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Kap. 18: Bauwerksabdichtungen Inhaltsverzeichnis: 1

Einleitung

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Vorschriften

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Die neue DIN 18195 3.1 Wesentliche Änderungen gegenüber der alten DIN 18195 3.2 Anwendungsbereich 3.3 Definitionen, Begriffe 3.4 Zuordnung der Abdichtungsarten nach DIN 18195-1 in Abhängigkeit von Wasserart, Bodenart und Nutzung

4

Bemessungskriterien für Bauwerksabdichtungen 4.1 Bodenart, Wasserdurchlässigkeit 4.2 Wasserarten (Erscheinungsformen des Wassers im Boden) 4.3 Klimatische Beanspruchungen 4.4 Sonstige Beanspruchungen

5

Stoffe

6

Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe 6.1 Anforderungen an den Untergrund 6.2 Verarbeitung der Stoffe

7

Abdichtungsarten nach DIN 18195 7.1 Allgemeines 7.2 Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser 7.2.1 Anordnung der Abdichtung 7.2.2 Ausführung 7.3 Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen 7.4 Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser 7.4.1 Anforderungen 7.4.2 Bauliche Erfordernisse 7.4.3 Arten der Beanspruchung, Abdichtungsarten 7.4.4 Ausführung 7.4.5 Konstruktionsbeispiele 7.5 Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser

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Literatur


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Bauwerksabdichtungen 1

Einleitung:

• Definition Abdichtung: Flächiges Bauteil zum Schutz eines Bauwerkes gegen Eindringen von Wasser. Hierzu gehören auch Anschlüsse, Abschlüsse, Durchdringungen und Abdichtungen über Fugen.

Abb. 1.1: Beispiel für eine Bauwerksabdichtung Hier: Dachabdichtung (die Pfützenbildung deutet auf eine nicht sachgerechte Ausführung hin) Abb. aus Oswald: Hinzunehmende Unregelmäßigkeiten bei Gebäuden, Bauverlag 1997

Abb. 1.2: Abdichtung einer Kelleraußenwand mit einer Bitumendickbeschichtung Abb.: www.prokeller.de


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Aufgabe von Bauwerksabdichtungen: Bauwerke vor den schädigenden Einflüssen des Wassers dauerhaft schützen.

• Schädigende Einflüsse:  Überschwemmungen, Eindringen von Wasser ins Gebäude → Schädigung der Inneneinrichtung, gelagerter Stoffe, wertvoller Geräte usw.  Durchfeuchtung von Bauteilen → Nutzungseinschränkungen, Gefahr der Schimmelpilzbildung, Gefahr der Zerstörung bei manchen Baustoffen (z.B. Holz: hier Gefahr des Pilzbefalls bei Holzfeuchten u ≥ 20%)  Verringerter Wärmeschutz durchfeuchteter Bauteile → Feuchte Baustoffe leiten Wärme besser als trockene; ein Gebäude mit durchfeuchteten Außenwänden benötigt mehr Heizenergie als ein vergleichbares Gebäude mit trockenen Außenwänden  Korrosion von Baustoffen  Verringerte Festigkeit einiger Baustoffe bei Durchfeuchtung (z.B. Holz)  Frost-Tau-Gefährdung mancher Baustoffe


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• Charakteristische Merkmale von Bauwerksabdichtungen:  Eine Wartung ist in der Regel nicht möglich und auch nicht vorgesehen.  Reparaturen sind mit einem großem Aufwand verbunden.  Die Funktionsfähigkeit sollte daher für die Lebensdauer des abzudichtenden Bauwerks bemessen sein.

⇒ Dauer Funktionsfähigkeit Abdichtung ≥ Lebensdauer Bauwerk

• Begriff Dichtigkeit:  Absolut dicht gegen flüssiges Wasser und diffundierende Wassermoleküle: Nur Metalle, Glas  Diffundierbar für Wassermoleküle aber nicht durchlässig für flüssiges Wasser: Bitumen, Kunststoffe, einige mineralische Stoffe (WU-Beton)  Durchströmbar für flüssiges Wasser: Ziegel, Holz, Normalbeton, Gips


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Vorschriften:

• DIN 18195 - Bauwerksabdichtungen:  Teil 1:

Grundsätze, Definitionen, Zuordnung der Abdichtungsarten (2000-08)

 Teil 2:

Stoffe (2000-08)

 Teil 3:

Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe (2000-08)

 Teil 4:

Abdichtungen gegen Bodenfeuchte (Kapillarwasser, Haftwasser) und nichtstauendes Sickerwasser an Bodenplatten, Wänden, Bemessung und Ausführung (2000-08)

 Teil 5:

Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen, Bemessung und Ausführung (2000-08)

 Teil 6:

Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser, Bemessung und Ausführung (2000-08)

 Teil 7:

Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser, Bemessung und Ausführung (1989-06)

 Teil 8:

Abdichtungen über Bewegungsfugen (2004-03)

 Teil 9:

Durchdringungen, Übergänge, Abschlüsse (2004-03)

 Teil 10:

Schutzschichten und Schutzmaßnahmen (2004-03)

 Beiblatt 1: Beispiele für die Anordnung der Abdichtung (2006-01) Derzeitiger Stand der Normung:  DIN 18195, Teile 1 bis 6: Teile 8 bis 10: Teil 7:

aktuell (erschienen im August 2000) aktuell (erschienen im März 2004) wird zurzeit überarbeitet (gültige Ausgabe vom Juni 1986)

 DIN 18195-100 (Norm-Entwurf, 2003-06): Vorgesehene Änderungen zu den Normen DIN 18195 Teil 1 bis 6  DIN 18195-101 (Norm-Entwurf, 2005-09): Vorgesehene Änderungen zu den Normen DIN 18195-2 bis DIN 18195-5


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• VOB Teil C DIN 18336: Abdichtungsarbeiten (2002-12) Aktueller Stand (erschienen im Dezember 2002)

• DIN 18531: Abdichtungen für nicht genutzte Dächer (2005-11) • Teil 1: Begriffe, Anforderungen, Planungsgrundsätze • Teil 2: Stoffe • Teil 3: Bemessung, Verarbeitung der Stoffe, Ausführung der Dachabdichtungen • Teil 4: Instandhaltung

• DIN 4095: Baugrund - Dränung zum Schutz baulicher Anlagen Planung, Bemessung und Ausführung (1990-06) Stand vom Juni 1990.

• Technische Regeln für die Planung und Ausführung von

dehnfähigen Bauwerksabdichtungen (Herausgegeben vom Hauptverband der deutschen Bauindustrie e.V.)

• DUD Verlegehinweise Bauwerksabdichtung (Herausgegeben vom DUD-Geschäftsbereich Dach- und Dichtungsbahnen)

• Richtlinien für die Planung und Ausführung von Dächern mit

Abdichtungen - Flachdachrichtlinien (herausgegeben vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V. und Hauptverband der deutschen Bauindustrie e.V.)


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Die neue DIN 18195

3.1 Wesentliche Änderungen gegenüber der alten DIN 18195 Änderungen in DIN 18195-1: Grundsätze, Definitionen, Zuordnung der Abdichtungsarten • Der Anwendungsbereich wurde präzisiert. (siehe Abschnitt 3.2 dieses Skriptes). • Es wurden 13 neue Begriffe definiert. (siehe Abschnitt 3.3 dieses Skriptes). • Abschnitt 4 "Grundsätze, Zuordnung der Abdichtungsarten" wurde völlig geändert. Eine Übersichtstabelle über die Anwendungen der Teile 4 bis 7 in Bezug auf die Wasserbeanspruchung wurde neu aufgenommen. (siehe Abschnitt 3.4 dieses Skriptes).


