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#02

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Das Magazin f端r Macher

ERDE


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BEDEUTET SELBERMACHEN !

#02 An alle Eigenwerker Grün, grün, grün sind alle meine Kleider // Grün, grün, grün ist alles, was ich hab. // Darum lieb ich alles was so grün ist // Weil mein Schatz ein Jäger/ Bauer/(Guerilla-)Gärtner ist. Du kannst es dir schon denken: Wir lieben alles, was grün ist. Und da das schönste und lebendigste Grün nun mal aus der Erde wächst, haben wir diese Ausgabe ganz dem Thema Erde gewidmet. Dir erscheint deine Stadt – auch dir deine eigene grüne Oase! In benötigst: Praktische Tipps für Hinterhof, deinem

im Sommer – eher grau als grün? Dann erschaffe dieser Ausgabe findest du alles, was du dazu das Gärtnern auf kleinstem Raum, z. B. deinem Balkon oder deiner Fensterbank.

Du brauchst trotzdem mal eine Auszeit vom Stadtleben? Dann komm mit auf unseren Ausflügen ins Grüne: Besuche mit uns die BUGA in Koblenz, entdecke den Berliner Prinzessinnengarten und gehe mit mundraub.org auf Obsternte-Tour! Das frisch gepflückte Obst kannst du dann mit unseren Rezepten direkt weiterverarbeiten. Wir hoffen, dass wir dir mit dieser Ausgabe die Augen für das Grün in deiner Umgebung öffnen. Auch Gärtnern ist Eigenwerk. Vielleicht sogar die erfüllendste Art. Wir rufen dich auf: Probiere es aus! Nimm die Schüppe in die Hand und mach deine Umgebung ein wenig grüner. Ganz nach unserem Motto: Ein Pfadfinder hinterlässt seine Umwelt immer ein Stückchen besser, als er sie vorgefunden hat. Viel Spaß beim Lesen und Buddeln wünschen

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MITARBEIT #02 Wiebke & Christian

mögen beide Vintage Photo Apps und warme Sonnentage im Park. Für die zweite Ausgabe des EigenwerkMagazins sind sie nach Berlin und Koblenz gereist, haben viel über das Gärtnern und ihre Dropbox lieben gelernt.

Biggy

mag Ihren Bus, Best of Harry Belafonte und Fruchteis. Was sie nicht mag, sind zu enge Schuhe, Versprechenbrecher und Unpünktlichkeit. Für diese Ausgabe badete sie in einem Blumenmeer.

DANK 4

Mona

mag lesen bei Regen, alles ständig photographieren, photographieren noch mit ph schreiben, im Garten arbeiten und den Pflänzchen beim Wachsen zusehen. Sie mag keine meckernden Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Für das Eigenwerk-Magazin war sie noch mehr im Garten als sonst und hat alles genau beobachtet und dokumentiert.

Wir danken außerdem Christian für seine spontanen Auskünfte in seinem Atelier, Mirco von mundraub.org und Derk von den Stadtgärtnern für ihre nette Unterstützung, Kim für ihre Auskünfte, Steffi für unsere Unterkunft und die Berlin-Insidertipps, allen Bloggern, die uns mit ihrem Input geholfen haben und natürlich ETSY und Dawanda für ihre kreativen Mitglieder.

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Erde

INHALT

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Gärtnern hoch 3 Anleitungen zum Pflanzen im Garten, auf dem Balkon und auf der Fensterbank

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DIY Kräutertöpfe Bastel dir mit einfachen Mitteln hübsche Pflanzbehälter

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Lecker-Schmecker Tolle Rezepte für Marmeladen und Sirup

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Polderceramics Atelier NL und ihre Polderceramics im Künstlerportrait

40

Guerilla Gardening Unauthorisierte Pflanzaktionen im öffentlichen Raum

45

Mundraub Freies Obst für freie Bürger

46

DIY Seedbombs Begrüne deine Stadt mit deinen eigenen Saatbomben!

50

Fotostrecke Streetart

Rubriken 20, 36 84 85 94

Lesestoff Werde Eigenwerker! Leserbriefe & Eigenwerke Vorschau & Impressum

Ausflüge

58

Vegan Wonderland Auf ein Stück vegane Torte bei Kim Kalkowski

62

Bitte nicht stören Crafter gewähren Einblick

68

Ein Tag in Koblenz Besuch der BUGA und anderen kreativen Orten, wo sich Rhein und Mosel treffen

76

Prinzessinnengarten Ein Gespräch auf der Urban Farm in Berlin

86

A breezy yellow sunday Fotostrecke

Kaufrausch 24

Produkte Holz Für unterwegs und für zu Hause

34

In Love with Flowers Aus Liebe zur Natur

38

Produkte Faden Häkel- und Strickwaren

48

Produkte Papier Nützliches und Schönes

66

Produkte Recycling Aus alt mach neu

74

Produkte Stoff Zum verhüllen und befüllen

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Supermarkt Gärtnerbedarf im Internet 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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3 Gärtnern hoch Wer das ganze Jahr frische Küchenkräuter ernten möchte, der benötigt nicht viel. Hier findest du Tipps rund ums Gärtner - an drei verschiedenen Orten: im Garten, auf dem Balkon und auf der Fensterbank. So sollte jeder einen Tipp für sich finden.

Texte und Fotos // Ramona Rasic, Wiebke Hahn

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Gärtnern hoch 3:

im Garten

Januar Es ist langsam Zeit, sich zu überlegen, was man alles pflanzen möchte. Wer das erste Mal einen Garten bestellt, sollte schauen, ob er alle nötigen Gerätschaften bereit hat. Eine Hacke, einen Rechen und einen Spaten sind die wichtigsten Utensilien im Garten.

März

Wer möchte, oder besser gesagt, wer die Zeit hat, kann nun schon die ersten Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika und Salat auf der Fensterbank vorziehen. Wer dafür keine Zeit hat, kauft einfach später kleine Pflänzchen auf dem Wochenmarkt, beim Gärtner oder bestellt sie im Internet.

Februar Wenn man fertig überlegt hat, was man später gerne ernten möchte, kann langsam ein Plan erstellt werden. Was wird wohin gepflanzt, was wohnt gut nebeneinander, was kann man hintereinander gut pflanzen. Sämereien können nun bestellt oder gekauft werden.

April

Salat kann im April schon ins Beet gepflanzt oder gesät werden. Wer vorher schon kleine Pflänzchen gezogen hat oder welche auf dem Markt gekauft hat, wird weniger Arbeit im Garten haben. Salat kann aber auch in Reihen direkt ins Beet gesät werden. Entweder vereinzelt man die zu dicht sitzenden Pflänzchen oder man erntet schon von den nicht ganz fertigen Salaten immer mal wieder einen und verwendet ihn wie Pflücksalat. So spart man sich das vereinzeln und kann jeden Tag frischen Salat genießen. Zucchini, Auberginen, Kürbisse und Gurken können nun auch schon mal Anlauf auf der Fensterbank nehmen und vorgezogen werden. Küchenkräuter wie Petersilie und Schnittlauch können langsam ihren Platz im Beet beziehen.

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!

AM 15. MAI ENDEN DIE EISHEILIGEN MIT DER KALTEN SOPHIE - DANACH WIRD ES KEINEN FROST MEHR GEBEN.

Mai Wer Zucchini und Co. nicht vorgezogen hat, kann sie Ende Mai direkt ins Beet säen. Der Samen braucht zum Keimen eine warme Bodentemperatur, also unbedingt die Eisheiligen abwarten. Nach der kalten Sophie (15.5) dürfen auch Tomaten, Paprika und Auberginen nach draußen. Tomaten sind sehr empfindsam. Einfacher sind Wildtomaten, sie sind robuster und weniger anfällig für Krankheiten wie Pilze und Fäulnis. Tomaten mögen es sonnig, aber nicht die pralle Sonne, sie brauchen immer viel Wasser, dürfen aber nicht ertrinken und wenn sie dann noch windgeschützt wohnen, kann die Ernte gar nicht mehr schief gehen.

Juni Der wärmeliebende HokaidoKürbis kann nun ausgepflanzt oder an Ort und Stelle eingesät werden. Wer einen Komposter hat, kann Kürbis wunderbar dort ziehen.

Juli

Wenn im Juli ein Beet frei wird, z. B. weil der Salat abgeerntet ist, sollte man nun neu pflanzen oder säen. Nach Salat kann man z. B. Erbsen, Lauch oder Zucchini säen. Wer den Spinat schon aufgegessen hat, kann kleine Fenchelpflänzchen einsetzen. Außerdem ist man bei langen Durststrecken mit Gießen beschäftigt und sollte die Beete von Unkräutern frei halten – Möhren mögen nämlich gar keine Mitbewohner im Beet.

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August Jetzt können Feldsalat, Spinat und Winterrettich gesät werden. So kann man auch im späten Herbst und Winter noch frisch ernten.


September

Wer im August im Urlaub war und verpasst hat, Feldsalat zu säen, sollte dies nun Anfang des Monats unbedingt tun. Alle Pflanzen, die noch Früchte tragen, wie Zucchini oder Tomaten, sollten nun abgeerntet werden, da sonst die Ernte bei frühem Frost verfrieren kann.

November Der Boden wird gelockert und bei schlechterer Bodenqualität kann auch noch mal mit Stallmist gedüngt werden.

Okotber Der Garten wird nun so langsam winterfest gemacht. Unkraut wird noch mal gejätet, einjährige Pflanzen, die abgeerntet oder verblüht sind, werden gerodet. Am Ende des Monats können Möhren, Knollensellerie und Kohl zur Einwinterung geerntet werden.

Dezember Wer noch Feldsalat gesät hat, sollte ihn z. B. mit einem Folientunnel vor Schnee schützen, damit die Ernte weitergehen kann. Ansonsten genießt man den Dezember als Kleingärtner und denkt schon mal an die Ernte im kommenden Jahr.

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Gärtnern hoch 3:

auf dem Balkon

Januar Der Januar eignet sich hervorragend, um erst einmal einen Plan zu machen, für wie viele Pflanzen der Platz ausreicht. Außerdem können alte Töpfe und Kisten gereinigt werden.

Februar Im Februar kann langsam Saatgut bestellt oder gekauft werden.

April

Möhren und viele Salatsorten sind im Handel auch als Saatbänder erhältlich. Dies erleichtert das Säen, Pflegen und Ernten. In einen langen Balkonkasten, der etwas breiter ist, können sogar zwei Reihen Möhren nebeneinander gelegt werden. Für Töpfe gibt es auch runde Saat-Scheiben. Wer Möhren auf dem Balkon ernten möchte, sollte eine feinere Sorte wählen oder nicht zu lange mit der Ernte warten, da die Möhren schließlich eine Begrenzung nach Unten haben. Ab Mitte April kann Pflücksalat gesät werden. Er nimmt nicht viel Platz weg, weil er keine „Köpfe“ bildet.

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Mai

BLUMEN SOLLEN AUF DEM BALKON NICHT FEHLEN !

Auch Zucchini, Paprika und Tomaten dürfen auf dem Balkon wohnen. In großen Kübeln gibt man ihnen ein gutes Zuhause. Tomaten können auch am Balkongitter super hochwachsen.

September Für den Winter können auf dem Balkon Feldsalat, Spinat, Postolein oder Portulak gesät werden.

Oktober Die letzte Ernte steht langsam an. Außer Feldalat oder Postolein, diese können auch noch den ganzen Winter lang geerntet werden.

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Gärtnern hoch 3:

auf der Fensterbank Januar

Im Grunde genommen kann man auf der Fensterbank das ganze Jahr über fast alles anbauen, was man auch auf dem Balkon anbauen kann. Besonders Kräuter und Pflück- oder Schnittsalate können einfach angebaut werden. Natürlich kann man sich ein wenig an der Saison orientieren und z. B. Tomaten erst ab Mai anbauen. Größere Gemüsesorten und Wurzelgemüse eignen sich eher weniger für die Fensterbank.

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März

Wer geduldig ist oder vielleicht eigenen Samen kultiviert hat, kann nun Tomaten, Paprika und Auberginen aussäen. Wem dies zu langwierig oder zu schwierig ist, besorgt sich auf dem Markt oder beim Gärtner Jungpflanzen ab Mitte April.


April/Mai Ab April / Mai bekommt man auf dem Wochenmarkt oder beim Gem체seh채ndler um die Ecke allerlei Jungpflanzen. Ob Tomate, Aubergine, Paprika, Gurke - alles was in einen K체bel auf die Fensterbank passt, kann dort auch gedeihen. Wichtig ist, dass die Pflanzen zwar feucht gehalten werden, aber keine Staun채sse entsteht. Je sonniger der Platz desto besser.

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Recycling-projekt

Ein Kr채uterbeet f체r deine Fensterbank

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Materialliste Aus dem Müll

1 alte Clementinenkiste (Obstkisten bekommst du auf jedem Wochenmarkt geschenkt, wenn du nett fragst) Ca. 5 leere Konservendosen in unterschiedlichen Größen

Zeitein

satz: Ein sonnige r Samstag (i n der Sonne trock net die Farb e schneller) Kost

Wenn du ein en: wenig Farb eu ein paar Pin sel zu Hause nd hast, dann sind e s ca. 5 – 10 Euro für Samen und Erde

Aus der Bastelecke

Acrylfarbe, Plackafarbe oder Buntlack & Pinsel Wolle & Häkel- oder Stricknadel

Aus der Küche

Kartoffel & Messer

Aus dem Baumarkt Erde Kräutersamen

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Glaube, Liebe, Hoffnung: Kartoffelstempel f端r die Clementinenkiste 16

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Toller Effekt für Blumentöpfe: Tafellack!

