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Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen)

Bericht zur Diplomkartierung von Alexander Tinius

Institut f체r Geowissenschaften Freie Universit채t Berlin, Dezember 2007 99 S., 80 Abb., 1 Tab., 2 Taf., 2 Kt.

[paleo@Goemon5.com]


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Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen) 2007

INHALTSVERZEICHNIS 1

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Einleitung 1.1 Aufgabenstellung 1.2 Lage des Arbeitsgebietes 1.3 Geologischer Rahmen 1.3.1 Subhercynes Becken 1.3.2 Oschersleben-Bernburger Scholle 1.3.3 Allertal-Graben 1.3.4 Lappwald 1.4 Aufschluss-Verh채ltnisse und Arbeits-Methodik 1.5 Geschichte und anthropogene Nutzung Kartiereinheiten 2.1 Trias 2.1.1 Keuper 2.1.1.1 2.1.1.2

2.2

2.3

Mittlerer Keuper Querenhorst QuIIIA 2.1.1.1.1 Oberer Keuper Querenhorst QuIIIB 2.1.2.1.1 Querenhorst QuIIIC 2.1.2.1.2 Querenhorst QuIV 2.1.2.1.3 Querenhorst QuVA 2.1.2.1.4 Querenhorst QuVB 2.1.2.1.5 Querenhorst QuVC 2.1.2.1.6 Querenhorst QuVD 2.1.2.1.7 Querenhorst QuVE 2.1.2.1.8 Querenhorst QuVI 2.1.2.1.9 2.1.2.1.10 Heidwinkel HwI

Jura 2.2.1 Lias 2.2.1.1 Hettangium Mackendorf MdI 2.2.1.1.1 2.2.1.2 Sinemurium 2.2.1.3 Pliensbachium 2.2.1.3.1 Heidwinkel HwV 2.2.1.4 Toarcium 2.2.2 Dogger 2.2.2.1 Aalenium 2.2.2.1.1 Querenhorst QuI 2.2.2.1.2 Querenhorst QuI 2.2.2.1.3 Heidwinkel HwIII 2.2.3 Malm 2.2.3.1 Kimmeridgium (?) 2.2.3.2 Tithonium 2.2.3.2.1 Heidwinkel HwII Kreide 2.3.1 Oberkreide 2.3.1.1 Campanium 2.3.1.2 Maastrichtium 2.3.1.2.1 Heidwinkel HwIV

3 3 5 6 6 7 9 12

13 13 15 16 27 28 29 31 33 33 33 35 39

41 44 52 52 53 55 56 57 57 59 61 65 65

69 69 70


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Inhaltsverzeichnis

2.4

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Quartär 2.4.1 Geröll 2.4.2 Geschiebelehm 2.4.3 Anthropogen

73 76 76

Diskussion 3.1 Profile und Bohrungen 3.1.1 Bohrdaten aus der Literatur 3.1.2 Parallelisierung der Profile 3.2 Tektonik

77 77 78

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Literatur

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Anhang 5.1 Daten der Pürckhauer-Bohrungen 5.1 Verzeichnis der Fundpunkte 5.3 Wertegruppen für die Kluftrosen

82 95 98


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Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen) 2007

1-EINLEITUNG 1.1 - Aufgabenstellung Diese Kartierung wurde im Rahmen einer Arbeitsgruppe durchgeführt, die zur Unterstützung einer Jura-Monographie gebildet wurde und die Ausbildung der jurassischen Gesteine zwischen Wolfsburg und Helmstedt zum Thema hat. Unter Berücksichtigung der aktuellen Aufschluss-Verhältnisse sollten jene Gesteinskörper erneut aufgenommen werden, die letztmalig von MESTWERT (1914 b) in größerem wissenschaftlichem Umfang bearbeitet wurden. Danksagung.─ Ich danke meinen Betreuern Prof. Dr. M. E. Schudack (Freie Universität Berlin) und PD Dr. E. Seibertz (Technische Universität Braunschweig) für die Vergabe des Kartiergebietes und insbesondere letzterem für die intensive Betreuung. Weiter danke ich Jan Evers für die Hilfe bei den Makro-Aufnahmen und Susanne Schneider für die Ermöglichung der Dünnschliffbilder. Auch danke ich den ortsansässigen Bauern und Teichbesitzern, die mich zumeist eher belustigt denn verärgert auf meine Feldarbeit ansprachen.

1.2 - Lage des Arbeitsgebietes Das Kartiergebiet befindet sich im östlichen Niedersachsen (Abb. 1), 10km nördlich von Helmstedt. Es umfasst den Ort Querenhorst und das zu Grasleben gehörige Siedlungsgebiet Heidwinkel. Im Norden wird das Arbeitsgebiete durch den alten Steinbruch der Ziegelei Mackendorf (R4431 872 H5802 072) und die Felder bei Querenhorst (R4428 750 H5801 740) begrenzt. Nach Süden findet es im Lappwald (R4430 750 H5797 400) bzw. an dessen Rand (R4431 800 H5797 400) seinen Abschluss (Karte 1).

Abb. 1: Lage des Arbeitsgebietes. Der Ausschnitt entspricht der Abbildung 2.


Einleitung: Lage des Kartiergebietes

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Größere Erhebungen sind der Brandsee-Berg im Zentrum des Kartiergebiets, mit 142,6 m über NN und der Hülsenberg im Südosten mit etwa 140 m über NN. Die Morphologie fällt nach Nordwesten hin ab, dort wird mit 91,3 m über NN der niedrigste Punkt erreicht. Das Gelände fällt somit nach Norden um etwa 1,8% ab (50 m Höhenunterschied auf 2,8 km Entfernung). Das Gebiet wird von der Lapau durchflossen, die von Westen herein fließt und nach Norden hinaus. Ihr Einzugsgebiet beträgt an der nördlichen Grenze des Kartiergebiets 18,34 km².

Abb. 2: Vereinfachte Karte von Ost-Niedersachsen. Der grau unterlegte Ausschnitt zwischen Querenhorst und Rottorf am Klei stellt die Karte dar, die als Kartierung im Anhang beigefügt ist. Anfahrtsweg: Das Arbeitsgebiet ist über die Bundesautobahn A2 erreichbar. Von der Abfahrt Helmstadt-West/Mariental fährt man auf die B 244 in Richtung Velpke/Wolfsburg nach Norden ab und erreicht nach etwa 16 km Querenhorst (Abb.2).


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Einleitung

1.3 - Geologischer Rahmen 1.3.1 - Subhercynes Becken Das Subhercyne Becken, in welchem das Arbeitsgebiet liegt, ist Teil der Norddeutschen Senke im Westteil der Sächsisch-Thüringischen Scholle. Letztgenannte ist Bestandteil des Mitteleuropäischen Schollengebietes und weist signifikante Wechsel von Hebungs- und Senkungsstrukturen auf. Das Becken gehört dem Niedersächsischen Tektogen an, an dessen östlichen Ausläufern es sich erstreckt. Das mit mesozoischen Abfolgen gefüllte und teilweise vom Känozoikum bedeckte, ca. 50 km breite und 100 km lange Subhercyne Becken wird im Nordwesten vom Ostrand der NNESSW streichen-den Strukturenzone Niedersachsens begrenzt (Abb. 3). Während sich im Nordosten das Paläozoikum der Flechtingen-Roßlauer Scholle befindet, bildet das des Harzes im Süden die dortige Abgrenzung. Das Becken läuft im Südosten über dem ebenfalls variscischen Sockel der Halle-Wittenberger Scholle verflachend aus. Im Westen grenzt es an den Gifhorner Trog, welcher im Einflußbereich der Mittelmeer-Mjösen-Zone im Sinne von STILLE (1945) liegt. Die verfalteten Schichten des Paläozoikum wurden nordöstlich der Harz-Nordrandstörung um 2000 bis 2500 m abgesenkt und von mesozoischen Abfolgen überlagert. Innerhalb dieses Becken-Teils befindet sich die Subhercyne Kreidemulde, die sich durch mächtige oberkretazische Abfolgen auszeichnet. Im nördlich von diesem gelegenen Teil des Subhercynen Beckens dominieren oberflächlich vorzugsweise Abfolgen der Trias. Sowohl das Streichen des als klassisch ausgebildeten „Bruchfalten-Gebirges“ als auch das der Einzelstrukturen, wie Sättel und Mulden, ist vorwiegend hercynisch (NW-SE). Hierbei fällt der alternierende Wechsel von schmalen Spitzsätteln (Harli, Asse) und beulenförmigen Breitsätteln (Fallstein, Huy, Elm) auf.

Abb. 3: Abgedeckte Karte vom Prä-Tertiär des Subhercynen Beckens (aus BUCHHOLZ, WACHENDORF, ZWEIG et al. 1989 in WALTER 1995).


Einleitung: Geologischer Rahmen

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Der geologische Entwicklungsgang dieser Strukturen wurde in wesentlichen Zügen geprägt vom Aufstieg des Zechstein-Salzes, der auf dessen Dichteinversion unter den Deckgebirgsschichten zurückgeht. Die enge Bindung der Salzstöcke und -beulen an tektonische Linien verweist auf die Initialwirkung von Brüchen eines Schollenmosaiks im subsalinaren Untergrund und auf die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Tektonik und Halokinese. Der Druck der Harzscholle gegen ihr nördliches Vorland und der Gegendruck der als Widerlager wirkenden Flechtingen-Roßlauer Scholle führte zur Rahmenfaltung (STILLE 1924). Die Wanderung des Salzes in die Strukturen begann zum Teil schon im Keuper. Gleichzeitig erfolgte die Eintiefung der korrespondierenden Randsenken. Als Höhepunkte des Salzaufstiegs sind die Zeiträume Oberjura/Unterkreide („jungkimmerische Phase“) und Oberkreide („subhercyne Phase“) zu nennen (BREITKREUZ et al. 1989). 1.3.2 - Oschersleben-Bernburger Scholle Die Oscherleben-Bernburger Scholle stellt eine NW-SE streichende Leistenscholle im Zentrum des Subhercynen Beckens dar (Abb. 4). Im Nordwesten wird sie durch den Oderwald-Sattel, der Braunschweiger Achse und der Ehmener Störungszone begrenzt. Die nordöstlich gelegene Aller-Störungszone sowie die Köthener Störung trennen das Gebiet zur Weferlingen-Schönebecker Scholle ab. Während die Zechstein-Auflagerung im Bereich der Paschlebener Scholle, der Halleschen Mulde und des Hettstedter Sattels die OscherslebenBernburger Scholle im Südosten abgrenzen, wird diese im Südwesten durch die Halberstädter Störungszone von der Halberstadt-Blankenburger Scholle getrennt. 1.3.3 - Allertal-Graben Die Störungszone des oberen Allertales liegt zwischen der Lappwaldscholle im Südwesten und der Weferlinger Triasplatte im Nordosten. Das herzynisch streichende Lineament zeigt auf einer Länge von gut 120 km eine komplexe Salztektonik mit vertikalen und transversalen Versätzen. Die Lappwald-Scholle ist gegen die Weferlinger Triasplatte um bis zu 600 m abgeschoben worden (s. Abb. 4, BEST 1996). Da der Allertal-Graben seit dem Carnium (BEST 1996) als interkontinentales Rifting aktiv war, wurden bereits vor 220 Ma NW-SE-streichende Becken gebildet, die ständig weiter verformt wurden. Das Permsalinar stieg weiterhin auf und erzeugte lokal sehr komplizierte Störungsmuster (BEST 1996).

