Limmat Verlag, Vorschau Herbst 2023

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Herbst 2023

«‹Was hast du, Gori?›

‹Dass ich so dumm bin – das habe ich.›

‹Du bist nicht dumm, Gori. In der Schule warst du immer der Erste.›

Sie sah zur Hütte hinüber, streckte die Hand aus und strich mir leicht übers Haar. Ich wurde rot bis zum Nabel.

‹Und wir haben das ganze Leben vor uns›, sagte sie.

‹Ein schönes Leben, du hier und ich in Kalifornien!

Ich schlafe keine Nacht, weil ich immer daran denke.›»

Foto Familie Martini
Limmat Verlag 2

Zum 100. Geburtstag am 4. August 2023

Neuauflage des Erfolgstitels

«Einer der erstaunlichsten Romane, die in der Schweiz je geschrieben wurden. Schliesslich gibt es in der neueren Literatur nur wenige Liebesgeschichten von der Behutsamkeit und Verhaltenheit der Geschichte von Gori und Maddalena.»

Neue Zürcher Zeitung

«Ein

Hunger, Armut und Allgegenwärtigkeit des Todes treiben Gori um 1927 aus dem kargen Alltag im Maggiatal ins ferne Kalifornien. Zurück lässt er seine erste Liebe, Maddalena, seine Familie und Freunde. Zwanzig Jahre später kehrt Gori, geplagt von nicht endendem Heimweh, in seine Heimat zurück und findet nichts mehr, wie es war. Maddalena ist tot, die Mutter behindert und der Vater alt und gebrechlich. Die in der Ferne ersehnte Heimat ist selbst fremd geworden.   Plinio Martini schildert wirklichkeitsnah und mit von unterdrücktem Zorn vibrierender Sprache das Leben der armen Bauern aus dem Maggiatal.

Plinio Martini

Nicht Anfang und nicht Ende

Roman

Aus dem Italienischen von Trude Fein

Titel der Originalausgabe: «Il fondo del sacco», Edizioni Casagrande, Bellinzona 1970

ca. 240 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

ca. sFr. 32.– / € 28.–

ISBN 978-3-85791-495-9

WG 1 112

Juli

→ Plakat (A3)

Martini, Nicht Anfang und nicht Ende 978-3-03926-905-1

Vorab lesen auf netgalley.de

Plinio Martini, geboren 1923 in Cavergno, wuchs als Sohn eines Bäckers mit sieben Brüdern in ärmlichen Verhältnissen auf. Er besuchte das Lehrerseminar in Locarno und unterrichtete anschliessend in Cavergno und später in Cevio. 1979 starb er im Alter von 56 Jahren an einem Hirntumor. Erste Erzählungen erschienen Anfang der 1950erJahre im «Giornale del popolo». 1951 und 1953 erschienen die Gedichtbände «Paese così» und «Diario forse d’amore». 1970 folgte sein erster Roman «Il fondo del sacco», der vier Jahre später in deutscher Übersetzung unter dem Titel «Nicht Anfang und nicht Ende» erschien. In seinem Werk hat Martini die klischierten Tessinbilder revidiert. Er gehört längst zu den Klassikern der Tessiner Literatur. Im Limmat Verlag lieferbar ist zudem der Roman «Requiem für Tante Domenica».

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Literatur gewordenes Stück Sozialgeschichte.» WOZ
Limmat Verlag
Foto Alberto Flammer

«‹Max und ich stehen vor diesen Familienfotos wie vor Reliquien aus einer Zeit, zu der wir keinen direkten

Zugang haben. Und zugleich haben sie mit uns zu tun.›

Nun doch ungeduldig, fällt Sam Eva ins Wort:

‹Aber warum gefällt es euch so sehr, alles, was ihr nicht wisst, gleich für ein Familiengeheimnis zu halten?

