Engadin Magazin Nr. 6 - Stein

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M A G A Z I N N R .  6

STEIN

S O M M E R ––– H E R B S T D E U T S C H

Engadin


Engadin Sommer / Herbst

Deutschland

Österreich

SCHWEIZ

GR AUBÜNDE N

OBERENGADIN

Italien

Diavolezza

Diavolezza, 2978 m

Piz Cambrena, 3604 m

Piz Lagalb, 2959 m

Piz Lavirun, 3058 m

Punta Saliente, 3048 m

Punta Casana, 3007 m

Karte: Rohweder

Cover: Fuorcla Pischa

Italien

Bild von Filip Zuan

Frankreich

Lago Bianco

Berninapass

Schweizerischer Nationalpark

ZERNEZ CINUOS-CHEL CHAPELLA

S-CHANF

ZUOZ

LA PUNTCHAMUES-CH MADULAIN

SA ME DAN BEVER


Liebe Gäste Ein Teil des Engadiner Wesens wurde von der urwüchsigen Gewalt der Natur aus den mächtigen Felsen des Tals gemeisselt. Denn hier oben bestimmen die Berge seit jeher das Leben. Sie schützen das Tal vor Gefahren, können aber auch ihrerseits gefährlich werden. Darum wurden sie mit aufwändigen Bauten durchbohrt, erschlossen und befahrbar gemacht, während man sich hinter dicken Steinwänden vor ihrer Urgewalt in Sicherheit brachte. Es lohnt sich, genauer hinzusehen. Denn diese enge Beziehung zum Stein hat Mensch und Kultur im Tal geprägt. Kommen Sie her, setzen Sie sich auf einen Stein und geniessen Sie die Vielfalt des Hochtals. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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St.Moritzersee

S T.   M O R I T Z DORF

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Piz Fora, 3363 m

Piz Led, 3088 m

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Malojapass

Lej da Segl

PONTRESINA

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S T.  M O R I T Z B A D

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Piz Tremoggla, 3441 m

Piz Corvatsch, 3451 m

Piz Surlej, 3188 m

Piz Murtèl, 3433 m

Piz Roseg, 3937 m

Piz Scerscen, 3971 m

Piz Palü, 3905 m

Piz Bernina, 4049 m

Die Engadinerinnen und Engadiner

SURLEJ Lej da Champfèr

Lej da Silvaplauna

M A LOJ A

SILS

S I LVA PL A N A

CHAMPFÈR Julierpass Corviglia

CELERINA

Nord


S. 82

S. 18

S. 98

S. 34

Inhalt

S. 50

E N G A D I N  Magazin S O M M E R  /  H E R B S T


06 14 18 20 32

34 36 38 48

50 52 54 62

66 68 70 78 80 82 84

S. 66

Bild 82: Nicole Schafer, / Bild 34: Archiv RhB / alle anderen: Filip Zuan

86 94

98 100 102

114 114

EINSTIEG Illa val dals craps In allen Farben und Formen. CHAMANNAS Gipfelleben Karge Steinlandschaften und vier Berghütten voller Leben. Über Stock und Stein Wanderland mit garantierter Weitsicht. MOBILITED Das Herz, mitten im Fels Durch den Berg Der Bau des Albulatunnels fasziniert bis heute. Auf steinigen Pfaden Mit einer Zeitmaschine durchs Engadin. N AT Ü R A Schmuggel für einen guten Zweck Der Hüter Daniel Godli im Interview. Naturperlen Die Könige der Alpen und ihr Lebensraum. CULINARIA Wunderdinger Ein Geschenk der Natur Auf Exkursion mit einer Pilzenthusiastin. Rezept Steinpilz-Tagliatelle In der Küche Von der Natur inspirierte Kulinarik. ALPINISSEM Pionierin auf dem Piz Bernina Mission Piz Bernina Grenzerfahrung für Katharina Ueltschi. Hoch hinaus Für schwindelfreie Kletterkönige und Gipfelstürmer. C U LT U R A Im steinernen Kleid Das Engadinerhaus: Kaum ein Haustypus ist so vielseitig. Aus Stein gebaut Wo Häuser und Dörfer ihre Geschichten erzählen. P I N NWAN D Eine Ideengalerie mit noch mehr Aktivitäten, Restaurants, Unterkünften und kulturellen Angeboten für traumhafte Ferien im Oberengadin. Inhalt


Bild: Filip Zuan

Das stille Örtchen der Chamanna Georgy bietet nebenbei eine traumhafte Aussicht auf die umliegenden Berggipfel.



Bild: Filip Zuan

Ob Trailrunning oder Wandern: In imposanter Steinlandschaft lässt es sich lange laufen.



Bild: Filip Zuan

In der Nähe der Forno­ hütte hat man einen traumhaften Blick auf den Fornogletscher.



Bild: Gabriela Acklin

Skyspace Piz Uter: Durch eine Rundöffnung an der Decke des steinigen Baus von James Turrell schweift der Blick gen Himmel.



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Illa val dals craps In allen Farben und Formen

Gneis: Unter hohem Druck und Temperatur verwandelt sich Sandstein oder Granit zu Gneis.

Radiolarit: Entstanden am Boden der Tiefsee aus Skeletten von Kleinsttieren.

Verrucano: Ist der Abtragungsschutt eines ehemaligen Gebirges vor den Alpen.

Kalke und Mergel: Gefaltete Wechsellagerung des grauen Gesteins.

Dolomit: Baut die meisten Berge im Nationalpark auf.

Korallenkalk: In manchem Stein ist ein versteinerter Korallenstock zu erkennen.

Rauhwacke: Ein poröser Dolomit mit unregelmässigen Hohlräumen.

Auftakt

Amphibolit: Wird heute noch abgebaut und für Stützmauern verwendet.

Da schimmernd in Bachbetten, andernorts schroff und grau am Wegesrand oder rötlich in einer Bergflanke: Gesteine erzählen die Geschichten von vergangenen Zeitaltern, von Gletschern und Erosionen, die sie formten, von Tieren und Pflanzen, die sie einst besiedelten. Im Nationalpark nehmen Geologen kleine und grosse Naturforscher mit auf die Reise zu den steinigen Riesen. nationalpark.ch

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Bilder links: SNP, Hans Lozza

Steinwissen


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Magische Steine Mal thronen sie auf einem Gipfel, säumen einen verwunschenen Weg oder liegen verborgen im Dickicht: besondere Felsen. Schon vor hunderten Jahren rasteten die Menschen an ihren Orten und tankten hier neue Energie. Das Engadin beheimatet mehrere Kraftorte. engadin.ch

Zeugen der Eiszeit Cavaglia – Rauschend schlängelt sich das Wasser der Cavagliasch durch die meterhohen Felsen, fällt über schroffe Vorsprünge in Gletschermühlen, bis es seinen Weg weiter ins Tal bahnt. Der neue 180 Meter lange Schluchtweg – über Stufen, Stege und unter der Eisenbahnbrücke hindurch – zeigt Ausflüglern eindrücklich, wie Wasser und Eis die Landschaft über Jahrmillionen prägten. Vor über fünfundzwanzig Jahren begannen hier Einheimische in Zehntausenden ehrenamtlichen Arbeitsstunden 32 Gletschermühlen freizulegen und einen begehbaren Garten zu schaffen. ggc.swiss

i Weitere Naturwunder Naturschutzgebiet Pro Natura Maloja Unweit des majestätischen Torre Belvedere finden sich auf einem beschilderten Naturpfad zahlreiche tiefe Gletschermühlen. pronatura-gr.ch

S-chanf: In der Nähe des Höhenwegs Via Engiadina thront der Menhin da Prospiz auf einer Lichtung. Unweit davon sind Spuren der La-Tène-Kultur aus der Zeit 800 v. Chr. zu bewundern. St. Moritz: Oberhalb des Dorfes ragt ein seltsamer, dolmenartiger Felsen gen Himmel. Er eröffnet Spaziergängern einen einzigartigen Ausblick. Maloja: Auf dem Weg vom Friedhof zur Talstation des Aela-Skilifts begegnet man der «Rose von Maloja». Auf dem Stein ist ein Ornament in Form einer Rose eingeritzt.

Galerie Tschudi Stein-Skulpturen Zuoz – Steinige Wege führen nicht selten zu zeitgenössischer Kunst. Doch sie lohnen sich: Etwa der in die Galerie Tschudi, die sowohl lokale als auch internationale Kunstschaffende fördert und deren Werke in rohes, modernes, alpines Licht rückt. Das prächtige Engadinerhaus inklusive Heustall schafft immer wieder Raum für vielschichtige steinerne Kunst – wie Steinkreise aus RhoneKieseln oder Gesteinsbrocken aus Kernbohrungen. galerie-tschudi.ch

Zarathustra-Stein Sils Maria – Einem Riesen gleich wacht der pyramidenförmige Stein über das Ufer des Silvaplanersees. Seinen Namen verdankt der Menhir dem deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche, der von 1881 bis 1887 in den Sommermonaten in Sils weilte. Stundenlang möge er auf dem Stein gesessen und seine Gedanken gefasst haben – unter an­ derem auch jenen der ewigen Wiederkunft, welcher den Grundstein seines Werkes «Also sprach Zarathustra» bildet.

Über Fels und Stein Ihr Terrain ist das unwegsame Gelände, auf rauem Schotter, verwilderten Wiesenpfaden oder im Zickzack an Felsen vorbei: Trailrunner erklimmen Berge und Täler im Laufschritt. Auf dem neuen Parcours in La Punt können die flinken Läufer Beine und Herz dafür trainieren. engadin.ch/running

Auftakt


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Engadin. Diese Berge, diese Seen, dieses Licht.

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Top 4: Sommer-­ Bucketlist Vier Dinge, die man im Engadiner Sommer erlebt haben muss:

In einer Berghütte in felsiger Land­ schaft nächtigen. (S. 18)

Die Zugstrecke Albula/Bernina mit ihren eindrucks­ vollen Stein­ brücken entdecken. (S. 34)

Die Steinböcke ob Pontresina bewundern. (S. 50)

Eigene Steinpilze für ein herbstliches Menü sammeln. (S. 66)

Wetetr- b b ew

Bild: zvg

Wer findet den Stein? Es gibt einen Stein, der hat es weit gebracht. Vom Engadin bis nach New York in den Flagship-Store von On. Zwar ist der Stein in New York nur ein Abbild des Engadiner Originals, jedoch erinnert dieser an die Gründungszeit der Firma. Denn auf einer Wanderung im Engadin wurden auch die ersten Ideen entwickelt. Die Frage kommt auf, wo sich der Originalstein verbirgt? Wer den Stein mit Hilfe der Koordinaten 46°24'41.8"N 9°41'23.2"E oder über die Adresse what3words.com mit den Begriffen ///putz.anfänger.obigen findet, kann via QR-Code auf dem Stein am Wettbewerb teilnehmen. Anzutreffen ist der Stein ca. 50 Meter rechts vom Wanderweg zum Lägh dal Lunghin. Jeden Monat gibt es einen Artikel von On zu gewinnen und am Ende der Laufzeit wird unter allen Teilnehmern eine Übernachtung im Engadin verlost.

i Teilnahmebedingungen Dauer Wettbewerb: 01.05.2022 bis 15.10.2022 Weitere Informationen unter: stone.events.on-running.com

Auftakt


Bild: Filip Zuan

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Chamannas «Je höher du auf einen Berg hinaufgehst, desto kleiner werden die Sorgen. Dort oben entsteht eine Klarheit des Denkens, die nirgendwo anders möglich ist.» FRIEDRICH STICKLER

Fornohütte (S.26) Chamannas


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Gipfelleben

Steinlandschaften so weit das Auge reicht. In der Kargheit aber gibt es Leben, auch dank den Berghütten. Wir haben bei vier von ihnen hinter die Mauern geschaut. Text L A U R E N T S C H E N K E L Bild F I L I P Z U A N

Chamannas

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DIE MODERNE

Tschiervahütte, oberhalb von Pontresina

Zwei freundliche Lawinenhunde be­ grüssen stürmisch die Gäste, wenn sie die letzten Stufen hinauf zur Hütte steigen. Pudelwohl fühlen sich nicht nur die Vierbeiner in der Tschiervahütte. Zahlreiche Berggänger besuchen die Hütte als Ausgangsort, um sich an ei­nem der bekanntesten Bündner Gipfeln zu versuchen. Denn für geübte Alpinisten ist besonders der Piz Ber­ nina mit dem Biancograt, auch Him­  100

2573 m ü. M.

melsleiter genannt, ein wichtiger Berg im Palmarès. Weniger erfahrene Berg­ gänger kommen am Piz Tschierva auf ihre Kosten. Die berühmten Berg­ gipfel kann man aber auch bestens vom Speisesaal im Holzanbau beob­ achten. Die Würfelform des Gebäudes wurde vom Architekten Hansjörg Ruch erschaffen: Das Neue berührt das Alte nicht, es dient lediglich als Ergänzung, so sein Credo.

♥  Ruch-Architektur, Ausgangspunkt zum Biancograt

Chamannas


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Braun gebrannt und zufrieden sitzt Caroline im Speisesaal des Holzanbaus mit Blick auf das Berninamassiv. Die zierliche Hüttenwartin der Tschiervahütte strahlt eine Entspanntheit aus, wie es für Bergler typisch ist. Selbst das Gewusel zur Mittags­ zeit im Speisesaal nebenan bringt sie nicht aus der Ruhe. Caroline, wie wird man Hüttenwartin? Bereits mit 20 Jahren habe ich an­ gefangen, auf Hütten zu arbeiten. Meine Eltern hätten mich zwar lieber in einem sicheren Job gesehen, etwa auf der Bank. Aber die Arbeit in den Bergen hat mich immer fasziniert und ich wollte mal eine eigene Hütte führen. Mein ­Ex-Freund ist Berg­ führer, durch ihn bin ich schliesslich in der Tschiervahütte angekommen. Was macht die Tschiervahütte so besonders? Sicherlich die Lage. Zum einen liegt sie sprichwörtlich am Rande der Schweiz an der Grenze zu Italien. Zum anderen ist man den Bergen so nahe und hat eine traumhafte Aussicht auf den Tschiervagletscher. ­Architek­tonisch ist die Hütte ebenfalls einzigartig. Vor 16 Jahren wurde sie umgebaut und stiess viele kontroverse Diskussionen an in SAC-Kreisen. Die Kombination vom alten Steingebäude mit dem modernen Holzanbau war für viele ungewohnt. Chamannas

Heute haben sich die Gäste daran gewöhnt und sind gar fasziniert davon. Was gefällt dir am besten an deiner Arbeit? Die Abwechslung gefällt mir besonders gut. Ich darf viele interessante Menschen kennenlernen und spannende Gespräche führen. In der Stadt würde man nie so schnell mit fremden Menschen ins Gespräch kommen, wie in einer Berghütte. Ob reich oder arm: aus allen Gesellschaftsschichten kommen hier Menschen zusammen und es entstehen anregende Diskussionen. Man schliesst Freundschaften fürs Leben. Viele Gäste kommen immer wieder zurück, mit ­einigen habe ich auch privat Kontakt. Gibt es Gäste, die besonders in ­Erinnerung geblieben sind? Zwei über 80 Jahre alte Herren. Die wollten noch einmal den Piz Morteratsch besteigen. Spät abends kam einer der beiden allein zurück. Ich machte mir Sorgen und benachrichtigte die Rega, E N G A D I N  Magazin S O M M E R  /  H E R B S T


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welche den Bergsteiger jedoch nicht ­finden konnte. Erst am nächsten Tag wurde der Mann gefunden und geborgen. Er hatte im Felsband übernachtet. Sein Freund hatte stets betont, dass der Vermisste wieder zurückkehren würde, und hatte sich dabei keine Gedanken gemacht. Gibt es oft solch brenzlige Situationen? Das Leben in den Bergen ist wunderschön, aber es kann auch Unfälle geben. Das gehört dazu. Ich habe schon einen gemütlichen Hüttenabend mit Gästen verbracht, am nächsten Tag stürzte einer von ihnen ab und starb. Solche ­Situationen berühren mich sehr.

«In der Stadt würde man nie so schnell mit fremden Menschen ins Gespräch kommen, wie in einer Berghütte.» CAROLINE ZIMMERMANN

Hüttenwartin der Tschiervahütte

Hast du am Tschierva einen Lieblingsplatz? Oberhalb der Hütte gibt es einen grossen Stein, welcher auch die Lawinen im Winter trennt und die Hütte dadurch ­etwas schützt. Die Oberfläche dieses Steines hat die Form eines natürlichen Liegestuhles. Dorthin ziehe ich mich ­immer zurück, wenn ich freie Zeit habe. Chamannas


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DIE GEMÜTLICHE

Chamanna d’Es-cha, oberhalb von Zuoz

Es muss wohl der Geruch der selbst­ gemachten Nusstorte sein, der dafür sorgt, dass selbst Murmeltiere auf der Suche nach seinem Ursprung der Hütte immer wieder einen Besuch abstatten. Ausgesprochen gemütlich ist es in der alten Stüva. Knarrende Holzböden sowie eine tiefe, mit Stuckatur verzierte Decke versetzen die Gäste in vergangene Zeiten. Spätestens beim Abendessen, wenn  43

Chamannas

2594 m ü. M.

die heisse Gerstensuppe serviert wird, und sich ein angenehmer Dampf im Raum verteilt, vergisst man den Rest der Welt. Da die Hütte lediglich zwei Wanderstunden von der Albu­la­ strasse entfernt liegt, bietet sich ein Halt auf dem Weg ins Engadin an, um sich auf der Sonnenterrasse zu stärken. Aufgrund der guten Lage treffen hier Biker, Familien und Alpi­nisten aufeinander.