Abb. 4: Heutige Kenntnis über die Struktur „Oberes Allertal“ als schematischer geologischer Schnitt (aus BEST 1996).


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Einleitung: Geologischer Rahmen

1.3.4 - Lappwald Scholle Der Lappwald befindet sich am nördlichen Rand der Oschersleben-Bernburger Scholle, wo er nach Norden hin durch die Aller-Störungszone von der Weferlinger Triasplatte abgegrenzt wird (Abb. 5). Die südliche Begrenzung wird von der Salzstruktur des Offlebener Sattels gebildet, welche Bestandteil der Oschersleben-Egelner Salzachse ist. Er besitzt ein hercynisches Streichen und weist eine Größe von ca. 16 x 5 km auf. An der Ostflanke des Lappwaldes fallen die Schichten des Rhät (Ober-Keuper) und die des lokal noch darunter zum Vorschein kommenden Gipskeuper (Mittlerer Keuper) mit 15-30° in südwestliche Richtung ein. Auf der Westseite sowie im zentralen Teil herrscht ein flaches, östliches Einfallen vor. Demzufolge stellt der Lappwald geologisch eine Mulde dar, in deren Kern am Roten Berg bei Marienborn „Arietenschichten“ (Unter-Lias) und in lokalen Einbrüchen auch noch jüngere Liasschichten aufgeschlossen sind. Nordöstlich vom Brunnental sind die rhätischen und liasischen Schichten entweder in eine Reihe flacher Sättel und Mulden gelegt oder sie werden durch zahlreiche Verwerfungen (streichende, quer verlaufende oder spießeckige) in Horste und Gräben zerlegt. Während innerhalb des Lappwaldes Kreide und Tertiär völlig fehlen, stellen sich am Westabhang vereinzelt mit dem Tertiär des Helmstedter Beckens zusammenhängende gering mächtige Ausläufer ein, die den Keuper und Lias sowie die Störungen überlagern.

Abb. 5: Die Lappwald-Mulde innerhalb der Oscherleben-Bernburger Scholle (Kartenausschnitt von KATZUNG in KATZUNG & EHMKE 1993).


Abb.6: Auszug aus der Stratigraphischen Tabelle Deutschland (STD 2002). Auf der rechten Seite sind die Namen der Kartiereinheiten vermerkt, wie sie im Kapitel 2 beschrieben werden.

Einleitung: Aufschluss-Verh채ltnisse und Arbeits-Methodik

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Einleitung

1.4 - Aufschluss-Verhältnisse und Arbeits-Methodik Stratigraphie Zur stratigraphischen Zuordnung der einzelnen Gesteinseinheiten wurden die Stratigraphische Tabelle Deutschland (STD 2002) und die Erläuterungen von MESTWERT (1914 b) verwendet. Die Gesteinseinheiten wurden zwar nach den Kriterien der STD 2002 auskartiert (z.B. Oberer Keuper), die Benennung der jeweiligen Lithologie erfolgte jedoch auf Grundlage ihrer stratigraphischen Zuordnung (z.B. Rhaetium). Daher finden in der geologischen Karte (Karte 2) die Abkürzungen aus dem Symbolschlüssel Geologie Niedersachsen (Download unter http://www.LBEG.de/symbolschl_geologie.pdf, Stand: November 2002) und jene der International Startigraphic Chart (Download unter http://www.stratigraphy.org/cheu.pdf, Stand: Dezember 2004) Verwendung (s. Abb. 6). Gesteinsansprache im Gelände Das Arbeitsgebiet beinhaltet etwa 10% Forst, 10% Teiche und Wiesen, 5% bebaute Flächen und 75% Äcker. Da nur an wenigen Stellen das anstehende Gestein aufgeschlossen ist, basiert die geologische Interpretation zum größeren Teil auf Lesesteinen. Letztere stammen zumeist aus Ackerpflügungen, sind aber auch in großen Haufen am Feldrand und in Maulwurfshügeln zu finden. Aufgrund der glazigenen und anthropogenen Überarbeitung des Kartiergebietes konnte nicht immer zweifelsfrei festgestellt werden, ob der jeweilige Fund der unterliegenden Lithologie entsprach. Des weiteren wurden große Teile des Kartiergebiets in den letzten einhundert Jahren intensiv ackerbaulich bearbeitet und weil die derzeit verwendeten Pflugscharen rund 10 - 20 cm kürzer sind als vor einhundert Jahren, gelangen heute nur noch geringe Mengen von Geröllen an die Oberfläche. Einige Teiche werden wirtschaftlich genutzt und sind laut Aussagen der Besitzer auf natürliche Weise entstanden. Im Forst konnten einige Lesesteine aus den Wurzeln umgestürzter Bäume und natürliche Wasserstauer als lithologische Orientierung dienen. Insgesamt beinhaltet das Arbeitsgebiet 12 Aufschlüsse mit den Gesteinseinheiten des mittlerer Keuper (Contortaschichten), oberen Keuper (Exter-Formation), Hettangium (Psilonoten- und Angulatenschichten), Pliensbachium (Capricornerschichten), Aalenium (Poliplocussandstein Member), mittleren Malm (Gigasschichten) und Rupelium (Walsum-, Ratingen- und Lintfortschichten) (s. Abb.6). Probenanalyse Kalkige Proben aus dem Profil Heidwinkel HwII wurden mit 30-prozentiger Wasserstoffperoxyd versetzt. Das Gestein wurde jedoch nicht chemisch zerkleinert. Eine Aufbereitung von Teilproben selbiger Schichten mit heißer, 30-prozentiger Salzsäure hinterließ keine Fossilien. 15 mineralogische Dünnschliffe von Gesteinsproben wurden hergestellt. Dies sind im Einzelnen: Oberer Keuper (2), Hettangium (3), Pliensbachium (1), Malm (4), Geschiebe (6). Einige Sandstein-Proben mussten mit Epoxid-Harz getränkt werden, da sie sehr porös sind. Hieraus resultieren in mehreren Schliffen sehr missverständliche Farbgebungen. Die Mikrofaziesanalyse der Karbonate wurde nach DUNHAM (1959, 1962) und FOLK (1962) vorgenommen. Die Abschätzung der relativen Häufigkeiten von Partikeln beruhen bei allen Schliffen auf FLÜGEL (1978: Abb. 26).


Einleitung: Aufschluss-Verhältnisse und Arbeits-Methodik

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Hydrologie Zur Ermittlung des Einzugsgebietes der Lapau wurde eine Computer-gestützte Version der Kästchen-Zählmethode verwandt. Zuerst wird das Einzugsgebiet mittels eines Grafikprogramms (im vorliegenden Fall CorelDRAW 12, Version 12.0.0.458) mit einer Linie umfahren, die anschließend in ein geschlossenes Vieleck mit kurviger Begrenzung umgewandelt wird. Letzteres hinterlegt man nun mit einem größeren Viereck, das auf das Kartenraster angepasst und schwarz eingefärbt wird. Abschließend kann man beide Formen zu einem Bitmap verbinden, das Histogramm gibt dann das Verhältnis von Einzugsgebiet zu Gesamtfläche in der Anzahl weiße zu schwarzen Pixels wider. Da die Größe der Gesamtfläche aufgrund des Rasters bekannt ist, kann hieraus die des drainierten Gebietes berechnet werden. Bewuchs Der Hauptanteil des Untersuchungsgebietes besteht aus Feldern, die im Kartierzeitraum (September 2005 bis April 2007) vornehmlich mit Raps und Rüben bestellt waren. Ein kleinerer Teil wird durch Forste eingenommen, welche immer aus Fichte, Kiefer, Robinie und Ahorn bestehen, mit einem variablen Anteil von Eichen, Birken und Rotbuchen (s. Abb. 7). Dabei scheint keines der Gehölze ein Alter von vierzig Jahren zu überschreiten. In der Krautschicht treten Adlerfarn, Brennnessel, Wegdistel, Ackerkratzdistel und Brombeere hinzu.

Abb. 7: Die Forste beinhalten hauptsächlich Monokulturen aus Buche, Ahorn und Adlerfarn. Da die Flora hier derart monoton ausfällt und eigentlich nur mit dem Feuchtigkeitsgehalt des Bodens merklich variiert, so stehen Birke und Robinie hauptsächlich in Nähe der Teiche, welcher aber bereits durch die stehenden Gewässer angezeigt wird, wurde der Bewuchs im Rahmen dieser Arbeit nicht auskartiert. Auch werden im Kartiergebiet nur zwei wesentliche Gesteinsgruppen vorgefunden: Kalk und Quarzsand/Quarzsandstein. Da aber Kalkhaltige Böden generell durch Ackerbau bewirtschaftet werden und in keinem der halbwegs natürlich bewachsenen Gebiete Kalkanzeigende Pflanzen auftreten, ist selbst die Unterscheidung dieser zwei Gesteine nicht anhand der Vegetation möglich. Kluftrosen Für die Erfassung der tektonischen Bewegungen wurden Kluftrosen und Flächentreue Projektionen im Schmidt’schen Netz erstellt. Dies geschah mit dem Programm StereoNett (Version 2.46, Download von http://www.angewandte-geologie.geol.unierlangen.de/stereo.zip). Zu den Projektionen wurden stets die Anzahl der Messungen n und der durchschnittliche Einfallwinkel α als statistisches Mittel aus allen gemessenen Werten angegeben. Die Angabe der einzelnen Messwerte erfolgt in Kapitel 5.3.


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Einleitung: Aufschluss-Verhältnisse und Arbeits-Methodik

Böden Für die Beprobung des Untergrunds wurde ein 1m-Pürckhauer verwendet, ein Hohlmeißelbohrer, der mittels eines Hammers vertikal in den Boden getrieben wird. Die Bohrstange wurde mit Hilfe des Griffs wieder heraus gezogen und das erbohrte Material untersucht (s. Abb. 8). Hierbei interessierten besonders Korngröße, -sortierung und –form, Kalkpräsenz, Mineralgehalt und Schichtabgrenzung. Gleichzeitig ermittelte ein GPSHandgerät den Standort des Bohrpunkts (s. Abb. 9). Eine Auflistung der Bohrungs-Daten erfolgt in Kapitel 5.1.

