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LIEBER EIGENWERKER Wow – unsere zehnte Ausgabe! Ein kleines Jubiläum, das wir gerne mit dir feiern möchten. Und so haben wir uns zu diesem Jubiläum richtig ins Zeug gelegt, um dir ein Heft vollgestopft mit tollen Ideen zu bieten. Für die zehnte Ausgabe des Eigenwerk-Magazins haben wir uns den Rucksack aufgesetzt, die Wanderschuhe angezogen und sind nach draußen in die Natur gegangen. Zu entdecken gibt es dort eine Menge. Davon haben uns zum Beispiel die beiden Naturfotografen Hermann Hirsch und Kevin Winterhoff überzeugt. Sie fangen die Schönheit der Fauna mit ihren Kameras ein und haben uns ein paar außergewöhnliche Bilder zur Verfügung gestellt (Seite 64). Kleinere Tierchen halten auch wieder in den Städten Einzug: Stadtimkern liegt voll im Trend (Seite 26). Anstatt der bekannten Aktivitäten wie Radfahren oder Joggen, haben wir ein paar außergewöhnliche Möglichkeiten der sportlichen Betätigung im Freien aufgespürt (Seite 38). Obendrauf gibt es noch eine Anleitung, wie du dir Streetboccia-Bälle selber nähen kannst (Seite 40). Wer für seine Aktivitäten eher eine professionelle Begleitung wünscht, kann sich bei den Sportsfreunden melden – ein Outdoor-Sportclub aus Bochum (Seite 34). Für einen längeren Outdoor-Trip bieten wir dir viele nützliche Tipps rund um das Thema Zelten (Seite 46), gekrönt mit einer Anleitung für das perfekte Lagerfeuer (Seite 80). Wenn du es lieber ruhig magst, freust du dich bestimmt über ein Picknick. Auch hierzu gibt es zwei inspirierende Projekte und kulinarische Ideen (Seite 12). Um dein Reisegepäck haben wir uns auch noch gekümmert und Ideen gibt es zudem für Regentage und für den Garten ... Du merkst schon, wie abwechslungsreich es ist, seine Freizeit draußen im Grünen zu verbringen. Und so hoffen wir, dass wir dir mit unseren Ideen und Anregungen Lust auf einen Ausflug in die Natur machen können. Wir wünschen dir viel Spaß beim Blättern und Entdecken!

& Wiebke und Christian

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MITARBEITER

WIEBKE

CHRISTIAN

Fast zwanzig Jahre ihres Lebens war Wiebke aktive Pfadfinderin und auch heute noch verbringt sie freie Zeit und Urlaube am liebsten an diesem wunderbaren Ort namens DRAUSSEN. Wiebke mag: Morgens auf dem Zeltplatz barfuss über die taunasse Wiese gehen. Wiebke mag nicht: Die Mücken-Rushhour am Abend.

Christian ist gerne im Freien und freut sich, dass er direkt vor der Tür ein kleines Wäldchen hat. So ein Waldspaziergang bringt doch immer einen klaren Kopf. Die krabbelnden Kleintiere mag er allerdings weniger, zumindest nicht, wenn sie von draußen herein kommen (wie schaffen es diese Ameisen nur bis hier oben?!). Doch zumindest seine Einstellung zu Bienen hat er mit dieser Ausgabe geändert.

MARTINA

Martina besitzt weder einen Schrank voller Outdoor-Klamotten, noch würde sie sich als übermäßig abenteuerlustig bezeichnen. Wenn sie dennoch von sich behauptet, sie sei gerne draußen, meint sie, dass ihr spätestens nach 24 Stunden in der Wohnung die Decke auf den Kopf fällt, sie sich also lieber an der „frischen Luft“ aufhält und ihre Füße dabei gerne in kühles Wasser, heißen Sand oder raschelndes Laub eintaucht.

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ANN-KATHRIN

JANINE

Janine ist eigentlich täglich draußen – das liegt an ihrem Hund. Aber auch sonst ist sie gerne im Freien aktiv und planscht mit ihrer Tochter im Garten. Sand zwischen den Salatblättern ist ihr dann aber doch zu viel. Für diese Ausgabe hat sie sich einem gepunkteten Regencape gewidmet – und sehr dabei geflucht.

Ann-Kathrin mag: Sommerbrise, Barfuß laufen und selbstgemachten Holunderblüten-Sirup. Ann-Kathrin mag nicht: Leute, die auf dem Radweg herumschleichen und dass die Sommerbrise in diesem Jahr so lange auf sich warten lässt.

DANKE Wir bedanken uns bei den vielen großartigen Helfern, die mit jeder unserer Ausgaben mehr werden. Biggy, für die Bereitstellung ihrer Küche samt Zutaten und für eine wunderbar entspannte vierstündige Koch-Session sowie Robert für seine leckeren Rezepte. Besonderer Dank gilt den beiden wunderbaren Naturfotografen Hermann und Kevin, die uns mit auf die Pirsch genommen haben und ihre Begeisterung für die Fauna mit uns teilten. Jana und Susan von Delighted für ihren tollen Input, Micha für seine Zwille, Merel für die Recherche der Funsportarten, dem lieben Maik für seine Geduld beim Nähen und seiner Mama beim Fotoshooting sowie Anna für ihre tolle Illustration. Danke auch an Andreas von den Sportsfreunden und den fleißigen Imkern Dirk-Hinrich und Johannes für die spannenden Informationen rund um die summenden Tierchen. Und wir danken natürlich der wundervollen Natur, die uns mit so viel Kreativität und Vielfalt immer wieder aufs Neue beeindruckt und allen Menschen, die dabei helfen, die Schönheit der Natur zu erhalten!

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INHALT {DIY} 12 Picknick Dieses Picknick hat es in sich! Vollgestopft mit tollen Rezepten und DIY-Ideen wartet es auf Sonnenschein

40 Streetboccia-DIY Ratzfatz selber ein paar StreetbocciaBälle genäht und los geht der sportliche Spaß

60 DIY-Regencape Es scheint nicht immer nur die Sonne. Dieses Regencape schützt dich auch bei Schmuddelwetter

22 Praktische Gartenschürze Für den vollen Einsatz im Garten: Schürze von der Landfrau

42 Zwille Make Love not war – mit dieser Zwille holst du dir die Kindheit zurück

74 Delighted Fotoschule Auf das richtige Licht kommt es an! Fototipps von zwei Profis

30 Bienenhotel geöffnet Du willst unseren kleinen Freunden Unterschlupf gewähren? Wir zeigen dir, wie es ganz einfach geht 32 Honey BBQ Was wäre ein Grill-Abend ohne eine richtig gute Marinade für das Fleisch? Hier kommen gleich drei davon

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50 Fit fürs Sommercamp Zeltaufbau ganz easy erklärt 52 Projekt: Rucksack Dieser stylishe Jeans-Rucksack bietet dir viel Platz für deinen Ausflug

78 Mitbringsel Tolle und einfach Deko-Ideen aus Naturmaterialien 80 Wenn es dunkel wird Knisterndes Feuer und eine Runde Stockbrot – das ist LagerfeuerRomantik pur


{EIGENWERKER}

{KAUFRAUSCH}

{RUBRIKEN}

26 Bienen in the city Es kommt nicht nur auf den Honig an: Das neue Glück der Stadtimker

20 Lesestoff Tolle Bücher für Outdoor-Freunde: von Dekotipps bis Entdecker-Projekte

3 Editorial

34 Willkommen beim Wiesen-Workout Die Mitglieder des Outdoor-SportClubs aus Bochum geben Gas

24 Vasen Hol dir die Natur herein – die richtigen Vasen für farbenfrohe Blumen

38 Outdoor-Funsport Vier Steckbriefe angesagter Funsportarten

58 Raindrops keep falling on my head Auch verregnete Tage können schön sein – alles für Schlechtwetterfans

4 Mitarbeiter & Danke 8 Klimbim 82 Eigenwerk im Netz 83 Eigenwerk-Ausgaben, Impressum

46 Into the wild Outdoor-Checkliste für den Abenteuerurlaub 64 Auf der Lauer Hermann Hirsch und Kevin Winterhoff sind Tierfotografen und Naturliebhaber

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Outdoor-Apps

M i B M Kli City-Bikes Stylish durch die City radeln? Klaro - das kannst du machen. Besonders gut funktioniert das mit den hippen Falträdern von Brompton London. Ein BromptonFolding-Bike lässt sich individuell konfigurieren und somit genau auf deine Bedürfnisse abstimmen. Der Clou: Das Bike kannst du perfekt zusammenfalten und somit im Notfall auch platzsparend mit in der Bahn transportieren. Super! Natürlich hat so ein handgefertigtes Rad auch seinen Preis: Bromptons gibt es ab ca. 1.200 Euro. Doch die Hersteller-Philosophie besagt „Broptons ist nicht nur ein Klapprad, sondern ein Freund fürs Leben!“ Na also. www.brompton.de

komoot – Outdoor Routenplaner

von komoot GmbH Heimatregion kostenlos für iPhone, iPad und Android Plane deine Fahrradtouren und Wanderungen ganz nach deinen Vorstellungen und lass dich mit einfachen, punktgenauen Sprachanweisungen entlang deiner Tour leiten.

ADAC Wanderführer

von ADAC Verlag GmbH 4,99 Euro für iPhone,iPad und Android Die perfekte Wander-App mit GPS Positionsführung, detaillierten topographischen Karten und qualitätsgeprüften Tourenbeschreibungen.

Nabu Vogelführer

von Naturschutzbund Deutschland e. V. kostenlos für iPhone und Android Mit dem NABU-Vogelführer ist das Vogelbestimmen jetzt überall einfach! Der NABU-Vogelführer führt sämtliche in Deutschland heimischen Vogelarten auf.

Foto © Brompton Deutschland

BVCD Camping-App

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von Bundesverband der Campingwirtschaft e. V. kostenlos für iPhone und Android Diese umfassende App bietet nicht nur eine Liste der deutschen Camping- und Stellplätze, sondern liefert zudem Umkreisinfos, Routenplanungen und Checklisten.


Naturphänomene

Outdoor goes Fashion! Rucksäcke sind zu einem unverzichtbaren Modeasseccoire geworden! Auch wenn man gerade keine große Trecking-tour durch die Wildnis plant, bieten diese Backpacks all deine wertvollen Dingen den nötigen Platz. drei Marken rücken sich dabei besonders in den Fokus. Sie bestechen durch ihr simples Design und bringen neben ihrem praktischen Handling den Style-Faktor mit sich! www.herschelsupply.com / www.fjallraven.de / www.williamfoxandsons.com Lieber selber nähen? Ab Seite 52 in diesem Heft findest du eine tolle DIY-Anleitunge für einen genähten Rucksack!

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Von den Sternen bis zum Tau Eine Entdeckungsreise durch die Natur. Mit 120 Phänomenen und Experimenten Soentgen, Jens, Konstantinov, Vitali (Illustrationen)

Fjällräven Fotos © Hersteller

Jens Soentgens umwerfende Reise durch die Natur geht „quer durch“, von oben bis unten, vom Makrokosmos zum Mikrokosmos. Dabei bringt der Naturwissenschaftler und Philosoph etwas Seltenes fertig: Mit beeindruckenden fachlichen Kenntnissen und romantischer Begeisterung zugleich beschreibt er die Phänomene, die ihm in der Natur begegnen. Damit wir auch aus eigener Anschauung lernen, gibt es Experimente, die sich ohne alle professionellen Apparate durchführen lassen. Wir entdecken Leuchtbakterien auf Heringsleichen und die Geheimnisse von Stonehenge an der Fensterscheibe! Die altmeisterlichen Zeichnungen von Vitali Konstantinov und die bibliophile Ausstattung machen das Buch auch äußerlich zu einem Vergnügen. Peter Hammer Verlag

William Fox & Sons

„Freiheit spüren, Abenteuer erleben, Herausforderungen meistern, Träume verwirklichen, mit Leidenschaft das Leben leben.“ Das verspricht das neue Outdoor-Magazin für Männer. FREE MAN‘S WORLD präsentiert Reportagen über Menschen, Abenteuer, Entdeckungen, Personal Health, Equipment, Trends und aktiven Lifestyle.

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Foto Š Photosam 88 (Flickr CC)

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Projekt // Wiebke Hahn & Birgit Axler-Chonitz Text & Fotos // Wiebke Hahn

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Picknick-Korb Mit ein paar Stücken Stoff, einer Nähmaschine, etwas Wolle und mit dieser Anleitung kannst du einen herkömmlichen Einkaufskorb im Handumdrehen in einen fröhlichen Picknick-Korb verwandeln. Allein der Anblick dieses bunten Korbes weckt schon die Ausflugs-Lust, damit ist er der perfekte Sommer-Begleiter. Und der hübsche Stoff-Überzug ist an nur einem Nachmittag fertig gestellt. Also, worauf wartest du? Auf die Plätze, fertig, Picknick!

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Das brauchst du:

1 ovaler Einkaufskorb mit Henkel 0,5 m Baumwoll-Stoff mit Apfelmuster 0,5 m Baumwoll-Stoff im Leinen-Look 0,3 m Baumwoll-Stoff in Orange mit Blümchenmuster Vliesofix Wollreste 2 Pappbögen in A3 Stift, Schere, Lineal Nähmaschine, Garn, Schneiderkreide, Maßband


So nähst du den Überzug: 1. Schablone für den Zuschnitt herstellen

4. Tunnelzug vorbereiten

Weil jeder Korb unterschiedlich ist, passen wir die Schablone für den Zuschnitt direkt an den Korb an. Dazu ein Stück Pappe an eine Tischkante legen und Korb mit der Öffnung nach unten bis zur Hälfte – also bis der Henkel an die Tischkante stößt - darauf platzieren. Umriss des Korbes einmal mit Bleistift auf die Pappe übertragen. Mit der anderen Hälfte des Korbes genauso vorgehen. Es ist wichtig, für jede Seite des Korbes eine eigene Schablone anzulegen, da die beiden Seiten unterschiedlich sein können, wenn der Henkel nicht genau mittig sitzt. Umriss mit einem dicken Filzstift nachzeichen und eventuelle Hubbel in der Bleistift-Linie ausgleichen, so dass du eine schöne Schnittkante hast. Nahtzugabe von 1 cm rundherum anzeichnen und dann die Pappe ausschneiden.

Als erstes faltest du beide kurzen Seiten 1 cm nach innen und bügelst die Falz ein. Dann klappst du die kurzen Seiten noch einmal je 1 cm nach innen und bügelst die Falz erneut ein. Dann steppst du die beiden Säume an den kurzen Seiten einmal ab. Dann kommen die Längsseiten an die Reihe. Hier faltest du das Stück Stoff als erstes der Länge nach zur Hälfte und bügelst die Falz ein. Dann klappst du den Stoff wieder auf und faltest beide Außenkanten der Länge nach zur Mittellinie. Auch diese beiden Falze wieder einbügeln. Nun klappst du den Stoff wieder entlang der Mittelfalz zu, bügelst noch einmal gründlich über alles drüber und steckst die offene Längsseite dann mit Stecknadeln zusammen. Einmal knappkantig absteppen, fertig ist dein Tunnelzug.

