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Ihr persönlicher Begleiter durch den Konferenzsonntag 17. Juni 2012

Magazin gazin dder Evangelisch-methodistischen Kirchee gazin

Ausführliches Programm Hintergrundinformationen Aktuelles von der Konferenztagung


2 ::: Editorial

herzlich willkommen zum Konferenzgemeindetag der Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK)! Schön, dass Sie sich auf den Weg gemacht haben, um miteinander ein großes Fest zu feiern. Freuen Sie sich auf einen interessanten und mutmachenden Tag mit geistlichen Impulsen, Informationen und vielen Begegnungen. Der heutige Tag beschließt die 10. Tagung der SJK. Viel Mutmachendes aus den Gemeinden war dort zu hören, neue Projekte wurden angestoßen, eine Pastorin und zwei Pastoren sollen heute ordiniert und damit in den vollen Dienst der EmK aufgenommen werden. Alles das zeigt, dass die EmK eine lebendige und zukunftsgewandte Kirche ist. Damit setzen wir uns bewusst ab von den Untergangsszenarien, die in diesen Wochen und Monaten durch die Medien gehen. Diese Zuversicht können Sie auch heute erleben – in der Gemeinschaft mit anderen Christen, die auf dem Weg des Glaubens sind. Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen Volker Kiemle

I M P RE S S U M

unterwegs spezial Zum Konferenzgemeindetag der Süddeutschen Jährlichen Konferenz am 17. Juni 2012 in Heilbronn herausgegeben von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Zeitschriftenredaktion im Medienwerk der EmK Redaktion: Volker Kiemle Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Telefon 069 242521-150 Telefax 069 242521-159 E-Mail: unterwegs@emk.de Anzeigen: Medienwerk der EmK Bildbearbeitung: Grafisches Atelier Arnold, 72581 Dettingen an der Erms Herstellung: frechdruck GmbH, 70499 Stuttgart Alle Rechte beim Herausgeber

sjkpersönlich MIT STEHENDEN OVATIONEN dankte die Konferenz Pastor Hans Martin Hoyer für seine Arbeit im Kinder- und Jugendwerk der SJK. Er war

14 Jahre dort tätig, zuletzt als Referent für Pädagogik. Verabschiedet wurde auch Birgitta Hetzner, die neun Jahre als Sonntagsschulsekretärin der SJK tätig war.

Bett zur Verfügung, sondern machten sogar extra Platz – wie die sechsköpfige Familie Claus von der evangelischen Kirchengemeinde. »Wir haben im Abkündigungszettel erfahren, dass die Methodisten Übernachtungsplätze suchen«, berichtet Oskar Claus. »Mein Arbeitskollege ist bei den Methodisten, und ich habe ihm gesagt, dass wir ein Bett anbieten können, vielleicht auch zwei.« Seine zehnjährige Tochter Rebecca räumte ihr Zimmer und machte einem Gast Platz. Prädikat: Nachahmenswert! HONIGSÜSSE WILLKOMMENSGRÜSSE überraschten die Teilnehmer der SJK in Baiersbronn: Die Idee hierzu hatte Hobby-Imker Thomas

Die Konferenz berief auch die Nachfolgerinnen: Karin Toth (links) wird neue Referentin für Pädagogik, Nadine Karrenbauer übernimmt das Amt der Sonntagsschulsekretärin in der SJK. IN BAIERSBRONN UND DEN NACHBARGEMEINDEN brachte die SJK-Geschäftsstelle 150 Teilnehmer in

privaten Quartieren unter. Der Bezirk Baiersbronn hatte zuvor um Gastgeber geworben und die Adressliste erstellt. Manche stellten jedoch nicht nur ein freies

Fahrner aus der EmK-Gemeinde in Tonbach. Den Anstoß lieferte seine Frau Susanne, die nach einer BKSitzung meinte, dass eine regionale Spezialität auf den Tischen in der Schwarzwaldhalle verteilt werden sollte. Rund 65 Kilogramm Waldhonig füllte der 49-Jährige in 500 kleine Gläser ab, versehen mit einem passenden Vers aus den Sprüche 16,24. Dankeschön!

FOTO: VOLKER KIEMLE / GRAFIK: REDBLUE / MICHAEL STROLOKE

Liebe Leserinnen und Leser,


Konferenz-Spezial ::: 3

Wer? Wo? Was? So finden sie‘s Während des Konferenzsonntags informieren zahlreiche Werke und Einrichtungen unserer Kirche über ihre Arbeit. Zudem bieten verschiedene Gruppen Essen und Getränke für jeden Geschmack an. Mit dieser Übersicht finden Sie, was Sie suchen.

1 Seniorenarbeit  2 Bildungswerk  3 Gemeindeberatung  4 Netzwerk Mediation  5 Männerwerk  6 Frauenwerk  7 KJW 

8  9  10  11  12  13  14  15 

GFS Christlicher Sängerbund Gang nach Emmaus AG Bulgarienhilfe Lebenszentrum Ebhausen e. V. Bezirk Herrenberg Bezirk Pliezhausen Diakoniewerk Martha-Maria Gesundheitspark Freudenstadt

V1 

16  17  18  19  20 

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G1 

 V2

  23 

Altgoldaktion Tuttlingen Agaplesion

Motorradgruppe Bruchsal Schraubergruppe

24  25  26  27  28 

EmK-Spielmobil Bezirk Pforzheim Wesley Scouts Klara Scheibele »Sakralraumpflegerin« »unterwegs«

V10

27 

25 

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24 

26 V3  

V4  V5 14  V6   13 V7  12  11  10 1    2 V9 Hamburger und Cheeseburger  9   3 8 4   Wurst und Weck  5 7 6   A  uß  Crêpes G2

G Getränke  V1  Restaurant V2 Sportsbar  V3 Stockbrot und Tee  V4 Currywurst und Brötchen 

