Leckwarngeräten. Bereits vor Jahren arbeitete Beat Peter an der ersten Generation von Leckwarngeräten. Sie mussten einfach zum Montieren, aber absolut zuverlässig im Betrieb sein. Heute kann der Sanitärspezialist eine Reihe hervorragender und bewährter Produkte anbieten, welche die gesamte Bedürfnispalette abdecken.

Die Wassermaus ist ein einfaches und zuverlässiges Leckwarngerät. Beim Austritt von Wasser ertönt ein pulsierendes akustisches Signal.

Produktgruppe Alarmierer

Alarmierer sind Leckwarngeräte, welche mittels einer Sonde Feuchtigkeit/ Wasser aufspüren und messen. Bei entsprechender Feuchtigkeit ertönt ein intensives akustisches Signal. In Gebäuden sind unterschiedliche Risikozonen vorhanden, welche unterschiedliche Leckwarngeräte nötig machen. Leckwarngeräte welche «nur» alarmieren, sollten auch nur in überwachten Bereichen eingesetzt werden.

a) Wassermaus

Der Wasser-StopAlarm kann zur Überwachung von Spezialräumen verwendet werden. Über eine Schnittstelle kann das Gerät in ein Gebäudeleitsystem integriert werden.

Die Wassermaus ist ein einfaches Leckwarngerät. Es besteht aus dem energiesparenden Netzteil und einer korrosionsbeständigen Fühlersonde. Das Netzteil wird angeschlossen und die Fühlersonde gemäss Anleitung platziert. Beim Austritt von Wasser ertönt ein pulsierendes akustisches Signal. Die Anwendung ist sehr einfach und bietet höchste Sicherheit, auch dank Netzbetrieb (ohne Batterie).

Wasser und Energie Ein undichter Wasserhahn verliert nicht nur viel Wasser, sondern auch wertvolle Energie. Ein Beispiel: Wenn pro Minute hundert Tropfen fallen, beträgt der Wasserverlust 1,2 Liter pro Stunde. Dadurch fliessen auf ein Jahr gesehen rund unglaubliche 10 Kubikmeter Wasser, ungenutzt wohlverstanden, in die Kanalisation. Auch der Energieverlust ist innert diesen tropfenden 12 Monaten mit etwa 500 kWh verhältnismässig gross. Ein Fahrzeug mit Hybridantrieb (Verbrauch 40 kWh pro 100 km) fährt mit 500 kWh zirka 1250 km weit oder eine Person fliegt Economy Class von Zürich nach Mailand Malpensa. Quelle: Ecoglobe Schweiz


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Das Leckwarngerät «Wassermaus» sollte nur zur Überwachung von Apparaten und Gerätschaften zum Einsatz kommen, welche während der Benutzung einen Wasserschaden erzeugen können wie zum Beispiel eine Küchenarmatur mit Auszugsbrause.

b) Wasser-Stop-Signal Dieses Produkt ist ein einfaches und kompaktes Leckwarngerät mit optionalen Anpass- und Erweiterungsmöglichkeiten. Es besteht aus einem Elektronikteil und einer korrosionsbeständigen Fühlersonde. Das Leckwarngerät wird am Stromkreis angeschlossen und die Fühlersonde gemäss Anleitung platziert. Sobald die Sonde mit Wasser in Berührung kommt, ertönt ein pulsierendes akustisches Signal. Das «Wasser-Stop-Signal» sollte nur zur Überwachung von Anlagen und Geräten zum Einsatz kommen, welche während der Benutzung einen Wasserschaden hervorrufen können wie beispielsweise eine Küchenarmatur mit Auszugsbrause.

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c) Wasser-Stop-Alarm

Dies ist ein Leckwarnsystem mit ebenfalls optionalen Anpass- und Erweiterungsmöglichkeiten. Es besteht ebenfalls aus dem Elektronikteil und einer korrosionsbeständigen Fühlersonde. Bei Wasseraustritt erfolgt eine Fernsignalisation der Alarmmeldung, abgestimmt auf die Kundenbedürfnisse. Der Wasser-Stop-Alarm kann zur Überwachung von Spezialräumen verwendet werden, bei denen eine visuelle oder akustische Alarmierung in der Anlage erfolgt. Über eine Schnittstelle kann das Gerät auch in ein Gebäudeleitsystem integriert werden. ■ In einer nächsten Ausgabe von HK-Gebäudetechnik wird die Produktegruppe «Wasserabsteller» vorgestellt. Diese Geräte können nicht nur alarmieren, sondern auch das Wasser abstellen. www.wasserhahn.ch

Wasser-Stop-Signal: Dieses Alarmgerät ist ein kompaktes Leckwarngerät mit optionalen Anpass- und Erweiterungsmöglichkeiten.

