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Photoshop >> Photobearbeitung

Beauty-Retusche - Störungen entfernen, Augen retuschieren/betonen, Haut retuschieren uvm. Autor: RedRum Inhalt: Ich möchte euch in diesem Tutorial in die Kunst der Beauty-Retusche einweisen. Das Tutorial wird die grundlegenden Techniken zur professionellen Beauty-Retusche aufzeigen. Wir werden Störungen & Flecken beseitigen, Augen retuschieren und betonen, künstliche Wimpern erstellen, Haare neu einmalen, Fingenägel überarbeiten, die Haut retuschieren, ohne dabei eine einzige Pore zu verlieren, Hauttöne korrigieren, das Gesicht modulieren und Make-Up auftragen. Alle Schritte werden übersichtlich und leicht verständlich beschrieben. Dazu einige Hintergrundinformationen, wie Werkzeuge arbeiten und auf was genau man achten sollte. Die Orginal-Kamera-Daten liegen im RAW-Format bei.


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Schritt 1: Ihr könnt die RAW-Datei nun über CAMERA-RAW 5.0 öffnen, ein einfacher Doppelklick auf die Datei genügt. Um das Bild entsprechend bearbeiten zu können und um die richtigen Einstellungen zu finden, muss man das Bild zunächst einmal gründlich betrachten und analysieren. Ein gutes Hilfsmittel bei der Beurteilung ist das Histogramm, welches rechts oben standardmäßig eingeblendet wird. Hier kann man die die Tonwertverteilung des Bildes anschauen und entsprechend bewerten. In diesem Fall ist unser Bild relativ hell mit ganz geringer Tiefenzeichnung. Die Tonwerte tummeln sich größtenteils in den Vierteltönen und sind teilweise sogar beschnitten. Um sich die Beschneidung deutlicher zu machen, kann man oben links das kleine Dreieck anklicken, welches dann die Warnungen für die Lichterbeschneidung anzeigt, auf der anderen Seite dasselbe für die Tiefenbeschneidung. Schaltet man diese Funktion ein, sieht man, dass großflächige Bereiche der Haut beschnitten sind; anhand des Histogramms erkennt man, dass vor allem der Rot-Kanal beschnitten wird. Daher wollen wir das Bild nun anpassen und die Lichterzeichnung zurückholen. Wir befinden uns in den Grundeinstellungen und sind mit den Farben im Groben ganz zufrieden; man kann keine Farbstiche erkennen und das Grau wirkt ziemlich neutral. Wenn euch die Farben und der Hautton nicht gefallen sollten, könnt ihr mittels dem Weißabgleich hier jederzeit Farbveränderungen durchführen. Entweder über die Weißabgleichs-Pipette oder eben über die Schieberegler „Farbtemperatur“ und „Farbton“. Ich habe zunächst die Belichtung etwas reduziert auf einen Wert von -0,35 und somit die Lichter abgedunkelt. Anschließend den Reperatur-Schieberegler mit einem Wert von 8 verwendet, um letzte Lichterbeschneidung zu korrigieren. Somit wirkt die Haut angenehmer und der überstrahlte Effekt ist beseitigt. Als nächstes habe ich den Schwarz-Regler auf einen Wert von etwa 8 gesetzt und somit die Tiefen beschnitten. Helligkeit, Kontrast, Klarheit, Dynamik und Sättigung habe ich auf den Standard-Einstellungen belassen. Mit dem Ergebnis war ich zufrieden und habe das Bild als einzelne Ebene über „Bild öffnen“ an Photoshop übergeben. Wer möchte, kann ebenfalls ein Smart-Objekt übergebn, dazu muss man lediglich die SHIFT-Taste drücken und es wird automatisch der Befehl „Objekt öffnen“ eingeblendet.