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Änderungen in DIN 18195-2: Stoffe • Der Anwendungsbereich wurde auf Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser nach DIN 18195-7 erweitert. • Die Liste der zu verwendenden Bitumen- und Kunststoffbahnen wurde aktualisiert und ergänzt. • Einige Werkstoffe wurden neu aufgenommen (Kunststoff-Dichtungsbahnen aus EVA, selbstklebende Kunststoff- und Elastomer-Dichtungsbahnen, kaltselbstklebene Bitumen-Dichtungsbahne, kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen, Gussasphalt). • Deckaufstrichmittel (kalt zu verarbeiten) und Spachtelmassen (kalt zu verarbeiten) wurden aus der Norm gestrichen.


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Änderungen in DIN 18195-3: Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe • Abschnitt 4 "Anforderungen and den Untergrund" wurde für alle Teile der DIN 18195 zusammenfassend aufgenommen. • Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen wurden neu aufgenommen. • Die Überdeckungsbreiten von Bahnen aus DIN 18195-4 bis -7 wurden übernommen. • Grundierungen und Kratzspachtelungen wurden neu aufgenommen. • Abschnitte über die Verarbeitung von Deckaufstrichmittel (kalt zu verarbeiten) und Spachtelmassen (kalt zu verarbeiten) wurden gestrichen. • Redaktionelle Überarbeitung.


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Änderungen in DIN 18195-4: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte (Kapillarwasser, Haftwasser) und nichtstauendes Sickerwasser an Bodenplatten und Wänden • Beschreibung der Bauweisen wurde an die geänderte Liste der Stoffe nach DIN 18195-2 angepasst. • Die bisher enthaltenen Bilder entfallen, die zugehörigen Erläuterungen in Abschnitt 6 (Ausführung) wurden entsprechend umformuliert. • Der Anwendungsbereich von DIN 18195-4 wurde präzisiert: Die Feuchtigkeitsbeanspruchung Bodenfeuchte darf nur dann vorausgesetzt werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:  Das Baugelände besteht bis zu einer ausreichenden Tiefe unter der Fundamentsohle aus stark durchlässigen Böden, z.B. Sand oder Kies (Wasserdurchlässigkeitsbeiwert k > 10-4 m/s nach DIN 18130-1).  Das Verfüllmaterial der Arbeitsräume besteht aus stark durchlässigen Böden (k > 10-4 m/s).

 Bei Böden mit geringerer Durchlässigkeit: → Zusätzlich Anordnung einer Dränung nach DIN 4095 oder → Ausführung einer Abdichtung nach DIN 18195-6. • Abschnitt 7 (Mindestmengen für Einbau bzw. Verbrauch von streich- und spachtelfähigen Abdichtungsstoffen) wurde in DIN 18195-3 übernommen, die zugehörige Tabelle entfällt.


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Änderungen in DIN 18195-5: Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen • Redaktionelle Überarbeitung. • Beschreibung der Bauweisen wurde an die geänderte Liste der Stoffe nach DIN 18195-2 angepasst. • Der Anwendungsbereich und die Beanspruchungsarten wurden präzisiert.


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Änderungen in DIN 18195-6: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser • Redaktionelle Überarbeitung unter Berücksichtigung der in DIN 18195-1 bis DIN 18195-3 vorgenommenen Änderungen. • Im Abschnitt 7 (Arten der Beanspruchung) werden jetzt zwei Beanspruchungsarten unterschieden:  Beanspruchung gegen drückendes Wasser  Beanspruchung gegen zeitweise aufstauendes Sickerwasser • Die unterschiedlichen Ausführungsarten der Abdichtung werden für die beiden Beanspruchungsarten in den folgenden neu aufgenommenen Abschnitten beschrieben:

 Abschnitt 8: Ausführung von Abdichtungen gegen drückendes Wasser  Abschnitt 9: Ausführung von Abdichtungen gegen aufstauendes Sickerwasser


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3.2 Anwendungsbereich • DIN 18195 gilt für die Abdichtung von nicht wasserdichten Bauwerken oder Bauteilen gegen 

Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser nach DIN 18195-4 (siehe Abschnitt 7.2 dieses Skriptes)



Nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen nach DIN 18195-5 (siehe Abschnitt 7.3 dieses Skriptes)



Von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser nach DIN 18195-6 (siehe Abschnitt 7.4 dieses Skriptes)



Von innen drückendes Wasser nach DIN 18195-7 (siehe Abschnitt 7.5 dieses Skriptes)

• DIN 18195 gilt auch für Abdichtungen unter intensiv begrünten Dachflächen.

• Ausführung der Abdichtung mit folgenden Stoffen:  Bitumenbahnen, Bitumenmassen,  Kunststoff- und Elastomer-Dichtungsbahnen,  Metallbänder,  Asphaltmastix,  Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen


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• DIN 18195 gilt nicht für  Die Abdichtung von nicht genutzten und von extensiv begrünten Dachflächen (siehe DIN 18531),  Die Abdichtung von Fahrbahnen, die zu öffentlichen Straßen oder zu Schienenwegen gehören,  Die Abdichtung von Deponien, Erdbauwerken und bergmännisch erstellten Tunnel,

 Nachträgliche Abdichtungen in der Bauwerkserhaltung oder in der Baudenkmalpflege (Ausnahme: es können Verfahren angewendet werden, die in dieser Norm beschrieben sind)

 Bauteile, die so wasserundurchlässig sind, dass die Dauerhaftigkeit des Bauteils und die Nutzbarkeit des Bauwerks ohne weitere Abdichtung im Sinne dieser Norm gegeben sind. DIN 18195 gilt nicht für Konstruktionen aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton).


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3.3 Definitionen, Begriffe (Auszug aus DIN 18195-1)

• Abdichtungslage: Flächengebilde aus Abdichtungsstoffen. Eine oder mehrere vollflächig untereinander verklebte oder im Verbund hergestellte Abdichtungslagen bilden die Abdichtung. • Abdichtungsrücklage: Festes Bauteil, auf das eine Abdichtung für senkrechte oder stark geneigte Flächen aufgebracht wird, wenn die Abdichtung zeitlich vor dem zu schützenden Bauwerk hergestellt wird. • Abdichtungsuntergrund, Untergrund: Fläche, auf die die Abdichtung unmittelbar aufgebracht wird. • Abschluss: Das gesicherte Ende oder der gesicherte Rand einer Bauwerksabdichtung. • Anschluss: Die Verbindung von Teilbereichen einer Abdichtungslage oder mehrerer Abdichtungslagen miteinander, die zu verschiedenen Zeitabschnitten hergestellt werden, z.B. bei Arbeitsunterbrechung. Ein Anschluss ist auch die Verbindung einer Abdichtungslage oder mehrerer Abdichtungslagen an Einbauteile.