Alles, was deine Eigenwerk-Schublade hergibt! Weitere Gestaltungsideen für die Kräuterdosen: Mit Papier bekleben: Zeitschriftenschnipsel, Tapeten- oder Geschenkpapierreste aufkleben und mit Klarlack versiegeln. Mit grobem Hanfseil oder Paketschnur umwickeln und mit der Heißklebepistole fixieren. Mit Tafellack anstreichen und mit Kreide beschriften.

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Dosen einfach umhäkeln! s:

Planztipp – r te u ä r K r e d e g e Pfl

n stanzen, so kann in den Dosenbode er ch Lö 5 – 3 en Unt du verhinderst ser ablaufen und as W es ig ss hü sc über Staunässe. st andrücken. befüllen, Erde fe de Er it m t gu en Dos tüte, Samen in ng auf der Samen bu ei hr sc Be ch Je na bzw. auf die Erde e Erde drücken, di in e ef Ti cm 3 0– Kresse). streuen (z. B. bei f, dass n ersten Tagen au de in ss Pa . en ht springen. Erde gut befeuc en aus dem Topf m Sa e di t ch ni n dir beim Gieße einen r-Kräuterbeet an ke er nw ge Ei in nwerkJetzt stellst du de darauf, deine Eige ch di st eu fr d un . sonnigen Platz en zu beobachten Tag beim Wachs n de je en ch nz lä Pf mer ! Gerade im Som haben viel Durst r te kter äu re di Kr i : ig be t ht ic ch W rsicht – ni Vo er Ab ! en eß gi gilt: Jeden Tag t verbrennen die lung gießen, sons ah tr ns ei ch 19 Uhr. en nn So unkt: Abends na itp Ze te ek rf pe Pflanzen. Der

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Kreative Küchenkräuter! Einkaufstipps - Mit welchen Kräutern kannst du Geschmack ans Essen zaubern? Basilikum Petersilie Minze

Tomate-Mozzarella, Antipasti, italienische Pasta- und Pizzagerichte Orientalische und türkische Gerichte mit Kichererbsen, Couscous, Bulgur etc. Orientalische und türkische Gerichte mit Kichererbsen, Couscous, Bulgur etc, frischen Pfefferminztee, Kräuterquark

Schnittlauch

Kräuterquark, Salate, Butterbrot mit Frischkäse

Kresse

Kräuterquark, Salate, Butterbrot mit Frischkäse

Thymian

Rote Nudelsaucen etc.

Rosmarin

Backofenkartoffeln, Wildgerichte, DAS Grillgewürz #1 – egal ob Veggie oder Fleisch

Fotos und Text // Wiebke Hahn

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Ich war ein Pulli Aus alten Pullis Neues machen

An manchen Anziehsachen hängt man einfach. Weil sie perfekt passen, weil sie auch nach Jahren noch so schön sind wie am ersten Tag oder weil sie uns an so viele Erlebnisse erinnern. Aber… irgendwann müssen sie weg, denn Mode ändert sich schnell. Wegwerfen würden wir den Lieblingspulli nie, daher gibt es nur eine Lösung: Mach’ was Neues draus! Aus alten Lieblingspullis werden stylische Accessoires, die sich sehen lassen können! Taschen, Jäckchen oder Deko – mit Know-how und Nähmaschine ist die Pulli-Lebens-Zeit noch lange nicht vorbei.

PULLIG RECYCLIN Stefanie Girard | Ich war ein Pulli – Aus alten Pullis Neues machen ISBN 978-3772465888 | www.frechverlag.de

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Am Puls der Zeit macht ein Buch das Pulli-Recyceln vor: „Ich war ein Pulli“ bringt zu modernen Ideen gleich die Anleitung zum Nähen mit und macht es ziemlich einfach, alte Pullis wieder völlig neu in Szene zu setzen. Einfach erklärt und und dank Vorlagen schnell nachzumachen. Mit der praktischen Spiralbindung bleibt auch immer die richtige Seite aufgeschlagen, selbst wenn es mit Nadel und Faden gerade ganz schön hoch her geht. Pullis, zieht euch warm an, denn ihr lebt gefährlich – der Pulli-Style kommt!


Ein Zimmer im Garten

200 Wohnideen zum Entspannen, Arbeiten und Spielen

WOHNEN

In diesem Buch finden sich wunderschöne Beispiele, wie vielfältig Gartenhäuschen heute genutzt werden. Die Zeiten des simplen Geräteschuppens sind lange vorbei! Heute bilden diese Häuser einen Ruheort, ein Arbeitszimmer oder eine kreative Werkstatt. Und diese Vielfältigkeit hat man direkt vor seiner Wohnungstür, eben im eigenen Garten! Durch die heutige Technik kann man sich sein perfektes Büro einrichten, man kann hier seine Werkzeuge nicht nur lagern, sondern den Raum auch zum ungestörten werken nutzen. Für Kinder bietet ein Gartenhäuschen ein ansprechendes Versteck und für Gäste kann es eine komfortable Unterkunft sein. Auf den 208 Seiten finden sich auf den zahlreichen wunderschönen Fotos tolle Dekoideen und inspirierende Wohnträume. Praktische Tipps zur Planung zeigen, wie sich der Traum vom Extra-Haus im Garten verwirklichen lässt.

Sally Coulthard | Gartenhäuschen – 200 Wohnideen zum Entspannen, Arbeiten und Spielen ISBN 978-3-88472-954-0 | www.christian-verlag.de

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Selbstgemachtes aus dem Garten Individuelle Geschenkideen

Mitbringsel und Geschenke müssen nicht immer gekauft sein. Mit Unterstützung von Mutter Natur und ein bisschen Geschick lassen sich aus dem eigenen Garten schmackhafte Köstlichkeiten und pflegende Naturkosmetika selbst herstellen. Dazu lädt dieses Buch ein und bietet sogleich eine Vielzahl an Ideen, um Freunde, Bekannte und Gäste einmal auf eine andere Art zu erfreuen. Eingeteilt in die Bereiche „Leckere Geschenke aus dem Garten“ und „Pflegende Geschenke aus dem Garten“ stellt die Autorin 66 ebenso leckere wie gut duftende Rezepte zusammen: angefangen bei selbstgemachten Marmeladen, über Nudeln, Gewürze und Schokolade bis hin zu Likören, Seifen und Kosmetika.

N

SCHENKE

Holunderblütenlikör und Schutzengel-Tee lassen sich mit genauso wenig Aufwand und Kosten herstellen wie Orangenöl-Bodylotion mit Zitronengras oder Sahne-Honigbadcreme.

Damit die Präsente auch optisch überzeugen, liefert Claudia Költringer | Geschenke aus dem Garten das Buch zahlreiche Ideen, wie man Cremes, Gelees und Pralinen kreativ verpacken kann. So werden Kleiselbst gemacht | ISBN 978-3-8354-0682-7 | nigkeiten zu exklusiven und originellen Geschenken. www.blv.de

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Zurück zu den Wurzeln Phantasievolle Qualitätsrezepte

KOCHEN

Rückbesinnung auf den echten Geschmack, das heißt, zurück zum Einfachen, das von höchster Qualität ist. Zurück zu den Lebensmitteln, die von jeher Grundlage unserer Ernährung sind. Es bedeutet, sich saisonal und regional zu ernähren und die Ernährung an dem auszurichten, was die Natur uns schenkt. 90 neue und raffinierte Rezepte lassen Zutaten wie Kartoffeln und Tomaten, Rindfleisch und Milch, Zwiebeln und Äpfel in neuem Glanz erstrahlen. Das nach den Jahrezeiten aufgeteilte Buch bietet viele Anregungen und Ideen, wie man durch den Einsatz von Kräutern und weiteren ausgewählten Zutaten den ursprünglichen Genuss zaubern kann. Die Autoren sind begeistert von Gewürzen und Heilkräutern, die eine lange Tradition in der Volksmedizin haben und beruhigend auf Körper und Geist wirken. Außerdem bestätigen sie, dass ökologischer Anbau und die handwerkich ökologische Verarbeitung der Zutaten die Geschmacksnerven auf ganz besondere Weise kitzeln. So bekommt man schnell Lust, die kreativen Rezepte nachzukochen und den echten Geschmack zu erleben.

Kille Enna, Georg Schweisfurth | Der echte Geschmack – natürlich & saisonal kochen ISBN 978-3-88472-891-8 | www.christian-verlag.de

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Produktwelt

HOLZ

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Bark Bowls

Sewing the world

Holz-Brosche

Die dekorativen „Bark Bowls“ des englischen Mint Shops verbinden die natürliche Schönheit einer groben Baumrinde mit einer hochglänzenden, lebhaften Innenschale. In Handarbeit werden für die dekorativen Schalen nur bereits gefällte Bäume genutzt. Die Bowls gibt es in verschiedenen Farben und Größen.

Grossmutters klassische Strick-, Häkel- und Nähbox – neu gestyled und knallig aufgepimpt! Da ist es fast zu schade, die witzige Schatztruhe nur im Arbeitszimmer stehen zu haben. Dekoriert mit Ironie und Witz und mit goldenen Anhängern veredelt. Ein echtes Schmuckstück für deine Utensilien.

Das Studio für Gestaltung snug. hat sich auf hübsche Kleinigkeiten aus Holz oder recycelten Materialien spezialisiert. Ihre bezaubernden Holz-Broschen gibt es in vielen verschiedenen Formen, wie zum Beispiel Blumen, Vögel oder Brillianten. Die meisten werden in mehreren Pastell-Farbtönen angeboten.

www.mintshop.co.uk

www.seletti.it

www.snug-online.com

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Fotos // Mint Shop/Inge Clement, Seletti-Shop, snug., Signimade, MJPorterDesign/abbottographie.com, Das rote Paket

FAVOURITE

Hölzener Knipser

Wand-Organizer

Hocker Xaver

Die hölzernen iPhone-Hüllen des Hong Konger Lables SigniCASE werden ausschließlich aus ecofreundlichen Hölzern gewonnen und können frei gestaltet werden. In ihrem ETSY-Shop bieten sie Hüllen, die dein Telefon zu kleinen Fotoapparaten werden lassen.

Der hölzerne Organizer bietet dir viele Möglichkeiten, deine Bilder, Notizen und Kleinkrams unterzubringen. Ein Kork-Board, Schlüsselhalter, Briefschlitz und Bildhänger. Das antike Holz ist in verschiedenen Farben erhältlich: Grün, Off-White, Country Red und Schwarz.

Der Hocker „Xaver“ der Ikaruscrew hält zusammen, was zusammen gehört: Ein Bündel Holzscheite mit farbigem Wollfilz gepolstert, der die rustikale Rastmöglichkeit auch für Menschen ohne Lederhose bequem macht. Die stabilen Spanngurte drum herum sichern die Sitzgelegenheit.

www.etsy.com/shop/Signimade

www.etsy.com/shop/MJPorterDesign

www.das-rote-paket.de

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REZEPT

Marillen-Marmelade Eine gute Freudnin, ein Korb voller Marillen und die richtige Musik - fertig ist das Rezept f端r einen klasse Nachmittag. Heraus kommt wunderbar sommerliche Marillen-Marmelade, die dir die Sommergef端hle sicher bis in den Winter bringt!

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Zutaten

Text & Fotos // Wiebke Hahn

1 kg entsteinte Marillen 2 Mangos 1 Maracuja 1 Vanilleschote Ca. 750 g Gelierzucker (Verhältnis 2:1, 2 Teile Frucht, 1 Teil Zucker) Leere und gut gespülte Marmeladengläser mit Schraubverschluss Die Gesellschaft einer Freundin mit blendender Laune Den perfekten Soundtrack Und so gehts: Bevor du loslegst, solltest du die Marmeladengläser und Deckel am besten noch einmal mit heißem Wasser ausspülen, damit sie auch wirklich keimfrei sind. Wenn du alle Früchte in Würfel geschnitten und püriert hast, wiege die Fruchtmasse noch einmal ab und gib dann den Gelierzucker im entsprechenden Verhältnis 2:1 dazu (2 Teile Früchte, 1 Teil Zucker). Jetzt kannst du die Vanilleschote auskratzen und das Mark unterrühren. Mische alles in einem großen Topf und erhitze die Marmelade. Wenn die Marmelade 4 Minuten lang sprudelnd gekocht hat, gib ein paar Tropfen auf eine Untertasse. Lass die Marmelade kurz abkühlen und halte dann die Untertasse schräg. Wenn die Marmelade nicht verläuft und sich eine dünne Haut bildet, ist sie fertig. Jetzt direkt heiß in die Gläser füllen, gut zuschrauben und direkt für 5 Minuten auf den Kopf stellen. So bildet sich ein Vakuum im Glas und die Marmelade ist länger haltbar. So hast du den ganzen Winter ein Notfall-Mittel bei akuten Sonnenlicht-Mangelerscheinungen.

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REZEPT

Brombeer-Marmelade Sogar am Wegesrand findet man reichlich Zutaten f端r eine geschmackvolle Marmelade: Brombeeren! Wer sich die M端he macht, davon einige zu pfl端cken, kann sich auf einen wunderabren Brotaufstrich freuen - und beh辰lt den Sommer in seinem Herzen.