2. Stoff zuschneiden

5. Deckel zusammennähen

Schablone auf die linke Stoffseite legen und Umriss mit Hilfe der Schneiderkreide auf den Stoff übertragen. Eine Hälfte des Deckels wird aus dem Apfelmuster-Stoff zugeschnitten und die andere Hälfte des Deckels aus dem naturfarbenen Stoff. Nachdem du die beiden Deckel-Hälften ausgeschnitten hast, zeichnest du 1 cm nach innen versetzt noch die Nahtlinie ein. Jetzt schneidest du das Stück Stoff für den rundlaufenden Tunnelzug zu. Hierzu misst du mit Hilfe deines Maßbandes den oberen Umfang deines Korbes und notierst die Länge. Dann schneidest du ein Stück Stoff mit den folgenden Maßen zu: Breite: Umfang deines Korbes + 4cm, Höhe: 12 cm

Nun legst du den Tunnelzug glatt vor dir hin, misst die Mitte des Stoffes (der Länge nach) aus und markierst die Stelle mit Schneiderkreide. Dies ist dein Orientierungspunkt, um die beiden Teile des Deckels anzusetzen. Je nachdem wie breit der Henkel deines Korbes ist, beginnst du mit entsprechend Abstand mit dem Feststecken der Deckelhälfte. Ich habe für meinen Korb je 1 cm Abstand zum Mittelpunkt gehalten, so dass eine 2 cm große Lücke für den Henkel geblieben ist. Stecke nun die Deckelhälften rechts auf rechts auf dem Tunnelzug fest. Wenn du richtig gemessen hast, müsste es jetzt so auskommen, dass der Tunnelzug genau an der unteren Kante der Deckelhälfte endet. Anschließend steppst du die Teile zusammen.

3. Apfel-Applikation anbringen Um die ApfelApplikation auf der naturfarbenen Deckel-Hälfte anzubringen, suchst du dir drei schöne Äpfel auf deinem Musterstoff aus, bügelst auf die Rückseite Vliesofix auf und schneidest die Äpfel ordentlich aus dem Stoff aus. Dann ziehst du das Papier von der Rückseite der Äpfel ab, platzierst sie auf dem naturfarbenen Stoff und bügelst sie entsprechend der Angabe auf deiner Vliesofix-Beilage auf. Meistens wird ein feuchtes Geschirrtuch über die zu bügelnde Stelle gelegt. Abkühlen lassen, fertig ist die Apfel-Applikation.

6. Der letzte Schliff Jetzt drehst du aus deinen Wollresten eine entsprechend lange Kordel oder flechtest einen Zopf und ziehst diesen mit Hilfe einer Sicherheitsnadel in den Saum ein. Nun kannst du den Deckel auf deinen Korb ziehen und mit Hilfe der Kordel festschnüren. Fertig ist dein Picknick-Korb, der jetzt nur noch befüllt werden muss!

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Besteckrolle

Diese clevere Besteckrolle ist ein wahres Picknick-Multifunktionstalent: Sie ist Unterlage, Servietten-Halter und Besteck-Verpackung in einem und darf bei keinem Ausflug fehlen. Wie auch der Picknick-Korb ist die Besteckrolle ein einfaches Nähprojekt für einen Sonntag-Nachmittag. Du kannst dich also auch als Anfänger ohne Bedenken ans Werk machen! Wir wünschen dir viel Spaß beim Nähen!

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Das brauchst du:

0,5 m Baumwoll-Stoff mit Apfelmuster 0,5 m Baumwoll-Stoff im Leinen-Look 0,3 m Baumwoll-Stoff in Orange mit Blümchenmuster Stift, Schere, Lineal Nähmaschine, Garn, Schneiderkreide, Maßband


Das sind die Arbeitsschritte: 1. Stoff zuschneiden Schneide die Schnitteile mit folgenden Maßen aus deinen Stoffen zu: Außenseite der Besteckrolle: 55 cm breit × 33,5 cm hoch Innenseite der Besteckrolle: 55 cm breit × 33,5 cm hoch Einsteck-Tasche: 13,5 cm breit × 15,5 cm hoch Stoff-Kordel: 60 cm breit × 3 cm hoch

2. Tasche auf den Innenstoff nähen

4. Besteckrolle fertigstellen Alle vier Seiten des Stoffes für die Tasche 1 cm nach innen falzen und bügeln. Obere Kante der Tasche (diejenige, die später offen bleibt) mit buntem Garn knappkantig absteppen. Dann die Tasche auf der rechten Seite des Innenstoffs ausrichten und feststecken. Nun nähst du die Tasche an den beiden Seiten und am Boden am Innenstoff fest.

Lege den Stoff für die Außenseite der Besteckrolle so vor dich, dass die rechte Seite oben liegt. Nun legst du die Stoffkordel doppelt und richtest sie so auf dem Außenstoff aus, dass ca 1 cm der Kordel am rechten Seitenrand übersteht. Dann legst du den Innenstoff rechts auf rechts auf den Außenstoff, richtest ihn ordentlich aus und steckst die beiden Stoffstücke fest. Achte dabei darauf, dass du die überstehende Kordel ebenfalls fixierst. Nun kannst du die Besteckrolle rundherum – bis auf eine ca 10 cm große Öffnung zum Wenden – zusammennähen. Schneide die Nahtzugabe etwas zurück (außer an der Wendeöffnung), wende die Besteckrolle und bügele sie einmal ordentlich. Falte beim Bügeln schon einmal die Nahtzugabe der Wendeöffnung nach innen und bügele diese Falze ein. Zum Schluss steppst du die Besteckrolle noch einmal rundherum knappkantig ab und schließt dabei die Wendeöffnung. Fertig ist deine Besteckrolle!

3. Stoffband nähen Um die Stoffkordel zum Schließen der Rolle herzustellen, faltest du als erstes beide kurzen Seiten 1 cm nach innen und bügelst die Falz ein. Das Stoffstück zuerst einmal der Länge nach zur Hälfte falten und einen Falz einbügeln. Dann klappst du den Stoff wieder auf und faltest beide Außenkanten der länge nach zur Mittellinie. Auch diese beiden Falze wieder einbügeln. Nun klappst du den Stoff wieder entlang der Mittelfalz zu und bügelst ihn noch einmal. Jetzt sicherst du die Kordel mit ein paar Stecknadeln und steppst das ganze Band einmal der Länge nach knappkantig ab. Fertig ist die Stoffkordel.

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Für unseren Picknick-Ausflug haben Biggy und ich gemeinsam in der Küche gewirbelt. Die Inspiration zu unserem Outdoor-Menü stammt aus dem wunderbaren Kochbuch „Home made Sommer“ von Yvette van Boven. Zwei der Rezepte stellen wir euch hier vor. Lasst es euch schmecken!

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Picknick-Rezepte

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Hummus aus weißen Bohnen

Rucolakuchen mit Piniekernen

Zutaten: 1 Glas weiße Bohnen, abgespült und abgetropft (330 g) ca. 50 ml Olivenöl 1 Knoblauchzehe Abgeriebene Schale und Saft einer ½ Bio-Zitrone 2 EL sehr fein gehackte glatte Petersilie Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und/oder Paprikapulver

Zutaten: 100 g Rucola 175 g Mehr 1,5 TL Backpulver 3 Eier 2 EL Saure Sahne 4 EL Olivenöl 1 EL Senf Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 50 g Pinienkerne

So geht’s: Alle Zutaten in einen Standmixer geben und zu einer glatten Masse pürieren. Den Hummus in eine Schale füllen, etwas Olivenöl darüber gießen und mit Cayennepfeffer oder Paprikapulver bestreut servieren.

So geht’s: Den Ofen auf 160 Grad vorheizen. Den Rucola waschen, trocken tupfen und fein hacken. Mehl und Backpulver in eine Schüssel geben. Eier, saure Sahne, Olivenöl, Senf, Salz und Pfeffer hinzufügen und alles mit einem Handrührgerät auf höchster Stufe zügig miteinander verquirlen. Nun die Pinienkerne und den gehackten Rucola vorsichtig unter die Masse heben. Den Teig in eine eingefettete kleine Kastenform füllen und für 40 Minuten in den Backofen geben. Anschließend 5 Minuten in der Form abkühlen lassen und danach vorsichtig herauslösen.

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Lorraine Harrison

Yvette van Boven

ISBN: 978-3-258-07761-1 www.haupt.ch

ISBN: 978-3-8321-9468-0 www.dumont-buchverlag.de

Ziergarten oder Prachtgarten? Cottage Garden oder japanischer Garten? Französischer Barockgarten oder italienischer Renaissancegarten? Seit Jahrhunderten legen Gartenarchitekten mit Leidenschaft Gärten für verschiedenste Zwecke an und haben Gartenwelten geschaffen, die mit ihrer Bild- und Formensprache den ganzen Reichtum der Gartenkunst ausmachen. „Gärten lesen“ begleitet Naturfreunde auf einem Rundgang durch die Gartenanlagen dieser Welt – große und kleine, historische und moderne, öffentliche und private – und erklärt dabei mit sorgfältig ausgewählten Fotos und Illustrationen die verschiedenen Gartentypen und die vielfältigen Elemente der Gartenarchitektur. Das Buch öffnet die Augen für Gartenstile und deren Bild- und Formensprache und gibt dabei Inspirationen für die Gestaltung des eigenen Gartens.

Was gibt es Schöneres als die lauschigen Sommerabende, die wir mit unseren besten Freunden verbringen – wenn wir uns stundenlang unterhalten, dabei gemeinsam essen und trinken und die heißen Tage ausklingen lassen? Weil Hollands beliebteste Köchin Yvette van Boven die sommerliche Jahreszeit auch so gerne mag, hat sie ihr einen eigenen Band gewidmet. Inspiriert von Aufenthalten in der Provence verrät sie ihre Lieblingsrezepte für ausgedehnte Grillbuffets, raffinierte Salate, erfrischende Getränke und Desserts. Schnell und einfach zubereitet und wahnsinnig lecker: Macarons mit Himbeermascarpone, Mango-KorianderEistee, weiße Gazpacho, Tomatensalat mit hausgemachtem Ricotta und gefüllten Zucchiniblüten, gegrillte Rippchen mit JalapeñoApfel-Dip und und und... einfach lecker!

Für viele wird der Garten im Sommer zu einer wahren Wohlfühl-Oase, denn hier kann man herrlich entspannen, wunderbar feiern oder den Tag ausklingen lassen. Der Garten ist der Ort für Erholung, für Kreativität und aktives Tun. Am besten gelingt das natürlich, wenn man seinem Garten eine individuelle Note verleiht. In diesem Buch finden sich Anregungen für einen kreativ-entspannten Sommer, Ideen für Lieblingsplätze, für große und kleine Gartenprojekte und für schön-praktische Ausrüstung zum Gärtnern. Auch für den entspannenden Feierabend ist mit Kräuterduft und Windlicht-Dekorationen gesorgt, die den südländischen Lebensstil in den Garten holen. Nicht nur die Ergebnisse überzeugen, sondern der Schaffensprozess selbst macht Spaß. Genieße deine sommerlichen Muße-Stunden in gemütlicher Atmosphäre!

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ISBN: 978-3-7724-6819-3 www.topp-kreativ.de


Carla Hassler ISBN: 978-3-772-45581-0 www.topp-kreativ.de Das Leben mit der Natur und dem Wechsel der Jahreszeiten, alte Traditionen, die lebendig geblieben sind, gleichzeitig aber auch mit Neuem kombiniert werden: Diese Ursprünglichkeit ist es, die für viele das Landleben so reizvoll macht. Die kreativen Seiten des Landlebens, die genau diese ursprünglichen Werte verkörpern, werden in diesem Buch zum Thema gemacht. Mit Nadel und Faden, Säge und Hammer, Schere und Papier werden Dekoratives und Praktisches wie Kissen, Bilderrahmen, Taschen, Anhänger und vieles mehr gearbeitet. Eine Welt voller Ideen - inspiriert vom Leben auf dem Land!

Richard Mabey Claudia Huboi ISBN: 978-3-258-07760-4 www.haupt.ch Wer sich mit offenen Augen in die Natur begibt, der wird belohnt, denn die Wildpflanzen überraschen mit ihrer Vielfalt an Geschmack und Konsistenz: die herben Geschmackserlebnisse knorriger Wurzeln und seltsam geformter Blätter, der erste Bissen einer Wildfrucht, rauchig schmeckende Beeren, aromatische Pilze, Muscheln und knackige Küstenpflanzen. „essbar“ stellt rund 230 essbare Wildpflanzen, Pilze, Flechten und Farne, Algen und Tang sowie Schalentiere vor, die in der freien Natur gesammelt und gepflückt werden können. Die informativen Texte werden begleitet von interessanten Rezepten für die Naturküche und einer Fülle von praktischen Informationen zu Identifikation, Sammeln, Kochen und Zubereitung. Informativ geschrieben und wunderschön illustriert inspiriert das Buch dazu, auf eine kulinarische Entdeckungsreise in der freien Natur zu gehen.

ISBN: 978-3-258-60059-8 www.haupt.ch Wie fließt der Strom aus der Sonne? Wie weit reist die Ananas, bis wir sie essen können? Und wieso sitzt die Erde im Glashaus? „forschen, tüfteln, bauen. Das UmweltMitmachbuch für Kinder“ lädt Kinder zwischen 6 und 12 Jahren dazu ein, drängende Fragen unserer Zeit spielerisch aufzugreifen – und eigene Antworten zu finden. Ob Umweltschweine aus Verpackungen, Biogas-Stinkbomben, Windradorchester oder Piraten-Gärten: Über 60 Projekte zum Selberbauen, Ausprobieren und Erfinden regen Kinder an, ihre Umwelt zu entdecken und zu schützen. Darüber hinaus gibt es jede Menge Informationen rund um Klima, Recycling, Sonne, Wind, Wasser, Garten und Wald. Und wem das alles nicht reicht, der kann außerdem Rätsel lösen oder Seiten selbst gestalten – kurzum: ein Buch zum Mitmachen und Weitererzählen.

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Praktisch:

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Material: Dickerer Stoff für die Schürze: 58 cm breit x 41 cm hoch

Um im Garten richtig gärtnern zu können, benötigt man so einiges an Werkzeug. Diese Gartenschürze bietet genug Platz für deine wichtigsten Utensilien und sieht dazu auch noch super chic aus. Hier findest du die Anleitung, wie du sie dir selber nähen kannst. Viel Freude beim Nähen und beim Gärtnern.

Dünnerer Stoff für Taschen: cm breit x 25 cm hoch

Applikation: Knöpfe oder Häkelblume, Bordüren zum Aufnähen Festes Band zum Zubinden der Schürze Nähgarn, Schere, Nähmaschine

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So funktioniert es: Du nimmst den dickeren Stoff und bügelst ihn 1 cm an allen Seiten um. Nun versäumst du die Rückseite mit einem Zick-Zack-Stich damit der Stoff nicht ausfransen kann. Der dünnere Stoff für die Taschen wird ebenfalls an allen Enden umgebügelt und mit ZickZack-Stich vernäht. Wenn du die Schürze mit einer Bordüre verschönern möchtest, wird diese nun bereits auf den Taschenstoff aufgenäht. Damit die Taschen Platz bieten, habe ich in der Mitte der Taschen jeweils eine Falte eingenäht (deshalb ist der Stoff für die Taschen auch 2 cm breiter eingeplant). Somit stehen die Taschen etwas ab und bieten Platz für das Gartenwerkzeug. Nun werden die Taschen auf den Schürzenstoff aufgenäht. Zuvor kennzeichnest du mit Nadeln, wo die Taschen genau sitzen sollen. Dort setzt du die Nähte. Nach oben hin offen lassen. Zu guter Letzt wird noch ein Band oben an die Schürze genäht, mit der du sie zubinden kannst. Hier miss einfach deinen Taillenumfang und gib noch ca. 20 cm Länge für eine Schleife dazu. Im Internet findest du zahlreiche Anleitungen für gehäkelte Applikationen. Ich habe die Kirsche gewählt und finde sie wunderhübsch auf der Gartenschürze.

„Die Landfrau“ steht als Markenname und mit ihrem Food-Blog für modern-traditionell Eingekochtes und für beste Rezepte aus ihrer Landfrauenküche. Darüber hinaus begeistert „Die Landfrau“ mit originellen Bastelideen für Gestempeltes, Selbstgenähtes oder Papierarbeiten. Einblicke und tägliche Rezeptideen bietet ihr Blog www.dielandfrau.com. Für das Eigenwerk verrät „Die Landfrau“ regelmäßig ihre Tricks und Kniffe aus Küche und Bastelecke.