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• Asphaltmastix: Gemisch aus Bitumen, Gesteinsmehl und Sand mit einem Massenanteil an Bitumen von 13% bis 16%. • Außenabdichtung: Abdichtung, die auf der Außenseite des konstruktiven Bauwerks angeordnet wird. • Bauteiltemperatur: Temperatur der Bauteiloberfläche, mit der die Abdichtung bei ihrem Einbau direkt in Berührung kommt. • Bemessungswasserstand: Der Bemessungswasserstand ist der höchste, nach Möglichkeit aus langjähriger Beobachtung ermittelte Grundwasserstand. Bei Bauwerken im Hochwasserbereich ist der höchste Hochwasserstand maßgebend. • Bewegungsfuge: Ein Zwischenraum zwischen zwei Bauwerksteilen oder Bauteilen, der ihnen unterschiedliche Bewegungen ermöglicht. • Dampfdruckausgleichsschicht: Eine zusammenhängende Luftschicht zum Ausgleich örtlich entstehender Dampfdruckunterschiede. • Deckaufstrich: Ein in sich geschlossener Aufstrich aus Deckaufstrichmitteln.


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• Durchdringung: Ein Bauteil, das die Bauwerksabdichtung durchdringt, z.B. Rohrleitung, Geländerstütze, Ablauf, Brunnentopf, Telleranker • Einbauteil: Ein Hilfsmittel zur Herstellung eines wasserdichten Anschlusses an Durchdringungen, bei Übergängen oder bei Abschlüssen, wie z.B. Klebeflansch, Anschweißflansch, Manschette, Klemmschiene, Los- oder Festflanschkonstruktion. • Einbautemperatur: Temperatur der Abdichtungsstoffe beim Einbau. • Einbettung der Abdichtung: Die hohlraumfreie Lage der Abdichtung zwischen Abdichtungsuntergrund und Schutzschicht, ohne dass die Abdichtung einen nennenswerten Flächendruck erfährt. • Einpressung der Abdichtung: Die hohlraumfreie Lage der Abdichtung zwischen zwei festen Bauteilen, wobei die Abdichtung einem ständig wirkenden Flächendruck ausgesetzt ist. • Eintauchtiefe: Die Höhendifferenz zwischen der tiefsten abzudichtenden Bauwerksfläche und dem Bemessungswasserstand.


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• Elastomer-Dichtungsbahn mit Selbstklebeschicht: Bahn aus Elastomeren mit zusätzlicher werksseitiger Selbstklebeschicht zu flächigen Verklebung. • Fügetechnik: Die Technik der materialgerechten Naht- und Stoßverbindungen von Abdichtungsbahnen zur Herstellung einer Abdichtungslage. • Fugenverstärkung: Die Verstärkung einer Abdichtung durch eine oder mehrere zusätzliche Abdichtungslagen im Bereich einer Bewegungsfuge. • Kaltselbstklebende Bitumen-Dichtungsbahn (KSK): Dichtungsbahn aus einem kunststoffmodifizierten, selbstklebenden Bitumen, das einseitig auf einer reißfesten PE-Trägerfolie aufgebracht ist. • Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung (KMB): Kunststoffmodifizierte, ein- oder zweikomponentige Massen auf Basis von Bitumenemulsion. • Naht: Die Verbindung zweier Bahnen einer Abdichtungslage an ihren Längs- oder Querrändern. • Nassraum: Innenraum, in dem nutzungsbedingt Wasser in solcher Menge anfällt, dass zu seiner Ableitung eine Fußbodenentwässerung erforderlich ist. Bäder im Wohnungsbau ohne Bodenablauf zählen nicht zu den Nassräumen.


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• Regenfestigkeit: Zeitpunkt, zu dem die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung so weit abgebunden hat, dass sie durch darauf einwirkenden Regen nicht geschädigt wird. • Schutzlage: Zusätzlicher Schutz einer Abdichtung, der jedoch keine Schutzschicht ersetzt. Eine Schutzlage zählt nicht als Abdichtungslage. • Schutzschicht: Ein Bauteil zum dauernden Schutz einer Abdichtung gegen mechanische und thermische Beanspruchung. • Sickerwasser, aufstauend: Unter Einwirkung der Schwerkraft frei abfließendes Niederschlags- und/oder Brauchwasser, das auf wenig durchlässigen Bodenschichten zeitweise aufstauen kann. • Stoß: Der Bereich einer Abdichtung, in dem Nähte oder Anschlüsse der einzelnen Abdichtungslagen übereinanderliegend oder um Überlappungsbreite versetzt in der Abdichtung angeordnet sind. • Trennschicht, Trennlage: Ein Flächengebilde zur Trennung einer Abdichtung von angrenzenden Bauteilen. • Trägereinlage: Zur Herstellung einer Abdichtungslage oder einzelner Dichtungsbahnen verwendete flächenhafte Bahnen, Folien, Gewebe oder Vliese u.a. aus Rohfilz,


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Jute, Glas oder Kunststoff sowie Metallbändern. Sie tragen die jeweils erforderlichen Bitumenaufstriche (Klebe- oder Deckaufstriche) bzw. bei Dichtungsbahnen und Bitumen-Schweißbahnen die Deckschichten und dienen zur Aufnahme der mechanischen Beanspruchung. • Überdeckung, Überlappung: Der Bereich, in dem zwei Bahnen einer Abdichtungslage zur Herstellung von Nähten und Stößen übereinanderliegen. • Übergang: Die Verbindung unterschiedlicher Abdichtungssysteme. • Verstärkungseinlage: Flächenhaftes Gewebe- oder Vliesbahnenmaterial, welches vor Ort hohlraumfrei in die Abdichtung eingebettet wird. • Verwahrung: Die Sicherung der Ränder von Abdichtungen gegen Abgleiten und das Hinterlaufen von Wasser.


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3.4

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Zuordnung der Abdichtungsarten nach DIN 18195-1 in Abh채ngigkeit von Wasserart, Bodenart und Nutzung


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Zuordnung der Abdichtungsarten nach DIN 18195-1 , Tab. 1

Erdberührte Bauteile ? (Wände,Bodenplatte)

nein

Abdichtung n. DIN 18195-5 oder DIN 18531

ja Bemessungswasserstand ?

ja

≥ 300 mm unter UK Bodenplatte ?

nein

Bodenart ?

stark durchlässig (k > 10-4 m/s)

wenig durchlässig (k ≤ 10-4 m/s) ja

nein Dränung ?

Bodenfeuchte / nichtstauendes Sickerwasser

zeitweise aufstauendes Sickerwasser

Drückendes Wasser

Abdichtung nach DIN 18195-4

Abdichtung nach DIN 18195-6 Abschnitt 9

Abdichtung nach DIN 18195-6 Abschnitt 8


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Bemessungskriterien für Bauwerksabdichtungen

• Wesentliche Kriterien für die Bemessung von Bauwerksabdichtungen sind:  Bodenart, Wasserdurchlässigkeit des Bodens  Wasserart (Erscheinungsformen des Wassers im Boden)  Klimatische Beanspruchungen

4.1 Bodenart, Wasserdurchlässigkeit • Für Bemessung und Ausführung der Abdichtung ist in erster Linie die Wasserdurchlässigkeit des Bodens entscheidend.

• Die Wasserdurchlässigkeit eines Bodens wird mit Hilfe von Durchlässigkeitsversuchen nach DIN 18130 bestimmt und durch den sogenannten Wasserdurchlässigkeitsbeiwert k ausgedrückt.

• Wasserdurchlässigkeitsbeiwert k: k gibt an, mit welcher Geschwindigkeit ein bestimmtes Wasservolumen durch eine Bodenprobe bei vorgegebenem Querschnitt hindurchfließt (siehe DIN 18130). Dimension: [m/s] • Die Art der Abdichtung wird von der Größe des Wasserdurchlässigkeitsbeiwertes k bestimmt, siehe Tabelle 2.