♥  Erreichbarkeit, Stüva mit Stuckaturen

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Chamannas


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Chamannas

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DIE WILDE

Fornohütte, 4 Stunden Marsch von Maloja

Lautes Krachen lässt die Gäste auf­ horchen: Felsbrocken werden vom Eis ins Tal gespült, als wären es Kie­sel­ steine. Hier werden Wanderer nach einem anspruchsvollen Aufstieg mit einem traumhaften Ausblick über den zweitgrössten Bündner Gletscher verwöhnt. Das Hüttenwart-Paar Alena und Beat lässt sich gerne von der rau-wilden Natur rund um

75

2574 m ü. M.

die Hütte inspirieren. So sorgt sich Beat um die Wanderwege und sucht neue Routen auf die Berggipfel. Ein persönlicher Kraftort für ihn ist seine eigenhändig kreierte Route auf den Monte Rosso, die er gebaut und allen Wanderern zugänglich gemacht hat. Selbstgemachtes Brot, Capuns und Kuchen sind köstliche Kreationen aus der Hüttenküche.

♥  Gletscherblick, Abgeschiedenheit

Chamannas


28 Chamanna Georgy: Die Hütte befindet sich nur wenige Meter unterhalb des Piz Languard auf knapp 3200 m ü. M.

Chamannas

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DIE BERÜHMTE

Chamanna Georgy, oberhalb von Pontresina

Dieser Ort ist so magisch, dass sogar der berühmte Maler Wilhelm Georgy, Namensgeber der Hütte, den weiten Weg von Leipzig bis auf den Piz Languard unter die Füsse nahm, um das Tierleben der Alpen auf seinen Ölgemälden festzuhalten. Über 150 Jahre später inspiriert die 360-Grad-Panorama-Aussicht im­ mer noch zahlreiche Menschen, die Chamanna Georgy zu besuchen.  20

Chamannas

3175 m ü. M.

Auch kulinarisch ist die Hütte eine wundersame Entdeckung. Auf über 3000 Metern über dem Meer ver­ blüfft das Hüttenwart-Paar Céline und Simon ihre Gäste mit einem Gemüse-Curry. Auch Knödel kom­ men ab und zu auf den Tisch, eine Hommage an Simons Südtiroler Wur­ zeln. Für die Zubereitung der Gerich­ te steht den beiden lediglich ein einfacher Holzofen zur Verfügung.

♥  Kulinarik, persönliche Atmospähre, Weitsicht

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31

Chamannas


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Über Stock und Stein Wanderland mit garantierter Weitsicht

Familiensache Wandern mit Kind und Kegel Auf Wanderschaft mit der Familie wird die ganze Natur zum Abenteuerspielplatz. Verschiedene Routen mit leichten Höhenmetern und kurzen Distanzen stehen zur Verfügung. engadin.ch/familienwanderwege

Themenwege Naturgenuss geht beim Wandern mit gesteigerter Fitness einher. Wer nebenbei noch etwas über die Natur lernen möchte, kann dies auf einem der Themenwege tun. Von der Steinbockpromenade über den Segantini-Pfad bis hin zum Barfusstrail ist eine breite Palette vorhanden.

Hüttentour Bernina-Trek Wander- und Hüttenliebhaber aufgepasst: Auf dem Weitwanderweg von Madulain nach Poschiavo in 7 Tagesetappen reiht sich ein Höhenpunkt an den anderen. Wälder werden durchstreift, aussichtsreiche Pässe überwunden, an Gletschern und dem Piz Bernina geht’s vorbei, bis ins südliche Puschlav. Jede Etappe endet in einer SAC-Hütte, wo übernachtet und die Batterien mit einer kräf­tigen Hüttenspeise aufgeladen werden können. Wer nicht genügend Zeit hat, kann auch nur ausgesuchte Etappen ins Auge fassen. bernina-trek.ch

i 7 Etappen à 4 – 10 h Bitte Beachten: Reservationspflicht für Übernachtungen

engadin.ch/themenwege

580 km Wanderwege und rund 100 verschiedenen Routen umfasst das Wanderland Engadin. Eine schöne Auswahl findet sich hier: engadin.ch/wandern

Chamannas

Feuerstellen Im Engadin sollte niemand Gedanken darüber verschwenden, dass man keine Feuer­ stelle finden würde. Sie sind im ganzen Tal zu finden und oft mit Sitzbänken sowie Tischen ausgestattet. engadin.ch/feuerstellen

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Hüttenübersicht Ohne zu übertreiben darf man die Vielzahl an malerischen Berghütten im Engadin rühmen. Überall gibt es traumhafte Aussichten auf berühmte Gipfel, Flora und Fauna. Dennoch hat jede Hütte ihren ganz eigenen Charakter und bietet Spezialitäten, die es zu entdecken gibt. Eine Auswahl:

1 Varusch-Hütte S-chanf – Im Val Trupchun, direkt am Eingang des Nationalparks gelegen. 34

4 Chamanna Boval Pontresina – Optimaler Ausgangspunkt für Eis- und Felsentouren im Berninagebiet.

1768 m ü. M.

100  2495 m ü. M.

varusch.ch

boval.ch

Chamanna d’Es-cha Zuoz – Gemütliche Stüva mit stuckverzierter Decke. Hausgemachte Nusstorten. Mit dem Bike erreichbar.

Chamanna Tschierva Pontresina – Eine beliebte Basis bei Bergsteigern, um den Piz Bernina zu besteigen. Ausserdem hat man beste Sicht auf den Biancograt.

7 Fornohütte Maloja– Thront direkt über dem Fornogletscher in urtümlich wilder Steinlandschaft. Hausgemachte Capuns und Kuchen. 75  2574 m ü. M.

2

5

50  2594 m ü. M.

100  2573 m ü. M.

es-cha.ch

fornohuette.ch 8 Chamanna Jenatsch Bever – Ruhe und totale Abgeschiedenheit machen diesen Ort besonders magisch.

tschierva.ch

60  2652 m ü. M.

chamannajenatsch.ch 3 Chamanna Georgy Pontresina – Befindet sich wenige Meter unterhalb des Gipfels des Piz Languard.

6 Chamanna Coaz Pontresina – Im Sommer ideal für Familien: Direkt bei der Hütte gibt es einen Gletscher-Erlebnisweg.

24  3175 m ü. M.

80  2610 m ü. M.

chamanna-georgy.ch

Legende

i Weitere Informationen Ergänzende Vorschläge und Tipps rund ums Thema Berghütten unter:

coaz.ch

engadin.ch/sac-huetten

Anzahl Betten

5

4

7

6

3

M A L OJ A

PONTRESINA

SURLEJ

SILS S I LVA PL A N A

CHAMPFÈR

1 Karte: Rohweder

S T.   M O R I T Z

CELERINA

S-CHANF

LA PUNTCHAMUES-CH

ZUOZ MADULAIN

SAME DAN BEVER

2 8 ↙

Chamannas


Bild: Archiv RhB

34

Mobilited

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Mobilited «Besorgt mir die Ingenieure, die noch nicht gelernt haben, was nicht geht.» H E N RY FO R D, 1863 –1947

Mobilited


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Das Herz, mitten im Fels

Pioniere: Das Herz liegt mitten im Berg, umgeben von Fels und Stein. Das Herz der Albulastrecke ist der Albula­ tunnel, der Preda im Albulatal mit Spinas im Engadin verbindet. Seit seiner Eröffnung 1903 fasziniert der Bau im Berg. Zusammen mit der Berninalinie wurde die Albulastrecke 2008 ins UNESCO-Welterbe aufgenom­ men – wegen der einzigartigen Linienführung und der spektakulären Bautechniken, mit denen die Arbeiter damals die Eisenbahn in die steile Landschaft brachten.

Mobilited

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Bild: Rhätische Bahn, Andrea Badrutt

Arbeit im Berg: Seit 2014 wird am neuen Albula-Tunnel gearbeitet.


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Alt oder neu? Doch die schweren Bedingungen von da­ mals, sie setzen dem Tunnel auch heute zu. Denn Frost und Nässe und Eis haben am alten Tunnel genagt und so die RhB vor ein paar Jahren vor die Entscheidung gestellt: Soll der bestehende Tunnel saniert oder ein neuer gebaut werden? Schliesslich entschied man sich für den Neubau – weil so die wichtige Strecke zwischen Chur und St. Moritz und Tirano ohne Unterbruch befahrbar ist und der alte Tunnel nach der Fertig­stellung des neuen in Stand gesetzt werden kann, um danach als Sicherheitstunnel zu dienen. An zwölf Stellen werden sie miteinander verbunden sein. So entsteht momentan 30 Meter neben dem alten Tunnel eine neue Röhre; gearbeitet wird rund um die Uhr, im Schichtbetrieb von vier Equipen. Offizieller Spatenstich war der 25. Juli 2014, gut vier Jahre später, am 2. Ok­to­ ber 2018 rückten das Albulatal und das Oberengadin er­ neut zusammen. Beim Durchstich reichten sich die ­Mineure ihre Schutzpatronin, die heilige Barbara. Ein Fest im Herzen des Berges. Eröffnung: 400 000 Tonnen Stein wird bis zur Fertig­ stellung aus dem Berg transportiert worden sein. Das ent­ spricht der Ladung von 12 000 Güterzügen. Geplant ist die Eröffnung des neuen Tunnels im Jahr 2024; einige Verzögerungen haben den Bau in die Länge gezogen. Dass der Bau heute mehr als doppelt so lange dauert als um 1900 – obwohl die heutigen Hilfsmittel die ein­fa­chen Werkzeuge von damals bei Weitem übertreffen – hat vor ­allem mit den baulichen Anforderungen zu tun, zeigt aber auch die unglaubliche Leistung von damals auf.

Mobilited


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Das Tor zum Engadin: Die Tunnelarbeiter beim Eingang in Preda um 1900. Mobilited

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Albulalinie

697 m ü. M.

Thusis

Durch den Berg

Sils im Domleschg

Sie arbeiteten von Norden, sie arbeiteten von Süden, durch Stein und Fels. Der Bau des Albulatunnels vor gut 120 Jahren war eine Meisterleistung, die bis heute fasziniert. Text S T E P H A N I E E L M E R

Bild: Archiv RhB

E

s war der 29. Mai 1902. Morgens um halb vier soll es genau ­ge­wesen sein. So schrieb es jedenfalls Jahre später ein Chronist in seinem Buch über die Bahnverbindungen im Kanton Grau­ bünden. Eigentlich aber spielt die Zeit keine Rolle, denn im Berg, dort war es sowieso dunkel. Der 29. Mai 1902 – es war der Tag des ­Durchstiches im Albulatunnel. Der Tag, an dem die letzte Trennwand fiel. 3030 Meter vom nördlichen Portal entfernt, auf der Bergüner Seite, und 2835 Meter vom Südportal, im Engadin. «Im Zeichen südlichen Temperaments», heisst es weiter, «erfolgte die überschüssige Be­grüssung», denn viele der Tunnelbauer waren italienische Gastarbeiter.


40

Mobilited

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Solis Einfache Mittel: Ingenieure mit dem Theodolit, der zur Vermessung diente. (o.).

Bild oben: Archiv RhB / Bild unten: RhB

Zeitzeuge: Arbeiter mit einer Stockbohrmaschine. (u.).

Damals, als das Bergün und das Engadin im Berg vereint wurden, wurde Geschichte geschrieben, bis heute gilt die Albulastrecke als Pionierbau, der sich mit technischer und baulicher Brillianz nicht vor der steilen Topografie fürchtete. Die Geschichte des Tunnels aber, die beginnt früher. Vielleicht schon während der Zeit der Römer, als diese die Bündner Pässe als Handelsrouten nutzten. Der Julier etwa, der Splügen, Septimer oder San Bernadino – sie alle waren ein wichtiges Tor zwischen hier und dort, zwischen dem Norden und dem Süden. Das änderte sich auch später nicht, so dass die wichtigsten Übergänge in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schon zu grosszügigen Passstrassen ausgebaut waren und der Transit so ein wichtiger Bestandteil der Bündner Wirtschaft war. Dann kam die Eisenbahn, ein technisches Wunderding, das Raum und Zeit neu definierte. Die dampfende Mobilität, sie fas­ zinierte auch in Graubünden und die Hoffnung war gross, dass die vom Bund geplante Alpentransversale durch den Kanton führen werde. Doch der Entscheid fiel auf den Gotthard, auf eine Ver­ bindung zwischen Uri und Tessin. Der Gotthard, ein Meisterwerk seiner Zeit, er liess die Träume Graubündens zerschellen. Nach seiner Eröffnung 1882 blieb der Bergkanton in einer Krise zurück, denn von einem Tag auf den anderen war der Transitverkehr eingebrochen. So wie der Zug sich zum Albulatunnel hinaufschlängelt und dabei manchen Bogen zieht, muss noch eine andere Schlaufe gezogen werden, wenn man die Geschichte des Albulatunnels von Beginn an erzählen möchte. Denn es ist auch die Geschichte des Holländers

884 m ü. M.

Tiefencastel

Surava

Alvaneu

Landwasserviadukt


42

Der Zug transportierte nicht nur Passagiere, er brachte Graubünden auch neue Perspek­tiven für die Zukunft.

Willem Jan Holsboer, der seine an Tuberkulose erkrankte Frau 1867 nach Davos begleitete. Trotz Höhenluft verstarb sie noch im selben Jahr. Holsboer entschied sich trotzdem, in Davos zu bleiben und stieg in die Hotellerie ein. Schnell erkannte er, was Graubünden aus seinem Dornröschen Schlaf holen könnte: Die Eisenbahn. Doch für ihn stand nicht der Transitverkehr im Vordergrund, sondern die Erschliessung des Kantons. Durch seine Initiative konnte 1889 die erste Bahnlinie eröffnet werden – die Strecke Landquart–Klosters. Der Zug transportierte nicht nur Passagiere, er brachte Graubünden auch neue Perspektiven für die Zukunft. Die wirtschaftliche Depression, sie wandelte sich in Euphorie. Der Dampf der gen Himmel stieg – er war eine Verheissung. Pläne für neue Strecken überschlugen sich. Graubünden – das Land der 150 Täler, war innert eines Viertel­ jahrhunderts mit einem Schienennetz erschlossen, schrieb das RhB Historic Magazine vor ein paar Jahren. Direkt ins Engadin So erstaunt es nicht, dass auch über eine Eisenbahnverbindung ins Engadin gesprochen wurde. Wo diese genau durchfahren sollte, war hingegen ein grosses Politikum. Die Unterengadiner wünschten eine Verbindung von Davos über den Scaletta nach S-chanf, während andere von einem Zug ins Oberengadin träumten, welcher Teil einer Orientbahn werden sollte. Beide Pläne wurden nicht berücksichtigt, genauso wie viele weitere Vorschläge auch nicht. Das Rennen machte schliesslich der Albula – vor allem wegen seiner geografischen Ausgangslage. Das Terrain war gut, die Passstrasse Mobilited

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43

Albula in Zahlen Anzahl Arbeiter

1080 m ü. M.

Filisur

Vorwärtskommen neuer Tunnel

6 Meter / Tag

alter Tunnel

neuer Tunnel 120 Mineure

1 Meter / Tag

5864

alter Tunnel 1316 Mineure

Grösste Herausforderung war damals wie heute eine Passage im Berg mit instabilem Gestein, die sogenannte Rauwacke oder das «schwimmende Gebirge». Bohrt man dort rein, bricht die Wand ein und ein Wasserschwall flutet die Baustelle. Beim alten Tunnel kam es im Juli 1900 genau zu dieser Katastrophe, bei der 16 Arbeiter ihr Leben verloren und Dutzende verletzt wurden. Damit sich diese Tragödie beim neuen Bau nicht wiederholt, wurde die schwierige Zone im Vorfeld auf 30 Metern mit Kühlstäben vereist und so stabilisiert.

Meter misst der alte Tunnel. Der Neubau ist 4 Meter kürzer.

Zum Schutz der Bergleute Auf Baustellen auf der ganzen Welt wacht die heilige Barbara über die Tunnelbauer. Die Legende aus dem 3. Jahr­hundert erzählt, dass ihr Vater sie töten wollte, weil sie sich zum Christentum hinwendete und sie dann von einem gespaltenen Felsen ver­schluckt wurde, der ihr Schutz bot. Auch in Preda wurde ihr ein Schrein für die Arbeiter des neuen Albulatunnels eingerichtet.

Reisezeit vor dem neuen Tunnel Stugl

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2 h

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4 h

Er na öff ch nu de n r Ei g d se er nb ah n

Chur

Pf mi er t d de er ku ts ch e

12 h

St. Moritz


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Dampf und Jubel: Der erste Zug wurde 1903 mit einem Volksfest begrüsst.

Mobilited

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1372 m ü. M.

Bergün

Meisterwerk: Der Tunnel war auch für die Ingenieure ein Wunderwerk seiner Zeit.

Muot

Bild links: Archiv RhB /Bild rechts: Archiv RhB

nicht weit und im Gegensatz zum Julier, wo es einen Tunnel von zehn Kilometern gebraucht hätte, musste am Albula ein Weg von nur knapp sechs Kilometern durch den Berg geplant werden. Aber das «nur» ist relativ, denn der Tunnelbau, der war damals eine immense Herausforderung. Bei den Portalen in Spinas und Preda entstanden Barackenbauten, ganze Dörfer mit Bädern, Spital, Kirchen für den Gottesdienst. Die grösste Arbeiterzahl am Albula­ tunnel betrug auf beiden Seiten zusammengezählt 1316 Mann, 984 davon arbeiteten im Tunnel und 332 im Freien, Tag und Nacht, Nacht und Tag. Die Arbeiter lebten in den Barackendörfern, zu dritt teilten sie sich ein Bett. Die Arbeitsbedingungen im Tunnelbau waren allgemein gefährlich und hart, heute nicht mehr vorstellbar. Beim Gotthardbau etwa starben viele Arbeiter an einer Wurm­ infektion, da das Abwasser nicht abgeführt werden konnte. Medi­ zinische Versorgung gab es kaum. Dass beim Albulatunnel in Preda ein Spital errichtet wurde, war im Vergleich dazu bereits ein Fortschritt.


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Ohne den Zug hätte aus St. Moritz nie eine international gefeierte Weltdestination werden können. 1789 m ü. M.