Abb. 8: Pürckhauer-Bohrkern am Punkt B122.

Abb. 9: Einrichtung einer PürckhauerBohrung. Der Bohrstab wird mit dem Hammer in den Boden getrieben und mit dem Handgriff herausgezogen. Zeitgleich wird per GPS der Standort gemessen.


Einleitung

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1.5 - Geschichte und anthropogene Nutzung Wie viele andere Gemeinden zwischen Wolfsburg und Helmstedt wurde auch Querenhorst erstmalig 1203 urkundlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt gehörte der überwiegende Teil zugehöriger Ländereien der Familie „von Vorsfelde“, welche das Dorf Anno1304 nach einem mehrere Jahrhunderte andauernden Streit zwischen den umliegenden Kirchengemeinden an das Kloster Marienthal verkaufte. Im 16. Jahrhundert war die Gemeinde durch Bahrdorf gerichtbar, es besaß damals „einen lastenfreien Klosterhof, drei Halbspännerhöfe, neun Kothöfe, sechs Brinksitzer und zwei Neuanbauern“ [http://www.samtgemeinde-grasleben.de/ Stand 2.1.2007]. Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts gehörte Querenhorst zum Kanton Weferlingen des Königreichs Westfalen. Noch bis weit in die 1950er war das Dorf wirtschaftlich und kulturell stark von Weferlingen abhängig. Bis in die Mitte des letzten Jahrunderts lebten hier fast ausschließlich Bauernfamilien, die Umgebung ist dementsprechend stark bearbeitet und fast völlig Geröll-frei, da früher sämtliche Steine aufgesammelt und im Dorf verbaut wurden. Zusätzlich baute man die in näherer Umgebung anstehenden Sandsteine ab. Einige der Steinbrüche sind heute verschüttet, die meisten wurden aber vor zwanzig bis achtzig Jahren verlassen und wachsen seitdem zu (z.B. Lok. Querenhorst QuIII) oder werden als Fischteiche (z.B. Lok. Querenhorst QuV) genutzt. 1914 wurde die Anlage Heidwinkel I in Betrieb genommen (der Schacht am südöstlichen Siedlungsrand). Anfangs wurden hier Kalisalze, ab 1922 ausschließlich Steinsalz abgebaut. 1937 begann die Wehrmacht mit der Abteufung von Schacht II (der im Messtischblatt mit „Schacht III“ bezeichnet wird), welcher 1941 als Wetterschacht in Betrieb ging. In zwei Sohlen entstanden Kammern zur Lagerung von Munition, während das heutige Industriegebiet Heidwinkel bebaut wurde. Dort standen Fertigungshallen für verschiedene Munitionstypen. Die zahlreichen Arbeiter waren im westlich gelegenen Arbeitslager(heute „Waldlager Heidwinkel“) untergebracht, darunter auch viele Fremd- und Zwangsarbeiter. Das Register „2,500 Companies - Slave Labour in the Nazi Camp System“ [als Download unter http://www.Zweitausendeins.de; Stand 15.3.2007] spricht von einem Zivilarbeitslager mit 479 Plätzen. Heute gibt es in der näheren Umgebung keinen aktiven Bergbau mehr und die Munitionshallen wurden in zivile Nutzung überführt oder abgerissen. In der Gemeinde Querenhorst leben derzeit rund 520 Einwohner, wovon die Mehrzahl in den letzten zwanzig Jahren zugezogen ist und in Betrieben der weiteren Umgebung arbeitet.


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Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen) 2007

2-KARTIEREINHEITEN 2.1 - Trias Von der Trias sind nur Mittlerer und Oberer Keuper im Kartiergebiet vertreten. 2.1.1 - Keuper 2.1.1.1 - Mittlerer Keuper Der mittlere Keuper, welcher ausschließlich in der Lokalität Querenhorst QuIII vorkommt (vgl. Karte 2), besteht aus schwach siltigen Tonmergeln mit variablem Kalk- und Silt-Gehalt. Im frischen Zustand ist das Gestein graubraun bis dunkelgrau. Die meisten Schichten bestehen aus relativ festem Mergel, der unter anderem Quarz und Calcit beinhaltet. Letzterer variiert zwischen den ausgehaltenen Schichten, einige Stücke schäumen nur sehr schwach mit HCl, andere deutlich sichtbar. Nach weiteren chemischen Komponenten wurde nicht gesucht, da dies eine wesentlich aufwendigere Analyse voraussetzt und im Rahmen dieser Kartierung nicht genügend relevant ist. Auch zerfällt das Gestein zu schnell, um eine Anfertigung von Dünnschliffen zu ermöglichen. Dass es sich um ein Schichtungs-Gefüge handeln muss, erschließt sich durch den konkordant darüber gelagerten Sandstein, der ebenfalls mit etwa 25° nach Süden einfällt. Einige der Mergelschichten zeigen ein diffuses Netz von Brüchen und Klüften im ansonsten kompakten Gestein, welche sich in der Kluftrose Querenhorst QuIIIA widerspiegeln (Abb. 10). Der Tonmergel liegt teilweise in dicken Bänken vor, teils in dünnblättrigen Lagen. Einige Schichten sind zu einem Grus verwittert, andere zu brüchigen, scharfkantigen Brocken. Nach ergiebigem Regenguss werden jedoch alle Schichten klebrig und weich. Nur die einzelnen Blättchen verbleiben relativ starr. Diese bestehen in der Regel aus relativ reinem Ton, während die dazwischen verwitternden Schichten einen höheren Silt- und Kalk-Gehalt haben. Es wurden keine Fossilien gefunden. APPEL (1981) stellt diese Gesteins-Abfolge zu den Contortaschichten, benannt nach der Muschel Rhaetavicula contorta. Laut STD 2002 gehören diese Gesteine zur Exter-Formation des mittleren Rhaetium, beziehungsweise dem Mittleren Keuper. Der Ausbiß des Mittleren Keuper im Kartenbild entspricht bis auf wenige Änderungen dem von MESTWERDT (1914 b). 2.1.1.1.1 - Querenhorst QuIIIA Der etwa 350 m östlich der Mühle Ohm gelegene aufgelassene Steinbruch ist im Zentrum versumpft. Die Gauss-Krüger-Koordinaten sind R4430 250, H5801 600. Die Profilwand ist komplett durch Bauschutt und Bewuchs überdeckt. Zwischen einzelnen großen Steinen konnten stark verwitterte Bruchstücke des Keuper-Mergels geborgen werden.


Trias: Keuper: Mittlerer Keuper

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Abb. 10: Kluftrose Querenhorst QuIIIB n=9, α=65° Die Werte sind den relativ glatten Kluftflächen der Mergelschichten 1 bis 4 im Profil Querenhorst QuIIIB entnommen. Offensichtlich sind die Klüfte statistisch verteilt; vermutlich werden sie hauptsächlich durch die Verkippung der Schichten und Penetration derselben mit mineralhaltigen Wässern gesteuert. Das Teilprofil Querenhorst QuIIIB enthält noch die jüngsten Anteile des mittleren Keuper (s. Abb. 11) und ist unter 2.1.2.1 beschrieben (Schichten 1 - 18).

Abb. 11: Der liegender Teil des Aufschlusses Querenhorst QuIIIB enthält die jüngsten Schichten des Mittleren Keuper.


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Trias: Keuper: Oberer Keuper

2.1.1.2 - Oberer Keuper Die Basis des Oberen Keuper bildet einen konkordanten Kontakt zum Mittleren Keuper. Die Grenzziehung geschieht direkt unterhalb von Schicht 19 im Aufschluß Querenhorst QuIIIB. Hier liegt ein schwach siltiger Sandstein auf einer Ton-Mergel-Wechselfolge. Der obere Keuper, welcher große Flächen des nordöstlichen Kartiergebiets bedeckt, ist zumeist als grobsiltiger Feinsandstein ausgebildet, oftmals auch als feinsandig-siltiger Mittelsandstein, selten als Silt- oder Grobsandstein. Die Mineralogie zeigt ausschließlich Quarz. Die Körner sind gerundet bis angerundet, selten auch subangular. Sporadisch treten Lagen und Einsprenglinge von Kohle auf. Diese Kohle kann als Sand zwischen den Körnern liegen, wie in der Schicht QuIIIB28, oder in größeren Stücken bis zu 10 cm mächtige Flöze bilden, wie im Profil Querenhorst QuVB und C. Die Färbung des Gesteins ist im frischen Zustand ockergelb bis gelbbraun, oft auch rötlich oder graubraun bzw. graugelb. Viele Handstücke sind zudem mit Eisen- und Manganoxiden umkrustet. Im Profil Querenhorst QuIIIB liegt an den steilen Wänden teils auch eine beigegelbliche Färbung vor. Da das Gestein in der Regel kaum zementiert ist, zerbricht es leicht in unregelmäßig begrenzte Stücke. Manchmal treten aber auch gelbrote Platten auf, die sich selbst bei einer Dicke von 5 mm nicht durchbrechen lassen. Für gewöhnlich sanden die angewitterten Handstücke aus dem Steinbruch äußerlich gut ab, unter dieser angewitterten Schicht jedoch kaum noch oder gar nicht. Als Lesesteine findet man für gewöhnlich kleine Steine, seltener auch Steine und Blöcke mit gelblicher oder dunkel-beiger Färbung mit graubrauner Verwitterungskruste aus Eisen- und Mangan-Mineralien. Im Bohrkern bleiben, so man nicht auf das Festgestein stößt, nur subangulare bis gerundete Mittelsande mit gelbrötlicher Farbe. Da diese in Rundungsgrad, Farbe und Korngröße ähnlich variieren wie die Sande aus Lias-, Polyplocus- oder Holozänschichten können sie von letzteren schwer, oft gar nicht unterschieden werden. Der Sedimentkörper besitzt zumeist eine Schrägschichtung, die aber nur sichtbar ist, wenn die Schichten genügend verwittert sind. In kleineren Handstücken sind diese Sand-KohleSchrägschichtungskörper leicht mit sekundärer Verschmutzung zu verwechseln. Auch hieraus ergibt sich eine hohe Ähnlichkeit mit angewittertem Lias-Sandstein. Im Aufschluss Querenhorst QuVI sind zudem Strömungs-Rippeln ausgebildet, deren Leehänge nach WSW einfallen. Das Liefergebiet der Sande lag damit im Osten bis Nordosten, was mit der Paleogeographie übereinstimmt (WILL 1969: Abb. 49). Fossilien konnten nur in der Abfolge von Querenhorst QuIIIC, nachgewiesen werden (Abb. 12). Es handelt sich hierbei um Schalen-Abdrücke der Muschel Protocardia rhaetica (MERIAN 1853) mit etwa 3 mm Kantenlänge.