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Tabelle 2: Durchlässigkeitsbereiche in Abhängigkeit vom Wasserdurchlässigkeitsbeiwert k und Abdichtungsmaßnahmen nach DIN 18195

Wasserdurchlässigkeitsbeiwert k

Bereich

Bemerkung

[m/s] unter 10-8

sehr schwach durchlässig

10-8 bis 10-6

schwach durchlässig

10-6 bis 10-4

durchlässig

10-4 bis 10-2

stark durchlässig

über 10-2

sehr stark durchlässig

Aufstauendes Sickerwasser Abdichtungen nach DIN 18195-6 (von außen drückendes Wasser, aufstauendes Sickerwasser) oder nach DIN 18195-4 und zusätzlich Anordnung einer Dränung nach DIN 4095 Keine Gefahr durch aufstauendes Sickerwasser Abdichtungen nach DIN 18195-4 (Bodenfeuchte, nichtstauendes Sickerwasser)


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4.2 Wasserarten (Erscheinungsformen des Wassers im Boden) • Im Boden tritt Wasser in verschiedenen Erscheinungsformen auf. Daraus resultieren unterschiedliche Beanspruchungsarten, die die Ausführung der Abdichtung (Abdichtungsart) bestimmen. • Es werden folgende Wasserarten unterschieden (siehe auch Abb. 2 und Tabelle 3):

 Oberflächenwasser: Niederschlags-/Brauchwasser, welches sich unmittelbar auf der Geländeoberfläche befindet und dort abläuft. Bei starken Niederschlägen und nicht ausreichenden Abflussmöglichkeiten kann sich Oberflächenwasser kurzzeitig aufstauen.

 Haftwasser: Wasser in nichttropfbarer flüssiger Form, welches in wenig wasserdurchlässigen Böden (k < 10-4 m/s) durch chemisch-physikalische Kräfte im Boden gebunden ist (→ "Bodenfeuchtigkeit").

 Kapillarwasser: Wasser, das in kleinen Zwischenräumen und Poren im Boden entgegen der Schwerkraft aufsteigen kann.

 Sickerwasser: Niederschlags- / Brauchwasser, das im Boden unter Einwirkung der Schwerkraft versickert. In stark durchlässigen Böden (k > 10-4 m/s) kann das Sickerwasser ungehindert in tiefere Schichten bis zum Grundwasser abfließen.


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 Zeitweise aufstauendes Sickerwasser: Unter Einwirkung der Schwerkraft frei abfließendes Niederschlags/Brauchwasser, das auf wenig durchlässigen Bodenschichten zeitweise aufstauen kann.

 Schichtenwasser: Sickerwasser oder aufstauendes Sickerwasser, das sich in Bodenschichten mit größerer Durchlässigkeit befindet und dort abläuft. Beanspruchung: drückendes Wasser.

 Grundwasser: Wasser, welches sich über undurchlässigen Bodenschichten oder in der Nähe von Gewässern im Boden sammelt. Sämtliche Poren und Zwischenräume sind mit Wasser gefüllt.

Abb. 2: Wasserarten (Erscheinungsformen des Wassers im Boden)


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Tabelle 3: Zusammenhänge zwischen Bodenart und Wasserart (siehe hierzu auch Abb. 2)

Nr.

Bodenart oder Schichtenfolge

Verhaltensweise des Wassers im Boden

Wasserart (Erscheinungsform des Wassers im Boden)

1

Mutterboden

Niederschläge (auch Brauchwasser); kurzzeitig aufstauend

Oberflächenwasser

2

Sand, Kies; stark durchlässig

schnell versickernd (k > 10-4 m/s)

Sickerwasser

3

Schichtenwechsel zu geringer durchlässigen Bodenschichten

aufstauend, aber dann langsam versickernd

zeitweise aufstauendes Sickerwasser, Stauwasser

4

eingeschlossene Bodenschichten größerer Durchlässigkeit, meist geneigt

rasche Wasserabgabe bzw. Abfließen in Neigungsrichtung

Schichtenwasser

5

schluffige Sande, schwach durchlässig

langsam versickernd

Sickerwasser

6

Schluff oder Ton, sehr schwach durchlässig

Wasser haltend und kapillar aufsteigend

Kapillarwasser

7

ständig gefüllte Bodenporen

geschlossener Wasserspiegel

Grundwasser


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4.3 Klimatische Beanspruchungen • Klimatische Beanspruchungen sind für erdberührte Abdichtungsflächen von untergeordneter Bedeutung. • Gründe: → Temperaturschwankungen sind relativ gering, → Beanspruchungen durch Niederschläge (Regen, Schnee usw.) sind i.a. nicht vorhanden. • Aus diesem Grund wird auf klimatische Beanspruchungen an dieser Stelle nicht weiter eingegangen. •

Hinweis: Bei Dachabdichtungen gehören klimatische Beanspruchungen zu den wesentlichen Faktoren für die Bemessung und Ausführung (große Temperaturunterschiede, starke Beanspruchung durch Niederschläge).

4.4 Sonstige Beanspruchungen • Chemische Beanspruchungen: → z.B. durch aggressives Wasser • Mechanische Beanspruchungen: → z.B. durch Verformungen, Relativverschiebungen der Bauteile • Auf beide Beanspruchungsarten wird hier nicht näher eingegangen. Es wird auf die Literatur verwiesen.


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Stoffe

• Art der Beanspruchung und die jeweilige Einbausituation bestimmen die Auswahl der geeigneten Abdichtungsstoffe. • Die Abdichtungsstoffe lassen sich grob in folgende Gruppen einteilen (s. Tab. 4): Tabelle 4: Abdichtungsstoffe nach DIN 18195-2

Abdichtungsstoffe Abdichtungsstoffe auf Abdichtungsstoffe auf bituminöser Basis Kunststoffbasis

Sonstige Abdichtungsstoffe

Bitumen-Voranstrichmittel Kunststoff- und Elastomer- Kalottengeriffelte (DIN 18195-2, Tab. 1) Dichtungsbahnen Metallbänder (DIN 18195-2, Tab. 5)

Klebemassen und Deckaufstrichmittel (DIN 18195-2, Tab. 2)

ElastomerDichtungsbahnen mit Selbstklebeschicht (DIN 18195-2, Tab. 6)

Asphaltmastix und Gussasphalt (DIN 18195-2, Tab. 3)

Bitumenverträgliche KunststoffDichtungsbahnen aus Ethylen-Vinyl-AcetatTerpolymer (EVA) (DIN 18195-2, Tab. 7)

Bitumen- und Polymerbitumenbahnen (DIN 18195-2, Tab. 4)

Kaltselbstklebende Bitumen-Dichtungsbahnen (KSK) (Dichtungsbahnen aus kunststoffmodifiziertem selbstklebendem Bitumen, das einseitig auf einer reißfesten HDPE-Trägerfolie aufgebracht ist) (DIN 18195-2, Tab. 10)

Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen (KMB) (DIN 18195-2, Tab. 9)

(DIN 18195-2, Tab. 8)


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Abdichtung mit Bahnen:

Quelle: www.pro-keller.de

• Bitumen- und Polymerbitumenbahnen • Kunststoff- und Elastomerdichtungsbahnen • Elastomer-Dichtungsbahnen mit Selbstklebeschicht • Bitumenverträgliche Kunststoff-Dichtungsbahnen aus Ethylen-Vinyl-AcetatTerpolymer (EVA) • Kaltselbstklebende BitumenDichtungsbahnen (KSK)

Abdichtungen mit Bitumendickbeschichtungen: • Kunststoffmodifizierte, einoder zweikomponentige Massen auf Basis von Bitumenemulsion.

