Garten_Moritzplatz_Berlin_Gartenbuch_2021

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Gemeinschaftsgarten Moritzplatz Berlin Kreuzberg

Nachbarschaftsund Inklusions-

Garten Moritzplatz

Berlin – Kreuzberg

Jahrbuch der Aktiven und der Nachbarschaft

2021

Heft Nr. 2


Impressum: Der Prinzessinnengarten Kreuzberg existiert seit 2009 und hat sich nach einem Trägerwechsel im Jahr 2020 zu einem selbstverwalteten, offenen Nachbarschaftsund Inklusionsgarten am Moritzplatz entwickelt. Ziel ist, den Garten dauerhaft als Gemeingut zu sichern.

Die Bilder und Textbeiträge dieses Gartenjahrbuchs sind freie Beiträge von Menschen und Gruppen im Garten. Das Buch spiegelt deren Vielfalt und soll zum Entdecken und Erinnern einladen. Viel Freude dabei. AG Redaktion

Webseite mit den Öffnungszeiten: prinzessinnengarten-kreuzberg.net Schreibt an: info@prinzessinnengarten-kreuzberg.net

Transparenz: Der Druck dieses Gartenjahrbuchs sowie Pacht- und weitere Kosten, die durch den Betrieb des Gartens entstehen, werden durch eine Zuwendung des Landes Berlin finanziert. Mehr Informationen dazu auf: common-grounds.net.

Berlin im Dezember 2021 Papier: Circle Offset Druckerei: Die Umweltdruckerei Auflage: 120

für alle offener


Die Öffnungszeiten werden jede Woche Sonntags neu im Plenum festgelegt


Einleitung

Viele werden! Der Nachbarschaftsgarten am Moritzplatz in Kreuzberg ist für alle offen Seit Anfang 2020 hat sich im Garten am Moritzplatz vieles verändert. Hier entsteht, getragen von einer Vielzahl sozialer und solidarischer Initiativen und Nachbar:innen, ein inklusiver Gemeinschafts­garten. Der Garten wird täglich durch und für die Nachbarschaft geöffnet, auch im Winter. Gerade in pandemischen Zeiten bietet er vielen Gruppen einen sicheren Ort. Nach dem Wegzug der Nomadisch Grün gGmbH, die dort bis Ende 2019 eine Gärtnerei mit Café betrieben hat, fand sich eine Gruppe engagierter Menschen zusammen, die hier einen nichtkommerziellen, basisdemokratischen, selbstorganisierten und inklusiven Ort von und für Nachbar:innen und solidarische Initiativen entwickelt.

Hier gibt es nichts für Geld Jeden Tag wird der Garten von Ehrenamtlichen für die Allgemeinheit geöffnet. Allen Menschen, besonders aber auch verletzlichen und gesellschaftlich ausgegrenzten Gruppen, soll ein Ort geboten werden, an dem sie sich treffen, austauschen und sicher fühlen können. Pächter des Gartens ist der Verein Common Grounds, der sich aber in allen

Angelegenheiten, die den Garten betreffen, im Hintergrund hält und dem wöchentlich tagenden Garten­plenum untergeordnet ist. Hier, mitten im Schmelztiegel des Spätkapitalismus, zwischen Oranienstraße und Prinzenstraße im Kreuzberger Norden, wo kleine Gewerbetreibende seit Jahren verdrängt werden, wo der Immobilienkonzern Pandion hochpreisige Gewerbeimmobilien baut und „Artwashing” genauso wie „Greenwashing” betreibt – hier entsteht eine Oase, ein grüner Um­welt- und Lernort für alle.

Im Garten am Moritzplatz gibt es nichts zu kaufen. Der Garten hat sich bewusst für eine Ökonomie des Beitragens, nicht des Geldes entschieden. Es gibt keine Chefs und keine Angestellten, alle arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Jeder gibt, so viel er will und kann und trägt so zum Garten bei. Manche Besucher:innen sind zunächst erstaunt, dass kein Café oder Flohmarkt mehr da ist. Nachdem der erste Schreck über das „Wirklich-nichts-kaufenKönnen” aber überwunden ist, das Konzept erklärt und Fragen beantwortet wurden, kommt meist


Viele werden!

Freude auf. Schnell ist etwas für ein Picknick besorgt und ein lauschiges Plätzchen im Garten gefunden. Egal ob zwischen den Beeten, in den grünen Hängematten im kleinen Wäldchen oder an den Tischen in der Sonne, jede:r findet hier seinen Lieblingsort.

Neue ökologische und soziale Beziehungen Im Garten gibt es keinen Müll. „Reste” müssen beim Verlassen des Gartens wieder mitgenommen werden. Biogut aus der Nachbarschaft nimmt der Garten hingegen gerne an, um durch Kompostierung (Bokashi und Wurmkompost) den Boden wieder aufzubauen. Da der Untergrund vor allem aus dem Schutt des im Krieg zerstörten Wertheim-Kaufhauses besteht, betreibt der Garten ohne Zweifel eine bessere „Bodenaufwertung” als seine beton- und damit hochgradig CO2-lastigen Nachbar-Neubauten. Neben der Entsiegelung und dem Aufbau des Bodens, dem Aufbau von Bezie­h­ungen sowie der Beobachtung und permakulturellen Entwicklung der Fläche gehört zu den aktuell bestimmenden Themen auch der Aufbau einer neuen Infrastruktur. Geplant sind unter anderem der Bau eines Brunnens für eigenes Wasser, einer Solaranlage für eigenen Strom und eines Gewächshauses. Des Weiteren werden heimische, insektenfreundliche und bodenverbessernde Stauden gepflanzt. Die Planung und Umsetzung der Infrastruktur­projekte hat im September begonnen. Immer ist dabei ausschlaggebend, was der Garten wirklich braucht. Angestrebt werden zukunftsweisende, dauerhafte, kostengünstige Lösungen, denen das Prinzip der Kreislaufwirtschaft zugrunde liegt. Neben Einzelpersonen und kleinen Grüppchen, die ihre Mittagspause hier verbringen, sich auf einen Schwatz treffen oder mit ihren Kindern spielen, nutzen politische und andere Gruppen den Garten. Es gibt Küfas (Küche für alle), die Kiezkantine kocht, Selbsthilfegruppen treffen sich regelmäßig, Gruppenplena werden abgehalten, Kitagruppen gärtnern, Geflüchtete aus der nahen Notunterkunft Stallschreiberstraße verbringen hier ihre Nach­mittage. Die Lebenshilfe bietet regelmäßig dienstags um 14 Uhr eine Suppenküche nicht nur für Obdachlose an und führt regelmäßig künstler­ische Workshops durch. Das „Parkraumgetier”, das im öffentlichen Raum auf das Parkblech-Problem aufmerksam macht und bei Aktionen als Tribüne genutzt werden kann, teilt sich den Garten mit der örtlichen Fauna als Rückzugsraum. Vereine wie Wildwasser und United Action sowie Selbsthilfegruppen halten zwischen den Beeten regelmäßig ihre Treffen ab. Es gibt Kindertheater, Lesungen und vieles mehr. Die „Nutzer:innen” wandeln sich nach und nach auch zu Gartenkümmer:innen und bauen eine dauerhafte Beziehung zum Ort auf, den sie gemeinsam mit allen als Allmende erhalten wollen.

Alle können mitmachen Jeden Sonntag um 12 Uhr findet ein für alle offenes Plenum statt, bei Regen im Zirkuszelt. Hier wird über alle wichtigen Belange des Gartens beraten und es werden gemeinsam Beschlüsse gefasst. Gleich zu Beginn werden die täglichen Öffnungszeiten für die kommende Woche organisiert. Es gibt Berichte aus dem Garten, aus den Arbeitsgruppen, die sich um ständige Aufgaben und Bereiche kümmern, sowie aus Kleingruppen, die sich vorüber­ gehenden Fragen widmen. Externe Anfragen werden am Ende des Plenums besprochen. Für einmalige oder externe Veranstaltungen ist es notwendig, dass sich eine „Patin” bereit erklärt, die Betreuung des jeweiligen Projekts zu übernehmen. Wenn Gruppen, die sich regelmäßig treffen, im Garten Veranstaltungen abhalten, übernehmen sie die Patinnenschaft selbst. Dazu gehört es zum Beispiel, die Kommuni­ kationsstrukturen des Gartens zu nutzen, um die Veranstaltung nach außen zu vermitteln, vor Ort den Garten für die Allgemeinheit zu öffnen, das Kompostklo zu reinigen und Ansprechperson zu sein. Für Menschen, die Lust am Gärtnern haben, gibt es feste Gartenarbeitstage, an denen einfach mit angepackt werden kann. Fast alle Beete sind Gemeingut, nur wenige Beete sind an feste Gruppen vergeben. Es gibt zahlreiche Aufgaben und Projekte, die auf viele Schultern verteilt werden wollen, denn alle Tätigkeiten im Garten sind ehrenamtlich. Der Garten braucht beständig viele helfende Hände – ob für ein paar Stunden oder regelmäßig. Jede:r kann mitmachen, jede Hilfe ist willkommen! Besonders für die Infrastrukturprojekte braucht der Garten jetzt jede Hilfe. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Alle bringen ihr vorhandenes Wissen ein und teilen es, lernen vonund miteinander. Jeder und jede ist auf irgendeinem Gebiet Expert:in. Um das Basiswissen zu vertiefen, werden Workshops zu den unterschiedlichsten Themen selbst organi­ siert. Immer nach der Devise: Alle gemeinsam sind wir der Garten.

Traut euch! Langfristig geht es darum, den Garten am Moritzplatz dauerhaft als Gemeingut zu erhalten. Der Garten soll sich selbst tragen können und strebt eine Kosten­minimierung an. Im September wurde dazu ein offener Brief an die Politik formuliert. Wer mehr wissen will, findet viele Informationen auf der Internetseite. Man kann auch einfach vor­ beikommen und die Leute ansprechen. Außerdem wird jeden Sonntag um 12 Uhr zum offenen Gartenplenum eingeladen. Die Garten-Aktiven zuerst erschienen in DER RABE RALF Oktober/November 2021 (Seite 13)












Gruppen

Liebe Freundin, lieber Freund, folgenden Bericht am Ende des Newsletters habe ich von David über die Zusammenarbeit aus dem Bilgisaray in der O45 mit den Macher:innen von Common Grounds e.v. im Garten am Moritzplatz bekommen. Was sie alles in den letzten Monaten auf die Beine gestellt haben und stellen ist großartig, solidarisch, schön, berührend, einfach nur super. Geht es euch mal anschauen. Und was sie in den nächsten Monaten nicht alles in der Planung haben. Und es freut mich natürlich besonders, dass das Bilgisaray-Prinzip, die Welt solidarisch zu sehen und zu organi­ sieren, auf den Garten übertragen wurde. (...) Das Bilgisaray ist nun schon fast zwei Jahre in der O45 (...) und teilt sich die Räume mit Common Grounds e.V., dem Trägerverein des Gartens am Moritzplatz. Seit dem Sommer 2020 und der Wiedereröffnung des Gartens ist es zu einer sehr schönen und inten­siven Kooperation gekommen. Denn der Garten soll nicht nur eine ökologische Rolle sondern auch einen Part in der Tansformation zur sozialen Stadt übernehmen. Das „Bilgisaray-Prinzip” der Gruppen, die selbstverantwortlich Räume kommerzfrei nutzen, verwalten und pflegen, wurde auf den Garten übertragen.


