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www.hk-gebaeudetechnik.ch Fachzeitschrift für Energie, Wärme, Strom, Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Gebäudeautomation, Facility Management, Gebäudehülle, Spenglerei, Sicherheit, Sanitärtechnik, Wohnen

9 | 2015 | September

BMS-Forum Energieeffizienz HK-Gebäudetechnik wird empfohlen von

Die Witterung im 2. Quartal 2015

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Schwerpunkt: Speicherung Wärme/Strom 28

Rückblick WKK-Forum des Verbands V3E 48 Verbundlüfter für einzelne Zimmer

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Der aktuelle Stellenmarkt

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Editorial |

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Speicherung von Wärme und Strom ■ Von Strom als Energieform wird immer noch mehr gesprochen als von Wärme, obwohl die Wärme-Anwendungen beim Nutzenergiebedarf überwiegen. Mit Speichern für Wärme oder Elektrizität lassen sich verschiedene Energie-Systeme optimieren. Für die sinnvolle Nutzung der erneuerbaren Energien und generell im Zusammenhang mit der Energiewende spielen Speicher eine wichtige Rolle. Denn wir haben vor allem ein Energiemengen-Problem im Winter. Der Bedarf an Wärme und Elektrizität ist dann massiv grösser, als das Angebot an erneuerbaren Energien. Königsdisziplin ist deshalb die saisonale Speicherung, also das Puffern von Energie, die im Sommer und Herbst im Überschuss vorhanden ist, zur Verwendung nach Bedarf im Winter. Dabei gilt generell: heute gibt es noch viele Energie-Anwendungen, bei denen das Ausschöpfen von Einsparpotenzialen weit günstiger ist, als das Speichern der entsprechenden Energiemenge für den Winter. Beim Energiebedarf der Gebäude überwiegt ebenfalls der Nutzenergie-Anteil der Wärme. Einige sprechen deshalb von «Wärmewende» statt Energiewende. Und wir haben auch einfach ein Mengenproblem. Der heutige Winter-Wärmebedarf kann so nie sinnvoll aus nichtfossilen Speichern gedeckt werden. Deshalb sieht die Energiestrategie des Bundes auch mehr als eine Halbierung bis 2050 vor (vgl. Grafik S. 49). Speziell unsere Gebäude müssen also auf einen allgemein tieferen Wärmeverbrauch getrimmt werden. Und auch dann noch: Es ist eine Illusion zu glauben, man könnte die im Winter notwendigen Energiemengen generell als Strom speichern in Batterien oder umgewandelt in Pumpspeicherseen. Wir brauchen also auch grosse Wärmespeicher. Einige Speicher-Technologien haben sich bereits bewährt. Andere sind noch in Entwicklung (vgl. ab S. 28). Folgende Speicherarten scheinen heute kombiniert sinnvoll: Strom-Speicher in Form von Batterien als Kurzzeit-Speicher (Stunden bis Tage), WärmeSpeicher als Mittelfrist- und als Saison-Speicher (Tage bis Monate), sowie die Pumpspeicher und die Power-to-Gas-Technologie ebenfalls als Mittelfrist- bis Saison-Speicher. Zum Bereich Strom: Die Entwicklung scheint nicht mehr aufzuhalten. Die Gewinnung von Strom mit PV-Anlagen wird sich immer mehr verbreiten. Durch erfreuliche Entwicklungen (Technik Module/ Montagesysteme, sinkende Preise) in den letzten Jahren sind die Gestehungskosten für PV-Strom heute bei optimiertem Eigenverbrauchsanteil wirtschaftlich. Wenn die momentan tiefen Strom-Pro-

peter.warthmann@azmedien.ch

duktionspreise wieder ansteigen, wird die Nachfrage nach PV-Anlagen noch verstärkt. Der Netzbetrieb wird so immer mehr zu einer echten Herausforderung für die Energieversorgungsunternehmen. In der Rubrik Gebäudeautomation (S. 71 – 74) werden zwei Regelsysteme vorgestellt, die beide auf dem gleichen Prinzip beruhen: dezentral im Stromnetz werden Spannung und Frequenz als Steuergrössen gemessen. Damit kann der Zustand des Stromnetzes erkannt und mit Zu- oder Abschalten von Verbrauchern oder Batterien das örtliche Netz stabilisiert werden. Auch Kleinproduzenten können den mit PV-Anlagen erzeugten Strom lokal in Batterien zwischenspeichern, um ihn danach selber zu nutzen, anstatt ins Netz einzuspeisen. Bei sinkenden Batteriepreisen und mit optimierter Eigenverbrauchregelung wird es für PV-Anlagenbetreiber wirtschaftlich, ihren Eigenversorgungsgrad mit Hilfe von eigenen Speichern zu steigern. Der durchschnittliche Eigenverbrauchsanteil mit einer PV-Anlage kann so von ca. 30 % ohne Batteriespeicher auf bis 70 % mit Batteriespeicher angehoben werden. Optimaler wäre allerdings, wenn die Summe der Investitionen für die beste Entwicklung des Gesamtsystems eingesetzt würde. Dafür müsste die Politik eine bewusst gesteuerte Entwicklung anstreben, bei der im Sinn des ganzen Landes investiert wird in Kraftwerke und ins Stromnetz mit Quartier- und Grossspeichern. Ich verweise dazu nochmals auf das sehr lesenswerte Referat des Swissolar-Präsidenten Roger Nordmann unter www.hk-gt.ch, Beitrag «Rückblick PV-Tagung 2015». Dort ist auch eine anschauliche Grafik zur bewusst gesteuerten Entwicklung der Stromversorgung.

Peter Warthmann, Chefredaktor

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Inhaltsverzeichnis |

Energielabor für die STFW

Gebäudetechnik-Fachkräfte wollen an topmodernen Einrichtungen geschult werden. Im Juli konnte im Beisein zahlreicher Gäste aus der Branche das neue Gebäude-Energielabor der Schweizerischen Technischen Fachschule Winterthur (STFW) eingeweiht werden.

Diverse Rubriken 1 Editorial 4 Info 91 Berufsbildung, Messen, Tagungen 90 Agenda

28 – 41, 71 – 74

Schwerpunkt: Speicherung von Wärme und Strom

Mit der Speicherung von Wärme und Strom können viele Energiesysteme optimiert werden. Die grosse Herausforderung ist die saisonale Speicherung vom Sommer in den Winter. Beim Energiebedarf im Gebäudebereich überwiegt der Wärme-Anteil. Einige SpeicherTechnologien haben sich bereits bewährt. Andere sind noch in Entwicklung. So wie auch die Systeme zur Umwandlung von Strom in speicherbare Energieformen. Ab S. 71 werden zwei Regelsysteme vorgestellt, die u. a. mit Batterien das örtliche Stromnetz stabilisieren.

Info 4 Energieeffizienz aus unterschiedlichen Blickwinkeln

28 Speicherung thermischer Energie – zu diversen Materialien wird geforscht

8 Gebäude-Energielabor für die STFW

32 Schweizer Energietechnik in Deutschland

12 Die Witterung im zweiten Quartal 2015

92 Impressum 92 Stellenmarkt US 3 Firmen- und Inserentenverzeichnis

Energie/Wärme/Strom

Verbände 21 KMU’s auf Königsweg zur Energiewende

Die Unternehmerseite

35 Von der Vision zur Anlage: Hybridwerk Aarmatt ist in Betrieb 38 Salzbatterie als Alternative zur Powerwall von Tesla 42 Solarwärme – neue Trends erkennen und nutzen 44 Pinch-Analyse: Produktion und Gebäudetechnik verbunden 48 Der Bund gibt – und nimmt zurück … 52 Heizzentrale im Bad Schinznach erneuert 55 Produkte

22 Die Datenflut bewältigen: effizient lesen

Interview 26 Energiewende: «Technologisch sind wir bereit»

Lüftung/Klima/Kälte 60 Verbundlüfter vereinfachen Lufterneuerung 64 Blue Expert-Apéro mit hochkarätigen Referenten zu Trends bei Kältemitteln 68 Produkte


Inhaltsverzeichnis |

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Pinch-Analyse bei Giesserei

Pinch-Analysen stellen energetisches Optimierungspotenzial den betriebswirtschaftlichen Konsequenzen solcher Massnahmen gegenüber. Das Giessereiunternehmen vonRoll casting ag steigerte damit den Umfang seiner Wärmerückgewinnung wesentlich.

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Blue Expert-Apéro

Im Rahmen des inzwischen etablierten Blue Expert-Apéro lud Walter Meier Fachleute aus der Gebäudetechnik im Juni nach Zürich (Sihlcity) ein. Die Referenten stellten neue Produkte vor und informierten über die Sicherheit bei Kältemitteln. Thema war auch die Inverter-Technologie.

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PE-Druckleitung ab Quelle

Moderne Kunststoffrohre sorgen für Kontinuität in der Versorgung von Thermalbädern mit Heilwasser an einem geschichtsträchtigen Ort. In der 170-jährigen Rohrgeschichte des Thermalwassers war die Zeit reif geworden für eine grundsätzlich neue technische Lösung.

Gebäudeautomation

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71 GridSense, eine wirklich smarte Lösung 74 InGrid: Innovative Technologie für die Energiewende 75 Produkte

Gebäudehülle/Spenglerei BMS-Forum Energieeffizienz

76 Tolle geschuppte Aluhülle für das Gipfelrestaurant Weisshorn in Arosa

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Die Witterung im 2. Quartal 2015

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Schwerpunkt: Speicherung Wärme/Strom 28

Rückblick WKK-Forum des Verbands V3E 48 Verbundlüfter für einzelne Zimmer

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Der aktuelle Stellenmarkt

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Zum Titelbild:

Neu: Lufterhitzer von Arbonia

Sanitärtechnik 80 Isolierte PE-Druckleitungen für Quellwasser 82 Produkte

Wohnen 86 ... ein «Schmeichler» für die Haut 87 Produkte

Mit ihrem neuen, variantenstarken Programm von Lufterhitzern stellt sich Arbonia den Herausforderungen nach hohem Wärmekomfort, maximaler Energieeffizienz und geringen Systemkosten bei der Beheizung von Industrie- und Gewerbegebäuden. Die neuen Lufterhitzer von Arbonia sind in zwei Modellausführungen in jeweils drei Registergrössen erhältlich und entsprechen vollumfänglich der neuen ERP-Richtlinie 2015 (EG), Nr. 327/201, die ein sehr günstiges Verhältnis von Stromverbrauch zu gelieferter Wärmeleistung fordert. Arbonia AG Amriswilerstr. 50, 9320 Arbon, Tel. 071 447 47 47 verkauf@arbonia.ch, www.arbonia.ch

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Info |

Mit dem «Forum Energieeffizienz» 2015 in Interlaken feierte die BMS-Energietechnik AG ihr 30-jähriges Bestehen

Energieeffizienz aus unterschiedlichen Blickwinkeln Damit aus dem Schlagwort Energieeffizienz nicht eine leere Worthülse oder ein reines Verkaufsargument wird, muss ein Perspektivenwechsel stattfinden. Am ersten BMS-Forum Energieeffizienz in Interlaken standen vor allem der Mensch und sein Handeln im Vordergrund. Daniela Wohlgemuth

■ Mit weniger Energie- und Ressourceneinsatz die gleiche Wirkung erzielen – das ist Effizienz. Was aber ist der Unterschied zwischen Effizienz und Effektivität? Und bleibt trotz aller Anstrengungen hin zu mehr Energieeffizienz die Nachhaltigkeit auf der Strecke? Hinsichtlich des Themas Energie können viele Wörter genannt werden, die durch ständige Wiederholung ohne konkrete Handlungsfolge so strapaziert werden, dass ihre Bedeutung zunehmend ver-

blasst. Um es nicht bei Schlagwörtern zu belassen, sondern umfassendes Wissen vermitteln zu können, hat die BMS-Energietechnik AG das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz gegründet. Einerseits bietet der technische Fortschritt vielversprechende Möglichkeiten zur Senkung des Energiebedarfs, andererseits steigt der Energieverbrauch weiterhin an. Der neue Geschäftsführer der BMS-Energietechnik AG Roman Aebersold will mit diesem Zentrum eine Basis

des Wissens schaffen. Dieses soll über die technische Forschung und Entwicklung hinausgehen, die Betrachtung des Gesamtsystems in den Vordergrund stellen und vor allem Wege aufzeigen, um von theoretischen Ideen zu einer praktischen Umsetzung im Alltag zu gelangen. Das 1. BMS-Forum Energieeffizienz in Interlaken stand unter dem Motto «Perspektivenwechsel». Zehn hochkarätige Referenten und Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Fachrichtungen gaben Impulse und Anregungen für eine veränderte Sicht der Dinge.

Sind wir noch zu retten? Dieser Frage ging Professor Franz Josef Radermacher zu Beginn der Tagung nach. Er führte in eindrücklicher Weise

«Es ist alles eine Frage der Perspektive» lautete das Motto beim BMS-Forum Energieeffizienz. (Fotos: BMS / Monika Pattinson)


Info |

den Zusammenhang von Weltbevölkerungswachstum und Energiebedarf vor Augen. Die Weltbevölkerung umfasst derzeit rund 7 Milliarden Menschen und wächst jährlich um 80 Millionen. Offener Zugang zu Ressourcen und Energieträgern ist die Grundlage für Wohlstand. Um das Wohlstandsniveau von immer mehr Menschen anzuheben, ohne dabei mehr Ressourcen und Energieträger zu verbrauchen, muss die Effizienz gesteigert werden. Dabei gilt zu bedenken, dass die Energieeffizienz erst der zweite Schritt sein kann. Um effektiv handeln zu können, muss zuerst ein klares Ziel definiert werden. Prof. Radermacher postulierte als übergeordnetes Ziel ein hohes Wohlstandsniveau für weltweit 10 Milliarden Menschen in 40 Jahren. Energieeffizienz alleine reicht dafür nicht aus. Die Einführung eines neuen Energiesystems, welches eine Substitution der fossilen Energieträger ermöglicht, sowie die Vermeidung des Bumerang-Effekts sind wichtige Grundpfeiler, um dieses Ziel zu erreichen. Eine Schlüsselrolle im intelligenteren Umgang mit Energie

«Wir brauchen nicht mehr erneuerbare, sondern weniger fossile Energieträger.» Felix Burger

bekannt ist. Demzufolge führt technologischer Fortschritt, der die effizientere Nutzung eines Rohstoffs erlaubt, letztlich zu einer erhöhten Nutzung dieses Rohstoffs, anstatt sie zu senken. In erweitertem Sinne wird dieses Phänomen auch als Rebound-Effekt bezeichnet. Solange der Drang nach Mehr die Motivationsgrundlage darstellt, werden die erzielten Erfolge allzu schnell von Anspruchssteigerungen zunichte gemacht. Ein wichtiges Anliegen von Felix Burger ist die Besinnung auf das Wesentliche und ein Wandel hin zu Zufriedenheit und Genügsamkeit. Neben der Frage nach dem rechten Mass sieht er vor allem die Reduktion der fossilen und nicht den Ausbau der erneuerbaren Energieträger als zentrale Aufgabe. Um eine wirksame Klimapolitik durchsetzen zu können, soll der Staat Begrenzungen einführen, wo es Sinn macht und eine ökologische Raumplanung vorantreiben (z.B. finanzielle Anreize für lange Arbeitswege abschaffen). Mittels einer wirksamen Finanz- und Steuerpolitik sollte ein Rahmen für das Umdenken in den Köpfen der Menschen geschaffen werden. Um in der Informations- und Bilderflut einen klaren Kopf zu bewahren und übergreifende Zusammenhänge erkennen zu können, empfiehlt Felix Burger selbst zu denken, Verantwortung zu übernehmen, die richtigen Fragen zu stellen und mitunter die Blickrichtung zu ändern – also den Perspektivenwechsel tatsächlich zu leben.

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Kultur und des Wertesystems, mit dem man durch seine Sozialisierung ausgestattet wurde. Dies gelingt erst, wenn die Komfortzone der eigenen Kultur verlassen wird und ein Kontakt mit anderen hergestellt wird. Nicole Brandes stellte ein Farbenmodell vor, mit dessen Hilfe eine grobe Einteilung vorgenommen werden kann: Rot steht für Kulturen, die viel reden, die Wahrheit als etwas Flexibles betrachten und bei denen Körperbewegungen und Berührungen zentral sind. In gelben Kulturen sind

Satiriker Andreas Thiel, Referentin Nicole Brandes, Prof. Radermacher und Moderator Rainer Maria Salzgeber.

Respekt statt Toleranz sieht Prof. Radermacher, der das Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung an der Universität Ulm leitet, in der modernen Informationstechnologie.

Vorsicht vor dem Bumerang Effizienzsteigerung erscheint als bequeme Lösung – mit Hilfe des technologischen Fortschritts kann so weitergemacht werden wie bisher und Verhaltensweisen müssen nicht geändert werden. Felix Burger verdeutlichte, dass sowohl erhöhte Effizienz als auch die Substitution von Energieträgern zu kurz greifen. Seine kritische Frage zu Beginn lautete: Brauchen wir wirklich noch mehr Energieeffizienz? Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja, aber Vorsicht vor dem Bumerang. Der Bumerang bezeichnet hier einen Effekt, der in der Ökonomie als Jevons’ Paradoxon

Die internationale Managementberaterin Nicole Brandes sprach über den Umgang verschiedener Kulturen mit Ressourcen und Energie. Sie bezog sich vor allem auf den Energieeinsatz, der geleistet werden muss, um interkulturell zusammengesetzte Teams zu führen. Im Fussball können Vertreter verschiedener Nationen problemlos gemeinsam spielen und gewinnen. Das liegt an folgenden Gründen: 1. Es kennen alle die Regeln. 2. Es halten sich alle (mehr oder weniger) daran. Im Kontext interkultureller Zusammenarbeit scheitern Projekte häufig daran, dass 1. jeder unbewusst nach seinen eigenen Regeln handelt und sich 2. nicht dessen bewusst ist, dass die anderen nach anderen Regeln spielen. Um sich kulturelle Intelligenz anzueignen, ist es nötig, ein gewisses Mass an Verständnis für den anderen aufzubringen. Dies bedingt eine bewusste Wahrnehmung der eigenen

Felix Burger fragte: Mehr Energieeffizienz – wozu?

Nicole Brandes erklärt gerade die «rote Kultur» in ihrem 3-Farben-Modell. (Foto: Daniela Wohlgemuth)

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die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) in Anspruch genommen werden. Prof. Wellig berichtete über die erfolgreiche Umsetzung von über 100 konkreten Projekten. Eines dieser Projekte wird als Anwendungsbeispiel in dieser Ausgabe von HK-GT unter der Rubrik «Energie/Wärme/Strom» vorgestellt. Friedensforscher Daniele Ganser zeigt, was nach dem Erdölrausch kommt. (Referat Daniele Ganser)

Streiten und lautes Reden Tabu; Harmonie steht über allem und es gibt sehr wenig Körperkontakt. Blau repräsentiert in diesem Modell eine nüchterne Verhaltensweise, die sich auf Daten und Fakten beruft und sachorientiert, planmässig und präzise handelt. Sowohl in roten als auch in gelben Kulturen steht bei der Kommunikation die Beziehung im Vordergrund. Für blaue Kulturen ist

«Effizienz» verspricht Energiesparen ohne Verzicht. Felix Burger es besonders wichtig, dies im interkulturellen Kontext zu beachten. Für ein gutes Miteinander ist vor allem gegenseitiger Respekt ausschlaggebend. Abgrenzung und eine klare Identität sind wichtig für eine gesunde Psyche. Nicole Brandes ist gegen eine Verschmelzung der Kulturen zu einem undefinierbaren Brei. Ein gesundes, buntes Zusammenleben und Zusammenarbeiten ist wie ein gemischter Salat: Jeder einzelne hat seine Berechtigung.

Wärmerückgewinnung ist das Grundprinzip der Pinch-Analyse. (Referat Beat Wellig)

sen anfallende Abwärme kann mittels Wärmetauschern genutzt werden, um einen Teil des Wärmebedarfs zu decken. Dadurch sinken einerseits die Betriebskosten, andererseits fallen Investitionskosten an. Eine Amortisation der Investitionskosten wird in vielen Fällen schon nach wenigen Jahren erreicht. Für die kostenaufwendige Erstanalyse kann finanzielle Unterstützung durch das Bundesamt für Energie oder

Auf den Pinch gebracht Auch bei technischen Anwendungen kann es hilfreich sein, gewohnte Vorgehensweisen hinter sich zu lassen und eine neue Sichtweise anzustreben. Professor Beat Wellig, Leiter des Kompetenzzentrums für Thermische Energiesysteme und Verfahrenstechnik an der HSLU in Horw, sieht die PinchAnalyse als zentrales Hilfsmittel, um eine ganzheitliche Betrachtung industrieller Prozesse zu ermöglichen. Die Pinch-Analyse kann als systemorientiertes, methodisches Werkzeug eingesetzt werden, um Energiesparpotentiale zu erkennen. In der Industrie fällt häufig sowohl Kühlbedarf als auch Wärmebedarf an. Die bei Kühlprozes-

Ständerätin Pascale Bruderer Wyss im Interview.

Was kommt nach dem Erdölrausch? Die Welt ist süchtig nach Erdöl. Der weltweite Erdölverbrauch liegt momentan bei 90 Millionen Fass pro Tag. Dies entspricht 45 Supertankern. Daniele Ganser, Friedensforscher und Autor des Buchs «Europa im Erdölrausch», referierte über Erdölkriege, Kriegspropaganda und Täuschungsmanöver in den Medien. Der einzige gangbare Weg, um das erreichte Wohlstandsniveau in Zu-


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Ständerätin Pascale Bruderer Wyss von Moderator Rainer Maria Salzgeber zum Atomausstieg interviewt. Auch sie rückte den Menschen ins Zentrum und betonte, dass die Politik Rechtssicherheit schaffen und mehrheitsfähige Lösungen hervorbringen muss. Politische Entscheidungen sollen helfen, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, doch das Generationenprojekt «Energiestrategie 2050» müsse letztlich im täglichen Leben umgesetzt werden. Survival-Experte Rüdiger Nehberg und Remo Meister, Inhaber der BMS-Energietechnik AG.

kunft aufrecht zu erhalten, ist die Energiewende. Daniele Ganser zeigte in seiner Präsentation, wie er persönlich mit gutem Beispiel voran geht: Er hat sein Wohnhaus komplett auf den Einsatz erneuerbarer Energieträger umgerüstet und setzt auf Elektromobilität in Kombination mit selbst produziertem Solarstrom.

Highlights der Veranstaltung Der bekannte Kolumnist und Satiriker Andreas Thiel unterhielt das Publikum mittels der seiner Meinung nach höchsten Form der Intellektualität – dem Humor. Er sprach über moralische Grundsätze und erklärte anhand von Tomaten, wie der Strommarkt funktioniert. Seine Ausführungen zum Thema Energiewende zielten vor allem auf die Schweizer Politik und den Umgang mit Atomkraft ab. Um die aktuelle Energiepolitik nicht nur aus satirischer Sicht zu beleuchten, wurde die

Was die Welt im Innersten zusammenhält Der Mensch tritt in der Welt sowohl als Problemverursacher, wie auch als Problemlöser auf. Nur können die Probleme nicht mit derselben Einstellung gelöst werden, durch die sie erzeugt wurden. Aus diesem Grund lohnt es sich, die Perspektive zu wechseln. Der entscheidende Schritt, um zu sehen, warum wir in die Krise gekommen sind und wie wir aus ihr herauskommen können, ist die Sichtweise zu ändern. Eine neue Weltsicht schafft es, Brücken zwischen Naturwissenschaft und Spiritualität zu bauen. Die Quantenphysik, als Ergänzung und Weiterführung der klassischen Physik, liefert Anhaltspunkte darüber, was die Welt im Innersten zusammenhält. Für den Gründer und Inhaber der BMS-Energietechnik AG, Remo Meister, kann diese Energieform nur die Liebe sein, die sich als freiwillige Bereitschaft, etwas für die Gesellschaft zu tun, ausdrückt.

«Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es» Der ehemalige Bäckermeister Rüdiger Nehberg erzählte als Schlussreferent

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von seinem Leben als Survival-Experte und Menschenrechtsaktivist. Der 80jährige Abenteurer ist ein schillerndes Beispiel dafür, wie Emotionen – in seinem Fall unbändige Wut und tiefgreifendes Mitgefühl – ungeheure Motivationskraft hervorbringen. Ein grosses Thema, das ihn lange Zeit beschäftigte, war die drohende Ausrottung eines eingeborenen Indianervolks durch Goldsucher in Brasilien. Er machte es sich zum Ziel, dieses Volk zu retten und setzte alles Menschenmögliche daran, dieses Ziel zu erreichen. Mit Hilfe von Undercover-Einsätzen und versteckter Kamera dokumentierte Nehberg den schleichenden Völkermord. Mittels waghalsiger Aktionen, wie einer Atlantiküberquerung im Tretboot, zog er die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Nach einem jahrelangen Prozess ist es schliesslich gelungen einen akzeptablen Frieden für das Indianervolk zu erreichen. Sein derzeitiges Ziel ist das absolute Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung in der islamischen Welt. Zu diesem Zweck gründete er das Hilfswerk Target. Rüdiger Nehberg versteht es, das Publikum durch seine bildgewaltige Erzählkunst mitzureissen und Emotionen hervorzurufen. Emotionen sind der stärkste Motivationsfaktor für den Menschen, um sein Verhalten zu ändern. Mit seinem unermüdlichen Tatendrang macht Rüdiger Nehberg anderen Mut und führte eindrücklich vor Augen, wie viel Gutes ein einzelner Mensch in der Welt bewirken kann. Das 1. BMS-Forum Energieeffizienz in Interlaken hat gezeigt, dass die zukünftige Qualität der menschlichen Zivilisation entscheidend vom bewussten Verhalten jedes einzelnen abhängt. ■

Kontakte / Links BMS-Energietechnik AG, Internationales Kompetenz-Zentrum für Energieeffizienz Geschäftsführer: Roman Aebersold, Firmengründer: Remo Meister (vgl. Interview in HK-Gebäudetechnik 6/15, S. 24/25) www.bmspower.com Hochschule Luzern, Prof. Beat Wellig www.pinch-analyse.ch Siper AG, Swiss Institute for Peace and Energy Research, Daniele Ganser www.siper.ch Standing Ovations für den Menschenrechtsaktivisten Rüdiger Nehberg, im Vordergrund links Roman Aebersold, Geschäftsführer der BMS-Energietechnik AG.

Hilfswerk von Rüdiger Nehberg www.target-nehberg.de

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Schweizerische Technische Fachschule Winterthur (STFW) mit neuem HLK-Labor

Gebäude-Energielabor für die STFW Am 2. Juli 2015 konnte im Beisein zahlreicher Gäste aus der Gebäudetechnik-Branche das neue Gebäude-Energielabor der Schweizerischen Technischen Fachschule Winterthur (STFW) feierlich eingeweiht werden. In ihren Eröffnungsreden betonten Walter Steinmann, Direktor des Bundesamts für Energie (BFE), sowie Urs Rengel, CEO der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), die grosse Bedeutung des neuen Gebäude-Energielabors für die Ausbildung der dringend benötigten Fachkräfte in der Gebäudetechnik-Branche. Raymond Kleger

■ Ob sich junge Berufsleute in der Grundbildung oder Weiterbildung befinden, sie erwarten praxisorientiertes Lernen. Theoretisches Wissen allein genügt einfach nicht, sondern die Leute wollen selbst an konkreten Objekten aus der Heizungs-, Lüftungs- und Kältetechnik «Hand anlegen». Sie lernen im neuen Energielabor die unterschiedlichen Wärmeerzeuger-, Speicher-, Verteiler-, Warmwasser- und Wärmeabgabe-Systeme in praxiserprobten Konstellationen kennen.

Unter realistischen Bedingungen sind Messungen und regelungstechnische Eingriffe zur Betriebsoptimierung sowie Inbetriebsetzungs- und Wartungsarbeiten an Gebäudetechnik-Anlagen durchführbar.

Riesiger Aufwand an Technik Sämtliche am Markt verfügbaren Wärmeerzeugerarten aus erneuerbaren und fossilen Energiequellen wie: Öl-, Erdgas-, Holzpellets-Heizkessel, ein Mikro-

Viele Fachleute und Sponsorenvertreter wollten den Eröffnungsanlass auf keinen Fall verpassen.

STFW in Kürze Die Schweizerische Technische Fachschule Winterthur – kurz STFW – wurde 1935 gegründet und ist eine nicht gewinnorientierte Stiftung. Getragen wird sie von der öffentlichen Hand (Stadt Winterthur, Kanton Zürich und Bund) sowie von Arbeitgeberund Arbeitnehmerverbänden. Mit jährlich über 8500 Teilnehmenden in der Aus- und Weiterbildung ist die STFW eines der führenden Bildungsinstitute der Deutschschweiz im Bereich der Automobil-, Gebäude- und Elektrotechnik, inklusive Telematik und Informatik.

STFW-Fachlehrer Daniel Erni erklärt Details im neuen Energielabor.

KWK auf Stirling-Basis, eine Luft-Wasser-, sowie eine Sole-Wasser-Wärmepumpe und eine solarthermische Anlage sind vorhanden. Das besondere Highlight ist ein «Galileo»-BrennstoffzellenSystem der Winterthurer Firma Hexis, welches emissionsarm und praktisch geräuschlos, Erdgas direkt in Strom und Wärme umwandelt. Darüber hinaus versorgt eine Kältemaschine den Luftkühler der Lüftungsanlage sowie mehrere Kühldeckenelemente im Theorieraum mit Kaltwasser. Dank modernster Mess-, Steuer- und Gebäudeautomationstechnik lassen sich alle Betriebsprozesse steuern und visualisieren. Auch in Zukunft wird es dank dem modularen und flexiblen Konzept problemlos möglich sein, die jeweils aktuellsten Technologien zu integrieren.

Messungen von Kursteilnehmenden Ein paar typische Beispiele von praktischen Arbeiten, die Kursteilnehmende selbst ausführen und anschliessend über ihre Messungen und Erkenntnisse einen Bericht schreiben, seien erwähnt. Diese sind bewusst einfach gewählt,


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denn komplexe Versuche lassen sich in Kürze hier nicht beschreiben. Ölfeuerungssystem: In diesem Versuch geht es darum, Abgasmessungen an einem Öl-, Gas oder Holzkessel vorzunehmen und den Abgasverlust, den feuerungstechnischen Wirkungsgrad, die Luftüberschusszahl sowie die Russzahl zu berechnen. Die Messungen werden bei verschiedenen Luftdrosseleinstellungen,mit und ohne Turbulatoren, durchgeführt. Wärmerückgewinnung: Ein Wärmerückgewinnungssystem dient beispielsweise dazu, möglichst viel Wärme der Abluft von einem Gebäude auf die Zuluft zu übertragen. Im Versuch geht es darum, die Rückwärmezahl bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen zu messen. Hier ist wichtig, dass die Kursteilnehmenden lernen, wichtige Messvorschriften einzuhalten. Wärmeübertrager: Zur Übertragung von Wärmeenergie in Flüssigkeiten dienen Plattenwärmetauscher. Um den Temperaturänderungsgrad eines Plattenwärmetauschers zu kennen, müssen die Volumenströme auf der Primär- und Sekundärseite nebst den beiden Temperaturen gemessen werden. Über Formeln lässt sich dann der Temperaturänderungsgrad des Plattentauschers ermitteln. Dieser ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

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Mess-, Steuer- und Gebäudeautomationstechnik lassen sich sämtliche Betriebsprozesse steuern und visualisieren.

Neuer HF-Lehrgang Im Bereich Gebäudeautomation ist die Nachfrage nach Generalisten gross. Die STFW verfügt über ein langjähriges Know-how im Bereich Gebäudeautomation. Ab Oktober 2015 gibt es einen Lehrgang «Dipl. Techniker HF Gebäudetechnik, Vertiefungsrichtung Gebäudeautomation». Die Weiterbildung richtet sich nach den Vorgaben des SBFI-Rahmenlehrplanes. In den ersten drei Semestern werden die Grundlagen vermittelt und in den Semestern 4 bis 6 erfolgt die fachspezifische Ausbildung. In der zweiten Halbzeit des Lehrgangs

erwartet die Kursteilnehmenden eine fundierte Wissensvermittlung in den Gebieten Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, elektrische Gebäudeausrüstung und Eigenschaften der verschiedenen Gebäudeautomationssysteme. Und genau für diese Bereiche ist das neue Gebäude-Energielabor der ideale «Spielplatz». In einem Raum ist der gesamte Bereich vereint und erlaubt alle denkbaren Gewerke-übergreifenden praxisgerechten Versuche. Nebst dem Labor stehen für die Gebäudeautomation sieben verschiedene Modelle mit je einem anderen Raumautomationssystem zur Verfügung, die alle eine identische Wohnung steuern und so sehr gut zeigen, was an Technik und Parametrierung notwendig ist. è

Sponsoren Für die Ausrüstung des Labors haben folgende Unternehmen und Institutionen finanzielle, materielle oder beratende Beiträge geleistet: Das Bundesamt für Energie (BFE), die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), Aquametro, Avenco, Belimo, Biral, Cofely, CTA, CTC Giersch, Danfoss, Delta Solar, Elcotherm, EMB Pumpen, Erdövereinigung, GFG, Grundfos Pumpen, GWF Mess-Systeme, Helios, Hexis, Hoval AG, HPA AG, Imi-Hydronic (TA), Krohne AG, Leicom AG, Urfer Müpro AG, MWH-Barcol-Air AG, R. Nussbaum AG, Oventrop GmbH, Sager Haustechnik AG, SBC SAIA-Burgess Controls AG, Schmidlin AG, Sensortec AG, Seven-Air Gebr. Meyer AG, Siemens Schweiz AG, Soltop AG, Stadtwerke Winterthur, Steger AG, Techem AG, Tobler Haustechnik AG, Trox-Hesco AG, UBS, Uponor AG, Vaillant GmbH, Viessmann AG, Walter Meier AG, Weishaupt AG, Zehnder Group Schweiz AG.

Vernetzung aller Systeme Die Fachkräfte lernen im neuen Energielabor praxiserprobte Konstellationen von unterschiedlichen Wärmeerzeuger-, Speicher-, Verteiler-, Warmwasser- und Wärmeabgabe-Systemen kennen. Es sind allerdings auch exotische Kombinationen von Systemen möglich. Unter realistischen Bedingungen sind Messungen und regelungstechnische Eingriffe zur Betriebsoptimierung sowie Inbetriebsetzungs- und Wartungsarbeiten an Gebäudetechnik-Anlagen durchführbar. Damit sich die Energie optimal nutzen lässt, dürfen einzelne Anlagen wie beispielsweise Heizung und Lüftung, nicht nur einzeln funktionieren, sondern sie müssen auch in einem ganzheitlichen System perfekt aufeinander abgestimmt sein. Bei der Erzeugung von so viel Wärme in einem Raum hilft ein Rückkühler auf dem Flachdach die erzeugte Wärme wieder abzuführen. Ein Schulungsraum direkt neben dem Labor verfügt über eine Bodenheizung und Deckenkühlung. Regeltechnische Vorgänge können so unmittelbar verfolgt werden. Dank modernster

Damit verschiedenste Energiequellen zusammen mit Speichern und Verbrauchern in unterschiedlichsten Konstellationen zum Einsatz gelangen können, sind unzählige Umwälzpumpen und Ventile nötig.

Der Ventil- und Klappenantriebhersteller Belimo ist ein Sponsor des Energielabors und möchte in der STFW auch Kurse anbieten.

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Urs Rengel, CEO der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), und Walter Steinmann, Direktor des Bundesamts für Energie (BFE) referierten während der Einweihung.

Fazit

Mit dem neuen Energielabor leistet die STFW einen relevanten Beitrag zur praxisorientierten Ausbildung der dringend benötigten Fachkräfte – gerade im

Hinblick auf die anspruchsvolle Umsetzung der Energie-Strategie 2050 des Bundes. Das neue Gebäude-Energielabor nutzen nicht nur Kursteilnehmende der STFW, sondern es können auch

Firmen spezielle Kurse für ihre Mitarbeitenden oder Kunden anbieten. ■ www.stfw.ch


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Gesund und ökologisch bauen Gugerli | Lenel | Sintzel

Gesund und ökologisch bauen mit Minergie-Eco

160 Seiten, reich illustriert, im A4-Format.

■ Ein Gebäude soll Kriterien der Gesundheit und der Bauökologie entsprechen. Selbstverständliche Qualitäten, die vom modernen Bauen von Nutzern von Wohnungen und Arbeitsräumen verlangt werden, möchte man meinen. Doch in der Umsetzung hapert es, teilweise fehlt es auch an Wissen und Erfahrung. Dazu leisten Heinrich Gugerli, Severin Lenel und Barbara Sintzel mit ihrem Fachbuch «Gesund und ökologisch bauen» einen praxistauglichen Beitrag. Den Bauherren, Planerinnen und Bauleitern soll es ebenso dienen wie Teilnehmern von Aus- und Weiterbildungsangeboten. Neun wichtigste Grundsätze Die 160 reich illustrierten Seiten des Bandes bieten im ersten Kapitel eine Kurzanleitung, darunter die «Neun wichtigsten Grundsätze», in den Folgekapiteln Infos zu den drei zentralen Kriterien des «gesunden Bauens», nämlich Tageslichtnutzung, Schallschutz und Innenraumklima, sowie drei Kapitel mit vorwiegend bauökologischen Themen: Gebäudekonzept, Materialien und Bauprozesse und graue Energie. Ausserdem einige Beispiele aus der neueren Praxis.

