Fazit 186

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fazitmagazin.at Nr. 186 7/2022 EURO 4,50 Erscheinungsort Graz Verlagspostamt A-8010 Graz P.b.b. 04Z035487 M #186 FAZIT Oktober 2022 Wirtschaft und mehr. Aus dem Süden. FAZITESSAY Maryam Laura Moazedi über erratischen Umgang mit fiktiven Rassen FAZITTHEMA ENERGIEKRISE Winter is coming FAZITGESPRÄCH Sprachrohr der Armut Die neue Caritas-Direktorin Nora TödtlingMusenbichler im Interview
Damit bleib ich gut connected. neuroth.com Neuroth: 24 x in der Steiermark Kostenlose Service-Hotline: 00800 8001 8001

Editorial

Im Jahr 2015 hat es in Österreich über 88.000 neue Asylbewerber gegeben, 2016 hat sich die Anzahl etwa halbiert und 2018 bis 2020 auf jährlich zwischen 13 und 14 Tausend eingependelt. 2021, im zweiten Jahr der Pandemie und damit von der Öf fentlichkeit wenig wahrgenommen, kam es wieder zu einem sprunghaften Anstieg auf fast 40.000 Asylanträge. 2022 sind es bis August über 56.000. Davon übrigens rund 14.000 aus Pakistan und Indien. Damit liegt 2022 im aktuellen Jahresvergleich über dem Jahr 2015. Entwickeln sich die Zahlen so weiter, können es 100.000 Menschen werden, die heuer in Österreich Schutz su chen wollen.

In absoluten Zahlen liegt Österreich damit an vierter Stelle aller EU-Mitglieder, rela tiviert zur Bevölkerungszahl an zweiter hinter Zypern. Ich halte das für eine be sorgniserregende Entwicklung. Österreich und viele andere Staaten der EU haben die starke Zuwanderung, die eben 2015 in un geheurer Dimension einsetzte, bei Weitem noch nicht so verarbeitet, dass man von »gelungener Integration« sprechen könnte.

Selbstverständlich gibt es Sonderzahl an Erfolgsgeschichten, der Anteil, denen das nicht gelingt, die ihre gesamten Wertvor stellungen aus den Gesellschaften, aus de nen sie geflüchtet sind, mitbringen, ist aber viel zu hoch, als dass man darüber non chalant hinwegsehen könnte. Nun droht eine immer größer werdende Zahl von –vor allem – Wirtschaftsflüchtlingen. Ich hal te das in dieser unkontrollierten Form (!) für ein Ereignis, das in der Lage sein kann, unsere gesamten Gesellschaftsstrukturen in ihren Grundfesten zu er schüttern. Menschen in persönlicher Not ist – das ist mir als demokratischem Europäer nicht nur Lippenbekenntnis, sondern Selbstverständ lichkeit – durch ein sinnvolles und ausge wogenes Asylsystem immer zu helfen. Allen Menschen dieser Erde damit zu helfen, dass sie nach Europa und in das damit verbun dene Rechts- und Sozialsystem ziehen, wird nicht funktionieren. Abgesehen davon – was mir ein wichtiges Anliegen ist! –, dass diese Menschen ihren eigenen Heimatländern oft besonders stark fehlen und diese damit wei ter destabilisieren.

Wohl seit den Nullerjahren kann man das aber hierorts nicht ansprechen, ohne so fort Gefahr zu laufen, als »Rechtsextremer« beleidigt zu werden. Es hat sich eine Art »Permission structure« (»Erlaubnis«- oder »Genehmigungsstruktur«) etabliert, in der es gesellschaftlich unmöglich ist, sinnvoll über Migration, Wirtschaftsmigration und Asylwesen zu diskutieren.

Barack Obama hat den Begriff der Permis sion structure, der eigentlich aus dem Mar keting stammt, und die Dinge beschreibt, die »gehen« (also verkauft werden können) und die, die es nicht tun (also »Ladenhü ter« bleiben), erstmals um 2013 in der Po litik Verwendung finden lassen. Publizist Ed West hat ihn dieser Tage in Erinnerung gerufen, indem er von der recht paradoxen Situation englischer Linksliberaler berich tete, die aus Angst, ja keine »armen Migran ten« beleidigen zu wollen (das »darf man nicht«), nun die bösen, superreichen (und ausländischen (!), aber da »darf man«) Spe kulanten als Verursacher der hohen Woh nungskosten in London geisseln. Dabei sind für den angespannten Immobilienmarkt

nun mal zum großen Teil auch die ärme ren Migranten in Sozialwohnungen verant wortlich. Das ist einfach eine Tatsache, das macht diese weder böse noch gut! Aber die aktuelle Erlaubnisstruktur verbietet es, die ser Thematik gelassen zu begegnen. Aus diesem »Gewissensgefängnis« müssen wir ausbrechen! Die Europäische Union hat den Zuzug nach Europa, der vor allem aus Wirtschaftsflüchtlingen besteht, um gehend drastisch zu begrenzen und Asyl verfahren müssen schneller durchgeführt werden. Gleichzeitig muss alle Kraft darauf aufgewendet werden, die Menschen vor Ort besser zu unterstützen! Etwa durch selbstorganisierte Flüchtlingsstädte in Nordaf rika oder bessere Ideen, den Menschen zu helfen. Eine Aufgabe, die eine EU, die nicht bald zerbrechen will, unbedingt angehen muss! Und schaffen kann. Dabei will ich mir von einer Ursula von der Leyen, die den ita lienischen Bürgern dieser Tage unverblümt ausrichten hat lassen, bei der anstehenden Parlamentswahl, »das Richtige« zu wählen, weil Brüssel ansonsten »Mittel hätte« (We have tools.) – eine Ungeheuerlichkeit die ser durch nichts legitimierten Vereinsvor sitzenden einem souveränen Land gegen über! –, meinen Optimismus nicht nehmen lassen. Auch wenn es schwer fällt. n

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Sie erreichen den Autor unter christian.klepej@wmedia.at
Die Union muss den Zuzug nach Europa reduzieren und den Menschen vor Ort helfen

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Sprachrohr der Armut

Winter is coming

Die Energiepreisexplosion hat die Unternehmen erreicht. Unsere Wirtschaft wappnet sich gegen Energieausfälle.

Die Caritas-Direktorin Nora TödtlingMusenbichler über Armut, Solidarität und den Reformbedarf der katholischen Kirche. … und schwarz bist du Maryam Laura Moazedi darüber, dass Rassismus gar keine realen »Rassen« braucht, sondern bloß deren Fiktion.

Jazzfestival Leibnitz

Das letzte Septemberwochenende steht

Leibnitz wieder ganz im Zeichen des Jazz.

Saalfelden?

Inhalt Fazit Oktober 2022 Ausgabe Oktober 2022 XIX. Jahrgang Nr. 186 (7/2022) FAZIT © Klepej & Tandl OG, Graz Alle Rechte vorbehalten. Mit »Anzeige« und »l« gekennzeichnete Beiträge sind entgeltliche Einschaltungen.
in
Wird Leibnitz gar das neue
Seite 80 4 /// FAZIT OKTOBER 2022 WILLKOMMEN IM FAZIT!
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Wirtschaft und mehr.

Liebe Leser!

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Life is going on

Rehak ist nach den Folgen eines Unfalls endlich wieder »young, strong and healthy«. Eine Begegnung mit einem Urgestein.

Kindermode im Wandel der Zeit

Das Baby- und Kindermodengeschäft Gerstner trotzt seit mehr als 80 Jahren den Stürmen der Modebranche und dem Onlinehandel.

Heuer ist es früh kalt geworden. Und Putin hat das Gas abgedreht. Mit jedem Grad, mit dem der Sommer schwindet, nimmt das Gefühl der Machtlosigkeit daher zu. Im Fazitthema geht es um die Wege der Steirischen Wirtschaft, sich – ohne Rücksicht auf die Kosten – vor Energieausfällen zu schützen.

Das Fazitgespräch führten wir mit Nora Tödtling-Musenbichler, der Direktorin der zur Diözese Graz-Seckau gehörenden Steirischen Caritas. Tödtling-Musenbichler setzt bei der Armutsbekämpfung auf die Hilfsbereitschaft der steirischen Gesellschaft.

Für ihre Kirche ortet sie dringenden Reformbedarf.

In seiner Außenansicht beleuchtet Peter Sichrovsky ein Phänomen, das wohl in der Hoheit linker und linksliberaler Journalisten über die wichtigsten Redaktionen seinen Ursprung hat. Obwohl sich in ganz Europa die Erfolge rechter und rechtskonservativer Parteien fortsetzen, die sich kritisch zur unkontrollierten Migration äußern, setzen sich die wichtigsten Medien nicht mit den Ursachen des Rechtsrucks auseinander, sondern skandalisieren lieber die konservativen und christlich-sozialen Parteien, die das ähnlich sehen. Gutes Lesen! -red-

IMPRESSUM

Herausgeber

Horst Futterer, Christian Klepej und Mag. Johannes Tandl

Medieninhaber & Verleger Klepej & Tandl OG

Chefredaktion Christian Klepej Mag. Johannes Tandl

Redaktion

Peter K. Wagner (BA), Mag. Josef Schiffer, Mag. Maryam Laura Moazedi, Dr. Volker Schögler, Mag. Johannes Pratl, Helmut Wagner, Mag. Katharina Zimmermann, Mag. Michael Petrowitsch, Peter Pichler (Satz), Vanessa Fuchs (Organisation)

Lektorat AdLiteram

Druck Walstead-Leykam

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Redaktionsanschrift

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Titelfoto von Erwin Scheriau

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FAZIT OKTOBER 2022 /// 5 FührungErfolgSERIEdurch (53)Seite46 Außenansicht Peter Sichrovsky über eine linke Hegemonie in unserer Medienlandschaft. Seite 38
Rubriken Editorial 3 Politicks 12 Investor 30 Außenansicht 38 Immobilien 69 Alles Kultur 80 Schluss 82
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Alex

Winter is coming

Früher als in anderen Jahren ist es heuer kalt geworden. Und mit jedem Grad, mit dem der Sommer schwindet, nimmt das Gefühl der Machtlosigkeit zu. Denn Wärme braucht Energie. Und die ist kostbar geworden.

Foto: Adobe Stock
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Wo ist die Klimaerwärmung, wenn man sie braucht, mögen sich viele Steirerinnen und Steirer in den letzten Wochen gefragt haben. Anders als vergangenes Jahr wurden sie heuer schon Mitte September mit einem Beginn der Heizsaison konfrontiert. Während der Herbst 2021 noch überdurchschnittlich warm gewesen war, begannen heuer pünktlich mit Ferienende die Temperaturen zu sinken – in der Nacht unter fünf Grad. Die Übergangszeit, die einmal der Herbst gewesen war, verkürzte sich plötzlich auf wenige Tage. Man begann zu frieren. Die Lust der österreichischen Seele am Vernadern fand bei den Gastronomen, die auf ihre Gastgärten als Umsatzbringer vor den Wintermonaten angewiesen sind und deswegen Heizschwammerl in Betrieb hatten, erste Nahrung. Die Energiesparkampagne der Bundesregierung – minus 11 Prozent ist das ehrgeizige Ziel – war kaum gelauncht, als die Grazer Bürgermeisterin sich schon veranlasst sah, die erste von drei Warnstufen ihres Energiesparplanes zu »aktivieren«: Das Rathaus soll weniger lang beleuchtet sein, die Drucker in den Rathausbüros dürfen nur mehr eine Stunde im Standbymodus verharren, die Raumtemperatur soll abgesenkt werden und auch die Weihnachtsbeleuchtung wird zeitlich reduziert. »Bewusstseinsbildung« steht hier im Vordergrund. Was zunächst banal klingt, ist tatsächlich alarmierend: Denn wenn sich schon die Verwaltung genötigt sieht, Sparmaßnahmen auf Kosten des eigenen Wohlbefindens durchzusetzen – wie mag es dann den steirischen Unternehmen gehen? Denn die sind nicht nur mit erheblichen Mehrkosten konfrontiert, sondern teils auch mit dem Gedanken daran, was passiert, wenn Russland tatsächlich die Gasexporte in die sanktionierenden Länder noch weiter verknappt.

Weitere Preissteigerung erwartet Schon jetzt ist die Situation prekär, für Unternehmen wie auch für Haushalte. Dort haben die Energielieferanten die Preissteigerung bei Strom offenbar noch nicht vollständig weitergegeben – im Juli lag der Verbraucherstrompreisindex bei 121, während der Großhandelspreisindex bei 861 lag. Derzeit zahlen Kunden laut Agenda Austria knapp ein Fünftel mehr für Strom als 2016. Das wird so nicht bleiben, prognostiziert der Think-Tank, da helfe auch die unter viel Kritik beschlossene Strompreisbremse, die nur bis 2024 gelte, nichts. »Der Preis für Großverbraucher ist in der jüngsten Vergangenheit regelrecht explodiert«, sagt Agenda AustriaÖkonom Marcell Göttert. »Die Haushalte müssen sich darauf einstellen, spätestens im Jahr 2024 deutlich mehr für Strom ausgeben zu müssen. Sobald die Strompreisbremse ausläuft, wird dieser Anstieg umso härter. Oder der Staat wird ungeheure Kosten schultern müssen«, resümiert Göttert. Seine Prognose bietet wenig Anlass zu Optimismus. Denn auch die steirische Wirtschaft muss sich, in absehbarer Zukunft, mit weiteren Energiepreissteigerungen auseinandersetzen. Mehr noch: Die Industrie, die ihre Produktionsprozesse mit Gas steuert, muss sich nicht nur die Preisfrage, sondern vielmehr auch die Kapazitäts-

frage stellen. Reicht das Angebot an Gas, um die Produktion aufrechtzuerhalten, und ergibt die Produktion wirtschaftlich noch Sinn? Planbarkeit ist nur in sehr begrenztem Maß gegeben. Niemand kann voraussagen, wie sich die Preise entwickeln werden. Bei der Energie Steiermark sieht man durchaus die Notwendigkeit, die Preise womöglich noch einmal anheben zu müssen. »Es ist unmöglich, die Preisentwicklung vorauszusagen, aber ein Ende der Preisrallye ist noch nicht erreicht. In unseren Futures (Anm.: Eine Vereinbarung, bei der sich ein Käufer verpflichtet, zu einem vorher festgelegten Preis an einem bestimmten künftigen Zeitpunkt eine ebenfalls festgelegte Menge von etwas zu kaufen) sehen wir einen Preis, der noch einmal 50 % über dem derzeitigen Niveau liegt«, so Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik. Es kann also noch deutlich teurer werden – was für bestimmte Bereiche der steirischen Wirtschaft äußerst unangenehme Probleme in Bezug auf die eigene Konkurrenzfähigkeit mit sich bringen würde. Wie unangenehm genau, darüber will allerdings niemand so recht Auskunft geben. Dabei hat die Öffentlichkeit ein vitales Interesse an der Frage, wie sich die größten steirischen Unternehmen auf eine mögliche Energiekrise vorbereiten. Sie beschäftigen österreich- und weltweit mehrere hunderttausende Mitarbeiter. Ein unschönes Szenario zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens PWC Österreich. Der zufolge erwarten 30 Prozent der CEOs (befragt wurden ausschließlich CEOs von Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern) eine Verschlechterung der Geschäftslage. Neben der Inflation im Allgemeinen, schwachen Lieferketten, dem Arbeitskräftemangel und den hohen Rohstoffpreisen sind es vor allem die Energiepreise, die die CEOs beunruhigen. Die allermeisten Unternehmen – nicht nur in der Steiermark – treffen derzeit fieberhaft Vorkehrungen gegen überhöhte Energiekosten: 60 Prozent ziehen einen Umstieg auf andere Energieträger/Brennstoffe bzw. den Umstieg auf alternative Energiequellen in Erwägung, knapp die Hälfte hat den Energieverbrauch bei der Produktion bereits reduziert. Zu jenen Unternehmen, die sich rechtzeitig auf eine Energiekrise vorbereitet haben, gehört die Andritz AG. Man sieht sich selbst nicht als »energieintensives« Unternehmen, weil die Energiekosten in Relation zu den gesamten Beschaffungs- und Materialkosten nur einen kleinen Anteil ausmachen, wie Unternehmenssprecher Manfred Buchbauer erklärt. »Natürlich haben sich die Energiekosten erhöht, jedoch sind die Auswirkungen auf das Ergebnis gering«, so Buchbauer. Relativ gering sei auch der Anteil von Gas am Energieeinsatz. »Nur einige wenige Standorte setzen Gas zur Produktion von Prozesswärme ein. An diesen Standorten stellen wir die Systeme derzeit von Gas auf andere Energiequellen um. Das sollte bis spätestens Ende November finalisiert sein.« Selbst ein kompletter Gas-Stopp würde das Unternehmen an seinem Standort in Graz nur minimal betreffen. »Auch hier arbeiten wir daran, das wenige Gas auf andere Energiequellen umzustellen«, sagt Buchberger. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen ist die Andritz AG in einer

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glücklichen Position: »Wir haben derzeit einen Rekordauftrags bestand von knapp 10 Milliarden Euro, im zweiten Quartal 2022 konnten wir das dritte Quartal in Folge einen Auftragseingang von über 2 Milliarden Euro erzielen«, vermeldet Buchberger.

IV sieht eine existenzielle Bedrohung. Nicht allen geht’s so gut wie der Andritz AG. Gas aus Russland ist in vielen Bereichen ein Thema, das sich nicht wegbilanzieren lässt. Grundsätzlich hat die steirische Industrie wichtige Gründe, sich vor einem Totalausfall von russischem Erdgas zu fürchten. »Die steirische Wertschöpfung und der steirische Arbeitsmarkt sind überproportional stark von energieintensiven Betrieben ge prägt«, erklärt IV-Präsident Stefan Stolitzka. »In diesen Unter nehmen sind 32.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer be schäftigt, der wichtigste Energieträger ist Erdgas. Engpässe bei der Versorgung mit Erdgas würden die Menschen in der Steier mark massiv treffen und hätten weitreichende Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaft. Eine Drosselung oder gar Trennung der Gasversorgung würde auch direkt durchschlagende Effek te in nachgelagerten, teils systemrelevanten Liefer- und Wert schöpfungsketten mit sich bringen.« Die aktuelle Versorgungsund Preissituation ist, so die IV, teilweise existenzbedrohend. Darum ist die Bedeutung der stabilen Verfügbarkeit von Erd gas und Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen für die Steier mark herausragend. »Es muss auf allen Ebenen rasch gehandelt werden. Auf europäischer Ebene ist der StrompreisfindungsMechanismus – Stichwort Merit Order – den neuen geo politischen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Auf nationaler Ebene braucht es Lösungen, die die Planungssicherheit erhöhen, und Unterstützungsinstrumente für Betriebe, die angesichts gestiegener Energiekosten in ihrer Exis tenz bedroht sind. Außerdem müssen umfangreiche nationale und internationale Infrastrukturmaßnahmen gesetzt werden«, fordert der IV-Präsident. Das betreffe sowohl den Strom- als auch den Gassektor. Zunächst sei wichtig, dass der Infrastrukturaus bau rasch vorangetrieben werde. »Dafür braucht es unter ande rem eine große politische Initiative inklusive einer Grundsatz vereinbarung zur Adaptierung der Gasinfrastruktur zwischen Österreich und Italien, Kroatien und Slowenien. Wir müssen unsere Versorgung auch durch die vorhandenen Potenziale aus dem Süden absichern. Auf Landesebene gilt, die schnellstmög liche Sicherstellung der effizienten Nutzung des Potenzials an er neuerbaren Energieträgern zu gewährleisten. Und die klare Bot schaft an die Bundesregierung zu senden, dass das Industrieland Steiermark dringend Lösungen braucht.«

Die steirischen Krankenhäuser sind massiv betroffen

Als eines der wichtigsten steirischen Unternehmen ist der landes eigene Spitalsbetreiber KAGES besonders von der Energiekrise

betroffen. Mehr als eine Million Patienten im Jahr behandelt der Krankenanstalten-Riese. Rund 96 GWh Erdgas verbrauchte die KAGES vergangenes Jahr – eine erhebliche Menge, von der ein Großteil dazu eingesetzt wird, über die erst 2018 in Betrieb ge nommene Energiezentrale, in Form einer Kraft-Wärme-KälteKopplung, Strom, Wärme und Kälte zu erzeugen. Damit ist Gas im Regelbetrieb der wichtigste Energieträger am Klinikum.

Das Unternehmen bemüht sich im Rahmen einer ausgeklügelten Energiestrategie auf vielen Ebenen um Energieeffizienz. Von den 24 KAGES-Standorten sind 21 an eine Fernwärmeversorgung an gebunden, an zwölf wird die Fernwärme nahezu vollständig (zu 90 % bis 100 %) aus erneuerbarer Energie gewonnen. Gas ist an sechs LKH-Standorten und im KAGES-Textilservice für Wärmebzw. Dampfversorgung und an drei Standorten in der Küche im Einsatz. In Summe ist Energie für die KAGES ein relevanter Kostenfaktor, bei der sich jede Preissteigerung sofort in der Bi lanz niederschlägt. Wie wirken sich aber die derzeitigen massiven Preissteigerungen aus? »Selbstverständlich bedeuten derartige Verteuerungen eine zusätzliche Belastung«, so KAGES-Sprecher Reinhard Marczik. Bei einem derzeitigen Kostenvolumen von rund 3,5 Millionen Euro für Gas seien – in Relation zum Gesamtkosten volumen von 1,8 Milliarden Euro – die Energiekostensteigerungen aber zumindest kurzfristig durch Reserven abfederbar. Negati ve Auswirkungen im Bereich der Patientenversorgung seien aus geschlossen. »Zusätzlich haben wir an etlichen Standorten redun dante, von Gas- und Fernwärme unabhängige Versorgungen über Heizöl. Unsere verfügbaren Tankkapazitäten wurden voll befüllt. Am LKH-Univ. Klinikum Graz besteht mit der Energiezentrale zu dem die Möglichkeit, sämtliche Energieträger (Gas, Öl, Fernwärme und Strom) je nach Verfügbarkeit für die Versorgung zu nutzen«, so die KAGES.

Schlüsselrolle für Energie Steiermark

Bei allen Überlegungen hinsichtlich der Sicherstellung der not wendigen Energiekapazitäten für die steirischen Unternehmen spielt die Energie Steiermark eine Schlüsselrolle. Was den Winter betrifft – und auch darüber hinaus –, ist sie gut vorbereitet. Zwar ist bei den Energiepreisen das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, hinsichtlich der Kapazitäten braucht man sich jedenfalls keine Sorgen zu machen. Um die Gasversorgung der Bevölkerung sicherzustellen, habe man, so Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik, »eine Terawattstunde aus westlichen Bezugsquellen zu sätzlich zu der Einspeicherung, die wir wie alle anderen Unter nehmen machen, besorgt«. »Dieses Gas ist zur Absicherung der privaten Haushalte und zur Absicherung der Fernwärmever sorgung für Graz gedacht«, so Harnik. »In einem zweiten Schritt haben wir uns über die RAG zusätzliche Speichermengen im Spei cher in Haidach gesichert: 150 GWh, das entspricht dem Jahres verbrauch von mehr als 15.000 Haushalten, die wir dann mit der IV der steirischen Industrie angeboten haben. Hier gab es für

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»Reicht das Angebot an Gas, um die Produktion aufrecht zu erhalten, und ergibt die Produktion wirtschaftlich noch Sinn?«
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die Unternehmen zwei Optionen: Entweder einen geschützten Speicherplatz für eigene Kapazitäten zu erwerben. Oder Gas von unserem zusätzlich eingelagerten Gas zu kaufen. 15 Unternehmen haben die Angebote in Anspruch genommen, darunter AMS-Osram, Magna, Austria Email AG, die MM-Gruppe etc. – also die wirklich Großen der steirischen Industrie.« Dabei soll es aber nicht bleiben. Man sei bemüht, das Modell weiteren Unternehmen anbieten zu können. Das Interesse wäre jedenfalls gegeben, so Harnik. Dafür, dass dieses Gas tatsächlich den Unternehmen zur Verfügung steht, wenn sie es brauchen, und nicht etwa über Lenkungsmaßnahmen von der Bundesregierung für andere Zwecke requiriert werden kann, garantiert das Energielenkungsgesetz: Mit der jüngsten Novelle wurde es für Industrie-Unternehmen möglich, »geschützte Gasmengen« bis zu einem Ausmaß von max. 50 Prozent des Jahresverbrauches zu bevorraten. An entsprechende Speicher-Möglichkeiten heranzukommen ist für Betriebe im Alleingang jedoch mit großen organisatorischen Schwierigkeiten verbunden – die Erfahrung der Energie Steiermark und der IV haben sich hier als wertvolles Asset erwiesen. Mit den gespeicherten Gasmengen könne man nun »vorsichtig optimistisch« in die Wintermonate gehen, so Harnik. Wobei Jahreszeiten, wie gesagt, für die Industrie keine Kategorie sind. »Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der Gasbedarf in den

letzten Monaten relativ stark zurückgegangen ist«, so Harnik. »Die Monate Juni und Juli zeigen einen Rückgang des Gasverbrauches von bis zu 16 Prozent. Dafür mag es mehrere Gründe geben, sicher haben viele Private ihre Gasanschlüsse abgemeldet oder den Verbrauch reduziert, aber auch die Industriebetriebe haben weniger verbraucht. Wir sprechen hier wohlgemerkt von Vergleichswerten zum Vorjahr, das ja schon wegen COVID keinen besonders starken Verbrauch gezeigt hatte. Ob der Trend anhaltend ist, wird man sehen.« Man sei jedenfalls über die Einlagerung von Gas hinaus bemüht, den Unternehmen jede erdenkliche Hilfestellung zu geben, um neue Wege zu gehen, energieeffizienter zu werden, einzusparen und alternative Energien zu nutzen. »Hinsichtlich Photovoltaik läuft gerade eine riesengroße Offensive. Nur um ein paar Beispiele aus den letzten Monaten zu geben: Die Knapp AG hat ihre Hallendächer mit Photovoltaik ausgestattet, ebenso die Marienhütte, auch die 23 Filialen der Unimärkte setzen auf PV als zusätzliche Maßnahme.« Das löse zwar das Gas-Problem nicht, erleichterte aber in gewissen Bereichen die Disposition.

Der Tourismus verteidigt

Lifte und Schneekanonen Systemrelevant ist für die Steiermark auch der Tourismus – die jährliche Bruttowertschöpfung der Mitgliedsbetriebe der WK-

Wo fremde Sprachen

eröffnen

Jetzt anmelden unter www.vhsstmk.at Eine Bildungseinrichtung der Arbeiterkammer Steiermark. VOLKSHOCHSCHULE STEIERMARK Mit dem 60-EuroBildungsscheck der AK idlab media/Christian Schellnegger
neue Welten
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Fazitthema

Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft beträgt mehr als zwei Milliarden Euro. Die sind im Winter untrennbar mit der Seilbahnwirtschaft verbunden, die wiederum einen erheblichen Energiebedarf aufweist. Nicht nur was die Seilbahnen betrifft, sondern auch in Bezug auf den Einsatz von Schneekanonen. Seilbahnen und Schneekanonen aber würden »medial als Schreckgespenst gezeichnet werden, als Energiefresser, die sinnlos Strom vergeuden, während die Wohnungen kalt bleiben«, moniert Fabrice Girardoni, Fachgruppenobmann der Seilbahnbetriebe in einer Aussendung. Das Gegenteil sei der Fall: Der Tourismus sichere tausende Arbeitsplätze und sei eine nachhaltige Konjunkturstütze – auch und gerade wegen der vielgescholtenen Schneekanonen. Deren Einsatz mache den Betrieb von Skigebieten überhaupt erst rentabel, sagt Girardoni, da man so die Länge der Wintersaison garantieren könne.

Jetzt kommt es wirklich auf Europa an Der Blick in die Zukunft erweist sich als schwierig. Tatsache ist, dass eine mögliche weitere Verknappung der Energie ein wirtschaftspolitisches Druckmittel Putins ist, das seine Wirkung noch nicht zur Gänze entfaltet hat. Niemand vermag zu sagen, wohin ein Andauern der Energiekrise kurzfristig führt. Mit gesellschaftlichen Verwerfungen ist jedenfalls zu rechnen,

die Teuerung wird bei der Energie beginnen und sich auf alle Güter- und Dienstleistungsgruppen ausdehnen. Das »Friedensprojekt Europäische Union« hat einmal mehr Gelegenheit, abseits von Gurkenkrümmung und anderen Verbraucherschutzverordnungen zu zeigen, was sie kann: Die Preisbildung an den Energiemärkten ist ebenso ein europäisches Thema wie das Verhängen von Sanktionen. Was die Bemühungen der vergangenen Wochen und Monate allerdings auch deutlich zeigen, ist, dass man durchaus in der Lage ist, mit etwas gutem Willen und Kreativität alternative Energieträger zu suchen und finden, eine tragfähige Bevorratung zu organisieren und brach liegende Potenziale zu heben.

Beihilfen und Sozialservice des Landes Steiermark Burggasse 7– 9, 8010 Graz Montag bis Freitag: 8.00 bis 12.30 Uhr www.soziales.steiermark.at Bezahlte Anzeige des Landes Steiermark; © Bild: gettyimages.at / NataBene SOZIALSERVICE DES LANDES STEIERMARK Sozial Telefon zum Nulltarif 0800 20 10 10 Fazitthema

Der Euro fällt, der Groschen nicht!

Präsidentschaftswahl – Noch keine Gefahr für Van der Bellen Insgesamt sieben Kandidaten treten bei der Bundespräsidentenwahl am 9. Okto ber an. Daran, dass Amtsinhaber Alexan der Van der Bellen wiedergewählt wird, gibt es außer dem Zweckoptimismus der Herausforderer überhaupt keine Zweifel. Neben den Grünen haben sich auch zahl reiche Politiker von ÖVP, SPÖ und Neos zur Wahl Van der Bellens bekannt. Aber gera de die ÖVP dürfte es inzwischen bereuen, die Chance auf einen eigenen Kandidaten vertan zu haben, den sie nicht nur zur Mo bilisierung, sondern durch dessen Präsenz auch als Sprachrohr zur Abwehr der um fangreichen Korruptionsvorwürfe hätte nützen können. Außerdem wäre es dem Wahlkampfteam von Alexander van der Bellen wohl wesentlich schwerer gefallen, einem ÖVP-Kandidaten die Diskussion zu verweigern als den derzeitigen Heraus forderern, unter denen sich mit Domi-

nik Wlažny alias Marco Pogo und Gerald Grosz tatsächlich zwei ausgesprochene Spaßkandidaten befinden.

Dass der FPÖ-Kandidat Walter Rosen kranz an den Erfolg von Norbert Hofer an knüpfen kann, scheint vollkommen aus geschlossen. Und auch der Kandidat der Impfgegner, Michael Brunner, hat eben so wenig das Potenzial zum Bundes präsidenten wie der Waldviertler Schuh hersteller Heini Staudinger Beeindruckend war hingegen, dass Kronenzeitung-Kolumnist Tassilo Wal lentin mit einem einzigen Inserat in der Sonntagskrone 18.000 Unterstützungs erklärungen erreichte.