Bilgisaray

Es gab Workshops (z.B. mit Fridays for Future, united action) und andere Selbstorganisation geflüchteter Menschen (Kiezkantine), Treffen der Ora Nostra, und andere diverse Vereine und Gruppen aus dem Kiez nutzten in der Zeit der Pandemie die Möglichkeit sich im Garten (...) zu treffen und zu arbeiten. Nachbarn nutzen das Gelände als „ihren” Garten. Eine Vielzahl baulicher Aktivitäten, insbesondere Bodenaufbereitung, Anlage von Beeten, einer Boule-Bahn, der Gartenwerkstatt und vorbe­reitende Planungen fanden in offenen Sitz­ungen statt. Dabei wurde die Grundidee eines kommerzfreien und inklusiven Ortes, der sich durch und mit Anwohnern und Interessierten Gruppen entwickelt, in konkrete Praxis umgesetzt. Für Veranstaltungen und Workshops verwaltet Common Grounds einen öffentlichen Kalender. Es gibt regelmässige Öffnungszeiten und Treffen für interessierte Anwohner und verantwortliche Schlüsselinhaber. (...) Die Sitzungen finden wöchentlich statt. Im Winter findet eine Suppenküche (gemeinsam mit anderen Organisationen im Kiez (Kotti e.V., Kältehilfe) statt.

Geplant sind Brunnenbau und Solaranlage sowie der Ausbau der Organisationsstruktur, Kooperationspartner Betrieb des Zirkuszeltes für Gruppen. Ab Frühjahr soll es einen Kinderbe­ reich und Open Air Kino, weitere Kooper­ationen mit Theatern und Kulturvereinen, ein Teehaus (gratis), die Anlage einer Bienenwiese, die Errichtung einer Toilette für Alle, die von schwer mehrfach eingeschränkten Menschen komfortabel genutzt werden kann, geben. Je nach Pandemielage bieten wir weiterhin Gruppen und Initiativen gerne ein Forum, sich im Garten zu treffen. Die Gruppen die sich engagieren wollen, bekommen einen Schlüssel. Wenn Sie einen Termin für das Zelt oder die Laube haben oder aber ein Beet anlegen wollen, können sie entweder am sonntäglichen Plenum (12.00  – 14.00 Uhr) teilnehmen, oder sich über Common Grounds anmelden. Es werden noch immer Menschen, Ideen und Mittel gesucht, um den Garten am Moritzplatz zu einem offenen Ort zu machen. Mit viel sevgi und selam, Ilker

Auszug aus [Bilgisaray Newsletter] Bilgisaray trifft Prinzessinnengarten vom 14.Januar 2021






Gruppen


Lebenshilfe e.V.

Warum ist der Garten für euch wichtig? Was habt ihr im Garten gemacht, und was sind eure Pläne für das nächstes Jahr? Dieses Jahr hat die Kunstwerkstatt im Garten in Kooperation mit der berlinischen Galerie gleich drei Sommerworkshops unter dem Oberbegriff „An der frischen Luft” durchgeführt. Dabei wurden der Garten und die unmittelbare Umgebung gemeinsam mit den Teilnehmern mit Zeichenblock, Kamera und Handy begangen und alles festgehalten, was erstaunlich, schön oder einfach bemerkenswert war. Die Ergebnisse wurden in unserem inklusiven Druckworkshop bearbeitet und an­schliessend ausgestellt. Die Lesungen der Reihe „Die Kunst der Einfachheit” fanden pandemie­bedingt im Garten statt und waren ein voller Erfolg, so dass der Verlag auch in Zukunft in dem schönen Ambiente des Gartens Open-AirLesungen anbieten wird. Wir haben gemeinsam mit dem Familiengarten das diesjährige Fest der Nachbarn ausgerichtet. Es wurden an diversen Ständen Kunst zum Mitmachen und Kräuter zum Einpflanzen angeboten.Die Lebenshilfe organisierte zur „Fête de la musique” für die Nachbarn eines der wenigen Open-Air-Konzerte im Garten. Ein Highlight war sicher das Kindertheaterstück „Das Exil des Piraten”. Das Piratenabenteuer erzählt spielerisch das Schicksal zweier Menschen auf der Flucht, die mit Vorurteilen und Klischees konfrontiert werden. Piraten gehören doch auf See, oder? Und gibt es eigentlich auch Piratinnen? Wie verhält man sich denn richtig piratig? Am Ende liegt es in der Hand des Publikums, über den

Ausgang der Geschichte zu entscheiden. Die mobile Theaterinszenierung für Menschen zwischen 8 und 12 Jahren ermöglicht einen interaktiven Zugang zu den Themen Demokratie, Flucht und Ankommen. Wir haben uns gemeinsam mit „Women in Exile” in mehreren Workshops und Treffen mit der Situation geflüchteter Frauen beschäftigt, und die in der Kunstwerkstatt tätige Hildegard Wittur hat ihren Preis für Engagement der Organisation gestiftet. Herzstück unseres Engagements in dem Garten bleibt jedoch die im letzten Jahr eingeführte inklusive Suppenküche, die ursprünglich als Teil der Winterhilfe gedacht war und wegen des großen Zuspruchs durch­gehend wöchentlich stattfindet. Für im Garten engagierte Menschen, aber auch viele Nachbarn und Freundinnen wurde der Dienstag so ein zentrales Datum, zu dem sich viele zum Austausch bei einem kostenfreien Essen treffen. Möglich wurde dies durch die kontinuierliche Unterstützung des benachbarten Bioladens, dem Bilgisaray und anderer Unterstützer. Dafür an dieser Stelle noch einmal vielen Dank. Für das kommende Jahr ist geplant, den Garten – neben den gärtnerischen Tätigkeiten, der Kunst und der Suppenküche – für Sport und Freizeit zu nutzen und dazu die Boulebahn wieder zu eröffnen, die Tischtennis-AG auszubauen und einen Bogenschiessplatz einzurichten.


Gruppen

Dieses Jahr hat die Kunstwerkstatt im Garten in Kooperation mit der Berlinischen Galerie gleich drei Sommerworkshops unter dem Oberbegriff „An der frischen Luft” durchgeführt. Dabei wurden der Garten und die unmittelbare Umgebung gemeinsam mit den Teilnehmern mit Zeichenblock, Kamera und Handy begangen und alles festgehalten, was erstaunlich, schön oder einfach bemerkenswert war. Die Ergebnisse wurden in unserem inklusiven Druckworkshop bearbeitet und anschliessend ausgestellt.


Die Kunstwerkstatt der Lebenshilfe e.V.




Gruppen


Lebenshilfe e.V.: Kindertheaterstück „Das Exil des Piraten”




Gruppen


Lebenshilfe: jeden Dienstag Suppenküche

Herzstück unseres Engagements in dem Garten bleibt jedoch die im letzten Jahr eingeführte inklusive Suppenküche, die ursprünglich als Teil der Winter­hilfe gedacht war und wegen des großen Zuspruchs durch­gehend wöchentlich stattfindet. Für im Garten engagierte Menschen, aber auch viele Nachbarn und Freundinnen wurde der Dienstag so ein zentrales Datum, zu dem sich viele zum Austausch bei einem kostenf­reien Essen treffen. Möglich wurde dies durch die kontinuierliche Unterstützung des benachbarten Bioladens, dem bilgisaray und anderer Unterstützer.


Gruppen


Lebenshilfe: jeden Dienstag Suppenküche




Lebenshilfe: Die Lesungen der Reihe „Die Kunst der Einfachheit”


Hildegard Wittur (Kunstwerkstatt) hat ihren Preis für Engagement der Organisation „Women in Exile” gestiftet.



Lebenshilfe e.V.: „Fête de la musique”

Die Lebenshilfe organisierte zur „Fête de la musique” für die Nachbarn eines der wenigen Open-Air-Konzerte im Garten.








Gruppen


wildwassser selbsthilfe & beratung

EinJahrVierMonate ZweiWochen Und DreiTage Das ist exakt der Zeitraum seit dem uns der Garten am Moritzplatz ein Ort ist. Erst Ort zur Verwirklichung unseres Pandemiebewältigungsplans für die Beratungsarbeit, dann immer mehr Ort für immer mehr Bereiche des Projekt­ alltags – und damit Ort für viele Menschen, die in diesem Rahmen den Garten kennengelernt haben. Für unsere Arbeit und unsere Kämpfe ist es elementar, nach Strategien und Komplizen zu suchen, die uns ermöglichen das Handlungsspektrum zu vergrößern – und Wirklichkeiten schaffen aber auch abschaffen zu können. Komplizen finden wir tatsächlich eher in Zusammenhängen und Welten, die sich auf den ersten Blick nicht gleich als passend verorten lassen. Zumindest nicht, wenn, wie es gemeinhin immer noch oft geschieht, das Thema sexualisierte Gewalt und davon betroffene Menschen mit Austausch/ Unterstützungsbedarf oder in verschiedenen Notlagen, automatisch den Feldern der Sozialen Arbeit und Psychotherapie zugeordnet wird. Der Garten als gemeinschaftlicher Raum, so wie er gedacht und gelebt wird, wie er uns aufgenommen hat, lernen und Teil sein lässt, ist ein großer Schatz. Und eine Wohltat die Abwesenheit jedweder Professionalisierung und Kommerzialisierung. Macht sie überhaupt erst möglich, dass der Garten zu einem wirklichen Ort werden konnte. Zu einem Ort für uns alle!

Die wildwassser selbsthilfe & beratung ist ein 1982 aus einer Selbsthilfegruppe entstandenes Projekt von und für Betroffene sexualisierter Gewalt in der Kindheit. In den Projekt-eigenen Räumen in Kreuzberg gibt es eine Beratungsstelle im Dachgeschoss und Ladenräume, die das Zuhause zahlreicher Selbsthilfegruppen und verschiedener Community-Kooperationen sind. Kontakt: Friesenstr. 6 10965 Berlin Tel.: 030 – 693 91 92 Fax: 030 – 693 88 52 selbsthilfeundberatung.de


Gruppen


Kiezkantine und united action e.V.

„Durch die Kiezkantine ändern wir den Geschmack der Gesellschaft!” „Die Kiezkantine und die nette Versammlung im Garten am Moritzplatz kenne ich nur seit ein paar Wochen. Hier wird man durch Solidarität und Kollektivität begrüßt.” „Garten am Moritzplatz ist für mich ein Ort des Wachsens für uns mit allen Jahreszeiten.” „Sprießen und Deine Community finden, füreinander stehen und Blüte geben.” „Grün wachsen und sommerlich feiern, lachen und Widerstand leisten.” „Herbst erleben, erinnern, gedenken, trösten und umarmen.” „In sich gehen, reflektieren, zur Ruhe kommen und sich gegenseitig den Rücken warm halten.” „Einen Ort wie die Kiezkantine kannte ich vorher nicht. Seitdem ich in Deutschland bin ist es für mich ein wichtiger Ort, an dem wir uns unterhalten, uns ablenken und uns vergnügen können. Wir denken und schaffen uns zusammen eine Zukunft!”

Als anti-rassistischer Treffpunkt, als Kiez Küche und Community sind wir auch ein zweites Jahr lang jede Woche und in jeder Jahreszeit im Garten am Moritzplatz zusammengekommen. Wir kommen zusammen, um unsere Abende, unser Essen, unsere Community Spaces, Ressourcen, Sorgen, Spaß und unsere Geschichten zu teilen. Wir sind viele, wir sind schon lange dabei oder neu, wir sind engagiert und aktivistisch, wir sind unterschiedlich und wir sind gemeinsam stärker.