Standard dient der Verständigung Minergie-Eco als zentrales Planungs- und Umsetzungsinstrument dient den Zielsetzungen Komfort (z. B. hohe thermische Behaglichkeit), Energieeffizienz, Gesundheit (z. B. geringe Belastung mit Schadstoffen und Keimen) und Bauökologie (z. B. Einsatz von Recyclingbaustoffen). Das Buch erörtert das Potenzial, den Baustandard als Planungshilfe zu nutzen. Ein Standard dient gerade in Bereichen mit sehr unterschiedlichem Wissensstand unter den Beteiligten der Verständigung und dem Konsens in der Planung und in der Bewertung von Bauten. Das Buch ist erhältlich unter www.faktor.ch Gesund und ökologisch bauen mit Minergie-Eco. Faktor Verlag (2015), ISBN-Nr. 978-3-905711-36-3, 160 Seiten, Fr. 38.– www.faktor.ch

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Die Witterung im zweiten Quartal 2015 Andreas Walker

April 2015: Wonnemonat statt wechselhaftes Wetter

Statt wechselhafter Witterung, bescherte der April uns warmes und sonniges Frühlingswetter. Der April begann kalt mit Tagesmitteltemperaturen, die in den ersten vier Tagen verbreitet 2 bis 3 Grad, in Gipfellagen sogar 4 bis 5 Grad unter der Norm 1981 bis 2010 lagen. Ab dem 5. April führte eine kräftige Bisenströmung trockene und kalte Luft in den Alpenraum. Dies führte in den zunehmend klaren Nächten auch in den Niederungen zu tiefen Temperaturen direkt über dem Boden von -5 bis -10 Grad und damit zu starkem Frost. Trotz sonnigen Tagen, sanken die Tagesmitteltemperaturen im Flachland 3 bis 5 Grad, in Berglagen 5 bis 7 Grad unter das langjährige Mittel. Vom 9. bis am 15. April dominierte in Mitteleuro-

Der April war ausserordentlich schön und alles andere als launisch. Halo-Erscheinung am 26. April in Speicher AR.

pa ein kräftiges Hochdruckgebiet. Die Tagesmitteltemperaturen bewegten sich in dieser Zeit verbreitet 4 bis 6 Grad, in Berglagen 5 bis 9 Grad über dem langjährigen Mittel. Die Temperatur-Höchstwerte stiegen auf 20 bis 23 Grad und die Sonnenscheindauer erreichte verbreitet 90 bis 100 Prozent der maximal möglichen Werte. Am 16. Und 17. April verursachte eine schwache Kaltfront geringe Niederschläge. Danach brachte ein kräftiges Hoch von England bis Mittel- und Südeuropa vom 18. bis am 24. April das anhaltende Schönwetter zurück. Willkommener Regen: Am 25. Und 26. April waren leichte Niederschläge zu verzeichnen. Diese waren gerade für die Landwirtschaft sehr willkommen, da der Monat bisher sehr trocken verlief. Im Norden und in den Alpen verharrten die Tagesmitteltemperaturen bis

am 27. April Immer noch 3 bis 4 Grad über den durchschnittlichen Werten. Eine Kaltfront löste am 27. April auf der Alpennordseite am Nachmittag und Abend zum Teil heftige Gewitter aus. In der Region Basel fiel dabei Hagel in Golfball-Grösse. Mit dem anschliessenden Zufluss von Kaltluft aus Norden wurden auf der Alpennordseite in der Nacht vom 27. auf den 28. April kräftige Niederschläge verursacht. Danach kehrte das schöne Wetter wieder zurück. Monatsbilanz April: Sonnig und warm. Nach Angaben von MeteoSchweiz lag die April-Temperatur über die ganze Schweiz gemittelt 1,4 Grad über der Norm 1981 – 2010. In vielen Gebieten blieben die Regensummen unterdurchschnittlich. Auf der Alpensüdseite führte der Regenmangel vorübergehend sogar zu einer akuten Waldbrandgefahr. In der ganzen Schweiz wurden im April überdurchschnittliche Werte der Sonnenscheindauer verzeichnet. Vor allem in der Zentral- und Ostschweiz wurden verbreitet 50 bis 70 % mehr Sonnenschein als normal registriert.

Mai 2015: Zuerst sommerlich mild, dann sehr nass Die erste Hälfte entsprach den Vorstellungen eines warmen Wonnemonats. Die zweite Hälfte war von starkem Niederschlag geprägt. Schon zu Beginn des Monats fielen auf der Alpennordseite grosse Niederschlagsmengen. Mit feuchten Luftmassen aus Südwesten gelangte auch viel Wärme in die Schweiz. Deshalb lagen vom 3. bis zum 5. Mai die TagesmittelTemperaturen in Tieflagen verbreitet 3 bis 5 Grad, in höheren Lagen 5 bis 8

Standorte der in der Tabelle aufgeführten Klimastationen.


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Grad über der Norm 1981 – 2010. Ab dem 10. Mai setzte eine Hochdruckperiode ein, die vom 11. bis am 13. des Monats verbreitet Tagesmittel von 4 bis 9 Grad über der Norm brachte. Am 12. und 13. Mai stiegen die Tageshöchstwerte im Flachland der Alpennordseite auf sommerliche 27 bis 30 Grad.

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«Eisheilige» bringen Temperatursturz: Pünktlich zum Schluss der «Eisheiligen» erfolgte am 15. Mai zur «Kalten Sophie» ein massiver Polarlufteinbruch aus Nordwesten und liess die Tagesmitteltemperatur verbreitet um 3 bis 7 Grad unter die Norm fallen. Eine weitere kühle Periode erfolgte vom 19. bis am

27. Mai. Während des Durchzugs eines Höhentiefs am 20. und 21. Mai bewegten sich die Tagesmittel-Temperaturen im Norden 4 bis 7 und in Berglagen 6 bis 9 Grad unter dem langjährigen Mittel. In den Bergen gab es grössere Neuschneemengen und die Schneefallgrenze sank bis gegen 800 Meter hinunter. è

Klimadaten im zweiten Quartal 2015 Lufttemperatur °C m.ü.M.

Mittel

abs. Min.

Heizgradtage

Sonne

Heiztage 20 °C/12 °C Summe HT HGT h

Globalstrahlung

Norm %

Mittel W/m²

Windstärke Mittel km /h

Max. km/h

Niederschlag Summe mm

April Adelboden Basel/Binningen Bern/Zollikofen Buchs/Aarau Chur Engelberg Genève-Cointrin Lugano Luzern Neuchâtel Pully Samedan Sion St. Gallen Zürich/Fluntern SMA

1320 316 553 387 556 1036 420 273 454 485 456 1709 482 776 556

5.9 11.2 9.4 10.3 10.3 6.7 11.2 13.3 10.5 10.9 11.3 2.5 12.2 8.6 10.1

-8.4 -2.0 -3.3 -2.4 -2.4 -8.4 -0.8 3.0 -2.4 0.0 1.2 -11.4 -1.3 -2.8 -1.4

30 16 21 17 16 30 13 8 14 15 13 30 10 21 17

423 185 254 207 206 398 155 76 182 179 158 525 119 284 218

161 220 228 217 188 180 209 243 212 230 222 190 229 233 230

121 144 144 143 128 135 118 142 150 139 124 138 116 154 151

200 203 212 205 226 200 214 223 197 207 207 233 232 210 206

8 7 8 6 11 7 11 9 7 10 5 10 10 8 8

57 59 76 73 68 51 74 74 78 84 65 79 69 80 84

81 88 80 75 49 102 64 114 113 84 102 10 20 158 146

1320 316 553 387 556 1036 420 273 454 485 456 1709 482 776 556

9.6 15.0 13.7 14.5 14.3 10.6 15.3 17.0 14.5 14.7 15.2 7.3 15.6 12.6 13.8

-1.3 4.3 3.7 4.3 4.8 -0.1 5.9 8.5 5.3 5.5 6.0 -5.1 3.8 3.2 5.2

23 5 8 7 8 21 3 1 6 4 4 31 5 15 9

282 47 83 66 81 242 30 8 63 41 40 394 48 157 92

149 171 206 163 136 138 235 203 162 218 220 171 236 151 173

99 97 113 93 81 95 119 109 101 117 109 108 108 86 99

203 208 228 209 207 192 243 227 197 223 224 241 252 191 200

9 7 7 5 10 7 10 7 6 10 5 11 11 8 7

70 61 50 54 58 65 66 77 48 72 53 55 66 64 61

251 92 136 123 127 262 96 213 219 130 143 150 115 192 161

1320 316 553 387 556 1036 420 273 454 485 456 1709 482 776 556

13.9 18.7 17.9 18.4 18.5 14.9 19.9 21.2 18.7 19.3 19.8 11.1 20.6 16.5 17.9

3.3 8.4 6.7 6.4 9.3 6.5 8.7 13.1 8.8 9.5 10.7 -0.8 9.4 7.8 7.9

10 0 0 0 1 4 0 0 0 0 0 23 0 3 0

94 0 0 0 8 39 0 0 0 0 0 223 0 27 0

170 223 262 222 200 179 263 253 207 271 256 197 274 220 236

105 114 128 115 112 119 112 114 121 130 112 112 112 120 125

232 245 279 259 268 230 289 277 237 275 278 265 295 240 256

8 6 8 5 10 8 9 6 6 9 5 10 11 8 7

70 57 67 61 73 51 76 68 85 74 43 66 67 75 59

139 95 75 81 61 176 45 85 181 64 37 56 35 173 141

Mai Adelboden Basel/Binningen Bern/Zollikofen Buchs/Aarau Chur Engelberg Genève-Cointrin Lugano Luzern Neuchâtel Pully Samedan Sion St. Gallen Zürich/Fluntern SMA Juni Adelboden Basel/Binningen Bern/Zollikofen Buchs/Aarau Chur Engelberg Genève-Cointrin Lugano Luzern Neuchâtel Pully Samedan Sion St. Gallen Zürich/Fluntern SMA

Aufgrund der veränderten Messbedingungen (z. B. im Zusammenhang mit dem Übergang vom bisherigen automatischen Messnetz ANETZ zum neuen SwissMetNet SMN) kann es sein, dass an einzelnen Stationen Normwerte und aktuelle Messwerte nicht mehr vergleichbar sind. Sonnenscheindauer Mittel: Monatssumme in Prozent des langjährigen Mittels (1981 – 2010). (Quelle: MeteoSchweiz)

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Im April trat in Muldenlagen oft starker Bodenfrost auf, da viele Nächte klar waren. (Fotos: Andreas Walker)

Nach einem Kaltfrontdurchgang aus Nordwesten lagen die Tagesmittel-Temperaturen am 26. und 27. Mai im Norden verbreitet 3 bis knapp 5 Grad unter den durchschnittlichen Werten. Danach wurde es wieder wärmer und in den letzten Tagen zeigte der Monat sein freundliches Maigesicht mit Wärme und Sonnenschein. Monatsbilanz Mai: Warm und viel Regen. Trotz der Kälteeinbrüche in der zweiten Monatshälfte, fällt über die ganze Schweiz gemittelt der Mai etwa 0,7 Grad zu warm aus. Bereits in den ersten sechs Mai-Tagen fielen auf der Alpennordseite grosse Niederschlagsmengen. Auf der Alpennordseite erreichten die Monatssummen meist 110 bis 160 Prozent, vereinzelt auch gegen 180 Prozent der Norm 1981–2010. In den Alpen lagen die Werte verbreitet zwischen 130 und 180 Prozent, lokal auch um oder sogar über 200 Prozent des langjährigen Mittels. In den Westalpen wurden an mehreren Messstandorten sogar Rekord-Regensummen gemessen, während auf der Alpensüdseite an einigen Messstandorten die Norm nicht erreicht wurde. Während der April deutlich überdurchschnittliche Werte der Sonnenscheindauer bescherte, blieben die Sonnenstunden im Mai in den meisten Regionen unter dem langjährigen Mittel.

Juni 2015: Viertwärmster Juni seit Messbeginn Der Juni war 1,8 Grad zu warm. Gewitter brachten vor allem in der Ostschweiz überdurchschnittlich viel Niederschlag. Der Juni startete mit sonnigem Hochdruckwetter, sodass die Tagesmitteltemperaturen während der ersten Juniwoche in der ganzen Schweiz verbreitet 5 bis 8 Grad und damit deutlich über der Norm 1981 – 2010 lagen. Die Tagesmaximum-Temperaturen erreich-

ten beidseits der Alpen 30 bis 33 Grad. Diese hochsommerliche Wärmeperiode endete mit kräftigen Gewittern, Starkniederschlägen und Hagel. Anschliessend brachte eine Bisenlage vom 8. bis 10. Juni kühlere Verhältnisse. Auf der Alpennordseite sanken die Tagesmittel-Temperaturen verbreitet 1 bis 3 Grad unter den Durchschnitt. Vom 11. bis 14. Juni floss mit der Umstellung auf eine Südwestlage feucht-warme Mittelmeerluft in den Alpenraum. Dadurch stiegen die Tagesmittel-Temperaturen verbreitet 3 bis 5 Grad, in den Föhngebieten sogar 6 bis 8 Grad über die Norm. Die Tagesmaximum-Temperaturen erreichten im Norden noch einmal 28 bis 30 Grad. Heftige Gewitter mit Überschwemmungen: Am 14. Juni entwickelte sich in der ganzen Schweiz eine intensive Gewitteraktivität. Dabei fielen besonders heftige Gewitterniederschläge in der Ostschweiz zwischen Winterthur und Bodensee. Vom 15. bis zum 23. Juni war die Witterung vorwiegend tiefdruckbestimmt und die Tagesmittel-Temperaturen blieben mehrheitlich unter der Norm. Mit dem Durchzug einer Kaltfront aus Nordwesten sank die Schneefallgrenze am 18. Juni schliesslich gegen 2500 Meter hinunter, in der anhaltenden feuchtkühlen Nordwestströmung am 20. Juni im Osten sogar unter 2000 Meter. Auf der Alpennordseite verharrten die Tagesmittel-Temperaturen am 20. und 21. Juni verbreitet 3 bis 4,5 Grad unter den durchschnittlichen Temperaturen. Die Tagesmaximum-Temperaturen erreichten im Osten nur noch 17 bis 19 Grad im Westen mit mehr Sonne 21 bis 24 Grad. Eine weitere Kaltfront aus Nordwesten liess die Tagesmittel-Temperaturen am 23. Juni im Norden abermals 2,5 bis 4,5 Grad unter die Norm sinken. Die Tagesmaximum-Temperaturen blieben dabei im Norden meist unter 20 Grad. Ab dem 24. Juni kehrte mit zunehmendem

Die grosse Hitze im Juni führte immer wieder zu heftigen Gewittern. Im Bild ein Blitz, der am frühen Morgen des 8. Juni in den Bodensee einschlägt. (Standort Rorschacherberg SG).

Im Mai standen in einigen Gebieten der Schweiz die landwirtschaftlichen Felder unter Wasser, weil es vielerorts zu üppige Niederschläge gab. Im Bild ein Acker bei Orbe VD am 5. Mai.

Hochdruckeinfluss die Sonne wieder zurück. Am Monatsende wurde sogar die 30-Grad-Marke geknackt und der strahlend heisse letzte Junitag leitete eine Hitzewelle ein. Monatsbilanz Juni: Zu warm und zu nass. Nach Angaben von MeteoSchweiz erlebte die Schweiz den viertwärmsten Juni seit Messbeginn 1864. Über die ganze Schweiz gemittelt erreichte der Temperaturüberschuss 1,8 Grad im Vergleich zur Norm 1981 – 2010. Die sehr unterschiedliche Gewittertätigkeit brachte entsprechend unterschiedliche Niederschlagssummen. Während auf der Alpensüdseite und im Genferseegebiet zum Teil nur rund die Hälfte der normalen Junimenge fiel, gab es in der Ostschweiz regional 150 bis 190 Prozent der Norm. Dank sonnigen Tagen zum Monatsende, erreichte der Juni noch leicht überdurchschnittliche Sonnenstunden. ■ Quelle: MeteoSchweiz 2015: Klimabulletins


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Neuer Geschäftsführer bei Soltop und auf den Vertrieb von intelligenten Installationssystemen (Duraklick etc.) gelegt werden.

Ulrich Frei, neuer SoltopGeschäftsführer seit 1.9.2015

■ Ulrich Frei ist seit 1. September 2015 Geschäftsführer beim Solaranlagenbauer Soltop Schuppisser AG in Elgg (ZH). Im aktuellen Mitteilungsblatt «Energieexpress» des Unternehmens umreisst Ulrich Frei die innovative Anlagentechnik als künftiges Hauptaktivitätsfeld der Firma. Dazu gehören auch die aktuellen Neuentwicklungen von PV-Hybridsystemen in Kombination mit Wärmepumpen oder Speichern (Strom- und Wärmespeicher). Besonderes Gewicht soll auch auf die Dachintegration (Solardach), die Anlagen für das Mehrfamilienhaus

Pionierjahre in Rapperswil Frei stellt sich gegenüber Kunden und der Belegschaft als «Solarfreak» der ersten Stunde vor: «Die Faszination für Solartechnik geht zurück auf meine ersten Projektarbeiten, die ich für das damalige Bundesamt für Energiewirtschaft durchführen durfte. Mittlerweile sind über 30 Jahre Berufserfahrung im Umfeld der Solartechnik dazugekommen – die Freude und das Interesse an der Kraft aus der Sonne sind bis heute ungebrochen!» Frei war beteiligt am Ausbau des Instituts für Solartechnik (SPF), das in die Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) integriert werden konnte. Frei selbst war längere Zeit Professor für Solare Energiesysteme an der HSR. Nach 23 Jahren Aufbauarbeit sei es an der Zeit gewesen, in die Privatwirtschaft zu wechseln. Als Geschäftsführer der Interfloat Corporation trieb er die Fabrikation von Solarglas voran. ■ Soltop Schuppisser AG, 8353 Elgg Tel. 052 397 77 77, www.soltop.ch

IM NOTFALL n BEI HEIZUNGSSANIERUNGEN n ZUR BAUAUSTROCKNUNG n VON 22 kW BIS 1'400 kW n DIE ERFAHRUNG DER ERFINDER MIT DEM ENGAGEMENT EINES FAMILIENBETRIEBS – SEIT 1990

VERMIETUNG MOBILER HEIZ- UND WARMWASSERZENTRALEN GROSSÄCHERSTRASSE 23 | CH-8104 WEININGEN ZH T 044 750 66 50 | F 044 750 17 10 | INFO@WAERMEMOBIL.CH

Integration KWT Kälte-Wärmetechnik AG in Viessmann (Schweiz) AG ■ Die seit 2008 zur Viessmann Group gehörende KWT Kälte-Wärmetechnik AG mit Sitz in Worb BE wurde per Anfang Juli 2015 mittels Fusion in die Viessmann (Schweiz) AG integriert. Die bisherige KWT wird als Viessmann (Schweiz) AG, Geschäftsbereich Grosswärmepumpen weitergeführt und konzentriert sich wie bis anhin auf die Entwicklung, Produktion und den

Service von Grosswärmepumpen für den Markt Schweiz und die ausländischen Märkte. Die Hauptziele der Fusion sind der weitere Ausbau der Marktposition in der Schweiz sowie die Nutzung von Synergien. Ein forcierter Eintritt in die internationalen Märkte wird angestrebt. Im Schweizer Markt erfolgt ein einheitliches Auftreten unter der Mar-

ke Viessmann. Die Vertriebs- und Projektingenieure für Grosswärmepumpen sind bereits seit anfangs 2015 in die regionalen Verkaufsteams der Viessmann (Schweiz) AG integriert worden und stehen als Ansprechpartner für die Planung, Projektierung und Umsetzung von Anlagen zur Verfügung. Damit bietet Viessmann das umfassende Sortiment von Vitocal

Wärmepumpen für die Anwendung im Einfamilienhaus bis hin zur industriellen Grossanlage aus einer Hand. Auch für «Heizen mit Eis» sowie die Kombination von Wärmepumpen und Photovoltaik zur Nutzung von Eigenstrom. ■ Viessmann (Schweiz) AG 8957 Spreitenbach, Tel. 056 418 67 11 www.viessmann.ch


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Führungswechsel in der Tobler Gruppe

Der abtretende CEO Heinz Wiedmer wünscht seinem Nachfolger Arnold Marty eine erfolgreiche Zukunft.

■ An der Spitze der Tobler Gruppe, dem führenden Schweizer Grosshändler für Heiz- und Sanitärtechnik, erfolgt per 30. September 2015 ein Führungswechsel: CEO Heinz Wiedmer übergibt seine Funktionen an Arnold Marty, bisher Leiter Verkauf & Service.

Die Tobler Gruppe spielt am Schweizer Haustechnikmarkt eine führende Rolle. Sie vertreibt Haustechnikkomponenten, bietet komplette Haustechniksysteme (inklusive schweizweitem Service) an und agiert mit ihrer Tochter Keramikland im Premiumsegment Bad. Seit über

10 Jahren wird das zum britischen Wolseley Konzern gehörende Unternehmen erfolgreich von Heinz Wiedmer geführt. Während seiner Ära wurde die führende Marktstellung des Unternehmens kontinuierlich ausgebaut. Heinz Wiedmer hat sich vor rund einem Jahr entschieden, mit dem Erreichen seines 60. Lebensjahrs einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, um mehr Zeit für seine Familie und seine persönlichen Interessen zu haben. Seine Führungserfahrung will er der Wirtschaft in Zukunft im Rahmen von VR- oder Stiftungsratsmandaten zur Verfügung stellen. Der Rücktritt als CEO erfolgt vor diesem persönlichen Hintergrund und ist hinsichtlich des Zeitpunkts optimal gewählt. Denn die erfolgreich agierende Gruppenleitung hat unter der Führung von Heinz Wiedmer vor Kurzem eine neue Strategie aufgegleist, die nun mit verjüngten Kräften langfristig umgesetzt wird. Erfreulicherweise konnte für die Nachfolge eine interne Lösung gefunden werden: Der bisherige Leiter

Verkauf & Service, Arnold Marty, wird Heinz Wiedmer ablösen. Der 50-jährige Familienvater arbeitete nach seinem Studium an der Universität Zürich mit Abschluss in Betriebswirtschaft während 19 Jahren bei Hewlett-Packard (HP) in diversen Führungsfunktionen. Unter anderem war er für sämtliche Vertriebs- und Serviceaktivitäten für die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika mit rund 1200 Mitarbeitenden und einem Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden verantwortlich. Danach wechselte er als Leiter Major Accounts Schweiz zu Ricoh. Seit 1. Juni 2014 ist er bei Tobler tätig. Für seine neuen Aufgaben bringt Arnold Marty somit beste Voraussetzungen mit. ■ Tobler Haustechnik AG 8902 Urdorf Tel. 044 735 50 00 www.toblergroup.ch


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Balzer mit neuem Standort Baar seit 1. September 2015 ■ In den letzten zweiundzwanzig Jahren durften die Balzer Ingenieure stets auf Erfolgskurs fahren – dank ihren Kunden und Mitarbeitern. Nun eröffnete das bekannte Ingenieurunternehmen an bester Lage in der Zentralschweiz am 1. September den dritten Standort. In Baar entsteht Raum zum Arbeiten, Denken und Wirken. Auch in Baar wird ein erfahrenes Planungsteam sich erfolgreich für die Kunden ins Zeug legen. «Ökologisch, nachhaltig, wirtschaftlich» ist dabei das Credo. Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Sanitär, Sprinkler und Brandschutz – alles aus einer Hand. Die Leitung übernimmt Carmine Del Cotto, der bereits den Standort Winterthur leitet. ■

Carmine Del Cotto leitet den neuen Standort Baar.

Balzer Ingenieure AG 7000 Chur, Tel. 081 256 50 10 8400 Winterthur, Tel. 052 544 17 17 6340 Baar, Blegistrasse 11b, Tel. 041 248 50 60 www.balzer-ingenieure.ch

«Heisszeit» und «Reise in die Tiefe» Im Buch «Heisszeit – Das St. Galler GeothermieProjekt» gewährt Autor Michael Breu einen Blick hinter die Kulissen. Er beschreibt darin nicht nur die geologischen Gegebenheiten sowie die technischen Herausforderungen des Projekts, sondern auch die Menschen dahinter, die einen ausserordentlichen Einsatz dafür geleistet haben. Filmemacher Werner Tobler, TVO-Programmleiter Daniel Sager und Esther Räber von der Dienststelle Kommunikation der Stadt St. Gallen haben das Geothermie-Projekt St. Gallen von Anfang an begleitet. In «Reise in die Tiefe» werden alle wichtigen Meilensteine in bewegten Bildern dokumentiert. Die VGS Verlagsgenossenschaft St. Gallen vertreibt das Buch «Heisszeit», welchem der Dokumentarfilm «Reise in die Tiefe» als DVD beigelegt ist. Es ist im Buchhandel seit Ende August 2015 und über die Website www.vgssg.ch erhältlich. ■

112 Seiten, reich illustriert, Format 17,5 × 24,5 cm.

VGS Verlagsgenossenschaft St. Gallen (2015), ISBN-Nr. 978-3-7291-1143-1, 112 Seiten, Fr. 29.50 www.vgs.sg.ch

■ Im Rahmen der «Schriftenreihe der Stadt St. Gallen» fasst der St. Galler Wissenschaftsjournalist Michael Breu, Redaktor beim SRFRegionaljournal Ostschweiz, die Geschichte des Geothermie-Projekts St. Gallen zusammen. Dem Buch liegt der einstündige Dokumentarfilm «Reise in die Tiefe» des Sankt Galler Filmemachers Werner Tobler als DVD bei.


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R. Nussbaum AG: rasante Lehrabschlussfeier, Marke Eigenbau

Urim Gavazi, Luca Keller, Agon Musiqi, Simon Haas (alle Polymechaniker), Tobias Christ (Logistiker), Jason Huser, Pascal Binkert (beide Kaufmann).

■ Die R. Nussbaum AG mit Hauptsitz in Olten, einer der führenden Hersteller von Armaturen und Systemen für die Sanitärtech-

nik, bildet zurzeit 35 Lernende aus. Davon konnten dieses Jahr zwei Kaufleute, vier Polymechaniker und ein Logistiker die Ausbildung er-

folgreich und mit hervorragenden Leistungen abschliessen. Vor der grossen Feier inklusive Prämierung stellten sich die nun fertig ausgebildeten Berufsleute und die Ausbildner zuerst einer rasanten Herausforderung: Seifenkistenrennen, Marke Eigenbau. Nach einem kulinarischen Start im Restaurant «Isebähnli» in Trimbach folgte der Transfer Richtung Üetliberg ZH, wo ein Seifenkistenauto bereitstand. Respektive das Material, aus dem es dann entstehen sollte: eine dicke Holzplatte, diverse Schrauben, zwei Holzlatten, Räder, Schnur und Werkzeuge für die Herstellung. Drei Teams wurden gebildet, die ein Seifenkistenauto mit vier Plätzen, Handbremse und Lenkung bauen sollten. Nach zwei Stunden interessanter, kreativer und abwechslungsreicher Arbeit wurden die drei Prachtsexemplare präsentiert, bewertet und das schönste mit einem Design-Award ausgezeichnet. Das anschliessende Rennen bewältigten die Einen

dann etwas schneller, die Anderen konnten, dank einigen Patzern und Missgeschicken, die Fahrt umso länger geniessen. Nach der Siegerehrung mit Renndiplom für alle ging es zurück nach Olten in das Restaurant «alte Mühle», wo nach einem kurzweiligen Rückblick durch die Ausbildner auf die nun beendete Lehrzeit auch die herzliche Verdankung durch GL-Mitglied Andreas Nussbaum den gebührenden Platz bekam. Mit einem feinen Essen und in bester Laune liessen die Anwesenden den gemeinsamen Erlebnistag ausklingen. Erfreulich ist, dass sechs der sieben Absolventen weiterhin bei der R. Nussbaum AG arbeiten werden. ■ R. Nussbaum AG 4601 Olten Tel. 062 286 81 11 www.nussbaum.ch


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Die Begegnungszone anlässlich des Y-Symposiums (der Vorgängerveranstaltung) im Herbst 2014 in Yverdon-les-Bains.

Swiss Cooling Expo – der neue Branchentreff der «Kälte» ■ Die erste Austragung dieser nationalen Veranstaltung der Kälte-Branche in neuem Kleid findet am 25. November 2015 im Forum Freiburg statt. Das Y-Symposium, welches jeweils von der ASF, (Association Suisse du Froid, section romande) durchgeführt wurde, feierte 2014 sein 25-jähriges Jubiläum. Es war auch gleichzeitig die letzte Veranstaltung in dieser Form. Ab diesem Jahr wird in einem 2-Jahres-Rhythmus auf nationaler Ebene eine gemeinsame Branchenveranstaltung für sämtliche Akteure der Kälte, der Wärmepumpe und der Lüftungsbranche stattfinden. Sie wird gemeinsam durch die drei Sektionen der schweizerischen Kältebranche ASF (Romandie), SVK (Deutschschweiz) und ATF (Italienische Schweiz) organisiert. Fachmesse und Konferenz Unter der Marke «Swiss Cooling Expo» wird eine nationale Ausstellung ins Leben gerufen, welche die Sprachregionen der Schweiz vereint. Die neue Messe mit 36 Messeständen richtet sich an nationale und internationale Anbieter. Sie bietet 3000 m2 Veranstaltungsfläche und zusätzlich 800 m2 Ausstellungsfläche und richtet zwei Konferenzräume ein, wo aktuelle Fachreferate durchgeführt werden. Zusätzlich ist vorgesehen, die Schweizermeisterschaften der Kälteberufe während der Messe durchzuführen. Erwartet werden mindestens rund 800 Fachbesucher aus der ganzen Schweiz sowohl aus der Kältebranche als auch aus der Hotellerie, dem Gastgewerbe und weiteren Kälteanwendern. Fachforum «Technik» • Platz für 600 Personen • Referate über die Entwicklung der Kältebranche • Simultanübersetzung Französisch–Deutsch– Italienisch und umgekehrt • Referate ohne Produktewerbung • Präsentation von Studentenarbeiten Fachforum «Innovationen» • Platz für 60 Personen • Raum für Hauptsponsoren, um ihre Innovationen vorzustellen

• «Sponsoring-Pack» beinhaltet 30 Minuten im Innovationsforum • mehrere aufeinanderfolgende Referate ohne Simultanübersetzung • Schweizermeisterschaft der Kälteberufe • Wettkampfplatz im Herzen des Events • ein Wettbewerb für die Kältesystem-Monteure/-innen und Kältesystem-Planer/-innen • Know-how der ASF, SVK und ATF in der Wettkampforganisation Fachforum «Technik» • Platz für 600 Personen • Referate über die Entwicklung der Kältebranche • Simultanübersetzung Französisch–Deutsch– Italienisch und umgekehrt • Referate ohne Produktewerbung • Präsentation von Studentenarbeiten Fachforum «Innovationen» • Platz für 60 Personen • Raum für Hauptsponsoren, um ihre Innovationen vorzustellen • «Sponsoring-Pack» beinhaltet 30 Minuten im Innovationsforum • mehrere aufeinanderfolgende Referate ohne Simultanübersetzung • Schweizermeisterschaft der Kälteberufe • Wettkampfplatz im Herzen des Events • Ein Wettbewerb für die Kältesystem-Monteure/-innen und Kältesystem-Planer/-innen • Know-how der ASF, SVK und ATF in der Wettkampforganisation Mehr Detailinformationen unter www.swisscoolingexpo.ch Messestandort Forum Fribourg ̶ Evénements, Expositions, Congrès, Route du Lac 12, in 1763 Granges-Paccot Zeit Mittwoch, 25. November 2015 www.svk.ch www.swisscoolingexpo.ch


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Die Naef Group wird 30 ■ Vor 30 Jahren wagte Werner Näf, Familienvater und Ingenieur, den Schritt in die Selbstständigkeit. Was damals mit Experimenten in einer kleinen Werkstatt begann, ist heute ein innovatives und erfolgreiches Schweizer KMU mit rund 70 motivierten Mitarbeitenden, welches sich dank patentierten Erfindungen als Marktführer für Rohrinnensanierungen etabliert hat. 1985 wurde Ingenieur Werner Näf immer wieder von Kunden gefragt, ob es denn nicht möglich sei, Trinkwasserleitungen zu reparieren, anstatt Wände aufzureissen und diese zu ersetzen. Angetrieben von dieser kniffligen Aufgabenstellung machte sich der Familienvater selbstständig und forschte an neuen Lösungen. Mit Erfolg: Werner Näf entwickelte ein weltweit einzigartiges Verfahren zur Rohrinnensanierung. 1987 liess er sein LSESystem für Innensanierung von Trinkwasserleitungen im Gebäude patentieren. Anfänglich noch auf Trinkwasserleitungen beschränkt, sind unter dem Dach der Naef Group heute die Unternehmen HAT-Tech AG mit Kompetenzen im Bereich Wärme sowie die Näf Tech AG, spezialisiert auf die Sanierung

von Trinkwasserleitungen, vereint. Denn bereits 1999 brachten Werner Näf und sein Team das HATSystem zur Sanierung von Fussbodenheizungen auf den Markt. «Ich bin stolz und zuversichtlich gleichermassen. Was wir als Familienunternehmen in 30 Jahren erreicht haben, ist grossartig. Und dank unseren innovativen Dienstleistungen sind wir für die Zukunft bestens gerüstet», so Werner Näf, Erfinder und heute Verwaltungsratspräsident der Naef Group. Zu diesen Dienstleistungen gehört mit Sicherheit Anrosan (anorganische Rohrsanierung). Das patentierte Verfahren zur Innensanierung von Trinkwasserleitungen mit mineralischer Innenwandbeschichtung kommt gänzlich ohne Epoxidharz aus. Seit 2011 auf dem Markt erfüllt das System nachweislich alle Prüfanforderungen der Schweizer Behörden sowie die gesetzlichen Erfordernisse. Firmeneigene Forschungsteams entwickeln die Dienstleistungen und Produkte der Naef Group kontinuierlich weiter. Ein Familienbetrieb mit Weitsicht Noch heute ist die Naef Group fest in Familienhand und stark in der Re-

Die Unternehmerfamilie: Sarah Näf, Werner Näf, Anneliese Näf, Isabelle Näf und Ramon Näf.

gion Freienbach SZ verwurzelt. Sohn Ramon Näf und Tochter Sarah Näf leiten die operativen Geschicke der Unternehmen. Dabei setzt auch die zweite Generation auf Unabhängigkeit und bestreitet sämtliche Investitionen nur mit eigenen Mitteln. Langfristiges Denken und nachhaltiges Handeln werden grossgeschrieben. Das haben in 30 Jahren immer wieder auch verschiedene Institutionen anerkannt. So wurde die Naef Group 2010 von der Publikation «Schweizer Standards – Aus bester Familie» als eines der 100 vorbildlichsten Schweizer Familienunternehmen ausgezeichnet.

Seit 2014 arbeiten beide Unternehmen der Naef Group nach dem anerkannten Energiemanangementsystem, ISO 50001, und sämtliche Klimagas-Restemissionen werden durch 100 % Schweizer Ressourcen im Wald der Oberallmeindkorporation Schwyz kompensiert, was das nachhaltige Denken und Handeln unterstreicht. ■ Naef GROUP HAT-Tech AG / Näf Tech AG 8807 Freienbach, Tel. 044 786 79 00 www.naef-group.com

Mit digitalem Bauen den Bauprozess verbessern ■ Die Interessengemeinschaft (IG) «Bauen digital Schweiz» will dem Digitalen Bauen im Planungs-, Bau- und Bewirtschaftungsprozess in der Schweiz zum Durchbruch verhelfen. Dazu sind vier Fachveranstaltungen an der Swissbau 2016 (12. – 16. Januar 2016) geplant. Das erklärte Ziel soll durch die Organisation von drei Workshops mit den Vertretern der derzeit 32 interessierten Firmen und 22 Institutionen erreicht werden. Dazu wurden im Rahmen eines

ersten Workshops an der ETH Hönggerberg mittels Brainstorming mit 80 Teilnehmenden in acht Themenblöcken die Herausforderungen und Kriterien ermittelt. Mit der Durchführung von zwei weiteren Workshops beabsichtigt das achtköpfige Strategieteam der IG diese nun zu vertiefen und zu konkretisieren. Dazu ist ein Zwei-PhasenPlan initiiert worden: Mit der Phase 1, dem Definieren der Ziele bis zur Swissbau 2016, und der Phase 2, dem Handeln. Die offizielle Grün-

dung und Konstituierung der IG (Phase 1) wird an der Swissbau stattfinden. Danach beginnt die Phase 2 und damit die Umsetzung und Etablierung in der Schweizer Bauwirtschaft. Zur Erreichung des ambitiösen Ziels ist vom Interessenskreis ein Budget von 200 000 Franken gesprochen worden. Es besteht kein Zweifel daran, dass sich die Gebäudedatenmodellierung in der Schweiz zunehmend verbreiten und in absehbarer Zeit durchsetzen wird.

Zum Themenbereich BIM (Building Information Modeling) findet man einige Fachbeiträge in HK-Gebäudetechnik Extra 7/15, S. 82–105. ■ Bauen digital Schweiz 8093 Zürich-Hönggerberg Tel. 044 515 04 50 info@bauen-digital.ch www.bauen-digital.ch


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Neue Energie Aargau: Generalversammlung 2015 wählte Beat Flach zum neuen Präsidenten

KMU’s auf Königsweg zur Energiewende Die AEE Suisse vertritt als Dachorganisation der Wirtschaft die Interessen von 24 Branchenverbänden, 15 000 Unternehmungen und Energieanbietern aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Bereits in zehn Kantonen gibt es AEE-Tochterverbände, die Unternehmerinitiativen «Neue Energie». Peter Warthmann

■ Am 12. August versammelten sich die Mitglieder des Vereins Neue Energie Aargau in den Räumlichkeiten der Firma Stiebel Eltron in Lupfig zu ihrer zweiten Generalversammlung. Der Vorstand und die Vereinsmitglieder dankten Pius Hüsser für sein Engagement, das er als Präsident von 2013 bis 2015 in die noch junge Unternehmervereinigung eingebracht hatte. Als neuer Präsident wurde einstimmig Beat Flach, Nationalrat Grünliberale Partei Schweiz, gewählt. Im Anschluss an die ordentliche Generalversammlung lud der Verein zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Nach dem Rundgang durch den Energy Campus, geführt von Paul Stalder, Geschäftsführer Stiebel Eltron Schweiz, referierte Pius Hüsser zum Thema «Aargauer KMU’s auf dem Königsweg zur Energiewende». Sein Fazit: Die Energiewende schafft Arbeitsplätze und verringert die Auslandabhängigkeit massiv. Es ist alles da für die Energiewende: unter anderem gut ausgebildete Handwerker und gute gesetzliche Rahmenbedingungen.

Die Politik ist laut und langsam, die Wirtschaft leise und schnell

In seinem Kurzreferat sagte Beat Flach: «Während die Politik noch redet, schafft die Wirtschaft Fakten. Laufend entstehen neue Ideen und Modelle für die Energiezukunft. Einer der Gründe, weshalb ich in die Politik eingestiegen bin, ist, dass mir die Energiezukunft der Schweiz am Herzen liegt. Die Energiewende, weg von fossilen und atomaren, nicht erneuerbaren Quellen, hin zu den erneuerbaren und sparsamen Modellen der Zukunft ist eine ökologische aber auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Der grossen Herausforderung, die der nachhaltige Umgang mit unserem Energieverbrauch, der Energiegewinnung, der Speicherung und Verteilung an eine moderne Gesellschaft stellt, stehen mindestens ebenso grosse Chancen für unsere Wirtschaft gegenüber. Für die KMU aus dem Energiekanton Aargau bietet der Verein «Neue Energie Aargau» genau das richtige Netzwerk. Hier finden sich die Fachleute und Fachbetriebe zusammen, die die Energiewende schon heute in kaufmännische Wert-

Paul Stalder erklärt den Technikraum im Firmengebäude der Stiebel Eltron AG in Lupfig.

schöpfung, Arbeits- und Ausbildungsplätze und Innovationskraft verwandeln. Als Jurist beim SIA bin ich täglich mit dem Bauwesen und der Baubranche – von der Planung bis zur Ausführung – in Kontakt. Ich spüre täglich im Gespräch, dass Aufbruchsstimmung herrscht und dass täglich neue Ideen entstehen, die die Unternehmer dieses Vereins entwickeln und umsetzen können. Für mich ist es daher ein erstes Ziel, die Unternehmerinitiative Neue Energie Aargau bei Politik und Wirtschaft noch bekannter zu machen. Zweitens möchte ich alles daran setzen, das Netzwerk zu stärken und zu verbreitern. Und nicht zuletzt wünsche ich mir, dass diese Zusammenarbeit Früchte trägt, die der Politik aufzeigen, dass eine Wende der Energiewende gar nicht mehr geht, weil wir schon mitten auf dem Weg sind, und zwar mit Erfolg». ■ NEUE ENERGIE AARGAU http://aargau.aee.ch AEE Suisse www.aeesuisse.ch

Bisheriger Präsident Pius Hüsser und neuer Präsident Beat Flach.

