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Hessisches Ministerium f端r Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung www.hessen-biotech.de

Hessen-Biotech NEWS Weltpremiere in Marburg: Impfstoff aus Zellkulturen Merck stiftet Biotech-Professur Medizinwirtschaft Cluster gestartet Roadmap Gesundheitsforschung Forschung am Paul-Ehrlich-Institut Grundsteinlegung f端r FIZ-Erweiterung Vorgestellt: blue-drugs GmbH, Frankfurt am Main

Hessen

Biotech

4 2007 Winter


Ein Jahr der Erfolge Liebe Leserinnen und Leser, Sie halten die vierte Ausgabe der Hessen-Biotech NEWS im Jahr 2007 in Händen. Ich möchte dies zum Anlass nehmen, gemeinsam mit Ihnen auf ein, wie ich finde, besonders ereignisreiches und erfolgreiches Jahr für die hessische Biotechnologie zurück zu schauen. Sowohl aufgrund privater Initiative als auch durch das Engagement der Landesregierung sind wichtige Ergebnisse erzielt worden, die einen positiven Ausblick in die Zukunft erlauben. Ein paar Beispiele: Die Goethe-Universität in Frankfurt und die Gießener Justus-Liebig-Universität zählen zu den Gewinnern der Exzellenzinitiative - Bund und Länder fördern zwei biomedizinische Forschungsverbünde an den beiden Hochschulen. Mit der neuen Landes-Offensive LOEWE zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz stehen in einem bundesweit beachteten Programm erhebliche zusätzliche Mittel zur Verfügung, um weitere herausragende Zentren, Schwerpunkte und Verbundvorhaben mit der Wirtschaft zu entwickeln.

INHALT

Beste Aussichten dafür besitzt auch die so genannte weiße, die industrielle Biotechnologie. Durch die Initiative der Frankfurt Bio Tech Alliance ist es erstmals gelungen, in einem wichtigen Wettbewerb des Bundes einen Erfolg für unser Land zu erringen: 5 Millionen Euro stehen in einer ersten Phase für Verbundprojekte und den Aufbau eines Clusters der industriellen Biotechnologie zur Verfügung.

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der Welt nun in Marburg in Betrieb genommen wurde. Die schnelle und sichere Produktion von Impfstoffen mit Zellkulturen statt Hühnereiern – so schafft Novartis Behring einen großen Nutzen für die Patienten wie auch für den Technologiestandort Hessen. Dieser Standort wird sich in Mittelhessen mit einem Schwerpunkt in der Medizinwirtschaft profilieren. Getragen von einer breit aufgestellten regionalen Initiative aus Kommunen, Unternehmen, Kliniken und Forschungseinrichtungen und gefördert vom Land Hessen und der EU hat im Herbst das Clustermanagement „Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen – timm“ seine Arbeit aufgenommen und schon erste Verbundforschungsvorhaben auf den Weg gebracht. Diese ausgewählten Beispiele zeigen: In Hessen interagieren wissenschaftliche Exzellenz und wirtschaftliche Kompetenz auf hervorragende Weise miteinander. Deshalb steht für mich die Entwicklung der Biotechnologie auf sicheren Füßen. Sie wird einen Beitrag zur Förderung der Gesundheit wie auch zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen leisten. Freuen Sie sich mit mir darüber, welch positive Entwicklung diese wichtige Zukunftstechnologie in unserem Bundesland nimmt! Ihnen und ihren Familien wünsche ich ein erfolgreiches neues Jahr 2008.

Die produzierende Biotechnologie ist ein Merkmal unseres Standorts. Deshalb ist es kein Wunder, dass eine der modernsten Impfstoffproduktionsanlagen

Dr. Alois Rhiel Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Merck stiftet Biotechnologie-Professur

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Neue Runde bei Science4Life

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Neues Biozentrum an der FH Gießen-Friedberg

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Erfolge für IonGate

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Interview: Werner Seeger über Gesundheitsforschung

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Weltpremiere bei Novartis Rückblick auf die BIOTECHNICA

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Vorauswahl der hessischen Forschungsförderung

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PharmaForum 2007: Wettbewerb im Gesundheitswesen Aktuelle Ausschreibungen

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Neues von der Science City Frankfurt-Riedberg

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Forschung am Paul-Ehrlich-Institut

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Vorgestellt: blue-drugs GmbH

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Wirtschaftsminister Rhiel im FIZ

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IRC-Partnering auf der BIOTECHNICA

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Grundsteinlegung zur FIZ-Erweiterung

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Nachrichten aus der Wirtschaft

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Nachrichten aus der Wissenschaft

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Broschürenbestellung/Kontaktformular

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Termine/Impressum

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timm ist gestartet

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Hessen auf der Medica 2007

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Neue Inhalatorenfabrik der B. Braun AG

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Genius evaluiert Epigenomik

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Drei Partner für den Nachwuchs Stiftungsprofessur Biotechnologie für Frankfurt Jetzt ist es offiziell: Die Frankfurter Goethe-Universität erhält eine Stiftungsprofessur für Biotechnologie, finanziert vom Darmstädter Pharmakonzern Merck. Bei einer Feierstunde in Darmstadt tauschten die Partner ihre Vertragsexemplare aus. Merck steuert 1,25 Millionen Euro für das Vorhaben bei. Die Stiftungsprofessur soll dazu dienen, einen neuen Master-Studiengang Biotechnologie aufzubauen, den die Frankfurter Hochschule zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt (TUD) einrichten wird. Die Firma Merck verspricht sich davon, dass die Ausbildung des Nachwuchses sichergestellt wird. Das Unternehmen erzielt heute rund die Hälfte seines Pharma-Umsatzes mit Biopharmazeutika, und das Volumen dieses Marktes wird sich voraussichtlich bis zum Jahr 2030 verdoppeln. „Hier werden wir Präsenz zeigen, denn nur so können wir Arbeitsplätze sichern“, sagte Geschäftsführer Bernd Reckmann. Der Fokus des neuen Studienganges werde auf Bio-Verfahrenstechnik, Ingenieurwesen und Biochemie liegen, erklärte Professor Werner MüllerEsterl, Vizepräsident der Goethe-Universität. „Wir glauben, dass wir uns mit der TUD gut ergänzen“, so der Biochemiker. Müller-Esterl zufolge liegen

„Ideale Verbindung von Wissenschaft und Praxis“: MerckGeschäftsführer Bernd Reckmann tauschte Stiftungsurkunden mit Professor Rudolf Steinberg, dem Präsidenten der Frankfurter Universität. (Foto: Merck)

die Frankfurter Schwerpunkte in Mikrobiologie, Biochemie und Fermentation. Die Darmstädter Hochschule hat ihre Stärken in der Biotechnik und dem Moleküldesign, wie Gerhard Thiel deutlich machte, der Dekan des Fachbereichs Biologie: „Mit dem Zentrum Biotechnik versuchen wir, klassische Ingenieurdisziplinen wie die Elektrotechnik an die Life Sciences heranzuführen.“ Die Ausschreibung für die Frankfurter Stiftungsprofessur soll noch in diesem Jahr erfolgen. Dirk Sulzmann (Merck KGaA)/ha www.merck.de www.uni-frankfurt.de

Neubau mit Symbolkraft Biozentrum an der Fachhochschule Gießen-Friedberg Die Fachhochschule Gießen-Friedberg (FH) hat neue Labore und Büros für ihre biomedizinischen Institute erhalten. Hessens Wissenschaftsminister Udo Corts übergab der Hochschulleitung offiziell den Neubau sowie ein saniertes Gebäude. Die Baumaßnahmen haben 8,6 Millionen Euro gekostet. Die alten Räume des Instituts für Biopharmazeutische Technologie waren im Juni 2006 durch einen Wassereinbruch zerstört worden. „Dieses Bauprojekt ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass der Staat nach einem Unglück wie im Sommer 2006 schnell handeln kann“, sagte Staatsminister Corts während des Festaktes. Neben dem Institut für Biopharmazeutische Technologie bieten die Räume dem Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz, dem Labor für Biochemie und Bioanalytik

sowie dem Referat Technologietransfer der Fachhochschule Platz.

Zentrum der Entwicklung FH-Präsident Professor Günther Grabatin sprach dem Neubau eine symbolische Bedeutung für die strategische Entwicklung der Hochschule zu. In den Räumlichkeiten werde anwendungsorientierte Forschung gebündelt - das sei eine sehr gute Voraussetzung für die Bildung eines Kompetenzzentrums, das innerhalb der FH richtungweisend sein könne. Mit dem Aufbau einer Reihe solcher Zentren wolle das Präsidium in den nächsten Jahren die Leistungsfähigkeit der Hochschule in Lehre, Forschung und Entwicklung erhöhen. Ulrich Adolphs (Wissenschaftsministerium)

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Frei von Ei Merkel und Koch eröffnen Impfstoff-Fabrik und Erfinderkraft scheint ja ganz gut zu funktionieren“, lobte die Regierungschefin. Auch Ministerpräsident Koch hob hervor, dass in Hessen für hervorragende Rahmenbedingungen gesorgt ist. „Wir bemühen uns, der Forschung und neuen Ideen eine Heimat zu bieten“, so Koch. „Heute zeigen wir, dass wir Spitze sind.“ NovartisChef Vasella bestätigte, das Land habe demonstriert, „dass es ein sehr erfolgreicher Standort für Forschung und Entwicklung sein kann.“

Ohne Vorlauf auf den Markt „Wir sind Spitze!” Novartis-Chef Daniel Vasella (li) freute sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Hessens Ministerpräsident Roland Koch über die neue Anlage. Foto: Bundesregierung/ Johannssen

Weltpremiere in Marburg: Unter prominenter Beteiligung aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft hat Novartis-Behring eine Fertigungsanlage für Grippeimpfstoff eingeweiht. Das Neue daran: Erstmals kommen Zellkulturen zum Einsatz, um den Impfstoff in industriellem Maßstab herzustellen. Großer Bahnhof am Standort Behringwerke, wo sich zur Feier des Tages Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Hessische Ministerpräsident Roland Koch sowie Daniel Vasella einfanden, der Konzernchef von Novartis. Das Unternehmen bewertet das neue Verfahren als „wegweisend“, weil es bei der Vakzinproduktion ohne die bisher verwendeten Hühnereier auskommt, welche die Gefahr von Vogelgrippe und Eiweißallergien bergen.

Erfinderkraft + Präzision = Exzellenz In ihrem Redebeitrag verlieh die Bundeskanzlerin ihrer Freude darüber Ausdruck, dass das Schweizer Unternehmen sich in der Region Mittelhessen engagiert: „Das zeigt, dass die Mitarbeiter hier in Marburg Exzellentes leisten“, sagte Merkel vor rund 200 geladenen Gästen. „Die Kombination von Schweizer Präzision mit deutscher Gründlichkeit

Das Unternehmen rechnet damit, den Impfstoff in Zukunft schneller und flexibler bereitstellen zu können als bisher, da lange Vorlaufzeiten für die Beschaffung von Eiern entfallen. Die neue Methode erlaubt zudem, auf den Zusatz von Antibiotika zu verzichten. Da keine Spuren von Hühnerei enthalten sind, können sich erstmals auch Menschen vor Grippe schützen, die an Allergien gegen Hühnereiweiß leiden. Novartis Behring plant die Markteinführung des neuen Produkts noch in der Grippesaison 2007/2008. Die echte Virusgrippe oder Influenza gilt unter Experten derzeit als eine der bedrohlichsten Infektionen. Allein in Deutschland sterben pro Jahr bis zu 15.000 Menschen an Grippe und deren Folgeerkrankungen. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ist die Schutzimpfung. Diese muss jedes Jahr wiederholt werden, da ständig leicht veränderte Viren auftreten. „Die zunehmende Mobilität macht die Ausbreitung von Pandemien wahrscheinlich“, bekräftigte die Bundeskanzlerin. „Dagegen muss man sich wappnen.“

Charmante Kombination Die Technologie der neuen Anlage wurde während der vergangenen zehn Jahre in Marburg entwikkelt. Novartis Behring hat bisher rund 60 Millionen Euro in die neue Produktionsstätte investiert. Bis zum finalen Ausbau der drei Fertigungslinien werden am mittelhessischen Standort weitere 150 qualifizierte Arbeitsplätze entstanden sein. „Die Kombination von Entwicklung und Produktion macht den Charme aus“, rühmte Merkel die Präsenz des Unternehmens in der Region. Novartis Behring/ha

Schöner Feind - Modell eines Grippevirus. Abbildungen: Novartis Behring

www.novartis-behring.de

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Der Marburger Weg – Impfstoff auf Zellkulturbasis Zur Immunisierung gegen Grippe impft man mit unschädlich gemachten Influenzaviren. Die Bruchstücke regen den Organismus dazu an, Antikörper zu bilden, die bei einer Infektion zur Abwehr eingesetzt werden. Beim bislang üblichen Verfahren werden die Grippeviren auf Hühnereiern vermehrt. Die Zellkulturtechnologie nutzt hingegen eine Säugerzelllinie für die Vervielfältigung des Erregers, die in Suspension wächst. Die Zellen lagern tiefgefroren in flüssigem Sticksoff. Bei Bedarf wird eine kleine Charge aufgetaut und vermehrt, bis zum Millionenfachen des Ausgangsvolumens. Sobald die Zellen ihre optimale Wachstumsdichte erreicht haben, werden sie über ein geschlossenes Rohrsystem mit Influenzaviren infiziert. Während des mehrtägigen Vervielfältigungsvorganges stirbt ein großer Teil der Zellen ab, wobei sie die Viren ins Medium freisetzen. Nach der Aufreinigung werden die Viren zunächst chemisch inaktiviert und gespalten. Für den Grippeimpfstoff werden nur die Oberflächenmoleküle des Erregers benötigt, Hämagglutinin und Neuraminidase. Zum Schluss bleibt das gereinigte Antigenkonzentrat eines Virusstammes übrig. Novartis Behring/ha