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Vasen für deine Blumen Du möchtest dir ein Stück Natur in deine vier Wände holen? Das funktioniert ganz einfach mit ein paar Blumen - frisch gepflückt! Diese Vasen helfen dir, sie richtig in Szene zu setzen.

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1) Eine große Auswahl an tollen Glasvasen gibt es von House Doctor zum Beispiel bei Kufaja Home Accessories {www.kufaja.de} 2) Recycling at its best: Flaschen und Einmachgläser mit Wolle umspannt von Hamburg von Innen, 18,00 Euro {de.dawanda.com/shop/HamburgvonInnen} 3) Geometrische Vasen in purem Weiß von fermLIVING, ca. 30,00 Euro {www.fermlivingshop.com} 4) Recycelte Glühbirne als kleine Hängevase von ExklusiveDesignArt über ezebee.com, ca. 5,00 Euro {www.ezebee.com/de/exclusivedesignart} 5) Porzellanvase „Coolwater“ in Form einer Wärmflasche von Silicum-On, 39,00 Euro {de.dawanda.com/shop/Silicium-On}

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BIENEN in the CITY Das neue Glück der Stadtimker

Fotos © Anna Pawlicki, Ryan Wick*, Metaphoricalplatypus*, cygnus921* (* Flickr CC)

von Christian Geppert

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Als mir vor einiger Zeit eine gute Freundin berichtete, dass sie nun in ihrem Garten Bienen hält, wurde ich ganz hellhörig. Sie wohnte zwar eher ländlich, doch trotzdem wunderte ich mich darüber, dass man einfach so einen Bienenstock bei sich zuhause aufstellen konnte. Und ich fragte mich auch, woher denn die Bienen kamen und ob sie sich selbst in dem aufgestellten Stock angesiedelt hatten. „Die sind geliehen, von einem Imker“, erklärte sie mir daraufhin. Ich muss zugeben, bis dato selbst kein großer Bienenfreund gewesen zu sein. Nach unzähligen Stichen im Freibad oder beim Kaffeetrinken im Garten verscheuchte ich sie lieber, wenn sie mir zu nahe kamen. Seitdem ich in den Medien jedoch immer häufiger vom „Dramatischen Bienensterben“ gehört und mir bewusst gemacht hatte, was alles damit zusammenhing, sah ich bereits den Fortbestand der Menschheit gefährdet. Ganz so schlimm sei es nicht, beruhigen die Forscher und Bienenkenner. So sei die Biene zwar das drittwichtigste Nutztier, doch würden unsere Nutzpflanzen auch noch von genügend anderen Tieren bestäubt. Trotzdem habe der Rückgang der Wildbienen dramatische Folgen. Kein Wunder also, dass das Thema zunehmend in den Fokus rückt und sich immer mehr Leute damit beschäftigen.

Monokulturen und Milben Feinde der Biene Vor allem die moderne Landwirtschaft macht den Bienen zu schaffen: Immer größer werdende Monokulturen bieten den Nutztieren immer weniger Nahrung. Blüten sind rar und werden schlagartig abgeerntet und auch die eingesetzten Pestizide setzen den Bienen zu. Nicht zu vergessen: die sich immer weiter ausbreitende VarroaMilbe, der Biene größter Feind! Eine Flucht der kleinen Tierchen in die Innenstädte ist daher nur logisch und sinnvoll. Hier finden sie ein riesiges Angebot an Blüten, prall gefüllt mit Nektar – und das fast das ganze Jahr

über. Kleingärten und Balkone werden regelmäßig mit Blühpflanzen bestückt, Verkehrsinseln wuchern bunt vor sich hin und auf Brachflächen entstehen kleine Naturparks, die den Bienen einen neuen Unterschlupf gewähren. Für Bienen wird die Stadt so zu einem interessanteren Ort als das dröge Land vor den Toren. Auch die Imkerei in die Stadt zu verlagern, ist somit nur logische Konsequenz. „Urban Beekeeping“, wie das Stadtimkern auf Neudeutsch auch genannt wird, liegt im Trend: Galt die Biene etwa in New York bis vor Kurzem noch als gefährliches, angriffslustiges

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Bienen halten, aber richtig

Tier, ist die Bienenhaltung dort mittlerweile offiziell erlaubt. Und so siedeln sich die Stadtbienen auf den begrünten Dachterrassen der Hochhäuser an und kehren zurück in die Metropole. Auch bei uns in Deutschland ist Imkern in der Stadt erlaubt. Man benötigt allerdings eine Bescheinigung des zuständigen Verterinäramtes, das die Seuchengefahr klärt. Für mehr Toleranz den schwarz-gelben Brummern gegenüber wirbt auch die Initiative „Deutschland summt“, die 2010 von der „Stiftung für Mensch und Umwelt“ ins Leben gerufen wurde. Diese stellte zum Beispiel im Frühjahr 2011 unter dem Motto „Honig von prominenten Dächern der Hauptstadt“ auf zwölf repräsentativen Gebäuden, darunter Berliner Dom und Abgeordnetenhaus, Bienenstöcke auf. Nach dem großen Zuspruch der Hauptstädter folgten weitere offizielle Standorte in Frankfurt und München. Den Aktivisten geht es dabei jedoch nicht in erster Linie darum, Honig zu ernten, sondern den Bienen ein funktionierendes Ökosystem zur Verfügung zu stellen. „Wir wertschätzen und anerkennen die große Bedeutung der Bienen für unsere Stadt und die gesamte Gesellschaft“, heißt es auf der Homepage.

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Grundsätzlich wird beim Imkern in der Stadt der Ansatz der „wesensgemäßen Bienenhaltung“ verfolgt. Das bedeutet, dass es keine Imkerei nach festen Vorschriften ist, sondern die Bienenhaltung einem undogmatischen Leitbild folgt. Der Lebensraum der Tiere steht ganz klar im Vordergrund, nicht der Nutzen für den Menschen. Natürlich fällt auch hierbei für die Imker Honig ab, allerdings behalten die summenden Freunde immer genug, um sich selbst ernähren zu können. So benötigt der Bienenstock keine große Pflege. Die Bewohner werden mehr oder weniger sich selbst überlassen – man schaut einfach hin und wieder nach dem Rechten. Denn faszinierend ist es allemal, den kleinen Tierchen dabei zuzusehen, wie sie ihren Staat organisieren und umherwimmeln. Völlig ahnungslos sollte man natürlich trotzdem nicht an die Sache herangehen. Wie auch bei anderen Tiere übernimmt man mit einem Bienenvolk eine große Verantwortung. Informationen zur richtigen Bienenhaltung geben Imkervereine. So auch der Verein „2010 Königinnen für das Ruhrgebiet“: „Wir wollen die Bienenhaltung und Bienenpflege auch künftig weiterentwickeln und verbreiten, da wir überzeugt sind, dass Honigbienen für uns Menschen von unschätzbarem Wert sind“, erklärt Dirk-Hinrich Otto, 1. Vorsitzender des Vereins. Mit Sorge betrachtet er bereits seit einigen Jahren das nachlassende Interesse an der Bienenhaltung und den fortschreitenden Rückgang der Imkerschaft. „Das liegt zum einen an der Überalterung der Imkerschaft, zum anderen an den wachsenden Problemen der Bienenhaltung“, so Otto. Den Ausruf zur Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010 nahm sich der Essener Verein daher zum Anlass, die Idee der städtischen Bienenhaltung in der Öffentlichkeit stärker bekannt zu machen. „Aus langjährigen persönlichen Erfahrungen heraus setzen wir seither die Bienenpflege als Methode ein, die

Fotos © Gudlyf*, cygnus921*, Anna Pawlicki (* Flickr CC)

Da summt und krabbelt es – ein gut gefüllter Bienenkorb


einfach und wenig zeitaufwändig ist und so besonders geeignet für die breite Bevölkerung in unserem urbanen Ballungsgebiet.“ Auf einer eigenen Homepage haben Otto und seine Vereinskollegen eine Reihe wichtiger Informationen zusammengetragen. Bei Fragen stehen sie zudem bei diversen Veranstaltungen regelmäßig persönlich Rede und Antwort. Auch in anderen Regionen gibt es zahlreiche Bienenhalter-Vereine, die sich via Internet schnell ausfindig machen lassen.

Selber Imker werden Einen relativ einfachen Weg, selbst mit dem Imkern zu beginnen, bietet zum Beispiel „Die Bienenkiste“, ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Mellifera e.V. Die Idee stammt von Thomas Radetzki und Erhard Maria Klein, die über „Die Bienenkiste“ sagen: „Die Konstruktion kommt dem natürlichen Verhalten der Bienen entgegen, daher ist sie besonders pflegeleicht.“ Alles, was man benötigt, ist eine Holzkiste – etwas einen Meter lang, einen halben Meter breit und zwanzig Zentimeter hoch -, die praktisch überall aufgestellt werden kann. Diese simple Konstruktion lässt sich einfach nachbauen. Eine entsprechende Bauanleitung gibt es

unter www.bienenkiste.de. Darüber hinaus finden sich dort die wichtigsten Informationen zum passenden Umfeld, dem richtigen Aufstellen der Kiste und vieles mehr. Auch Bienenvölker, die die Kiste bewohnen sollen, kann man sich vermitteln lassen. Hierzu gibt es im Internet etwa die „Schwarmbörse“ (www.schwarmboerse.de) oder man wendet sich an örtliche Imkervereine. Wer es soweit geschafft hat, muss nur noch hoffen, dass der Schwarm nicht weiterzieht, sondern sich einnistet und beginnt, seine Waben zu bauen. Ein ähnlich einfaches Modell kommt von Johannes Weber. Er hat die „Balkonbeute“ entwickelt und macht sie über sein Projekt „Balkonbienen“ bekannt. Hierbei bietet man den Bienen die Möglichkeit, auf dem Balkon zu nisten. Der Holzkasten (die „Beute“) wird mit entsprechenden Halterungen am Balkonrand befestigt. Ein idealer Start- und Landeplatz! Da Bienen sehr zielgerichtet zu ihrem Bau

fliegen, verirren sie sich nur selten in die umliegenden Wohnungen. Etwaiger Widerstand aus der Nachbarschaft lässt sich also mit guten Argumenten entkräften. Auch Johannes handelt mit seiner Balkonbeute nach dem Ansatz der wesensgemäßen Bienenhaltung: „Es wird versucht, die Bienen so zu halten, dass es ihren natürlichen Lebensbedingungen möglichst weitgehend entspricht. Die Bienen organisieren ihr Leben vollkommen selbständig. Sie treffen alle notwendigen Entscheidungen, bauen ihr Wabenwerk, sammeln Vorräte für den Winter, vermehren sich über den Schwarmtrieb usw.“. Honig wirft die Balkonbeute trotzdem ab und der schmeckt auch aus der Stadtimkerei: „Die Qualität von Honig aus dem Stadtgebiet ist durchaus mit der Qualität von Landhonig gleichzusetzen. Bemerkbar macht sich die Stadthaltung im Geschmack. Zwar werden in Berlin oder New York auch relativ sortenreine Lindenblütenoder Akazienhonige gewonnen, sie tragen aber oft auch eine exotische Note: Begonie, Petunie oder Schmetterlingsbaum.“ Eine Bauanleitung sowie viele nützliche Tipps rund um das Thema Balkon-Imkern gibt’s unter www.balkonbienen.de Einen Balkon habe ich zwar nicht, und auch nur einen Gemeinschaftsgarten - trotzdem fasziniert mich das Thema Bienen sehr. In Zukunft werde ich also die Lippen zusammenkneifen, wenn ich mal wieder von einem dieser summenden Wesen umschwärmt werde und ruhig abwarten, bis es wieder fortgeflogen ist. Denn mir ist inzwischen klar, was mir eine kleine, freche, schlaue Biene namens Maja schon vor Jahren vermitteln wollte: Bienen sind unsere Freunde.

Johannes Weber mit seiner „Balkonbeute“, dem Bienennistplatz auf dem Balkon

www.balkonbienen.de www.bienenkiste.de www.deutschland-summt.de www.2010koeniginnen.de

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Das

Bienen hotel Text: Christian Geppert Foto: Birgit Neusser

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B

ienen benötigen nicht viel, um glücklich zu sein. Um Wildbienen einen Unterschlupf zu gewähren, bietet sich ein kleines Bienenhotel an. Dieses kannst du mit einfachen Mitteln selber in deinem Garten oder auf deinem Balkon aufstellen. Wichtig ist nur, dass es vor Witterung geschützt ist und möglichst sonnig steht. Dann kannst du das wilde Treiben der kleinen nützlichen Tierchen aus nächster Nähe beobachten. Allerdings kann es etwas dauern, bis sich der neue Unterschlupf herumgesprochen hat und er genutzt wird. Wichtig für den Besuch des Hotels ist natürlich auch ein ansprechendes Nahrungsangebot in unmittelbarer Nähe.

Für die Röhrenvariante eignen sich Materialien wie Schilf oder Bambus. Auch markhaltige Äste werden angenommen, da die Bienen das Innere gerne zum Bauen nutzen. Die Schilf- oder Bambusrohre zu einem Bündel zusammenbinden und waagerecht als Hotel aufhängen. Auch hier sollten die Rohre auf einer Seite mit einem Stück Watte verschlossen werden, um den Bienen einen geschützten Raum zu bieten. Achte darauf, dass das Gebinde nicht vom Wind zu sehr hin und her geweht wird – am besten hängst du es direkt an eine Wand oder steckst es in eine passende Lücke in einer Mauer. Hübsch sieht natürlich auch eine kleine gezimmerte Umrandung aus, die du frei gestalten kannst.

Es gibt drei einfache Arten von Bienenhotels, zwischen denen unterschieden wird: der Holzblock, die Pflanzenröhren für Hohlraumbewohner und die Wand für Steilwandbewohner. Da viele Wildbienenarten bereits vorhandene Röhrengänge nutzen, um sich einzurichten, solltest du ihnen diese zur Verfügung stellen.

Für Steilwandbewohner benötigst du ein entsprechendes Gefäß oder eine Kiste, die einfach komplett mit Lehm gefüllt wird. Im Baumarkt kann man auch Lehmputz finden, der sich hervorragend eignet. Wenn der Lehm komplett getrocknet ist, sticht man mit einem Stöckchen unterschiedlich große Löcher hinein und stellt die Wand anschließen geschützt vor Regen auf. Dieses Material wird auch von vielen Wildbienenarten für ihre Nester im Holz genutzt und sollte daher schnell von vielen Insekten aufgesucht werden.

Nimm dir einen einfachen Holzblock und bohre unterschiedlich große Löcher hinein. Diese sollten einen Durchmesser von 3 bis 6 Millimeter haben und etwa fünf bis zehn Zentimeter tief sein. Bohre quer zur Maserung, damit später keine Feuchtigkeit eintritt. Da es Wildbienen warm und dunkel mögen, bohre den Block nicht komplett durch, sondern lasse ihn nach hinten hin verschlossen. Die Bohrlöcher solltest du auch noch glatt abschleifen, damit sich die kleinen Tierchen nicht verletzen.

Tolle Beispiel und weitere Tipps zu Bienenhotels findest du unter: www.bienenhotel.de. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat einiges Informationsmaterial zu dem Thema Wildbienen und wie man ihnen einen passenden Lebensraum bieten kann zusammengestellt: www.bund.net

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Foto //LifeSupercharger (FlickrCC)

Rezepte // Robert C. Werner

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Der Sommer bietet ja so einige Annehmlichkeiten. Die größte davon ist wahrscheinlich die Möglichkeit, draußen gesellig zu grillen! Für ein tolles, würziges Grillfleisch braucht man die richtigen Marinaden. Hier folgen drei tolle Rezepte, die mit Honig den Grillgenuss versüßen!


ks sch, Sttcehaen i e fl l l i r für G & Würs 10 EL 2 EL 1 EL 2 EL 2 EL

Olivenöl (Natives Extra) Whisky Senf, mittelscharf bis scharf Honig Sojasauce Pfeffer, Salz, nach Belieben Würzen mit Sternanis, Fenchelsamen …

Alle Zutaten gut miteinander vermengen und das Grillgut damit einstreichen bzw. überziehen. In einem verschlossenen Behälter oder Beutel für ca. 6–8 Stunden im Kühlschrank marinieren.