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Die zunehmende Informationsflut belastet Vorgesetzte und Mitarbeiter

Die Datenflut bewältigen: effizient lesen Online- und Printlektüre kosten immer mehr Zeit, viele benötigen über 30 Prozent ihrer Arbeitszeit zum Lesen. Immer mehr E-Mails, Werbung, Branchenmitteilungen, Berichte und Newsletter müssen zur Kenntnis genommen werden. Die Informationsflut wird zu einem Tsunami. Dabei ist die Hälfte des Lesestoffs unwichtig. Wenn man nur wüsste, welche Hälfte. Rolf Leicher

■ Um das Lesepensum in den Griff zu kriegen und einen grösseren Leserückstand zu vermeiden, braucht es ein wenig Systematik.

Das Leseverhalten Warum muss man immer den Posteingang öffnen, wenn gerade eine E-Mail eintrifft? Lesezeiten bündeln heisst, zwei bis vier Mal täglich den Posteingang am Stück lesen. Bei der Textbearbeitung achtet man darauf, dass es zu möglichst wenigen Unterbrechungen kommt. Denn nach einer Unterbrechung braucht man die doppelte Energie, um sich wieder in den Text einzulesen. Durch blockweise Lesen sparen Sie Zeit, weil Sie sich nicht immer wieder einarbeiten müssen, wie es bei Unterbrechungen der Fall ist. Das gilt beson-

ders für komplizierte Texte. Die sogenannte «Leseabwehr» entsteht bei Unterbrechungen mitten im Text. Schon beim ersten Lesen sollten wichtige Textstellen durch Markierungen oder handschriftliche Randbemerkungen hervorgehoben werden. Markierungen helfen Ihnen, den Text schon für das zweite Lesen vorzubereiten. Wenn Sie darauf verzichten und die Lektüre später lesen, fangen Sie wieder von vorne an. Markierungen beim ersten Lesen kosten nicht viel Zeit und erleichtern die Erledigung des Vorgangs. Verwenden Sie dazu die bekannten Zeichen für Ihre Markierungen: Ausrufezeichen für «wichtig», Haken für «einverstanden», Fragezeichen für «noch zu klären». Mit dem «Selektiven Lesen», treffen Sie eine Entscheidung: Was ist eilig, was ist

wichtig? Sortieren Sie gleich nach Prioritäten, und lehnen Sie Lektüre ab, die für Sie absolut keine Bedeutung hat. Arbeitstermine kennzeichnen Sie durch die Datumsangabe, damit setzen Sie Prioritäten. Der Umgang mit Informationen sollte im Betrieb einheitlich festgelegt werden, es hat sich nicht bewährt, wenn jeder seine eigene Methode nutzt. Grundsätzlich verbessern Sie Ihr Aufnahmevermögen, wenn Sie sich voll aufs Lesen konzentrieren und nicht nebenbei noch etwas anderes tun. Telefonieren und Lesen sind sehr anstrengend und führen zur oberflächlichen Aufnahme der Informationen. Wenn Sie mit zwei Sachen gleichzeitig beschäftigt sind, erledigen Sie keine richtig. Man nennt das «Multitasking». Sehr störend und zeitaufwendig sind Regressionen, das heisst Rücksprünge der Augen zu Textstellen, an denen die Augen schon angehalten hatten. Grund hierfür ist meistens eine Unkonzentriertheit. Dabei sind Rücksprünge meist überflüssig, da das Gehirn die Informationen schon aufgenommen hat, nur noch mit der Verarbeitung etwas hinterherhinkt. Durch das Zurückspringen werden dem Gehirn die entsprechenden


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Passagen zweimal angeboten. Es registriert diese Stellen als bekannt und schaltet kurzzeitig ab. Oftmals verpasst es dann jedoch die Stelle, an der es mit neuem Inhalt weitergeht, sodass hier die nächste Regression nötig ist, um die Informationen aufzunehmen.

Das Lesetempo Meist nervt ein grösserer Leserückstand. Um den Rückstand aufzuarbeiten, wird das Lesetempo verdoppelt wie beim Autofahren, wo man nach einem Stau am liebsten das Tempo erhöht, um verlorene Zeit gutzumachen. Eine höhere Lesegeschwindigkeit (speed reading) führt zur oberflächlichen Aufnahme des Textes, sodass man ihn zweimal lesen muss. Schnell-Leser überlesen Textstellen und vergessen Inhalte schnell. Je wichtiger der Text ist, desto geringer sollte das Lesetempo sein. Das Wort-für-Wort-Lesen einer Akte entspricht der Schrittgeschwindigkeit beim Autofahren. Dadurch sind Nachdenken und Kreativität möglich. Unter Zeitdruck nimmt man Informationen nur oberflächlich auf, Hektik führt zum Querlesen in der sogenannten «Slalomtechnik» wie beim Skifahren. Auch eilige Lektüre muss sorgfältig gelesen und bearbeitet werden. Grosse Textmengen bringen den Leser in Gefahr, das Lesetempo zu erhöhen. Primär kommts auf die Leseziele an. Wozu liest man? – um sich zu informieren oder um eine Entscheidung zu treffen? Oder sind die Informationen für einen Vorgang wichtig? Muss der Fall gleich bearbeitet werden? Ist er wichtig oder eilig? Welche Relevanz hat die Information für den Leser? Effizientes Lesen ist möglich, wenn der Leser seinen Blickwinkel erweitert, indem er zusammengehörende Worte zu Sinngruppen bündelt. Dadurch spart man die Anzahl der Sprünge, die das Auge macht, und erhöht das Lesetempo. Das sogenannte «Vorwärtslesen» verlangt viel Übung. Wenn man von einer zur anderen Sinngruppe liest, erhöht man den Aktivitätsmodus des Gehirns. Bei der Lektüre der Fachpresse kann man die kognitiven Fähigkeiten ausschöpfen, indem man sich auf Substantive und Verben konzentriert, Details werden ignoriert. So erfasst man den Sinn schneller und kennt die Kernaussage. So ist ein höheres Lesetempo möglich, vor allem wenn ein Text nicht vollumfänglich gelesen werden muss. Schnell-Leser suchen nach Schlüsselwörtern und persönlichen Interessengebieten. Das Verändern eingespielter Lesege-

wohnheiten braucht intensives Training. Der versierte Leseprofi kennt viele Lesestrategien und kann damit die richtige Entscheidung für die Lektüre treffen.

Informationen und ihr Wert Bekanntlich wird der Wert der Information nicht durch die Menge gesteigert.

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Zu viele Informationen belasten den Empfänger, der Sender einer Information sollte an den Nutzwert für den Empfänger denken. Sender und Empfänger sind die Beteiligten im Informationsmanagement. Oft hilft die einfache Frage, was denn passiert, wenn man eine Information nicht liest. Jeder sieht

Wie gut können Sie lesen? selten

meistens

immer

1. Ich empfinde häufig eine Leseabwehr.

2. Nach der Lektüre stelle ich fest, dass ich nicht mehr genau weiss, was der Inhalt war.

3. Während des Lesens gibt es durch Telefon und andere Unterbrechungen Störungen.

4. Ich muss manche Texte zweimal Lesen, damit ich weiss, um was es geht.

5. Ich ertappe mich dabei, dass ich mit meinen Gedanken abschweife, aber weiterlese.

Auswertung: Hoffentlich haben Sie häufig «selten» angekreuzt.

Lese-Check: Systematik zur Einordnung und Behandlung von Text-Informationen.

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Büros haben gute Erfahrung mit Stehpulten, die bei kurzer Lektüre (10 bis 15 Minuten) benutzt werden. Im Stehen verändern sich der Kreislauf und die Atmung des Lesers. Die Belastung des Körpers sollte von einem Bein auf das andere wechseln: Stand- und Spielbein genannt. Wer länger liest, braucht die optimale Beleuchtung, sie muss auf jeden Fall blendfrei sein. Wenn die Augen beim Lesen ermüden, kann man eine kurze Lichtpause einlegen. Dazu hält man die zu zwei Schalen geformten Handflächen vor die Augen und dichtet sie mit den Händen so ab, dass durch die Ritzen kein Licht einfällt. Die Augen sollten nicht geschlossen sein, sondern etwa 60 Sekunden offen in den dunklen Hohlraum sehen. Innere Ruhe und eine gute Raumtemperatur bringen mehr als die fünfte Tasse Kaffee.

Lesen: Zahlen, Daten, Fakten • Im Leistungshoch erhöht sich die Lesefreude um bis zu 50 Prozent. • Kurze, verständliche Texte ermöglichen ein um 30 Prozent höheres Lesetempo. • Ab ca. 30 Minuten Lesen am Stück sinkt die Aufmerksamkeit um ca. 15 Prozent. • Planen Sie eine feste Lesezeit ein, in der Sie sich nicht unterbrechen lassen. • Lesen am Bildschirm strengt die Augen doppelt so stark an. ■

Verschiedene Aspekte beim Text-Lesen.

sich der Gefahr ausgesetzt, etwas zu versäumen, wenn er nicht alles zur Kenntnis nimmt. Das Smartphone mit den vielen App-Möglichkeiten führt zu einer weiteren Versuchung, sich Informationen zu holen, die für den Leser keine nachhaltige Wirkung haben. Vorgesetzte stellen sich am besten die Frage: Was bedeutet meine Information für mein Team? Welchen Nutzen hat sie? Wie ausführlich muss jemand informiert werden? Nutzlose Informationen kosten Zeit und Geld. Überlegen Sie, was Sie nicht wissen müssen, und sorgen Sie dafür, dass diese Informationen Sie nicht mehr erreichen. Unterscheiden Sie Informationen nach … • A) Push-Prinzip: Informationen werden geliefert (Bringschuld) • B) Pull-Prinzip: Informationen werden nachgefragt und eingeholt (Holschuld).

Sorgen Sie auch dafür, dass Informationen verständlich verfasst sind, denn jede Rückfrage belastet den Sender und den Empfänger. Stress, schlechte Laune und Ablenkung blockieren die dauerhafte Verankerung des Gelesenen im Gehirn. Sorgen Sie daher für eine angenehme Atmosphäre, die ihren Bedürfnissen entspricht und konzentriertes, ungestörtes Lesen erlaubt. Lesen kann man auch mit einer kleinen persönlichen Selbstbelohnung abschliessen, z. B. einer Tasse Kaffee, die man sich für die Lektüre aufhebt. Sollte Ihre Stimmung einmal auf dem Nullpunkt sein, verzichten Sie auf das Lesen, anstatt durch krampfhaftes «Müssen» Ihre Motivation abzuwürgen.

Informationsaufnahme verbessern Wohlbefinden fördert die Informationsaufnahme. Wer Abwechslung beim Lesen möchte, liest gelegentlich im Stehen an einem Stehtisch. Viele


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Hans Ruedi Schweizer ist Referent am Europa Forum Luzern vom 16. November 2015

Energiewende: «Technologisch sind wir bereit» Europa und die Schweiz stehen vor richtungsweisenden Energie-Entscheiden. Die Energiestrategie 2050 des Bundesrats steht derzeit in der politischen Diskussion. Hans Ruedi Schweizer, Präsident des Verwaltungsrats der Ernst Schweizer AG, ist Referent am Europa Forum Luzern von Mitte November 2015. Im Interview erläutert er, weshalb der Umbau der Energiewirtschaft möglich und wichtig ist. Ruth Koch

■ Welche Rahmenbedingungen sind nötig, damit die Energiewende gelingt? Hans Ruedi Schweizer: Die Energiewende braucht in erster Linie und vor allem verlässliche Investitions-Bedingungen. Sie braucht Spielregeln, die Planungssicherheit geben. Die Politik ist deshalb gefordert. Sie definiert, was Gültigkeit hat und auf welche Energieversorgung unser Land in Zukunft bauen soll. Ist das geklärt, wird die Wirtschaft den Umbau zügig vorwärtstreiben. Technologisch sind wir dafür längst bereit.

Porträt Hans Ruedi Schweizer

Hans Ruedi Schweizer ist seit 1987 Präsident und Delegierter des VR der Ernst Schweizer AG. Er trat bereits 1977 in das Familienunternehmen ein und baute den Bereich Sonnenenergie auf. Er gehört seit 1980 der Geschäftsleitung und dem VR an und übernahm 1985 die Unternehmensleitung. Er ist Vorstandsmitglied der Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (AEE) sowie Mitglied in verschiedenen Institutionen zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien.

Welche Rolle spielt die Energiestrategie des Bundes für den Werkplatz Schweiz, d. h. für KMU und für neue Arbeitsplätze? Wir erachten den Umbau von nicht erneuerbaren Energien (fossile und Kernbrennstoffe) hin zu Cleantech und intelligenten Lösungen als grosse Chance für den Schweizer Werkplatz. Forschung und Wissenschaft sagen, der Weg hin zu erneuerbarer Energie und Energieeffizienz-Steigerung sei richtig. Die ETH kommt zum Schluss, dass ein Energiemix mit hohem Anteil erneuerbarer Energie anspruchsvoll, aber machbar ist. Wir haben eine technologische Herausforderung in Teilbereichen wie der Energiespeicherung. Wir haben aber auch die besten Fachhochschulen und Universitäten, und wir sind vor allem eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt. Die Schweiz und mit ihr unsere Wirtschaft wird von diesem Jahrhundertprojekt profitieren. Davon bin ich als Unternehmer überzeugt. Für welche Branchen sehen Sie besondere Chancen durch die Energiewende? Für alle Branchen, die sich mit energieeffizienten, erneuerbaren und intelligenten Energielösungen auseinandersetzen. Wir sind daran, die Strom- und Wärmeversorgung der Schweiz neu zu bauen, basierend auf einheimischen und in den meisten Fällen unendlich verfügbaren Ressourcen. Chancen bietet die Energiewende deshalb allen Technologie- und Dienstleistungsunternehmen sowie Tausenden von Gewerbebetrieben in der ganzen Schweiz. Sei es der Sanitärinstallateur, der Heizungstechniker, Fensterbauer oder Solarunternehmer – alle können mit Produkten und Dienstleistungen überzeugen und für das eigene Unternehmen Einkommen und Arbeitsplätze auf Jahrzehnte hinaus sichern. Diese Nachfrage steigt ganz generell. Und mit dem Qualitätsversprechen «Made in Switzerland»

wird die Schweizer Cleantech-Wirtschaft auch auf dem globalen Markt eine wichtige Rolle finden. Wo braucht es noch besondere Anstrengungen? Die Energiewende ist ein Jahrhundertprojekt, das nicht nur die gesamte Energiebranche betrifft. Die Politik ist in hohem Masse gefordert, nicht nur langfristige Ziele und Leitplanken zu setzen, sondern auch die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Energiewende funktionieren kann. Die Unternehmen sind gefordert, die Chancen der Energiewende zu erkennen und zu nutzen. Dafür braucht es die Bereitschaft, Neues zu wagen. Innovation zeichnet die Schweizer Wirtschaft aus. Sie war der Schlüssel zu unserem Erfolg in den letzten 200 Jahren. Daran sollten wir anschliessen. Und schlussendlich ist die gesamte Gesellschaft in ihrem Verhalten gefordert: Es braucht einen neuen und effizienten Umgang mit Energie. Wie lassen sich Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz vereinbaren? Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz sind keine Gegensätze, ganz im Gegenteil. Mehr Effizienz führt zwangsläufig zu einer besseren Wirtschaftlichkeit – nicht nur betreffend Energie. Die Ernst Schweizer AG verfolgt seit 1978 eine konsequent auf Effizienz ausgerichtete Energiestrategie. Unser Unternehmen schaffte die Entkoppelung des Energieverbrauchs vom Unternehmenswachstum mit verschiedenen Energieeffizienz-Massnahmen, unter anderem bei der Infrastruktur, den Anlagen und dem Verhalten der Benutzerinnen und Benutzer. 2014 brauchten wir weniger Energie als 1978, obwohl wir Umsatz und Arbeitsplätze verdoppelt haben. Im Gebäudepark stehen nach wie vor grosse Mengen fossile Energieträger im Einsatz. Ist hier die Wende zu Erneuerbaren realistisch? Die Schweiz tut gut daran, sich aus der fossilen Abhängigkeit zu befreien. 40 Prozent des Schweizer Energieverbrauchs werden heute für Heizung und Warmwasser benötigt. Der grösste Teil davon wird mit fossiler Energie bereitgestellt. Die im Rahmen der neuen Energie- und Klimapolitik geplanten Investitionen in die Gebäude-Energieeffizi-


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Europa Forum Luzern 2015

Flexibilität bei der Nutzung von Solarwärme: Leistungsstarke Grossflächenkollektoren «Doma Flex» der Ernst Schweizer AG sind in vielen Standardgrössen und als Sonderlösungen erhältlich.

enz werden diese Abhängigkeit kappen und Schweizer Arbeitsplätze schaffen. Das ist eine intelligente Form von Wirtschaftspolitik, welche die eigene Wettbewerbsfähigkeit steigert, die negativen Folgen eines starken Frankens abfedert und die sich jetzt so kostengünstig wie noch nie realisieren lässt. ■ www.schweizer-metallbau.ch

Im Zentrum des Europa Forum Luzern im November 2015 stehen Experten wie Christoph Frei, World Energy Council London, Lars Göran Josefsson, ehem. CEO Vattenfall AB Schweden, Robert Lombardini, Verwaltungsratspräsident Axpo, Walter Steinmann, Direktor Bundesamt für Energie, Oliver Geden, Stiftung Wissenschaft und Politik SWP Berlin, Hans Ruedi Schweizer, Verwaltungsratspräsident der Ernst Schweizer AG, Eric Nussbaumer, Präsident der Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energie und Energieeffizienz AEE Suisse, Bundesrätin und Energieministerin Doris Leuthard sowie Vizekanzler und Energieminister Reinhold Mitterlehner aus Österreich und viele weitere. Sie diskutieren über Herausforderungen der Energiepolitik in der Schweiz und Europa, Innovationen als Wegbereiter zur sicheren Energieversorgung und Klimaschutz sowie die schweizerische Energiestrategie im internationalen Umfeld. Weitere Referenten, welche die Leser von HK-Gebäudetechnik kennen: Daniela Decurtins, Lino Guzzella, Rolf Hartl, Kurt Lüscher, Roman Rudel, Matthias Sulzer, u. a. 29. internationales Europa Forum Luzern «Jahrhundertherausforderung Energie» Montag, 16. November 2015 in Luzern Symposium: 10.10 bis 17.30 Uhr, Eintritt Fr. 440.– inkl. Imbiss und Netzwerk-Apéro. Öffentliche Veranstaltung: 18.30 bis 20.30 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung erforderlich. Detailprogramm und Anmeldung: www.europa-forum-luzern.ch

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Dieser Wärme-Speichertank hat einen Durchmesser von 2,5 Meter und ist 9 Meter lang. Im Nutzvolumen von 40 m3 sind etwa 49 000 Kugeln (Ø ca. 10 cm, Oberfläche aus Polyolefin), die mit Phasenwechsel-Material (PCM) gefüllt sind und in der Wärmetransfer-Flüssigkeit schwimmen. (Foto: Cristopia Energy Systems)

Swiss Symposium Thermal Energy Storage an der Hochschule Luzern

Speicherung thermischer Energie – zu diversen Materialien wird geforscht Das «Swiss Symposium Thermal Energy Storage» an der Hochschule Luzern (HSLU) richtete sich an alle, die sich für thermische Energiespeicher interessieren oder einen Einblick in die technologischen Möglichkeiten erhaschen wollten. Auch ökonomische und energieplanerische Aspekte wurden besprochen. Alan Hawkins

■ Jörg Worlitschek, Professor an der Abteilung Technik und Architektur der HSLU, begrüsste gegen 100 Fachleute und erklärte das Ziel der Tagung: «To strengthen the community», also «die Gemeinschaft stärken». An dieser Tagung wurde fast alles auf Englisch vorgetragen, was vielleicht nicht alle Teilnehmer goutierten, aber mit Übersetzungen auf Kopfhörer trotzdem verständlich war. Unter «Gemeinschaft» versteht Worlitschek den breiten «Mix» der Anwesenden aus Industrie, Forschung, Hochschulen und der interna-

tionalen Energieszene, wie er erklärte. Ziel des Symposiums: Thermische Energiespeicher-Anwendungen vor einem breiten Hintergrund betrachten und so den Austausch von Ideen und neuen Lösungsansätzen ermöglichen.

Zentrales Problem, verschiedene Lösungsansätze Nach diesen einleitenden Worten übernahm Prof. Thomas Schmidt vom PaulScherrer-Institut (PSI) Würenlingen das Wort und präsentierte eine Übersicht über die Themen des Symposiums.

Hauptproblematik der Speicherung sei die zeitliche Abstimmung zwischen Energie-Verfügbarkeit und Energienutzung. Darum seien geeignete Speichersysteme eminent wichtig. Ein weiterer Faktor seien die Preisdifferenzen, die auf dem Strommarkt auftreten. Es kann sich lohnen, billigen Strom einzukaufen und beispielsweise Wasserstoff zu erzeugen, der als Gas im Gasnetz eingespeist werden kann (sog. «Power to Gas»). Schmidt stellte anschliessend die Aktivitäten des Swiss Competence-Center for Energy Research (SCCR) an der ETH Zürich im Bereich Speicherung von Strom und Wärme vor.

Ökonomische Aspekte Tim Menel von KEMA Consulting untersuchte anschliessend die ökonomischen Aspekte der Energiespeicherung.


Energie | Wärme | Strom |

Seine Analyse zeigt eindeutig, dass die vollständige Speicherung aller Überschüsse ökonomisch nicht sinnvoll sei. Eine Speicherkapazität von zirka einem Drittel des maximalen Speicherbedarfs sei vernünftig, wobei dies auf dezentraler Basis erfolgen soll. Menel diskutierte neben Akkumulatoren auch weitere Speichermöglichkeiten wie Wärmespeicher für Heizungen und Trinkwarmwassersysteme, aber auch latente und chemische Speicher. Er ist der Meinung, dass saisonale Wärmespeichersysteme besser seien als «Power to Gas».

Phasenwechsel-Materialien (PCM) Den Themen-Überblick schloss Fréderic Jay von Cristopia Energy Systems mit einem Überblick über Speichertechnologien und Anwendungen in den Bereichen Heizung-Lüftung-Klima (Englisch: HVAC) und Industrie ab. Die ganze Thematik schaute Jay aus technischen, umwelttechnischen und finanziellen Perspektiven an. Als Lösung stellte Jay sein auf latenter Wärme basierendes System vor. Mit Phasenwechsel-Materialien kann viel mehr Wärmeenergie pro Volumen gespeichert werden. Sogenannte «Nodules» werden eingesetzt. Diese etwa 10 cm grossen Kugeln, welche ein eutektisches Material enthalten (ein Material, das auf gleichem Tempe-

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raturniveau eine Änderung des Aggregatszustands erfährt), werden in Tanks beliebiger Formate eingefüllt und in Klimaanlagen und industriellen Kälteanwendungen benutzt.

Kälte-Speicher-Systeme Kazuhiro Hattori von der Mayekawa Company, Tokio eröffnete den Vortragsblock zum Thema «Kältespeicherung – Lösungen». Thema der Präsentation war die Herstellung von «Slurry Ice» – ein Eis-Wasser-Gemisch mit einer Temperatur von 0 bis -1 °C. Damit sollen Anlagen betrieben werden, welche Kaltwasser mit einer Temperatur von 0 bis +1 °C für die Lebensmittelindustrie und Klimaanlagen produzieren. Einige Beispielanwendungen wurden vorgestellt und diskutiert.

HSLU-Professor Jörg Worlitschek leitete das Symposium in Luzern.

Speicherung latenter Wärme Guillaume Bourtourault von der Fafco SA in Biel referierte ebenfalls über die Speicherung thermischer Energie in einem Wasser/Eis-Phasenwechselsystem. Grössere Systeme für Gebäude und Industrie wurden vorgestellt. Ein wesentlicher Vorteil solcher Eisspeicher sei die Möglichkeit, Strom-Lastspitzen für die Kälteerzeugung zu vermeiden. Die Wärmetauscher in den Speichern sind eine Weiterentwicklung der Schwimm-

bad-Sonnenkollektoren, welche die Firma schon seit längerem herstellt. Durch die Möglichkeit, Lagertanks kundenspezifisch vor Ort zu installieren, können solche «Eis-Banken» auch in bestehenden Gebäuden integriert werden.

Hochtemperatur-Speicher Nach der Mittagspause wurde es wärmer: Thermische Energiespeicher für hohe Temperaturen wurden vorgestellt.

Übersichtsgrafik, welche die bekannten erneuerbaren Energiequellen, Umwandlungs- und Speichertechnologien, sowie die Anwendungsgebiete zusammenfasst. (Quelle: PSI)

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Heimo Walter, Professor am Institut für Energietechnik und Thermodynamik an der Technischen Universität (TU) Wien, präsentierte die aktuellen und künftigen Schwerpunkte der Forschungsarbeit an seinem Institut. Diese sind im Bereich von mechanischen, thermischen und thermochemischen Speichern zu finden. Walter präsentierte verschiedene Projekte, insbesondere ein Wärmespeicherkonzept, das auf der Basis von Sand als Wärmeübertragungs- und Speichermedium funktioniert. Ein dazu gehöriger Latentwärmespeicher und die dazugehörenden, optimierten Wärmetauscher wurden erklärt und verschiedene Förderprogramme diskutiert.

Thermisch-chemische Speicher Marc Linder von der Deutschen Luftund Raumfahrt (DLR) präsentierte seine Gedanken über Hochtemperaturspeicherung in industriellen und energietechnischen Anwendungen. Damit kann, nach Linder, die Effizienz und die Flexibilität verschiedener Prozesse gesteigert werden. Unter Benützung von PCM (Phase-Change Materials, Latentwärmespeicher) kann zum Beispiel der Betrieb von fossil betriebenen Kraftwerken optimiert werden. Somit können Stillstands-Zeiten überbrückt werden. Verschiedene Speichermaterialien wurden diskutiert und Beispiele deren Anwendung präsentiert.

Der Dual Energy Storage & Converter (DESC) wandelt Strom in Wärme und umgekehrt um und benötigt einerseits eine Wärmepumpe, andererseits einen mit Wärme betriebenen Motor. (Referat Anastasia Stamatiou)

Steine und PCM Lukas Geissbühler von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich präsentierte anschliessend die Arbeiten seines Teams, das die kombinierte sensible/latente Hochtemperaturspeicherung untersuchte. Eine Speicher-Kombination aus Steinen und einem Phasenwechsel-Material (PCM) wurde beschrieben und deren Funktion diskutiert. Die Resultate einer Versuchseinrichtung kamen zur Sprache. Insbesondere wurden die Resultate mit rein sensibler Speicherung und mit der Speicherung eines kombinierten Systems (mit PCM) mathematisch beschrieben und verglichen. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen ging es weiter mit dem Thema «integrierte Systeme und saisonale Speicherung».

Optimierte Speicherdimensionierung Im urbanen Kontext spielt die korrekte Dimensionierung von Speichern in Energieverbunden eine wichtige Rolle. Jakob Rager von der ETH Lausanne zeigte anhand zweier Projekte in Ver-

Übersicht über die am Symposium «Thermal Energy Storage» diskutierten Technologien zur Energie-Speicherung. (Referat Thomas Schmidt)

bier und Crans-Montana, wie die Situation analysiert, das Potential abgeschätzt und wie ein Speichersystem in einen Wärmeverbund integriert werden kann. Dabei kommt die sogenannte «Pinch»-Methode zum Einsatz: Temperatur- und Leistungsangaben sowohl auf der Bedarfsseite wie auf der Angebotsseite werden aufgezeich-

net und optimiert. Bei der Realisierung in den untersuchten Ortschaften können lokale Faktoren auch berücksichtigt werden.

Natriumhydroxid als saisonales Trägermedium Weitere interessante Einblicke zu vielfältigen Möglichkeiten saisonaler Spei-


Energie | Wärme | Strom |

Eine 5-MW-Pilotanlage (für die Lebensmittelindustrie) könnte aus der «dualen Umwandlungsund Speicherungsmaschine» gleichzeitig Pasteurisationswärme wie auch Kühlungsenergie beziehen. (Referat Anastasia Stamatiou)

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schung und Entwicklung im Bereich Energieumwandlung. Das Prinzip basiert auf der Umwandlung von Strom in Wärme, die gespeichert werden kann und umgekehrt, die Umwandlung der gespeicherten Wärme zurück in Elektrizität. Benötigt werde einerseits eine Wärmepumpe, anderseits ein mit Wärme betriebener Motor/Generator. Eine fünf Megawatt-Pilotanlage wurde beschrieben und deren gemessene Leistungsfähigkeit mit den kalkulierten Werten verglichen. Das Symposium wurde mit einem «Networking-Apéro» abgerundet – und wieder auf Deutsch, Französisch und Italienisch weiter diskutiert. Gesprächsfetzen in Englisch hörte man aber doch noch! ■ www.hslu.ch/de-ch/technik-architektur

We speak English An der Hochschule Luzern (Sorry: Lucerne University of Applied Sciences and Arts) wird Englisch gesprochen – zumindest wenn Fachtagungen stattfinden! Bei der «2nd Swiss Symposium Thermal Energy Storage», einer Tagung über die Speicherung thermischer Energie, war das so – alles in Englisch bis auf einen Beitrag, der auf Deutsch präsentiert wurde. Haben alle Teilnehmer alles verstanden? Englisch als gemeinsamen Nenner? Dies obwohl praktisch alle Referenten des Deutschen mächtig waren. In der Zuhörerschaft waren auch Fachleute aus der italienisch- und französischsprechenden Schweiz zugegen. Also als kleinster gemeinsamer Nenner wurde die Weltsprache Englisch gewählt.

cherung mittels thermo-chemischen Materials bot ein Vortrag von Paul Gantenbein von der Hochschule Rapperswil. Gantenbein präsentierte ein Wärmespeichersystem auf Basis kombinierten Wärme- und Massentransfers. Basierend auf dem Prinzip von Adsorption und Desorption wird ein System mit Natriumhydroxid in verschiedenen Konzentrationen durch eine externe Energiequelle (z. B. So-

larkollektoren) aufgeladen. Das System kann auch Wärme freisetzen (z. B. zu Heizzwecken). Gantenbein erläuterte die dahinterstehenden physikalischen Prinzipien und diskutierte verschiedene Aspekte der Realisierung eines solchen Systems.

Dualer Energiespeicher und -umwandler Anastasia Stamatiou von der Hochschule Luzern gab einen Einblick in die For-

In den Pausen wurde rege weiterdiskutiert, zum Teil auch auf Englisch.

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Gebäude ganzjährig solar beheizen: Saisonspeicher-Lösungen für WärmeAutarkiegrad bis 100 %

Bei garstigem Wetter wurde in der Fasa-Zentrale informiert.

Schweizer Energietechnik in Deutschland

Eine rund 60-köpfige, bunt durchmischte Schweizerdelegation besuchte innovative Solarfirmen in Sachsen (Deutschland). Im Rahmen dieser Studienreise, organisiert durch die Jenni Energietechnik AG aus Oberburg, besuchte eine Gruppe von Haustechnikplanern, Solarfachleuten, Architekten, Installateuren, Medien- und Verbandsvertretern zwei innovative Unternehmen im ehemaligen Ostdeutschland. Alan Hawkins

■ Erster Stopp waren zwei zur Serienreife entwickelte, wärmeautarke Sonnenhäuser in Freiberg. In einem informativen Vortrag stellte der Projektleiter Timo Leukefeld die bereits fertiggestellten und bewohnten Gebäude vor und wies auf die Bedeutung der solaren Wärme zum Erreichen der Energiewende hin. Das Musterhaus und dessen energietechnische Einrichtungen wurden vorgestellt. Man wartete nicht bis ein solches «Sonnenhaus» bestellt wurde, sondern baute ein Musterhaus. Vor allem interessant ist die Nutzung der Solarwärme in grossen Speichertanks, die von der Jenni Energietechnik geliefert wurden. Auch wird in diesen Häusern Strom von den Photovoltaikanlagen lokal in Batterien gespeichert. Als Zusatzheizung dient ein Holzofen. In diesem zu 95 % solarbetriebenen Musterhaus sorgen rund 190 verschiedene Sensoren nicht nur für den optimalen Betrieb der Anlagen sondern auch für Messdaten, die für die Weiterentwicklung des Konzepts gebraucht werden.

Jenni Energietechnik AG Gegründet im Jahr 1976 von Josef Jenni, ist der ehemalige Einmannbetrieb stetig gewachsen und beschäftigt heute rund 70 Mitarbeitende, wovon 5 Auszubildende. Einen besonderen Namen hat sich die Jenni Energietechnik AG mit der Entwicklung und Serienproduktion von Speichern mit integriertem Boiler gemacht. Grosse Erfahrung sammelte Jenni bei der Realisation von Solaranlagen für Warmwasser bis hin zu Grossanlagen. Es geht ihm darum, Häuser ganzjährig weitgehend solar zu beheizen, wie in Ostdeutschland gezeigt.

Serienmässige Solarhäuser

In Chemnitz (ehemals Karl-Marx-Stadt) wurde die Gruppe von Ingenieur Ulrich Hintzen, CEO der Fasa AG, empfangen. Die Firma baut in grosser Zahl fast vollständig solar beheizte Einfamilienhäuser unter dem Produktenamen «Energetikhaus100». Die Firmenzentrale wurde aus einem alten Bürogebäude realisiert, wobei die Südfassade mit einer grossflächigen Solarfassade ergänzt wurde. Hier sorgt wiederum ein geschickt integrierter Solartank für die Speicherung von Wärme.

Häuser in der Solar-Siedlung «Rittergut Rabenstein».

Aus Alt mach Neu

Die Firma Fasa ist neben modernen Sonnenhaus-Neubauten auch auf die Modernisierung bestehender, alter Mehrfamilienhäuser spezialisiert. Nach einer Einführung machten sich die Besucher bei Regen und Schnee auf zu den verschiedenen Projekten, die überall in Chemnitz zu finden sind. Besonderen Eindruck hinterliess dabei ein alter Strassenzug mit hohen, zum Teil ziemlich zerfallenen, aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts stammenden Mehrfamilienhäusern an der Kanalstrasse. Gebaut um 1910, werden die


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Aus Alt mach Neu: unsanierte und sanierte Stadthäuser an der Kanalstrasse in Chemnitz.

Häuser Stück für Stück nach Sonnenhausstandard saniert. Eine sehr solide Bausubstanz ermöglicht es, die bis anhin leerstehenden, verlotterten Gebäude aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken und mit neuem Leben zu füllen. Auf die der Strasse abgewandten Dachseite werden Solarkollektoren installiert. Die Wärmespeicherung erfolgt in hohen, schlanken Jenni-Speichertanks, welche die volle Gebäudehöhe ausnutzen. Vieles vom alten Stil der Häuser wird sorgfältig konserviert, während Grundrisse und Einrichtungen den heutigen Bedürfnissen angepasst werden.

Solarsiedlung «Rittergut» Nachmittags stand ein Besuch der Solar-Siedlung «Rittergut Rabenstein» auf dem Programm. Auf diesem Areal baut die Fasa AG ein Einfamilienhaus nach dem anderen. Alle Häuser sind mit unterschiedlichen Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz ausgestattet, inklusiv Sonnenheizung. Hier auffallend ist die konsequente Anpassung der Architektur der Einfamilienhäuser auf die Bedürfnisse der Solarenergiegewinnung. Die Dächer gegen Süden stehen im optimalen Winkel für die Sonnenenergienutzung. Die Wärme aus den Solarkollektoren wird saisonal in grossen, integrierten Jenni-Solartanks gespeichert. Bei einem Musterhaus steht übrigens ein Carport, dessen Dach aus semi-transparenten Photovoltaikpanels besteht. Darunter parkiert selbstverständlich ein Elektroauto.

Elektro-Fahrzeug in Carport mit halbtransparentem Photovoltaik-Dach.

zept: Thermische Kollektoren geben die Energie der Sonne in Form von Wärme an einen zentral im Haus platzierten Saisonspeicher ab. Während der Sommer- und Herbstmonate wird der Speicher vollständig geladen, so kann im Winter der Solarspeicher als Hauptwärmequelle genutzt werden. Der Schwerpunkt bei der Nutzung der Sonnenenergie liegt dabei auf der Solarwärme und nicht auf der Stromerzeugung. Verschiedene Argumente sprechen für diese Verteilung, unter anderem, dass Kollektoren einen Wirkungsgrad von bis zu 80% erreichen, bei Photovoltaik liegt dieser Wert bei rund 15 - 20%. Dazu die Möglichkeit, die Wärme auf relativ einfache Art und Weise lokal zu speichern. Eine weitere, sehr erfreuliche Gemeinsamkeit der verschiedenen Projekte be-

Saisonspeicher für die Wärme Die Gebäude der beiden Bauunternehmer funktionieren nach demselben Kon-

Dächer auf die Herbst-Sonne ausgerichtet: Areal «Rittergut».

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Wohnung an der Kanalstrasse. Der Jenni-Speicher mit 7.8 m3 Inhalt reicht vom Keller bis zum Dach. Er konnte links im Grundriss angeordnet werden. Der grosse Wärmespeicher wird mit einem Spezialkran von oben ins Gebäude eingebracht.

steht darin, dass, laut den Firmenvertretern, alle Gebäude problemlos vermietet oder verkauft werden können.