Gelungene Mischung Hessen-Biotech und Science4Life auf der BIOTECHNICA 2007 Die BIOTECHNICA in Hannover konnte in diesem Jahr mit einer Reihe von Neuerungen aufwarten, unter anderem mit dem Begleitprogramm der Deutschen Biotechnologietage – die Fachveranstaltung schickt sich an, zur europäischen Leitmesse zu werden. Einer der größten Aussteller ist seit vielen Jahren die Aktionslinie Hessen-Biotech, die auch diesmal einen repräsentativen Gemeinschaftsstand ausrichtete. Erstmals war auch die Gründerinitiative Science4Life mit einem eigenen Messeauftritt vertreten. Der Hessenstand hob sich nicht bloß optisch wegen seines weithin sichtbaren, sattgelben Zentralzylinders von der Umgebung ab: Unter mehr als 850 Ausstellern fiel der Messeauftritt durch eine attraktive Mischung an Firmen auf - vom forschenden Unternehmen zum Laborausstatter und vom Softwarespezialisten zum Finanzmarktexperten. „Unser Bundesland zeichnet sich dadurch aus, dass hier komplette Wertschöpfungsketten ausgebildet sind, die neben der Grundlagenforschung auch die großtechnische Herstellung, die Zulassung und den Vertrieb umfassen“, erläuterte Detlef Terzenbach von der HA Hessen Agentur GmbH, der den

Gemeinschaftsstand organisiert hat. „Wir sind stolz darauf, dass unsere 19 Mitaussteller dieses Spektrum auf hohem Niveau abbilden.“

Breites Spektrum Auf großes Interesse stieß zum Beispiel die Präsentation der Philipps-Universität Marburg, die aktuelle Entwicklungen von Biosensoren vorstellte, von der neue Impulse in der Pharmaforschung zu erwarten sind; die Arbeitsgruppe um Professor Michael Keusgen nutzte den Messebetrieb, um Kontakte zu potenziellen Industriepartnern anzubahnen. Das junge Marburger Biotech-Unternehmen NanoRepro informierte über seine Schnelldiagnostika – in naher Zukunft will die Firma erstmals einen Fertilitäts-Selbsttest für den Mann auf den Markt bringen. Bei der Deutschen Börse erhielt man Auskünfte über den Aktienmarkt aus erster Hand. Mit der Frankfurt Bio Tech Alliance schließlich präsentierte sich einer der Gewinner des bundesweiten Clusterwettbewerbs zur industriellen Biotechnologie. Das erfolgreiche Konzept der Initiative sieht vor, aktiv marktfähige Verbundprojekte in der Feinchemie anzustoßen.

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Die wichtigste Neuerung für den Gemeinschaftsstand war in diesem Jahr die Kooperation mit der Gründerinitiative Science4Life, die vom Bundesland Hessen und dem Pharmakonzern Sanofi-Aventis getragen wird. Der größte deutsche BusinessplanWettbewerb für Life Sciences und Chemie war erstmals mit eigenem Messeauftritt auf der BIOTECHNICA vertreten, um in angemessenem Rahmen in seine zehnte Runde zu starten. Unmittelbar neben dem Hessenstand gelegen, präsentierten sich bei Science4Life 15 Gewinner der bisherigen Jahrgänge - Ansporn für Neubewerber, Anlaufstelle für Geschäftspartner und augenfälliger Beleg für „eine Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen kann“, wie Jens Krüger als Referatsleiter Biotechnologie im Hessischen Wirtschaftsministerium lobte, der die Initiative von Anfang an begleitet hat. Am Abend des ersten Messetages feierten Aussteller und Gäste von Science4Life bis weit in die Nacht hinein das Jubiläum und den gelungenen Messeauftritt.

Apfelwein ist Biotech Hochwertige Kontakte: Die Firmenpräsentationen am Hessenstand zogen zahlreiche Interessenten an.

Gemeinsame Plattform der beiden Partnerstände war die Bühne des Hessenforums, auf der die Messeteilnehmer ihre Produkte und Projekte vorstell-

ten, professionell moderiert vom bekannten Rundfunkjournalisten Raoul Helmer. „Raus aus dem Elfenbeinturm!“, forderte etwa Martina Wolkenfeld vom GIT-Verlag, die aufzeigte, welche Karrierechancen für Biologen im Verlag bestehen. Thomas Meyer von NNE Pharmaplan informierte über den Anlagenbau für Pharma und Biotechnologie, und Claudia Dahmen von AptaRes widmete sich dem hochaktuellen Thema der Aptamere – Oligonukleotid-Moleküle, die enzymatische Aktivität entfalten. Dazwischen unterhielt Raoul Helmer mit lockeren Sprüchen und kniffligen Quizfragen („Was versteht man unter Chiralität?“ – „Wo steht die weltweit größte biotechnologische Produktionsanlage für Insulin?“); zu gewinnen war ein traditionelles Produkt hessischer Biotechnologie: Apfelwein! Die gelungene Mischung aus technologieorientierten Vorträgen und auflockernden Quizrunden trug sicherlich zum Erfolg des hessischen Messeauftritts bei, der sich an den Zuschauerzahlen ablesen ließ. Wie erfolgreich der Hessenstand das bewährte Grundkonzept mit den diesjährigen Neuerungen vereinbaren konnte, lässt sich klar an den Rückmeldungen der Mitaussteller erkennen. Diese zeigten sich mit dem Gemeinschaftsstand mehrheitlich „sehr zufrieden“, wie eine Befragung ergab. „Wir haben schon am ersten Tag qualitativ hochwertige Kontakte gehabt“, freute sich etwa Ralf Dostatni vom Diagnostikahersteller Milenia Biotec: „Für uns hat sich die Messe schon gelohnt.“ Die Organisatoren sind deswegen sicher, dass sich auch in Zukunft ein attraktiver Mix von Unternehmen für den Gemeinschaftsstand zusammenfinden wird. „Wir können vom jährlichen Turnus nur profitieren“, so Detlef Terzenbach von Hessen-Biotech. Denn für viele Firmen, die derzeit noch mit einem Einzelauftritt in Hannover präsent sind, wird sich eine alljährliche Teilnahme nicht rentieren. Im Rahmen der Landesbeteiligung lässt sich der Aufwand verringern: Die Aktionslinie übernimmt für die Mitaussteller die gesamte Organisation im Vorfeld, den Standbau und die Betreuung vor Ort, samt Catering – zu günstigen Konditionen. Die Akquise für die BIOTECHNICA 2008 beginnt in den kommenden Wochen. ha

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„Hessische Wissenschaft stärken“ Zwischenentscheidung über LOEWE-Förderanträge Die ersten Projekte der neuen hessischen Forschungsförderung haben es durch die Vorauswahl geschafft. Der LOEWE-Programmbeirat und die Verwaltungskommission wählten unter anderem vier Anträge mit biotechnologischem Profil aus, die für eine endgültige Entscheidung weiter ausgearbeitet werden sollen. „Die Landesregierung verfolgt mit dem LOEWEProgramm das Ziel, hessische Wissenschaftseinrichtungen im Wettbewerb zu stärken und ihre Innovationskraft für die Entwicklung der Wirt-

schaft in Hessen zu nutzen“, sagte Staatssekretär Alexander Lorz vom Wissenschaftsministerium (HMWK), der auch der LOEWE-Verwaltungskommission vorsitzt. Insgesamt haben 28 Antragsteller an der Ausschreibung teilgenommen. Die Hälfte davon ist aufgefordert, bis zum kommenden Februar Vollanträge einzureichen - fünf für LOEWE-Zentren und neun für LOEWESchwerpunkte. Die ersten Vorhaben sollen vom 1. Juli 2008 an gefördert werden. HMWK www.hmwk.hessen.de

Fett, Luft, Krebs und Strahlen Die erfolgreichen Anträge aus der Biotechnologie Lipid Signaling Forschungszentrum Frankfurt (LiFF) Antragstellerin: Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Lipide sind Fette im weitesten Sinn, die Bedeutung als zelluläre Strukturelemente, Energiespeicher oder Signalmoleküle haben. Das interdisziplinäre Lipid Signaling Forschungszentrum Frankfurt hat sich zum Ziel gesetzt, durch Genomic-, Proteomic- und Lipidomic-Ansätze zu erfor-

schen, welche Bedeutung Lipidmediatoren für Krankheitsprozesse zukommt. Dies umfasst Arbeiten zur Synthese und molekularen Wirkung von Lipiden, aber auch die Übertragung der Ergebnisse in diagnostisch und therapeutisch verwertbare Ansätze.

Mitochondrial Research Consortium (MiRCo) Antragsteller und Partner: Johann Wolfgang Goethe-Universität und Max-Planck Institut für Biophysik, Frankfurt am Main

Die Energieversorgung von aeroben, luftatmenden Zellen sind ebenso von Mitochondrien abhängig, wie viele andere essenzielle Lebensvorgänge. Ziel des geplanten Mitochondrial Research Consortiums MiRCo sind interdisziplinäre Kooperationsprojekte, die wesentliche Funktionen der Mitochondrien aufklären, und zwar von ihrem Mechanismus

auf atomarer Ebene bis hin zu ihrer Integration in den zellulären Gesamtzusammenhang. Erforscht werden sollen unter anderem die Bedeutung mitochondrialer Funktionsstörungen für neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson und Morbus Alzheimer, sowie für das biologische Altern.

Biologische Wirkmechanismen dicht ionisierender Teilchenstrahlen Antragsteller und Partner: Technische Universität Darmstadt, Hochschule Darmstadt, Philipps-Universität Marburg, Gesellschaft für Schwerionenforschung, Darmstadt

Das beantragte Projekt soll strahlenbiologische Expertisen mehrerer Institutionen bündeln, namentlich auf den Gebieten der Strahlenbiophysik, der Zell- und Molekularbiologie sowie der Bioinformatik. Die Erforschung der biologischen Wir-

kung dicht ionisierender Teilchenstrahlung soll die naturwissenschaftlichen Grundlagen dafür schaffen, die Methoden der Strahlentherapie in der Tumormedizin und der Behandlung entzündlicher Prozesse zu optimieren.

Tumor und Entzündung Antragsteller und Partner: Philipps-Universität Marburg, Justus-Liebig-Universität Gießen

Wissenschaftliche Ergebnisse der vergangenen Jahre haben deutlich gemacht, dass sich Tumorund Entzündungsforschung in erheblichem Maß überlappen. Das gilt insbesondere bei den von Tumor- und Immunzellen genutzten Signalmolekülen, bei intrazellulären Signalkaskaden sowie bei

den hierdurch regulierten Transkriptionsfaktoren. Ziel des Schwerpunkts ist es, diese mechanistischen Gemeinsamkeiten im Detail aufzuklären. Hierdurch soll eine Basis für die Entwicklung neuer therapeutischer Optionen geschaffen werden.

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Beton und Köpfe Die Science City Frankfurt-Riedberg Die Stadt der Wissenschaften nimmt Gestalt an: Die einzigartige „Science City Frankfurt-Riedberg“ ist Teil des größten Stadtentwicklungsprojektes in Deutschland. Hier ist Platz für alle naturwissenschaftlichen Fachbereiche der Frankfurter Universität, für Max-Planck-Institute sowie Unternehmen aus Biotechnologie und Pharma. Darüber hinaus entstehen Wohnungen für 15.000 Menschen und 3.000 Arbeitsplätze, samt der kompletten Infrastruktur. Dass sich Riedberg in so hohem Tempo entwickelt, daran hat die Johann Wolfgang Goethe-Universität wesentlichen Anteil. Die ursprüngliche Fertigstellung der naturwissenschaftlichen Institutsgebäude war zwar erst für 2015 geplant. Doch solange wollten die Verantwortlichen nicht warten – „wir hoffen, dass wir im Jahr 2010 komplett alle Naturwissenschaften hier haben werden“, berichtete „CampusCaptain“ Professor Horst Stöcker anlässlich einer Informationsveranstaltung zum neuen Stadtteil. Als Vizepräsident der Universität für die Naturwissenschaften ist er für den Ausbau des Campus’ Riedberg zuständig. Zuletzt wurde Mitte September das „Frankfurt Institute for Advanced Studies“ eingeweiht. Die privat initiierte Forschungseinrichtung fördert interdisziplinäre Projekte der theoretischen Naturwissenschaften. „Das Land stellt den Beton – aber die Stifter die Köpfe“, umriss Stöcker die Arbeitsteilung der treibenden Kräfte.

„In Europa einmalig“ Die Universität macht indes nur einen Teil des Konzepts der Science City aus. „Hier wächst etwas zusammen, nämlich Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnen“, sagt Christian Garbe. Er ist Geschäftsführer des Frankfurter Innovationszentrums Biotechnologie FIZ, das Laborflächen und Infrastruktur für Life Science-Unternehmen anbietet, und das in unmittelbarer Nähe zu Universität und Instituten in Riedberg. „Hier in Frankfurt wurde etwas gestartet, was meines Erachtens in Europa einmalig ist“, so Garbe, „hier wird eine Infrastruktur geschaffen, die den Technologietransfer aus den Universitäten, aus den Max-Planck-Instituten in die Wirtschaft beschleunigen kann.“ Das Innovationszentrum wird derzeit um einen zweiten Bauabschnitt erweitert (siehe nebenstehenden Artikel). „Wir registrieren eine starke internationale Nachfrage nach der Infrastruktur, die wir aufgebaut haben“, so der Geschäftsführer. „Wir haben heute schon eine so hohe Dichte an Hochsicherheitslaboren im FIZ, wie man sie kaum woanders findet.“ Was den Riedberg vor anderen Standorten auszeichnet, ist nach Einschätzung Garbes die Tatsache, dass hier durch enge Nachbarschaft Kooperationen zwischen kleinen Start up-Firmen, etablierten Unternehmen und der Universität entstehen – zum Beispiel bei der Nutzung von Hochsicherheitslabors.