V5 Kaffee und Kuchen  V6 Kaffee und Kuchen  V7 Vegetarische Maultaschen, 

Puten- und Schweinehalsbrötchen

V8 Steak mit Pommes 

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Missionswerk, AMiZ

Bethesda Krankenhaus Stuttgart 21 Blessings4you / EmK-Shop 22 EmK-Sportbekleidung

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22 21   28 

Theologische Hochschule Reutlingen

V10 V11

T Toiletten 

enb ere ich


4 ::: Konferenz-Spezial

Rundumversorgung für die SJK-Delegierten Baiersbronn und Freudenstadt waren in diesem Jahr die Gastgeber für die Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK). Beste Arbeits- und Feierbedingungen für die rund 500 Delegierten zu schaffen war eine logistische Meisterleistung, hat aber auch den Teamgeist gefördert. Das Ziel der Organisatoren: Die Begeisterung und die Freude über diese Konferenz in dieser paradiesischen Schwarzwaldlandschaft sollte von den Mithelfenden auf die Gäste überspringen.

W

ie immer, wenn die SJK tagt, gibt es beein- eine große Konferenzgemeinde in der Schwarzwalddruckende Zahlen: 500 Delegierte aus Hes- halle zu versorgen. »Ohne Bett schläft es sich schlecht«, war im Gesen, Rheinland Pfalz, dem Saarland, BadenWürttemberg und Bayern arbeiten sich in drei vollge- meindebrief zu lesen. Bis Mitte März liefen die Anmeldungen zur Konferenz, packten Tagen durch ein 230 Anfang Mai war klar: Es Seiten starkes Heft mit Begibt genügend Betten für richten, Statistiken und AnWir konnten den Bürgerinnen die Gäste und die meisten trägen, feiern Gottesdienste, Quartiere sind vor Ort. hören Bibelarbeiten und und Bürgern ein Stück Denn auch die evangelidiskutieren engagiert – im Methodismus zeigen.« schen und katholischen Plenum, in Arbeitsgruppen, Geschwister in BaiersAusschüssen und natürlich bronn waren bereit, Betten auch in den Pausen beim zur Verfügung zu stellen. »In der Aue« fanden die rund Kaffe und Verspeisen der rund 160 Kuchen und 40 Camper ihren Stellplatz. Torten, die Menschen aus den umliegenden Es war eine Veranstaltung der kurzen Wege – alles EmK-Gemeinden hergestellt haben. in Laufnähe und sehr zentral gelegen. Dabei mussten Und das war ebenso präzise organisiert wie die Tagung: am Mittwoch lieferte der Bezirk Calw, am die Delegierten einen Wermutstropfen schlucken: Das Donnerstag waren die Bezirk Altensteig und Nagold prall gefüllte Programm ließ kaum Zeit, die wunderdran, am Freitag Dornhan und am Samstag Freuden- bare Natur im Luftkurort zu genießen oder gar mit der stadt. Vor allem die Helferinnen und Helfer aus dem Geschichte dieses einstigen Königsforstes vertraut zu Gastgeberbezirk Baiersbronn hatten alle Hände voll werden. zu tun. Denn die Auferstehungskirche im Lochweg wurde für die Konferenz komplett »umgebaut«, hinzu Engagierte Mitarbeiter kamen zwei große Zelte rund um das Haus. Der Pastor des Bezirks Baiersbronn/Besenfeld, Ralf Viele Mitarbeitende hatten selbst Übernachtungs- Schweinsberg, ist stolz auf und sehr dankbar über ein gäste im Hause und wurden noch an vielen anderen sehr engagiertes, konstruktives Mitarbeiterteam, allein Stellen gebraucht. So war etwa beim Fest der Jubilare mit 20 Personen im Leitungsteam, das täglich von

Da die Auferstehungskirche in Baiersbronn für den Eröffnungsgottesdienst zu klein ist, wurde in der Stadtkirche in Freudenstadt mit Pastorin Gerda Eschmann aus Pfullingen gefeiert. Beim Gottesdienst beteiligte sich der Chor der Region, der auch bei der Landesgartenschau in Nagold auftreten wird. Pastor Wilfried Röcker von der Friedenskirche in Freudenstadt erzählt voller Begeisterung, wie intensiv die gemeinsame Vorbereitungszeit mit allen Chören aus den Bezirken aus Nagold, Dornhan, Baiersbronn und Besenfeld und ausnahmsweise auch noch aus Calw war. Die EmK-Gemeinde Freudenstadt ist relativ groß und hat zwei

hauptamtliche Pastoren an der Friedenskirche, Wilfried Röcker und Linda Wagner. Die ökumenische Zusammenarbeit wächst und gedeiht auch im Bündnis für soziale Gerechtigkeit. »Wir konnten den Bürgerinnen und Bürgern von Freudenstadt ein Stück Methodismus zeigen, der bisher so nicht im Blick war«, sagt Röcker. »Darum haben wir viele Personen des öffentlichen Lebens der Stadt zum Empfang und zum Eröffnungsgottesdienst eingeladen.« Die Konferenz sei ein weiterer Baustein auf dem Weg, »Gemeinde für die Stadt« zu sein. Bärbel Kalmbach

Fotos: privat / Volker Kiemle

»KIRCHE IN DER STADT«


Konferenz-Spezial ::: 5

Begeisterte Mitarbeiterinen und Mitarbeiter sorgten dafür, dass die SJK gut tagen konnte.

mindestens doppelt so vielen Mitarbeitern unterstützt wird. Er lobt das harmonische Miteinander der kirchlichen und bürgerlichen Gemeinde. Bemerkenswert: Wie viele SJK-Mitglieder nehmen auch viele Helferinnen und Helfer Urlaub, damit sie die Arbeit bewältigen