Abb.12: In der Schicht QuIIIC28 wurde die Muschel Protocardia rhaetica (MERIAN 1853) gefunden. Die Farben sind verfälscht um den Kontrast zu verbessern.


Trias: Keuper: Oberer Keuper

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Das Handstück zu dem Dünnschliff in Abbildung 13 ist ein Lesestein aus dem westlichsten Bereich des Arbeitsgebiets bei Punkt H05 (R4431 322, H5797 626, vgl. Karte 1). Es zeigt einen feinen Mittelsandstein mit einem mittleren Korndurchmesser von etwa 0,3 mm. Quarz dominiert den Mineralgehalt mit etwa 90 % der erkennbaren Kristalle, Feldspäte bilden die übrigen 10 %. Hellglimmer sind nur sporadisch im Handstück sichtbar und stellen kaum 1 % des Gesamtgesteins dar. Die Matrix macht rund 5 % des Gesteins aus und ist nicht differenzierbarem Ton. Die Körner sind zumeist angerundet oder subangular und zeigen eine gute Sortierung. An fast jedem Korn sind Drucklösungszapfen zu sehen.

Abb. 13: Dünnschliffbild eines Lesesteines von Punkt H05, bei gekreuzten Polarisationsfiltern.

MESTWERT (1914 b) beschreibt diese Lithologie als Rhätkeuper. Laut STD 2002 handelt es sich folglich um den hangenden Teil der Exter-Formation des oberen Rhaetium. Der Ausbiss des Oberen Keupers unterscheidet sich in der vorliegenden Arbeit in einigen Punkten wesentlich von der MESTWERT-Karte. So wurde die Ausdehnung im Südosten durch den Aufschluss Heidwinkel HwI stark nach Westen erweitert. Im Norden ist der Obere Keuper nur einmalig durch Oberkreide unterbrochen. Für die zweite Erosion wurden keine Hinweise gefunden. Für ein Vorkommen am nordöstlichen Kartenrand gibt es keine Anzeichen. 2.1.1.2.1 - Querenhorst QuIIIB Der 300 m östlich der Mühle Ohm gelegene, aufgelassene Steinbruch besteht aus zwei Teilprofilen und wird teilweise von der Straßenmeisterei Helmstedt als Baulager genutzt. Teilaufschluss QuIIIB (R4430 284, H5801 460) besteht aus einer 15 m langen Profilwand in NS-Ersteckung mit mindestens 5 m Höhe. Die Schichten fallen mit 25° nach Süden ein und zeigen im Hangenden den oberen, im Liegenden den mittleren Keuper. Die Wand selbst ist fast pflanzenfrei, jedoch steht das Profil unter Wasser und ist nicht komplett begehbar. In den Schichten QuIIIB1 bis QuIIIB4 wurden die Werte für die Kluftrose QuIIIB aufgenommen, die in Abbildung 10 dargestellt ist. Das Verwitterungsprofil (s. Abb. 16) bezieht sich auf den trockenen Aufschluss. Nach einem starken Regen können die Mergelschichten weich und glatt sein. Zwischen den Schichten 18 und 23 liegt die Grenze mittleres - oberes Rhaetium.


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Trias: Keuper: Oberer Keuper

Abb. 14: Der hangende Teil des Aufschlusses Querenhorst QuIIIB zeigt die ältesten Schichten des Oberen Keuper. Profilbeschreibung vom Liegenden zum Hangenden: Schicht 1: Mindestens 52 cm massiger Tonmergelstein mit 20 - 40 % Siltanteil, äußere 7 cm zu Ton verwittert, graubraun im relativ frischen Anschlag, grün bis braun verwittert, schwach mergelig, in den relativ glatten Kluftflächen Ansammlung von braunem und schwarzem Ton. Schicht 2: 71 cm relativ massiger Tonmergelstein mit 5 Silt-Lagen, die aber nicht über die gesamte Profilbreite aushalten, Gestein rotbraun bis schwarzbraun verwittert, nahe den Siltschichten runde Tonplättchen von 4 - 40 mm Dicke, deutliche Klüftung parallel und senkrecht zum Profil. Schicht 3: 4 cm graubrauner Tonmergelstein, nur noch schwach brausend, Siltgehalt etwa 30 %, Gestein sehr weich (fast schlammig), bildet feine Blättchen aus, Klüftung hier sehr undeutlich. Schicht 4: 6,5 cm brauner Tonmergelstein, verwittert zu Tonplättchen. Schicht 5: 1 cm graubrauner Tonstein, schwach mergelig, wird an einigen Stellen dünner und kann sogar ganz verschwinden, verwittert zu dünnen Blättchen (bis zu 1 mm Dicke). Schicht 6: 18 cm siltiger Tonmergelstein, graubraun, blättrig bis plattig. Schicht 7: 2 - 3 cm graubrauner Tonstein, schwach mergelig, blättrig. Schicht 8: 3 cm massige Schicht aus graublauem Tonstein, nicht kalkhaltig. Schicht 9: 9 cm graubrauner Tonstein, schwach mergelig, blättrig. Schicht 10: 7 cm brauner Tonmergelstein, siltig, blättrig bis plattig. Schicht 11: Maximal 2 cm graubrauner Tonstein, schwach mergelig, schwankende Mächtigkeit, kann teilweise ganz verschwinden. Schicht 12: 38 cm brauner Tonmergelstein, plattig bis blättrig. Schicht 13: 1 - 2 cm graubrauner Tonstein, schwach mergelig, blättrig. Schicht 14: 53 cm Wechselfolge aus plattigem braunem Tonmergelstein und dunkelgrauen blättrigen Tonlagen. Schicht 15: 35 cm verwitterungsresistente 5-cm-Bänke aus siltigem, mergeligem graubraunem Tonstein. Schicht 16: 0,5 - 1 cm stark eingewitterter weicher Tonstein, nicht kalkig. Schicht 17: 22,5 cm stark siltiger Tonmergelstein, Oberfläche der Bank relativ konturlos.


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Schicht 18: 2 - 3 m Wechselfolge aus plattigem braunem Tonmergelstein und dunkelgrauen blättrigen Tonlagen, Mächtigkeit schwankt und lässt sich aufgrund der Unzugänglichkeit des Profils an dieser Stelle nicht genau feststellen. Schicht 19: 58 cm schwach siltiger Sandstein, rotbraun bis ocker, beginnt als feste Bank und wittert zum Hangenden hin stärker ein. Schicht 20: 2 cm schwach sandiger Schluffstein, schmutzig grau. Schicht 21: 11 cm bröselig verwitternder, schwach sandiger Siltstein. Schicht 22: 0,5 - 2 cm mergeliger, schmieriger Schluffstein, tonig und schwach sandig. Schicht 23: 54 cm stark schluffiger Feinsandstein, ocker, relativ massig ohne stukturierte Verwitterungsoberfläche. Schicht 24: 15 cm feinsandiger ocker-farbener Mittelsandstein (angular bis subangular), massig, Schicht-parallelen Kavernen mit ca. 3 cm Durchmesser und 3 mm Höhe (s. Abb. 15). Schicht 25: 2,5 cm stark grobsiltiger Feinsandstein (angerundet bis subangular), zum Hangenden hin siltiger, ocker, an frischen Bruchstellen beige. Schicht 26: 5 cm stark eingewitterter, feinsandiger Mittelsandstein. Schicht 27: 2 - 3 m stark feinsandiger Grobsiltstein; wahre Mächtigkeit aufgrund von Unzugänglichkeit nicht messbar. Schicht 28: Ungefähr 6 m feinsandiger Mittelsandstein (gerundet bis subangular), selten schwarze Einsprenglinge (Kohle), zum Hangenden siltiger, kontinuierlicher Übergang zu feinsandigem Grobsiltstein, wahre Mächtigkeit aufgrund von Unzugänglichkeit nicht messbar, an der Basis Funde von Protocardia rhaetica (MERIAN 1853) typisch für Oberen Keuper (s. Abb. 12). Schicht 29: 5 - 10 cm feinsandiger Siltstein, blättrig bis dünnplattig. Schicht 30: 20 cm Wechselfolge aus feinsandigem Grobschluffstein und schwach feinsandigem, blättrigem Schluffstein. Schicht 31: 42 cm eine Bank, schwach feinsandiger Siltstein. Schicht 32: 5 - 15 cm plattiger, schwach feinsandiger Siltstein. Schicht 33: Mindestens 2,5 m Wechselfolge aus feinsandigem Grobschluffstein und schwach feinsandigem Schluffstein (blättrig).

Abb. 15: Die Schicht QuIII24 enthält Schicht-parallele Kavernen.


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Abb. 16: Lithostratigraphisches Profil des Aufschlusses Querenhorst QuIII


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Abb. 16 (Forts.): Lithostratigraphisches Profil des Aufschlusses Querenhorst QuIII

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Abb. 16 (Forts.): Lithostratigraphisches Profil des Aufschlusses Querenhorst QuIII


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Abb. 16 (Forts.): Lithostratigraphisches Profil des Aufschlusses Querenhorst QuIII


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Abb. 16 (Forts.): Lithostratigraphisches Profil des Aufschlusses Querenhorst QuIII


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Abb. 16 (Forts.): Lithostratigraphisches Profil des Aufschlusses Querenhorst QuIII

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2.1.1.2.2 - Querenhorst QuIIIC Der Profilteil QuIIIC liegt 8 m westlich von QuIIIB (R4430 270, H5801 430). Die Profilwand erstreckt sich E-W in einer Länge von 5 m und ist 2,1 m hoch. Sie wird nach Westen fortgesetzt, jedoch ist dieser Teil mit Büschen und Gräsern bestanden, während das Gebiet unmittelbar vor der Wand versumpft und komplett überwuchert ist. Hier sind die beiden jüngsten Schichten aus Teilprofil QuIIIB erneut aufgeschlossen. Aus QuIIIC28 entstammen die Werte für die Kluftrose in Abbildung 17. Es stehen an: 2,1 m einer Abfolge von 30 - 75 cm mächtigen Sandsteinbänken, die im Liegenden als Mittelsandsteine beginnen und zum Hangenden in siltige Feinsandsteine übergehen. Da Mächtigkeit und Ausprägung dieser Bänke lateral variieren und bereits Teil von Schicht QuIIB28 sind, werden sie hier nicht als einzelne Schichten ausgehalten.

Abb. 17: Kluftrose Querenhorst QuIIIC n=9, α=27° Die Gefügewerte repräsentieren die Schicht 28 des Aufschlusses Querenhorst QuIIIC und zeigen eine Verkippung von 27° nach Süden.

Abb. 18: Dünnschliffbild einer Probe aus Schicht QuIII28 bei gekreuzten Polarisationsfiltern.