Wohnen und Arbeiten am Park

Campus-Captain: Horst Stöcker skizzierte die Pläne der Frankfurter Universität für die Science City. Foto: van Even

Insgesamt sollen in der Science City mehr als 100.000 Quadratmeter Geschoßfläche für Büros und Laboratorien zur Verfügung stehen, unter anderem im Gebäude des „Campus of Elements“. Auch Wohnen und Leben kommen nicht zu kurz: In wenigen Jahren soll von Single-Appartements über Reihenhäuser bis hin zu Villen am Park, Kirchen, Schulen, Kitas und großzügigen Grünflächen alles vertreten sein. Im Stadtteilzentrum wird derweil Platz für Einkaufsläden, Arztpraxen und Lokale geschaffen. In knapp zehn Jahren soll die neue Wissenschaftsstadt fertig gestellt sein. Corinna Volz-Zang www.sciencecityfrankfurtriedberg.de www.riedberg-ffm.de

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„Dynamischer Standort” Rhiel besucht Biotech-Firmen Der Hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel hat sich im Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie (FIZ) von der Leistungsfähigkeit der ansässigen Firmen überzeugt. „Hier wird die dynamische Entwicklung des Pharma- und Biotechnologiestandorts Frankfurt/Rhein-Main erlebbar“, sagte der Minister. Rhiel zeigte sich beeindruckt von den Präsentationen der Unternehmen im FIZ. So hat die Frankfurter Forschungseinheit von Proteome Sciences eine Plattformtechnologie entwickelt, mit der sich Biomarker exakt kennzeichnen und messen lassen. „Dies ist von erheblichem Vorteil, um den Wirkungsgrad von Wirkstoffen bei unterschiedlichen Patienten gezielt zu testen“, erläuterte Forschungsleiter Peter Schulz-Knappe. Der Arzneimittelhersteller Merz Pharmaceuticals baut seine Aktivitäten kontinuierlich aus. Die Firma wird

den größten Teil im zweiten Bauabschnitt des FIZ’ belegen. Mit Memantine hat Merz den weltweit ersten Wirkstoff zur Behandlung von moderaten bis schweren Stadien der Alzheimer-Erkrankung entwikkelt. Beide Firmen werden in absehbarer Zukunft neue Beschäftigte einstellen. Marion Jäkle (Wirtschaftsministerium), Carmen Schulz (FIZ)/Foto: FIZ

Katalysator des Wachstums: Wirtschaftsminister Rhiel (2.v.re.) im FIZ

Kreativität und Wertschöpfung Neues vom Campus Riedberg Der Campus Riedberg ist um eine spektakuläre Neuerwerbung reicher, ein weiteres Objekt sieht seiner Fertigstellung entgegen. Im Herbst hat der Hessische Ministerpräsident Roland Koch das interdisziplinäre Forschungszentrum FIAS eingeweiht, kurz darauf legte er den Grundstein zur Erweiterung des Frankfurter Innovationszentrums Biotechnologie FIZ. Am „Frankfurt Institute for Advanced Studies“ (FIAS) sollen theoretische Naturwissenschaftler verschiedener Disziplinen gemeinsam komplexe Systeme erforschen. Die Einrichtung wird aus Stiftungsgeldern finanziert, was Koch als „beispielhafte Partnerschaft von Staat und Sponsoren“ lobte.

Kitt des Technologietransfers: Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, der Hessische Ministerpräsident Roland Koch und Hans-Joachim Tonnellier von der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (Mitte) legten gemeinsam den Grundstein für die Erweiterung des Frankfurter Innovationszentrums Biotechnologie. Fotos: FIZ

Bei der Grundsteinlegung zum FIZ-Ausbau wurde der Ministerpräsident, der auch dem Aufsichtsrat des Inkubators vorsitzt, von der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth und Hans-Joachim Tonnellier unterstützt, dem Präsidenten der Frankfurter Industrie- und Handelskammer. „Hier kann es gelingen, dass Kreativität mit Wertschöpfung zusammenkommt“, sagte Ministerpräsident Koch mit Blick auf die neue „Science City Frankfurt-Riedberg“, die um den Campus aus FIZ und Uni-Instituten herum derzeit entsteht.

Der Ausbau vergrößert die Fläche des FIZ um mehr als das Doppelte, um die große Nachfrage befriedigen zu können, wie Geschäftsführer Christian Garbe während des Festaktes erläuterte. Die Fertigstellung des neuen Gebäudeteils ist für Ende 2008 geplant, die Kosten belaufen sich auf 25 Millionen Euro. Der Ministerpräsident zeigte sich überzeugt, dass der Abschluss des zweiten Bauabschnittes noch nicht das Ende der Ansiedlung von Biotech-Firmen bedeuten werde. Olaf Kaltenborn (Uni Frankfurt)/FIZ/ha Hessen-Biotech NEWS 4/2007

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Medizin und Wirtschaft Koch startet Clustermanagement Das Clustermanagement für die mittelhessische Medizinwirtschaft hat seine Arbeit aufgenommen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch übergab den Förderbescheid für das Projekt an die regionale Transfereinrichtung TransMIT, bei der das Kooperationsnetzwerk angesiedelt ist. „Die Medizinwirtschaft als Zukunftsbranche ist eine der größten Chancen für diese Region“, sagte Koch während der öffentlichen Präsentation des Clustermanagements, die bei der Firma Weiss-Klimatechnik in Reiskirchen stattfand. Unter dem Namen timm - Technologie und Innovation Medizinregion Mittelhessen sollen Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen initiiert und begleitet werden.

Ministerpräsident Roland Koch übergab den Förderbescheid für das Mittelhessische Clustermanagement an Christian Schulze von der mittelhessischen Transfereinrichtung TransMIT. Foto: timm

nagement möchte die Potenziale von Wissenschaft und Wirtschaft zusammenführen, erfolgreich vermarkten und so für die Region Mittelhessen nutzbar machen. Forschungsergebnisse sollen schnell in kommerziell verwertbare Anwendungen münden, indem Innovationen an den Hochschulen und in den Unternehmen bis zum marktfähigen Produkt begleitet werden. Die Leitung des Kooperationsnetzwerks liegt seit vergangenem Oktober bei Andreas Weißflog, der die mittelhessische Medizinwirtschaft aus eigener beruflicher Praxis bestens kennt. Der promovierte Biologe erhält Unterstützung von einer Projektmitarbeiterin, demnächst wird den beiden außerdem eine weitere Kollegin zur Seite gestellt. Für die ersten drei Jahre ist timm mit 700.000 Euro ausgestattet. Davon übernimmt das Land Hessen 70 Prozent. Der Rest der Mittel kommt von Partnern aus der Region: Es sind dies die Rhön-Klinikum AG, die Städte Gießen und Marburg, die Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf, die zur Schunk-Gruppe gehörend Weiss Klimatechnik, sowie die Wirtschaftsförderung Wetterau. „In der Bündelung der Kräfte liegt die beste Möglichkeit, die Leistungsstärke des Landes zu fördern“, beurteilte der Ministerpräsident die gemeinsame Initiative des Landes und des Regionalmanagements für Mittelhessen.

Investition in Kompetenz Die Einrichtung des Clustermanagements wird durch weitere Maßnahmen flankiert: So entsteht ein Regionalfonds mit Schwerpunkt Medizinwirtschaft, der mit 10 Millionen Euro ausgestattet ist und Beteiligungskapital für kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung stellt. An der Fachhochschule Gießen-Friedberg soll 2009 als bauliche Schnittstelle ein „Kompetenzzentrum Medizintechnik“ eröffnet werden – Investitionsvolumen: 6,7 Millionen Euro.

Potenzial nutzen Den Anstoß für timm gab eine Standortstudie im Auftrag des Regionalmanagements für Mittelhessen, die der Medizinwirtschaft im Regierungsbezirk Gießen eine hohe ökonomische Leistungsfähigkeit und ein großes wissenschaftliches und wirtschaftliches Potenzial attestierte. Trotzdem ist Mittelhessen als Medizinregion kaum bekannt. Know-how und Infrastruktur der wissenschaftlichen Forschung wurden bislang nicht ausreichend für die wirtschaftliche Entwicklung genutzt. Das soll sich mit timm ändern. Das Clusterma-

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„Die Wettbewerbsfähigkeit der Region wird durch die weitere Verbesserung des Technologietransfers gestärkt“, zeigte sich Regierungspräsident Wilfried Schmied überzeugt, der dem Regionalmanagement MitteHessen vorsitzt. „Mittelhessen soll als wichtiger Medizinwirtschaft-Standort im nationalen und internationalen Vergleich weithin wahrgenommen werden“, sagte Schmied anlässlich des Starts von timm über die langfristigen Ziele der neuen Initiative: “Wir wollen Potenzial schaffen für die Ansiedlung und Gründung neuer Firmen.“timm www.timm-mittelhessen.de


Schnittstelle der Kompetenzen Hessen auf der Medica 2007 Auf dem Weltforum der Medizin überzeugte der Hessenstand auch in diesem Jahr durch eine exklusive Auswahl von erfolgreichen Unternehmen. Die Gemeinschaftspräsentation hob sich von der Masse der Angebote auf der Medica ab, indem er sich auf die Kernkompetenzen des Standortes konzentrierte. Ein Schwerpunkt der Präsentation lag auf der Diagnostik, die in der ärztlichen Praxis eine zunehmende Rolle spielt – Stichwort personalisierte Medizin. „Unser Bundesland hat auf diesem Gebiet überdurchschnittlich viel zu bieten, was Firmen wie Diasorin eindrucksvoll unter Beweis stellen“, erläuterte Projektleiter Detlef Terzenbach von der Hessen Agentur. Andere Mitaussteller zeigten, wie leistungsfähig der Standort an der Schnittstelle zwischen Medizintechnik, Pharma und Biotechnologie ist. Ein gutes Beispiel

bot die BAG Health Care: Ein traditionsreiches Familienunternehmen, das sowohl einzelne Fertigungsschritte für Kunden aus der pharmazeutischen Industrie übernimmt, als auch im Hygienemonitoring von Sterilisationsgeräten engagiert ist. Ein weiterer Publikumsmagnet in Düsseldorf war die Firma Battenberg, die Messroboter zur Funktionsprüfung ausstellte. Mit Zedira schließlich nahm ein ganz junges Biotech-Unternehmen teil, das beim diesjährigen Gründerwettbewerb Science4Life unter den Gwinnern war. Die Firma arbeitet an einer Therapie gegen Zöliakie, einer weit verbreiteten Darmerkrankung. Eine Umfrage unter den Ausstellern ergab, dass diese mit dem gemeinschaftlichen Messeauftritt überaus zufrieden waren: 100 Prozent der Firmen nannten die Betreuung durch die Hessen Agentur gut oder sogar sehr gut. ha

Infusion für Nordhessen B.Braun AG erweitert Produktionsbetrieb Der Medizintechnikkonzern B. Braun AG baut seine Fabrik für Infusionsgeräte aus. Um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, soll die Fertigung in Melsungen bis zum Jahr 2011 auf das Doppelte wachsen. Die Firma investiert insgesamt 74 Millionen Euro in Baumaßnahmen und Ausstattung. Für die B. Braun AG sei die Erweiterung „ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur weltweiten Marktund Kostenführerschaft im Bereich der Infusionstherapie", sagte anlässlich des symbolischen ersten Spatenstichs der Vorstand der Sparte Hospital Care, Meinrad Lugan. Einen Grund für die starke Nachfrage nach Infusionsgeräten sieht das Unternehmen in Produktverbesserungen, welche die Patienten- und Anwendersicherheit erhöhen.

technologie DIVA sollen im Jahr 2011 200 Millionen Infusionsgeräte hergestellt werden, gegenüber 107 Millionen Einheiten in 2007. Der Erweiterungsbau ist Teil eines internationalen Investitionsprogramms des Konzerns in Höhe von 1,4 Milliarden Euro, in dessen Rahmen auch der Standort Melsungen weiter wachsen wird: Bereits im Mai wurde mit der Erweiterung des europäischen Warenverteilzentrums begonnen. Außerdem ist der Neubau eines Zentrallabors sowie einer Medizintechnik-Produktion geplant. B. Braun www.bbraun.de

Nicht von Pappe ist die Investition, die B. Braun für die Firmensparte Hospital Care in Melsungen tätigt. Spartenvorstand Meinrad Lugan (li.) und Werkleiter Dieter Fröhlich mit dem Modell der neuen Produktionsstätte. Foto: B. Braun AG

Verdoppelung dank DIVA "Der Fertigungsbetrieb wird für die Dauer des Umbaus fortgeführt, so dass keine Kapazitätsverluste entstehen", betonte Werkleiter Hans-Dieter Fröhlich. Die modernisierte Fertigung soll sich durch effizientere Produktionsprozesse auszeichnen. Eine neue Generation von Montagemaschinen ermöglicht eine deutliche Kapazitätssteigerung. Mit der bei B. Braun entwickelten MontageHessen-Biotech NEWS 3/2007

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Gute Noten für deutsche Epigenomik Genius legt Bestandsaufnahme vor

Eine Frage der Verpackung: Die verschiedenen Fellfarben in einem Mäusewurf beruhen auf unterschiedlich methylierter DNA. Foto: Genius