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Zutaten

Text & Fotos // Wiebke Hahn

Brombeeren Gelierzucker 2 Bananen 1 Vanilleschote Zitronensaft Je nach Größe 3 - 4 saubere Gläser mit Drehverschluss Und so gehts: Brombeeren verlesen, vorsichtig waschen und abtropfen lassen. Gelierzucker im Verhältnis 2:1 abwiegen (2 Teile Früchte, 1 Teil Zucker). Brombeeren (bis auf eine Hand voll Früchte) durch ein Passiersieb streichen, so dass die Kerne und Haut der Früchte im Sieb bleiben. Banane in Scheiben schneiden. Gläser und Deckel mit kochendem Wasser ausspülen (Die Gläser müssen keimfrei sein, damit die Marmelade später nicht schimmelt). Brombeer-Masse, 2/3 der Bananenscheiben, einige Spritzer Zitronensaft und Gelierzucker in einen Topf geben. Mark der Vanilleschote auskratzen und hinzufügen. Vanilleschote dann mit in den Topf geben (aber später wieder herausfischen!) und alles unter ständigem Rühren erhitzen. Wenn die Marmelade sprudelnd kocht auf die Uhr sehen und 4 Minuten lang kochen lassen. Dabei die ganze Zeit rühren! Nach 4 Minuten einige Tropfen auf eine Untertasse geben, kurz abkühlen lassen und dann die Gelierprobe machen: Untertasse schräg halten. Wenn die Marmelade fest ist und nicht verläuft, ist sie gut. Dann Vanilleschote aus dem Topf fischen und die Marmelade heiß in die Gläser füllen. Zusätzlich in jedes Glas einige der übrig gelassenen Bananenscheiben und ganzen Beeren geben. Gläser fest zuschrauben und für 5 - 10 Minuten auf den Kopf stellen. So entsteht ein Vakuum im Glas und die Marmelade ist länger haltbar (ungefähr 1 Jahr).

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REZEPT

Holunder-Sirup

Sirup selber machen?Das funktioniert ganz einfach und du kannst verschiedene Früchte und Blüten verwenden. Der Holunder-Sirup ist ein ganz besonders geschmackvoller, der dir den Sommer einfängt. Es gibt ungefähr phantastiliarden Möglichkeiten Holunderblüten-Sirup herzustellen. Ich habe viele Rezepte gelesen und mir mein eigenes draus gereimt. Und das geht wie folgt:

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Zutaten

Text & Fotos: Ramona Nasic

Jede Menge Holunderblüten 2 kg Zucker 50 g Zitronensäure 2 l Wasser Und so gehts: Holunderblüten sammeln - Ende Mai, Anfang Juni, je nachdem, wann sie bei dir blühen. Du brauchst für 3 l Sirup (das hält bei mir ungefähr ein Jahr) eine große Schüssel oder einen kleinen Eimer voll. Es gibt nämlich kleine und große Blüten und generell gilt, je mehr du sammelst, desto intensiver ist später auch der Geschmack. Die Blüten befreist du von kleinen Tierchen, Laub, Dreck und alles was unschön aussieht. Dann kochst Du in einem sehr großen (10 l) Topf 2 l Wasser auf, lässt es kurz abkühlen und gibst in das noch ein bisschen mehr als lauwarme Wasser 2 kg Zucker gemischt mit 50 g Zitronensäure. Rohrohrzucker schmeckt besonders lecker und Zitronensäure bekommst du für kleines Geld in der Apotheke. Immer wieder umrühren, bis der Zucker sich gelöst hat und die Mischung lauwarm ist. Danach kommen die Blüten in den Zuckersud. Dort lässt du sie mindestens 24 Stunden, aber ruhig auch ein paar Tage, ziehen. Wer nicht so einen großen Topf hat, kann den Zuckersirup auch in einem kleineren Topf kochen und die Mischung mit den Blüten in einer großen Schüssel ziehen lassen. Für das Abkochen legst du in ein Sieb ein Küchenmulltuch oder einfach ein Stück Küchenrolle und gießt langsam den Sirup in einen neuen sauberen Topf (es ergibt ungefähr 3 l). Das Küchenkrepp verhindert, dass kleine Blütenteilchen in den Sirup kommen. Dies dauert eine Weile. Danach kochst du den Sirup noch mal gut 2 Minuten auf, füllst ihn in saubre, am besten ausgekochte, Flaschen und fertig ist der Sirup!

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Polderceramics Text // Christian Geppert Fotos // Atelier NL

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Wie beeinflusst der Untergrund die darauf wachsende Vegetation? Ist Erde gleich Erde? Und welchen Boden benötigt eigentlich Spinat? Dieser Frage sind die beiden niederländischen Designerinnen Lonny van Ryswyck und Nadine Sterck vom Designstudio NL in ihrem Projekt "Polderceramics" nachgegangen und haben sich in ihrer Heimat auf die Suche gemacht. Herausgekommen ist ein spannendes Projekt, das an alte Stilleben erinnert. Die trocken gelegten Polder im Nordosten der Niederlande waren Ausgangspunkt des künstlerischen Projekts. Der Einladung von den Designern Jürgen Bey und Rianne Makkink folgend, wendeten sich die beiden geborenen Niederländerinnen nach ihrer Diplomarbeit an der Design Academy Eindhoven ihrer Heimatregion zu.

Tons deutlich. Die verschiedenen Mineralien und Ablagerungen in der Erde traten bei jedem Stück anders zu Tage. So erkannten beide, dass der Boden jeder Region seine bestimmte Eigenart mitbringt. Sie stempelten jedes Stück mit seinem spezifischen Geo-Code, der genau anzeigt, aus welchem Stück Erde es gewonnen wurde.

Die Gegend ist durch den ständigen Wandel sowohl geologisch als auch historisch interessant. Sie bietet den Nährboden einer landwirtschaftlich bedeutenden Region. Rund 460 Quadratkilometer wurden im letzten Jahrhundert im Nordosten der Niederlande trocken gelegt um es als Ackerfläche nutzbar zu machen. Da das Gebiet im Wandel der Jahrhunderte immer mal wieder zum Meer und zum Land gehörte, finden sich dort viele unterschiedliche Sedimente und Erdschichten. Dieser Boden bietet die perfekte Grundlage für die Erforschung der angesiedelten Pflanzen und Tiere dieser Region. Und so sammelten die Beiden die Erde von 80 landwirtschaftlichen Betrieben, katalogisierten sie und machten aus den gesammelten Proben Ton. Die trockene Erde wurde mit Wasser angemischt und so lange bearbeitet, bis die Masse formbar war. Lonny und Nadine formten nun aus dem selbst gewonnen Ton diverse Gefäße, Teller, Schüsseln und Karaffen - jedes nur aus dem Ton eines ganz bestimmten Abschnitts - und brannten die Stücke im Ofen. Dabei wurden schnell die Unterschiede in der Farbigkeit des

Bei ihrer Arbeit war es ihnen wichtig, die Symbiose zwischen Objekt und Herkunft so deutlich wie möglich zu machen. Der geographische und historische Zusammenhang zur Region wurde mit traditionellen niederländischen Formen, wie etwa blauen Keramik-Füßen, die den Stücken zugefügt wurden, noch hervorgehoben. Und so erinnern die entsandenen Tongefäße stark an alte niederländische Stilleben. Ein respektvoller Umgang mit der Erde, der Natur und den Menschen, die sich diese zu Nutze machen, wird in dem Ergebnis deutlich. Sie decken die Funktion der Natur auf und entnehmen ihr eine Fülle an Ideen. „Unser hauptsächliches Ziel war es, eine Geschichte über das Farmland zu erzählen und ihm einen historischen Kontext zu verleihen. Wir wollten Geschirr machen, so dass das, für das Essen zubereitete Gemüse, in Gefäßen serviert werden kann, die aus dem Material gemacht wurden, in denen das Gemüse heranwuchs.“

Die beiden Designerinnen Lonny und Nadine.

Das Projekt wurde mit dem renomierten Re:Vision Design Award ausgezeichnet und wird mittlerwile in Museen auf der ganzen Welt gezeigt. 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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In Love with

Flowers

BOOK PLANTER Mike Porter www.mjporterdesign.com Foto // www.abbottographie.com

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PFLANZENKETTE Colleen Jordan www.etsy.com/shop/colleenjordan

PFLANZ FORM Boots & Gus www.etsy.com/shop/BootsNGus

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Für den Grünen Daumen Grundkurs Gärtnern

Wer das Grundprinzip der Gartentechniken verstanden hat und anwenden kann, dem macht Gärtnern einfach Spaß. Aber anpflanzen, Beete anlegen, Stecklinge ziehen und Pflanzen schneiden will gelernt sein: Es braucht Übung, aber vor allem die richtige Anleitung.

GARTEN Katja Maren Thiel | Gärtnern – Grundkurs grüner Daumen ISBN 978-3-440-12612-7 | www.kosmos.de

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„Gärtnern“ behandelt die für Gartenneulinge wichtigen Themen. Dieses Buch rückt dabei die wesentliche Schritte in den Mittelpunkt, zeigt in übersichtlichen Fotostrecken und in der Rubrik „Das ist wirklich wichtig“, worauf es ankommt. Die Gestaltung des Buches ist so harmonisch und stimmungsvoll, dass schon beim Anschauen das Gartenglück wächst – garantiert!


Deko aus der Natur

Dekoideen für den Frühling und den Sommer

REN

DEKORIE

Dieses Inspirationsbuch der natürlichen Schönheiten gibt auf 96 Seiten Anregung zur stilvollen Dekoration von Haus und Garten in Frühling und Sommer. Mit Hilfe verschiedener Naturmaterialien wie Blumen, Gräser, Moos, Holz, Rinde, Steine, Kiesel, Muscheln und Sand entstehen Kränze und Sträuße, außergewöhnliche Dekorationsideen für Tisch und Wand – für Drinnen und Draußen. Durch seine liebevolle und detailreiche Gestaltung vermittelt das Buch sofort eine Leichtigkeit und Frische, die von Frühling und Sommer spricht. Das Buch macht Lust auf kühle Frühlingsabende bei Kerzenschein und schön gestaltete Sommerfeste im Kreise der Familie. Es erzählt von duftenden Blüten, summenden Bienen und der angenehmen Kühle unter den ausladenden Ästen eines Baumes. Die Fotos machen Lust auf Mehr und regen zum Selbermachen an. Die Materialangaben und Vorlagen sowie genaue Anleitungen im hinteren Teil des Buches leisten Hilfestellung und garantieren gutes Gelingen. Frühling und Sommer können kommen!

Patricia Morgenthaler, Kornelia Milan, Armin Täubner | Naturträume – Dekoideen mit natürlichen Materialien für Frühling und Sommer ISBN 978-3-7724-5579-7 | www.frechverlag.de

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Produktwelt

Faden FAVOURITE

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Socken Äffchen

Superhelden-Stick

Strick-Vasen

Dieses süße Äffchen wird aus einem Paar originaler „Rockford Red Heeled Socks“ hergestellt. Außerdem hat es auf seinem Oberarm ein kleines Herz-Tattoo, auf dem MOM steht. Wie könnte man also seiner Mutter schöner sagen, dass man an ihr hängt wie ein kleines Äffchen? Viele weitere Socken-Modelle gibt es im ETSY-Shop.

Für Comic-Fans bietet Weelittlestitches viele witzige Kreuzstich-Vorlagen. Ob deine Helden aus Star Wars oder die komplette SuperheldenReihe: Mit diesen Vorlagen, kannst du dir sie einfach überall aufsticken oder jemandem damit eine Freude machen. Die Vorlagen werden dir als PDF online zugeschickt - ausdrucken und loslegen!

Das dänische Label fermLIVING bietet wunderschöne umstrickte Vasen in verschiedenen Farben und Größen. Diese Vasen bieten jedoch nicht nur Blumen Platz, sondern lassen sich wunderbar als Stiftehalter oder für andere schöne Dinge verwenden. Und auch leer bieten sie einen Hingucker auf deinem Schreibtisch!

www.etsy.com/shop/TheSockDrawer

www.etsy.com/shop/weelittlestitches

www.ferm-living.com

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Fotos // TheSockDrawer, Weelittlestitches, FermLIVING, NzLbags, Knitalatte, Missus D

Strick-Bags

Spitzen-Steine

Schnurbart-Hase

Diese lilafarbene Tasche kommt aus der Türkei und wird dort in aufwändiger Handarbeit gestrickt. NzLbags bietet viele unterschiediche Modelle: Vom großen Shopper bis hin zur kleinen handlichen Clutch. Unterschiedliche Farben und kleine Feinheiten wie bunte Bänder oder Holzgriffe, machen jede Tasche zu einem Unikat.

Die Kanadierin Margaret Oomen hat ein besonderes Faible für hübsche Steine. Und damit diese noch hübscher werden, häkelt sie aus selbstbedruckten Stoffen und alten Garnen wunderschöne Patchwork-Umhüllungen für sie. Die filigranen Arbeiten gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführung – jede für sich ein eigenes Kunstwerk.