Preda

Albulatunnel

In nur vier Jahren war der Tunnel fertig – eine unglaubliche Leistung. Genauso wie die Genauigkeit, mit der sich die Arbeiter durch den dunklen Berg vorarbeiteten. Als Nord und Süd zusammen­ kamen, ­damals am 29. Mai, betrug die Abweichung gerade mal fünf Zentimeter seitlich und zwei Zentimeter in der Höhe. Der erste Zug, der ein Jahr später durch den Berg fuhr, wurde mit einem Volksfest begrüsst. Und die Euphorie, die sollte nicht unbegründet sein. Ohne den Zug, schreibt Joseph Jung in seinem umfangreichen Band über das 19. Jahrhundert, hätte beispielsweise aus St. Moritz, dem einfachen Bauerndorf, nie eine interna­ tional ­gefeierte Weltdestination werden können. Während sich die Fahrt von Chur nach St. Moritz, die mit den Pferdekutschen noch zwölf Stunden dauerte, mit den Schienen auf gerade mal vier Stunden verkürzte, vergrösserte sich die Einwohnerzahl von 228 im Jahr 1850 auf über 3000 Personen nach der Erschliessung durch die Bahn. Parallel stieg die Anzahl der Tourismusgäste. Dieser Anstieg, bilanziert Jung, wäre ohne Albulabahn undenkbar gewesen.

1815 m ü. M.

Spinas

1708 m ü. M.

Bever

1721 m ü. M.

Samedan

1714 m ü. M.

Celerina

i Eintauchen Dass die Eisenbahn auch Graubünden erreichte, bedeutete weit mehr als nur ­Mobilität. Davon erzählt auch das Bahn­museum beim Bahnhof Bergün auf ­spannende Art und Weise. Es ist eine Reise in die Zeit der Bahnpioniere; die ­Zukunftseuphorie von damals lässt sich bis heute spüren. bahnmuseum-albula.ch 1822 m ü. M.

St. Moritz


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Auf steinigen Pfaden

UNESCO-Welterbe in der Perspektivenvielfalt Sie gilt als eine der spektakulärsten Eisenbahnrouten der Welt: die Zugstrecke Albula/ Bernina. Zwischen Thusis und Tirano winden sich die Gleise auf 122 Kilometern durch Kehrtunnels, über Viadukte und zwischen Felsvorsprüngen hindurch. Die Stecke gibt’s auch zu Fuss zu erkunden: Der Wanderweg «Via Albula/Bernina» ist in drei bis sechs Tagen machbar und kreuzt die Bahnlinie immer wieder. Mögliche Wechsel auf die Schienen und eine Perspektivenbandbreite sind damit garantiert. rhb.ch/via-albulabernina Mobilited

Imposant: der 65 Meter hohe und 136 Meter lange Landwasserviadukt in Filisur.

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Bild links: Vaclav Volrab, Alamy Stock Foto / Bild rechts unten: RhB

Mit einer Zeitmaschine durchs Engadin


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Schmugglerweg Maloja– Die Region von Maloja bis zur Grenze zu Italien beim Val Malenco hat eine rebellische Vergangenheit. Vom 19. bis ins 20. Jahrhundert schmuggelten die Einwohner Waren, um ein wenig Dolce Vita in dem kargen Bergtal zu erlangen. Auf dem Erlebniswanderweg «Percorso dei Contrabandieri – Capel, Maloja» werden einem nebst Räubererzählungen über die Schmuggler auch WildnisÜberlebenstipps mit auf den Weg gegeben. engadin.ch/schmugglerweg-maloja

In die Fussstapfen der alten Römer treten Maloja – Auf dem Malögin, dem Wanderweg von Maloja bis Casaccia, fühlt man sich ein bisschen wie Julius Caesar. Auf der Route existieren nämlich Spuren der alten Römer: eine acht Meter lange Felsstufe, auf der Radrillen römischer Wagen aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. erkennbar sind. Entdeckt wurden die historischen Überreste 1972 von Armon Planta, der damals Sekundarlehrer in Sent war. Der Weg führt von der Burg Belvedere vorbei an Gletschermühlen und über den antiken Fund bis nach Casaccia. graubuenden.ch/touren/maloegin

1907

Die erbaute «Muottas Muragl» ist die älteste Engadiner Standseilbahn. Die roten Wagen leisteten Pionierarbeit, indem sie den Aussichtsberg «Punt Muragl» touristisch erschlossen. engadin.ch/muottas-muragl

Auf Weinwegen trekken Pontresina – Säumerwege sind Pfade, die einst zu unwegsam für Gespanne waren, sodass Güter mithilfe von Saumtieren von A nach B transportiert wurden. Die «Via Valtellina» war so einer. Veltlinerwein gelangte so ins Bündnerland. Die alpine Route von Tirano bis Schruns führt mitten durchs Engadin und ist als einwöchige Trekkingtour erlebbar – gute Kondition ist hier von Vorteil. schweizmobil.ch/wanderland

Tsch-tsch-tsch-tsch Graubünden – Ob im zischenden «Tsch-Rhythmus» an Bord einer Dampflok oder in nostalgischen Bahnwagons der Kultlokomotive «Krokodil»: Mit der Rhätischen Bahn fliegt man auf Nostalgiefahrten durchs ganze Engadin zurück in die Vergangenheit.

Vom Barackendörfchen zur Gaststätte Spinas – Während der Bauzeit des Albulatunnels war der idyllisch gelegene, autofreie Weiler Spinas ein kleines Barackendorf. Von dieser Epoche übrig geblieben sind nur einige Häuser – unter anderem das heimelige Gasthaus Spinas. spinasbever.ch

rhb.ch

Mobilited


Bild: Nicolas Stettler


Natüra Er lebt am Berg in steiler Wand, beim Klettern ist er sehr gewandt. Und ist der Berg auch noch so steil, der Steinbock klettert ohne Seil. ALFONS PILLACH, 2015 AUSSCHNITT AUS DEM GEDICHT DER STEINBOCK


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Schmuggel für einen guten Zweck

Neue Bewohner: 150 Menschen bahnten sich im ­Sommer 1920 auf Trampelpfaden den Weg durch den frisch gegründeten Schweizerischen Nationalpark. Mit sich schleppten sie merkwürdig sperrige Holzkisten. Als diese schliesslich mitten im Park unter dem Jubel der Anwesenden geöffnet wurden, sprangen junge Steinböcke heraus, schauten verdattert um sich und erblickten zum ersten Mal ihr neues Territorium.

Natüra

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Bild: Archiv Schw. Nationalpark

Transport von Steinböcken zur Freilassung im Nationalpark, 1920.


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Illegaler Grenzübertritt: Im Alpenraum waren ­Steinböcke zu Beginn des 20. Jahrhunderts praktisch ausgerottet. Der Steinbockfreund Robert Mader wusste jedoch, dass im Aostatal in Italien noch Tiere in freier Wildbahn lebten. Sie waren vom italienischen König Vittorio Emanuele II. im 19. Jahrhundert unter Schutz gestellt worden, da er das Gebiet als privates Jagdrevier nutzte. Mader wollte nun die Steinböcke auch in den Schweizer Alpen wieder ansiedeln. Da auf ­offiziellem Weg keine Zusammenarbeit zustande kam, nahm der St. Galler Hotelier Kontakt mit einem Wil­ derer aus dem Tal auf. Dieser schmuggelte ab 1906 für ein Zucht- und Auswilderungsprogramm 59 Kitze aus dem königlichen Hoheitsgebiet und über die Schwei­ zer Grenze. Am 20. Juni 1920 wurden im noch jungen Schweizerischen Nationalpark die ersten Steinböcke angesiedelt – und breiteten sich in der Folge im ganzen Bündnerland wieder aus. Pontresiner Grossfamilie: Die Wiederansiedlung der stolzen Kletterer wurde somit zur Erfolgsgeschichte. Dies zeigt sich auch in Pontresina: Mit 1800 Tieren ist die Kolonie um den Piz Albris heute eine der grössten Steinbockkolonien der Alpen. Jeweils im Frühling steigen die Tiere ins Dorf herunter, um dort junge Grashalme zu fressen, und können dabei gut beobachtet werden. Eifrige Aufpasser: Heute kümmern sich im Engadin Wildhüter um den Schutz der Tiere. Sie kontrollieren, dokumentieren, pflegen und schützen den Bestand der Steinböcke sowie ihren Lebensraum.

Natüra


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Der Hüter

In Pontresina fühlt sich das Steinwild wohl. Dafür sorgt auch Daniel Godli. Der Berg­ führer ist seit über 30 Jahren Wildhüter und heute für den Jagdbezirk Oberengadin zuständig. Godli gilt als Experte für die ­geschickten Kletterer. Wir haben ihn b ­ esucht und ihm ein paar Fragen gestellt.

Text N A D I N E H A G E R Bild F I L I P Z U A N

Natüra


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Natüra


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Herr Godli, wie oft läuft Ihnen ein Steinbock über den Weg? Daniel Godli: Oft, denn in Pontresina und Umgebung lebt eine der grössten Steinbockkolonien Europas. Dadurch ist meine Arbeit mit ihnen ­intensiv und das Tätigkeitsspektrum sehr breit. Der Steinbock ist nach wie vor eine jener Tierarten, die meine Tätigkeit dominieren. Was heisst das konkret? Dass ich eigentlich das ganze Jahr über draussen bin, um die Bestände zu überwachen und festzustellen, ob sich z. B. Krankheiten verbreiten. Im Frühling führe ich Zählungen durch und im Herbst kommt die Überwachung der Jagd dazu. Als Wildhüter muss ich auch kranke oder verletzte Tiere schiessen. Im Winter beobachte ich das Wild auf Skitouren mit Fernrohr und Feldstecher, um zu sehen, wie es ihm geht bzw. wie es um die Wintersterblichkeit steht. Und es gibt auch Unterstützungsar­ beiten für wissenschaftliche Projekte. Was will man bei diesen Projekten über die Tiere erfahren? Den Forschern und dem Amt für Jagd und Fischerei geht es darum, das Ver­ halten der Steinböcke nachvollziehen zu können. So hat man zum Beispiel ­herausgefunden, dass die Steinböcke Natüra

nicht träge herumliegen, sondern im Frühling und Sommer, wenn sie den Standort wechseln, bis zu 10 Kilometer am Tag zurücklegen. Diese Strecken führen zum Teil über sehr schwieriges Gelände – was ist das Geheimnis der imposanten Kletterspezialisten? Steinböcke können gut klettern, weil ihre Hufe sogenannte «Schalen» haben, also einen sehr harten Rand. Die Un­ terseite der Hufe, der «Ballen», ist dagegen weich, wie bei den Kletterfinken von Bergsteigern. Dadurch können sie gut am Fels stehen und sich über steile Felswände fortbewegen. Gämsen hingegen müssen von Fels zu Fels springen, weil ihre Hufe viel härter sind. Bergsteiger klettern in Seilschaften; wie steht es mit Steinböcken? Die Steingeissen – weibliche Steinböcke – bilden Rudel von 20 Tieren oder mehr. Die Böcke bilden eigene Gruppen, sind aber manchmal auch alleine unterwegs. Erst im Dezember, während der Brunftzeit, gesellen sich die Böcke zu den Steingeissen und paaren sich mit ihnen. Speziell ist dabei auch, dass Steinböcke ihre Rang- und Revierkämpfe schon ­vorher austragen. Also nicht während der Brunftzeit, wie das die meisten ­Wildtiere tun. E N G A D I N  Magazin S O M M E R  /  H E R B S T


Bild: Beate Schümann

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Wildhüter Daniel Godli im Reich der Kletterkönige.

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Lebensdauer Die Lebensdauer eines Steinbocks kann über zwanzig Jahre betragen.

Capra ibex Index Als Steinbock gelten mehrere Tierarten aus der Gattung der Ziegen (Capra). Es existieren sieben verschiedene Steinbockarten, wobei der Alpensteinbock (Capra ibex) die hier vorkommende ist. Vor 200 Jahren waren sie hierzulande komplett ausgerottet, heute leben rund 17 000 der Klettervirtuosen in den Schweizer Alpen.

Medizin Vom Blut über die Haare bis hin zu den Exkrementen wurde früher alles Verwert­ bare an Steinböcken als Medizin gegen verschiedene Krankheiten einge­ setzt. Das führte fast zum Aussterben der Art in Europa.

Kämpfer

Lebensraum

Mahlzeit

In den Alpen lebt der Steinbock auf der Höhe zwischen der Waldund Eisgrenze. Dabei steigt er bis in Höhen von 3500 m auf.

Im Paläolithikum und bis in die Jungsteinzeit waren Steinböcke in manchen bergigen Regionen über Jahrtausende Hauptjagdwild des Menschen. Die letzte Mahlzeit des Ötzi war getrockneter Steinbock mit Farn.

Natüra

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Bild: stock.adobe.com

Ein Bock muss mindestens sechs Jahre alt sein, um eine Chance zu haben, einen Herdenkampf zu überstehen und einen Harem zu gewinnen.


59 1 Me ter

Farbe Böcke haben im Sommer ein dunkel­ braunes Fell; das Fell der Weibchen ist mehr rötlich oder goldbraun. Im Winter wird das Fell beider Geschlechter gräulich.

Bei den Böcken werden die Hörner bis zu einem Meter lang. Auch die Steingeissen tragen Horn. Das ist weniger gebogen und wird bis zu 35 Zentimeter lang. Das Alter eines Steinbocks kann anhand der Zuwachs­ ringe festgestellt werden. Das Horn wächst pro Jahr zwei bis zehn Zentimeter.

Die Zunge von Steinböcken nennt man «Lecker». Bei der Brunft strecken sich die Böcke, klappen die Oberlippe hoch und «flippern» mit der Zunge.

Dank ihrer besonderen Hufe finden Steinböcke selbst in steilsten Felswänden noch Halt. Die ver­ hornten Ränder sorgen für absolute Trittsicherheit, die weicheren Innenballen verhindern ein Abrutschen. Ausserdem kann der Steinbock seine beiden Zehen unabhängig voneinander bewegen und sich so jeder kleinsten Unebenheit perfekt anpassen.

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Majestätischer Anblick: Ein Steinbock überblickt das Gelände oberhalb Pontresinas.

Natüra

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Als Bergführer bewege ich mich im selben Lebensraum wie das Steinwild, wir klettern beide gern in den Bergen herum.

Wenn zwei Männchen gegeneinander kämpfen, sind das manchmal schon zweihundert ­Kilogramm, die aufeinandertreffen. Würden sie diese Kämpfe erst im ­Dezember austragen, hätten sie einen viel zu grossen Energieverlust und dies würde unweigerlich zu grösserem Wintersterben führen. Im Winter haben sie ja wenig Nahrung.

Weshalb fasziniert Sie diese Tierart nach all den Jahren nach wie vor? Wenn man auf einem Grat einen Steinbock entdeckt, ist er schon ein sehr stolzes, mächtiges Tier. Als Bergführer bewege ich mich im selben Lebensraum wie das Steinwild, wir klettern beide gern in den Bergen herum. Fast finde ich es schade, dass die Steinböcke in Pontresina im Frühling bis zum Dorfrand hinabsteiHat sich Ihre Arbeit mit den Steinböcken gen und es dadurch eine grosse Menschenansammlung um die Wildtiere gibt. im Laufe der Jahre verändert? Am liebsten begegne ich den SteinböHeute widme ich dem Steinbock etwa cken im Sommer ganz hoch oben, auf 15 Prozent meiner Arbeitszeit, als ich Höhen zwischen ca. 2500 bis 3000 Meanfing, war es mehr. Denn dazumal musste man Steinböcke mit Kastenfallen ter über Meer. Dort halte auch ich mich sehr gerne auf und schaue ihnen als stilund Narkosegewehren einfangen und an anderen Orten wieder aussiedeln. ler Beobachter beim Leben zu. In Europa war er fast überall ausgerottet und es ging darum, das Steinwild wieder grossflächig anzusiedeln. Mittler­ Zur Person Daniel Godli ist Wildhüter in Pontresina weile haben sich die Steinbockbestände und zuständiger Bezirkschef für erholt und Arbeiten dieser Art wurden die Jagdbezirke Oberengadin und Bergell. pontresina.ch/portraits praktisch eingestellt. Natüra


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Naturperlen

Nationalpark Zernez – Im Schweizerischen Nationalpark zeigt sich die Natur in ihrer urtümlichen Form. Dort fühlen sich unzählige Tierarten wohl – mit etwas Glück beobachtet man Alpenschneehühner, Steinböcke und sogar Bären. Ab S-chanf eröffnet sich ins Val Trupchun einer der besten und wildreichsten Zugänge. Wer denkt, bereits alle Pfade im Park abgewandert zu haben, gewinnt mit Sicherheit neue, spannende Einblicke im Nationalparkzentrum in Zernez. Wechselnde Ausstellungen und eine Daueraus­ stellung zu Tieren, Botanik, Geologie und Geschichte des Parks bieten anregende Momente für die ganze Familie. nationalpark.ch Natüra

i Nationalparkzentrum Wenige Gehminuten vom Bahnhof Zernez entfernt.

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Bild Piz Nair: Engadin St. Moritz Mountains

Die Könige der Alpen und ihr Lebensraum


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Steinbock Exkursionen

Verhaltensregeln Auf den Wegen bleiben: Die Steinböcke sind an Fuss­gänger auf der Steinbock-Promenade und den umliegenden Wander­ wegen gewöhnt. Solange die Menschen die Wege nicht verlassen, können sich die Tiere bei Bedarf ungestresst zurückziehen.

Zum Leben erwacht Piz Nair – Hoch oben über St. Moritz wacht seit 60 Jahren eine bronzene Steinbock-Statue. Mit Hilfe der App «Winterolymp» lässt sich das Tier aus Metall zum Leben erwecken. Der Steinbock springt von seinem Sockel herunter und erzählt die Geschichte seiner Vergan­genheit und vom Weg, den er genommen hat bis auf den Piz Nair. mountains.ch

Steinböcke nicht füttern oder streicheln: Die Steinböcke sind Wildtiere und sollen es auch bleiben. Auf den satten Wiesen finden sie mehr als genügend Nahrung.