Vielleicht ist da gar nichts. Oder – und das kenne ich nur zu gut von meiner Mutter – was du einen geheimen Pakt nennst, ist einfach nur der Wunsch, zu vergessen.›»

Foto Ayṣe Yavaṣ
Limmat Verlag 4

Raubkunst im Zweiten Weltkrieg, ein jüdisch-amerikanischer Spion und ein mysteriöser Todesfall

Fünfzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs stirbt der jüdisch-amerikanische Veteran George Bromfield auf verdächtige Weise in einem Krankenhaus in New York. Kann es sein, dass seine zweite Ehefrau seinen Tod beschleunigt hat? Beim Versuch, die mysteriösen Todesumstände aufzudecken, graben seine Tochter Eva und ihr Bruder Max immer tiefer in der geheimnisumwobenen Vergangenheit ihres Vaters. In München und New York gehen die Geschwister auf Spurensuche, um herauszufinden, warum ihr Vater nach Kriegsende nach Bayern zurückgekehrt ist und wie das mit seiner Freundschaft mit einem Porträtmaler und Nazikollaborateur zusammenhängt.   Gekonnt verbindet Elisabeth Bronfen eine Spionagegeschichte mit einem Familiendrama und stellt dabei das Nachwirken einer Kultur der Geheimhaltung dar, wie sie für die Nachkriegszeit ab 1945 prägend war.

Elisabeth Bronfen

Händler der Geheimnisse

Roman

ca. 320 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

ca. sFr. 32.– / € 28.–

ISBN 978-3- 03926-061-4

WG 1 112

Oktober

978-3-03926-906-8

→ Vorab lesen auf netgalley.de

Die Autorin steht gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Elisabeth Bronfen, geboren 1958 in München, lebt in Zürich. Sie ist als Kulturwissenschaftlerin an der Universität Zürich und an der New York University tätig und arbeitet in den Bereichen Literatur, visuelle Kultur und Gender Studies. Die Autorin hat zahlreiche Publikationen verfasst, u.a. zu weiblichen Todesdarstellungen, zur Kulturgeschichte der Nacht, zu Krieg im Hollywood-Kino, zur Serialität in Shakespeares Dramen, sowie ein Kochbuch.

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Foto Ayṣe Yavaṣ
Plakat (A3) Bronfen, Händler der Geheimnisse
Limmat Verlag

Geschichten von

Franz Hohler

Franz Kafka

Dorothee Elmiger

Angélique Beldner

Günter Eich

William Carlos Williams

Christoph Keller

Damian Bright

Zsuzsanna Gahse

Rahel Hutmacher

Katharina Tanner

June Jordan

«Mein Mann ist ein Dichter.

Er schreibt viel und er liest viel.

Er sagt oft Dinge wie:

Jan Heller Levi

Julia Weber

Ivna Žic

Claudia Vamvas

Etrit Hasler

Andres Lutz

Christine Fischer

Usama Al Shahmani

Peter Bichsel

Michael Fehr

Muriel Rukeyser

William Carlos Williams hat geschrieben, dass bla, bla, bla.

Wer ist William Carlos Williams?

Keine Ahnung.

Mein Mann schreibt alles auf.

Das ist sein Ding.

Seine Aufgabe.

Sein Beruf.

Alles schreibt er in ein Heft.

Warum?

Er sagt:

Bald ist es zu spät

Bald ist alles weg.»

Aus der Geschichte «Mein Mann ist ein Dichter» von Dorothee Elmiger

Limmat Verlag 6

Literarische Inklusion für alle

Das Lesebuch in Leichter Sprache

Christoph Keller

Dieses Buch ist voller Geschichten in Leichter Sprache. Es enthält 14 neue, schöne, abenteuerliche und überraschende Geschichten von Schweizer Autorinnen und Autoren. Aber auch Texte aus der Weltliteratur.

Leichte Sprache ist eine besondere Art, Geschichten zu erzählen. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche. Leichte Sprache ist für Menschen, die eigentlich gern lesen. Denen es aber nicht leichtfällt. Oder für Menschen, die Deutsch lernen. Oder für Menschen, die mit dem Gedächtnis Mühe haben. Die Geschichten in diesem Buch sind für sie. Und sie sind für uns alle.

Mit Gütesiegel:

Die Texte wurden vom Büro für Leichte Sprache von Pro Infirmis geprüft.