Quelle: www.pro-keller.de

Abdichtung durch WU-Beton: • Wasserundurchlässiger Beton ist nicht in DIN 18195 geregelt. • Es gilt DIN 1045. • Beschränkung der Rissbreite. • Mindesthöhe der Druckzone.

Quelle: www.tragwerksplanung-berlin.de


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Anforderungen an den Untergrund und

Verarbeitung der Stoffe 6.1 Anforderungen an den Untergrund • Bauwerksflächen, auf die die Abdichtung aufgebracht werden soll müssen folgende Bedingungen erfüllen:  frostfrei  fest  eben  frei von Nestern, klaffenden Rissen und Graten  frei von schädlichen Verunreinigungen  bei aufgeklebten Abdichtungen oberflächentrocken  Vertiefungen größer 5 mm (Mörteltaschen, Stoßfugen, Ausbrüche, Putzrillen) sind mit geeigneten Materialien (Mörtel, Putze, Dichtungsschlämme, Spachtelung) zu verschließen.  Kanten → gefast  Kehlen → gerundet  Vor-/Rücksprünge möglichst vermeiden.


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6.2 Verarbeitung der Stoffe • Verarbeitungs-Temperaturen beachten! • Regeln für die Überlappung und Stoßausbildung bei Bitumenbahnen, Kunststoff-Dichtungsbahnen, Metallbändern beachten! • Für genauere Informationen wird auf die DIN 18915-3 verwiesen.


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Abdichtungsarten nach DIN 18195

7.1 Allgemeines • Nach DIN 18195 werden folgende Abdichtungsarten unterschieden:  Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser (DIN 18195-4)  Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen (DIN 18195-5)  Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser (DIN 18195-6)  Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser (DIN 18195-7)

• Nachfolgend werden nur die Abdichtungen nach DIN 18915-4 (Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser) und DIN 18195-6 (Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser)näher behandelt. • Für die anderen Abdichtungsarten wird auf die Norm bzw. die Literatur verwiesen.


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7.2 Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser • Es gilt DIN 18195-4. • Entscheidungshilfe, ob Ausführung der Abdichtung nach DIN 18195-4: → siehe folgende Tabelle (Tab. 1 nach DIN 18195-1):


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• Abdichtung nach DIN 18195-4 gilt für erdberührte Wände und Bodenplatten oberhalb des Bemessungswasserstandes. • Je nach Einbausituation sind folgende Maßnahmen erforderlich:  Bei stark durchlässigem Boden (k > 10-4 m/s): ⇒ Abdichtung nach DIN 18195-4 allein ist ausreichend (eine Dränung ist nicht erforderlich)

 Bei wenig durchlässigem Boden (k ≤ 10-4 m/s):

⇒ Zusätzlich zur Abdichtung nach DIN 18195-4 ist die Anordnung einer Dränung nach DIN 4095 erforderlich. Dabei muss die Funktionsfähigkeit der Dränung auf Dauer gegeben sein. (dies ist in der Regel nur dann der Fall, wenn die Dränung auch gewartet wird!)


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7.2.1 Anordnung der Abdichtung Abdichtung der Wände: (gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser)

• Alle vom Boden berührten Außenflächen der Umfassungswände sind gegen seitliche Feuchtigkeit abzudichten (senkrechte Wandabdichtung). • Die senkrechte Wandabdichtung muss planmäßig bis 300 mm über Gelände hochgeführt werden; im Endzustand darf dieser Wert 150 mm nicht unterschreiten (siehe Abb. 3 und 5). • Außen- und Innenwände von Gebäuden sind durch mindestens eine waagerechte Wandabdichtung (Querschnittsabdichtung) gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu schützen (siehe Abb. 3 und 5).

Abb. 3: Anordnung von senkrechter (1) und waagerechter (2) Wandabdichtung gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser (Prinzipskizze)


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• Weitere Regeln für die Anordnung von Abdichtungen bei Wänden: (gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser)



Ist das Hochführen der senkrechten Wandabdichtung im Einzelfall nicht möglich (Terrassentüren, Hauseingänge), sind dort besondere Maßnahmen gegen das Eindringen von Wasser oder das Hinterlaufen der Abdichtung einzuplanen (z.B. durch ausreichend große Vordächer, Rinnen mit Abdeckungen oder Gitterrost).



Oberhalb des Geländes darf die Abdichtung entfallen, wenn dort ausreichend wasserabweisende Bauteile verwendet werden; andernfalls ist sie hinter der Sockelbekleidung hochzuziehen.



Die senkrechte Wandabdichtung muss unten bis zum Fundamentabsatz reichen und so an die waagerechte Abdichtung der Außen-/Innenwände herangeführt oder mit ihr verklebt werden, dass keine Feuchtigkeitsbrücken, insbesondere im Bereich von Putzflächen entstehen können (Putzbrücken). Siehe Abb. 4 und 5.



Bei unverputzt bleibendem, zweischaligem Mauerwerk am Gebäudesockel (Verblendmauerwerk) kann die senkrechte Wandabdichtung hinter der Verblendung auf der Außenseite der Innenschale hochgeführt werden. Der Schalenzwischenraum sollte am Fußpunkt der Verblendschale oberhalb der Geländeoberfläche entwässert werden. Erfolgt die Entwässerung unterhalb der Geländeoberfläche, ist in eine Sickerschicht ohne Dränung zu entwässern. Siehe Abb. 5b.



Bei Wänden aus Beton ist die Anordnung von waagerechten Abdichtungen in den Wänden im Regelfall nicht möglich. Zum Schutz gegen das Aufsteigen von Feuchtigkeit sind im Einzelfall besondere Maßnahmen erforderlich, die vom Planer vor Beginn der Arbeiten festzulegen sind.


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Abdichtung der Bodenplatten: (gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser)

• Die Bodenplatte ist grundsätzlich gegen aufsteigende Feuchtigkeit abzudichten (siehe Abb. 4 und 5). • Dabei muss die Abdichtung des Fußbodens an die waagerechte Abdichtung der Wände so herangeführt oder mit ihr verklebt werden, dass keine Feuchtigkeitsbrücken insbesondere im Bereich von Putzflächen entstehen können (Putzbrücken). • Bei Raumnutzungen mit geringen Anforderungen an die Trockenheit der Raumluft kann die Abdichtung entfallen, wenn durch eine kapillarbrechende Schüttung (k > 10-4 m/s) mit einer Dicke von mindestens 150 mm unter der Bodenplatte der Wassertransport durch die Bodenplatte hinreichend vermindert wird. (siehe Abb. 4 und 5).