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Schritt 2: Die ersten Schritte bei einer Beauty-Retusche sollten immer die destruktiven Bearbeitungen sein, damit man sich genügend Spielraum für anschließende Korrekturen etc. schafft. Ich wende in so gut wie allen Fällen zunächst den „Verflüssigen-Filter“ an. Das werden wir nun auch hier tun, entweder über Filter - Verflüssigen oder über STRG+ALT+X auf einer duplizierten Ebene (STRG+J). Ganz wichtig gerade am Anfang ist es, den Filter behutsam anzuwenden. Die Ergebnisse wirken bei zu starker Bearbeitung schnell künstlich und verfremdet. Man kann mit kleinen Korrekturen den gesamten Charakter einer Person verändern, daher braucht man für den Filter wirklich etwas Erfahrung. Ich achte dabei gerade bei Beauty-Retuschen auf angenehme saubere Formen. Ich hatte mir hier als Hilfsmittel parallele Linien gezeichnet, um die Proportionen und Symmetrien besser beurteilen zu können. Anschließend habe ich mit dem Vorwärts-Verkrümmen-Werkzeug bei angepasster Pinselgröße und einem Pinseldruck von etwa 50 die Gesichtsformen nach meinen Vorstellungen angepasst. Das Ohr etwas verkleinert und angelegt, die Augenbrauen abgerundet und auf eine gleiche Höhe gesetzt. Die Augen ebenfalls schön rund gestaltet und die Wangen etwas nach innen gezogen. Am Ende direkt die Haare etwas verkleinert und nach links verschoben sowie den Übergang von Handballen zu Armgelenk femininer gestaltet.

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Verfl端ssigen-Dialog:

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Schritt 3: Nächster Schritt ist das Entfernen von Störungen. Seit Photoshop CS2 gibt es dazu 3 wirklich sehr gute Werkzeuge, die sich sehr intuitiv bedienen lassen. Der Bereichsreparatur-Pinsel, der Reparatur-Pinsel und das Ausbessern-Werkzeug. Jedes einzelne Werkzeug hat seine Vor- und Nachteile; so funktioniert der Bereichsreparatur-Pinsel nur in großflächigen Bereichen, die sich in etwa ähneln gut, an Kanten und bei harten Kontrasten versagt er allerdings. Hier spielt das Ausbessern-Werkzeug dann seine Stärken aus, in dem ich mit einer einfachen Auswahl die Bereiche mit neuer Struktur überdecken kann. Bei allen 3 wird die Farbe sowie die Helligkeit in den Zielbereichen automatisch von Photoshop angepasst. Bei dem Bereichsreparatur-Pinsel sucht Photoshop sogar die entsprechend passende Struktur aus der Umgebung aus. Meine anfänglichen Zweifel den Werkzeugen gegenüber waren absolut unberechtigt, denn die erfüllen ihre Aufgabe wirklich sehr gut und sind in den meisten Fällen auch definitiv dem Kopierstempel vorzuziehen. Ich arbeite überwiegend mit dem Bereichsreparatur-Pinsel und retuschiere alle Arten von Flecken und Störungen. An schwierigen Bildstellen wie Kanten oder zu hohen Kontrasten arbeite ich dann mit den anderen zwei Werkzeugen. Wird es wirklich haarig und Photoshop kann die Helligkeiten oder Strukturen nicht einpassen, greif ich auch gerne mal zum altbekannten Kopierstempel zurück. So arbeite ich das ganze Bild ab und entferne alle Arten von Störungen oder sonstigen Dingen, die mich im Bild stören. Umso mehr Mühe man sich hier macht, desto PSD-Tutorials.de

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weniger Nachbearbeitung bleibt am Ende 端ber.

Meine retuschierte Ebene sah am Ende so aus (Grauen Hintergrund Ansicht):

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Schritt 4: Die Augen sind in jedem Gesicht sehr markant und verleihen einem Bild eine gewisse Ausdruckskraft. Daher werden wir die Augen hier retuschieren und die Iris betonen. Zunächst hab ich hier mit dem Kopierstempel das Augenweiß von Störungen und Äderchen befreit. Wichtig ist hier eine weiche Pinselspitze und die Deckkraft gering zu halten. Und die Quelle sollte immer in unmittelbarer Nähe des Ziels liegen. Da die Wimpern hier sehr verklumpt waren, habe ich diese ebenfalls etwas retuschiert. Das muss aber nur sehr grob geschehen, da wir anschließend die Wimpern neu einmalen wollen.