Dass der amtierende Bundespräsident keine Lust hat, im Wahlkampf mit seinen Herausforderern zu diskutieren, ist nach vollziehbar. Aus demokratiepolitischen Gründen hätten ihm das aber weder der ORF noch die Privatsender durchgehen lassen dürfen. Aber womöglich trägt Van der Bellen mit seiner Haltung ja selbst zur Demobilisierung seiner Anhänger bei. Daher könnten es die Herausforderer zu mindest schaffen, ihn in eine Stichwahl zu zwingen.

Und wenn die Krone ihrem Star kolumnisten an den verbleibenden Sonnta gen wieder mehrere Seiten auf dem Farb mantel zur Verfügung stellt, könnte der Gegner bei dieser Stichwahl aber durchaus Tassilo Walentin und nicht Walter Rosen kranz heißen.

98 Prozent –Spitzenergebnis für Drexler

Mit der Äußerung »An seiner Beliebtheit müssen wir noch arbeiten« hat Altlandes hauptmann Hermann Schützenhöfer sei nem Nachfolger Christopher Drexler viel leicht doch keinen so schlechten Dienst erwiesen. Schließlich hat er damit die Latte für den liberalen, humanistisch gebildeten Juristen extra tief gelegt. Dabei wäre das gar nicht notwendig gewesen. Denn der neue steirische Landeshauptmann über zeugte beim Parteitag genau jene VP-Funk tionäre, von denen ihn viele wegen sei ner angeblichen Abgehobenheit lange Zeit

nicht an der Spitze sehen wollten. 98,03 Prozent sind ein eindrucksvoller Beweis für die Fähigkeit Drexlers, die Partei hinter sich zu einen.

Natürlich wurde von der Steirischen ÖVP alles aufgeboten, um die Delegierten von ihrem neuen Parteichef zu überzeugen. So wurde der Parteitag auf zwei Tage aus gedehnt, um Altlandeshauptmann Her mann Schützenhöfer gleich mehrfach die Gelegenheit zu launigen Reden zu geben, in denen er kräftig die Werbetrommel für seinen Nachfolger rührte und auch die Ein heit der Partei beschwor. Der erste Tag en dete zudem in einer großen weißgrünen Party mit »Egon 7« und zahlreichen kuli narischen Genüssen, die Drexler intensiv zum Smalltalk mit den feiernden Delegier ten nützte.

Drexler punktet mit seiner Bewerbungsrede

Die einzigen Parteitagsbesucher, die sich nicht von der Jubelstimmung anstecken ließen, waren wohl die anwesenden Jour nalisten. Aber auch von denen trauten in einem internen »Wahltoto« dem Landes hauptmann fast alle ein Ergebnis jenseits der 95 Prozent zu. Dass es dann doch über 98 Prozent wurden, wunderte aber auch keinen. Man war sich einig, dass sich Drex ler die restlichen Prozentpunkte mit seiner hervorragenden Bewerbungsrede geholt hatte. Dabei wäre alles über 90 Prozent be reits ein Erfolg für den 51-jährigen in Pass ail lebenden Grazer gewesen – ein Ziel, das etwa LH-Vize Anton Lang beim SPÖParteitag vor zwei Jahren klar verfehlte. In seiner Rede unterstrich Drexler, dass er »Landeshauptmann kann«. Er formu lierte seine Klimaschutz-Vision und dass er die Steiermark mit den technischen Entwicklungen des Greentech-Clusters und dem Ausbau der erneuerbaren Ener gien innerhalb von zehn Jahren zur öko logischen Musterregion machen wolle. In der Folge ging Drexler auf die großen Un sicherheiten ein, die er angesichts des Uk raine-Kriegs, der Energiepreise und der großen Teuerung bei vielen Begegnungen mit der Bevölkerung gespürt habe. Daher

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Fotos: U.S. Embassy Vienna, Kanizaj, Jörgler, Luef
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat keine Lust, im Wahlkampf mit seinen Herausforderern zu diskutieren.

sei es eine der wichtigsten Aufgaben der Politik, den Menschen wieder Orientierung zu geben.

Krisenschutz für die Wirtschaft Obwohl er klarstellte, dass der Staat un möglich alle Probleme, die den Menschen in Zusammenhang mit den aktuellen Kri sen widerfahren, lösen könne, forderte er von Bund und Land ein klares Bekenntnis zum Schutz der Wirtschaft ein; nicht nur für die energieintensive Industrie, die um ihr Überleben kämpfe, sondern auch für Gewerbe und Handwerk, das Rückgrat des wirtschaftlichen Wohlstands in der Steiermark.

In der Folge appellierte Drexler an die Zu versicht seines Publikums und verglich die jetzige Teuerungswelle mit der CoronaKrise, die man bisher ebenfalls sehr gut be wältigen haben können, obwohl man der Pandemie anfangs völlig nackt gegenübergestanden sei.

Der Landeshauptmann berichtete auch von der Wut und Ohnmacht gegen die da oben, die ihm in vielen Gesprächen mit den Menschen untergekommen sei. In diesem Zusammenhang beschwor er die Boden haftung der Volkspartei mit den Worten: »Die da oben, das dürfen wir nie sein!«

Drexler kann auch Populismus Als er auf die aktuelle Migrationskrise, die Cancel-Culture- oder die Gender-Debatte zu sprechen kam, ließ Drexler keine Zwei fel aufkommen, dass er auch die Klaviatur des Populismus beherrscht. Dabei schoss er jedoch nie über das Ziel. Weder als er einen besseren EU-Außengrenzschutz for derte und auch nicht, als er gegen sprach liche Genderverrenkungen schoss oder dazu aufrief, die Kinder auch in Zukunft mit den Büchern von Karl May zu konfron tieren, weil aus ihm schließlich auch ein li beraler und toleranter Mensch geworden sei, obwohl er über das »Donauland-Abo« seiner Oma alles über Winnetou und seine anderen Karl-May-Helden gelesen habe.

Die Bürgermeister konnte der neue Landeshauptmann schon im Sommer auf seine Seite ziehen, als er sie in allen Be

Politicks

Mit 98,03 Prozent bei der Wahl zum VP-Obmann übertrifft Landeshauptmann Christopher Drexler die Erwartungen.

zirken besuchte. In seiner Parteitags rede versprach er, dass es mit ihm auch in Zukunft keine Steiermark der zwei Ge schwindigkeiten geben dürfe und dass er immer darauf achten werde, dass der ländliche Raum nicht hinter die Ballungs zentren zurückfällt.

Nur wenige Worte verlor er für die aktuel le ÖVP-Korruptionsdebatte. An wem soll ten sich die Mitbewerber denn schließlich sonst abarbeiten, wenn nicht an der ÖVP? Schließlich stelle sie nicht nur den Bundes kanzler, sondern auch sechs der neun Landehauptleute und zwei Drittel aller österreichischen Bürgermeister.

2024 geht es für die Steirer-VP um die Nummer eins Die Zusammenarbeit mit der steirischen Sozialdemokratie stellte Drexler wie immer als vorbildhaft dar. Er schloss mit der Überzeugung, dass es der Steirischen ÖVP gelingen werde, als klare Nummer eins aus der Landtagswahl 2024 hervor

zugehen. Die 98 Prozent Zustimmung sind dennoch nicht nur das Ergebnis eines erfolgreich verlaufenen Parteitags und von mitreißenden Reden des alten und des neuen Landeshauptmannes. Drexler überzeugte die Partei nicht nur mit sei nem rhetorischen Können. Das Ergeb nis war auch das Resultat der zahlreichen Regionalbesuche und Händeschüttelma rathons, bei denen der Landeshauptmann auch seine Skeptiker davon überzeugen konnte, einer der ihren und damit der Richtige zu sein.

Zu den VP-Landesparteiobmannstellver tretern wurden die steirische Landes bäuerin Viktoria Brandner, WKO-Vize präsident Andreas Herz, der Grazer Arzt Karlheinz Kornhäusl , der Hartberger Bürgermeister, Marcus Martschitsch, die Lehrerin Helene Silberschneider aus Gleinstätten und die Bürgermeisterin von Wundschuh, Barbara Walch , gewählt. Neuer Landesparteifinanzreferent ist Josef Schrammel aus Graz.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 13

Recht haben Änderungsmöglichkeiten bei Bauansuchen

Im Zuge eines Verfahrens stellt sich oftmals die Frage, ob ein bereits anhängiges Verfahren aufgrund eines bestimmten vorangegangenen Bauansuchens in seinem Umfang geändert werden kann. Grundsätzlich ist eine Änderung des bezughabenden Bauansuchens beziehungsweise des verfahrenseinleitenden Antrages in jeder Lage des Verfahrens möglich. Selbst im Laufe eines Rechtsmittelverfahrens stellt dies kein Problem dar. Allerdings ist dabei stets darauf Rücksicht zu nehmen, dass durch die Änderungen des Bauansuchens das beantragte Projekt seinem Wesen nach nicht geändert werden darf. Hinzu kommt, dass dabei die sachliche Zuständigkeit sowie die örtliche Zuständigkeit des Gerichtes stets bestehen bleiben müssen. Anders sieht es im Falle einer Reduktion des Bauvorhabens aus. Eine Reduzierung des Bauvorhabens ist im bereits anhängigen Verfahren generell immer zulässig. Ebenfalls wird eine Anpassung des Projektes, damit es bewilligungsfähig wird, als zulässig angesehen. In gewissen Grenzen ist sogar eine Ausweitung des beantragten Bauvorhabens möglich, solange sich das Wesen des Antrages nicht ändert. Wird zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Wohnung um die Genehmigung eines Parkplatzes angesucht und wird im Laufe des Verfahrens der Antrag von einem Autostellplatz auf zwei Stellplätze ausgeweitet, so wird durch diese Änderung das beantragte Projekt seinem Wesen nach nicht geändert. Der Antrag bezieht sich weiterhin auf die Genehmigung des Autostellplatzes beziehungsweise nunmehr auf die Genehmigung der beiden Autostellplätze. Des Weiteren ist es dem Grunde nach möglich, dass die Höhe eines Gebäudeteiles, trotz bereits bewilligter Bauprojekte, in der Folge niedriger ausgeführt wird, als es grundsätzlich eigentlich bewilligt wurde. In solchen Fällen greifen die subjektiv-öffentlichen Nachbarrechte nicht ein. Diese bleiben bei einer Reduzierung des Bauvorhabens unberührt. Anders sieht es wiederum bei einer Vergrößerung des Bauvorhabens aus. Bei einer gewünschten Vergrößerung der Höhe des Gebäudeteiles würden die Nachbarrechte wiederum voll eingreifen. Zweckmäßig erscheint eine vorherige Abklärung mit der zuständigen Gemeinde bzw. Baubehörde und Rücksprache mit Ihrem Architekten, Bauunternehmen und Rechtsanwalt.

VP-Klubobfrau Barbara Riener: Situation der Elementarpädagogik in der Steiermark verbessert!

Aktuelle Herausforderungen, wie etwa der allgemeine Arbeits- und Fachkräftemangel, machen auch vor der Elementaren Bildung in der Steiermark nicht Halt. Ein umfassendes Maßnahmenbündel wertet den elementarpädagogischen Beruf nun auf. Darüber hinaus sollen die Rahmenbedingungen in den Einrichtungen qualitativ verbessert werden.

Das von Bildungslandesrat Werner Amon präsentierte Paket beinhaltet dafür sowohl kurz- und mittel-, aber auch längerfristige Maßnahmen. Dazu gehören eine Landesprämie in Höhe von 15.000 Euro für jene, die sich noch heuer dazu entscheiden, Vollzeit für den elementarpädagogischen Bereich zur Verfügung zu stehen; eine Sozialstaffelung auch für Kinderkrippen; die schrittweise Absenkung der Gruppengrößen sowie Erleichterungen für einen pädagogisch wertvollen, überlappenden Dienst zur Mittagszeit.

Künftig sollen die administrativen Aufgaben evaluiert und überzogene bürokratische Vorgaben abgebaut werden, um den Arbeitsalltag der Pädagoginnen und Pädagogen zu erleichtern. „Mit dem vorgestellten Paket machen wir den elementarpädagogischen Beruf insgesamt attraktiver. Ein wichtiger Schritt, um die Betreuung der Kinder in der Steiermark weiterhin sicherzustellen!“ so VP-Klubobfrau Barbara Riener.

Die Ausarbeitung der Maßnahmen erfolgte nach vielen Gesprächen mit direkt Betroffenen, Vertreterinnen und Vertretern der Träger (Arbeitgeber), dem Gemeindebund und den Sozialpartnern. Ein möglichst breiter Blick aus der Praxis konnte so in die Entscheidungsfindung einfließen.

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Foto: Archiv
Dr. Andreas Kaufmann ist Rechtsanwalt und Universitätslektor in Graz.
Foto: VP-Landtagsklub
Bildungslandesrat Werner Amon und VP-Klubobfrau Barbara Riener wollen in der Elementarpädagogik niemanden zurücklassen

Hypo Vorarlberg in Graz: Beste Beratung seit 20 Jahren

Als stark in der Region verwurzeltes Unternehmen ist die Hypo Vorarlberg ein zuverlässiger und beständiger Partner. Die Bank unterstützt Menschen, die ihre Ideen verwirklichen wollen, mit ausgezeichneter Beratung und schnellen Entscheidungen. Dieser Leitgedanke wird auch in der Hypo Vorarlberg in Graz gelebt, wo man heuer auf 20 erfolgreiche Jahre zurückblickt.

Im Herzen von Graz, am Joanneumring, punktet das 21-köpfige Team unter der Leitung von Regionaldirektor Ernst Albeg ger mit persönlicher Beratung. Die Exper tise der Beraterinnen und Berater reicht von der Immobilien- und Unternehmens finanzierung bis hin zur Geldanlage und Vermögensverwaltung – dabei werden konsequent die individuellen Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden in den Mittel punkt gestellt.

Dabei genießt die Filiale aufgrund der lo kalen Verankerungen und langjähriger Kundenbeziehungen ein besonderes Vertrauen vor Ort. Auch wenn sich das Kundenverhalten in den letzten Jahren geändert hat und Filialbesuche infolge dessen seltener geworden sind – der Be darf an einer profunden Beratung ändert sich nicht. „Unsere Herausforderung ist es, den Kundinnen und Kunden die Möglich keit zu bieten, so viel wie gewünscht digi tal zu erledigen und gleichzeitig jederzeit persönlich mit uns Kontakt aufnehmen zu können. Gerade bei komplexen Vorhaben, wie einem Immobilienkauf oder der Frage nach der richtigen Vermögensanlage, neh men wir uns bewusst Zeit und fokussieren uns auf unsere Beratungsstärke“, erklärt Ernst Albegger. Das Know-how sowie die langjährige Er fahrung der Beraterinnen und Berater in Kombination mit ausgezeichneten Produk ten bilden die Grundlage der erfolgreichen Geschäftsentwicklung der Bank. „Mit ef fizienten und schnellen Entscheidungen setzten wir ganzheitliche Lösungen im pri

vaten, als auch im geschäftlichen Gesamt portfolio um – und das häufig vor einem langfristigen, generationsübergreifenden Horizont“, so Albegger.

kunft und unterstützt heimische Umwelt projekte mit EUR 125.000 – darunter ist auch das Projekt „Bestandserhebung und Schutz der Zwergohreule im Raum Bad Gleichenberg“ von BirdLife Steiermark. Monitoring und Schutzmaßnahmen wie die Anbringung von Nistkästen und Hoch stammpflanzaktionen sollen den lang fristigen Erhalt der Zwergohreule in der Steiermark ermöglichen.

Regionaldirektor Steiermark Dr. Ernst Albegger

Nachhaltiges Engagement

Das Thema Nachhaltigkeit macht auch vor der Finanzwelt keinen Halt. Als achtsame Beraterbank ist Nachhaltig keit schon lange Bestandteil der Unter nehmenskultur der Hypo Vorarlberg. „Neben dem Fokus auf wirtschaftliche Stabilität ist vor allem die Art und Weise, wie Geschäfte gemacht werden, von Be deutung. Gerade beschäftigt uns die Um setzung der neuen Anforderungen des EU-Aktionsplans. Ziel ist es, Finanz ströme in eine nachhaltige Richtung zu lenken – das unterstützen wir natür lich. Wir begreifen diese Veränderung als Chance, neue, nachhaltige Produkte zu entwickeln“, führt Albegger aus. Zusätzlich leistet die Hypo Vorarlberg ihren Beitrag für eine enkeltaugliche Zu

Ausgezeichnete Beratung und Produkte Zahlreiche Auszeichnungen – darunter das Gütesiegel der deutschen Wirt schafts-Woche für die Vermögensver waltung, Fonds-Auszeichnungen vom österreichischen Geld-Magazin sowie die Höchstnote für das Private Banking bzw. die Vermögensverwaltung beim Elite Re port – sind eine wertvolle Bestätigung für die Hypo Vorarlberg. Sie belegen, dass der Anspruch, die Kundinnen und Kun den bestens zu beraten, auch tatsäch lich spürbar und erlebbar ist und dass die Bank mit ihrer konsequenten Beratungs orientierung auf dem richtigen Weg ist. Grund genug, die Entwicklung der letzten 20 Jahre am Standort Graz entsprechend zu feiern, und beste Voraussetzungen, um die Erfolgsgeschichte fortzusetzen.

Hypo Vorarlberg in Graz

Joanneumring 7, 8010 Graz

Tel: 050 414-6800

E-Mail: filgraz@hypovbg.at www.hypovbg.at/graz

FAZIT OKTOBER 2022 /// 15 Anzeige Fotos: ChristaStrobl, www.fasching.photo
Die Grazer Filiale der Hypo Vorarlberg am Joanneumring

Die ersten fünf Teams im Impact Gründungsprogramm starteten im Mai 2022.

IMPACT Gründungsprogramm

Das Social Business Hub Styria mit Sitz am Grazer Start-up-Zentrum Unicorn bietet angehenden oder aktiven Social Entrepreneurs ein umfassendes Gründungsprogramm. Zweimal pro Jahr werden jeweils fünf Teams für zwölf Monate aufgenommen. Die Bewerbungsfrist endet am 3. Oktober.

Graz hat's

Eröffnung des neuen AMS Graz West

Im Beisein von Eh rengästen aus Bund, Land und Stadt wurde am 1. August der neue Standort des AMS Graz West und Umge bung in der Zollgasse 4 feierlich eröffnet. Die Haussegnung nahm der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl vor, begrüßt werden durften unter anderem Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher, die steirische LRin Doris Kampus und die Grazer Bgm.in Elke Kahr. „Wir freuen uns sehr darüber, dass unseren Kun den sowie Mitarbeitern seit 1. August eine moderne und großzü gige AMS-Geschäftsstelle zur Verfügung steht“, betont die Leitung des AMS Graz West und Umgebung, Christian Namor und Karin Außerhofer, gemeinsam mit der AMS-Landesgeschäftsführung, Karl-Heinz Snobe und Christina Lind.

A

ber was ist Social Business? Social Entrepreneurs haben ein gesellschaftliches oder ökologisches Problem identifiziert und ihre Lösung dafür mit unternehmerischem Zugang in ein Geschäftsmodell umgesetzt. Sie bringen Dienstleistungen oder Produkte auf den Markt, von denen Mensch und Umwelt profi tieren. „Während sich das Ökosystem für technologieaffine Unter nehmensgründer beachtlich entwickelt hat, gibt es in diesem Bereich noch einiges zu tun. Bei uns werden Social & Green Entre preneurs von der Gründung bis hin zur Skalierung mit unserem Gründungs- und Wachstumsprogramm professionell unterstützt“, erläutert Vorstandsmitglied Kirsten Tangemann.

Jetzt für das Gründungsprogramm bewerben!

Im Impact Gründungsprogramm erhalten angehende Grün der umfangreiche Unterstützung zum erfolgreichen Aufbau ihrer Aktivitäten. Hier werden sie mit individueller Beratung und Expertise begleitet. In regelmäßig stattfindenden Jour fixes und Diagnostic Sessions wird der aktuelle Status des Unter nehmens unter die Lupe genommen und das weitere Vorgehen besprochen. Zusätzlich profitieren die Teams von Workshops zu Themenfeldern wie „Rechtliche Fragen rund ums Gründen“, „Storytelling“ oder „Pressearbeit“, „Förderanträge“ u.v.m. Weite re Pluspunkte sind das weit verzweigte Netzwerk im Ökosystem und die Kontakte in der Social Business Community, auf die alle Teilnehmenden zugreifen können.

Social Business Hub Styria Schubertstraße 6A, 8010 Graz Web: https://socialbusinesshub.at Einreichung von Businessplänen bis 3. Oktober 2022

16 /// FAZIT OKTOBER 2022
LINKS: Anzeige Foto: Lupi Spuma / RECHTS: Fotos: AMS / Tauscher,
100 Jahre BKS Bank „Hundert Jahre Tradition bedeuten für uns offen für Neues zu bleiben.“
Mag. Dr. Herta Stockbauer Vorstandsvorsitzende

Revival des Presseclubfestes

Nach zweijähriger Pause begrüßten die Gastge ber des Presseclub Steiermark, Präsidentin Sig rid Hroch, Geschäftsführer Heinz M. Fischer und Elfie Kahr heuer wieder zum traditionellen Pres seclubfest. Nach der coronabedingten Unterbre chung fand am 6. September der sehnlich ver misste Event endlich wieder statt. Zahlreiche Gäste aus Politik, Industrie, Wirtschaft und Kultur sowie zahlreiche Vertreter aus der steirischen Medienlandschaft verbrachten einen „ge sprächsintensiven“ und interessanten Abend im angenehmen Ambiente des Hofes des Priesterseminars in Graz. Im Rahmen der Festveranstaltung wurden mit Präsentator Thomas Zenz die Gewinner der fünf Kategorien des „PR-Panther 2022“ sowie der Kom munikator des Jahres geehrt.

Wechsel beim Vorsitz der SPÖ Graz

Am 13. September wurde Soziallandesrä tin Doris Kampus mit nur einer Gegenstim me vom erweiterten Regionalvorstand zur geschäftsführenden Vorsitzenden der Gra zer SPÖ gewählt. Der Parteitag mit voran gehender Direktwahl durch alle Mitglieder der Grazer SPÖ ist im ersten Halbjahr 2023 geplant. „Ich danke für das große Vertrauen und verspreche, dass ich mich mit ganzer Kraft für eine erfolgreiche Zukunft der SPÖ und eine starke sozialdemokratische Hand schrift in Graz einsetzen werde“, betonte Kampus nach einer konstruktiven Diskus sion und ihrer überzeugenden Wahl im Re gionalvorstand. Sie folgt damit auf Micha el Ehmann, dem die Vorstandsmitglieder für seine Arbeit dankten und der bis 2023 Klubobmann bleibt.

La Strada im Jubiläumsjahr 2022

Als Partner des Grazer Straßenfestivals hat die Merkur Versicherung zum 25. Jubiläumsjahr von La Strada unvergessliche Momente des Miteinanders gefeiert: Das etablierte Format „Unplugged Outdoors“ hat auch dieses Jahr eine Woche lang mit Live-Musik und diversen Künstlern in der Kaiserfeldgasse für Begeiste rung gesorgt. „Kunst und Kultur bringen Men schen nicht nur zueinander, sie ermöglichen es uns, Glücksmomente miteinander zu erle ben. Was passiert, wenn Partnerschaften zu Herzensangelegenheiten wachsen, hat uns auch heuer wieder begeistert. Danke an Rudi und Simon Lackner für einen gemeinsamen Weg, der verbindet und für Vielfalt sorgt“, er klärt Merkur-Vorstandsdirektor Christian Kladiva.

Kurz im Gespräch mit

Monika Cisar-Leibetseder, Generaldirektorin Volksbank

Steiermark AG

Was ist Ihre Vision für die Zukunft der Volks bank Steiermark?

Meine Vision ist es, dass Kunden und Mit arbeiter Miteigentümer sind. Die Wert schöpfung bleibt in den Regionen und gemeinsam arbeiten wir an einer enkel tauglichen Zukunft für die Steiermark.

Was beinhaltet Ihr Strategieprozess „Volks bank 2027“?

Unsere „Hausbankwelt“ bietet den Kun den „alles aus einer Hand“. Dafür steht ein persönlich zuständiger Mitarbeiter zur Verfügung, der auf ein Team von Spezia listen zugreifen kann. Wir sind auf allen modernen Kanälen erreichbar. Unse re Unternehmenskultur beruht auf Zu sammenarbeit, Offenheit und Wert schätzung, aber auch Spaß, Lernen und Leistung. Für das Thema Nachhaltigkeit ist es unsere Strategie, in den Schwerpunkten Klimaschutz, Bildung und Diversity jeden Tag ein bisschen besser zu werden.

Wo liegen die Stärken der Volksbank Steier mark?

Wir haben unsere Hausaufgaben im Volks banken-Verbund gemacht und unsere Kostenstruktur optimiert. Damit können wir uns jetzt voll und ganz auf die finan zielle Gesundheit unserer Kunden konzen trieren und das ist gerade in Zeiten eines unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes wichtiger denn je. Regionalität ist in unse rer DNA. Im Sinne von „aus der Region – in die Region“ werden die Einlagen unserer Kunden in die steirische Wirtschaft oder in nachhaltigen privaten Wohnbau investiert, die so erwirtschafteten Gewinne bleiben in unserem Land.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 17
Fotos: Martin Hauer, Foto Fischer / WKO PR Panther, SPÖ Graz / Peter Drechsler Foto: Christa Strobl

Kurz & News

Grazer Herbstmesse 2022

Fünf Tage lang tummeln sich rund 70.000 Besucher am Gelän de der Messe Graz – das kann nur eines bedeuten – die Grazer Herbstmesse findet statt. Von 29. September bis 3. Oktober hat der Publikumsmagnet schlechthin auch heuer wieder für jeden Mes sebegeisterten etwas parat. Die neuesten Interior- und Fashion trends entdecken, alles zum Thema Bauen und Wohnen erfahren, eine richtige Gaudi im Vergnügungspark haben, beeindruckt durch die Modellbauwelt schlendern, entspannen bei schmackhaften Drinks und Snacks im Messepark zu Beats von Kronehit und mit singen mit den Schlagerstars bei der Radio Grün-Weiß-Bühne in der Freiluftarena B – das ist nur ein kleiner Einblick in die Themen der heurigen Grazer Herbstmesse.

20 Jahre Jubiläum planorama

Die aus Südtirol stammenden Architekten Martin Gruber und Tho mas Kopfsguter haben Planorama im Jahr 2002 aus der Taufe ge hoben. Seither wurden an den beiden Bürostandorten Graz und Bad Aussee in über 400 Projekten Einfamilienhäuser, Hotellerieund Gastronomiekonzepte sowie Bauträgerprojekte erfolgreich geplant und umgesetzt. Ein Auszug von Projekten aus den ver gangenen 20 Jahren sind z.B. die Steiermärkische Landesausstel lung 2005, das Hotel Tscherms (Südtirol), das Restaurant Wasser mann (Grundlsee), die Donau Lodge (Ybbs), das Chaletdorf Mondi (Grundlsee) oder das Hotel Viva Mayr (Altaussee). Am 15. Septem ber feierte das Team von planorama im Lendloft in Graz mit zahl reichen Gästen das 20-jährige Jubiläum.

20 Jahre Hypo Vorarlberg in Graz

Mitte September lud die Grazer Filiale der Hypo Vorarlberg zur 20-Jahr-Feier ins „mp09“ im Headquarter von Michael Pachleitner in Graz-Liebenau. Der stei rische Regionaldirektor Ernst Albegger und zwei der drei Vorstände aus Bre genz, Michel Haller und Philipp Hämmerle, freuten sich über die zahlreichen Gäste. Auch das herbstliche Regenwetter konnte der guten Stimmung in der Location nichts anhaben. Durch den Abend führte ORF-Moderator Hanno Set tele in gewohnt souveräner Manier. Die musikalische Begleitung erfolgte durch den Saxophonisten Ingo Herzmaier, dazu gab es Kabaretteinlagen von Martin Kosch. Das 22-köpfige Team freut sich auf die kommenden Jahre ganz nach dem Motto: „Wer viel vorhat, kommt zu uns.“

Rotahorn – die Literaturpreisträgerinnen 2022

Die Preisträgerinnen des Hans Roth Literaturpreises „rotahorn“ 2022 heißen Theodora Bauer und Sophia Lunra Schnack. Sie überzeugten die Fachjury, u.a. bestehend aus den Autoren Barbara Frischmuth, Va lerie Fritsch und Andreas Unterweger, dem Germanisten Julian Kolle ritsch sowie den Kulturjournalisten von ihrem literarischen Können, so im Urteil der Jury: „In Theodora Bauers Literatur gehen Intelligenz und Humor, Wortmacht und Sprachwitz Hand in Hand. Der genaue Blick auf ihre Figuren und die sie prägenden Lebensumstände eröff net immer wieder Raum für herrlich absurde Komik. Verse, nüchter ne Prosa und märchenhafte Passagen verbinden sich bei Sophia Lun ra Schnack zu einem faszinierend zeitlosen Rhythmus.“

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Fotos: Sabine Hofmann / Planorama, MCG/Wiesner, Daniela Jakob, manuskripte

AK moniert Personalnot in der Kinderbetreuung

Der 9. Kinderbetreuungsatlas der AK Steiermark zeigt vereinzelte Verbesserungen auf – doch diese werden vom zunehmenden Mangel an Betreuungspersonal überschattet.

Die Personalsituation in der Kinder betreuung in der Steiermark hat sich drastisch zugespitzt. Viele steirische Ge meinden und Einrichtungen kämpfen mit einem dramatischen Mangel an Be treuungspersonal, bedingt durch schlech te Arbeitsbedingungen und geringe Bezahlung. „Nicht nur die Elementar pädagoginnen brennen aus und wandern schließlich ab – auch die Kinder und ihre Eltern leiden, die Versorgung ist nicht mehr gewährleistet“, warnen AK-Präsi dent Josef Pesserl und AK-Frauenreferats leiterin Bernadette Pöcheim. Die Politik ist hier gefordert, dringendst für besse re Arbeitsbedingungen und bessere Be zahlung zu sorgen. Dabei hat sich die Situation bis vor kur zem teilweise positiv entwickelt, wie der 9. AK- Kinderbetreuungsatlas zeigt: Von

steirischen Gemeinden erfüllen

die Kriterien für die Kategorie A: „Für diese Kategorie müssen eine Betreuungs einrichtung für Kinder unter drei Jah ren, ein Ganztageskindergarten und eine Nachmittagsbetreuung für Volksschul kinder vorhanden sein“, erklärt Pöcheim. Viel seltener sind jedoch Gemeinden, die den zusätzlichen Kriterien des „Verein barkeitsindikators für Familie und Beruf“ (VIF) gerecht werden. Viele Gemeinden sind – teils in Kooperation mit Nachbar gemeinden – bemüht, Ferien- und Tages öffnungszeiten dem Bedarf von Eltern an zupassen. Doch viele dieser Angebote sind aufgrund der dramatischen Personal situation nun akut in Gefahr. Den Kinder betreuungsatlas gibt es seit dem Vorjahr in digitaler und interaktiver Form: Unter kinderbetreuungsatlas.akstmk.at können alle Details zu den einzelnen Gemeinden abgerufen werden.