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Motorkugelhahn-Reihe «Ticosan» mit SVGW-Trinkwasserzulassung ■ Die Sanitärbranche in der Schweiz kann sich freuen. Es gibt wieder einen voll SVGW-trinkwasserzertifizierten Motorkugelhahn auf dem Markt: das innovative Motorkugelhahn-Sortiment «Ticosan» von Ticom. Die brandneue Produktlinie ist SVGW-zertifiziert und konzipiert zur freien Verwendung in Trink- und Warmwassersystemen und als 2Weg sowie 3-Weg mit L- und TBohrung in den Dimensionen ½" DN15 bis 2" DN50 erhältlich. Sie vereint die technischen Vorteile, die bewährte Qualität und die Langlebigkeit der Ticom-Kugelhähne mit höchst attraktiven Preisen. Typisch für einen Kugelhahn liefert Ticosan maximale Durchflusswerte, kompakte Einbauabmessungen und langjährige Zuverlässigkeit. Er ersetzt nicht nur bisher eingesetzte Armaturen in der Sanitär-Systemtechnik, sondern eröffnet auch neue Anwendungsmöglichkeiten. Durch die konstruktionsbedingten Vorteile ei-

nes Kugelhahns kann die Effizienz einer ganzen Anlage gesteigert werden. Die Motorisierung erfolgt durch das bekannte und umfangreiche Ticom-Antriebsortiment, wodurch für jede Anwendung die richtige Antriebslösung zur Verfügung steht. Natürlich arbeitet der Ticosan-Motorkugelhahn garantiert wasserschlagfrei. Anwendungsbereiche sind zum Beispiel automatische Sicherheitsabsperrungen in Trinkwasserleitungen oder zeitgesteuerte Hygienespülungen zur Verhinderung von Keimen in Trinkwassersystemen. Überall dort, wo über Jahre hinweg zuverlässige Leistung zählt, kann man sich auf die Ticosan Trinkwasserkugelhähne verlassen. Heute werden für Anwendungen im Trinkwasserbereich oft Hub- oder Magnetventile verwendet. Ticosan fügt sich perfekt in die bestehende Sanitär-Systemtechnik ein und ist die einzige SVGW-zertifizierte Armatur dieser Art auf dem Markt. Lieferbar ab sofort. ■

Motorkugelhähne «Ticosan» für Trinkwarm- und Kaltwasser.

Ticom GmbH, Tel. 044 763 40 10 www.ticom.ch www.trinkwasser-kugelhahn.ch

Grundfos Scala 2 – montage- und bedienerfreundlich, flüsterleise

Kompaktes und effizientes Hauswasserwerk Die neueste vielseitig einsetzbare Grundfos-Lösung für die Wasserversorgung in Haus und Garten verfügt über einen flüsterleisen und hocheffizienten Permanentmagnetmotor. ■ Mit dem neuen Hauswasserwerk Skala 2 bietet Grundfos eine besonders kompakte, vielseitig einsetzbare Lösung für die Wasserversorgung in Haus und Garten (aus den Ressourcen Regen- und Brunnenwasser). Dank einer Konstantdruckregelung kommt die Anlage ohne klobigen Membrandruckbehälter aus und braucht nur ein Viertel so viel Platz wie ein vergleichbares herkömmliches Hauswasserwerk mit 24 oder 60-Liter-Membrandruckbehälter. Der wassergekühlte, flüsterleise hocheffiziente Permanentmagnetmotor liefert die gleiche hydraulische Leistung wie ein traditionelles Hauswasserwerk. Konstantdruckregler Ein zentraler Vorteil des neuen Hauswasserwerkes ist die komfortable Konstantdruckregelung. Durch den integrierten Frequenzumrichter kann der Druck am Austritt der Pumpe auch bei schwankenden Vordrücken oder Abnahmen konstant gehalten werden. Der gewünschte Druck lässt sich am Bedienpanel stufenweise von 1,5 bis 5,5 bar einstellen. Dank der Kon-

stantdruckregelung benötigt die Scala 2 auch keinen grossen Membrandruckbehälter. Sie kommt mit einem sehr kleinen (0,6 l) integrierten Steuerbehälter aus, der Kleinstleckagen, z. B. einen tropfenden Wasserhahn, kompensiert. Effizienter Permanentmagnetmotor Als Antrieb dient ein hocheffizienter, flüsterleiser Permanentmagnetmotor, der für sehr geringe Energiekosten sorgt. Die Förderleistung von 45 m Hmax bzw. 4 m³/h Qmax deckt die typischen Anforderungen im Hausbereich ab. Während herkömmliche Hauswasserwerke dafür jedoch eine Leistungsaufnahme von über 1000 Watt benötigen, kommt die Scala2 mit maximal 550 Watt aus, im minimalen Betriebspunkt sogar nur 10 Watt. Montagefreundlich, leise Die Scala 2 ist montage- und bedienerfreundlich konstruiert. Sie kann werkzeuglos installiert werden, alle Anschlüsse lassen sich mit der Hand festziehen und bei Bedarf um fünf Grad

Die aus hochwertigen Werkstoffen gebaute Scala 2 ist montage- und bedienerfreundlich konstruiert.

schwenken. Durch die geringe Leistungsaufnahme sind in der Regel keine elektrischen Umbauarbeiten nötig. Für Inbetriebnahme und Bedienung steht ein übersichtliches, intuitives Bedienpanel zur Verfügung. Ungewöhnlich für diese Geräteklasse ist die umfangreiche Sicherheitsausstattung. Die Scala 2 verfügt über integrierte Schutzfunktionen gegen typische Gefahren wie Unter/Überspannung, Motorblockade, Trockenlauf und Wassermangel, Überdruck sowie zu hohe Umgebungstemperatur und besitzt eine Frostschutzwarnung. Ausserdem gibt es einen anwählbaren Überflutungsschutz (max. 30 min Dauerbetrieb). Ein weiterer Vorteil der Anlage ist der geräuscharme Betrieb. Durch ein stabiles Aluminiumgehäuse, variable Drehzahl und die lüfterlose Motorkühlung reduziert sich die Geräuschentwicklung auf ca. 47 dB(A), weniger als eine moderne Geschirrspülmaschine. ■