Plakat (A3) Keller, Und dann klingelst du bei mir 978-3-03926-907-5

Und dann klingelst du bei mir Geschichten in Leichter Sprache Herausgegeben und mit einem Nachwort von Christoph Keller ca. 224 Seiten, gebunden ca. sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-060-7 WG 1 112

Oktober

→ Vorab lesen auf netgalley.de

Der Herausgeber und die Autor:innen stehen gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Christoph Keller, geboren 1963, ist der Autor zahlreicher preisgekrönter Romane, unter anderem «Ich hätte das Land gern flach», «Der beste Tänzer» und «Der Boden unter den Füssen». Zuletzt erschienen von ihm im Limmat Verlag «Jeder Krüppel ein Superheld. Splitter aus dem Leben in der Exklusion» (2020) sowie seine St.Galler Poetikvorlesungen unter dem Titel «Solange die Löwen nicht schreiben lernen» (2021). Keller, der über zwanzig Jahre in New York gelebt hat und mit der amerikanischen Lyrikerin Jan Heller Levi verheiratet ist, schreibt auf Deutsch und Englisch. Er lebt in St.Gallen.

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«Immer wieder ein Vergnügen zu lesen, wie sich eine gar nicht so Leichte Schriftstellerin, ein schwieriger Schriftsteller in ein federleichtes Schreib-Geschöpf verwandelt.»
Foto Ayṣe Yavaṣ
Limmat Verlag

«Aufhören, der schwerste Anfang.

Aufhören, Cello zu spielen.

Aufhören, High Heels zu tragen.

Aufhören, wütende Pamphlete in die Maschine zu hämmern oder Leserbriefe zu verfassen, die dann doch im Papierkorb landen.

Aufhören, von alpinen Landschaften zu träumen, die man in Schneeschuhen überquert.

Aufhören, Reisen zu planen, die seit Jahren auf der Pendenzenliste stehen, das Gebirge, den Gipfel, das Land, die Stadt der Sehnsucht zu sehen, bevor es zu spät ist.

Es ist längst zu spät.»

Foto Ayṣe Yavaṣ Limmat Verlag 8

Neue Erzählungen von Isolde Schaad

«Mit grimmigem Witz und schönem Scharfsinn nimmt Isolde Schaad in ihren Erzählungen die Gegenwart aufs Korn.»

Neue Zürcher Zeitung

«Blitzgescheite Gesellschaftsanalyse.»

Viceversa Literatur

Auch eine Jugendrevolte bleibt nicht ewig jung, die Revolutionärinnen beginnen die Haare zu färben, dann hören sie damit wieder auf und beugen sich über ihre Patientenverfügung. Sie sitzen am Fenster und schauen von oben auf das Leben, das nicht mehr ihres ist. Es findet in weissen Turnschuhen statt, mit blossen Knöcheln in überlangen Mänteln, Jogging-Dresses und Strickmützen.   Seit Jahrzehnten wirft Isolde Schaad ihr Argusauge auf die akuten gesellschaftlichen Vorgänge, ihre eigene Generation eingeschlossen. Ein satirisches Auge, wenn die Bürogemeinschaft, die über vollen Aschenbechern den Journalismus revolutioniert, dann in die Falle der eigenen Fantasie tappt. In kaltem Licht erscheint der frühe Tod der Jahrhundertkünstlerin Sophie Taeuber-Arp, wenn ein lokales MeToo-Komitee ihn als Kriminalfall aufrollt. Ob nun eine ältere Dame am Grab der besten Freundin um die ausbleibenden Tränen bittet oder überm Ozean ein berühmter Grossschriftsteller den ersten Tag nach dem Schreiben begeht, immer erfrischt das Erzählen von Isolde Schaad mit maliziösem Humor und menschenfreundlicher Ironie. Und dazwischen funkt als Warnung vor der ausbleibenden Genderkorrektheit die allerneueste Auflage des Grossen Duden.