(Raumnutzungen mit geringen Anforderungen: → Räume, die nicht zum ständigen Aufenthalt von Personen dienen)


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Abb. 4: Abdichtungen der Bodenplatte gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser (Prinzipskizzen)1: Abb. links: Variante mit Fußbodenabdichtung für Raumnutzung mit hohen Anforderungen. Eine kapillarbrechende Schüttung unter der Bodenplatte ist nicht erforderlich. Abb. rechts: Variante ohne Fußbodenabdichtung für Kellerraumnutzung mit geringen Anforderungen. Unterhalb der Bodenplatte Anordnung einer kapillarbrechenden Schüttung (k > 10-4 m/s) Dicke ≥ 150 mm. Bezeichnungen: (3) waagerechte Wandabdichtung, (4) senkrechte Wandabdichtung, (5) Fußbodenabdichtung, (8) kapillarbrechende Schüttung (k ≥ 10-4 m/s) (10) Hohlkehle

1

Abb. aus: Emig, Haack: Abdichtung mit Bitumen, Ausführungen unter Geländeoberfläche; ARBIT Schriftenreihe Heft 61, Arbeitsgemeinschaft der Bitumen-Industrie e.V., Hamburg, 2000


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7.2.2 Konstruktionsbeispiele (Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser)

Abb. 5: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser unterkellerte Gebäude (Prinzipskizzen)2: (a): Variante ohne Fußbodenabdichtung für Kellerraumnutzung mit geringen Anforderungen. Unterhalb der Bodenplatte Anordnung einer kapillarbrechenden Schüttung (k > 10-4 m/s) Dicke ≥ 150 mm. Abdichtungsabschluss der senkrechten Wandabdichtung durch Einziehen im oberen Bereich; der über die Verwahrung befindliche wasserdichte Sockelputz verhindert ein Hinterlaufen der senkrechten Wandabdichtung (b): Variante mit Fußbodenabdichtung für Raumnutzung mit hohen Anforderungen,wenn zusätzlich noch eine Wärmedämmung eingebaut wird. Eine kapillarbrechende Schüttung unter der Bodenplatte ist nicht erforderlich. Die senkrechte Wandabdichtung verläuft im oberen Bereich hinter dem nicht wasserdichten Verblendmauerwerk. (c): Variante ohne Fußbodenabdichtung für Kellerraumnutzung mit geringen Anforderungen. Unterhalb der Bodenplatte Anordnung einer kapillarbrechenden Schüttung (k > 10-4 m/s) Dicke ≥ 150 mm. Zusätzliche waagerechte Wandabdichtung unterhalb der Kellerdecke.

2

Abb. aus: Emig, Haack: Abdichtung mit Bitumen, Ausführungen unter Geländeoberfläche; ARBIT Schriftenreihe Heft 61, Arbeitsgemeinschaft der Bitumen-Industrie e.V., Hamburg, 2000


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Abb. 6: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser nichtunterkellerte Gebäude (Prinzipskizzen)3

3

Abb. aus: Emig, Haack: Abdichtung mit Bitumen, Ausführungen unter Geländeoberfläche; ARBIT Schriftenreihe Heft 61, Arbeitsgemeinschaft der Bitumen-Industrie e.V., Hamburg, 2000


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Abb. 7: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser Möglichkeiten der Anordnung der waagerechten Wandabdichtung (Prinzipskizzen)4: (a): geringe Anforderungen an die Raumnutzung (b): hohe Anforderungen an die Raumnutzung (wenn zusätzlich noch eine Wärmedämmung angeordnet wird)

4

Abb. aus: Schneider: Bautabellen, 14. Aufl. 2001


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Abb. 8: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser Anordnung der waagerechten Wandabdichtung (Regelfall) bei hohen Anforderungen an die Raumnutzung (Prinzipskizze)5 Anmerkung: Für die Erfüllung der Forderung "hohe Anforderung an die Raumnutzung" müßte zusätzlich noch eine Wärmedämmung angeordnet werden.

5

Abb. aus: Schneider: Bautabellen, 14. Aufl. 2001


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Abb. 9: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser Detailpunkt Wand/Bodenplatte (Prinzipskizze)6 Bodenplatte aus WU-Beton. Im Bereich der Lagerfuge Wand/Bodenplatte wird zusätzlich eine ca. 0,5 m breite Bitumenbahn (G 200 S4) angeordnet. Darüber befindet sich auf voller Wandhöhe die senkrechte Wandabdichtung (Polymerbitumenbahn PYE PV 200 S5). Nachteil dieser Variante: Die Funktionsfähigkeit der Abdichtung im Bereich der Lagerfuge Wand/Bodenplatte hängt vom Haftverbund der auf der Stirnseite der Bodenplatte angeklebten Polymerbitumenbahn ab. Löst sich die Abdichtung, kann Wasser hinter die Abdichtung gelangen und in die Lagerfuge eindringen.

6

Abb. aus: Hilmer: Abdichtungen mit Bitumen; das Mauerwerk, Heft 5, 2000


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Abb. 10: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser (DIN 18195-4) sowie zeitweise aufstauendes Sickerwasser (DIN 181956, Abschnitt 9) - Detailpunkt Wand/Bodenplatte (Prinzipskizze)7 Bodenplatte aus WU-Beton. Ausbildung der Abdichtungen im Bereich der Lagerfuge Wand/Bodenplatte wie in Abb. 9. Zusätzlich Anordnung einer Fußbodenabdichtung (eine Lage Bitumenbahn G 200 S4) auf der gesamten Bodenplatte. Durch diese Maßnahme werden die Anforderungen nach DIN 18195-6, Abschnitt 9 (zeitweise aufstauendes Sickerwasser) erfüllt. Außerdem können hohe Anforderungen an die Raumnutzung erfüllt werden, wenn zusätzlich eine Wärmedämmung eingebaut wird.

7

Abb. aus: Hilmer: Abdichtungen mit Bitumen; das Mauerwerk, Heft 5, 2000


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Abb. 11: Ungeeignete Bauweise (Prinzipskizze)8

8

Abb. aus: Hilmer: Abdichtungen mit Bitumen; das Mauerwerk, Heft 5, 2000

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7.2.3 Ausführung der Abdichtung (gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser)

• Bei der Ausführung von Abdichtungen gegen Bodenfeuchte beachten:  DIN 18195-3 (Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe)  günstige Witterungsverhältnisse (→ Witterungsverhältnisse, die sich nicht nachteilig auf die Abdichtung auswirken). • Abdichtungsstoffe für Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser) siehe Tab. 5. • Wichtige Ausführungsregeln siehe Tab. 6! • Für ausführliche Informationen wird auf die Norm (DIN 18915-4) verwiesen!


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Tabelle 5: Abdichtungsstoffe bei Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser Waagerechte Abdichtungen Geltende Norm

DIN 18195-4, Abschnitt 7.2

Abdichtungen Abdichtungen der Außenwand- der Bodenplatte flächen DIN 18195-4, Abschnitt 7.3

DIN 18195-4, Abschnitt 7.4

Abdichtungsstoffe Bitumen-Dachbahnen mit Rohfilzeinlage nach DIN 52128 Bitumen-Dachdichtungsbahnen nach DIN 52130 Bitumen-Voranstrichmittel n. DIN 18195-2, Tab. 1 Klebemassen und Deckaufstrichmittel, heiß zu verarbeiten n. DIN 18195-2, Tab. 2 Asphaltmastix und Gussasphalt n. DIN 18195-2, Tab. 3 Bitumenbahnen und Polymerbitumenbahnen n. DIN 18195-2, Tab. 4

Kunststoff- und ElastomerDichtungsbahnen n. DIN 18195-2, Tab. 5 Elastomer-Dichtungsbahnen mit Selbstklebeschicht n. DIN 18195-2, Tab. 6 Bitumenverträgliche Kunststoff-Dichtungsbahnen (EVA) n. DIN 18195-2, Tab. 7 Kalottengeriffelte Metallbänder n. DIN 18195-2, Tab. 8 Kunststoffmodifizierte Bitumendick-beschichtungen (KMB) n. DIN 18195-2, Tab. 9 Kaltselbstklebende BitumenDichtungsbahnen (KSK) n. DIN 18195-2, Tab. 10

X

X X X

X (nur Asphaltmastix)

X

X

X

(Ausnahme: nackte Bitumenbahnen R 500 N, Bitumendachbahn mit Rohfilzeinlage R 500