Dieses gehäkelte schnurbärtige Häschen ist nur eine von den vielen knuffigen Amigurumi-Figuren in Missus Ds Häkel-Kollektion. Neben Häschen, Vögelchen, Bärchen und Herzchen, bietet sie die entsprechenden Häkelanleitungen in ihrem ETSY-Shop zum Download an. Also schnell bestellen und dann ran an die Fäden!

www.etsy.com/shop/NzLbags

www.etsy.com/shop/knitalatte

http://missusd.etsy.com 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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guerilla

GARDENING

Text // Christian Geppert Fotos // Wiebke Hahn, Christian Geppert

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Der wunsch nach einem stück natur, nach einem stück land, das man selber bearbeiten und gestalten kann, scheint ein menschlicher instinkt zu sein. ackerbau erfüllt das grundbedürfnis nach nahrung und macht sich die natur zunutze. gartenbau, Zier- und nutzgärten spielten in jeder Kultur eine zentrale rolle und tun es auch noch heute.

Naja, wenigstens etwas. Alleine in Stadtrandlagen findet man gewachsene Orte. Orte, an denen die Natur noch die Überhand hat. In den betongegossenen Städten ist hierfür kein Platz.

D

aher ist es kaum verwunderlich, dass gerade heute, in hochtechnisierten Zeiten und immer urbaneren Lebensräumen, der Drang nach Natur und vor allem nach dem eigenen Gestalten seiner Umwelt immer mehr zunimmt. Doch wohin soll man mit seinen Ambitionen in der großen Stadt, wo es kaum ein Stück unbebaute Fläche gibt? Die Städte sind heutzutage geplant, sie sind nicht mehr natürlich gewachsen. Entweder es wird den Bewohnern

ein Stück Grün mit eingeplant, oder eben nicht. Falls die Städteplaner also eher auf Gewerbegebiete und Konsum setzen, sehen die Lebensräume oftmals leider ziemlich trostlos aus. Eingezäunte Bäume dienen rein dekorativen Zwecken, hier und da findet man beblümte Grünstreifen zwischen sechsspurigen Straßen. Oder neben einer Ampel steht ein fest installierter Blumenkasten aus Beton, der mehr schlecht als recht dekoriert wird.

Doch sehnt man sich nicht manchmal einfach nach mehr? Nach einem Stück Erde, das man selber bearbeiten kann? Das man nutzen und gestalten kann? An dem man sich erfreuen kann und das man betreut und schützt? Aus diesen Überlegungen entsteht heute die Bewegung der Guerilla Gärtner. Rebellen im urbanen Raum, die sich nicht damit abfinden wollen, dass ihre Umgebung von Städteplanern und Konsum geprägt werden. Mit ganz kleinen Mitteln holen sie sich ein Stück der Umgebung zurück. Sie gestalten ihr kleines Reich. Manche haben das Glück, einen eigenen Garten oder einen Balkon zu haben. Dieser wird bepflanzt und gepflegt. Vielleicht kann man neben der Blumenpracht auch noch etwas Schnittlauch oder gar eine eigene Tomate ernten. Manchen reicht schon das setzen einer Narzissen-Zwiebel, an der man sich erfreut, wenn das erste Grün sich durch die Erde bohrt. Doch was soll man tun, wenn man kein eigenes Grundstück

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paraDiesgÄrtner pFlanZen heilKrÄuter, FreuDenstrÄucher, lachOBst unD tanZgemÜse. Alfred Selacher sein Eigen nennt und man auf den Lebensraum Stadt angewiesen ist? Man wird zum Rebell. Im ganz Kleinen kann man sich sein Stück holen. Oder man wird zu einem richtigen Guerilla, der einen regelrechten Krieg gegen das Establishment führt und sich nicht mit den Gegebenheiten abfindet. Guerilla Gärtner blicken auf eine lange Tradition zurück. Schon zu Napoleons Zeiten überstanden die Spanier ihre

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Besetzung dadurch, dass sie ungenutzte Flächen zu Ackern machten, von denen sie sich ernährten. Heute bildet die ökologische Bewegung eine Menge Abzweigungen, eben wie ein richtiger Organismus. Sie passt sich ihrer Umgebung an und bildet sich so aus, wie es sinnvoll ist. Dabei gibt es viele verschiedene Aspekte, die von den Guerilla Gärtnern verfolgt werden. Geht es dem Einen darum, durch Bepflanzungen auf die Übermacht der Stadt auf-

merksam zu machen, wollen die Anderen Gedenken fördern. Gedenken an einen Verstorbenen, an dessen Unfallort man eine Blume pflanzt. Oder, wie es das englische "Pansy-Projekt" in London tut, Gedenken an Verfolgungen und Angriffe auf Homosexuelle. Manche wollen einfach nur verzieren und schmücken und setzen ihre Pflanzen an ungewöhnliche Orte. So wächst dann mitten auf der Einkaufsstraße in einer Mülltonne eine seltene Art, die mit ihrer farbenfrohen Blüte die Sonne einfängt. Um hier erfolgreich zu sein, kann man Saatbomben einsetzen. Diese kleinen Erdkugeln, gespickt mit Samen, werden einfach geworfen oder fallengelassen. Durch den Regen aufgeweicht, sprießen mit ein bisschen Glück Blüten und Nutzpflanzen. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, wird schnell fündig: An den Bäumen am Straßenrand entstehen blühende Beete, die oft durch kleine Zäune geschützt sind. Projekte von bemühten Anwohnern, denen die städtische Pflege des öffentlichen Raums nicht ausreicht. Und was spricht dagegen, ungepflegte oder auch vergessene Flächen zu kultivieren und zu nutzen? Und daher gehen einige noch weiter. Sie erobern sich Brachflächen in anonymen Großstädten und nutzen sie. Sie beackern und pflanzen. Oft werden diese grünen Oasen zu Treffpunkten, denn Gärten ziehen Menschen an. Zusammentreffen und kultureller


planst Du FÜr ein Jahr, sO sÄe KOrn. planst Du FÜr ein JahrtausenD, sO pFlanZe BÄume. Kuan Chung

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Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten. Rabindranath Thakur Rückzugsort, als Ort der Kommunikation und als Betätigungsfeld.

Austausch, auch das ist ein Grund für Guerilla Gärtner. In multikulturellen Großstädten, kann man voneinander lernen, kann man seltene Pflanzen kultivieren und die grünen Oasen als Treffpunkt nutzen. Schafft man es, Beete zu pflegen und etwas anzubauen, kann die Ernte sozial Schwachen zu einer gesunden Mahlzeit verhelfen. Somit kommt eine Grünfläche, in welcher Form auch immer, einer Menge Leute zugute. Als

So wie der britische Guerilla Gärtner Richard Raynolds in seinem Buch "Guerilla Gardening – Ein botanisches Manifest" die Frage stellt: "Doch zuerst solltest du dir genau überlegen, aus welchem Grund du deine Samen säen oder Pflanzen setzen willst. Was ist das Ziel deines Anschlags? Steht dir der Sinn nach Verschönerung, oder möchtest du etwas ernten? Willst du heimischen Arten einen Platz geben oder schwebt dir ein ausgefallenes gärtnerisches Statement vor? Welche Schwierigkei-

Buchtipp

Guerilla Gardening Ein botanisches Manifest Richard Reynold ISBN 978-3-936086-44-7 www.orange-press.com

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ten könnten sich ergeben? Ist es die Landschaft, die dir Grenzen setzt, oder wirst du auf Gegner treffen? Hast du eine ganz bestimmte Stelle im Kopf, für die du Pflanzen finden musst, oder ist es genau umgekehrt? Hast du vor, ein professioneller Guerilla-Gärtner zu werden, oder willst du nur gelegentliche Anschläge verüben? Wie sorgst du dafür, dass die Gesellschaft von deiner Gärtnerei profitiert – und ist dieser Aspekt für dich überhaupt wichtig?" Und so wollen wir dich anstiften, dich mit deiner Umgebung auseinander zu setzen. Ganz getreu dem Pfadfindermotto "Ein Pfadfinder lässt seine Umwelt immer ein Stückchen besser zurück, als er sie vorgefunden hat".


Alle Inf o www.mund s unter: raub.org

Text // Christian Geppert Foto // mundraub.org

MUNDRAUB.ORG

Freies Obst für freie Bürger EINEN SINNVOLLEN ANSATZ VERFOLGT DAS PROJEKT MUNDRAUB.ORG AUS BERLIN. BEI EINER KANU-TOUR KAM IHNEN EINE GRANDIOSE IDEE: NACHDEM SIE IHR BOOT VOLL MIT SUPERMARKTOBST AUS ARGENTINIEN UND SÜDAFRIKA STOPFTEN, ENTDECKTEN SIE AUF IHRER FAHRT, DASS DAS OBST DER REGIONALEN BÄUME IHNEN QUASI DIREKT INS BOOT FIEL. WAS FÜR EINE VERSCHWENDUNG! DAS WAR DER ANLASS, EIN VERZEICHNIS ANZULEGEN, DAS FREIE OBSTBÄUME VERZEICHNET.

An Straßenrändern und vor der Stadt gibt es viele frei wachsende Obstbäume, die niemandem gehören. Vielleicht sind sie von einem alten Garten übrig geblieben. Oft handelt es sich dabei sogar um alte Sorten. Und damit die Obstbäume weiterhin tragen und genießbare Früchte abwerfen, benötigen sie Pflege. Daher ist ein Abernten und Pflegen nicht nur nahrhaft, sondern auch notwendig, damit die Bäume erhalten bleiben.

"Hier kommt mundraub.org ins Spiel: Auf der Internet-Plattform können Fundstellen von Obst- und Nussbäumen sowie Kräutern und Beeren von den Nutzern auf einer interaktiven Karte eingetragen werden. Andere können diese dann abrufen und selbst von den Früchten in Regionen profitieren, die sonst oft im Abseits stehen. Mundraub macht Spaß allein und bringt noch mehr Freude mit anderen. mundraub.org verbindet

die Community im Internet mit den Obstbäumen in der Realität - es öffnet die Augen der Internetgeneration für eine Ernährung abseits des Supermarkts. Es verbindet Stadt- und Landmenschen, Student und Bäuerin, jung und alt es gibt mehr Großmütter mit vollem Obstgarten und dankbaren Lächeln, als man denkt. mundraub.org ist also mehr als eine Internet-Plattform. Es ist eine Idee, die Menschen durch gemeinsames Pflanzen, Pflegen und Pflücken zusammenbringt." so die Organisatoren im Mundräubers Manifest, das auf der Homepage zur Verfügung steht. Doch neben den bestehenden Obstbäumen spornen die Macher von mundraub.org ihre Community auch an, neue Bäume zu pflanzen. Und so wird deutlich, dass auch sie eine Notwendigkeit entdeckt haben, sich um sein Umfeld zu kümmern. Ob es in der Pflege alter Bäume besteht, oder in der Verschönerung der Umgebung durch das setzen neuer Pflanzen. Hierzu sind wir alle aufgerufen – denn wir alle profitieren davon!

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SEEDBOMBS Ein erster Schritt in die Richtung zum Guerilla Gärtner sind Saatbomben. Diese kleinen Erdkugeln, gefüllt mit Samen, lassen sich einfach abfeuern und erzeugen mit ein bisschen Glück eine wundervolle Wirkung! Die Bomben durch gezielte Würfe an den gewünschten Ort bringen und auf den nächsten Regen warten. Für die Renaturierung größerer Flächen ist ein entsprechender Einsatz von Bällen nötig. Pro Quadratmeter dürfen gerne zehn Bälle verteilt werden, aber natürlich gilt auch hier: Viel hilft viel! Ist die zu begrünende Fläche zugänglich, empfiehlt es sich, gerade zu Beginn, die Entwicklung der Pflanzen durch mehrmaliges Gießen zu unterstützen. Also Wasser marsch! Dies gilt auch bei anhaltender Trockenheit. Und ganz einfach könnt ihr euch am Ergebnis erfreuen! „Die Stadtgärtner“ zeigen dir hier, wie es funktioniert.

Das brauchst du

:

Samen und Saatgut (W ildblumen, Kräuter, Gräser , Gemüse) (1 Teil) gute Blumenerde (5 Tei le) Tonerde (5 Teile) Wasser (1 Teil) Ein Behälter und/oder eine Unterlage zum Anrühren der Zutaten und zum Trockn en der Seedbombs

So geht´s:

Tipps und Tricks für die Zutaten und Anschaffung:

1. Zutaten in der entsprechenden Menge bereitstellen.

Bei der Auswahl der Samen sollte folgendes beachtet werden: Nur regionales Saatgut bzw. einheimische Sorten verwenden (getrocknet)! Wenn möglich Samen aus biologischer Zucht. Niemals giftige Pflanzen benutzen (Kinder)! Robuste Sorten wählen. Ideal sind z. B. Lavendel, Fette Henne, Efeu, Farne, Strauchrosen, Gräser, jegliche Wildblumenarten, Sonnenblumen, Tagetes, Kapuzinerkresse, Gänseblümchen, Klee, Minze, Zitronenmelisse, Rosmarin, Thymian. Witzig sind auch Kürbisse!