→ Plakat (A3)

Schaad, Das Schweigen der Agenda 978-3-03926-908-2

Isolde Schaad

Das Schweigen der Agenda

Vom Innehalten und Aufhören – diverse Geschichten

ca. 160 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

ca. sFr. 30.– / € 26.–

ISBN 978-3-03926-059-1

WG 1 112

August

→ Vorab lesen auf netgalley.de

Die Autorin steht gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Isolde Schaad, geboren 1944 in Schaffhausen, lebt seit 1967 in Zürich und gehört zu den namhaften Schweizer Autorinnen der 68er-Generation. Ihre Spezialität ist die kritische Gesellschaftsbetrachtung, die sie mit Scharfsinn, Humor und hohem sprachlichen Können ausführt. Ihre mehrfach preisgekrönten Bücher erscheinen seit 1984 im Limmat Verlag, zuletzt «Giacometti hinkt. Fünf Wegstrecken, drei Zwischenhalte. Erzählungen». Im Frühjahr 2014 erhielt sie für ihr literarisches und publizistisches Schaffen die Goldene Ehrenmedaille des Kantons Zürich.

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Foto Ayṣe Yavaṣ
Limmat Verlag

«Antonio legt seinen Finger auf das Gewehr des Jägers. Er streichelt das Fell des Tigers: Es ist orange, schwarz und weiss. Er betrachtet die Bäume im Hintergrund. Die durch einen Schuss entstandene Rauchwolke. Den blauen Himmel. Die gelbe, grüne und braune Farbe des Schilfdickichts. Einen zu Boden fallenden weissen Turban. Er spricht mit sich selbst, denn die Szene beginnt zu leben. Er steigt auf den Elefanten, neben den Mann, der vor Angst schreit. Auch Antonio beginnt zu schreien. Der Tiger brüllt und zeigt seine Zähne. Er gräbt seine Krallen in die faltige Haut des indischen Riesen. Jemand ruft aus der Ferne: ‹Hilfeee!› Auch Antonio schreit: ‹Hilfeee!›»

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Antonio Ligabue iLeopard mit Schlange, Kunstsammlung der Fondazione Cariparma, Parma

Der kleine Antonio spricht kaum. Wenn, dann flucht er. Er sieht seltsam aus mit seinem unförmigen Kopf auf dem krumm wachsenden Körper. Die anderen Kinder lachen ihn aus, nennen ihn «Tschingg». Dabei spricht der Junge, der den Namen eines ihm unbekannten Stiefvaters trägt, kein Wort Italienisch. Zuflucht findet Antonio bei den Kaninchen, in den bunten Bildern mit exotischen Tieren auf den Lebensmittelverpackungen und bald auch in der Malerei.   Renato Martinoni geht von historischen Dokumenten und den künstlerischen Werken Antonio Ligabues (1899–1965) aus, um die Geschichte der ersten zwanzig Lebensjahre des «italienischen van Gogh» in der Schweiz zu erzählen. So verschmelzen bittere Realität und geheimnisvolle Magie zu einem Roman, der dem Weg von Antonios Mutter aus den dolomitischen Tälern in die Ostschweiz folgt, wo ihr Sohn, bei allen als «der Verrückte» bekannt, zwischen einer Pflegefamilie, einer Erziehungsanstalt und der psychiatrischen Klinik aufwächst, bis er mit zwanzig Jahren nach Italien ausgewiesen wird. Dabei werden die Erinnerungen an die Landschaften der Ostschweiz, ihre Farben und Stimmungen und der sehnsuchtsvolle Klang der Glocken lebendig – wie in den Bildern Ligabues.

Die Glocke von

Antonio Ligabue, Roman

Aus dem Italienischen von Diana Bischofberger

Titel der Originalausgabe: «La campana di Marbach. Antonio Ligabue. Romanzo dell’artista da giovane», Ugo Guanda Editore, Milano 2020

ca. 380 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

ca. sFr. 32.– / € 28.–

ISBN 978-3-03926-058-4

WG 1 116

August

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Der Autor und die Übersetzerin stehen gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Renato Martinoni, geboren 1952 in Muralto, emeritierter Professor für italienische Sprache und Literatur an der Universität St.Gallen, hat neben zahlreichen literaturwissenschaftlichen Publikationen auch belletristische Werke veröffentlicht. Renato Martinoni lebt in Minusio.

Diana Bischofberger, geboren 1966 in Zürich, wuchs zweisprachig in Appenzell auf und studierte Phil. i in Fribourg. Heute unterrichtet sie Sprachen (Italienisch, Englisch, Latein) an der Oberstufe Flade St.Gallen und engagiert sich im Verein Società Dante Alighieri St.Gallen. Sie lebt in Niederteufen.