Gruppen


Kiezkantine




Gruppen

Im Garten der Prinzessinnen, ich sitze im Garten im Grünen. Laute Rockmusik dröhnt hinter mir in dieser Idylle. Das erinnert mich daran, dass ich nicht in der freien Natur bin, sondern nur in einer kleinen Oase mitten in der Stadt. Vor mir in den Beeten sehe ich ein Schild, auf dem eine Eule gemalt ist. Nanu, wo sind denn hier Tiere? Außer einer schnorchelnden franz­ösischen Bulldogge nichts zu sehen. Das erinnert mich daran, dass an meinem Haus dieses Jahr zum ersten Mal keine Singvögel kamen. Das erste Jahr trällern nachts um 24 h nicht die Nachtigallen los. Anfangs hielt ich das nächtliche Jubilieren erschreckt für eine Sinnestrübung. Nun ist der schöne Gesang verschwunden. Ich vermisse sie sehr, und es macht mir Angst. Was verschwindet als nächstes? Auch die Wespen sind merklich weniger geworden. Die vermisse ich zwar nicht, aber was sollen die Vögel auch fressen, wenn 70 Prozent der Insekten schon ausgerottet sind. Wenn die Vögel verschwinden, wird der Klimawandel vor der Haustür spürbar. Dann kommt es einem nah, die Veränderungen. Dann ist es nicht der weit entlegene Regenwald, oder Indien, oder das Sintflut anmaßende Sturzwasser in Süddeutschland. Noch tut es vor meiner Haustüre noch nicht weh, noch stirbt niemand in meiner Umgebung an den Veränderungen. Ich sehe einen sich windenden Weg vor mir. Eine schiefe Pflanze kann auf dem krummem Blumenkübel, der auf einem schiefen Amboss steht, noch gerade ihr Gleichgewicht halten. Daneben wächst eine Sonnenblume aus der Erde heraus. Ihre Blüte hängt schief zur anderen Seite. Sie geleitet den Fußgänger über den Weg zum Tor hinaus. Ein Tor zum Hin­ ausgehen, das ebenfalls in etwas hineinführen kann.

Heike Löbbert, 26.08.21


Funkenflug

Der Garten

Urwüchsig, verwunschen, romantisch lauer Wind umfängt alles – der Garten.

Bienen, Schmetterlinge und Käfer Lebendigkeit und Vielfalt – der Garten. Duft von Bäumen, Pflanzen und Erde Erinnerung an Kindheit – der Garten. Kostenloses Grünbaden, ehrgeizige Sonnenblumen die zum Himmel streben – der Garten. Flair von Gemüseeintopf, hergestellt in freier Natur Knurrender Magen – der Garten. Sabine Wilde


Gruppen


Mellifera e.V. Regionalgruppe Berlin

„Die Bienen sind wichtig für den Garten und vice versa, ein idealer Austausch von gegenseitiger Befruchtung.” Was ist diesen Sommer im Garten mit den Bienen passiert? Imkerkurse: Einige Kurstermine für wesensgemäße Bienenhaltung fanden im Garten am Moritzplatz statt. Die Teilnehmer lernen den eigenverantwort­ lichen Umgang mit Bienen im Bienenjahr und können im Anschluss selber Bienenvölker betreuen und führen. Dabei ist uns neben der Arbeit mit dem Schwarmtrieb und Naturwabenbau auch die Überwinterung auf eigenem Honig wichtig. Bienenführungen: Wir haben für Schulklassen Bienenführungen zu den Bienenvölkern organisiert, um Schülern neben theoretischem Unterricht auch durch praktische Erfahrungen Wissen zu vermitteln. Regionalgruppentreffen: Einige Regionalgruppentreffen fanden im Sommer an der Laube im Garten am Moritzplatz statt. Diese Regionalgruppen­treffen dienen dem imkerlichen Austausch der Interessierten für wesensgemäße Bienenhaltung und werden von Menschen besucht, die uns über unsere Webseite finden, oder die bei uns im Mellifera-Berlin Verteiler registriert sind. Bienenvölker: Wir haben unterschiedliche Bienenbehausungen, in denen sich die Bienen wohlfühlen. Dabei sind ausgehöhlte Baumstämme, sogenannte Klotzbeuten, Mellifera-Einraumbeuten, und Beuten im Deutsch-Normalmaß. Den Verlust von im Winter 2020 / 2021 nicht überlebenden Bienen­ völkern haben wir durch Zukauf von Bienenvölkern von befreundeten Imkern im Frühjahr ausgeglichen

und zusätzlich durch Schwärme in der Schwarmsaison aufgestockt, so dass wir im Juli mit sechs Bienenvölkern die Bienensaison abschließen könnten. Im Frühjahr war es oft zu kalt und zu naß, so dass sich die Bienenvölker erst im Juni besser entwickelt haben. Ein Wespenvolk wurde ausfindig gemacht und umgesetzt, allerdings war durch die günstige Witterung im Herbst der Wespendruck weiterhin sehr stark. Alle Bienenvölker hatten sehr zu leiden in der Verteidigung gegen die Wespen und der Druck auf schwächere Völker hat dazu ge­führt, dass wir zwei Völker aufgeben mussten, die den Wespen­attacken nicht mehr standhalten konnten. Somit gehen wir mit vier Völkern in die Überwinterung und hoffen auf eine erfolgreiche Auswinterung im Frühjahr, wo die Bienen zu neuem Leben erwachen. Warum ist der Garten wichtig für euch? Der Garten ist das Zentrum unserer Mellifera Regional­gruppe Berlin. Hier können wir unsere Treffen abhalten, Bienenführungen und andere Veranstaltungen und Workshops machen. Die Bienen sind wichtig für den Garten und vice versa, ein idealer Austausch von gegenseitiger Befruchtung.



Mellifera e.V. Regionalgruppe Berlin


Gruppen

„Der Garten am Moritzplatz ist für uns eine Oase – inmitten der Berliner / xberger Hektik. Ein wundervoller Ort für Schönes in einer Welt, in der das Schöne manchmal verloren gegangen zu sein scheint: zum Feiern und Spaß haben. Und so unkompliziert!”

Garten am Moritzplatz: ein Refugium für Alle Xenion, psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. berät traumatisierte Geflüchtete während ihres Asylverfahrens. Wir versuchen diese Menschen (so gut wie wir können) zu begleiten auf dem Weg in Deutschland / Berlin anzukommen. Diese Menschen haben oft fürchterliches Leid erfahren und brauchen soviel Unterschiedliches (z.B. Zugang zu Informationen, konkrete Unter­stützung in unterschiedlichen Lebens­phasen, aber insbesondere einen Ort des Willkommenseins, einen liebevollen geschützten Ort der Ruhe, um Kraft schöpfen zu können. Und genau das haben wir Mitarbeitende und eben auch die Ratsuchenden im Garten am Moritzplatz finden können. Hier konnten wir ein kleines Vereinsfest abhalten – hier hat die Weltpremiere unserer Rapgruppe (vor begeistertem Publikum) stattfinden können, hier wurde insbesondere während Coronazeiten (als alles so schwierig und kompliziert wurde) ein Ort der Begegnung und so manche Beratung und Gruppen­treffen möglich. Hier lässt sich die Liebe und Mühe der Menschen, die sich um den Garten kümmern, spüren. Schön dass es Euch gibt! Danke für eure tolle Arbeit!! i.A.: Doro Bruch Projektkoordination Soziale Arbeit XENIOn e.V. xenion.org


Xenion e.V, Funkenflug, Wortschatz (united action e.V.), Schnittstelle

„Im Sommer sind wir oft in den Garten am Moritzplatz über­gesiedelt, um uns von dem wunderbaren Garten inspirieren zu lassen.”

Seit September treffen wir uns alle 1 bis 2 Wochen im Garten für unseren Deutsch-Sprachkurs „Wortschatz”. Hier können Frauen mithilfe von kleinen Texten und Szenen spielerisch die deutsche Sprache erlernen oder vertiefen. Neue Frauen sind immer willkommen! Wortschatz-Sprachkurs angeleitet von Franca und Patricia, Studentinnen der Theaterpädagogik und Sozialen Arbeit

In 2021 haben wir uns an der Wandelwoche beteiligt und diese Stadttour organisiert, die den Abschluss im Garten hatte und dort mit einem lebhaften Gespräch abgeschlossen wurde. Hier die Einladung : Wir vom Solihandelsnetzwerk / DirektKonsum be­reiten euch ein 6-gängiges Menü. Auf der Karte ist für die verschiedenen Geschmäcker was dabei, auch über den Tellerrand soll geschaut werden. Gereicht wird euch eine (unvollständige) Übersicht verschiedener Ansätze des solidarischen Handels. Es geht um politische Initiativen, die praktisch unterstützen oder Öffentlichkeit organisieren, verschiedene Arbeitskollektive und um direkteren Einkauf.

Wir sind eine Gruppe von Menschen, die Malerei und Literatur lieben und in der Werkstatt für Kunst „Funkenflug” ein Forum haben, eigene Texte und Bilder zu entwickeln und zu veröffentlichen. Im Sommer sind wir oft in den Garten am Moritzplatz über­gesiedelt, um uns von dem wunderbaren Garten inspirieren zu lassen. Funkenflug – Werkstatt für Kunst Zuverdienst Friedrichshain Kreuzberg Prinzessinnenstr. 16 10969 Berlin

Die Fahrradtour startet bei Dr. Pogo und endet am Moritzplatz. An den verschiedenen Stationen wird es inhaltliche Appetizer geben und zum Abschluss dann den Raum für Fragen, Anregungen und Vernetzten. Wer mehr zur Wandelwoche wissen will: bbb.wandelwoche.org/wandelwoche-2021 Schnittstelle


Gruppen


Kotti-Kitas pflanzen im Garten am Moritzplatz

Kotti-Kitas pflanzen im Garten am Moritzplatz Im Frühling 2021 wurde die Saat für eine weitere Kooperation zwischen Kotti e.V. und dem Garten am Moritzplatz gesät: Alle drei Kotti-Kitas bauten über den Frühling und Sommer in eigenen kleinen Beeten Gurken, Tomaten, Kräuter, Blumen und vieles mehr an. Mit ihren Eltern und der Kitagemeinschaft schauten die Kinder über die Sommermonate immer wieder im Garten vorbei, um die Beete zu gießen, den Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen, Unkraut zu jäten oder einfach in der kleinen Gartenoase zu verweilen. Der Garten am Moritzplatz wurde also ein wichtiger Lernort für die Kotti-Kinder und wir hoffen, daß wir auch im nächsten Jahr wieder in unseren kleinen Beeten arbeiten und ganz viel über die Pflanzenwelt erfahren. Auf den Fotos sind die Kinder der Kotti-Kitas zu sehen, wie sie ihr Beet selbst umgraben und für das Pflanzen vorbereiten.


Gruppen: Seebrücke, AspE e.V.

Der Garten hat uns super herzlich empfangen und ist für uns als Lokalgruppe ein toller Ort, um uns zu treffen, auszutauschen und Aktionen zu planen. Wir haben ganz viel Platz, können uns aus­breiten und zwischen den Bäumen Ideen spinnen. Wir sind erst frisch dabei und freuen uns besonders auf den nächsten Sommer im Garten für mehr Treffen und bunte Aktionsplanung. Seebrücke

Berliner Treff am Moritzplatz von AspE e.V., ein wöchentlicher Treff für Menschen mit Flucht­ geschichte und für Berliner:innen, immer mittwochs, 15.00 – 17.00 Uhr in dem Garten am Moritzplatz. Seit dem Frühjahr 2021 findet unser wöchentlicher Treff nun im Garten am Moritzplatz statt, und viele Besucher:innen mit Fluchtgeschichte kommen gerne in den Garten, um sich hier von uns beraten zu lassen oder um einfach Leute zu treffen und zu quatschen. Der Garten ist eine Erholungsoase mitten in der Stadt. Die Atmosphäre sorgt bei uns immer automatisch für gute Stimmung. Wir wollen auch bleiben, wenn es jetzt kalt wird. Mal sehen, wie und ob wir das auch weiterhin mit guter Stimmung hinkriegen. Ansprechpartner für unseren Treff: Thomas Fertig, Mivage Bestvater und Wadad Chaer AspE e.V. Berlin aspe-berlin.de


Safespace und Rückzugsraum im Stadtstress


Parkraumgetier







Waldplatterbse


Kohl








AG Infrastruktur


re-use + re-pair




Ökologie


AG Boden und Biodiversität

Bodengesundheit und Vielfalt der Lebewesen Wir probieren mit teilweise sehr guten Ergebnissen verschiedene Möglichkeiten, die Gesundheit des Bodens und die Vielfalt der Lebewesen, die Biodiversität, zu verbessern. Wir haben Flächen umrandet und mit Holzschildern markiert, auf die wir das Zeichen der Eule gemalt haben. Dort sollen Menschen nicht herumlaufen. Denn nur dort wo Menschen nicht laufen, siedeln sich spontan Pflanzen an und können wachsen. Wir pflanzen Stauden und Sträucher, die sich über lange Zeit an den Lebens­raum in Berlin angepasst haben. Wir wählen solche Pflanzen, die besonders vielen Insekten Nahrung geben. Große Haufen mit Holzhäckseln liegen herum. Wir beobachten sie dabei, wie sie über die Jahre zu Erde werden.

