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F O R S C H U N G

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P R A X I S

Holzhandwerk erhalten

D i e a l t e n Te c h n i k e n d e r H o l z v e r a r b e i t u n g d r o h e n i n Ve r g e s s e n h e i t z u g e r a t e n . I m P ro j e k t „ H o l z h a n d w e r k R e v i s i t e d “ werden sie für die Nachwelt dokumentiert und für die junge Generation aufbereitet. V O N

L U K A S

P E H ,

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Die Holzverarbeitung hat eine jahrhundertelange Tradition, und das Wissen darum wurde größtenteils mündlich weitergegeben. Nach wie vor ist Holz einer der wichtigsten Roh- und Werkstoffe und wird in Zeiten der Ressourcenverknappung und des Klimawandels auch künftig eine große Rolle spielen. Sowohl historische Filmaufnahmen als auch Dokumentationen für TV, Kino oder ­Online-Medien werden jedoch zumeist den wissenschaftlichen Ansprüchen einer umfassenden Dokumentation des Handwerks nicht gerecht.

Im Rahmen des Projekts, das vom Institut für ­Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten zu­ sammen mit der BOKU Wien, dem Universitätsund Forschungszentrum Tulln, dem Freilicht­ museum Stübing und der Waldorfschule Wien West durchgeführt wird, werden nach einem partizipatorischen Ansatz Möglichkeiten entwickelt, das alte Handwerk mit aktuellen Dokumentationstechniken für nachfolgende Generationen zu erhalten. Hierbei wirken neben Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Medientechnik auch Schülerinnen und Schüler mit.

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einer jungen Zielgruppe entsprechenden Gestaltung. Daher ist die Zusammenarbeit mit den

Schülerinnen und Schülern sehr wertvoll für uns“, erklärt Rosa von Suess, FH-Dozentin und Leiterin des Projekts an der FH St. Pölten. Um die verschiedenen Arbeitsschritte detailgetreu abzubilden, finden Stirnkameras, 360°-Videos und Virtual-Reality-Inhalte Verwendung. Das Projekt umfasst von Konzeption und Dreh über die Umsetzung bis zur Postproduktion alle Sta­dien des Filmemachens. Neben Techniken des Holzhandwerks lernen die Schülerinnen und Schüler so auch die Filmproduktion kennen. www.fhstp.ac.at/holzhandwerk-revisited

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung im Rahmen des Programms „Sparkling Science“ gefördert. PartnerInnen sind die BOKU Wien, das Universitäts- und Forschungs­zentrum Tulln, das Freilichtmuseum Stübing und die Waldorfschule Wien West. Zwei der Filme können bereits angesehen werden: Herstellung eines Holznagels:

https://youtu.be/d8DmEKV8z78 Herstellung von Zaunringen (360°):

https://youtu.be/uHe_2QJ6qig

Altes Handwerk, junge Zielgruppe. „Alle Arbeitsprozesse sollen in all ihren Schritten detailgetreu dokumentiert werden, gleichzeitig liegt der Fokus auf einer den Nutzungsgewohnheiten

FH-Prof. Mag. Dr. Rosa von Suess, Leiterin des ­ rojekts „Holzhandwerk Revisited“ an der FH St. Pölten: P „Es existieren zwar historische Filmaufnahmen und Dokumen­ tationen, diese werden allerdings oftmals den wissenschaftlichen Ansprüchen einer umfassenden Dokumentation des Handwerks nicht gerecht.“ Dipl.-Ing. Dr. Michael Grabner, Projektleiter vom Institut für Holztechnologie und nachwachsende Rohstoffe, BOKU Wien: „Ziel des Projekts ist es, traditionelles Holzhandwerk mit neuen, innovativen Vermittlungs- und Darstellungsformen zu vereinen und so dieses alte Wissen auch für nachfolgende Generationen nutzbar zu machen.“

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Welche Werkzeuge kommen bei der traditionellen Holzverarbeitung zum Einsatz? Auch das wird in den detailgenauen Videos erklärt.

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Future 9: Total international  

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