App Winterolymp downloaden: Für Android Für iOS

graubuenden.ch

Beobachtungstipps von Wildexkursionsleiterin Christine Salis Die Steinböcke tauchen meistens am späten Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr auf und mögen eher kühles, bedecktes Wetter. Zudem ist an ruhigen Tagen unter der Woche die Chance grösser, Steinböcke von Nahem zu sehen. engadin.ch/aktivitaeten

pontresina.ch/erlebniswelten

Das Bike zuhause lassen: Wir bitten die Bikerinnen und Biker, die Gegend rund um die Steinbock-Promenade im Frühling zu meiden. Hunde an die Leine nehmen: In Pontresina gilt eine allgemeine Leinenpflicht. Bei einem Besuch bei den Steinböcken ist es besonders wichtig, sich an diese zu halten.

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Pontresina – Im Frühjahr steigen die Tiere bis ins Dorf hinunter, um von den jungen Grashalmen zu naschen. Dann lassen sich die gemütlichen Kletterkünstler besonders gut beobachten. Ende April bis Anfang Juni gibt es jeden Donnerstag und Samstag kostenlose Steinbockführungen, auf denen man spannende Einblicke in die Welt des Steinwildes erhält. Wer mehr erfahren möchte, geht auf eine der 4½-stündigen, kostenlosen Murmeltier- und Steinwild­ exkursionen, welche von Juni bis Oktober stattfinden.

Steinbock wandern Pontresina – Auf der ganz­ jährig zugänglichen SteinbockPromenade dürfen Gäste eintauchen in die Welt von Gian und Giachen. Die berühmtesten Steinböcke der Schweiz sind wie auch ihre Beobachter sehr neugierig. Die Bekanntschaft mit den Steinböcken aus nächster Nähe ist somit nicht selten. Ausserdem erfahren Gäste an sieben Infostellen alles rund ums Horn, den Charakter und den Lebensraum der Tiere. pontresina.ch/erlebniswelten

Natüra


Für die beste Zukunft aller Zeiten. Für Lisa.

zukunft.gkb.ch


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Domestizierte Böcke Wer nicht genug bekommen kann von den Steinböcken, der ist bei dessen Cousinen richtig. Beim Vollmond-Geissentrecking erfahren die Teil­ nehmer nicht nur Entschleu­ nigung pur, sondern auch viel Wissenswertes über die Vierbeiner. Die Tiere zeigen ­ den Gästen ihr Wohnzimmer weitab von Hektik und Alltagssorgen. pontresina.ch

Klettern wie die Könige Alp Languard – Wenige Meter von der Alp Languard entfernt dürfen sich junge Kletterer austoben! Auf dem Steinbockspielplatz wird gegen die Steinböcke um die Wette gelaufen, gesprungen und die Geschicklichkeit unter Beweis gestellt. Auch wenn die Könige der Alpen einen Ticken flinker sind als ihre Nachahmer – der Spass gehört den Kindern. Für alle jungen Wirbelwinde ab 6 Jahren eignet sich der Sommerspielplatz. engadin.ch/kinderspielplatz-alp-languard

Hotel Steinbock Die Steinböcke gehören in Pontresina zum Dorfbild, und auch das Traditionshaus Steinbock trägt zum Charme des Bergdorfes bei. Das neu renovierte Erdgeschoss, eine Mischung aus Orangerie und Jagdstube, strahlt eine Gemütlichkeit aus, wie es die vierbeinigen Namensgeber ebenfalls tun. Man ist stolz auf die Wurzeln im ältesten Pontresiner Gasthaus und zugleich lässt sich die Inno­vationskraft im ganzen Haus spüren. hotelsteinbock.ch

Schoggi-Horn Die Pontresiner Steinböcke haben die Herzen der Menschen längst erobert. Eine spezielle Liebeserklärung an sie findet sich in der Furnaria Grond. Dort dürfen sich Steinbock­ freunde über Hörner aus Milchschokolade mit Haselnüssen freuen. Weil man früher dem Horn eine heilende Wirkung zugesprochen hat, wurden die liebenswürdigen Tiere beinahe ausgerottet. Die Schoko­ laden-Hörner machen die Gäste garantiert glücklich – ohne den Bestand zu gefährden. grond-engadin.ch

Steinbockzüge für die RhB 56 neue Triebzüge führt die Rhätische Bahn ab 2021 ein. Die «Capricorn» genannten Powerzüge sorgen für eine wesentliche Modernisierung der RhB-Flotte. Es ist das grösste Rollmaterial-Beschaffungsprojekt in der Geschichte der Bahngesellschaft. rhb.ch/unternehmen

Natüra


Bild: LoggaWiggler, pixabay


Culinaria «Kein Pilz ist klein genug, um nicht auch ein Glückspilz zu sein.» UNBEKANNT


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Je mehr man sich auf die wundersame Pilzwelt einlässt, je faszinierender wird sie.

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Bild: LightField Studios Inc., Alamy Stock Foto

Wunderdinger


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Magisch: Über 100 000 Pilzarten gibt es auf der ganzen Welt. In der Schweiz sind rund 10 000 verschiedene ­Pilzsorten bekannt. Wobei jedes Jahr neue Arten hinzu­ kommen. Das sind grosse Zahlen. Doch hinter diesen versteckt sich eine wundersame Welt, zauberhaft und wunderbar, die noch immer zu grossen Teilen unentdeckt und voller Rätsel ist. Eine Welt, in der es Dinge wie ­Gelbfleischige Grünlinge gibt, Veränderliche KarbolEgerlinge oder Spitzgebuckelte Rauköpfe. Verwoben: Eines der grössten Rätsel aus dem Pilzreich sind Ektomykorrhizapilze, von denen es weltweit rund 20 000 gibt. Diese bilden mit dem Wurzelwerk von Bäumen ein riesiges unterirdisches Netzwerk über das verschiedene, für die Pflanzen und Pilze lebenswichtige Informationen ausgetauscht werden. «Wood Wide Web» wird es genannt. Das grösste in der Schweiz bekannte Netzwerk ist so gross wie 35 Fussballfelder. Es befindet sich in einem Nadelwald. Delikatesse: Doch Pilze sind nicht nur Wunderdinger. Sie sind auch Delikatessen, die fest mit der Kulturgeschichte des Menschen verbunden sind. Der älteste Nachweis für den Pilz als Lebensmittel wurde in den spanischen ElMiròn-Höhlen entdeckt. Er ist 12 000 bis 18 000 Jahre alt. Auch bei Ötzi hat man verschiedene, getrocknete Pilze gefunden und von den Römern weiss man, dass die Sol­ daten als Stärkung Pilze bekamen. Bekannt ist ebenso, dass Hildegard von Bingen im Mittelalter Pilze als Heilmittel einsetzte. Und galten Pilze damals noch als «Essen des armen Mannes» oder als «Gesindelessen», sind sie heute kulinarische Schätze aus der Natur.

Culinaria


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Mit geschärftem Auge lassen sich überall im Waldboden braune und weisse Hütchen entdecken. Culinaria

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Ein Geschenk der Natur

Der Steinpilz ist einer von vielen Pilzen, die sich im Engadiner Waldboden wohl fühlen. Auf Exkursion mit einer Pilzenthusiastin. Text C L A U D I U S W I R Z Bild F I L I P Z U A N

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s ist einer dieser herrlichen Engadiner Spätsommermorgen. Der Himmel stahlblau und weit, die Berggipfel zum Greifen nah, die Luft wie frisch gewaschen. Rosemarie Kuhn legt ein Küchentuch auf den Boden, zupft es zurecht. Dann legt sie darauf Pilze in jeder Grösse aus. Einen Habicht, zwei Eierschwämmli, einen Täubling und einen kleinen Steinpilz. Rund um Rosemarie stehen Menschen in Wanderkleidung und mit Körben in der Hand.

Rosemarie Kuhn ist amtliche Pilzkontrolleurin. So hiess ihre Funktion bis vor Kurzem, neu nennt sie sich Pilzberaterin. Das trifft es besser, findet Rosemarie. Die 66-Jährige führt seit über 24 Jahren Pilzexkursionen durch. Angefangen hat wohl alles mit einem riesigen Steinpilz, erzählt sie. Der war so gross wie ein Kinderkopf. Die 6-jährige Rosemarie sieht ihn auf einer Ausstellung und ist nachhaltig be­ein­ druckt. Mit 20 Jahren zieht die gebürtige St. Gallerin in die Lenzerheide, arbeitet in einem Sportgeschäft, heiratet später einen Skilehrer, hat drei Kinder und ist bis zu ihrer Pensionierung als Erwachsenenbildnerin tätig. Irgendwann meldet sich ihre Leidenschaft für die Pilze wieder. Aber nicht etwa, weil sie ein grosser Fan von Pilzgerichten wäre. «Eigentlich esse ich gar nicht so gerne Pilze», sagt die hagere, braungebrannte Frau mit dem kecken Kurzhaarschnitt und lacht. «Es ist die Botanik, die Vielfalt dieses Wunderwerks der Natur, die mich faszinieren.» Sie absolviert einen Pilzkurs in der Migros Klubschule in Chur, tritt dem dortigen Pilzverein bei und macht die Prüfung zur Pilzkontrolleurin. Bei der klassischen Arbeit einer angestellten Kontrolleurin mag sie aber nicht bleiben. «Nur Körbe mit Pilzen kontrollieren, das wollte ich nicht.» Rosemarie verstand sich schon immer mehr als Vermittlerin denn als Aufpasserin. «Weiter­geben, beraten, schulen, das liegt mir», sagt sie. Also hat sie mit den Exkursionen angefangen. Zuerst in der Region Lenzerheide, heute in ganz Graubünden. Auf den Touren in die Wälder erklärt sie ihren Gästen den Unterschied zwischen Lamellen und Röhren, zeigt, wie ein Pilz korrekt aus der Erde genommen wird, und führt vor, wie die genaue Bestimmung abläuft. Culinaria

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«Zu Beginn war ich oft alleine mit einer Person oder einem Paar unterwegs. Heute nehmen bis zu 15 Personen an einer Exkursion teil, in letzter Zeit auch vermehrt junge Leute und ganze Familien.» Das freut Rosemarie. Auch wenn sie dadurch im August und September, der Pilzhochsaison, kaum noch freie Zeit hat. In der Nebensaison bietet sie zusammen mit ihrer Kollegin Vreni Conradin zudem Wildkräuterführungen an. «Etwa 6000 Sorten der höheren Pilze gibt es», erklärt Rosemarie der staunenden Besucherschar. «Für Anfänger eignet sich aber bereits ein kleines Pilzbestimmungsbuch mit vielleicht 100 Sorten.» Dann verrät sie, dass es immer den ganzen Pilz für die Bestimmung braucht und dass ein Plastiksack zum Sammeln uneignet ist, denn Pilze können darin nicht atmen und verderben rasch – Steinpilze werden dadurch sogar giftig. Und sie empfiehlt die Anschaffung eines Pilzmessers mit integriertem Bürstchen. So lassen sich die Pilze gleich im Wald säubern. Nun marschiert die Gruppe los, ab in den Wald oberhalb von Champfèr. Verrät ein Pilzsammler denn seine Lieblingsplätze? Vreni, die heute auf der Exkursion auch dabei ist, lacht. Natürlich haben sie und Rosemarie ihre bevorzugten Orte, wo sie zuerst schauen gehen. Aber geheim sind diese Plätze nicht. «Der Wald ist gross und es hat für alle genug», meint Vreni.

Rosemarie Kuhn hat für ihre Pilzexkursionen eine Spezialbewil­ ligung zu Lehr- und Lernzwecken vom Kanton Graubünden erhalten.

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Bild: Roy Halvor Frimanslund, Alamy Stock Foto (Historische Pilztafel)

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Die Vielfalt ist riesig. Für den Anfänger reicht ein aktuelles Pilzbestimmungsbuch mit 100 Sorten.

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Einiges, was am Nachmittag im Korb gelandet ist, kommt am Abend auf den Teller.

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Pilze eignen sich auch für Desserts. Das ist eine überraschende Erkenntnis aus dieser Exkursion.

Die Exkursionsgruppe steht jetzt mitten im Wald und lernt den Unterschied zwischen Arven, Föhren und Lärchen kennen. Da etwa 40 Prozent der Pilze in Symbiose mit einem Baum leben, wird man in deren Nähe gerne fündig. Es gibt Pilzarten, die die Arven vorziehen, andere die Rottannen/Fichten, so wie etwa der Steinpilz. Rosemarie schickt die Gruppe ein erstes Mal aus, um einfach mal schauen und suchen zu gehen. «Aber bitte langsam gehen und nur ein Stück pro Pilzart mitbringen.» Die Teilnehmer schwärmen aus, stapfen durchs Unterholz und sind schon bald nicht mehr zu sehen. Nur ab und zu hört man das Knacken eines Astes, leises Plaudern und sonst einfach den Wind in den Lärchennadeln. Nach einer halben Stunde werden die Funde auf Küchentüchern ausgebreitet. Es hat etwas Andächtiges, fast Heiliges, wie Rosemarie jeden Pilz in die Hand nimmt, begutachtet und zuordnet. «Das ist ein Horngrauer Rübling. Und hier haben wir einen Pfefferröhrling. Der kann ­getrocknet wie Pfeffer verwendet werden.» Auch Fliegenpilze liegen auf den Tüchern. Rosemarie erklärt, wie genau wir einen solchen erkennen, auch wenn er keine der typischen Punkte aufweist, und verrät, dass Fliegenpilze die gleichen Plätze mögen wie Steinpilze. Sie erzählt davon, dass ein Steinpilz bei idealer Witterung bis zu 10 cm in einer Nacht wachsen kann und dass der violette Rötelritterling, den eine Teilnehmerin mitgebracht hat, sich gut eignet, um in Essig eingelegt zu werden. Mit jedem Detail und jeder neuen Information taucht man tiefer in die Faszination der Pilze ein und versteht die Leidenschaft von Rosemarie besser. Beim nächsten Ausschwärmen freut man sich, dass der Blick bereits geschärft ist, das Anheben und Herausdrehen des Pilzes mit dem Messer geübter. Culinaria

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Überall auf dem Boden sind plötzlich weisse und braune Hütchen sichtbar. Je mehr man sich einlässt, desto mehr Chancen hat man, etwas zu finden, sagt Rosemarie.

Liebt die Nähe zum Steinpilz, ist aber nicht immer einfach zu erkennen: der berüchtigte Fliegenpilz.

Nach fünf lehrreichen Stunden im Wald geht es ins Restaurant PappaLoù nach Silvaplana. Dort werden die mitgebrachten Speisepilze gemeinsam gerüstet und in die Küche gebracht. Kurze Zeit später kommen die Nebelkappen im Wasser abgekocht und in Butter gedünstet als Apérohäppchen zurück. Dann folgen gemischte Pilze auf Salat und gebratene Steinpilze mit frischen Peterli auf Tagliatelle. Den überraschenden Abschluss macht ein caramelisierter Röhrling. Dass Pilze sich auch als Dessert eignen, ist die letzte neue Erkenntnis aus dieser spannenden Exkursion. Zusammen mit gerösteten Nüssen oder in einem Kaiserschmarrn, eine echte Delikatesse.

i Pilzexkursionen mit Rosemarie Kuhn Die Touren mit kantonaler Spezialbewilligung finden im August und September ab dem Campingplatz St. Moritz statt, mit kulinarischem Abschluss in der neuen Osteria Nuschpigna. pilze-gr.ch

Culinaria


Bild: Filip Zuan

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Culinaria

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Das Rezept zur Geschichte

Steinpilz-Tagliatelle Rezept für 2 Personen, vom Restaurant PappaLoù in Silvaplana, pappalou.ch Zutaten 500g Steinpilze 3 EL Olivenöl 2 Knoblauchzehen 1 Schalotte, Salz & Pfeffer 40g Butter

200g Tagliatelle

Fleur de Sel Petersilie

Zubereitung: Steinpilze in Scheiben schneiden (ca. 5 mm). In Öl sehr heiss anbraten. Knoblauch in feinen Scheiben und kleingeschnittene Schalotte dazugeben. Salz, Pfeffer dazu. Wenn die Pilze schön braun sind (nach ca. 1 Minute) Butter dazugeben. Vorgekochte, bereits heisse Tagliatelle dazugeben und schwenken. Anrichten: Etwas Fleur de Sel (wir empfehlen Maldon Salz) darüberstreuen, mit frischer Petersilie (nicht zu fein gehackt) garnieren.

Culinaria


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In der Küche

Wild auf dem Teller Die Hoch- und Steinwildjagd ist im Engadin mehr als nur Hobby, sie ist Teil der Kultur. Sie dient einerseits zur Regulierung der Bestände und krönt andererseits das Jahr kulinarisch. Bereits im 16. Jahrhundert, als jeder Bürger frei jagen durfte, haben Einheimische begonnen, Wildgerichte zuzubereiten. Die Rezepte gingen von Generation zu Generation. So verzaubern heute klassische Gerichte wie Hirsch­ pfeffer und Rehrücken den Gaumen, genauso wie neue Kombinationen. Culinaria

i Kulinarischer Herbst Das Tal und sein Wild in den zahlreichen Restaurants entdecken und geniessen: engadin.ch/restaurants

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Bild links: stock.adobe.com

Von der Natur inspirierte Kulinarik


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Heisser Stein

Steinpilz und Co.

Celerina – Dass Steine in der Küche nützlich sein können, wusste man schon in der Steinzeit. Später wurden die heissen Steine zwar durch Kochherd und Bratpfanne ersetzt, aber ganz wegzudenken sind sie trotzdem nicht, schmeckt das Fleisch vom Stein doch irgendwie ein bisschen spezieller als aus der Pfanne. Das weiss auch das Restorant Uondas. Hier kommen die Grilladen auf dem Lavastein zum Kochen.

Ab Mitte September wachsen nebst Eierschwämmen und Steinpilzen auch Blätterpilze, Täublinge und verschiedene Röhrlinge im Engadin.

Regen macht schön Erst wenn es richtig feucht ist, fangen die Pilze an zu spriessen. Deshalb: Regenschutz anziehen und den Regen lieben lernen.

rosatsch.ch

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Durch die Steinpresse

verschiedene Sträucher wie die Steinmispel oder das Steinröschen lassen sich entlang dem Waldlehrpfad La Punt – Madulain entdecken.