Die deutsche Grundlagenforschung zur Epigenomik hat im internationalen Vergleich ein hohes Niveau, wie sich aus einer aktuellen Studie der Darmstädter Agentur Genius ergibt. Ehe epigenetisch wirkende Medikamente auf breiter Basis zum Einsatz kommen, bedarf es jedoch noch intensiver präklinischer und klinischer Studien. Die Epigenomik untersucht, welchen Einfluss die Verpackung der Erbsubstanz DNA darauf hat, ob Gene an- oder abgeschaltet werden, wobei die DNASequenz unverändert bleibt. Störungen dieser Regulationsvorgänge werden mit der Entstehung von Krebs, Diabetes, Schizophrenie oder Rheuma in Verbindung gebracht. Die Bestandsaufnahme, die auf Hintergrundrecherchen und Umfragen beruht, wurde vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Großes Marktpotenzial In Deutschland vereint die Epigenomik über 100 Forschergruppen aus Genetik, Zellbiologie, Medizin und Bioinformatik. Wie die Untersuchung ergab, beschäf-

tigt sich die Mehrzahl davon mit Krebserkrankungen. Erfolgsmeldungen bei der Behandlung von Leukämien sind vielversprechend. Für Medikamente auf epigenetischer Grundlage gibt es in Deutschland einen potenziellen Markt von jährlich mehreren hundert Millionen Euro, schätzen Experten. Mittlerweile machen sich erste Biotech-Firmen daran, Erkenntnisse der Epigenomik wirtschaftlich umzusetzen. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Schlüsseltechnologien zur Epigenomanalyse. Andere Unternehmen sind auf der Suche nach Wirkstoffen zur Behandlung von Krebs und entzündlichen Krankheiten, darunter die Frankfurter TopoTarget GmbH, die bereits über einen Kandidaten in der klinischen Entwicklung verfügt. Susanne Kuhlendahl (Genius)/ha Der Genius-Report „Innovationspotenziale der Epigenomik in der Medizin: Klärung molekularer Ursachen, Diagnoseverfahren und neue Therapien“ ist erhältlich unter www.genius.de/pdfs/Innovationspotenziale_ Epigenomik.pdf

Drei Säulen 4 Life Aufruf zum Science4Life Venture Cup Der Gründerwettbewerb Science4Life ist in seine zehnte Runde gestartet. Bis zum 25. Januar besteht noch Gelegenheit, Geschäftsideen aus Life Sciences und Chemie einzureichen. Den Gewinnern winken Geldpreise in Höhe von insgesamt 75.000 Euro. Der Science4Life Venture Cup ist das Sprungbrett für Gründerpersönlichkeiten. Träger des Businessplan-Wettbewerbs sind das Land Hessen und der Pharmakonzern Sanofi-Aventis. Eine Teilnahme lohnt nicht nur wegen der Geldpreise, sondern auch um wertvoller Kontakte willen. „Die Erfolgsbasis eines Unternehmens besteht aus drei Komponenten - einer guten Geschäftsidee, einem zukunftsfähigen Marktsegment und dem zielgerichteten Unternehmergeist eines ambitionierten Managementteams“, betonen die Macher des Wettbewerbs in ihrem Aufruf zur Teilnahme. „Ein guter Businessplan verbindet diese drei Säulen zu einer tragfähigen Plattform für das zukünftige unterneh-

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merische Handeln.“ Der Science4Life Venture Cup leistet Jahr für Jahr einen nachhaltigen Beitrag dazu, dass Businesspläne aufstrebender Start up-Unternehmen ebenso überzeugen, wie deren Präsentation vor potenziellen Kunden und Investoren. In der ersten Phase sind die Teilnehmer aufgefordert, ihr Geschäftskonzept einzureichen. Die Frist hierfür läuft bis zum 25. Januar 2008. Die besten zehn Konzepte werden am 13. März 2008 in Berlin mit je 1000 Euro ausgezeichnet. Der Einsendeschluss für die Abgabe eines vollständigen Businessplans ist am 25. April 2008. Die eingereichten Geschäftsideen werden jeweils von kompetenten und erfahrenen Gutachtern geprüft und bewertet, die darüber hinaus entscheidende Impulse zur Verbesserung des Geschäftsmodells liefern und durch ein entsprechendes Feedback auf jeden Fall zum Erfolg beitragen können. S4L Nähere Informationen unter www.science4life.de


Perfekte Welle IonGate gewinnt international an Fahrt Seit der Gründung der IonGate Biosciences GmbH im Jahr 2000 ging es bei den Frankfurtern stetig bergauf. Neben einer zündenden Idee waren dafür attraktive Projekte für namhafte Kunden, technisch versiertes Personal sowie engagierte Investoren verantwortlich. Inzwischen erzielt das Unternehmen mit seiner einzigartigen SURFE2R Technologie zur Untersuchung von Transportproteinen auch international hohe Aufmerksamkeit.

IonGate ist als Ort im Land der Ideen ausgezeichnet worden.

IonGate wurde vor sieben Jahren von Thiemo Gropp, einem der heutigen Geschäftsführer, mit Unterstützung der Professoren Klaus Fendler und Ernst Bamberg vom Frankfurter Max-Planck-Institut für Biophysik gegründet. Dem Umfeld RheinMain blieb das Unternehmen mit dem Einzug in den Industriepark Höchst von Anfang an treu - für ein junges Unternehmen ist die Einbindung in ein funktionierendes Netzwerk und die Nähe zu herausragenden Partnern der Pharmaindustrie wie Sanofi-Aventis wichtig. IonGate kann inzwischen auf erfolgreiche Kooperationen mit mehr als 20 Unternehmen zurückblicken.

Der internationale Erfolg von IonGate freut die Geschäftsführer Thiemo Gropp (li.) und Wolfgang Lerch.

Vom Dienstleister zum Produktanbieter Heute ist IonGate längst nicht nur mehr ein forschendes Biotech-Unternehmen, sondern bietet Hochleistungsgeräte an. Mit der SURFE2R Workstation ist bereits die zweite Produktgeneration am Markt. Dass der Wandel vom reinen Dienstleister zum Produktanbieter reibungslos funktionierte, ist dabei auch aktiven Investoren geschuldet. Mit dem Hauptgesellschafter Heidelberg Innovation und der Kreditanstalt für Wiederaufbau fand IonGate loyale Geldgeber, die stets zum Unternehmen standen. Sie investierten inzwischen mehr als neun Millionen Euro. Heute zählt IonGate über 30 Mitarbeiter und hat ein Standbein in den USA, dem weltweit größten Pharmamarkt. Dies ist auch ein Grund, aus dem Wolfgang Lerch, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, auf die internationalen Biotech-Messen jenseits des Atlantiks setzt. Das Resultat: Die ersten Produktverkäufe in Nordamerika. Holger Bengs www.iongate.de

Durch die Welt der Proteine surfen Die Technologie von IonGate Das technische Alleinstellungsmerkmal von IonGate ist die Surface Electrogenic Event Reader Technologie (SURFE2R), mit der sich Transportproteine untersuchen lassen. Transporter stellen als Zellmembran-Proteine die kleinsten molekularen Einheiten physiologischer Vorgänge dar und regeln etwa den Austausch von Natrium- oder Kalzium-Ionen und Stoffen wie Zukker oder Aminosäuren. Ist in einem Organismus ein solcher Stoffwechselpfad gestört, ist häufig ein Transporter dafür ursächlich verantwortlich. Hierauf begründet sich das pharmakologische Interesse, potenzielle Wirkstoffe daraufhin zu untersuchen, ob sie beim Vorliegen eines bestimmten Krankheitsbildes die in Frage kommenden Transporter positiv beeinflussen können. Die SURFE2R Technologie erlaubt die direkte funktionelle Untersuchung von Transportproteinen, liefert bessere Daten als Messungen mit Fluoreszenzfarbstoffen und ist einfacher als radioaktive Methoden. Mit SURFE2R One konnten bereits Einzelsensoren zur Transportermessung herangezogen werden. Die SURFE2R Workstation kann nun im Format von standardisierten Mikrotiterplatten bis zu 300 potenzielle Wirkstoffe pro Arbeitstag auf ihre Wirkung an einem bestimmten Transporter testen. Dabei ähnelt der Aufbau des Gerätes einem konventionellen Pipettierroboter. HB

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Die SURFE2R Workstation

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„Auftrieb für die Biomedizin“ Werner Seeger über die Zukunft der Gesundheitsforschung Der Gesundheitsforschungsrat beim Bundesforschungsministerium (BMBF) hat eine Wegweisung für die Biomedizin vorgelegt: Die „Roadmap Gesundheitsforschung“ identifiziert wichtige wissenschaftliche Themen für sechs große Krankheitsgebiete, von Herz- und Lungenerkrankungen über Infektionen bis zu Krebs. Außerdem sind Querschnittsthemen aufgeführt, die übergreifende Bedeutung haben – hierzu zählen zum Beispiel regenerative Therapieansätze und Biomarker, die eine frühzeitige Diagnostik ermöglichen. Die „Roadmap“ benennt Gebiete, in denen Deutschland durch gezielte Förderung eine weltweit herausragende Stellung einnehmen kann. Die Empfehlung wurde unter Beteiligung Hunderter von Fachleuten erstellt. Der Gießener Medizinprofessor Werner Seeger gehörte der vierköpfigen Kerngruppe an, die den aufwendigen Prozess leitete. Herr Professor Seeger, warum haben Sie sich für die „Roadmap Gesundheitsforschung“engagiert? Werner Seeger: Bisher hat das BMBF relativ autonom festgelegt, welche Forschungsaktivitäten in Form von Förderprogrammen schwerpunktmäßig gefördert werden. Wenn jetzt erstmals der Prozess dieser Schwerpunktsetzung sozusagen „bottomup“, von unten nach oben erfolgt, dann ist das eine große Chance für die Wissenschaft, aber auch eine große Verantwortung.

„Die Stärke der Grundlagenforschung ganz praktisch mit Krankheitsprozessen in Verbindung zu bringen – das ist die Herausforderung.“

Es ist nicht so einfach, aus einem gewaltigen Wissensgebiet der Grundlagenforschung die relevanten Aspekte herauszufinden, die sich in neue therapeutische Konzepte umsetzen lassen. Zielmoleküle zu identifizieren, über deren Modulation sich Krankheitsprozesse beeinflussen lassen, stellt eine große Herausforderung dar. In unserem Lungenzentrum in Gießen hatten wir das Glück, dass bereits zwei neue Therapiekonzepte aus der Grundlagenforschung bis zur weltweiten Zulassung entwickelt werden konnten. Bei zwei weiteren ist die Zulassung in nächster Zeit absehbar. Das ist schon eine extrem befriedigende Konstellation, die sich nicht für viele Forscher in der Biomedizin ergibt - das zeigt aber auch, dass translationale Forschung erreicht werden kann, und diesen Anspruch muss man aufrechterhalten. Wo gibt es derzeit Schwächen in der deutschen Biomedizin? Ein allgemeiner Aspekt ist, dass in Deutschland im Bereich der klinischen Forschung die notwendigen Strukturen unterentwickelt sind, um patientenseitige Studien auf Top-Niveau durchzuführen - also ausgedehnte klinische Studien zur Erprobung neuer Diagnostik- und Therapiekonzepte. Zur Unterstützung der klinischen Forschung haben das BMBF und die Deutsche Forschungsgemeinschaft aber bereits zahlreiche Programme ausgeschrieben, zum Beispiel zur direkten Förderung klinischer Studien und für den Aufbau entsprechender Koordinationszentren. Nicht zuletzt dadurch hat Deutschland auf diesem Sektor in den letzten Jahren aufgeholt.

Welche Zielsetzung verfolgt der Bericht?

Und wo liegen die Stärken?

Die Roadmap hat den Anspruch, allgemein zukunftsrelevante Themen für die biomedizinische Forschung zu identifizieren, insbesondere im Hinblick auf den Standort Deutschland. Für die Auswahl spielten wissenschaftliche Visionen ebenso eine Rolle, wie der Stand der Expertise auf dem jeweiligen Gebiet in Deutschland, sowie die Chancen hinsichtlich klinischer Nutzung und kommerzieller Verwertung.

Es hat in Deutschland schon immer eine sehr starke Grundlagenforschung gegeben, die in der Lage ist, ganz neue Themen aufzugreifen. Diese Stärke der Grundlagenforschung dann auch mit der ganz praktisch-pragmatischen Ausrichtung in der Biomedizin in Verbindung zu bringen, die sich auf Krankheitsprozesse bezieht - das ist die Herausforderung. Wie sollen die Empfehlungen umgesetzt werden?

Lässt sich überhaupt planen, wo biomedizinische Fortschritte zu erwarten sind, etwa mit der Entdeckung neuer therapeutischer Zielstrukturen?