(nur Bitumenbahnen)

X

X

(nur KunststoffDichtungsbahnen)

X

X

X X

X

X

X


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Tabelle 6: Besonderheiten bei der Anwendung der Abdichtungsstoffe und wichtige Ausführungsregeln bei Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser Waagerechte Abdichtungen Geltende Norm Besonderheiten bei der Anwendung der Abdichtungsstoffe

Ausführungsregeln Allgemeines

DIN 18195-4, Abschnitt 7.2 Verwendung von nicht bitumenverträglichen KunststoffDichtungsbahnen nur, wenn sie nicht mit Bitumenwerkstoffen in Berührung kommen

Abdichtungen Abdichtungen der Außenwand- der Bodenplatte flächen DIN 18195-4, Abschnitt 7.3 Abdichtungen mit Deckaufstrichmitteln allein nicht für unterkellerte Gebäude verwenden

Abdichtung auf der gesamten Länge an senkrechte Abdichtung (der Außenwandflächen) heranführen oder mit ihr verkleben Auflagerflächen für Beschaffenheit des die Bahnen mit Untergrundes (zusätzliche Anforderungen zu Mauermörtel den Angaben in DIN 18195-3) abgleichen; keine Unebenheiten!

Abdichtung auf der gesamten Länge an waagerechte Abdichtung heranführen oder mit ihr verkleben

Voranstrich

Kaltflüssiger Voranstrich erforderlich bei: Bitumenbahnen, Kaltselbstklebende BitumenDichtungsbahnen (KSK), Kunststoff- und ElastomerDichtungsbahnen, ElastomerDichtungsbahnen mit Selbstklebeschicht

DIN 18195-4, Abschnitt 7.4

Untergrund für die Abdichtung: Beton oder gleichwertiger standfester Untergrund Kaltflüssiger Voranstrich erforderlich bei: Kaltselbstklebende BitumenDichtungsbahnen (KSK), ElastomerDichtungsbahnen mit Selbstklebeschicht


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Tabelle 6 (Forts.): Besonderheiten bei der Anwendung der Abdichtungsstoffe und wichtige Ausführungsregeln bei Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser Waagerechte Abdichtungen Geltende Norm Ausführungsregeln Verklebung mit dem Untergrund

DIN 18195-4, Abschnitt 7.2

Abdichtungen Abdichtungen der Außenwand- der Bodenplatte flächen DIN 18195-4, Abschnitt 7.3

Bahnen dürfen nicht Bitumenbahnen: aufgeklebt werden mit Klebemasse aufkleben Kaltselbstklebende BitumenDichtungsbahnen (KSK): vollflächig

Kunststoff- und ElastomerDichtungsbahnen: lose mit mechanischer Befestigung oder aufkleben

ElastomerDichtungsbahnen mit Selbstklebeschicht:

DIN 18195-4, Abschnitt 7.4 Bitumenbahnen: lose, punktweise, vollflächig

Kaltselbstklebende BitumenDichtungsbahnen (KSK): punktweise, vollflächig

Kunststoff- und ElastomerDichtungsbahnen: lose, aufkleben

ElastomerDichtungsbahnen mit Selbstklebeschicht: aufkleben

aufkleben

Anzahl der Lagen, Überdeckungsmaß Schutz

mind. eine Lage; Überdeckungsmaß der Bahnen: mind. 200 mm

mind. eine Lage

mind. eine Lage

Schutzschichten vor den abgedichteten Wandflächen anordnen; beim Hinterfüllen Abdichtung nicht beschädigen!

Fertiggestellte Abdichtungen vor mechanischen Beschädigungen schützen! (z.B. durch Schutzschichten n. DIN 18195-10)


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7.3 Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen • Es gilt DIN 18195-5. • Entscheidungshilfe, ob Ausführung der Abdichtung nach DIN 18195-5: → siehe folgende Tabelle (Tab. 1 nach DIN 18195-1):

• Hinweis: Bäder im Wohnungsbau zählen nicht zu den Nassräumen. • Auf Abdichtungen nach DIN 18195-5 wird hier nicht näher eingegangen. Es wird auf die Norm verwiesen.


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7.4 Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser • Es gilt DIN 18195-6. • Entscheidungshilfe, ob Ausführung der Abdichtung nach DIN 18195-6: → siehe folgende Tabelle (Tab. 1 nach DIN 18195-1):


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DIN 18195-6 gilt für die Abdichtung von Bauwerken gegen  von außen drückendes Wasser und  aufstauendes Sickerwasser

7.4.1 Anforderungen (Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser)

• Anordnung der Abdichtung (siehe Abb. 12):  Einbau auf der dem Wasser zugekehrten Bauwerksseite (Regelfall).  Abdichtung muss eine geschlossene Wanne bilden oder das Bauwerk allseitig umschließen.

Abb. 12: Anordnung der Abdichtung gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser (Prinzipskizze)9

9

Abb. aus: Braun: Abdichten von Bauwerken, Beitrag im Beton-Kalender 2001


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• Bei stark durchlässigem Boden (k > 10-4 m/s):  Abdichtung mindestens 300 mm über den Bemessungswasserstand hochführen! (→ siehe Abb. 13)  Darüber Ausführung einer Abdichtung nach DIN 18915-4 oder DIN 18195-5. • Bei wenig durchlässigem Boden (k ≤ 10-4 m/s):  Abdichtung wegen der Gefahr einer Stauwasserbildung mindestens 300 mm über geplante Geländeoberkante führen. (→ siehe Abb. 13)

Abb. 13: Abdichtung gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser (Prinzipskizze) 10: linke Bildhälfte: wenig durchlässiger Boden: → Abdichtung mind. 300 mm über GOK hochführen rechte Bildhälfte: stark durchlässiger Boden: → Abdichtung mind. 300 mm über Bemessungswasserstand hochführen

10

Abb. aus: Braun: Abdichten von Bauwerken, Beitrag im Beton-Kalender 2001


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• Die Abdichtung darf durch planmäßige Bewegungen der Bauteile (durch Schwinden, Temperaturänderungen, Setzungen) nicht beschädigt werden.

• Anforderungen der Abdichtungen beim Entstehen von Rissen:  Abdichtungen gegen drückendes Wasser: ⇒ Schadlose Überbrückung von Rissen (die z.B. durch Schwinden der

Bauteile) bis max. 5 mm Rissbreite und Versatz der Risskanten bis max. 2 mm. (Durch konstruktive Maßnahmen ist sicherzustellen, dass solche Risse zum Entstehungszeitpunkt nicht breiter als 0,5 mm sind )

 Abdichtungen gegen aufstauendes Sickerwasser: ⇒ Schadlose Überbrückung von Rissen (die z.B. durch Schwinden der

Bauteile) bis max. 1 mm Rissbreite und Versatz der Risskanten bis max. 0,5 mm. (Durch konstruktive Maßnahmen ist sicherzustellen, dass solche Risse zum Entstehungszeitpunkt nicht breiter als 0,5 mm sind )


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7.4.2 Bauliche Erfordernisse • Nachfolgend werden exemplarisch einige Anforderungen genannt (für ausführliche Informationen wird auf die Norm verwiesen):  Der Abdichtung keine Übertragung von planmäßigen Kräften parallel zu ihrer Ebene zuweisen (Regelfall). Ausnahmen: → siehe DIN 18195-6, Abschnitt 6  Zulässige Druckspannungen senkrecht zur Abdichtungsebene beachten! (DIN 18195-6, Abschnitt 8).  Unbeabsichtigtes Ablösen der Abdichtung von der Unterlage vermeiden.  Dauerhafte Einbettung der Abdichtung gewährleisten.  Temperaturbeanspruchungen berücksichtigen.