Von Gang zu Gang Corvatsch – Kulinarische Energieschübe gefällig? Auf der Via Gastronomica sind die Restaurants und Gänge gegeben, die Route ist aber frei wählbar. So wartet im Bergrestaurant La Chüdera auf Furtschellas ein Frühstück oder eine Vorspeise, das Hotel Sonne Fex zaubert die Hauptspeise auf den Tisch und für das Dessert geht’s ins Hotel Seraina in Sils-Maria. engadin.ch/via-gastronomica

Morteratsch – Wenn die Grashalme noch feucht vom Tau sind, ist auf der Alp Bernina von Juli bis Mitte August bereits Hochbetrieb. Hier oben geniessen ungefähr 50 Kühe ein bisschen Freiheit, feinste Gräser und vor allem viel frische Luft. Ihre Milch geht in den frühen Morgenstunden in die Alp-Schaukäserei Morteratsch, wo sie über dem offenen Feuer (jeweils um 9.30 und 13.30 Uhr) und vor den Augen interessierter Käseliebhaber unter anderem zu Heutaler Käse verarbeitet wird. Und weil gute Dinge Weile haben, reift der Käse, nachdem er während ein paar Stunden mit einem Pressstein beschwert wurde, bis zu einem Jahr im Käsekeller. alp-schaukaeserei.ch

i Noch mehr Käse von der Alp Das Alp Beizli Laret ob Celerina hat nicht nur eine schöne Sonnenterrasse und ein gemütliches Restau­ rant mit Aussicht, sondern verkauft auch Käse und Butter frisch von der Alp. engadin.ch/alp-beizli-laret

Vorsicht beim Pflücken Die Pilze mit einem scharfen Messer knapp über dem Boden schneiden oder vorsichtig abdrehen, so wächst an der selben Stelle wieder ein Pilz.

Ab ins Körbchen Schwitzen Pilze, verderben sie. Aus diesem Grund kommt das Sammelgut nicht in den Plastiksack, sondern ins Körbchen.

Erfrischendes Steinobst Die Lataria Engiadinaisa in Bever und der Engadiner Sternekoch Dario Cadonau haben drei verschiedene Joghurts kreiert. Eines davon mit Aprikose und Bergthymian. lesa.ch

Keine Giftpilze Nur essbare Pilze wandern ins Körbchen und zur Sicherheit schaut man bei der Pilz­ kontrolle in Celerina vorbei. Culinaria


Bild: Nicole Schafer

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Alpinissem

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Alpinissem Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler. JOHANN WOLFGANG VON GOETHE (1749– 1832)

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Pionierin auf dem Piz Bernina

Bild: zvg

Die Erste: Lucy Walker bestieg als erste Frau den Piz Bernina.

Alpinissem

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Die Anfänge: Als 1858 im englischen Liverpool ein Arzt seiner 22-jährigen Patientin Wandern gegen ihre Rheuma-Beschwerden verschrieb, konnte er nicht ahnen, welchen Stein er damit ins Rollen brachte. Denn die junge Frau, Lucy Walker, sollte später eine der berühmtesten Alpinistinnen werden. Korsett: Im 19. Jahrhundert war der Bergsport meist Männern vorbehalten. Das gesellschaftliche Korsett für Frauen war eng, und Ausflüge in die Berge waren darin nicht vorgesehen. Doch genau die Freiheit abseits der Konventionen, die in der Höhe wartete, lockte viele Frauen schon damals in die Berge. Ihre Erfolge wurden – im Geist der damaligen Zeit – aber kaum wahrgenommen und schon viel weniger verbreitet. Pionierin: So erstaunt es wenig, dass über das Leben von Lucy Walker in Anbetracht ihrer grossen hoch­ alpinen Leistungen wenig bekannt ist. Nach dem Rat ihres Arztes reiste sie mit ihrem Vater und Bruder – beides begnadete Bergsteiger und Mitglieder des Alpine Club – in die Schweiz, um zu wandern. Bald schon war klar: Lucy wollte nicht nur wandern, sie wollte berg­ steigen, immer höher, der Freiheit und ihrem Ehrgeiz folgend. 1871 stand sie als erste Frau – im Flanellrock; Hosen waren für Frauen nicht vorgesehen – auf dem Matterhorn; um jene Zeit gelangen ihr zahlreiche weite­ re Erstbesteigungen als Frau. So auch des Piz Bernina. Als einzige Verpflegung – so die wenigen Quellen – soll sie jeweils Bisquittorte und Champagner auf den Berg getragen haben.

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Die Eismassen zu Beginn der Tour sind imposant.

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Mission Piz Bernina Schon lange will Katharina Ueltschi den Piz Bernina bezwingen. Der Weg zum 4049 Meter hohen Gipfel ist eine Grenzerfahrung. Text F E L I X P A L Bild N I C O L E S C H A F E R

A

m Horizont kündigt sich der Tag an. Es sind die Minuten, in denen das Licht die Oberhand gegen das Dunkel gewinnt. Katharina Ueltschis Schuhe stecken in Steigeisen, der Lichtstrahl ihrer Stirnlampe taucht das Eis des Gletschers vor ihr in ein gelbliches Licht. Es ist kalt. Über den Gletscher zu gehen, das Knirschen des Eises zu hören, das bezeichnet Ueltschi als etwas unheimlich Friedliches, das sie in Singapur nicht findet. Von dort aus baut sie für Bernina Nähmaschinen ein Innovation Lab auf und führt damit Bernina International in die Zukunft. Zusammen mit ihrem Bruder repräsentiert sie die fünfte Generation der Firma. Asien ist ein wichtiger und rasch wachsender Markt. Jetzt aber steht Ueltschi auf Eis unterhalb der Diavolezza und vor einer ihrer grössten Heraus­ forderungen der letzten Jahre. Sie möchte hinauf zum Piz Bernina, hinauf auf 4049 Meter über Meer. Ueltschi hat sich seriös vorbereitet auf die Hochtour. In Asien joggte sie mehrmals wöchentlich und ernährte sich gesund. Für die Mission Piz Bernina ist sie vor zwei Wochen ins Engadin gereist und hat ein intensives Höhentraining absolviert. Zusätzlich buchte sie bei der Alpinissem


88 Links: Dass Ueltschis Grossmutter Odette (auf dem Bild) und ihre Mutter Beatrice auf dem Gipfel waren, macht sie stolz. Ob eine Besteigung gelingt oder nicht, hat viel mit dem Wetter zu tun.

Bergsteigerschule Pontresina ein Gletscher- und Klettertraining. Dafür ist sie jetzt dankbar. Trotzdem sagt sie: «Ohne viel Berg­ steigererfahrung auf dieser Tour zu sein, das macht mir schon Bauchweh.» Es ist Ueltschis erster Versuch, einen 4000er zu bezwingen. Dass es gleich der Piz Bernina sein soll, hat einen gewichtigen Grund: Ueltschis Familie pflegt seit langer Zeit ein enges Verhältnis zum Engadin. Ihr Urgrossvater war im Jahr 1931 im Engadin in den Ferien und derart fasziniert vom Berg, dass er seine Firma später von «Fritz Gegauf» auf Bernina Nähmaschinen umtaufte. Für ihn war es nebst der per­sönlichen Verbindung wichtig, dass der Name international gut aussprechbar ist. Er dachte schon damals in grossen Dimensionen. Exakt 90 Jahre später geht seine Urenkelin gemeinsam mit ihrer Bergführerin über den Persgletscher. Das gewaltige Berninamassiv wirkt auf sie ein. Im Bann der Nordwandpfeiler des Piz Palü gelangt sie zur Gemsfreiheit. Beim Fortezzagrat muss sie ein erstes Mal ihr Kletterkönnen unter Beweis stellen, bevor sie auf dem Gletscher­ plateau der Bellavista steht. Sie atmet regelmässig, behält ihr hohes Tempo bei. «Hier oben sind die Alltagsprobleme keine mehr», sagt sie. Nur der Moment zähle, nur der nächste Schritt. Während sie sich den Berg hochkämpft, ist sie mit ihren Gedanken bei ihrer Mutter und Grossmutter: Beide Frauen waren oben auf dem Piz Bernina. Alpinissem

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«Ängste kommen auf. Mein Leben zieht wie ein Film an mir vorbei.» K AT H A R I N A U E LT S C H I

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Erleichterung: Der Aufstieg auf den Piz Bernina hat Katharina Ueltschi an ihre Grenzen gebracht, umso emotio­ naler der Abstieg.

Beide waren erfahrene Bergsteigerinnen – im Gegensatz zu Katharina Ueltschi. Trotzdem möchte sie die Frauentradition der Familie weiterführen. Sie liebe und suche immer neue Herausforderungen. Die zwei Frauen seien für sie ein grosser Inspirationsquell. Nach etwas mehr als sechs Stunden am Berg befindet sie sich in einem Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite ist da die Schönheit der Natur, die Kraft, welche die Berge ausstrahlen. Für Ueltschi sind Berge ein Symbol für Beständigkeit, ein Symbol für die Schweiz. Auf der anderen Seite kämpft sie immer mehr mit der Höhe und der Müdigkeit. Die Anstrengung steht ihr ins Gesicht geschrieben. Dann macht sich eine gewisse Erleichterung breit. Vor Ueltschis Auge taucht die Marco e Rosa Hütte auf. Hier wärmt sie sich auf, stärkt sich mit einer gesunden Portion Penne. Die Pause ist wichtig. Denn der Schlussaufstieg, die letzten 420 Meter, werden es in sich haben. Hinter dem Rifugio Marco e Rosa führt die Route über den Gletscher und einen steilen Firnhang hoch bis zum ersten Felsen des Spalla­ grats. Ängste kommen auf. «Mein Leben zieht wie ein Film an mir vorbei.» Auf dem schmalen Firngrat muss sich Ueltschi unheimlich überwinden. Ihr Blick ist nur auf ihre Schuhe gerichtet. Kein Links und kein Rechts. Es sind schwierige Minuten. Ueltschi kämpft mit sich, will abbrechen, umdrehen. Der Gipfel scheint so nah und doch so fern. Sie ist mental am Anschlag. Ihre Bergführerin motiviert, bringt sie zum Weitermachen. Was dann passiert, weiss Ueltschi nicht mehr so genau. Aber sie schafft es, sie bezwingt den Piz Bernina. Was sie da oben genau gefühlt hat, bleibt ihr Geheimnis. Unten im Tal, in den Armen ihrer Mutter, fliessen die Tränen. Es sind Tränen des Glücks, aber auch Tränen der Erleichterung. Mit etwas Distanz spricht Ueltschi von einem der schönsten Erlebnisse ihres Lebens. Ihr Kopf sei selten so klar gewesen wie «dort oben». Auch mit Inspirationen vom Piz Bernina wird sie den Familien­ betrieb, der den Namen trägt, weil ihr Urgrossvater den Berg so liebte, in die Zukunft führen.   i Den Piz Bernina bestaunen Von der Chamanna Georgy ( S. 30) unterhalb des Piz Languard geniesst man freie Sicht auf den Piz Bernina. chamanna-georgy.ch

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Hoch hinaus

Für schwindelfreie Kletterkönige und Gipfelstürmer

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Bild links: Mammut

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Frisch eingekleidet Bequem und ausgesprochen ästhetisch ist man mit Mammut unterwegs. mammut.com 1 The sky is the limit Stein für Stein dem Himmel ein Stück näher: Mit dem Skywalker 3.0 Helmet wird es eine sichere Sache. 2 Multi-Talent Die Hardshell-Jacke Taiss HS taugt genauso gut fürs Bergsteigen im Sommer wie für die Skitour im Winter. 3 Robust Wenn es zur Sache geht, dann darf man den Taiss SO Pants vertrauen. Die windabweisenden Hosen eignen sich dank des elastischen Materials auch ideal fürs Bergsteigen. 4 Halt am Berg Besonders beim Sportklettern ist das Seil ein unabdingbarer Begleiter. Das Material überzeugt durch zuverlässige Langlebigkeit.

Fürs Alpinisten-Herz Der 35l Alpin- und Trekkingrucksack sorgt mit der Active Spine Technology für eine optimale Hüftbewegungsfreiheit. 5

6 Safety first! Mit dem Togir 2.0 3 Slide ist man flink am Fels und in anderen Gelände unterwegs. Durch die Split Webbing Technology wird das Gewicht ausgeglichen verteilt.

Auf festen Sohlen Bester Grip und doch leicht und bequem wie ein Finken: Der Kento Guide High GTX Woman. Eine Gore-Tex-Membran sorgt dafür, dass die Füsse auch trocken bleiben. 7

Übernachten in der Felswand Pontresina – Wie ein Bartgeier nächtigen: der Portaledge – kurz für Portable Ledge – macht dieses Abenteuer möglich. Unter fachkundiger Anleitung der Bergsteigerschule Pontresina bauen Gäste ihren eigenen Schlafplatz in luftigen Höhen mitten in einer Felswand bei der Alp Languard auf, geniessen bei einem Abendessen in der Abgeschiedenheit den Sonnenuntergang und bestaunen am nächsten Morgen die ersten Sonnenstrahlen am Piz Palü und Piz Bernina. Näher kann man den Bergen kaum kommen. bergsteiger-pontresina.ch

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Ungesichert am Fels

Routen gibt es im Klettergarten von Plaun da Lej auszuprobieren. Die ersten Haken wurden hier bereits in den 1950er-Jahren in den Fels geschlagen und das Sportklettern im Engadin nahm seinen Lauf. klettern-engadin.ch

Bouldermatte, Kletterschuhe und Magnesium – das ist alles, was es für das Bezwingen der Steinblöcke beim Bouldern braucht. Gute Felsen finden sich in den Gebieten Morteratsch und Julier. Und sollte die Sonne mal nicht scheinen, wird das Training in den Serlas Parc in S-chanf verlegt. engadin.ch/bouldern

Über die Palü-Gipfel Auf Hochtouren über Fels und Eis müssen der Umgang mit Seil sowie verschiedene Kletter- und Sicherungstechniken geübt sein. Nach der mehrtägigen Ausbildung der Bergsteigerschule Pontresina sitzt jeder Griff und der Piz Palü ist um eine Bekanntschaft reicher. bergsteiger-pontresina.ch

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Übernachten im Romantik Hotel Muottas Muragl. Zur Buchung und weiteren Informationen:

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Palü, Bernina, Roseg: Sie sind Riesen aus Fels, Eis und Schnee, die BergsteigerHerzen höher schlagen lassen.

3901 m ü. M. Erstbesteigung: 1866

Piz Roseg

Piz Bernina

Piz Palü

Magisches Trio

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4049 m ü. M. 3937 m ü. M. Erstbesteigung: 1850 Erstbesteigung: 1865

Klettersteige im Engadin Piz Trovat – die Hochalpinen Diavolezza – Der Piz Trovat mit seinen 3146 Metern ist ein bemerkenswerter Felsturm, auf den zwei Klettersteige führen. Einsteiger und geübte Kletterer finden hier ihre Route und beide werden von der hochalpinen Umgebung mit Blick auf die Gletscherwelt beeindruckt sein. KlettersteigSet und Helm können an der Talstation gemietet werden.

Stein auf Stein Mal klein, mal gross, mal wegweisend, mal künstlerisch – Steinmännchen sind ein ständiger Begleiter auf Bergtouren. Sie dienen nebst den Wegweisern als Orientierungshilfe. Und die Freude ist umso grösser, wenn man nicht nur den Weg, sondern auch den passenden Stein gefunden hat, um das Männchen wachsen zu lassen.

Museum Alpin Pontresina – Könnten die Mauern des Museum Alpin sprechen, würden sie ganze Bücher mit Geschichten füllen. Heute erzählt das 1716 erbaute Engadiner Haus die Geschichten von der Pionierzeit des Bergsteigens, der Eroberung des Bernina-Massivs und der Entwicklung der SAC-Hütten. Wer über die Türschwelle der Chesa Delnon geht, taucht somit in die alpine Kultur sowie in die Flora, Fauna und Geologie des Engadins ein. Gegründet wurde das Museum 1971 vom Bergführerverein Pontresina. engadin.ch/museum-alpin

i Weitere Trouvaillen SAC-Bibliothek Das Museum Alpin ist auch Aufbewahrungsort der Bücher der Sektion Bernina des Schweizer AlpenClubs (SAC) . Von Montag bis Freitag, 17 – 18 h, können in der Bibliothek Bücher ausgeliehen werden.

La Resgia – der Idyllische Pontresina – Der Klettersteig mittleren Schwierigkeitsgrades hat es an einigen Stellen in sich. So wird es beim «Adlerhorst» kurz überhängend und beim «Spinnennetz» etwas wackelig, am Schluss freuen sich Kletterer aber auf die Belohnung im Bergrestaurant Alp Languard. engadin.ch/klettersteige

i Weitere Klettermöglichkeiten Hochseilgarten Pontresina Elf Routen für schwindelfreie Balancekünstler ab 4 Jahren. engadin.ch/hochseilgarten

Kletter- und Boulderhalle Die Schlechtwettervariante für Kraxler jeden Niveaus in S-chanf. engadin.ch/serlas-parc

Seilpark Parc Alpin S-chanf Fünf Routen für Kletteraffen ab 4 Jahren. engadin.ch/parcalpin Alpinissem


Bild: Julia Voormann

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Cultura Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen. ERICH KÄSTNER (1899–1974)

Cultura


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Die jahrhundertealte Geschichte des Engadinerhauses kann in und um Zuoz besonders gut nachvollzogen werden. So zeigt zum Beispiel das mittelalterliche Chastè Sur En eine Kombination aus Stein- und Holzhaus.

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Im steinernen Kleid Kaum ein Haustypus ist so eigen und so vielseitig wie das Engadinerhaus. Bodenständig und doch edel kann es ­Bauernhaus oder Herrenhaus sein.

Text J U L I A V O O R M A N N

Bild: Filip Zuan

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rhaben und geheimnisvoll stehen die charakterstarken Engadiner­ häuser mit massiven Mauern, steinernen Dächern, winzigen Fenstern und runden Toren in der eindrücklichen Landschaft. Wie gerne würde man hinter diese Mauern blicken und die jahr­hun­ der­te­alten Geschichten erfahren, die sich hier abgespielt haben. Doch auch wenn man nicht durch jede Türe gehen kann, lässt sich von aussen einiges entdecken und erahnen.