GRUNDFOS Pumpen AG Tel. 044 806 81 11, www.grundfos.ch


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Eine innovative Installationstechnik für die Wand

Neue Modelle von arwa-twinplus Die Armaturenlinie arwa-twinplus wurde neu ergänzt mit eleganten, äusserst dezenten Wandarmaturen sowie einem Duschenmischer. Besonders erwähnenswert ist die innovative Installationstechnik. Dank der Unterputzeinheit Simibox 1-Point sind nur noch marginale bauliche Veränderungen an der Wand vorzunehmen. Quelle: Similor, Bearbeitung Franz Lenz

■ Logische Übergänge und Materialeffizienz prägen die neue Armaturenserie arwa-twinplus. Die ikonische Form der Waschtisch- und Duschenmischer – entworfen von Andreas Dimitriadis, platinumdesign – strahlt eine architektonische Zurückhaltung aus. Was sie – nebst ihrer benutzerfreundlichen Bedienung – zu einem wertvollen Designelement im modernen Badezimmer macht. Neu ergänzen elegante und äusserst schlanke Wandarmaturen sowie ein Duschenmischer das Sortiment. Montiert werden sie mit der sehr kleinen und innovativen Unterputzeinheit Simibox 1Point.

Versteckte Wasseranschlüsse Die neuen Wandmischer mit Ausladung 175 oder 225 mm und schwenkbarem Auslauf sowie der neue Duschenmischer arwa-twinplus, werden mit der ebenfalls neuen Simibox 1-Point montiert. Waren bei Wandarmaturen bisher Wasseranschlüsse mit einem Abstand von 120 oder 153 mm nötig, verbergen sich diese bei der Simibox 1-Point unter einer Wandrosette mit einem Durchmesser von nur 60 mm. Die Steuerpatrone befindet sich im Armaturenkörper. So findet die Mischung von Warmund Kaltwasser nicht in der UnterputzEinheit, sondern direkt im Armaturenkörper statt. Die Simibox 1-Point erlaubt somit, noch schlankere und schmalere Armaturenkörper zu designen und dem Badezimmer damit ein noch puristischeres Aussehen zu verleihen.

Ein Plus für den Installateur Für die mühelose Installation bietet Similor das neue Unterputzsystem Simibox 1-Point an. Simibox 1-Point ist lediglich 82 x 82 mm gross und damit das erste kompakte Unterputz-System auf dem Markt. Die geringe Grösse hat zur Folge, dass bei der Wandmontage nur marginale bauliche Veränderungen anfallen. Der Messingkörper der Simibox 1-Point ist in einem kompletten Guss gefertigt und vereint den Auslauf und

Die neuen Wandmischer arwa-twinplus werden mit dem ebenfalls neuen Unterputzsystem Simibox 1-Point montiert. Waren bei Wandarmaturen bisher Wasseranschlüsse mit einem Abstand von 120 oder 153 mm nötig, verbergen sich diese bei der Simibox 1-Point unter einer Wandrosette mit einem Durchmesser von nur 60 mm.

die Regulierung an einem Ort. Das System basiert auf einer klugen Technik, verfügt über praktische Montagehilfen und lässt sich ohne grossen Aufwand vor oder hinter der Wand montieren. Der Arbeitsablauf und die Installation bleiben, unabhängig von der Montageart, weitgehend dieselben. Ist die Simibox 1-Point installiert, wird das arwatwinplus Dekor ganz einfach auf den Einbaukörper gesteckt und mit einer Schraube sicher befestigt.

nutzung auch durch unerwartete positive Aspekte überrascht, ist für Andreas Dimitriadis ein perfektes Produkt. In diesem Sinne gestaltet der Inhaber des Designstudios platinumdesign mit seinem Team aus Designern, CAD-Spezialisten und Modellbauern ausdrucksvolle Produkte, die dem Kunden einen Mehrwert bieten, ihn emotional ansprechen, die Qualität des Produktes visualisieren und ein starkes Markenvertrauen aufbauen. ■

Technische Extras für Umweltbewusste

www.similor.ch

Die neuen arwa-twinplus Wandmischer für den Waschtisch sind mit einer Patrone ausgestattet, mit der sich Wassermenge und Temperatur limitieren lassen. Beide Modelle erfüllen, dank ihrer umweltschonenden Technik, die Anforderungen der Energieetikette «A» vom Bundesamt für Energie BFE, Energie Schweiz.