Bokashi Einige von uns haben die Herstellung von Bokashi nicht nur gelernt, sondern praktizieren diese jeden Dienstag im Garten Das Biogut kommt von den wöchentlichen Küfas der Lebenshilfe, der Kiezkantine sowie „Fahrradfahren für Obdachlose” in der Küche der Bilgisaray. Nach einigen Wochen sind die Bioabfälle wie Sauerkraut fermentiert, das ist der Bokashi. Wir graben Boden aus dem Garten heraus und vermischen diesen mit dem fertigen Bokashi. Nach wiederum ein bis zwei Monaten sind die fermentierten Bioabfälle in dem Sand vollkommen zu Erde geworden und nicht mehr zu erkennen. In diese Erde pflanzen wir z. B. Sträucher.


Ökologie

Regenwürmer, Komposte und Mikroorganismen Es stehen auch mehrere Wurmkisten im Garten. Nachbar:innen füttern die Würmer regelmäßig mit frischem Bioabfall. Die Würmer hinterlassen guten Wurmhumus für alle Pflanzen im Garten. Wir setzen mehrmals im Jahr Komposte auf, indem wir eine große Menge an Bioabfall und Schnittresten aus dem Garten und Laub zusammentragen und zu einer Miete aufschichten. Diese Kompostmieten werden innen sehr warm. Sie bleiben über Monate ungestört liegen. In den Komposten leben und „arbei­ ten” Milliarden kleinster Lebewesen, die Mikroorganismen. Wenn alles gut läuft verwandelt sich der bunte Komposthaufen nach mehreren Monaten in einen gleichmäßigen dunklen Impfkompost. Diesen verteilen wir im Garten um die Gesundheit des Bodens überall zu verbessern. Das ganze Jahr über sprühen wir außerdem Mikroorganismen, die den Boden gesund machen, so oft wie möglich auf den Boden und die Pflanzen.


AG Boden und Biodiversität

Die Wege und das Wasser Wir streuen regelmäßig frische Holzhäcksel auf die Wege und die Aufenthaltsplätze. Diese Häcksel arbeiten wir in die oft harte, fast wasserdichte Wegdecke ein. Die Schicht darf nicht zu tief oder weich sein um Rollatoren und Rollstühle nicht zu behindern. Durch die vielen Füße, die die Holzhäcksel zerreiben, entsteht mit der Zeit eine lockere Auflage. Gleichzeitig lockert sich der Boden auch in die Tiefe – wahrscheinlich durch die Arbeit der Mikro­ organismen. Das Ergebnis ist sehr gut: Regenwasser steht nicht mehr lange in großen Pfützen sondern wird in den Boden aufgenommen. Es wächst an einigen Stellen schon trittfestes Gras durch die dünne Häckselschicht. Dadurch kann der Boden zusätzlich mehr Wasser aufnehmen und speichern. Im Garten ist es an heißen Tagen um vieles kühler als auf der Straße.


Ökologie

Vielfalt des Lebens Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich auf den geschützten Flächen eine größere Vielfalt der sich spontan ansiedeln­ den Pflanzen. Auch viele Schmetterlinge, Wildbienen und Vögel leben und brüten im Garten. Ein Bussardpaar kam ab Spätsommer in den Garten und holte sich Nahrung. In den Holzhäckselmieten leben die Larven der Nashornkäfer. Ein junger Fuchs und ein Waschbär sind auch häufiger im Garten und werden von Besucher:innen gerne beobachtet. AG Boden und Biodiversität


AG Boden und Biodiversität

Gundermann

Katzenminze

Cyperus Rotundus

Walch

Ostasiatische Duftnessel

Waldrebe

Stachelbeere

Taubnessel


Ökologie

Kamille

Jakobs-Greiskraut

Rauke

Prunkwinde

Klette

Gewöhnliche Mahonie

Echtes Seifenkraut

Gemeine Kratzdistel


AG Boden und Biodiversität

Eisenkraut

Rosskastanie

Kohl

Gemeine Akelei

Taubenskabiose

Beinwell

Apfel

Gemeines Leinkraut


Ökologie


Kompostwerkstatt 2021

„Mikroorganismen sind nicht nur die Meister der Kommunikation und tauschen sich rund über den Erdball aus, sie können auch auf alles Wissen zurückgreifen, was sie sich erarbeitet haben und was innerhalb ihrer Art gesammelt wurde. Es wäre so, als könnten wir Menschen auf alles Wissen zurückgreifen, was von Adam und Eva bis heute gemacht wurde. (...) Im Kompost haben sie die besten Lebens- und Arbeitsbedingungen, um alle Aufgaben zu meistern. Es ist eine Schule, wo wir sozusagen Hausmeister sein dürfen. Unsere Aufgabe ist es, uns um diese besten Lebens- und Arbeitsbedingungen im Kompost zu kümmern. Das Gelernte bringen sie dann später in andere Lebensbereiche mit und können es dort zum Wohle aller einsetzen. Hieraus entsteht der Kreislauf des Lebens, der nicht unterbrochen werden darf. Unsere Aufgabe besteht darin, ihnen ein guter Hausmeister und Freund zu werden und die Kreisläufe zu schließen.“ Stephan Lehmann und Alexandra Suchan IG Gesunder Boden

Kompostwerkstatt zur Förderung und zum Aufbau von humusbildenden und gesundheitsfördernden Symbiosen Benötigte Vorkenntnisse: Liebe zur Schöpfung. Dieser Workshop war gemeinsam organisiert mit dem Naturkindergarten Kreuzberg.


Ökologie

Die Herstellung von Ferment-Kompost Material sammeln Je bunter und artenreicher die Mischung ist, um so besser: 30% Gartenabfälle und alles was in irgend einer Form schon einmal ein Lebewesen war. 10% Frisches Gras, Legumi­nosen, Wildkräuter um den Prozess schnell zu starten. 30% Strukturreiches Material – fördert die Zirkulation im Komposthaufen. 10% Bio­abfall, der durch Milch­ säuregärung kalt fermentiert wurde (Boka­shi). 10% Löss­lehm oder der eigene Mineralboden ohne Humus­anteil. 10% reifer Kompost.


Kompostwerkstatt 2021

Material durchmischen Die richtige Feuchtigkeit des Materials einzu­ stellen ist das schwierigste bei der Kompostierung. Es sollte sich nur ein homogenes Gemenge bilden, damit sich ein geschlossenes Klein­klima mit der richtigen Feuchte bilden kann. Es ist hilfreich die Mengen der Zuschlags­ stoffe relativ genau zu bestimmen, da die Tem­peratur und der Temperaturverlauf davon abhängen. Am besten ist es, das Material in Lagen aufzuschichten, durchzumischen und dann aufzusetzen.


Ökologie

Kompost aufsetzen Das Material wird nicht hinein geschüttet, sondern immer von unten nach oben in Ringen aufgebaut. Jede Lage muss für sich in Form gebracht und ausgerichtet werden. Der Kompost hat einen Keller und ein Lüftungsrohr. So entsteht eine gleichmäßige Durchlüftung und das überschüssige CO2 zieht aus dem Fuß der Kompostmiete ab.


Kompostwerkstatt 2021

Die Fermentation Nach ein bis zwei Tagen steigt die Temperatur meist auf 70° C.Wenn diese Temperatur erreicht ist, muss der Haufen mit der richtigen Menge Wasser begossen werden. Hat der Haufen einmal die richtige Feuchte, läuft er meist pro­ blemlos bei 65° C. Wenn der Haufen 42° C erreicht hat, wird er aufgedeckt. Pilze, Bakterien und Mikroorganismen nutzen das Nahrungsangebot in Form abgestorbener Pflanzenteile und führen es dem eigenen Stoffwechsel zu. Auch Kompostwürmer, Regenwürmer und andere Lebewesen wie Schnecken und Schnegel und Dutzende weiterer Arten sind an der Zersetzung beteiligt. Entscheidend für den Erfolg und die Wirksamkeit des Kompostes ist der Artenreichtum der Mikroorganismen und Pilze sowie der ungestörte Verlauf der Fermentation über mehrere Monate.




Ökologie


Permakultur mit Asmelash Dagne

Asmelash Dagne: Permakultur-Design für nachhaltige Ressourcennutzung Permakultur ist die bewusste Gestaltung und Erhaltung produktiver Ökosysteme, die die Vielfalt, Stabilität und Widerstandsfähigkeit natürlicher Ökosysteme aufweisen. Permakultur fördert die Zusammenarbeit mit der Natur durch das Verständnis natürlicher Prinzipien. Die wichtigsten Ziele des Permakultur-Designs sind: —  ein nachhaltiges System zu entwickeln —  Die Verschwendung von Ressourcen innerhalb des Systems zu vermeiden —  ein System zu entwickeln, das seinen Anforderungen gerecht wird —  Erhöhung der Vielfalt, um die Stabilität des Systems zu gewährleisten Ziele der Ausbildung: —  Verstehen des Permakultur-Designprozesses —  Durchführen von Ressourcenanalysen —  Permakultur Design durch den Designprozess entwickeln —  Aktionsplan als Umsetzungsstrategie entwickeln Asmelash Dagne, Permakultur-Designer bestecodesign.wordpress.com


Ökologie


Kompostieren mit Bodenschätzen



Permakultur Workshop von Stefan Fischer (peace of land, Berlin)




Ökologie


Stauden pflanzen

2021 haben wir 27 verschiedene Arten von größtenteils heimischen, insektenfreundlichen und robusten Stauden gepflanzt, die ganzjährig nacheinander blühen, damit Schmetterlinge und Insekten das Jahr hindurch im Garten Nahrung finden: Agrimonia eupatoria Aruncus dioicus Aruncus ‘Johannisfest’ Aster pyrenaeus ‘Lutetia’ Clematis x jouiniana ‘Praecox’ Clinopodium vulgare Epilobium angustifolium Erodium manescavii Geranium sang. x procurrens ‘Dilys’ Geranium sylvaticum ‘Mayflower’ Geranium x oxonianum ‘Wageningen’ Knautia arvensis Lathyrus niger Lathyrus vernus Lavandula angustifolia ‘Hidcote’ Leucanthemum vulgare Lunaria rediviva Meum athamanticum Origanum vulgare ‘Faltertreff’ Persicaria filiformis Petrorhagia saxifraga Potentilla neumanniana Satureja spicigera Scrophularia nodosa Sedum ‘Carl’ Solidago shortii ‘Solar Cascade’ Stachys sylvatica


Ökologie


Stauden pflanzen


Ökologie


Sträucher pflanzen

20 verschiedene Arten von heimischen, insektenfreundlichen Sträuchern und Stauden finden im Dezember ein neues Zuhause im Garten: Cornus sanguinea s.l. Blutroter, Hartriegel Corylus avellana, Gemeine Hasel Cytisus scoparius, Gewöhnlicher Besenginster Euonymus europaea, Europäisches Pfaffenhütchen Prunus spinosa, Schlehe Rhamnus cathartica, Purgier-Kreuzdorn Sambucus nigra, Schwarzer Holunder Ribes nigrum, Schwarze Johannisbeere Ribes rubrum s. str., Rote Johannisbeere Rosa canina s. str., Hunds-Rose Athyrium filix-femina, Gemeiner Frauenfarn Dryopteris filix-mas, Gemeiner Wurmfarn Fragaria vesca, Wald-Erdbeere Polygonatum multiflorum, Vielblütige Weißwurz Rubus idaeus, Himbeere Vaccinium myrtillus, Heidelbeere Amelanchier ovalis Medik, Felsenbirne Crataegus L., nom. cons. p, Wroepissdorn Rubus fruticosus, Gewöhnliche Brombeere