Häuschen aus Stein oder Holz untergebracht war. Als diese Höfe jedoch vermehrt Ziel von Plünderungen und Feuers­brünsten wurden, errichteten sich die wohl­habenderen Bewohner im Hochmittelalter wehrhaftere Turm­ häuser, die bald die Ortschaften der Region prägten. Allein in Zuoz findet man heute noch die Spuren von über 30 solcher Turm- und Saalbauten, meistens verbaut im Inneren der heutigen Häuser.

Ursprünglich fanden sich im Ober­ engadin lose Streuhöfe, bei denen jede Funktion, wie zum Beispiel das Kochen, das Wohnen oder die Behausung der Tiere, in einem eigenen, einräumigen

Ein besonders einschneidender Moment in der Geschichte des Tals war der Schwabenkrieg, der 1499 sämtliche Ortschaften bis auf die Grundmauern zerstörte. Beim Wiederaufbau rückten Cultura


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Cultura

Bild: Filippo Simonetti, Brunate, Italia

Der «Suler», die imposante Eingangs­ halle, ist der Schlüsselraum des Hauses. Er erschliesst und verknüpft alle Räume. Erst im 18. Jahrhundert wurde er mit einer Wölbung gekrönt.

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Das Engadinerhaus ist daher eigentlich ein getarnter Holzbau im Mauerkleid.

und vertikal so ineinander, dass sie vonei­nander profitieren können. Zudem vereint das Engadinerhaus die behaglich wärmende Holzbauweise des Nordens mit den allen Naturgewalten trotzenden Steinmauern des Südens. Denn im harschen Klima des Engadins Dabei entwickelten die Engadiner etwas Ausserordentliches: ein Haus, das war weder das eine noch das andere alleine überlebensfähig. Das Herzstück in seiner Ausprägung eines eigenen, des Hauses wurde aus Kanthölzern starken Typus im Alpenraum einziggefertigt, auf massige Mauern geschoartig ist und sowohl die Bedürfnisse des ben und zum besseren Schutz gegen Adels als auch diejenigen der Bauern Kälte und Feuer von aussen vermauert. aufnahm. Es verschmilzt auf einmalige Das Engadinerhaus ist daher eigentArt und Weise die vormals freistehenlich ein getarnter Holzbau im Mauerden Elemente des gesamten Hofes: kleid. Nur beim Scheunenteil, wo Stall, Scheune, Feuerhaus, Schlafhaus Durchlüftung gewährt sein musste, und die verschiedenen Vorratshäuser – blieb Holz grossflächig sichtbar. Alleralles unter einem Dach. In die «Cuort» dings sind diese grossen, dunklen und den «Suler» genannten Verteiler­ Scheu­nenöff­nungen nur zu entdecken, räumen, welche von Mensch und Tier gemeinsam benutzt wurden, überlagern wenn man hinter die Häuser geht, sich dabei Wohnen und Wirtschaften auf denn dem sozialen Geschehen im mehreren Ebenen. Sie greifen horizontal Ort sind die hellen Fronten zugewandt. Reich und Arm enger zusammen und schützten ihr Hab und Gut und die hölzernen Fassaden mit steinernen Mauern vor Feuersbrunst, Wind, klirrender Kälte und stechender Sonne.

 weiter auf S. 111

Cultura


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Was die Fassade erzählt

1 Sgrafit / Kratzkunst Die steinernen Mauern wurden mit einem schützenden Kalkputz überzogen. Darüber wurde eine dicke Kalkmilch aufgetragen, in die man vor dem Austrocknen Linien, Muster und Flächen bis auf den dunkleren Grundputz kratzte (ital. graffiare=kratzen). Im Vergleich zur Wandmalerei, die man im Engadin kaum findet, ist diese Technik, die im 16. Jahrhundert von italienischen Wander­ künstlern eingeführt wurde, ungleich widerstandsfähiger. 2 Fnestra / Fenster Glas war teuer und Wärme wertvoll. Daher hielt man die Fensteröff­ nung so klein wie nötig. Um dennoch möglichst viel Sonne einzufangen, wurden die dicken

Cultura

Leibungen stark angeschrägt und hell gekalkt. So reflektiert sich das Licht besonders intensiv bis tief in den Innenraum. Grösse und Lage wurden von innen heraus bestimmt, was von aussen verwirr­ lich wirken kann. Die Stüva brauchte Aussicht und Licht, denn hier wurde auch gehand­ werkt. Deshalb hat sie die grössten Fenster. Die Schlafkammer wieder­ um braucht mehr Luft als Licht. Dazu schnitt man ursprünglich einfach ein Stück von einem Balken aus und nahm dieses, je nach Bedarf, rein und raus. 3 Suler-Portal /  Rundbogentor Zwei Tore führen ins Haus. Leicht erhöht, mit Profilleisten oder Schnit­ zereien verziert, das Suler-Tor, durch das ein vollbeladener Heuwagen passt. Für die Bewohner hatte das Tor auch eine kleine Türe. Der oberste Flügel stand im Sommer für Licht und Luft offen. Durch das schmucklose untere Tor gelangte das Vieh in den Stall.

1

Cumünaunza / Dorfgemeinschaft Es wäre falsch, das Engadinerhaus als Einzelwesen zu betrachten. Vielmehr muss man es als Teil des Dorfgefüges verstehen, in dem sich die Häuser zum Schutz dicht zusammen um einen gemeinsamen Brunnen oder Platz gruppieren.

4 Baunchporta / Bänkli 5 Tet / Dach Die stützende Trenn-wand zwischen den Toren wurde Der Schiefer aus dem Fextal war einerseits als Sitzbank ausgebildet und war sozialer Treffpunkt. frostbeständig und

3

feuersicher, andererseits viel dünner und leichter als Gneis. Im Einzugs­gebiet von Fex, also von Maloja bis Bever, findet man daher wunderschöne Steindächer aus Fexer­platten, die sich mit der Zeit rötlich färben. Ab Madulain abwärts, wo kein vergleichbarer Stein in der Nähe abgebaut werden konnte, wurde mit Lärchenholzschindeln gedeckt. 6 Chamin / Kamin Per Gesetz wurde im 16. Jahr­hundert vorgeschrieben, alle hölzernen

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Illustration: Julia Voormann

Grandezza / Stattlichkeit Das Engadinerhaus war Haus, Hof, Stall und Scheune unter einem grossen Dach. Die Scheune machte die Hälfte des eindrücklichen Gebäudevolumens aus, denn hier wurden Futtervorräte gelagert für die neun Monate, in denen das Vieh im Ort und nicht auf der Alp war.


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Küchen, auch nachträg­ lich, einzu­wölben und auszumauern. Der Rauch durfte nicht mehr durch ein Loch in der Fassade entweichen, sondern musste über einen gemauerten Kamin übers Dach geführt werden. Die Kamine wurden zur Zierde und schmückten die Häuser mit fantasti­ schen Hüten.

7 Furnin / Backofen Nur ganz wenige Häuser hatten einen eigenen Backofen. Er wölbt seinen dicken, runden Bauch aus der Fassade und hatte meistens ein kleines Dach zum Schutz des Verput­ zes. Hier trafen sich die Frauen des Ortes und buken ihr Brot, das dann für mehrere Monate reichen musste.

8 Balcun tort / Erker Ein eleganter Kunstgriff ist der Erker: Unter dem Vor­ wand, mehr Licht in die Stube zu bringen und die Fassade um ein schmuck­ volles Element zu erwei­ tern, dient er vor allem der Übersicht und der Neu­ gierde. Denn nur über den Erker, der sich aus der Fassade schiebt, hat man Einsicht in die Gasse.

9 Fier battieu / Schmiedeeisen Mindestens ein Fenster des Hauses ist mit einem kunstvoll geschmiedeten Gitter versehen. Von der wehrhaften Romanik über die geometrische Renaissance bis hin zum verspielten Rokoko kann man 5 Jahrhunderte Schmiedekunst beobach­ ten. Beachtenswert sind auch die Türbeschläge und beim Patrizierhaus die Geländer der Eingangstreppe oder des Balkons. 10 Construcziun cun maders / Versteckter Strick Dass das Engadinerhaus eigentlich zu einem grossen Teil ein Holzhaus war, ist kaum mehr sichtbar. Der hölzerne Kern, die eigentliche Wohnzelle, bestehend aus Stube und darüberliegender Schlafkammer, wurde ursprünglich wie ein Blockhaus aus Kanthölzern gezimmert. Diese wurden an den Enden ausgespart und so miteinander «verstrickt». 11 Mür davaunt / Vormauerung Zum Feuer- und Witterungsschutz, aber auch zur Repräsentation wurde die HolzstrickKonstruktion nachträglich mit einer gemauerten Vorwand umhüllt. Dies ist bei einigen Fassaden durch den vorspringenden Bogenfries erkennbar.

Cultura


In Bever lässt sich das Nebeneinander von Bauern- und Patrizier­häusern besonders gut erleben. An dieser Ecke trifft man auf einander zugewandte Cultura Engadinerbauernhäuser.

Bild: Filip Zuan

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Ein Blick hinter die Mauern

Crapenda Chambra

Stüva

Suler

Murütsch

Herz & Seele Die Stüva und die darüberliegende Chambra bilden das warme Herz des Engadinerhauses. Der kompakte Wohnbereich bleibt als allseitig umschlossene Holzkonstruktion räumlich, funktional und atmosphärisch unabhängig vom umgebenden Wirtschaftsteil. Das Niveau der Böden und Decken ist unterschiedlich vom Rest des Gebäudes: Die behagliche Stüva erhebt sich um ein paar Stufen über den Suler Cultura

(Gang), die niedrige Chambra duckt sich darüber. Wie eine geschlossene Kiste ragt die Strickkonstruktion in die offene Crapenda (Estrich). Getragen und gewärmt werden die Wohnkammern von den steinernen Hofund Hauswirtschaftsräumen um sie herum. Die Seele des Hauses ist der Suler. Von diesem würdevollen Raum aus wird das Haus erschlossen und die separaten Wohn- und Wirtschaftsräume miteinander verbunden. E N G A D I N  Magazin S O M M E R  /  H E R B S T

Illustrationen: Julia Voormann

Cuort


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Obergeschoss Das schwere Dach wurde zumeist von einer einfachen massiven Holzkonstruktion getragen. Der ganze Raum unter dem grossen Dach blieb unausgebaut und war mit losen Bretterböden ausgelegt. Häufig waren neben der Decke der Chambra die Gewölbe von Küche und Vorratskammer von oben sichtbar.

Crapenda

Chambra

Chambra / Schlafkammer Im Schlaf­ zimmer gab es ausser Betten keine weiteren Möbel. Hier schlief die ganze Familie. Erst ab dem 17. Jahrhundert

wurden zusätzliche Kammern für erwach­ senere Kinder, Magd und Knecht abgetrennt. Crapenda / Estrich Die offene Fläche war Trocknungsraum für Korn und Heu, Lager für Wäsche und Kleider in Truhen sowie für Nahrungsmittel wie Brot und Fleisch­ waren, welche in der Nähe des Kamins nicht einfroren und doch umlüftet wurden. Stüva sura / Obere Stube In vornehmeren Häusern errichtete man neben den Kammern eine weitere Prunkstube.

Erdgeschoss Talvo

Chamineda

Suler

Suler / Eingangshalle Der grosszügige Eingangsraum des Hauses war die einzige Zufahrt zur Scheune, Garage für Kutschen und Heuwagen, Lagerplatz für Holz, Kinderspielplatz und im Sommer Essraum für Herrn und Knecht. Er ermöglichte es, trockenen Fusses den Wirtschaftsbetrieb zu führen. Erst im 18. Jahrhundert wurde die Holz­ balkendecke des schlichten Suler mit einer edlen, flachen Wölbung versehen.

Chadafö

Talvo / Scheune Hier wurde Korn gedro­ schen und bis unter das Dach Heu gelagert.

Stüva

Stüva / Stube Der einfache Wohnraum mit den fest eingebauten Möbeln war ursprüng­ lich aus Lärchen-Strick gebaut und wurde

Stalla

Murütsch

Cuort Murütsch

erst ab dem 17. Jahrhundert in Arve getäfert. Hier wurde «geboren, gelebt und gestorben». Chadafö / Küche Das war der einzige Raum des Hauses, in dem gefeuert wurde und zwar am Herd, im Stubenofen und, wenn man einen hatte, im Backofen. Hier wurden Mahlzeiten, Wäsche und auch Futter für die Tiere gekocht und da sich der Rauch im Gewölbe fing, diente er gleichzeitig noch als Räucherkammer. Chamineda / Vorratskammer In Truhen oder mäusesicher an der hohen Decke aufgehängt lagerten hier die Vorräte.

Untergeschoss Das Engadinerhaus steht auf massiven Bruchsteinmauern im isolierenden Erdreich. Cuort / Hof Der untere Eingangsraum bietet Zugang zum Stall und zu den Vorratsräumen. Hier wurden Schlitten, Mistkarren und Mist gelagert. Eine steinerne Treppe verbindet die Cuort mit dem Erdgeschoss.

Stalla / Stall Hier hielt man Grossoder Kleinvieh sowie ein paar Hühner. Der Boden der Cuort war meist aus gestampftem Erdreich, der Stall mit Holz bekleidet. Die gesamte Decke bestand aus schweren, unbehauenen Lärchen­­ balken und dicken Bretterbohlen. Murütsch / Vorratskeller Die gewölbten Lagerräume sind durch dicke Mauern isoliert und über einen Vermittlerraum zugänglich. Cultura


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Wie bei diesen Häusern in Sils Baselgia, wo einst Annemarie Schwarzenbach wohnte, teilte man sich beim Patrizierhaus den Eingang nicht mehr mit dem Tier. Würdevoll werden die Häuser über Cultura eine Treppe betreten.

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Mit der Heimkehr der Auswanderer, von denen einige sehr wohlhabend in ihre Heimat zurückfanden, verlor das Engadinerhaus teilweise seine Funktion als landwirtschaftlicher Zweckbau und unterwarf sich mehr und mehr der Repräsentation. Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann man die Stuben auszukleiden, mehr Innenräume abzuteilen und die Häuser mit reichen Sgraffiti zu schmücken. Schliesslich baute man eine Treppe vors Haus und ersetzte das grosse Rundbogentor durch eine Tür. Damit machte man deutlich, dass der Eingang nicht mehr mit dem Tier geteilt wurde und im Hausinneren keine Heuwagen mehr an der Stubentür vorbeifuhren. Wer nicht den ganzen Tag hart arbeiten musste, der sass auf der Bank vor dem Haus, beobachtete, tauschte sich aus und entschied als «Vorsitzender» über das Dorfgeschehen. So lässt sich vieles bei einem Gang durch die Dörfer entdecken. Wer durch die alten Gassen schlendert, dem werden die Engadinerhäuser unzählige Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählen. Und mit etwas Glück oder während einer der zahlreichen Dorfführungen kann man sogar da und dort einen Blick in Suler und Cuort werfen.

Bild: Filip Zuan

i Dorfführungen Dorfführungen mit Guides, die die Geschichten der Häuser kennen, gibt es in allen Ortschaften: engadin.ch/dorffuehrungen

Cultura


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Aus Stein gebaut

Wo Häuser und Dörfer ihre Geschichten erzählen

Plattas da Fex Fex – Zuhinterst im Val Fex liegt der alte Steinbruch. Hier wurden früher die Fexer­ platten abgebaut, um Dächer zu decken. Das Spezielle: Der Stein, ein Glimmerschiefer, lässt sich nur in gefrorenem Zustand spalten. So hatten einige Männer aus dem nahen Val Malenco und aus Sils im Winter ein bescheidenes, aber willkommenes Einkommen. Die ganze Geschichte zu den Platten ist im kleinen Museum auf der Alp da Segl zu erfahren – und auf einer Führung zum wiederhergestellten Steinbruch. plattas-da-fex.ch Cultura

Die Fexerplatten wurden vor allem für Dächer, aber auch Böden oder Fenster­bänke verwendet.

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Stein auf Stein

Adlige Gewohnheiten

Sils – Eine Mauer gebaut aus Steinen, nicht mehr und nicht weniger. Ohne Mörtel, ohne Beton, nur von Hand Stein um Stein sorgfältig und passend aufeinander geschichtet. Eine Trockenmauer gestaltet die Landschaft und bietet Lebensräume für Tiere und Pflanzen. In der Silser Ebene an der Via da Truochs ist das jahrhundertealte Handwerk beim Spaziergang entlang der Mauer-Allee zu begutachten – eine Pause auf einer der dortigen Sitzbänke ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Beim Restaurant Alpenrose in Sils-Maria einfach links abbiegen in Richtung Isola oder Halbinsel Chasté.

Samedan – Das stolze Patrizierhaus «Chesa Planta» aus dem Jahre 1595 ist heute ein vielsei­ tiges Kulturzentrum. Unter anderem beherbergt es ein Wohnmuseum, dessen üppige Stuben, vornehme Möbel und mit Waffen geschmücktes Treppenhaus veranschaulichen, wie der regionale Adel im 18. und 19. Jahr­ hundert gelebt hat. chesaplanta.ch

Gepflasterte Dörfer

Gut versteckt im Felsen

Das Kopfsteinpflaster gehört auf die Engadiner Strassen genauso wie die Nusstorte auf den Dessertteller. Ob in einer geraden Reihe, im Bogen oder diagonal verlegt, die Muster variieren je nach Historie. Oft ziert das Kopfsteinpflaster nicht nur die alten Dorfkerne, sondern auch die Böden im Untergeschoss der Engadinerhäuser.

S-chanf – Getarnt im Felsen entdeckt der aufmerksame Beobachter im Val Susauna Türen und Tore. Sie führen zu drei Kavernen, die das Militär ab 1940 errichtet hatte, um das Engadin vor eindringenden Feinden zu schützen. Während das Militär früher Schiessübungen durchführte und noch früher Säumer Wein über den Scalettapass nach Davos transportierten, ist heute viel Ruhe ins kaum bewohnte Tal eingekehrt. Auf dem Weg von der Alp Pignaint Richtung Alp Funtauna sind die Eingänge der Kavernen zu erspähen.