Die Handschrift von platinumdesign Charakterstarkes Design mit Pfiff: Ein Produkt, das die Erwartungen der Käufer nicht nur erfüllt, sondern bei der Be-

Die Duschenarmatur arwa-twinplus 1-Point komplettiert das puristische Sortiment und bietet sich für ein durchgängiges Designkonzept im Badezimmer an. (Fotos: arwa)


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Superflexibler Unterputz – seit 15 Jahren ein Kinderspiel ■ Einfach, schnell, sicher und flexibel Unterputz installieren: Die «iBox universal» von Hansgrohe feiert ihr 15-jähriges Jubiläum. Als wahres Multi-Talent erleichtert sie die Unterputz-Montage von über 200 Armaturen-Fertigsets aus dem breiten Hansgrohe-Produktsortiment. Die ersten Installateure kamen nach der Fachmesse ISH 2001 in den Genuss der vielen Vorteile der iBox universal. «Die Idee war einfach und praktisch: Eine Installationseinheit Unterputz montiert, an welcher der Installateur alle Wasserträume anschliessen kann – und zwar ohne jedes Mal das ganze Badezimmer in eine Baustelle zu verwandeln», erinnert sich der iBox universal-Erfinder Alois Schönweger, Leiter des Technischen Service Centers bei Hansgrohe. Die Hansgrohe iBox universal orientiert sich optimal an den professionellen Anforderungen in der Praxis. Abgestimmt auf alle gängigen Installationssysteme, Anschlussarten und

Fittings lässt sich die rotationssymmetrisch aufgebaute Box montagefreundlich auf oder in die Wand, vor der Wand, auf einem Trägersystem, an Fertighaus-Montageplatten oder mit einem Montageschienenset anbringen. Der patentierte flexible Verstellring hilft dabei, unterschiedliche Einbautiefen zu realisieren. Zudem ist die Hansgrohe-iBox universal absolut wasserdicht und schallentkoppelt. Für problematische Einbausituatio-

nen gibt es verschiedene Zubehörlösungen, etwa bei zu tiefem oder zu flachem Einbau oder bei vertauschten Warm/Kalt-Anschlüssen. 16 Funktionen, 200 Armaturen Eine Vielzahl von Fertigsets und Anwendungen sind auf die iBox universal zugeschnitten. Inzwischen ist es den Installateuren möglich, nach dem Baukastenprinzip für über 200 verschiedene Armaturenvarianten (Marken AXOR, Hansgrohe) densel-

Die seit 15 Jahren millionfach bewährte Hansgrohe iBox universal eignet sich für nicht weniger als 200 verschiedene Armaturenvarianten.

ben Grundkörper einzubauen. Die Zahl der auf den Grundkörper passenden Funktionen beläuft sich inzwischen auf 16 Funktionslösungen. Damit haben Sanitärinstallateure gleich mehrere Vorteile: Die grosse Auswahl an Design und Funktionen kann den Kunden offeriert werden. Gleichzeitig kann mit der Entscheidung für den Einbau des passenden Fertigsets bis zum letzten Moment zugewartet werden. Das Video zum Produkt Das Installations-Video ShowerSelect informiert über die einzelnen Schritte der Demontage des alten Funktionsblocks und über den Einbau und Fixierung eines neuen Funktionsblocks sowie der nachfolgenden Montage der Trägerrosette und der Armaturen. http: //bit.ly/2hfJlKl ■

Hansgrohe AG Tel. 043 960 07 70 ww.hansgrohe.ch

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SK Citypro S – dynamisches Design für jedes Budget

Junges und ungezwungenes Konzept Die Badarmaturenlinie SK Citypro zeigt, dass faszinierendes Design und hohe Funktionalität keine Frage des Preises sind. Jetzt erhält die beliebte Serie der Marke Similor Kugler Zuwachs. Mit SK Citypro S hält ein dynamisches Design Einzug ins Badezimmer. ■ Schönes Design muss nicht zwingend mit teuren Produkten assoziiert werden. Das beweist die Badserie SK Citypro. Mit ihren eleganten und handschmeichlerischen Formen trifft die Armaturenlinie den Zeitgeist der modernen Wohnkultur. Frischen Wind ins heimische Badezimmer bringt jetzt die neue Linie SK Citypro S. Die Waschtisch-, Bade- und Duscharmaturen stehen für Schlichtheit und Individualität. Wobei der neue Bedienhebel das Besondere der Serie SK Citypro S ausmacht. Sein frisches und markantes Design überrascht mit einem sanften und drehfreudigen Bediengefühl. Zusammengefasst entspricht die neue Serie den Designansprüche junger und junggebliebener Bauherren, erfüllt höchst funktionelle und umweltfreundliche Ansprüche und ist für jedes Budget geeignet.

Die markante Form des Bedienhebels der neuen Badarmaturenserie SK Citypro S liegt angenehm in der Hand und überrascht mit einem sanften und drehfreudigen Bediengefühl. (Fotos: Similor Kugler)

Die Armaturenlinie für das Komplettbad Die Armaturenserie SK Citypro S ist eine Komplettlinie für den Badbereich. Sie umfasst verschiedene Waschtischmischer, einen Bidetmischer, passende Bade- und Duscharmaturen mit mechanischem Mischer sowie Unterputzmischer für die Badewanne und die Dusche. SK Citypro S ermöglicht eine durchgängige, akzentuierte Badgestaltung, zum Beispiel kombiniert mit der Objektserie Laufen Pro S von Keramik Laufen.

Die neue Armaturenserie SK Citypro S ist eine Komplettlinie für den Badbereich und ermöglicht eine durchgängige, akzentuierte Badgestaltung.