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«Ein bitterer, ergreifender Roman, in dem Biografie und lyrisches Märchen verschmelzen.» Dacia Maraini, RAI
Renato Martinoni Marbach Foto Paolo Di Falco Foto Lautenschlager GmbH Plakat (A3)
Limmat Verlag
Martinoni, Die Glocke von Marbach 978-3-03926-909-9

«‹Ich beauftrage Sie, diese Reiseuhr wieder zum Laufen zu bringen.› Demidow öffnete die Schatulle, und Heinrich erblickte eine vergoldete Türmchenuhr aus Bronze mit einem ausladenden Sockel.

‹Mit dem grössten Vergnügen›, erwiderte Heinrich, ‹ich bin Uhrmachermeister, und mein Tageshonorar ist …›

‹Es ist die Lieblingsuhr des Zaren Nikolaus I.›, unterbrach ihn Demidow, ‹und es ist für Sie eine grosse Ehre, mit dieser Arbeit betraut zu werden. Sie werden für Ihre Arbeit kein Entgelt verlangen!› Der letzte Satz kam grob und laut daher. Heinrich erhob sich. ‹Verzeihen Sie, aber ich kann und will es mir nicht leisten, umsonst zu arbeiten; dafür habe ich nicht eine siebenjährige Ausbildung genossen.› Er machte Anstalten zu gehen.»

Illustration Hedwig Scherrer Limmat Verlag 12

Romanbiografie des Uhrenkönigs von Schaffhausen

Vater Heinrich Moser wird reich beim Zaren, seine Tochter Mentona begeistert sich für die Revolution

St.Petersburg 1827: Dem jungen Uhrmacher Heinrich Moser (1805–1874) aus Schaffhausen gelingt der Coup seines Lebens. Als Einziger schafft er es, die Lieblingsuhr des Zaren zu reparieren. Das macht ihn berühmt und steinreich. Nicht nur der russische Adel bestellt nun bei ihm, sein Uhrenimperium reicht bald weit über die Grenzen Russlands hinaus. Sein sagenhaftes Vermögen nutzt Moser nach seiner Rückkehr in die Schweiz, um die Industrialisierung seiner Geburtsstadt voranzutreiben.

Doch privat verlässt ihn das Glück: Seine geliebte Frau Charlotte stirbt, und mit seinem Sohn Henri kommt es zu erbitterten Auseinandersetzungen: Statt die Nachfolge anzutreten, reist Henri durch die asiatische Steppe, wird zum Forscher und Sammler, und immer wieder zerrinnt ihm das Geld zwischen den Fingern.   Der Vater heiratet ein zweites Mal, eine sehr junge Baronin, die Spannungen in der Familie steigen dramatisch, und es kommt zum Bruch zwischen Vater und Sohn. Henris Stiefschwester Mentona hingegen bedeutet der ungeheure Reichtum nichts. Sie engagiert sich für die sozial Schwachen, wird zur Kommunistin und Frauenrechtlerin, geht in die junge Sowjetunion und bringt einen grossen Teil des moserschen Reichtums wieder dorthin zurück, wo alles begann.   Im Jahr 1969 erhält der Urenkel von Heinrich Moser ein Paket mit Briefen, Fotografien und Dokumenten: Fünfzig Jahre später liegt die fulminante Familiengeschichte nun vor, ein Roman, wie ihn nur das Leben schreiben kann.

Der

Der Lebensroman des Industriepioniers Heinrich

Moser und seiner Kinder Henri und Mentona

ca. 580 Seiten, gebunden

ca. sFr. 44.– / € 39.–

ISBN 978-3-03926-062-1

WG 1 116

Oktober

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Der Autor steht gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Roger Nicholas Balsiger, wurde 1943 in Torquay (UK) als britisch-schweizerischer Doppelbürger geboren. Beruflich war er im Finanzwesen tätig, mit Auslandsstationen in London, Paris und Dubai. Er bekleidete zudem das Amt des britischen Honorarkonsuls in Zürich. Balsiger ist der Urenkel von Heinrich Moser und seit den Siebzigerjahren der Familienchronist. Er verfasste Biografien, Essays und Artikel über Heinrich, Henri, Mentona und Fanny Moser. Balsiger ist Präsident der Heinrich und Henri Moser Stiftung, die u.a. mit dem Moser Familienmuseum Charlottenfels das Andenken an die Pionierfamilie aufrechterhält, und Ehrenvorsitzender der Moser Watch Holding. Der Autor ist verheiratet und hat drei Söhne.