Dorfführung mal anders Celerina und seine Gassen haben viele Geschichten zu erzählen. Auf den «SmarTrails» werden sie einem auf einer Art Schatzsuche anvertraut. Mit Smartphone, virtueller Karte und ein bisschen Köpfchen fliegen einem die Dorfgeschichten um die Ohren und zum Schluss gibt’s gar eine kleine Belohnung. engadin.ch/smart-trails

Traditionelle Stuben St. Moritz – Während in der Chesa Planta der Adel im Zentrum steht, sind es im Museum Engiadinais die Stüvas, die traditionellen Engadiner Stuben, die das Herzstück der Ausstellung ausmachen. Hier taucht man in die Geschichte der bis 500 Jahre alten Stuben ein, deren gesamte Einrichtung behutsam konserviert wurde. museum-engiadinais.ch

Cultura



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Pinnwand Die Highlights aus Sommer und Winter für traumhafte Ferien im Engadin.

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Mountainbike

Trais Fluors Celerina  – Trais Fluors sind nicht – wie es die buchstäbliche Übersetzung aus dem Rätoromanischen erahnen liesse – drei Blumen, sondern drei Bergspitzen. Auf der Route vom Piz Nair bis nach ­Samedan fährt man über eine Traverse direkt unterhalb der drei Felsnasen durch. Das Panorama mit den umliegenden 3000ern, der Berninagruppe und dem Berninatal gibt Motivation und Kraft für die anspruchsvolle 19-Kilometer-Strecke. engadin.ch

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Fuorcla Schlattain

St. Moritz  –  Vom St. Moritzer Hausberg Piz Nair mit 3057 m ü. M. führen viele Wege hinunter – einer davon über den Pass Fuorcla Schlattain ins Val Schlattain bis nach Corviglia. Der Weg ist selbst für geübte Bikerwaden eine technische Heraus­ forderung, aber wer es schafft und den Adrenalinkick noch ein bisschen länger mag, nimmt von Corviglia aus direkt den Olympia Flow Trail nach Chantarella in Angriff. Sanft bergauf geht’s anschliessend zur Signal Talstation zurück.

und danach den Berg auf dem Mountainbike runtersausen. Gleichzeitig zum Sonnenaufgang gibt es im Gipfelrestaurant ein Frühstücksbuffet. engadin.ch/sunrise

Marmotta Flow Trail Corviglia – Mungge, Murmeli, Marmotta oder einfach Murmeltier: Passend zu den vielen kleinen, pelzigen Residenten mit Jö-Effekt ist im Gebiet zwischen Corviglia bis nach Marguns ein neuer Biketrail entstanden. Der gemütliche, 2,2 Kilometer lange Marmotta Flow Trail ist ideal für Bike-­ Neulinge oder Familien mit Kindern – Feldstecher mitnehmen nicht vergessen! engadin.ch/marmotta-flowtrail

engadin.ch/val-schlattain

Piz Nair sunrise Nicht nur auf zwei Füssen, auch auf zwei Rädern lässt sich das Engadin erkunden. Ein Highlight ist das Piz-Nair-Sunrise-Angebot. Auf 3000 m ü. M. kann man zuerst den Sonnenaufgang bestaunen

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Wandern

Für alle Ansprüche Auf dem Touren-Portal Engadin kann man seine Route beliebig nach Schwierigkeitsgrad auswählen. Ein breites Angebot an Ausflugszielen, Unter­ künften, Informationen zu Wetterbedingungen und Karten ergänzen das Angebot. maps.engadin.ch

Via Engiadina Durch Arven- und Lärchenwälder, über kleine Bäche und weite Alpenwiesen führt die Via Engiadina in fünf Etappen von Maloja bis Zernez. engadin.ch/weitwandern

Foto: Switzerland Tourism

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Via Albula / Bernina

Entlang der Bahnlinie Albula/Bernina führt auch eine Wanderung. Die Route von Tiefencastel ins Oberengadin birgt zig Highlights wie die geniale Sicht auf den Landwasserviadukt oder den smaragdgrünen Palpuognasee. engadin.ch/via-albula

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Familien

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Seilpärke

Von Baumwipfel zu Baumwipfel gelangen und weitere Hindernisse meistern, das ist das Ziel in den Seilgärten in Pontresina und S-chanf. engadin.ch/bergsteigen

Früh übt sich... Pontresina – Wem der Kletterpark nicht genügt, darf sich an einer echten Felswand versuchen. Die Bergsteigerschule Pontresina bietet für Kinder ab 8 Jahren Kurse an.

Gletscherweg Morteratsch Pontresina – Eindrucksvoll und lehrreich: so lässt sich der Weg zum Morteratschgletscher beschreiben. Erwachsene finden bei den 16 Haltepunkten Interessantes über den drittgrössten Gletscher der Ostalpen und Kinder tauchen mit dem Kinderbuch «Sabis grösster Traum» in die Eiswelt ein. Ausge­ rüstet mit dem Mini-Buch lösen sie Aufgaben und knipsen fleissig Prägungen ins Buch, um am Schluss eine Überraschung im Tourismusbüro abzuholen. engadin.ch/gletscherweg

bergsteiger-pontresina.ch

Wildbeobachtung Val Roseg Pontresina – Morgenstund hat Gold im Mund – oder zumindest das Potenzial, im Val Roseg Hirsche vor die Linse zu bringen. Die um 6.30 Uhr startende Wanderung führt durch Nadelwälder und vorbei an Bächen. Im September besteht sogar die Chance, die Tiere röhren zu hören. pontresina.ch/erlebniswelten

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Wassersport 1

Segeln auf dem Silsersee

Bergseen

Sils – Mit starkem Wind in den Segeln durchs Wasser gleiten – dank der guten Windverhältnisse ist dies auf dem Silsersee im Sommer fast täglich möglich. Dem Malojawind hat das Engadin weltweit den Ruf als top Wassersport-Destination zu verdanken. engadin.ch/segeln

Zahlreiche kleine Bergseen mit glasklarem und erfrischendem Wasser laden in Engadiner Höhen zum Baden ein. engadin.ch/seenwanderung

Kiten & Windsurfen Silvaplana  – Wie Farbtupfer auf dem Silvaplanersee tanzen die bunten Kiteschirme und Windsurfsegel jeweils ab Mittag – wenn der Wind kommt – übers Wasser. Ein Mekka für Wassersportlerinnen und -sportler. engadin.ch/wassersport

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Lej da Staz

Celerina – Baden im Stazersee ist gesund: Das Moorwasser ist reich an Mineralstoffen und wirkt entzündungshemmend. engadin.ch/badesee-staz

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Golf 1

Golfplatz Samedan Samedan – Der 18-Loch-Championship-Course mit teilweise gedeckten Abschlagplätzen und innovativer Technik wie dem RoboGolfPro oder Trackman wird allen Anforderungen gerecht.

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Golfplatz Hotel Margna

Sils – Das Parkhotel Margna hat seinen eigenen 4-Loch-Golfplatz mit Pitch & Putt-Anlage, Driving Range und 15 Abschlagplätzen.

Golfplatz Zuoz Zuoz – Der 18-Loch-Platz von Zuoz-Madulain ist von Natur aus verspielt und bietet Holes für jedes Niveau.

Golfplatz Kulm St. Moritz St. Moritz – Eingebettet in die alpine Landschaft, wartet neben dem Kulm Hotel St. Moritz ein abwechslungsreicher 9-Loch-Platz.

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Running

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Running

Das Engadin eignet sich bestens für Trailrunning. Daher finden sich auch unzählige Trails verschiedenster Schwierigkeitsstufen, die durch dichte Wälder, karge Berghänge und einsame Seitentäler führen.

Grevasalvas Sils Maria – Maloja – Auf dem Weg von Sils Maria nach Maloja kommen Läuferinnen und Läufer in Grevasalvas vorbei, dem schönen Engadiner «Heididorf». Die 14,8 Kilometer und 969 Höhen­ meter gehen in die Beine, belohnt wird man jedoch mit tollen Aussichten.

Events St. Moritz Running Festival & Engadiner Sommerlauf Laufbegeisterte müssen sich im August das Wochenende des St. Moritz Running Festivals freihalten. In diesem Rahmen findet auch der altbekannte Engadiner Sommerlauf statt. stmoritzrunningfestival.ch

Val Roseg

Pontresina – Das Val Roseg ist eines der schönsten Engadiner Seitentäler und lässt sich wunderbar auf einem Lauf erkunden. Die leichte, aber kontinuierliche Steigung, die sich auf dem Hinweg in den Beinen bemerkbar gemacht hat, verleiht auf dem Rückweg nach Pontresina eine Extra­ portion Schwung.

Rundtour La Punt – Zuoz

La Punt  – Das schmucke Dorf am Fusse des Albulapasses ist Start und Ziel dieser relativ einfachen Route. Auf 9,1 Kilometern führt sie auf und ab durch duftende Wälder, dem Inn entlang und durch die schönen Ortschaften Zuoz und Madulain.

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Foto: stock.adobe.com

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Ausflüge

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Soglio

Bergell – Im Gegensatz zu anderen Alpentälern ist das Engadin keine Sackgasse, sondern über meh­­ rere qPässe in alle Himmelsrichtungen geöffnet. Einer davon ist der Malojapass, die Verbindung zum Bergell. Das Tal lockt mit spannenden Geschichten, wunderschöner Natur und romantischen Dörfern. So beschrieb der Maler Giovanni Segantini die kleine Ortschaft Soglio einst als «die Schwelle zum Paradies». Wer diesem Zauber selber auf den Grund gehen möchte, erreicht Soglio mit dem Postauto von Maloja aus. bregaglia.ch

Bernina Express nach Poschiavo Pontresina – Der Bernina Express ist die schönste Verbindung des alpinen Engadins mit dem mediterranen Süden, von Pontresina nach Tirano im Veltlin. Auf der Fahrt reichen sich die Gegensätze die Hand. Zuerst scheinen die Gletscher durch das Panoramafenster zum Greifen nah, später grüssen die Palmen des Südens. Es ist eine Zugreise, die sich geradezu für einen Tagesausflug anbietet. engadin.ch/bernina-express

Virtuelle Gletscherwelt Pontresina – In der Ausstellung «Virtual Reality Glacier Experience» an der Diavolezza-Talstation taucht man in die Welt der Gletscher ein. Aus­ gerüstet mit einer Virtual-Reality-Brille geht’s auf eine Zeitreise, die von 1875 bis 2100 dauert und die Veränderung des Morteratschgletschers eindrücklich aufzeigt. glacierexperience.com

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Ski & Snowboard

White Carpet Wenn menschenleere Pisten locken, kriechen selbst Langschläfer gerne etwas früher aus den warmen Federn. Viele Bergbahnen sind schon ab 7.45 Uhr in Betrieb und anstehen muss zu dieser Zeit niemand. Ist man oben angekommen, begleiten einen die ersten Sonnenstrahlen, die über den weissen Kamm blinzeln, auf der Abfahrt die frisch präparierte Piste hinunter. Besser lässt es sich nicht in den Tag starten! engadin.ch/white-carpet

Snowsafari Die Snowsafari führt gleich durch mehrere Skigebiete und zu den gemütlichsten Bergrestaurants im Engadin. An nur einem Tag entdeckt man neun der schönsten Pisten, geniesst stolze 88 Pistenkilometer und überwindet nicht weniger als 4444 Höhenmeter. engadin.ch/snowsafari 1

Gletscherabfahrt

Diavolezza – D ie Gletscherabfahrt Diavolezza führt durch eine Wildnis aus Schnee und Eis, über den Pers- und Morteratschgletscher, bis ans Ende der Eiszunge. Mit zehn Kilometern ist sie die längste Gletscherabfahrt der Schweiz. Dank der guten Markierung ist die unpräparierte Piste der ideale Einstieg für gute Skifahrer, die sich zum ersten Mal auf einen Gletscher wagen. engadin.ch/gletscherabfahrt

bei denen grosse und kleine Schnee­hasen ihre ersten Fahrversuche auf einem oder zwei Brettern wagen, weiter an ihrem Können feilen oder nach einer längeren Pause Sicherheit für die Rückkehr auf die Piste gewinnen. engadin.ch/skischulen

Snow-Deal Wer früh bucht, profitiert! Dank des dynamischen Preismodells der Ober­engadiner Bergbahnen können sich Früh­entschlossene beim Kauf ihres Skipasses über Frühbucherrabatte freuen. snow-deal.ch

Sleep + Ski Mindestens eine Nacht im Engadin zu verbringen lohnt sich sowieso, aber dank dem Angebot Sleep + Ski lohnt es sich doppelt: Während der gesamten Aufenthaltsdauer in einer teil­nehmenden Unterkunft gibt es den Skipass inklusive ÖV ab CHF 45.– pro Person und Tag. engadin.ch/sleep-ski

Events Weltcup St. Moritz – D ie weltbesten Skifahrerinnen kämpfen auf dem St. Moritzer Hausberg Corviglia um wertvolle Weltcup-Punkte. skiweltcup-stmoritz.ch

Skischule Skifahren will gelernt sein – und wie lässt sich das besser tun als unter der Anleitung eines Profis? In den Skigebieten im Engadin gibt es verschiedene Skischulen,

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Langlauf

Über 240 km Loipen Mit Hund, in der Nacht oder auf den zugefrorenen Seen – im Engadin wird die Langlauf-Tour zu einem besonderen Erlebnis und bei über 240 Kilometern Loipe finden sowohl Anfänger als auch Profis das Passende. engadin.ch/langlauf 1

Loipen über die Seen

Zentimeterdickes Eis und eine glatte Schneeschicht bedecken ab Mitte des Winters die grossen Engadiner Seen – perfekte Bedingungen, um mit den Langlaufski die Ebene zu erkunden. 12 Kilometer lang ist die Strecke über den Silser-, Silvaplaner- und Champfèrersee, die auch ein Streckenabschnitt des berühmten Engadin Skimarathon ist. engadin.ch/langlauf

Events Skimarathon Das grösste Langlaufereignis der Schweiz führt die Sportlerinnen und Sportler seit über 50 Jahren von Maloja bis S-chanf. engadin-skimarathon.ch

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Winterwandern & Kutschen 1

Muottas Muragl Samedan – Kaum eine Aussicht ist so atemberaubend wie jene, die sich vom Ausflugsberg Muottas Muragl aus eröffnet. Wenn zu der Aussicht hinzu auch noch Bewegung kommen soll, begibt man sich auf einen der drei Winterwanderwege oder auf den anfängerfreundlichen Schneeschuh-Trail. engadin.ch/winterwandern-muottas-muragl

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engadin.ch/kutschen

Kutschenfahrten

Eine Kutschenfahrt durch das Engadin ist an Romantik und Gemütlichkeit kaum zu übertreffen. Warm eingepackt entdeckt man die idyllischen Seitentäler oder die gefrorene Seenlandschaft und lässt die zauberhafte Szenerie Pinnwand

in Ruhe an sich vorbeiziehen. Der dumpfe Klang der Hufe auf dem Schnee, das leise Schnauben der Pferde und das Klirren des Fahrgeschirrs sind die einzigen Geräusche, welche die Stille der verschneiten Umgebung durchbrechen. Während die Kutschen auf einigen Strecken nach Fahrplan unterwegs sind, bestehen auch zahlreiche Möglichkeiten für private Fahrten.

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Schlitteln & Familie 1

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Schlittelwege für Familien

Sobald sich der erste Schnee gesetzt hat, laden einige Passstrassen und Wanderwege zum Schlitteln ein. Neben kurzen Abfahrten und gemütlichen Routen gibt es auch Schlittelwege, die es ganz schön in sich haben. Eine schöne Schlittelbahn für Familien ist zum Beispiel der drei Kilometer lange Weg von der Alp Es-cha Dadour nach Madulain. engadin.ch/schlittelspass

werden. Ebenfalls für eine gemütliche Wanderung geeignet ist die rund vier Kilometer lange Route durch das Val Bever. Sie führt vom Bahnhof Bever aus entlang des Beverinbachs durch zauberhafte Wälder und über verschneite Ebenen. engadin.ch/winterwandern

Kinderwagenwege Als Ausflug für die ganze Familie eignen sich die flachen Wege zwischen Sils, Silvaplana und St. Moritz – bei guten Schneeverhältnissen können sie sogar mit dem Kinderwagen begangen

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Eis, Curling & Eisklettern

Eisklettern Mit Steigeisen an den Füssen und Eispickeln in den Händen kämpfen sich Eiskletterer an der gefrorenen Wand Stück für Stück in die Höhe. Im Engadin haben sie gleich zwei Möglichkeiten, ihr Können auf die Probe zu stellen: einerseits am Corvatsch, wo die höchstgelegene bewässerte Eiskletterwand wartet, andererseits am Wasserfall in der Schlucht bei Pontresina. Bei der Bergstei­ gerschule können Mutige zudem unter fach­ kundiger Anleitung ihre ersten Versuche im Eisklettern wagen. engadin.ch/eisklettern

Bobbahn St. Moritz/Celerina – Mit 130 Sachen übers Eis: Mit einer halsbrecherischen Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h rasen die Bobs und Skeletons über die spiegelglatte, eiskalte Oberfläche des ­Olympia Bob Runs, der ältesten Bobbahn der Welt. Zweimal war der Natureiskanal in seiner über 100-jährigen Geschichte Austragungsort der Olympischen Winterspiele und auch 24 Weltmeisterschaften fanden hier statt. Heute können sich Adrenalin-Junkies auf einer Gästefahrt selber in einen Bob setzen und zusammen mit den Profis den Eiskanal hinuntersausen. Nervenkitzel pur, an dessen Ende ein Cüpli und ein Diplom warten.