Umweltfreundliche Produktion und Technik Bei der Entwicklung von SK Citypro S haben die verantwortlichen Designer ein besonderes Augenmerk auf die umweltfreundliche Herstellung gelegt: Dank der Armaturengrösse, der Form- und Liniengebung sowie dem technischen Innenleben lässt sich der Materialund Energieverbrauch bei der Herstellung auf ein Minimum reduzieren. Alle Modelle der SK Citypro S-Linie sind mit der Funktion Eco ausgestattet. Diese integriert eine Heisswasser- und Mengenbremse, die den Wasser- und Energieverbrauch um bis zu 30 % reduziert. Die Waschtischmischer 110 und

140 mm sind auch mit der Funktion Eco+ erhältlich. Der zusätzliche Vorteil bei Eco+ besteht darin, dass durch die Grundstellung des Bedienhebels im Kaltwasserbereich kein ungewollter Heisswasser- und somit auch Energiekonsum entsteht. Sämtliche Waschtischmischer, Duschen- und Bademischer erfüllen die Anforderungen der Energieetikette «A» vom Bundesamt für Energie BFE, Energie Schweiz. Durchgängiges Design für Bad und Küche Wichtig zu wissen: Die neuen SK Citypro S Badarmaturen passen perfekt zur gleichnamigen Küchen-Serie. Architekten, Planer und Endkonsumenten erhalten damit eine ganzheitliche Designlinie für Bad und Küche. ■ Similor AG Tel. 061 765 73 33 www.similor.ch


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Für flauschig warme Frotteewäsche und wohlige Atmosphäre

Der grosszügige Abstand zur Wand schafft Platz für mehrere Tücher. Zur Auswahl stehen Modelle mit eckigen oder mit runden Profilen, in Weiss, verchromt oder in trendigen Erdfarben. (Foto: Richner)

■ Obwohl das Badezimmer im Winter wie im Sommer der meistbeheizte Raum ist, schätzen es alle, sich nach dem Duschen oder Baden mit wohlig warmer Frotteewäsche abzutrocknen. Neu bieten die hochwertigen Heizkörper aus dem ProCasa-Sortiment von Richner eine wunderbare Möglichkeit, sich diesen Luxus in die eigenen vier Wände zu holen. Die Heizkörper vermitteln eine lockere, moderne Optik und der grosszügige Abstand zur Wand schafft Platz für mehrere Tücher. Zur Auswahl stehen Modelle mit eckigen oder mit runden Profilen, in Weiss, verchromt oder in trendigen Erdfarben. Alle Ausführungen sind entweder mit einem programmierbaren Funk-Thermostat oder mit einem manuellen Thermostatregler erhältlich.

Über Baubedarf-Richner-Miauton Richner ist ein Spezialist für Inneneinrichtungen mit einem umfangreichem Sortiment an Bädern, Parkett sowie keramischen Wand- und Bodenplatten. Die Marke bietet an 40 Standorten in der Deutschschweiz, in Ausstellungen und Abholshops kompetente Fachberatung und ein umfangreiches Sortiment an hochwertigen Produkten. Richner gehört zum Bauhandelsunternehmen CRH Swiss Distribution, das in der Deutschschweiz unter BaubedarfRichner-Miauton auftritt. ■ Baubedarf-Richner-Miauton Tel. 031 370 48 40 www.baubedarf-richner-miauton.ch www.better-living.ch

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Dauerhafter Werterhalt auch bei starker Beanspruchung

Laufen Clean Coat: Schutzschild für die Badkeramik Sauberkeit und Hygiene entscheiden darüber, wie wohl sich Badbenutzer fühlen und welchen Eindruck das Bad bei Besuchern hinterlässt – das gilt sowohl für private Badezimmer als auch für öffentliche Einrichtungen. den vom Wasser viel einfacher weggespült. Anders als beim sogenannten Lotos-Effekt findet damit bereits eine Eigenreinigung statt, denn das Wasser haftet und fliesst auf der Oberfläche, statt wirkungslos abzuperlen. Das freut auch die Umwelt, denn insgesamt werden weniger Reinigungsmittel benötigt.

Der Oberflächenrauheitswert von Laufen Clean Coat (LCC) liegt weit unter 0,01 µm. Die Keramik-Veredelung von Keramik Laufen ist damit fast doppelt so glatt wie herkömmliche Beschichtungen. (Bilder: Keramik Laufen)

■ Gerade im Bad fallen Schmutzränder, Schlieren und Kalkablagerungen schnell unangenehm auf – ein Tabu für jeden Benutzer und ein Kostenfaktor überall dort, wo Reinigungspersonal zeitintensiv eingesetzt werden muss. Als Lösung für diese Fälle bietet Keramik Laufen für seine Keramiken die innovative schmutzabweisende Oberflächenveredelung Laufen Clean Coat (LCC) an, die für ihre innovativen Eigenschaften mit dem iF Material Design Award 2012 prämiert wurde. LCC wurde in intensiver Forschungstätigkeit von Keramik Laufen entwickelt. Es wird in einem

hoch entwickelten Verfahren auf die Keramik aufgebracht und in einem zweiten Brand mit ihr verschmolzen. Dadurch ist die Keramik optimal vor Abnutzung geschützt. Aufgrund der speziellen Eigenschaften des natürlichen, anorganischen Materials werden selbst winzigste Poren der Keramikglasur perfekt versiegelt: Der Oberflächenrauheitswert von LCC liegt weit unter 0,01 µm. Die innovative Keramik-Veredelung ist damit fast doppelt so glatt wie herkömmliche Beschichtungen. Auf dieser äusserst glatten Oberfläche finden Schmutzpartikel, Kalk, Fett und Bakterien kaum Halt und wer-