2. Blumenerde Sieben. 3. Saatgut(-mischung) zur Pflanzenerde hinzufügen. 4. Gut vermischen und durchrühren.

5. Tonpulver hinzufügen und wieder mischen. 6. Langsam Wasser hinzugeben, bis eine zähe Masse entsteht, die sich gut formen lässt. Ist der Teig zu wässrig, einfach nachträglich trockene Bestandteile zugeben, bis der Teig die entsprechende Konsistenz hat. Der Teig sollte jetzt relativ zügig verarbeitet werden, da er schnell aushärtet. 7. Nun beginnt das eigentliche „Rollen“ der Seedbombs. Je nach gewünschter Größe (nicht größer als walnussgroß, da die Samen sonst keimen, bevor der Seedball durchgetrocknet ist) die entsprechende Menge Teig abbrechen und ohne besonderen Kraftaufwand zwischen den Handflächen hin- und herrollen, bis eine glatte, runde Kugel entsteht. 8. Die Bälle anschließend zum Trocknen z. B. auf einer alten Zeitung ablegen.

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In einigen Anleitungen wird die Verwendung von Kompost als Beimischung zur Blumenerde empfohlen. Da gute Blumenerde jedoch sehr reichhaltig an Nährstoffen ist, kann man aber darauf verzichten. Allerdings sollte Erde, zum Schutz der Moore, ohne Torfzusatz benutzt werden! Es erleichtert die Herstellung ungemein, wenn die Erde trocken und vor der eigentlichen Benutzung gesiebt wurde. Tonerde ist auch bekannt als Tonpulver, Lehmpulver, Lehmmehl oder Tonmehl und kostengünstig in größeren Mengen im (Natur-) Baustoffhandel zu erhalten (ab 25 kg, ca 10 Euro) . Kleine Mengen erhält man im Internet oder im Zoofachhandel, als Bodengrund für Terrarien (1 Euro je kg). Wer es exklusiv mag, kann auch Heilerde aus der nächsten Apotheke nehmen, diese ist jedoch um ein vielfaches teurer.


1. Utensilien

2. Sieben

3. Saatgut

4. Mischen

5. Tonpulver

6. Wasser

7. Matschen

8. Rollen

9. Fertig

Braunes, ockerfarbenes oder rotes Tonpulver verwenden (möglichst kein graues oder weißes). Auch hier ist darauf zu achten, dass die Tonerde unbehandelt bzw. unbelastet ist. Tipps zur Trocknung und Lagerung der Seedbombs: Halbschatten bis Sonne, aber nicht auf künstlichen Wärmequellen wie Heizung o. ä. zurückgreifen, da diese die Samen unbrauchbar machen können. 1 – 2 Tage trocknen (Je nach Wetter und Temperatur). Getrocknete Bälle kühl und gut belüftet lagern, dann halten sie viele Wochen. Lagerung nicht in geschlossenen Plastiktüten (Schimmelgefahr). Besser einen Jutebeutel verwenden.

Die Stadtgärtner Zwei junge, kreative Kö pfe, die auf dem Land und im Grünen groß gewo rden sind, haben sich die zeitgemäße Gewandun g eines uralten Konz epts zur Aufgabe gemach t: Freiräume für Pf lanzen in den Städten zu ero bern und den Anbau von Lebensmitteln in die Wohngebiete zurückzu holen. Sie haben uns diese An leitung und die tollen Bilder zur Verfügung gestellt. Ihre eigenen Seedbo mbs bieten sie auf Dawand a an: http://de.dawanda.com /shop/DieStadtgaertne r Fotos und Text // Derk Niemeijer/Die Stadtgärtner

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Produktwelt

Papier

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Papierfäden

Eco-Wallsticker

Buch Mobile

Die Wienerin Linda Thalmann liebt Papier! Egal ob industriell oder von Hand hergestellt, in Bögen, Streifen, zum darauf Schreiben oder das bloße Material. In ihrer kreativen Arbeit nutzt sie es, um daraus filigrane Bänder herzustellen. Perfekt als Geschenkband oder auch um daraus ansprechende Bilder zu sticken.

Hu2 Design aus London bietet verdammt witzige Wallsticker und andere kreative Ideen an. Dabei ist Eco-friendly die höchste Priorität! Und das drücken sie auch ganz klar in diesem Wallsticker aus: Der kleine Hamster sorgt in seinem Rad für saubere Energie direkt aus deinem Lichtschalter!

The Shop House bietet „Bucharbeiten“ und kleine Kunstgegenstände an. Für dieses Mobile wurde ein altes Buch völlig neu arrangiert. Herausgekommen ist ein ziemlich spannendes Mobile, dass sich nicht nur über dem Lesesessel gut macht. Die Macherin hat zu ihren Arbeiten sogar ein Buch herausgegeben.

www.paperphine.com

www.hu2.com

www.etsy.com/shop/theshophouse

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Fotos // PaperPhine, HU2, The Shop House, Zipper8Lightning, Joe Bagley, BlackBaroque

FAVOURITE

Gefiltertes Licht

Butterfly

Octopus Druck

Eine wunderschöne Lampe aus einem ungewöhnlichen Material: Zipper8Lighting setzt Kaffeefilter ein, um ein außergewöhnliches Licht zu erzeugen. Diese große Bodenlampe macht sich wunderbar im Schlafzimmer, das gedämpfte Licht erzeugt eine romantische Stimmung. Im ETSY-Shop gibt es noch viele weitere Modelle.

Die handgeschnittenen, filigranen Kunstwerke des Amerikaners Joe Bagley sind einfach faszinierend. Aus einem Stück schwarzer Pappe zaubert er alle möglichen Figuren und Shiluetten: Tiere, Personen, Muscheln, Gebäude und sogar ganze Landschaften. Absolut dekorativ und beeindruckend!

BlackBaroque verarbeitet antike Buchseiten und bedruckt diese mit kuriosen Motiven. Die vintage angehauchten Ergebnisse sind höchst dekorativ. So wie dieses ungleiche Duell zwischen dem riesigen Kraken und dem Fechter. Wie wird es ausgehen? Vielleicht verrät der Text im Hintergrund den Ausgang.

www.etsy.com/shop/Zipper8Lighting

www.etsy.com/shop/papercutsbyjoe

www.etsy.com/shop/BlackBaroque 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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Fotos // Wiebke Hahn

STREET ART 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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Kim Kalkowski ist Veganerin. Aus ihrer Überzeugung heraus hat die 25-Jährige ein kleines veganes Imperium aufgebaut. Neben dem Online-Versand gibt es ein Café mit CateringService und den ersten deutschen veganen Supermarkt „Vegilicious“. Wir haben uns in ihrem Dortmunder Café umgesehen und die "tierfreien" Kuchen probiert. Eine tolle Erfolgsgeschichte und ein echtes Eigenwerk. Du bist mit Jung-Unternehmerin aus Leidenschaft, und damit richtig erfolgreich. Du lebst deine Überzeugung aus und hast diese zu deinem Beruf gemacht. Seit wann lebst du vegan und woher kam deine Überzeugung? Mein letztes Stück Fleisch ist 15 Jahre her. Damals war ich elf Jahre alt und die Entscheidung hatte einen einfachen Grund: Ich liebe Tiere und wollte nicht, dass ein Tier für mich sterben muss, um auf meinem Teller zu landen. In den Jahren als (junge) Vegetarierin wurde mir immer bewusster, dass der Tod der vielen, vielen Tiere nur die Folge nach einem qualvollen Leben voll Angst, Dunkelheit und Folter ist. Das Bild der glücklich grasenden Kuh auf frischer Weide ist Augenwischerei, die Realität sieht anders aus. Das wurde mir immer bewusster. So entschied ich mich mit 18, vegan zu werden. Ein kurzes Portrait über Kim findet ihr auch auf dem Blog peopleandpassion.de Foto // Melina Opitz

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Mit deinem veganen Online-Versandhandel hat alles angefangen. Jetzt betreibst du außerdem eine Cateringfirma, einen veganen Supermarkt und - als neuestes Projekt - ein veganes Café mitten in der Dortmunder Innenstadt. Was war die zündende Idee für dein Vegan Wonderland? Hast du direkt nach der Schule damit begonnen oder hattest du zuerst andere Berufspläne? Ich habe nicht nach der Schule damit begonnen sondern sogar schon während der Schulzeit, während des Abiturs. Das ist mittlerweile über fünf Jahre her. Die Idee dahinter wurde in der Not geboren. Es gab damals einfach noch kein großes Angebot für Veganer. Es war nicht möglich, Milchalternativen, wie Sojamilch, im Supermarkt zu kaufen. Es gab kaum Fleischalternativen und vegane Käsealternativen höchstens in England. Das hat viele Menschen davon abgehalten, Ihre Ernährung komplett umzustellen. Ich wurde immer wieder von Freunden und Bekannten gefragt, was ich denn esse, und wo ich es her beziehe. Da kam mir der Einfall, einfach alles zusammenzutragen, Hersteller abzuklappern und einen Onlineshop mit breitem Angebot zu eröffnen.

„Mein letztes Stück Fleisch ist 15 Jahre her.“

Gab es Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit? Woher hast du Unterstützung bekommen? Wie haben deine Familie und deine Freunde auf deine Pläne reagiert? Wir sind an unseren Aufgaben gewachsen. Gestartet haben wir zu zweit und wir hatten die Hoffnung, irgendwann mal davon leben zu können. Zuerst hatten wir nur ein kleines Angebot von rund 25 Produkten – heute sind es über 1800. Meine Familie war zuerst verwundert, hat es lange als Hobby angesehen. Das hat

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sich seit drei Jahren komplett geändert und es ist ein Vollzeitjob.

„Veganismus hat nichts mit Verzicht zu tun.“

Welche Kriterien setzt du bei deinen Mitarbeitern an? Sind sie alle überzeugte Veganer? Bei uns bewerben sich viele Veganer – einfach, um in ihrem Alltag einem ethisch vertretbaren Job nachzugehen. Bewerber gibt es viele und unser Team besteht mittlerweile aus 16 Mitarbeitern. Teilweise sind sie sogar deutschlandweit für den Job umgezogen. Und wer sind deine Kunden? Sind es hauptsächlich überzeugte Veganer, oder kommen auch die ganz normalen jungen Bio-Familien zu dir? Unsere Kundschaft ist bunt gemischt. Zu uns finden Menschen jeden Alters und mit absolut verschiedenen Backgrounds. Wir haben das Rentnerehepaar, das nur zum Kaffeetrinken kommt, die jungen Bio-Familien beim Stadtbummel, Menschen, die bewusster und ökologisch leben wollen, viele Allergiker, einige Kunden die auf Cholesterin verzichten und natürlich viele Vegetarier und Veganer. Da sind besonders viele junge Menschen dabei, auch einige aus der Harcore-Szene. Erzähle uns doch etwas über deine Backwerke. Wir haben unglaubliche Torten und Cupcakes entdeckt. Oh ja, das ist etwas ganz Besonderes: Wir haben uns auf vegane Torten und insbesondere Hochzeitstorten spezialisiert. Seit fünf Jahren biete ich individuelle Torten an und im letzten Jahr habe ich ein veganes Backbuch veröffentlicht. Woraus besteht eine vegane Torte und wie lange dauert die Zubereitung?

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Tolles Ambiente im Cakes´n`Treats Café in Dortmund.

Die Zubereitung ist mit der einer unveganen Torte zu vergleichen. Wir fertigen mittlerweile sehr aufwändige und ausgefallene Torten und da ist es nicht unüblich 2 – 3 Tage an einer Torte zu arbeiten. Andere sind in kurzer Zeit gemacht… Es kommt einfach auf die Torte an. Wir verwenden statt Kuhmilch z. B. Pflanzenmilch aus Soja, Reis oder Hafer. Statt Butter nehmen wir Margarine und selbst für Eier gibt es den passenden EiErsatz namens No Egg. Meine persönliche Lieblingstorte ist eigentlich keine Torte sondern ein Kuchen: American Lemon Cream Pie Was empfiehlst du Interessierten oder angehenden Veganern? Was muss ich für eine vegane Grundausstattung meiner Küche einkaufen? Das Internet ist eine tolle Quelle für Tipps und Tricks zum veganen leben. Dort sind schnell alle Informationen gefunden und es ist leicht, sich in den vielen Foren darüber auszutauschen. Das ist sehr hilfreich. Ansonsten gibt es viel Literatur. Sehr schön ist das neue Buch „Vegan“ von Marc Pierschel. Da sind alle Infos ganz direkt auf den Punkt gebracht. Kochbücher gibt es mittlerweile ganz viele und wer unsere Köstlichkeiten nachbacken will,

greift auf mein Buch „Vegan Wondercakes“ zurück. Die vegane Grundausstattung ist mittlerweile in jedem Supermarkt zu finden. Neben pflanzlicher Margarine, Milchalternativen, Gemüse, Obst, Getreide, Nudeln, Reis, Brot gibt es dort auch Joghurts & Co. Und alles Andere gibt es bei uns – sogar die vegane weiße Schokolade! Ich habe schon des Öfteren gehört, dass viele sich einfach nicht trauen, auf eine vegane Ernährung umzustellen. Der Grund: Die Angst Fehler zu machen. Ich kann nur raten, einfach mal über den Tellerrand zu blicken. Veganismus hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern ist eine ökologisch und ethisch sinnvolle Lebensweise, die vor Energie und Lebensfreude sprüht. Daher: Einfach ausprobieren! Was wünschst du dir für die Zukunft? Hast du bereits weitere Projekte in Planung?