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Das Schliffbild in Abbildung 18 entstand aus einer Gesteinsprobe der untersten Bank vom Profil Querenhorst QuIIIC. Er zeigt einen gut sortierten, reifen, quarzitischen Feinsandstein mit einem Anteil der Tonmatrix von 2 %. Die Körner sind so stark durch Drucklösung überprägt, dass sich der ursprüngliche Rundungsgrad nicht mehr eindeutig feststellen lässt. Die noch vorhandenen Konturen deuten aber auf gerundete Körner hin. Diese Arkose zeigt, warum die Handstücke selten gut absanden: nur die äußeren Millimeter sind physikalisch verwittert, das innere des Gesteins hält durch die starke, auf Drucklösung basierende, Verzahnung noch immer zusammen. 2.1.1.2.3 - Querenhorst QuIV Im Forst 1,5 km östlich von Querenhorst, südlich an die K 46 angrenzend, befinden sich mehrere kleine Steinbrüche mit maximal 350 m2 Grundfläche, die heute allesamt inaktiv sind und unter Wasser stehen. Sie zeigen ausschließlich die ockerfarbenen bis rötlichen Sandsteine des oberen Keuper (s. Abb. 19). Die Profilhöhe beträgt 1 - 4,5 m. Die Mehrzahl der Profilwände ist durch Teiche und Bewuchs unzugänglich (s. Abb. 21). Durch die relative Feinkörnigkeit, die schwache Zementierung und die Pigmentierung mit Kohlekörnchen lassen sich die Gesteine zwar dem oberen Rhät zuordnen, jedoch sind die einzelnen Schichten ohne lückenlose Probennahme nicht auseinander zu halten, weshalb nur ein generalisiertes Profil aufgenommen wurde (s. Abb. 22). An einer frisch gebrochenen Wand im Aufschluss QuIV (R4430 910, H5800 880) wurden die Werte für die Kluftrose in Abbildung 21 gemessen.

Abb. 19: Der Aufschluss Querenhorst QuIV besteht aus vielen stark verwitterten Teilprofilen.

Abb. 20: Die meisten Teile des Aufschlusses Querenhorst QuIV stehen unter Wasser.


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Abb. 21: Kluftrose Querenhorst QuIV n=18, α=8° Die Werte stammen aus mehren Stellen von Aufschluss QuIV und zeigen ein flaches Einfallen der Schichten nach Süden. Die Richtungsschwankungen resultieren vermutlich aus dem Abbau. 2.1.1.2.4 - Querenhorst QuVA Der Forst 500 m nördlich des Brandseeberges enthält ebenfalls einige Steinbrüche, die oftmals untereinander verbunden und heute inaktiv sind. Die meisten davon werden heute als Fischteiche genutzt. Hier ist ebenfalls ausschließlich der Obere Keuper aufgeschlossen. Das stark verwitterte Teilprofil QuVA (R4431 605, H5800 540) ist etwa 11 m hoch und gut 30 m lang. Durch einen Teich ist die E-W-gestreckte Wand unzugänglich. Die Gesteinsabfolge zeigt trotz Auswitterungen eine bemerkenswerte Merkmalsarmut. An der Basis stehen graugelbe mittelsandige, schluffige Feinsandsteine an.


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Abb. 22: Generalisiertes Profil des Aufschlusses Querenhorst QuIV

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2.1.1.2.5 - Querenhorst QuVB Ein 20 m langes Teilprofil ist durch einen Teich weitestgehend blockiert; ein kleiner zugänglicher Bereich zeigt ein Profil von gut 1,5 m Höhe und 3 m Länge (R4431 523, H5800 531, s. Abb. 23). Der mittelsandige, schluffige Feinsandstein variiert unregelmäßig (vertikal und lateral) in Körnung und Farbe. Von Schicht 1 stehen hier nur die oberen 15 cm an, die übrigen Informationen über diese Schicht wurden durch das Liegende von Teilprofil QuVC ergänzt (s. Abb. 25). Abb. 23: Der zentrale Teil des Aufschlusses Querenhorst QuIVB. Der eingerahmte Teil ist in Abbildung 22 vergrößert.

Abb. 24: Die charakteristische Schicht QuIVB4 besteht aus Kohle. Profilbeschreibung vom Liegenden zum Hangenden: Schicht 1: Mindestens 60 cm feinsandiger Mittelsandstein, beige bis grau; Wurzelhorizont mit dünnen, verzweigten Kohlesträngen in den oberen 25 cm, darunter nur undeutlich vertikale Kohleleisten und lateral begrenzte Kohlelagen von wenigen mm Dicke. Schicht 2: 2 - 4 cm mittelsandiger Feinsdandstein, ockerbraune bis orangegraue Färbung, frei von Kohle. Schicht 3: 45 - 70 cm feinsandiger, schwach schluffiger Mittelsandstein, grau; Wurzelhorizont in den oberen 30 cm, darunter immer noch dünnes Netzwerk aus Kohlefasern. Schicht 4: 3 - 4 cm Kohleflöz, schwarzbraun (s. Abb. 24). Schicht 5: Mindestens 100 cm schluffiger Feinsandstein, ockerfarben bis grau; Kohle nur als Pigmentierung.


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Abb. 25: Lithostratigraphisches Profil des Aufschlusses Querenhorst QuVB.

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2.1.1.2.6 - Querenhorst QuVC Der überwucherte Hohlweg zeigt über die gesamte Strecke nur undifferenzierte Sandsteine des oberen Keuper. Unter einem Überhang, der durch Baumwurzeln vor weiterer Verwitterung geschützt wurde (R4431 449, H5800 601), konnte der liegende Teil von Teilprofil QuVB wieder erkannt und um einen halben Meter ins liegende erweitert werden (s. Abb. 25). Die laterale Verfolgbarkeit der charakteristischen Schichten-Abfolge QuV2 bis QuV4 war über etwa 4 m gegeben. 2.1.1.2.7 - Querenhorst QuVD Der größere Teil des 15 x 15 m großen und 3,5 tiefe Steinbruchs ist durch einen Teich bedeckt (R4431 550 H5800 740). Die elf zugänglichen Teilprofile von 0,3 bis 1 m Höhe zeigen keine markanten Differenzierungsmöglichkeiten. Insgesamt muss die Profilsäule aus ockerfarbenem, Quarz-dominierten Feinsandstein mindestens 4 m lang sein (s. Abb. 27). An einigen Stellen konnten Schichtflächen eingemessen werden; die Ergebnisse sind in Kluftrose in Abbildung 26 dargestellt.

Abb. 26: Kluftrose Querenhorst QuVD n=5, α=19° Die Gefügewerte repräsentieren den Aufschluss Querenhorst QuVD. Die Schichten fallen einheitlich mit 19° nach Süden ein. 2.1.1.2.8 - Querenhorst QuVE Der Steinbruch von 4 x 5 m Größe zeigt an der Nordwand (R4431 814, H5800 548) ein 1,3 m hohes Profil in E-W-Erstreckung. Der feinkörnige bis mittelkörnige Sandstein ist stark verwittert, zeigt ein etwa horizontales Schichtungsgefüge und bietet aufgrund seiner Merkmalsarmut keine weitere Möglichkeit zur Differenzierung.


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Abb. 27: Schematisches Profil des Aufschlusses Querenhorst QuVD.

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2.1.1.2.9 - Querenhorst QuVI Gut 500 m nordöstlich von Querenhorst befindet sich dieser aufgelassene Steinbruch (R4430 400, H5801 400). Er ist etwa 7x15 m groß, bis zu 6 m tief, stark überwachsen und teilweise mit Geschieben und Betonschutt zugeschüttet. In den Senken ist stets Regenwasser angestaut, wodurch auch die schwach bewachsenen Profilwände unzugänglich werden (s. Abb. 28). Eine Beprobung des Teichbodens mittels Spaten brachte nur Schlamm hervor, es befindet sich also kein mesozoischer Ton in diesen Brüchen. Es stehen mindestens 5 m feinsandigen Mittelsandsteins an, der teilweise auch grobsandig oder siltig ist. Zwar lassen sich lokal einzelne Schichten aushalten, die Differenzierungs-Merkmale können jedoch innerhalb eines Meters lateral stark variieren oder verschwinden. Oftmals ist der Sandstein sogar völlig homogen und zeigt nur durch die Verwitterung eine angedeutete Sedimentstruktur. Das Teilprofil in Abbildung 32 ist daher nicht als repräsentativ für den gesamten Aufschluss zu verstehen. Ein schematisiertes Gesamtprofil ist in Abbildung 31 dargestellt. Die Werte für die Kluftrose in Abb. 30 repräsentieren Schichtflächen von QuVI1 und QuVI3. Da der Gefügewert dieser Klüftung entgegen den Werten aller anderer Aufschlüsse des Oberen Keuper nach NE einfällt, muss davon ausgegangen werden, dass es sich um einen einzelnen Block handelt, der durch den Sandsteinabbau verschoben wurde.

Abb. 28: Der Aufschluss Queremhorst QuVI zeigt einen Teich mit wenigen kurzen Profilwänden.

Abb. 29: Die Schicht QuVI2 beinhaltet Schrägschichtungskörper, deren Lee-Hänge nach WSW einfallen.


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Profilbeschreibung vom Liegenden zum Hangenden: Schicht 1: Mindestens 120 cm siltiger Feinsandstein, ockergelb, dickbankig. Schicht 2: 5 cm stark siltiger Feinsandstein, ockergelb, blättrig. Es sind Schrägschichtungskörper vorhanden deren Asymmetrie auf Strömungsrippeln hindeutet; die LeeHänge fallen nach WSW ein (s. Abb. 29). Schicht 3: Mindestens 90 cm siltiger, mittelsandiger Feinsandstein, ocker bis ockergrau, dickbankig; Strömungsrippeln auf der Schichtoberseite zeigen schwache Strömung nach WSW.

Abb. 30: Kluftrose Querenhorst QuVI n=9, α=11° Dem Schichtungsgefüge aus der Exter-Formation im Aufschluss Querenhorst QuVI entnommen, zeigen diese Werte eine leichte Neigung der Schichten nach NE. Die Werte anderer Aufschlüsse (Abb. 17, 21, 26) des Oberen Keuper zeigen eine Neigung nach Süden. Wahrscheinlich repräsentieren die hier dargestellten Messwerte einen abgerutschten Block.


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Abb. 31: Schematisiertes Profil des Aufschlusses Querenhorst QuVI.


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Abb. 31 (Forts.): Schematisiertes Profil des Aufschlusses Querenhorst QuVI.

Abb. 32: Teilprofil der Schichten 1 - 3 im Aufschluss Querenhorst QuVI.