Ökologie


Tiere im Garten



Ökologie

Müll ursprünglich ahd. „mullen”, mhd. „müllen” = „zerstoßen”, „zerreiben” (z. B. in einer Mühle). Aus dem brauchbaren Mehl wurde der unbrauchbare Siebrest vom Müller entfernt. Für diese Abfallmischung aus Spelzen, Unkrautsamen, Holzstückchen, Bodenkrumen und so weiter hat sich die Bezeichnung Müll eingebürgert, diese wird heute für alle Abfallgemische und für sonstiges Unbrauchbares verwendet. „Müll” entsteht erst dadurch, dass verschiedene Abfälle zusammengeworfen werden und dann wegen ihrer gegenseitigen Verschmutzung nur noch schwer verwertbar sind. Alles, was an organischen Stoffen im Garten „abfällt”, wird mittels Bokashi, über den Wurmkompost oder andere Formen der Kompostierung wieder in den Kreislauf des Gartens zurück gegeben. Alle Stoffe, die nicht hier auf diese Weise vererdet werden können, bitte wieder mit nach draußen nehmen – oder am besten den „Müll” ganz vermeiden. AG Boden




Veranstaltung: Installation und Performance


Karlotta Frank und Plastique Fantastique

Burbruja Ein Ritual. Kann jeder machen. Isolierte Hexen. Gesehen, aber in ihrer Welt. Selbstermächtigte Stimmen. Für alle, die gelitten haben. Wieder verbinden. Mit dem inneren Sein. Ohne Angst. Zu leuchten. Und zu lachen. Anfang September gab es im Garten am Moritzplatz zwei Tage mehrere Tanzperformances – inspiriert von den Einschränkungen in Zeiten von Isolation und social distancing. Es wurde eine 3 x 3m große recycelte Plastik-Blase aufgebaut, die gleichzeitig Nähe und Distanz zum Publikum symbolisiert. In dieser Blase verbindet sie in ihrer Performance, Themen wie Isolation und Selbstermächtigung mit der Geschichte der Hexen und will zum Nachdenken anregen. Die Zuschauenden konnten sitzen oder aber auch im 360° Winkel um die Blase herumlaufen, um alles immer wieder in einer anderen Perspektive zu beobachten. In diesem Raum Gemeinsames und Unterschied­ liches entstehen zu lassen. So wie auch im Garten am Moritzplatz Raum entsteht für vielfältige Begegnungen und Kreativität. Die Performance entstand in Kooperation mit Plastique-Fantastique und dem Dachverband Tanz. Karlotta


Veranstaltung – Lesung und Diskussion

Ökologie und Anarchie Die Gustav Landauer Initiative stellt sich und eine Broschüre zum Thema vor

Die Gustav Landauer Initiative hat sich verschie­dent­lich im Garten getroffen und im August die Broschüre „Ökologie und Anarchie” (in zwei Heften) vorgestellt, die anlässlich des diesjährigen 100. Geburtstages des Anarchisten und Sozial­ ökologen Murray Bookchin (1921–2006) Texte an der Schnittstelle ökologischen und anarchistischen Denkens versammelt, und die auf der Webseite der Initiative heruntergeladen werden kann. „Mit dem endlosen Palaver über eine mögliche ökologische Apokalypse […] wird die eigentliche Krise der Menschheit verschleiert, die nicht allein technologischer oder ethischer, sondern von tiefgreifender gesellschaftlicher Art ist. […] Die Idee, dass der Mensch dazu ausersehen sei, die Natur zu beherrschen, hat ihren Ursprung […] in der Herrschaft des Mannes über die Frau und des Alters über die Jugend. Die hierarchische Gesellschaft, in der wir leben, hat in uns hierar­ chische Bewusstseins- und Wahrnehmungsformen, die Sicht aller Dinge in Pyramiden von Überund Unterordnung tief verankert.” (Murray Bookchin, Ökologie und zukünftige Gesellschaft, dt. 1981)

Die Gustav Landauer Initiative hat sich dem Anliegen verschrieben, die Tradition des freiheitlichen Sozialismus (Anarchismus) in Erinnerung zu bringen, wie er in Deutschland seit den 1890er Jahren entstanden ist. Das heutige Kreuzberg war das Epizentrum dieser Bewegung mit eigenen Zeitschriften, Verlagen, Druckereien und Lokalen, einer Bewegung, die um 1900 für eine befreite Gesellschaft eintrat, basierend auf direkter Initiative und freiwilligen Zusammenschlüssen zu gegenseitiger Hilfe, und die den preußischen Obrigkeitsstaat ebenso wie den „Staatssozialismus” ablehnte. Gustav Landauer (1870  – 1919) war einer ihrer bedeutendsten Vertreter. Durch die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung ihrer Protagonist*innen und die weit­ gehende Vernichtung ihres materiellen Gedächtnis­ ses, wie sie im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt erreichten, aber auch durch die dominante, von der Blockkonfrontation überschattete Geschichts­ schreibung seit 1945 wurde der freiheitliche Sozialismus in Deutschland weitestgehend dem Vergessen preisgegeben.

„Ein Zusammenschluss natürlicher Art ergibt sich uns Menschen nur da, wo wir in örtlicher Nähe, in wirklicher Berührung beisammen sind. Der verbindende Geist, der Bund mehrerer zu gemeinsamem Werk, aus gemeinsamem Grunde, hat in der Familie eine zu schmale und dürftige Form für das Mitleben. In der Familie geht es nur um private Interessen. Wir brauchen einen natürlichen Kern des Gemeingeistes für das öffentliche Leben, damit das öffentliche Leben nicht mehr, wie bisher ausschließlich, von Staat und Kälte, sondern von einer Wärme erfüllt und geleitet werde, die der Familienliebe verwandt ist. Dieser Kern alles echten Gemeinschaftslebens ist die Gemeinde, die Wirtschaftsgemeinde, von deren Wesen niemand ein Bild hat, der sie etwa nach dem beurteilen will, was sich heute Gemeinde nennt. […] Sozialismus ist Umkehr; Sozialismus ist Neubeginn; Sozialismus ist Wiederanschluss an die Natur, Wiedererfüllung mit Geist, Wiedergewinnung der Beziehung. […] Wer am Sozialismus tun will, muss aus dem Vorgefühl einer geahnten und doch ungekannten Freude und Seligkeit heraus ans Werk gehen. Alles müssen wir erst wieder lernen: die Freude der Arbeit, der Gemeinsamkeit, der gegenseitigen Schonung, alles haben wir vergessen und spüren es doch alles noch in uns.” (Gustav Landauer, Aufruf zum Sozialismus, 1911)

Der „Aufruf zum Sozialismus”, das Hauptwerk Gustav Landauers, und die von ihm herausgegebene Zeitschrift „Der Sozialist. Organ des Sozialistischen Bundes” (1909 – 1915) wurden auf der Oranienstr. 15 gedruckt (heute: „Kraut und Rüben”). Wo jetzt das Aufbau-Haus steht, fanden um 1900 im großen Saal bei Buggenhagen anarchistische Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen statt; Landauer gehörte zu den Referenten.

gustav-landauer.org


Veranstaltung – Kino

Original XB – Geschichten aus dem Kiez

Im Spätsommer veranstalteten wir ein Nachbarschaftskino unter freiem Himmel. Gezeigt wurde ein Zusammenschnitt der „Original XB – Geschichten aus dem Kiez”. Dabei handelt es sich um ein offenes Archiv von Filminterviews mit Menschen aus der Nachbarschaft. Bislang haben 17 Menschen, die in Kreuzberg leben und/oder arbeiten, ihre Geschichten und damit einen ganz persönlichen Blick auf den Stadtteil geteilt. Jede Geschichte ist anders und gleich­ ermaßen besonders und prägend für den Kiez: Manche waren Teil der Hausbesetzer:innenszene, gründeten einen inklusiven Verein, sind Hand­ werker:innen, Aktivist:innen, Kneipenbesitzer oder betreiben ein Obdachlosenheim. Die Interviews wurden von der Berliner Radiojournalistin Margit Miosga geführt, die gemeinsam mit Jannis Keil, der hinter der Kamera stand, die Filmmontage erstellte. Es war schön, dass Filmemacher:innen und viele der beteiligten Nachbar:innen an diesem Abend anwesend waren. Der Garten am Moritzplatz war ein idealer Ort für das Projekt. Als Nachbarschaftsgarten bot er eine gemütliche und gemeinschaftliche Atmosphäre. Nach dem Film gab es die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen.

Die Kurzinterviews entstanden im Rahmen des Projektes XB-Lab – Kultur in Kreuzberg der Gesellschaft für Humanistische Fotografie. Die Idee ist es, verschiedene Bewohner:innen durch Fotografie und Film zusammenzubringen und dadurch den Zugang zu Kunst und Kultur zu stärken. Das Archiv der Filminterviews soll im nächsten Jahr fortgeführt werden: Wer Lust hat mitzumachen und aus dem Leben in Kreuzberg erzählen mag, kann sich gerne bei Nicole melden, unter: wozniak@gfhf.eu Wir freuen uns von euch zu hören! Nicole und Melanie von XB-Lab

Und hier findet sich der Film und die einzelnen Interviews zum Nachschauen: gfhf.eu/projekte/xb-lab


Verstaltung: Seminar


Radio Otherweise und Archipel Community Radio

Radio Otherwise: Listening ecologies, cybernetics Ongoing seminar at Universität Potsdam, Europäische Medienwissenschaft, MA Kunst und Medien Radio Otherwise / Uni Potsdam und Archipel Community Radio waren zu Besuch im Garten am Moritzplatz, um im Seminar über Radio, bioacoustics und ecologies zu forschen und digitale sound scapes und experimentelle Aufnahmen vom Kompost, dem Boden und Bäumen aufzunehmen und anschliessend auf Radio Archipel zu senden. broadcasted on 88,4 FM Berlin / 90,7 FM Potsdam




Veranstaltung

Hoffnung säen, Widerstand organisieren Besuch der Zapatistas im Garten am Moritzplatz

Seit Jahrzehnten bauen die Zapatistas autonom, also unabhängig von staatlichen Strukturen, eine solidarische und basisdemokratische Gesellschaft in Chiapas/Mexiko auf. Um die Kämpfe gegen Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat zu vereinen, bereiste eine Delegation des EZLN (Ejército Zapatista Liberación Nacional) Europa und besuchte im Oktober 2021 auch Berlin. 500 Jahre nach dem Überfall auf ihre Territorien durch europäische Kolonisatoren kamen sie, um das Europa von unten und links kennen zu lernen. Den feierlichen Startpunkt ihres Aufenthalts in Berlin bildete die Willkommenszeremonie im Nachbarschaftsgarten am Moritzplatz. Wir wurden Teil eines traditionellen Rituals, dass uns über das gemeinsame Essen mit der Mutter Erde und den Vorfahren vereinigt. Der Boden dient als Ofen und wird als symbolischer Unterleib der Mutter Erde mit Lebensmitteln befüllt. Diese rituelle Speise wird in unterschiedlichen Regionen von Abya Yala (postkoloniale Bezeichnung für Lateinamerika in kritischer Abgrenzung zu „Amerika”, dem Namen der Kolonisatoren) praktiziert, wie z. B. auch in Patagonien bei den Mapuche. Auf der Zeremonie lernten wir durch

die Gruppe Yakunewen und die Peruanische Com­ munity in Berlin die andine Variante kennen, die in der indigenen Quechua -Sprache „Pachamanca” genannt wird, wobei „Pacha” Erde und „Manca” Topf bedeutet. Wir danken den Großmüttern, die durch die Weitergabe ihres Wissens die Durchführung dieses Rituals ermöglicht haben. Nach der Begrüßung der Delegation durch Gesangsund Tanzrituale mit Danza Azteca-Chichimeca und Comunidad Sikuris Berlin berichteten die Zapatistas vom Aufbau ihrer selbstverwalteten Gesellschaft. Mit ihrer Reise geben sie eine antikoloniale Antwort auf die Conquista und sagen: „Ihr habt uns nicht erobert. Wir befinden uns weiterhin in Widerstand und Rebellion!” Die Zapatistas nennen Europa „SLUMIL K ́AJXEMK O ́ P” („Rebellisches Land”) und haben viele Samen der Rebellion hier bei uns gelassen, denn nur gemeinsam können wir dieses System überwinden und eine reale Alternative aufbauen.