Cakes´n`Treats Café Bissenkamp 11-13 44135 Dortmund Öffnungzeiten: Dienstag - Samstag von 11.00-19.00 Uhr Sonntag 10.00-16.00 Uhr www.cakesntreats.de Online-Shop www.vegan-wonderland.de Kims Backbuch Vegan Wondercakes Kim Wonderland ISBN: 978-3-00-032830-5 Compassion Media

Selbstverständlich wünsche ich mir derzeit, das beide Ladengeschäfte sich in Dortmund etablieren können. Und was in Dortmund funktioniert, funktioniert sicher auch an anderen Orten. Text und Fotos // Wiebke Hahn

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e t t i B nicht n e r รถ st

Kreatives Chaos oder geordneter Arbeitsplatz?

Eigenwerker geben uns einen Einblick

in ihre Kreativschmieden!

Wien

Linda

Thalmann www.paperphine.com

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n

Bosto

y e l g Ba Joe

www.papercutsbyjoe.com

ig

Leipz

Di n

na h n a H

Cernohorsky de.dawanda.com/shop/smuk 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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Berlin

a t t e b a s i l E

Lombardo

www.renewfabrics.com

Anna

H채rlin

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Rahmen // designhands (flickr cc)

Berlin


Leipzig

n e o h c S Henrike

www.bastisrike.de

nz

Koble

aus? kreatives Reich Schick Wie sieht dein ? et penibel geordn es in n Chaotisch oder re tie und wir pr채sen ! uns ein Foto be ga en Aus unserer n채chst k-magazin.de

hallo@eigenwer

r h C

n a i t is

Zsagar www.zsagar.de

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Produktwelt

g n i l c y c e R

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Koffer Couch

Postsack

Tea Time Armereifen

REcreate ist das Label der Südafrikanerin Katie Thompson, die sich auf Einzelstücke aus wiederverwertetem „Müll“ wie Koffern, Waagen, Taschen und Geschirr spezalisiert hat. Daraus entstehen beeindruckende Möbelstücke, Lampen und Tische, die durch die neue Zusammensetzung einen einzigartigen Charakter haben.

Die Kollektion „Old & Teak Various“ von dem niederländlischen Label Stapelgoed greift auf alte Materialien zurück, die wiederverwertet werden. So kommen Jute-Taschen, Postsäcke, altes Leinen und getragene Jeans zum Einsatz. Sie alle haben eine unterschiedliche Struktur, sind einfarbig oder gemustert, was diese Kollektion so einizigartig macht.

Für jeden Freund der alten englischen Tea Time zaubert die Britin Abigail MaryRose Clark ihre wiederverwerteten „Vintage Teacup Barclets“. Die Vielfältigkeit der unterschiedliche Dekors nutzt sie für die bezaubernden Armreifen und verleiht ihr mit umflochtenen Samtbändern ihre individuelle Note.

www.recreate.za.net

www.stapelgoed.com

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www.etsy.com/shop/ StayGoldMaryRose


Fotos // REcreate, Stsapelgoed, StayGoldMaryRose, Housedoctor, Haute Keys, BootsNGus

FAVOURITE

Paletten-Roller

Schmuck-Tipp

Leuchte

Die dänische Möbelfirma Housedoctor zeigt uns, wie man alte Paletten noch sinnvoll nutzen kann. Einfach eine Glasplatte drauf, Rollen drunter – fertig ist der Couchtisch! Ein echter Hingucker und vielleicht auch ein Anreiz für ein eigenes Projekt... Gibt´s in verschiedenen Größen von klein bis riesig.

Haute Keys liebt es, aus alten Schreibmaschinen tollen Schmuck zu fertigen. Dabei nutzt sie die unterschiedlichen Tasten und kreiert ihre Stücke. Gerne setzt sie diese nach den Kundenwünschen zusammen und lässt sich zu ihren Ketten, Ohrringen und Armbändern inspirieren.

BootsNGus bietet auf ETSY ganz wunderbare Up-Cycling Produkte an, die die Wohnung verschönern. Dabei werden Einmachgläser, Vasen oder Töpfe zu Lampen, alte Jeans zu Platzsets und Stoffreste zu Taschen. Außerdem bieten sie in ihrem Shop eine große Auswahl an VintageMagazinen und Büchern an.

www.housedioctor.dk

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EIN TAG IN

KOBLENZ

Weiter geht es, mit unserer Reihe „Ein Tag in…“. Dieses Mal zog es uns in das nördliche Rheinland-Pfalz, nach Koblenz. Hier, an der einzigen Stadt an Rhein und Mosel, präsentiert sich in diesem Jahr die BUGA, die Bundesgartenschau. Text // Birgit Axler Fotos // Wiebke Hahn, Christian Geppert

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S

amstag, 8:30 Uhr Treffpunkt im Ruhrgebiet. Ab ins Auto und los geht es! Gut zwei Stunden später erreichen wir Koblenz, aufgehalten durch den obligatorischen zähflüssigen Verkehr um Köln. Eine echte Alternative stellt die Anreise per Bahn dar, denn der Weg dorthin zählt zu einer der schönsten Bahnstrecken Deutschlands, da die Verbindung entlang des idyllischen Rheins verläuft. Eine weitere Möglichkeit ist den Wagen in Königswinter stehen zu lassen und von dort aus mit dem Schiff nach Koblenz zu fahren. Die Fahrt auf dem Rhein dauert ca. drei Stunden. In Koblenz angekommen, fällt uns zunächst die Orientierung schwer. Wir hatten erwartet, dass uns bereits ab der Autobahn übergroße Hinweisschilder zur BUGA leiten würden. Doch statt das von uns erwartete Parkleitsystem vorzufinden, kommen wir uns vor wie bei einer Schnitzeljagd, sodass wir zu guter Letzt für die verbleibende Strecke doch noch das Navigationsgerät zu Rate ziehen. Wir parken, den Park-and-RideSchildern ins Industriegebiet folgend,

an der Messe und zahlen fünf Euro pro Auto. Der Parkschein ist bis 22 Uhr gültig. Dazu gibt es on top eine ausführliche Erläuterung der freundlichen Parkplatzwächterin: Welchen Bus wir nehmen sollten und wo wir am besten aussteigen. Der Shuttlebus zum Deutschen Eck ist kostenfrei und fährt im Fünf-Minuten-Takt.

Die Bundesg artenschau in Koblenz – n och bis zum 16.10.2011. Tageskarte Erwachsene 2 Kinder/ Jugen 0 Euro, dliche 5 Euro . www.buga2 011.de

Wir akkreditieren uns in der Geschäftsstelle der BUGA und beginnen unseren Rundgang mit den Gärten der Freundschaft. In den „Gardens of friendship“ präsentieren sich Partnerstädte unter dem Motto „Stadt am Wasser“. Jeder Garten ist mit Kettenvorhängen umhüllt, die wie Wasserwände anmuten. Verbunden werden diese Gärten durch einen blauen Weg, der, thematisch passend, einen Fluss symbolisiert. Um den Rhein zu überqueren stellen wir uns in der mehr als hundert Meter langen Warteschlange hinten an, um die Seilbahn zu besteigen, die quer über den Fluss führt. Je eine Hin- und Rückfahrt pro Tag sind in dem Eintritt enthalten. 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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Zwar bewegt sich die Schlange zügig vorwärts, dennoch lautet unsere Empfehlung, die BUGA an einem Wochentag zu besuchen und den großen Wochenend-Ansturm zu meiden. Die Fahrt über den Rhein ist dagegen sehr empfehlenswert. Nur so bekommt man die Gelegenheit, die einzigartige Aussicht über den Rhein, auf die Festung und auf das Deutsche Eck zu genießen. Die Seilbahn wird nach der BUGA bis 2013 wieder abgebaut, da ansonsten der UNESCO-Kulturstatus „Kulturlandschaft Oberes Rheintal“ gefährdet ist.

KOBLENZ ERLEBEN Oben angekommen, eröffnet sich uns das eigentliche, weitläufige BUGAGelände auf dem Plateau der Festung Ehrenbreitstein. Wir blicken auf Grünanlagen, Gewächshäuser und Rabatten, flanieren zwischen Beeten und Gärten und lassen uns ein wenig

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reizüberflutet einige Augenblicke zwischen den unglaublichen Massen an Wochenendbesuchern treiben, bis unser Blick auf eine merkwürdige Konstruktion aus Holz fällt. „Echolot“ heißt dieser Ausstellungsbeitrag der örtlichen Fachhochschule aus den Bereichen Architektur und Bauingenieurwesen. Mittels einer Software wurden die Ortungsrufe des „Abendseglers“, einer heimischen Fledermausart, als Oszillogramm dargestellt. Hieraus ergab sich die dreidimensionale Darstellung der Schalldruckpegel in Abhängigkeit von der Zeit, dem der Grundriss der Holzkonstruktion entspricht. Besucher der begehbaren Installation aktivieren über Bewegungsmelder die Ortungsrufe der Fledermaus, die dann optisch durch Lichtinstallationen im Boden und auch akustisch wahrnehmbar sind. Das Projekt „Echolot“ wurde mit dem Sommerrock-Holzbaupreis der Bauwirtschaftsverbände RheinlandPfalz ausgezeichnet.


aus China dazu. „Schließlich überschwemmen uns diese auch.“ So ist „Les Envahisseurs!“ ein humorvoller und zugleich kritischer Kommentar der menschlichen Eingriffe in die Natur.

DIE WILDEN 13

INVASION VOM MARS? Auf dem weiteren Weg sticht uns ein Container ins Auge, der zunächst so gar nicht in unser bisheriges Bild der BUGA passen will. Dieser rote Überseecontainer, von dem bereits teilweise der Lack absplittert, wurde an jeder Längsseite mit nach außen gewölbten Plastikfenstern versehen. So erkennt man auf Anhieb, dass er vor lauter Gewächsen fast zu platzen droht. Es handelt sich um die begehbare Installation „Les Envahisseur!“ des schweizer Künstlerpaars Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger. Aus Reiseutensilien wächst eine farbenprächtige und exotische Pflanzenwelt. Doch Obacht! Neophyten, also invasive Gewächse, bilden den Hauptbestandteil. Diese blinden Passagiere, die häufig unbeabsichtigt im Gepäck immigriert werden, stellen für die heimische Fauna und Flora ein echtes Problem dar. Mit einem Augenzwinkern zählen die beiden Künstler auch Plastikblumen

Wir wandern weiter in Richtung Feste Ehrenbreitstein, in deren Hauptgraben 13 verschiedene Themengärten als Teil der gärtnerischen Ausstellung zu bewundern sind. 13 Landschaftsarchitekten und Gartenbaufirmen haben gemeinsam charakteristische und traditionelle Themen der Region gestalterisch umgesetzt. Themen aus den unterschiedlichen Landschaftsräumen zwischen Rhein und Mosel, Eifel, Hunsrück, Taunus und Westerwald spiegeln sich in diesen Umsetzungen gekonnt wider. Um den Massen an der Seilbahnstation zu entgehen, entscheiden wir uns dafür, abseits der ausgetretenen Wege zu gehen und das BUGA-Gelände über den Felsenweg zu verlassen. Natürlich nicht ohne den ergreifenden Ausblick von der Feste aus auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck zu genießen. Am Ausgang des Felsenwegs befindet sich eine Jugendherberge. Wer sich also nach einem anstrengenden Tag auf der BUGA in einem mittelalterlichen Gebäude betten möchte, ist hier genau richtig. Direkt an der Herberge befindet sich ein Schrägaufzug, mit dem man den recht steilen Abstieg problemlos meistert. Barrierefreiheit wird auf der BUGA großgeschrieben.

Jugendherber ge Festung Ehre nbreitstein www.diejuge ndherbergen .de

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DIE DOOFEN BLUMEN

Künstlers Druckgrafiken des ter Christian Zsagar un e r.d www.zsaga renbreitstein – Kunstresidenz Eh s unter Termine und Info . de www.kunstresi nz m blogspot.co

Im Ortsteil Ehrenbreitstein angekommen, besuchen wir die Galerie bzw. das Atelier Z´s von Christian Zsagar. Der 1969 in Hannover geborene Künstler studierte Grafik und – laut Biografie – „andere Schweinereien“, und beschäftigt sich derzeit hauptsächlich mit Druckgrafiken. Als er vor zwei Jahren das Atelier am Kapuzinerplatz bezog, fand er dort eine gut erhaltene, alte Druckmaschine vor. Ein Wink des Schicksals? Neben darstellenden Grafiken beschäftigt sich Zsagar intensiv mit dem Zusammenspiel von Schrift und Text. Freudig überreicht er uns eine Postkarte, auf der in großen Lettern „L´Art, c´est moi!“ steht und lacht. Wir merken schnell, es steckt viel Humor in seinen Arbeiten. Wir lesen passend zur BUGA Sätze wie „Schöner beeten“, „Die doofen Blumen“ und schmunzeln über „Den frühen Wurm erwischt´s.“. Recht hat er… Mit strahlenden Augen weist er zum Abschied noch auf seine skurilen künstlerischen Motive hin, die ihm besonders viel bedeuten. Christian Zsagar ist ein Mitglied im Kulturraum Ehrenbreitstein e. V., ein Zusammenschluss der Kunstund Galerieszene des koblenzer Kreativviertels. Hier bündeln sich zeitgenössische Kunst wie Keramik und Druckgrafik mit der Geschichte der Stadt. Zur BUGA gestalteten verschiedene Künstler 15 „mobile Beete“ zu unterschiedlichen Themen. Noch bis September werden diese Arbeiten im Rahmen des Kultursommers als Paraden auf der BUGA zu sehen sein. Daneben haben die Ateliers im historischen Zentrum der barocken Residenzstadt bis in die Abendstunden geöffnet und laden interessierte Besucher herzlich zu einem Blick über die Schultern der Künstler ein.