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Es war ja bewusst nicht Ziel dieser Roadmap, eine detaillierte Liste von konkreten Förderprogram-


Zur Person

Professor Dr. Werner Seeger ist einer der international führenden Lungenspezialisten. Seit 1996 leitet er die Abteilung für Innere Medizin II an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit 2000 das „University Giessen Lung Center“ (UGLC). Er ist Autor und Ko-Autor von über 500 wissenschaftlichen Publikationen in namhaften Fachzeitschriften sowie Herausgeber mehrerer Lehrbücher. Der Mediziner engagiert sich in einer Reihe wichtiger Forschungsverbünde. Unter anderem koordiniert er den Exzellenzcluster „Kardiopulmonales System“, der seit 2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wird.

men zu erstellen, die einfach eins zu eins umgesetzt wird. Es liegt aber jetzt eine Ausgangsmatrix vor, auf Basis derer das BMBF eine Konkretisierung der zukünftigen Fördermaßnahmen vornehmen kann. Es gibt ja schon laufende Ausschreibungen, die gedanklich viele Aspekte der Empfehlungen aufgegriffen haben, zum Beispiel zur chronisch obstruktiven Bronchitis COPD. Wie beurteilen Sie den Standort Gießen? In Gießen haben sich ja in den vergangenen zweieinhalb Jahren fundamentale Änderungen ergeben. Zum einen haben wir mit der Zusammenführung und Privatisierung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg einen ganz erheblichen Schritt nach vorne geschafft. Auf der anderen Seite war gerade der Standort Gießen bei der Exzellenzinitiative erfolgreich, gemeinsam mit der Universität Frankfurt und dem Max-Planck-Institut in Bad Nauheim. Der Exzellenzcluster Kardiopulmonales System nimmt auf seinem Gebiet weltweit – so die internationalen Gutachter – eine Spitzenposition ein. Es werden ein neues biomedizinisches Forschungszentrum sowie ein neues Forschungsgebäude für den Exzellenzcluster gebaut, somit werden die strukturellen Voraussetzungen für die biomedizinische Forschung in Gießen erheblich verbessert.

Im Zentrum der Forschung des UGLC stehen akute und chronische Erkrankungen der Lunge. Internationale Aufmerksamkeit erfuhren insbesondere Untersuchungen zum Krankheitsbild des Lungenhochdrucks, der durch verengte Lungengefäße zustande kommt. Zwei neue Therapien gegen diese Erkrankung erlangten bereits die weltweite Zulassung. Ein langfristiges Ziel des UGLC besteht darin, regenerative Behandlungskonzepte zu entwikkeln: Im Fokus steht hierbei nicht nur die Funktionsverbesserung der Lunge, sondern die Wiederherstellung gesunder Lungengewebestruktur. Um die dafür notwendigen Werkzeuge zu etablieren, sollen die entwicklungsbiologischen Programme der embryonalen und frühkindlichen Lungenreifung entschlüsselt werden. JS

„Der hessische Exzellenzcluster ist die weltweit führende Forschungseinrichtung zum Kardiopulmonalen System.“ Und wie ist es um die biomedizinische Forschung in Hessen bestellt? Das ist nicht global zu beantworten. Es gibt sowohl internationale Spitzenbereiche, die ja zum Beispiel im Rahmen des Exzellenzprogrammes erkennbar wurden, wie auch Forschungsgebiete mit erheblichem Nachholbedarf. Ich glaube, dass jetzt Mittel in die Hand genommen worden sind, um der biomedizinischen Forschung in Hessen wesentlichen Auftrieb zu verleihen - zum Beispiel mit dem LOEWE-Programm zur Forschungsförderung und mit dem Heureka-Programm zur Verbesserung der Gebäudeausstattung. Insofern kann man nur hoffen, dass es Hessen gelingt, im Wettlauf der Wissenschaftsregionen eine noch bessere Position zu erwerben, weil dieses – so zeigen alle internationalen Statistiken – auch unmittelbar für die Wirtschaftsentwicklung Bedeutung hat . Die Fragen stellte Johannes Scholten Eine Kurzfassung des Expertenberichts findet sich auf der Homepage des BMBF unter www.bmbf.de/de/10953.php

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Wettbewerb um den Patienten Das PharmaForum 2007 Die Konkurrenz guter Ideen prägte das diesjährige PharmaForum in Mainz – sowohl bei den Firmenpräsentationen, als auch während der abendlichen Podiumsdiskussion, die sich dem Thema Wettbewerb im Gesundheitswesen widmete. Mehr als 200 Gäste nutzten die Anwesenheit von politischer Prominenz und Unternehmensführern, um Kontakte zu knüpfen und über Wirtschaftspolitik zu diskutieren. „Das Gesundheitswesen muss stärker unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit betrachtet werden“, fasste der Hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel das Thema des Konferenztages zusammen. Wie in den Vorjahren bestand die gemeinsame Veranstaltung der Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland mit dem Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) aus Vorträgen, begleitender Firmenausstellung und einer Diskussionsrunde.

Beispiel einer Neugründung war die Darmstädter Zedira GmbH vertreten. Geschäftsführer Martin Hils berichtete über einen neuen Ansatz, um erstmals ein Medikament gegen die Darmerkrankung Zöliakie auf den Markt zu bringen. In der anschließenden Diskussion tauchte die Frage nach der Erstattungsfähigkeit eines solchen Produkts auf. Hils wies darauf hin, dass neben einer Kostenübernahme durch die Krankenkassen auch der direkte Verkauf das Präparats an die Patienten in Betracht komme – das habe eine Befragung von Betroffenen ergeben.

Plädoyer für mehr Markt „Gesundheit ist auch ein Wirtschaftsfaktor“: Andreas Barner und Hendrik Hering pflichteten dem Hessischen Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel bei (v.l.n.r.).

Faktoren der Wirkstoff-Forschung Zunächst stellten Wissenschafter und Unternehmer ihre Konzepte und Strategien vor. Den Anfang machte Werner Kramer, der Geschäftsführer des Pharmakonzerns Sanofi-Aventis Deutschland. Er sprach über Therapieoptionen für das Metabolische Syndrom, das einer Diabetes-Erkrankung vorausgeht, meist verbunden mit Fettleibigkeit. Kramer beschrieb die hohen Anforderungen, die das multifaktorielle Geschehen für die Suche nach Wirkstoffen mit sich bringt: „Man kann sich nicht auf bestimmte Proteinklassen beschränken.“ Eine Reihe von Referenten loteten Kooperationsmöglichkeiten aus, so etwa Andreas Weith vom Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim. Der Leiter der „Functional Genomics“–Abteilung sah in der Pharmakogenetik zahlreiche Aufgaben, „die wir selbst nicht erfüllen können“, zum Beispiel die Entwicklung von Medikamenten-begleitenden Diagnostika oder von Software für große Datenmengen. Als

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Der gesundheitspolitische Teil der Konferenz begann mit zugespitzten Thesen von Franz Heistermann, Direktor des Bundeskartellamts. Er kritisierte die starke Regulierung im Gesundheitswesen, wo „die soziale Markwirtschaft nicht als grundlegendes Ordnungsprinzip anerkannt wird.“ Der Referent forderte, auch in dieser Branche dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen Geltung zu verschaffen. Seine Gesprächspartner bei der anschließenden Podiumsdiskussion pflichteten ihm bei, dass die Wirtschaftspolitik mehr Verantwortung für das Gesundheitswesen übernehmen müsse. So verwies der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering auf die anstehende Fachministerkonferenz, bei der auf Initiative Hessens über das Thema gesprochen werde. „Durch Gewinnstreben das Allgemeinwohl zu fördern, ist kein Widerspruch“, bekräftigte Herings hessischer Ressortkollege Rhiel. Er bezeichnete es als „Grundfrage einer freiheitlichen Gesellschaft, welche Leistungen kollektiv erbracht werden, und welche in individueller Verantwortung.“ VFA-Vorsitzender Andreas Barner schließlich vertrat die These, die Patienten seien autonomer als bisher angenommen – „wenn wir ihnen mehr Beteiligungsmöglichkeiten geben, übernehmen sie auch mehr Selbstverantwortung.“ Johannes Scholten


Aktuelle Ausschreibungen Alternativen zu embryonalen Stammzellen

Die nächste Generation von Gerinnungsforschern

Das Bundesforschungsministerium beabsichtigt, die Gewinnung menschlicher Stammzellen mit hohem Differenzierungspotenzial zu unterstützen, um Ausgangsmaterial für die Entwicklung neuer regenerativer Therapien verfügbar zu machen. Die Verfahren müssen die Verwendung und die Klonierung von menschlichen Embryonen im Sinne des Embryonenschutzgesetzes vermeiden. Dies ist grundsätzlich denkbar über die Nutzung von natürlich vorkommenden multi- oder pluripotenten Zellen und die Dedifferenzierung oder Reprogrammierung von menschlichen Zellen.

Der Marburger Plasmaprodukte-Hersteller CSL Behring vergibt fünf Jahresstipendien, um neue Projekte auf dem Gebiet der Gerinnungsforschung voranzubringen. Mit der Start-up-Förderung des Professor Heimburger Awards unterstützt das Unternehmen präklinische und klinische Projekte von jungen medizinischen Forschern. Sie erhalten Zuwendungen in Höhe von je 20.000 Euro.

Gefördert werden Einzelvorhaben oder Forschungsverbünde mit bis zu fünf Partnern. Antragsberechtigt sind Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Wirtschaftsunternehmen. Vorhabenbeschreibungen können bis zum 15. Januar 2008 beim Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eingereicht werden: DLR - Gesundheitsforschung – Heinrich-Konen-Straße 1, 53227 Bonn Telefon: 02 28 / 38 21 - 2 10 (Sekretariat), Fax: 02 28 / 38 21 - 2 57 Internet: www.pt-dlr.de

Wettbewerb in weiß Innovationspreis von Evonik Der Mischkonzern Evonik schreibt den European Science-to-Business Award aus. Für das Jahr 2008 ist der Wettbewerb der weißen Biotechnologie gewidmet. Eingereicht werden können Arbeiten, die in den vergangenen zwei Jahren an einer europäischen Forschungseinrichtung angefertigt worden sind und ein eindeutiges ökonomisches Potenzial aufweisen. Die Beiträge sollen Bedeutung für die Wertschöpfungskette in der industriellen Biotechnologie haben. Zu gewinnen ist ein Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro, außerdem die Teilnahme an einem Management-Programm an der St. Gallener Universität. Die Teilnahmefrist endet am 31. März 2008. Informationen stehen unter www.evonik.com/award zum Download zu Verfügung.

Die Stipendien sind nach Norbert Heimburger benannt, einem Pionier der modernen Gerinnungstherapie, der Mitarbeiter von CSL Behring war. Bewerbungsschluss ist der 1. Februar 2008. Weitere Informationen unter www.cslbehring.com/ProfHeimburgerAward

Schavan stellt Förderlinie für Aufreinigungsverfahren vor Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat ein neues Element der Pharma-Initiative der Bundesregierung vorgestellt: Mit bis zu zehn Millionen Euro fördert ihr Ministerium in den kommenden drei Jahren die Entwicklung neuer Aufreinigungstechniken für biotechnologische Produkte. Die Effizienz biotechnologischer Produktionsverfahren konnte in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden. Um hohe Qualitätsstandards sicherzustellen, ist die Reinigung der Produkte von entscheidender Bedeutung. Da die Aufreinigung einen erheblichen Kostenfaktor für biopharmazeutische Arzneimittel darstellt, kommen neue und preiswertere Technologien letztlich auch den Patienten zugute. Förderanträge nimmt der Projektträger Jülich entgegen. Projektskizzen werden bis zum 15. Januar 2008 erbeten. Projektträger Jülich Forschungszentrum Jülich, Geschäftsbereich Biologie 52425 Jülich Telefon: 0 24 61 / 61 - 44 60 Fax: 0 24 61 / 61 - 27 30 E-Mail: r.straub@fz-juelich.de www.fz-juelich.de/ptj

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Im Huckepack gegen Allergien Interdisziplinäre Forschung am Paul-Ehrlich-Institut Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen gehört zum Bundesministerium für Gesundheit und hat umfangreiche regulatorische Aufgaben bei der Genehmigung von Arzneimitteln. Doch auch die Forschung kommt am PEI nicht zu kurz: Von den 720 Mitarbeitern der Behörde sind etwa 15 Prozent in der Forschung aktiv – eine einmalige Situation für eine Zulassungsbehörde in Europa. Dahinter steht die Überzeugung, dass für eine optimale Umsetzung der regulatorischen Aufgaben auch genaue Kenntnisse der aktuellen Forschung nötig sind. Die Abteilungen Virologie und Allergologie arbeiten aktuell an einem weltweit einzigartigen Ansatz zur Behandlung von Allergien. Manchmal braucht es einfach einen glücklichen Zufall: „Unser gemeinsames Projekt hat sich daraus ergeben, dass wir im Paul-Ehrlich-Institut aufeinander getroffen sind“, sagt Professor Gerd Sutter, Leiter der Abteilung Virologie über die Zusammenarbeit mit der Abteilung Allergologie seines Kollegen Professor Stefan Vieths. Dies ist vor allem deshalb ein glücklicher Zufall, „weil diese zwei Felder der biomedizinischen Forschung normalerweise nicht so unmittelbar in einem Institut aufeinander treffen“, so Sutter. Vor drei Jahren merkten die Wissenschaftler, „dass es ein sehr attraktiver und völlig

neuer Weg ist, diese Forschungsrichtungen zu verbinden und so neue Therapeutika zu entwickeln“, fügt der Forscher hinzu.

Vielversprechender Ansatz Sutters Kollege Vieths und dessen Mitarbeiter sind vor allem daran interessiert, Allergien mit den auslösenden, allergenen Molekülen zu behandeln. „Wir legen dabei den Schwerpunkt auf Lebensmittelallergien, weil sie sich mit den bisherigen Methoden der Hyposensibilisierung nicht behandeln lassen“, beschreibt der Wissenschaftler den Fokus seiner Arbeit. „Dies liegt vor allem daran, dass es hier zu sehr schweren, unerwünschten Allergiereaktionen kommt. Deswegen sind wir auf intensiver Suche nach neuen therapeutischen Ansätzen.“ Einen solchen vielversprechenden Ansatz haben die beiden Wissenschaftler offenbar gefunden. Das Team von Professor Vieths stellt die Allergene, die häufig zu Allergien führen, im Labor gentechnisch her. Mit diesen Allergenen sollen in Zukunft familiär vorbelastete Kleinkinder behandelt werden, um einer späteren Erkrankung vorzubeugen. Es handelt sich um kleine Patienten, die ein hohes Risiko für Allergien tragen, beispielsweise gegen Milch, Pollen oder Milben. Doch auch bestehende Allergien sollen sich besser behandeln lassen, und hier kommt der Virologe Sutter und sein „Haustier“ ins Spiel, das „Modifizierte Vacciniavirus Ankara“, kurz MVA. Das MVA soll zum Vehikel werden, mit dem Allergene in menschliche Zellen gelangen.