Besuch der Zapatistas




Veranstaltung


Pachamanca

Auf der Zeremonie lernten wir durch die Gruppe Yakunewen und die Peruanische Community in Berlin die andine Variante kennen, die in der indigenen Quechua-Sprache „Pachamanca” genannt wird, wobei „Pacha” Erde und „Manca” Topf bedeutet. Wir danken den Großmüttern, die durch die Weitergabe ihres Wissens die Durchführung dieses Rituals ermöglicht haben.




Tag der Nachbarschaft im Garten am Moritzplatz – Kotti e.V., Lebenshilfe Berlin, Müllhelden, Yeşil Çember u.a.

Kunst und Kennenlernen: Rundgang & Info, Druckworkshop DIY Pflanzenfarben Workshop Upcycling Bastel-Tisch Tauschen – Schenken: Pflanzen Setzlinge Samen Pflanzentöpfe


The Drones Quilt Project

The Drones Quilt Project ist eine Kunstausstellung aus den USA zum wenig bekannten US-Drohnenkrieg. Die Ausstellung besteht aus sechs Patchwork­decken zusammengestellt, aus jeweils 36 Stoffblöcken. Genäht, gestickt, gemalt worden sind sie von enga­ gierten US-Bürger*innen. Jeder Stoffblock gedenkt eines durch eine US-Kampfdrohne im Jemen oder in Pakistan getöteten Kindes. Die Namen der Kinder hat die angesehene britischen NGO „The Bureau of Investigative Journalism” vor Ort akribisch recherchiert. In Deutschland ist seit 2013 bekannt, dass die US-Luftwaffenbasis Ramstein nahe Kaiserslautern sowie das Pentagon-Afrika-Kommando (Africom) in Stuttgart wichtige Rollen in den illegalen Tötungen durch US-Drohnen in Afrika und im Nahen und Mittleren Osten spielen. Auch nach dem Abzug von US Truppen und der Bundeswehr aus Afghanistan nach 20 Jahren sinnlosem Krieg ist das Thema bewaffnete Drohnen leider weiter von zentraler Bedeutung: Denn allen Warnungen von Friedensforschern und

der Friedensbewegung zum Trotz hat die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festge­ schrieben die Bewaffnung von Drohnen der Bundes­ wehr in dieser Legislaturperiode zu ermöglichen. Diese Entscheidung kam ohne ein Mandat aus der Mitgliedschaft der beteiligten Parteien zustande. In den Parteien SPD und Grüne kämpft die Basis gegen Killer-Drohnen und die Automatisierung von Kriegen. Auch KI-WissenschaftlerInnen warnen, dass die Bewaffnung von Drohnen verboten werden muss, um eine dadurch beschleunigte Entwicklung von autonomen Waffensystemen zu verhindern. Es kommt also darauf an, dass die Grüne- und SPD-Mitgliedschaft weiter dafür kämpft, dass eine zukünftige Bundesregierung keine Bewaffnung von Bundeswehr-Drohnen ermöglicht. Auch dabei kann die Ausstellung der DrohnenQuilts helfen, in dem sie möglichst vielen Besuchern verdeutlicht, dass das so genannte „automatische Töten” keine „chirurgischen Schläge” ermöglicht, sondern dass damit Menschen getötet werden – und das sind in mehr als 9 von 10 Fällen unschuldige Zivilisten, meist Frauen und Kinder. drones-quilt-project.de






Veranstaltung


Ausstellung #LeaveNoOneBehind

#LeaveNoOneBehind Ausstellung im Rahmen der interkulturellen Wochen in Berlin im Prinzessinnengarten Kreuzberg. Wir sind ein paar Aktivist*innen von Borderline Europe und haben im letzten Jahr an einer Aus­ stellung gearbeitet, die sich der Situation in den Geflüchtetenlagern auf den griechischen Inseln und deren politischen Hintergründen widmet. Mit unserer Ausstellung wollen wir zeigen, was die Forderung #LeaveNoOneBehind bedeutet: die Abkehr von politischen Entscheidungen, welche zu der Ausweglosigkeit in den griechischen Geflüchtetenlagern führten, das zugefügte Leid verschleiern und das Recht auf Asyl missachten. Der Verein borderline-europe Menschenrechte ohne Grenzen e.V. setzt sich seit 2007 gegen die inhumane Asyl- und Migrationspolitik der EU und für das Recht auf Bewegungsfreiheit ein. borderline-europe.de


Steine, Harald Masche


Funkenflug

Im Prinzessinnengarten Blättrig, holzig, steinig, stückig – wie sind deine Bedürfnisse heute, wo findest du dich? Aus dem Gebüsch: Strauchig, hüttig, sperrig, strecke ich nach dir meine kalte Hand. Hilfeshand. Hilfe suchend, Hilfe bietend. Schattiges Gebälk, aufblätternde Bretter, meine Suche ist blind, dein Sprechen führt mich in die Irre, ins Dickicht flauschig winziger Blüten, verblühender Blüten. Blutender Grund. Erdiger Boden. Sag nichts mehr. Auch so. Weiß, weißer und wolkiger, werde ich wissen: Was du brauchst, blau wie der Himmel oder der Stuhl, auf dem zu sitzen, goldregenblütengedudulgig sich lohnt, versuch es. (Wenigstens.) Charlie Nyx


Funkenflug

Amazonas statt amazon. Bicycle trace. Oase der Ohnmacht. Grün wird die Hoffnung. Oh interstellares Marienkaeferchenmeer. Wir sind hier geschützt vor der Stadt und ihren Schmetterdingen. Mikro­seelentau. Peter Pan petawahn. Ausgedacht ausgemacht. Fluchzeugtraeger. Raumweltkontinent im Nu um. Im Garten der Sehnsucht bis zum nächsten Tatütatatbestand. Plasmasirius statt schwarzes doch. Sprachlos vor den Himmelsrichtungen der Schöpfung zwischen u bahnbastionen. Mary Shelley ist schon hier gewesen und hat sich in Emily Bronte verwandelt, bestimmt. Honjokkollektiv. Mondnachtwahner, die sonne ist doch / wieder / mein Kind. Mein einziges und richtiges. Geisterkunde am hellwichtigen tag. Mehr jung tau. Ufairness. Die Prinzessinnen haben Überstunden, geh Wald statt Gewalt. Gartendenz. Ma Donner. Wir bilden besser keine ganzen Plätze mehr. Fieber Gott, hilf. Die Prinzess­ innen warten fernab von metacortex. ach, Tierchen und Pflanzen, es ist doch egal, wie groß ihr seid und aussaet – Hauptsache ihr bleibt. Ihr dürft und sollt sogar. Brunnen. Vinylspotify für ddrkinder. doch docht. Dostojewskimonos. Hier im kühnen Prinzessinnen Garten ist die Welt doch in Ordnung, wir monitormumien kapitulieren vor grashuepferschoepfungen – Alles im Kunterwunderland. Rosakunde. greenbashing lieber nicht, Hass bleibt draußen, Bäume werfen Flugblätter ab, Köpfe tollen. Ich verbandele mich in eine Pflanze. Autowabohuhu bleibt zum glück. Kantonsches Gartengleichnis. Übermensch nie mehr Unterschicht. Wir bleiben verglueckt verglüht. Paradies, schäm dich nie. Megafonzelle erinner dich an nahtlose kommunikation als wir noch auf Gräsern spielen konnten. Alles lebt. Alles soll leben. Danke – Himmelswelt im Prinzessinnengarten. Stefan Meyer


Funkenflug

10.08.2021 Impressionen I Garten und Stadt – Lass es Gänseblümchen sein... was weiß ich… Beat folgt auf Beat… Stimmengewirr: „Hey Du…” Autolärm… Sirenengeheul… Blickfang Baum: Graue Rinde… hölzernes Leben… lebendiges Holz… Baumblätter werfen Schatten… Schattenleben… Lebensschatten. Nacht-schatten-gewächs… Gedanken gehen in Rauch auf… Rauch kehrt als Gedanke zurück und würfelt Wörter.

30.08.2021 Impressionen II In geselliger, fröhlicher Runde schießt ein kleines giftiges Wörtchen die Stimmung ab ins Kellerloch. Unsichtbare Spannungen versteckt in den Mauerritzen der Gesichter lauern im Atmosphärischen. Wörter verglimmen im Sauerstoffarmen Raum… Gefühlsstau… Brust gepresst… Atom-Not… Blütenblätter gelbschön… im Teelöffel spiegelt sich die Welt gestaltlos… warme Töne… Klingel… Telefon… Musik… Rhythmen… Lachen… Stimmen… Lachen… Im Rausch der unverstandenen Worte schließe ich mich aus der Welt aus und mache mich weg. Daniel Gießer



Stimmen aus dem Garten

Wo Garten bleiben soll, muss erst Beton gegangen sein. Ich trete in den Garten am Moritzplatz ein und stehe einem riesigen Berg aus Beton gegenüber. Viel größer als ich, wuchtig, parabolisch aufge­türmt aus einzelnen Schuttstücken. Von weitem sieht es aus wie ein überdimensionierter altmo­ discher Bienenkorb, oder vielleicht auch ein riesiger Termitenhaufen. Noch wohnen vermutlich wenig Insekten drin. Aber das Werk ist eine reine Wonne. Theodor W. Adorno, über dessen Abneigung gegen jedwede Utopie viel diskutiert wird, geht davon aus, dass manche moderne Kunst es vermag, ihre Betrachter:innen mit einem Schock zu erschüttern, der in ihnen das Potential zu ve­r­änder­n­der Praxis freisetzt. Der Betonberg dagegen ist bereits das Ergebnis vorangegangener Praxis. Hier wurde die Befahrbarkeit, die Bebaubarkeit, die Ver­siegel­ung durch­ brochen. Aufgenommener Asphalt. Das ist der Anfang eines echten Gartens. Nicht auf die Bepflanzung kommt es nämlich an, sondern auf die Bodenverbesserung. Die Trümmer der Befreiung nicht aus dem Blickfeld zu räumen (wohin auch?), sondern monumental in die Höhe zu schichten: ich liebe das Konzept. Zumal diese Trümmer kaputt genug sind, um nicht einfach rück­gebaut zu werden. So scheinen auch sie den Gedanken alles rundum Sprießenden zu bezeugen: dass dieser Garten bleiben soll. Eva