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Roger Nicholas Balsiger Uhrmacher des Zaren
Foto Privat Limmat Verlag

für Herrn M.E.S., 2022

Foto Ayṣe Yavaṣ
«Es gibt einen Koffer der offen bleibt voller Fragen und Spuren und Dunkelheit und Moos.»
Nathalie Schmid
Limmat Verlag 14

Dichterinnen und Dichter am Grab

Mit Texten von Terry Eagleton, Alexander Estis, Martin Bieri, Melanie Katz, Nathalie Schmid, Michael Fehr, Sascha Garzetti, Martina Clavadetscher, Rolf Hermann, Gerhard Meister, Klaus Merz und Ulrike Ulrich

Wie werden Menschen verabschiedet und beerdigt, die einsam sterben? «Das Einsame Begräbnis» ist ein literarisches Projekt, für das Dichterinnen und Dichter anhand einer Recherche ein persönliches Gedicht für einsam verstorbene Menschen verfassen und an deren Begräbnis verlesen. Das Gedicht begleitet die Verstorbenen auf ihrem Weg aus diesem Leben, an dessen Ende sie aus ganz unterschiedlichen Gründen auf sich selbst gestellt waren. Dieses kleine Ritual – ein paar Blumen, das Verlesen eines poetischen Nachrufs – wirft ein Licht auf «vergessene Leben». Es stellt sich in den Dienst, den Verstorbenen Respekt und Würde zu erweisen, und ist ein Zeichen der Solidarität.   «Die einsamen Begräbnisse» versammelt Gedichte der «Dichter:innen vom Dienst», die seit 2017 poetische Nachrufe verfassen und am Gemeinschaftsgrab für die Einsamen auf dem Zürcher Friedhof Nordheim verlesen.   Die Gedichte werden von Rechercheberichten und Essays begleitet, in denen die Dichtenden ihre Arbeit beschreiben. Das Vorwort «Über Dichtung und Tod» stammt von Terry Eagleton und Melanie Katz.

Die einsamen Begräbnisse

Poetische Nachrufe auf vergessene Leben Herausgegeben von Melanie Katz

Mit einem Vorwort von Terry Eagleton und Melanie Katz

ca. 140 Seiten, Leinen bedruckt

ca. sFr. 32.– / € 28.–

ISBN 978-3-03926-063-8

WG 1 151

Oktober →

Die Herausgeberin steht gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Melanie Katz studierte Sozialpsychologie und Deutsche Literaturwissenschaft und promovierte an der Universität Basel. Sie forscht zu Wissen um Pflanzen und arbeitet als Autorin und Performerin. Ihr lyrisches Debüt «Silent Syntax» erschien 2018 im hochroth Verlag Wiesenburg. Ihre Gedichte wurden in Anthologien und Zeitschriften publiziert, sie schreibt Radiofeatures und -Essays für SRF, DLF und freies Radio. Melanie Katz leitet das lyrische Projekt «Das Einsame Begräbnis» in der Deutschschweiz. Sie hat diverse Auszeichnungen erhalten, zuletzt 2020 den Anerkennungspreis der Literaturförderung der Stadt Zürich und ein Werkstipendium von Pro Helvetia. Melanie Katz lebt in Zürich.

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Foto Stefanie Senkel
Limmat Verlag

«Nein, ich habe fast alles verdrängt aus dieser Zeit. Weil es so wehtat. Weisst du, es war schon ein Kampf, aber es hat auch wehgetan. Sehr, sehr weh. Darum musst du auch begreifen, dass ich viel, viel weggeschoben habe. Sonst hätte ich nicht überleben können. Vielleicht hätte ich nachher einiges besser gemacht, wenn ich es nicht verdrängt hätte. Aber es ist nun mal so passiert und ich kann es nicht ändern. Ich kann nur sagen: Entschuldigung, Christian.»