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Becher mit zwei Sorten kostet 1,20 Euro. Wir wählen dunkle Schokolade und HimbeereJoghurt, Mandel und Panacotta Karamell sowie Mango und Papaya. Unser Urteil: Die Empfehlung war keineswegs übertrieben! Das Anstehen lohnt sich voll und ganz!

DONAUWELLE UND EIS Die Zeit verging wie Pusteblumen im Wind, doch bevor wir uns den richtigen Shuttlebus zur Messe suchen, wollen wir etwas verschnaufen. Im Café am Markt bestellen wir uns, da es bereits nach 16 Uhr ist, Kaffee und Kuchen. Draußen unter dem Sonnenschirm bekommen wir unseren Kaffee in großen Bechern. Dazu gibt es Bienenstich und, passend zu Rhein und Mosel, noch Donauwellen. Logisch. Leicht übersättigt, aber mindestens ebenso zufrieden, reiben wir uns die Bäuche. Von Ehrenbreitstein aus machen wir via Shuttlebus noch einen kurzen Abstecher und steigen am Schlosspark aus. Mehrfach wurde uns wärmstens ans Herz gelegt, unbedingt die Eisdiele E Gel O Sia zu besuchen. Zitat: „Das ist die legendärste, weil leckerste Eisdiele überhaupt!“ Trotz des „leichten“ Snacks im Café am Markt lassen wir es uns nicht nehmen, diese Behauptung persönlich zu überprüfen. Wie angekündigt, finden wir eine lange Warteschlange vor der Eisdiele in der Innenstadt. Das hausgemachte Eis wird ausschließlich in Pappbechern serviert, in die das Eis bis zum Rand gestrichen wird. Ein kleiner

Auf dem Parkplatz an der Messe lassen wir uns müde und letztlich doch zufrieden in die von der Sonne aufgeheizten Autositze fallen. Unser Fazit: Ein Tag in Koblenz lässt sich gut verbringen, nur sollte man Besuche am Wochenende tunlichst vermeiden. Die BUGA entsprach nicht ganz unseren Vorstellungen, ist sie doch mehr Schau, als Garten. Doch, wie bei so Vielem im Leben, wenn man nur ganz genau hinschaut, entdeckt man für sich kleine Schätze und Abenteuer: bionische Bauten, kleine grüne Invasoren und Gärten in Form eines Weidenkorbs. Insbesondere unser Rundgang durch Ehrenbreitstein und der Besuch beim stets verschmitzt lächelnden Künstler Christian Zsagar haben uns wieder versöhnlicher gestimmt. Und wer erst einmal das legendäre Eis von E Gel O Sia probiert hat, weiß: Koblenz ist eine Reise wert! ×××

Eisdiele E Gel O Sia www.egelosi a.de

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Produktwelt

Stoff FAVOURITE

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Bestickte Kissen

Geld-Monster

Regenwolke

Die dänische Firma Housedoctor besticht in seiner neuen Kollektion wieder durch einen einzigartigen Charme. Derbe Stoffe werden mit filigranen Stickerein verziert. Diese Kissen machen sich einfach wunderbar auf jedem Sofa, denn die filigranen Muster sind so farbenfroh, dass sie jedem Raum den nötigen Charme verleihen.

Witzige Stoffideen aus Barcelona gibt´s von Yohi & Olivia. Kleine Täschchen in Monster-Form, die aber niemandem Angst machen wollen! In ihnen lassen sich Schlüssel, Kleingeld und Mobiltelefon verbergen – und der Reißverschluss-Mund behält das Geheimnis sicher für sich. Verschiedene Modelle stehen zur Auswahl.

Die Designerin Anna Härlin bezaubert nicht nur mit ihren filigranen Arbeiten aus Papier. Sie weiß auch, wie man mit Stoff umgeht! Und so hat sie ein kleines Mobile genäht: Eine tropfende Regenwolke. Doch keine Sorge, das Mobile zaubert eher eine Lächeln aufs Gesicht, als dass man an Regenwetter denkt. Ein tolles Objekt in jedem Kinderzimmer.

www.housedocotr.dk

www.yohiandolivia.com

www.annahaerlin.de

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Fotos // Housedoctor, Yohi & Olivia, Anna Härlin, Lipbert, Ninon, cute MonstR

Stoff-Gürtel

Patchwork Monster

Baktus T-Shirt

Die genähten Stücke von Alex Lipbert sind etwas ganz Besonderes – jedes ein handgefertigtes Unikat. Dabei greift sie auf VintageStoffe zurück und setzt Akzente mit knalligen 70er-Jahre-Motiven. Ob Gürtel, Handy-Säckchen oder Laptop-Sleeve: Die funktionalen Aspekete und die Qualität stehen bei ihr immer an oberste Stelle.

Witzige und kuriose Monster, die niemandem Angst machen, sind Ninons Leidenschaft. Und die sind sicher nicht nur was für Kinder. Im Patchwork-Verfahren kombiniert sie unterschiedliche Stoffe, Spitze, Applikationen und verziert diese mit bunten Stickereien. Außerdem produziert sie gerne individuelle Stücke auf Anfrage.

Aua-aua – da hat sich ein kleiner Herr Karies gebildet. Gott sei Dank nur auf dem T-Shirt! Dieses knuffelige Motiv von cute monstR gibt es neben vielen Weiteren im kreativen Online-Shop der Hamburger Jungdesigner. Passend dazu gibt es Taschen, Hoodies und Schmuck und laufend spannende Design-Contests, an dem jeder teilnehmen kann.

www.lipbert.de

www.etsy.com/shop/ninon

www.cute-monster.de 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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DAS

Urban Gardening

GLÜCK IST

Text und Fotos // Wiebke Hahn

GRÜN

Über 60 Jahre lang lag das 6 000 qm große Wertheim-Gelände brach. Verseuchter und teils versiegelter Boden sowie tonnenweise Müll konnten Robert Shaw und Marco Clausen nicht davon abhalten, ihre Vision einer urbanen Farm in die Tat umzusetzen. Zum Glück! Denn dank der Entschlossenheit der Gartenpioniere und dank der tatkräftigen Hilfe zahlreicher Freiwilliger wächst und gedeiht mitten in Berlin Kreuzberg nun Gemüse in Bio-Qualität.

Im Mai starteten die Jungbauern mit ihrem Prinzessinnengarten ins dritte Gartenjahr. Die Ziele für diese Saison: Die Einrichtung einer Container-Werkstatt und einer Container-Küche.

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ähen, Stricken, Schreinern, Zeichnen – welche Art von Eigenwerk macht am glücklichsten? Welcher Schaffensprozess bringt die tiefste mentale Befriedigung und welches fertige Eigenwerk lässt den Macher vor Stolz fast platzen? Eine pauschale Antwort darauf gibt es zum Glück nicht. Aber in letzter Zeit sind uns immer mehr und immer lauter werdende Stimmen zu Ohren gekommen, die behaupten: Keine Tätigkeit macht so glücklich, keine Tätigkeit bringt den Eigenwerker so sehr in Einklang mit der Natur und mit sich selber wie das Gärtnern. Jeder, der als Kind bereits einmal darüber gestaunt hat, wie aus einer Hand voll Samen über Nacht ein duftender, sattgrüner Kresse-Teppich wachsen kann, hat bereits eine leise Ahnung davon, worüber diese Stimmen sprechen. Was macht das Gärtnern gerade für (Groß-) Stadtmenschen so anziehend? Pflanzen kennen keinen Stress, können nicht mit Überstundenarbeit, Meetings oder Zielvereinbarungen zu schnellerem, ertragreicherem Wachstum überredet werden. Alles zu seiner Zeit. Morgen, Mittag, Abend, Nacht. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Sähen, pflegen, ernten, verarbeiten. Punkt. Der reizüberflutete, überkommunikative und stets zeitsparende Stadtmensch wird zunächst vielleicht ob der stoischen Beharrlichkeit der Pflanzen zu nervösem Augenzucken neigen. Beugt er sich aber dem Rhythmus der Natur und akzeptiert den Lauf der Dinge, wird der Umgang mit den grünen Lebewesen schnell zur Feierabend Lieblingsbeschäftigung Nummer Eins aufsteigen. So viel zum Thema Work-Life-Balance. Wir sagen: Gärtnern ist das neue Yoga! Wurde nicht auch Madonna letztens mit Gummistiefeln und Schüppe in der Hand von Paparazzi abgelichtet?

Urbanes Gärtnern vs. Stadtranderholung

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och wo in der Erde buddeln, wenn der Hinterhof des heimischen Häuserblocks keinen Fleck Sonne abbekommt, die eigene zwei Zimmer, K, D, B Wohnung nicht über den Luxus eines Balkons verfügt oder man schlicht und einfach keine Lust hat, allein zu buddeln? Eine Parzelle in der local Kleingarten-Community ist für die Wenigsten eine Lösung. Zu akkurat werden die Hecken gestutzt. Zu scheinheilig grinsen die Gartenzwerge. Mitten in der Stadt sollte der Garten sein. Dort, wo sich das Leben abspielt. Dort, wo man seine Nachbarn trifft. Dort, wo Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und sozialen Milieus Tipps über Gemüseanbau, Saatgut und Ernte-Erträge genauso untereinander tauschen wie die leckersten Familienrezepte. Der gemeinschaftlich bewirtete, urbane Garten als fester Bestandteil des städtischen Lebens, nicht als Flucht davor. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Weit gefehlt – diese grünen Oasen in der Stadt existieren. Auch in Deutschland. Und zwar weitaus häufiger, als man vielleicht denkt! Von Urban Farms über Nachbarschaftsgärten, Gemeinschaftsdachgärten und Frauengärten bis hin zu Interkulturellen Gärten. Sie tragen Namen wie Rosa Rose, Ton Steine Gärten oder Prinzessinnengarten. Letzterem haben wir einen Besuch abgestattet. Pünktlich zur Saisoneröffnung am Eisheiligen-Wochenende.

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Seit der 2. Gartensaison dabei: Das Container-Café. Hier gibt es für Gärtner und Besucher erfrischende Bio-Limonaden, Kaffee und leckeres Bio-Food mit Gemüse und Kräutern aus eigenem Anbau.

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Die beiden Macher der Prinzessingärten Robert Shaw und Marco Clausen standen uns zu einem Interview bereit:

E

uer Prinzessinnengarten ist ein Paradebeispiel für ein gelungenes Urban Gardening Projekt! Ihr habt ein großes Medieninteresse erweckt und seid in aller Munde. Was empfehlt ihr Eigenwerkern, die auf das Thema Urban Gardening aufmerksam geworden sind und gerne selber aktiv werden würde. Leider hat nicht jeder das Glück, in Berlin, München oder einer sonstigen KreativMetropole, also im Einzugsgebiet einer Urban Farm zu leben. Wo sollte man sich also umschauen, um Gleichgesinnte zu treffen? Gibt es Interessensgemeinschaften, Vereine oder Initiativen, die bundesweit tätig sind und denen man sich als Neuling anschließen kann? Wir haben z. B. schon viel über die Interkulturellen Gärten gehört. Die Stiftung Interkultur oder ihre Dachstiftung Anstiften und Ertomis ist sicherlich bundesweit gesehen eine wichtige Anlaufstelle. Nicht umbedingt ein Netzwerk, aber sehr bereit zu helfen, zu fördern oder zu beraten. Auf deren Website gibt es auch eine Reihe sehr pragmatischer Anleitungen zum Urban Gardening und Urban Farming.

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n einem Interview (Urban Farming von Christa Müller) habe ich gelesen, dass ihr „nur Dinge tut, von denen ihr keine Ahnung habt“ und eure eigene Unerfahrenheit bewusst einsetzt, um immer offen für neue Ideen zu bleiben und auftretenden Problemen kreativ und flexibel begegnen zu können. Bedeutet das tatsächlich, dass gar nicht so viel Vorwissen nötig ist, um drauflos zu Gärtnern? Mir erscheint das Gärtnern oftmals als eine hochkomplexe Wissenschaft. Ratgeber-Wälzer mit ihrer Informationsflut wirken da oftmals nicht gerade ermutigend, sondern eher abschreckend. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Anfänger sich davon entmutigen lassen und darum gar nicht erst anfangen. Was sagt ihr dazu? Einfach anfangen! Beim Gärtnern geht es nicht darum, alles richtig zu machen, sondern in der praktischen Auseinandersetzung zum Kern des Gärtnerns vorzustoße: Pflanzen kennen zu lernen, um zu erkennen, ob es einer Pflanze gut geht oder nicht. Dabei macht es tatsächlich Spaß, Fehler zu machen. Denn nur so weiß man, wie man es im nächsten Jahr besser machen kann. Und genau dieses "im nächsten Jahr" ist eine weitere Qualität, denn Gärtnern macht den natürlichen Zeitablauf erfahrbar. Und der unterscheidet sich wesentlich vom städtischen oder dem der Arbeitswelt! Und außerdem ist Gartenarbeit ein klarer Selbstwert. Es lohnt sich also auf vielfache Art!