Stimmen aus dem Garten

Der Garten als ein anderer Ort Der Garten ist ein anderer Ort, ein Ort der Zusammenarbeit, der Teilhabe und Begegnung über gesellschaftliche Trennungen hinweg, in einer Um­gebung, die von Trennungen, Konkurrenz und Verwertungsdruck, Isolation und oft existenzieller Angst gezeichnet ist. Er ist ein Ort, an dem Wissen geteilt und gemeinsam erarbeitet wird, an dem Fertigkeiten, Techniken und Verhaltensweisen eingeübt werden, die zukünftig noch sehr viel wichtiger sein werden, als sie es heute ohnehin schon sind. Dabei geht es zugleich um die Entwicklung einer Sensibilität und von Praktiken der Sorge für eine gemeinsame Welt wie auch um die Stärkung der Kräfte demokratischer Selbstorganisation durch Verfahren der dissensuellen, über Widersprüche zur Einigung gelangenden Entscheidungsfindung, die niemanden übergeht. Wenn es uns solcherart gelingt, ein kollektiv größeres Handlungsvermögen zu entwickeln und uns tatsächlich für die Welt, insofern sie in diesem Garten zusammenfließt und allererst entsteht, verantwortlich zu machen, so geschieht dies nur dadurch, dass wir uns nicht – wie es heute allerdings überall die Regel ist – von unserem Tätigkeitsvermögen trennen lassen. Es geschieht also durch die Entfaltung einer Kunst, der Kunst weder geschulmeistert noch regiert zu werden, durch die Anwendung mithin einer ebenso antipädagogischen wie anti-gouvernementalen „Methode der Gleichheit”, bei der ein beliebiger Gegenstand, diese oder jene Ansicht, der gleichen Intelligenz eines Gegenübers dargeboten und der Anfechtung ausgesetzt wird, um einen gemeinsamen Gegenstand zu

produzieren. Eine derartige Sorglosigkeit und luxuriöse Gleichheit in der Zusammenfügung, in der gemeinsamen Produktion und Verantwortung für die Welt wäre wahrlich ein Garten als anderer Ort. Und dieser Ort wäre der herrschenden Realität geradewegs entgegengesetzt. Der Garten soll immer mehr ein Ort der Begegnung werden, an dem ökonomische Abhängigkeiten durch die Zusammenlegung der Fähigkeiten und Fertigkeiten nicht zuletzt und nicht ausschließlich der unmittelbaren Nachbar*innen sukzessive gemindert werden, während genau diese Zusammenlegung und durch sie die Steigerung des kollektiven Handlungsvermögens im Mittelpunkt stehen. Der Garten und seine Beziehungen sollen dabei nicht von ökonomischen Interessen überschattet werden; die Logik des Beitragens und der freiwilligen Zusammenarbeit soll nicht durch die exklusive Zuteilung ökonomischer Vorteile und nicht dadurch zerrüttet werden, dass diejenigen, die hier zusammenkommen, sich in ihrer Zusammenarbeit an diesen Vorteilen orientieren, an finanziellen Mittlen, die immer nur begrenzt vorhanden sind. Die Zusammenarbeit selbst, die Begegnung und die Verdichtung von Beziehungen sollen ganz und gar im Vordergrund stehen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, das Werden dieses Ortes von der monetären Logik zu trennen, so dass alle Tätigkeiten vielmehr auf dem Prinzip des freiwilligen Beitragens, nicht aber des äquivalenten Tausches, beruhen. Mit der Einführung von Geld, mit der Bezahlung


Der Garten als ein anderer Ort  Die Komische Oper Berlin präsentiert mit “Komşu Dolmuş” Live-Musiktheater in den Prinzessinnengärten

ein­iger Tätigkeiten gegenüber anderen, die nicht entlohnt würden, änderte sich alles. Historisch und in der aktuellen Situation ist der Garten nur möglich aufgrund der Mithilfe einer Un-Zahl von Menschen, die direkt oder mittelbar an der Entstehung dieses Ortes beteiligt waren und sind. Nur durch den gewaltsamen Akt einer Ent-Scheidung ließen sich aus dem Geflecht der Tätigkeiten, die zusammenwirken mussten und weiter zusammenwirken, um den Garten zu ermöglichen, einige Arbeiten herausschneiden und abzirkeln, die bezahlt werden, während andere Arbei­ ten, durch diese Trennung als „gratis vorhanden” vorausgesetzt und in Wert gesetzt würden. Durch die Unter-Scheidung selbst würde die Fläche zum Produktionsmittel für einen notwendigerweise begrenzten Kreis von Leuten, zum Hebel also, durch den sie sich, ohne jede Absicht, die gemeinsame Tätigkeit einer nicht zu zählenden Anzahl von Menschen, die sich bis heute in diesem Garten vergegenständlicht hat, aneignen. Sofort entstünde eine ganze Reihe von Fragen: Welche Tätigkeiten werden bezahlt, und welche nicht? Wie überhaupt lässt sich dies begründen, oder handelt es sich nicht viel eher um einen grundlosen Akt der Trennung? Wer entscheidet? Wer von denjenigen Leuten, mit denen ich hier zusammen­ arbeite, wird für unsere gemeinsame Tätigkeit und ihr Produkt entlohnt, ohne dass ich es womöglich weiß? Warum sollte ich meine eigene Zeit und Arbeitskraft gratis aufwenden, während einige andere für die ihre bezahlt werden? Nicht nur Fragen entstünden, sondern auch ökonomische Abhängigkeiten; besondere Interessen, Trennungen, Vergleichungen, Neid und Hierarchien wären die notwendige Folge. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und üblichen monetären Wertschätzung müssten die entlohnten Tätigkeiten als wichtiger erscheinen als all die anderen, die nicht entlohnt werden. Sind sie etwa wichtiger? Und also ihre Träger? Wenn dem nicht so ist, wie lässt sich dann ihre Bevorzugung rechtfertigen? Wenn dem aber so ist, wie lässt sich das Einreißen von sozialen Hierarchien verhindern? Würden einige Tätigkeiten entlohnt, bestünde zudem die Gefahr der Herausbildung von Partizipationsund Repräsentationseliten, die aufgrund ihrer Entlohnung mehr Zeit aufwenden könnten und präsenter wären, was wiederum Wissenshierarchien verstärken, die Herausbildung von Funktionseliten begünstigen und, ohne jede Absicht, zu einer sozialen Stratifizierung führen müsste. Kurzum, der Garten würde dazu, was er durch die besagte Ent-Scheidung objektiv schon wäre: eine nur mehr nominell und dem Anschein nach öffentliche Fläche,

tatsächlich jedoch eingehegt durch eine kleine Gruppe Bevorteilter, die einen privaten Gewinn aus der kollektiven Arbeit zöge und daher unvermeidlich das ökonomische Interesse entwickeln müsste, auch ihre politische Kontrolle über die Fläche, d. h. über ihr exklusives Produktionsmittel, auszubauen und zu sichern, die wilde Menge unserer Beziehungen zu schulmeistern und zu regieren. Was wir mit der Entlohnung einiger Tätigkeiten objektiv erreichen würden, wäre die Herausbildung all dieser Trenn­ungen und Hierarchien, die Einhegung einer grenzenlosen, nur durch gemeinsame Regeln geschützten Allmende und die Zerstörung einer Heterotopie. Sicher, das ist die Normalität. Dieser Garten soll aber etwas anderes sein. Er soll eine Dynamik der Inklusion entfalten, der Selbstorganisation und kollektiven Steigerung von Selbstwirksamkeit ohne ökonomische Hintergedanken. Was durch die Zusammenfügung und gemeinsame Steigerung unseres Könnens, die immer von Freude begleitet ist, erreicht werden soll, ist auch eine Minderung der ökonomischen Abhängigkeit dieses Ortes. Deshalb exkludieren wir die Logik des Geldes, welche die ökonomische Abhängigkeit des Gartens steigern, die Selbstorganisationskräfte schwächen und un­vermeidlich eine Dynamik der Exklusivität und der Trennungen in Gang setzen müsste, von vornherein. Dieser Schnitt ist ebenso künstlich wie radikal. Alle, die im Garten tätig sind, müssen sich, so un­gleich ihre jeweiligen Voraussetzungen auch sind, anderweitig erhalten. Der Garten ist ein anderer Ort in einer kapitalistischen Umgebung. Doch er ist von dieser Umgebung nicht getrennt. Nur die Radikalität eines künstlichen Schnitts kann dieses soziale Experiment daher vor der gesellschaftlichen Dominanz und der anprallenden Wucht der kapitalistischen Dynamik schützen; nur durch diesen künstlichen Schnitt kann es überhaupt gelingen, die seltene Andersartigkeit des Gartens und ihr Versprechen gegenüber dem ungeheuerlichen Verwertungsdruck, der auf dieser Fläche lastet und die Gesellschaft in all ihren Regungen, bis hinein in die Formen, in denen wir zu denken gewohnt sind, durchdringt, einigermaßen zu behaupten. Novak, Januar 2021

Der Text wurde redaktionell leicht gekürzt. Eine Erwiderung mit dem Titel „Der Garten als utopischer Ort” konnte aus Platzgründen nicht aufgenommen werden und soll an anderer Stelle erscheinen.




Stimmen aus dem Garten

Liebe Prinzessinnengärtner*innen, im Spätsommer hab ich mit einem Freund in eurem schönen Garten gezeichnet - und wurde gebeten, die Zeichnungen zu schicken... Wegen zuviel Arbeit geriet mir das aus dem Blick, aber als ich das Skizzenbuch am Wochenende in der Hand hatte, fiel mir die Karte mit der Mailadresse in die Hand und so hole ich das nach: Danke, dass Ihr so einen schönen, wilden – ökologisch wie sozial wichtigen! – Ort in der Stadt pflegt. Es war schön, dort Zeit zu verbringen, die Pflanzen zu betrachten, den Vögeln und Insekten zuzuhören. Und ich komme gerne mal wieder. @zinnober_bird


Stimmen aus dem Garten

AG Schach und chill

Im Winter 2021 startete ich mit Lutz einen Zeichenaustausch. Der Motor war die Suppenküche. Lutz teilte die Suppe aus und ich brachte Zeichnungen mit, wir sprachen nie und freuten uns auf die kommende Woche, wo der andere die Zeichnungen wieder mitbringen würde. So entstanden bis zu 20 unterschiedliche Motive in einem Zeitraum von ca. 15 Wochen. Skizzen bzw. Vesuche die eigene Perfektion zu überwinden, dabei sind ein paar Zeichnungen abhanden gekommen. Diese komprimierte Lutz aus der Erinnerung auf drei Motive. Ich mischte die Karten im Sommer neu, auf bald. Ein Zeichenprojekt von Lutz Marx, Petra Klabunde und Cardia Honning.

I have recently discovered this idyll in my neigh­ bourhood and am really looking forward to re­connecting with the earth, working and relaxing here. A place of beauty created by and for locals without need or desire for financial profit – I almost believed such a thing no longer existed ...! Giles Schumm


Stimmen aus dem Garten

02.10.2021 / Berlin / Garten am Moritzplatz / How is the feeling in garden – with you ? As an immigrant new in Germany. Not even speaking German yet. This garden ist a shelter for me. This garden is more than a normal park, because people are talking to each other, even if they are strangers. This is the magic of this garden. This is a place that is non_capitalistic, which means: you don´t buy and sell things. this makes me feel being in an utopia and makes me more eager to help and be involved. I have a hard time with finding myself back as an artist as a woman in Germany and this garden is helping me to connect to myself and to the city. I hope this garden will transform the whole city to be a place for everybody. Nach unserem Gespräch machte uns eine Frau auf diesen Rostpilz im Birnenbaum aufmerksam. Sie hätte eben diesen auch in Ihrem Rosengarten gehabt und jedes Blatt mit diesem Blattpilz entnommen, in der Hoffnung, daß er sich nicht mehr auf die neuen jungen Triebe übertragen würde. Wir pflückten jedes Blatt einzeln und entsorgten sie wie Giftmüll, der verbrannt werden muss... Petra und Rokhsareh


Stimmen aus dem Garten

Liebe Gartenaktive des Nachbarschaftsgartens, An dieser Stelle möchte ich ein herzliches Dankeschön an euch schreiben: Dafür, dass ihr mit viel Geduld und Ausdauer diesen Garten aufbaut und hier einen Raum schafft, in dem sich unterschiedlichste Menschen treffen und aus­ tauschen können und in dem gleichzeitig ein Stück Natur wieder zum Leben erweckt wird. Während außerhalb des Gartens Kreuzberg immer weiter zubetoniert wird und durch Gentrifizierung Menschen vertrieben werden, sehe ich in dem Garten einen Zufluchtsort, in dem Geld nichts, hingegen solidarisches Miteinander und Natur als Lebensraum in der Stadt, womit sich kein Profit erwirtschaften lässt – viel bedeutet. Den Garten habe ich für mich im zweiten Pandemiejahr entdeckt. Mir wurde immer bedrückender bewusst, dass die Entwicklung trotz allen Wissens um die Zerstörung der Lebensgrundlagen, doch immer weiter in diese falsche Richtung getrieben wird. Der Nachbarschaftsgarten ist einer dieser Lichtblicke, die wir zum Leben brauchen und um nicht zu verzweifeln.