Kurz im Gespräch mit

Doris Kampus, geschäftsführende Vorsitzende der SPÖ Graz

Wo setzen Sie die Schwerpunkte, um das Profil der Grazer SPÖ zu schärfen?

Die SPÖ muss in zehn Jahren wieder die Nummer eins in unserer Stadt sein.

Denn nur mit einer starken sozialdemo kratischen Handschrift können wir Proble me nachhaltig lösen. Graz muss wieder auf die internationale Landkarte rücken – mit Leistungen und Lösungen. Die aktuellen Probleme erfassen längst auch die Mittel schicht. Die Bürgerinnen und Bürger er warten sich, dass wir uns als SPÖ darum kümmern, dass es wieder eine bessere Perspektive für sie gibt.

Worin sehen Sie die wichtigsten Projekte für die kommenden Jahre?

Ich kämpfe für ein soziales Graz und für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unser Ziel ist aber ganz klar, Menschen zu be fähigen, auf eigenen Beinen zu stehen. Graz muss weltoffen und urban sein. Unsere Universitäten und Unternehmen sind die Leuchttürme, die ausstrahlen. Wir brau chen die Leerstandsabgabe, denn Woh nen muss für die Menschen wieder leist bar sein. Wir alle kennen Paare, wo beide arbeiten gehen und sich Wohnen fast nicht mehr leisten können.

Wie lassen sich Ihre anderen politischen Funktionen mit der Stadtpolitik verein baren?

Das ist ein Vorteil für Graz, denn als Sozial landesrätin bin ich weiterhin an jener Stel le, wo die großen Zukunftsentscheidungen ─ auch für Graz ─ getroffen werden. Ich habe ein starkes Team an meiner Seite, gemeinsam werden wir die Aufgaben be wältigen.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 19 Foto: AK Stmk. / Gernot Eder
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Foto: Land Steiermark/Drechsler

Fazitgespräch

Sprachrohr der Armut

Caritas-Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler im Gespräch über die Stille der Armut, Solidarität in Zeiten der Krisen und notwendige Reformen der katholischen Kirche.

20 /// FAZIT OKTOEBER 2022

Über eine kleine und durchaus versteckte Verbindungsgasse für Fußgänger und Radfahrer erreicht man vom Hasnerplatz aus das Paulinum, in dessen Altbau die neue Caritas-Direktorin vor wenigen Wochen eingezogen ist. Ihr Vorgänger Herbert Beiglböck hatte ein Büro im Neubau nebenan. Und ebenjener ehemalige Direktor ist es, den wir just nach unserem Besuch bei Nora Tödtling-Musenbichler in der kleinen Gasse auf dem Weg zurück zu unseren Gefährten treffen.

Er sitzt am Rad, wir fragen nach dem Wohlbefinden. »Danke«, sagt er, guter Laune. Und als wir ihm erzählen, wo wir gerade waren, meint er nur: »Schreibt’s was Schönes über die Nora.«

Knappe 40 Minuten mit der neuen Caritas-Direktorin liegen da an diesem Dienstagvormittag gerade hinter uns. Obwohl laut ihrer Pressesprecherin die nächsten Interviewtermine eigentlich erst im November möglich sind, nahm sie sich dennoch Zeit für uns. Es gibt eben viel zu tun, wenn man in ein solch bedeutsames Amt eintritt.

22 /// FAZIT OKTOBER 2022 Fazitgespräch

Frau Tödtling-Musenbichler, Sie sind erst seit 1. Juli in der Position als Caritas-Direktorin und stehen einer Dreierspitze als Sprecherin vor. Warum diese neue Aufteilung?

Wir haben seit letztem September ein Direktorium in dieser Form, weil wir größer geworden sind und mit 2.500 Mitarbeitern neue Strukturen in der Führung brauchen. Mein Vorgänger Herbert Beiglböck hat die Notwendigkeit gesehen, die Leitung einer Or ganisation dieser Größe auf mehreren Schultern zu verteilen. Ich habe mehr Verantwortung nach außen.

Sie waren sehr aktiv in der Medienarbeit. Fand da ein Paradigmen wechsel statt?

Ich glaube, dass auch Herbert Beiglböck sehr aktiv in den Medien war und wir nun aber den Wechsel genutzt haben, um die Caritas in der Öffentlichkeit gut zu positionieren. Mir war zusätzlich wich tig, dass die Menschen hier in der Steiermark wissen, mit wem sie es zu tun haben, weil ich jemand bin, der gerne hört und spürt, was bei den Menschen los ist, und sich Sorgen und Nöte anhört.

Wie sichtbar muss Armut sein?

Armut ist meist still und leise. Umso wichtiger sehe ich unseren Auftrag als Caritas, dass wir dort der Armut eine Stimme geben und anwaltschaftliches Handeln in den Fokus stellen für jene, die nicht hörbar sind. Ich glaube, Armut muss immer wieder laut stark gezeigt und zur Sprache gebracht werden, damit sich etwas ändern kann. Es ist für uns in einem Land wie Österreich leider noch immer nicht so, dass es keine Armut gibt. Auch, wenn das der große Wunsch wäre. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, etwas zu verändern. Nicht nur die Politik oder die Caritas, die Ein richtungen gründet. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass alle Menschen in unserer Gesellschaft einen Platz haben.

Uns kommt vor, dass sich die Kommunikation der Caritas geändert hat. Es wird versucht, den Menschen nicht mehr ein schlechtes Ge wissen einzureden. Oder täuscht der Eindruck, dass ihr einen part nerschaftlicheren Weg mit jenen gehen wollt, die auch etwas zu ge ben haben?

Ich sehe es als Partnerschaft, weil ich glaube, dass jeder seinen Teil beitragen kann. In einer Situation, in der alle von Teuerung

betroffen sind bei uns im Land, möchten wir als Caritas nicht stän dig die Moralkeule schwingen. Mein Credo ist: Gemeinsam können wir es schaffen. Dafür braucht es auch eine gerechte Verteilung und nicht immer die Aufforderung für Geldspenden, auch Zeit ist ein wertvolles Gut.

Wie wichtig ist Ehrenamt für die Caritas?

Die Caritas Steiermark hat auch in der neuen Strategie einen gro ßen Schwerpunkt auf Freiwilligkeit. Weil wir sehen, dass viele Dienste mit ausschließlich hauptamtlichem Personal nicht mehr zu bewältigen sind. Aber Freiwillige können durch Zeit- und Ge hörschenken viel in der Stimmung verändern. Gerade in der Regi on sind wir sehr stark vertreten.

Geht es der Caritas darum zu helfen, wenn geholfen werden muss, oder mehr um Hilfe zur Selbsthilfe?

Im Vordergrund steht schon, die Not zu sehen und zu handeln, wie zum Beispiel zuletzt für Geflüchtete aus der Ukraine. Aber es geht darüber hinaus darum, dass nicht nur Bittsteller zu uns kommen, sondern wir wollen Menschen auch befähigen, selbst wieder an der Gesellschaft teilhaben zu können. Der dritte Bereich unserer Arbeit ist, dass es nicht reicht, nur zu helfen und befähigen, son dern dass wir auch gesellschaftliche Veränderung möglich ma chen wollen.

Die Kirche war sehr ÖVP-lastig, da findet derzeit ein Umbruch statt. Wie weit geht man gesellschaftspolitisch, ohne sich mit dem Bi schofsplatz akkordieren zu müssen?

Ich verstehe die Caritas so, dass sie für alle Menschen da ist. Wir sind sozialpolitisch und gesellschaftspolitisch aktiv. Aber wir sind nicht politisch aktiv. Mein Ansinnen als Caritas-Direktorin ist, mit allen Parteien im Gespräch zu sein und mich zu trauen, anzuecken. Wir sehen uns schon auch als Sprachrohr der Armut.

Ihr Vorgänger Beiglböck wirkte ruhiger nach außen als dessen Vor gänger Franz Küberl. Wollen Sie lauter sein als Beiglböck?

Ich habe gute Vorgänger, die beide ihre Stärken hatten im Auftre ten. Ich möchte die Caritas gut voranbringen und bin jemand, der auch in den Vinziwerken nicht leise war. Das heißt nicht, dass ich

FAZIT OKTOBER 2022 /// 25 Fazitgespräch
Ich verstehe die Caritas so, dass sie für alle Menschen da ist.
Nora Tödtling-Musenbichler

mich zu allem äußern muss, sondern mir sind Gespräche wichtig, um Verständnis zu bekommen. Oft wissen Politiker nicht, warum Armut entsteht und wo man ansetzen könnte.

Die Caritas übernimmt essentielle gesellschaftliche Aufgaben – auch im Auftrag des Staates. Dann gibt es aber auch Bereiche, wo Geld selbst aufgetrieben werden muss. Wie gut geht es der Caritas finan ziell?

Gerade heuer, wo die Teuerung zuschlägt, merken wir das auch intern. Wir hatten Sorgen, wie sich das Spendenverhalten von der Coronapandemie ausgehend hin zu der Teuerung jetzt entwickeln wird. Wir sind dankbar, dass es weitergeht und es eine große So lidarität gibt und die Spendenbereitschaft nicht abnimmt. Auch die spendenfinanzierten Einrichtungen sind stabil. Natürlich hat ten wir während Corona Herausforderungen und konnten auch gewisse Hilfen in der Coronazeit nicht erhalten. Aus einem ein fachen Grund: Caritas wächst in der Krise, aber die Einnahmen wachsen nicht mit. Spenden sind wichtig für uns, nicht zuletzt die Haussammlung, bei der im vergangenen Jahr 625.000 Euro zu sammengekommen sind. Bei Spenden ist es uns ein besonderes Anliegen, dass sie direkt bei den Menschen ankommen. Ich denke nur an das Marienstüberl in Graz, wo wir ganz viele Lebensmittel ausgeben und auch kochen. Die Lebensmittelausgaben haben sich insgesamt heuer verdoppelt übrigens – von einer auf zwei Tonnen täglich. Das zeigt unter anderem, was bei uns im Land passiert.

Ist die Not und Armut mittlerweile in der gesellschaftlichen Mitte angekommen?

Ja, es gibt Verschiebungen. Das ist seit heuer noch einmal stär ker zu erkennen. Wir hatten heuer 30 Prozent mehr Erstkon takte, es kommt eine neue Gesellschaftsschicht dazu. Arbeiten de Menschen, die normal gelebt haben und jetzt sagen: Es war in der Coronazeit schon eng, aber mit der Teuerung geht es sich jetzt nicht mehr aus. Und das wird auch eine Zeitlang noch an dauern.

Wo ist die Grenze der Notwendigkeit in der Hilfe in Bezug auf Ein richtungen? Oft werden Projekte gefördert auf eine gewisse Zeit vom Bund und dann läuft es danach aber ohne Fortführung aus. Wie geht man mit diesem Thema um?

Das ist ein großes Thema von uns in der Steuerung, zu erken nen, was dringend notwendig ist. Wenn es dringend ist, können wir nach zwei Jahren zu den Menschen, die zu uns kommen, nicht sagen, dass wir nicht mehr da sind. Da werden wir mit Unternehmenskooperationen oder Spenden versuchen, Pro jekte weiterzuführen. Wir gründen Projekte nicht zum Selbst zweck. In der Wohnungslosenhilfe gibt es Einrichtungen, die nicht durch Subventionen finanziert sind, aber dennoch nie aufhören werden, weil die Notwendigkeit da ist und sie über Spenden ermöglicht werden.

Sie kommen vom Vinziwerk und dem bekannten Pfarrer Wolf gang Pucher. Wir unterstellen Ihnen, dass Sie dort deshalb 17 Jahre lang tätig waren, weil Sie ein seh großes und weiches Herz

Fazitgespräch

Nun sind Sie in einer doch relativ harten Managementaufgabe bei der Caritas gelandet mit einem Budget von 100 Millionen Euro im Jahr. Da müssen Sie doch auch nein sagen können, oder?

Ja, aber das musste ich bei der Leitung der Vinziwerke in Öster reich auch. Ich komme von der Basisarbeit, war sechs Jahre in ei ner Einrichtung für Schwerstalkoholiker im Vinzidorf tätig. Nicht alles, was man gerne machen würde, geht auch. Es ist immer auch ein Hadern und Überlegen miteinander, wo wir besonders hin schauen müssen.

Gibt es freie Finanzspritzen für neue Projekte?

Wir brauchen immer Ressourcen, um uns auch frei bewegen zu können. In unserer neuen Strategie schauen wir auch genau, was besonders notwendig ist. Neue Schwerpunkte sind noch einmal mehr Regionalisierung und mehr Bedarfsorientierung sowie Be fähigung – etwa im Bereich der Digitalisierung. Natürlich braucht es da finanzielle Mittel, um Neues entstehen zu lassen. Gerade, weil von heute auf morgen immer Herausforderungen auf uns zu kommen können. So wie zuletzt der Krieg in der Ukraine.

Sehen Sie das Verhältnis mit der Politik eigentlich partnerschaftlich oder sehen Sie sich als Widersacher?

Wir sind in Kontakt mit allen politischen Parteien und ich glaube, dass es sich gut entwickelt hat und es sich um eine Partnerschaft handelt, die auch immer wieder ihre Grenzen hat, die gut und wichtig sind. Es geht nicht darum, immer einer Meinung zu sein, sondern für die gemeinsame Sache zu arbeiten. Da gibt es Reibung und Spannung, aber wir schätzen uns auf Augenhöhe. Die Politik

Fazitgespräch
Erneuern Sie jetzt Ihren Corona-Impfschutz ab dem 6. Monat nach der dritten Impfung! Auf den steirischen Impfstraßen oder bei einer der zahlreichen Impfordinationen.BEZAHLTE ANZEIGE DES LANDES STEIERMARK; BILD: GETTYIMAGES.AT / RAWPIXEL Allgemeine Coronavirusinformationen erhalten Sie telefonisch über die Hotline der AGES unter 0800 555 621. ! Mehr Informationen unter www.impfen.steiermark.at Optimal geschützt: Au rischungsImpfung!

Nora Tödtling-Musenbichler wurde am 5. Jänner 1983 in Knittelfeld geboren. Schon als Gymnasiastin in Knittelfeld initiierte sie ein Lernprojekt für benachteiligte Schüler, für das sie mit der Humanitas-Medaille geehrt wurde. Sie studierte einige Semester Theologie, absolvierte den Lehrgang für Pastoralpsychologie und war 17 Jahre lang in den Vinziwerken in unter schiedlichen Positionen tätig. Zuletzt als Koordinatorin der Vinziwerke Österreich. Seit Juli ist sie Direktorin der Diözese Graz-Seckau. Sie ist verheiratet.

bringt uns ein großes Wohlwollen entgegen, weil ein verlässlicher Partner in der Umsetzung sind.

Die katholische Kirche hat in den letzten Jahrzehnten einen drama tischen Einflussverlust erlebt. Und das in fast jedem Bereich – außer bei der Caritas. Warum?

Ich glaube, dass die Caritas ein Teil der Kirche ist, der sehr positiv wahrgenommen wird, weil es um konkrete Hilfestellungen geht. Gerade weil wir auch in der Coronazeit zuletzt gezeigt haben, dass wir präsent waren und alles geöffnet hatte. Viele haben vermisst, dass Kirche in dieser Zeit nicht so lebendig war. Ich glaube auch, dass wir als Caritas sehr nah an den Menschen dran sind, und das führt zu einem positiven Bild. Die Frage, die immer wieder auf kommt, ist, ob die Kirche nah genug an den Menschen dran ist, um auch für Junge attraktiv zu sein und Bedürfnisse zu stillen. Nichtsdestotrotz ist es für mich so, dass wir Teil der katholischen Kirchen sind mit einem klaren Auftrag. Überall, wo Caritas drauf steht, ist Kirche drin – und das soll auch spürbar sein. Umgekehrt wünsche ich mir, dass auch überall, wo Kirche draufsteht, Caritas drin sein soll.

Aber das ist eben die große Frage, ob das so ist ... Es wäre jedenfalls mein Wunsch. Die Kirche hat sich in den letz ten Jahren viel mit sich selbst beschäftigt. Ich glaube, die Kirche braucht mehr Nähe zu den Menschen.

Ist die Caritas der evangelikale Flankenschutz der Kirche im Bereich der Armutsbekämpfung?

Nein, ich erlebe aktuell, dass die Pfarren sich auch sehr engagie ren. Wir haben nicht den Auftrag, dass alles, was als »Diakonie« bezeichnet wird, nur Aufgabe der Caritas ist. Uns geht es um ein gutes Miteinander, das wir auch mit den Regionalkoordinatoren in den Regionen schaffen.

Ist das ein Auftrag des Bischofs?

Es ist jedenfalls der gemeinsame Wunsch zusammenzuarbeiten. Wir brauchen die Pfarren vor Ort, weil es viel Potenzial an Freiwil ligen gibt, die merken, wenn es jemandem in der Region nicht gut geht. Ich würde mir wünschen, dass die Vielfalt der Pfarren das Bild der Kirche wieder positiv prägt.

Sie sind mit einem ehemaligen Priester verheiratet. Ist das für die Kirche ein Problem?

Ich sehe es als Beispiel dafür, wie positiv sich die Kirche entwi ckelt, dass erstmals eine Frau an der Spitze der Caritas ist, weil es sich um ein hohes Amt in der Kirche handelt, das vom Bischof gewünscht war. Immerhin bin ich von ihm bestellt. Daher weiß ich auch, dass es kein Problem ist, dass mein Mann Priester war, son dern ich als Person und mein Können wertgeschätzt werden. Auch möchte ich betonen, dass es etwas aussagt, dass so etwas wie mei ne Bestellung bei uns überhaupt möglich ist. Ich weiß nicht, ob dieser Weg der Diözese Graz-Seckau überall denkbar wäre.

Sie fühlen sich also nicht bewertet in irgendeiner Form? Nein, mein Mann ist als Leiter der Krankenseelsorge weiterhin mit seinem Herzensanliegen in der Kirche beschäftigt und wir wurden von Anfang gut gestützt und begleitet.

Gibt es einen Hang zum Liberalismus in der Kirche oder wird sie im Großen und Ganzen so bleiben, wie sie ist?

Ich hoffe, dass die Kirche nicht so bleibt, wie sie ist, weil wir Ver änderung brauchen. Das ist auch vielen bewusst – zum Beispiel unserem Bischof. Der Papst hat weltweit zum synodalen Weg auf gerufen. Auch in Österreich wurde der Weg gegangen – die Gesell schaft wurde in ihrer Breite befragt, was sich ändern soll. Wir müs sen auf diese Wünsche eingehen. Wenn sich jetzt nichts bewegt, sind diejenigen, die noch bei uns sind, auch bald weg. Wir müssen ernst nehmen, wie wir Gesellschaft heute leben und dürfen nicht manches ausblenden – ob Geschiedene, die LGTBQ+-Community oder andere Themen, die schon lange da sind. Die Kirche wird sich damit beschäftigen müssen und ich spüre, dass sich viel bewegt. Auch wenn es nicht von heute auf morgen passieren wird.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 29 Fazitgespräch
Ich würde mir wünschen, dass die Vielfalt der Pfarren das Bild der Kirche wieder positiv prägt.
Nora Tödtling-Musenbichler

Abgabenfreie Teuerungsprämie

Mit dem kürzlich beschlossenen Entlastungspaket ist es für Arbeitgeber möglich, eine zusätzliche Zahlung von bis zu € 3.000 pro Arbeitnehmer für die Jahre 2022 und 2023 abgabenfrei zu gewähren. Bei der Auszahlung sind folgende Voraussetzungen zu beachten:

• Die Abgabenfreiheit gilt ohne weitere Voraussetzungen nur bis zu € 2.000 pro Jahr („kleine Teuerungsprämie“). Die Ausschöpfung der restlichen € 1.000 des abgabenfreien Höchstbetrages setzt voraus, dass die diesbezügliche Zahlung aufgrund einer lohngestaltenden Vorschrift erfolgt („große Teuerungsprämie“). Darunter fallen insbesondere ein Kollektivvertrag, eine Betriebsvereinbarung, die Gewährung an alle Arbeitnehmer oder bestimmte Arbeitnehmergruppen (Gruppenmerkmal).

• Der abgabenfreie Maximalbetrag (€ 3.000 jährlich) gilt als gemeinsamer Höchstbetrag für Teuerungsprämien und Mitarbeitergewinnbeteiligungen.

Es muss sich um zusätzliche Zahlungen handeln, die üblicherweise bisher nicht gewährt wurden. Es darf sich somit um keine Bezugsumwandlung handeln. Abgabenschädlich wäre also z.B. die Gewährung anstelle eines Gehaltsteils oder einer bisher üblichen Jahresprämie.

Die abgabenfreie Teuerungsprämie kann entweder in einem Betrag oder auf monatliche Teilbeträge verteilt ausbezahlt werden. Sie steht auch geringfügig beschäftigten Dienstnehmern in voller Höhe zu. Bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen empfehlen wir die Auszahlung der Teuerungsprämie in zwei Tranchen (z.B. August und Dezember). Eine schriftliche Vereinbarung ist nach dem Gesetz nicht notwendig, jedoch empfehlenswert.

Wegen der hohen Renditechancen im USDollar werden derzeit viele Goldreserven zu Gunsten von Bargeld aufgelöst.

Warum Gold trotz hoher Inflation an Wert verliert

Goldanleger erleben gerade schwierige Zeiten. Eigentlich gelten Investments in das Edelmetall als klassischer Inflations- und Krisenschutz. Aber trotz einer Vielzahl von Krisen und obwohl die Inflation alle Rekorde bricht, bricht auch der Goldpreis immer weiter ein.

Unmittelbar nach dem Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 ist der Goldpreis von 1.600 Euro auf 1.900 Euro je Feinunze steil nach oben geklettert. Der Taiwan-Konflikt, die Energiepreiskrise, die Rekordinflation und die angeschlagenen Lieferketten hätten gemeinsam mit der immer noch nicht beendeten Covid-Pandemie eigentlich dazu führen müssen, dass der Kursanstieg anhält. Doch seit März fiel der Preis mit zahlreichen Aufs und Abs wieder auf 1.670 Euro.

Derzeit ist Gold bei den Anlegern also alles andere als populär. Ausschlaggebend dürften die gute Konjunktur in den USA und der starke Dollar sein, der die FED zu einer Reihe von Zinsschritten veranlasste, um der Inflation wirkungsvoll entgegenzutreten. Innerhalb eines halben Jahres stieg der Leitzins so von 0,25 Prozent auf 2,5 Prozent. Und nach Meinung vieler Analysten steht eine weitere Erhöhung um spektakuläre 75 Basispunkte auf 3,25 Prozent unmittelbar bevor.

Es ist damit zu rechnen, dass die FED ihre

Zinsschritte zumindest bis Jahresende fortsetzen wird. Ein Zinsniveau von vier Prozent könnte daher noch heuer erreicht werden. Daher werden die Anleger ihre Goldreserven wohl noch eine Zeit lang zu Gunsten von Bargeld, das dann über den Atlantik wandert, auflösen. Dass der hohe Leitzins die kräftige US-Konjunktur zum Straucheln bringt, zeichnet sich indessen nicht ab. Vor allem der starke US-Arbeitsmarkt gibt der FED ausreichend Spielraum für weitere Zinsschritte.

Eine Wende bei der Goldpreisentwicklung wird – außer beim Auftreten weiterer Krisen – wahrscheinlich erst eintreten, wenn die US-Notenbank signalisiert, dass es wegen entsprechend schlechter makroökonomischer Signale zu keinen weiteren großen Zinsschritten mehr kommen wird. Die Anleger warten jetzt gespannt auf die Novembersitzung der FED. Nur wenn sich der Arbeitsmarkt in den kommenden beiden Monaten abschwächt, wird die Notenbank mit ihrer Zinspolitik umdenken müssen.

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30 /// FAZIT OKTOBER 2022

Der Euro wird immer schwächer

Wegen der Zinsdifferenz ist die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar bereits unter die Parität gerutscht. Leider sind die hohen Energiepreise im Euroraum dafür verantwortlich, dass die Exportwirtschaft kaum von der Abwertung profitiert.

Der Euro verliert seit über einem Jahr an Wert. Erstmals seit 20 Jahren fiel der Wert der EU-Währung wieder unter die Dollar-Parität. Die Schwäche des Euro hat schon deutlich vor dem russischen Überfall auf die Ukraine und den dadurch ausgelösten Wirtschaftssanktionen eingesetzt. Mit der allgemeinen Verschlechterung der ökonomischen Aussichten für die Eurozone aufgrund steigender Gaspreise hat sich der Verfall der Gemeinschaftswährung zusätzlich beschleunigt. Grund dafür ist die hohe Abhängigkeit der großen EU-Volkswirtschaften von russischem Gas, die nun mit teuren Flüssiggasimporten aus den USA überbrückt werden muss. Der Umstand, dass die USA bestens an der europäischen Energiekrise verdienen, lässt für die EU daher eine deutlich schmerzhaftere Rezession erwarten als

für die USA. Dazu kommt die Angst der EZB vor der Zinslast für hoch verschuldete Euroländer wie Italien, Frankreich, Spanien und bald auch Österreich. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich viel zu lange geweigert, die Inflation über den Leitzins zu bekämpfen. Das hat inzwischen zu einem deutlich unterschiedlichen Zinsniveau zwischen den USA und der EU geführt.

Das Geld fließt immer dorthin, wo die Renditen höher und die Risiken kleiner sind. Der USDollar gilt längst als sicherer Hafen für Euro, Yen und Pfund. Die Euroschwäche befeuert auch die Preise für die meist in Dollar abgerechneten Energieimporte. Die hohen Energiekosten sind dafür verantwortlich, dass die Exportwirtschaft kaum vom schwachen Euro profitiert. Mit einem fallenden Euro steigen die Preise daher noch schneller. Das ver-

schärft wiederum den Handlungsbedarf für die EZB. Und so musste sie inzwischen zwei Zinsschritte, den ersten mit 0,5 Prozent und den zweiten mit 0,75 Prozent, setzen. Wegen der Energiepreise ist das konjunkturelle Risiko in Europa wesentlich höher als in den USA. Daher sprechen manche Analysten bereits von einem perfekten Sturm, der

sich über dem Euroraum zusammenbraut. Denn wenn nun auch noch die Wirtschaft der hoch verschuldeten EuroStaaten nachlässt, erhöht sich auch das Risiko für Anleihebesitzer. Und je höher das Ausfallrisiko, desto höher steigen die Zinsaufschläge. Die Euroschwäche könnte daher schon bald in eine weitere Eurokrise münden.

Wer Großes vor Augen hat …

GründerInnen brauchen nicht nur eine gute Geschäftsidee, sondern auch die notwendige Kohle. Besonders Innovative brauchen dazu sogar Investoren. Damit aus dem Bitten ein Zukunftsgespräch auf Augenhöhe wird, macht „Start!Klar plus“ fit für solche Pitches.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 31
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Erstmals seit 2002 ist der Dollar gleich viel wert wie der Euro. Schuld sind die viel zu lange verschleppte Inflationsbekämpfung durch die EZB und Putins Krieg.

Binder+Co :

Optimistischer Zukunftsreport 2022

Die „Binder+Co“-Gruppe verzeichnete ein sehr gutes erstes Halbjahr 2022 mit einer nochmaligen Verbesserung beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Die Steigerung ist auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach Hightech- und Spezialmaschinen in der Rohstoff- und besonders in der Recyclingindustrie zurückzuführen.

Von Josef Schiffer

Das Gleisdorfer Unternehmen „Binder+Co“ ist Weltmarkt führer für Sortiermaschinen und Recyclinganlagen zur Auf bereitung von Altglas. Die Produktion von Glas erfordert einen extrem hohen Energieeinsatz. Dieser kann um bis zu 30 Prozent verringert werden, wenn die Rohstoffe durch Glasscherben er setzt werden. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise bekommt der Einsatz von Altglas eine gewichtige Rolle und hat den Bedarf an Recyclingmaschinen befeuert. Der größte Absatz markt des Unternehmens blieb mit Abstand Europa mit einem Anteil von 47 Prozent, wovon der Großteil in die EU-Länder ex portiert wird. Der asiatische Markt ist einer der Kernmärkte des Tochterunternehmens „Statec Binder“, auf den 34 Prozent des Gruppenumsatzes fielen. Dafür waren im ersten Halbjahr vor allem hohe Auftragseingänge aus Indien ausschlaggebend. Die Nachfrage aus Amerika und Afrika blieb mit einem Anteil von 19 Prozent ähnlich stark wie in den Vorjahren.

Bestimmende Themen für 2022

Ein attraktiver Markt für „Binder+Co“ war in den vergangenen Jahren die Kalisalzbranche in Belarus und Russland – Kalisalz hat weltweit große Bedeutung als Dünger in der Landwirt schaft. Durch die Sanktionen aus dem Ukraine-Krieg hat sich die Abwicklung eines bestehenden Auftrags in Russland sehr herausfordernd gestaltet, zum andern kann die gesamte Bran che aktuell nicht bedient werden. Bisher war „Binder+Co“ durch umsichtige Einkaufspolitik und eine große Fertigungs tiefe an den Standorten kaum von Problemen in den Liefer ketten betroffen. Trotz deutlicher Erhöhung der Materialpreise konnte eine Ergebnisqualität von 10 Prozent des Umsatzes er reicht werden. Im Sommer 2022 wurden umfangreiche In vestitionen am Standort Gleisdorf umgesetzt, um weite re Effizienzpotenziale in der Produktion sicherzustellen und die Digitalisierung des Maschinen- und Anlagenparks auszu schöpfen.

Smart und digital in die Zukunft Auf der Leitmesse IFAT für die Recyclingindustrie wurde im Mai das LIBS-Sortiersystem vorgestellt. Mit dieser Technologie lassen sich Alulegierungen sortieren, wodurch Aluminiumabfälle bes ser getrennt und in höherer Qualität zurückgeführt werden kön nen. „Binder+Co“ hat mit b-connected eine digitale Vernetzungs plattform von Maschinen und Anlagen geschaffen. In diesem Kontext bedeutet Digitalisierung eine intelligente Verknüpfung von Betriebsdaten zur sicheren Gestaltung von Produktions prozessen. Die im Jahr 2020 gelaunchte Spezialsiebmaschine BI VITEC e+ findet bei Kunden weltweit nicht nur durch ihren ge ringen Energiebedarf Anklang. Dank des reduzierten Gewichts und der niedrigen dynamischen Lasten auf die Umgebung lässt sie sich ohne großen Aufwand und ressourcenschonend in be stehende Anlagen integrieren.

32 /// FAZIT OKTOBER 2022 Anzeige
Fotos: „Binder+Co“, Harald Eisenberger Umfangreiche Investitionen am Standort Gleisdorf sollen noch bessere Effizienz in der Produktion gewährleisten Die „Binder+Co“-Vorstände Jörg Rosegger (li.) und Martin Pfeffer

BU: (v.l.): Andreas Herz mit den Vortragenden Simon Schnetzer, Corinna Pommerening, Maria Luisa Mariscal sowie Vize-Präs. Gabi Lechner, den Keynote-Speakern Laura Golenia und Anders Indset, WKO-Präs. Josef Herk, Angelika Ledineg, Bettina Weiß, Georg Thürauer und Dir. KarlHeinz Dernoscheg.