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Links: Vorher, Rechts: Nachher

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Schritt 5: Um künstliche Wimpern zu erstellen, gibt es viele verschiedene Methoden. Von vorgefertigten Brushes, die man lediglich auftragen muss, über das Einmalen mithilfe des Pinsel oder eben auch durch Füllen einer Pfadkontur. Wichtig für das Auftragen mithilfe von Pfaden oder des Pinsel sind auf jeden Fall die richtigen Pinsel-Einstellungen. Wer mit einem Grafik-Tablett arbeitet, kann durch richtig eingestellten Zeichenstiftdruck direkt einmalen, komfortabler und genauer geht es mithilfe der Funktion „Verblassen“, die sich unter dem Reiter Formeigenschaften der Pinsel-Settings versteckt. Man muss hier mit dem Wert, der hinter dem Bedienfeld steht, etwas experimentieren. Je nachdem, welchen Malabstand man eingestellt hat, verhält sich der Pinsel unterschiedlich, denn der Wert gibt an, wie viele Pinselabdrücke Photoshop durchführen muss, damit der Pinsel von seiner Ausgangsgröße ins „Nichts“ verschwindet. Dank der Vorschau kann man die Werte aber relativ gut einschätzen. Wenn ihr die Pinseleinstellungen richtig angelegt habt, müsst ihr die Wimpern nun nur noch auftragen. Meine Einstellungen findet ihr hier:

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Schritt 6: Um ein reales Ergebnis zu erzielen, müsst ihr zunächst eine passende Vordergrundfarbe wählen. In dem Fall habe ich mit gedrückter ALT-Taste auf eine der vorhandenen Wimpern geklickt und nun angefangen, die Wimpern aufzutragen. Man kann wie oben schon erwähnt ebenfalls Pfade anlegen (dazu am besten nach abgeschlossenem Pfad immer die ESC-Taste drücken, um einen neuen Pfad zu malen). Hier dieselben Pinseleinstellungen wählen und die Pinselspitze auch auswählen. Dann wieder das Pfadwerkzeug anwählen und mit rechter Maustaste die Pfadkontur auf einer neuen leeren Ebene füllen. Hier kann man auch immer die Einstellungen verändern und einen einzelnen Pfad auswählen, um dann eine Unterpfadkontur zu füllen.

Pfad erstellen und anschließend die Pfadkontur füllen:

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Schritt 7: Wichtig ist, die nun erstellten Wimpern in die Szene einzupassen; in meinem Fall musste ich hier die Wimpern etwas weichzeichnen. (Radius 0,5-2)

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Schritt 8: Die Augenbrauen hab ich mithilfe des VerflĂźssigen-Filters ja schon auf die richtige HĂśhe gebracht. Jetzt werde ich hier nur noch kleine StĂśrungen retuschieren. Hier habe ich mit dem Kopierstempel gearbeitet.

Schritt 9: Das rechte Auge ist im Bild etwas dunkler als das linke, daher erstellt ihr euch eine Auswahl (Maskierungsmodus) und hellt das Auge nun mit einer Gradationskurven-Einstellungsebene etwas auf.

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Schritt 10: Wie oben schon angesprochen, sind die Augen sehr markant f端r ein Gesicht. Hier wollte ich die Details der Iris noch etwas hervorheben und habe mir dazu wieder eine Auswahl mithilfe des Maskierungsmodus erstellt und die Iris auf eine eigene Ebene kopiert. Diese Ebene kann man nun mit Unscharf maskieren scharfzeichnen und so die Details und die Struktur der Iris betonen.

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Schritt 11: Die Haare im Ausgangsmaterial waren alles andere als optimal, viele umherwehende Haare und auch ein paar „lichte“ Stellen haben einen unschönen Eindruck gemacht. Hier musste ich eingreifen und die Haare neu einmalen. Als ersten Schritt hab ich die Stirn von Haaren befreit; dazu bin ich mehrfach mit dem Kopierstempel über die Stirn gefahren.

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Schritt 12: Anschließend hab ich mir folgendes Brush-Set geladen (Dave Nagel Hair Brushes). Zunächst etwas experimentiert und mir die geeigneten Pinsel herausgepickt. Nun muss man diese eben noch entsprechend auftragen...dabei eine geeignete Haarfarbe auswählen (mehrfach wechseln) und entsprechend der Kopfform die Haare einmalen. Macht das am besten auf mehreren Ebenen, so könnt ihr einfacher bestimmte Bereiche wieder löschen oder maskieren. Wichtig ist, am Ende den Unscharf maskieren Filter anzuwenden, um etwas Modulation in die Haare zu bekommen.