Solare Energienutzung mit Potential Auf der Studienreise wurden fachliche Inputs und praktische Erfahrungen vermittelt, zudem wurde den Besuchern ein neuer Blickwinkel auf das Potenzial der solaren Wärmenutzung präsentiert. Zum Schluss der Reise bleiben ein paar Fragen offen: Weshalb zögert man in der Schweiz, Häuser ganzjährig mit solarer Wärme zu versorgen, wenn dies in Ostdeutschland mit deutlich weniger Sonnentagen mit wirtschaftlich so grossem Erfolg möglich ist? Und warum ist es in der Schweiz viel schwieriger, Baubewilligungen zu erhalten für Häuser mit ähnlicher, architektonischer Gestaltung? ■ www.jenni.ch

Die Hinterhöfe der Häuser der Kanalstrasse grenzen an den Stadtkanal. Die Dächer sind vollständig mit Solarkollektoren bedeckt.


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Hybridwerk in Zuchwil SO: Energiezentrale für Strom, Erdgas und Fernwärme, unter anderem mit Wasserstoff-Speicherung

Von der Vision zur Anlage: Hybridwerk Aarmatt ist in Betrieb Die Energiezukunft nimmt Gestalt an: Regio Energie Solothurn eröffnete Ende Juni mit dem Hybridwerk Aarmatt eine schweizweit einzigartige Anlage, in der künftig überschüssiger Strom aus dezentraler Produktion, z. B. aus Sonne, in eine andere EnergieForm umgewandelt werden kann. Peter Warthmann

■ Integraler Bestandteil des Hybridwerks ist auch die vorübergehende Speicherung von überschüssiger Wärme. Mit dem Beitrag des Hybridwerks wird Energie in grösseren Mengen besser speicherbar und zu der Zeit nutzbar, wann sie effektiv benötigt wird. Die Regio Energie Solothurn eröffnete am 30. Juni 2015 mit einem Festakt das Hybridwerk Aarmatt, das Teil des Leuchtturmprogramms des Bundesamts für Energie BFE ist. An der Schnittstelle vom Solothurner Strom-, Wasser-, Gas- und Fernwärmenetz kann im Hybridwerk mittels moderner Technologie Strom in eine andere Energieform (z. B. in Gas) umgewandelt werden. Die neu entstandene Energieform kann anschliessend vor Ort oder im Energienetz gespei-

chert oder zum geeigneten Zeitpunkt der Kundschaft abgegeben werden. Damit ist das Hybridwerk Aarmatt von Regio Energie Solothurn eine schweizweit einzigartige Anlage, welche neue Möglichkeiten praktisch aufzeigt und einlädt, darauf aufzubauen. Mit dem Hybridwerk wird ein Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 gesetzt. Und es verhilft der Energiezukunft zu anschaulicher Realität.

Standort mit Netzkonvergenz Das Hybridwerk liegt einen Kilometer vom Hauptsitz der Regio Energie Solothurn entfernt auf der Aarmatt in Zuchwil. An diesem Standort kreuzen sich drei Energienetze: Gas, Strom und Fernwärme. Hinzu kommt das Wassernetz,

Hybridwerk Aarmatt in Zuchwil, noch während der Ausführungsphase.

Am Standort Aarmatt in Zuchwil treffen sich drei Energienetze: Erdgas, Strom und Fernwärme. Und zusätzlich auch das Wassernetz. (Bilder: Regio Energie Solothurn / Peter Warthmann)

auf der Aarmatt befindet sich das Hauptpumpwerk der Regio Energie Solothurn. Die sogenannte Netzkonvergenz am Standort Aarmatt ist die entscheidende Voraussetzung für das Gesamtsystem Hybridwerk und ermöglicht das Zusammenspiel der verschiedenen Energieformen.

Komponenten des Hybridwerks 1) Der Elektrolyseur spaltet mittels chemischer Reaktion (Verfahren: Protonen-Austausch-Membran) Wasser in zwei chemische Elemente auf: Wasserstoff und Sauerstoff. Für diese Reaktion benötigt er Strom. Die Regio Energie Solothurn verwendet dazu überschüssigen Strom aus erneuerbarer Energie wie zum Beispiel aus Photovoltaik. Der so gewonnene Wasserstoff wird in Wasserstoffspeicherzylindern auf dem Dach zwischengespeichert, um dann dosiert ins Erdgasnetz eingeleitet werden zu können. Technische Daten Elektrolyseur: Aufnahmeleistung: 2 × 175 kWel = 350 kWel, Output Wasserstoff: 60 Nm3/h, Wirkungsgrad 50 – 60 %, Modell: Hogen C30, Proton onsite. 2) Der Wasserstoffspeicher auf dem Dach des Hybridwerks hat eine Pufferfunktion. Er speichert den vom Elektrolyseur produzierten Wasserstoff und mischt diesen über eine Düse anschliessend dosiert mit 5 bis 200 Nm3/h ins Gasnetz der Regio Energie Solothurn. Bei einem Wasserstoff-Anteil im Erdgasnetz bis zu 2 % H2 ergeben sich keinerlei Nachteile für die Erdgas-Ver-

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Viel Technik im Elektrolyseur mit Aufnahmeleistung 2 x 175 kWel .

Das Hybridwerk Aarmatt besteht im Wesentlichen aus drei Energiewandler- und zwei angegliederten Speicherkomponenten. Alle Komponenten sind mit dem Energienetz und zusätzlich untereinander verbunden, sodass Energie flexibel und je nach Bedarf umgewandelt, gespeichert oder direkt ins Netz eingespeist werden kann.

Die fertige Abgasanlage.

braucher. Das Erdgasnetz der Regio Energie Solothurn plus der dazugehörige Röhrenspeicher in Etziken ist die eigentliche Gasspeicheranlage und dient im Fall des Hybridwerks als langfristiger Speicher für Energie aus Überproduktion. Technische Daten Wasserstoffspeicher: 4 Zylinder je mit Durchmesser 56 cm und Länge 11.70 m, Nutzvolumen total ca. 7.5 m3, Betriebsdruck bis 200 bar, maximale Speicher-Kapazität 1500 Nm3 Wasserstoff H2 à 3.5 kWh/Nm3 = 5.3 MWh. Modell: Spezialanfertigung Carbagas.

Stefan Müller-Altermatt (Nationalrat und UREK-Vizepräsident), Felix Strässle (Direktor Regio Energie Solothurn) und Walter Steinmann (BFE-Direktor) an der Eröffnungsfeier des Leuchtturm-Projekts.

3) Das Blockheizkraftwerk (BHKW) besteht aus einem Zwölfzylinder-Gasmotor und einem daran angekoppelten Generator. Der Eingangs-Energieträger Gas wird in zwei neue Energieformen umgewandelt: Strom und Wärme. Die Wärme kann zu jedem Zeitpunkt ins Fernwärmenetz der Regio Energie Solothurn gespeist und so direkt verwertet werden. Der Strom kann flexibel genutzt werden, beispielsweise zur Deckung von Bedarfsspitzen. Technische Daten BHKW: Elektrische Leistung 1.2 MW, Wärmeleistung 1.2 MW, Eingangsenergie-Träger Erd-

Letzte Vorbereitungen für den Eröffnungs-Akt vor den drei Wärmespeichern mit je 100 m3 Inhalt.


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Gas-Heizkessel mit 6 MW Wärmeleistung: Elco-Brenner, Viessmann-Kessel.

Auf dem Dach des Hybridwerks: Montage der Wasserstoffspeicher. Das Volumen von 7.5 m3 ergibt bei 200 bar Betriebsdruck eine Speicher-Kapazität von 1500 Nm3 H2 à 3.5 kWh = 5.3 MWh.

gas, Wirkungsgrad 90 % (44 % elektrisch / 46 % thermisch), Modell Motor: CG 170 12 BHKW von Caterpillar, Modell Generator: MJB 500 MB4 von Marelli. 4) Der Gas-Heizkessel wird mit Erdgas betrieben und erzeugt Wärme, welche in Not- und Spitzenlastsituationen direkt ins Fernwämenetz geleitet werden kann. Technische Daten Gas-Heizkessel: Wärmeleistung 6 MW, Eingangsenergie-Träger Erdgas, Wirkungsgrad 92 %, Gaskessel Modell Vitomax 200 HW von Viessmann, Gas-Brenner von Elco. 5) Drei Wärmespeicher à 100 m3 Unmittelbar vor dem Hybridwerk stehen drei grosse Wärmespeicher mit ei-

nem Fassungsvolumen von je 100 Kubikmeter. Diese kommen insbesondere während kalten Wintertagen als Spitzenbrecher zum Einsatz: In der Nacht – wenn von den Abnehmern wenig Wärme bezogen wird - können alle drei Speicher mit Wärme aus dem Fernwärmenetz der Regio Energie Solothurn geladen werden. Am frühen Morgen, wenn sehr viele Bezüger gleichzeitig Wärme verwenden, wird diese gespeicherte Wärme wieder ins Fernwärmenetz eingespeist. Technische Daten Wärmespeicher: Volumen 3 × 100 m3, Vorlauf 120 °C, Rücklauf 55 °C, Speicherkapazität 3 × 5.5 MWh, Lade- / Entladeleistung 6 MW, Modell: Spezialanfertigung Elkuch Ludwig AG.

Blockheizkraftwerk (BHKW): Zwölfzylinder-Gasmotor und Generator, Wärme- und elektrische Leistung je 1.2 MW.

Projekt-Partner und Kosten

Partner in den verschiedenen Phasen von Planung, Umsetzung und Betrieb: Bundesamt für Energie BFE, Hochschule Luzern HSLU, Hochschule für Technik Rapperswil HSR, Hochbauamt des Kantons Solothurn, Stadt Solothurn, Gasverbund Mittelland, Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG. Die bisherigen Kosten für das Hybridwerk, wie es heute in Betrieb ist, beliefen sich auf rund 10 Mio. Franken. Link zu 4-Minuten-Film über das Hybridwerk, u.a. mit Luftaufnahmen und mit Statements von Bertrand Piccard, Stefan Müller-Altermatt, Felix Strässle, Walter Steinmann und Kurt Fluri zur Eröffnung des Hybridwerks: www.hybridwerk.ch Weitere Informationen zur HybridwerkEntstehungsgeschichte: www.hk-gt.ch, Suchen: Hybridwerk www.regioenergie.ch www.hybridwerk.ch

Bild aus der Bauphase: Einbringung des Gas-Heizkessels.

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Cord-Henrich Dustmann mit der von ihm entwickelten Salzbatterie-Flachzelle. 126 Flachzellen dieser Art sollen – in einer grösseren Ausführung und in Serie geschaltet – einen Stromspeicher für Eigenheimbesitzer mit PhotovoltaikAnlage ergeben. (Fotos: Benedikt Vogel)

Speicher für erneuerbaren Solarstrom: Projekt der Battery Consult GmbH zur Optimierung der Salzbatterie

Salzbatterie als Alternative zur Powerwall von Tesla Wiederaufladbare Batterien auf der Basis von Kochsalz sind zwar noch nicht so verbreitet wie Lithium-Ionen-Akkus, aber für ausgewählte Zwecke leisten sie schon heute gute Dienste. Ein Physiker aus dem Kanton Bern entwickelt die Technologie nun für die Heimanwendung weiter: Ein Salz-Akku mit 7 kWh Speicherkapazität soll es Inhabern von Photovoltaik-Anlagen erlauben, den eigenen Solarstrom auch nachts und bei schlechtem Wetter selber zu nutzen. Benedikt Vogel, im Auftrag des BFE

■ Viele Betreiber von PhotovoltaikAnlagen wollen einen möglichst grossen Anteil ihres Stroms auch selber nutzen. Dafür benötigen sie Akkumulatoren, die den Solarstrom für Stunden oder Tage speichern, bis er gebraucht wird. Stromspeicher für den Hausgebrauch mit 2 bis 10 kWh Kapazität sind heute auf dem Markt verfügbar, in der Regel als Bleioder als Lithium-Ionen-Akkus. Mit Verkaufspreisen von 10 000 bis 15 000 Franken sind sie aber noch ziemlich teuer. Zudem existieren gegen Lithium-IonenAkkus Sicherheitsbedenken, genährt bei-

spielsweise durch Brände, wie sie Anfang 2013 bei Dreamlinern von Boeing für Schlagzeilen sorgten. «Wir wollen mit der Salzbatterie einen Akku auf den Markt bringen, der nicht nur günstiger ist als die bisher verfügbaren Batterien, sondern auch sicherer als die Lithium-Ionen-Technologie», sagt Dr. Cord-Henrich Dustmann. Er hat in Berlin und Karlsruhe Physik studiert, befasste sich später bei ABB Mannheim über Jahre mit supraleitenden Magneten und Natrium-SchwefelBatterien, und fand schliesslich zur

Salzspeichertechnologie. Seit 2011 hat der deutsche Batterieexperte in Meiringen BE an einem ehemaligen Armeestandort unter dem Namen Battery Consult GmbH ein Entwicklungszentrum für Salzbatterien aufgebaut. Mit neun jungen Mitarbeitern und finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Energie forscht der 70-Jährige hier an der Fortentwicklung eines Akku-Typs, der bisher unter den Herstellernamen Zebra, SoNick oder Durathon für die Notstromversorgung von Mobilfunkstationen, als Netzspeicher, für Elektrobus-


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So funktioniert die Salzbatterie Wiederaufladbare Batterien (Akkumulatoren, Zusammenschaltung mehrerer galvanischer Elemente bzw. Akkumulator-Zellen) haben sich in den letzten Jahrzehnten rapide entwickelt: Auf den Blei-Akku folgte der Nickel-Cadmium-Akku und der NickelMetallhydrid-Akku. Ab den 1990er-Jahren trat dann der Lithium-Ionen-Akku seinen Siegeszug an. Letzterer findet heute breite Verwendung in Handys, Laptops oder in Elektroautos. Sein Name rührt daher, dass seine negative Elektrode aus in Kohlenstoff eingelagertem Lithium besteht und dass Lithium-Ionen beim Laden und Entladen zwischen den Elektroden ausgetauscht werden und so die Grundlage für die chemische Stromspeicherung bilden. In der Salzbatterie wird die Aufgabe der Lithium-Ionen durch Natrium-Ionen übernommen. Da das Natrium in der positiven Elektrode mit Chlor zu Natriumchlorid (NaCl, bekannt als Kochsalz) gebunden ist, wird die Natrium-Ionen-Batterie auch als Salzbatterie bezeichnet. Wie andere chemische Batteriespeicher besteht die Salzbatterie aus zwei metallischen (und damit elektrisch gut leitenden) Elektroden, getrennt durch einen ausschliesslich Ionen leitenden Elektrolyten. Im Fall der Flachzelle von Battery Consult (vgl. Grafik) besteht die positive Elektrode (orange) aus Salz (NaCl) und einem Metall wie Eisen (Fe) und/oder Nickel (Ni). Die negative Elektrode (blau) besteht aus Natrium (Na). Getrennt werden die beiden Elektroden durch den Elektrolyten, bestehend aus einer Beta-Keramik (einer Kristallstruktur aus Aluminumoxid Al2O3). Dieser Stoff ist leitfähig für positiv-geladene Natrium-Ionen, nicht aber für negativ-geladene Elektronen. Dieses chemische Setting eignet sich ausgezeichnet als Speicher für Elektrizität: Wird an den beiden Elektroden der Flachzelle eine Ladespannung angelegt, bricht das Natriumchlorid der positiven Elektrode (orange) auf, es entstehen Natrium-Ionen (positiv geladene Teilchen), die durch den Elektrolyten zur negativen Elektrode (blau) wandern und dort durch Aufnahme von Elektronen aus dem Ladestrom zu Natrium reduziert werden. Ist diese chemische Reaktion abgeschlossen, ist der Akku geladen. Die chemische Verbindung in der positiven Elektrode ist jetzt auf einem höheren Energieniveau. Daher läuft der gegenläufige Vorgang ab, wenn die beiden Pole der Batterie über einen Stromkreis verbunden werden: Die Natrium-Ionen wandern von der negativen zur positiven Elektrode. Gleichzeitig fliesst durch den Stromkreis der Entladestrom: Die Batterie liefert Strom. Bleibt noch ein Schlüsselelement der Salzbatterie: Damit die positive Elektrode über die erforderliche Leitfähigkeit verfügt, muss in ihr ein zusätzlicher Stoff (Natriumaluminiumchlorid NaAlCl4) vorhanden sein. Dieses Salz stellt die erforderliche Leitfähigkeit für Natrium-Ionen sicher, allerdings nur, wenn es geschmolzen ist. Das ist auch der Grund, warum Salzbatterien bei hohen Temperaturen betrieben werden müssen, im Fall der Flachbatterie von Battery Consult bei 250 °C. Die dafür nötige Wärme muss zur Inbetriebnahme von aussen zugeführt werden und stammt dann während des Betriebs aus dem chemischen Prozess. Salzbatterien kann man durch einfaches Abkühlen ausschalten, was ihre Sicherheit verbessert.

Aufbau-Prinzip Salz-Akkuzelle. (Grafik: Battery Consult)

Das Team der Battery Consult GmbH. In der Mitte Cord-Henrich Dustmann. (Foto: Alex Leuthold)

se und auch im Rettungs-U-Boot von Rolls-Royce (Submarine Rescue Vehicle) eingesetzt wird.

Proof of Concept für eine Flachzelle Jetzt sitzt Cord-Henrich Dustmann am Besprechungstisch und zeigt dem Besucher einen zylinderförmigen Gegenstand von etwa 30 mm Durchmesser. Es ist eine Salzbatterie in der Form einer Flachzelle. «Viele haben vor uns versucht, eine solche Flachzelle zu bauen, doch keines dieser Projekte hat es bisher zur Marktreife geschafft», sagt Dustmann. Bisher werden Salzzellen ausschliesslich in Röhrenform gebaut. Flachzellen verwenden dasselbe Funktionsprinzip, lassen sich dank ihres innovativen Designs aber kostengünstiger fertigen. Mit dem kleinen Zylinder, den der Geschäftsführer der Battery Consult GmbH zwischen den Fingern hält, ist ihm der «Proof of Concept» (Machbarkeitsnachweis) gelungen: Die Flachzelle arbeitet mit einer Spannung von 2,58 V und kann 1,5 Ah Strom speichern. Diese Flachzelle funktioniert, aber erst im kleinen Massstab. Im nächsten Schritt will das Entwicklerteam die Zelle daher von 30 auf 100 mm Durchmesser und eine Speicherkapazität von 23 Ah vergrössern. 18 dieser Zellen sollen dann übereinandergestapelt und sieben solcher Stapel zu einer Batterie vereinigt werden: Insgesamt 126 in Serie geschaltete Salzbatteriezellen wären dann in der Lage, bei einer Spannung von 325 Volt, insgesamt 7 kWh elektrische Energie zu speichern. «Dieser Batteriespeicher passt ideal zu einer PVAnlage mit beispielsweise 7 kWp und einem Jahresertrag von 5000 bis 7000 kWh, wie sie für Einfamilienhäuser typisch ist», sagt Dustmann, «damit schaffen die Betreiber den Tag-Nacht-

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Ausgleich, und die Spannung von 325 Volt erlaubt eine kostengünstige Anbindung ans Stromnetz. Mit diesem Batteriespeicher können PV-Stromproduzenten ihren Selbstversorgungsgrad von 30 auf 70 % steigern.»

Bedarf an dezentralen Speichern Die Vision von Cord-Henrich Dustmann klingt überzeugend. Warum ist sie nicht schon Realität? Die Anfänge der Technologie reichen doch bis in die 1980er-Jahre zurück, als zuerst die Natrium-Schwefel-Batterie und daraus später die Salzbatterie mit Kochsalz als positiver Elektrode entstand. Nach Auffassung von Dustmann hat die Lithium-Technologie der Salzbatterie in den 1990er-Jahren den Rang abgelaufen, weil Sony die Lithium-Akkus für ihre Videokameras brauchte. Mit Blick auf diese Anwendung sei die Lithium-Technologie mit Nachdruck entwickelt worden und habe ihre heutige, weite Verbreitung gefunden. Die Entwickler der Salzbatterie (damals: Zebra-Batterie) dagegen hätten von einer solchen Nachfrage nicht profitieren können. Sie hätten auf den Einsatz in Elektromobilen gesetzt, wo damals aber noch nicht der nötige Bedarf bestand. Jetzt aber sei die Stunde für die Salzbatterie gekommen, ist Dustmann überzeugt – als Speicher für erneuerbaren Solarstrom.

Konzept der Salzbatterie für den kommerziellen Einsatz: Sieben Stapel mit jeweils 18 Flachzellen werden zu einem Batteriemodul vereinigt, das über eine Speicherkapazität von 7 kWh verfügt. (Grafik: Battery Consult)

Rohstoffe und Kosten für die Salzbatterie Eine Salzbatterie besteht aus zwei Elektroden und einem sie trennenden Elektrolyten. Die Materialen sind so gewählt, dass sie die chemische Speicherung von Strom ermöglichen (siehe Kasten). Um eine Salzbatterie zu bauen, braucht man zwei Salze (Kochsalz und Aluminiumchlorid), Metall (Eisen und/oder Nickel) sowie das Rohmaterial für die Keramik des Elektrolyten (Aluminiumoxid). All diese Rohstoffe sind rund um den Globus an vielen Orten in grossen Mengen verfügbar, die Materialien sind relativ günstig und am Ende der Lebenszeit des Akkus gut rezyklierbar. Heute sind Salzbatterien noch etwas teurer als die in grossen Stückzahlen produzierten Lithium-Ionen-Akkus. Batterieentwickler Dustmann ist aber überzeugt, den Preis pro kWh Speicherkapazität auf unter 500 Franken drücken zu können – dank tiefer Produktionskosten für das Flachzellen-Design, aber auch dank einer günstigeren Dichtung. Für die 7-kWh-Batterie schweben ihm Herstellungskosten von rund Fr. 3500.– vor.

Lade-Entlade-Kurve einer Salzbatterie-Flachzelle mit einer Speicherkapazität von 23 Ah. Der Ladevorgang erfolgt bei einer höheren Spannung, als man die Zelle anschliessend entladen kann. (Grafik: Battery Consult)

Cord-Henrich Dustmann in seinem Batterielabor in Meiringen BE.


Cord-Henrich Dustmann verwendet in seinem Batterielabor zum Schweissen der Flachzellen eine Laservakuumschweissanlage.

Im Wettbewerb mit Tesla

Diese 3500 Franken, die der Batteriepionier aus Meiringen in den Raum wirft, klingen wie die Kampfansage von David gegen Goliath. 3500 Franken, das ist nur wenig mehr als jene 3000 US-Dollar, die der Lithium-Ionen-Akku kosten soll, mit dem der kalifornische Batteriehersteller Tesla ab Sommer 2015 den Markt der dezentralen Stromspeicherung erobern will. 3000 USD für die 7-kWh-Version der «Powerwall» genannten Batterie, so hatte es Tesla-Gründer Elon Musk im Frühjahr angekündigt. Im nächsten Jahr soll im USBundesstaat Nevada dann eine fünf Milliarden USD teure Fabrik in Betrieb gehen, die den Markt mit diesen preisgünstigen Batterien versorgen soll.

Argument Sicherheit Der Batteriepionier aus Meiringen glaubt trotzdem an die Chance der Salzbatterie. «Wir wollen die Alternative sein für jene Leute, die bereit sind, etwas mehr für einen sicheren Batteriespeicher zu bezahlen», sagt er in Anspielung auf die bei Lithium-Ionen-Batterien beobachteten Brände. Bis in drei Jahren will er mit dieser Alternative am Markt sein. Bis es soweit ist, muss das Upscaling der vorliegenden Flachzelle zu einem 14-mal leistungsfähigeren Prototypen gelingen. Liegt der Prototyp eines dezentralen Stromspeichers vor, steht der Bau einer Produktionsanlage an. Zurzeit verhandelt Dustmann mit Investoren, die seine Vision eines stark wachsenden Markts für die Speicherung erneuerbarer Energien teilen. Die Wettbewerber, die an derselben Batterietechnologie arbeiten, sind industrielle Schwergewichte wie die italienische Fiamm-Gruppe oder die US-amerikanische General Electric. ■

Weitere Infos / Kontakte Auskünfte zu dem Projekt erteilt Martin Pulfer (martin.pulfer@bfe.admin.ch), Leiter des BFEForschungsprogramms Akkumulatoren und Superkondensatoren. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Akkumulatoren und Superkondensatoren findet man unter www.bfe.admin.ch/CT/strom Weitere Infos zur Salzbatterie: www.batteryconsult.ch


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Energieeffizienz und Denkmalschutz im Einklang

Solarwärme – neue Trends erkennen und nutzen Im Studentenhaus Justinus am Zürichberg liefern Kollektoren auf dem Dach nicht nur Wärme für Warmwasser und Heizung, sondern auch zur Regeneration der Erdsonden. Nicht nur dieses Anwendungsgebiet, sondern auch die neuen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) bieten Chancen für die Solarwärme. Diese und weitere Entwicklungen in Politik, Markt und Technik stehen an der 4. Solarwärme-Tagung von Swissolar, suissetec und BFE Ende Oktober in Luzern im Fokus. Irene Bättig, im Auftrag von Swissolar

■ Energieeffizienz und Denkmalschutz im Einklang – dass dies möglich ist, zeigt die Sanierung des Studentenhauses Justinus am Zürichberg. Das 1907 erbaute, markante Gebäude bei der Bergstation der Seilbahn Rigiblick benötigt heute rund zwei Drittel weniger Wärmeenergie und wurde gleichzeitig baulich aufgewertet. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude erhielt durch Sprossen unterteilte Fenster und Fensterläden anstatt Storen – so wie im ursprünglichen Zustand.

Kompromiss beim Dämmen Der Eigentümer, der Verein Justinus, stellte eine klare Anforderung an die Sanierung. Er wollte eine Wärmeversorgung ohne fossile Brennstoffe. Statt Öl- und Gaskessel liefern neu fünf Erdsonden mit einer Tiefe von je 380 m und 75 m2 Sonnenkollektoren die Wärme für Heizung und Warmwasser. Eine kon-

trollierte Lüftung reduziert die Wärmeverluste im Betrieb und steigert vor allem den Komfort. Denn die Zimmer für die 75 Studierenden, vorwiegend aus Entwicklungsländern, sind teilweise sehr klein. «Bis anhin waren die Fenster einfach immer gekippt», erklärt Architekt Beat Kämpfen. Um dies nun zu verhindern, lassen sich die Fenster zwar öffnen, aber nicht mehr kippen. Bei der Dämmung setzte Kämpfen nicht auf den tiefsten Energiebedarf, sondern auf einen ausgewogenen Kompromiss: Dach, Lukarnen, Erker und Keller wurden optimal gedämmt und die Fenster ersetzt. Damit liess sich der Energiebedarf von 400 000 kWh auf 140 000 kWh senken. Auf eine Dämmung der Fassade hingegen verzichtete Kämpfen – obwohl dies den Energiebedarf zusätzlich um bis zu 40 000 kWh reduziert hätte. «Die Fassade war in einem sehr guten Zustand und wies kaum Risse auf», nennt er als

Hauptgrund. Hinzu kamen städtebauliche Argumente: «Werden architektonisch wertvolle Gebäude in eine dicke Hülle gepackt, kann dies das ganze Gebäude- und Strassenbild verändern.»

Sonne und Erdwärme als ideales Doppel Die Sonnenkollektoren liefern direkt Wärme für Warmwasser und Heizung, die je nach Bedarf mit einer Wärmepumpe auf das gewünschte Temperaturniveau angehoben wird. Im Keller steht zudem ein 3000-Liter-Warmwasserspeicher. Die Wahl fiel auf unverglaste Kollektoren, denn «sie erzielen bei tiefen Temperaturen im Zusammenspiel mit der Wärmepumpe einen besseren Wirkungsgrad als die verglasten», erklärt Kämpfen. Im Sommer, wenn es nur Warmwasser braucht, wird die überschüssige Wärme den Erdsonden zugeführt. Denn gerade in dicht bebauten Gebieten oder wenn ganze Erdsondenfelder ge-

Das Studentenhaus Justinus am Zürichberg nach der Sanierung: Auch ohne Fassadendämmung benötigt das Gebäude heute rund zwei Drittel weniger Wärmeenergie. (Bilder: Beat Kämpfen)


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4. Tagung Solarwärme Am 30. Oktober 2015 laden Swissolar und suissetec zur 4. Tagung Solarwärme nach Luzern ein. An diesem wichtigen Branchentreffen werden neue Markttrends vorgestellt, aktuelle politische Rahmenbedingungen diskutiert und neue Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung präsentiert. Nebst der Regeneration von Erdsonden mit Solarenergie und neuen Absorberschichten werden auch Themen wie Marketingstrategien, solare Nahwärmenetze und thermische Speicher aufgegriffen sowie innovative Fallbeispiele vorgestellt. Eine Politikerin und ein Politiker auf kommunaler und kantonaler Ebene diskutieren die Rollen von Gemeinden und Kantonen beim Umbau unserer Wärmeversorgung. Datum: Freitag, 30. Oktober 2015, 8.45 Uhr bis 17.00 Uhr Ort: Messe Luzern Die 75 m2 Sonnenkollektoren liefern einerseits Wärme für Heizung und Warmwasser. Im Sommer andererseits werden mit den Wärmeüberschüssen die Erdsonden regeneriert.

Informationen und Anmeldung: www.swissolar.ch/sw2015

bohrt werden, fliesst weniger Wärme nach, als dem Boden entzogen wird. Das hat zur Folge, dass die Vorlauftemperaturen der Erdsonde abnehmen und der Wirkungsgrad der Wärmepumpe sinkt. Wie stark sich das Erdreich nachhaltig belasten lässt, zeigt die Studie «Erdsondenpotenzial in der Stadt Zürich», die von Weisskopf + Partner im Auftrag der Fachstelle Energie- und Gebäudetechnik der Stadt Zürich erstellt wurde: Auf einer Grundstücksfläche von 1000 m2 lässt sich demnach nur eine Geschossfläche von 60 m2 nachhaltig mit Erdwärme beheizen. Dies entspricht einer Ausnützungsziffer von 0,06, während die heutige Ausnützung in Zürich und anderen städtischen Gebieten im Mittel 0,4 beträgt. Ohne aktive Regeneration ist die Energiegewinnung aus dem Untergrund in dicht besiedelten Gebieten also kaum nahhaltig. Die Berechnungen des Energietechnik-Planers Näf Energietechnik für das Studentenhaus Justinus illustrieren dies deutlich: Ohne Regeneration sinken die Vorlauftemperaturen der Erdsonden von anfänglich 12 °C nach 50 Jahren auf ca. 6 °C. Wird hingegen Solarwärme ins Erdreich eingespeist, ist mit deutlich höheren Vorlauftemperaturen zu rechnen – im Jahr Null 22 °C, 50 Jahre später noch immer mit 18 °C. Detailliertere Zahlen und Erkenntnisse zur Regeneration von Erdsonden werden an der diesjährigen Solarthermietagung diskutiert.

Neues Anwendungsfeld für Solarthermie Angesichts des zu erwartenden weiteren starken Wachstums von Erdsonden-Wärmepumpen kann die Solarthermie bei der aktiven Regeneration eine wichtige Rolle übernehmen. Auch die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich 2014 (MuKEn 2014) könnten der Solarthermie Auf-

trieb verleihen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Kantone die Vorschriften in die eigene Gesetzgebung übernehmen. Bezüglich Solarthermie bringt insbesondere die «kleine Sanierungspflicht» neue Anwendungsmöglichkeiten. Wird eine Öl- oder Gasheizung ersetzt, fordern die MuKEn neu, dass 10 Prozent des benötigten Energiebedarfs künftig mit erneuerbaren Energien bereitzustellen oder durch Einsparungen zu kompensieren sind. Verschiedene Standardlösungen sind dabei denkbar, eine davon ist die Ergänzung der fossilen Heizung mit einer thermischen Solaranlage zur Wassererwärmung. Diese muss eine Mindestfläche von zwei Prozent der Energiebezugsfläche aufweisen. Die Übernahme der Mustervorschriften in die kantonalen Gesetzgebungen sollte bis 2018 erfolgen. Doch mit dem Argument der Bestandesgarantie formiert sich unter anderem gegen die genannte «kleine Sanierungspflicht» Widerstand. «Nicht nur aus Sicht der Solarenergie, sondern auch zugunsten des Klima-

schutzes gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten und die MuKEn 2014 vollständig zu übernehmen», fordert David Stickelberger von Swissolar.

Spannende Innovation Auch neue Absorberbeschichtungen, welche die Kollektoren vor Überhitzung schützen, bergen Chancen für die Solarthermie – verschiedene Institute forschen daran. Diesen Frühling hat Viessmann einen Flachkollektor auf den Markt gebracht, der dank neuer Beschichtung die Energieaufnahme im Absorber verhindert, sobald dieser eine Temperatur von 75 °C erreicht hat: Die Kristallstruktur der Beschichtung ändert sich, was zu einer höheren Reflexion führt. Dadurch sind die Stagnationstemperaturen geringer und eine Dampfbildung wird verhindert. Dank dieser Innovation, die ein Viessmann-Experte an der SolarwärmeTagung vorstellen wird, erhält die Solarthermie bei der Dimensionierung deutlich mehr Spielraum. Und die Erträge steigen. ■ www.swissolar.ch

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Das Giessereiunternehmen vonRoll casting ag in Emmenbrücke verarbeitet täglich zwischen 90 und 100 Tonnen Gusseisen. (Fotos: Jürg Wellstein)

Optimierungs-Software PinCH 2.0 für komplexe Prozesse, nun auch für kleinere und mittlere Betriebe

Pinch-Analyse: Produktion und Gebäudetechnik verbunden Beim Giessereiunternehmen vonRoll casting ag in Emmenbrücke hat eine Pinch-Analyse energetisches Optimierungspotenzial aufgezeigt, das mit ersten Umsetzungsschritten erschlossen wurde. Abwärme aus der Produktion wird heute effizient für die Gebäudetechnik genutzt. Jürg Wellstein

■ Eine Pinch-Analyse zeigt Lösungswege auf. Damit lässt sich eine energetische Betrachtung eines Produktionsbetriebs durchführen, die dank Prozessintegration sowohl Massnahmen zur Energieeffizienzsteigerung aufzeigt als auch deren wirtschaftliche Auswirkungen prognostiziert. Diese Analyse bringt alle vorhandenen Energieflüsse in einer gemeinsamen Betrachtung zueinander und ermöglicht damit getrennte Energiesysteme zu verbinden, so dass beispielsweise die Gebäudetechnik von Abwärme des Produktionsbetriebs optimal profitieren kann. Das PinCH-Team an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur in Horw und die Grüniger Plus GmbH in Suhr unterstützte mit der Pinch-Analyse bereits verschiedene Unternehmen, so eben auch die vonRoll casting ag in Emmenbrücke.

Gussprodukte für unterschiedliche Anwendungen

Das traditionsreiche Giessereiunternehmen verarbeitet täglich zwischen 90 und 100 Tonnen Gusseisen. Rund 200 Mitarbeitende stehen im Einsatz, um unterschiedlichste Produkte herzustellen: Die Palette reicht von Gusseisen mit Lamellen- oder Kugelgraphit bis hin zu Sonderlegierungen. Spezialisiert ist das Unternehmen auf komplexe, kernintensive und dünnwandige Gusserzeugnisse, die in Werkzeugmaschinen, Energieerzeugungsanlagen, Schienen- und Nutzfahrzeugen, Verbrennungsmotoren, Lüftungsanlagen und Ventilatoren usw. eingesetzt werden. Mit vier InduktionsSchmelzöfen werden insgesamt 25 bis 30 Gusssorten hergestellt, wobei fünf bis sechs Materialien täglich im Batch-Verfahren gehandhabt werden müssen. Für den Schmelzbetrieb nutzt man ca. 50 Prozent des Stromverbrauchs des

Unternehmens, der jährlich über 20 GWh beträgt. Dies entspricht 80 Prozent des Gesamtenergiebedarfs im Betrieb von Emmenbrücke. Die restlichen 20 Prozent werden durch Erdgas abgedeckt und wurden in der Vergangenheit vor allem in Gasheizkesseln eingesetzt, die zur Gebäudeheizung und Brauchwarmwasserbereitung (BWW) dienten.

Abwärme nutzen als Zielsetzung In den 1990er-Jahren befasste man sich in der Giesserei mit dem Anliegen einer effizienteren Energienutzung und konnte als Folge ein System zur Wärmerückgewinnung (WRG) installieren. Ruedy Jakober, Leiter Technik, sagt: «Damals hat man die beiden Bereiche Giessereiproduktion und Gebäude energetisch miteinander verbunden. Dabei wurde das Ziel verfolgt, Wärmequellen sinnvoll für Heizung und Warmwasserbereitung verwenden zu können.» Deshalb hat man einen zusätzlichen Kreislauf zur Wärmerückgewinnung zwischen das Kühlwassersystem der Produktion und das Heizsystem der Gebäude integriert. Die beiden wesentlichen Abwärmequellen sind die Küh-


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lung von zwei Schmelzöfen und von Druckluftkompressoren.

Weiteres Optimierungspotenzial erkennen Durch veränderte Rahmenbedingungen, beispielsweise eine massive Strompreiserhöhung im Jahr 2009, musste man sich erneut auf eine Steigerung der Energieeffizienz fokussieren. «Wir wollten die noch vorhandenen Möglichkeiten zur Energieverminderung und zur Rückgewinnung von Prozesswärme untersuchen. Dabei sind wir in Kontakt gekommen mit dem an der Hochschule Luzern etablierten PinCH-Team, das Beratung, Ausbildung und Analysen durchführt», sagt Ruedy Jakober. Mit einer Bachelor-Diplomarbeit von Roman Diem wurde zunächst die energetische Situation bei der Giesserei studiert. Danach hat Andrea Grüniger, Grüniger Plus GmbH, im Rahmen ihrer CAS-Projektarbeit und mit einer PinchAnalyse geeignete Schritte zur Effizienzsteigerung identifiziert. Durch diese Arbeiten konnte erkannt werden, dass das tatsächliche Potenzial der Wärmerückgewinnung aufgrund des in der Praxis vorhandenen Temperaturniveaus des Kühlwassers aus den Schmelzöfen und der geforderten hohen Vorlauftemperatur der Heizung während des Winters effektiv klein ist. Dieser Heizbedarf kann also nur teilweise mit Wärmerückgewinnung gedeckt werden. Der Rest muss durch die Heizkessel erzeugt werden. Zudem muss der grösste Teil der abzuführenden Energie aus den Öfen und weiteren Anlagen mit Kühltürmen an die Umgebung abgegeben werden. Das WRG-System ist also einerseits überdimensioniert und anderseits nicht optimal ins Gesamtsystem eingebunden. Für Ruedy Jakober war dies eine wichtige Bestätigung: «Wir haben geahnt, dass eine Optimierung eigentlich nötig wäre, aber konnten uns aufgrund unserer eher punktuellen Erfahrungen keinen Überblick über die Wirkungsweise des umfangreichen Gesamtsystems verschaffen. Das hat uns die Pinch-Analyse dann abgenommen.»

Das Giessereiunternehmen bietet ein umfassendes Engineering an, das auch komplexen Formenbau umfasst.