»So bin ich halt!« Martina Schleeh strahlt, wenn sie das sagt. Und man nimmt es ihr gerne ab. Hier ein Lächeln, dort ein freundliches Wort, eine helfende Hand. Die 40-jährige Unternehmerfrau aus BaiersbronnRöt und Mutter von zwei Kindern (8 und 12 Jahre) gehörte vor und während der SJK in der Region Baiersbronn zum ehrenamtlichen Organisationsteam. Ursprünglich für die Quartiere der Teilnehmer zuständig, unterstützte sie das Konferenzbüro in dieser Zeit. »Es ist schon sehr zeitaufwändig und die Mehrfachbelastung während dieser Zeit ist manchmal groß. Aber es macht mir Freude und es ist spannend, die Konferenz so ganz nah zu erleben. Viele Namen bekommen Gesichter, und durch persönliche Begegnungen kommt man ganz neu miteinander in Verbindung.«

können. Allen Mitarbeitenden ist abzuspüren wie sehr sie – bei aller Arbeitsbelastung – die SJK als großartige Möglichkeit der Begegnung und der Teilhabe an der parlamentarischen Arbeit der EmK sehen. Bärbel Kalmbach / Volker Kiemle

portrait

Martina Schleeh versteht sich mit ihrer Baiersbronner Gemeinde als Gastgeberin für die Teilnehmer und Gremien der Konferenz und freut sich, wenn die Teilnehmer zufrieden sind und alles harmonisch läuft. Schwer

fällt ihr das nicht, denn sie organisiert gerne und denkt immer mit – auch im Autohaus ihres Mannes, wo sie auch den Überblick behält. »Das fällt in einem gut eingespielten Team natürlich nicht schwer«, sagt sie. »Es ist einfach schön, wenn man sich aufeinander verlassen kann.« Dabei lächelt sie wieder. In ihrer Gemeinde in Röt ist sie seit über 20 Jahren zuhause, arbeitet im Sonntagschulteam mit und hält auch guten Kontakt zu den Menschen in der Landeskirche, aus der sie ursprünglich kommt. Gelebte Ökumene, wenn es – wie im Fall der SJK – um gegenseitige Unterstützung geht. »Man spürt hier Gottes Wirken in den Begegnungen mit den vielen Menschen.« Carmen Huber


6 ::: Konferenz-Spezial

»Gemeinsames Beten bringt Frucht!« Schlicht und einfach »beten« heißt das Thema der diesjährigen Süddeutschen Jährlichen Konferenz. Warum das Beten so ausdrücklich thematisiert wird und welche Rolle das Thema beim Konferenz-Gemeindetag spielt, darüber hat Volker Kiemle mit Markus Ebinger gesprochen. Der Pastor gestaltet den Nachmittag im Veranstaltungscenter redblue.

»Die Tiefe und Weite des christlichen Glaubens erlebe ich, wenn ich im Gespräch mit Gott bin«, sagt Pastor Markus Ebinger.

Herr Ebinger, wo immer Christen zusammenkommen wird gebetet. Warum Waru muss man das Beten noch besonthematisieren? ders thematisieren EBINGER: Diese Frage ist so einfach zu beMARKUS EBINGER antworten »Warum müssen geübte Chorantwor o teen wie diese: die üben?« sänger noch noc o h üben n Weil das Gebet zu den Grundlagen der Begegnung mit Gott gehört, darum braucht es immer wieder das Gespräch über seinen Sinn, über das Gottes Gegenüber Gott t es und über das Ziel des Betens. So wie es in der Musik Musi Mu si unterschiedliche Stile gibt, so gibt es auch beim Gebet Geb verschiedene Formen und Stile. Form ist, die uns verbindet, sollWenn das Gebet et eine e gelegentlich ten wir gelegent ntli licc auch mal darüber reden, welche helfen Formen n uns hel lfe fen n und wie wir gemeinsam beten können. n. Andererseits Andererseit itss gibt es auch Gemeinden, in denen über üb ber das das Beten nur nu geredet und dabei das Beten selbst vergessen lädt der Konferenznachmittag ve erg rges essen wird. Darum D in der derr redblue-Arena redblue-A Aree Heilbronn zum Beten ein – alleisingend, still, bewegt, inne, zu zweit, mit mehreren, m formiert, hörend oder einfach nur betrachtend. Die Gruppe »Agape »Agap Harmony« aus dem Raum Heilbronn führt uns in die Begegnung mit Gott und und neue Lieder in erfrischendem Stil. singt alte u nicht, was wir beten sollen«, »… wir wissen w heißt es in Römer 8. Wie können wir Beten lernen? MARKUS EBINGER: Beten lerne ich, wenn ich i h im Hochhaus mit dem Aufzug stecken ic bleibe. bleibe be.. Aber eben nicht nur da. Entspannter geht ge eht h es, es wenn ich »allezeit« und »beharrlich« (Röm 12,12) Beten lerne ich in lich li ch« « bete. b der Radio und MP3-Player müssen der Stille. St aus aus sein. se Hilfreich ist eine Umgebung, die se Konzentration ermöglicht. Das ist für mir K mi mich mich am Schreibtisch mit der Bibel genauso möglich, wie in Gottes Schöpfung unter freiem Himmel. Ich bete auch, unte wenn ich mit unserem Hund eine Runde über die Felder drehe. Mich befreit beim Beten, Bete dass Gott eh schon weiß, was ich


Konferenz-Spezial K Ko on nffer ereen nzz-Sp Speezzia ial al :: ::: :: 7 Gott will mit uns reden, und wir dürfen das als sein Geschenk annehmen.

ihm sage oder worum ich ihn bitte (Mt 6,8). Menschen, die beten gelernt haben, können in schwierigen Zeiten auch mal nicht beten. Dann braucht es gedruckte Gebete und Lieder aus dem Gesangbuch oder die Fürbitte anderer. Letztlich ist alles Beten eine Vertrauenssache.

brauch. Doch solchermaßen erwartete Erfüllungen sind ja bei genauem Hinschauen gar nicht denkbar. Wie könnte unsere Welt funktionieren, wenn Gott unsere Wünsche unbesehen berücksichtigt. Neulich haben wir beim Gebetsfrühstück in der Gemeinde Rückblick gehalten. Was hatte sich seit unserem letzten Treffen verändert? Beim Zusammentragen staunten wir darüber, an wie vielen Stellen Gott barmherzig gehandelt hat und immer noch handelt – ganz anders als wir es gedacht und erbeten hatten.