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für Antip 1 1 1

eflügeelt G , s h c a für L Schweinefil & 6 6 3 3 1 1

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Senf Honig süße Sahne Crème fraîche Zitronensaft Dill, die Spitzen fein hacken Salz und Pfeffer

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1 EL 2 TL 125 ml 2 1 EL 2 EL

Zitrone, unbehandelte, die abgeriebene Schale und 4 EL Saft Limette, unbehandelte, die abgeriebene Schale und 2 EL Saft Orange, unbehandelte, die abgeriebene Schale und 1 EL Saft Honig Senf Olivenöl Natives Extra Knoblauchzehen in feinen Scheiben Oregano, frischer (alternativ 1/4 TL getrockneter) Petersilie gehackt Oliven (nach Belieben)

Von Limette & Zitrone dünne Scheiben schneiden, alle anderen Zutaten miteinander verrühren. Oliven je nach Belieben hinzugeben und ein bis zwei Tage im Kühlschrank marinieren lassen. Wenn man ein abgekochtes Weckglas samt Deckel und Dichtring verwendet, sind die Oliven in der Marinade mehrere Wochen lagerfähig.

Alle Zutaten vermengen und als Marinade für Fleisch benutzen oder direkt zum gegrillten oder gekochtem Lachs servieren.

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willkommen beim

wiesen-workout

Bewegung, Gemeinschaft und frische Luft – für Andreas Jacob ein absolutes Dream Team, auch wenn sich zum Schweiß schon mal der ein oder andere Regentropfen gesellt. Vor drei Jahren ging der Diplom-Sportwissenschaftler in Bochum mit einem innovativen Fitnessprogramm an den Start. Inzwischen hat er mit seinen Kursen und Events über 80 neue „Sportsfreunde“ gewonnen. Text & Fotos // Martina Fromme

„Noch einmal wechseln, dann machen wir eine Trinkpause!“ Im Garten des Gersteinring 3 fließt bereits der Schweiß, als ich gegen Viertel nach sieben um die Ecke biege. Ich sehe sechs Teilnehmer auf dem von mehreren alten Bäumen eingefriedeten, etwas unebenen Rasenstück die Plätze tauschen, während „Sportsfreund Nr. 1“, Andreas Jacob, das Ganze von der Mitte aus mit motivierenden Sprüchen dirigiert. Ziemlich genau drei Jahre ist es her, dass der Bochumer Sportwissenschaftler erstmals mit seinem eigenen Kursprogramm Trainingswillige um sich scharte. Nach Kursende begleite ich ihn ins neue Trainingsloft, wo er mir erzählt, wie es dazu kam:

Laufband war gestern: Echte Sportsfreunde trainieren gemeinsam im Grünen

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Sich beim Krafttraining richtig auspowern oder beim Yoga zu sich selbst finden – Andreas Jacob liebt beides. Spielt er sich heute im Park mit Freunden Bälle, Frisbees und Co. zu, macht er sich vielleicht schon morgen mit Surf- und Wakeboard auf zu neuen Ufern oder geht mit Fahrrad oder Longboard in der Stadt auf Entdeckungstour. „Ich mag die Abwechslung“, sagt der 32-Jährige. „Eine Lieblingssportart habe ich eigentlich nicht, stattdessen probiere ich lieber verschiedene Sachen aus.“ Das sei schon immer so gewesen, fügt er hinzu. Bereits als Kind habe er gerne Sport gemacht, sich jedoch nie auf eine Disziplin festlegen wollen. Seinen Eltern sei er sehr dankbar dafür, dass sie ihn stets dabei unterstützt und alles haben machen lassen, „egal ob Handball oder Taek-won-do“.


Zu seiner generellen Sportbegeisterung und der Lust, neue Sportarten zu entdecken, gesellte sich im Studium eine traurige Erkenntnis: Junge Erwachsene, die im Beruf Fuß gefasst oder eine Familie gegründet haben – sich also in einer Phase befinden, in der es besonders wichtig wäre, sich fit zu halten und im Sport Ausgleich zu finden – , bewegen sich Studien zufolge immer weniger. Und das nicht etwa, weil sie sportliche Aktivität bewusst meiden, sondern weil sich feste Trainingszeiten oft nicht mehr in Arbeits- und Familienalltag integrieren lassen und monotones Laufbandtraining auf Dauer kaum einem inneren Schweinehund Paroli bieten kann. Nachdem Andreas Jacob sich als Student über dieses Dilemma ausgiebig den Kopf zerbrochen und im Auftrag anderer bereits innovative Fitnesskonzepte für die genannte Zielgruppe erdacht und erprobt hatte – unter anderem als Trainer, Referent und Schulungsleiter für Gesundheitszentren, Unternehmen und den Landessportbund – gründete er 2010 im Rahmen eines Gründerwettbewerbs die „Sportsfreunde Bochum“. Sein Ziel: „Ein mehrperspektivisches Breitensportangebot zu schaffen, bei dem Erwachsene gemeinsam trainieren, möglichst flexibel verschiedene Sportarten ausprobieren und nebenbei neue Leute und ihre Umgebung kennenlernen können.“ Weil Bewegung für den 32-Jährigen etwas Natürliches ist und ihm Sport am meisten Spaß macht, „wenn er zusammen mit Freunden draußen in der Natur und nicht mit Kopfhörern im Ohr auf dem Laufband stattfindet“, hielt er seine Kurse kurzerhand in verschiedenen Bochumer Parks ab. Zunächst sechs Mal die Woche und mit vollem Erfolg: Nach der ersten Sommersaison zählte Jacobs innovativer Fitnessclub bereits 25 Mitglieder und der sportbegeisterte Geschäftsführer musste sich Gedanken über Angebote für die kalte Jahreszeit sowie ein passendes Winterquartier machen.

Doch das alles ist Geschichte. Seit gut zwei Wochen residieren die Sportsfreunde nun im ersten Stock einer zum Kreativquartier umfunktionierten ehemaligen Pantoffelfabrik in unmittelbarer Nähe des Ruhrstadions. Wo früher bequemes Schuhwerk für den Hausgebrauch hergestellt wurde, zieren heute vorwiegend sportliche Treter mit den bunten Logos von Adidas, Nike und Co. die Füße der Anwesenden. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel: Die 29-jährige Kristina ist zu ihrem heutigen Yoga-Probetraining in Flip-Flops erschienen, die sie direkt neben ihrer Matte im Gras abstreift. Denn trainiert wird – trotz neuem Dach über dem Kopf und soweit es die Witterung zulässt – weiterhin draußen, im anliegenden Garten.

Wo früher Pantoffeln hergestellt wurden, liegen jetzt Turnschuhe im Trend

Warum Kristina heute hier ist? „Als Informatikerin sitze ich mehr oder weniger den ganzen Tag im Büro vorm Computer. Da wollte ich Abends nicht auch noch ins Fitnessstudio gehen, sondern habe nach vergleichbaren Sportangeboten im Freien gesucht“, erzählt sie. „Zufällig habe ich dann beim Spazierengehen Andreas

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Sportsfreund Nr. 1: Andreas Jacob bei der Arbeit

mit einem seiner Kurse beim Training im Park gesehen und einen Hinweis in einem Bochumer Stadtmagazin gelesen. Daraufhin hab ich mich dann einfach mal per Mail nach einem Schnuppertraining erkundigt – und zack, jetzt bin ich hier.“ Neben Yoga für Anfänger und Fortgeschrittene und beliebten Klassikern wie Kraft-, Lauf- und Ausdauertraining umfasst das Wochenprogramm inzwischen auch Einführungskurse in diverse Trendsportarten von Ultimate Frisbee über Bounceball bis Speedminton. Ergänzend bietet Andreas Jacob seinen inzwischen über 80 Sportsfreunden in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern Wochenend-Workshops, Sportreisen und spezielle Fitness-Bootcamps an. Seit einem Dreivierteljahr gibt es zudem das „Sportsfreundchen“-Programm für Mütter,

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die sich nach Schwangerschaft und Geburt wieder in Form bringen wollen. Kaum zu glauben, dass Andreas Jacob all dies bis dato und mit Ausnahme der Workshops und Events im Alleingang betreut. Letzteres soll sich allerdings bald ändern: Carla, Sportstudentin aus Bochum und eben noch eine der sechs Aktiven beim Krafttraining „Balance Fit“, wird ab der kommenden Woche zusammen mit einer Kommilitonin einen Teil der Kurse übernehmen. Die 25-Jährige nimmt zurzeit selbst ein bis zwei Mal in der Woche an verschiedenen Kursen teil und hat im Rahmen ihres Studiums auch schon ein Praktikum bei den Sportsfreunden absolviert. Ihre Mitgliedschaft im Fitnessstudio hat sie inzwischen gekündigt – und es bisher nicht bereut: „Bevor ich auf die Sportsfreunde gestoßen bin, hab


Die Hände zum Himmel: Yoga ist nur eine von über 20 angebotenen Disziplinen

ich das fast zehn Jahre lang regelmäßig und gerne gemacht“, erinnert sie sich. „Aber man trainiert dort doch immer sehr abgeschottet und für sich. Hier genieße ich es sehr, beim Sport gemeinsame Sache zu machen und quasi nebenbei nette Leute kennenzulernen. Und es ist wirklich für jeden etwas dabei. Mir zum Beispiel gefallen die Zirkeltrainings sehr gut und den ein oder anderen Wochenend-Workshop, zum Beispiel im Stand-Up-Paddling, werde ich sicher auch noch besuchen.“

Longboard stelle, wage ich zu bezweifeln, doch Speedminton oder Tischtennis Lauf-Fit würden mich durchaus reizen. Vielleicht versuche ich aber erst einmal bei den „Sportsfreundchen“ mein Glück – spätestens, wenn Andreas seine Pläne wahrmacht, das bereits großzügige Angebot weiter auszubauen und in diesem Zuge auch in meine Wahlheimat Dortmund zu expandieren. Ich drücke ihm diesbezüglich jedenfalls die Daumen!

Mein Besuch bei den Sportsfreunden Bochum hingegen endet hier. Doch der sportbegeisterte Andreas, die gutgelaunten Teilnehmer sowie das gesamte Konzept haben mich überzeugt. Dass ich mich in diesem Leben noch ohne den enthemmenden Einfluss alkoholischer Köstlichkeiten auf ein

Wochenprogramm, Eventkalender, Infos zu Preisen und Anmeldung: www.sportsfreunde-bochum.de www.facebook.com/sportsfreunde.bo Bei Fragen E-Mail an info@sportsfreunde-bochum.de

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t r o p s n u f R OUTDOO

Text // Merel Neuheuser & Christian Geppert

kubb f l o g s s cro

Das brauchst du: Ein Kubb-Set (wird auch Wikingerschach genannt), bestehend aus Holzfiguren, Wurfhölzern und Begrenzungsstäben Spielfeld: Ein auf 5 × 8 m abgestecktes Spielfeld auf Rasen, Sand oder Kies

Spielfeld: Freie Flächen, die eine paar spannende Ecken bieten. Besonders gut geeignet sind brachliegende Industrieanlagen – da kann man auch so schnell niemanden mit dem Ball treffen. Spieler: Mindestens 2, funktioniert auch alleine, dann aber eher als Training und nicht als Wettkampf. So geht’s: Feste Regeln gibt es beim Cross-Golf nicht. Anders als beim regulären Golf gibt es hier auch keine Kleideretikette einzuhalten. Allerdings sollte man in jedem Fall auf Sicherheit achten, denn die geschlagene Bälle sind ein gefährliches Geschoss! „Sicherheit geht vor“ kautet die Devise. Zielobjekt wird an einer Stelle positioniert und die Golfer versuchen dieses abzutreffen. Wie beim regulären Golf gewinnt der Spieler mit den wenigsten Schlägen.

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Spieler: Maximal 12 Personen, minimal 4 Personen (gerade Anzahl) So geht’s: An jeder der beiden kurzen Spielfeldseiten werden jeweils fünf „Kubbs“ (Holzfiguren) aufgestellt. Im Laufe des Spiels sind die Figuren auf dieser Position die sogenannten „Basiskubbs“. Hinter ihnen stehen die beiden Mannschaften – ebenfalls in Reih und Glied. Auf der Mittellinie zwischen den beiden Reihen findet sich der „König“ (eine Holzfigur. Keine Sorge – ihr werdet sie erkennen). Im Grunde geht es darum, die Kubbs der gegnerischen Mannschaft komplett umzuwerfen. Die genauen Regeln findet ihr auch im Wikingerschach-Set, und das ist gut so, denn die Spielabläufe weichen in den Spielrunden leicht ab, Basiskubbs werden zu Feldkubbs und wieder zu Basis. Zum Werfen werden die Wurfhölzer genutzt, die mit Handrücken nach oben und einer Ausholbewegung von unten geworfen werden müssen. Gewonnen hat diejenige Mannschaft, die erst einmal alle Basiskubbs der Gegner und danach den König umgeworfen hat. Allerdings verhält sich der König ähnlich wie die schwarze 8 beim Billard – wer den König vorher versehentlich umwirft, hat verloren.

Spaßfaktor: Hoch. Man wundert sich oft, wie die Bälle fliegen. Und das anschließende danach suchen sorgt auch für eine Menge Fun.

Spaßfaktor: Hoch

Besonders geeignet für: Outdoor-Fun-Liebende Personen, die Lust auf ein bisschen Erkundung der Umgebung haben.

Besonders geeignet für: Eigentlich jedermann, da weder Kraft noch Ausdauer vonnöten sind, höchstens Geschick.

Besonderheiten: Mittlerweile gibt es weltweit Cross-Golf Turniere und Clubs.

Besonderheiten: Ein Spiel mit Geschichte – bereits die Wikinger sollen das skandinavische Gesellschaftsspiel gespielt haben.

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Fotos © (v.l.n.r.) Frank H, Optikfluffel, Headis, Johan Larsson

Das brauchst du: Einen Golfschläger (gebrauchte Schläger gibt es schon sehr günstig bei ebay), Golfbälle (evtl. aus Gummi), ein Zielobjekt (z. B. eine leere Dose)


l l a b y k n flu headis

Das brauchst du: Einen Ball (mit guten Wurfeigenschaften, besser kein Tennisball), eine leere, große Flasche, mindestens eine volle Bierdose oder -Flasche pro Spieler

Das brauchst du: Eine Tischtennisplatte, ein Fußball oder einen offiziellen Headis-Ball

Spielfeld: Ein (stolper-)freies Spielfeld von ca. 12 × 6 Metern. Besonders beliebt sind Parkplätze oder Rasen.

Spielfeld: In vielen Parks oder auf Spielplätzen gibt es Tischtennisplatten, die zur freien Verfügung stehen.

Spieler: Mindestens 4 (gerade Anzahl), ab 12 Leuten wird es schwierig, ggf. ein Schiedsrichter

Spieler: Mindestens 2, die gegeneinander antreten plus evtl. einen Schiedsrichter

So geht’s: Die Spieler teilen sich in zwei Mannschaften und stellen sich gleichweit entfernt von der Mittellinie in einer Linie auf. Mitten zwischen den Spielern steht die leere, große Flasche. Vor jedem Spieler steht eine volle Bierflasche/-Dose. Per Münze wird entschieden, welche Mannschaft beginnt. Der erste Spieler der Mannschaft versucht nun mit einem Ballwurf (nicht rollen), die leere Flasche in der Mitte umzuwerfen. Gelingt das nicht, passiert nichts und die andere Mannschaft darf werfen. Wird die Flasche getroffen, greift die Mannschaft, aus der der Werfende kommt, so schnell wie möglich zu den Bierflaschen/-Dosen und darf so lange trinken, bis es die andere Mannschaft geschafft hat, die umgeworfene Flasche wieder aufzurichten und komplett wieder in Reih und Glied steht. Ziel ist es, das Bier so schnell wie möglich zu leeren, daher wird äußerst „effektiv“ getrunken – bestenfalls ohne Absetzen. Ist eine Flasche/Dose leer, darf der Spieler das Spielfeld verlassen. Gewonnen hat schließlich die Mannschaft, die keinen Spieler mehr auf dem Spielfeld hat.