Ruedy Jakober (rechts), Leiter Technik bei der vonRoll casting ag, zeigt Peter Liem vom PinCH-Team die inzwischen umgesetzten Massnahmen der Pinch-Analyse.

Drei Massnahmen für mehr Energieeffizienz Peter Liem, Mitarbeiter im PinCH-Team, sagt: «Im Rahmen dieses Projekts hat Andrea Grüniger die Daten und Verbrauchswerte des Ist-Zustands des thermischen Gesamtsystems zur Energieversorgung ermittelt, eine PinchAnalyse durchgeführt und daraus drei Massnahmen empfohlen.» Diese umfassen folgende Vorschläge: è

Einsetzen der Kerne in die vorbereiteten Gussformen.

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Mit der Pinch-Analyse optimieren Bei einer Pinch-Analyse werden zunächst aufzuwärmende und abzukühlende Stoffströme erfasst. Die verschiedenen Ströme lassen sich in einem Enthalpiestrom-Temperatur-Diagramm zu einer heissen (Kühlbedarf = rote Kurve) und einer kalten Verbundkurve (Wärmebedarf = blaue Kurve) zusammenfassen. Durch den Vergleich der heissen und kalten Verbundkurve kann das Potenzial für eine prozessinterne Wärmerückgewinnung erkannt werden. Denn im überlappenden Bereich ist dies möglich. Durch horizontales Verschieben der kalten Verbundkurve ändert sich die minimale Temperaturdifferenz zwischen den Kurven sowie das Potenzial zur Wärmerückgewinnung und die benötigte Heiz- und Kühlleistung. Die Temperaturdifferenz am «Einschnürungs»-Punkt (Engl. pinch = Einschnürung) stellt also den entscheidenden Parameter einer Pinch-Analyse dar. Pinch-Analysen zeigen energetisches Optimierungspotenzial auf. Dabei werden zur Optimierung der Massnahmen auch deren betriebswirtschaftliche Konsequenzen aufgezeigt. (Bild: PinCH-Team / Beat Wellig)

• Der Brauchwarmwasserspeicher soll vom WRG-System abgekoppelt werden und direkt mit dem Kühlwassersystem der Druckluftkompressoren verbunden werden. Damit kann vermieden werden, dass die Gasheizkessel ganzjährig das gesamte WRG-System auf Temperatur halten müssen, also auch wenn die Giesserei-Produktion in den Betriebsferien und für Instandhaltungsarbeiten eingestellt wird. • Das komplette Heiz- und WRG-System soll einer systematischen Bedarfs- und Funktionskontrolle unterzogen werden, um eine geeignete Betriebsoptimierung vornehmen zu können.

• Als längerfristige Massnahme wird vorgeschlagen, den Einsatz einer Wärmepumpe zwischen Kühlwasserund Heizsystem zu prüfen. Damit könnte man die Heizkessel substituieren. Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen haben gezeigt, dass eine bivalente Lösung mit den bestehenden, Erdgas-betriebenen Heizkesseln zur Abdeckung der Spitzenlast sinnvoll wäre. Ruedy Jakober bestätigt: «Die erste Massnahme, also die direkte Kopplung der Warmwasserbereitung an die Abwärmequelle der Kompressoren, haben wir umgesetzt und damit unsere Haustechnik verbessert. Hinzu kam noch eine Gastherme zur Redundanz und zur

Der in den 1990er-Jahren entwickelte Wärmerückgewinnungs-Kreislauf zwischen Kühlwassersystem der Produktion und Heizsystem für die Gebäudetechnik bietet heute Optimierungspotenzial. (Bild: Andrea Grüniger, Grüniger Plus GmbH)

Mit einem zusätzlichen Schritt lassen sich die Gesamtkosten von möglichen Massnahmen berechnen. Je grösser die Temperaturdifferenz am Pinch-Punkt ist, umso tiefer liegen die notwendigen Investitionskosten für die Massnahmen (z.B. Wärmeübertrager) und umso kleiner ist das Einsparpotenzial bei den Betriebskosten. Umgekehrt sind bei kleiner Temperaturdifferenz höhere Investitionskosten und grössere mögliche Einsparungen bei den Betriebskosten zu erwarten. Die Pinch-Analyse ermöglicht eine energetische und gleichzeitig wirtschaftliche Optimierung von Massnahmen. Das PinCH-Team der Hochschule Luzern hat in den vergangenen Jahren durch Schulung und Beratung sowie durch die Schaffung der PinCH-Software Grundlagen für eine optimale Prozessintegration gelegt. Mit der Software PinCH 2.0 können nun auch Anlagen mit mehreren Betriebsfällen aufgrund unterschiedlicher Produkte, Produktionsauslastungen oder saisonalen Schwankungen sowie Batch-Prozesse optimiert werden. Damit eignet sich diese Software auch für den Einsatz in kleineren und mittleren Betrieben, bei welchen die Prozesse ebenfalls komplex sein können, beispielsweise wenn verschiedene Produkte in der gleichen Anlage hergestellt werden. www.pinch-analyse.ch

Deckung der Spitzen des Brauchwarmwasserbedarfs, z.B. bei Schichtwechsel, wenn die Mitarbeitenden des Giessereibetriebs duschen. Zudem konnten wir das WRG-System steuerungstechnisch optimieren und mit neuer Visualisierung versehen. Das Projekt Wärmepumpe mussten wir hingegen aufgrund der hohen Investitionskosten noch zurückstellen.» Das PinCH-Team stellt fest, dass neben Massnahmen zur verbesserten Wärmerückgewinnung auch immer häufiger die Integration von Wärmepumpen in industrielle Prozesse angestrebt wird. Peter Liem: «Diese Einbindung bringt jedoch eine nicht zu unterschätzende Herausforderung mit sich. Denn eine korrekt integrierte Wärmepumpe arbeitet über den Pinch-Punkt, d.h. sie nimmt unterhalb dieses Punkts Wärme auf (wo ein Wärmeüberschuss besteht) und gibt oberhalb des Punkts Wärme ab


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Als energetisch und wirtschaftlich sinnvolle Massnahmen haben sich die direkte Erwärmung des Brauchwarmwassers (BWW) und eine mögliche Integration einer Wärmepumpe erwiesen. (Bild: Andrea Grüniger, Grüniger Plus GmbH)

Mit den gemessenen Verbrauchsdaten lassen sich bei der PinchAnalyse für das Giessereiunternehmen energetische Verbundkurven erstellen und damit Optimierungsmöglichkeiten erkennen. (Bild: Andrea Grüniger, Grüniger Plus GmbH)

(wo ein Wärmedefizit herrscht). Eine entsprechende Pinch-Analyse sollte als Planungsgrundlage herangezogen werden.»

Qualität auf allen Ebenen Das Giessereiunternehmen hat mit der Umsetzung von Massnahmen, die aufgrund der Pinch-Analyse definiert werden konnten, ihr Engagement für die Energieeffizienz aufgezeigt. Prioritär werden selbstverständlich notwendige Verbesserungs- und Erneuerungsschritte zugunsten der Produktion und damit einer soliden Wertschöpfung realisiert. Ausserdem ergeben sich durch den zentralen Standort in Emmenbrücke auch immer wieder Massnahmen zur Reduktion von Immissionen. Mit der integralen Betrachtung von Produktion und Gebäudetechnik, wie sie eine Pinch-Analyse fördert, sind für alle Beteiligten der vonRoll casting ag wichtige Grundlagen geschaffen worden, um weiterhin an der Optimierung von Prozessen, Gebäudetechnik und Wirtschaftlichkeit arbeiten zu können. ■

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Rückblick WKK-Forum des Verbands V3E: WKK-Anlagen sind eigentlich eine gute Sache …

Der Bund gibt – und nimmt zurück … Die Referate am WKK-Forum des Verbands V3E zeigten eine unübersichtliche Situation der Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) in der Schweiz: Von der Politik offiziell (ein bisschen) gefördert und zugleich bekämpft, von der Wissenschaft gestreichelt und von der Industrie – dort, wo man rechnet – für den Export entwickelt und im Einzelfall geschätzt. Martin Stadelmann

■ Für Daniel Dillier, an der Generalversammlung des V3E, Verband Effiziente Energie-Erzeugung, vor dem WKK-Forum im Juni an der ETH Zürich soeben bestätigter Präsident, ist klar: Im Satz von Bundesrätin Doris Leuthard «WKK-Anlagen sind eigentlich eine gute Sache» könne man das «eigentlich» streichen. Die Ziele des Bundes verlangen jährlich zehnmal mehr WKK-Installationen als heute – «dafür müssen wir kämpfen!». Dies, obwohl die WKK halb so viel CO2 emittiert wie EU-Strom und nur einen Viertel von Kohlenstrom. Das ist zu wenig bekannt. Nationalrat Peter Schilliger, Vizepräsident V3E, findet, von den versorgungspolitischen Zielen her müsste man WKK fördern. Aber die Situation am Strom-Markt sei schwierig: Deutscher Kohlestrom kostet 4 Rp./kWh, WKKStrom aus Biomasse 30 Rp./kWh «und dazwischen müssen wir leben …»

Bundesförderung mit Widerhaken Für Lukas Gutzwiller, Marktleiter WKK im BFE, ist WKK ein Baustein der Energiestrategie 2050. In der Bot-

Konstantinos Boulouchos während seines Referats.

schaft dazu (September 2013) wird WKK ein machbares Potential von 5 – 7 TWh zugewiesen. Sie spielt vor allem im Winter eine wichtige Rolle im Zusammenspiel aller Stromproduktionsanlagen, weil sie dann auch Wärme produziert. Deshalb sieht der Bund eine Teilbefreiung von der CO2-Abgabe vor für Unternehmen, die eine WKK-Anlage mit einer Gesamtfeuerungsleistung von 1 – 20 MW wärmegeführt betreiben. Wenn diese nicht am Emissionshandelssystem teilnehmen, sollen sie sich nach einem separaten Regime von demjenigen Teil der CO2-Abgabe befreien lassen können, den sie für die Produktion des ins Netz eingespeisten Stroms bezahlen. Aber: Der rückerstattete Betrag muss zu mindestens 40 Prozent für Energieeffizienzmassnahmen im eigenen Betrieb und bei allfälligen Wärme- oder direkt angeschlossenen Stromkunden eingesetzt werden. Der Bund schreibt für die betroffenen WKK-Anlagen gewisse Mindestanforderungen betref-

Daniel Dillier, Präsident V3E. (Fotos: Patricia Renz)

fend Wirkungsgrad, Effizienz und Umweltauswirkungen vor. Auf eine Frage aus dem Publikum (über 100 Teilnehmer!), ob diese Sparmassnahmen auf der Wärmeseite einen rentablen Betrieb der WKK-Anlage (Betriebsstunden, Stromerzeugung!) nicht gleich wieder killen, diese Bestimmung WKK also verhindert, holte Gutzwiller zu einer längeren Antwort aus, mit einerseits CO2 und anderseits … usw. Mein Sitznachbar knurrte nach einer Weile vernehmlich: «Sag doch einfach: Ja! Es ist so!» Für WKK gelte, so Gutzwiller weiter, eine Eigenverbrauchsregelung wie für die Erneuerbaren (Biogas gilt hier unverständlicherweise nach wie vor nicht als erneuerbar): Die Netzbetreiber sollen dazu verpflichtet werden, die gesamte Elektrizität aus kleinen WKK-Anlagen abzunehmen und abzugelten. Kleine WKK-Anlagen leisten höchstens 3 MWel oder speisen jährlich maximal 5000 MWh ins Netz ein. Die minimale Abgeltung orientiert sich am aktuellen Spotmarktpreis («day ahead») für Strom. WKK sei ein Teil des Angebots der neuen Energie 360°, vormals Erdgas Zürich, erläuterte deren Direktor Kurt Lüscher. Sie bietet nun nicht nur Erdgas, sondern alle Energien und Dienstleistungen dazu an. Die Beteiligung an IWK sei eine Investition in die Zukunft. Er sei überzeugt, dass WKK eine wichtige Rolle spielen werde. Im Moment allerdings verkauft IWK zwar einige Anlagen in der Schweiz, die Musik spiele aber in Süddeutschland. Dort seien die Rahmenbedingungen wesentlich besser als in der Schweiz. Lüscher forderte die Politik auf, dies zu verbessern.


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Kleine sind schneller am Netz

Auch Prof. Konstantinos Boulouchos, Institut für Energiesysteme ETHZ, betonte den Wert der WKK für die Deckung des Strombedarfs im Winter: «Batterien im Haus speichern Sonnenstrom für Stunden, Speicherseen für Tage, Power to Gas für Monate. Im Winter braucht es eine konstante Stromproduktion. Ob GuD oder WKK – das kommt drauf an. Ohne WKK geht es nicht, denn nur diese kann ein Netz sofort stabilisieren. Ein GuD ist erst innert einer Stunde am Netz, in einer halben bei Warmstart. Aber kleine BHKW (Blockheizkraftwerke) liefern innert 10 Sekunden Strom und nach 4 Minuten auch Wärme. Deshalb setzt Boulouchos auf «Schwarm-WKK», kleine und grosse WKK zusammen, gut gesteuert, und mit Biogas auch noch nachhaltig. Boulouchos «Schwarm-WKK» ist übrigens nichts anderes als das virtuelle Kraftwerk, mit dem in Deutschland schon mehrfach experimentiert wurde (u. a. Vaillant mit Brennstoffzellen, Flensburg mit WKK, Solarpark usw.) Deshalb entwickelt die ETHZ ein Mini-BHKW mit 6 – 9 kWel und 9 – 16

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Wärme-Kraft-Kopplung WKK als wichtiger Bestandteil der Energiewende WKK-Anlagen erzeugen gleichzeitig Strom und nutzbare Wärme Dies ist die Technologie, die Brennstoffe am effizientesten in nutzbare Energie umwandelt. Sei dies aus Erdgas, Klärgas, Biogas, Holzgas, Wasserstoff usw. WKK-Anlagen laufen vorwiegend im Winter Also dann, wenn Wärme und viel Strom benötigt werden. Dies zum Vermeiden von CO2-belasteten Stromimporten, zum Ausgleichen der wetterabhängigen oder im Winter reduzierten Stromproduktion aus Sonne, Wind und Wasser. WKK-Anlagen entlasten die Stromnetze Der Strom wird beim Verbraucher und nach Bedarf erzeugt. WKK-Anlagen reduzieren CO2 Die CO2-Emissionen sind halb so gross wie von EU-Importstrom und ein Viertel von Strom aus Kohlekraftwerken. Beim Einsatz von Biogas ist WKK klimaneutral. (Referat Kurt Lüscher, CEO Energie 360°)

Vorteile der Wärme-Kraft-Kopplung WKK aus Kundensicht – – – – –

Versorgungssicherheit Reduktion der Energiekosten Einsparung Brennstoff, ca. 30 % CO2 -Reduktion Einsatz erneuerbare Energien

Rahmenbedingungen: – Gleichzeitiger Strom- und Wärmebedarf – Vollnutzungsstunden mind. 4000 h/a – marktfähige Gas-, Strom-, und Wärmepreise (Referat Kurt Lüscher, CEO Energie 360°)

Absenkpfad der fossilen Energiemenge zur Erfüllung der Klimaziele: Wärme, Mobilität und insgesamt jedoch ohne fossile Stromproduktion. (Quelle: Energiezukunft Schweiz 2011, Referat K. Boulouchos)

kWth, also mit einem sehr hohen Strom-Wirkungsgrad (35 %) und minimalem Schadstoffausstoss. Dieses basiert auf dem früher von der ETH entwickelten Swissmotor (100 – 200 kW), heute in Avesco-BHKW, ebenfalls mit hohem Strom-Wirkungsgrad und schadstoffarm.

Schweizer Hürden für Motoren-Entwickler Liebherr Machines Bulles entwickelt Gas- und Dieselmotoren für Baumaschinen, Lastwagen und die Stromerzeugung für die ganze Welt. Soeben hat Liebherr in Bulle 100 Mio. für ein neues Motoren-Entwicklungs- und Testgelände investiert, so Martial Suchet, Leiter Gasmotoren bei Liebherr. Die neueste Entwicklung sind Gasmotoren mit 16 Zylindern (750 kW) und 1 MW (20 Zylinder). Die Schweiz macht bei den Gasmotoren 3 – 5 % des Umsatzes aus – und erschwert die Entwicklung und den Einsatz mit verschiedensten NOx-Grenzwerten (250 mg/m3, 60 mg, 50 mg …).

Bei der Motorenentwicklung sind nicht nur die Anforderungen der unterschiedlichen Einsatzgebiete – On-road, off-road, stationär – zu berücksichtigen, sondern auch Abgas- und andere Vorschriften der Länder. So müssen in den USA die Motoren wegen des Strombedarfs innert 7 Sekunden Volllast produzieren können – das ist mit einem Gasmischer, wie er wegen der Abgasvorschriften der Schweiz nötig ist, nicht zu schaffen. Zudem geht die Methanzahl der eingesetzten Gase überall nach unten (Erdgas/Biogas/Wasserstoffbeimischung wegen Power to Gas). Auch das erschwert die Entwicklung. Suchet wäre froh, wenn die Schweiz nicht so viele Extrazüglein fahren würde.

Grosses BHKW für Roche Plant man grössere Industrieanlagen, so plant man für das Jahr 2020, stellte Hans Baumann, Infrastrukturanlagen F. Hoffmann-La Roche AG, fest. Dazu gehört auch eine Energiestrategie. Zuerst müssen

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Stephan Renz (V3E-Geschäftsführer), Hans-Kaspar Scherrer (V3E-Vorstand, Präsident Swisspower, CEO IBAarau), Lukas Gutzwiller (BFE), Martial Suchet (Liebherr Machines), Daniel Dillier (V3EPräsident, CEO IWK), Konstantinos Boulouchos (ETH Zürich), Hans Baumann (F. Hoffmann-La Roche), Peter Schilliger (V3E-Vizepräsident).

Hohe Effizienz von WKK: aus 100 % Brennstoff werden dank Wärmepumpen-Einbindung 125 % Nutzenergie. (Referat Konstantinos Boulouchos)

WKK-Anlagen auf Industriearealen sind extrem sinnvoll: Energiefluss der geplanten WKK-Anlage bei Roche. Mehr Nutzenergie (Wärme + zusätzlich Kälte) mit 55 % weniger Erdgas-Verbrauch, dank sinnvoller Kombination mit Wärmepumpe. (Referat Hans Baumann)

Neuer Liebherr-Gasmotor. (Referat Martial Suchet)

die Energieflüsse gemessen werden. So hat Roche auf seinem Areal eine DauerGrundlast von 10 MW. Der Wärmebedarf wird kleiner, weil sich die Produktion ins Ausland verlagert. Das Stromnetz des Areals ist 50 Jahre alt und nicht gerüstet für dezentrale Produktionsanforderungen. Gasturbinen sind deshalb zu gross. Man entschied sich für ein GasmotorBHKW mit 4,4 MWel Leistung von Jenbacher, mit Magermotor und SCR-Abgasreinigung. Die Wärmeseite bietet 1,4 MW bzw. 2 t/h Dampf und 2,4 MW Niedertemperaturwärme. Als CO2-Kompensation werden einige Kältezentralen in Wärmepumpen umgebaut. Dem kommt entgegen, dass nicht nur der neue 178 m hohe Roche Tower mit einem Niedertemperatur-Netz (40 °C) beheizt wird. Für Wärmeabnahme ist also gesorgt. Zusatz-

strom bezieht Roche nur CO2-frei. Mit diesen Massnahmen senkt Roche den CO2-Ausstoss insgesamt um 15 %.

Fazit V3E-Vorstandsmitglied Hans-Kaspar Scherrer fasste die Referate zusammen. Er ist überzeugt, dass WKK-Anlagen gerade für Verbundunternehmen eine gute Sache sind. Dafür braucht es aber faire Rahmenbedingungen und möglichst einfache administrative Auflagen für die Umsetzung. ■ www.v3e.ch


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Die warme Quelle braucht Ergänzung für die Spitzenlast

Heizzentrale im Bad Schinznach erneuert Das neue Thermi braucht mehr Wärme, die Fernheizzentrale war alt, und neu war Erdgas verfügbar. Deshalb zog die Bad Schinznach AG eine Gesamterneuerung der Heizanlage durch: neue Heizkessel mit Weishaupt-Brennern in der Zentrale, Stilllegung von vier älteren Heizzentralen, Anschluss an neue Fernleitungen sowie der Einbau zweier Wärmepumpen. Martin Stadelmann

■ Der 1651 entdeckten und seit 1696 in grösserem Stil als Bad eingerichteten Heilquelle entspringt Schwefelthermalwasser von ca. 45 °C – ein Calcium-Natrium-Sulfat-Chlo- ridwasser mit hohem Gehalt an Schwefelwasserstoff (80 mg/l) sowie kleinen Mengen Lithium, Brom, Jod und Arsen. Der Quelle können bis 500 Liter/Minute entnommen werden. Das Thermalwasser wird in einem eigenen Reservoir gespeichert und die Abnahme erfolgt nach Bedarf. Rund 400 000 Gäste geniessen jährlich das heilende Quellwasser der beiden Badbereiche «Aquarena fun» und «Thermi spa». Ein dritter Thermalbadbereich, das «Rundbaubad», befindet

sich im historischen Rundbau, dient vorwiegend therapeutischen Zwecken und ist für Hotel- und Kurgäste reserviert. Diesem Bad angegliedert sind Einzelbäder, in denen vorwiegend individuelle Badekuren durchgeführt werden. Dazu kommen eine Rehabilitationsklinik, ein Kurhotel, diverse Restaurants, ein Tennis- und ein Golfclub, eine Bar und, und, und ... in einem riesigen, wunderschönen Park am Aare-Ufer.

Neues Thermi und vier neue Unterstationen benötigen mehr Wärme Mit dem Neubau des Thermi, der Wohlfühloase mit Spa und einem 200 m2

Die beiden neuen 2,15-MW-Ygnis-Gasheizessel mit Weishaupt-Gas-Gebläsebrennern.

grossen 35 °C-Aussenbecken mit Massagedüsen und Sprudeln, im Jahre 2011 genügten die Leistungen der alten Fernheizzentrale und der Fernheizungsleitung aber nur noch sehr knapp. Die Zentrale versorgte mit einem vor 25 Jahren auf Warmwasser umgebauten Dampfkessel aus den 60er-Jahren und einem zweiten fast so alten Heizkessel mit Ölbrennern das Aquarena, das Thermi und einen Teil des Hotels Bad Schinznach mit Wärme. Die übrigen Gebäude wurden mit separaten, ebenfalls älteren Ölkesseln beheizt. Zeit, zu handeln. Bad Schinznach AG liess die Durena, Lenzburg, einen Vorschlag für die Sanierung ausarbeiten, in Zusammenarbeit mit Walo Kocher von der Firma Kocher Heizungen AG, Brugg. Dieser betreut die Heizanlage seit vielen Jahren und kennt sie bis in alle Details. Nachdem die IBB Brugg neu Erdgas nach Bad Schinznach liefern konnte, war klar: Aus Umweltgründen wird die neue Anlage mit Erdgas betrieben. Und die separaten Heizanlagen werden stillgelegt. Die Fern-leitungen werden teils


Luftaufnahme von Bad Schinznach: Hier ist das Thermi noch im Zustand vor dem Umbau der Heizzentrale abgebildet (denkmalgeschütztes Hochkamin).

erneuert, teils erweitert, sodass nur noch eine Heizzentrale alle Wärmeverbraucher beliefert. Der Umbau musste jedoch sukzessive, und zwar ohne Unterbruch des Bade- oder Hotelbetriebs, erfolgen.

Umstellung in drei Etappen Deshalb ersetzte Walo Kocher im Sommer 2012 erst einen der zwei alten Kessel durch einen neuen Ygnis-Kessel mit Kondensationsrekuperator und einem modulierenden Weishaupt-Erdgasbrenner G 50 mit 2150 kW Leistung. Der Umbau der Kaminanlage für die neuen Kessel war natürlich schon zuvor erfolgt. 2013 ersetzte Kocher Heizungen AG dann auch den zweiten Kessel durch einen identischen Ygnis-Kessel mit Weishaupt-Erdgasbrenner. Parallel dazu wurden die Arbeiten an den neuen Fernleitungen aufgenommen. Die beiden Kessel liefern ihre Wärme aber nicht direkt ans Netz, sondern über einen 52 000-Liter-Speicher. Dafür wurde als Systemtrennung je ein Wärmetauscher vorgeschaltet. Dieser Speicher wurde früher als Dampfspeicher genutzt, aber nach der Umstellung des

Der Rundbau, links Aquarena fun.

Dampfkessels auf Warmwasser vor 25 Jahren stillgelegt. Durena wollte ihn eigentlich durch einen 70 000-Liter-Speicher ersetzen. Aber dafür hätte man das Gebäudedach abbrechen und wieder neu decken müssen. Da legte Walo Kocher sein Veto ein: «Der alte Stahlspeicher hat eine Wandstärke von 1,2 cm – der überlebt uns alle! Ein neuer Speicher würde nie so lange halten!» Folglich liess er in den alten Speicher neue Flansche und Mannlöcher einschweissen. Die Flansche werden nicht nur für die Einspeisung der neuen Kessel benötigt, auch eine Wärmepumpe arbeitet dem Speicher zu. Sie nutzt einen Teil des Thermalwassers zur Anhebung der Rücklauftemperatur. Eine zweite Wärmepumpe zur Nutzung der Abwärme im Abwasser von Becken und Duschen im neuen Thermi und Aquarena wird im Laufe dieses Jahres installiert. Auch diese wird den unteren Teil des Speichers speisen. Viele dieser Arbeiten, auch der Anschluss der Fernleitungen an die Verbraucher, mussten nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens stattfinden: null Unterbruch im Bade- und Kurbe-

trieb! «Damit haben wir der Bad Schinznach AG eine mobile Heizzentrale erspart – oder rund 50 000 Franken», kommentiert Walo Kocher.

Umstellung spart Energie Die Umstellung auf Erdgas und die Wahl der im Verhältnis von 1 : 3 modulierenden Weishaupt-Brenner sparen zusammen mit dem gleichmässigeren Betrieb der Kessel durch die Aufladung des Speichers bereits erheblich Energie. Auf die Frage, weshalb er denn die Gasbrenner von Weishaupt gewählt habe, antwortet Walo Kocher ganz einfach: «Weil es die besten sind!», und schiebt nach: «Preis/Leistung». In der Tat sorgt die Drehzahlregelung über den eingebauten digitalen Weishaupt-Feuerungsmanager für eine optimale Verbrennung mit hohem Wirkungsgrad und sehr niedrigen NOx-Emissionen. Die übergeordnete Anlagensteuerung von Weishaupt-Neuberger kommuniziert mit den Feuerungsmanagern der Brenner. Die beiden funktionieren in Kaskade. Hat einer der Kessel 80 Prozent Last erreicht, wird der zweite zugeschaltet und beide werden parallel gefahren. è

Das neue Thermi spa mit Becken.


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Druckreduzier- und Messstation (DRM) BadSchinznach / Heizzentrale der IBB Erdgas AG, Brugg. (Foto: Peter Warthmann)

Die Weishaupt-Erdgas-Brenner G 50 modulieren im Verhältnis 1 : 3.

Eine der Unterstationen zur Systemtrennung und Übertragung der Wärme.

Die Gegenstrom-Abgaswärmetauscher der Ygnis-Kessel heben die RücklaufEintrittsTemperatur an. Dadurch wird weniger Primärenergie benötigt, um die Differenz zu decken. Die Abgastemperaturen liegen je nach Brennerleistung zwischen 65 und 75 °C.

Franken. Dazu Daniel Bieri, CEO der Bad Schinznach AG: «Zwei Drittel unserer Investitionen sehen unsere Gäste nie – sie sind unter dem Boden!» Denn nebst den Heizungsleitungen findet man in der fast unübersehbaren Anzahl unterirdischer Korridore und Räume nicht nur weitere Leitungen, sondern jede Menge Rückhalte- und Auffangbecken, Wasseraufbereitungs- und Filteranlagen – nur schon die Anzahl Pumpen und Steue-

rungsanlagen zu zählen, gäbe eine ganze Weile zu tun! ■

Unsichtbare Investition Die Sanierung der Heizungsanlage kostet die Bad Schinznach AG rund 3,5 Mio.

www.weishaupt-ag.ch


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Solarstrom vor Ort konsumieren – leicht gemacht ■ Es gibt keinen effizienteren Weg als möglichst viel des eigenen Stroms, den eine Photovoltaikanlage produziert, direkt beim Erzeuger zu nutzen. Das leuchtet auf den ersten Blick ein und wird nun dank dem Steuerungssystem «Helion Smart-Energy» auch Realität. Weil jeder Umweg des elektrischen Stroms über das Netz eines Anbieters einen gewissen Verlust bedeutet und Kosten verursacht, steuert Smart-Energy den Eigenverbrauch so, dass bedeutend mehr des direkt vor Ort produzierten Solarstroms konsumiert wird. Kernstück des Systems ist die Helion SmartEnergy-Box – das «Gehirn» der Installation. Dieses ist mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach, dem Stromnetz des Energiewerks und allen grossen Verbrauchern in einem Haushalt gekoppelt. Smarte Steuerung Das «Gehirn» weiss immer, wie viel Strom gerade auf dem Dach produziert wird. Und es weiss auch, wie viel Energie die grossen Stromverbraucher in einem Haushalt be-

nötigen. Smart-Energy ist deshalb in der Lage, den Solarstrom gezielt einzusetzen und somit den höchstmöglichen Eigenverbrauch zu erzielen. Strom aus dem Netz bezieht das System nur, wenn zu wenig Solarstrom vorhanden ist. SmartEnergy steuert alle grossen Verbraucher automatisch. Dazu gehören beispielsweise der Boiler zur Warmwasseraufbereitung, die Heizung oder die Ladestation eines Elektrofahrzeugs. Das «Gehirn» greift erst ein, wenn überschüssiger Solarstrom produziert wird. Die kleinen Verbraucher wie ein Fernseher, die Abwaschmaschine oder die Stereoanlage werden immer automatisch mit Solarenergie betrieben, sofern solche vorhanden ist. Sonnenbatterie Wenn der aktuelle Strombedarf der kleinen Verbraucher gedeckt ist, werden die grossen Verbraucher durch Smart-Energy eingeschaltet und mit Solarenergie versorgt. Bei einer richtig dimensionierten Photovoltaikanlage reicht die saubere

Steuerungssystem Helion Smart Energy für solche, welche ihr Solar-Eldorado selber nutzen wollen.

Energie aus, um auch die grossen Verbraucher mit Energie zu versorgen. So bezieht ein Haushalt nachts nur noch sehr wenig Strom aus dem Netz. Die Sonnenbatterie ist die Krönung von Smart-Energy. Sobald alle grossen Verbraucher mit Energie versorgt sind, wird die Sonnenbatterie geladen. Sie versorgt den Haushalt auch nach

Sonnenuntergang mit sauberem Solarstrom und garantiert so rund um die Uhr eine maximale Unabhängigkeit. ■

Helion Solar AG 4542 Luterbach Tel. 032 677 04 06 www.helion-solar.ch

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Hochwertige Verteiler aus Polypropylen für Einzel- oder Serienfertigung zu Euro-Preisen

Kunststoff-Verteilerbau nach Mass Ob Rohrverteiler, Kälteverteiler, Wasserverteiler, Rückkühlverteiler, Gruppenverteiler – das neu gegründete Unternehmen Etasuisse AG versteht sich auf die Planung und Einzelfertigung von Verteilern aus Kunststoff genau nach Mass. Kundenspezifische Lösungen innert weniger Tage sind möglich.

Der hochwertige technische Kunststoff Polypropylen Random (PP-R) eignet sich für den Bau von Verteilern.

Polypropylen-Schweissungen zwischen Rohr und Fitting haben sich als zuverlässige Methode bewährt.

Die Installation und Aufhängung der Verteiler ist dank des geringen Eigengewichts des Materials Polypropylen viel einfacher als bei metallischen Verteilern.

■ Aufgrund von Skizzen und Gesprächen ist es möglich, innert weniger Tage den Kunden eine Offerte vorzulegen, die auch technische Zeichnungen von Einzelteilen beinhaltet. Erfolgt der Kundenauftrag, werden Formenbau und spezielle Zubehörteile aus dem Werkstoff Polypropylen Random exakt nach Anforderungen und Wunsch des Kunden gefertigt. «Unser Argument ist die Schnelligkeit und Flexibilität, mit der wir Aufträge realisieren und auf

die Baustelle liefern können. Die Fertigung erfolgt innert weniger Tage nach Auftragsbestätigung», sagt Etasuisse-Geschäftsführer Philipp Hauser. Jeder Verteiler wird von der technischen Abteilung konstruiert – nach spezifischen Anforderungen des Kunden hinsichtlich Material, Form, Abmessungen sowie Art und Anzahl der Abgänge. In klarer detaillierter Absprache mit dem Werk wird so das geeignete Material gewählt, um die höchstmöglichen technischen Eigenschaften (Druck, Temperatur usw.) zu einem bestmöglichen Preis zu erzielen. Je nach Ausgangslage sind Single-, Layer- oder Multi-Layer-Rohre, allenfalls mit spezieller Faserverstärkung,die richtige Materiallösung.

Viele Vorteile Die Wahl von Kunststoffverteilern im Vergleich zu konventionellen Verteilern bietet generell viele Vorteile: a) Hohe Betriebssicherheit und Langlebigkeit Es ist bekannt, dass kritische Stellen bei einer hydraulischen Installation immer die Verbindungen zwischen Rohren und Abzweigungen sind. Bei Verteilern sind besonders viele Angänge und somit auch entsprechend viele Schweissnähte vorhanden. Polypropylen-Schweissungen zwischen Rohr und Fitting sind eine der zuverlässigsten Methoden punkto Qualität und Beständigkeit. Unser

hochwertiges Schweissverfahren führt zu einem homogenen, fest zusammengefügten Körper (1+1=1). Was die Sicherheit anbelangt, ist es eine kompaktere Verbindung als eine metallische Schweissung. Die Produktion wird ständig überprüft, sowohl durch interne Tests als auch durch akkreditierte Institutionen. Dies gilt für das Rohmaterial bis hin zum fertigen Produkt. b) Verteiler rosten nicht Kunststoffprodukte sind absolut korrosionsfrei. Bei metallischen Werkstoffen hingegen ist dies der häufigste Grund des Scheiterns. c) Keine Ablagerungen Aus metallischen Werkstoffen bilden sich Schlamm und Reststoffe, was mit der Zeit im System zu Ablagerungen führen kann (in den Pumpen, Kesseln, Wärmetauschern etc.). Es besteht somit die Gefahr, dass das System nicht einwandfrei funktioniert. Mit dem Einsatz von Kunststoff tritt dieses Problem erst gar nicht auf. d) Einfache Installation Die Installation und Aufhängung der Verteiler ist dank des geringen Eigengewichts des Materials Polypropylen viel einfacher als bei metallischen Verteilern. e) Praktisches Hinzufügen Polypropylen-Verteiler erlauben es, weitere Arbeiten durchzuführen. Zum Beispiel kann das Hinzufügen eines weiteren Abganges sicher und schnell durchgeführt werden.

f) Energieeffizienz und keine Tropfenbildung durch Kondensation Ein Polypropylen-Verteiler hilft dank reduziertem Wärmeverlust, die Energieeffizienz zu optimieren. Das Material hat einen tiefen Wärmedurchgangswiderstand (R-Wert von 0.24 W/mK; im Vergleich zu Stahl: R-Wert = 52 W/mK, Edelstahl: R-Wert 17 W/mK). Der Kunststoffverteiler erzielt einen zwischen 70 und 215 Mal besseren Wert. Ein weiterer Vorteil: Der Taupunkt wird nicht unterschritten. Tropfenbildung durch Kondensation an der Rohroberfläche kann somit nicht auftreten, ausser bei äusserst tiefen Temperaturen und einer sehr hohen relativen Luftfeuchtigkeit. In so einem Fall sind aber die Betriebsbedingungen eingehend abzuklären. Diverse Einsatzgebiete Das Rohrmaterial PP-R 80 Super sowie PP-R Copolymer Spezialfaser eignen sich für verschiedene Einsatzgebiete wie den Heizungsanlagenbau, die Klima- und Kältetechnik, für Trinkwasserleitungen, für die Schwimmbadtechnik, die Regenwassernutzung, für Druckluftanlagen und die Geothermie. ■ Etasuisse AG Philipp Hauser, Geschäftsführer, dipl. HLK Ing. FH 8865 Bilten Tel. 055 440 55 22 hauser@etasuisse.com www.etasuisse.com

Schema eines Formenbau-Beispiels: Aus dem Werkstoff Polypropylen Random können exakt nach Anforderungen und Wunsch des Kunden Speziallösungen gefertigt werden.


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PUBLIREPORTAGE

Energieeffiziente und hygienische Warmwassererwärmung

Sailer-Frischwasserstationen von AES Das Trinkwarmwasser wird heute in der Schweiz meistens in Trinkwarmwasser-Speichern gelagert. Aufgrund der Gefahr der Legionellenbildung muss in solchen Systemen die Temperatur im Warmwasserspeicher konstant auf über 60°C gehalten werden. Da dabei jeweils das gesamte Speichervolumen auf dieser Temperatur gehalten werden muss, ergeben sich punkto Energieeffizienz aufgrund der hohen Temperatur grosse Nachteile. ■ Das Ziel muss sein, Warmwassersysteme auf tiefem Temperaturniveau (40 – 50 °C) und trotzdem hygienisch einwandfrei zu betreiben. Dies gilt grundsätzlich für alle Gebäudetypen. Für komplexe Warmwasseranlagen bei Gebäuden mit sensiblen Nutzern und deshalb er-

Legionellen sind Stabbakterien, welche über die Lunge aufgenommen werden und zu einer starken Lungenentzündung führen können. Sie vermehren sich verstärkt in stagnierendem Süsswasser bei Temperaturen zwischen 25 und 50 °C.

Intensive Verkalkung und Schlammbildung: Warmwassererwärmer nach 5-jährigem Einsatz.