Foto Ayṣe Yavaṣ
Limmat Verlag 16

Die Verheerungen des sogenannten Hilfswerks «Kinder der Landstrasse» an der Familie Mehr

«Nach einem halben Jahr nimmt mich der Staat meiner Mutter weg. Der Dorfpfarrer hat eine Familie aufgetrieben, die mich zum Kuhschweizer machen soll.» Christian Mehr

Im 20. Jahrhundert versucht die Schweiz, Fahrende mit Gewalt zu assimilieren. Kindeswegnahme, Versorgung und Zwangsbehandlung sind die Mittel. An der Familie Mehr werden sie durchexerziert.

Mit Marie Emma, Mariella und Christian Mehr werden drei Generationen sich selbst entfremdet, beiden Frauen wird das Kind weggenommen. Ihre Wut darüber verarbeitet Mariella als sprachmächtige Schriftstellerin, Christian schreit sie der Gesellschaft als Punk ins Gesicht. Mariella betäubt den Schmerz mit Alkohol, Christian mit Heroin. Das Erlebte dominiert das Leben, verbindet die beiden und spaltet sie zugleich. Es ist die Geschichte einer Mutter-SohnBeziehung, welche die mentalen und körperlichen Folgen der behördlichen Gewalt in sich trägt.   Auf lebendige Weise und eingebettet ins Zeitgeschehen erzählt Michael Herzig von den Verheerungen des sogenannten Hilfswerks «Kinder der Landstrasse», das sowohl Mariella als auch Christian quälte und misshandelte – fünfzig Jahre nach dem Ende des «Hilfswerks» sind die Folgen noch immer präsent.

Die Geschichte von Christian und Mariella Mehr ca. 180 Seiten, gebunden ca. sFr. 34.– / € 34.–

ISBN 978-3-03926-064-5

WG 1 941

Oktober

978-3-03926-910-5

→ Vorab lesen auf netgalley.de

→ Der Autor steht gern für Veranstaltungen zur Verfügung.

Michael Herzig, geboren 1965 in Bern, lebt in Zürich und im Jura. Er hat Geschichte und Betriebswirtschaft studiert, war Drogenbeauftragter der Stadt Zürich, leitete während zehn Jahren sozialmedizinische Einrichtungen für marginalisierte Menschen und arbeitet heute als Dozent für Soziale Arbeit, freischaffender Autor und Organisationsberater. Er hat vier Krimis und einen Roman veröffentlicht sowie Kurzgeschichten, Hörspiele, Drehbücher und Nichtfiktionales geschrieben. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet.

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Foto Ay Ș e Yava Ș
Michael Herzig Landstrassenkind Plakat (A3) Herzig, Landstrassenkind
Limmat Verlag
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sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-042-3 sFr. 28.– / € 24.–978-3-03926-022-5 sFr. 28.– / € 24.–978-3-03926-002-7 sFr. 28.– / € 24.–978-3-03926-003-4 sFr. 29.– / € 26.–978-3-85791-880-3 sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-057-7 sFr. 22.– / € 18.–978-3-03926-028-7 sFr. 32.– / € 32.–978-3-85791-835-3 sFr. 29.– / € 29.–978-3-03926-056-0 sFr. 38.– / € 38.–978-3-03926-049-2 sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-041-6 sFr. 28.– / € 24.–978-3-85791-823-0 sFr. 28.– / € 24.–978-3-03926-052-2 sFr. 28.– / € 24.–978-3-85791-893-3 sFr. 44.– / € 39.–978-3-03926-031-7 sFr. 34.– / € 34.–978-3-85791-870-4 sFr. 36.50 / € 36.50 978-3-85791-730-1 sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-050-8 sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-047-8 sFr. 34.– / € 29.–978-3-03926-040-9
→ Usama Al Shahmani
→ Mariella Mehr → Isolde Schaad → Julia Weber → Anna Ospelt → Erika Burkart → Aline Valangin
→ Christoph Keller
Limmat
→ Islam Alijaj → Simone Müller
Verlag