Viren als Vehikel Viren sind infektiöse Partikel, die in Zellen des Wirtsorganismus’ eindringen und diese veranlassen, Virusproteine zu bilden. Mit Sutters abgeschwächtem und dadurch ungefährlichem Virus ist es möglich, quasi im Huckepack weitere Gene in menschliche Zellen einzuschleusen. Dazu werden die gewünschten DNA-Sequenzen zunächst in das Virus eingebaut, das dieses Erbmaterial anschliessend auf die Wirtszellen überträgt.

Allergiebehandlung mit dem Modifizierten Ankara-Virus MVA: Das Virusgenom enthält Gene für allergieauslösende Proteine, die künstlich eingebaut worden sind (Fremdgene). Das Virus dringt in die menschliche Zelle ein, wo seine Proteine gebildet werden, darunter auch das Allergen (rekombinante Proteinsynthese). Die allergieauslösenden Proteine werden auf der Zelloberfläche präsentiert, was zu einer Gewöhnung des Immunsystems führt. CVZ (Abbildung: M. Albrecht/PEI)

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Die Idee ist nun, über diesen Prozess eine Immunisierungsreaktion zu vermitteln, durch die eine Allergie vermieden oder nach ihrem Ausbruch zurü ckgedrängt wird. An Mäusen haben die PEI-Wissenschaftler bereits gezeigt, dass eine Allergie-Prä-


vention funktioniert. Dazu impften sie Mäuse zweimal mit Ankara-Viren, die das Gen für das Hühnereiweiß Ovalbumin enthielten. Im Anschluss wurde den Versuchstieren fünfmal Hühnereiweiß injiziert – normalerweise ein sicherer Weg in die Allergie. Aber die Mäuse reagierten nicht allergisch, im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe, die nicht mit dem Ovalbunin-Gen vorbehandelt worden waren. Derzeit prüfen die Forscher, ob der Therapieansatz auch dazu taugt, eine bereits bestehende Allergie wieder aufzuheben. Zudem erproben sie die Methode auch mit den Allergenen von Garnelen und Haselnuss – gefürchtete Auslöser von Lebensmittelallergien beim Menschen.

Heilen mit Helferzellen Das neue Behandlungskonzept verspricht gleich aus mehreren Gründen Erfolg: „Bei der Allergie handelt es sich ja um einen Irrtum des Immunsystems, der gekennzeichnet ist von einer überbordenden Antwort von Helferzellen des Typs TH2 gegen Antigene, die eigentlich harmlos sind“, erläutert Vieths. Bei der Hyposensibilisierung wird nun versucht, die schützende Reaktion eines anderen Zelltypus hervorzurufen, nämlich der TH1-Helferzellen, so dass der Prozess wieder in Richtung einer normalen Immunantwort geht. Das kann man sich wie das Zudecken der falschen Immunantwort vorstellen. Genau hier könnte ein großer Vorteil bei der Immunisierung mit dem Ankara-Virus liegen: „Das Ankara-Virus ist ein hoch interessanter Immunmodulator, denn es erzeugt eine starke T-Helfer-1-Zellantwort gegen die Antigene – also genau das, was man sich für eine erfolgreiche Hyposensibilisierung wünscht“, führt Virologe Sutter aus. Ein weiterer Vorzug: Das Virus ist bereits in vielen klinischen Prüfungen in der Infektionsmedizin eingesetzt worden, so dass umfangreiche Daten zur Sicherheit für den Einsatz beim Menschen vorliegen.

Die Zwei vom PEI: Gerd Sutter (links) und Stefan Viehts. Foto: CVZ

Oberfläche bestimmter Zellen präsentiert. „Dadurch werden die Allergene, um die es uns geht, vom Immunsystem anders wahrgenommen. Das macht das Risiko aus unserer Sicht sehr viel geringer, allergische Reaktionen zu erzeugen“, betont Vieths. Schließlich könnte die neue Methode noch einen vierten Vorteil bieten: Theoretisch besteht die Möglichkeit, bis zu 30 Allergene in das Virus einzubauen, so dass eine vielfache Hyposensibilisierung oder Allergieprävention erreicht wird. Dies muss allerdings zunächst einmal im Tiermodell geprüft werden. Vieths und Sutter haben das Virus im Bereich Allergie patentieren lassen; es gibt schon mehrere Anfragen von Pharmaunternehmen, die das Projekt gerne mit den beiden Wissenschaftlern weiterverfolgen möchten. Die gesamte Forschung läuft zusätzlich zur umfangreichen Tätigkeit bei der Prüfung humanmedizinisch relevanter Virusimpfstoffe und zum Thema Virussicherheit. In Zukunft dürften sich die Forschungsanstrengungen am Paul-Ehrlich-Institut weiter intensivieren. Ungewöhnliche Ansätze wie im Fall der Allergiebehandlung tragen sicher dazu bei, das von Gerd Sutter formulierte Ziel zu erreichen: „Wir streben an, den Anteil forschender Mitarbeiter zu erhöhen. Wir denken da an mindestens 20 Prozent“, sagt er und lächelt optimistisch. Corinna Volz-Zang

Zahlreiche Vorzüge Sicherheit ist auch das Stichwort für ein drittes Plus gegenüber der herkömmlichen Hyposensibilisierung, bei der das Allergen normalerweise von außen zugeführt wird. Weil es als freier, körperfremder Stoff in den Organismus kommt, können unberechenbare Reaktionen auftreten. Beim PEIVerfahren dagegen werden die Antigene im Zellinneren produziert und als Fragmente auf der

Prof. Dr. Stefan Vieths Abteilungsleiter Allergologie Telefon 0 61 03 / 77 24 00 Prof. Dr. Gerd Sutter Abteilungsleiter Virologie Telefon 0 61 03 / 77 21 40 http://www.pei.de

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Selektive Zerstörung Mit Viren gegen Krebs: blue-drugs GmbH, Frankfurt am Main Der Weg eines Therapeutikums vom Labor bis zum Patienten ist langwierig. Das Frankfurter Start upUnternehmen blue-drugs ist angetreten, um diesen Transfer voranzutreiben: Die junge Firma arbeitet mit Nachdruck an der klinischen Entwicklung eines modifizierten Grippevirus, das zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden soll. In zwei Jahren könnte ein erster Wirkstoff soweit sein, dass sich die Pharmaindustrie für eine Weiterentwikklung interessiert, schätzen die Gesellschafter Martin Michaelis und Professor Jindrich Cinatl. Lichtdurchflutet und einladend steht es da – das „Dr. Petra Joh-Haus“ der Stiftung für krebskranke Kinder in der Frankfurter Komturstraße. Seit es im Jahr 2005 in unmittelbarer Nähe zum Universitätsklinikum fertiggestellt wurde, wird hier über Krebsentstehung geforscht und nach neuen Behandlungsmethoden für betroffene Kinder gesucht. Einen wichtigen Platz nimmt das „Interdisziplinäre Laboratorium für Tumor- und Virusforschungen“ ein, aus dem blue-drugs hervorgegangen ist. Die Einrichtung entstand vor über 20 Jahren aus einer Kooperation der Kinderklinik für Hämatologie und Onkologie mit dem Institut für medizinische Virologie, beide beheimatet am Universitätsklinikum Frankfurt. Geleitet wird die Arbeitsgruppe von Professor Cinatl und seinem Stellvertreter Michaelis. Das Team hat bereits Erfolge zu verzeichnen, zum Beispiel beim Wirkstoff Valproinsäure, mit dem sich Hirntumore im Kindesalter behandeln lassen. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, die Valproinsäure bis hin zu klinischen Studien zu entwickeln.

„Schwieriger Transfer“ „Noch immer ist der Transfer von der Wissenschaft hinein in die Klinik und zum Patienten ein ungeheuer schwieriger Weg, vor allem innerhalb von Universitäten“, sagt blue-drugs-Geschäftsführer Michaelis. Diese Erkenntnis war für ihn und Cinatl der Auslöser, um Mitte des Jahres 2006 ihre gemeinsame Firma zu gründen. Die beiden haben nicht vor, den ungeheuer aufwendigen Prozess bis zur Marktzulassung selbst durchzuführen. Vielmehr wollen sie die Entwicklung nur soweit selbst betreiben, bis erste klinischen Studien die Wirksamkeit und Sicherheit von Wirkstoffen nachweisen, die dann von Pharmaunternehmen zur Zulassung gebracht werden können. So wollen Cinatl und Michaelis eine Lücke schließen, denn häufig hakt es genau an dieser Stelle.

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„An vielen Fronten aktiv“: Martin Michaelis von blue-drugs (Foto: CVZ)

Das erste Projekt, das sie mit ihrem Unternehmen verfolgen, ist die Behandlung von Krebserkrankungen mit einem modifizierten Grippevirus. „OncoFlu“, so der Name des Virus, wurde von dem Wiener Unternehmen Avir Greenhill Biotechnology genetisch verändert, damit man es für Impfungen einsetzen kann. Influenzaviren tragen ihre Erbinformation auf acht RNA-Segmenten, die für elf Proteine kodieren, darunter das „Nicht-Strukturprotein“ NS1. Es dient dazu, den natürlichen Abwehrmechanismus gesunder Zellen auszuschalten, so dass sich der Wirtsorganismus nicht gegen die Eindringlinge zur Wehr setzen kann. „Im OncoFluVirus ist genau dieses Gen entfernt, deswegen wird es als ΔNS1-Virus bezeichnet“, erklärt Michaelis. Das Virus ist sehr gut als Impfstoff geeignet, denn wegen des fehlenden Gens wird eine starke Immunreaktion ausgelöst.

Effekt mit unbekannter Ursache Michaelis und Cinatl arbeiten daran, das abgewandelte Virus anders einzusetzen - nämlich als gezielte Waffe gegen Krebs. Gesunde Zellen bekämpfen Viren über die Immunabwehr, indem sie das Hormon Interferon erzeugen. Für die meisten Krebszellen gilt dies nicht: „Zwischen 50 und 70 Prozent der Krebszellen verlieren im Verlauf der Erkrankung diese Interferonantwort. Warum dies so ist, ist bisher zwar nicht wirklich aufgeklärt, trotzdem können wir diesen Effekt nutzen“, sagt Michaelis. Aufgrund der fehlenden Abwehr werden die Viren in einer solchen Krebszelle – anders als in einer gesunden Zelle - nicht zerstört, sondern


können die Krebszelle töten. Das Virus kann also selektiv Krebszellen zerstören und hat gleichzeitig auch eine starke tumorspezifische immunstimulierende Wirkung – beides sehr nützlich bei der Krebsbehandlung. Um daraus tatsächlich ein Arzneimittel zu machen, müssen Wirksamkeit und Sicherheit zunächst im Tierversuch und dann für den Menschen nachgewiesen werden - das alleine reicht aber nicht aus. Zusätzlich muss gezeigt werden, dass sich die Methode in Kombination mit herkömmlichen Therapien einsetzen lässt. „Man wird keinem Krebspatienten eine etablierte Therapie vorenthalten, sondern man möchte eine ergänzende Therapie mit einer Wirkungsverstärkung“, erklärt Michaelis die Vorgehensweise. „Der wichtigste Aspekt auf dem Weg zur Zulassung ist, dass wir zeigen, in Kombination mit welchen relevanten Krebsmedikamenten wir das Virus einsetzen können.“

Erster Kandidat in der Prüfung Die erste Krebserkrankung, für die dieser Weg beschritten werden soll, ist das Melanom, der schwarze Hautkrebs. „Es ist bereits gezeigt worden, dass Melanom-Tumore relativ gut auf Immuntherapien ansprechen, daher ist das Melanom ein guter Kandidat für eine solche Therapie“, erklärt der Geschäftsführer die Entscheidung. „Wir werden natürlich parallel auch andere Krebsarten untersu-

chen“, ergänzt er; doch jetzt gehe es darum, möglichst zügig für eine Krebszellart die toxikologischen Prüfungen zu machen. Wenn diese erfolgreich waren, soll in Phase I-Studien, also in ersten Studien beim Menschen gezeigt werden, dass die Therapie wirksam und sicher ist. „Die abgeschlossene Phase I-Studie könnte schon der Punkt sein, an dem wir verkaufen“, erläutert Michaelis. Aufgrund der Vordaten gehen die Gesellschafter davon aus, dass dieses Ziel bereits in zwei Jahren erreicht werden könnte. Den finanziellen Aufwand schätzen sie auf zwei Millionen Euro. Dass es nicht mehr ist, hat im wesentlichen zwei Gründe: Im Moment stehen noch die Räume von der Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder zur Verfügung, und es gibt bisher nur eine angestellte Wissenschaftlerin. Um das hochgesteckte Ziel zu erreichen, benötigt die Firma jedoch noch Geldgeber. „Wir werden derzeit noch nicht so arg gefördert“, verrät Michaelis – „aber wir sind an verschiedenen Fronten aktiv.“ Corinna Volz-Zang blue-drugs GmbH Geschäftsführung: PD Dr. Dr. Martin Michaelis Komturstr. 3a 60528 Frankfurt am Main Telefon: 0 69 / 67 86 65 - 72 Fax: 0 69 / 67 86 65 - 91 72 eMail:martin.michaelis@blue-drugs.com www.blue-drugs.com