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al ganz konkret: Angenommen ich hätte ein wenig Platz im Hinterhof. Wie, wann und womit fange ich am Besten an? Die Frage ist etwa so leicht zu beantworten wie: Ich habe eine Lasagne gekocht aber sie hat nicht geschmeckt. Woran lag das? Will sagen: Jeder Ort ist unterschiedlich und somit geeignet für unterschiedliche Pflanzen und Projekte. Das zusammengenommen mit den Bedürfnissen des oder der Nutzer definiert am Ende, was für ein Garten entsteht. Magst du eher schöne Blumen oder duftende Kräuter...? Nutzpflanzen sollte man allerdings nicht umbedingt im städtischen Boden anbauen. Der Boden an sich muss vorher in der Regel aufgebessert werden. Eine grundsätzlich gute Idee ist: Marie Luise Kreuters "Der Biogarten" kaufen, lesen und anfangen!

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nd wie sieht es mit den fortgeschrittenen Gärtnern aus? Angenommen, ein Eigenwerker ist richtig mit Herzblut bei der Sache und möchte in seiner Stadt ein Urban Farming Projekt initiieren. Durch eure eigenen Erfahrungen habt ihr bestimmt einige gute

Ratschläge parat. Welche Anfangsschritte seid ihr gegangen und welche Hürden musstet ihr nehmen, um den Grundstein für den Prinzessinnengarten legen zu können? Wie lange habt ihr an dem Projekt geplant? Entscheidend ist, dass sich der Gründer über die Größenordnung seines Vorhabens und die damit verbundene Arbeit im Klaren ist. Ein Garten nach dem Model der Prinzessinnengärten bedeutet beispielsweise mehr Arbeit, als wir drei Vollzeitler schaffen können. Sich von vorne herein zu überlegen, wie viel man investieren will und an welchen Stellen auch abseits der gärtnerischen Tätigkeit Arbeit wartet, lohnt sich. Themen sind hier z. B. Organisation, Verwaltung, Kommunikation, Finanzierung, Netzwerke. Bei uns auch der gastronomische Betrieb. Auch scheint es mir wichtig zu überlegen, wie offen für Partizipation man einen Ort gestalten will. Denn einerseits bedeutet es Arbeit, die Hilfangebote so einzubinden, dass sie produktiv sein können, andererseits ist es aber auch erstaunlich und sehr beglückend zu sehen, wie viel zehn arbeitende Menschen in einem Tag schaffen können.

Oberste Prämisse: Mobilität. Da die Genehmigung zur Zwischennutzung des Geländes von der Stadt Berlin jeweils nur für eine Saison erteilt wird, muss der Prinzessinnengarten jederzeit umziehen können. Außerdem sind alle Hochbeete und Pflanzbehälter im Prinzessinnengarten aus Recyclingmaterial hergestellt. Alte Bäckerkisten, Reissäcke und Tetrapacks haben dank der Zweitverwendung im Gemüseanbau eine neue Aufgabe.

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ie Pflege der Pflanzen ist sicher ein Vollzeitjob. Finanziert ihr euch komplett über den Prinzessinnengarten, bzw. über eure Firma Nomadisch Grün? Oder auf welchen Beinen steht euer Finanzierungskonzept? Konntet ihr für die Startzeit auf Förderer, Fonds, Stiftungen oder sonstige finanzielle Starthilfe für das Projekt zurückgreifen? Die Pflege der Pflanzen ist (leider) bei Weitem nicht der Hauptteil unserer Arbeit. Die oben genannten Themen dominieren stark. Die Finanzierung des Prinzessinnengartens ist eine Mischung aus den Einnahmen der Gastronomie, Honoraren, Spenden und im geringen Maße auch Förderungen. Wir sind ökonomisch bei Weitem nicht so erfolgreich, wie es in der Presse oft den Anschein macht. Wir sind nach wie vor hochgradig auf Spenden angewiesen.

I

ch habe noch ein paar persönliche Fragen an euch. Mein Bild vom Berufsalltag des (Urban) Farmers ist sehr romantisch. Frische Luft, inspirierende Begegnungen mit neuen Menschen und Kulturen, geistige Erfüllung durch die Sorge und Pflege für die Pflanzen. Abends dann das gute Gefühl, etwas geleistet zu haben und sich durch die körperliche Arbeit angenehm erschöpft fühlen. Ist das Kitsch oder ist es wirklich so? Was

Über den Verkauf von Saatgut und Gemüse sowie durch die Erlöse des Container-Cafés versuchen Marco und Robert die Miete für das Gelände zu erwirtschaften. Dies klappt nicht immer, so dass der Prinzessinnengarten zum Überleben noch immer auf Spenden angewiesen ist.

Der Prinzessinnengarten in Zahlen Über 60 Jahre lang lag das 6 000 Quadratmeter große Gelände am Moritzplatz brach. Mit 150 freiwilligen Helfern befreiten Robert Shaw und Marco Clausen die Brache im Jahr 2009 von zwei Tonnen Müll und bauten die ersten 100 Beete. In 2010 folgten 300 weitere Beete sowie vertikale Beete, ein Tomatenhaus und ein Kartoffelacker, auf dem 20 alte Kartoffelsorten angebaut werden. Für die 3. Gartensaison in 2011 planen die Jungbauern den Aufbau von 1 000 Beeten. Dabei kannst du die Gärtner mit deiner gemeinnützigen Arbeit oder einer Beetpatenschaft unterstützen.

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ist das Beste an eurem Job? Wofür seid ihr dankbar und welcher Gedanke hilft euch morgens dabei, aus dem Bett zu kommen? Seid ihr immer noch glücklich mit der Wahl eures Weges? Leider ist der Alltag bei Weitem nicht so romantisch. Beispielsweise nimmt der Bereich der Verwaltung rund ein Drittel unserer täglichen Arbeitszeit ein. Trotz Allem ist es für mich aber nach wie vor beglückend, für dieses Projekt zu arbeiten. Denn zum Einen tue ich etwas, hinter dem ich absolut stehen kann und zum Anderen lerne ich jeden Tag etwas dazu. Und das ist mindestens genauso erfüllend, wie körperliche Arbeit!

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ir haben gelernt: Pflanzen aufzuziehen, zu hegen, zu pflegen und schließlich deren Ernte einzufahren – auch dies ist Eigenwerk! Und vielleicht sogar das Eigenwerk, welches am glücklichsten macht. Du möchtest es genau wissen? Dann probiere es aus – eine Hand voll Kresse-Samen reicht für den Anfang. Wenn es dann anfängt in den (grünen) Fingerspitzen zu kribbeln bist du vielleicht um eine Erkenntnis und einen Glücksmoment reicher. ×××

Unterstützen Keine Zeit zum gärtnern? Berlin ist zu weit weg? Dennoch möchtest du das Projekt unterstützen? Dann kann anstatt deiner gemeinnützigen Arbeit auch eine finanzielle Spende eine große Hilfe sein! Denn auf finanzielle Unterstützung ist der Gemeinschaftsgarten noch immer stark angewiesen. Du hast die Möglichkeit einer direkten Spende auf das Konto der Nomadisch Grün GmbH oder du wirst Beetpate. Mit einer Beetpatenschaft finanzierst du die Kosten für einen Quadratmeter urbanen Ackers im Prinzessinnengarten über eine Saison. (Geheimtipp: Alle Beetpaten werden am Ende der Saison zu einem großen Essen in den Prinzessinnengarten eingeladen!) Alle Infos rund um die Beetpatenschaften findest du unter: www.prinzessinnengarten.net/patenschaften Spendenkonto Nomadisch Grün GmbH GLS Bank Bochum Konto-Nummer 1110853500 BlZ 43060967 Verwendungzweck: Gartenspende

Hier findest du den Prinzessinnengarten: Berlin – Kreuzberg Am Moritzplatz Prinzenstrasse 35 – 38 / Prinzesinnenstrasse 15 Du möchtest gemeinsam mit den Prinzessinnengärtnern aktiv sein, gärtnern und etwas über ökologischen Gemüseanbau in der Stadt lernen? Dann merke dir die offenen Gartenarbeitstage in deinem Kalender vor! Jeden Donnerstag: 15 bis 18 Uhr Jeden Samstag: 11 bis 14 Uhr Alle Termine und Infos im Netz unter: www.prinzessinnengarten.net/workshopsgartenarbeitsstunden

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SUPERMARKT Gärtnern + Kaufen + Tipps & Tricks Online-Shops und Informationsseiten im Web

Online-Händler bieten ihre Waren feil. Passionierte Gärtner geben Tipps und verraten wichtige Kniffe um den Grünen Daumen zu erlangen. Man findet also hier allerhand Nützliches - und auch ein bisschen Kinkerlitzchen. Daher durchgeklickt und auf die Suche gemacht!

Anbeeten Was gibt's da?

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Mein schöner Garten Was gibt's da?

Beetplanung - Tipps und Hintergrundwissen zu Anbau, Pflege und Gartenkultur

Alles, was das Gärtnerherz begehrt von Blumen, über Pflanztöpfe bis hin zu Gartenmöbeln - Shop zum Magazin

www.anbeeten.de

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Design 3000 Was gibt's da?

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Neben vielen kuriosen Geschenkideen eine große Auswahl an Outdoor und Garten-Objekten - modern, kitschig, witzig und bunt.

Samen aller Art - Heilpflanzen, Gemüsepflanzen oder Blumen Tipps und Tricks zum Saatgut

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Gartentipps

Wudwerx

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Fotos // Hersteller, Wikipedia

Magic Garden Seeds

Alle wichtigen Tipps rund um das Thema Garten - vom aussähen über das Gestalten bis hin zum Ernten

www.gartentipps.com

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Das Magazin f체r Macher Du hast ein tolles Projekt? Du hast etwas kreatives und spannendes entdeckt? Du hast dich mit deiner Idee selbst채ndig gemacht? Dann schreibe uns! Wir wollen eine Sammelstelle f체r all deine Ideen sein und damit andere zum Machen animieren!

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& www.eigenwerk-magazin.de 84

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Leserbriefe ZUR AUSGABE #01 DES EIGENWERK-MAGAZINS Also ich bin ja total von Eurem ersten „Eigenwerk” begeistert. Besonders gut hat mir der Bericht über die Granny Squares gefallen und dass Ihr auch Anfänger ermutigt, mit diesen tollen Häkelvierecken schöne Sachen zu zaubern. Recht habt Ihr: Granny Squares machen süchtig! Wann kommt Eure nächste Ausgabe? Viele Grüße, Carmen

Eure Zeitschrift ist super. Gibt es eine Möglichkeit, eine gedruckte Version zu erhalten? Bei issuu scheint es demnächst irgendwann mal so eine Möglichkeit zu geben, die Frage ist nur wann. Ich bin da eher altmodisch und lese Magazine lieber in Papierform als digital. Grüße, Eva.

Wie unglaublich schön! Endlich mal ein Magazin, das der Sache im Jahr 2011 gerecht wird – nachdem ich im Winter wieder mit dem Stricken angefangen habe, war ich erstaunt, was es an Publikationen auf dem Markt gibt – die stehen teilweise bei meiner Mutter im Schrank :) Ich würde mich freuen, wenn ich es bald auch in gedruckter Form kaufen könnte. K.

Wollte euch zu dem tollen Magazin gratulieren! Wirklich klasse... Ich freue mich immer über neue, alte Inspirationen die schon fast in Vergessenheit geraten sind. Gerade eure Häkelquadrate/ Quilt-Decken hab' ich zuletzt als Kind gesehen. Aber wie man sieht, immer wieder neu und frisch. Ansonsten wünsche ich euch ganz viel Erfolg mit dem Magazin. Ich bin sowieso schon Fan eurer Homepage & den tollen Karten etc. ; D Ganz liebe Grüße, Melanie.

Kompliment! Ein ganz wunderschönes Fadenheft mit viel Inspiration und Ideen und … – einfach Zucker! Lena

Herzlichen Glückwunsch zu Nr. 01 und ich hoffe doch sehr, dass noch viele folgen. Superschön! LG Renate

Eigenwerke

Fadenlampen von Vanessa und Kristina-Maria.

Gesichtete Guerilla-Knittings von Nine und Bianca. 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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A breezy yellow

Sunday Fotos // Wiebke Hahn

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Drink the wild 88

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Air


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Swim in the

Sea

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Live in the

Sunshine 02-2011 www.Eigenwerk-Magazin.de

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Tu!

Vorschau

ch mit dem Heft wird si es st h äc n r . Unse “ beschäftigen kte Thema „Stoff ro ge, P je ive Vorschlä at re k u d n Wen s wissen. ast, lass es un h n ee Id d n u uns immer st freuen wir n so ch au d Un er Mail an: k. Einfach p ac b d ee F er üb in.de oder werk-magaz en g ei e@ k b azin.de wie genwerk-mag ei @ n ia st ri ch

Das Eigenwerk-Magazin ist ein Projekt von Wiebke Hahn & Christian Geppert. Redaktion: Wiebke Hahn, Christian Geppert Mitarbeiter dieser Ausgabe: Birgit Axler, Ramona Rasic Grafik: Christian Geppert Titelbild: Ramona Rasic Fotos: Wiebke Hahn, Christian Geppert, Ramona Rasic alle anderen Fotos siehe Credits Texturen von fuzzimo.com (c) 2011 www.eigenwerk-magazin.de Werde Freund bei Facebook: www.facebook.com > Eigenwerk-Magazin und halte dich über Twitter auf dem Laufenden: www.twitter.com/eigenwerk

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Eigenwerk-Magazin #02 Die Erde-Ausgabe

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