Was ist überhaupt richtiges Beten? MARKUS EBINGER: Alles Beten muss sich am »Vaterunser« messen lassen. Dieses Gebet zum himmlischen Vater hat Jesus seiner Gemeinde mit auf den Weg gegeben. Zu ihm hin bete ich im Namen von Jesus Christus Kann man Christ sein, ohne zu beten? und durch die Kraft des Heiligen Geistes. Was macht MARKUS EBINGER: Kann ich Mensch sein, ohne zu redarüber hinaus ein Gebet »richtig«? Letztendlich doch den? Ja, natürlich bin ich ein Mensch, wenn ich stumm meine aufrichtige Haltung. Drei Gedanken leiten mich bin. Aber ich kann mir auch vorstellen, wie eingedabei: Als erstes will ich wirklich schränkt das Leben ist, wenn ich reden mit Gott. Ich bitte ihn still oder gar taubstumm wäre. nicht nur um etwas, sondern Dasselbe gilt beim Christsein. Alles Beten muss sich zuerst danke und lobe ich ihn. Ohne Gebet ist es nur schwer Manchmal klage ich auch mein denkbar. Die Tiefe und Weite des am »Vaterunser« Leid. Zum Reden gehört auch christlichen Glaubens erlebe ich, messen lassen.« das Hören. Das vergessen wir wenn ich im Gespräch mit Gott oft. Und dann erst bitte ich ihn bin. Dank, Lob, Klage, Bitte und um Dinge, die mir am Herzen lieFürbitte eröffnen einen weiten gen. Das Zweite ist die alte Regel der BenediktinerRaum. Deshalb rede ich gerne und viel mit meinem mönche »ora et labora« (bete und arbeite). Mein Gott. Schon auf den ersten Seiten der Bibel ist die Tun bringe ich im Gebet vor Gott und im Gebet erWichtigkeit des Gebetes im Blick. Wir sind als Ebenwarte ich neue Kraft für mein Handeln. Dazu gehört bilder und Gegenüber Gottes geschaffen. Er will mit für mich auch, dass ich über die Anliegen der Gemein- uns reden und wir dürfen das als sein Geschenk ande, der Kirche und der Weltmission informiert bin. nehmen. Schließlich beobachte ich, dass das gemeinsame Gebet vielerorts aus dem Blick geraten ist. Sogenannte Pietis- Was bedeutet das Thema für die Jährliche Konferenz? ten, Charismatiker und Liberale – alle beten. Nur ge- MARKUS EBINGER: Im Blick auf die Jährliche Konfemeinsam in ihrer Gemeinde können sie es oft nicht. renz finde ich es wertvoll und wichtig über das Beten Die Forderung des Paulus, »eines Sinnes« zu sein, be- nachzudenken. Letztlich ist es das Kraftwerk meines trifft für mich vor allem die Einheit beim Gebet in mei- Glaubens und unserer Gemeinden. Das Konferenzner Gemeinde vor Ort. Gemeinsames Beten bringt Haus ist nur dann voller Leben, wenn es Energie hat. Frucht. Daran erkennt man »richtiges« Beten. Gerade für Macher ist es schwer zu akzeptieren, dass das Gebet der Anfang aller Veränderungen ist. Dabei sehen wir es doch in unseren Gemeinden, wie wenig Was ist eine Gebetserhörung? MARKUS EBINGER: Dass mein Gebet erhört wird, ist sich verändert, wenn wir nicht im Gebet eins sind. Das letztlich eine menschliche Erwartung. Wird es nicht er- persönliche Reden mit Gott, das Hören auf ihn, sowie füllt, dann muss Gott machtlos sein. Das ist die Krise das gemeinsame Gebet im Hauskreis oder in der Gevieler Zeitgenossen. Gott hat ihr Anliegen einmal nicht meinde sind selbstverständliche Äußerungen meines erfüllt und schon hören sie nicht mehr auf Gott. Von Glaubens. Sie helfen mir und anderen, im Vertrauen zu der Möglichkeit der Klage machen sie keinen Ge- Gott zu wachsen und in seiner Gnade zu leben.


8 ::: Konferenz-Spezial

Was Beten bedeutet »beten« ist in diesem Jahr das Thema der Süddeutschen Jährlichen Konferenz. Doch hinter dem schlichten Titel verbergen sich viele Facetten – und jedem Menschen bedeutet das Gebet etwas anderes. Carmen Huber hat einige Konferenzmitglieder befragt und überraschende Antworten bekommen. Jörg Gittinger, Obersulm Gebet ist meine ganz intime Begegnung mit Gott, Zeit in der ich Gott wahrnehme, die mich ganz tief berührt und ich hören kann, was er mir sagt. Wann und wie ich mir die Zeit dafür nehme ist ganz unterschiedlich. Am besten konnte ich das bisher bei langen Spaziergängen durch die Weinberge. Ich nehme mir dabei viel Zeit für die Begegnung mit Gott und erlebe diese auch sehr intensiv. Es hilft mir, zum Beispiel nach einem Psalmgebet in die Stille zu gehen und mich so auf das Hören einzulassen. Nicht immer findet sich dafür die nötige Ruhe im Alltag. Ante von Postel, Hammelburg Beten heißt für mich reden mit Gott wie ich will. Ich kann ihm danken, mich beschweren, ihm auch meine Wut zeigen, gerade in schwierigen Zeiten. Dafür ist das Gebet ja auch da. Wie einem guten Freund darf ich Gott sagen, wie es mir geht. Ich bete ohne Struktur und es ist selten geplant. Es kommt in Situationen, in denen ich das Gefühl habe, jetzt muss ich unbedingt etwas sagen. Mit formalen Gebeten tue ich mich relativ schwer, ich benutze lieber meine eigenen Worte. Oberin Roswitha Müller, Nürnberg Für mich ist das Gebet eine wesentliche Quelle meines Lebens und Glaubens, um den Alltag bewältigen zu können mit all seinen Herausforderungen. Ich brauche das Gebet um immer wieder zur Ruhe zu kommen und

