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Teil A Die Initiative SWiSE – Swiss Science Education
Ziel 2: Naturwissenschaftliche Kompetenzen entwickeln Das Wort «Kompetenz» avancierte im zurückliegenden Jahrzehnt vermutlich zu dem pädagogischen Schlagwort schlechthin. In der Schweiz wie auch in Deutschland und Österreich ließen die Bildungsministerien Kompetenzmodelle und Bildungsstandards entwickeln. Mit den «Grundkompetenzen für die Naturwissenschaften: Nationale Bildungsstandards» verabschiedete die EDK (2011) ein Dokument, welches nicht nur einen Rahmen für den Lehrplan 21, sondern auch für vielfältige Programme und Projekte unter anderem in Schulen, Hochschulen, Bildungsdirektionen und eben auch für SWiSE (vgl. Kapitel 2) bildete. Die Mehrheit der am Modellversuch beteiligten Lehrpersonen und Schulen konzentrierte sich dabei auf Ziele im Handlungsaspekt «Fragen und untersuchen»: • «Bewusst wahrnehmen […] und dabei Fragen, Probleme, Hypothesen aufwerfen; • Erkundungen, Untersuchungen oder Experimente durchführen […]; • geeignete Werkzeuge, Instrumente und Materialien auswählen und verwenden; • Ergebnisse zusammenstellen und über [sie] und Untersuchungsmethoden nachdenken.» (EDK, 2011, S. 7) Schülerinnen und Schüler fördern und fordern – für dieses Grundanliegen der Schule bieten die «Grundkompetenzen für die Naturwissenschaften» einen definierten Rahmen mit klaren Zielen. Ziel 3: Das selbstständige Lernen stärken Die «Grundkompetenzen für die Naturwissenschaften», der Lehrplan 21 (D-EDK, 2015), die Europäische Kommission (2007, 2015) und nicht zuletzt die fachdidaktische Diskussion der letzten Jahrzehnte betonen die Bedeutung des selbstständigen Lernens, in den Naturwissenschaften meist präzisiert als forschend-entdeckendes Lernen (inquiry-based learning). Es kam daher nicht von ungefähr, dass bereits der Projektantrag für das Projekt «SWiSE-Schulen» und die Fördervereinbarung das «eigenaktive, forschend-entdeckende Lernen» betonten und damit zu einem zentralen Ziel von SWiSE machten.
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