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Schwarzeis

Eisige Temperaturen und kein Schneefall: Sind diese Bedingungen gegeben, gefriert die Oberfläche der Engadiner Seen zu einer durchsichtigen, glatten Ebene, die tiefschwarz in der Sonne glänzt. Bewundern lässt sich dieses Naturschauspiel aber nur etwa zweimal pro Jahrzehnt. Das Betreten der Eisfläche erfolgt auf eigene Gefahr, Informa­ tionen zum Zustand des Eises sowie Verhaltenstipps gibt es bei den Infostellen in den jeweiligen Orten. engadin.ch/schwarzeis

Eisweg Madulain-Zuoz Madulain/Zuoz – Mit den Schlittschuhen durch die wunderschöne Auenlandschaft entlang des Inns gleiten und dabei die Lichtspielereien des Flusses, die Ansicht des historischen Dorfkerns und die Ruhe in der Talfläche geniessen – der Eisweg in Madulain, der heuer bis Zuoz verlängert wurde, verspricht ein naturnahes Schlittschuherlebnis der besonderen Art. Die Strecke beginnt beim Werkhof in Madulain. Die Schlittschuhausrüstung muss mitgebracht werden, die Benützung des Eisweges geschieht auf eigene Gefahr. engadin.ch/eisweg-madulain

olympia-bobrun.ch

Eisbahnen in den Dörfern Die verschiedensten Eissportarten haben im Oberengadin seit langem Tradition. Deshalb gibt es in jeder Ortschaft im Winter einen Eisplatz für Curling, Hockey, Eisstockschiessen oder einfach zum gemütlichen Runden drehen auf der spiegelglatten Eisfläche. engadin.ch/eissport

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Sicher im offenen Gelände unterwegs Die Freiheiten einer Freeride-Tour bringen auch gewisse Gefahren mit sich. Mit einigen Verhaltensregeln ist es aber möglich, das Risiko zu minimieren. So sollte man sich vor jeder Tour über die aktuellen Wetter- und Lawinenbedingungen informieren, sich nie alleine ins freie Gelände wagen, extreme Steilhänge einzeln befahren und stets die nötige Ausrüstung bei sich tragen. Weitere Verhaltenstipps für Freerider gibt es unter: engadin.ch/freeride

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Skitouren & Schneeschuhlaufen

Schneeschuhwandern auf dem Lake Trail Furtschellas – Der Corvatsch Lake Trail ist ein einfacher Schneeschuhpfad mit besonderem Komfort. Immer dem markierten Pfad folgend, geniessen Schneeschuhwanderer wunderschöne Aussichten über das verschneite Tal mit seinen zugefrorenen Seen und kehren unterwegs für eine Stärkung bei der Ustaria Rabgiusa ein. engadin.ch/schneeschuhwandern 1

Freeride-Paradies

Diavolezza-Lagalb – Die Region Diavolezza-Lagalb ist das Paradies für alle, die sich nach unverspurtem Pulverschnee sehnen. Um sicher unterwegs zu sein und dabei auch noch die schönsten Tiefschneeabfahrten zu entdecken, schliesst man sich am besten den erfahrenen Bergführern der Bergsteigerschule Pontresina an – sie kennen das Gebiet wie ihre Westentasche. engadin.ch/freeride

Lawinenkurse Um abseits der Piste möglichst sicher unterwegs zu sein, lohnt sich ein Lawinenkurs der Bergsteiger­ schule Pontresina. Bei dieser Grundausbildung für alle Skitourengeher und Freerider steht die Lawinenprävention im Vordergrund, weiter wird das Verhalten im Notfall geprobt. bergsteiger-pontresina.ch

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Bild 3: Andrea Furger / Bild 5: zvg

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Kultur

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Welttheater

Zuoz – Im Dezember 2021 waren es genau zehn Jahre, seit Romeo und Julia das erste Mal die Bühne im Lyceum Alpinum Zuoz betreten haben und das Engadin ein neues Theaterhaus bekommen hat. Seitdem ist viel passiert und der Zuoz Globe als kleines, innovatives und couragiertes Theater hat sich zu einer Institution entwickelt. Diese bietet das ganze Jahr über ein vielseitiges Kulturprogramm, das den Ver­gleich mit an­deren Theater­ häusern nicht zu scheuen braucht. lyceum-alpinum.ch

Camera Obscura Auf dem Berninapass steht ein merkwürdiges Silo mit einem kleinen Loch in der Seitenwand. Darin verbirgt sich eine faszinierende Welt. Denn durch das kleine Loch fällt Licht auf die konkave Innenwand und reflektiert damit das Bild der Landschaft. camera-obscura.ch 2

La Tuor

Samedan – Der 800-jährige Wachturm ist heute als Museum zugänglich und zeigt das kulturelle Schaffen im Engadin, von Kunst, Musik, Architektur und Handwerk bis Design. latuor.ch 3

Ruine Guardaval

Madulain – Obwohl die einst grösste Burg des Oberengadins heute nur noch als Ruine über dem Tal wacht, weht zwischendurch frischer Musikwind durch die Mauern. Jeweils im Juli findet hier das kleine Festival «Guardaval Sounds» statt. Die Burganlage wurde im Jahre 1250 durch das Bistum Chur errichtet. Und wer auf der Via Engiadina

wandert, kann sie ab La Punt Chamues-ch oder Zuoz via «Plaun Grand» besuchen. 4

Jägerhaus Chesa Laudenbacher

La Punt – Das Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert ist ein wahres Schmuckstück, vor allem das Jägerzimmer im ehemaligen Heustock. Hier hat Andrea Petrin Laudenbacher eine eindrückliche Trophäensammlung mit Tieren aus dem Hoch­gebirge, Europa und Afrika errichtet.

Galleria Maurizio Maloja – Als Architekt hat Renato Maurizio bereits viele Baupläne für seine Häuser gezeichnet; dass er auch die Natur mit seinen Bergen aufs Papier brachte, wusste lange nur seine Schreibtischschublade. In der Gallerie sind nun seine Zeichnungen, die er über die Jahre auf seinen Wande­rungen anfertigte, zu sehen. studiomaurizio.ch 5

Open Doors

An einem Wochenende Ende Juni öffnen über 60 Engadiner Architekturperlen ihre Türen und heissen gwundrige Architekturliebhaber willkommen. Auf einer individuell zusammengestellten Tour erhascht man Blicke in eine sonst verschlossene Welt und lauscht den Geschichten, die die Mauern zu erzählen haben. opendoors-engadin.org

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Bild: zvg

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Kulinarik

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Crap da Fö

Pontresina – Menüs mit feinsten Grilladen vom Holzgrill und lokalen Beilagen sowie Enga­diner Klassiker wie Hirschcapuns oder Pizzoccheri stehen im modernen Gourmet­ restaurant Crap da Fö auf der Speisekarte. Am grossen, massiven Holztisch «La Maisa» nehmen einmal wöchentlich bis zu 18 Gäste für ein Festmahl unter prunkvollem Kandelaber und Hirschgeweihen Platz. palue.ch/crap-da-foe 2

Hauser St. Moritz

St.Moritz – Ob mit Piöda Hot Stone am Tisch selbst Fleisch und Gemüse grillieren, sich zwischen Bündner Gerstensuppe und asiatischer Nudel­ suppe entscheiden oder ein reichhaltiges Frühstück mit hauseigenen Gipfeli geniessen: im Restaurant Hauser werden alle Arten Feinschmecker glücklich. Jeden Mittwoch ist übrigens Pastetli-Tag mit hausgemachten Blätterteigkreationen. hotelhauser.ch

Longhin Maloja – Direkt an der Inn-Quelle, der grössten Wasserscheide Europas, liegt das herzliche und familiäre Restaurant Longhin. Nebst der saisonal wechselnden Speisekarte und regionalen Menüs werden eine Reihe an Kastanienspezia­litäten serviert – und zwar mit Früchten aus dem eigenen Kastanienwald in Plazza, unterhalb von Soglio. longhin.ch

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Pizzeria Serlas Parc

S-chanf – Es heisst, die besten Pizzen im Tal seien in der Pizzeria Serlas zu finden. Aber nicht nur: Das rustikal-moderne Restaurant weiss auch die hausgemachte Pasta herrlich zuzubereiten. Und wer nicht vor Ort essen möchte, wählt aus der Take-awayKarte und geniesst das Essen unter freiem Himmel. serlas.ch/food

Ciao Chao Samedan – Das neu eröffnete Ciao Chao lädt zum Verweilen ein: ob drinnen zwischen Kunstwerken junger Künstler oder draussen auf der Sonnen­ terrasse. Selbst der Verdauungsspaziergang am Fluss nach Pizza oder asiatischem Streetfood ist ein Genuss. Und die kleinen Gäste werden im Spielzimmer «Bienenstock» bestens unterhalten. ciao-chao.ch 4

Alp-Beizli Laret

Celerina – Ein Glas Wein, ein Käseplättli und ein knisterndes Feuer im Cheminée: Im AlpBeizli Laret ist diese Bilderbuchszene Realität. Das Snackrestaurant deckt die Tische der Alp­ hütte mit einheimischen Kleinigkeiten vor einem einzigartigen Panorama auf das Engadin. engadin.ch/alp-beizli-laret

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Bild 1: zvg / Bild 2: Engadin St. Moritz Mountains

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Unterkünfte

Hotel Walther

Hotel Chesa Stüva Colani

Pontresina – Ein zeitgemässes Märchenschloss, das beschreibt das Hotel Walther wohl am besten. Der stilvolle Mix aus elegantem Luxus, historischen Details und moderner Verspieltheit verleiht dem geschichtsträchtigen Generatio­nen­ hotel einen einzigartigen Charakter. Nebst dem Design sorgen auch die täglich wechselnden Menüs im Jugend­stilsaal und der Whirlpool mit Wasserfall für Momente des Genusses.

Madulain – Das traditionelle Engadinerhaus glänzt mit seinem stilvollen und zugleich trendigen Design. Das Hotel Chesa Stüva Colani der Familie Rossi empfängt schon seit dem 17. Jahrhundert Gäste im malerischen Dorfkern von Madulain – und ist seither mit der Zeit gegangen. Nebst der Innendekoration wird auch im Hotelrestaurant Colani auf Details wertgelegt. hotelchesacolani.com

hotelwalther.ch

Hotel Donatz Samedan – Im schmucken Dorfkern von Samedan gelegen, fehlt es dem Hotel Donatz an nichts: Das Mineralbad & Spa, der Bahnhof und zig Wanderwege befinden sich direkt vor der Haustür. Und im Hotel selbst warten 25 gemütliche Arvenholz-Zimmer, das Gault-Millau-Restaurant La Padella und die Donatz Wine Bar darauf, Gäste zu verwöhnen. hoteldonatz.ch

Badrutt’s Palace St. Moritz – Einzigartige Zimmerdesigns und ­legendärer Service: Das sind nur zwei der ­vielen Plus, die einen im historischen Badrutt’s ­Palace erwarten. Im Hotel mit Blick auf den See und aufs Dorfzentrum lassen sich nebst den Suiten und dem Weltklasse-Restaurant erhol­ same Stunden im Infinitypool, bei einer Massage, an der Renaissance-Bar oder in der Gelateria verbringen. badruttspalace.com

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Camping Gravatscha

Samedan – Hier muss man zweimal blinzeln, um zu realisieren, dass man nicht in den Rocky Mountains, sondern mitten im Engadin logiert. Die Zeltund Stellplätze und die neun rustikalen Bungalows des Campings sind umringt von Wald und liegen nur wenige Schritte vom Gravatschasee entfernt. camping-gravatscha.ch

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All In One Hotel Inn Lodge

Celerina – Ein Hotel für Unkomplizierte? Dies ­verkörpert das All In One Hotel Inn Lodge definitiv. Die Zimmer in urbanem, schlichtem Design bieten den idealen Startpunkt für Biketouren, Wanderungen oder andere Outdoor-Aktivitäten. Nebst ­Bistro, Lounge und Bar ist das St. Moritzer Nachtleben auch nur wenige Busminuten entfernt. engadin.ch/all-in-one-hotel-inn-lodge

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Pinnwand


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Bild: Waldhaus Sils, Nina Baisch

1

Pinnwand

E N G A D I N  Magazin S O M M E R  /  H E R B S T


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Wellness

Hallenbad Ovaverva St. Moritz – Das Hallenbad, Spa und Sportzentrum ist ein Mikrokosmos für Wasserratten. Im Dach­ geschoss warten Kneipp- und Dampfbäder, Biound Finnensaunas, ein Sprudelbad und ein wunderbarer Weitblick. Die kleinen Gäste toben sich im grossen Hallenbad mit Wasserrutschen, Kinderbecken und Sprungbrettern aus.

richtige Ort. Hier sorgen modernste medizinische Erkenntnisse zusammen mit traditioneller Bäderkultur für optimales Wohlbefinden. Zum breiten Angebot gehören unter anderem Medical Wellness, Physiotherapie, Mineralbäder und Moorpackungen sowie Massagen und Aromabäder. heilbad-stmoritz.ch

ovaverva.ch

Day Spas im Engadin

Hallenbad Bellavita

In diesen Engadiner Hotels ist der Wellnessbereich nicht den Gästen vorbehalten, sondern kann auch von externen Besucherinnen und Besuchern in vollen Zügen genossen werden:

Pontresina – 75 Meter lang ist die abenteuerliche Blackhole-Rutschbahn im Hallenbad Pontresina – nach nur einer Rutschpartie hat hier niemand genug. Die Erwachsenen powern sich derweil im 25-Meter-Sportbecken aus oder entspannen im angenehm warmen Aussenbad und in der schön angelegten Saunalandschaft. pontresina-bellavita.ch

Mineralbad Samedan – Im historischen Dorfkern Samedans wartet ein mystisches Baderitual der besonderen Art auf entspannungssuchende Gäste. Das Mineralbad, ein Kunstwerk aus Farben, Licht und Wasser, erstreckt sich über fünf Stockwerke. Eines der vielen Highlights ist das Dachbad, von dem aus man den Blick auf die umliegenden Berge geniesst.

→ Saratz Day Spa, Pontresina → Palace Wellness, St. Moritz → Kempinski The SPA, St. Moritz → Kulm Spa, St. Moritz → Grand Hotel Kronenhof, Pontresina → Hamam im Hotel Castell, Zuoz → Arenas Resort Schweizerhof, Sils 1

→ Waldhaus Spa, Sils

engadin.ch/wellness

mineralbad-samedan.ch

MTZ Heilbad St. Moritz – Egal, ob man an grösseren oder kleineren Blessuren leidet, diesen vorbeugen möchte oder es sich einfach gut gehen lassen will: das MTZ Heilbad in St. Moritz ist dafür der

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Anreise ins Engadin PA R I S S T U T TG A R T

M

BASEL

K

M

1 2 4  KM

3 1 1  K

0 K

CHUR

M

14

9

84

M

Maloja

KM

INNSBRUCK  K 48

5 7  K M

Bernina TIRANO

5 K

127

64

314  K M

Chiavenna

K M

217

19 1 K M

M

KM

M

BORDEAUX

3 5 4  K

5

K

Julier

S T. M O R I T Z

LYO N

56

MÜNCHEN

M

ZÜRICH 12

KM

GENF

15 K M 9

591  K M

BERN

87

K M

8 K

208

51

M

7  50

14

MAILAND 276

M 5 K

GENUA

K M

573 KM

KM

MARSEILLE

B A R C E LO N A

VENEDIG ROM

H

B

Zwischen mächtigen Bergen bahnt sich der Zug der Rhätischen Bahn seinen Weg, schlängelt sich durch schmale Täler, fährt über Brücken und lässt auf dem Weg ins Engadin Tunnel um Tunnel hinter sich. Die Fahrt ab Landquart oder ab Chur ist ein rund zwei­stündiges Highlight der Extraklasse.

Eine erlebnisreiche Fahrt wartet auf diejenigen, die mit dem Auto ins Engadin kommen. Mit dem Ofen-, Julier-, Maloja- oder Berninapass finden sich mehrere kurvenreiche Strassen auf den Strecken. Wem das Passfahren nicht liegt, der kann vom Prättigau aus gemütlich den Autoverlad wählen.

i Weitere Informationen Fahrzeiten und Dauer der Fahrt der Rhätischen Bahn unter engadin.ch/anreise Pinnwand

← Diese Dar­ stellung ist inspiriert von einem alten Reise­führer aus dem Jahre 1931.

i Weitere Informationen Aktuelle Meldungen zur ­Verkehrslage im Engadin sowie Staubarometer unter engadin.ch/anreise E N G A D I N  Magazin S O M M E R  /  H E R B S T


Herausgeber: Engadin St. Moritz Tourismus AG — Konzept / Text / Redaktion / Lektorat & Korrektorat : Transhelvetica /Passaport AG, passaport.ch, Jon Bollmann, Pia Bollmann, Stephanie Elmer, Nadine Hager, Felix Pal, Laurent Schenkel, Julia Voormann, Claudia Walder, Claudius Wirz — Layout: Transhelvetica / Passa­port AG, Sarina Strebel — Bilder: Filip Zuan, filipzuan.com, @filipzuan; Falls nicht speziell erwähnt von Engadin St. Moritz Tourismus AG und Partnern zur Verfügung gestellt — Druck: Gammeter Media, St. Moritz; gedruckt im Engadin — ­Kontakt: Engadin St. Moritz Tourismus AG, Jan Steiner, jan.steiner@engadin.ch — ­Copy­­­right: all rights reserved. ­Engadin St. Moritz Tourismus AG, www.engadin.ch, Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Tourismusorganisation Engadin St. Moritz Tourismus AG und unter Angabe der Quelle. Verkaufspreis: CHF 20

Herausgeber: Engadin St. Moritz Tourismus AG — Konzept / Text / Redaktion / Lektorat & Korrektorat : Transhelvetica /Passaport AG, passaport.ch, Jon Bollmann, Pia Bollmann, Stephanie Elmer, Nadine Hager, Felix Pal, Laurent Schenkel, Julia Voormann, Claudia Walder, Claudius Wirz — Layout: Transhelvetica / Passa­port AG, Sarina Strebel — Bilder: Filip Zuan, filipzuan.com, @filipzuan; Falls nicht speziell erwähnt von Engadin St. Moritz Tourismus AG und Partnern zur Verfügung gestellt — Druck: Gammeter Media, St. Moritz; gedruckt im Engadin — ­Kontakt: Engadin St. Moritz Tourismus AG, Jan Steiner, jan.steiner@engadin.ch — ­Copy­­­right: all rights reserved. ­Engadin St. Moritz Tourismus AG, www.engadin.ch, Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Tourismusorganisation Engadin St. Moritz Tourismus AG und unter Angabe der Quelle. Verkaufspreis: CHF 20