Impulstag der WKO Steiermark: Ein starkes Zeichen

Rund 1.000 Unternehmerinnen und Unternehmer sind am 13. September der Einladung der WKO Steiermark zur Premiere des Impulstags in den Grazer Messecongress gefolgt. Unter dem Motto „Herausforderungen meistern – Zukunft sichern!“ standen beim interaktiven WKO-Impulstag Fachkräfte und deren Mangel im Fokus. Krönender Höhepunkt zum Abschluss war die Keynote des norwegischen Wirtschaftsphilosophen Anders Indset.

Der prekäre Mangel an qualifizierten Mit arbeitern spitzt sich immer weiter zu, quer durch alle Branchen und Betriebs größen wird händeringend nach Fachkräften und Lehr lingen gesucht. Einen ganzen Tag lang bündelte deshalb die WKO Steiermark sämtliche Kräfte für den ersten Impuls tag im Messecongress Graz unter dem Motto „Heraus forderungen meistern – Zu kunft sichern!“ Vier „Themen häuser“ von Employer Branding über Young Profes sionals und Robotertechnik bis hin zu Qualifizierung lei teten durch den Tag. Die Pa lette an Themen reichte dabei von Social-Media-Recruiting über Markenbildung für KMU und dem Talentemanage ment bis hin zur Frage, wie die Jugend von heute tickt und wie sehr Digitalisierung die Anforderungen in der Be

rufs- und Ausbildungswelt verändert. Fachwissen und Inputs vermitteln hier aber nicht nur die hochkarätigen Keynote-Speaker, sondern Lösungen wurden vor allem interaktiv in Workshops ge meinsam mit den Experten erarbeitet.

Erfolgreiche Premiere

Der Andrang der zahlreichen Interessenten zu diesem ers ten Impulstag war gewaltig. Rund 1.000 Wirtschafts treibende und Opinion Lea ders folgten der Einladung der WKO Steiermark zur Pre miere der Veranstaltung. Der Grazer Messecongress stand am 13. September voll und ganz im Zeichen des Unter nehmertums. „Ein Tag für den betrieblichen Wissensvor sprung zu allen Fragen rund ums Thema Fach- und Arbeits kräfte, der hervorragend an genommen wurde“, freut sich

WKO-Steiermark-Präsident

Josef Herk. Dieser begann um 10 Uhr Vormittag mit ersten Workshops und Vorträgen, zum Auftakt mit einer Keynote von Simon Schnetzer zur Ge neration Zukunft. Gemäß dem Motto „Herausforderungen meistern – Zukunft sichern“ wurde den Besuchern im Wei teren ein umfangreiches Pro gramm zu allen Fragen rund ums Thema Fach- und Arbeits kräfte geboten, angefangen vom Social-Media-Recruiting bis hin zum Talentemanage ment und Möglichkeiten zur Erschließung neuer Arbeits marktzielgruppen.

Aufgaben der Zukunft „Denn die Herausforderungen werden beim Rekrutieren ge eigneter Arbeitskräfte noch weiter zunehmen“, betonten WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk, Direktor KarlHeinz Dernoscheg sowie die

beiden Vizepräsidenten An dreas Herz und Gabi Lechner im Rahmen der Veranstaltung: „Darum haben wir mit dem Impulstag ein Programm für den betrieblichen Wissens vorsprung zusammengestellt. Es freut uns, dass dieses An gebot so gut angenommen wurde.“ Highlight des Tages war die Keynote des norwe gischen Wirtschaftsphilo sophen Anders Indset: „Wir brauchen Handlungshelden, die bessere Probleme schaf fen.“ Er plädiert dafür, „dass die Führungskräfte von heute die Philosophie von gestern, gepaart mit der Wissenschaft und der Technologie von mor gen, brauchen“. Oder anders gesagt: Es braucht Unter nehmerinnen und Unter nehmer, die positiv an die Herausforderungen der Zeit herangehen und neue Lösun gen sowie (noch) bessere Pro dukte schaffen.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 33 Anzeige Foto: Morgenstern

115 Jahre Neuroth:

Seit 1907 im Einsatz für besseres Hören

Gutes Hörvermögen ist für den Menschen unverzichtbar für seine soziale Kommunikation und das gesellschaftliche Zusammenleben. Ein neues Selbstverständnis für unser Gehör läutet der steirische Hörakustiker Neuroth aus Anlass seines 115-jährigen Bestehens ein: Vorurteilen gegenüber dem Thema Hörminderung will das Traditionsunternehmen mit dem Fokus auf „Hörstärke“ begegnen.

Mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und dem Gesundheitssektor feierte das steirische Vorzeigeunter nehmen Ende August das Firmenjubiläum im Grazer Joanneums viertel. Ein neuer Pop-up-Store von Neuroth in der Landhausgasse soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Wichtigkeit unseres Hörsinns zu steigern.

Stolze Firmentradition seit 115 Jahren Als Paula Neuroth im Jahr 1907 in Wien das erste „Spezialhaus für Schwerhörigenapparate“ eröffnete, war das der Startschuss zu einer unternehmerischen Erfolgsgeschichte, deren 115-jähri ges Jubiläum CEO Lukas Schinko und sein Neuroth-Team in Graz feierten. Dabei waren von seiner Seite auch nachdenkliche Töne zu vernehmen. „Gutes Hören lässt uns das Leben in all seinen Fa cetten spüren. Aber Hörgeräte werden leider immer noch von vielen stigmatisiert. Daher wollen wir breitenwirksam auf das Thema Hören aufmerksam machen. Wir wollen Menschen künf tig noch mehr stärken, selbstbewusst ein Hörgerät zu tragen –wir wollen ihnen die nötige Hörstärke geben. Die Zeit ist reif für einen neuen, offenen Umgang mit dem Thema Hörgerät. Das ist

unser Antrieb für die Zukunft – auch in den kommenden 115 Jah ren“, erklärte Schinko bei der Veranstaltung zum Firmenjubiläum im Grazer Joanneumsviertel. Ein beeindruckender Weg wurde seit den Anfängen zurückgelegt, damals wog das erste Hörgerät von Gründerin Paula Neuroth stolze 20 Kilogramm. Doch es hat ihr Leben dermaßen zum Positiven verändert, dass die Vorfahrin von Lukas Schinko beschloss, selbst ein Hörakustikunternehmen zu gründen. Mit dieser Entwicklung wurde vor 115 Jahren der Grundstein für das heutige an rund 260 Standorten und in acht Ländern erfolgreiche Unternehmen gelegt, das heute von Lukas Schinko in vierter Generation geführt wird.

Würdigung seitens Politik und Wirtschaft „Anlässlich unseres Jubiläums ist es uns als steirisches Traditionsunternehmen wichtig, das Thema Hören auch in unse rer Heimat sichtbarer und greifbarer zu machen. Deshalb haben wir alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Neu roth-Ländern in die Steiermark eingeladen, um Graz zur Stadt des Hörens zu machen und ihnen Danke für ihren Einsatz zu sagen“, betont Neuroth-CEO Lukas Schinko. Anerkennende Worte

34 /// FAZIT OKTOBER 2022
Prominente Gratulantinnen: LRin Juliane Bogner-Strauß (links) und Bgm.in Elke Kahr (rechts) mit Neuroth-CEO Lukas Schinko mit Neuroth-CEO Lukas Schinko

fanden dabei zahlreiche Ehrengäste aus Wirtschaft, Politik und Gesundheit. Elke Kahr, Bürgermeisterin der Stadt Graz, betont die Wichtigkeit unseres Hörsinns: „Hören und zuhören zu kön nen ist ganz wesentlich in der gesellschaftlichen Teilhabe. Daher ist es nicht hoch genug zu schätzen, dass Neuroth schon so lange unterstützende Techniken anbietet, um Menschen zu helfen“, hob Kahr hervor. Auch Juliane Bogner-Strauß, steirische Gesund heitslandesrätin, betonte in diesem Zusammenhang: „Verstehen zu können ist in einer immer komplexeren und lauteren Welt ein Grundbedürfnis – nicht nur von älteren Menschen. Die Firma Neuroth bietet mit großem unternehmerischem und innovati vem Geist Hilfe für dieses Grundbedürfnis und ist wohl selbst in der steirischen Wirtschaftswelt zu einem Orientierungspunkt ge worden.“

Pläne für weitere Geschäftsexpansion Neben maßgefertigten Hörgeräte- und Gehörschutz-Lösungen zählen auch die Kinderakustik und Medizintechnik zu den Ge schäftsbereichen von Neuroth. Das Headquarter von Neuroth ist in Graz angesiedelt, aber das europaweite Supply Center be findet sich im südsteirischen Lebring – genauso wie die Neuroth Academy. Während das Hörakustikunternehmen aus der Steier mark anlässlich des Jubiläums ein Stück Europa nach Graz holt, setzt das Unternehmen in Südosteuropa zur weiteren Expansion an: So wurde in Banja Luka aktuell das erste Neuroth-Hörcen ter in Bosnien eröffnet – es ist mittlerweile das achte Land, in dem Neuroth aktiv ist. In Serbien ist der österreichische Hör akustikpionier indes binnen eineinhalb Jahren von einem auf

neun Standorte gewachsen. „Wir sehen in Südosteuropa gro ßes Wachstumspotenzial und haben die Region daher weiter im Fokus. Die österreichische Qualität und Wertschöpfung wer den dort besonders geschätzt“, betont Schinko, der mit Barbara Tscheliessnigg als COO auch einen Neuzugang im Führungsteam der Neuroth-Gruppe begrüßen darf.

Pop-up-Store in der Grazer Innenstadt Am 5. September hat der Hörakustiker Neuroth anlässlich sei nes 115-jährigen Jubiläums einen Pop-up-Store in der Land hausgasse 7 eröffnet und bringt damit Hörstärke in die Grazer City. Auch verschiedene Events sollen das Thema Hören wie der mehr in den Fokus rücken. Noch bis Ende des Jahres gibt es dort ein vielfältiges Programm zu erleben: Neben Informationen rund ums Thema Hören und Hörminderung zeigt Neuroth dort in einem Schauraum auch seine stolze Firmen- und Familien geschichte und präsentiert als wichtiger steirischer Arbeitgeber unter dem Motto „Jobs mit (Hör-)Sinn“ auch vielfältige und span nende Berufsbilder. Der Store in der Landhausgasse 7 bietet neben Infos rund ums Hören auch ein eigenes kleines HörgeräteMuseum. Den ganzen Herbst über sind zum Thema Hörsinn zahlreiche Vorträge, Produktpräsentationen, ein Tanz- und ein Fitnesskurs sowie vieles mehr geplant. Für das breite Publikum geöffnet bleibt der Pop-up-Store auf jeden Fall noch bis Ende De zember 2022.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 35
WKO-Präsident Josef Herk gratuliert Lukas Schinko zum 115-jährigen Jubiläum von Neuroth. Der neue Pop-up-Store von Neuroth in der Grazer Innenstadt
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CEO
Lukas Schinko im Gespräch mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft im Pop-up-Store

Kurz & News

Zwei Gründe zum Feiern

Das Gemeinschaftsprojekt steiermark.com mit allen elf Erleb nisregionen unter der Koordination von Steiermark Tourismus konnte Ende August mit dem Onlinegehen der letzten Region ab geschlossen werden. Dafür gab es gleichzeitig eine Silbermedaille beim Branchenpreis T.A.I. Grand Prix, freuen sich STG-GF Michael Feiertag und Tourismus-LR Barbara Miedl: „Die Urlaubssuche der Gäste verlagert sich zunehmend ins Internet. Wir müssen daher die Chancen der Digitalisierung optimal nutzen, denn wir können die positive Entwicklung nur fortschreiben, wenn wir uns auch im digitalen Zeitalter als Urlaubsland bestens präsentieren. Mit dem neuen, einheitlichen Dachauftritt ist uns ein wesentlicher Schritt gelungen.“

Gratis Wanderbuch für die Steiermark

„Mit den Öffis fürs Klima wandern!“ ist das erste Wanderbuch, das der Verkehrsverbund Steiermark in Zusammenarbeit mit dem Wanderexperten Dieter Fleck veröffentlicht hat. Zwölf unter schiedliche Wanderrouten werden darin vorgestellt, die alle ideal mit Bus und Bahn erreicht werden können. „Auch in diesem Jahr ist es uns gelungen, dass noch mehr steirische Ausflugsziele mit den Öffis erreichbar sind. Ich freue mich, dass viele Steirer bei ih ren Ausflügen unsere Angebote nutzen“, sagt Verkehrsreferent und LH-Stv. Anton Lang. Kostenlos erhältlich ist das Wanderbuch „Mit den Öffis fürs Klima wandern!“ beim Service Center der Verbund Linie in der Jakoministraße 1, 8010 Graz, bzw. die Wandertipps online unter www.verbundlinie.at.

Auszeichnung für AMS-Berufsinfo-Zentren

Das unabhängige IBOBB-Qualitätssiegel (Information, Beratung und Orien tierung für Bildung und Beruf) bescheinigt den 72 Berufsinfo-Zentren (BIZ) des AMS Österreich ein sehr hohes Niveau bei der unabhängigen Bildungsund Berufsberatung. In der Steiermark waren die Berufsinfo-Zentren in Graz Ost und Knittelfeld Teil der Bewertung. „Dieses Ergebnis ist eine Auszeich nung für die hervorragende Arbeit unserer BIZ-Experten und -Expertinnen und zum anderen ein Ansporn, unseren erfolgreichen Weg fortzusetzen. Un sere Berufsinfo-Zentren entsprechen den hohen Anforderungen für moder ne, kundenorientierte Bildungs- und Berufsberatung“, betont die stellvertre tende Landesgeschäftsführerin des AMS Steiermark, Christina Lind.

Die besten PR-Projekte der Steiermark

Das Rennen um den PR-Panther 2022, den steirischen Landespreis für Kommunikation, ist entschieden. 42 Projekte in fünf Kategorien, darunter auch die Sonderkategorie „Nachhaltigkeit“, wurden dafür eingereicht. Zusätzlich wurde noch der Kommunikator des Jahres er mittelt. Die Auszeichnung aller Gewinner fand am 6. September im In nenhof des Priesterseminars Graz im Rahmen des Presseclubfestes statt. Prämiert in den fünf Kategorien wurden: Leseland Steiermark, Kleiner Abdruck, große Wirkung – Estyria, Puntigamer Bier- & Brau ereierlebnisprogramm, die Marry-Familie und Science Garden. Den Titel „Kommunikator des Jahres“ hat sich der Forschungsnetzwerker

Heinz Mayer, GF der Joanneum Research, im Public Voting geholt.

36 /// FAZIT OKTOBER 2022
Fotos: Land Steiermark, Harry Schiffer, Foto Fischer,

Das Team der Jungen Wirtschaft Steiermark und zahlreiche Freunde

»Lange Nacht der JW« am Grazer Schloßberg

Am 2. September lud die Junge Wirtschaft wieder zur „Langen Nacht der Jungen Wirtschaft“ auf den Grazer Schloßberg. Viele Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer strömten zu dem Event mit Vorträgen und Partystimmung.

Die steirische Landeshauptstadt war in den ersten Septembertagen stolzer Gastgeber des „JW-Summits“, des Bundes congresses der Jungen Wirtschaft. Ein Highlight-Event, in das die größte steiri sche Jungunternehmer-Veranstaltung im Jahr, die Lange Nacht der Jungen Wirt schaft, eingebettet war. Die rund 1.000 Gäste ließen sich Freitagabend das Netz werkevent am Grazer Schloßberg nicht entgehen, organisiert vom Team rund um JW-Landes-Vors. Hannes Buchhauser und JW-GF Bernd Liebminger. Sie konn ten zahlreiche Ehrengäste begrüßen, da runter LRin Barbara Eibinger-Miedl, WB-Gen.-Dir. Kurt Egger und – live von der Airpower zugeschalten – WKO-Stei ermark-Präsident Josef Herk. Den An wesenden wurde ein spannendes Pro gramm geboten, etwa mit der Keynote von Fußballerin Viktoria Schnaderbeck. Sie berichtete, wie man sich nach Opera tionen und Rückschlägen wieder neu mo

tivieren kann. Weiters gab Lukas Schin ko, CEO der Neuroth-Gruppe, Einblicke in die Unternehmensgeschichte und seinen Werdegang im Familienbetrieb, dessen Führung er im jungen Alter von 24 Jahren übernommen hatte.

Spannendes Start-up-Duell Große Anspannung herrschte bei den vier Start-ups, die für die „Puls 4-Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ live on stage um ein Last-Minute-Ticket pitchten. Durchsetzen konnten sich schlussend lich „Casarista“, ein schnell wachsendes Unternehmen, das mit konfigurierbaren Möbeln in Deutschland und Österreich erfolgreich ist, und die Junior Compa ny „drinkhalm“ vom BG/BRG Mössinger. Drinkhalm holte sich schon beim Europa finale in Tallinn den Vize-EM-Titel und überzeugte auch in Graz mit dem nach haltigen Konzept und sicherte sich einen Startplatz für die TV-Show.

Kurz im Gespräch mit

Sie sind seit dem Sommer Geschäftsführer von ProHolz Steiermark, wo möchten Sie künftig die Schwerpunkte setzen? Holz vereint Funktionalität und Design mit Ökologie und sorgt dabei für Wohl stand und Arbeitsplätze vor allem in den ländlichen Regionen. Ich gehe davon aus, dass der weltweite Megatrend der »neuen Regionalität« unsere Branche in den nächsten Jahren verstärkt prägen wird.

Aber auch das Thema „Holzbau in der Stadt“ wird uns begleiten. Entsprechend vielseitig werden wir unser Portfolio ge stalten.

Was bedeuten Klimawandel und zu nehmende Unwetter für Waldbesitzer?

Um die Wälder für die nächsten Genera tionen gesund zu erhalten, müssen sich Waldbesitzer intensiv mit dem Thema „klimafitte Waldwirtschaft“ auseinander setzen. Dazu zählt zum Beispiel die rich tige Baumartenwahl bei der Aufforstung. Projekte wie „WaldStark“ unterstützen sie bei dieser Herausforderung (www.wald stark.at).

Wie vermittelt ProHolz der Öffentlichkeit die Bedeutung des Steirischen Waldes bzw. seiner Produkte für den Klimaschutz?

Mit der Initiative „Holz macht Schule“ de cken wir die Wissensvermittlung vom Kindergarten bis zur Maturaklasse ab. Das Angebot reicht von Lehr- und Lern materialien bis hin zu Fortbildungen für Pädagogen. Über die „proHolz Akade mie“ schaffen wir ein umfassendes Ausund Weiterbildungsangebot im Bereich Holzbau. Alle unsere aktuellen Aktivi täten findet man online unter www.pro holz-stmk.at.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 37 Foto: Walter Scheucher / Emotion Pixtures
Foto: proHolz Steiermark / Christof Hütter

Außenansicht

Die Süddeutsche Zeitung schrieb nach den Wahlen in Schweden: »Die eigent liche Geschichte dieser Parlamentswahl ist die Kapitulation der liberalen Bürger lichen vor rechts außen. Die Schwedende mokraten werden nun wohl die Geschicke des Landes mitbestimmen, dabei sind sie alles andere als eine normale Partei.« In Europa setzten sich die Erfolge rechter und rechtskonservativer Parteien fort, die sich vor allem kritisch gegenüber einer Politik der »Offenen Grenzen« im poli tischen Spektrum positionieren. Wobei interessanterweise die linken und linksli beralen Medien weniger die Entwicklung der rechten Parteien kommentieren, son dern ähnlich wie in Österreich 1999 den Konservativen vorwerfen, mit den Rechten Koalitionen einzugehen. Gleichzeitig werden konservative Parteien und ihre politischen Vertreter seit Jahren derart massiv angegriffen, verleumdet, de nunziert und versucht, aus dem demokra tischen Rahmen zu drängen. Eine absurde Schizophrenie der politischen Argumen tation zeigt sich. Während links der Mitte

Platz genug ist für verschiedenste Parteien wie Linke, Sozialdemokraten, Grüne usw, wird in den meisten Medien alles rechts der Mitte mehr oder weniger als »in der Nähe des Rechtsextremismus« denunziert und verdächtigt. Politik der traditionell konservativen Parteien wird übergangslos als Anbiederung an die Rechtspopulisten angeprangert. Unterschiede werden keine mehr gemacht. Programme zum Beispiel der Grünen und Sozialdemokraten werden verglichen und diskutiert, ohne den beiden Parteien eine Anbiederung an die Linksex tremen vorzuwerfen.

Ähnliches passiert in Österreich. Die Ös terreichische Volkspartei sieht sich einer Welle von Kritik – eher schon einem regel rechten medialen Krieg in sozialen Medien und einem Großteil der Presse – gegen über, die einerseits die Partei schwächt und anderseits die FPÖ stärkt. Gleichzeitig jammern genau jene, die im Paternoster aufzugsystem diese mediale Hetze gegen Konservative führen, den Verlust der »libe ralen Bürgerlichen«.

Vor allem auf Twitter scheint es kein Schamgefühl mehr zu geben. Dort schreibt etwa Claus Pandi, Chefredakteur der Salz burg-Krone, in einem so knappen wie un lustigen Posting: »Da öffnet man einmal Twitter – und was sieht man, Kanzler Karl Nehammer kann telefonieren. Dass der Kanzler das kann, finde ich beruhigend.«

Auf diesem eindrucksvollen Niveau geht das fast stündlich gegen Vertreterinnen und Vertreter der Volkspartei und deren politische Entscheidungen. Unter »Büro Thurnherr« schreibt der Herausgeber des Falters täglich einen Vierzeiler, der mit der Zeile endet: »Herr Sobotka treten sie zu rück«. Dazu fällt einem nicht einmal mehr Kritik ein.

Während mediale Positionierung links der Mitte als »Niveaujournalismus« geprie sen wird, erkennt das qualitätsgeschulte »linke« Auge im der konservativen Tages zeitung Kurier das »Haus-und-Hof-Blatt‘ der ÖVP, weil es dort die Chefredakteurin wagt, konservative Politik ernst zu neh men und nicht mit aufspringt auf den linkspolitischen Viehwagen der Peinlichkeiten. Beliebte Methode dieser »kritischen Ni

veaublätter« ist die persönliche Attacke, die Beleidigung der jeweiligen Journalis ten. Die Kommentare von Martina Salo mon, Chefredakteurin des Kurier, werden inhaltlich kaum diskutiert. Wird ihr Name auf Twitter nur erwähnt, startet eine Dreckschleuder, die, wenn sie von rechts kommen würde, als typisch faschistoid de finiert werden würde.

Doch linke Kommentatoren haben ihre Schamhaftigkeit längst abgelegt. Was im mer der Sache dient, ist erlaubt, sogar not wendig, das war schon immer so und steht auch im »Kommunistischen Manifest«. Nach der Devise »Feuer unterm Arsch ver kürzt den langen Marsch« wird ausgeteilt, was das eigene Vokabular hergibt. Schweden und Italien zeigen das Ergeb nis dieses Niveauverlusts der politischen Auseinandersetzung. Wählerinnen und Wähler flüchten zu den Rechtspopulisten. Angeekelt von einer verlogenen, pseu domoralischen Haltung, die eigene Mei nungen auf einer imaginären, inhaltlosen Wertskala mit Selbstlob überhäuft, wen den sich mehr und mehr jenen zu, die hem mungslos die »Wahrheit« trommeln und auf sogenannte Werte demonstrativ ver zichten. Die Rechtspopulisten sind sprach lich und argumentativ den Vertretern der linken, aufgesetzten Moral weit überlegen. Wer sich auf einen Wettkampf der Hetze einläßt, wird das bald begreifen. n

Sie

38 /// FAZIT OKTOBER 2022
erreichen den Autor unter peter.sichrovsky@wmedia.at
Rechts bis ganz Rechts

Essay von Maryam Laura Moazedi

Ene, mene, muh und schwarz bist du

Vom erratischen Umgang mit fiktiven Rassen

Er isst Porridge. Dem kleinen Mann nimmt er den Job und die letzte freie Wohnung im Gemeindebau, ist Billigkraft und Arbeitsverweigerer zugleich. Er will die weiße Frau und post mortem Jungfrauen im Paradies, seine unterdrückt er, er ist nicht so fortschritt lich wie wir. Sein Atem riecht nach Knoblauch, vermutlich importierter. Wenn er sich gerade nicht in die Luft sprengt, sitzt er als kleinkrimineller Drogendealer in straßenge raubten Sportschuhen im Gefängnis und als Schattengestalt in exzentrischen Lederschu hen im Großstadtbüro – des Filmklischees noch immer nicht müde: Katze auf dem Schoß streichelnd, diabolisches Lachen aus dem Off. Auf seinem Mahagonitisch sind die Pläne zum weltweiten Bevölkerungsaustausch ausgebreitet, daneben liegt die geheimbündi sche Anleitung »Wie Sie unbemerkt in sieben Schritten die Weltherrschaft an sich rei ßen« aufgeschlagen, eine Kristallkaraffe gefüllt mit Kinderblut blondgezopfter Zwillings mädchen und ein goldener Kelch machen das Stillleben vollständig. Kinderblut, er trinkt ja keinen Alkohol, kennt kein savoir vivre, nicht einmal zu Silvester, vielleicht besser so, Jahreswechsel machen ihn immer so übergriffig. Größe und Form seiner Nase sind ver lässliche Identifikationsmerkmale, ebenso Pigmentierung, Körperbau und Haarstruktur, außer sie sind es nicht. Wenn uneindeutig, wirft man Bleistifte in sein Haar, fühlt nach, ob die Ohrläppchen weich sind und beobachtet, wie ihm Wassermelone und Hühnerfleisch schmecken. Eine geringe Bildungsmobilität ist symptomatisch. Die minderjährige Toch ter trägt demonstrativ Kopftuch, sicher wird sie bald heiraten. Der Vorname seines Soh nes verrät, dass er später Gemüse verkaufen will und in der Hauptschule gut aufgehoben ist. Nach der Schule besuchen sie Eliteuniversitäten an der Ostküste, um auf das dunkle Herrschen vorbereitet zu werden. Die Fäden zur Kontrolle über Banken, Hollywood, Ech senmenschen und Pandemien sollen an die nächste Generation übergeben werden.

Ene, mene, muh und schwarz bist du

Als der Jazzmusiker Vic Wilkinson 1934 in Südafrika zur Welt kommt, ist er weiß. Dann kommt Apartheid. Das System bedient sich der gesamten Klaviatur des Hauttons und dessen beliebiger Zuordnung, Wilkinson wird vom Staat als nicht-weiß und weiß re, re-, re- und reklassifiziert. Die offiziellen Entscheide orientieren sich situativ, werden da von abhängig gemacht, mit welcher »Rasse« er gerade verheiratet ist oder in welchem ethnischen Viertel er lebt. Bis zu seinem fünfzigsten Lebensjahr wechselt Wilkinsons »Rassenzugehörigkeit« fünf Mal, weil sich Frau und Wohnsitz ändern.

Apartheid in praxi ist eine nicht selten erratisch anmutende Kategorisierung von Men schen auf Basis der Erfindung Rasse und dem zugrundeliegenden menschenverachtenden Wertekanon. Das Konzept einer vordergründig systematisch wirken wollenden Taxono mie, die eine Hierarchie postuliert, an deren Spitze Weiß, damit auch die Rechtfertigung des weißen Herrschafts- und Kontrollsystems, muss lebensweltlich segregieren, Begeg nungen im öffentlichen und privaten Raum reglementieren, damit, so der Wahn, reines Blut nicht unrein wird. Ausdruck findet diese Obsession in Züchtungsfantasien, Sexu alneid und Gesetzen zum Verbot intimer Kontakte zwischen weiß und nicht-weiß. Die unveränderbar in der DNS festgeschriebene, mit dem Blut weitergegebene, biologisch determinierte Rasse – die weder biologisch noch Rasse ist – zeigt sich in einem der rassis tischsten Systeme, wie im Südafrika der Apartheid, als fluid. Apologeten der Segregation verschieben die Demarkationslinie nach Ad-hoc-Bedürfnissen und halten zugleich an der Vorstellung fest, Rasse sei genetisch inhärent. Trotz des labilen Umgangs des Staates mit Klassifizierungen werden die Instanzen nicht destabilisiert, werden Übertretungen der »colour line« mit gewaltigem Impetus vorgebeugt bzw. bestraft. Stringenz ist in ras sistischen Theorien und Praxen faktisch inexistent und deren Abwesenheit anscheinend kein Nachteil.

Maryam Laura Moazedi outet »Rasse« als ein inkonsequent durchdachtes Konstrukt voller Unzulänglichkeiten und Paradoxa. Und sie meint, »Rassismus« braucht keine realen Rassen, sondern bloß deren Fiktion.

Mag. Maryam Laura Moazedi ist Universitätslektorin an der KarlFranzens-Universität, Gastlektorin an der Filmakademie Baden-Württemberg, Werner-Herzog-Begeisterte, Art-Brut-Fan und einiges mehr. Ihre Arbeits- und Interessensschwerpunkte sind Diversität, Stereotypisierung, Ethnozentrismus und Alter als Konstrukt. moazedi.org

FAZIT OKTOBER 2022 /// 39
Foto: Paperwalker

Nach und nach wird kaukasisch zum Synonym für weiß und das weiß niemand besser als die Vereinigten Staaten. Denn dort sind Erhebungen zur Rasse integraler Bestandteil aller möglichen Formulare in allen möglichen Lebenssituationen.

Von 1981 auf 1982 wechseln in Südafrika 997 Menschen ihre sogenannte Rassenzugehörigkeit, 1983 sind es 690 und 1984 sind es 795 Menschen. Wie Wunder werden Farbige weiß und schwarz, werden Weiße asiatisch, werden Schwarze farbig. Reale Menschen in fiktive Kategorien einzupassen, erfordert ein dehnbares Verständnis von genetischen und sozialen Determinanten. Phänotypische Merkmale, Sprache, Status und mehr, zu dem deren Zusammenspiel, weichen von den Wunschvorstellungen im guten rassisti schen Lehrbuch ab, es folgen aktionistische Ergänzungen veranlasst durch die vielen Ausnahmen und unzähligen Einzelfälle. Bis 1985 umfasst der Korpus der sogenannten Rassengesetze 3.000 Seiten. Eindeutiger werden die Kriterien für Festlegungen damit nicht, aber kurioser. So gilt – offiziell und keineswegs satirisch – als weiß, a) wessen Er scheinung offensichtlich weiß ist oder b) wer allgemein als weiß akzeptiert wird. Sind die Erkennungszeichen wenig augenscheinlich, wird aus Politik Fantastik, wird Zusam menhangsloses zur Gesetzmäßigkeit erhoben und in das Realitätssystem gepresst. Fällt ein Bleistift aus dem Haar, wenn man den Kopf schüttelt, ist man schwarz, nicht coloured Weiche Ohrläppchen, Fußball und Essen verfärben die Wahrnehmung von Haut und Ras se ebenso und werden in verzweifelten Fällen zu Unterscheidungsmerkmalen, die Frage »Do you eat porridge?« zum müden Code einer konstruierten Zugehörigkeit und deren sadistischen Konsequenzen.