mein Verhältnis zu Jesus zu erneuern. Ich weiß, dass ich mitgetragen werde vom Gebet der Menschen um mich herum. Gebet ist eine Gemeinschaftsaufgabe, indem wir als Schwesternschaft in der Fürbitte füreinander einstehen. Das tun wir in den gemeinsamen Gebeten, etwa beim Mittagesse, mit dem, was uns auf die Seele gelegt wird.

Anne Oberkampf, Wüstenrot Ich bete viel im Tagesablauf. Neben den festen Gebetszeiten immer dann, wenn mir etwas in den Sinn kommt, Schönes und Freudiges, bei allen Gelegenheiten, auch beim Kochen und Putzen. Es ist ein in Kontakt kommen mit Gott im Gespräch und eine ständige, ganz intensive Verbindung zu Jesus. Mehr geht fast nicht. In schwierigen Zeiten ist das Gebet noch viel wichtiger, die Verbindung noch viel enger und es fällt mir leichter als in den einfacheren Zeiten, das ist meine persönliche Erfahrung. Paul Gräsle, Leingarten Beim Beten konzentriere ich mich auf wesentliche und wichtige Dinge. Das Gebet zwingt mich unvoreingenommen hin zu hören, um das aufzunehmen, was Gott will und für mich dran ist. Es sind reflektierte Themen, die zum Ausdruck kommen, aber auch das Spontane hat seinen Platz, in besonderen Situationen ein Hosianna oder Jubelschrei. Die stille Zeit am Morgen nach dem Frühstück ist mir wichtig. Es ist genauso Gebet, wenn ich mich mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen beschäftige und mir bewusst mache, was in der Welt geschieht.


kniet, Wer vor Gott schen kann vor Men n. gerade steheWilhelm Busch

Gott sei dir wie ein Vater. Zu ihm dar fst du rufen, wenn du vor e iner wichtigen Ents cheidung stehst, wenn Kummer dein Herz er füllt u nd genauso, wenn du dich freust und einen wunder vollen Tag verbracht has t. Saskia Barthel

Wenn du kein sen Lächeln in die gen Tag mitzubr in itte hast, dann b h Gott: »Dar f ic ?«. deines habenreckson Tada Joni Ea

Tu, was du kannst, und bete um das, was du nicht kannst, so wird Gott dir geben, dass du es kannst. Aurelius Augustinus

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Gebet. ist dasKonferenz-Spezial ::: 99 Die Frucht der Stille r Glaube. de t is s et eb G s de Die Frucht ens ist die Liebe. ub la G s de t h uc Fr Die ist das Dienen. e eb Li r de t h uc Fr Die . ist der Fr ierde s en n ie D s de t esa h Ter uc tte Mu Die Fr

ei Gott gab uns zw n Ohren und eine ir Mund, damit w hören doppelt so viel wie reden. hes Sprichwor t Jüdisc

Der einzige Ort auf diesem Planeten, der völlig frei ist von Verwirrung, ist Gottes Gegenwart. Wenn du nicht weißt, welchen Weg du gehen sollst, werde still und höre, was Gott zu deinem Herzen sagt.

n sauer Das Gebet macht ei rig Herze Herze süß, ein trau ze reich, froh, ein armes Her weise, ein dummes Herze n, ein ein ängstliches küh k und ein krankes Herze star d eine blindes sehend un d. kalte Seele brennchten hild von Magdeburg Me

betet!

Elisabeth Mittelstädt

Ich ermutige d ich, jeden Tag die S tille zu suchen und mit Gott zu reden. Von ihm geht Kraft aus. Er gib t Gedanken der W eisheit, der Erkenntnis und des Trostes. Rosemarie Usch

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14 ::: Konferenz-Spezial

Die Menschen mit Gott bekannt machen Mit Musik eine Brücke zwischen den Menschen und Gott bauen – das wollen die Musikerinnen und Musiker von »Agape Harmony«. Die Band versteht sich ausdrüklich als überkonfessionell und spielt »christliche Lieder, die berühren«. Beim Konferenznachmittag sind die Fünf live zu erleben. mitmusiziert. Was er tut, ist dennoch bemerkenswert: Der 46-Jährige hat sein Autohaus im baden-württembergischen Siegelsbach verpachtet, um die Band zu managen und die musikalische Verbreitung der christlichen Botschaft, die ihm am Herzen liegt, auf eine professionelle Basis zu stellen. Noch aus seiner Grundschulzeit kennt er Wolfgang Kailer, und weil er »wusste, dass Wolfgang christliche Musik macht und dass das ein hohes Niveau hat«, kam ihm die Idee, gemeinsam den Schritt in die Professionalität zu wagen.

Musik direkt ins Herz: Die Band »Agape Harmony« spielt beim Konferenznachmittag der SJK 2012 in Heilbronn.