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Meine retuschierten Haare sahen in etwa so aus:

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Die gezeichneten Haare sollten nun unscharf maskiert werden, um mehr Modulation hineinzubekommen.

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Schritt 13: Um künstliche Fingernägel zu erstellen, habe ich mich der Fülloptionen bedient, welche für solche Zwecke bestens geeignet sind. Dazu hab ich zunächst einmal mithilfe des Zeichenstiftwerkzeugs die Formen der Fingernägel eingemalt. Anschließend mir einen Ebenenstil angelegt und gerastert. Die Ebene habe ich dann selektiv mit dem Weichzeichner-Werkzeug weichgezeichnet. Meine Einstellungen für die Fülloptionen findet ihr hier:

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Mit dem Zeichenstiftwerkzeug erstellter Fingernagel:

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Die Ebene muss nun gerastert und selektiv weichgezeichnet werden:

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Schritt 14: AnschlieĂ&#x;end habe ich die Lippen mit den klassischen Mitteln (Reparatur-Werkzeuge, Kopierstempel) retuschiert.

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Links: Nachher, Rechts: Vorhher

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Schritt 15: Nachdem wir anfangs schon Störungen und Flecken auf der Haut entfernt haben, machen wir uns jetzt an die richtige Hautretusche. Nicht nur Störungen und Flecken lassen die Haut unschön wirken, gerade auch Helligkeitsdifferenzen, helle Glanzstellen oder Schattenbereiche lassen die Haut sehr unruhig wirken. Diese wollen wir nun retuschieren. Dazu legt ihr euch eine neue Ebene im Ebenenmodus „Weiches Licht“ an und füllt diese mit der neutralen Farbe für diesen Ebenenmodus, also RGB 128/128/128. Schneller geht's mit gedrückter ALT-Taste auf das „Neue Ebene“-Symbol in der Ebenenplatte, wo ihr dann zu folgendem Dialog kommt und diese Einstellungen vornehmt:

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Schritt 16: Um die Flecken gut erkennen zu können, werden wir eine Einstellungsebene „Kanalmixer“ anlegen und folgende Werte übernehmen:

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Schritt 17: Nun malen wir mit weiĂ&#x;er und schwarzer Farbe auf die Grauebene und hellen (WeiĂ&#x;) bzw. dunkeln (Schwarz) bestimmte Bildstellen auf/ab. Der Ebenenmodus Weiches Licht multipliziert Tonwerte, die dunkler als unser mittleres Grau sind, und multipliziert hellere Tonwerte negativ. Wichtig ist hier eine geringe Deckkraft (5-10%) sowie eine weiche Pinselspitze.

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Schritt 18: Jetzt haben wir die groben Helligkeitsunterschiede beseitigt und widmen uns nun den sehr kleinen Differenzen. Allerdings malen wir das nicht mehr mühsam, sondern bedienen uns Filtern. Zunächst müssen wir eine Ebene erstellen STRG+SHIFT+ALT+E und können die entsprechend umbenennen. Nun setzt ihr den Ebenenmodus auf „Strahlendes Licht“. Nun müsst ihr die Ebene noch umgekehren STRG+I. Strahlendes Licht arbeitet ähnlich wie „Weiches Licht“, aber anstatt die Tonwerte zu multiplizieren, werden die in diesem Ebenenmodus addiert. Jetzt dürfte auch klar sein, warum die Ebene nun plötzlich grau wird. Wir wollen nun die einzelnen Poren der Haut erhalten, schließlich hatte der Fotograf wohl genug Arbeit, die scharf abzubilden ;). Dazu müssen wir den Gaußschen Weichzeichner mit einem geringen Radius anwenden. Dadurch werden die Pixel nicht mehr exakt deckungsgleich addiert/subtrahiert und wir erkennen einzelne Poren. Der Radius hängt hier stark von der Auflösung des Bildes ab. Nun müssen wir auf die Ebene noch den Hochpass-Filter anwenden, um die Helligkeitsdifferenzen auszugleichen. Was macht der Hochpass-Filter aber überhaupt? Immerhin wird er ja in jedem 2. Tutorial verwendet. Der Hochpassfilter filtert je nach Radius Bildstellen mit Detailkontrast und lässt diese „durch“. Alle anderen Stellen werden auf ein Neutrales Grau gesetzt. Er beschreibt also, wie hoch der Unterschied von einem zum anderen Pixel ist und weist diesem den Wert zu. Je höher der Radius, desto mehr Pixel werden zum Vergleich herangezogen PSD-Tutorials.de