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2.1.1.2.10 - Heidwinkel HwI Am Ostrand des Lappwaldes, etwa 1 km südlich von Heidwinkel, nahe der Teiche, sind in einem gut 60 m langen Bachanschnitt viele stark verwitterte Kleinprofile von bis zu 2 m Höhe und 3 m Länge aufgeschlossen (s. Abb. 34). Sie zeigen ausschließlich die ockerfarbenen Sandsteine des oberen Keuper, welche zu stark zerfallen sind, um sichere Messwerte zu liefern (s. Abb. 33). Selbst das Kohleflöz, das hier einst abgebaut wurde, ist in den vorderen 20 cm herausgewittert. Im Forstrand sind einige flache Mulden mit maximal 3 m Durchmesser zu sehen, die aus dem früheren Abbau des Rhätsandsteins resultieren. Die Gauss-Krüger-Koordinaten des östlichsten Teilaufschlusses sind R4431 460, H5797 639.

Abb. 33: Der Aufschluss Heidwinkel HwI beinhaltet mehrere Teilprofile ockerfarbenen Keuper-Sandsteins.


Trias: Keuper: Oberer Keuper

Abb. 34: Generalisiertes Profil des Aufschlusses Heidwinkel HwI.

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Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen) 2007

2.2 - Jura 2.2.1 - Lias 2.2.1.1 - Hettangium G r e n z z i e h u n g.─ Die Schichtgrenze zwischen dem Oberen Keuper und der Basis des Hettangium im östlichen Arbeitsgebiet (s. Karte 2) konnte durch Lesesteinfunde an mehreren Punkten (164, 162 und Umgebung von 163, B27, B98 und F24, s. Karte 1) direkt beobachtet werden. Sie muss südwestlich des Brandseebergs ein umlaufendes Streichen annehmen. Demgegenüber steht das gemessene Einfallen des Oberen Keuper nach Süden mit etwa 20°. Da beide Gesteinseinheiten in einem flachen Ablagerungsmilieu sedimentiert wurden, muss das Hettangium dem Oberen Keuper mit einer Winkeldiskordanz aufliegen. Vermutlich handelt es sich bei diesem erosiven Kontakt um eine Küstenlienie. Der untere Lias besteht aus mittelsandigem Feinsandstein, der bisweilen auch als feinsandiger Mittelsandstein (s. Abb. 35), stark schluffiger Feinsandstein oder sandiger Siltstein auftreten kann. Auch finden sich an einigen Handstücken Lagen von gerundetem Feinkies. Mineralogisch besteht das Gestein aus Quarz und 0-5 % Feldspäten und Glimmern. In einem Handstück konnten mehrere Hellglimmerschichten beobachtet werden. Die Körner sind durchweg gut sortiert und angerundet bis gut gerundet, seltener auch subangular. Demnach handelt es sich hierbei um einen sehr reifen Sand. Das Gestein tritt in Bänken, seltener in Lagen auf, ist relativ kompakt und bricht in unregelmäßig begrenzte Quader oder Schollen. Die Bruchfestigkeit ist auch bei kleinen Plättchen für gewöhnlich wesentlich höher als die des Rhätsandstein. Auch treten typischerweise keine Schrägschichtungskörper auf. Daneben kommen auch vereinzelt Handstücke vor, die leichter zerfallen und/oder schräg geschichtet sind. Die verwitterten Handstücke auf den Feldern sind selten mehr als Faust-groß, tragen meist eine graugrünliche Farbe mit grauer Kruste. Im frischen Zustand zeigt das Gestein eine Gelbfärbung der äußeren 5-10 mm, die in ein graumeliertes Beige übergeht. Die verwitterten Flächen sind meist glatt und sanden kaum ab; Eisen- und Mangankrusten sind selten. Abb. 35: Ein Sandstein-Handstück aus dem Aufschluss Mackendorf MdI im Anschliff. Im Feld und im Bohrstock findet man sehr oft auch verwitterte Feinsandsteinstücke, die relativ schwer brechen, nicht absanden, ockergrau gefärbt sind und über eine Eisenmangankruste verfügen. In solchen Fällen ist die Zuordnung nicht eindeutig und kann nur durch Extrapolation über die umliegenden Gesteinsbruchstücke erfolgen.


Jura: Lias: Hettangium

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Der Sand in den Bohrproben ist in der Regel heller und etwas feinkörniger als derjenige des Rhät. Da die Färbung aber stark von Verwitterung und Felddüngung abhängt und auch Keupersandstein feinkörnig auftritt, ist die Zuordnung durch Bohrung nie eindeutig. Oft findet sich in und insbesondere auf den Schichtflächen eine reiche Ichnofauna, wie sie im Rhätsandstein nicht auftritt. Am Punkt F01 (500 m NW des Brandseebergs, s. Karte 1) liegen ockerfarbene, stark absandende, siltige bis feinsandige Mittelsandsteine, in denen Lagen von zweiklappig erhaltenen Muscheln eingelagert sind. Die Schalen wurden gelöst und der Freiraum teils durch Kompaktion des Sandes, teils durch eingespülten Silt verfüllt, so dass die Klappen als 3-15 mm lange Steinkerne vorliegen. Der Lesestein zu dem Schliff in Abbildung 36 wurde bei Punkt F02 (NW von Querenhorst, R4428 734, H5801 270, s. Karte 1) gefunden. Der reife, gut sortierte Feinsandstein besteht zu 90 % aus Quarz, die restlichen 10 % werden durch unregelmäßig verteilte Ansammlungen von Ton/Feinsilt gebildet. Die Körner scheinen gerundet zu sein, grenzen aber durch Drucklösung lückenlos aneinander; Drucklösungs-Zapfen sind nicht ausgebildet.

Abb. 36: Dünnschliffbild eines Lesestein von Punkt F02 bei gekreuzten Polarisationsfiltern. Der siltige Feinsandstein zeigt Drucklösung und Flecken von Silt/Ton. Der Dünnschliff in Abbildung 37 stammt von einem Lesestein bei Punkt F01 (500 m NW vom Brandseeberg, R4430 935, H5800 276, s. Karte 1). Die differenzierbaren Körner in Abbildung 35 sind zumeist feinsandig, mit einem Gehalt an Grobsilt von rund 10 - 20 %, gut gerundet, bestehend ausschließlich aus Quarz und nehmen etwa 60 - 80 % der Dünnschliff-Fläche ein. Der Ton-/Feinsilt-Gehalt variiert zwischen 20 und 40 % und kann die groben Körner als Matrix umlagern. Bei makroskopischer Betrachtung ergibt der Ton eine wellige Lamination (s. Abb. 38), die Rippeln eines niederenergetischen Strömungssystems repräsentieren. Vermutlich handelt es sich um Rippeln eines Gezeitenmilieus.


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Jura: Lias: Hettangium

Abb. 37: Dünnschliffbild eines Lesestein von Punkt F01 bei gekreuzten Polarisationsfiltern. Der Sandstein enthält mehr als 30 % Ton und Silt, die eine Bearbeitung der Kornränder unmöglich machen.

Abb. 38: Gesamtansicht des Dünnschliffs aus Abbildung 37. Die Farben wurden verändert um die Schrägschichtungskörper zu verdeutlichen. Zwar sind die Gesteine des Lias durch Drucklösung ohne Korn-Verzahnung und etwa 15 % Tonanteil geprägt; der Ton bildet nur Linsen oder einzelne Lagen. Dies sorgt in Verbindung mit einer hohen Porosität von 15 - 20 % für ein starkes Absanden auch relativ frischer Gesteinsbruchstücke. MESTWERDT (1914 b) und JÜNGST (1928) stellen diese Schichten aufgrund von AmmonitenFunden im Aufschluss Mackendorf MdI in den untersten Lias. Lithostratigraphisch sind sie als Psilonoten- und Angulatenschichten des Hettangium zu bezeichnen. Im Vergleich zu MESTWERDT (1914 b) sind die Ausbisse des Hettangium in der vorliegenden Arbeit wesentlich seltener durch quartäre Ablagerungen unterbrochen.


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Die Vorkommen von Hettangium-Sandsteinen die MESTWERDT am westlichen Kartenrand angibt wurden nicht gefunden. Darüber hinaus ist die Grenze zum Oberen Keuper verändert kartiert worden: Sie zeigt am Brandseeberg nun ein umlaufendes Streichen und ist im S der Karte nicht mehr geneigt sondern flach. 2.2.1.1.1 - Mackendorf MdI Dieser zur ehemaligen Ziegelei Mackendorf gehörige Steinbruch (R4431 689, H5801 972, s. Karte 1) von 170x120 m Fläche wurde ausführlich von WINCIERZ (1973) beschrieben. Hier stehen die Psilonoten- und Angulatenschichten des unteren Lias an. Der Steinbruch steht heute unter Wasser (s. Abb. 39), so dass nur noch die obersten Schichten in wenigen Teilprofilen erschlossen sind. Von dem beschriebenen Profil (s. Abb. 42) sind nur noch die oberen sechs Meter (Schicht 35 bis 44) der Nordwestwand aufgeschlossenen, wobei die oberen zwei Meter jedoch nicht mehr im Zusammenhang stehen, da sie einzelne Teilaufschlüsse im umgebenden Baumbestand bilden, die größtenteils aus angewittertem Bruch oder Lesesteinen bestehen. Durch Funde von Schlotheimia ist dieser Profilteil dem oberen Hettangium zuzuordnen (WINCIERZ 1973). In den Schichten 36 bis 44 wurden die Werte für die Kluftrose in Abbildung 41 aufgenommen. In einer der abgeblätterten Schichten finden sich Rippeln einer Wellenlänge von rund 3 mm und einer Amplitude von maximal 0,5 mm. Aufgrund der geringen Größe und der symmetrischen Ausbildung muss es sich um Seegang-Rippeln handeln. Bemerkenswert sind über dies die Klarheit (Sichttiefe: min 4 m) und Blaufärbung des Wassers, wobei letztere der Auflösung von Angulatenschichten des unteren Lias zuzurechnen ist.

Abb. 39: Der überwiegende Teil des Aufschlusses Mackendorf MdI steht heute unter Wasser. Die Werte für die Kluftrose in Abbildung 42 wurden im Top der nordwestlichen Teils des Bruches bei R4431 689, H5801 972 aufgenommen.


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Das Handstück zu dem Schliff in Abbildung 40 stammt aus der Schicht Mackendorf MdI42. Es zeigt sich ein schwach mittelsandiger, grobsiltiger Feinsandstein mit einer Ton-FeinsiltMatrix, die etwa 10 % des Gesamtgesteins ausmacht. Die Körner bestehen zu gut 95 % aus Quarz, der Rest sind Feldspäte. Sie sind scheinbar gut gerundet, jedoch werden die Korngrenzen durch die fortgeschrittene Drucklösung verwaschen.

Abb. 40: Dünnschliffbild eines Handstücks aus der Schicht Mackendorf MdI42 bei gekreuzten Polarisationsfiltern.