Sailer-Frischwasserstationen von AES: die sichere Lösung Standard-Zapfleistungen von 20 bis 700 l/min dank ausgereifter Plattenwärmetauscher-Technik. Konstante Bezugstemperatur dank innovativer und patentierter Pumpentechnik.

höhtem Hygienebedarf wie Schulhäusern, Sportstätten, Altersheimen, Spitälern und Schwimmbädern ist ein energieeffizienter Betrieb mit herkömmlichen Warmwassererwärmern unter Einhaltung der Hygieneverordnung kaum realisierbar. Wasser ist ein Lebensmittel Trinkwarmwasser ist ein Lebensmittel, und Lebensmittel werden generell kühl gelagert und erst unmittelbar vor dem Verbrauch erwärmt. Bei der Technologie der Frischwasserstationen wird dieser Grundsatz angewendet. Die Energie wird dabei im Wasser des Heizungsspeichers gelagert. Beim Bezug von Warmwasser wird die Energie des Heizungswassers über einen in der Frischwasserstation integrierten Plattenwärmeüberträger im Gegenstromprinzip direkt und zeitgleich an das frische Kaltwasser abgegeben. Da keine Bevorratung stattfindet, genügen je nach Auslegung der Frischwasserstation im Heizungsspeicher Temperaturen von 45 – 55 °C. Da mit der Anwendung dieser Technologie wesentlich weniger Primärenergie für das Erzeugen von Trinkwarmwasser aufgewendet werden muss, ist die Energieeffizienz wesentlich besser als bei herkömmlichen Systemen. Und da keine Bevorratung stattfindet, ist die Gefahr der Legionellenbildung praktisch ausgeschlossen. Über 15 Jahre Erfahrung im Einsatz von Frischwasserstationen AES Alternative Energie Systeme GmbH realisiert ausschliesslich Warmwasser- und Heizungssysteme, welche auf tiefem Temperaturniveau betrieben werden. Dabei arbeitet AES mit den patentierten Sailer-Frischwasserstationen. Sailer und AES können gemeinsam auf eine über 15-jährige Erfahrung im Einsatz von Frischwasserstationen zurückblicken. Sailer ist die einzige Produzentin, welche

Dank den Sailer-Frischwasserstationen ist keine Bevorratung von Warmwasser erforderlich. Spitzenlasten können optimal abgedeckt werden, und trotz langen Stillstandzeiten (Ferienzeit) entstehen keine Hygieneprobleme.

Sportzentrum Schulhaus Ried, Landquart 2012 hat sich die Gemeinde Igis aus Hygiene- und Energieffiziensgründen entschieden, die bisherigen Warmwassererwärmer im Sportzentrum Schulhaus Ried durch die zukunftsweisende Technologie der Frischwasserstation zu ersetzen. Entscheidend für die Wahl der AES-Frischwasserstation Friwasta-Plus 250 l/min der Marke Sailer war die Leistung. Die Frischwasserstation konnte – ohne Kaskadierung – so ausgelegt werden, dass eine Spitzenlast von 200 l/min mit einer Warmwassertemperatur von 45 °C und einer Speichertemperatur von 53 °C abgedeckt werden kann. Diese Spitzenlast wird ein- bis zweimal im Jahr erreicht. Ein weiterer Grund für diese Wahl war, dass an den Wochenenden und während der langen Ferienperioden in der Sportstätte kein Bezug von Wasser stattfindet, das Wasser aber aus Hygienegründen konstant auf über 60 °C gehalten werden musste (Wärmeverluste in der Warmwasserbereitung und hohe Kosten Primärenergie). Mit dem Einsatz der AES-Frischwasserstation Friwasta-Plus 250 l/min, Marke Sailer, ist dies nicht der Fall, da keine Trinkwarmwasser-Speicherung stattfindet. Das Wasser wird dann gezapft, wenn es benötigt wird – in der Folge kein Stillstand von Warmwasser und stark verbesserte Hygiene sowie eine gesteigerte Energieeffizienz im Gesamtsystem.

Frischwasserstationen mit Zapfleistungen von 20 bis 700 l/min herstellt. Damit sind auch Grossanlagen ohne Kaskadierung einfach realisierbar. Die Sailer-Frischwasserstationen von AES werden aufgrund der hohen Zuverlässigkeit und der damit verbundenen Sicherheit für den Anlagebetreiber auch bei sensiblen Anwendungen im Bereich von Sportstätten, Schu-

len, Hotels, Krankenhäusern und Alters- und Pflegeheimen erfolgreich eingesetzt. ■ AES Alternative Energie Systeme GmbH 9470 Buchs Tel. 081 523 00 11 kontakt@aesgmbh.ch www.aesgmbh.ch

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Wählbare Anzahl Batteriemodule: passgenaue Energiespeicherung ■ Varta Storage bietet eine innovative Lösung, die selbst gewonnene Energie jederzeit verfügbar zu halten. Der Energiezwischenspeicher «Engion» speichert die mit der Photovoltaikanlage gewonnene Elektrizität und gibt sie jederzeit auf Abruf wieder frei. Ob kleine oder grosse PV-Anlage, ob Grossfamilie oder Zweipersonenhaushalt: Engion bietet für jeden Verbraucher die passende Lösung. Der modulare Aufbau ermöglicht es, die Speicherkapazität auf den individuellen Energiebedarf abzustimmen. Mit dem Energiezwischenspeicher kann die erzeugte Solarenergie in hocheffizienten Batteriemodulen gespeichert und bei Bedarf wieder abgegeben werden. Erwartungsgemäss lässt sich auf diese Weise der Eigenverbrauch von durchschnittlich 30 auf bis zu 70 Prozent und mehr steigern. Mit der «Sonne auf Abruf» werden Solaranlagen-Besitzer weniger abhängig von der Stromversorgung und Preisgestaltung der Energieversorger. Zudem lässt sich der selbst erzeugte Strom zu jeder Tages- und Nachtzeit abrufen und selbst an sonnenarmen Tagen nutzen. Energiedichte und Sicherheit Die Besonderheit von Engion ist die hochwertige Zellchemie der Batteriemodule. Die Lithium-Eisenphosphat-Zellen im Inneren der Batteriemodule halten den hohen Leistungsanforderungen der Zwischenspeicherung stand und verfügen, im Vergleich zu Bleibatterien, über eine viermal höhere Energiedichte. Dank der modularen Bauweise passt sich der Zwischenspeicher exakt an dem individuellen Energieverbrauch und damit der Grösse der Photovoltaikanlage an. So lässt sich der Basisspeicher mit einer Kapazität von 2,8 kWh (Basisleistung beim Modell «Home») bis zu einer Kapazität von 13,8 kWh (Maximum bei Modell «Family») erweitern. Mit der modularen Erweiterungsoption besteht auch die Chance, gleichzeitig vom laufenden Fortschritt der Speichertechnik zu profitieren. Dadurch bleibt der Solarenergie-Speicher immer auf dem neuesten Stand der Technik. Allgemeine, grobe Richtpreise für schlüsselfertige Batteriesysteme:

Ein einzelnes Batteriemodul hat eine Speicherkapazität von 0,46 kWh.

mit Speicherkapazität 2,8 kWh ca. Fr. 10 000.–, 5,5 kWh: Fr. 13 000.–, 11 kWh: Fr. 18 000.– Vgl. auch Artikel mit Anwendungsbeispiel in HK-Gebäudetechnik 5/15, Seiten 42/43. ■ Solarmarkt GmbH 5000 Aarau Tel. 062 834 00 80 www.solarmarkt.ch

Engion-Modell «Family» mit bis 13,8 kWh und Modell «Home» mit Speicherkapazität ab 2,8 kWh.


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IMI Druckhaltegefässe – serienmässige Anbindung an Internet ■ Alle Druckhalte- und Entgasungssysteme von IMI Pneumatex werden nun mit der internetfähigen Steuerung BrainCube geliefert. Diese verfügt über ein beleuchtetes 3,5»-Farb-Touchdisplay mit intuitiver Bedienung und wird ab sofort serienmässig in die Steuereinheiten der Produktgruppen Compresso, Transfero und Vento integriert. Damit können die Druckhalte- und Entgasungssysteme in Echtzeit von jedem internetfähigen Gerät aus über eine webbasierte Benutzeroberfläche gesteuert werden. Gestaffelte Alarmmeldungen aufs Mobiltelefon Eine umfassende Datenaufzeichnung ermöglicht zudem eine detaillierte Anlagenanalyse, um den Betrieb zu optimieren oder die Ursache für eine Fehlfunktion zu identifizieren. Hier kann das System gestaffelte Alarmmeldungen beispielsweise direkt auf das Smartphone versenden, wenn vorgegebene Betriebsparameter überschritten werden. Darüber hinaus ist es möglich, die Steuerung über die ebenfalls serienmässig integrierte, modbusfähige RS-485Schnittstelle nahtlos in die Gebäudeleittechnik einzubinden. Druck- und Wasserqualitätskontrolle per Fernwartung Gerade Druckhaltung und Wasserqualität erfordern eine fortlaufende Kontrolle und regelmässige Wartung, um optimale Bedingungen im Heizungssystem sicherzustellen. Mithilfe von BrainCube-Connect werden diese Aufgaben für die Kunden erheblich vereinfacht. «Sämtliche Steuerungs- und Analysefunktionen können per Fernzugriff genauso genutzt werden, wie

direkt vor der Anlage stehend», erläutert Norbert Ramser, Diplomingenieur und Leiter der Produktkategorie IMI Pneumatex.

intuitiv über eine Livedarstellung des Farb-Touchdisplays. So kann die Inbetriebnahme sogar aus der Ferne erfolgen. ■

Anlageparameter und Betriebszustände auf einen Blick Sobald das jeweilige Druckhalteoder Entgasungssystem per Ethernet mit dem Internet verbunden ist, wird eine sichere Verbindung zum IMI Webserver aufgebaut. Einmal registriert, können Fachhandwerker und Planer vom Computer, Tablet oder Smartphone aus über den Webbrowser darauf zugreifen. In Echtzeit werden dann sowohl die relevanten Anlagenparameter – z. B. Systemdruck und Wasserinhalt des Ausdehnungsgefässes – als auch die aktuellen Betriebszustände der einzelnen Komponenten – Pumpen, Kompressoren, Ventile etc. – angezeigt. Die direkte Steuerung erfolgt

IMI Hydronic Engineering AG 4414 Füllinsdorf Tel. 061 906 26 26 www.imi-hydronic.ch

Die Druckhalte- und Entgasungssysteme der Marke IMI Pneumatex können mit der BrainCube-ConnectSteuerung vollständig über das Internet bedient und überwacht werden.

Entgasungssystem und Druckbehälter.

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Aktive Überströmer für einzelne Zimmer: Optimierungen und Anwendungen seit dem Wettbewerb 2011

Verbundlüfter vereinfachen Lufterneuerung Aktive Überströmer oder Verbundlüfter ergänzen eine mechanische Lufterneuerung in eleganter Weise und erübrigen aufwändige Rohr- und Kanalinstallationen. Heinrich Huber, Michael Schiantarelli, Franz Sprecher *

■ Wohnungen mit Lüftungen nachzurüsten, ist vielfach kompliziert. Kommt hinzu, dass häufig die gestalterische Qualität der Räume durch den Einbau von Kanälen oder Rohren leidet. Und abgehängte Decken sprengen oft das Budget der Erneuerung. Mit einem Verbundlüfter sind die meisten dieser Argumente entkräftet. Denn mit diesen Geräten lässt sich ein Raum an einen belüfteten Nachbarraum lüftungstechnisch «andocken». Die in der Türe oder in der Trennwand eingebauten Zu- und Abluftventilatoren sorgen für die Lufterneuerung. Das Anwendungspotenzial dieser Komponenten ist riesig: 1,1 Mio. Bauten im Bestand wurden vor 1980 erstellt. Und in den meisten Objekten sind der Platzbedarf und die Kosten limitierende Faktoren. Zur Funktionsweise: Belastete Raumluft mit einem CO2-Gehalt von 1000 bis 1300 ppm strömt durch den Verbundlüfter und wird durch Luft mit 600 bis 800 ppm in der Gegenrichtung ersetzt. Der Nachbarraum, zumeist ein Korridor, ist ausreichend mit Aussenluft versorgt, zumeist über ein Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung.

Optimierte Produkte 2011 lancierte die Fachstelle Energieund Gebäudetechnik im Amt für Hochbauten der Stadt Zürich in Zusammenarbeit mit dem Verein Minergie einen Wettbewerb zur Konzeption und zur Konstruktion von aktiven Überströmern (vgl. HK-GT 1/11 S. 44 – 45 sowie Extra 7/11 S. 30 – 32). Diese Prototypen wurden in der Folge verbessert und in Türen oder Zwischenwänden verbaut, sodass allein in der Schweiz mehrere Hundert Geräte in Wohn-, Schulund Bürobauten im Einsatz sind. Die Geräte werden überwiegend nach der Türstellung (Kontakt) oder nach dem CO2-Gehalt des versorgten Raums gesteuert. Es sind aber auch Verbundlüfter ohne Steuerung in Betrieb.

Gute Bewertung Trotz des anfänglichen Erfolgs fehlt es nach wie vor an der notwendigen Akzep-

Abb. 1: 4,5-Zimmer-Wohnung in der Siedlung Glatt 1 in Zürich. Die Luftverteilung erfolgt in der herunter gehängten Decke im Korridor. Links ist das mit einem Verbundlüfter versorgte Zimmer sichtbar. (Quelle: Bauart Architekten)

Tabelle 1: Schalldruck- und Schallleistungspegel eines Verbundlüfters (Messung) Volumenstrom durch den Verbundlüfter

28 m3 / h

42 m3 / h

Steuerspannung

3,5 V

5V

Mittlerer Schalldruckpegel im Raum

22,5 dB (A)

23,5 dB (A)

Mittlerer Schallleistungspegel des Verbundlüfters

23,5 dB (A)

26,5 dB (A)

Quelle: Elisabeth Sibille, Rainer Pfluger: Anwendung aktiver Überströmer für die Verteilung der Zuluft in Wohnungen; Universität Innsbruck; Innsbruck 2014.

tanz bei Planern für die Überströmvariante. Dass die Geräte bei Nutzern von Wohnungen gut ankommen, zeigt eine Umfrage von Michael Schiantarelli im Rahmen einer sehr informativen Diplomarbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Jedenfalls sind keine Einwände der Bewohner und Bewohnerinnen dokumentiert bezüglich der Schallentwicklung der Verbundlüfter, auch das Schalldämmmass zwischen den beteiligten Räumen

ist offenkundig gut. Einzig die Geruchsübertragung zwischen Wohn- und Schlafzimmer wurde von einigen Befragten als Nachteil genannt. Planer äusserten sich erwartungsgemäss kritisch. Auf der einen Seite sei aufgrund des hohen Vorfertigungsgrads eine rationelle Herstellung und Montage möglich, auf der anderen Seite sind die Gebäudetechniker unsicher, ob die Verbundlüfter bei Nutzern gut an-

Minergie-Richtwert Für Minergie-Bauten gilt ein Richtwert für den Elektrizitätsbedarf der Lufterneuerung von 3 kWh ungewichtete Endenergie je m2 Energiebezugsfläche EBF und Jahr. Bei einer 100-m2-Wohnung sind das 300 kWh, was einer mittleren (nicht «installierten») Aufnahmeleistung von lediglich 34,2 W entspricht (bei einer Betriebszeit von 8760 Stunden jährlich). Der Unterschied zwischen mittlerer und installierter Leistung ist durch den nur zeitweisen Betrieb aufgrund der Bedarfssteuerung gegeben. Falls drei Verbundlüfter zu je 2 Watt (installiert) in Betrieb sind, ergibt sich eine mittlere Leistung von lediglich 3 Watt. Für die Wohnungslüftungsanlage bleiben also 31,2 Watt mittlerer Leistung. Bei Nennbetrieb mit 100 m3/h und einem spezifischen Elektrizitätsbedarf (SPI) von 0,34 W/(m3 · h) ergeben sich 34 W. Unter Berücksichtigung der Bedarfssteuerung ist die mittlere Aufnahmeleistung um 15 % tiefer, also 29 W.


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kommen. Diese Unsicherheit vermischt sich mit dem Risiko, den Schallpegel innerhalb der Limite gemäss SIA 181 «Schallschutz im Hochbau» zu halten (25 dB (A)). Von den befragten Minergie-Fachpartnern haben fast ein Viertel Verbundlüfter bereits eingesetzt und machten gute Erfahrungen.

Siedlung Glatt 1

Im Rahmen der durch einen Totalunternehmer realisierten Gesamtsanierung der Wohnsiedlung Glatt wurden 2013 in 20 Wohnungen Verbundlüfter installiert. Die Grundrisse sind dazu prädestiniert (Abb. 1), weil fünf von sechs Räumen über einen

Abb. 2: Variante einer Lufterneuerung mit einem Zulufteinlass in der Nähe des Schachts und drei Überströmern für die drei Einzelzimmer. Unten links: Tür-Querschnitt mit Überströmer-Prinzip mit einem aktiven (oben) und einem passiven Teil (unten). Es gibt auch Überströmer-Varianten mit je einem Ventilator für Zu- und Abluft. (Quelle: Stadt Zürich)

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Korridor mit herunter gehängter Decke mit Zuluft versorgt werden. Ein einzelner Raum liegt peripher und ist über den Verbundlüfter am Lufterneuerungssystem angeschlossen. Dieser als Kinderzimmer genutzte Raum misst 11,5 m2, das Volumen 27,4 m3. Gesteuert werden die Lüfter über ein Potentiometer, mit dem die Zuluftmenge manuell variiert werden kann. Die Abluft strömt über den Türspalt ins Wohnzimmer. Reaktionen auf Fragen lassen den Schluss zu, dass viele Wohnungsnutzer sowohl zur Funktion als auch zur Steuerung des Verbundlüfters, auch nach Monaten des Betriebs, nur rudimentäre Kenntnisse haben (wenn überhaupt). Eine Quintessenz könnte sein, dass in der Regel vollautomatisierte Lüfter zu installieren sind. In zwei Wohnungen erfolgten Messungen zur Raumdurchströmung, zum Luftwechsel und zur Luftqualität. Bei einem Luftvolumenstrom von 30 m3/h, entsprechend der Stufe 1, wurden aus einer Abklingkurve eine Luftwechselrate von 0,87/h, bei 60 m3/h der Stufe 2 von 1,58/h errechnet. Mit einem durchschnittlichen CO2-Gehalt von 840 ppm im Durchströmbereich des Wohnzimmers und von 987 ppm in dem vom Verbundlüfter versorgten Raum ist eine hohe Luftqualität dokumentiert. (RAL2, also hohe Luftqualität, bis 950 ppm, darüber mittlere Luftqualität, RAL3). Bei der zweiten Wohnung weisen die gemessenen Werte auf eine ungenügende Lufterneuerung im versorgten Raum hin, die allerdings auf eine mangelhafte Bedienung des Verbundlüfters zurückzuführen ist. Wissenschafter der Universität Innsbruck haben im Auftrag der Österrei-chischen Forschungsförderungsgesellschaft im Rahmen des Projekts «Low-vent.com» Verbundlüfter der Firma Baufritz ausgemessen (Tab. 1). Bei Volumenströmen über 42 m3/h lag der mittlere Schalldruckpegel geringfügig über der relevanten österreichischen Norm. è

Zum Begriff «Überströmer» In der Fachliteratur zirkulieren viele, zum Teil synonyme Begriffe: Verbundlüfter, Aktiver Überströmer, Aktive Überstromluft (AÜL), Active Transferred Air (ATRA), Active Overflow Principle (AOP), Aktives Überström-Prinzip (AÜP).

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Tabelle 2: Verbundlüfter, vier marktgängige Produkte A-Save

Verbundlüfter

Aeropac

ComfoDuct attivo

Hersteller

Durrer Technik AG, Krantz Komponenten

Erich Keller AG, RWD Schlatter AG

Siegenia Aubi

Zehnder Group Schweiz AG

Einbau

In Wand, oberhalb der Türe

In Türe integriert

In Wand, neben oder oberhalb der Türe

In Wand, neben oder oberhalb der Türe

Luftführung

Zuluft aktiv über Lüfter, Abluft passiv Durchlass

Zuluft aktiv über Lüfter, Abluft passiv durch Türblatt

Zuluft aktiv über Lüfter, Abluft passiv über Türspalt

Zuluft und Abluft aktiv über Lüfter

Produktvarianten

Typ A mit konvexer Schale, Typ B mit eckiger Schale

Luftvolumenstrom

60 m3/h

Standard: 60 m3/h Schlafzimmer: 50 m3/h

15 m3/h bis 180 m3/h je nach Filter

30 m3/h bis 60 m3/h

Schalldämmmass Dn,e,w (bewertete Schallpegeldifferenz)

29 dBA

Mit Türe R40: Typ A: 30 dB Typ B: 25 dB

50 dB bis 57 dB je nach Stellung der Schieber

Keine Angaben

Schallleistungspegel

Bei 60 m3/h: 25 dB korridorseitig, 27 dB raumseitig

Keine Angaben

bei 60 m3/h 24 dB

30 m3/h: 22 dB (A) 45 m3/h: 25 dB (A) 56 m3/h: 27 dB (A) 65 m3/h: 33 dB (A)

Schalldruckpegel

Keine Angaben

in 1 m Distanz Standard: 24 dB Schlafzimmer: 22 dB

Keine Angaben

Keine Angaben

Stromverbrauch

60 m3/h: 3,3 W

1,5 W

15 m3/h: 2 W 60 m3/h: 5 W

60 m3/h: 1,5 W

Durch eine schalltechnische Optimierung des Einbaugehäuses mit Absorptionsmaterial könnte der Wert reduziert werden.

Empfehlungen für Planer Ein Verbundlüfter ist integraler Teil einer Zimmertüre oder neben der Türe in die Zimmertrennwand montiert. Das Bedienelement ist sinnvollerweise beim Lichtschalter im Raum installiert, was sich auch für eine allfällige Nachrüstung mit VOC- und CO2-Sensoren zur Steuerung des Verbundlüfters eignet. Entweder ist die Rückströmung in das Gerät integriert, je nach Ausführung ergänzt mit einem Abluftventilator, oder sie erfolgt passiv über den Türspalt. Ungünstig wirken sich Anbauelemente an Verbundlüftern aus wie Luftleitbleche oder Kanalstücke.

Einsatz. Diese sollten vor allem den strengen ästhetischen Anforderungen genügen. Gemäss Einschätzung der Baufritz-Konstrukteure stören Geräusche von schönen und kaum sichtbaren Geräten weniger. Design als Schallschutzmassnahme sozusagen. Bislang wurden mehrere hundert Verbundlüfter eingebaut in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das wichtigste Produkt ist ein Walzenventilator, der Zuluft in den versorgten Raum saugt,

die Abluft entweicht über den Türspalt am Fussboden, allenfalls ergänzt durch eine Absenkdichtung mit Luftdurchlass. Das Luftvolumen beträgt 60 m3/h, die Leistungsaufnahme 1,5 W. Der Schallleistungspegel liegt gemäss Werkangabe bei 25 dB(A).

500 Verbundlüfter Im Projekt «Kraftwerk» im Baufeld E des Zwicky-Areals in Dübendorf werden 80 Verbundlüfter eingebaut, in ei-

Baufritz GmbH Die im bundesdeutschen Erkheim domizilierte Baufritz GmbH stellt seit 1896 Fertighäuser her – nach Firmendarstellung in ökologischer Bauweise. Seit Jahrzehnten ist die systematische Lufterneuerung bei Baufritz ein Thema. Weil ein früherer Geschäftsleiter die Meinung vertrat, dass «jeder Meter nicht installierter Luftleitung die beste Investition» sei, wurden schon bald Alternativen zur üblichen Luftverteilung gesucht. Beim Bau der ersten, durch den Wettbewerb von Minergie und der Stadt Zürich inspirierten Verbundlüftern kamen Walzenventilatoren zum

Abb. 3: Das Prinzip der Verbundlüftung in einem Neubau im «Zwicky-Areal, Baufeld E, Dübendorf». Durch den Quelllufteinlass (QL, rechts im Plan) strömt die Zuluft in die Wohnung und verlässt diese über die Tellerventile TV01 in den beiden Nasszellen und in der Küche. Abluftrate 3-mal 45 m3/h, also 135 m3/h. Die drei Schlafzimmer der Familienwohnung sind über Verbundlüfter (VL01) am Luftstrom «angehängt». (Quelle: Amstein + Walthert)


Abb. 5: Eleganz in den Büros von Basler + Hofmann in Egg mit den ins Türblatt integrierten Verbundlüftern. (Quelle RWD Schlatter, Erich Keller)

Abb. 6: Der Verbundlüfter Aeropac, der auch als Aussenluftdurchlass dienen kann. (Quelle: Siegenia)

ner Überbauung von «mehr als wohnen» in Zürich-Affoltern sind es gar über 400 Geräte, die künftig Einzelräume versorgen. Dadurch lassen sich Kosten sparen, denn eine eigentliche Luftverteilung erübrigt sich dadurch. Gemäss dem Lüftungsplaner Michael Ehrbar von Amstein + Walthert St. Gallen ist ein gut durchströmtes Wohnzimmer mit Korridor die Basis einer funktionierenden Verbundlüftung. Zwischen dem Quelllufteinlass im Wohnzimmer und den Abluftauslässen in den Nasszellen bewegt sich der Hauptluftstrom. Aus diesem Luftstrom werden die Schlafzimmer über Verbundlüfter versorgt (Abb. 3). ■

Abb. 7: Der Verbundlüfter A-Save vor dem Einbau in eine Innenwand. (Quelle: Durrer Technik, Krantz Komponenten)

Quelle: Schiantarelli, Michael: Aktive Überströmer bei Komfortlüftungen; Schlussbericht; P6 Thesis im Studiengang Energie- und Umwelttechnik der Hochschule für Technik der FHNW; Windisch 2015. Projektcoach: Professor Heinrich Huber; Auftraggeber: Fachstelle Energie- und Gebäudetechnik, Amt für Hochbauten der Stadt Zürich, Franz Sprecher. *Autoren: Heinrich Huber, dipl. HLK-Ingenieur FH, ist Professor an der HSLU, Technik & Architektur, und Leiter der Prüfstelle Gebäudetechnik am Zentrum für Integrale Gebäudetechnik (ZIG) der HSLU. Michael Schiantarelli, BSc FHNW Energie- und Umwelttechnik. Franz Sprecher, dipl. Ingenieur ETH, ist Leiter der Fachstelle Energie- und Gebäudetechnik im Amt für Hochbauten der Stadt Zürich.

Abb. 4: Grundriss im geplanten Schulhaus Pfingstweid der Stadt Zürich. Die CO2-Konzentration im Korridor bleibt konstant, die Klassenräume werden über Verbundlüfter versorgt. (Quelle: Ernst Basler & Partner)


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Neue Lösungsansätze zu Sicherheit und Effizienz bei Lüftung und Kälte

Blue Expert-Apéro mit hochkarätigen Referenten zu Trends bei Kältemitteln Im Rahmen der inzwischen etablierten Blue Expert Apéro lud Walter Meier Fachleute aus der Gebäudetechnik im Juni nach Zürich ein. Die Themen der Referate waren ausgezeichnet gewählt und bewegten zahlreiche Gäste in den Papiersaal (Sihlcity). Neue Produkte wurden vorgestellt und über Sicherheit bei Kältemitteln informiert. Andreas Widmer

■ Ueli Grossenbacher, Bereichsleiter Grossklima, und Peter Lustenberger, Bereichsleiter Heizen und Komfortklima, konnten den interessanten Reigen eröffnen und überliessen nach den Begrüssungsworten an das Publikum das Feld den Experten der angekündigten Themen. Vladimir Prochaska, Kältetechniker, beleuchtete verschiedene Punkte der Sicherheit, abhängig von der Wahl der Kältemittel bei Kälte- und Klimaanlagen. Gemäss ChemRRV (Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung) wurde die Anwendung der FKW/ HFKW-Kältemittel wie beispielsweise R134a eingeschränkt. Neben der Nutzung natürlicher Kältemittel besteht die Möglichkeit, die HFO-Kältemittel R1234yf oder R134ze einzusetzen. Bei deren Anwendung sind jedoch verschiedene Anforderungen an die Sicherheit zu berücksichtigen.

mittel verwendet werden. Diese Fluide gehören in die Gruppe A2 und weisen eine geringe Brennbarkeit sowie geringe Toxizität auf. Das Treibhauspotenzial (GWP) beträgt 6,0 und gemäss BAFU und BAG sind Kältemittel mit GWP < 10 zugelassen. Für die Gruppe A2 bestehen höhere Anforderungen an die «Aufstellung und Schutz von Personen» bezüglich Explosionsschutz, Aufstellung von Verbrennungsanlagen im Maschinenraum, Detektoren und bezüglich Türen und Öffnungen. Das Kältemittel R1234ze hat eine untere Explosionsgrenze von LFL = 0.303 kg/m3. In den meisten Fällen wird die LFL-Grenze in Bezug auf die Kältemittelfüllung überschritten und dadurch werden entsprechende Sicherheits- und Schutzmassnahmen erforderlich.

Massnahmen zum Explosionsschutz

Grundsätzlich können HFO-Kältemittel als Alternative zu den natürlichen Kälte-

Prochaska zählte eine Reihe von Massnahmen auf, welche zum Explosionsschutz gehören. Sehr wichtig ist unter anderem, dass die Stromversorgung im ganzen Raum abgeschaltet werden kann. Die Alarmanlage ist mit einer ei-

André Hillmer sprach zum Hybrid-City-MultiSystem (HVRF). Das eigentliche Herzstück ist der Hybrid-HBC-Controller: «Dieses Produkt verfügt über Plattenwärmetauscher, in denen der Energieaustausch zwischen Kältemittel und Wasser gewährleistet wird.»

Vladimir Prochaska beleuchtete verschiedene Punkte der Sicherheit abhängig von der Wahl der Kältemittel: «Grundsätzlich können HFOKältemittel als Alternative zu natürlichen Kältemitteln verwendet werden. Diese Fluide gehören in die Gruppe A2 und weisen eine geringe Brennbarkeit sowie geringe Toxizität auf.»

Sicherheitsanforderungen bei Anwendung von HFO-Kältemitteln

genen, sicheren Stromversorgung anzuschliessen. Für die Planung hat das BAFU als Entscheidungsgrundlage ein Dokument zu diesem Thema geschaffen. Anhand dieser sogenannten «Entscheidungsbäume» kann der Planer auf überschaubare Weise die anlagerelevanten Parameter herauslesen. Dieses Tool ist unter www.bafu.admin.ch/chemikalien zugänglich.

Hybrid-Heiz- und -Kühlsystem: Alle Vorteile in einem System Das neue Hybrid-City-Multi-System (HVRF) von Mitsubishi ist das weltweit erste 2-Leiter-System zum gleichzeitig Kühlen und Heizen mit Wärmerückgewinnung, das die Vorzüge eines Direktverdampfungs- und eines Kaltwassersystems kombiniert. André Hillmer, PM Airconditioning Mitsubishi Europe, erklärte, wie dieses interessante System aufgebaut ist. Es besteht aus einem R2-Aussengerät der City-Multi-Serie, dem neuen HybridBC-Controller, der die Verbindung von Kältemittel und Wasser als Wärmeträ-

Edgardo Caraballo befasste sich in seinem Referat mit der immer wichtiger werdenden Kühlung von Rechenzentren: «Moderne Rechenzentren weisen höchst unterschiedliche, über den ganzen Raum verteilte und auslastungsabhängige Kühlungsanforderungen auf. In der Folge wird oft mehr kalte Luft eingesetzt.»


Lüftung | Klima | Kälte |

Beim anschliessenden Stehlunch wurde intensiv diskutiert oder ganz einfach Bekanntschaften gepflegt.

Mit einem Doppelbodensystem und einer gezielten Airflow-Steuerung kann auf punktuelle und schwankende Wärmelasten genau und energieeffizient reagiert werden.

ger ermöglicht. Das System verfügt auch über Innengeräte, die speziell mit einem Wasserregister ausgerüstet sind.

Stufenlose Leistungsregelung Das eigentliche Herzstück ist der HybridHBC-Controller. Dieses Produkt verfügt über Plattenwärmetauscher, in denen der Energieaustausch zwischen Kältemittel und Wasser gewährleistet wird. Zwischen dem Aussengerät und dem Hybrid-BC-Controller dient Kältemittel als Energieträger. Vom HBC-Controller wird konditioniertes Wasser zu den Innenräumen geführt. Dieses System ermöglicht eine bis zu 40 % höhere Energieeffizienz durch Wärmerückgewinnung im Vergleich zu einem Kaltwassersatz. Der invertergeregelte Kompressor im Aussengerät verfügt über eine nahezu stufenlose Leistungsregelung und stellt nur die tatsächlich im Gebäude benötigte Leistung bereit. Die Inverter-Technologie ermöglicht einen Betrieb ohne Speicher. Die im HBCController integrierten Pumpen passen die umlaufende Wassermenge je nach Leistungsbedarf individuell an.

Datacenter-Kühlung mit Doppelbodendruckregulierung

Edgardo Caraballo, Verkaufsberater Grossklima, befasste sich in seinem Referat mit der immer wichtiger werdenden Kühlung von Rechenzentren. Moderne Zentren weisen höchst unterschiedliche, über den ganzen Raum verteilte und auslastungsabhängige Kühlungsanforderungen auf. In der Folge wird oft mehr kalte Luft eingesetzt, um eine sichere Wärmeabfuhr zu gewährleisten. Diese inhomogenen Wärmelasten verlangen nach innovativeren Konzepten. Unzureichend geregelte Luftmengen können zur Über- oder Unterversorgung von Zuluft führen, was zu Beschädigungen an kostspieligen Komponenten führen kann. Mit einem Doppelbodensystem und gezieltem Airflow-Management kann auf punktuelle und schwankende Wärmelasten genau und energieeffizient reagiert werden. Je besser die Luftmenge an den tatsächlichen Bedarf angepasst wird, umso geringer ist auch der Strombedarf. è


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Gute Lösungen sind vorhanden

Lüftung | Klima | Kälte |

Herkömmliche Anlagen können durch einen Doppelbodendifferenzdruck kombiniert mit der Kaltgangdifferenzdruckregulierung ergänzt und optimiert werden. Dieses energetisch gute Regulierungskonzept bringt nach kurzer Zeit eine Amortisation der Investitionen und erhebliche Einsparungen der Energiekosten. Dadurch können zusätzliche Investitionskosten bereits nach wenigen Jahren amortisiert werden. Bei der einfachen Doppelboden-Druckregelung entsteht beispielsweise Überdruck im Kaltgang. Dieser Überdruck (= Differenzdruck zu Raum) wird als Regelgrösse 1 konstant gehalten. Bei einem höheren Kühlbedarf sinkt der Druck im Kaltgang und die Geräte-Lüfterdrehzahl wird erhöht. Bei einem geringeren Kühlbedarf ist es genau umgekehrt. Eine externe Regelbox kann mehrere Kaltgänge regeln. Zuluft-Fühler im Doppelboden werden über das Kaltwasser-Ventil geregelt. Weitere Lösungen sind ebenfalls vorhanden, weiss

Edgardo Caraballo, und warten nur darauf, in Betrieb genommen zu werden.

Ecodesign und EPBD: Bedeutung für die Schweiz Die europäische Energieetikette für Wärmeerzeuger wird im Herbst 2015 eingeführt. Anfangs 2016 folgt diejenige für Wohnungslüftungsgeräte. Andreas Genkinger, Institut für Energie am Bau, Muttenz, erklärte an gängigen HLKProdukten, was dies für die Schweiz bedeuten wird. Eine wesentliche Basis für die Energy Performance of Buildings Directive (EBPD) sind harmonisierte Rechenverfahren. Dies führt zur Revision von rund 50 CEN-Normen, die auch von der Schweiz übernommen werden. Durch Importe aus dem EU-Raum werden die Energieetiketten ab Herbst 2015 auch auf dem Schweizer Markt erscheinen. Zurzeit ist es noch nicht definiert ob und wann in der Schweiz die Energieetiketten obligatorisch werden (evtl. ab Anfang 2017). Solange die EU-Anforderungen für die

Marktzulassung nicht gelten, können in der Schweiz energetisch schlechtere Produkte in Verkehr gebracht werden als in der EU. Die Energieetikette für Verbundanlagen dürfte voraussichtlich freiwillig bleiben. Diese wird vom Branchenverband GebäudeKlima Schweiz propagiert. Innert weniger Stunden konnten bei diesem Blue Expert Apéro viele interessante Informationen fliessen. Beim anschliessenden Stehlunch wurde intensiv diskutiert oder ganz einfach Bekanntschaften gepflegt. ■ www.waltermeier.com


Lüftung | Klima | Kälte | Produkte

Raumluftmessgeräte fördern Bewusstsein für Raumluftqualität ■ Gesunde Innenraumluft ist ein Menschenrecht. Der Mensch benötigt täglich rund 20 Kilogramm Luft zum Atmen. Dabei verbraucht er nicht nur Sauerstoff, sondern belastet die Luft mit Milliarden von (Schadstoff-)Teilchen. Zudem gibt er Wärme, Feuchte und Kohlendioxid CO2 ab. Aber wie erreichen wir maximalen Komfort bei hoher Energieeffizienz? Der IBAarau sind ihre Kunden wichtig. Weil in diesem Zusammenhang auch die Hygiene, Qualität und der Energieverbrauch eine wichtige Rolle spielen, lohnt sich ebenfalls eine Betrachtung der Luft aus technischer Sicht. Für ihr Engagement erhielt nun die IBAarau eine Auszeichnung in Form eines Raumluftmessgeräts (CO2-Display von Rotronic), überreicht von Nationalrätin Ruth Humbel und dem Schweizerischen Verein für Luftund Wasserhygiene SVLW. Frau Humbel (als Mitglied der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit NR) und der SVLW setzen sich seit Jahren für eine gute Raumluft ein. Sie haben ihrem Anliegen auch in Bundesbern mittels einer Motion und einer Begehung der Lüftungsanlagen in den Parlamentsgebäuden Gehör verschafft.

Die IBAarau bietet ihren Kunden kostenlos Leihgeräte zum Testen der Luftqualität an (Air Quality Monitor AQM) und unterstützt die Kunden mit Massnahmen und Optimierungen, falls die Luftqualität nicht den gewünschten Werten entsprechen sollte. Zusätzlich erfasst werden die Raumtemperatur sowie die Raumluftfeuchte. Interessierte können via PC, iPhone oder iPad die Werte ablesen und die Daten auswerten. ■ www.ibaarau.ch/energieberatung www.svlw.ch www.airqualitymonitor.ch www.rotronic.ch

Nationalrätin Ruth Humbel bei der Übergabe des Raumluftmessgeräts mit Alfred Freitag (Vizepräsident SVLW), Harry Tischhauser (Präsident SVLW), Hans-Kaspar Scherrer (Vorsitzender der Geschäftsleitung IBAarau).


Grossspeicher bei der Einbringung mit einem Sonderkran.

Grossspeicher für Wärme oder Kälte ■ Die Huggler Energietechnik AG ist unter anderem spezialisiert auf individuelle Grossspeicher, ob für Wärme oder Kälte. Seit etwa zwei Jahren können diese Speicher bereits im Werk entsprechend gedämmt werden, z. B. mit Mineralwolle und Alumantel, und so auf die Baustelle angeliefert werden. Wenn die Möglichkeit für die Einbringung besteht, ist diese Variante gegenüber der herkömmlichen Platzisolation um einiges günstiger. Dank dem modernen und gut eingerichteten Werk können Speicher bis zu einer Grösse von 200 m2 beziehungsweise einem Durchmesser von 4500 mm individuell gefertigt werden. Die Fabrikation der Edelstahlspeicher erfolgt vollständig getrennt in einem eigenen Produktionsbereich, in dem ausschliesslich nur der Werkstoff 1.4571 (V4a) verarbeitet wird. Dadurch wird den höchsten Qualitätsanforderungen entsprochen.