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7.4.3 Arten der Beanspruchung, Abdichtungsarten • In Abhängigkeit von der Beanspruchungsintensität wird unterschieden in:

 Bauwerke, die ganz oder teilweise ins Grundwasser eintauchen: ⇒ Beanspruchung: → drückendes Wasser (DIN 18195-6, Abschnitt 8)

 Bauwerke, die oberhalb des Bemessungswasserstandes errichtet werden: ⇒ Beanspruchung: → Bei wenig durchlässigem Boden ohne Anordnung einer Dränung: zeitweise aufstauendes Sickerwasser (DIN 18195-6, Abschnitt 9) (Gründungstiefe der Bodenplatte ≤ 3 m unter GOK, Kellersohle muss mind. 300 mm über dem langjährig ermittelten Bemessungswasserstand liegen) → Bei stark durchlässigem Boden: Bodenfeuchtigkeit, nichtstauendes Sickerwasser (DIN 18195-4)


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7.4.4 Ausführung • Wichtige Ausführungshinweise und zu verwendende Abdichtungsstoffe sind in folgender Tabelle 7 zusammengestellt. Für ausführliche Informationen wird auf die Norm verwiesen!

Tabelle 7: Ausführungshinweise und Abdichtungsstoffe bei Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser.

Geltende Norm Allgemeines

Schutzschichten (Wandrücklage)

Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser

Abdichtungen gegen zeitweise aufstauendes Sickerwasser

DIN 18195-6, Abschnitt 8 Herstellung der Abdichtung nur bei Witterungsverhältnissen, die sich nicht nachteilig auf die Abdichtung auswirken (ggf. Schutzmaßnahmen vorsehen) erforderlich; (z.B. Mauerziegel oderKalksandstein, 1/2-Stein dick)

DIN 18195-6, Abschnitt 9 Hinweis links gilt sinngemäß!

erforderlich; (z.B. Perimeterdämmplatten)

Schutzschichten (n. DIN 18195-10) sind unverzüglich nach Fertigstellung der Abdichtung herzustellen

Abdichtungsstoffe

Nackte Bitumenbahnen, Nackte Bitumenbahnen/ Metallbänder, Bitumenbahnen/Polymerbitume n-Dachdichtungsbahnen, Bitumen-Schweißbahnen, Kunststoff- und ElastomerDichtungsbahnen/nackte Bitumenbahnen, Kunststoff-Dichtungsbahnen

Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen, PolymerbitumenSchweißbahnen, Bitumen- oder Polymerbitumenbahnen, Kunststoff- und ElastomerDichtungsbahnen


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7.4.5 Konstruktionbeispiele (Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser)

Abb. 14: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und zeitweise aufstauendes Sickerwasser (DIN 18195-6) Ausführung der Abdichtung im Bereich Wand und Bodenplatte (Prinzipskizze) 11

11

Abb. aus: Braun: Abdichten von Bauwerken, Beitrag im Beton-Kalender 2001


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Abb. 15: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser (DIN 18195-6, Abschnitt 8) Schutz der Abdichtung (Wandrücklage) (Prinzipskizze) 12:

12

Abb. aus: Braun: Abdichten von Bauwerken, Beitrag im Beton-Kalender 2001


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Abb. 16: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser (DIN 18195-4) sowie zeitweise aufstauendes Sickerwasser (DIN 181956, Abschnitt 9) für hohe Anforderungen an die Raumnutzung (Aufenthaltsräume) - Variante mit Bodenplatte aus WU-Beton (Prinzipskizze)13 (1) Sauberkeitsschicht, (2) Wärmedämmung (Schaumglas), (3) PE-Folie, (4) BetonSauberkeitsschicht, (5) WU-Beton, Dicke ≥ 25 cm, (5a) besondere Vorbehandlung, (6) G 200 DD od. R 500 bes., (7) G 200 S4 od. PYE PV 200 S5, (8) PYE PV 200 S5, (9) Perimeterdämmung, (10) Estrich, (11) Kalksandsteinmauerwerk (z.B. d = 24 cm)

13

Abb. aus: Hilmer: Abdichtungen mit Bitumen; das Mauerwerk, Heft 5, 2000, S.190


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Abb. 17: Abdichtungen gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser (DIN 18195-4) sowie zeitweise aufstauendes Sickerwasser (DIN 181956, Abschnitt 9) für hohe Anforderungen an die Raumnutzung (Aufenthaltsräume) - Variante mit Abdichtung (Polymerbitmenbahn) unter der Bodenplatte (Prinzipskizze)14 (1) Sauberkeitsschicht, (2) Wärmedämmung (Schaumglas), (3) PE-Folie, (4) Unterbeton, (5) PYE PV 200 S5, (6) Schutzestrich, (7) Beton, d ≥ 20 cm, (8) Estrich (z.B. Gussasphalt), (9) Kalksandsteinmauerwerk (z.B. d = 24 cm) (10) Perimeterdämmung

14

Abb. aus: Hilmer: Abdichtungen mit Bitumen; das Mauerwerk, Heft 5, 2000, S.191


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Abb. 18: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser (DIN 18195-6) Abdichtungsabschlüsse (Prinzipskizze) 15:

15

Abb. aus: Braun: Abdichten von Bauwerken, Beitrag im Beton-Kalender 2001


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7.5

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Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser

• Es gilt DIN 18195-7. • Entscheidungshilfe, ob Ausführung der Abdichtung nach DIN 18195-6: → siehe folgende Tabelle (Tab. 1 nach DIN 18195-1):


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• Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser (Behälterabdichtungen) haben die Aufgabe, ein Abfließen des Wassers aus dem Behälter zu verhindern. • Sie müssen beständig sein und sich gegenüber dem Wasser im Behälter neutral verhalten. • Die Abdichtung wird im Regelfall auf der dem Wasser zugekehrten Bauwerksseite (Innenseite) angeordnet. • Grundsätzlich werden zwei Ausführungsarten unterschieden: • Leichte Ausführung

• Schwere Ausführung

• Auf Abdichtungen gegen von innen drückendes Wasser wird hier nicht näher eingegangen. Es wird auf die Norm bzw. die Literatur verwiesen.


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Literatur

Vorschriften: → Siehe Abschnitt 2 dieses Skriptes! Oswald, Abel: Hinzunehmende Unregelmäßigkeiten bei Gebäuden, Bauverlag 1997 Emig, Haack: Abdichtung mit Bitumen – Ausführungen unter Geländeoberfläche, ARBIT Schriftenreihe, Heft 61, Arbeitsgemeinschaft der Bitumen-Industrie e.V., Hamburg, 2000 Braun: Abdichten von Bauwerken, Beitrag im Beton-Kalender Teil 2, Ernst & Sohn, 2001 Hilmer: Abdichtungen mit Bitumen, das Mauerwerk, Heft 5, 2000 Cziesielski: Abdichtung von Hochbauten im Erdreich, Beitrag in: Schneider, Bautabellen, 14. Aufl. , Werner-Verlag, 2001 Cziesielski, Vogdt: Bauwerksabdichtungen, Beitrag in: Lehrbuch der Hochbaukonstruktionen, TeubnerVerlag, 1997 Frick, Knöll, Neumann, Weinbrenner: Baukonstruktionslehre, Teil 1, 31. Aufl., Teubner-Verlag, 1997

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