Abb. 41: Kluftrose Mackendorf MdI n=16, α=12° In der flächentreuen Projektion sieht man wie dicht die an der Nord- und Westwand des Aufschlusses Ziegelei Mackendorf genommenen Gefügewerte beieinander liegen. Anhand der Kluftrose lassen sich daher relativ wenige Werte mit identischer Einfallrichtung identifizieren. Im Mittel ergibt sich ein fast horizontales Schichtungsgefüge, das nur schwach in eine statistisch bestimmte Richtung geneigt ist, was vermutlich durch den Abbau bedingt wird.


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Abb. 42: Lithologisches Profil des Aufschlusses Mackendorf MdI aus WINCIERZ (1973).

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Abb. 42 (Forts.): Legende zum Lithologischen Profil aus WINCIERZ (1973). Spurenfossilien Gyrochorte Die lange dünne Spur ähnelt zwei eng parallel liegenden Schnüren mit reziprok verlaufenden Windungsrichtungen. In der Regel ist die 2 - 4 mm breite Spur relativ gerade oder leicht gebogen, reicht etwa ½ - 1 mm in die Höhe und wird in ihrer Ausdehnung nur durch die Handstückgröße begrenzt (s. Abb. 43). Die bearbeiteten Spuren liegen einzeln vor, sie überkreuzen sich gelegentlich, aber vertikale Wiederholungen oder gar Fächerstrukturen wie von SEILACHER (2007) beschrieben wurden nicht gefunden. Abdrücke an der Schichtunterseite sind selten.

Abb. 43: Das Spurenfossil Gyrochorte.


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Lockeia (1) An den Schichtunterseiten einiger Handstücke finden sich 2,5 - 3 cm lange, bis 1,5 cm breite und hohe, Mandel-förmige Abdrücke (Positive von Hohlformen). Der nach unten weisende Rand ist leicht zugespitzt, einige Exemplare ähneln sehr stark einer halb im Sediment eingegrabenen Muschel (s. Abb. 44). Die Hohlformen haben ihre größte Breite in der Sedimentschicht in der sie beginnen. WINCIERZ (1973) beschreibt diese Spur als charakteristisch für Schicht MdI46 und SEILACHER (1953) identifiziert sie als Ruhespur Pelecypodichnus amygdaloides.

Abb. 44: Die große Variante von Lockeia tritt zumeist ohne begleitende Fossilien auf.

Abb. 45: Der kleine Vertreter des Spurenfossils Lockeia.

Lockeia (2) Ebenfalls an der Schichtunterseite finden sich elongierte schmale Ellipsoide mit bis zu 8 mm Länge bei 2 mm Breite. Auch hier ist der äußere Rand zugespitzt (s. Abb. 45). Da weitere Identifizierungsmerkmale fehlen, wird dies als Lockeia (Ruhespur einer halbeingegrabenen Pelecipode, SEILACHER 2007) gedeutet. Pelecipodenschalen Einige Schichten sind reich an horizontal eingeregelten Muschelschalen. Die Schalen in den Schichten sind noch immer zweiklappig und lassen selten den Wirbel erkennen. Die Klappen an der Schichtoberseite sind solitär und liegen fast immer mit der konvexen Seite im Sediment (s. Abb. 46). Die Schalen wurden mit Silt verfüllt und später weggelöst. Anschließend wurden einige Hohlräume mit Silt verfüllt, andere wurden nur kompaktiert, selten rekristallisierte ein inzwischen wieder verwittertes Mineral. Einige Hohlräume sind als solche erhalten, mit einem Belag durch Eisenoxide.


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Jura: Lias: Hettangium

Die Klappen sind 4 - 8 mm lang, 2 - 5 mm breit und leicht asymmetrisch. Es sind weder Anwachslinien noch Muskelabdrücke oder Schlosstyp sichtbar.

Abb. 46: Die halb verfüllten Pelecipoden-Klappen liegen mit der konvexen Seite im Sediment. Psammichnites Einige flache Hohlformen wurden durch geopetalen Backfill bis nahe der Schichtobergrenze verfüllt (s. Abb. 47). Die Spuren sind 7 - 9 mm breit und bis über 8 cm lang. Ob es sich um abgeschnittene Röhren oder Weidehohlspuren handelt, konnte nicht festgestellt werden.

Abb. 47: Das Spurenfossil Psammichnites ist teilweise verfüllt.


Jura: Lias: Hettangium

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Wurmgänge Oft treten in konzentrierter Form horizontale Gänge mit einem Querschnitt von 5 - 8 mm und einer durch die Handstückgröße auf 8 cm limitierte Länge auf. Die Röhren sind leicht gebogen, aber überkreuzen oder verzweigen sich nicht (s. Abb. 48). Sie sind etwa im Millimeter-Abstand Wulst-artig verdickt, was ein Hinweis auf Stopfstrukturen ist. Jede fünfte bis achte dieser Wülste ist etwas dicker als die anderen. Viele der vormals kreisrunden Querschnitte wurden um bis zu 30 % vertikal kompaktiert, einige sind aber als Zylinder erhalten geblieben. Letzteres bezeugt, dass die Bauten im bereits verfestigten Sediment angelegt wurden, was wiederum auf gut durchlüftete, aber Nährstoffarme Verhältnisse schließen lässt. Vereinzelt finden sich Gänge, die mit einem orthogonalen Knick in die darüber liegenden Schichten enden. Zwar ähnelt diese Spur Muensteria in Form und Dimensionierung, jedoch zeigt letztere in der Literatur stets einen höheren Abstand der Backfill-Strukturen (2 - 3 je cm, hier: 10 - 13 je cm; s. Abb. 49).

Abb. 48: Die Gänge reichen relativ selten vertikal in das Sediment hinein.

Abb. 49: Die meisten Gänge liegen sub-horizontal im Sediment.


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Jura: Lias: Hettangium

Cruziana-ähnliche Spuren Die beiden sich ähnelnden Spuren Cruziana und Rusophycus werden nach BROMLEY & ASGAARD (1972) für solche von Trilobiten und Trilobiten-ähnlichen Arthropoden verwendet. In Anbetracht der Unterscheidungs-Schwierigkeiten von Cruziana und Rusophycus schlägt OSGOOD (1970) vor, die beiden Spuren strikt auf die Morphologie zu beschränken. In Anlehnung an OSGOOD (1970) und unabhängig vom Verursacher werden selbige Spuren hier als „Cruziana-ähnliche“ Spuren bezeichnet. Die Fotoaufnahmen der Cruziana-ähnlichen Spuren zeigen leider nicht die notwendigen Details um sie als solche erkennen können. Cruziana-ähnliche Spuren 1 Einigen Handstücke zeigen schmale Ritzungen im Sediment, die spitz beginnen und stumpf enden. Sie laufen nicht parallel; vielmehr lässt sich keine konkrete Bewegungsrichtung nachzeichnen, die Ritzungen treten in diffusen Bündeln von zwei bis fünf auf. Cruziana-ähnliche Spuren 2 Ein Handstück besitzt an der Schichtunterseite eine hohe Zahl splitterförmiger Spuren, die 5-8 mm lang sind, zur Mitte hin breiter und höher werden und in der Regel parallel liegen. Vermutlich handelt es sich um Laufspuren von Krebsen.


Jura: Lias

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2.2.1.2 - Sinemurium Das Sinemurium ist als einziger Zeitabschnitt des Lias nicht mit Ablagerungen im Arbeitsgebiet nachgewiesen. Die durch MESTWERDT (1914 b) kartierten „Eisenhaltigen Kalksandsteine und oolithischen Eisensteine“ der Arietenschichten wurden nicht gefunden. 2.2.1.3 - Pliensbachium Der Aufschluss Heidwinkel HwV (s. Kapitel 2.2.1.3.1 und Abb. 50) zeigt eine für das Arbeitsgebiet einzigartige Lithologie. Dort sind graugrüne Mergelsteine zu sehen, die unregelmäßig verteilt Kalkstein-Brocken in Kies- bis Block-Größe und Tonsteine führen. Der braun-schwarze Tonstein bildet mehrere Millimeter dünne Lagen von maximal einem Meter Länge und vereinzelt auch Tongallen in Kiesgröße. Da der gesamte Aufschluss mit einem nassen Lehm-Ton-Mergel-Gemisch überzogen war, kann die grüne Färbung mit grauer Maserung nicht als frisch angesehen werden. Der Kalkstein ist graubräunlich und enthält braunschwarze Partien aus dichtem Mikrit. An Fossilien finden sich Belemnitenrostren und Schalenreste von Zweiklappern im etwa identischen Verhältnis von je rund 40 % und Bruchstücke von Foraminiferen und Algenkolonien mit etwa 20 %. Einer der Belemniten konnte anhand des Querschnitts durch die charakteristische Lateralfurche als Hastites compressoides SCHUMANN 1974 identifiziert werden (s. Abb. 51). Dieses Fossil ist typisch für den oberen Lias (Lias γ 2b).

Abb. 50: Der Aufschluss Heidwinkel HwV.

Abb. 51: Ein im Aufschluss Heidwinkel HwV gefundener Belemniten-Querschnitt konnte als Hastites compressoides SCHUMANN 1974 identifiziert werden.


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Jura: Lias: Pliensbachium

Ungefähr 400 m östlich von Heidwinkel HwV befindet sich ein Gelände mit Fischteichen, dessen Besitzer die dort anstehenden „fetten Tone“ als nicht umgelagerten, natürlichen Untergrund beschreibt. Bei dem graugrünen Ton handelt es sich vermutlich um verwitterte Mergel- und Tonsteine ähnlich denen aus Heidwinkel HwV. MESTWERDT (1914 b) beschreibt „dunkle Tone mit Kalklagen und Geoden“ in relativ ähnlicher Ausbildung wie oben beschrieben als zu den Capricornerschichten gehörig. Der Belemniten-Fund führt mit der Einordnung in den Lias γ 2b zum selben Schluss. Somit wird diese Lithologie den Capricornerschichten (unteres Pliensbachium) zugeordnet. Gesteine des Pliensbachium sind nach MESTWERDT (1914 b) noch wesentlich weiter im Norden zu finden. Im Arbeitszeitraum der vorliegenden Kartierung lagen dort aber Kalksteine des Malm. 2.2.1.3.1 - Heidwinkel HwV Fast einen Kilometer südlich von Heidwinkel (R4430 880, H5797 797, s. Karte 1) wurde auf 2 x 3 m Fläche ein etwa 1,5 m tiefes Loch ausgebaggert (s. Abb. 50). Die Wände zeigten schon nach wenigen Tagen Regens nur noch mergeligen Schlamm mit vereinzelten Handstücken von dickplattigem Kalkstein. Da der Aushub am Feldrand abgelagert wurde, ist die südliche Wand noch nicht so stark überschüttet wie die übrigen Seiten, an denen nasser Ackerboden hineinfällt. Die Proben zeigen einen homogenen braunen Kalkstein mit rund 15 % Porosität und zumeist eingeregelten, feinsandigen, schwarzbraunen Schalenfragmenten. Vereinzelt treten bis zu 6 cm lange Schalenreste und Belemniten-Rostren auf, von denen einer als Hastites compressoides SCHUMANN 1974 identifiziert wurde (s. Abb. 51). Das Profil enthält über einen Meter Kalkmergelstein (s. Abb. 53). Der Dünnschliff in Abbildung 52 entstammt dem Aufschluss Heidwinkel HwV und zeigt einen Biogen-führenden Mikrit (FOLK 1962) beziehungsweise mud supported Wackestone (DUNHAM 1962). Als biogene Komponenten mit rund 75 % der Schliff-Fläche wurden undifferenzierbare Schalenreste von 0,2 - 2 mm Länge, Foraminiferen und Belemniten festgestellt. Die Biogen-Komponenten und ein geringer Teil der mikritischen Matrix sind sparitisiert.