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und verglichen. Daher kann man mit großem Radius auch „unruhige Flächen“ ausgleichen. Das Ergebnis des Hochpassfilters ist im Prinzip die unscharfe Maskierung die der „Unscharf Maskieren“-Filter verwendet, der dann anhand der Maske die Bildstellen weiter betont (Stärke) und auch weiter differenzieren kann (Schwellenwert). Der Hochpassfilter wird ja gerne zum Schärfen verwendet, was aber auch nur mit entsprechendem Ebenenmodus klappt. Meine Einstellungen für die beiden Filter könnt ihr hier sehen:

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Schritt 19: Anschließend muss man den Filter nun noch selektiv auf die Haut auftragen. Dazu erstellt ihr mit gedrückter ALT-Taste eine Ebenenmaske...somit wird alles ausgeblendet. Jetzt müsst ihr noch mit dem Pinsel und weißer Vordergrundfarbe die Korrektur auftragen.

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Schritt 20: In diesem Schritt wollen wir den Hautton des Models anpassen. Von Vorteil ist hier ein kalibrierter Monitor, um die Hautfarben beurteilen zukönnen. Ich korrigiere die Farben gerne in „CMYK“, da dieses Farbraum-Modell für mich einfacher zu verstehen ist, zudem arbeiten auch die wichtigen Eintsellungsebenen wie beispielsweise die „Selektive Farbkorrektur“ auf Grundlage von CMYK, intern läuft zwar alles über LAB aber wer sich die Regler mal anschaut, sollte wissen, was ich meine ;) Die Funktionsweise der selektiven Farbkorrektur lässt sich mit Farbton/Sättigung vergleichen, allerdings basiert Farbton/Sättigung auf dem HSB-Farbmodus und die Selektive wie oben schon angesprochen auf CMYK. Dennoch lassen sich hier RGB-Bilder bearbeiten. Wir erstellen uns nun also zunächst einmal eine Auswahl, die nur die Haut umfasst. Dazu eignet sich die Farbbereichs-Auswahl (Auswahl-Farbbereich) bestens. Einfach mit gedrückter Shift-Taste und der Pipette die Haut abfahren. Die nun erstellte Auswahl sollte man im Maskierungsmodus nun weiter optimieren.

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Schritt 21: Wir lösen den Maskierungsmodus wieder auf (Q) und wählen eine Einstellungsebene (Selektive Farbkorrektur). Man kann hier nun nach Augenschein arbeiten und die Farben anhand des Monitors korrigieren (Voraussetzung ist natürlich ein kalibrierter Monitor). Ich empfehle euch aber, die Informationspalette aufzurufen und euch mit dem Farbaufnahme-Werkzeug (I) 2-3 Messpunkte zusetzen (Lichter, Mitteltöne, Tiefen) und den Modus auf CMYK umzustellen.

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Schritt 22: Die richtigen Hauttöne sind sehr wichtig, denn unser Auge differenziert einen Gesunden von einem unnatürlichen Hautton in geringen Differenzen. Zuviel gelb und die Person wirkt kank, zu viel Magenta und man könnte meinen, die Person regt sich gerade sehr auf ;). Allerdings unterschieden sich die Hauttöne natürlich auch regional; im asiatischen Bereich wirken gelbliche Hauttöne gesund, im Norden werden sie etwas blasser und in den Ländern weiter im Süden sind die Hauttöne deutlich dunkler. Für einen Miteleuropäer kann man folgende Faustformel im Hinterkopf behalten: In RGB ist ein Hautton in Ordung, wenn Blau den niedrigsten Wert hat, Rot den höchsten (etwa doppelt so hoch) und Grün etwas unterhalb der Mitte zwischen Rot & Blau anzutreffen ist. In CMYK sollte Cyan in allen zeichnenden bereichen vorhanden sein (zwischen 10-25%), Magenta sollte etwa 30-40% über Cyan sein und Gelb nochmals 5% über Magenta. Schwarz kommt dann in den zeichnenden Tiefen hinzu. Das Ganze kann man aber wirklich nur als grobe Faustregel betrachten, da alleine die Lichtsituation schon einen anderen Hautton natürlicher wirken lässt. Öffnet nun den Dialog der Selektiven Farbkorrektur und wählt als Methode Relativ. Der Unterschied liegt in der Berechnung. Relativ arbeitet mit Prozenten und Absolut dagegen mit festen Werten. Meine Einstellungen sahen wie folgt aus:

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Schritt 23: Nun wollen wir das Gesicht und den Körper des Models formen. Um dem Gesicht mehr Tiefe zu verleihen, muss man Licht & Schatten einmalen oder auch akzentuieren. Wichtig ist, dabei stets die Lichtverhältnisse bei der Aufnahme zu berücksichtigen, ansonsten kann das Ergebnis sehr schnell künstlich aussehen. Um Bereiche aufzuhellen/abzudunkeln gibt es mehrere verschiedene Techniken, von Gradationskurven über Neutrale-Grau-Ebenen im Ebenenmodus Weiches Licht bis hin zu dem Abwedler & Nachbelichter. Viel wichtiger als die Technik ist allerdings, zu wissen wo man aufhellen und wo man abdunkeln muss. Ich habe hier im Forum dazu einen sehr guten Buchtipp bekommen (danke mai31 ;). Das Buch heißt All about Make-up von Kevyn Aucoin. Daher hier mal eine kleine Übersicht: Highlights:

• Am Brauenbogen • In der Mitte des Augenlids • Mitte der Stirn und entlang des Nasenrückens PSD-Tutorials.de

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Wangenflächen und an der Partie unter den Augen Rund um den Mundwinkel In Kinnmitte bis unter die Lippen Am Schlüsselbein An der Rundung der Brust

Schattierungen:

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Die Wangenhöhlen Unter dem Kinn und den Hals abwärts Die Seiten der Nase und unter der Nasenspitze In der Lidfalte Die Schläfen Die Höhlung oberhalb und unterhalb des Schlüsselbeins Rund um den Haaransatz

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Schritt 24: Ihr könt euch also eine neue Neutral-Grau-Ebene im Ebenenmodus Weiches Licht erstellen, dazu mit gedrückter ALT-Taste auf das „Neue Ebene“-Symbol in der Ebenenplatte und die entsprechenden Einstellungen vornehmen oder PSD-Tutorials.de

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eben wie ich mit den Gradationskurven arbeiten. Dazu erstellt ihr euch 2 Gradationskurven und invertiert die Ebenenmaske. Die eine benennt ihr Dodge und die andere Burn. Die Dodge-Einstellungsebene hellt ihr nun in den MitteltĂśnen auf, die Burn-Einstellungseben dunkelt ihr ab:

Schritt 25: Wichtig ist, mit einer geringen Deckkraft von ca. 5-10% zu malen, so hat man wunderbar Kontrolle und kann ganz gezielt die Lichter & Schatten auftragen. Das Eanze erfordert etwas Erfahrung und GespĂźr fĂźr Licht & Schatten. Links meine Burn-Maske und rechts die Dodge-Ebene:

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Schritt 26: Ja, zu einem Modell gehört in der Regel auch etwas Make-Up. Ich erstelle mir das am liebsten mittels einer Farbton/Sättigung-Einstellungsebene, wo ich dann den Farbton, die Sättigung sowie die Helligkeit verändern kann. Wichtig ist eine weiche Auswahl sowie, die Sättigung etwas zu reduzieren, um einen natürlicheren Eindruck zu schaffen.

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Schritt 27: Der letzte Schritt ist bei mir in der Regel immer das Anpassen der Kontraste sowie eine Schärfung. Ich habe dazu den Hochpass-Filter auf einer separaten Ebene (STRG+SHIFT+ALT+E) im Ebenemodus Weiches Licht angewendet. Anschließend mittels USM dem Bild die finale Schärfe verpasst.

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Die Bilder wurden von Steffen Löffler, einem sehr talentierten Fotografen aus Fulda bereitgestellt. (www.hochzeitsfotograf-fulda.de) Ich hoffe, ihr konntet einiges lernen und ich wünsche euch nun viel Spaß beim Ausprobieren sowie Anwenden Bei Fragen und Verständnisproblemen könnt ihr euch gerne an mich wenden und mir eine PN schicken. Euer RedRum (Robby Hübner)

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