So geht’s: Die Regeln sind ähnlich der des Tischtennis. Allerdings wird beim Headis der Ball mit dem Kopf „geschlagen“. Dabei darf man die Platte mit allen Körperteilen berühren und die Direktabnahme des Balles während eines Ballwechsels ist ebenfalls erlaubt (Volleykopfball). Nach jedem Volleykopfball muss ein Körperteil allerdings den Boden berühren. Damit soll verhindert werden, dass du einfach auf der Platte liegen bleibst und von dort weiterspielst. Es gelten offiziell zwei Gewinnsätze, wobei ein Satz als gewonnen gilt, wenn ein Spieler zuerst elf Punkte erreicht hat. Haben beide Spieler zehn Punkte erreicht, gewinnt derjenige, der zuerst mit zwei Punkten führt. Spaßfaktor: Extrem Hoch. Headis macht nicht nur den Spielern, sondern auch den Zuschauern Spaß! Besonders geeignet für: Kicker und Tischtennis-Fans, da beide Sportarten miteinander kombiniert werden. Besonderheiten: Da an einer herkömmlichen Tischtennisplatte gespielt wird, der Ball aber nur mit dem Kopf berührt werden darf, verbindet Headis das Kopfballspiel des Fußballs, die taktischen Elemente des Tennis sowie die Beinarbeit des Tischtennis miteinander. Mittlerweile wird Headis auch in offiziellen Meisterschaften ausgetragen und sogar als Hochschulsport angeboten.

Spaßfaktor: Sehr hoch. Bier läuft aus der Nase oder am Mund vorbei, je besser man ist (also je schneller man trinkt), desto ungeschickter werden die Werfversuche. Besonders geeignet für: Flinke und trinkfeste Personen. Wer schnell viel Flüssigkeit runterbekommt, ist gern gesehen in der Mannschaft. Besonderheiten: Die Spielerqualität beim Werfen sinkt analog zur Spielerqualität beim Trinken.

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Team bei der offiziellen Cross-Boccia WM 2012 Foto // DosenPaparazzi

von:

ian rist

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D

ie Spielregeln des Streetboccia sind wirklich einfach. Es gibt zwei Spieler mit jeweils drei Bällen, die gegeneinander antreten. Man kann auch zwei Teams gegeneinander antreten lassen – hier erhält jeder Spieler drei Bälle. Ziel beim Streetboccia ist es, durch geschicktes Werfen seiner Kugeln möglichst nah an die Zielkugel heranzukommen und damit die meisten Punkte zu kassieren. Zum Spielbeginn wirft ein ausgeloster Spieler die Zielkugel. Dieser Spieler darf zudem die Besonderheiten dieser Runde festlegen: Zum Beispiel, dass alle Spieler ihre Bälle nur mit der linken Hand werfen dürfen oder der Wurf über die Schulter stattfinden muss. Hier darf man kreativ sein! Dieser Spieler eröffnet nun die Runde und wirft seinen ersten Ball. Danach kommen die weiteren Spieler nacheinander mit je einem Ball an die Reihe. Die zweite Runde eröffnet der Spieler, dessen geworfener Spielball nun am weitesten vom Zielball entfernt liegt. Dieser Spieler darf nun seinen zweiten und dritten Wurf direkt nacheinander machen. Es folgen die anderen Spieler, wiederum abhängig von der Entfernung zum Zielball jeweils mit ihren zwei restlichen Bällen.

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Sind alle Bälle geworfen, werden die Punkte ermittelt. Der Spieler, dessen Ball am nächsten zum Zielball liegt, bekommt 1 Punkt. Bei gleichem Abstand bekommen die jeweiligen Spieler 1 Punkt. Nun folgt eine neue Runde in der die Punkte anschließend addiert werden. Der Spieler, der als erstes 13 Punkte erreicht hat, hat einen Satz gewonnen. Der Gewinner von zwei Sätzen ist Sieger des gesamten Spiels. Zusätzlich gibt es noch mehrere Besonderheiten: Falls ein Spieler seine Kugel direkt auf die eines Gegners wirft und sie darauf liegen bleibt, ist die unterlegene Kugel „K.O.“ und wird für diese Runde aus der Wertung ausgeschlossen. Zudem lassen sich weitere Punkte durch bestimmte Kombos, also Ballformationen, erzielen: • •

• •

landet die eigene Kugel mit direktem Kontakt zum Zielball, erhält man 2 Punkte landet eine Kugel mit direktem Kontakt zum Zielball und eine weitere mit direktem Kontakt zur ersten Kugel, erhält man 3 Punkte berühren alle drei Kugeln den Zielball, erhält man 6 Punkte landet man mit einer Kugel direkt auf dem Zielball, erhält man 5 Punkte


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ie Streetboccia-Bälle sind einfach selbst zu Nähen, denn sie bestehen jeweils nur aus zwei Teilen! Wir benötigen für jeden Spieler drei Bälle, also mindestens sechs. Wähle deinen Stoff dabei so, dass die Bälle im Spiel gut voneinander unterschieden werden können. Zusätzlich wird noch ein kleinerer, einfarbiger Zielball benötigt. Das Schnittmuster kannst du dir unter folgendem Link herunterladen: www.eigenwerk-magazin.de/downloads/10/streetboccia.pdf

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Material: Stoff: wähle für deine Streetboccia-Bälle einen robusten Stoff, der auch Kies und Schotter gut verkraften kann. Maße: für drei Bälle und einen Zielball 6 Teile zu jeweils 26 x 10 cm + 2 Teile 20 x 7,8 cm Kirschkerne (ca. 500 g für 3 Bälle) Nähmaschine Stoffschere Nadel und Faden So geht es: 1) Schnittmuster ausdrucken und ausschneiden. Für einen Ball benötigen wir zwei Mal das Schnittmuster, also bietet es sich an, den Stoff doppelt zu legen. Schnittmuster feststecken und den Stoff ausscheiden (die Schnittzugabe ist schon berücksichtigt). 2) Nun beginnst du, die beiden Teile zu einem Ball zusammenzunähen. Dazu legst du eine breite Seite rechts auf rechts in die schmale Rundung. Arbeite dich am besten stückchenweise vor und ziehe die beiden Teile immer in die entsprechende Rundung. Am Ende lässt du ein paar Zentimeter offen, damit du den Ball befüllen kannst. 3) Stülpe die beiden zusammengenähten Teile nun um – du wirst schon die Ballform erkennen können. Befülle den Ball mit den Kirschkernen. Damit dies einfacher geht, kannst du dir aus einem Blatt Papier einen Trichter drehen. Der Ball wird zu etwa 3/4 befüllt, damit er noch weich ist und die Würfe gut übersteht.

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4) Nähe nun das letzte Stück noch per Hand zu. Und schon ist dein Streetboccia-Ball fertig.

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SÄGE

BOHRER

HAMMER

SCHERE

STANZE

LEDER

GUMMIBAND


Micha Fohl ist ein echter Handwerker! Dabei beschränkt er sich nicht auf eine Disziplin, sondern lebt seine Kreativität in den unterschiedlichsten Projekten und Bereichen aus. „Grundidee meiner Objekte ist die Hinterfragung des Konsums. Ich spiele mit der Vorstellung von Werten. Wenn nun der alte Tisch vom Sperrmüll durch wenig Mittel zu einem Hingucker wird und unverhältnismäßig mehr Wert ist, dann habe ich mein Ziel erreicht.“ Neben seinen wunderbaren Upcycling-Ideen ist seine Internetseite www.ideenklette.de gefüllt mit tollen Fotos und kreativen Videos. Für das Eigenwerk-Magazin hat er uns eine kleine Zwille gebaut. Aber Obacht! Diese Zwille ist natürlich keine Waffe, sondern ein Spielzeug. Daher achte darauf, wohin du deine Munition abfeuerst!

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ANLEITUNG 1. Sägen: Am besten sägt man mit einer Zugsäge für den Gartenbedarf. Die richtigen Maße findet man intuitiv. Nimm den Ast in die Hand und bestimme selbst, wie lang deine Zwille sein soll. Mit einer Handbreite für den Griff kann man nichts falsch machen. 2. Schneiden: Mit diesem Stück Leder wird später das Geschoss festgehalten. Man kann zwei 2-Euro-Münzen nebeneinander legen und anzeichnen um eine gute Größe hinzubekommen. Wenn man kein Stück altes Leder zur Hand hat, kann man auch Filz nehmen.  3. Stanzen: Zwei Löcher müssen in das Lederstück, wo später das Gummi durchgefädelt wird. Wenn man keine Stanze hat, kann man sich mit der Schere behelfen.


4. Bohren: Hierfür braucht man entweder eine Ständerbohrmaschine oder man stellt einfach den Fuß auf den Ast und bohrt los. Der Bohrer muss groß genug für das Gummi sein, aber klein genug um den Ast nicht zu spalten. Und bitte Vorsicht mit den Füßen. 5. Knoten: Jetzt fädelt man das Gummi mit einem Ende durch das Leder und mit dem anderen Ende durch die entstandene Schlaufe – festziehen. 6. Fädeln: Zum Schluss muss das Gummi noch durch das Loch im Ast gefädelt werden und dann einfach über das Astende gelegt werden – festziehen – Feuer frei. Fotos // Micha Fohl www.ideenklette.de

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Into the wild Text & Fotos // Wiebke Hahn

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Sich für einen Trip in die Natur vorzubereiten kann für Outdoor-Debütanten ganz schön verwirrend sein. Welche Ausrüstung ist wirklich nützlich und was ist überflüssiges Mc-Gywer-Spielzeug? Muss mein Schlafsack wirklich bis -30°C einsetzbar sein? Wie soll ich meinen ganzen Kram in meinen Rucksack bekommen und wie – um Himmels willen – soll ich dieses Monstrum dann auf meinen Rücken bekommen? Fragen über Fragen… Unser erster Ratschlag für dich ist ein Zitat aus dem Ratgeber für das Reisen per Anhalter durch die Galaxis und lautet: „Keine Panik.“ Denn: Wir haben Antworten für dich. Mit unserer Checkliste für die erste Nacht im Freiluft-Hotel bist du bestens beraten und kannst dich mit einem guten Gefühl in dein Abenteuer stürzen.

Das richtige Zelt •

Du wanderst von Zeltplatz zu Zeltplatz und musst dein Equipment aus eigener Körperkraft transportieren (egal ob zu Fuß, per Fahrrad oder per Boot)? Dann empfiehlt sich ein leichtes, schnell auf- und abzubauendes Zelt, das sich kompakt verstauen lässt. Für diese Zwecke ist das klassische Iglu-Zelt der ungeschlagene Favorit. Wenn ihr zu zweit ein Zelt teilt, dann wählt ein Iglu für 3 Personen. So passen eure Rucksäcke noch gemütlich mit ins Zelt. Ein Iglu ist zu zweit in 10 Minuten aufgebaut und genauso schnell auch wieder im Rucksack verstaut. Achte beim Kauf darauf, ein Doppelwand-Zelt zu erstehen. Dies sorgt für eine gute Belüftung des Zeltes und ein angenehmes Klima auch bei höheren Temperaturen. Um dein Zelt aufzubauen, brauchst du manchmal – je nach Boden - einen Gummihammer, um die Heringe einzuschlagen. Beim Trekking-Urlaub darf der Gummihammer aber zu Hause bleiben. Meistens kann man die Heringe auf Zeltwiesen mit der Hand oder mit dem Fuß in der Erde versenken. Und falls der Boden doch zu steinig sein sollte, gibt es immer nette Camper-Nachbarn, die gerne mit einem Hammer aushelfen. Du machst Camping-Urlaub auf einem festen Zeltplatz und möchtest es dir dort für eine oder mehrere Wochen gemütlich machen? Für diesen Urlaub ist ein größeres Kuppel-Zelt mit separaten Schlaf-Kabinen die richtige Wahl. Diese Zelte gibt es sowohl mit einer Schlafkammer für 2 Personen als auch in der Gruppen-Variante mit mehreren Schlafkabinen. Diese Zelte bieten meist einen überdachten

Aufenthaltsraum in Steh-Höhe. So muss der Reisegruppe auch an einem regnerischen Tag nicht die gute Laune vergehen. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist und es auf ein Kilo mehr oder weniger nicht ankommt, dann gehört ein Gummihammer zum Hering-Einschlagen mit ins Gepäck.

Schlafsack •

Schlafsäcke gibt es für die unterschiedlichsten Temperatur-Bereiche. Für eine Trekking-Tour in der warmen Jahreszeit bzw an einem normal- bis warm-temperierten Ort ist ein leichter Mumien-Schlafsack für Temperaturen bis 5° eine gute Wahl. An Ostern oder Pfingsten kann es mancherorts in Deutschland noch frieren – hier kannst du noch ein zusätzliches wärmendes Fleece-Inlay für deinen Schlafsack mitnehmen.

Pfadfinder-Weisheit #1: Je weniger Schlafkleidung man im Schlafsack trägt, desto wärmer wird es im Schlafsack. Pfadfinder-Weisheit #2: Kalte Füße? Dann achte darauf, dass du ganz bis ans Fußende des Schlafsacks rutschst! Ist dein Schlafsack dir zu groß, kannst du ihn unten mit Anziehsachen „ausstopfen“. Pfadfinder-Weisheit #3: Regelmäßiges Lüften des Schlafsacks sorgt für einen angenehmen Schlafkomfort auch auf längeren Touren.

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Für die Verpflegung • • • • • • •

Kleiner Camping-Kocher + Gas-Kartusche, Kochgeschirr, Sturmfeuerzeug, Camping-Geschirr und –Besteck Taschenmesser – ein sehr gutes Preis-LeistungsVerhältnis haben Messer der Marke Opinel Mini Spüli-Flasche + Geschirrtuch Grundausstattung Gewürze, abgefüllte Mini-Flaschen Essig & Öl evtl. löslicher Kaffee oder Tee Jute-Beutel – für Lebensmittel-Einkäufe vor Ort Robuste Trinkflasche (z. B. von der Firma SIGG)

Zum Anziehen •

Schlaf-Unterlage •

Für eine kurze Tour reicht eine normale Isomatte. Diese ist weniger empfindlich als eine selbstaufblasende Matratze und kann auch mal als Sitzgelegenheit mit nach draußen auf die Wiese oder an den Strand genommen werden. Bei längeren Touren wird dir dein Rücken jedoch danken, wenn du dich für eine selbstaufblasende TrekkingMatratze entscheidest.

Für die Übernachtung • • •

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Stirnlampe – so sind die Hände frei zum Lesen, Kochen etc. LED-Laterne zum Aufhängen als Zeltbeleuchtung Je nach Reiseziel: zusätzliches Moskitonetz, auch wenn im Zelt schon eines integriert ist. (Pflicht-Ausrüstung für Skandinavien-Reisen im Sommer) Je nach Geräusch-Empfindlichkeit Ohropax. Zeltwände sind dünn.