Ausserdem sorgen diese «hydrophil» genannten Eigenschaften von LCC auch dafür, dass sich Mittel zur Reinigung und Desinfektion besser auf der Oberfläche verteilen und effizienter wirken können. Selbst aggressive Reinigungsmittel können der extrem harten und robusten Oberfläche nichts anhaben, als eingebrannte Glasur ist LCC resistent gegen fast alle chemischen Substanzen. Ihr Einsatz empfiehlt sich daher besonders im Objektbereich, zum Beispiel in hochfrequentierten Sanitärräumen auf Flughäfen, in Schulen, Krankenhäusern und Hotels. Gerade hier muss alles hygienisch und sauber sein, die

Kosten für Reinigung und Instandhaltung müssen jedoch so gering wie möglich gehalten werden. Ein weiterer Pluspunkt von LCC ist seine Fähigkeit, die natürliche Schönheit und das strahlende Weiss der Keramik über viele Jahre zu erhalten – sie wirkt frischer und brillanter. Selbst bei stark beanspruchten Sanitärkeramiken sorgt LCC damit für dauerhaften Werterhalt. Das gibt Architekten und Objektbetreibern zusätzliche Investitionssicherheit, ist aber auch ein Umweltschutzaspekt – denn je höher die Lebensdauer eines Produkts, desto länger wird es verwendet. Selbstverständlich lassen sich mit LCC veredelte Keramiken aber auch problemlos recyceln, denn seine Rezeptur besteht ausschliesslich aus natürlichen Materialien. ■

Keramik Laufen AG Tel. 061 765 71 11 www.laufen.ch

Auf der extrem glatten Oberflächenglasur finden Kalk, Schmutz und Bakterien kaum Halt und werden meist schon beim Abfliessen des Wassers weggespült.


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Agenda | Berufsbildung

Permanente Agenda Anmeldung

(Bitte informieren Sie sich auch unter www.hk-gebaeudetechnik.ch/agenda. Änderungen vorbehalten.)

Thema/Ort

Tagungen Energie Schweiz/Energie-Apéros Aargau Energie-Apéros im Kanton AG: 5400 Baden, Tel. 056 222 41 81 Energy Cloud – Luftschloss oder smarte Zukunft? Anmeldung: www.energieaperos-ag.ch Zeit: jeweils 17.30 – 19.30 Uhr

Datum

7. März 2017, Aarau 9. März 2017, Lenzburg

Geschäftsstelle KNX Swiss Tel. 052 202 72 60 www.knx.ch

KNX Swiss: Generalversammlung 2017 im Coop-Verteilzentrum Schafisheim. Referate: News KNX International, Altersvorsorge. Generalversammlung KNX Swiss, Führung Coop Logistikzentrum, Donnerstag, 9. März 2017, 13 – 20 Uhr

9. März 2017

ZHAW/Institut für Facility Management 8820 Wädenswil, www.zhaw.ch/ifm

Einladung FM-Days, Präsentation Master-Arbeiten, Referate intern. FM-Forscher

10. März 2017

Weishaupt AG, www.weishaupt-ag.ch

15. WIF, Weishaupt-Ingenieur-Fachzirkel 2017, Umwelt Arena Spreitenbach

15. März 2017

GNI, Gebäude Netzwerk Initiative www.g-n-i.ch

GNI-Seminar: Das modernste Bettenhaus der Schweiz. Erfahrungen seitens Bauherrschaft. 17.00 – 18.30 Uhr, Stadtspital Triemli, 8063 Zürich

16. März 2017

Schäfer Partner AG 5600 Lenzburg, Tel 062 888 88 44 www.energie-gipfel.ch

17. Energie-Gipfel Kanton Aargau Infos zu Energie- und Klimapolitik. Frühstücksveranstaltung. Donnerstag, 6.45 – 9.55 Uhr, Kultur- und Kongresshaus Aarau

16. März 2017

suissetec, Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband rene.stuessi@suissetec.ch Tel. 043 244 73 32, www.suissetec.ch

14. suissetec-Spenglertag 2017 Fachtagung für Spengler, Planer, Architekten mit Fachreferaten und Ausstellung. Neu: Vorabendprogramm, Dienstag-Abend (ab 17.30 Uhr), 21. März und Mittwoch, 22. März 2017, 9 – 16 Uhr, Kursaal Bern (alle 2 Jahre)

Dienstag-Abend, 21. März und Mittwoch 22. März 2017

Hochschule Luzern – Zentrum für Integrale Gebäudetechnik (ZIG), 6048 Horw, www.hslu.ch/planerseminar Tel. 041 349 35 15

13. ZIG-Planerseminar Für ein breites Fachpublikum aus den Bereichen Architektur, Energie und Gebäudetechnik sowie aus verwandten Disziplinen. Mittwoch, 22. März 2017 / 13.30 – 17.30 Uhr in Horw. Anmeldung: franziska.rosenberg@hslu.ch

22. März 2017

energie-cluster.ch

Bauen/Sanieren/Energie/Wirtschaftlichkeit, Tageskurs für Immobilien- und Finanzfachleute, 23. März 2017 Zürich oder 10. Mai 2017 Bern

23. März 2017

Swissolar, www.swissolar.ch

15. Nationale Photovoltaik-Tagung. Gipfeltreffen der Photovoltaikbranche: neueste Erkenntnisse aus Forschung und Technologie, Lausanne.