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ass viele Menschen Gott ignorieren, »weil sie Gott eigentlich nicht kennen oder nicht wirklich wissen, wer und wie er ist«: Das bedauert Wolfgang Kailer. Deshalb will der 46-Jährige eine Brücke zwischen Gott und den Menschen schlagen, und diese Brücke ist für ihn die Musik. »Agape Harmony« heißt die Band, in der Wolfgang Kailer und seine Familie ihren Glauben anderen Menschen weitergeben wollen. »Umfassende Liebe« kann man die erste Hälfte des Bandnamens übersetzen; »Zusammenklang« die zweite Hälfte. Da klingt schon an, dass die LobpreisMusik zu Herzen gehen und berührten soll. Wolfgang Kailer komponiert, textet, singt und spielt Keyboard, seine Frau Susanne und deren Nichte Elisabeth Wagner singen, Sohn Marco sitzt am Schlagzeug, Wolfgang Kailers Cousin Manfred Bretter spielt Gitarre und Mundharmonika. Katholiken, Protestanten und Angehörige der Evangelischen Täufergemeinde vereinen sich in dieser Band, die sich ausdrücklich als überkonfessionell begreift. Die Texte sind größtenteils deutsch – damit die Menschen die Botschaft verstehen. »Für uns ist wichtig, dass es christlich ist«, betont Rudolf Jung. Jung ist der einzige aus »Agape Harmony«, der nicht mit den anderen verwandt ist und nicht

»Viele Menschen glücklich gemacht« »Pures Vertrauen in Gott und zueinander« war für die Beteiligten vor zwei Jahren die Grundlage, dieses Wagnis einzugehen. Ihr Auftritt beim Konferenznachmittag am 17. Juni wird dennoch ihr letzter in dieser Art sein: »Es hat nicht gereicht, um davon zu leben«, bedauert Rudolf Jung das Ende der Zeit als ProfiBand. An der Begeisterung des Publikums hat es nicht gefehlt; sogar schon in den Pausen der Konzerte applaudierten die Zuhörer manchmal im Stehen. Was im Laufe der Zeit abnahm, waren die Auftrittsmöglichkeiten: Während »Agape Harmony« in ihrem ersten Dreivierteljahr fast jede Woche in irgendeiner Kirche oder Gemeinde ein Konzert gaben, gab es im zweiten Jahr zunehmend weniger Auftritte – obwohl sich die Band im weiteren Umkreis darum bemühte. »Das hat uns natürlich weh getan«, sagt Rudolf Jung. Er ist dennoch dankbar: »Es war eine wunderschöne Zeit. Wir konnten sehr viele Herzen berühren und haben sehr viele Menschen glücklich gemacht.« Den christlichen Glauben weitertragen werden die Musikerinnen und Musiker auch weiterhin: in Form von neu interpretierten Kirchenliedern, selbst komponierten Balladen, mitreißenden Gospels. Nicht mehr als professionelle Band, aber mit derselben Begeisterung. Und mit der tiefen Gewissheit und Dankbarkeit von Menschen, die über ihre Talente so denken wie der 17-jährige Schlagzeuger Marco Kailer: »Rhythmus im Blut zu haben, ist eine besondere Gabe, die ich von Gott bekommen habe. Indem ich bei Agape Harmony Schlagzeug spiele, möchte ich Gott etwas davon zurückgeben.« Franziska Feinäugle


unterwegsinfo ::: SJK aktuell

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Beten, diskutieren und entscheiden

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Die Tagung der SJK wurde in der Stadtkirche in Freudenstadt feierlich eröffnet  und . Dabei grüßten der Freudenstädter Landrat Klaus Michael Rückert  und der evangelische Dekan Werner Trick  die Konferenzgemeinde. Pastorin Gerda Eschmann  predigte über 1. Könige 3,9. Pastor Wilfried Röcker  hieß die Besucherinnen und Besucher in Freudenstadt willkommen.

Fotos: Medienwerk der EmK / Volker Kiemle

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it einem Gottesdienst in der Stadtkirche Freudenstadt ist am 13. Juni die Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz eröffnet worden. Mit Worten, Liedern und instrumentaler Musik stimmte ein großer Mitarbeiterkreis rund 700 Gottesdienstbesucher auf die Tagung ein. In Stille und im Hören, durch Singen, Meditieren und Reden kamen die Konferenzmitglieder und andere Gäste dem Konferenzthema »beten« näher. In ihrer Predigt über 1. Könige 3,9 betonte Pastorin Gerda Esch-

mann, dass Beten mit dem Hören auf Gott beginne. Das könne man von König Salomo lernen. »Ein hörendes Herz ist notwendig für gerechte Entscheidungen, für richtiges Regieren und Leiten«, erklärte sie. Sie lud die 700 Gottesdienstbesucher ein, dieses Hören in Form des »Herzensgebets« zu üben. Als sichtbares Zeichen und als Erinnerung an den Gottesdienst durften alle Gäste ein Holz-Herz mitnehmen. Einige dieser insgesamt 800 hölzernen Symbole waren unter anderem in einem Jungscharlager angefertigt worden. kie

DIE SJK IN ZAHLEN Haushalt 2012 in Kürze (Zahlen in Klammern = Vorjahr) Volumen ::: 12,23 Millionen Euro (12,27 Millionen) Umlagen der Bezirke ::: 11,34 Millionen Euro (11,28 Millionen ) Personalausgaben ::: 9,5 Millionen Euro (9,7 Millionen), davon 6 Millionen Euro für aktive Pastorinnen und Pastoren (6 Millionen) Statistik zum 31. Dezember 2011 Kirchenglieder ::: 16.436 (16.609) Kirchenangehörige und -zugehörige ::: 14.206 (14.869) NJK Bezirke ::: 124 (124)

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SJK


20 ::: SJK aktuell

Frauen des Arbeitsausschusses beleuchteten mit gelben Sternen die Arbeit des Frauenwerks. Am Mikrofon Hanna-Ruth Eberhardt.

Von Gott gerufen in die Zukunft der Frauen sei doch mittlerweile vorangekommen, Frauen hätten Zugang zu allen Ämtern. Auch der lange Psalm 119 sei heute »nicht mehr dran«, er werde nicht mehr gänzlich gelesen. Ist es wie mit der Taschenlampe und dem Frauenwerk?