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Beim Trekking bewegt man sich und seine Ausrüstung durch eigene Körperkraft von Ort zu Ort. Sei es zu Fuß, per Rad oder auf dem Wasser. Also ist für den Tag Funktionskleidung gefragt, die Feuchtigkeit schnell vom Körper abtransportiert und schnell trocknet. Welche Art von Funktionskleidung kommt natürlich ganz auf die Fortbewegungsart an. Beim Wandern sind Socken und Schuhe das A und O – beim Radfahren sind es die gepolsterte Fahrradhose und die Handschuhe. Immer gut: Sonnenbrille und Buff. Ein Buff ist ein Outdoor-Multifunktions-Kleidungsstück, das je nach Wetter wahlweise als Schal, Stirnband, Mütze oder Haarband getragen werden kann. Gute Regenkleidung ist bei Trekking-Urlaub in vielen Teilen Europas unabdingbar. Hier braucht es eine hochwertige atmungsaktive Regenjacke, sowie eine Regenhose und ggf. auch Gamaschen für die Schuhe. Für leicht fröstelnde Frauen ist ein Nierenwärmer die perfekte Lösung für kühlere Outdoor-Abende – je nach Reisezeitraum eine Überlegung wert.

Die goldene Pack-Regel für längere Touren: Man nimmt immer nur Kleidung für eine Woche mit. Nach der ersten Urlaubswoche wird ein Waschtag auf dem Zeltplatz eingelegt und schon ist wieder frische Kleidung im Rucksasck! Also biologisch abbaubares Handwaschmittel nicht vergessen!


Für die Körperpflege •

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Für den Transport • •

Pack-Tipp

Spezielle Trekking-Handtücher gibt es in unterschiedlichen Größen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich sehr klein zusammenpacken lassen, sehr leicht sind und extrem schnell trocknen. Eine überschaubare Investition mit hohem Nutzen. Für den Kulturbeutel empfiehlt sich eine Hänge-Variante. Was bei Trekking-Touren mit in den Kulturbeutel gehört: Anti-Mücken-Spray, Erste-Hilfe-Mittel bei Insektenstichen, Zeckenzange, Pinzette, Pflaster, Klopapier (!).

Auch hier ist wieder die Frage entscheidend: Wie wirst du dich auf deiner Tour fortbewegen? Bist du zu Fuß unterwegs, ist der Trekking-Rucksack das Gepäckstück deiner Wahl. Achte hier darauf, dass er ein möglichst geringes Eigengewicht hat und über ein gutes und verstellbares Tragesystem verfügt. Beckengurt und Brustgurt sind Pflicht, denn die verteilen das Gewicht des Rucksacks, so dass nicht das ganze Gewicht auf deinen Schultern lastet. Große Trekking-Rucksäcke haben oft ganz unten ein separates Fach für den Schlafsack, das auch von unten geöffnet werden kann. So musst du dich nicht durch deine gesamte Wäsche wühlen, um an den Schlafsack heranzukommen. Regenfest sind nicht alle Trekking-Rucksäcke. Achte hier genau auf die Artikelbeschreibung, ggf ist ein zusätzlicher Regenüberzug für den Rucksack erforderlich. Bist du mit dem Rad unterwegs, dann sind Sattel- und Lenkertaschen das Richtige für dich. Bitte keinen Rucksack für eine mehrtägige Fahrrad-Trekking-Tour nutzen. Dann macht die Tour nur halb so viel Spaß! Von der Firma Ortlieb gibt es sehr einfach zu handhabende Satteltaschen aus robustem PVC. Dank der für OrtliebTaschen typischen Verschließ-Mechanik sind die Taschen 100% wasserdicht und machen jedes Abenteuer mit. Größere Gepäckstücke wie Schlafsack und/oder Zelt werden mit Hilfe von Spanngurten auf den Gepäckträger geschnallt. Damit auch diese wasserdicht verstaut sind, werden sie vorher in einen Ortlieb-Sack gepackt. Bist du auf dem Wasserweg unterwegs, dann hilft dir ein Rucksack ebenfalls nicht weiter. Hier kommen auch wieder die Ortlieb-Säcke zum Einsatz. Diese sind für Trekking auf dem Wasser nahezu unverzichtbar, denn sie bieten viel Stauraum und schützen das Gepäck absolut zuverlässig vor Wasser.

Musst du dein Gepäck auf den Schultern tragen, gilt folgende Regel für das Packen des Rucksacks: Schweres gehört nach unten und möglichst nah an den Körper! So ist dein Rucksack gut ausbalanciert und das Wandern mit dem Gewicht ist einfacher und sicherer.

Eine Ausnahme hierzu gibt es allerdings, wenn du eine Tour mit einem Wander-Kajak planst. Ein Wander-Kajak bietet wasserdichte Ladeluken, um dein Gepäck zu verstauen. Da der Eingang dieser Luken allerdings recht klein und eng ist, empfiehlt es sich, das Gepäck auf viele kleine (Jute-)Taschen zu verteilen, damit alles gut ins Kajak passt.

Gute Reise

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Fit fürs

Crashkurs Zeltaufbau

Bei dem Gedanken vor den Augen deiner Freunde ein Zelt aufbauen zu müssen, wird dir ganz komisch zumute? Das muss es nicht, denn wir zeigen dir, wie du ganz allein ein Iglu aufbauen kannst, ohne dich zu blamieren. Und das in weniger als 15 Minuten. Es ist wirklich kinderleicht, wenn man in der richtigen Reihenfolge vorgeht! von Wiebke Hahn

So baust du ein Iglu-Doppelwand-Zelt auf: Möglichst ebenerdiges Stück Wiese aussuchen, auf dem du dein Zelt aufbauen möchtest. Vorher die Stelle auf Steine untersuchen und diese ggf. entfernen.

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Alles auspacken und ordentlich nebeneinander ausbreiten. An dieser Stelle machen wir eine kurze Inventur. Du benötigst: Innenzelt Außenzelt 2 lange Zeltstangen für die Zeltkuppel 1 kurze Zeltstange für den Eingang (kann von Modell zu Modell variieren) Mindestens 16 Heringe Mindestens 9 Abspanner-Schnüre Gummi-Hammer (auf einer weichen Wiese kannst du die Heringe aber auch mit der Hand in die Erde drücken)


Innenzelt flach ausbreiten, so dass die Bodenplane unten liegt. Eingang des Zeltes suchen und nach Wunsch ausrichten – also Zelt ggf. drehen. Falls der Eingang geöffnet sein sollte, schließt du ihn, bevor du mit dem Aufbau beginnst. Jetzt schnappst du dir vier Heringe und verankerst damit das Innenzelt am Boden. Beginne mit einer Ecke, gehe dann zur schräg gegenüberliegenden Ecke, spanne die Bodenplane mit dem Hering und versenke ihn dann in der Erde. Mit den zwei anderen Ecken genau so vorgehen. Achte darauf, dass du die Heringe leicht angewinkelt in der Erde versenkst, so dass das untere Ende des Herings zum Zelt zeigt, während der Kopf des Herings vom Zelt weg zeigt. Achte außerdem darauf, dass die Metallstifte, die sich an der Öse für den Hering befinden, weiterhin zugänglich bleiben. Jetzt kommt die erste Zeltstange an die Reihe. Zuerst muss die Stange zusammengesetzt werden. Die einzelnen Elemente sind durch eine integrierte, elastische Gummischnur miteinander verbunden. Um die Stange zusammenzusetzen, musst du nur zwei Elemente leicht auseinanderziehen und schon kannst du sie aufeinander stecken. Hast du die Zeltstange zusammengesetzt, befestigst du sie an einer Zeltecke. Dazu musst du sie nur auf den kleinen Metall-Stift stecken, der sich an der Öse für den Hering befindet. Nun gehst du zu der schräg gegenüberliegenden Ecke und biegst die Stange so stark, dass du sie auch hier auf den Metallstab stecken kannst. Das gleiche wiederholst du mit der zweiten Zeltstange. Nun wird das Innenzelt, das bis zu diesem Zeitpunkt noch flach auf dem Boden liegt, an den Stangen befestigt. Dazu suchst du dir als erstes den obersten Punkt des Zeltes, an dem die Nähte zusammentreffen. An dieser Stelle findest du zwei festgenähte Schnüre. Mit diesen zwei Schnüren bindest du das Innenzelt mit einer Schleife an den Zeltstangen fest. Und zwar genau in der Mitte, wo beiden Stangen über Kreuz laufen. Anschließend kannst du die Plastik-Clips an den Stangen einhaken und dein Innenzelt steht. Jetzt kommt das Außenzelt an die Reihe. Dieses wirfst du so über die Zeltstangen, dass Eingang auf Eingang liegt. Achte auch beim Außenzelt darauf, dass der Reißerschluss beim Aufbau geschlossen ist. Dann hakst du das Außenzelt an den vier Ecken in die Ösen der Heringe ein. Hierzu sind am Außenzelt in der Regel Plastikhaken angenäht.

Um das Außenzelt richtig zu spannen und dein Zelt sowohl sturmsicher als auch regenfest zu machen, benötigst du Abspanner-Schnüre. Diese sind entweder bereits an Schlaufen in mittlerer Höhe des Zeltes befestigt oder liegen dem Zeltzubehör lose bei. Also zuerst Abspanner an den Schlaufen befestigen, dann die Länge der Schnüre einstellen. Diese kannst du mit Hilfe eines Metall-Plättchens regulieren. Für den Anfang sollte das Metall-Plättchen von unten gemessen auf ca. 1/3 der Schnur-Länge sitzen. Nun kannst du die Schnüre, und damit das Außenzelt, mit Hilfe von Heringen spannen. Beginne auch hier wieder mit den vier Ecken und achte auch hier darauf, dass du immer die schräg gegenüberliegende Seite bearbeitest. Die Schnüre sollten dabei möglichst in Verlängerung der Ecknaht gespannt werden. So stellst du sicher, dass die Zeltplane schön gerade und faltenfrei liegt. Jetzt, da das Außenzelt nicht mehr verrutschen kann, ziehst du die kurze Zeltstange durch den Tunnel für den Zelteingang, biegst sie und steckst sie auf die dafür vorgesehenen Metallstifte an den Ösen links und rechts des Eingangs. Nun kommen die drei Heringe in der Mitte der Zeltwände an die Reihe. Hier zuerst die Heringe mit den Schnüren setzen und anschließend die in Bodennähe. Achte hier darauf, dass ein Abstand von mind. einer Faustbreite zwischen Innen- und Außenzelt liegt. Zum Schluss spannst du deinen Zelteingang mit Hilfe von zwei Abspanner-Schnüren und zwei Heringen nach vorne ab. Dies sollte sehr straff erfolgen, damit sich auf dem Dach des Zelteingangs bei Regen keine Pfütze bildet. Jetzt ist dein Zelt schon fast fertig. Es folgt das Fein-Tuning. Damit dein Zelt bei einem Regenguss dicht hält, ist es wichtig, dass im Außenzelt durch das Spannen keine Querfalten entstanden sind. In diesen könnte sich Wasser sammeln und dann durch die Plane hindurch tropfen. Darum musst du jetzt noch einmal komplett um dein Zelt herum gehen und durch Regulieren der Schnur-Länge oder ggf. Umsetzen einzelner Heringe eventuelle Querfalten „ausbügeln“. Das war es – jetzt steht dein Zelt und du kannst es dir drinnen gemütlich machen. Wir wünschen dir eine geruhsame Nacht und süße Träume!

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Projekt:

RUCKSACK von Ann-Kathrin Albustin In meinem Nähzimmer stapeln sich schon seit einer Weile alte und nicht mehr tragbare Jeansklamotten, mit denen ich ein bislang stillschweigendes Abkommen hatte, mal „irgendwas“ Schönes aus ihnen zu machen. Dabei eignet sich der robuste Lieblingsstoff mit seinem weichen und abgetragenen Griff nicht nur hervorragend zur Weiterverarbeitung, sondern er verdient es sogar. Und so bekommen meine geliebten Jeans nun endlich ein zweites Leben – als rustikaler Rucksack mit mädchenhaftem Charme!

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Du brauchst: Alte Jeansstoffe oder einen Oberstoff deiner Wahl sowie einen schönen Futterstoff (je ca. 110 × 70 cm), die Vlieseinlagen Vlieseline H 250 und Dekovil I (13,5 × 26 cm), 1 Reißverschluss (ca. 20 cm.), Gurtband (ca. 2 m), 4 Regulierer, 1 Kordel, 2 Ösen und 1 Druckknopf. Außerdem: Schnittmuster (als Vorlage für meinen Rucksack habe ich das Schnittmuster „Gizeh“ aus dem Buch „Noch mehr tolle Taschen selbst genäht“ aus dem Topp Verlag genutzt), Kopierset, Schere, Garn, Stecknadeln, Reißverschlussfüßchen, Knopflochfüßchen, Bügeleisen, Hammer und ggf. Schrägband (ca. 1 m)

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Nachdem du das Schnittmuster mit dem Kopierset übertragen und ausgeschnitten hast, hefte die Teile auf deinen Stoff und schneide mit 1 cm Nahtzugabe drum herum. Außerdem die Vlieseinlage für Oberstoff und Klappe und Dekovil I für den Taschenboden (ohne Zugabe).

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Gute Vorbereitung erleichtert einiges. Deshalb starte ich am liebsten mit den Dingen, die später nur noch aufgenäht werden müssen wie die Taschen und Klappen. Für die Innen- und Außentasche die entsprechenden Stoffteile rechts auf rechts legen, feststecken und rundherum absteppen. Nicht vergessen: Eine kleine Öffnung zum Wenden offen lassen. Die Nahtzugabe zurück schneiden, das Stück wenden, glatt bügeln und zusteppen. Die große RucksackKlappe zusätzlich mit Volumenvlies verstärken und wie oben vorgehen.

Tipp für runde Ecken: Wenn du an den Rundungen kleine Zacken in die Zugabe schneidest, klappt das Wenden besser und das Ergebnis wird ordentlicher.

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Nun ist der Rucksack dran. Wenn du wie ich statt Meterware einen alten Jeansrock verwendest, musst du wahrscheinlich zunächst das Vorder- und Rückteil des Rucksacks zusammenfügen. Die Nahtzugabe am Boden unbedingt auseinander bügeln, bevor du ihn mit Dekovil verstärkst. Das Aufbügeln auf höchster Stufe funktioniert am Besten, wenn du ein feuchtes Küchentuch dabei auflegst. Im Anschluss Volumenvlies auf den gesamten Oberstoff bügeln.

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Für die Außentasche mit Klappe befestigst du zunächst die Tasche mit ca. 4 cm Abstand zum Boden mittig am Vorderteil und steppst sie fest. Im Anschluss die Taschen-Klappe etwas oberhalb der Tasche feststecken und an der Oberkante ebenfalls steppen. Meine Teile habe ich etwas versetzt angebracht, damit der Jeanstaschen-Look besser zur Geltung kommt.

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Die große Rucksack-Klappe etwa 7 cm unterhalb der oberen Schnittkante mittig am Rückenteil befestigen und feststeppen.

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Die Träger bestehen insgesamt aus 4 Streifen Gurtband (je ca. 40 cm lang) und 4 Regulierern. Je 2 Regulierer dienen hierfür als Ringe mit denen der obere und untere Teil der Träger verbunden wird. Hierfür das Gurtband einfädeln und feststeppen. Um die oberen Träger anzubringen, nähst du zunächst einen schmalen Streifen Stoff ca. 1,5 cm unterhalb der Klappe in die Innenseite des Rückenteils. So wird der Stoff verstärkt und die Träger reißen später nicht so leicht aus. Nun die Träger von außen auf die verstärkte Stelle anbringen. Die unteren Träger werden an den Ecken des Bodens festgesteppt. Auch hier zuvor je ein kleines Stoffquadrat zur Verstärkung an der Innenseite anbringen. Die Enden der unteren Gurte mit etwas Stoff einfassen.

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Vorsicht, denn jetzt wird es laut, wenn du den Hammer zückst und die beiden Ösen ca. 4 cm unterhalb der oberen Schnittkante auf der Vorderseite rechts und links von der Mitte einschlägst. Material und Anleitung hierfür findest du in der Regel auf der Verpackung.

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Jetzt kannst du den Rucksack zusammennähen. Erst die Außenkanten rechts auf rechts feststecken und absteppen, dann die Kanten des Abnähers an den Boden heften und feststeppen. Die Tasche wenden und bügeln.