«Ein ungeheuer starker Roman.» Gesa Ufer, Deutschlandfunk Kultur

«Der Roman von Sarah Elena Müller dürfte einer der bleibenden dieses Jahres werden.» Daniel Graf, Republik

«Ein Wurf von einem Buch.» Nora Zukker, Tages-Anzeiger

«Das Buch tut gut. Es macht Informationen und Perspektiven so umfassend und leicht zugänglich wie bisher kaum ein Sachbuch zum Thema. Damit bietet es die Grundlage einer Diskussion, die in der Schweiz auf allen Ebenen geführt werden muss.» Nadine Brügger, NZZ

«Es ist beeindruckend, dieses Denken, eigentümlich, ausserhalb der Konvention, gigantisch egozentrisch und durch seine verquere Unangepasstheit seltsam aktuell. Einer der grössten Erzähler Europas.» Die Zeit

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sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-051-5 sFr. 25.– / € 25.–978-3-03926-054-6 sFr. 28.– / € 24.–978-3-85791-871-1 sFr. 28.– / € 24.–978-3-85791-439-3
sFr. 30.– / € 26.–978-3-03926-055-3
Limmat Verlag

Ab Juni 2023 ist Katharina Alder für uns im Buchhandel in der Schweiz unterwegs. Darüber freuen wir uns sehr! Wir wünschen ihr gute Wege, schöne Begegnungen und Gespräche und sowieso: Viel Erfolg!

Verlag

Limmat Verlag

Quellenstrasse 25

8031 Zürich

Telefon 0041 44 445 80 80 vertrieb@limmatverlag.ch presse@limmatverlag.ch lektorat@limmatverlag.ch limmatverlag.ch

Schweiz

→ Mit grossem Dank verabschieden wir Giovanni Ravasio, der uns bisher in der Schweiz aufs Trefflichste vertreten hat. Alles Gute im aktiven Ruhestand, viel Musse für Lektüren nach Lust und Laune!

Auslieferung ava Verlagsauslieferung

Centralweg 16 8910 Affoltern a. A.

Telefon 0041 44 762 42 00 avainfo@ava.ch

Vertreterin

Katharina Alder

alles&nichts

Verlagsvertretungen

Rathausstrasse 33 8570 Weinfelden

Telefon 0041 77 473 19 74 k.alder@buchinfo.ch

Deutschland, Österreich & übrige Länder

Auslieferung

gva Gemeinsame Verlagsauslieferung

Postfach 2021 37010 Göttingen

Telefon 0049 551 384 200 0 bestellung@gva-verlage.de

Vertreterin Deutschland

Jessica Reitz c/o buchArt Cotheniusstrasse 4 10407 Berlin reitz@buchart.org

Telefon 0049 30 447 32 180

Vertreterin Österreich

Anna Güll

Telefon 0043 699 19 47 12 37 anna.guell@pimk.at

Bildnachweis: Für den Umschlag dieser Vorschau und den Roman «Händler der Geheimnisse» von Elisabeth Bronfen wurde das Bild von Albrecht Schnider, Ohne Titel, 2013, Acryllack auf Leinwand, 205 × 145 cm, Kunstmuseum Luzern, Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur, Bern verwendet. Die Zeichnung auf dem Umschlag von Plinio Martini «Nicht Anfang und nicht Ende» hat Trix Krebs angefertigt. Den Menschen in der Badewanne auf dem Umschlag «Und dann klingelst du bei mir» hat Andres Lutz gezeichnet. Das Bild von Sophie Taeuber Arp, Personnages, 1926, fotografiert von Alex Delfanne, wurde für den Umschlag von Isolde Schaad, «Das Schweigen der Agenda» verwendet. Auf dem Umschlag des Romans «Die Glocke von Marbach» von Renato Martinoni ist das Bild von Antonio Ligabue, Selbstporträt, 1957, Parma, Privatbesitz. Die Fotografie auf dem Umschlag von Roger Nicholas Balsiger, «Der Uhrmacher des Zaren» sowie auch diejenige auf dem Umschlag von Michael Herzig «Landstrassenkind», stammen aus Privatbesitz.

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