Seit über 30 Jahren ist die Huggler Energietechnik AG bemüht, ein kompetenter Partner für ihre Kundschaft zu sein und den Anforderungen des heutigen Markts gerecht zu werden. ■ Huggler-Energietechnik AG 9434 Au SG Tel. 071 740 97 00 www.huggler-technik.ch


Gebäudeautomation |

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Dezentrale Intelligenz im Gebäude: Lastmanagement inklusive Speicherung von Wärme und Elektrizität

GridSense, eine wirklich smarte Lösung Den erneuerbaren Energien gehört die Zukunft. Die Frage aber ist, wie die wachsende Netzeinspeisung von stochastischen Energien wie Solar und Wind so gesteuert werden kann, dass die lokalen Stromnetze nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Mit GridSense präsentiert Alpiq InTec eine Technologie, welche die Lasten innerhalb eines Gebäudes dezentral ausgleicht und somit hilft, die Netzbelastung zu nivellieren. Quelle: Alpiq InTec

■ GridSense ist die Intelligenz der Zukunft auf dem Weg zur Energiewende. Sie steuert Strombezüger wie Wärmepumpen, Boiler, Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder Batterien dezentral und völlig autonom. Alle stromintensiven Verbraucher werden dadurch jederzeit optimal eingesetzt, wobei die GridSense-Technologie je nach Gerät den jeweils relevanten Parameter berücksichtigt.

Dadurch, dass GridSense die Lasten innerhalb des Gebäudes ausgleicht, nivelliert es die Netzbelastung und stabilisiert das Verteilnetz. GridSense kann sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Energienutzung durch die Integration von externen Signalen von Energieversorgern (z. B. Stromtarife) und Wettervorhersagen optimieren. GridSense bezieht alle wichtigen Geräte im Haus mit ein. Auch Geräte verschie-

dener Hersteller können miteinander kommunizieren. In Zukunft wird auch eine Kommunikation zu SmartHomeAnwendungen möglich sein.

Einbindung aller Verbraucher Ladestationen für Elektrofahrzeuge gelten für GridSense, genauso wie alle anderen Verbraucher im Netz, als Stromkonsument, der durch GridSense angesteuert werden kann. Die Technologie wird deshalb in den Heim-Ladestationen von Alpiq E-Mobility in Zukunft eingebaut. Bislang werden Boiler in der Nacht aufgeheizt, wenn die Tarife niedrig sind. Mit GridSense orientiert sich der Boiler an der Verfügbarkeit, z. B. dann, wenn stochastische Energien im Übermass vorhanden sind. Er würde bei einer vorhandenen PV-Anlage somit um die Mittagszeit betrieben. Dezentrale GridSense-Batteriespeicher in Verbindung mit PV ermöglichen es, den Strom ebenfalls entsprechend dessen Verfügbarkeit einzuspeisen und ihn nach Prioritäten an die einzelnen Strombezüger abzugeben, um anschliessend die Batterie wieder aufzuladen. Besonders attraktiv ist es, Wärmepumpen als Grosskonsumenten von Energie in GridSense-Konzepte einzubinden. Energie aus Sonne und Wind ist nicht genau planbar. In Kombination mit Speichern steuert GridSense aber auch hier die Energie entsprechend dem Nutzerverhalten. Das Ziel von GridSense ist es, durch optimales Be- und Entladen von Batterien sowie durch Steuerung des verschiebbaren Verbrauchs dafür zu sorgen, dass möglichst viel vom eigenerzeugten Strom selbst verbraucht wird.

Optimierung des Eigenverbrauchs reduziert Netz- und Energiekosten

GridSense im Gebäude (6) erkennt den Netzzustand und gleicht die Lasten automatisch aus.

Im Eigenverbrauch-Status werden Batterien und Boiler in Kombination mit der Wärmepumpe, der Ladestation und allen anderen Verbrauchern mit zusätzlichem Fokus auf das Verteilnetz intelli-

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PV- und Wind-Energie können die übliche Tageslastgangkurve überragen (Grafik oben links). Optimaler Lastenausgleich mit GridSense: Batterie-Entladung am Morgen und am Abend (zwei Grafiken rechts), Batterie-Ladung und Betrieb Boiler, Wärmepumpe etc. bei Energie-Überschuss im Stromnetz (Grafik unten links).

gent geladen. Die Batterie wird so gesteuert, dass der Mittagspeak in der Batterie gespeichert werden kann und diese somit nicht bereits zu früh vollständig geladen ist. Mit dieser Eigenverbrauchsoptimierung kann der Hausbesitzer im Durchschnitt über 60 Prozent der Netzund Energiekosten einsparen. Bei einem Haus mit Wärmepumpe, Photovoltaik, Batterie und einer Ladestation resultiert dank der optimalen Steuerung der Geräte eine jährliche Einsparung für den Hausbesitzer von rund sechshundert Franken. Mit zukünftigen Stromtarifmodellen kann sich dieser Wert noch erhöhen.

Aussagekräftige Visualisierung Die Visualisierung und Steuerung von GridSense erfolgt via App auf dem Smartphone oder Tablet. Eine Energieverbrauchs-Überwachung orientiert den Hausbesitzer auf Wunsch jederzeit über den aktuellen Stand. Ebenso liefert die Visualisierung detaillierte Angaben über den Verbrauch und den Zeitpunkt jedes einzelnen Verbrauchers.

Steuerung via Software Über die GridSense-Software kann der Energieversorger Einfluss nehmen: die Einspeisung und den Verbrauch koordinieren, den Speicher steuern, Signale verarbeiten und auf diese Weise das ge-

samte Strommanagement im Gebäude übernehmen. Dank der zusätzlichen Energieinformationen der Hausbesitzer kann der Energieversorger auch neue Services entwickeln und am Energiemarkt anbieten.

Geringe Installationskosten Die Geräte im Haus kommunizieren über Funk (ZigBee) und über Power Line Communication (PLC). Eine kostenintensive Kabelinstallation entfällt somit. Diese Redundanz schafft Sicherheit und ist einfach in der Implementierung. Aus Alt mach smart: Eine Nachrüstung bestehender Bauten, d. h. eine Optimierung aller bestehenden Geräte mit GridSense, ist einfach machbar durch die Installation einer Plug-on Box auf dem Elektrotableau des Hausbesitzers.

Das Kontroll- und Steuerungsgerät, das an ausgewählten Netzpunkten Spannung und Frequenz misst und daraus Steuerbefehle für Elektrogeräte ableitet.

GridSense unterstützt die ServiceDienstleistungen Der Serviceinstallateur wird mit Geräteinformationen und -daten der einzelnen Verbraucher beliefert, um alle Geräte im GridSense-Verbund optimal justieren zu können. Dadurch werden deren Effizienz und Wirtschaftlichkeit für den Hausbesitzer optimiert. Allfällige Störmeldungen werden dem Servicepartner unverzüglich angezeigt, sodass eine effektive Funktionalität jederzeit gewährleistet ist.

Prototyp einer Ladestation mit GridSense.

Verkauf über den Fachhandel, Service durch den Installateur

Hausgeräte wie Wärmepumpen, Batterien usw. mit «GridSense inside» werden beim Installateur oder Fachhandel als Vertretung der Gerätehersteller zu kaufen sein. Die Plug-on Box für bereits


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vorhandene Geräte wird über die Elektroinstallateure vertrieben. Für den Installationspartner schafft dies einen interessanten Mehrwert, da er seinen Kunden das Monitoring und die Auswertung der Gerätemeldungen als Servicedienstleistung anbieten kann. Zudem erhält er interessante Gerätedaten, um diese noch optimaler einstellen zu können. Somit kann die Effizienz der Geräte für den Hausbesitzer nochmals optimiert werden.

Repräsentative Pilotprojekte Die zunehmend dezentrale Stromerzeugung stellt die Verteilnetzbetreiber vor neue Herausforderungen. Die AlpiqTechnologie GridSense stabilisiert das Stromverteilnetz mittels künstlicher Intelligenz. Wie die Stabilisierung des Stromverteilnetzes mit GridSense in der Praxis funktioniert, testet das Energieunternehmen EBM im Rahmen eines 18 Monate dauernden Pilotprojekts in vier Einfamilienhäusern in Biel-Benken. EBM untersucht im Praxistest, wie sich der Energiefluss in den Stromnetzen optimieren und steuern lässt. Die vier Einfamilienhäuser verfügen über eine Photovoltaikanlage, einen Elektroboiler und eine Wärmepumpe, sind am gleichen Transformator angeschlossen und wurden für das Projekt mit einer Speicherbatterie ausgerüstet. Zwei der vier Häuser haben zudem eine Ladestation für Elektrofahrzeuge. Die Keller der Häuser beherbergen umfangreiche Messeinrichtungen. Die Testdauer wurde von EBM und Alpiq auf rund 18 Monate festgelegt. Das Laden von Elektrofahrzeugen sowie die Stromerzeugung aus Sonne und Wind führen vermehrt zu volatilen Belastungsspitzen im Verteilnetz. Um diese Belastungsspitzen zu vermeiden, testet das Stadtzürcher ewz die GridSense-Technologie im Rahmen eines Pilotprojekts bei acht Elektrofahrzeug-Ladestationen. Diese soll einen teuren Netzausbau minimieren und die Stromrechnung senken.

Das Pilotprojekt findet vom Juni bis November 2015 im Werkhof an der Pfingstweidstrasse in Zürich statt. Dort werden die Elektrofahrzeuge aufgeladen, ein Vorgang, der viel Strom benötigt und der – wenn noch viele andere Stromverbraucher, wie beispielsweise Maschinen und Heizungen, am Netz sind – zu Belastungsspitzen führen kann. GridSense zeichnet diese Netzschwankungen auf und prognostiziert den idealen Ladezeitpunkt für die kommenden 24 Stunden. Treten die Belastungsspitzen auf, reduziert GridSense diese automatisch, indem der Ladevorgang zeitlich optimal gesteuert wird.

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GridSense ist eine vielversprechende Technologie der Zukunft, die energieeffiziente Lösungen und den Einsatz erneuerbarer Energien optimiert. Unter dem Titel «Dezentrales Lastmanagement, Schwarmintelligenz für das Stromnetz» wurde in HK-Gebäudetechnik 8/14, S. 38 – 41, von den Anfängen der GridSense-Entwicklung berichtet. Das Projekt hiess damals «Swiss2Grid». Der Artikel steht auch als PDF zur Verfügung unter www.hk-gt.ch > Dossiers > Solarstrom > Eigenverbrauchs-Optimierung. ■ www.alpiq-intec.ch

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Intelligente Steuerkonzepte für dezentrale Speicherung erneuerbarer Energie

InGrid: Innovative Technologie für die Energiewende Unter dem Titel «Schwarmintelligenz für das Stromnetz» wurde in HK-Gebäudetechnik 8/14, S. 38 – 41 über das Projekt «Swiss2Grid» berichtet. Der raffinierte Regelalgorithmus stabilisiert anhand von Spannungs- und Frequenz-Messungen das lokale Stromnetz. Der frühere Projektleiter Max Ursin ist als Technik-Leiter der Firma InGrid AG daran, diesen Algorithmus weiterzuentwickeln und in einen entsprechenden Controller zu integrieren. Peter Warthmann

■ Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten: Die Gewinnung von Strom mit PV-Anlagen wird sich immer mehr verbreiten. Durch erfreuliche Entwicklungen (Technik, Module/Montagesysteme, sinkende Preise) in den letzten Jahren sind die Gestehungskosten für PV-Strom heute bei optimiertem Eigenverbrauchsanteil wirtschaftlich. Wenn die momentan tiefen StromProduktionspreise wieder ansteigen, wird die Nachfrage nach PV-Anlagen noch verstärkt. Der Netzbetrieb wird so immer mehr zu einer echten Herausforderung für die Energieversorgungsunternehmen (EVU). In ihrem Batteriesystem-Kompetenzzentrum in Meiringen betreibt die Firma InGrid AG eine TestAnordnung mit den Komponenten Strom-Speicher, Wechselrichter und PV-Anlage sowie dem Contoller mit der speziell entwi-

ckelten Steuerung. Diese kann mit einer Spannungs- und Frequenz-Messung dezentral vor Ort den Netz-Zustand genügend genau erkennen und auch lernen, um zu entscheiden, ob zur NetzStabilisierung Elektrizität in Batterien (oder auch anderen Speichern) gespeichert oder von diesen ans Netz abgegeben werden soll. Die InGrid AG ist auf die Integration von erneuerbaren Energien, insbesondere von PV-Strom, in die Stromversorgung auf Verteilnetzebene spezialisiert. Dezentral verteilte InGrid-Speicher in den Verteilnetzen können die Produktionsspitzen temporär aufnehmen und speisen den Strom zeitversetzt und damit bedarfsgerecht wieder ins Netz ein. Durch diese gepufferte Einspeisung werden Spannungsprobleme dort gelöst, wo sie entstehen.

92 kWh Speicher-Kapazität mit 4 Batterie-Modulen von Fiamm à 23 kWh. Diese Kombination kann mit 30 kW Leistung geladen und mit 50 kW entladen werden.

Die Steuerung von InGrid ermöglicht diese gepufferte Einspeisung von Solarstrom und die netzfreundliche Steuerung von Lasten und dezentralen Batteriespeichern ohne Kommunikation zwischen EVU, Verbrauchern und dezentralen Strom-Produzenten. Das EVU kann bei Bedarf die Speicher mitnutzen, indem es den InGrid-Controllern z. B. über die Rundsteuerung Informationen oder Anweisungen übermittelt. Das InGrid-Konzept soll günstigere Lösungen ermöglichen mit dezentral in vielen Gebäuden installierten Batterien als mit einem grossen Pumpspeichersee mit gleicher Kapazität. Allerdings muss hier gesagt werden: Batterien puffern Elektrizität über Stunden oder Tage, Pumpspeicher hingegen können dies auch über Wochen oder Monate. Zur Lösung unseres Winterstromproblems ergänzen sich beide Speichertypen ideal. Die InGrid AG arbeitet mit Wechselrichter-Herstellern sowie mit Batterie-Entwicklern und -Herstellern zusammen. Zum Beispiel auch mit der Battery Consult GmbH von Cord-Henrich Dustmann, vgl. Artikel in diesem Heft S. 38 – 41. ■

Bidirektionaler Wechselrichter: kann Batterie laden und entladen.

InGrid-Controller: regelt das Laden und Entladen der Batterie, wird auf individuelle Kundenbedürfnisse angepasst.

Auskünfte zu InGrid-Konzept und Produkten erteilt: Max Ursin, Leiter Technik, Tel. 078 841 87 52, max.ursin@ingridag.com

InGrid AG, 3860 Meiringen www.ingridag.com

Variante netzfreundliche Einspeisung mit lokalen Speichern und Verbrauchern, optimiert mit Rundsteuerung.


Gebäudeautomation | Produkte

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Grosshändler EM fördert E-Mobilität Mit dem neuen Claim «Einfach. Mehr.» will EM deutlich machen, dass ihre Anspruchsgruppen hinsichtlich Sortimentsbreite, Serviceumfang und Liefergeschwindigkeit einfach mehr erwarten dürfen.

Parkplätze für elektromobile Kunden.

■ Die beiden Buchstaben EM stehen für den führenden Grosshändler für Elektro-Installationsmaterial in der Schweiz. Im Rahmen eines sanften Redesigns erhielt auch das bekannte Logo einen moderneren Touch. Wichtig war den Verantwortlichen, dass im neuen Erscheinungsbild der solide Grundcharakter der über 100-jährigen Firma unverändert zum Ausdruck kommt.

Schub für die E-Mobilität EM ist zudem überzeugt, dass sich Elektromobilität etablieren wird. Mit Strom betriebene Fahrzeuge sind effizienter und ökologisch sinnvoller als Autos mit einem Verbrennungsmotor. Zudem wird die Reichweite dank ständig verbesserter Batterieleistungen vergrössert. Deshalb hat das Unternehmen ein umfangreiches Angebot für Elektroinstallateure entwickelt. Angeboten werden unter anderem ausführliche Informationen, Beratung von E-Mobilität durch Spezialisten, Hilfsmittel, Schulungen, Produkte und mehr. Bereits im Rahmen der EM ecowin Initiative unterstützt EM die Erweiterung des Netzes öffentlich

Seit 2014 kann bei den EM-Niederlassungen kostenlos Strom getankt werden.

zugänglicher Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Seit dem Jahr 2014 kann bei den EM Niederlassungen kostenlos Energie getankt werden. ■

Elektro-Material AG 8005 Luzern Tel. 044 278 11 11 www.elektro-material.ch/e-mobility

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Gebäudehülle | Spenglerei |

Tolle geschuppte Aluhülle für das Gipfelrestaurant Weisshorn in Arosa Auf 2653 Metern Höhe, auf dem Weisshorn-Bergplateau, steht das neue Gipfelrestaurant, ein rhombenförmiger Monolith, eingekleidet mit einer Schuppenhaut aus Aluminiumblech. Bernard Trächsel

■ Die äussere, von mehreren Dämm-, Isolations- und dichtenden Schichten gebildete Gebäudehülle sorgt dafür, dass dem Gebäude weder Eis noch Schnee, weder Regen noch Sturm, weder Sonne noch Hitze etwas anhaben können.

Objektbeschrieb und Kommentar Jury Das alte Bergrestaurant neben der Seilbahn, erbaut 1955, musste ersetzt werden. Nachfolger ist ein Projekt der Bündner Architektin Tilla Theus. Sie nahm Abschied vom typischen Chaletstil und setzte einen asymmetrischen, mehrfach abgekanteten Monolithen da-

gegen. Die Architektin beschreibt ihre Idee so: «Das gefaltete und abgekantete Gebäude, zentral auf dem Bergplateau, wird durch seine schrägen Wände und schiefen Dachflächen zum Teil des Gesteins. Die natureloxierte Aluminiumhülle umfasst den Gesamtbaukörper als geschuppte Haut und fügt sich selbstverständlich in das felsige Farbkleid des Gesteins ein. Durch die archaische Form und die Materialisierung verwächst er mit der natürlichen Gesamtlandschaft.» Damit erhält das Weisshorn, das mit seinem Plateau irgendwie gekappt wirkt, eine neue Spitze, weshalb das

Ansprechende Silhouette in der Berglandschaft.

Projekt intern auch «Kappe» genannt wurde. Tilla Theus, «la Grande Dame der Architektur», wie sie von einer Schweizer Zeitschrift betitelt wurde, ist eine der wenigen Frauen, die sich international als Architektin durchgesetzt hat. Ihre Projekte zeichnen sich durch Konsequenz aus. In der Konzeption, in der Materialisierung, in jedem Detail lässt sich ihre Handschrift erkennen. Eine geschuppte Haut, die sich einem gefalteten, mehrfach in verschiedenen Winkeln abgeschrägten Baukörper anschmiegen soll, ist eine Herausforde-


Gebäudehülle | Spenglerei |

Bautafel Objekt: Gipfelrestaurant Weisshorn, Arosa Gebäudehülle: belüftete Konstruktion mit mehrschichtiger, dichter Dach- und FassadenKonstruktion, als Aussenhaut trapezförmige Rauten in Aluminium eloxiert Baubeteiligte Bauherr: Arosa Bergbahnen AG, Arosa Architektur: Tilla Theus, Zürich, GU Implenia GU AG, Chur Fassadenplanung: Reba Fassadentechnik AG, Chur Gebäudehülle: Leitung und Produktion Scherrer Metec AG, Zürich Montage: ARGE Scherrer Metec AG, Zürich, Waidacher Gebäudetechnik, Arosa, Dorn AG, Gebäudehülle, Chur

rung. Noch dazu, wenn sie Schnee, Sturm und Kälte standhalten muss. Die Hülle darf kein Eigenleben entwickeln, sondern sie muss sich wirklich wie eine Haut um das Gebäude schmiegen. Die Schuppen durften nicht wie heimelige Schindeln wirken. Ohne sichtbare Befestigungen sollten sie in der Fläche sehr homogen wirken, was eine industrielle Vorfertigung bedingte. Mit diesen Vorgaben entwickelte Scherrer zunächst eine Matrix der geeigneten Metalle, Konstruktionen und Oberflächenbehandlungen sowie der Verlegungstechnik und der Kosten. Gemeinsam mit der Architektin entstand das letztlich realisierte Konzept der Schuppenhaut aus trapezförmigen Aluminiumblechen, in der Form übereinstimmend mit dem Grundriss des Gebäudes. Die Verlegungsart wurde per CAD sorgfältig geplant, um optisch und funktionell überzeugende Übergänge aus einem Guss zu erhalten. Die berechneten Positionen wurden durch Nachmessungen am Rohbau und Anpassungen bei der Montage zu 100 Prozent umgesetzt.

Schweizer Qualitätsprodukt

mit bauaufsichtlichem Prüfzeugnis

Die Liste der wetterseitigen Herausforderungen auf dem Weisshorn ist lang: Das Dach muss einer Schneelast von 1,5 t/m2 standhalten, das entspricht insgesamt einer vier Meter hohen, total 800 Tonnen schweren Nassschneedecke. Winddruck und Windsog rütteln an der Fassade, zudem treibt der Sturm das Regen- und Stauwasser durch jede Ritze und Öffnung die Wände hoch. Eisbildung blockiert den Wasserablauf und führt zu Druck und Stau. Futuristische Variante des Davoser Dachs: Die Scherrer Metec AG orientierte sich bei der Entwicklung am Davoser Dach, einer in alpiner Höhe nur in Davos praktizierten Form des Flachdachs. Es trotzt den Extremen mit einem «Dreifachdach» aus verschweisstem Unter- und Oberdach und der äusseren Dachdeckung. Dazwischen liegt ein grosszügig bemessener Belüftungsraum von 17 bis 97 cm. Allseitig angeordnete Belüftungspaneelen in den Wandflächen sorgen für den freien Luftaustausch zur Hinterlüftung von Fassade und Dach. Damit keine Feuchtigkeit in das Dach eindringen kann, sind sämtliche Schichten und Durchdringungen, auch die durchdringenden Befestigungen, sorgfältig abgedichtet. Bei der dritten, äusseren Aluminiumhaut ist jede Raute mit zwei Haften und einem Schneehaken fixiert. Sämtliche Verschraubungen der Haften und Schneehaken sind mit Dichtfolie überklebt, damit das unter das Blech getriebene Wasser nirgends eindringen kann. Geplant und verlegt wurden 4500 Schindeln, 9000 Haften, 1800 Schneehaken und 30 000 Edelstahlschrauben. 57 Entlüftungsschindeln mit je 500 Löchern bilden im oberen Teil der Kappe eine Entlüftungslinie. Ein hinter diesen Entlüftungsschindeln verlegtes Blech

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Hermann Dorn, Spenglermeister, Dorn AG Gebäudehüllen, Chur.

Daniel Hunziker, Spenglermeister, Mitglied Geschäftsleitung Scherrer Metec AG, Zürich.

Spenglermeister Adrian Loretz, Waidacher Gebäudetechnik, Arosa.

Die Effizienz auf Ihrem Dach.

Ohnsorg Söhne AG www.ohnsorg-soehne-ag.ch Tel. 041 747 00 22

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Nord- und Westansicht in einer früheren Planungsphase.

bildet eine Wanne, fängt das vom Wind herein gepeitschte Wasser auf und leitet es durch dieselben Öffnungen wieder nach aussen. An den beiden abfallenden Dachseiten sind beheizte Dachrinnen eingelassen. Sie münden in zwei Wasserspeier, deren Halterung aus starken Edelstahlprofilen besteht. So können sie das Gewicht der zu erwartenden Eiszapfen aufnehmen. Fenster und Türen erforderten ei-

ne detaillierte Vorplanung und Konstruktion, um die Schnittstellen und Übergänge wie die gesamte Fassade zuverlässig abzudichten. Das Bauen an so extremen Orten ist für das Handwerk und die Logistik eine Herausforderung. Das 2013 anhaltend trockene Wetter bis weit in den Herbst hinein war für die Montagegruppen der ARGE ein Glücksfall. Das im Winter danach durch die Schweiz prasselnde Sturmtief Andrea mit Orkanböen liefer-

te den Beweis, dass das Gebäude und seine Hülle absolut «wintergerecht und sturmtauglich» gebaut worden waren. Die Jury fährt gerne nach Arosa, denn die dort durch Spenglerhand gefertigten Gebäudehüllen sind bezüglich Architektur und spenglertechnischer Umsetzung einmalig. Die Form des Gebäudes, die Konstruktion, die Wahl der Aussenhaut, die Planung und Führung durch Scherrer Metec AG sowie


Gebäudehülle | Spenglerei |

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Atmen Sie bessere Luft mit Abluft!

Raute an Raute, immer mit Schneestopper.

die Ausführung zusammen mit den Spenglerpartnern Waidacher und Dorn sind schlicht meisterhaft. Die unterschiedliche Wirkung der Rauten, sowohl geometrisch als auch farblich, ist faszinierend. Die zu meisternde Logistik ist

ohnehin beachtenswert und bringt wohl auch zum Ausdruck, dass bei dieser Realisation eng und partnerschaftlich zusammengearbeitet wurde. Den Berg-Preis erhält dieses einmalige Objekt auf jeden Fall. ■

LÜFTER Info Ohnsorg Söhne AG Knonauerstrasse 5 Postfach 332 6312 Steinhausen Tel. 041 747 00 22 Fax 041 747 00 29 www.ohnsorg-soehne-ag.ch info@ohnsorg-soehne-ag.ch Schweizer Qualitätsprodukt

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Sanitärtechnik |

Das erste Kunststoffrohr in der Geschichte des Bad Ragazer Heilwassers

Isolierte PE-Druckleitungen für Quellwasser Moderne Kunststoffrohre sorgen für Kontinuität in der Versorgung von Thermalbädern mit Heilwasser an einem geschichtsträchtigen Ort. In der 170-jährigen Rohrgeschichte des Thermalwassers war die Zeit reif geworden für eine grundsätzlich neue technische Lösung. Nach Holz- und Faserzementrohren folgen nun – in der dritten Generation – PE-Leitungen von Jansen. Isolierte Janolen-Druckrohre sollen das Thermalwasser aus Pfäfers in den kommenden Jahrzehnten sicher und sauber nach Bad Ragaz und Valens bringen. Quelle: Jansen AG

■ Im Jahre 1242 wurde in der wilden Taminaschlucht, nahe dem alten Bad Pfäfers, eine warme Quelle entdeckt. Bald diente das Wasser, das auf 639 m ü. M. entspringt und eine konstante Temperatur von 36,5 Grad Celsius aufweist, der Heilung von Kranken. Im 14. Jahrhundert wurde ein erstes Badehaus erbaut. Wegen der schweren Zugänglichkeit mussten die Badegäste auf halsbrecherische Art und Weise in die Taminaschlucht abgeseilt werden. Wer dies in Kauf nahm, musste von der heilenden Wirkung des Thermalwassers wohl überzeugt sein. Der berühmte Mediziner und Naturforscher Paracelsus von Hohenheim, der im 16. Jahrhundert im Bad wirkte, gab ihnen Recht und bestätigte die Heilwirkung.

Drei Rohrgenerationen 1840 wurde die erste Wasserleitung auf einer Strecke von vier Kilometern eröffnet. Sie war aus Holz und transportierte das

Thermalwasser während über 100 Jahren nach Ragaz. Es folgte dann eine zweite Rohrgeneration aus Faserzement, die nun durch eine dritte aus versorgungssicherem Polyethylen (PE) abgelöst wird. Heute fliesst das Wasser von der Quelle direkt zum Grand Resort Bad Ragaz, dessen Begründer – der Schweizer Architekt Bernhard Simon – unter anderem auch für den russischen Adel in St. Petersburg baute. Seit 1986 ist das erfrischende «Ragazer Wasser» auch als bekömmliches Tafelwasser in den Grand Hotels Bad Ragaz und sogar in einigen Gasthäusern in Bad Ragaz erhältlich. Das Hotel hat sowohl seinen Standort als auch sein Profil im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut und verändert und ist so zu einem der besten Luxushotels in der Schweiz geworden. Ein grosses Wellnessangebot, angesehene Ärzte und die Vielfalt in der Gastronomie haben das Grand Resort so einzigartig gemacht.

1840 wurde die erste Wasserleitung auf einer Strecke von vier Kilometern eröffnet. Sie war aus Holz und transportierte das Thermalwasser während über 100 Jahren nach Ragaz. (Bilder: Jansen)

Anspruchsvolles Gelände

Es sei ein spezielles Projekt, erzählt Sanitärtechniker Sandro Paganini. Nicht nur, weil an einem geschichtsträchtigen Ort saniert und gebaut wird, sondern auch wegen anderen Begebenheiten, die hohe Anforderungen an Beteiligte und Produkte stellen. Das Gelände ist von Steinschlag bedroht. Da die Leitungen nicht weit unter der Strasse liegen, sind sie nur minimal geschützt. Kunststoffrohre eignen sich in solchen Fällen besonders gut, weil sie aufgrund ihrer Beschaffenheit in der Lage sind, Erschütterungen abzufangen. Gleichzeitig müssen die Rohre gewährleisten, dass die Temperatur des Wassers konstant bleibt und das Quellwasser nicht mit einem anderen Medium in Kontakt kommt – ein klarer Fall für den Einsatz von isolierten Kunststoffrohren. Dank isolierten Janolen-Druckrohren wird das Quellwasser auch in Zukunft mit konstanten 35,8 bis 37 Grad Celsius die Thermalbäder Bad Ragaz und Valens erreichen und im Grand Resort die Gläser der Gäste in den «Spa Suites» füllen.

Unterbruchfreier Betrieb Die Wasserqualität muss folglich einwandfrei sein. Dafür ist ein geschlossenes System von der Quellfassung über das Felsreservoir bis zum Verbraucher nötig, wobei unmittelbar bei der Quelle Freispiegelleitungen zum Einsatz kommen. Auch in diesem Punkt stützt man sich im Ingenieurbüro Paganini

Die neuen Rohre müssen gewährleisten, dass die Temperatur des Wassers konstant bleibt und das Quellwasser nicht kontaminiert wird. Eine Thermalwasserleitung im Versorgungstunnel.


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Der zu Beginn des 18. Jahrhunderts erstellte Gebäudekomplex mit zwei Badehäusern ist der einzige erhaltene barocke Bäderbau der Schweiz. Von 1983–1985 umfassend renoviert, ist das Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung für die Öffentlichkeit zugänglich.

Gehweg im Tunnel durch die Taminaschlucht.

in Chur auf die guten Erfahrungen mit dem Einsatz von Kunststoffrohren – und mit deren Reinigung. «Dies ist ein wichtiges Kriterium, denn das Quellwasser weist unter anderem einen erhöhten Kalkgehalt auf», gibt Paganini zu bedenken. Es sind diese guten Erfahrungen mit dem Produkt und letztlich auch mit dessen Hersteller, die für einen Auftraggeber bei der Suche nach dem richtigen Projektpartner ausschlaggebend sind. Jansen punktet zudem durch den Standort in der Region sowie die Bekanntheit der Marke. Ungefähr vier Kilometer Janolen-Druckrohre PN 16 und PN 25 in isolierter und nicht isolierter Ausführung legen die Strecke von Oberriet talaufwärts in die Taminaschlucht

Die Sanierung stellte hohe Anforderungen an die Beteiligten und Produkte. Im Bild eine isolierte Jansen-Thermalwasserleitung im Strassenbereich.

Fussweg in die Taminaschlucht.

zurück. Dort werden sie vom Sanitärinstallateur oder Rohrleitungsbauer so verlegt, dass die Versorgung nicht unterbrochen werden muss. Provisorien helfen zusätzlich, diese Herausforderung zu meistern. Somit werden die Badegäste in Bad Ragaz und Valens von den im Januar 2014 begonnenen Bauarbeiten möglichst nicht tangiert und können das heilsame Quellwasser weiterhin ohne Einschränkungen geniessen. Bis Ende 2015 soll das Projekt abgeschlossen sein. ■ www.jansen.com

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Sanitärtechnik | Produkte

Montagerahmen SF XL für den Einbau superflacher Duschwannen Der neue Montagerahmen SF XL ermöglicht einen einfachen Einbau superflacher Duschwannen mit grosszügigen Abmessungen.

Mit dem Wannenabdichtband Aquaproof 3D können alle relevanten Bereiche einer mit dem Montagerahmen SF XL ausgeführten superflachen Dusche dauerhaft sicher abgedichtet werden.

■ Die von der MEPA-Pauli und Menden GmbH entwickelten Montagerahmen mit stufenlos höhenverstellbaren Schraubfüssen sind ab einer Einbauhöhe von 65 mm einsetzbar. Einfacher als mit ihnen gehts kaum: Dank flexibler Höhenanpassung ganz ohne Werkzeuge

erleichtern sie den Einbau superflacher Duschwannen erheblich. Schallschutz gewährleistet Da die Wannenfüsse mit einem Anti-Dreh- und Schallschutz-System (ADS) ausgestattet sind, tragen die Montagerahmen dazu bei,

hohe Anforderungen im Schallschutz zu erfüllen. Neu im Lieferprogramm ist jetzt eine zusätzliche Variante: Der Montagerahmen «SF XL» kann für StahlDuschwannen mit einer Breite von bis zu 100 cm sowie einer Länge von bis zu 160 cm eingesetzt werden. Hierdurch ist er kompatibel für den Wanneneinbau bei grösseren Duschen, die ein komfortables Duschvergnügen mit viel Bewegungsfreiheit bieten. Im Lieferumfang der Neuheit enthalten sind neben den 12 höhenverstellbaren Wannenfüssen zur seitlichen Justierung auch drei «EasyLift»-Wannenfüsse für eine komfortable Einstellung der Mittenabstützung per Leinenzug. Wie für viele andere Produkte im Produktbereich Wanneneinbautechnik bietet das Unternehmen auch diese Neuheit mit einer 30-jährigen MEPA-Qualitätsgarantie an.

Hochwertiges Zubehör Mit dem elastischen Wannenabdichtband «Aquaproof 3D»-Ecke für bodengleiche Duschen bietet das Unternehmen für den neuen Montagerahmen zudem ein qualitativ hochwertiges Zubehör-Set an, mit dem Sanitärprofis nicht nur bei der Abdichtung, sondern auch beim Schallschutz auf Nummer sicher gehen. In seiner Variante Typ II besteht das Set aus dem Wannenabdichtband, der Aquaproof 3D-Ecke, einem Schalldämmstreifen, einem Fliesentrennstreifen, einem Verbindungsstück, einem Trennband und Montagezubehör. ■ HPK Karlin GmbH 2564 Bellmund Tel. 032 331 56 16 info@hpk-karlin.ch ww.mepa.de

ProfiLine Kochfelddunstabzug: im Küchenkorpus eingebaut ■ Dezent, leise und effizient: Der Kochfelddunstabzug aus der neuen Premium-Gerätelinie ProfiLine von Electrolux integriert sich zwischen den Kochfeldern und besticht durch seine Unauffälligkeit: eben zum Kochfeld und schlicht im Design. Einfach zu bedienen, säubert er die Luft bereits an der Ent-

stehungsquelle von Dampf und Fett. Statt über dem Kochfeld montiert, fügt sich der Kochfelddunstabzug dezent zwischen zwei oder drei ProfiLine-Kochfeldern ein. Via Touch-Tastatur wählt der Koch eine der beiden Leistungsstufen an. Mit einem Handgriff wird die unauffällige Klappe im schlich-

Kochfelddunstabzug ProfiLine: Das leise aber leistungsfähige Gebläse ist im Sockelbereich des Küchenkorpus eingebaut.

ten Glasdesign durch leichtes Nach-unten-Drücken geöffnet und der Kochfelddunstabzug reinigt die Küchenluft von Fett und Dampf direkt da, wo sie entsteht. Das leise aber leistungsfähige Gebläse wird im Sockelbereich des Küchenkorpus eingebaut. Schaltet man das Gerät aus, schliesst sich die Klappe automatisch. Flexibilität im Einbau und beim Kochen Der Kochfelddunstabzug aus der ProfiLine-Gerätelinie lässt einen grossen Planungs- und Gestaltungsspielraum. Das Design aus schwarzem Spiegelglas ist so elegant wie unauffällig. Speziell geeignet ist der Kochfelddunstabzug für Räume mit einer hohen Decke. Er lässt sich für jedes Kochfeld mit einer Breite von 38 Zentimetern verwenden. So besteht beispielsweise die Möglichkeit einer Kombination aus Glaskeramikkochfeld, Teppan Yaki und Induktions-Wok – mit dazwischen eingebauten Abzügen.

Premium-Geräte mit extra Dienstleistungen Mit der ProfiLine lanciert Electrolux eine neue Premium-Gerätelinie mit Schweizer Design und Qualität und schliesst damit die Lücke zwischen der obersten Komfortstufe der aktuellen Gerätelinie von Electrolux und der exklusiven Electrolux Grand Cuisine im Luxusbereich. Mit der ProfiLine stärkt Electrolux ihre Positionierung als PremiumMarke. Das Unternehmen bietet für die ProfiLine-Geräte zusätzliche Dienstleistungen an. Dazu gehören eine exklusive Betreuung durch den Kundenservice, inkl. 24-Stunden-Service auch an den Wochenenden, eine Gerätekontrolle durch einen Servicefachmann vor Ablauf der Garantie sowie eine exklusive Heimvorführung. ■ Electrolux AG 8048 Zürich Tel. 044 405 81 11 www.electrolux.ch


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Neoperl setzt Zeichen gegen Produktpiraterie ■ Die Piraterie macht vor der Sanitärindustrie nicht Halt. Unlängst hat Neoperl auf dem zentral-europäischen Markt zahlreiche patentverletzende Strahlregler Cascade® entdeckt. Eine Drittfirma hat die Imitate widerrechtlich in die Duschbrausen eingesetzt und im Fachhandel vertrieben. Darauffolgend hat Neoperl die gefälschten Produkte umgehend aus dem Handel nehmen lassen und allesamt in einer wirkungsvollen Aktion mit einer Walze vernichtet. Immer wieder kommt es vor, dass Produkte der Sanitärindustrie unrechtmässig kopiert und vertrieben werden. Neoperl setzt ein klares Zeichen gegen Patentverletzungen und geht deshalb konsequent gegen die gefälschten Produkte und deren Anbieter und Hersteller vor. Gesundheitliche Risiken Neben den wirtschaftlichen Schäden für Neoperl bergen Imitate auch gesundheitliche und finanzielle Risiken für Händler und Endver-

braucher. «Produkt-Kopien sind in der Regel von minderwertiger Qualität, bei deren Herstellung oft nicht zugelassene, möglicherweise gesundheitsschädliche Werkstoffe verwendet werden», sagt Christoph Weis, Geschäftsführer Innovation, und verweist dabei auf die zahlreichen Negativbeispiele aus der Spielzeugindustrie. Neoperl setzt alles daran, dass Fälschungen erst gar nicht in den Handel

Im Zweifelsfall prüfen lassen Um Kunden und letztlich die Endverbraucher vor Risiken zu schützen, kennzeichnet Neoperl sämtliche Produkte mit dem Firmenlogo. Doch die Fälschungen sind laut Christoph Weis von blossem Auge häufig kaum zu erkennen. Der Unterschied zeigt sich erst bei deren Anwendung. So erfüllen die Kopien in den meisten Fällen beispielsweise weder Geräusch- und Material-

zulassungen noch Hygienevorschriften. Sollten Zweifel an der Echtheit von Neoperl-Strahlreglern bestehen, können diese Neoperl zur Prüfung vorgelegt werden. ■ Neoperl AG 4153 Reinach BL Tel. 061 716 74 11 info@neoperl.ch www.neoperl.ch

Produkt-Kopien sind in der Regel von minderwertiger Qualität.

gelangen: Das Unternehmen ist vom fernen Osten bis hin zu den weltweiten Verkaufsstellen präsent und begleitet die Handelskette.