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Für die Innentasche deine vorbereitete Tasche mittig ca. 16 cm unterhalb der Oberkante auf dem Futterstoff anbringen. Wenn du magst, kannst du die Tasche noch mal mit einer Naht teilen für ein Handyfach. Mit etwa 2 cm Abstand über dem Innenfach einen Reißverschluss mit verdeckter Innentasche anbringen. Hierfür markierst du die Stelle, an der der Reißverschluss platziert werden soll und heftest ein großes Stoffrechteck auf die Rückseite des Futterstoffs. Dann ein lang gezogenes Rechteck (1 × 20 cm) steppen, die beiden Stoffe Y-förmig einschneiden und nach innen bügeln. Reißverschluss einlegen und feststeppen. Zuletzt den Taschenbeutel zusammennähen und die Kanten versäubern.

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Den Futterstoff wie oben beschrieben zusammennähen und bügeln, aber nicht wenden.

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Endspurt: Die Tasche aus Futterstoff in die Tasche aus Oberstoff schieben (die Innenfächer liegen am Rücken), feststecken und unterhalb der Ösen für den Tunnelzug zusammensteppen. Die Kordel einlegen, die Oberkanten zusteppen, die Nahtzugabe zurückschneiden und mit Schrägband versäubern.

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Für den letzten Schliff den Druckknopf der Außentasche per Hand annähen. Besonderer Clou bei meinem Rucksack: Ich habe den Jeansknopf meiner alten Lieblingsjeans als Verschluss aufgenäht und die Klappe mit einem Knopfloch versehen. Fertig ist der perfekte Begleiter für den Ausflug ins Grüne!

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Raindrops keep falling on my head 2

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1) Flauschige Regenwolke als Kissen von knobz, 24,00 Euro {de.dawanda.com/shop/knobz} 2) Regentropfen-Kissen f端r Kinder von fermLIVING, ca. 35,00 Euro {www.fermlivingshop.com} 3) Pastellfarbene Regenwolken als Brosche, aus Sperrholz von nicedesign, 7,90 Euro {de.dawanda.com/shop/nicedesign} 4) Turnbeutel aus festem Stoff mit Wolken-Applikation von nagnos, 24,00 Euro {de.dawanda.com/shop/via}

Fotos // Hersteller

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5) Regentag-Button-Set mit drei Buttons: Wolke, Tropfen und Schirm von Maedchenwahn, 5,50 Euro {www.etsy.com/shop/maedchenwahn} 6) Zauberhafte Illustration „Farbenregen“ von Malina und ich, 12,00 Euro {de.dawanda.com/shop/Malina} 7) „Monsieur I“ Print von Cosas Minimas, ca. 23,00 Euro {www.etsy.com/shop/blancucha} 8) Niedliche Regenwolke mit Tropfen als Kinder-Mobile von Claireoncloud9, ca. 36,00 Euro {www.etsy.com/shop/Claireoncloud9}

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REGENCAPE MIT RETRO-CHARME Projekt // Janine Hamelmann Fotos & Text // Christian Geppert

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NA KLAR ... DU MUSST VOR DIE TÜR UND ES REGNET MAL WIEDER IN STRÖMEN. MIT DIESEM TOLLEN REGENCAPE BRINGST DU KNALLBUNTEN RETRO-CHARME IN DAS SAUWETTER UND BLEIBST DABEI SYTLISH TROCKEN! Material: 1 Wachstuch, ca. 160 x 160 cm (hier kann man auch eine Wachstuchtischdecke benutzen) ca. 1 m Kordel Nahtklebeband 1 Knopf 5 cm Gummiband Werkzeug: Stoffschere Stift Nähmaschine Nähgarn

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1) Das Wachstuch möglichst glatt auslegen. Hierfür brauchst du viel Platz! Vom Wachstuch einen Streifen in den Maßen 30 x 70 cm für die Kapuze und ein Dreieck mit jeweils 20 cm Seitenlänge für den Ausschnitt ausschneiden. 2) Binde einen Stift an eine Schnur und befestige das andere Ende der Schnur in der Mitte des Wachstuchs. So kannst du leicht einen großen, gleichmäßigen Kreis aufzeichnen, um ihn dann auszuschneiden. In der Mitte des Kreises schneidest du ein Loch mit einem Durchmesser von 15 cm und einen 18 cm langen geraden Schnitt.

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3) Den Streifen, den du vorher ausgeschnitten hast, nun einmal in der Mitte rechts auf rechts falten. Eine lange, offene Seite zusammennähen. In die untere Ecke schneidest du in beide Seiten jeweils ein Loch, in etwa so groß wie ein CentStück. 4) Die Kordel durch die beiden Löcher ziehen und über den Stoff legen. Danach die Kante zu einem Tunnel um die Kordel legen und feststeppen. Achte darauf, dass du die Kordel dabei nicht mit ansteppst!


5) Jetzt die Kapuze zu einem Dreieck aufklappen und an der oberen Spitze eine ca. 10 cm lange Naht im rechten Winkel setzen. Oberhalb der Naht kannst du die Ecke abschneiden.

7) Jetzt wird die Kapuze eingesetzt. Diese in das ausgeschnittene Loch im Cape setzen und ringsherum festnähen. Achte darauf, dass der glatte Wachsstoff dabei nicht verrutscht.

6) Das kleine Dreieck wird nun als Kragen in das Cape genäht. Dafür eine Seite des Dreiecks rechts auf rechts in den Schnitt setzen und feststeppen. Auf der anderen Seite wird zudem noch das Gummiband als Öse für den Knopf eingesetzt. Dieses zu einer kleinen Schlaufe legen und das Dreieck an die andere Seite des Kragenschlitzes ansteppen.

8) Zuletzt wird noch der Saum des Capes einmal rundherum nach links abgesteppt. Außerdem versiegeln wir die innere Naht der Kapuze mit Nahtklebeband (sicher ist sicher) und nähen den Knopf vorne an.

FERTIG IST DEIN CAPE – JETZT KANN DER REGEN KOMMEN!

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Foto / Radomir Jakubowski

AUF DER LAUER/ text / martina fromme fotos / hermann hirsch, kevin winterhoff

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Sie verbringen ihre Zeit am liebsten draußen – bei Bedarf auch in Tarnzelt oder Wathose – und sehen, was den meisten verborgen bleibt: frisch geschlüpfte Flussregenpfeifer, Igel beim Abendspaziergang, Jungfüchse beim Verlassen des Baus. Kevin Winterhoff und Hermann Hirsch sind Naturfotografen aus Leidenschaft. Ihre Bilder beantworten jede Frage nach dem Warum.

Unvergessliche Begegnungen: Kevin Winterhoff mit Rehkitz Foto / Hermann Hirsch

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Kleiner Vogel, groĂ&#x;e Faszination: der Flussregenpfeifer Foto / Kevin Winterhoff

Ein bisschen SpaĂ&#x; muss sein: Kevin bei der Arbeit Foto / Hermann Hirsch

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A

mselstraße, Drosselstraße, Finkenstraße. „Nach hundert Metern links abbiegen in die Meisenstraße. Sie haben Ihr Ziel erreicht!“ Das Elternhaus von Kevin Winterhoff ist das letzte Haus einer kleinen, idyllisch gelegenen Siedlung auf einer Anhöhe an der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Sauerland. Sanft schmiegt es sich an den Waldrand. Wow! Wer die Natur liebt, gerne draußen ist und auf Supermarkt und Sparkasse in seiner unmittelbarer Nachbarschaft verzichten kann, wird kaum ein schöneres Fleckchen zum Leben finden. Kein Wunder eigentlich, dass wer hier aufwächst, später Naturfotograf wird, oder?

„Dass ich Naturfotograf geworden bin, hat eigentlich weniger mit der Gegend hier zu tun, als mit meinen Eltern“, erklärt der 25-jährige Lehramtsstudent, den Studium und Familie inzwischen ins benachbarte Hagen verschlagen haben. Bereits im Alter von vier Jahren habe er seinen Vater im Urlaub gerne mit Fernglas und Kompaktkamera auf ausgedehnte Fotostreifzüge in französische Sumpfgebiete begleitet. „Mit 13 habe ich dann meine erste eigene Spiegelreflexkamera bekommen, damals noch analog. Wirklich selbständig fotografiert habe ich allerdings erst deutlich später, so mit 18. Da hatte ich dann auch schon eine Digitalkamera, mit der ich herumexperimentiert habe, meistens direkt am Vogelhäuschen in unserem Garten“, erinnert sich Kevin.

beeindruckenden gefiederten Spezies: Haliaeetus albicilla, dem Seeadler. Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr hatte ihn nach Mecklenburg-Vorpommern geführt, wo er als Naturwächter im Naturpark „Feldberger Seenlandschaft“ unter anderem dafür verantwortlich war, die verschiedenen Vogelarten im Reservat zu beobachten und zu kartieren. „Damals habe ich quasi ein komplettes Jahr im Freien verbracht und extrem viel über die Natur gelernt“, sagt Kevin rückblickend. Und auch fotografisch habe er sich in dieser Zeit extrem weiter entwickelt. Dafür sei vor allem der Naturfotograf Fred Bollmann (www.ranger-tours.de) verantwortlich gewesen, bei dem Kevin in seiner Freizeit mehrere Foto-Workshops absolviert und schließlich regelmäßig ausgeholfen hat. „Dank Fred habe ich zum ersten Mal Seeadler beobachtet und fotografiert. Das war auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis.“ Foto / Hermann Hirsch

Amseln und Meisen gehörten dabei schon bald nicht mehr zu seinen bevorzugten Motiven, längst hatten es ihm seltenere Exemplare wie Bienenfresser, Wiedehopf und Flussregenpfeifer angetan. Nach dem Abitur machte der junge Breckerfelder zudem Bekanntschaft mit einer anderen

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Foto / Kevin Winterhoff

Immer am Dr체cker: Hermann und sein Arbeitsger채t Foto / Kevin Winterhoff

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Nach seiner Rückkehr aus dem „Wilden Osten“ lernte Kevin 2009 dann über ein Internetforum für Naturfotografie den 15-jährigen Hermann Hirsch kennen. Als Sohn einer Wald- und Umweltpädagogin hatte dieser sich ebenfalls schon in jungen Jahren für die Natur vor seiner Haustür begeistert und sie unlängst auch zu fotografieren begonnen.

man die Tiere, ihre Verhaltens- und Bewegungsmuster schon sehr gut kennen“, erklärt Hermann und ergänzt: „Und man braucht Geduld. Tierfotografie erfordert extrem viel Planung und Vorbereitung. Man kann nicht einfach sein Zeug auspacken und losknipsen. 90 Prozent der Zeit gehen für das Suchen und Erkunden von Bauten und Nistplätzen sowie das Warten auf den entscheidenden Augenblick drauf.“

„Man kann nicht einfach sein Zeug auspacken und losknipsen“ „Um tolle Tieraufnahmen zu machen, muss man nämlich gar nicht weit reisen“, weiß der Abiturient aus Dortmund. „Meine ersten Bilder etwa zeigen Enten, Gänse und Eisvögel und sind allesamt im Dortmunder Rombergpark entstanden. Und auch das Fuchsbild, mit dem ich gerade Naturfotograf des Jahres geworden bin, habe ich an einem Bau ganz in der Nähe meines Elternhauses in Schönau aufgenommen.“ Generell seien Stadtparks und städtische Waldgebiete für die Naturfotografie nicht zu unterschätzen, schreibt der 19-Jährige auch in seinem Blog: „Dort tummeln sich häufig viele Tiere, die in vielen Fällen auch noch an Menschen gewöhnt sind. Dadurch hat es der Fotograf meistens einfacher, sich den Tieren zu nähern und diese zu fotografieren.“

Beispiel gefällig? Kein Problem: Für sein jüngst prämiertes Foto „Abendidylle“, das einen jungen Fuchs bei einem seiner ersten selbständigen Streifzüge im Abendlicht zeigt, hat Hermann 2011 anderthalb Monate lang nach Schule und Hausaufgaben täglich bis zu drei Stunden am Fuchsbau verbracht. Damit soviel Aufwand und Geduld sich auszahlen, braucht es Foto / Kevin Winterhoff

Derlei menschliche „Annäherungsversuche“ seien bei Säugetieren wie Fuchs, Dachs oder Marder das größte Problem. Im Gegensatz zu Vögeln unterscheidet sich bei diesen nämlich nicht nur der Tagesrhythmus stark von dem des Menschen, sondern sie sind auch äußerst scheu und geruchsempfindlich. „Um gute Fotos zu bekommen, muss

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Zum Anbeißen: Jungfüchse unter sich Foto / Hermann Hirsch

Foto / Radomir Jakubowski

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„gute fotos und naturschutz gehoren fur uns zusammen“ letztlich nicht nur ein großes Herz für die Natur, sondern auch fotografisches Geschick und ein gutes Auge für besondere Momente und Stimmungen – darin sind sich Kevin und Hermann seit Beginn ihrer Freundschaft einig und legen sich daher auch gerne gemeinsam auf die Lauer. Eine Vorgehensweise, die unter Naturfotografen nicht unbedingt üblich ist: „Wer viel Zeit und Arbeit in ein Projekt investiert, will den Erfolg verständlicherweise nicht gerne mit anderen teilen, die auf den fahrenden Zug aufspringen“, erklärt Hermann. „Aber bei uns passt es einfach“, ergänzt Kevin. „Wir sind beide gerne draußen, bereiten unsere Projekte oft gemeinsam vor und verfolgen die gleichen Ziele: Gute Fotos und Naturschutz gehören für uns zusammen. Naturfotografie ist heute viel künstlerischer und abstrakter geworden und wir wollen dieses Medium nutzen, um andere für die Natur und ihre Erhaltung zu begeistern.“ Die Faszination für eine Spezies hat die beiden dabei in den vergangenen Jahren stets begleitet: Flussregenpfeifer

gehören bis heute zu ihren absoluten Lieblingsmotiven. Bereits im fünften Jahr beobachten und fotografieren sie die kleinen Vögel gemeinsam beim Balzen und Brüten und berichten darüber in ihrem Internet-Blog. Parallel wartet Hermann bereits gespannt auf den Nachwuchs an seinem Fuchsbau und unterstützt Kevin bei dessen aktuellem Dachsprojekt. Auf die Frage nach einem Tier, das sie in nächster Zeit unbedingt noch vor die Linse bekommen wollen, antworten beide eher ausweichend. Hermann: „Eines meiner Lieblingstiere ist und bleibt der Fuchs. So wie ich mich generell eher für die Natur hier vor Ort interessiere. Aber so ein Bär – das wäre schon ein tolles Motiv!“ Kevin: „Ich verliebe mich eigentlich immer ein wenig in das Tier, mit dem ich mich gerade am intensivsten beschäftige. Zurzeit sind das auf jeden Fall Dachs und Flussregenpfeifer. Füchse und Seeadler finde ich aber ebenfalls superschön und extrem cool. Und generell gilt, dass Respekt und Faszination bei besonders seltenen Arten höher ausfallen.“

(Wild-)Schwein gehabt: So ein Schnappschuss gelingt nicht alle Tage Foto / Kevin Winterhoff

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du willst mehr uber kevin, hermann, ihre grosse leidenschaft und ihre aktuellen projekte erfahren? hermann bei facebook: Hermann Hirsch – Naturfotografie

kevin bei facebook: Winterhoff Photography

gemeinsamer blog der beiden naturfotografen: www.young-wildlife-photographers.blogspot.de Foto / Kevin Winterhoff

Foto / Kevin Winterhoff

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Ausstellung der Siegerfotografien des Wettbewerbs „Naurfotograf des Jahres“ der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) bis Ende September im Bundesamt für Naturschutz in Bonn www.gdtfoto.de


Verdienter Lohn: Für sein Bild „Abendidylle“ wurde Hermann Hirsch im April mit dem Titel „Naturfotograf des Jahres 2013“ ausgezeichnet

