T. Proske/S. Hainer/M. Jakob/H. Garrecht/C.-A. Graubner · Stahlbetonbauteile aus klima- und ressourcenschonendem Ökobeton
Tabelle 5. Untersuchte Bauteile mit maximalen Traglasten und Vergleich mit den Rechenwerten Table 5. Maximum bearing load of the tested beams in the ultimate limit state compared to the calculated mean values Bauteiltyp
I
II
III
IV
Betonmischung
fcm,cube [N/mm²]
Ref.I.XC1
31
Ökobeton II.XC1
45
Ökobeton III.XC1
Asl [cm²]
asw [cm²/m]
Maximallast Versuch [kN]
Rechnerischer Ausnutzungsgrad [%] Biegetragfähigkeit
Querkrafttragfähigkeit
12,7
126
–
15,0
100
–
47
16,8
112
–
Ref.I.XC1
26
26,4
113
85
Ökobeton II.XC1
35
27,1
117
79
Ökobeton III.XC1
45
26,0
109
70
Ref.I.XC1
26
47,5
70
106
Ökobeton II.XC1
35
57,6
84
116
Ökobeton III.XC1
45
76,6
112
142
Ref.I.XC1
26
115,7
99
45
Ökobeton II.XC1
35
135,6
109
38
Ökobeton III.XC1
45
145,0
111
35
0
0,5
0
1,51
3,14
20,1
Bild 11. Rissbilder der Balken aus Referenzbeton und Ökobeton II und III Fig. 11. Crack pattern after the load bearing tests on reference and eco-friendly concrete beams
werk hergestellt. Die mit Ortbeton ergänzten Bauteile wurden im Großversuch bis zum Erreichen der maximalen Tragfähigkeit belastet, Bild 12 und [20]. Auch hierbei zeigte sich ein gleichwertiges Tragverhalten der Bauteile aus Öko- und Referenzbeton.
6 Nachhaltigkeitsaspekte Zur Bewertung der Nachhaltigkeitsaspekte wurde eine Ökobilanzierung der Betone auf Grundlage der Basisdaten aus der Ökobau.dat 2010, der GaBi Datenbank [24], des Netzwerkes Lebenszyklusdaten [25] und der EFCA [26] durchgeführt. Einbezogen wurden die fünf zentralen Wirkungskategorien, über deren Berechnung internationaler Konsens besteht. Dies sind das Treibhauspotenzial, das Ozonabbaupotenzial, das Eutrophierungspotenzial, das Versauerungspotenzial und die bodennahe Ozonbil-
dung. Weiterhin wurde zur Berücksichtigung der energetischen Ressourcen der Primärenergiebedarf (getrennt in erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Primärenergiebedarf) ermittelt (Tabelle 6). Die Systemgrenze der Lebenszyklusanalyse bildet der versandfertige Beton am Werkstor. Berücksichtigt wird damit die Herstellung von Roh- und Hilfsstoffen, der Transport der Betonausgangsstoffe zum Betonwerk und die Betonherstellung. Die Transportentfernungen (einfach) betragen für die Zemente, Betonzusatzstoffe und Betonzusatzmittel ca. 100 km (LKW) und für die Gesteinskörnung ca. 50 km (Schiff). Als ein Ergebnis der Ökobilanzierung sind in Bild 13 die Treibhauspotenziale der Betone einander gegenübergestellt. Es wird deutlich, dass sich im Vergleich zu den jeweiligen Referenzbetonen diese Umweltwirkung signifikant verringert. Bei Betonen der Festigkeitsklasse C20/25 und Expositionsklasse XC1 ergibt sich je nach verwende-
Beton- und Stahlbetonbau 107 (2012), Heft 6
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