23. – 24. März 2017

Uni St. Gallen, Tel. 071 224 21 04 energymanagement@unisg.ch www.erdgastagung.ch

Erdgastagung 2017 der Universität St.Gallen: Infrastruktur Herausforderungen der Gaswirtschaft. Freitag, 9 – 17 Uhr, Kantonsratssaal St.Gallen

24. März 2017

VSE, VSG, Städteverband, OKI, Swisspower AG www.stadtwerkekongress.ch

1. Schweizerischer Stadtwerkekongress Freitag, 8 – 17 Uhr, Kongresshaus Biel

31. März 2017

Kurse energie-cluster.ch

Komfortlüftung, 4-Tages-Kurs für Planer, Installateure, Systemanbieter

3./4./31.3. + 1.4. 2017

Holzenergie Schweiz, 8005 Zürich Tel. 044 250 88 13, jost@holzenergie.ch ww.holzenergie.ch www.pelletsexperte.ch

Weiterbildung PelletsExperte, 1-Tag-Kurs, Zielgruppe: Fachkräfte aus der Planungs- und Installationsbranche, Kursinhalt:Theoretisches und praktisches Fachwissen zur Holzenergie, Installation und Wartung von Pelletsheizungen

23. März 2017 Burgdorf BE 31. März 2017 Bänikon/ Schmidshof TG 5. April 2017 Buttisholz LU

Messen www.messefrankfurt.com www.ish.messefrankfurt.com

ISH 2017: Weltleitmesse Erlebniswelt Bad, Gebäude-, Energie-, Klimatechnik, Er- 14. – 18. März 2017 neuerbare Energien, Frankfurt am Main (alle 2 Jahre)

www.bauen-wohnen.ch

12. Bauen + Wohnen, Tägi Wettingen

MCH Messe Schweiz (Basel) AG Tel. 058 Ineltec 2017: 206 32 04, www.ineltec.ch Schw. Messe für intelligente Gebäudetechnologie. Basel, Halle 1

6. – 9. April 2017 12. – 15. September 2017


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IMPRESSUM HK-Gebäudetechnik 15. Jahrgang, Nr. 2, Februar 2017 (43. Jahrgang HeizungKlima), erscheint monatlich. www.hk-gebaeudetechnik.ch, ISSN 1016-5878 Auflage + Verbreitung WEMF/SW-Beglaubigung 2016 Druckauflage 8500 Ex.* Total verbreitete Auflage: 7201 Ex. Davon verkauft: 2481 Ex. * inkl. Probe- und Werbeexemplare, Veranstaltungen und Messen Herausgeberin AZ Fachverlage AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Tel. 058 200 56 50, Fax 058 200 56 61 Geschäftsführer: Roland Kühne Leiterin Zeitschriften: Maike Juchler Redaktion AZ Fachverlage AG, HK-Gebäudetechnik Neumattstrasse 1, Postfach, CH-5001 Aarau. Peter Warthmann, Chefredaktor, Tel. 058 200 56 15, peter.warthmann@azmedien.ch Manuel Fischer, Redaktor, Tel. 058 200 56 11, manuel.fischer@azmedien.ch Ständige externe Fachredaktoren: Christian Bärtschi, Bernd Genath, Alan Hawkins, Franz Lenz, Anita Niederhäusern, Wolfgang Schmid, René Senn, Martin Stadelmann, Martin Stöckli, Andreas Walker, Jürg Wellstein, Andreas Widmer, Daniela Hochradl-Wohlgemuth Redaktioneller Beirat Marco Andreoli, Vorsitzender der Geschäftsleitung, CTA AG, Münsingen. Domenico Autuori, Manager of Trainingcentre & Laufen Forum, Keramik Laufen AG und Similor AG, Laufen. Daniel Bader, Leiter Kommunikation, R. Nussbaum AG, Olten.

Stephan Muntwyler, Geschäftsführer Gabs AG, Tägerwilen. Richard Osterwalder, Geschäftsleiter Weishaupt AG, Geroldswil, Mitglied GebäudeKlima Schweiz. Beat Scherrer, Geschäftsführer Scherrer Metec AG, Zürich. Beat Waeber, Mitglied Zentralvorstand suissetec. Copyright Mit der Annahme von Manuskripten durch die Redaktion und der Autor-Honorierung durch den Verlag erwirbt der Verlag das Copyright und insbesondere alle Rechte zur Übersetzung und Veröffentlichung der entsprechenden Beiträge in anderen verlagseigenen Zeitschriften sowie zur Herausgabe von Sonderdrucken. Für unverlangt eingesandte Text- und Bildunterlagen übernimmt die Redaktion keine Gewähr. Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet. Redaktionelle Beiträge Produkte-Hinweise werden kostenlos abgedruckt, Auswahl erfolgt durch die Redaktion. Bezahlte Beiträge werden mit «Publireportage» oder «Anzeige» gekennzeichnet. Leitung Werbemarkt: Jean-Orphée Reuter, Tel. 058 200 54 46 Anzeigenleitung /Kundenberatung Rolf Niederberger, Tel. 058 200 56 18, rolf.niederberger@azmedien.ch Nicole Lüscher, Tel. 058 200 56 42, Fax 058 200 56 61, nicole.luescher@azmedien.ch Anzeigentarif unter www.hk-gebaeudetechnik.ch Leitung Online und Marketing: Christine Ziegler Aboverwaltung, Abonnemente Tel. 058 200 56 50, abo@hk-gebaeudetechnik.ch Preis Jahres-Abonnement: Fr. 138.– (inkl. MwSt.) Abo-Bestellung: www.fachtitel.ch Layout/Produktion: Pia Zimmermann Korrektorat: Ruedi Tschumi