Selektive Zerstörung von Krebszellen durch das ΔNS1-Virus A) Ein Influenzavirus (blaues Sechseck) infiziert eine Körperzelle. Die Zelle bildet Interferon (IFN). Das Influenza NS1-Protein blockiert die Interferonwirkung, es kommt zur Virusvermehrung und zur Zerstörung der Zelle. B) Ein ΔNS1-Influenzavirus (ein Influenzavirus ohne NS1-Gen) infiziert eine Körperzelle. Da kein NS1-Protein vorhanden ist, wird die Virusvermehrung gestoppt. C) Ein ΔNS1-Influenzavirus infiziert eine Krebszelle, die keine Interferonantwort ausbilden kann. Es kommt zur Vermehrung des Virus und zur Zerstörung der Zelle. Außerdem führt die Infektion mit ΔNS1Influenzaviren über die Ausschüttung von Botenstoffen (grüne Kreise) zur Aktivierung des Immunsystems. CVZ (Abbildung: blue-drugs)

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Erfreuliches Feedback Internationale Partnerbörse auf der BIOTECHNICA 2007 Das IRC Hessen/Rheinland-Pfalz konnte auf der diesjährigen BIOTECHNICA eine erfolgreiche Bilanz der Partnerbörse BioMeetingpoint ziehen – auch aus hessischer Sicht: Im Durchschnitt traf jeder Teilnehmer aus unserem Bundesland vier Gesprächspartner. Insgesamt beteiligten sich 140 Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen aus ganz Europa an diesem Matchmaking-Event, die ihre innovativen Technologien der internationalen Biotech Community vorstellten. An zwei Messetagen wurden 220 one-on-one-Meetings durchgeführt, zu denen sich die Teilnehmer auf Grundlage der eingereichten Technologieprofile zusammenfanden. Auch das IRC Hessen/Rheinland-Pfalz ist zufrieden mit der Beteiligung seiner Klienten: 10 Unternehmen hatten ihr Technologieprofil eingestellt, insgesamt wurden 38 Gespräche geführt. „Besonders erfreulich ist das positive Feedback, das wir von den Beteiligten bekommen haben“, so Helmut Unger, Ansprechpartner beim IRC Hessen/Rheinland-Pfalz für hessische Biotechnologie-Unternehmen. „Viele der Gespräche wurden als so interessant eingestuft, dass weitere Kontakte geplant sind – ein Zeichen dafür, dass solche Ver-

anstaltungen nach wie vor attraktiv sind und den Bedürfnissen der Unternehmen entgegenkommen“, so Unger weiter. Partnerbörsen sind ein wichtiges Instrument des IRC Netzwerkes, um innovative Technologien in Europa zu vermitteln. „Aufgrund des großen Zuspruchs“, so Unger, „haben wir uns bereits mit den anderen Organisatoren darauf geeinigt, auch bei der nächsten BIOTECHNICA wieder eine Partnerbörse durchzuführen.“ So wird es schon 2008 wieder einen BioMeetingpoint mit internationaler Beteiligung geben. Wer sich darüber informieren möchte, welche Technologien dieses Jahr vertreten waren, der kann sich den Katalog mit sämtlichen Profilen bei www.irc-hessen.de unter „Aktuelles“ herunterladen. Bei Interesse an einem Angebot oder Gesuch genügt eine kurze E-Mail an das IRC, das dann den Kontakt vermittelt.HU Kontakt: Helmut Unger IRC Hessen/Rheinland-Pfalz Telefon 06 11 / 7 74 - 86 50 helmut.unger@hessen-agentur.de

Technologie-Angebote Nr.

Land

Projekt

Stand

Gesucht

07 IT MESP 0ISH

IT

A new method to obtain molecules for pharmaceutical uses from olive by-products An Italian research group has developed a new chemical-catalytic method for the derivation (acylation) of oleuropein by using an environment-friendly process and olive by-products. The obtained molecules have tested biopharmacological effects, potentially active in the treatment of extremely diffuse diseases (neurodegenerative disorders, neoplasic degenerations, inflammatory processes, pain therapy, etc).

Development phase – Laboratory tested

Industrial partners in the "pharma" sector are sought for technical cooperation and further developments of the technology.

07 ES MADG 0J4E

ES

New thermostable selection marker for the genetic manipulation of Thermus spp A Spanish university research group has a new selection method based on a dominant gene conferring thermostable dependence to the antibiotic Streptomycin. It allows the generation of vectors for the production of thermostable enzymes under their natural high-temperature conditions. The dominant character of this modified gene allows also the isolation of directed deletion mutants of any gene from thermophilic bacteria for biotechnological applications.

Available for demonstration

The type of collaboration sought is both a license agreement for technology transfer and a commercial agreement with technical assistance to collaborate in the development of the process to demonstration scale.

Technologie-Gesuche Nr.

Land

Projekt

Gesucht

07 ES BCSP 0J5S

ES

Antibody Array Manufacturer A Basque company dedicated to developing and offer products and services for cancer research & metastasis is developing a product intended to be introduced into the oncology practice as an eligibility therapy test and based on antibody array technology.

The company is seeking an accurate, reliable and thoroughly validated antibody array that will specifically expose the protein expression profile of a particular set of antibodies. The company should be the owner of all the antibodies included in the arrays.

7 FR SOAA 0IWF

FR

Polymer Biomaterial for Medical Implants A French company specialising in human spine implants is looking for partnership with biocompatible polymer OEMs to introduce those product inside the spinal implants. Material should be already FDAapproved or have a short-term (1-2 years) regulatory pathway. Ideally material is already implanted long-term in the human body.

The material should be biocompatible; it could be shaped into a spinal implant by machining or injection moulding or extrusion. The application could be in human spine: Corpectomy device, Interbody device - fusion/non-fusion device. The material properties must sustain FDA tests to

Nähere Informationen zu den Technologie-Profilen bitte mit dem Faxformular auf der Seite 19 anfordern.

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Nachrichten aus der Wirtschaft Schutz für Säuglinge

Geld für Gründer

Impfneuheit von Novartis Behring Marburg. Ein neuer Impfstoff von Novartis Behring schützt Säuglinge gegen Gehirnhautentzündung. Wie das Unternehmen meldet, zeigen klinische Daten, dass die Neuentwicklung einen hervorragenden und breiten Immunschutz gegen Meningokokken-Meningitis vermittelt. Die Zulassung des Vakzins, das den Arbeitsnamen Menveo trägt, ist für 2008 geplant. Die Daten der klinischen Prüfung bei Säuglingen wurden auf einem internationalen Fachkongress vorgestellt. Die geimpften Säuglinge bildeten Antikörper gegen vier der häufigsten Serogruppen der bakteriellen Infektion. Soweit ersichtlich, wird Menveo nach Zulassung der einzige Impfstoff sein, der bei Säuglingen eine schützende Immunantwort gegen diese vier Arten von Meningokokken erzeugen kann. Irene von Drigalski (Novartis Behring) www.novartis-behring.de

Die ZEDIRA-Gründer Martin Hils (re.) und Ralf Pasternack (li.) haben Investorengelder für ihre Firma eingeworben. Der High-Tech Gründerfonds aus Bonn investiert 500.000 Euro in das Darmstädter Start up-Unternehmen, das auf die Darmkrankheit Zöliakie spezialisiert ist. ZEDIRA hat erst vor kurzem den vierten Platz beim Businessplan-Wettbewerb Science4Life belegt. Die beiden Unternehmer sind angetreten, um den ersten Wirkstoff gegen Zöliakie zu entwickeln. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die durch Getreideproteine ausgelöst wird. „Im humanen Biopsiemodell haben die beiden Gründer bereits gezeigt, dass ihr Wirkstoffkandidat in der Lage ist, Entzündungen zu reduzieren“, sagte Marco Winzer vom High-Tech Gründerfonds. ZEDIRA / Foto: S4L.ZEDIRA www.zedira.com

Meer Medikamente Sanofi-Aventis sichert sich Ressourcen

Fresenius Kabi legt zu Frankfurt am Main. Der Arzneimittelhersteller Sanofi-Aventis kooperiert mit dem Ressourcenzentrum Marine Organismen, um bei der Wirkstoffentwicklung auf Substanzen aus Meeresbewohnern zugreifen zu können. Zu diesem Zweck lässt der Pharmakonzern beim Projektpartner in Greifswald marine Mikroorganismen züchten.Das Ressourcenzentrum konnte sich bei der jüngsten Runde des Gründer-Wettbewerbs Science4Life unter den Top Ten platzieren. Die Inhaltsstoffe mariner Lebewesen sind bisher wenig erforscht. Da die chemischen Substanzen unter Wasser verdünnt werden, ist anzunehmen, dass viele davon besonders wirksam sind. „Wir sind gespannt, ob sich diese Annahmen bestätigen, wenn wir uns die Substanzen aus den OstseeMikroorganismen genauer angesehen haben“, sagt der Leiter der Naturstoff-Forschung von Sanofi-Aventis in Frankfurt, Mark Brönstrup zu der Zusammenarbeit. Birgitt Sickenberger (Sanofi-Aventis)

Bad Homburg. Die Infusionssparte des Gesundheitskonzerns Fresenius expandiert. Fresenius Kabi erwirbt vom Unternehmen Nestlé die Geschäftsbereiche der klinischen Ernährung in Frankreich und Spanien. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Fresenius Kabi stärkt mit der Akquisition den wachstumsstarken Bereich Klinische Ernährung und baut die Marktstellung in Frankreich und Spanien deutlich aus. Der Erwerb des französischen Ernährungsgeschäfts von Nestlé macht Fresenius Kabi zum zweitgrößten Anbieter für enterale Ernährungsprodukte in Frankreich. Die Neuerwerbungen lassen für 2007 einen Jahresumsatz von rund 55 Millionen Euro erwarten. Die Europäische Kommission hat der Transaktion zugestimmt. Der Abschluss der Akquisition wird noch im Jahr 2007 erwartet. Bernd Ebeling (Fresenius) www.fresenius.de

www.novartis-behring.de

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BioConnect hilft bei Finanzierung Frankfurt am Main. Die Unternehmensberatung BioConnect hat die vierte erfolgreiche Finanztransaktion des Jahres abgeschlossen. Die Frankfurter Firma hat ihren Kunden Sloning Bio Technology bei dessen jüngster Finanzierungsrunde beraten. Sloning konnte 4,7 Millionen Euro von Geldgebern aus Deutschland und der Schweiz einwerben. BioConnect sieht mit dem jüngsten Abschluss seine Marktposition als ein führender Finanzberater für die europäischen Life Sciences gestärkt. BioConnect www.bioconnect.de

Eintopf der Erinnerung Gießener Innovation für Merz Pharma Gießen. Das Frankfurter Pharmaunternehmen Merz setzt ein neuartiges Verfahren der Justus-Liebig-Universität Gießen ein, um die Herstellung seines Alzheimer-Medikaments Memantine zu verbessern. Die Methode stammt aus dem Labor von Professors Peter Schreiner. Der Verkauf ist von der mittelhessischen Patentstelle TransMit vermittelt worden. Memantine ist zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz zugelassen. Bisher wird der enthaltene Wirkstoff in drei Arbeitsschritten synthetisiert, was zu Ausbeuteverlusten führt. Durch Schreiners Ein-Topf-Verfahren verkürzt sich der Prozess auf nur mehr zwei Schritte. Gleichzeitig weist die Methode einen höheren Umsetzungsgrad sowie ein geringeres Verunreinigungsprofil auf. Dadurch kann das AlzheimerMedikament künftig umweltschonender, schneller und kostengünstiger hergestellt werden als bisher. TransMIT www.transmit.de.de

Oligos in Massen BioSpring kauft Synthesizer Frankfurt am Main. Das Biotech-Unternehmen BioSpring installiert Europas ersten Syntheseautomaten, der therapeutische Oligonukleotide in großem Maßstab produziert. Das Gerät erlaubt, Nukleinsäuren im Maßstab von 100 Gramm bis zu mehreren Kilogramm herzustellen. Das Frankfurter Unternehmen erzeugt Oligonukleotide sowohl für den therapeutischen und diagnostischen Markt als auch für die Forschung. Die Firma erweitert mit dem Synthesizer die Produktionskapazitäten für Nukleinsäuren. „Wir bemerken einen steigenden Bedarf für die Produktion in großem Maßstab“, erläutert Geschäftsführerin Sylvia Wojczewski. Seit Anfang des Jahres

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ist BioSpring das erste Unternehmen in Europa, das für die Herstellung synthetischer Oligonukleotide ein amtliches GMP-Zertifikat erhalten hat, mit dem Produktion nach höchsten Qualitätsmaßstäben bescheinigt wird. BioSpring www.biospring.de

Allzu süß EU-Projekt zur Blutzuckerkontrolle Melsungen. Der Medizintechnikkonzern B. Braun beteiligt sich am EU-Projekt CLINICIP, das die Überwachung des Blutzuckerspiegels in der Intensivmedizin verbessern helfen soll. Dazu wird ein automatisches Kontrollsystem entwickelt. Industriepartner wie B. Braun sollen die erzielten Projektergebnisse in ein Produkt umsetzen. Insgesamt sind 13 Partner in das Vorhaben eingebunden. Eine strenge Kontrolle der Glukosekonzentration im Blut reduziert Sterblichkeit und Verweildauer auf der Intensivstation. Durch eine Systemlösung mit integriertem Kontrollalgorithmus erhöhen sich Sicherheit und Effizienz bei der Insulintherapie. Ein Prototyp befindet sich bereits in ersten klinischen Prüfungen. B. Braun rechnet damit, in absehbarer Zeit ein Gerät anbieten zu können, da das Unternehmen auf die bestehende Infusionstechnologie von B. Braun Space zurükkgreifen kann. B. Braun www.bbraun.com