Wirtschaftliches Kalkül dehnt die konfusen Definitionen des Apartheid-Regimes weiter. So werden beispielsweise Japaner zu sogenannten Ehrenweißen, damit der Abschluss von Geschäften unter seinesgleichen möglich ist. Nicht frei von Zynismus können selbst schwarze Geschäftsleute zu Ehrenweißen werden, wenn sie aus dem Ausland stammen. Abends sind sie wieder mehr schwarz als ehrenweiß, Nachtlokale dürfen sie nicht be treten.

Der schönste Schädel

Eines perfekten Tages, über ihm der Himmel blau, die wohlplatzierten Wolken wohl dosiert und wohlgeformt, bereist Johann Friedrich Blumenbach den Landstrich zwi schen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Es ist ein sonniger Tag, vermutlich der schönste in der gesamten Epoche der Romantik, der ihn in den Kaukasus führt, wo er den schönsten aller Menschen begegnet, geschaffen nach Gottes Ebenbild. Weder Äs thetik noch der eurozentrische Blick können irren. Hier, nur hier allein will und muss »das Vaterland der ersten Menschen« sein. Denn der georgische Mensch hat die schönste Schädelform und ist weiß

1775 veröffentlicht Blumenbach die geografisch definierte Einteilung von Menschen aus Europa, Asien, Afrika und Nordamerika; in der zweiten Ausgabe spricht er von fünf Varietäten. In der dritten mutieren die geografischen zu generischen Etikettierungen, aus Menschen werden Rassen, werden Kaukasier, Mongolen, Äthiopier, Amerikaner und Malaien. Nach und nach wird kaukasisch zum Synonym für weiß und das weiß niemand besser als die Vereinigten Staaten. Denn dort sind Erhebungen zur Rasse integraler Be standteil aller möglichen Formulare in allen möglichen Lebenssituationen. Viel Kom plexitätsreduktion und noch mehr Revisionen dieser stecken hinter der Auswahl der schwarzgerahmten Kästchen, die doch so handlich wirken, der Mensch braucht nur das zutreffende Ich bzw. Wir anzukreuzen. Mit seinem Kreuz verlässt er seine Individualität, wird Repräsentant eines Kollektivs, befüllt das Viereck mit seiner Vergangenheit – Sied lerromantik oder Menschenhandel? – Gegenwart und Zukunft. Die Kästchen subsumie ren, wer man ist, wo man herkommt, wo man hingehört, was einem das Leben bietet, oder nicht. Ob es um die Beantragung eines Kredits, die Bewerbung für das College oder Beschreibung der Stichprobe in empirischen Arbeiten geht, sie prägen und imprägnie ren den US-amerikanischen Alltag, machen ihn für weniger rassenfixierte Alternativen undurchlässig. Die Kästchen dienen statistischen Zwecken, Bewusstsein und Förderquo ten, meinen die einen. Sie verfestigen die Vorstellung von Rasse, perpetuieren Stereotype und wirken trennend, sagen die anderen, worauf die einen wieder meinen und mahnen, du sollst nicht farbenblind sein.

Seit 1790 will der Zensus Status quo und demografische Entwicklungen der US-ameri kanischen Bevölkerung erheben, alle zehn Jahre findet die Volkszählung statt. Seit jeher

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fixer Bestandteil der Fragen sind jene zur Rasse, seit jeher mit großer Varianz in der Erfassung des Konstrukts. Gesellschaftliche Fort- und Rückschritte, politisches Klima, Zeitgeist und Paradigmen zu Integration, Rasse und Ethnizität, aber auch das persönliche Identitätsverständnis wirken sich auf Frage und Antwort aus. Und so spiegelt ironischer weise der Zensus eher das Gesellschaftsbild als den tatsächlichen Anteil von Rassen an der Population wider.

In der 1900 durchgeführten Volksbefragung, beispielsweise, wird erstmals auf die möchtegernpräzisen, rassistischen Kategorien quadroon (zu einem Viertel schwarz) und octoroon (zu einem Achtel schwarz) verzichtet. 1930 werden Mexikaner:innen mexika nisch, gelten sie davor als weiß, was sie 1940 auch wieder werden. Bis 1950 wird Rasse durch Fremdeinschätzung gelesen, ab 1960 sind Selbsteinschätzungen möglich, können die Befragten selbst ihre Rasse wählen, allerdings nur eine. Erst die Jahrtausendwende macht den Menschen mehrdimensional, im Jahr 2000 darf er sich für mehrere Katego rien entscheiden. Jüngste Änderungen am Zensus stehen in einem direkten Konnex mit der Entwicklung, dass sich mehr Befragte als weiß identifizieren, häufig in Kombination mit mindestens einer weiteren Zuschreibung. Trotz der Bemühungen um Verbesserun gen und des erweiterten Antwortangebots will das Ziel nicht gelingen, Menschen biolo gistisch und/oder kulturell einzuordnen. In den letzten Jahren steigt die Zahl jener, die ihr Kreuz in das Kästchen »Some Other Race« setzen.

Rasse ist, was die Volkszählung erhebt. Und die Erhebung unterliegt dekadischen Stim mungen und Schwankungen. Methodische Variationen lassen keine Vergleiche – nicht einmal von 2020 mit 2010 – und Schlüsse auf Bevölkerungstrends zu, vielmehr sind sie Momentaufnahmen von Machtverhältnissen, Spannungen und Entspannungsversuchen. In diesem Licht wirken Dystopien und Hysterien à la »Großer Austausch« und »Weißer Genozid« noch realitätsbefreiter und noch jämmerlicher als sie sind. Doch Rassismus lebt von Projektionen, nicht von Fakten.

Bis 1950 wird Rasse durch Fremdeinschätzung gelesen, ab 1960 sind Selbsteinschätzungen möglich, können die Befragten selbst ihre Rasse wählen, allerdings nur eine.

»Ich vermute, dass auf den Sklavenschiffen auch zum ersten Mal Menschen nach sogenannten Rassen kategorisiert werden. Die multiethnischen Afrikaner wurden als Tibo, Fante oder Mende an Bord gebracht. Aber bei der Ankunft wurden sie zu Mitgliedern der, unter Anführungsstrichen, N***rasse. Derselbe Prozess spielt sich parallel bei den Seeleuten ab. Diese bunt gemischten Mannschaften bestehen aus Engländern, Iren und manchmal auch Afrikanern. Sie verlassen ihre europäischen Häfen, aber wenn sie die Westküste Afrikas erreichen, werden sie zu den Weißen.«

MARCUS REDIKER

Aber immerhin: Der Zensus verzichtet auf den Begriff »Caucasian«, im US-amerikani schen Verständnis das Synonym für weiß. Dass sich kaukasisch eigentlich auf eine mul tiethnische Region bezieht, in der beispielweise Tschetschenen, Aserbaidschaner, Ge orgier, Armenier, Tscherkessen, Abchasen, Inguschen, Mingrelier, Swanen, Karatschaier und :innen leben, und dass die US-amerikanischen Weißen und selbsternannten »Cauca sian« vor allem aus Deutschland, Irland, England, Italien, Polen, Frankreich, Schottland und der Niederlande abstammen, scheint dort nicht wirklich zu irritieren. Zu aller Belie bigkeit kommt hinzu, dass – invers zum US-amerikanischen Kontext – ausgerechnet »die Kaukasier« von russischen White-Power-Ideolog:innen, ihrer Hass- und Abwertungs doktrin entsprechend, als »die Schwarzen« bezeichnet werden.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 41 Essay von Maryam Laura Moazedi

Aus den Spannungen wird Gewalt, der kroatische Minenarbeiter John Alar wird von den Wachen der Oliver Iron Mining Company erschossen. Im Zuge der Unruhen, die von Juni bis September andauern, gibt es zwei weitere Tote.

Der Finne und seine asiatische Geisteshaltung

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zählt Minnesota zu den wichtigsten Bergbau gebieten des Landes. Bergbau bedeutet Arbeitsplätze für Einwanderer, etwa 85% der Minenarbeiter stammen aus Europa und Kanada. Und Bergbau bedeutet auch prekäre Arbeits- und Wohnverhältnisse, viel Arbeit, wenig Lohn, Unfalltod und Substandard-Woh nung. In der Zeit, Region und Branche ist die Oliver Iron Mining Company führend; sie ist als Unternehmen und Arbeitgeber besonders mächtig, eine Macht, die sich nicht von der Ohnmacht der Arbeiter entkoppeln lässt. Zugewanderte, die dringend eine Arbeit brauchen, haben weder Status noch Recht. Gewerkschaft ist Teufelszeug und jeglicher Versuch, Arbeitszeiten oder Löhne zu humanisieren wird von vornherein unterbunden.

1907 kommt es zu einem Streik, an dem zwischen 10.000 und 16.000 Arbeiter teilneh men. Die Oliver Iron Mining Company lässt die Herkunftsländer der Streikenden über prüfen und kommt zum Schluss, dass zwar Menschen verschiedenster Nationen beteiligt sind, allerdings Finnen einen Anteil von 75% ausmachen. Finnen gelten fortan als »we nig integrationsfähige Ärgerbrüter«. Das Unternehmen stellt keine weiteren Finnen ein, viele stehen auf der Schwarzen Liste und bekommen keine Jobs mehr. Finnen seien gar nicht so europäisch, kursiert es, dieser Hang zum Sozialismus, dieser Hass auf Regie rungen, den sie in der russischen Okkupation kultivierten, diese Faul- und Trunkenheit, diese Wilden aus den Wäldern im eisigen Norden, den »Indianern« viel ähnlicher als Europäern. Und Mongolen seien sie auch, die Finnen. Im Jänner 1908 wird vor Gericht die Frage geklärt, ob John Svan, Sozialist und Finne in einem, und weitere fünfzehn fin nische Minenarbeiter eingebürgert werden. Die Antwort des Staatsanwaltes John Sweet ist ein klares Nein, schließlich seien Finnen Mongolen, eindeutig Asiaten, ihre sozialis tische Ideologie stünde den kollektivistischen ostasiatischen Philosophien so nahe. Der Finne hat eine asiatische Geisteshaltung und diese sei bekanntlich inkompatibel mit der US-amerikanischen. Richter William A. Cant meint daraufhin, Finnen seien anfangs Mon golen gewesen, aber Klima, Auswanderung und der Einfluss germanischer Stämme hät ten sie zu weißen Europäern gemacht.

1916 kommt es zu einem weiteren, historisch bedeutenden, Streik. Joe Greeni, ein tsche chischer Minenarbeiter, protestiert gegen das Lohnsystem und inspiriert, nur wenig zeit verzögert, 8.000 Arbeiter zum Streik, die meisten Einwanderer. Aus den Spannungen wird Gewalt, der kroatische Minenarbeiter John Alar wird von den Wachen der Oliver Iron Mining Company erschossen. Im Zuge der Unruhen, die von Juni bis September an dauern, gibt es zwei weitere Tote. Im Februar 1917 sagt der verantwortliche Polizeichef David Foley vor dem Repräsentantenhaus aus, das Opfer sei ein gefährlicher Mann mit krimineller Vergangenheit gewesen, außerdem wären Einwanderer aus Südeuropa für den Ausbruch der Unruhen verantwortlich. Zwar seien Einwanderer generell unzivili siert und bedrohlich, man müsse jedoch differenzieren. Nachkommen der frühen Ein wanderer, die mittlerweile im Land geboren werden, sind verheiratete Familienväter von hoher Moral. Die neuen Einwanderer hingegen, geben ihr gesamtes Geld für Alkohol aus und kehren den Vereinigten Staaten den Rücken zu, sowie es ökonomisch unbequem wird. Mit einem US-amerikanischen Monatslohn kommen sie in ihrer Heimat ein Jahr aus. Und noch etwas lässt der Polizeichef hören. Er nennt Menschen aus Südeuropa »black fellows«.

No, race does not exist. And yet it does

Damit verleiht er einer Praxis Ausdruck, die im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhun dert im US-amerikanischen Kontext keine seltene ist. Weiß und Schwarz als Ausdruck von Rasse sind bewusst kein binäres System mit zwei fixierten Polen, vielmehr ein Kon tinuum, das flexibel nach Bedarf gepolt wird und a posteriori eine unbeirrbare Ordnung suggeriert. Dabei bedient man sich biologistischer und kulturalistischer Elemente, sowie Ad-hoc-Interpretationen von Hautton, einer Determinante, die nicht immer per se de terminiert, oft unabhängig davon abstrahiert und stellvertretend für die gefühlte Ableh nung des gefühlt Anderen steht.

42 /// FAZIT OKTOBER 2022 Ene, mene, muh und schwarz bist du

AUSZUG AUS DER JENAER ERKLÄRUNG

So werden südeuropäische Minenarbeiter zu black fellows, finnische zu Mongolen. Als um 1900 Einwanderer:innen aus Sizilien in Ellis Island oder New Orleans ankommen, gelten sie in einem von differenzieren wollenden Antiitalianismus geprägten Klima laut Einreiseformular als »Southern Italian«, nicht als »White«. Ähnlich gelten irische Im migrant:innen im rassistisch-hierarchischen Alltag als verhältnismäßig weniger weiß, stehen Nachkommen angelsächsischer Protestant:innen an der Spitze. Die Basis für die se Praxen bilden ein diffuses Unbehagen – ein Amalgam von schwarzem und rotem Haar, sonnengebräunter Haut, kaltem Norden, Südeuropaklischees, Armut, Katholizismus, So zialismus – und eine reflexhafte Identitätsbildung, die Sehnsucht, sich abzuheben, sich kontrastiv zu positionieren.

Nicht-weiß oder schwarz wird zu einem ständig neu kontextualisierten Derogativ für anders Denkende, anders Gedachte, anders Essende, anders Pigmentierte, für unbe quem, für unprotestantisch, für unamerikanisch ... für machtlos, für Nicht-Ich. Rasse ist ein inkonsequent durchdachtes Konstrukt voller Unzulänglichkeiten und Paradoxa, chamäleonesk, sprunghaft, die Spielregeln und Angriffsflächen permanent ändernd und anpassend. Gerade in der Rückgratlosigkeit seinen eigenen Theorien gegenüber, der Be liebigkeit der Argumentation, Flexibilität der Handhabbarkeit und Willkürlichkeit der Teilbarkeiten von Wir und Ihr scheint eine große Wirkungsmacht des Rassismus zu lie gen. Rassismus braucht keine realen Rassen. Er braucht ihre Fiktion. n

»Race does not exist. But it does kill people. (...)

No, race does not exist. And yet it does. Not in the way that people think; but it remains the most tangible, real and brutal of realities.«

Rasse ist ein inkonsequent durchdachtes Konstrukt voller Unzulänglichkeiten und Paradoxa, chamäleonesk, sprunghaft, die Spielregeln und Angriffsflächen permanent ändernd und anpassend.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 43 Essay von Maryam Laura Moazedi
»Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung.«
COLETTE GUILLAUMIN

Alex Rehak wurde am 27.4.1951 in Graz geboren und wuchs in der Elisabethstraße auf. Der Gitarrist, Sänger und Produzent ist geschieden, er gilt als Wegbereiter der österreichischen Popszene. Als Sänger und Bassist von »Turning Point« tourte er mit den ganz Großen des Rock ’n’ Roll durch Europa. Mit »Life is going on« und dem »Easy Song« hat er sich früh ein eigenes Denkmal gesetzt.

Fazitbegegnung

Volker Schögler trifft Alex Rehak

Fotografiert von Heimo Binder

Life is going on

Wer sind schnell die, vor denen uns unserer Eltern gewarnt haben? Wir selbst? Die anderen? Wer weiß das schon. Kierkegaard und Hebbel waren sich vor 200 Jahren einig: Weh mütig grüßt der, der ich bin, den, der ich sein möchte. Auf den heute 71-jährigen Alex Rehak trifft das nicht zu. Als er mit 14 zur Firmung 500 Schilling bekommt, investiert er nicht in einen Bau sparvertrag, sondern in eine Wandergitarre und gründet seine erste Band, »The Strangers«. Als Friseurmeisterin in der Grazer Zinzendorfgasse hätte seine Mutter ihn gern als Friseur oder zumindest als Arzt gesehen, doch Alexander absolviert eine Lehre als Musikalienhändler bei den Firmen Stanberg und Nedwed. Mit 17 spielt er bereits bei der Psychodelic-Rock-Formation »Hide and Seek« auf, wo auch Wilfried Scheutz sang, und gewinnt mehrfach den steirischen Bandwettbewerb. Nach einem kurzen Intermezzo als Tanzmusi ker (»Die lustigen Steirerbuam«) in Kärnten erhält er 1970 einen Anruf von Fredi Steinbrenner, dem Manager der »International Travellers«, dass ein Bassist gesucht wird. So lernt er Johann Köberl alias Jimmy Cogan und Werner Zwirn alias Roger Menas kennen. Aus namensrechtlichen Gründen muss sich die Gruppe umbenennen und bedient sich kurzerhand beim damals gerade erschienen Album »Turning Point« des britischen Blues-Musikers John Mayall. Der »Small Faces«-Fan und Autodidakt Alex Rehak lernt innerhalb von wenigen Tagen das Repertoire der Band und er bringt zwei Geschenke mit. Eine Wahnsinnsstimme und eine Eigenkompostion: »Easy Song« (sing a song of lalala) wird der erste Hit, die Debüt-LP »Life is going on« wird ein sensatio neller Verkaufserfolg, 50.000 Langspielplatten gehen über den Verkaufstisch. »Ö3 hat die Platte damals rauf und runtergespielt, aber wahrscheinlich nur, weil sie geglaubt haben, dass das eine englische Band ist«, grinst Alex Rehak heute noch. Damit gilt Turning Point als die erste erfolgreiche Popband Ös terreichs. Die AKM-Gebühren belaufen sich damals auf 170.000 Schilling – für die Neunzehnsiebzigerjahre sensationell, aus heutiger Sicht nüchterne 12.000 Euro. Die Kombination aus Jimmy Cogans Kompositionen – wobei etwa »Life is going on« aus der Feder von Roger Menas stammt – und der Begabung von

Rehak als Entertainer und Rampensau passt genau in die Zeit. So stehen mehr als 250 Konzerte pro Jahr am Programm, quer durch Europa tourt die Gruppe mit Rocklegenden wie Deep Purple, Black Sabbath, Ozzy Osborn oder Rory Gallagher. Alex Rehak führt ein Rockerleben, wie es im sprichwörtlichen Buch steht, große Blondinen bevorzugt. Allein im Dezember 1973 tritt er mit Turning Point in einer Show im Sender »Freies Berlin« auf, es folgt ein Konzert in der damals noch geteilten Stadt, unmittelbar danach ein Auftritt in der berühmten Hamburger »Fabrik«, dann Fernsehaufnahmen im ZDF, am 21. Dezember das »Finale 73« im Grazer »Haus der Jugend«, dem heutigen Orpheum und zu Silvester noch bei Peter Rapps »Spotlight« im ORF. 1974 erleidet er mit 23 Jahren auf offener Bühne einen Schlaganfall, das Ende der Gruppe ist vorprogrammiert.

Nach der Trennung der Band schlüpft Rehak in die Rolle des Produzenten: »Gemeinsam mit der Catch-Legende Otto Wanz habe ich den Hit »Young, strong and healthy« produziert und mit »Hexen« von Ecco für die Landesausstellung auf der Riegersburg waren wir 1987 für 16 Wochen in der Ö3-Hitparade.« Dafür gab es auch den Schallplattenpreis »Orfeus« für die meistverkaufte Single. »Mein Leben ist Vision und Idee zugleich«, blickt Rehak auf eine bewegte Künstlervergangenheit zurück. Ideen setzt er dabei immer wieder erfolgreich um: So auch 1986, als er die »Band für die Steiermark« mitbegründet und etwa mit dem »Erz herzog Johann Blues« punkten kann. Als quirliges Universaltalent engagiert er sich häufig für soziale Projekte, dazu zählt auch die Eröffnungszeremonie der Special-Olympics-Winterspiele 1993 in Schladming, wo er für Idee, Drehbuch, Organisation und Regie sorgt. Ausgezeichnet mit dem Goldenen und mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Steiermark sowie dem Großen Ehrenzeichen der Republik Österreich kämpft sich der Überlebenskünstler nach einer Hüftoperation und einem schweren Treppensturz wieder in sein buntes Leben zurück. Wehmütig ist Urgestein und Evergreen Alex Rehak nicht– weil er der ist, der er sein möchte. Das hat wohl auch Oscar Wilde gemeint, als er schrieb: Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon. n

FAZIT OKTOBER 2022 /// 45 Menschen

Gesundheit als Motor zum Erfolg

Strategisches Gesundheitsmanagement in Unternehmen

Die Internetplattform »Linkedin« bietet seinen Mitarbeitern virtuelle Yogasessions in der Dienstzeit an, Zotter Schokolade kocht jeden Tag frisch und regional für seine Belegschaft, Anton Paar belohnt Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, mit einer monetären Prämie, viele medizinische Einrichtungen bieten Angestellten die Möglichkeit, bei Überlastungsthemen anonym psychologische Hilfe oder Coachings in Anspruch zu nehmen, Pro duktionsbetriebe sorgen für akribische Sicherheits- und Hygiene maßnahmen. Die Aktivitäten zur Förderung und Erhaltung von Ge sundheit sind in Unternehmen sehr unterschiedlich und betreffen körperliche, geistige oder seelische Faktoren. Betriebliche Gesund heitsförderungsprojekte haben schon das eine oder andere in diese Richtung unterstützt. Jedoch hat der Pausenapfel allein ausgedient. Mitarbeiter arbeitsfähig zu halten, wird bei engen Arbeitsmärkten und in einem Wirtschaftsumfeld, das von Dynamik und Komplexi tät geprägt ist, immer relevanter. Die Potenziale der Menschen sind auch in der modernen Arbeitswelt unverzichtbar. Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit und Motivation sind Gesundheit, Wohl befinden und Anerkennung. Nachhaltige Gesundheitspolitik kann zu einem Wettbewerbsfaktor für Unternehmen werden und die At traktivität für potenzielle Arbeitnehmer erhöhen.

Dr. Carola Payer betreibt in Graz die »Payer und Partner Coaching Company«. Sie ist Businesscoach, Unternehmensberaterin und Autorin. payerundpartner.at

Top Management-Entscheidung als Voraussetzung Strategisches Gesundheitsmanagement ist ein systematischer Lern prozess in der Organisations- und Personalentwicklung und braucht daher auch das Commitment der Unternehmensführung. Es wer den sowohl die Verhältnisse, also alle Rahmenbedingungen auf ge sundheitsfördernde und verhindernde Kriterien, überprüft als auch das Verhalten, also Führungshandlungen, Art der Kommunikation und Kooperation, verfolgte Werte, unter die Lupe genommen. Die Bereitschaft zur Reflexion braucht es bei allen Mitarbeitern. Eigen verantwortung muss in diesen Prozessen gefördert werden. Jeder kann zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Motivation im Unter nehmen beitragen. Eine Konsumentenhaltung im Sinne von »Jetzt schau ma mal, was sie für uns tun …« sollte vermieden werden bzw. kann schnell zu Enttäuschungen führen. Schichtmitarbeiter werden den Yogakurs nach Schichtende nicht als besonders attraktiv emp finden, wenn sie dann noch stundenlang mit dem Bus oder im Auto nach Hause fahren müssen. Ein sehr systemischer Zugang, Finger spitzengefühl und Diversitykriterien müssen beachtet werden. We sentlich ist, welche Rolle und Verantwortung das Unternehmen hier auch für Menschen hat, aber auch welche nicht. Gesundheit kann kein Randthema mehr sein, sondern muss ein Wert in der Unter nehmenskultur werden. So können in dynamischen Zeiten die Resi lienz, Stabilität und Agilität der Organisation gewährleistet werden. Es gibt auch genügend betriebswirtschaftliche Kennziffern, die die positive Auswirkung von Gesundheit auf den Unternehmenserfolg darstellen.

46 /// FAZIT OKTOBER 2022 Managementserie Erfolg braucht Führung
Fotos: Marija Kanizaj, Patrick Hendry/Unsplash
»Gesundes Führen ist kein Kuschelkurs. Es ist professionell im Erwartungsmanagement, Umgang mit Fehlern und dem Austragen von Konflikten an Schnittstellen.«
CAROLA PAYER

Gesunde Führungskultur als Motor Beim »Health-oriented Leadership«-Ansatz geht man davon aus, dass Führungskräfte dann gesundheitsförderlich führen, wenn sie auch selbst mit ihrer Gesundheit achtsam umgehen und die Selbst führung und -fürsorge gut beherrschen. Die eigene Haltung zur Gesundheit führt also eher zu einem gesundheitsfördernden Füh rungsverhalten. Beim »gesunden Führen« geht es um die Gestal tung der Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Hier wird darauf geachtet, dass die Kooperation von Motivation, Wert schätzung, Klarheit, aber auch einer guten Konfliktbearbeitung gekennzeichnet ist. Jammern, Opferhaltungen, Verdrängung von Problemen werden vermieden, da diese nachhaltig zu krankma chenden Dynamiken führen. Themen im gesunden Führen können sein: Verbesserung der Arbeitsorganisation, um Überlastungen zu vermeiden, flexible Arbeitszeiten, Überstunden abbauen, hierarchi sche Strukturen verringern, Teamprozesse unterstützen, Coaching und psychologische Angebote, Veränderungsprozesse transparent und in entsprechender Geschwindigkeit gestalten und viele, viele, viele Gespräche führen! Arbeitsbedingter Stress, hohe Geschwin digkeiten der Veränderungen in der Wirtschaft und der Umwelt, chronische Krankheitsbilder (insbesondere Skelett- und Musku

laturprobleme, Stoffwechselthemen und psychische Symptome), Belastungen im Privatleben durch Familienmitglieder, Schicksals schläge, Konflikte verringern die Belastbarkeit, Motivation und Zu friedenheit von Mitarbeitern am Arbeitsplatz. Daher ist es wesent lich, in den Routinen des Unternehmensalltages und im Umgang miteinander nicht noch zusätzliche Stressoren zu schaffen.

Durch Wertschätzung zur Wertschöpfung

Eine strategische systematische Gesundheitsförderung führt im mer wieder zu der Frage, wie es Menschen schaffen, sich den stän dig veränderten Umweltveränderungen anzupassen und sich im neu geordneten System zu stabilisieren. Gesundheitskultur ist eine Vertrauenskultur. Führungskräfte agieren partizipativ und kommu nikativ und sind Berater, Moderator, Helfer und Förderer für einen die Gesundheit erhaltenden Rahmen. Führungskräfte unterstützen mit gesundheitsfördernden Verhalten die Wertschöpfung. Die Re geln des sozialen Miteinanders sind auf Klarheit und Wertschät zung ausgerichtet. Die Stärkung der persönlichen Resilienz, der Resilienz im Team und in der Gesamtorganisation führen nicht nur zu mehr Gesundheit, Freude und Motivation, sondern sichert auch nachhaltig den Unternehmenserfolg. n

FAZIT OKTOBER 2022 /// 47 Managementserie [53]

Europas Fähigkeit zur Selbstkorrektur

Über zwei Wochen fanden sich zwischen Ende August und Anfang September knapp 3.800 Teilnehmende aus rund 100 Nationen im Tiroler Bergdorf ein. Sie diskutierten die drängenden großen und miteinander vernetzten Herausforderungen der Welt – insbesondere den Ukrainekrieg, die globale Ungleichheit, Digitalisierung und Klimakrise. Mit »Sicherheit« als einem der vier Schwerpunktthemen rückte das sonst in Österreich und Europa unterbelichtete Thema stärker in den Fokus.

Die neue Struktur der Veranstaltungen sowie zahlreiche neue Formate forderten die Teilnehmer etwas, eine neue App förderte Kontaktaufnahme und dann persönlichen Dialog. Verstärkt setzte das Forum heuer auf den Dialog zwischen den Generationen – insgesamt nahmen rund 600 Stipendiatinnen und Stipendiaten teil, davon 25 aus der Steiermark.

Wie beurteilen Sie die Sicherheit Europas aktuell?

Im Moment erleben wir hier eine sehr herausfordernde Situation. Der militärische Konflikt in der Ukraine zeigt uns Versäumnisse auf, auch bei der Energie- und in der Cybersicherheit haben wir Nachholbedarf. Aber Sicherheit ist ein Grundpfeiler, auf dem ein demokratisches und freies Europa basiert. Vor kurzem noch standen die Zeichen weltweit eher auf Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Öffnung. Aktuell sehen wir starke autoritäre Tendenzen in vielen Staaten in- und außerhalb Europas. Der Systemkonflikt zwischen China und Russland gegenüber Demokratien ist in Europa ganz konkret zu sehen. Die Open Society Foundations setzen sich hier für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ein. Wir sind mit unserer Arbeit zur Förderung von Zivilgesellschaft und Demokratie mittendrin.

Sie sind für Europa und Zentralasien zuständig. Wie sind Sie dabei organisatorisch aufgestellt?

Wir haben große Büros in Berlin, London, Brüssel und Barcelona. Außerdem sind wir in den Westbalkan-Ländern, in Osteuropa

und bis in die Länder Zentralasiens mit unserem Netzwerk präsent. In den Westbalkan-Ländern ist uns das Thema regionale Integration, Zusammenarbeit und Aussöhnung besonders wichtig. In Ungarn hatten wir ein sehr großes Büro und dort wurde auch die Central European University gegründet. Diese Universität musste unter dem Druck von Viktor Orbán Budapest verlassen und ist nun in Wien angesiedelt. In Österreich sind wir Partner des Europäischen Forum Alpbach und tauschen uns immer wieder mit der österreichischen Regierung über Themen wie etwa die Lage am Westbalkan aus.

Wie beurteilen Sie die Situation für die Demokratie in Ungarn? Ungarn ist ein sehr ernst zu nehmender Fall, es wird von der EU nicht mehr als vollwertige Demokratie angesehen. Es ist offen, welche Entwicklung dieses Land nehmen wird.

Wie erleben Sie als Organisation direkte Bedrohungen? Wir haben in der Ukraine eine Stiftung mit rund 50 Beschäftigten, die sich im Krieg an den einzelnen Standorten immer wieder be-

48 /// FAZIT OKTOBER 2022 Europäisches Forum Alpbach
Foto: Elisabeth-Mandl
Thomas Goiser hat für uns beim Europäischen Forum in Alpbach ein Gespräch mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitikexpertin Daniela Schwarzer geführt

droht fühlen müssen. Alle konnten freiwillig ihre Standorte jederzeit verlassen. Viele möchten aber von sich aus dortbleiben oder gar kämpfen. Wir waren sehr gut vorbereitet und haben auch NGOs und Partner vor Ort unterstützt.

Die Open Society Foundations haben in den vergangenen Jahren immer mehr im Bereich Aufklärung gegen Desinformation inves tiert.

Hier haben wir einen Schwerpunkt der – leider – wächst. Die Bedrohung durch Cyber-Risiken und Desinformation steigt, das Thema hat Hochkonjunktur seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2014. Die Bemühungen öffentlicher Einrichtungen wie des Stratcom-Centers der NATO in Riga oder der Europäischen Kommission mit einer eigenen Einheit reichen nicht aus. Wir fördern deswegen zivilgesellschaftliche Akteure, politische Entscheider und sind im Bereich der Regulierung gemeinsam mit Partnern aktiv. Da sind wir in Europa und Zentralasien besonders gefragt – und im Verbund mit allen sechs Regionen der Open Society weltweit.