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Männer lernen von Frauen Wenner beantwortet ihre Frage selbst mit einem klaren Ja. Denn Frauen haben von Anfang an zusammen die Bibel gelesen und wachsen in ihrem Glauben. Frauen wurden immer wieder in die Mission ausgesandt. Sie entdecken ihre Gaben und engagieren sich. Inzwischen beginnen auch Männer von der Frauenarbeit zu lernen und gründen männerspezifische Gruppen.

raucht es das Frauenwerk heute noch?« Diese Frage stellt Bischöfin Rosemarie Wenner in ihrer Predigt nach einem Rückblick auf Stationen der 125-jährigen Geschichte. Passend zum Predigttext aus Psalm 119 – »Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, ein Licht auf meinem Weg« – zieht Wenner eine Taschenlampe hervor. Vor einem Flug in den Kongo musste sie die Lampe anschaffen und hat sie ein Jahr herumgetragen, ohne sie zu benutzen. »Brauchen wir die Taschenlampe noch, wenn es sowieso um uns herum hell ist? Braucht man das Frauenwerk noch?« fragt die Bischöfin. Die Gleichberechtigung »Teilen, das Leichte und Schwere; t,…«: teilen wie Pilger das Brot,…«: er ein, Ein Lied stimmt in die Agapefeier haft. ein Zeichen uralter Gastfreundschaft. kt: Ein Zeichen, das ausdrückt: .« »Wir sind uns wichtig, wir tun uns gut.« nMit einem Segenwunsch wird das Fladenbrot zerteilt und weitergereicht..

Gott teile sich uns mit und schließe mit uns einen Bund, betonte Wenner. Wer sich ansprechen lasse von Gott, komme ins Licht seiner Liebe. »Wir brauchen Orte und Räume, wo Frauen mit Frauen das Wort Gottes gemeinsam buchstabieren können, was es heißt für den Dienst für andere in dieser Welt.« Dafür sei das Frauenwerk da. Was wir tun, sei die Wirkung des Wortes Gottes. »Wir sollen uns von Gott als Salz und Licht gebrauchen lassen.« So, wie die Taschenlampe, die sie immer dabei habe – auch wenn es hell ist. Als Bestätigung spricht die Gottesdienstgemeinde das Soziale Bekenntnis unserer Kirche: »Wir nehmen seinen Auftrag an, sein Evangelium in dieser Welt zu leben«.

Fotos: Iris Hahn

Leuchtspuren in Baiersbronn: Straßenschilder in Leuchtfarbe weisen den Weg zum Parkplatz der Schwarzwaldhalle. Dorthin haben sich etwa 300 Frauen und auch Männer aufgemacht zur Geburtstagsparty des Frauenwerks unter dem Motto »Leuchtspuren«


SJK aktuell ::: 21

Die Gretchenfrage des KU

Vorsichtiges Ja

Mitglied werden – ja oder nein; und wenn doch: zu welchem Anlass? Mit der Zielsetzung des Kirchlichen Unterrichts und der Frage nach dem geeigneten Zeitpunkt für eine Kirchengliedschaft befassten sich am Freitagnachmittag der SJKTagung zahlreiche Arbeitsgruppen in der Baiersbronner Realschule.

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rundlage des Meinungs- und Erfahrungsaustauschs waren vier Thesen von Superintendent Siegfried Reissing, die zuvor im Rahmen eines Impulsreferats in der Marienkirche vorgetragen worden waren. These 1: Unser Verständnis von Kirchengliedschaft ist für unser Verständnis des Kirchlichen Unterrichts und insbesondere der Einsegnungsfeier ein Problem. These 2: Unsere Einsegnung ist keine Einsegnung. These 3: Wir halten Kirchlichen Unterricht ohne klare Zielsetzung. These 4: Die Aufnahme in die Gliedschaft der Kirche muss Ziel des Kirchlichen Unterrichts sein.

In einer Arbeitsgruppe wurde vorgeschlagen, den Gottesdienst zur Aufnahme in die Kirchengliedschaft als Bekenntnisgottesdienst zu bezeichnen, bei dem auch langjährige Gemeindeglieder ihr Bekenntnis zu Gott erneuern können. Ein Teilnehmer sagte, dass viele zwischen dem Bekenntnis zu einer Kirche und dem Bekenntnis des Glaubens unterscheiden. Ein Pastor meinte, dass jemand, der seinen Glauben bekenne, auf Dauer nicht Kirchenangehöriger bleiben könne. Einigkeit herrschte darüber, dass ein öffentliches Bekenntnis in den meisten Fällen zu mehr Verbindlichkeit hinsichtlich eines Engagements in der Gemeinde führt. Ein weiterer Gesprächsteilnehmer war der Auffassung, dass in den Gemeinden mehr Bewusstsein für unser methodistisches Profil geschaffen werden sollte. Dies beinhalte auch den Hinweis auf John Wesleys Verständnis von Mitgliedschaft und dessen Unterscheidung zwischen »baptized member« und »confessing member«. mk

ie Karlsruher Jugendkirche soll bis mindestens 2018 weitergeführt werden. Das haben die Mitglieder der SJK mehrheitlich beschlossen. Gleizeitig wird die sozialpädagogische Stelle von 50 auf 100 Prozent erhöht. Dem Beschluss vorangegangen war eine engagierte und zum Teil kontroverse Debatte. Die Jugendkirche hat sich – anders als geplant – zu einem sozialdiakonischen Projekt entwickelt. Es kommen viele Jugendliche, die ausgegrenzt sind und in schwierigen Verhältnissen leben. Die Besucherzahl hat sich seit dem Start Anfang 2008 nahezu verdreifacht. Dies bringe Probleme im Zusammenleben mit der Gemeinde, berichteten Delegierte vom Bezirk Karlsruhe. »Wo haben die Mitglieder der Jugendkirche, die einen kirchlichen Hintergrund haben, noch einen Platz?«, fragte ein Delegierter. Dem hielten andere Delegierte entgegen, dass es ur-methodistisch sei, sich um ausgegrenzte und benachteiligte Menschen zu kümmern. Der Leiter, Pastor Oliver Lacher, betonte, dass die sozialdiakonische Arbeit nur ein Teil der Jugendkirche sei. Er habe von diesen Jugendlichen enorm viel gelernt. kie Anzeige