Druck: Vogt-Schild Druck AG, 4552 Derendingen Kooperation mit folgenden Verbänden: Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband (suissetec), 8021 Zürich, Tel. 043 244 73 00, www.suissetec.ch GebäudeKlima Schweiz, Verband für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, 4603 Olten, Tel. 062 205 10 66, www.gebaeudeklima-schweiz.ch energiecluster.ch, www.energiecluster.ch FWS, Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz, Bern, www.fws.ch Schweizerischer Verband für Wärmekraftkopplung (WKK-Fachverband), www.waermekraftkopplung.ch Schweizerischer Stahl- und Haustechnikhandelsverband SSHV, 4010 Basel, www.sshv.ch Swissolar, www.swissolar.ch GNI Gebäude Netzwerk Initiative, Zürich, www.g-n-i.ch MeGA, Fachverband der Gebäudeautomationsplaner der Schweiz, c/o ADZ, Luzern, www.mega-planer.ch KGTV, Konferenz der Gebäudetechnik-Verbände, www.kgtv.ch KNX Swiss, www.knx.ch VDSS, Verein dipl. Spenglermeister Schweiz, www.vdss.ch Ein Produkt der

Verleger: Peter Wanner, CEO: Axel Wüstmann www.azmedien.ch Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB (Stand 31.12.2014): AZ Anzeiger AG, AZ Verlagsservice AG, AZ Fachverlage AG, Atmosphären Verlag GmbH, AZ Management Services AG, AZ Regionalfernsehen AG, AZ TV Productions AG, AZ Zeitungen AG, FixxPunkt AG, Belcom AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG, Vogt-Schild Druck AG, VS Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG, Dietschi AG, TrisCom-Media AG, Radio 32 AG, AZ Vertriebs AG, Zofinger Tagblatt AG

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Wir sind ein innovatives und langjährig erfolgreiches Unternehmen in der Region Solothurn und geniessen im Bereich Spenglerei, Flachdach, Sanitär, Heizung und Service eine führende Marktposition. Zur Ergänzung unseres Teams in der Abteilung Heizung/Lüftung suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung einen qualifizierten Heizungsinstallateur als

Chefmonteur Heizung 100%, Vorarbeiter

Ihre Hauptaufgaben: – Ausführung sämtlicher erforderlichen Arbeiten eines Heizungsinstallateurs – Baustellen als leitender Mitarbeiter organisieren und betreuen, Unterstützung des Projektleiters – Führen des Heizungspersonals auf der Baustelle – Ausbilden der Lernenden Unsere Anforderungen: – abgeschlossene Berufslehre als Heizungsinstallateur und einige Jahre Berufserfahrung – Kenntnisse über die gängigen Normen und Vorschriften und der Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien – Erfahrung im Bereich Komfortlüftung – Führerausweis Kat. B – Freude am Beruf und an der Teamarbeit, selbstständige Arbeitsweise, gepflegte Umgangsformen, Zielstrebigkeit und Führungsqualitäten werden vorausgesetzt Wir bieten: – gute Arbeitsbedingungen mit modern eingerichteter Infrastruktur – junges Mitarbeiterteam – eigenes Werk- und Fahrzeug – sichere Arbeitsstelle mit fortschrittlichen Sozialleistungen – gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten – Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen Interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung mit den gängigen Unterlagen und Foto. Schneitter AG Industriestrasse 6, 4513 Langendorf, Tel. 032 618 38 48, Fax 032 618 12 41 www.schneitter.ch, info@schneitter.ch

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Wir sind ein innovatives und langjährig erfolgreiches Unternehmen in der Region Solothurn und geniessen im Bereich Spenglerei, Flachdach, Sanitär, Heizung und Service eine führende Marktposition. Zur Ergänzung unseres Teams in der Abteilung Heizung/Lüftung suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung eine/n

Gebäudetechnikplaner/in Heizung 60% – 100% Ihre Hauptaufgaben: – Projektierung, Ausschreibung, Planung und Umsetzung von Heizungsanlagen – CAD-Planbearbeitung auf Plancal Nova in 2D und 3D – Ausbildung des Lernenden Gebäudetechnikplaners Unsere Anforderungen: – abgeschlossene Berufslehre als Gebäudetechnikplaner/in und mindestens 4 Jahre Berufserfahrung – Erfahrung im Umgang mit CAD – selbstständige, zielorientierte und genaue Arbeitsweise – kommunikative und flexible Persönlichkeit Wir bieten: – gute Arbeitsbedingungen mit modern eingerichteter Infrastruktur – junges Mitarbeiterteam – sichere Arbeitsstelle mit fortschrittlichen Sozialleistungen – gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten – Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen Interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung mit den gängigen Unterlagen und Foto. Schneitter AG Industriestrasse 6, 4513 Langendorf, Tel. 032 618 38 48, Fax 032 618 12 41 www.schneitter.ch, info@schneitter.ch

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