Wie hat sich Ihr Blick auf Europa im Lauf der Jahre verändert? Man fühlt sich stärker als Europäerin, wenn man länger in den USA ist. Meist wird unterschätzt, dass Europa die Fähigkeit zur Selbstkorrektur hat. Die Fehler, die etwa in der Euro-Krise oder zu Beginn der Covid-Krise gemacht wurden, werden sehr deutlich gesehen. Aber Europa weiß, was es bedeuten würde, wenn die Gemeinschaft nicht mehr funktionieren würde. Vieles muss bei 27 Mitgliedstaaten länger verhandelt werden und Kompromisse müssen gefunden werden, bevor es hält.

Haben wir zu wenig in Rüstung investiert und 30 Jahre auf Kosten der USA gelebt?

Wir haben uns von den USA schützen lassen. Die USA sind durch die NATO der wichtigste Sicherheitsgarant Europas. Als Donald Trump Präsident wurde, hat Europa den ersten Schreck bekommen. Er hat Europa deutlich daran erinnert, dass die Zusage der NATO-Staaten, die Verteidigungsausgaben auf 2% des BIP zu erhöhen, von vielen Ländern – auch von Deutschland – nicht eingehalten wurde. Aktuell ist die Bedrohung durch Russland sehr stark spürbar. Die strategischen Interessen der USA sind Stabilität und Friedlichkeit Europas, daneben laufen sie zunehmend Richtung Asiens. Europa muss nachholen und seine Sicherheit selbst stärker schützen.

Wie soll das aus Ihrer Sicht geschehen? Staatsausgaben können rasch erhöht werden, doch damit ist Sicherheit noch nicht gekauft. Die Entwicklungszyklen für neue Systeme dauern 15 und mehr Jahre. Wir müssen daher das Geld intelligenter ausgeben und uns fragen: Wer hat welche militärischen Fähigkeiten in Europa und wie können wir sie besser und mobiler einsetzen? Neue technologische Entwicklungen im zivilen und militärischen Bereich sind sehr teuer. Die Staaten Europas sollten untereinander und mit Partnern enger zusammenarbeiten und die technologische Aufholarbeit gemeinsam bewältigen – im militärischen und im zivilen Bereich, wo wir sehr verwundbar sind.

Daniela Schwarzer ist Direktorin einer der führenden Denkwerkstät ten Europas und ausgewiesene Expertin für Außen- und Sicherheitspo litik. Sie leitete von 2016 bis 2021 die Deutsche Gesellschaft für Aus wärtige Politik und ist Autorin des im Vorjahr erschienenen Buchs »Final

das Verhältnis der USA zu China. opensocietyfoundations.org

Wozu haben wir uns dann impfen lassen?

FAZIT OKTOBER 2022 /// 49
n Fragen zur Impfung? Alle Antworten unter graz.at/willswissen Kommunale Impfkampagne
Call« über

Klanglicht Festival 2022

Von 27. bis 29. Oktober geht vielerorts in Graz das Licht aus, um Raum für ein Festival zu schaffen, das diesen wieder auf besondere Weise erleuchten wird: Klanglicht erkundet in diesem Jahr den Raum in seinen vielfachen Facetten auf dem Schlossberg sowie im neuen Stadtteil Reininghaus.

Mit der künstlerischen Erforschung dieser konträren Stadt räume schafft „Klanglicht 2022“ eine temporäre Welt leuch tend-klingender Kunsträume über die Dächer der steirischen Landhauptstadt hinweg. Obgleich die zwei Standorte des dies jährigen Festivals nicht unterschiedlicher sein könnten, wird der Raum zu ihrem verbindenden Glied. International renommier te Kunstschaffende widmen sich mit ihren zum großen Teil origi nären Arbeiten ganz dem Thema des Festivals, legen Räume frei, erfinden diese neu, trennen oder verbinden sie und verändern so ihre Bedeutung. „Klanglicht ist das Festival des kunstvollen Perspektivenwechsels auf Graz, heuer mit der Symbiose zwischen historisch und zeitgenössisch sowie von bekannt und unentdeckt: Ein Wagnis, das Klanglicht zum 7. Mal für unser Publikum im öf fentlichen Raum eingeht!“, erklärt Bernhard Rinner, GF der Büh nen Graz.

Historische und zeitgenössische Urbanität

Der Grazer Schlossberg birgt als UNESCO-Weltkulturerbe nicht nur bewegte Vergangenheit, sondern ist als urbaner Grünraum ebenso belebte Gegenwart. Wenige hundert Meter entfernt, auf

der anderen Seite der Mur, entsteht mit einem der größten Stadt entwicklungsprojekte Europas ein urbaner Ort der Zukunft: Das neue Stadtviertel Graz Reininghaus definiert die Nutzung von Lebensraum für Mensch und Natur auf ganz eigene Weise. „Klanglicht lädt dazu ein, den Grazer Schlossberg und das neu entstehende Stadtviertel Reininghaus gemeinsam zu erfahren, zu erkunden und neu zu entdecken“, betont Klanglicht-Kuratorin Birgit Lill-Schnabl. Mit der künstlerischen Erkundung dieser konträren Stadträume schafft Klanglicht 2022 eine Symbiose von Licht und Klang, eine temporäre Welt leuchtend-klingen der Kunsträume über die Dächer der steirischen Landhauptstadt hinweg. Insgesamt 15 Kunstprojekte, aufgeteilt auf die beiden Standorte Schlossberg und Reininghaus, werden beim dies jährigen Festival gezeigt, neun davon wurden eigens für Klang licht geschaffen.

Freie Fahrt mit dem Klanglicht-Ticket

Klanglicht kehrt im Oktober 2022 in den öffentlichen Raum zu rück – 13 der insgesamt 15 gezeigten Installationen an den zwei Standorten Schlossberg und Reininghaus sind frei zugänglich. Im Schlossbergstollen und für den Dom im Berg ist aus Sicherheits gründen nur ein limitierter Zugang möglich. Aus diesem Grund und in dem Bestreben, Wartezeiten beim Eingang in den Schloss bergstollen für die Besucher und Besucherinnen zu vermeiden, werden für diesen Bereich Tickets aufgelegt, die den Zugang innerhalb bestimmter Zeitfenster ermöglichen. Mit dem Klang licht-Ticket erhalten Sie Zugang zu den Installationen im Schloss bergstollen und im Dom im Berg, freie Fahrt zu Klanglicht am Veranstaltungstag im Verkehrsverbund Steiermark sowie eine digitale Ausgabe des Klanglicht-Programmbuches.

Klanglicht 2022

27. bis 29. Oktober 2022, 18:00 bis 23:00 Uhr Tickets und Informationen auf www.klanglicht.at

50 /// FAZIT OKTOBER 2022
Vorfreude auf Klanglicht 2022 bei (v.l.) Kulturstadtrat Günter Riegler, Bühnen Graz-GF Bernhard Rinner, Birgit Leinich (Reininghausgründe) und Kuratorin Birgit Lill-Schnabl „Arkestra of Light polarized“ von OchoReSotto

Die Steiermark hat neue Weinhoheiten

Am 13. Juli wurden Sophie I. und die Hoheiten Katrin und Marle ne als neue Weinhoheiten für die kommenden zwei Jahre gewählt. Am 9. August fand ihre Krönung bei der Steirischen Weinwoche in Leibnitz statt. Sophie I. heißt mit bürgerlichem Namen Sophie Friedrich und kommt aus St. Stefan ob Stainz. Sie hilft schon von Kindesbeinen an im familieneigenen Weinbaubetrieb mit. Katrin Strohmaier (23) ist am Weinbaubetrieb ihrer Eltern in PölfingBrunn aufgewachsen. Durch ihre Ausbildung in der Weinbauschu le Silberberg hat sie die Liebe zum Wein entdeckt. Marlene Prug maier (21) stammt vom Weinbaubetrieb Assigal aus Seggauberg bei Leibnitz. Im Herbst unterstützt sie ihre Eltern im Weingarten und hilft bei der Weinlese.

Steirerlaib für Mariatrost-Renovierung

Die beliebte Wallfahrtskirche in Graz Mariatrost, rund 300 Jah re alt und seit 1999 offiziell eine Basilika, wird noch bis zum Jahr 2030 aufwendig renoviert. Das Unternehmen Spar unterstützt die Renovierung der Basilika bereits seit dem Jahr 2020 mit über 12.250 Euro. Pro im September und Oktober verkauftem Steirer laib spendet Spar 40 Cent auch heuer wieder für die Renovierung der Wallfahrtskirche. Das köstliche „tägliche Brot“, ein Roggen mischbrot, stammt von 18 steirischen Bäckereien. Wir freuen uns, dass wir nach erfolgreicher Spendenaktion des Vorjahres nun er neut zur Renovierung dieses Grazer Wahrzeichens beitragen kön nen“, erklärt Christoph Holzer, Geschäftsführer Spar Steiermark und Südburgenland.

Die Steiermark ist zu einem dynamischen und ideenreichen Wirtschaftsstandort gereift. Hier wird Mobilität neu gedacht. Hightech verbindet sich mit Greentech. Wir forcieren digitale, nachhaltige und innovative Lösungen, steigern die Wettbewerbsfähigkeit und sorgen für die Jobs von morgen.

Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). In der Periode 2014 bis 2020 erhielt die Steiermark den größten Anteil an EFRE-Mitteln aller Bundesländer. Landesweit wurden mehr als 600 Projekte mit ca. 860 Mio. Euro genehmigt und rund 1.400 neue Arbeitsplätze geschaffen. Details zum Programm und den Fördermöglichkeiten finden Sie auf www.efre.gv.at.

Kurz & News
ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG DES LANDES STEIERMARK BILD: GETTYIMAGES.AT/IPOPBA
Fotos: Spar / Foto Krug, Ulrich Schneebauer

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Zweimal Bronze bei Roundnet-WM

Von 8. bis 11. September fand in Belgien die erste Roundnet-WM überhaupt statt – und Österreich konnte sich gegen 33 Länder aus allen Ecken der Welt durchsetzen und einige wichtige Erfolge verzeichnen. Bei der Mixed Meisterschaft holten Megan Leybourne und Nelson Dziruni Bronze, genauso wie die die Damen-Teams gesamt – sie konnten sich hinter den USA und Deutschland den 3. Platz erkämpfen. Die österreichischen Männer-Teams erreichten den 4. Platz hinter den USA, Kanada und Deutschland. Saubermacher unterstützte dabie das österreichische Nationalteam als Partner von Anfang an, daneben erhielten die Spieler und Spielerinnen auch von den Sponsoren Trend-Sports, Bewiso, JOU-Sports und Ofner Transport Unterstützung.

Hypo Vorarlberg steigert Ergebnis

Die Hypo Vorarlberg hat das erste Halbjahr 2022 dank einer starken Entwicklung im Kundengeschäft erfolgreich abgeschlossen. Das IFRS-Ergebnis vor Steuern verbesserte sich zum 30. Juni auf 71,87 Mio. Euro, nach Abzug von Steuern lag das Ergebnis bei 54,15 Mio. Die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie waren in den ersten sechs Monaten 2022 kaum mehr spürbar und die Folgen des Ukraine-Kriegs haben sich noch nicht sehr negativ ausgewirkt. Aufgrund der stabilen Lage der Kunden sind die Risikovorsorgen und Wertminderungen weiterhin auf niedrigem Niveau. „Dass wir in diesem Umfeld ein solches Halbjahresergebnis ausweisen können, zeigt, dass wir als Bank sehr gut aufgestellt sind“, so Vorstandsvorsitzender Michel Haller.

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Kurz & News Fotos: Saubermacher, Angela Lamprecht

Kurz & News

Muse Design Award für Schullin

Bereits zum zweiten Mal wurde eine Schmuckkollekti on von Schullin mit dem internationalen Muse Design Award ausgezeichnet. Aus den zahlreichen internatio nalen Einreichungen wählte die Grand Jury die Kollek tion „Sunrise“ zum Gold Winner. Die Designs aus raffi niert geschliffenen Edelsteinen der Schmuckkollektion „Sunrise“ erinnern an die schönen Seiten des Lebens. Veranstaltet von der International Awards Associate (IAA) zählen die Muse Awards mit über 6.000 Einrei chungen aus der ganzen Welt zu den führenden Auszeichnungen für exzellente kreative Leistungen. Jede einzelne Einreichung wird von der Grand Jury bewertet. Die 37 Juroren sind Experten aus füh renden Unternehmen der internationalen Kreativbranche.

Premiere für EPU-Tag im Sommer

Am 5. August stand die WKO Steiermark voll und ganz im Zeichen der EPU. In der siebenten Auflage ging der EPU-Erfolgstag heuer erstmals im Sommer über die Bühne. Insgesamt sieben Topreferenten und zahlreiche Experten standen den rund 500 Besuchern Rede und Antwort. Mit dabei Sonnentor-GF Johannes Gutmann, ÖFB-Kapitänin Viktoria Schnaderbeck, Kommunikati onswissenschaftlerin Silvia Agha Schantl und Michael Al tenhofer, der Tipps gegen das „Aufschieben“ vermittelte. „Für uns als WKO ist der EPU-Erfolgstag ein absolutes Highlight, der unser Veranstaltungsjahr – mit dem Impulstag, der Gründermesse und der Langen Nacht der Jungen Wirtschaft – perfekt ergänzt“, betonte WKO Präsident Josef Herk bei der Begrüßung.

Tourismusbilanz zur Sommerhalbzeit

Es läuft sehr gut im steirischen Tourismus: Zur Som merhalbzeit zeigt sich ein hervorragendes Ergebnis. 1.264.600 Gäste im Mai bis Juli bedeuten plus 29,6 % sowie 3.756.500 Nächtigungen plus 21,4 % gegenüber 2021. Sogar gegenüber 2019 und somit dem Sommer vor Corona ist ein Anstieg zu verzeichnen. „Das ausgezeichne te Ergebnis zeigt, dass sich das Urlaubsland Steiermark weiterhin großer Beliebtheit erfreut. Wir konnten dabei sowohl bei den Inlandsgästen als auch auf internationalen Märkten beachtliche Zuwächse erzielen. So waren es beispielsweise im Juli dank des Formel 1 Grand Prix vor allem Gäste aus den Niederlanden und aus Deutschland, die für die Steigerungen sorgten“, so LRin Barbara Eibinger-Miedl.

Steirische Radoffensive wird fortgesetzt

Bundesagentur für Arbeit beim AMS Steiermark

Voneinander zu lernen und miteinander in den Austausch zu gehen: Diese Ziele standen kürzlich im Zentrum eines Ar beitstreffens des AMS Steier mark mit einer Delegation der Regionaldirektion Niedersa chen-Bremen der deutschen Bundesagentur für Arbeit. „Wir sind mit sehr ähnlichen Prob lemen und Herausforderungen am Arbeitsmarkt konfrontiert. Aus diesem Grund ist es nahe liegend, sich bei persönlichen Treffen über bewährte Konzep te und Vorgangsweisen mitei nander auszutauschen und so fürs eigene Tun neue Impulse zu gewinnen“, umschreibt Lan des-GF Karl-Heinz Snobe die Zielsetzung hinter der Lern partnerschaft des AMS Steier mark mit der Regionaldirekti on Niedersachsen-Bremen der deutschen Bundesagentur für Arbeit.

In der Grazer Puch- und der Sturzgasse ist im letzten Jahr ein neuer, 630 Meter langer Radweg entstanden, der nun für alle Radfahrer eröffnet wurde. Die gemeinsame Radoffensive von Land Steiermark und der Stadt Graz macht damit weiter ordentlich Meter, wie LH-Stv. Anton Lang und Vize-Bgm.in Judith Schwentner deut lich machten. „Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden setzen wir unsere erfolgreiche Radverkehrsstrategie Stück für Stück um. Mit dem neuen Abschnitt verbessern wir die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger er neut und schaffen noch mehr Anreize, kurze Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Ich freue mich sehr, dass wir erneut ein wichtiges und großes Projekt in Graz umsetzen konnten“, sagt Lang.

54 /// FAZIT OKTOBER 2022
Fotos: Schullin, Foto Fischer, AMS Steiermark, Steiermark Tourismus / Tom Lamm, Land Steiermark / Resch

Spartenobmann Gerhard Wohlmuth (li.) und Peter Voithofer vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung

Handel leidet unter Kosten und Unsicherheit

Trotz nomineller Zuwächse bilanziert der steirische Handel im ersten Halbjahr 2022 real – also unter Berücksichtigung sämtlicher Preissteigerungen – ein Minus von 1,2 Prozent. Den Unternehmen bereiten laut Spartenobmann Gerhard Wohlmuth vor allem die Energiekosten große Sorgen.

Kurz im Gespräch mit

Wie sind die regionalen Energieversorger angesichts der Krise aufgestellt?

Die Situation ist nicht nur für die Kun den herausfordernd, sondern auch für Energieversorger. Die Preise an der Strombörse sind stark gestiegen. Wir ver suchen, über einen Einkauf in Tranchen die Preise zu glätten und eigene Kraft werkskapazitäten einzupreisen. Wann es zu weiteren Preisanpassungen kommen wird, hängt von vielen nicht beeinfluss baren Faktoren ab.

Welche Maßnahmen sind geeignet, um den Stromverbrauch zu reduzieren?

I

m ersten Halbjahr 2022 konnte der steirische Einzelhandel Netto-Um sätze in der Höhe von insgesamt 11,3 Milliarden Euro verbuchen, „angesichts der steigenden Preise im Handel (+14,0 Prozent) bleibt von diesem Plus ein rea les Minus von 1,2 Prozent“, berichtet Peter Voithofer vom Economica Insti tut für Wirtschaftsforschung. Wobei die Konjunkturentwicklung in den ver schiedenen Einzelhandelsbranchen 2022 bisher teils sehr unterschiedlich ver laufen ist. Diese reicht von zweistelligen Umsatzzuwächsen im Spiel- und Sport handel sowie Onlinehandel bis hin zu no minellen Umsatzrückgängen im Einzel handel mit Zeitungen und Büchern. Große Sorgen bereiten Wohlmuth die enormen Preissteigerungen, die auch die Kaufkraft und damit den Konsum im Land massiv gefährden. Preiserhöhungen bei

Energie und in den Vorstufen sowie Lie fer- und Logistikschwierigkeiten führten vor allem im Großhandel ab Mai zu einer wahren Preisrallye. Während die Aus gaben der privaten Haushalte für Ver kehr um +16,2 Prozent und für Wohnen um +8,6 Prozent gestiegen sind, fällt der Preiseanstieg bei Mode im ersten Halb jahr 2022 mit +1,3 Prozent vergleichs weise sehr gering aus. Wohlmuth dazu: „Die Energiekostensituation hat auch im Handel ein existenzbedrohendes Ausmaß angenommen. Dies betrifft insbesondere Branchen, die mit gleichbleibenden oder sinkenden Umsätzen konfrontiert sind, sowie Unternehmen, die keine Möglich keiten haben, die Verkaufspreise un mittelbar anzupassen. Darum braucht es dringend Unterstützungsmaßnahmen in Form eines Energiekostenzuschusses.“

Wir als Stromlieferanten können nur Empfehlungen abgeben, die Kunden müssen entscheiden, was für sie um setzbar ist. Die meiste Energie wird dort verbraucht, wo sie in Wärme oder Kälte umgewandelt wird, aber auch Ver braucher, die ständig laufen, sollte man überprüfen. Ein kritischer Blick auf das eigene Stromverbrauchsverhalten ist sicherlich notwendig.

Wie beurteilen Sie den Plan zur Strom preisdeckelung?

Der derzeitige Plan zielt auf eine rasche und unkomplizierte Kostenreduktion ab. Die Bundesregierung hat angekündigt, Einkommensschwache und Mehr personenhaushalte in einem zweiten Schritt stärker zu entlasten, was wir be grüßen. Für die Lieferanten ist das eine riesige Herausforderung, weil die Ver rechnungssysteme angepasst wer den müssen. Wichtig ist auch, dass die Mindereinnahmen rasch ersetzt werden, weil sonst einige in finanzielle Schieflage geraten können.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 55 Foto: Fischer
Foto: Kiendler GmbH

Steirischer Gesundheitspreis »Fit im Job« 2023

Der Steirische Gesundheitspreis „fit im job“ startet auch in diesem Jahr in bewährter prominenter Begleitung. Die Ex-Kapitänin des österreichischen DamenfußballNationalteams und ehemalige Arsenal-Spielerin Viktoria Schnaderbeck unterstützt den Wettbewerb wieder als Botschafterin mit vollem Einsatz.

f

it im job“ – der Förderpreis für körperliche und geistige Gesundheit wird ausgeschrieben von der WKO Steiermark ge meinsam mit dem Gesundheits- und Wirtschaftsressort des Lan des Steiermark sowie der Ärztekammer, der AK, AUVA, BVAEB, PVA, SVS, der Fachgruppen Freizeit- und Sportbetriebe und Personenberatung und Personenbetreuung. Neu an Bord sind die Fachgruppen der Gastronomie und Hotellerie sowie die Fach gruppe der persönlichen Dienstleister.

Gesund durch herausfordernde Zeiten Bedingt durch den raschen Wandel in der Arbeitswelt – u.a. durch Home Office, Digitalisierung und Covid-19-Pandemie − rü cken Gesundheit und Wohlbefinden noch stärker in den Blick punkt. BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung) ist ein ent scheidender Faktor dabei, den Herausforderungen rechtzeitig

operationspartnern von ‚fit im job‘ und der Wirtschaftskammer für die aktive Mitgestaltung einer gesunden Zukunft.“

Prämierung der besten Konzepte

In vier Kategorien werden jene Betriebe prämiert, die ihren Mit arbeitern und Mitarbeiterinnen die besten Gesundheitsförder projekte anbieten. In den Kategorien 1 und 2 (Kleinst- und Kleinbetriebe) wird jeweils ein Förderpreis vergeben. In den Kate gorien 3 und 4 erfolgt eine Unterteilung in einen „BGF-Preis“ (für das beste klassische BGF-Projekt) und einen „BGM-Preis“ (Integra tion von BGF in das Betriebliche Managementsystem). Die Gewinner erhalten eine Urkunde und eine Preisträger-Statue

Fachgruppenobfrau Daniela Gmeinbauer und FachgruppenGF Michael Wiesler der FG Freizeit- und Sportbetriebe

und wirksam zu begegnen. Die Organisatorin und FG-Obfrau Da niela Gmeinbauer erklärt: „Gerade in diesen herausfordernden Zeiten erweisen sich betriebliche Maßnahmen, die die Gesund heit der Mitarbeiter:innen – sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht ─ fördern, als besonders wichtig. Viele steirische Unternehmen haben dies erkannt und das Thema Gesundheit in ihre Unternehmensphilosophie aufgenommen.

Wir freuen uns, auch heuer wieder großartige Projekte prä sentieren zu können.“ Gesundheitslandesrätin Juliane BognerStrauß schließt sich daran an: „Erfolgreich sein heißt heute auch, Achtsamkeit sich, seinem Körper und seiner Umwelt entgegen zubringen. Mein Dank gilt den steirischen Unternehmen, den Ko-

sowie in den Kategorien 1 und 2 zusätzlich einen Geldpreis in Höhe von jeweils 500 Euro für neue Maßnahmen in der BGF. Die Geldpreise werden von den Landesrätinnen Juliane Bogner-Strauß und Barbara Eibinger-Miedl zur Verfügung gestellt. Zusätzlich werden in den Kategorien 1 und 2 „Einsteiger-Förderungen“ aus gelobt. Damit sollen Unternehmen, die erstmals Maßnahmen in der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) gesetzt haben, mo tiviert werden, diese fortzusetzen und auszubauen.

Teilnahmebedingungen

Teilnahmeberechtigt sind alle steirischen Unternehmen, die Mit arbeiter:innen beschäftigen, ausgenommen die Gewinner des Vor jahres sowie die Kooperationspartner. Die Anmeldung und Regis trierung erfolgt online über die Website www.fitimjob-stmk.at. Die Projekte und Konzepte können bis 15. November 2022 eingereicht werden. Die Verleihung der Förderpreise für körperliche und geistige Gesundheit findet am 22. Mai 2023 in Graz statt.

56 /// FAZIT OKTOBER 2022 Wirtschaft Anzeige Foto: Foto Fischer
Viktoria Schnaderbeck mit den Preisträgern und Preisträgerinnen der Initiative „Fit im Job“ des Jahres 2021

Mit „Science Buster“ Martin Puntigam kann die ganz Familie den Spaß an der Wissenschaft entdecken.

»Wissensdurst«: Fest für Bildung und Talente

Wie können Maschinen lernen und wie kann sich die Kreativität des Menschen damit messen? Das und noch mehr erfahren Wissbegierige bei „Wissensdurst – Das Fest für Bildung und Talente“ am 2. Oktober 2022 bei freiem Eintritt auf dem Bildungscampus der WKO.

Was es für uns bedeutet, wenn uns Maschinen in immer hö herem Tempo überlegen werden, erklärt etwa der Hirn forscher Manfred Spitzer in einem Workshop. Begabungen und Talente sind genetisch mitbestimmte Potenziale, kommen aber durch Förderung und Üben zur Entfaltung, weiß Genetiker Markus Hengstschläger. Mit Gedächtnisweltmeisterin Luise Maria Sommer kann man in exklusiven Workshops das Gedächtnis trainieren.

„Science Busters“ und Einblicke in Werkstätten

Die „Science Busters“ Martin Puntigam und Helmut Jungwirth zeigen mit ihrem Programm für die ganze Familie, wie viel Spaß Wissenschaft machen kann. Im Anschluss an die Show kann man die Ergebnisse der Bühnenversuche verkosten. Für die Kids gibt es von der Boulderwand bis zum Training der Künstlichen Intelligenz im Talentcenter jede Menge Erlebnisse zu entdecken. In der FH Campus02 kann man sich durch Vorträge inspirieren lassen oder mittels VR durch die Räume bewegen. Den musikalischen Rahmen bildet DJane Mama Feelgood, für das leibliche Wohl der Besucher sorgen Foodtrucks. In den WIFI-Werkstätten erfährt man, worauf es bei der Schweißtechnik oder bei der Photovoltaik ankommt, wie CNC funktioniert, Holzoberflächen behandelt werden oder was passiert, wenn ein Airbag auslöst. Vielfach darf man dabei selbst Hand anlegen – zum Beispiel beim Lackieren eines Autos in der „Virtual Reality“.

Wissensdurst – Das Fest für Bildung und Talente Wann: Sonntag, 2. Oktober 2022, 09:30 bis 16:00 Uhr Wo: Areal von WKO Steiermark, WIFI, FH CAMPUS 02 und Talentcenter, 8010 Graz

Eintritt frei! Programm unter www.wissensdurst-fest.at

Neue ImmobilienAbteilungsleiterin für SPAR-Zentrale Graz

Die 27-jährige Juristin Elisabeth Puntigam leitet seit Mitte August die Abteilung für Immobilien und Hausverwaltung in der SPAR-Zentrale in Graz. Sie war davor in der Expansionsabteilung von SPAR tätig.

Eine neue Herausforderung, die für die gebürtige Stradenerin mit großer Freude verbunden ist: Die Abteilung Immobilien und Hausverwaltung bei SPAR umfasst ein breites Aufgabengebiet. Auf Elisabeth Puntigam warten vielfältige Aufgaben, darunter Ver träge und Vereinbarungen mit neuen Standorten, die im Eigen tum von SPAR stehen oder angemietet wurden, die Betreuung der SPAR-Objekte samt Mietern, Abrechnungen von Betriebskosten und Budgetplanung. Auch juristische Agenden werden von der Ab teilung abgedeckt. „Mit Elisabeth Puntigam haben wir die perfekte Wahl getroffen. Sie hat bereits Erfahrung in unserer Expansions abteilung gesammelt und bringt auch die notwendige juristi sche Komponente mit in den neuen Aufgabenbereich mit“, erklärt SPAR- Steiermark-und-Südburgenland-GF Christoph Holzer.

„Spar war mir immer schon sympathisch“ Puntigams Weg verläuft schon seit langem parallel zu dem von SPAR: Sie wuchs auf einem Bauernhof in Straden auf, der bereits seit vielen Jahren steirische Beeren an SPAR liefert. Auch in ihrer Freizeit steht für die gesellige Führungspersönlichkeit Teamwork an erster Stelle, denn sie wirkt aktiv in der Marktmusikkapelle Straden mit. Elisabeth Puntigam ist bereit, in ihrer neuen Posi tion durchzustarten: „Ich bin unglaublich dankbar für diese große Chance bei SPAR, freue mich auf neue Herausforderungen und eine gute interne sowie externe Zusammenarbeit!“ Bei SPAR, einem zu 100% österreichischen Familienunternehmen, versprechen Aus bildung, Weiterbildung und Arbeitsplatz berufliche Sicherheit und viele Möglichkeiten, Karriere zu machen.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 57 LINKS: Foto: ORF / Hubert Mican , RECHTS: Anzeige Foto: SPAR / Foto Velchev

Sozialministeriumservice

Erfolgreich am Arbeitsmarkt!

Das Netzwerk Berufliche Assistenz.

Um Menschen mit Benachteiligungen und/oder Behinderung erfolgreich an den Arbeitsmarkt heranzuführen bzw. deren Verbleib im Erwerbsleben zu sichern und zu erhalten, stehen dem Sozialministeriumservice zahlreiche Unterstützungsleistungen und finanzielle Förderungen zur Verfügung.

Im Netzwerk Berufliche Assistenz (kurz NEBA genannt) hat das Sozialministeriumservice sechs Unterstützungsleistungen zusammengefasst, die österreichweit von über 180 Anbieter:innen umgesetzt werden.

Zielgruppe sind sowohl Menschen mit Behinderung als auch sozial benachteiligte Personen, insbesondere ausgegrenzte bzw. von Ausgrenzung gefährdete Jugendliche, aber auch Unternehmen.

NEBA begleitet alle Betroffenen bedarfsgerecht u.a. bei der Jobsuche oder dem Erhalt des Arbeitsplatzes und unterstützt auch Unternehmen bei der Personalakquise oder bei allfällig auftretenden Problemen.

Welche NEBA-Angebote gibt es?

Das Jugendcoaching richtet sich an Jugendliche ab dem individuellen 9. Schulbesuchsjahr sowie an abbruchsgefährdete Jugendliche unter 19 Jahren bzw. an Jugendliche mit Behinderung oder sonderpädagogischem Förderbedarf.

AusbildungsFit wendet sich an Jugendliche bis zum vollendeten 21. Lebensjahr bzw. bis zum vollendeten 24. Lebensjahr (für Jugendliche mit Behinderung) und soll vor allem als Vorbereitung auf eine berufliche Ausbildung dienen.

Die Berufsausbildungsassistenz (BAS) unterstützt Lehrlinge im Rahmen einer verlängerten Lehre oder Teilqualifikation. Die Unterstützung beginnt bei der Lehrstellensuche oder beim Abschluss des Lehr- bzw. Ausbildungsvertrages.

Die Arbeitsassistenz unterstützt bei der Arbeitsplatz- oder Lehrstellensuche, hilft bei der Sicherung von Arbeitsplätzen und der Bewältigung von Krisen.