GO Bio, go Frankfurt Wirkstoffentwicklung an kleinen Molekülen Frankfurt am Main. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) unterstützt die Arbeit an kleinen Molekülen, die Enzyme in krankheitsrelevanten Signalwegen beeinflussen. Für sein Vorhaben erhält Ricardo Biondi von der Johann Wolfgang GoetheUniversität Mittel aus dem Förderprogramm GO-Bio. Ziel des Projekts sind Krebs- und Diabetesmedikamente, die bestehende Behandlungsmethoden ergänzen. Mit einem neuartigen Ansatz versucht Biondi das Enzym AGC-Proteinkinase gezielt zu hemmen oder zu aktivieren, das eine entscheidende Rolle in vielen zellulären Signalwegen einnimmt. Der Wissenschaftler will eine Bindungstasche des Enzyms mit kleinen Molekülen besetzen, um dadurch die Aktivität zu kontrollieren. Geplant ist, ausgewählte Wirkstoffkandidaten bis zur präklinischen Phase weiterzuentwickeln. Daran könnten sich Kooperationen mit Pharmaunternehmen anschließen. BMBF R.M.Biondi@uniklinikum-saarland.de


Nachrichten aus der Wissenschaft Hefen helfen

Jungforscher am Ort der Ideen

Biosprit dank Synthetischer Biologie

Auszeichnung für “MaxLab”

Frankfurt am Main. Molekularbiologen der Goethe-Universität haben erstmals synthetische Gene in Hefen eingefügt, die diesen erlaubt, Pflanzeninhaltsstoffe effizienter zu Biosprit umzusetzen. Die Erfindung aus der Arbeitsgruppe um Professor Eckhard Boles wurde bereits zum Patent angemeldet. Die Frankfurter Forscher modifizieren die Stoffwechseleigenschaften von Hefen, so dass diese Ethanol aus Pflanzenabfällen erzeugen. Während dazu bislang Bakteriengene in die Hefezellen eingeschleust wurden, haben die Wissenschaftler nun Gene am Computer entworfen und künstlich synthetisiert, die optimal auf den Stoffwechsel der Wirtszellen abgestimmt sind. Zur raschen Kommerzialisierung hat Boles mit einem Partner eine Firma gegründet, für die er noch Investoren sucht. Anne Hardy (Goethe-Universität) www.uni-frankfurt.de

Mensch und Mikrobe Behring Lecture an der Philipps-Universität Marburg. Der Krebserreger Helicobacter pylori stand im Mittelpunkt der diesjährigen Behring Lecture an der Philipps-Unversität. Beim Dies Academicus des Fachbereichs Medizin sprach der medizinische Mikrobiologe Sebastian Suerbaum darüber, wie H. pylori mit dem menschlichen Wirt zusammen evolviert.

Das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (MPI) hat für sein Schülerlabor MaxLab den Titel eines Ausgewählten Ortes im Land der Ideen erhalten. Laudator Tomas Kahn von der Deutschen Bank rühmte die Bad Nauheimer Einrichtung als „eines der Aushängeschilder für Deutschlands Innovationskraft.“ Rund 200 Kinder und Jugendliche nutzten die Gelegenheit, sich über die Forschung am MPI zu informieren. In den Labors der Wissenschaftler konnten Oberstufenschüler selbst Hand anlegen. Die Jüngeren führten unter Anleitung einer Tierärztin einen Gesundheitscheck bei einem Kaninchen durch und durften mit Ärzten der Kerckhoff-Klinik Blutdruck messen, EKGs ableiten sowie den Herzschlag abhören. Matthias Heil (MPI) www.mpi-bn.mpg.de

„Professor Suerbaums Verdienst liegt darin, dass er durch die Forschung am Bakterium Helicobacter pylori dessen enge Verbindung mit der Kulturgeschichte des Menschen aufgezeigt hat“, erklärte Laudator Michael Lohoff, Professor am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Marburger Universität. Mit der Behring-Lecture ehrt die Universität bedeutende Vertreter der Immunologie, Virologie, Mikrobiologie oder Molekularbiologie. Der Wissenschaftspreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Sabine Trautmann (Uni Marburg) www.uni-marburg.de

Nichts geht über Beerenmarker … Aktuelles aus der Weinwissenschaft Geisenheim. Die Forschungsanstalt für Weinbau (FA) arbeitet an einem molekularen Markersystem für die Beerenfarbe der Echten Weinrebe. Das Verfahren soll anhand der Blätter eine Selektion auf die Beerenfarbe ermöglichen. Die Forschungen stehen unter der Leitung von Professor Ernst Rühl vom Geisenheimer Fachgebiet für Rebenzüchtung und Rebenveredlung. Sie werden in Zusammenarbeit mit einer Wiener Arbeitsgruppe durchgeführt. Die Grundlage bildet ein Genlocus, über den sich neuesten Erkenntnissen zufolge 95 Prozent aller Farbphänotypen von Vitis vinifera identifizieren lassen. Darüber hinaus sind Sequenzanalysen geplant, durch die sortenspezifische Mutationen festgestellt werden sollen. Außerdem wollen die Wissenschaftler die molekularen Grundlagen von intermediären Farbtypen aufklären. FA Geisenheim www.campus-geisenheim.de hessen-biotech NEWS 4/2007

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Erreger schwimmen sich frei Neues von der Schlafkrankheit Darmstadt. Genetiker der Technischen Universität Darmstadt (TUD) haben ein Geheimnis der Schlafkrankheit gelüftet. Professor Markus Engstler und seine Kollegen fanden heraus, wie die Erreger der körpereigenen Abwehr des Menschen entkommen. Die einzelligen Trypanosomen überleben im Blut befallener Menschen, obwohl sie dort dauernden Angriffen des Immunsystems ausgesetzt sind. Die Forscher konnten zeigen, dass sich die Eindringlinge schützen, indem sie stets in dieselbe Richtung schwimmen. Die dadurch entstehende Strömung transportiert Antikörper, die an der Oberfläche andocken, zum Hinterende der Zellen, wo sie aufgenommen und unschädlich gemacht werden. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Arbeit in der hoch angesehenen Fachzeitschrift "Cell". Wolf Hertlein (TUD) www.tu-darmstadt.de

Ehrung für Lungenforscher Gießen und Marburg. Zwei Lungenforscher aus Mittelhessen haben den Galenus-von-Pergamon-Preis der Ärztezeitung erhalten. Die Auszeichnung ging an den Pharmakologen Alexander Dietrich von der Philipps-Universität Marburg und Professor Norbert Weißmann von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die beiden haben erforscht, welche molekularen Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass die Lunge ausreichend belüftet und durchblutet wird. Die Wissenschaftler konnten einen Kationenkanal identifizieren, der dafür sorgt, dass sich in Lungenbereichen mit schlechter Sauerstoffversorgung die Blutgefäße verengen. Das eröffnet den Weg zu neuen Therapien. Die Ehrung ist mit 10.000 Euro dotiert, die unter den Preisträgern aufgeteilt werden. Sabine Trautmann (Uni Marburg) www.aerztezeitung.de/medizin/galenus

Ausgezeichnete Idee I: Zahnklebstoff aus Muscheln Frankfurt am Main. Zahnmediziner der Johann Wolfgang Goethe-Universität erhalten 300.000 Euro vom Bundesforschungsministerium, um einen leistungsfähigen Zahnkleber zu entwickeln. Mit dem Geld aus dem Innovationspreis Medizintechnik 2007 wollen Professor Robert Sader und seine Kollegen testen, ob sich Proteine der Miesmuschel dazu eignen, Zahnimplantate zu befestigen. Die Muschelproteine härten im Wasser aus und bleiben dort lange fest und elastisch. Sie haften auf verschiedenartigen Untergründen. An dem Forschungsprojekt beteiligen sich das Biotechnik-Zentrum und die Materialprüfungsanstalt der Technischen Universität Darmstadt sowie weitere Partner. Die Koordination liegt bei der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie des Frankfurter Universitätsklinikums (KGU). Ricarda Wessinghage (KGU) www.kgu.de

Ausgezeichnete Idee II: Kreislauf im Kleinstformat Frankfurt am Main. Das Bundesforschungsministerium fördert die Entwicklung eines Mikrochips, mit dem sich Störungen der Blutgerinnung bestimmen lassen. Pharmakologen des Frankfurter Universitätsklinikums (KGU) und ihre Partner erhalten für das Projekt 1,5 Millionen Euro aus dem Innovationswettbewerb Medizintechnik 2007. Die Frankfurter Arbeitsgruppe um Professor Sebastian Harder und Ute Klinkhardt plant, eine Miniatur-Nachbildung der Blutgefäße auf einem Chip zu nutzen, um die Blutzirkulation nachzuahmen. Damit sollen zum Beispiel krankhafte Störungen der Blutgerinnung oder die Wirkung blutverdünnender Medikamente zuverlässiger bestimmt werden als bislang. Wenige Mikroliter Blut reichen dafür aus. Ricarda Wessinghage (KGU) www.kgu.de

Ihre News für die NEWS Für die hessen-biotech NEWS suchen wir ständig nach Neuigkeiten und Berichten aus der Praxis. Wenn Ihre Forschung zu neuen Erkenntnissen geführt hat, Sie ein neues Verfahren oder Produkt entwickelt haben, wenn Sie eine interdisziplinäre Kooperation eingegangen sind, lassen Sie uns an Ihrem Erfolg teilhaben und informieren Sie uns.

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An: HA Hessen Agentur GmbH Aktionslinie Hessen-Biotech Johannes Scholten Fax 06 11 / 7 74 - 5 86 46 Hessen-Biotech NEWS: Bitte schicken Sie mir die zukünftigen Ausgaben der Hessen-Biotech NEWS (kostenlos). per Post per E-Mail (pdf-Datei) Kompetenzatlas Hessen-Biotech: Unser Unternehmen ist noch nicht im Kompetenzatlas Hessen-Biotech vertreten. Bitte schicken Sie uns ein Zugangspasswort und nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Bitte schicken Sie mir den aktuellen Kompetenzatlas Hessen-Biotech in gedruckter Form (kostenlos). Broschüren (kostenlos): Bitte senden Sie mir die Broschüre „Nanomedizin – Innovationspotenziale in Hessen“ Bitte senden Sie mir die Broschüre „Hessen – Gateway to Biomanufacturing“ Bitte senden Sie mir die Broschüre „Förderoptionen“ Bitte senden Sie mir die Broschüre „Werkzeuge der Natur. Weiße Biotechnologie in Hessen“ Veranstaltungen:

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Ich interessiere mich für Veranstaltungen der Aktionslinie Hessen-Biotech. Bitte informieren Sie mich vor dem nächsten Termin. Technologie-Angebote und Gesuche des IRC: Ich interessiere mich für folgende Technologie-Angebote und -Gesuche (Bitte die Nummer angeben):

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Veranstaltungen/Termine 7. - 8. 02. 2008 Offenbach 2. Rhein-Main Zukunftskongress Krankenhaus www.rhein-main-zukunftskongress.de 8. 02. 2008 Gießen 5. Jean-Monnet-Workshop: Der Schutz landwirtschaftlich genutzter genetischer Ressourcen in der Europäischen Union www.uni-giessen.de/uni-veranstaltungen/ 17. - 19. 02. 2008 Frankfurt am Main Industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe - Chemie, Biotechnologie, Verfahrenstechnik DECHEMA-Haus www.dechema.de/kurse 9. - 11. 3. 2008 Frankfurt am Main VAAM-Jahrestagung Vereinigung für allgemeine und angewandte Mikrobiologie www.vaam.de

12. - 13. 3. 2008 Marburg 31. Jahrestagung der DGZ Deutsche Gesellschaft für Zellbiologie www.zellbiologie2008.de 22. - 25. 04.2008 Frankfurt am Main 1st European Conference on Process Analytics and Control Technology EUROPACT events.dechema.de/Tagungen/EuroPACT+2008.html 18. - 19.06.2008 Marburg 11th German Meeting on Th1/Th2 research www.immunologie.de/

Die Aktionslinie Hessen-Biotech ist eine Maßnahme des Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Jens Krüger Kaiser-Friedrich-Ring 75 D-65189 Wiesbaden Telefon: 06 11 / 8 15-24 93, Fax: 06 11 / 8 15-49 24 71 E-Mail: jens.krueger@hmwvl.hessen.de Internet: www.wirtschaft.hessen.de Projektträger ist die HA Hessen Agentur GmbH www.hessen-agentur.de Impressum Herausgeber Aktionslinie Hessen-Biotech Dr. Detlef Terzenbach (V.i.S.d.P.) HA Hessen Agentur GmbH, Abraham-Lincoln-Str. 38-42 D-65189 Wiesbaden Telefon: 06 11 / 7 74-86 13, Fax: 06 11 / 7 74-86 20 E-Mail: detlef.terzenbach@hessen-agentur.de www.hessen-biotech.de Redaktion Johannes Scholten, HA Hessen Agentur GmbH Telefon: 06 11 / 7 74-86 46, Fax: 06 11 / 7 74-86 20 E-Mail: johannes.scholten@hessen-agentur.de Gestaltung Muhr, Partner für Kommunikation, Seerobenstr. 27 65195 Wiesbaden, www.muhr-partner.com Druck W.B.Druckerei GmbH, Hochheim Erscheinungsweise 4-mal pro Jahr (kostenlos) Auflage 2.800 Exemplare Newsletter-Abonnement www.hessen-biotech.de Titelbild Eis ja, Ei nein: Flüssiger Stickstoff hält Kulturzellen frisch, in denen Grippeviren für die Impfstoffgewinnung vermehrt werden (Bericht auf Seite 4). Foto: Novatis Behring

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