22 ::: SJK aktuell

Neu in der Dienstgemeinschaft Die EmK bekommt Zuwachs: Eine Frau und zwei Männer wurden in die Süddeutsche Jährliche Konferenz aufgenommen. Mit der Ordination an diesem Sonntag erhalten sie ihre geistliche Beauftragung. Kerstin Gottfried stammt aus Tumlingen im Schwarzwald, ist aber schon viel in der Welt herumgekommen: Nach der Schulzeit unterrichtete sie Kinder deutscher Missionare in Kenia und arbeitete dort auch mit Straßenkindern. Nach dem Praktikum in Plüderhausen studierte sie zunächst in Reutlingen und Sao Paulo (Brasilien) und absolvierte in Rio de Janeiro ein gemeindepraktikum. Die letzten vier Jahre war sie Pastorin auf Probe in Calw-Stammheim, ab Sommer ist sie in Rutesheim. »Ich habe das Rufen und Ziehen Gottes in diesen Beruf heinein immer wieder gespürt«, sagt die 31-Jährige. Auf einem Umweg ist Matthias J. Schultheis ins Predigtamt genommen: Der 51-Jährige stammt aus Friedrichsdorf und hat ein Semester Theologie studiert, dann aber eine Banklehre absolviert. Er machte rasch Karriere und leitete zuletzt das weltweite Großkundengeschäft einer großen Bank. Die Berufung ins Predigtamt hat ihn aber nicht losgelassen. So kehrte er mit Anfang 40 zurück zur Theologie und studierte in Tübingen und Reutlingen. »Es war ein Geschenk, auf Gotte zu hören«, sagt er. Er war vier Jahre Pastor auf Probe im Bezirk Saar/Zweibrücken, dort wird er jetzt Pastor.

EmK-Studienreisen 2012 EmK-Studienreisen 2012 29.05.-05.06. Schwäbische Alb; Pastor K. Junginger 04.08.-10.08. Krakau, Krakau (neues Programm); R. Wick 04.08.-13.08. EmK-Festival; PastorPastor R. Wick 11.08.-18.08. Paris, Normandie (Seine-Flusskreuzfahrt); Pastor R. Braun

21.08.-02.09. St. Petersburg, russisches und finnisches Karelien; Pastor H. Schroth

31.08.-07.09. 05.10.-11.10. 08.10.-19.10. 09.10.-13.10. 02.11.-12.11.

Hansestädte, Ostsee; Pastor M. Sell Gedenkstätte Auschwitz; Pastor B. Förster/Superintendent F. Fröhlich Kettner, Pastor R. Huber Zypern; Hans-Peter Kettner Erzgebirge, Vogtland, Dresden; Pastor H.Knöller Israel; Pastor D. Begaße

Evangelisch-methodistische Kirche Studienreisen Giebelstr.16 70499 Stuttgart Tel. 0711/86006-90 Fax-99 www.emk-bildungswerk.de

Marc Laukemann stammt aus Crailsheim und hat nach dem Abitur Theologie in Reutlingen studiert. Der 31-Jährige war zuletzt Pastor auf Probe im Bezirk Birkenfeld, dort wird er jetzt auch Pastor sein. »Ich habe deutlich den Ruf Gottes gehört«, erzählt er. »Dieser Ruf hat sich durch verschiedene Empfehlungen auch bestätigt.« Zwei Bibelstellen sind ihm dabei wichtig geworden: Die Stelle in Matthäus 9,37, wo Jesus von der Ernte spricht, für die Arbeiter gebraucht werden; und bei Esra 7, wo der Prophet als » Schriftgelehrter« und kundig im Gesetz bezeichnet wird. Laukemann hofft, »dass Gott meine Hingabe auch segnet«.

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FOTOS: VOLKER KIEMLE

SJK aktuell ::: 23

Dank, Rückblick und Abschied beim Fest der Jubilare Bewegende Lebenszeugnisse konnten die Gäste beim Fest der Jubilare in der Schwarzwaldhalle hören: Befragt von Ellen Hochholzer und Martin Gießbeck berichteten die Pastorinnen und Pastoren, die in diesem Jahr ein Dienstjubiläum begehen oder in den den Ruhestand treten, von vielfälttigen und eindrücklichen

Gotteserfahrungen. Musikalische Glanzlichter setzte der Gospelchor »rejoySing« aus Vaihingen/Enz. Geehrt wurden für 60 Dienstjahre Kurt Bank, Adolf Erhardt und Herbert Stumpf; für 50 Dienstjahre Werner Hoffmann, Dietmar Prietz, Joachim Seidel und Helmut Weller; für 40 Dienstjahre Günter Hartmann, Ri-

chard Spannagel und Werner Jung; für 25 Dienstjahre Friedemann Burkhardt, Birgitta Hetzner, Markus Jung, Johannes Knöller und Cornelia Trick. In den Ruhestand verabschiedet wurden Johannes Browa, Alfred Mignon, Johannes Schäfer und Hans Weisenberger

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24 ::: Konferenz-Spezial

hört! Beten beginnt mit Hören – das gab Pastorin Gerda Eschmann der Konferenzgemeinde beim Eröffnungsgottesdienst in der Stadtkirche in Freudenstadt mit auf den Weg. Symbolisch dafür steht der hörende Engel, der weit oben im Langschiff der zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbauten Winkelkirche angebracht ist.

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