Neoperl hat die gefälschten Produkte in einer wirkungsvollen Aktion mit einer Walze vernichtet.

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Wohnen |

Sentec: Ein Werkstoff für individuelle Wannenformen und ...

... ein «Schmeichler» für die Haut Der innovative Schweizer Badspezialist Keramik Laufen stellt mit Sentec einen Mineralwerkstoff vor, der sich für Badewannen und Duschwannen des Unternehmens sowie für die Realisierung individueller Entwürfe von Architekten oder Designern besonders eignet. Quelle: Keramik Laufen, Bearbeitung Franz Lenz

Die Badewanne aus der Kollektion Kartell by Laufen mit ihren definierten Kanten wurde ebenfalls aus dem Mineralgussmaterial Sentec gefertigt. (Fotos: Keramik Laufen)

Sentec ist ein neuer Mineralwerkstoff von Keramik Laufen, der eine Vielzahl hervorragender Produkteigenschaften vereint, die ihn für Einsatzzwecke im Badezimmer prädestinieren. Der Name ist eine Zusammenziehung von «sensual» (dt. sinnlich) und «technical» (dt. technisch) und bringt die Vorzüge dieses Werkstoffs auf den Punkt: Da Sentec in mehreren Arbeitsgängen poliert wird, fühlt sich seine samtig glänzende Oberfläche warm und angenehm an – ein echter Schmeichler für die Haut, zum Beispiel beim Wannenbad. Aber auch unter der Dusche spielt Sentec seine Stärken aus, denn das Material besitzt rutschhemmende Eigenschaften und gibt dem Nutzer ein sicheres Standgefühl. Darüber hinaus ist die Oberfläche antibakteriell, einfach zu pflegen, chemikalienresistent, UV-beständig und unempfindlich gegenüber grossen Temperaturschwankungen.

Spitze Ecken und anspruchsvolle Formen möglich

Mit ihren schmalen Kanten wirkt die ovale Wanne aus der Kollektion Ino so dünnwandig wie der Waschtisch aus SaphirKeramik. Die Badewanne ist in der Schweiz ab 2016 erhältlich.

Die technischen Vorzüge von Sentec werden deutlich, wenn man ein Auge auf die Produktion des Werkstoffs wirft: Während des schnellen Produktionsprozesses wird ein homogener Mix aus verschiedenen natürlichen Mineralien unter hohem Druck in Form gegossen und in einem Ofen bis zur Aushärtung erwärmt. Damit sind selbst spitz zulaufende Ecken und anspruchsvolle Formen – zum Beispiel bei freistehenden Badewannen – fugenlos realisierbar, welche mit Keramik nicht möglich sind. Ein weiterer Vorteil von Sentec ist es, dass Badewannen einwandig und aus einem Guss hergestellt werden können, statt doppelwandig wie sonst bei Modellen aus herkömmlichem Mineralwerkstoff üblich. Die Sentec-Badewannen von Keramik Laufen, zum Beispiel aus den neuen Badkollektionen Val oder Ino, wiegen deshalb erheblich weniger, verfügen aber über einen integrierten Überlauf und werden konventionell installiert. Ein weiterer Pluspunkt von Sentec ist die Möglichkeit, Produkte aus dem Material

auch nachträglich zu bearbeiten: So können Flächen aus diesem Werkstoff individuell zugeschnitten werden oder der Installateur kann mit herkömmlichen Bohrwerkzeugen eigene Hahnlöcher für Armaturen setzen. Mithilfe eines Reparatursets lassen sich sogar kleinere Schäden, Kratzer oder Flecken einfach beheben.

Individuelle Entwürfe realisierbar Da dank des einfachen und schlanken Produktionsprozesses theoretisch auch Losgrösse 1 produziert werden könnte, nutzt Keramik Laufen diesen flexiblen Werkstoff, um individuelle Kundenwünsche in kleinen Auflagen zu realisieren. Von Waschtischen, Arbeitsplatten, Accessoires, Möbeln, Duschwannen, Badewannen, Spülbecken bis hin zu Wandverkleidungen sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Architekten und Designer erhalten mit Sentec ein neues Material, dank dem individuelle Entwürfe umsetzbar und somit perfekte Abstimmungen zu Raum und Ausstattung realisierbar werden. Selbst optisch sorgt Sentec für sinnliche Eindrücke, denn es könnte auch in zahlreichen Farbvarianten produziert werden. Bisher setzt Keramik Laufen bei seinen Kollektionen allerdings ganz auf Weiss, zum Beispiel bei Val, Ino, IlBagnoAlessi One, Kartell by Laufen und bei der Palomba Collection. ■ Keramik Laufen AG 4242 Laufen Tel. 061 765 71 11 forum@laufen.ch www.laufen.ch

Wichtiger Lieferhinweis Die Badewannen Val und Ino von Keramik Laufen sind in der Schweiz erst ab 2016 erhältlich.


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KA 90 ultraflach: der flachste Ablauf für bodenebene Duschen ■ Mit KA 90 bietet Kaldewei jetzt das flachste Ablaufsystem für bodenebene Duschen an. Die neue Generation von patentierten Kaldewei Ablaufgarnituren zeichnet sich durch ihre niedrige Bauhöhe aus und ist somit perfekt für den bodenebenen Einbau emaillierter Duschflächen geeignet. Ein Vorteil, der besonders bei der Badrenovation überzeugt. Haarfangsieb auf Wunsch möglich Bei normengerechtem Einbau mit einer Sperrwasserhöhe von 50 Millimetern kommt die KA 90 mit lediglich 81 Millimetern Bauhöhe aus und ist damit flacher, als die gängigen Ablaufsysteme für geflieste Duschbereiche. Neben der geringen Aufbauhöhe punkten die KA 90 zusätzlich mit hohen Ablaufleistungen, die – je nach Modell – zwischen 0,8 und 1,4 Litern pro Sekunde liegen und für einen sicheren und zügigen Ablauf des Wassers sorgen. Für eine einfache und schnelle Reinigung des Siphons kann das System auf Wunsch mit einem herausnehmbaren Haarfangsieb ausgestattet werden. Viele Vorteile für Sanitär-Fachhandwerker Die neuen Kaldewei Ablaufsysteme KA 90 eröffnen dem Sanitär-Fach-

handwerker viele Vorteile, denn neben der Realisierung besonders niedriger Aufbauhöhen profitiert er von einer deutlich flexibleren Badgestaltung durch eine individuelle Positionierung der emaillierten Duschfläche im Raum. Mit der Kombination aus Ablaufgarnitur, emaillierter Duschfläche, Montagesystem, Schallschutz- und Abdichtsystem erhält der Installateur ein Kaldewei Komplettsystem aus einer Hand und sichert sich so den profitablen Auftrag für den gesamten Duschbereich. Perfekt aufeinander abgestimmte Komponenten garantieren eine einfache und schnelle Montage beim Kunden. Weitere Ausstattungen, wie zum Beispiel die pflegeleichte Oberflächenvergütung Kaldewei Perl-Effekt, eine rutschhemmende Emaillierung Kaldewei Secure Plus oder Kaldewei Antislip sowie besondere Farbkollektionen bieten dem Fachhandwerker attraktive Chancen für zusätzlichen Umsatz. ■

Die neue patentierte Kaldewei Ablaufgarnitur KA 90 zeichnet sich durch ihre niedrige Bauhöhe aus und ist somit perfekt für den bodenebenen Einbau emaillierter Duschflächen geeignet.

Franz Kaldewei AG 5000 Aarau Tel. 062 205 21 00 info.schweiz@kaldewei.com www.kaldewei.ch Mit der emaillierten Duschfläche Scona und der Ablaufgarnitur KA 90 bietet Kaldewei jetzt die flachste Lösung für bodenebene Duschen im Markt. (Fotos: Kaldewei)

Ivo Adams Kraftquelle ■ Die Liebe zu Zermatt begleitet Sternekoch Ivo Adam schon seit Jugendjahren. Im Sommer 2014 entschied sich der passionierte Ski- und Snowboardfahrer für ein eigenes Zuhause im beliebten Wintersportort. Mit viel Sinn für schöne und natürliche Materialien wurde die Minergie-Wohnung in den letzten Monaten renoviert und dient ihm nun als Kraftquelle, um sich in der kalten Jahreszeit für die lebhafte Sommersaison im Tessin zu wappnen.

Ivo Adam mit seiner neuen Duscholux-Badlösung.

Bodenloser Einstieg Bei der Einrichtung des Bades entschied sich Ivo Adam für eine All-in-one-Lösung von Duscholux. Die moderne Badewanne Step-in Sparkling bietet zum Duschen einen fast bodenebenen Einstieg, während die zweiteilige Schiebetür

Bella Vita 3 für sicheren Spritzschutz sorgt. Wirkungsvolle, optische Effekte erzielte er durch die Wahl eines verspiegelten Duschwand-Glases. Die zusätzliche Wellnessfunktion der Badewanne in Form von wechselndem Farblicht und leiser Luftsprudelmassage begeistert den charismatischen Chefkoch und Unternehmer der Seven-Gastronomie-Gruppe. ■ Duscholux AG 3604 Thun 4 Tel. 033 334 41 11 www.duscholux.ch

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ProCasa Tre verwandelt das Bad – auch bei kleinem Grundriss – in einen grosszügigen und harmonischen Lebensraum. (Foto: Richner)

Die stilvollen Richner-Komplettbäder ProCasa machen es möglich

Der Weg zum neuen Traumbad Für alle Kunden, die ihr neues Badezimmer effizient und entspannt zugleich planen wollen, bietet Richner die Komplettbäder ProCasa Cinque, Tre und Uno in jeweils unterschiedlichen Ausführungen und Stilrichtungen an. ■ Ein neues Badezimmer zu planen benötigt – abgesehen von Zeit und Geduld – auch Stilsicherheit und Weitsicht. Für Neubauten oder für die Renovation eines bestehenden Badezimmers steht heute eine sehr grosse Produkteauswahl zur Verfügung. Aus diesem Angebot die passenden Produkte zu finden kann unter Umständen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund haben die Bad-Experten von Richner die Komplettbäder ProCasa Cinque, Tre und Uno entwickelt. Im Zentrum ihrer Überlegungen steht das Motto «Lebensraum für alle», das die Bedürfnisse von grossen und kleinen Haushalten berücksichtigt. Die Produkte der drei unterschiedlichen Ausführungen sind sorgfältig ausgesucht und harmonisch aufeinander abgestimmt. Entstanden sind drei Komplettbäder, die Design, Komfort und Funktionalität garantieren, mit attraktiven Preisen überzeugen und die den Kunden eine stilsichere und entspannte Badplanung ermöglichen.

ProCasa Cinque – Lebensraum für Anspruchsvolle Das grosszügige Komplettbad ProCasa Cinque überzeugt mit stilvollem Design und hochwertigen Materialien. Das Sortiment integriert alles, was sich moderne Bauherren von ihrer privaten Wohlfühloase wünschen: Elegante Armaturen von Schweizer Herstellern, Bade- und Duschwannen, transparente Duschtrennwände, WC, Bidet, Garnituren, Waschtisch und Waschtischunterbau sowie Spiegelschränke und Lichtspiegel. ProCasa Tre – gelebte Harmonie Das zeitloses Design, die klaren, sanften Formen und die praktischen Elemente von ProCasa Tre verwandeln das Bad – auch bei kleinem Grundriss – in einen grosszügigen und harmonischen Lebensraum. Nebst der Duschwanne und der transparenten Duschtrennwand, den Garnituren, dem WC, dem Spiegelschrank, dem Lichtspiegel und dem Waschtischmöbel, sticht besonders die grosszügige, konische Badewanne heraus.

Diese bietet bequem Platz für zwei erwachsene Personen oder für mehrere Kinder gleichzeitig. ProCasa Uno – Entspannt zum neuen Lebensraum Das Komplettbad ProCasa Uno bietet hohe Qualität zu einem unschlagbaren Preis. Zur Auswahl stehen zwanzig Elemente, von den Armaturen und dem Waschtisch aus Keramik mit passendem Unterbaumöbel, über die Bade- und Duschenwanne bis zur transparenten Duschentrennwand, den Garnituren, dem WC, dem Spiegelschrank und den passenden Garnituren. Das breite und gleichzeitig übersichtliche Sortiment bietet Hand für moderne, frische und preisbewusste Badezimmereinrichtungen für das Eigenheim oder für Mietobjekte. Alle ProCasa-Komplettbäder bieten auch Lösungen für Klein- und Gästebäder. Kommt hinzu, dass jedes Sortiment passende Wandund Bodenplatten integriert, die perfekt zur jeweiligen Stilrichtung passen. Ungeachtet der vorkonfektionierten Komplettbäder hat der

private Bauherr nicht auf persönliche Vorlieben zu verzichten. Die Ausstellungsberater von Richner präsentieren ihren Kunden vielfältige Möglichkeiten – zum Beispiel in der Wahl von Farben oder Materialien – um auf diesem Weg zum individuell gestalteten Traumbad zu gelangen. ■ www.richner.ch


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Individuelle Badgestaltung lässt echte Lebensräume entstehen ■ Im Ferienhaus «Sura» in Davos kommen Spezialrinnen für Natursteinböden und mit Naturstein belegte WC-Betätigungen voll zur Geltung. Der Architekt Robert Arnold, aus dem schwyzerischen Küssnacht am Rigi, war begeistert von der Möglichkeit, diese Funktions-

Wandeben eingebaut: die mit Valser Quarzit konfektionierte Betätigungsplatte.

elemente vollständig in die Badarchitektur integrieren zu können. So lassen sich Bäder wie aus einem Guss planen, und Farbkonzepte werden durchgängig umsetzbar. Duschrinne Typ «unsichtbar» Die Natursteinrinne TECEdrainline erlaubt den Einbau einer fast unsichtbaren Entwässerungslösung. Die Duschrinnen wurden, in Abstimmung mit dem Innenarchitekten (Möbel-Center Thöny Innenausbau AG), mit einem symmetrischen Wandabstand stimmig in den Duschplatz integriert. Durch den unsichtbaren grossvolumigen Rinnenkörper kann das Duschwasser sicher und schnell entwässert werden. Auf Hygiene wurde Wert gelegt Tece weiss aus Erfahrung, dass der Hygiene an einem Duschplatz eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Gerade im Bereich von Entwässerungslösungen können organische Substanzen wie z. B. Fett, Haare und Hautreste mit der Zeit Nährboden für mikrobiologisches Wachstum bilden. Die Rinnen von Tece sind immer aus poliertem Edel-

stahl ohne Schrauben und Hohlräume gefertigt. So kann jederzeit eine gründliche und einfache Reinigung gewährleistet werden. Harmonisch und trittsicher Die mit dem exklusiven Naturstein Valser Quarzit belegte Rinnenabdeckung passt sich harmonisch in die Duschrinne ein und lässt die Entwässerungslösung fast völlig verschwinden. Durch Gummipuffer sitzt die Abdeckung satt, da gibt es kein Wackeln, und die Trittsicherheit ist für alle Nutzer optimal gewährleistet. Konfektionierte WC-Betätigungen Mit den konfektionierten Spülbetätigungen von Tece wurde das Prinzip des integrierten Badelements fortgesetzt. Das Konzept dieser Betätigungsplatte ermöglicht den Einsatz exklusiver Materialien. So wurde die Front der Betätigungsplatte TECEsquare ebenfalls ganz individuell mit dem für das Badezimmer ausgewählten Valser Quarzit belegt und damit exakt auf den zu gestaltenden Lebensraum abgestimmt.

Perfekt eingebaute Rinne mit leicht abnehmbarer und trotzdem trittsicherer Abdeckung.

Geräuschoptimierte Spültechnik Die Spültechnik überzeugt mit einem einmaligen 10-Liter-Tank, der beste Spülleistungen unter allen Umständen garantiert. Die TeceSpültechnik ist geräuschoptimiert, sodass beim Füllen des Tanks so gut wie keine Geräusche zu hören sind. ■ TECE Schweiz AG 8212 Neuhausen am Rheinfall Tel. 052 672 62 20 www.tece.ch

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Agenda | Impressum |

Permanente Agenda Anmeldung

(Bitte informieren Sie sich auch unter www.hk-gebaeudetechnik.ch/agenda. Änderungen vorbehalten.)

Thema/Ort

Datum

Forum Architektur, Bauen/Modernisieren für das 21. Jahrhundert Freitag, 2. Oktober 2015, an der «Bauen+Wohnen», Luzern

2. Oktober 2015

Universität St. Gallen 9000 St. Gallen, Tel. 071 224 26 86 christian.opitz@unisg.ch www.waermetagung.ch

Wärmetagung 2015 Freitag, 9. Oktober 2015, Kantonsraatssaal St. Gallen Ziel: Das Potenzial der Wärmeversorgung zum Gelingen der Energiewende in der Schweiz generell sowie das einzelner Wärmelösungen im Speziellen aufzuzeigen. Zielgruppe: Entscheidungsträger von Energieversorgungsunternehmen

9. Oktober 2015

suissetec, Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband www.suissetec.ch

Swiss Skills 2015 Fribourg

9. – 18. Oktober 2015

KNX Swiss www.knx.ch

KNX Swiss City Day: 25 Jahre KNX-Technologie. Für Systemintegratoren, Elekt- 20. Oktober 2015 roinstallateure, HLK- und Elektro-Planer sowie interessierte Architekten und Generalunternehmen. Dienstag, 20.10.2015, 10 – 20 Uhr, KKL Luzern

Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband (suissetec) 8021 Zürich, Tel. 043 244 73 00 www.suissetec.ch

suissetec-Sanitärtag 2015 Dienstag, 27. Oktober 2015

27. Oktober 2015

Swissolar, BFE, u. a., www.swissolar.ch

4. Tagung Solarwärme Schweiz 2015, Freitag, 30. Oktober 2015, Messe Luzern

30. Oktober 2015

www.proklima.ch

ProKlima: Kadertag Gebäudetechnik 2015 Kadertag für Fachleute aus der Lüftungs-, Klima- und Gebäudetechnikbranche, Trafohalle Baden

10. November 2015

www.europa-forum-luzern.ch

29. internationales Europa Forum Luzern Jahrhundertherausforderung Energie, Montag, 10.00 – 20.30 Uhr, KKL Luzern

16. November 2015

Tagungen ZT Fachmessen AG, 5413 Birmenstorf Infos und Anmeldung: www.bauen-wohnen.ch / www.fachmessen.ch

Schweizerischer Stahl- und Haustech- 10. Stahl- und Haustechnikhandelstag Seedamm Plaza in Pfäffikon SZ nikhandelsverband SSHV, www.sshv.ch

19. November 2015

suissetec, Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband www.suissetec.ch

suissetec Herbst-DV Zürich-Oerlikon

20. November 2015

www.svk.ch www.swisscoolingexpo.ch

Swiss Cooling Expo mit Fachforum Messestandort: Forum Fribourg, 1763 Granges-Paccot Mittwoch, 25. November 2015

25. November 2015

ZT Fachmessen AG, 5413 Birmenstorf Infos und Anmeldung: www.bauen-wohnen.ch / www.fachmessen.ch

Forum Architektur, Bauen/Modernisieren für das 21. Jahrhundert Freitag, 27. November 2015, an der «Bau+Energie Messe», Bern

27. November 2015

www.haustech-planertag.ch

11. Haustech-Planertag, Mittwoch, 24. Februar 2016, Kongresshaus Zürich

24. Februar 2016

GeoTherm, Tel. 0049 781 9226 32 www.geotherm-offenburg.de

GeoTherm 2016, Geothermie-Messe und -Kongress Messe Offenburg, Deutschland

25. – 26. Februar 2016

Schäfer Partner AG 5600 Lenzburg, Tel 062 888 88 44 www.energie-gipfel.ch

15. Energie-Gipfel Kanton Aargau Infos zu Energie- und Klimapolitik. Frühstücksveranstaltung. Donnerstag, 6.45 – 9.55 Uhr, in Aarau, KUK Kultur- und Kongresshaus

17. März 2016

Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband (suissetec) 8021 Zürich, www.suissetec.ch

suissetec-Heizungsfachtagung 2016 Donnerstag, 17. März 2016

17. März 2016

Arres – Theorie und Praxis Das verbesserte Indach-Montagesystem «Arres». Die einfache und schnelle Montage wird bei einer Live-Montage erklärt. Mi, 30. September 2015, 13.30 bis 17.00 Uhr in Aarau.

30. September 2015

Energiespeichertag Batteriespeicher: Theorie, Marktsituation, verschiedene Speichersysteme und ihr Einsatzgebiet. Do, 8. Oktober 2015, 8.30 bis 16.00 Uhr in Aarau.

8. Oktober 2015

smartHome-Tag Was ist heute unter dem Begriff «smart home» alles möglich?. Spezialisten auf diesem Gebiet von SolarLog, SMA und smart-me zeigen ihre Produkte und deren Fähigkeiten. Mi, 4. November 2015, 08.30 bis 16.30 Uhr in Aarau.

4. November 2015

SolarLog: Smart Energy Schulung Installations-Workshop. Do, 12. November 2015, 08.30 bis 16.30 Uhr in Aarau.

12. November 2015

Kurse Solarmarkt GmbH Neumattstrasse 2, 5000 Aarau Tel. 062 834 00 80 www.solarmarkt.ch > Unternehmen > Termine > Schulungen

Solarmarkt GmbH Neumattstrasse 2, 5000 Aarau Tel. 062 834 00 80


smartHome-Tag Was ist heute unter dem Begriff «smart home» alles möglich?. Spezialisten auf diesem Gebiet von SolarLog, SMA und smart-me zeigen ihre Produkte und deren Fähigkeiten. Mi, 4. November 2015, 08.30 bis 16.30 Uhr in Aarau.

Agenda | Berufsbildung

4. November 2015

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SolarLog: Smart Energy Schulung Installations-Workshop. Do, 12. November 2015, 08.30 bis 16.30 Uhr in Aarau.

12. November 2015

Varta Engion Zertifizierung In dieser Zertifizierungschulung erfährt man alles Wissenswerte, um die Varta-Speichergeräte Family und Home fachgerecht zu installieren. Di, 17. November 2015, 8.30 bis ca. 16.30 Uhr in Aarau.

17. November 2015

Danfoss AG, Schweiz 4402 Frenkendorf www.danfoss.ch www.danfoss.com > News

Danfoss GmbH, VLT Antriebstechnik zu «VLT AutomationDrive FC 300 – Inbetriebnahme und Instandhaltung» 2-Tageskurse (nur) in Frenkendorf, 10. und 11. November 2015

ab 10. November 2015

Schweizerischer Verein für Kältetechnik SVK, 8006 Zürich weiterbildung@svk.ch Tel. 041 670 35 45 www.svk.ch / www.asf-froid.ch

Feierabend-Kurs «Optimierung von Kälteanlagen» Kursziel: Teilnehmer aus den Bereichen Kälte-, Klimakälte- und Wärmepumpentechnik wird neuestes Wissen aus dem Bereich Kälte und Energieeffizienz vermittelt und erhalten den Nachweis als ProFrio-Kälteexperte. Tageszeit: 16.00 – 19.30 Uhr

22. Sept. 2015, Olten 20. Oktober 2015, Bern 28. Oktober 2015, Olten 10. Nov. 2015, St. Gallen 4. Dezember 2015, Bern

energie-cluster.ch 3011 Bern, Tel. 031 381 24 80 peter.siegenthaler@energie-cluster.ch www.energie-cluster.ch

Vertiefte Weiterbildung Komfortlüftung Fachkompetenz für Planer/Architekten, Installateure, Systemanbieter Grundlage für «Fachpartnerschaft Minergie» 2. und 3. Oktober / 6. und 7. November 2015

ab 2. Oktober 2015

Schweizerischer Verein für Kältetechnik SVK, 8006 Zürich weiterbildung@svk.ch Tel. 041 670 35 45 www.svk.ch / www.asf-froid.ch

Tageskurs «Optimierung von Kälteanlagen» Kursziel: Kältefachleuten wird aus den Bereichen Kälte-, Klimakälte- und WP-Technik das neueste Wissen aus den Bereichen Kälte und Energieeffizienz vermittelt. Im Kältelabor der ZHAWwerden theoretische Erkenntnisse in die umgesetzt. Tageskurs: 8.30 – 16.30 Uhr

6. Okt. 2015, Winterthur 27. Nov. 2015, Winterthur

12. Blechexpo Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung, Stuttgart

3. – 6. November 2015

Kommission Berufsmesse suissetec-nordostschweiz 8057 Zürich, Tel. 044 315 55 35 www.suissetec-nordostschweiz.ch

Berufsmesse Zürich Messe Zürich

17. – 21. November 2015

www.svk.ch www.swisscoolingexpo.ch

Swiss Cooling Expo mit Fachforum Messestandort: Forum Fribourg, 1763 Granges-Paccot Mittwoch, 25. November 2015

25. November 2015

ZT Fachmessen AG www.fachmessen.ch

Bau + Energie Messe Bern

26. – 29. November 2015

MCH Messe Schweiz (Basel) AG Swissbau, 4005 Basel Tel. 058 200 20 20, www.swissbau.ch

Swissbau 2016 Baumesse mit Integration der Bereiche Lüftung, Klima und Kälte (ex Hilsa) Messe Basel, Dienstag bis Samstag.

12. – 16. Januar 2016

GeoTherm www.geotherm-offenburg.de

GeoTherm 2016 Geothermie-Messe und -Kongress, Messe Offenburg, Deutschland

25. – 26. Februar 2016

www.messefrankfurt.com www.ish.messefrankfurt.com

ISH 2017 Weltleitmesse Erlebniswelt Bad, Gebäude-, Energie-, Klimatechnik, Erneuerbare Energien Frankfurt am Main (alle 2 Jahre)

14. – 18. März 2017

Wago Contact SA, Domdidier infoswitzerland@wago.com www.wago.ch

Gebäudeautomation mit den WAGO KNX IP-Komponenten, CoDeSys V2.3, Gebäudeautomation mit WAGO BacNet u. a.

Kursdaten unter www.wago.ch

TWK – Test- und Weiterbildungszentrum Wärmepumpen und Kältetechnik GmbH Floridastrasse 1 D-76149 Karlsruhe Telefon +49 721 97317-0 Telefax +49 721 97317-11 mailto@twk-karlsruhe.de www.twk-karlsruhe.de

Zweitägiger Intensivkurs KT1 Vorkurs – Einstieg in die Kältetechnik

26.08. – 27.08.2015 14.10. – 15.10.2015

Einwöchiger Intensivkurs KT2 Kältetechnik A

31.08. – 04.09.2015 21.09. – 25.09.2015 19.10. – 23.10.2015 23.11. – 27.11.2015

Einwöchiger Intensivkurs KT3 Kältetechnik B

07.09. – 11.09.2015 26.10. – 30.10.2015 30.11. – 04.12.2015

Einwöchiger Intensivkurs KT4 Kältetechnik C

21.09. – 25.09.2015 09.11. – 13.11.2015

Einwöchiger Intensivkurs KT5 Kältetechnik D – Projektierung

05.10. – 09.10.2015

Solarmarkt GmbH Neumattstrasse 2, 5000 Aarau Tel. 062 834 00 80 www.solarmarkt.ch > Unternehmen > Termine > Schulungen

Messen www.blechexpo-messe.de

Schulungsort: TWK GmbH Floridastrasse 1 D-76149 Karlsruhe

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| HK-Gebäudetechnik 9/15 |

Stellenmarkt | Impressum

IMPRESSUM HK-Gebäudetechnik 13. Jahrgang, Nr. 9, September 2015 (42. Jahrgang HeizungKlima), erscheint monatlich. www.hk-gebaeudetechnik.ch, ISSN 1016-5878 Auflage + Verbreitung WEMF/SW-Beglaubigung 2014 Druckauflage 8500 Ex.* Total verbreitete Auflage: 6887 Ex. Davon verkauft: 2729 Ex. * inkl. Probe- und Werbeexemplare, Veranstaltungen und Messen Herausgeberin AZ Fachverlage AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Tel. 058 200 56 50, Fax 058 200 56 61 Geschäftsführer: Roland Kühne Leiterin Zeitschriften: Ratna Irzan Redaktion AZ Fachverlage AG, HK-Gebäudetechnik Neumattstrasse 1, Postfach, CH-5001 Aarau. Peter Warthmann, Chefredaktor, Tel. 058 200 56 15, peter.warthmann@azmedien.ch Manuel Fischer, Redaktor, Tel. 058 200 56 11, manuel.fischer@azmedien.ch Ständige externe Autoren: Christian Bärtschi, Bernd Genath, Alan Hawkins, Franz Lenz, Anita Niederhäusern, Wolfgang Schmid, Martin Stadelmann, Martin Stöckli, Andreas Walker, Jürg Wellstein, Andreas Widmer, Daniela Wohlgemuth Redaktioneller Beirat Marco Andreoli, Vorsitzender der Geschäftsleitung, CTA AG, Münsingen. Domenico Autuori, Manager of Trainingcentre & Laufen Forum, Keramik Laufen AG und Similor AG, Laufen. Daniel Bader, Leiter Kommunikation, R. Nussbaum AG, Olten.

Stephan Muntwyler, Geschäftsführer Gabs AG, Tägerwilen. Richard Osterwalder, Geschäftsleiter Weishaupt AG, Geroldswil, Mitglied GebäudeKlima Schweiz. Beat Scherrer, Geschäftsführer Scherrer Metec AG, Zürich. Beat Waeber, Mitglied Zentralvorstand suissetec. Copyright Mit der Annahme von Manuskripten durch die Redaktion und der Autor-Honorierung durch den Verlag erwirbt der Verlag das Copyright und insbesondere alle Rechte zur Übersetzung und Veröffentlichung der entsprechenden Beiträge in anderen verlagseigenen Zeitschriften sowie zur Herausgabe von Sonderdrucken. Für unverlangt eingesandte Text- und Bildunterlagen übernimmt die Redaktion keine Gewähr. Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet. Redaktionelle Beiträge Produkte-Hinweise werden kostenlos abgedruckt, Auswahl erfolgt durch die Redaktion. Bezahlte Beiträge werden mit «Publireportage» oder «Anzeige» gekennzeichnet. Leitung Werbemarkt: Jürg Rykart, Tel. 058 200 56 04 Anzeigenleitung /Kundenberatung Rolf Niederberger, Tel. 058 200 56 18, rolf.niederberger@azmedien.ch Verena Müller, Tel. 058 200 56 42, Fax 058 200 56 61, verena.mueller@azmedien.ch Anzeigentarif unter www.hk-gebaeudetechnik.ch Leitung Online und Marketing: Valentin Kälin Aboverwaltung, Abonnemente Maja Hort, Tel. 058 200 56 50, abo@hk-gebaeudetechnik.ch Preis Jahres-Abonnement: Fr. 138.– (inkl. MwSt.) Abo-Bestellung: www.fachtitel.ch Layout/Produktion: Stefanie Lipp

Korrektorat: Ruedi Tschumi Druck: Vogt-Schild Druck AG, 4552 Derendingen Kooperation mit folgenden Verbänden: Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband (suissetec), 8021 Zürich, Tel. 043 244 73 00, www.suissetec.ch GebäudeKlima Schweiz, Verband für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, 4603 Olten, Tel. 062 205 10 66, www.gebaeudeklima-schweiz.ch energiecluster.ch, www.energiecluster.ch Schweizerischer Verband für Wärmekraftkopplung (WKK-Fachverband), www.waermekraftkopplung.ch Schweizerischer Stahl- und Haustechnikhandelsverband SSHV, 4010 Basel, www.sshv.ch Swissolar, www.swissolar.ch GNI Gebäude Netzwerk Initiative, Zürich, www.g-n-i.ch MeGA, Fachverband der führenden Gebäudeautomationsplaner der Schweiz, c/o ADZ, Luzern, www.mega-planer.ch KGTV, Konferenz der Gebäudetechnik-Verbände, www.kgtv.ch KNX Swiss, www.knx.ch VDSS, Verein dipl. Spenglermeister Schweiz, www.vdss.ch Ein Produkt der

Verleger: Peter Wanner, CEO: Axel Wüstmann www.azmedien.ch Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB (Stand 31.12.2014): AZ Anzeiger AG, AZ Verlagsservice AG, AZ Fachverlage AG, Atmosphären Verlag GmbH, AZ Management Services AG, AZ Regionalfernsehen AG, AZ TV Productions AG, AZ Zeitungen AG, FixxPunkt AG, Belcom AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG, Vogt-Schild Druck AG, VS Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG, Dietschi AG, TrisCom-Media AG, Radio 32 AG, AZ Vertriebs AG, Zofinger Tagblatt AG


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Stellenmarkt | Verzeichnisse

Im redaktionellen Text erwähnte Firmen AEE Suisse

21

AES Alternative Energie Systeme GmbH

57

Alpiq InTec AG

71

Amstein + Walthert AG

60

Amt für Hochbau Stadt Zürich 60

Keramik Laufen AG

86

ABB Technikerschule Baden

16

Solarmarkt GmbH

Liebherr Machines Bulle S.A.

48

Naef Group

20

AES Alternative Energie Systeme GmbH

54

STFW Schweizerische Techn. Fachschule Winterthur

91

Näf Tech AG

20

AKAD Business AG

11

Suva

15

Neoperl AG

85

AMAG Automobilund Motoren AG

Oventrop (Schweiz) GmbH

Aquametro AG

8

R. Nussbaum AG

Avenco AG

8

Regio Energie Solothurn

Balzer Ingenieure AG

17

Barcol-Air AG

8

Battery Consult GmbH

38

Belimo Automation AG

8

8 8, 18 35

Richner Bäder und Plättli

88

Rotronic AG

68

RWD Schlatter AG

60

Saia-Burgess Controls AG

8

Biral AG

8

Sankt Galler Stadtwerke

BMS-Energietechnik AG

4

Schweiz. Techn. Fachschule Winterthur STFW

Bundesamt f. Energie 8, 35, 38, 48 Carbagas AG

35

Cofely AG

8

17 8

Testo AG

68

58

Thalmann Maschinenbau AG

79

Bütikofer Automobile AG

20

Tobler Haustechnik AG

17

BV-Control AG

70

Wärmebau Vertriebs AG

15

Duravit Schweiz AG

19

WT Wärmeaustausch Technologien AG

31

92

energie-cluster.ch

27

Erdöl-Vereinigung

51

Europa Forum Luzern

10

Franz Kaldewei GmbH & Co. KG 89 67

Hefti. Hess. Martignoni. Holding AG

11

Helion Solar AG

43

Helios Ventilatoren AG

67

Hoval AG

41

Huggler Energietechnik AG

47

8

Siegenia-Aubi AG Siemens Schweiz AG

8

Danfoss AG

8

Siper AG

4

Durrer Technik AG

60

Solarmarkt GmbH

Duscholux AG

87

Soltop Schuppisser AG

Elcotherm AG

8, 35

Electrolux AG

60

58 8, 15

Stiebel Eltron AG

21

82

SVK

19

Elektro-Material AG

75

Swissolar

42

Elkuch Ludwig AG

35

Swisspower Energy AG

48

EMB Pumpen AG

8

Tece Schweiz AG

89

Energie 360° AG

48

Tobler Haustechnik AG

8, 16

US 2

IMI Hydronic Engineering Switzerland AG

18

Indupro AG

16

LG Electronics Austria GmbH

66

M. Scherrer AG

84

Trox Hesco (Schweiz) AG

8

Mepa – Pauli und Menden GmbH

85 65

Erich Keller AG

60

Uponor AG Schweiz

8

Mobil in Time AG

Ernst Basler + Partner AG

60

Urfer Müpro

8

Nissan Center Europe GmbH

Ernst Schweizer AG

26

Vaillant GmbH

8

Ohnsorg Söhne AG

Etasuisse AG

56

Verb. der Schw. Gasindustrie

ETH Zürich

48

Viessmann (Schweiz) AG

F. Hoffmann-La Roche AG

48

vonRoll casting ag

Faktor Journalisten AG

11

Franz Kaldewei AG

87

Walter Meier (Klima Schweiz) AG

8, 64

Gasverbund Mittelland AG

35

Weishaupt AG

8, 52

60

Zehnder Group Schweiz AG 8, 60

Geschäftsstelle Minergie Grundfos Pumpen AG

8

Grüniger Plus GmbH

44

GWF MessSysteme AG

8

Helion Solar AG

55

Helios Ventilatoren AG

8

Hexis AG

8

Hochschule Luzern

4, 28, 35, 44

Hoval AG

8

HPK Karlin GmbH

82

HSR Hochschule für Technik

35

Huggler Energietechnik AG

69

IBAarau AG IMI Hydronic Engineering Switzerland AG

48, 68 8, 59

InGrid AG

74

IWK

48

Jansen AG

80

Jenni Energietechnik AG

32

35

15, 35 44

73

Brugg Rohrsystem AG

Seven-Air

8

US 3

Techem (Schweiz) AG

69

Hastrag AG

8

55

BMS-Energietechnik AG

Schw. Verein Luft-/Wasserhyg. 68

CTA AG

8

Swiss Engineering STV US 4

Geberit Vertriebs AG

CTC Giersch AG

Erdöl-Vereinigung

Inserentenverzeichnis

25

77, 79

R. Nussbaum AG

83

S + G Mobile Heizzentrale AG 55 Schmid AG, energy solutions

59

Siemens Schweiz AG

75

Stellenmarkt:

SM Handels AG

61

Titelseite:

Soba Inter AG

78

AFG Arbonia-ForsterHolding AG


ganzes heft 09 2015  
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