Mit dem Jobcoaching werden die Stärken von Menschen mit Assistenzbedarf mehr herausgearbeitet und am konkreten Arbeitsplatz trainiert.

Das Betriebsservice berät Sie abgestimmt auf Ihren Betrieb, Ihre Anforderungen und Bedürfnisse gezielt über die Möglichkeiten der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung und welchen Nutzen Sie daraus erzielen können!

Alle Angebote können von den Betroffenen (Jugendliche, Angehörige, Unternehmen) kostenlos genutzt werden.

Infos unter: sozialministeriumservice.at neba.at

Einfach und sicher kommunizieren

SchoolUpdate – die sichere und smarte Kommunikationslösung für Bildungsund Betreuungseinrichtungen.

Schluss mit Kopieren, Austeilen und über Umwege informieren! Ob kurze Mitteilungen, Weitergabe von Schulterminen oder Schulveranstaltungen –SchoolUpdate vereinfacht die Kommunikation zwischen Schule, Lehrpersonen, Eltern und Schüler:innen.

SchoolUpdate wurde für Schulen sowie auch für Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen geschaffen, um die Kommunikation zwischen den Bildungspartnern zu verbessern und zu vereinfachen. Anwender des Systems sind einerseits Klassenlehrer:innen, Klassenvorständ:innen, Eltern/Erziehungsberechtigte und Schüler:innen. Neben Schulen profitieren andererseits auch Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen von SchoolUpdate – egal ob Kindergarten, Kinderkrippe oder Schülerhort. Die Kommunikation mit den Eltern wird hier zum „Kinderspiel“. Die SchoolUpdate-App hilft dabei, die gesamte Kommunikation einfacher unter einen Hut zu bringen. Sie erinnert mittels PushMessages, sobald neue Nachrichten eintreffen. Mit SchoolUpdate können Eltern ihr Kind u.a. mit wenigen Klicks abwesend melden und bekommen unmittelbar Nachrichten, sollte es zu Not- oder unvorhersehbaren Zwischenfällen in der Schule kommen. SchoolUpdate versteht und übersetzt viele Sprachen. Mithilfe der integrierten Übersetzungsfunktion können alle Nachrichten automatisch in die eigene Muttersprache übersetzt werden, was somit eine effiziente Kommunikation ohne Sprachbarrieren ermöglicht. Einfach und immer up to date – dafür steht SchoolUpdate.

bit media education solutions GmbH Denise Ragger, MA Tel.: +43 316 286 660 725 E-Mail: denise.ragger@bitmedia.at Web: www.schoolupdate.com

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Elevator Pitch 2022

Geschäftsidee präsentieren und bis zu 5.000 Euro gewinnen

Der Elevator Pitch der Jungen Wirtschaft geht in die nächste Runde. In diesem Wettbewerb werden bereits zum zehnten Mal die besten und zündendsten unternehmerischen Ideen gesucht, welche die steirische Wirtschaft begeistern. Im Rahmen dieser Initiative bekommen JungunternehmerInnen, MeisterInnen, GründerInnen und alle wirtschaftlich Interessierten (zwischen 14 und 40 Jahren) die Chance, neue und innovative Ideen für Produkte oder Dienstleistungen in 90 Sekunden – so lange dauert nämlich die Liftfahrt – zu präsentieren.

Das Finale mit den Pitches findet am 16.11. in der Energie Steiermark in Graz statt – save the date.

Auf www.elevatorpitch.st können sich Interessenten bis 2. November (24 Uhr) mit ihrer Idee bewerben.

Unter allen Bewerbungen wählt eine Jury die Besten aus, die ihre Idee im Lift präsentieren. Sie rittern um die Siegerprämie von 5.000 Euro. An den Zweitplatzierten gehen 2.000 Euro, an den Drittplatzierten 1.000 Euro.

Einreichungen bis 2. November 2022 auf www.elevatorpitch.st

Die glücklichen Sieger von 2021: (v.l.n.r.) Karlheinz Ganster „wizetackle“ (Platz 2), Andreas Krassnitzer „clir technologies“ (Platz 1), Niklas Hösl „Chargeprice“ (Platz 3), Verena Schindler und Markus Schatzmayer holten sich mit „sella“ den Publikumspreis.

GEMEINSAM STÄRKER.

Die größten Hürden im Leben kann man nur gemeinsam überwinden. Dafür stehen wir als Wirtschaftsbund Steiermark. Wir machen uns für jene stark, die Arbeitsplätze sichern und Wohlstand schaffen. Für Stabilität in unsicheren Zeiten: Gemeinsam stärker für steirische Unternehmen.

Werde auch du Mitglied der größten Interessensvertretung für Unternehmerinnen und Unternehmer in der Steiermark!

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WWW.WIRTSCHAFTSBUND.ST WIRTSCHAFTSBUND STEIERMARK

Regelmäßige Tankreinigung verbessert die Leistung Ihrer Ölheizung und verlängert die Lebensdauer.

Gefährliche Abfälle als Rohstoffquelle?

Für Haushalte, Betriebe und Abfallwirtschaft sind speziel le Abfälle wie Säuren, Laugen oder Lacke eine große Heraus forderung. Allerdings sind Rohstoffe aus Recycling wichtige Res sourcen für die Zukunft.

Öltank reinigen und Ressourcen schonen

In Zeiten steigender Preise und abnehmender Verfügbarkeit von Gas, Pellets, Brennholz und Co. wird die Ölheizung zur krisen sicheren Überbrückung. Damit ein störungsfreier Betrieb sicher gestellt ist, ist eine regelmäßige Tankreinigung und Entgasung sinnvoll. Denn Ablagerungen und Verunreinigungen in Tank anlagen können zu Korrosionen führen, Filter oder Brenndüse ver stopfen und sogar zu einem vermehrten Ölverbrauch führen. Der abgesaugte Ölschlamm wird von Saubermacher in speziellen An lagen für flüssige Abfälle verwertet. Ein Teil kann als gereinigtes Wasser in das Kanalnetz eingeleitet werden, Ölrückstände und Verschmutzungen werden thermisch verwertet und schonen als Ersatzbrennstoff wertvolle Ressourcen.

Nachhaltigkeitsberatung für Betriebe Allein in Österreich übernimmt Saubermacher jährlich insgesamt etwa 110.000 Tonnen gefährliche Abfälle, neben Wertstoffen wie Alt- und Trafoöl werden auch sämtliche Säuren, Laugen, Löse mittel, Emulsionen, Öl-Wassergemische, Lack- und Farbschlämme, Kunststoffdispersionen u.v.m. in eigenen Anlagen in der Steier mark und Niederösterreich aufbereitet und einer stofflichen Ver wertung zugeführt. Saubermacher erstellt praxisorientierte Nachhaltigkeitsstrategien für Unternehmen, unterstützt beim Ver meiden von Abfällen und optimiert den Ressourcenverbrauch. Dank verschiedener Maßnahmen bei Magna Steyr Graz konn te die Verwertungsquote auf 94 Prozent gesteigert werden. Ge meinsames Ziel ist es, in den nächsten Jahren auf 100 Prozent Kreislaufführung zu kommen.

Kontakt:

Tel. 059 800 5000 kundenservice@saubermacher.at saubermacher.at

Das Arbeitsrecht in Österreich: Was ist erlaubt? Welche Grenzen gelten?

Wissen Sie, welche Reglungen im österreichischen Arbeitsrecht zu beachten sind? Für die tägliche Personalarbeit ist es essenziell, dass Führungskräfte und Personalverantwortliche die gesetzlichen Reglungen kennen und wissen, was erlaubt ist und was nicht.

Arbeitsrechtsexperte MMag. Marco Riegler von Scherbaum und Seebacher klärt in unserer neuen E-Learning-Kursreihe auf, wie die rechtliche und soziale Beziehung zwischen Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in gesetzlich geregelt ist.

Modul 1: Rechtsgrundlagen im Arbeitsrecht

Im ersten Modul lernen Sie alles Wissenswerte zu den Rechts grundlagen, wie den Vertragsregelungen und den damit ver bundenen Klauseln. Wie müssen diese formuliert sein? Wann gel ten sie? Und wann sind sie nicht wirksam?

Modul 2: Der Einstellungsprozess

Sie suchen neue Mitarbeiter:innen? Dann hilft Ihnen unser E-Lear ning-Kurs dabei, wie Sie als Arbeitgeber:in neues Personal finden können, welche No-Gos es im Vorstellungsgespräch gibt und wie Sie den Einstellungsprozess, auch „Onboarding“ genannt, effizient gestalten können.

Modul 3: Arten der Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber:in und Arbeitneh mer:in kann auf viele verschiedene Arten geregelt werden. Wissen Sie, welche Beschäftigungsverhältnisse es in Österreich gibt und welche Verträge für welche Beschäftigung benötigt werden?

Modul 4: Entgelt

Das Entgelt ist mehr als nur das ausbezahlte Gehalt an Angestellte. Daher ist gewisses Know-how über Pauschalen, Prämien, Sonder zahlungen und weitere sogenannte „Betriebsübungen“ unerläss lich.

Lernen Sie alles, was Führungskräfte und Personalverantwortliche wissen sollten! Holen Sie sich jetzt Ihren kostenlosen Testzugang: www.mit.de/at/standard-content/compliance/arbeitsrecht/

Kontakt:

Sandra Brandner, MSc

Prokuristin, Team Lead Marketing & Sales

Tel: +43 664 61 99 726

E-Mail: sandra.brandner@mit-esolutions.at

60 /// FAZIT OKTOBER 2022
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Top-Ticket geht in Verlängerung

„Aufgrund der positiven Nachfrage und wird das Top-Ticket für Studierende für weitere sechs Semester bis inklusive Sommersemester 2025 verlängert“, freut sich Landesverkehrsreferent LHStv. Anton Lang. Ab dem Wintersemester 2019/2020 wurde die Studierenden-Freifahrt durch das neue Top-Ticket für Studierende abgelöst für alle öffentlichen Verkehrsmittel im steirischen Verkehrsverbund. Da es sich um eine Halbjahreskarte handelt, ist das Ticket auch in den Ferien gültig. Um nur 156 Euro pro Halbjahr sind Studierende seitdem in der gesamten Steiermark öffentlich mobil. Nicht nur die Fahrten zwischen Wohn- und Studienort, sondern auch alle anderen Fahrten innerhalb der Steiermark sind mit dem Top-Ticket möglich.

VCÖ-Mobilitätspreis für „regioMobil“ und GKB

Das Regionalmanagement Südweststeiermark hat im Jahr 2020 in den Bezirken Deutschlandsberg und Leibnitz das „regioMobil“ ins Leben gerufen. Das bedarfsorientierte Service ergänzt den öffentlichen Linienverkehr. Zusätzlich gibt es das „Weinmobil“. Für mobilitätseingeschränkte Personen bietet regio Mobil auch Hausabholungen an. Die Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH ist einer der Mobilitätspartner bei diesem Mikro-ÖV-Projekt. Die Auszeichnung als vorbildliches Projekt beim VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark nahmen die stv. Regionsvorsitzende Bernadette Kerschler und GF Lasse Kraack vom Regionalmanagement Südweststeiermark sowie Peter Kronberger und Projektleiterin Doris Hahn von der GKB entgegen.

Effektiver Schutz bei Cyber-Attacken

Cyber-Angriffe nehmen welt weit stark zu. Auch in Öster reich werden immer mehr Unternehmen und öffentliche Körperschaften Opfer von Cy ber-Kriminalität.

Durch die laufende Weiterent wicklung im IT-Bereich werden die Strategien von Hackern im mer ausgeklügelter. Die Mög lichkeiten der Anonymisierung und Verschlüsselung begüns tigen die Verbreitung von Cy ber-Kriminalität und machen die Rückverfolgung immer schwieriger. Phishing-Attacken,

E-Mail- und Malware-Angriffe stellen Cybercrime-Opfer nicht nur vor ständig neue technische Herausforderungen, sondern ziehen im schlimmsten Fall auch enorme finanzielle Konse quenzen nach sich.

Individueller Versicherungs schutz und 24h-Support In Kooperation mit der Wiener Städtische Versicherung AGVienna Insurance Group bietet die Steiermärkische Sparkasse ein innovatives Sicherheitspa ket an, mit dem sich Unterneh men und Körperschaften auch

vor den finanziellen Risiken op timal absichern können. „s Cyber-Protect“ schützt Sie nicht nur bei Datendiebstahl und bei Beschädigung oder Ver lust Ihrer Daten, sondern auch bei Haftungsfragen und ent standenen Schäden bei Dritten mit einer Deckungssumme von bis zu 1. Mio. Euro. Der Versicherungsschutz mit „s CyberProtect“ wird optimal auf die Unternehmensbedürfnisse ab gestimmt und umfasst einen professionellen Support durch eine 24-h-Hotline. Per Fernwartung oder falls notwendig auch

direkt bei Kund:innen vor Ort steht mit entsprechender tech nischer Expertise sofort Unter stützung zur Verfügung.

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Kurz & News
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Unfallvermeidung bei Volksschulkindern

Rund 17.000 Volksschüler haben in den letzten Jahren im Kindersicherheitshaus „Bärenburg“ am LKH-Univ.-Klinikum Graz gelernt, wie sie sich vor „unnötigen“ Unfällen schützen können. Die Vermittlung dieser „Life Skills“ ist zu einem Fixpunkt am Unterrichtsplan der meisten Grazer Volksschulen geworden. Jugendstadtrat Kurt Hohensinner unterstreicht die besondere Bedeutung der Prävention: „Kinder wollen alles ausprobieren und entdecken. ‚Große schützen Kleine‘ ist nicht nur Motto, sondern eine wichtige Pflicht unserer Gesellschaft. Über 2.000 Kinder im Jahr lernen durch die Bärenburg spielerisch und anhand von praktischen Beispielen gefährliche Situationen einzuschätzen und wie sie sich vor diesen schützen können.“

Thomas Krenn wird neuer GF des ACstyria

Insgesamt 22 Bewerber haben sich dem Hearingprozess gestellt. Dabei überzeugte Thomas Krenn die Kommission nicht nur durch umfassendes Know-how und kreative Ideen für die Weiterentwicklung des Clusters, sondern auch durch seine sozialen Kompetenzen. Er übernimmt die Geschäftsführung mit 1. Jänner 2023. „Ich freue mich, dass wir mit Thomas Krenn einen kompetenten Fachmann mit großer Motivation und Gestaltungswillen für die Geschäftsführung unseres Mobilitätsclusters ACstyria gewinnen konnten. Ich wünsche ihm für seine neue Aufgabe viel Erfolg“, so Wirtschaftslandesrätin Barbara EibingerMiedl, die sich zugleich bei Christa Zengerer für ihre Tätigkeiten in den letzten Jahren herzlichst bedankt.

Freundschaftstreffen der steirischen SPÖ

Die SPÖ Steiermark hat am 16. September mit dem SPÖ Landtagsklub in Gössendorf das traditionelle Freundschaftstreffen veranstaltet. Rund 400 ehemalige Mandatare und Mandatarinnen der steirischen Sozialdemokratie sind der Einladung zum Austausch gefolgt. „Die Sozialdemokratie ist eine Familie, zu der man auch gehört, wenn ein Mandat endet. Wir teilen Werte und Vorstellungen sowie den Wunsch, unser Umfeld so zu gestalten, dass alle Menschen ein gutes Leben führen können. Dafür danke ich allen ehemaligen Mandataren, denn sie haben die Steiermark entscheidend mitgeprägt und viele von ihnen sind bis heute ehrenamtlich engagiert“, so der SPÖ-Klubobmann im Landtag, Hannes Schwarz, der zum Treffen geladen hatte.

Kurz & News
Fotos: Große schützen Kleine, SPÖ Stmk, Land Steiermark
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Ehrung für steirische WKO-Funktionärinnen

Vorhang auf für die Funktionärinnen der WKO Steiermark: Im Eu ropasaal der Wirtschaftskammer wurden Mitte September rund 50 steirische Unternehmerinnen gewürdigt. „Als Funktionärin nen der WKO Steiermark leisten Sie einen wichtigen Beitrag für die Interessen der Wirtschaft und damit für unser aller Wohlstand. Umso mehr freut es mich, dass nicht nur der Anteil der Unterneh merinnen steigt, sondern eben auch jener der Funktionärinnen in der WKO“, dankte Vizepräsidentin Gabi Lechner gemeinsam mit Brigitte Bierlein. Die ehemalige Bundeskanzlerin trat an die sem Abend auch als Keynote-Speakerin auf, berichtete über die Entwicklung der Frauenrechte und diskutierte im Anschluss über Frauen in Führungspositionen.

Flüge Graz – Stuttgart sind zurück

Saubermacher eröffnet Green Village in Graz

Lebensraum, Bewusstseinsbildung und Kunst: Am SaubermacherStandort Puchstraße ist seit kurzem am Murufer ein neuer Le bensraum für Tiere entstanden. In seiner Verantwortung errichte te der Betrieb eine rund 1.000 m2 große Lärmschutzwand samt Begrünung. Bunte Vogel- und Nistkästen, die von den Kindern der Volksschule Schönau gestaltet wurden, bieten ein Zuhause für In sekten, Vögel und Co. Nach knapp einem halben Jahr Bauzeit wur de die Lärm- und Sichtschutzwand am 22. September im Beisein von Bgm.in Elke Kahr, Vize-Bgm.in Judith Schwentner und Stadt rat Kurt Hohensinner feierlich eingeweiht. Ein Malwettbewerb mit Grazer Volksschulen soll Kinder anregen, sich mit Abfalltrennung und Recycling auseinanderzusetzen.

Die Fluglinie Eurowings nimmt die Flüge von Graz nach Stuttgart wieder auf. Seit 19. September ist der Flughafen Graz wieder mit der wichtigen deutschen Wirtschaftsregion Baden-Württemberg bzw. deren größten Stadt, Stuttgart, per Direktflug verbunden. Ein wichtiger Schritt, nicht nur für die steirische Wirtschaft, wie Wolfgang Grimus, Geschäftsführer des Flughafen Graz, bestätigt: „Stuttgart gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Städten Europas und spielt vor allem, aber nicht nur für die Automobilbran che eine große Rolle. Baden-Württemberg ist auch ein wichtiger Incoming-Markt für den steirischen Tourismus. Wir freuen uns da her sehr, wieder einen Direktflug in diese Region anbieten zu können.“

Wohnraum ist Lebensraum!

Wir beleben unsere Zentren, erhalten unseren Grünraum und machen Wohnen wieder leistbar.

Mit der neuen Bau- und Raumordnung, Zweitwohnsitzund Leerstandsabgabe.

Kurz & News
Fotos: WKO Stmk, Saubermacher
Foto: Peter Drechsler

Alt-LH Schützenhöfer wird Kuratoriumsvorsitzender des UMJ

Das Universalmuseum Joanneum mit 20 Sammlungen und rund fünf Millionen Objekten hat traditionsgemäß ein Kuratorium, das im Sinne einer Weiterentwicklung für die Landesregierung bera tend und für die Geschäftsführung des Hauses unterstützend tä tig ist. Das Kuratorium ist ein ehrenamtliches Gremium und dem Gründungsgedanken des Joanneums verpflichtet. Mit Beschluss der Landesregierung wurden 25 Kuratoriumsmitglieder für die Funktionsperiode von fünf Jahren bestellt. In der konstituieren den Sitzung vom 13. September wurden aus der Mitte des neu en Kulturkuratoriums Neo-Mitglied Hermann Schützenhöfer einstimmig als Vorsitzender sowie Elgrid Messner und Angelika Johanna Meran als seine Stellvertreterinnen gewählt.

„Wagner Breze“ bei Spar Premium

Die beliebten Wagner Brezen der Bäckerei Strohmayer zählen zu den Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt: In der Bäcke rei im Grazer Viertel Gries werden die beliebten Brezen seit der Zwischenkriegszeit handgebacken. Das Gebäck gibt es ab sofort österreichweit tiefgekühlt als 6er-Pack im Premium-Sortiment bei Spar. „Ein traditionelles Familienunternehmen, das mit echter Lei denschaft geführt wird – genau das ist das Erfolgsrezept für Qua lität. Wir bieten die klassischen Brezen bereits in 130 Standorten in der Steiermark und im Südburgenland zum Selbstaufbacken an. Das Produkt gibt es aber sogar bei vielen unserer Standorte in ganz Österreich“, so Christoph Holzer, GF von Spar Steiermark.

Photovoltaikpark als Grün-Turbo für Industrie

Raiffeisen und Caritas rufen zu Solidarität auf Angesichts der jüngsten Entwick lungen hat Raiffei sen Steiermark ein Maßnahmenpa ket geschnürt, das neben finanziellen

ebenso gesellschaftliche Instrumente zur Bewältigung von all täglichen Herausforderungen der Menschen beinhaltet. Ein we sentlicher Teil davon ist der Sozialfonds „Wir hilft ─ für gesell schaftlichen Zusammenhalt“, der in Partnerschaft mit Caritas Steiermark umgesetzt wird. Konkret wird durch den Sozialfonds die Möglichkeit geboten, den Klimabonus und andere staatliche Zuschüsse an Menschen zu spenden, die dringend Unterstützung benötigen. Abgewickelt werden die lukrierten Gelder über ein eingerichtetes Spendenkonto von Raiffeisen in Kooperation mit der Hilfsorganisation Caritas Steiermark.

AK bekommt einen neuen Direktor

Der Vorstand der steirischen Arbeiterkammer stellte am 16. Sep tember die Weichen für die Nachfolge von AK-Direktor Wolf gang Bartosch, der nächstes Jahr seine Pension antritt. Ihm wird mit Hans Scheuch ein erfahrener Jurist nachfolgen. Der 15-köpfi ge Vorstand der steirischen AK wählte in seiner Sitzung einstim mig Hans Scheuch für diese Funktion. Der promovierte Jurist ist ein Spezialist für arbeitsrechtliche Fragen und hat als langjähri ger Leiter der Personalabteilung der Arbeiterkammer seine Füh rungsqualitäten unter Beweis gestellt. Er wird am 1. Oktober 2022 die Funktion des stellvertretenden Direktors übernehmen und am 1. Juli 2023 mit dem Pensionsantritt von Wolfgang Bartosch die Funktion des Direktors.

Angesichts der Preisturbulenzen auf den Energiemärkten halten starten die Energie Steiermark und der Grünstromerzeuger Enery ein neues Kooperationsprojekt mit nachhaltiger Signalwirkung: Mit einer Investitionssumme von rund 4,4 Mio. Euro wird in Frau ental an der Laßnitz eine 50.000 m2 große Photovoltaik-Freiflächenanlage errichtet. Die Inbetriebnahme soll im April 2023 erfol gen. Bereits im Vorfeld konnte der internationale Industriebetrieb Lenzing AG als erster Großabnehmer für den dort erzeugten grünen „Sonnenstrom“ gewonnen werden: Das weltweit agierende Unternehmen beschäftigt rund 8.000 Mitarbeiter und erzielte 2021 einen Jahresumsatz von 2,2 Mrd. Euro. Lenzing hat sich die Strombezugsrechte aus der Anlage für die kommenden 20 Jahre gesichert.

64 /// FAZIT OKTOBER 2022 Kurz & News
Fotos: UMJ / J.J.
Kucek, RLB Steiermark
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photoworkers, AK, Spar
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Werner Krug,

5 Jahre Spar-Sommercamp

40 Kinder von Spar-Mitarbeitern sowie Einzelhändlern hatten be reits zum 5. Mal die Gelegenheit, zwei Wochen lang Spiel, Span nung und viel Spaß zu erleben. Im Spar-Sommercamp lernen die Kinder die Betriebsfeuerwehr kennen, erleben die Interspar-Bä ckerei hautnah beim Backen eigener Kunstwerke, können sich am benachbarten Spielplatz austoben und kommen bei einer gesun den Jause und einem Mittagessen zur Ruhe. Organisiert und be treut wird das Projekt von Karin Kitzer-Puntigam, die im Bereich Expansion tätig ist und selbst zwei Kinder hat. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Camp als Unterstützung für die Eltern anbie ten können! Gleichzeitig geben wir den Kindern Einblick in das Be rufsleben der Eltern.“

Gemeinsam für leistbares Wohnen

Am 16. September tagten die Wohnbaureferenten der Bundeslän der unter dem Vorsitz des steirischen Wohnbaulandesrats Hans Seitinger in Graz. Die Spitzenvertreterinnen und Spitzenvertreter der Länder stellten dabei insbesondere die Themen leistbares und ökologisches Wohnen in den Mittelpunkt ihrer Beratungen. „Die hohe Inflation sowie Bau-, Energie- und Betriebskostensteigerun gen setzen den Wohnbau in ganz Österreich unter Druck und die Bereitstellung von leistbarem Wohnraum für die Bürgerinnen und Bürger wird zunehmend schwierig”, erläutert Seitinger: „Wir wol len, dass sich die Menschen Eigentum wieder leisten können, ins besondere durch Erleichterungen bei Steuern und Gebühren, gera de für junge Menschen.“

„Gady Tracht“ wurde offiziell vorgestellt

Die Gady Family hat Anfang September in Lebring eine regiona le Tracht vorgestellt, die offiziell in die Sammlung der steirischen Trachten aufgenommen wurde. Die „Leibnitzer Tracht – Edition Gady“ wurde von der Gady Family in Kooperation mit dem Steiri schen Heimatwerk entworfen. LH Christopher Drexler und Volks kultur Steiermark-GF Simon Koiner-Graupp überreichten Philipp Gady das Zertifikat. Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Tracht in die offizielle Sammlung aufgenommen wurde. Dies ist – als süd steirisches Familienunternehmen – ein echtes Bekenntnis zur Re gion und gelebten steirischen Volkskultur. Tradition gehört neben Vertrauen, Stolz und Leistung zu unserem Wertequartett“, freut sich GF Philipp Gady.

„Theaterlust“ im Stadttheater Leoben

Erinnern Sie sich noch an den Film „Ghost – Nachricht von Sam“?

Die Geschichte einer Liebe weit über den Tod hinaus. Fabrice Ro ger-Lacans neue Komödie weist gewisse Ähnlichkeiten auf und ist doch ganz anders. „Noch einen Augenblick“ ist eine gefühlvolle, ro mantische, aber auch groteske Komödie, die sich mit Trauer, Neu beginn und der großen Liebe auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht Suzanne, eine gestandene Frau, die von drei Männern um worben wird. Und mit Julien, Max und Simon präsentiert der Autor drei Herren, die unterschiedlicher nicht sein können. Einzig ver eint in ihrer jeweils speziellen Hingabe für Suzanne. Termin: Stadt theater Leoben, Homanngasse 5, 8700 Leoben, Mittwoch, 5. Okto ber, 19:30 Uhr

Herbstfest bei Mercedes Pappas

Nun ist auch in der Steiermark die neue Mercedes-Benz T-Klasse am Markt. Sie ist ein Multitalent für Familienalltag und Freizeit. Zu diesem Anlass wurde der neue Ge brauchtwagenstandort in Premstätten sowie das 25-Jahr-Jubiläum am 17. September mit einem Herbstfest für Kunden, Ehrengäste und Freunde des Hauses Pappas Steier mark GmbH gefeiert. Zu den Highlights gehörten ein Bieranstich mit Vize-Bgm.in Ingrid Baumhackl und dem Bürgermeister a. D. Hern Anton Scherbinek, eine 30 Meter hohe Drehleiter der FFW Kalsdorf, ein Grillstand mit der FFW Premstätten, Nutzfahrzeugaus stellung, Kinderprogramm, Werkstattführungen und ein Gewinnspiel. Am Nachmittag sorgte die Musikgruppe „Egon 7“ sensationelle Stimmung.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 65 Fotos: Pappas Steiermark GmbH, Hermann Posch, MCG/Wiesner, Land Steiermark/ Erwin Scheriau, Spar / Velchev

Ford Gaberszik: 1 Jahr neue Verkaufsräume

Gut ein Jahr ist es her, seit man sich bei Ford Gaberszik dazu entschloss, seine Verkaufsräume zu modernisieren bzw. zu erweitern. Grund genug, einen kleinen Überblick zu bieten, was sich seither getan hat.

Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich mitunter dadurch aus, dass man gerade in schwierigen Zeiten bereit ist zu investieren. Bestes Beispiel dafür ist das Grazer Traditionsautohaus Gaberszik mit der Modernisierung seiner Räumlichkeiten. Mit diesem Umbau wird seither die breite und vielfältige Pkwund Nutzfahrzeugpalette von Ford den Kunden in einem modernen Schauraum präsentiert, in dem das speziell geschulte Team, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden, beraten wird. Gerade dem wachsenden Nutzfahrzeugbereich wurde damit die Aufmerksamkeit und auch der Platz geschenkt, die er verdient. „Die Investition hat sich gelohnt“, so Maria Gaberszik vom gleichnamigen Autohaus. „Ford liegt kumuliert per Juli mit einem Marktanteil von 23,08 % unangefochten wieder an 1. Stelle der Zulassungsstatistik. Im modernen Schauraum kann die gesamte Modellpalette – vom Stadtlieferwagen Courier, über Connect, Custom, Transit bis hin zum Ranger besichtigt werden“, so Gaberszik weiter.

E-Transit, der Allrounder

Die Zukunft der Automobilbranche liegt mittlerweile nicht mehr bei Verbrennungsmotoren, sondern geht mehr und mehr Richtung E-Mobilität. Diesem Trend folgend hat Ford bereits einige Modelle auf den Markt gebracht. Nun hat Ford sein „Arbeitstier“, den Transit, elektrifiziert. Der kraftvolle Elektroantrieb leistet wahlweise 135 kW/184 PS oder 198 kW/269 PS bei einem beeindruckenden Drehmoment-Spitzenwert von 430 Newtonmetern. Die 77-kWh-Batterie des E-Transit mit ihrer nutzbaren Kapazität von 68 kWh (acht Jahre Garantie bei einer Laufleistung von 160.000 km) ermöglicht eine rein elektrische Reichweite nach WLTP-Norm von bis zu 258 Kilometern (135 kW-Motor) oder 305 Kilometern (198 kW).

Pick-up der Sonderklasse – der Ford Ranger

In den Startlöchern steht auch bereits der neue Ranger: Ende September werden der Ranger Raptor und Ranger Wildtrak auf der IAA in Hannover präsentiert. Im Dezember wird der neue Raptor dann auch in Österreich erhältlich sein. Doch damit nicht genug der neuen Modelle: Im Frühjahr sollen dann die neuen Limited- und Wildtrak-Versionen des neuen Ranger den Markt erobern. Übrigens: Das Autohaus Gaberszik wurde vom Fachmagazin „Der Firmenwagen“ erneut zum Nutzfahrzeugzentrum des Jahres 2022 erkoren.

Autohaus A. Gaberszik

66 /// FAZIT OKTOBER 2022
Anzeige Fotos: Ford, Gaberszik (Schauraum)
OHG Fabriksgasse 15 8020 Graz Telefon: 0316 710171-0 www.ford-gaberszik.at
Maria Gaberszik, Christian Bauer
und
mit dem neuen E-Transit.