Augenweide Hektik weg Nette Leute treffen

Bislang sammle ich meist nur meinen Biomüll und gebe ihn regelmäßig den Würmern zu fressen oder werfe ihn in den Kompost- oder Bokashimüll. Das hört sich lustig an, angesichts dessen, was alles zu tun wäre, aber es tut mir gut, dass ich an diesem Punkt etwas sinnvolleres mache, als einfach den gesamten Kreuzberger Müllberg zu erhöhen und stattdessen ein bisschen dazu beitrage, guten Boden für den Garten zu pro­ duzieren. Ich freue mich sehr, dass es den Nach­ barschaftsgarten gibt und dort für alle, die es möchten, die Möglichkeit besteht, sich für eine positive Entwicklung einzubringen.

Aktivität mit Selbstdisziplin gefragt Erholung und Selbständigkeit Mein Garten im Hochbeet. Auch im Winter ist ein Garten lebendig, ich habe Spinat gesät, der bereits die ersten Blätter hergibt und Salate – Kreuzungen vom Forschungszentrum eingepflanzt! Es wächst... Reinhild

Claudia, Nachbarin



Stimmen aus dem Garten

Überlegungen zu Geld „Wenn man einer Sache einen Preis gibt, nimmt man ihr den Wert.” – schon lange habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu Geld. Geld zieht sich durch – und zerstört mehr und mehr – fast alle Beziehungen in unserem derzeitigen sozialen Gefüge. Es kriecht scheinbar unaufhaltsam in alle Ritzen und Nischen des menschlichen Zusammenlebens, bis auch die letzte Tätigkeit monetarisiert und verwertbar gemacht ist. „Eske Bockelmann: Geld ist insgesamt ein System und dieses System entsteht überhaupt erst dort, wo Menschen nicht mehr persönlich voneinander abhängen. Persönliche Abhängigkeiten heißt dort, wo die Versorgung nicht über Tausch läuft, also auch nicht über Geld. Lösen sich diese persönlichen Abhängigkeiten der Menschen auf, müssen sie ihre Lebensnotwendig­keiten, also Lebensmittel, über Tausch und Verkauf bekommen. Natürlich kennen wir unsere Familie, unsere Freunde, aber es gibt ganz viele Menschen, mit denen wir nur dadurch zusammenhängen, dass wir eben selber Geld verdienen müssen. Das heißt, zwischen die Menschen ist durch das Geld ein völlig unpersönliches, nicht nur Tauschmittel, sondern eben auch Verbindungsmittel ein­gesetzt und jeder muss, ob er will oder nicht, darauf schauen, dass er zu diesem Mittel kommt. Er muss etwas zu verkaufen haben, und wenn es seine Arbeitskraft ist. So muss er sich der anderen Menschen wie eines Mittels bedienen, um durch sie zum Geld zu kommen. Das prägt uns am tiefsten. Diese Fremdheit, eigentlich auch diese Konkurrenz ums Geld, in die wir dadurch gegeneinander gestellt werden.” Geld ist nichts. Geld ist ein Nichts, das in die Welt kam, in Umlauf gesetzt wurde, damit Dinge und Tätigkeiten – in letzter Konsequenz die ganze Erde – objektiviert, in „Ware” verwandelt, verwertet, produziert und – widerum gegen Geld gewinnbringend und meist sehr ungerecht – verteilt werden. Geld ist nichts. Es ist ein Konstrukt und entsteht nur, indem Banken Kredite vergeben. Es entsteht folglich nur aus Verschuldung. Es ist also in der heutigen Form IMMER spekulativ und treibt somit die Vernutzung unseres Planeten immer weiter voran, unausweichlich, mit jedem Euro/ Dollar / Yen / Bitcoin etc, der ausgegeben wird, da Geld sich nur manifestiert, in dem es in Umlauf ist und immer wieder in alles Mögliche „gewinnbringend investiert” wird – völlig unabhängig vom eigentlichen Bedarf. Nur, damit Geld mehr Geld wird. Die ökologischen Grenzen werden dabei völlig außer acht gelassen. Wie kommen wir da je wieder raus? Der Garten ist etwas. Er ist real. The real Wachstum. Ist es nicht ein viel besseres Lebensmodell, die Tage mit wesentlich weniger Lohnarbeit zu verbringen (die ja leider, obwohl erst vor wenigen Jahrhunderten mit dem aufkommenden Kapitalis­mus den Menschen aufgezwungen, in ihrer fremdbestimmenden Existenz kaum hinterfragt wird) und dafür mehr Zeit zu haben, sich um die Familie zu kümmern, sich politisch zu engagieren, selbstbestimmt seine Mitwelt – ZUM BEISPIEL DEN NACHBARSCHAFTSGARTEN AM MORITZPLATZ – gemeinsam mit anderen zu gestalten? Im Garten versuchen wir das zu leben. Irgendwo muß man ja mal damit anfangen. Susanne



Herbstfest und Winterfest




Selbstorganisation im Garten


Kleingruppen, Arbeitsgruppen

Das Gartenplenum tagt öffentlich, jeden Sonntag um 12 Uhr. Alles was den Garten betrifft wird hier besprochen. Alle sind eingeladen mitzumachen. Die Öffnungszeiten der kommenden Woche werden aus der Bereitschaft der Anwesenden festgelegt.












Selbstorganisation im Garten

Ihr wollt Plena, Gruppentreffen oder eine Veranstaltung im Garten organisieren? Aufgemerkt! Der Garten Moritzplatz ist ein inklusiver Nachbarschaftsgarten, selbstorganisiert und frei von kommerzieller Nutzung und Verwertung. Der Garten wird von Initiativen und Gruppen der solidarischen Nachbarschaft getragen. Dieses Solidaritäts-Prinzip ist das Herz des Gartens. Der Garten am Moritzplatz braucht dich und euch!

Garten kompakt Der Garten hat täglich geöffnet, ehrenamtlich. Macht gerne mit. Alle die im Garten sind, teilen sich die Verantwortung für den Ort und achten aufeinander. Im Garten steht eine barrierefreie Trockentrenn­ toilette die gemeinschaftlich gepflegt und gewartet wird. Im Garten gibt es keinen Service, keinen Strom und kein Trinkwasser. Im Garten kann nichts verkauft werden. Platz im Garten, auch in der Laube, wird nicht vermietet. Der Garten ist unser grünes Zuhause, seid achtsam mit allen Menschen, mit dem Boden, Pflanzen und Tieren. Es sind immer enga­gierte Menschen im Garten, die gerne weiterhelfen. Anfragen für Gruppentreffen Kleinere Gruppen, die sich zu den Öffnungszeiten treffen, kommen gerne ohne vorherige Anfrage. Gruppen ab ca. 15 Personen bitte anfragen unter info@prinzessinnengarten-kreuzberg.net Öffnungszeiten an der Eingangstür oder auf prinzessinnengarten-kreuzberg.net. Bei Regen kann der Garten geschlossen sein. Alle Gruppen achten selbstverantwortlich auf Einhaltung der Pandemieregeln. Bitte keine laute Musik. Euren Müll / Flaschen wieder mitnehmen, oder gleich vermeiden. Zigarettenkippen nicht auf den Boden werfen (giftig)! Grill / Feuertonne bitte vorher anfragen. Bitte den Garten bei Einbruch der Dunkelheit verlassen. Bei Nässe ist der Holzturm gesperrt, Verletzungsgefahr. Fahrräder draussen lassen.

relativ ungestört treffen können. Bei regnerischem Wetter habt Ihr die Möglichkeit euch in der Laube oder im Zirkuszelt zusammenfinden. Für eine termin­ liche Absprache auch mit anderen Gruppen, meldet euch bitte unter prinzessinnengarten-kreuzberg.net. Anfragen für öffentliche Veranstaltungen Menschen, die im Garten Veranstaltungen organisieren, kümmern sich um die Logistik und die Betreuung der Veranstaltung vor Ort, inklusive Kloputzen, Stühleaufstellen, Aufräumen und Müllentsorgung sowie Einhaltung der aktuellen Pandemieverordnung. Auf Werbung über kommerzielle social media Plattformen bitte verzichten. Passt? Sagt Eurer Gruppe das inklusive und verwertungsfreie Vorgehen zu? Passt Eure Veranstaltung zu den Gegebenheiten im Garten? Wenn ja, dann sendet eure Anfrage an das Gartenplenum: info@prinzessinnengarten-kreuzberg.net. Bitte mit genauer Beschreibung der Veranstaltung, warum diese im Nachbarschaftsgarten Moritzplatz stattfinden sollte, geplantem Termin, Uhrzeit und wieviel Menschen ihr erwartet. Und kommt vorbei. Das Gartenplenum tagt öffentlich, jeden Sonntag um 12 Uhr Die Garten-Aktiven

Anfragen für Gruppen, die sich regelmässig im Garten treffen wollen Der Garten eignet sich sehr gut für Treffen, Plena, etc. insbesondere unter Pandemiebedingungen. Es gibt im Garten mehrere Orte, wo sich Gruppen

PS: Garten ♥ öffentliche Veranstaltungen der Nachbarschaft oder mit Menschen, die sonst nur wenige Orte im Freien in der Stadt zur Verfügung haben.


Beitragende Gruppen ­

Der Nachbarschaftsgarten wurde in diesem Jahr besucht, belebt, beschenkt und geöffnet sowie mitverantwortlich organisiert und mitgeschaffen von:

Archipel Community Radio und Radio Otherwise AspE e.V. – Ambulante sozialpädagogische Erziehungshilfe Berlinische Galerie und die Kunstwerkstatt der Lebenshilfe Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen e.V. Diverse Lesekreise Familiengarten Fridays for Future Berlin Funkenflug / Werkstatt für Kunst für psych. beeinträchtigte Maler*innen und Schreiber*innen Gesellschaft für Humanistische Fotografie (GfHF) e.V. und XB-Lab – Kultur in Kreuzberg Gruppe Panther & Co. Gustav Landauer Initiative JodelChor Karlotta Frank und PlastiqueFantastique Kiezkantine

Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen e.V. Kotti e.V. und zwei darüber organisierte Kitas Lebenshilfe e.V. Mellifera e.V. – Regionalgruppe Berlin

Solidar-SchnittstelleBerlin Suppenküche – Bündnis Solidarisches Kreuzberg United Action e.V. Verschiedene Mieter*innengemeinschaften aus der Nachbarschaft

Nachbarschaftsakademie

We’ll Come United Berlin Brandenburg

nGbK, neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V.

Workstation e.V. – BodenSchätzen

Ora Nostra, Bündnis Volle Breitseite

Wortschatz – Deutschkurse für Frauen

Parkraumgetier Chameleon

Peace of Land

Xenion – Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V.

Rap-Projekt von Xenion e.V.

und weiteren Gruppen

NBA

Selbsthilfe und Beratung – Wildwasser e.V. Stefan Lehmann und Alexandra Suchan (IG Gesunder Boden) in Verbindung mit dem Naturkindergarten Kreuzberg und der öffentlichen Kantine der Freien Waldorfschule Kreuzberg



“Die Welt wahren in wilder Verbundenheit.”


In Gedenken an Silke Helfrich, Theoretikerin und Mitstreiterin für die Commons und das Commoning.


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