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die fabelhafte welt des lichts Fotografie ohne Licht ist undenkbar. Licht ist jedoch nicht gleich Licht, sondern hat Millionen von unterschiedlichen Facetten, die wir mit der Fotografie einfangen können. Denken wir an einen wunderschönen Sommermorgen, ein helles klares Licht. Oder an einen neblig-trüben Wintertag. Ganz anders dagegen ist das Licht in der Nacht, wenn die Sterne funkeln. Und natürlich der Klassiker: Das ganz besonderes Licht, wenn die Sonne untergeht. Je nachdem, wie wir das Licht einsetzen, können wir unterschiedliche Emotionen im Bild schaffen. Das Wissen um Licht, kombiniert mit Motiv, Bewegung und Bildkomposition, macht aus einem nichtssagenden Schnappschuss ein Bild mit Aussagekraft und Erinnerungswert. Im Folgenden haben wir für dich ein paar Tipps zusammengestellt, wie du das Licht mit deiner Kamera spielerisch einfangen und mit einfachen Mitteln wunderschöne Bilder machen kannst. Und sagen ganz schlicht: Gut Licht! Text & Fotos: delighted fotoschule

im morgenlicht Jana: Das Morgenlicht hat eine ganz besondere, zauberhafte Stimmung. Das wird gerne in der Naturund Landschaftsfotografie genutzt. In unserem Beispiel habe ich das Morgenlicht mit den Millionen von Tautropfen kombiniert, die in der Sonne glitzern. Die Pusteblume habe ich mit einem Makroobjektiv 60 mm und einer kleinen Blende (f10) fotografiert. Die geschlossene Blende bewirkt eine schöne Tiefenschärfe, die der Pusteblume einen räumlichen Charakter verleiht.

im wald Jana: Im Waldlicht zu fotografieren, ist nicht einfach. Das Licht ist oft sehr diffus und dunkle Schatten führen zu langen Belichtungszeiten und Verwacklungen. Was solltest du im Wald beachten? Am besten ist es, mit einer großen Blende, sprich 2.8–3.5, zu fotografieren. Damit öffnest du die Blende und verringerst die Belichtungszeit. Zusätzlich solltest du die Iso erhöhen. Ich arbeite gerne mit Iso 800–2 000. Eine höhere Iso verwende ich dagegen nicht, weil ich nachträglich das Bildrauschen, welches durch die hohe Iso verursacht wird, kaum noch retuschieren kann. Der Vorteil von offenen Blenden ist, dass sie, je nach Objektiv, wunderschöne Bokehs erzeugen. Bokehs sind die kleinen Lichtkreise, die du im Hintergrund siehst. Ich bin ganz vernarrt in dieses Gestaltungsmittel. Denn Bokehs erzeugen Stimmungen und Emotionen.

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im regen Jana: Regen ist kein Grund, nicht zu fotografieren! Die Kamera kannst du schützen, indem du selber unter einem Regenschirm stehst oder du sie in eine durchsichtige Plastiktüte einpackst. Regenbilder haben eine ganz besondere Lichtstimmung. Dieses Bild habe ich mit einem 50 mm Objektiv, Blende 8 fotografiert. Damit die Bilder nicht zu dunkel werden, stell eine höhere Iso ein. Bei Sonnenlicht 100–200 Iso, bei Regen 400–800 Iso. Ist der Hintergrund dunkel, kannst du sogar die Regentropfen sichtbar machen.

im nebel Susan: Nebel ist nicht immer grau und trübe. Wenn man ein bisschen Glück hat, steigt Morgennebel auf, der durch die niedrigstehende Sonne erleuchtet wird und so wie flüssiges Licht wirkt. Hier habe ich den Nebel im Gegenlicht durch die Zweige eines Baumes fotografiert, um den Strahleneffekt hervorzurufen. Gerade bei solchen Bildern kann man mit den Konturen, die das Licht hervorruft, spielen. Bei Nebel ist es vorteilhaft, mit einem Teleobjektiv bzw. Zoomobjektiv zu arbeiten. Durch den Abstand kannst du Details besser erkennen, durch den Zoom kannst du das Motiv heranholen, das sonst vielleicht im grauen Einerlei untergehen würde.

in der mittagssonne Jana: In der Fotografie gibt es die Regel, dass man nicht in der Mittagssonne fotografieren soll. Wie so oft im Leben, sind Regeln dazu da, gebrochen zu werden. Zum einen, weil die Zeit es nicht anders erlaubt (z. B. wenn du auf Reisen bist) und zum anderen, weil du das Mittagslicht auch für deine Lichtstimmung einsetzen kannst. In diesem Beispielbild habe ich die Kinderhände am Strand in der Mittagssonne fotografiert, weil die Sonne einen wunderschönen blauen Himmel am Horizont erzeugt hat. Dies gibt einen schönen Kontrast zur Haut und der Kleidung. Zusätzlich habe ich Bewegung in das Bild integriert. Die umherfliegenden Sandkörner machen das Bild dynamisch und da ich hier mit einer geringen Tiefenschärfe (f2.8) fotografiert habe, liegt der Fokus auf den Händen.

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im gegenlicht i Jana: Gegenlicht kannst du auch ganz geschickt dazu nutzen, kleine Blendensternchen zu erzeugen. In meinem Beispiel habe ich das Gegenlicht und eine ganz kleine Blende f16 dazu genutzt, aus den Sonnenstrahlen, die durch den Flieder schienen, einen Blendenstern zu erzeugen. Ich liebe dieses Gestaltungsmittel.

im gegenlicht ii Susan: Gegenlicht gibt wunderbare Gestaltungsmöglichkeiten. Es beleuchtet Konturen und zaubert diesen gewissen Lichtsaum um die Gegenstände. Gegenlicht ist ein wenig schwierig zu handhaben, da das Licht frontal einfällt und es schnell passieren kann, dass der Vordergrund zu dunkel wird. Ich orientiere mich bei der Lichtmessung am Licht (hier habe ich bei Blende f5 und 1/640 fotografiert) und probiere dann manuell ein wenig herum, bis ich das Gefühl habe, dass es passt. Gerade bei Gegenlicht leistet ein kleiner Reflektor gute Dienste, der das einfallende Licht auf das Motiv zurückstrahlt und so von vorne zusätzliches Licht gibt. Hier brauchte ich das nicht, da viel Licht durch die Stengel gefallen ist und durch Tautropfen gestreut wurde.

zur blauen stunde Susan: Die blaue Stunde ist die Zeit, in der der Tag in den Abend übergeht. Die Sonne ist bereits untergegangen, doch sie gibt noch Helligkeit ab. Das Licht und mit ihm die Landschaft erscheinen in einem wunderschönen Blau. Da es nun schon recht dunkel ist, empfehlen wir mit einem Stativ zu arbeiten. Stell den Weißabgleich auf „Sonnenlicht“ ein. So kannst du das kühle Blau einfangen, da die Kamera im automatischen Modus gerne versucht, das Blau herauszufiltern. Um eine schöne Landschaftsübersicht zu erhalten, habe ich mit meinem Weitwinkel fotografiert, was zusätzlich den Vorteil hat, dass ich die Blende auflassen konnte (f3.5), um viel Licht hereinzulassen und trotzdem noch eine schöne, durchgehende Tiefenschärfe erzielen konnte.

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sonnenuntergang Jana: Der Sonnenuntergang ist der Klassiker. Viele behaupten ja, Sonnenuntergangsbilder sind kitschig. Aber sind sie das wirklich? Ich liebe sie und ich muss mich immer ein wenig bremsen nicht 1 000 Bilder zu machen. Sonnenuntergänge sind auch gar nicht so schwierig zu fotografieren. Hier kommt die berühmte Schwenktechnik zum Einsatz. Sprich, du fokussierst eine dunkle Stelle (z. B. das Meer) an und ziehst dann mit gedrückten Auslöser die Kamera zur Sonne und fotografierst. Damit vermeidest du, dass das Bild zu dunkel wird. Da ich das Landschaftsbild mit einer durchgehenden Tiefenschärfe fotografieren möchte, stelle ich eine kleine Blende f8 ein. Damit das Bild ein wenig mehr Spannung erhält, wurden die Möwen als bewegendes Element eingesetzt. Bei Sonnenuntergängen am Meer musst du vor allem darauf achten, dass du einen geraden Hintergrund hast. Es sieht nicht schön aus, wenn das Meer ausläuft. Damit das nicht passiert, aktiviere die Gitterlinien in deiner Kamera.

unter dem sternenhimmel Jana: Wenn du Nachts fotografieren möchtest, wird dir die Benutzung eines Stativs nicht erspart bleiben. Nachtfotografie bedeutet Langzeitbelichtung, am besten unter Verwendung von manuellen Einstellungen von Blende und Belichtungszeit. Damit dein Foto nicht verwackelt, solltest du bei Langzeitbelichtungen unbedingt die Funktion Selbstauslöser verwenden. Denn schon das Betätigen des Auslösers kann das Bild verwackeln. In meinem Beispiel habe ich eine Blende von f7.1 und 30 Sekunden Belichtungszeit eingestellt. Siehst du, wie die Sterne am Himmel innerhalb von 30 Sekunden wandern? Wenn du ganz besonders lange belichtest (Funktion Blurb, 15 Minuten und mehr), möglichst an einem Ort an dem es keine künstliche Beleuchtung gibt, kannst du wunderschöne Startrails fotografieren.

die autoren: Jana und Susan arbeiten als freiberufliche Fotografinnen und Autorinnen. Aus Liebe zur Fotografie haben sie das Online-Magazin delighted Fotoschule gegründet. www.delighted-fotoschule.de

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Mitbringsel Ganz schön dekorativ, was? Die bunten Stöcke einfach vom Waldspaziergang mitbringen. Zum Bemalen eignen sich die Schöner Wohnen durAcryl Buntlacke, hier in den Farben: Sommergelb, Limettengrün, Himmelblau und Orchidee. Foto // Christian Geppert

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Such dir ein paar schöne glatte Steine und bemale sie mit Tafellack. Mit Kreide kannst du sie später beschriften und mit netten Botschaften für deine Gäste versehen. Foto // Annette Richter

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Foto © ciamabue (Flickr CC)

d r wi …gibt es nichts Schöneres als gemeinsam mit Freunden am Lagerfeuer zu sitzen. Eng aneinander gerückt wie hypnotisiert in die Flammen starren. Mit einem Stock in der Glut herumstochern. Ab und zu einen Blick hoch zu den Sternen werfen und schauen, ob man nicht doch eine Sternschnuppe sieht. Dieses unvergleichliche Gefühl, genau zur richtigen Zeit mit den richtigen Personen am richtigen Ort zu sein – mit sich und der Welt im Reinen – das gibt es nur am Lagerfeuer. Text: Wiebke Hahn / Illustration: Anna Betke

An dieser Stelle können wir eine frohe Botschaft verkünden: Ja, auch du kannst ein Lagerfeuer ans brennen bekommen. Denn wer Reisig von Zweigen und Zweige von Ästen unterscheiden kann, der weiß alles, was er wissen muss, um ein Lagerfeuer anzuzünden. Aber bevor es losgehen kann, heißt es erst einmal: Ärmel hochkrempeln, festes Schuhwerk an die Füße und Abmarsch in den Wald zum Feuerholz suchen. Und zwar solange es noch hell ist. Je mehr Leute, umso besser. Das brauchst du: • Reisig • Tannenzapfen, trockene Rinde • Zweige (klein, mittelgroß, groß) • Äste (klein, mittelgroß) Die Menge hängt davon ab, wie groß das Feuer werden soll und wie lange ihr daran sitzen möchtet. Wenn euch das Holz ausgeht, müsst ihr im Dunkeln noch mal mit der Taschenlampe los. Also lieber etwas mehr sammeln, solange es noch hell ist.

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Was du sonst noch für dein Lagerfeuer brauchst: • Etwas zerknülltes Papier als Anzünder • Feuerzeug oder Streichhölzer • Große Steine, um die Feuerstelle zu umranden • Einen großen Bogen Pappe zum Wedeln (oder einen Blasebalg) Was du brauchst, um dein Feuer wieder zu löschen: • Eimer mit Wasser • Dicker Holzast • Metall-Schaufel/Klappspaten

feuerholz

Als Feuerholz wird grundsätzlich nur totes, trockenes Holz genutzt. Wir fällen keine lebenden Bäume, nur um uns einen kleinen Feuerspaß zu gönnen! Pfadfinder-Ehrensache.


So bringst du es zum Brennen 1. Du legst ein paar zerknüllte Papiere in die Mitte der Feuerstelle und bildest daraus zusammen mit Tannenzapfen, trockener Baumrinde und ganz dünnen und trockenen Reisigstücken einen Haufen. 2. Dann bildest du aus drei bis fünf etwas größeren Stöcken eine Pyramide. Diese wird stabil, wenn du die Enden der Stöcke in die Erde drückst. 3. Rund um dieses Pyramiden-Grundgerüst schichtest du zuerst dünne Zweige auf und dann können die Zweige nach außen immer größer und dicker werden. Lass dabei an der Seite, von der der Wind kommt, eine Lücke. Durch diese Lücke kannst du das Feuer anzünden und es bekommt eine gute Sauerstoffzufuhr.

4. Dann nimmst du dir ein Stück Baumrinde oder einen Tannenzapfen, zündest das Brennmaterial an und schiebst es durch die Lücke mitten in den Reisig-Papier-Haufen im Inneren der Pyramide. 5. Vorsichtig pusten, so dass das Feuer auf den gesamten Reisig-Haufen übergreift und die dünneren Zweige der Pyramide erreicht. 6. Wenn das Feuer auf diese Zweige übergegriffen ist, mehr Sauerstoff zuführen durch wedeln und pusten. 7. Wenn die Pyramide gut brennt, kannst du nach und nach größere Zweige und Äste von außen gleichmäßig ringsum nachlegen. So lischst du dein Feuer wieder •

Mit dem dicken Ast schlägst du einzelne Flammen gezielt aus.

die feuerstelle Dont’s

Aus Brandschutzgründen ist es sehr wichtig, dass du Feuer nur an geeigneten Stellen entzündest. Ein Lagerfeuer machst du nie im Wald und wegen der Brandgefahr durch Funkenflug muss eine Lagerfeuer-Stelle weiter als 100 Meter vom Waldrand entfernt sein. Nicht geeignet sind ebenfalls HeideMoor- und Moosboden sowie Heuwiesen – hier besteht die Gefahr von Bodenbrand. Achte außerdem darauf, dass keine Ställe oder Scheunen in der Nähe sind.

• •

Das Wasser wird nach und nach gezielt mit den Fingern auf die Feuerstelle gespritzt, bis die Flammen erloschen und der Boden überall gut befeuchtet ist. Dann drückst du mit der Schaufel die Glut im feuchten Boden aus. Immer wieder Wasser über die Glut geben und diese mit der Schaufel mit Erde vermischen. Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis nur noch kalte Asche übrig geblieben ist. Die Asche muss so kalt sein, dass du sie in der Hand halten kannst und keine Wärme mehr spürst. Danach kannst du die Grasnarbe wieder aufsetzen und festtreten.

wichtig Do’s

Einen sehr guten Untergrund für Feuerstellen bieten felsige und sandige Untergründe. Wenn diese nicht in erreichbarer Nähe sind, dann stichst du aus einer Wiese auf einer ausreichend großen Fläche Grasnarbe ab und schaffst dir auf diese Weise deine eigene Feuerstelle. Wenn die Feuerstelle nicht dauerhaft sein soll, dann bewahre die Grasnarbe auf – so kannst du sie später wieder einsetzen.

Ein Feuer darf niemals unbewacht sein! Ein Feuer ist erst aus, wenn die Asche kalt ist. Erst dann darf die Stelle verlassen werden. Zur Kontrolle lässt du die Asche durch deine Hand rieseln. Ist sie wirklich ganz kalt, kannst du die Grasnarbe wieder aufsetzen und festtreten.

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