Solide Halbjahreszahlen der RLB Steiermark

Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2022 mit 175,5 Mio. Euro ein ausgezeichnetes Betriebsergebnis. Beeinflusst wurde dieses allerdings durch die aktuelle geopolitische Lage. Generaldirektor Martin Schaller erklärt dazu: „Banken sind ein Spiegelbild der Wirtschaft. Selbstverständlich spüren auch wir die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in der Ukraine und die globalen Marktturbulenzen. Wir haben in den vielen Jahren davor durch eine umsichtige Geschäftspolitik entsprechende finanzielle Puffer aufgebaut, die unseren Kunden nun zugutekommen. Dadurch bleiben wir auch in bewegten Zeiten ein stabilisierender Faktor für den heimischen Wirtschaftsstandort.“

Innovationsturbo für Kleinbetriebe

Wie kann man steirischen KMU dabei helfen, der Stagnationsspirale zu entgehen und in veränderungsintensiven Zeiten erfolgreich am Markt zu bestehen? Antwort auf diese Frage fand die WKO in Form einer professionellen Innovationsbegleitung, die seit 2017 unter dem Begriff „Restart-up“ vom Innolab angeboten wird und die seit 2020 von der Steiermärkischen Sparkasse unterstützt wird. Die Idee dahinter: Etablierte Unternehmen erkennen mithilfe externer Profis das Innovationspotenzial, das in ihrem Betrieb steckt, und stellen sich aktiv einem Erneuerungsprozess. Hunderte Unternehmen wurden seither betreut, mit marktgerechten Produkten, Services oder Verfahren und neuen Geschäftsmodellen starten sie neu durch.

Kurz & News
Fotos: Foto Fischer, RLB Steiermark / Kanizaj

Bauen & Wohnen

Bauinnung begrüßt Förderungsreform

Mit der Förderung von Sanierungen wird vielfacher Mehrwert geschaffen, betonten Klubobmann Hannes Schwarz und LR Johann Seitinger.

Steiermark attraktiviert Sanierungsförderung

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und im Hinblick auf den Klimaschutz reformiert das Wohnbauressort des Landes Steiermark die Förderschienen für Wohnhaussanierungen. Das Ergebnis sind attraktive Fördermodelle für leistbaren Wohnraum.

Das Land Steiermark legt bei seinen Wohnbauförderungen einen besonderen Fokus auf Sanierungen, denn diese bringen einen vielfachen Mehrwert. Wer sein Haus oder seine Wohnung saniert, kann Energie sparen und damit das Klima und die Geld börse schonen. Eine geförderte umfassend sanierte Wohnung re duziert den Heizwärmebedarf durchschnittlich um rund 70 Pro zent. Außerdem werden durch den Erhalt bestehender Gebäude wertvolle Böden vor zusätzlicher Versiegelung geschützt. Wohnbaulandesrat Hans Seitinger und Klubobmann Hannes Schwarz haben ein Paket zur Reform der Sanierungsförderungen des Landes geschnürt. „Wohnen ist ein Grundbedürfnis und mit dieser umfassenden Reform sorgen wir für leistbaren Wohnraum, schützen das Klima und entlasten die Steirerinnen und Steirer“, so Seitinger und Schwarz. Durch die Attraktivierung der Förder schienen wird damit gerechnet, dass die Anzahl der thermischenergetischen Sanierungen um rund zehn Prozent gesteigert wer den kann.

Vereinfachung der Fördermodelle

Im Zuge der Reform erfolgt eine Vereinfachung der unterschied lichen Förderungen. So wird in Zukunft verstärkt auf einmalige Förderbeiträge anstatt der mehrjährigen Annuitätenzuschüsse gesetzt. Die Förderungen bewegen sich je nach Umfang der Sanierungsmaßnahmen zwischen 15 und 30 % der förderbaren Kosten. Die rechtliche und technische Umsetzung der Sanierungs reform erfolgt im Herbst, sodass die Änderungen mit 2023 in Kraft treten. Neben den Förderungen des Landes Steiermark besteht auch die Möglichkeit, Förderungen des Bundes zu beantragen.

Am 8. September präsentierte die steirische Landesregierung eine Reform der Förderungen für die Wohnhaussanierung. Sie sieht eine Vereinfachung der Förderschienen vor, statt mehr jähriger Annuitätenzuschüsse, die einen Bankkredit voraus setzen, soll es verstärkt einmalige Förderbeiträge geben. Ein Schritt, der seitens der steirischen Bauinnung vor dem Hinter grund steigender Energiepreise und in Hinblick auf den Klima schutz als „erfreuliche Konsenslösung“ begrüßt wird, wie Innungsmeister Michael Stvarnik betont: „Wir haben in der Vergangenheit immer wieder auf den Handlungsbedarf hin gewiesen. Die Maßnahmen kommen den erfolgten Änderun gen bei den Geschoßwohnbauförderungen, aber auch den ge sellschaftlichen Bedürfnissen und jenen der Bauwirtschaft entgegen. Für die steirische Bauwirtschaft mit ihren 3.000 Mit gliedsbetrieben und 15.000 Mitarbeitern stellt der geförderte Wohnbau ein wesentliches Standbein dar. Für den Bau, als Kon junkturmotor schlechthin, ist es ein Anliegen, leistbaren Wohn raum in der Steiermark zu schaffen“, so Stvarnik abschließend.

FAZIT OKTOBER 2022 /// 69
Foto: Land Steiermark / Binder
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& Wohnen

Studie der s Bausparkasse zur Wohnsituation

Die meisten Steirer zeigen sich mit ihrer Wohnsituation „sehr zufrieden“ (75 %), so das Ergebnis einer 2021 von der s Bausparkasse durchgeführten Wohnstudie, erklärt Gerhard Fabisch, Vorstands-Vorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse. Die Nachfrage nach steirischen Immobilien ist und bleibt jedenfalls hoch. Damit steigt das allgemeine Preisniveau – besonders in Graz und Umgebung. Dort muss man mit einem Durchschnittspreis von 4.500 Euro/m² bei Erstbezug bzw. 2.800 Euro/m² für gebrauchte Immobilien rechnen. „Parallel dazu werden die Darlehenssummen stetig höher“, betont Andreas Kaim, Vorstand der s Bausparkasse. Ein weiterer Trend bei Wohnraumfinanzierungen: War vor fünf Jahren noch der klassische (Haus-) Neubau Hauptgrund für ein Wohnbau-Darlehen, ist es zurzeit der Kauf. Dies ist eine der Auswirkungen der mangelnden Leist-

barkeit von Wohneigentum: Grundstückserwerb und Hausbau ist für viele nicht mehr möglich – daher wird auf Bestandsimmobilien bzw. Genossenschaftswohnungen mit Kaufoption ausgewichen. Analog dazu nehmen auch die Darlehensanträge im Bereich Renovieren und Sanieren zu.

Bauen
Stmk.-Vorstand Gerhard Fabisch, Peter Strohmaier (Retail) und Andreas Kaim (s Bausparkasse) Foto: Margit Kundigraber
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FAZIT OKTOBER 2022 /// 71
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Best of Fazitportrait

Anständig angezogen

72 /// FAZIT OKTOBER 2022

Seit mehr als 80 Jahren trotzt das Babyund Kindermodengeschäft Gerstner am Grazer Franziskanerplatz den Stürmen der Modebranche und dem Onlinehandel.

Der Familienbetrieb in dritter Generation setzt so konsequent wie erfolgreich auf Kindertrachten, Anlassmode und Qualität.

Wenn es stimmt, was der Philosoph Ernst Bloch gesagt hat, nämlich dass das eigentliche Paradies, die Heimat, in die wir zurückkehren wollen, die Kindheit ist, dann ist das Paradies am Franziskanerplatz in Graz. So erscheint es zu mindest vielen frischgebackenen Eltern, die das Kindermodenge schäft Gerstner »Zum Storch« noch aus eigenen Kindheitstagen kennen und dort vielleicht sogar eingekleidet wurden. Oder Groß eltern, die von sich Gleiches behaupten können. Oder Urgroßel tern. Und – man glaubt es kaum – deren Eltern, die dort zumindest eingekauft haben könnten, denn irgenwer muss bereits im Jahr 1938 Kundschaft gewesen sein. Damals, vor 81 Jahren, entschloss sich eine 35-jährige Abteilungs leiterin vom Kaufhaus Kastner und Öhler, selbständig zu werden. Ihre Name: Grete Gerstner. Ihre Geschäftsidee: ein Kindermoden geschäft. Unmittelbar an die Außenmauern der Franziskaner kirche schmiegten sich schon damals kleine, aus heutiger Sicht romantische Läden aus dem 19. und 20. Jahrhundert. In einem dieser Läden fand sie sprichwörtlich Unterschlupf, denn damals war das Geschäft noch wesentlich kleiner als es sich heute prä sentiert. Wer konnte schon wissen, dass ein Jahr später der Zweite Weltkrieg ausbrechen und vom Geschäft nur Schutt und Asche üb rigbleiben würde? Es folgte eine sogenannte »Umquartierung« auf den nahegelegenen Kapaunplatz, wo sich heute noch Lager und

FAZIT OKTOBER 2022 /// 75 Fazitportrait

Auslagen befinden. Die zerbombten Anbauten an die Franziska nerkirche wurden wieder aufgebaut und neben den zahlreichen Fleischereien im sogenannten »Kälbernen Viertel« etablierte sich das winzige Kindermodengeschäft unter der strengen Führung von Grete Gerstner von Neuem.

Altmodische Werte

Die alte »National«-Registrierkassa für das Bargeld links neben dem Eingang, die noch in Kronen und Heller rechnen würde, re präsentiert nach wie vor die Tradition des Familienbetriebes und steht auch für vorgeblich altmodische Werte wie Qualität und Verläßlichkeit, Eigenproduktion und Stolz, aber auch für per sönliche Bedienung auf der einen Seite und Kundentreue auf der anderen. Tatsächlich versteckt sich unter der Kassa ein Compu ter mit Bildschirm und zeitgemäßer Rechnersoftware. Die »gute alte Zeit«, die bekanntlich so gut auch wieder nicht war, ist gerne Gast im Franziskanerviertel, weil die Sehnsucht nach einer glück lichen Vergangenheit zumeist größer ist als die Sehnsucht nach dem Glück der Gegenwart. Im Geschäftsleben bleibt für derarti ge Romantisierungen allerdings wenig Platz. Ausdruck dafür ist nicht nur der Computer, sondern viele kleine Nachjustierungen im Geschäft, die auf den ersten Blick gar nicht auffallen – genau das ist ja auch das Kunststück, das gelingen muss, wenn Alther gebrachtes so erhalten bleiben soll, dass der Romantiker in uns nicht enttäuscht wird, und der überzivilisierte Wohlstandsneuro tiker trotzdem auf seine Kosten kommt. Man kann sich vorstellen, wie ungemütlich es seinerzeit in diesen kleinen Geschäften war, eiskalt im Winter, unerträglich heiß im Sommer, jedes Öffnen der Eingangstür eine klimastrategische Überlegung. Kein Wunder, dass die alten Geschäftsleute gern ein strenges Regiment geführt haben, im Innenverhältnis mit ihren Angestellten, im Außenver hältnis mit den Kunden. Letztere durften bestenfalls Könige sein, niemals aber Partner so wie heute, aber auch nicht verzweifelte Selbstbesorger wie im Baumarkt. In einer selbstbedienungsge wohnten, aber nicht mehr alltagstauglichen, weil überspezialisier

ten Gesellschaft, deren letzte Generation einen Tankwart gerade einmal für einen Panzermechaniker hält, ist Kundenbedienung heute zu einem heiklen Balanceakt zwischen Aufdringlichkeit und Vernachlässigung geworden. Auch hier sorgen kleine Veränderun gen der jetzigen Chefin für große Wirkung.

Hängen und/oder legen? Eva Tiefnig, die seit 1983 im Geschäft ist, hat 1996/97 von ihrer Mutter Margarete Zaunschirm in dritter Generation Kindermoden Gerstner übernommen und einen klugen Kompromiss gewählt. Der zunächst wirklich winzige Laden konnte sein Raumangebot in der 1970er Jahren zwar um das rechts daneben gelegene ehe malige Geschäftslokal einer Fleischerei auf 37 Quadratmeter ver doppeln, aber aufgrund der noch immer geringen Verkaufsfläche wurde die Ware nach wie vor nicht hängend, sondern im Regal untergebracht – also stark personalgebunden, wenn auch näher am Kunden. Das änderte sich erst ab 2008, als die an der linken Flanke angrenzende Trafik schloss, und damit ein weiterer Raum dazukam, sodass nunmehr rund 55 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Damit war endlich genug Platz, um die mannigfaltige Ware zum Teil auch hängend zu präsentieren. So kann die Kundschaft auch selbständig gustieren und muss sich nicht jedes Stück extra vorlegen lassen, was heutzutage kaum jemand mehr gewohnt ist. Trotzdem ließ Eva Tiefnig die personalintensive Fachbedienung bestehen, wodurch neben ihr selbst und ihrer Mutter immer auch drei Verkäuferinnen im Geschäft sind, un d die Kundennähe sowie die traditionelle Atmosphäre über die Jahre erhalten blieben. »Das mag konservativ oder altmodisch sein, aber im positiven Sinn!«, strahlt die Chefin und man glaubt ihr aufs Wort.

Eigene Kleiderproduktion

Angesichts der soziokulturellen Umbrüche und der grundlegen den Änderung so vieler anderer Rahmenbedingungen in den letz ten 81 Jahren grenzt es an ein Wunder, dass das Kindermodenge schäft Gerstner nach wie vor Bestand hat. Zum einen mag es an

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Das mag konservativ oder altmodisch sein, aber im positiven Sinn!
Eva Tiefnig

der vorwiegend traditionell ausgerichteten Kleidermode liegen. Dirndl, Lodenjanker, Lederhosen und sonstige Trachtenstücke sind nicht so sehr den rasant wechselnden Modetrends ausgelie fert, Erstausstattungen vulgo Nachhausegewand und Babystan dards sind beliebte Geschenksideen und Mitbringsel. Auch An lassgewand für Taufe, Kommunion oder Hochzeit sind fixe Posten, denen offenbar nicht einmal der Gottseibeiuns der Handelsleute, der Onlinehandel, allzu nahe kommt. Zum anderen hat der Erfolg von Gerstner, dessen Umsatz mit insgesamt zehn (Teilzeit-)Mit arbeitern kontinuierlich weit über der Halbmillioneneurogrenze liegt, auch etwas mit Kontinuität und mit Konsequenz zu tun: in der Auswahl der Kernmode, in der Unternehmensführung und in der eigenen Geschichte, vor allem der Gründerin. Deren Tochter Margarete Zaunschirm, die seit 1955, ihrem 14. Lebenjahr im Ge schäft steht, weiß, wie Grete Gerstner ihren Ruf gefestigt hat, auch in schweren Zeiten für alle etwas zu haben: »Die Mutter konnte aus alten Sachen, die gewendet wurden, neue machen.« Bis heute gehört neben dem Handel die Erzeugung der Bekleidung zu den großen Stärken des kleinen Betriebes. Insbesondere die in dieser Ausgestaltung sonst nirgends erhältlichen Kindertrachten mit den dazupassenden Accessoires – vom exakt abgestimmten Kap perl bis zum Hemd mit dem gleichen Muster wie die Aufschläge der Hose oder Partnerlook zwischen Mutter und Tochter – brin gen das Elternherz zum Schmelzen. Ebenfalls bis heute gelten die Maximen von Grete Gerstner: »Wenn jemand in dieses Geschäft hereinkommt, dann muss er was wollen.« Oder: »Von Das-hammanet-Kunden können wir nicht leben.«

Männer, die einkaufen Durch diese Schule des Verkaufs ging in den 1960er Jahren übri gens auch jemand als Lehrling, der beziehungsweise die es in der

Folge ganz schön weit gebracht hat: Waltraud Klasnic, später be kanntermaßen Landeshauptmann der Steiermark. Heute würde man Landeshauptfrau sagen – auch so etwas, was sich geändert hat, wie etwa der Umstand, dass heute auch Männer zur Stamm kundschaft vom Gerstner gehören, während sie früher vor der Tür gewartet haben, bis die Frau den Einkauf für das Kind erledigt hat. Bei aller Traditionsverbundenheit hat Eva Tiefnig auch ein Gefühl gegenüber überkommenen Einschränkungen, sowohl das Perso nal als auch die Kundschaft betreffend. Etwa wenn es an heißen Sommertagen für die Mitarbeiterinnen schon einmal eine Eispau se während der Geschäftszeit gibt. Und wenn dann ein ebenfalls mit einem Eis »ausgestatteter« Kunde eintritt, darf weiterbedient werden – früher undenkbar.

Nachhaltigkeit und Qualität Letztlich ist es aber doch das märchenhafte Warenangebot, das die Kundschaft aus nah und fern anzieht. Beim Gerstner lassen sich Kinder von 0 bis 16 Jahren von der Unterwäsche bis zum Mantel vollständig einkleiden und das in einer Qualität, die ih resgleichen sucht. Gerade Naturmaterialien wie Baumwolle und Leinen ermöglichen zum Beispiel bei einem Dirndl eine weitere Nutzung für die kleinen Schwestern und entsprechen in puncto Nachhaltigkeit dem Trend der Zeit. Das ist eine der weiteren Stär ken gegenüber der Billigkonkurrenz. Ein weiterer Wettbewerbs vorteil ist die eigene Schneiderei, in der viele Modelle entworfen und zugeschnitten werden, um dann im Inland in Heimarbeit zu sammengenäht zu werden. Außerdem wird die Kleidung in allen Größen, von XS bis XXL, angeboten, schließlich ist das Einheitsgrö ßenkind noch nicht erfunden. Auch Touristen zieht dieses Kinder modengeschäft wie ein Magnet an – denn wissen Sie, was es hier noch gibt? Stutzen. Richtige Kinderstutzen! n

Kindermoden Gerstner GmbH 8010 Graz, Franziskanerplatz 15 Telefon +43 316 824440

gerstner-kindermoden.at

Dieses Fazitportrait erschien erstmals im Juli 2019.

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Ich erkläre Ihnen allen, dass mein ganzes Leben, sei es lang oder kurz, Ihrem Dienst und dem Dienst unserer großen imperialen Familie, zu der wir alle gehören, gewidmet sein wird.

Elisabeth, II., 1926–2022, Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland sowie anderer Länder, am 2. Juni 1953

Wird Leibnitz das neue Saalfelden?

Das letzte Wochenende im September steht in der südsteirischen »Metropole« traditionellerweise im Zeichen des Jazz. Ein Musterbeispiel nachhaltiger kultureller Entwicklung in den »Regionen«.

Für gute Markenbildung, mit Bestand und Nachhaltigkeit, braucht es be kanntlich Zeit und Muße. Schnelles Auf poppen hat selten Überlebenschancen und bringt gerade in Kulturteil- und sub bereichen, in denen man sich neues Publi kum heranerziehen will (wenn man will), herzlich wenig. So ist der mutige Schritt, den Leibnitz seit einigen Jahren geht –nämlich in eine kulturelle Nische weiter hin viel Zeit und ein klein wenig Geld zu investieren und ein zartes, aber ob seines Inhaltes umso präsenteres Musikfestival zu etablieren –, nicht nur beherztes Werk, sondern ein in Zeiten der Glättungen und Mittelmäßigkeiten wohltuendes Tun.

Internationale Marke

Das hat nach einem Jahrzehnt des Be stehens zu einer internationalen Marke geführt. Ein »krachender« Beweis, dass sich Nischenkultur, Wirtschaft und Tou rismus in erhabenem Zusammenspiel zu

einem Dreibund finden können. Längst kein Geheimtipp mehr, finden sich begin nend im Weinkeller Schloss Seggau – mit bischöflichem Traditionsfaktor – über in nerstädtische Locations wie dem Kultur zentrum und der Rathausbühne und dem traditionellen Abschluss »beim Harkamp« mit Sonntagsbrunch und Wohlfühlfaktor mittlerweile Weltgrößen und vor allem Weltpremieren ein.

Starkes Team Möglich macht das ein durchdachtes und gefühlvolles, mit internationalen Kontak ten gesegnetes Händchen von Intendanten Otmar Klammer nebst organisatorischer Leitung von Isabella Holzmann. Klammers Credo »Du bist, was du hörst« folgte jah relang Kulturpolitikerin Helga Sams und nunmehr auch Neobürgermeister Michael Schuhmacher, der den eingeschlagenen Weg resolut und mit Unterstützung des Landes weiterverfolgen will. Und das ist gut so, denn die nüchternen Zahlen der Auslastung, die Kartenbestellungen, die

üblichen messbaren Umwegrentabilitäten und die internationale Resonanz sprechen für sich. Die Kooperationen mit dem Ra diosender Ö1 und aufgrund der entspre chenden Verknüpfungen des ORF mit vielen anderen Radiostationen weltweit heben den Mehrwert.

Effizientes Budget

Jazzfestivals wie jenes in Saalfelden oder auch Nickelsdorf haben es in Österreich vorgemacht. Durch gezielte Attrahierung schafft man mit – in Relation zu anderen Etats – minimalsten finanziellen Aufwen dungen ein Zusatzprädikat, das sich von den bereits vorhandenen als Alleinstel lungsmerkmal abhebt und meine Region in anderen Segmenten bekannt macht. Jazzstadt Leibnitz – klingt nicht nur zu kunftsträchtig, ist es auch. n

Jazzfestival Leibnitz 29.9–2.10.2022 jazzfestivalleibnitz.at

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Fotos: ONF/NFB Kanada, Pachy Lopez, Jürgen Skarwan, RBM, Steirischer Herbst
Gonzalo Rubalcaba kubanischer Jazzpianist

Der Bulle von Zeltweg Ausstellung

Alles Kultur

Avantgarde und Krieg

Der Steirische Herbst tut das, was er im Herbst gerne und immer macht. Im Dasein da sein. Naheliegend, dass das Thema Krieg heuer eine breite Plattform bekommt. Wir freuen uns auf das Schauen, Hören und Fühlen.

G

anze 14 überlebensgroße Bullen wurden vom Osttiroler Künstler Jos Pirkner für Red Bull in Fuschl geschaffen, die längste Bronzeskulptur Europas. Ein weiterer Bulle ist im Besitz des Künstlers verblieben und kommt jetzt in die Steier mark.

In Zeltweg, in unmittelbarer Nähe zum Red-Bull-Ring, findet vom 22. Oktober bis 20. November eine umfassende Ausstel lung über das außergewöhnliche Werk Pirkners statt und zeigt neben dem über lebensgroßen Bullen auch einen Über blick über die verschiedenen Schaffenspe rioden des 94-jährigen Künstlers. Der Start seiner Künstlerkarriere begann in der Steiermark, wo Jos Pirkner vor vielen Jahrzehnten die Meisterschule für Angewandte Kunst an der Grazer Ort weinschule mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss. n

Jos Pirkner Personale 22.10.–20.11.2022 MI–SO u. Feiertag 10–18 Uhr Schloß Farrach in Zeltweg schlossfarrach.at

Die diesjährige Pressekonferenz behält man gerne im Ohr, denn sie verspricht vieles. Zumal man sich bemüht, diesjährig wieder mehr Breite zu liefern, bekannt heitsgradlich und geografisch. Postcoronal verlegt man die Präsenz wieder proaktiv in die reale Welt. So sind Hito Steyerl und Harun Farocki ebenso vertreten wie der vielbeschworene bzw. -diskutierte »Mit einbezug der Szene«. Dies auch außerhalb von Graz. Eisenerz und Hartberg, selbst Ma ribor und das ferne Villach stehen auf dem Programm. Die von Intendantin Ekaterina Degot ausgegebene Losung des Spagates zwischen dokumentarischer Realität und künstlerischer Fiktion lässt sich gerade auf grund der aktuellen Entwicklungen beson ders spürbar und wirkungsvoll einlösen. Selten hat und hätte der dem Militärjargon entlehnte Begriff der »Avantgarde« die Chance auf entsprechende Umsetzung wie in den momentan laufenden Wochen des Herbstfestivals. Vor allem die Hauptschau in der Neuen Galerie »Ein Krieg in der Fer ne« verspricht spannend zu werden. Wir erinnern uns gerne zurück an das Kultur jahr 2003. Da gab es an ähnlicher Stelle mit dem Projekt »M_ARS« von Peter Weibel und Günther Holler-Schuster bereits eine Annä herung an die Thematik. An Weibel muss man auch sinnierend denken, wenn man an

die (temporäre) Öffnung der Räumlichkei ten der Neuen Galerie in der Neutorgasse denkt, die für die kommenden Wochen ge plant ist.

Ein spannendes Projekt aus dem Parallel programm möge zudem noch hervorge hoben werden: Die übergreifende Schau »Kunst der Verführung – Grafikdesign im Spannungsfeld von Kunst und Werbung«. Die in sechs Häusern wie dem Kultum und dem Kunsthaus stattfindende Ausstellung funktioniert über das Spannungsfeld Wis senschaft und Wirtschaft und orientiert sich an kultureller Entwicklung über die letzten 100 Jahre am Beispiel Werbeplakat. In »Faking the Real« im Kunsthaus etwa ge hen Katrin Bucher Trantow und Sabine Ki enzer der Frage nach, wie seit den 1970er Jahren politische Umbrüche und technolo gische Entwicklungen verführend täuschen und Optimierungen genutzt werden könn ten. Gut so, weiter so! n

Steirischer Herbst 22.9.–16.10.2022 steirischerherbst.at

FAZIT OKTOBER 2022 /// 81
Von

Tandl macht Schluss!

Ob, wie vor wenigen Tagen vom deut schen Kanzler Olaf Scholz vor der UN-Vollversammlung behauptet, Russ land diesen Krieg tatsächlich nicht ge winnen kann, steht in den Sternen. Weder das Kriegsglück der Ukrainer noch jenes der Russen hängt davon ab, ob weitere 300.000 unmotivierte junge Russen als Kanonenfutter für die von der Nato auf gerüstete ukrainische Armee herhalten müssen, sondern ausschließlich davon, wie weit die Entschlossenheit des russi schen Diktators reicht. Wladimir Putin hat bereits bewiesen, dass er sich weder von Sanktionen noch vor den in der Ukraine zum Einsatz gebrach ten Waffensystemen abschrecken lässt. Im Gegenteil! Obwohl er ein Kriegsziel nach dem anderen verfehlt, zündet er eine Eska lationsrakete nach der anderen. Zuletzt ha ben ihn die empfindlichen Territorialver luste seiner Armee sogar dazu veranlasst, die Teilmobilmachung von 300.000 der 46 Millionen wehrtauglichen Russen zu ver künden. Es ist ihm allem Anschein nach

Wollen wir wirklich den totalen Krieg?

ziemlich egal, dass er nun auch die russi schen Mütter, Väter und Ehefrauen gegen sich aufbringt. Inzwischen steht jedenfalls fest, dass trotz der Staatspropaganda auch die Russinnen und Russen diesen Krieg nicht wollen. Sonst hätten sich angesichts der guten Verdienstchancen – die russi schen Soldaten erhalten monatlich min destens 2.500 Euro, etwa das Fünffache eines Durchschnittsverdienstes – doch locker 300.000 Freiwillige finden lassen müssen, die trotz des Sicherheitsrisikos ähnlich begeistert an die Front ziehen wie die Ukrainer.

Putin ist offensichtlich dazu bereit, sehr viel dafür zu tun, um am Ende des Krieges als Sieger dazustehen. Es ist gut möglich, dass die Ukraine mit westlicher Hilfe im mer stärker und stärker wird. Aber wie schaut es mit dem russischen Wirtschafts krieg gegen Europa aus? Obwohl dabei Gottseidank (noch) keine Waffen zum Einsatz kommen, wird dieser Kampf von beiden Seiten rücksichtslos geführt. Dass es bei einem massiven Bruch des Völker rechts zu Sanktionen kommen muss, war Putin ganz sicher schon lange vor Kriegs beginn klar. Bei jedem anderen – zwar ebenso brutalen, aber trotzdem bere chenbaren – Gegenüber im Kreml hätten die westlichen Sanktionen wohl längst zu ernsthaften Friedensverhandlungen ge führt. Und auch das Gas wäre weiter zu uns geflossen. Am Ende dieser Verhandlungen hätte eine neutrale Ukraine mit mehre ren autonomen ostukrainischen Regionen stehen können. Aber es kam halt anders. Befeuert vom ziemlich inkompetent wir kenden Hausherrn im Weißen Haus, reiste der britische Premier Boris Johnson mit der Botschaft zu Selenskyj nach Kiew, sich nur ja nicht auf Verhandlungen einzulas sen und stattdessen bis zum Eintreffen der westlichen Waffen durchzuhalten. Inzwischen fließt auch kein Gas mehr. Der Anstieg der deutschen Erzeugerpreise zwischen August 2021 und August 2022 betrug unglaubliche 46 Prozent. Damit hat die deutsche Industrie innerhalb nur eines Jahres ihre internationale Wettbe werbsfähigkeit verloren. Das droht nicht nur der deutschen Wirtschaft, sondern

auch der österreichischen das Rückgrat zu brechen. Und was tut Putin? Dem scheint inzwischen alles egal zu sein und er schickt, gegen den Willen seiner Be völkerung, tatsächlich Reservisten in die Ukraine, wo ihren Kanonen und Rake tenwerfern jeder Zeit ein »Zufallstreffer« gegen eines der dortigen Atomkraftwerke auskommen kann. In Europa bedienen sich ausgerechnet die Grünen und vie le Linke einer seit den Nazis nicht mehr da gewesenen Kriegsrhetorik. Damit ist ihnen ein Narrativ gelungen, das jeden, der eine andere Meinung vertritt, als »Pu tin-Versteher« cancelt. Aber wollen wir wirklich den totalen Krieg? In Russland spricht der Putin-Ge folgsmann Dimitri Medwedew bereits von einem vollständigen Krieg, der zum Einsatz des gesamten Arsenals berechtigt. Und dazu gehören auch taktische Atom waffen, deren Einsatz je nach Witterung ausreichen würde, um weite Teile Europas unbewohnbar zu machen. Wenn die Nato also nicht bald verhandeln lässt, bleibt uns nur die vage Hoffnung auf einen baldigen Nachfolger für den unberechenbar gewor denen Putin, und dass der den Schlamas sel nicht noch schlimmer macht. n

82 /// FAZIT OKTOBER 2022 WIR LESEN UNS WIEDER AB 25. OKTOBER 2022!
Sie erreichen den Autor unter johannes.tandl@wmedia.at
05-10-22 STEFANIENSAAL GRAZ GIORGIO CONTE PIEMONT KULINARIK DEGUSTATION 20.00 Uhr 18.00 Uhr support

RAIFFEISEN

OKTOBERGESPRÄCHE

Wenn alles unsicher scheint, ist es Zeit, sich Zeit zu nehmen. Um sich zu orientieren, nachzufragen, abzuwägen. Kann ich mir eine Vorsorge in der jetzigen Zeit überhaupt noch leisten? Ob Sparbuch, Wertpapiere oder Lebensversicherung – wir von Raiffeisen kennen die Möglichkeiten und empfehlen den Anlagemix, der genau zu Ihnen passt. Nachhaltig, erfolgreich und individuell. Reden wir darüber.

WIR MACHT’S MÖGLICH. raiffeisen.at/steiermark/oktober-gespraeche
01. – 31. OKTOBER
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