Abb. 52: Der Dünnschliffbild eines Handstücks aus dem Aufschluss Heidwinkel HwV zeigt an Fossilien hauptsächlich Schalenbruch und vereinzelte Gyrogoniten.


Jura: Lias: Pliensbachium

Abb. 53: Generalisiertes Profil des Aufschlusses Heidwinkel HwV.

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Jura: Lias

2.2.1.4 - Toarcium An den Punkten F03 (westlich von Querenhorst, s. Karte 1) und F04 (50 m nördlich des Hülsenbergs, s. Karte 1 und Abb. 54) wurden neben Geschieben auch 0,5-1,5 mm dicke, sehr schwach kalkige Tonplättchen gefunden. Da diese nur in sehr geringem Umfang vorhanden sind (etwa eine halbe Streichholzschachtel je Fundpunkt) und sich weder im Bohrstock noch mittels Spateneinsatz im Untergrund nachweisen ließen, muss davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei um einen Schieferton handelt, der an der Oberfläche sehr schnell verwittert und hier nur durch Maulwürfe relativ frisch aufgewühlt wurde.

Abb. 54: Das Toarcium steht nicht an der Oberfläche an. Die entsprechenden Flächen sind mit Wiesen bedeckt. Ein sachkundiger Bauer, der einen artesischen Brunnen im Nordosten von Querenhorst unterhält, bezeugte, dass unter dem Dorf ein graublauer Schieferton mit mindestens 50 m Mächtigkeit liegt und einen natürlichen Grundwasserstauer bildet. Im Hülsenberg wird diese Lithologie durch den Polyplocussandstein überlagert. Die Gesteinsbeschreibung passt auf eine Variation des Posidonienschiefers nach MESTWERDT (1914 a, b). In ROLKE (1979) wird die mangelnde Erhaltungsfähigkeit ebenfalls hervorgehoben. Das Gestein wird daher dem Posidonienschiefer (unteres Toarcium) zugeordnet. MESTWERDT (1914 b) verzeichnet ein Vorkommen von Gesteinen des Toarcium, das im Streichen des aktuellen Ausbisses noch etwa 1 km nach NW erweitert ist, was heute nicht mehr nachgewiesen werden kann.


Jura

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2.2.2 - Dogger Der Dogger ist nur mit einer Lithologie im Kartiergebiet nachgewiesen. 2.2.2.1 - Aalenium Als gut kartierbare Einheit zerfällt der schwach siltige, feinsandige Mittelsandstein zumeist bereits beim Auflesen und liegt daher fast nur als Lockersediment vor. Die Körner sind subangular bis angerundet und bestehen überwiegend aus Quarz. Der Gehalt von Glimmern und Feldspäten variiert zwischen etwa 10 und 30 %. Kohle oder andere Minerale konnten nicht festgestellt werden, wodurch sich der Sandstein von dem Rhätsandstein unterscheidet. Auch sind keine Fossilien sichtbar. Das Gestein ist selten fester zementiert und nur dann als Steinbruch (Querenhorst QuI, s. Abb. 55) oder als Zeugenberg (Querenhorst QuII) aufgeschlossen. ZOBEL (2007) benennt diese Lithologie als Polyplocussandstein, wodurch sie stratigraphisch in die Ludwigienschichten des oberen Aalenium (Dogger β) gehört. Die Autorin unterscheidet den eigentlichen Sandstein-Körper als Unteres Polyplocussandstein Member (UPSM) und eine Wechselfolge von schiefrigen Tonsteinen und feinkörnigen, festen Sandstein-Bänkchen als Oberes Polyplocussandstein Member (OPSM). So finden sich bei Punkt F05 (300 m W vom Hülsenberg, R4429 680, H5799 680) schwach siltige Tonplättchen mit bis zu 7 cm Kantenlänge, die selbst bei einer Dicke von 4 mm nur schwer zerbrechen. Durch Einwirkung von Salzsäure schäumt das Gestein nur schwach.

Abb. 55: Der Polyplocussandstein steht nur selten über Tage an, wie hier im Aufschluss Querenhorst QuI. Als auf dem Hülsenberg anstehend beschreibt MESTWERDT (1914 b) „dunkle Schiefertone mit Toneisensteingeoden und mürbe Sandsteine.“ Es handelt sich also um das Obere Polyplocussandstein Member im Übergang zu den Bajocium-zeitlichen Sonninienschichten. Die Aufschlüsse Querenhorst QuI und QuII (s. Kap. 2.2.2.1.1 und 2) liegen in einer Streichlinie NNE, ihre Schichten fallen mit circa 20° ESE ein. In der Verlängerung dieses Streichens findet sich bei Punkt F06 (300 m E Querenhorst, R4429 943, H5800 782, s. Karte 1) ein graugrüner, feinsandiger Mittelsandstein, der schwach absandet und ausschließlich aus Quarz besteht. Das Gestein liegt in mehreren angerundeten Kieseln vor, an deren Unterseite Abdrücke von Calzit-Kristallen zu sehen sind.


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Jura: Dogger: Aalenium

Wie schon beim Toarcium verzeichnet MESTWERDT (1914 b) auch im östlichen Vorkommen des Aalenium einen Ausbiss der vom Hülsenberg aus etwa 1 km nach NW verlängert ist. Das Vorkommen am westlichen Kartenrand ist heute jedoch sehr ähnlich wie damals kartiert worden. 2.2.2.1.1 - Querenhorst QuI Der etwa 1km südlich von Querenhorst befindliche Steinbruch (R4429 680, H5799 680, s. Karte1) ist in N-S-Erstreckung etwa 120 m lang und 30 m breit. Die Fläche ist stark bewachsen und teilweise mit Bauschutt verfüllt. Aus mehreren Teilaufschlüssen ergibt sich eine Profilsäule von mindestens 2,5 m Höhe, die zum unteren Polyplocussandstein-Member gehört (s. Abb. 57). Es steht hier ein kaum zementierter, schwach mittelsandiger Grobsandstein an; mit mäßig gerundeten, selten subangular Körnern. Das Gestein ist beige bis dunkel-orange gefärbt und besteht aus Quarz (80 - 95 %) und Feldspäten. An einigen Stellen (z.B. Abb. 55) konnten Schichtflächen eingemessen werden; das Ergebnis ist in Abbildung 56 dargestellt.

Abb. 56: Kluftrose Querenhorst QuI n=5, α=16° Die im Aufschluss Querenhorst QuI genommenen Werte zeigen ein relativ flaches Einfallen der Schichten mit 16° nach NNE.

2.2.2.1.2 - Querenhorst QuII Auf einem Feld 600 m südlich von Querenhorst (R4429 778, H5800 140, s. Karte1) ragt ein Birken-bestandener Hügel von etwa 10 x 15 m um gut 4 m empor, an dessen NE-Hang ein Profil des unteren Polyplocussandstein-Member aufgeschlossen ist (s. Abb. 58). Es handelt sich um mindestens 1,1 m eines schwach mittelsandigen Grobsandsteins, mit gerundeten bis subangularen Körnern, schwacher Zementierung. Das beige bis dunkel-orange gefärbte Gestein besteht aus Quarz (75 - 95 %) und Feldspäten. Lithologisch gleicht dieser Aufschluss der Schicht QuI1.


Jura: Dogger: Aalenium

Abb. 57: Generalisiertes Profil des Aufschlusses Querenhorst QuI.

Abb. 58: Generalisiertes Profil des Aufschlusses Querenhorst QuII.

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Jura: Dogger: Aalenium

2.2.2.1.3 - Heidwinkel HwIII Der Hülsenberg bei Heidwinkel wird praktisch ausschließlich vom unteren Polyplocussandstein-Member aufgebaut. An mehreren Stellen im Forst befinden sich Hasen-Bauten, zum Beispiel bei R4431 211, H5799 283 (s. Karte1). Das Gestein ist ein grobsandiger Mittelsandstein mit zumeist gerundeten Körnern aus Quarz (80 - 95 %) und Feldspäten. Es ist nur schwach zementiert und selbst frischer Auswurf zerfällt bei mechanischer Beanspruchung. Der Hülsenberg muss zumindest 4,5 m des unteren Polyplocussandstein-Member enthalten (s. Abb. 60).

Abb. 59: Der Polyplocussandstein Member ist zumeist als Lockersediment aufgeschlossen, wie hier in einem Hasenbau bei Heidwinkel HwIII.


Jura: Dogger: Aalenium

Abb. 60: Schematisiertes Profil des Aufschlusses Heidwinkel HwIII.

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Jura

2.2.3 - Malm Da die Kalke im Kartiergebiet keine über längere Strecken konsistente, verfolgbare Merkmale aufweisen, konnte der Malm nicht in kartierbare, lithologische Einheiten unterteilt werden; abgesehen vom Tithonium (s. Kap. 2.2.3.2). Einzelne Gesteinstypen werden daher ohne stratigraphischen Verband nacheinander beschrieben. 2.2.3.1 - Kimmeridgium (?) Der obere Jura ist als massiger Kalkstein mit schwankendem Fossilgehalt ausgeprägt. Er enthält etwa 5% Schalenfragmente, die offensichtlich sekundär calzifizierten, denn sie bestehen aus Calcitkristallen in Millimetergröße die quer durch das gesamte Schalenbruchstück reichen. Aufgrund der geringen Größe von 2-9 mm ist eine Identifizierung der Urheber dieser Fragmente nicht möglich. Teilweise ist der Calcit auch rekristallisiert und bildet ein Geflecht aus Kristallen mit bis zu 2 mm Kantenlänge (s. Abb. 61), auch Calcitdrusen von 6 mm Durchmesser wurden gefunden. Die Handstücke auf den Feldern sind überwiegend 3-9 cm dicke Platten von 10-30 cm Durchmesser. Größere Steine oder Blöcke sind relativ selten; schartige Kiesel sind häufiger vorzufinden und entstehen vermutlich durch Verwitterung der Steine. Im frischen Bruch ist die Farbe bläulich grau, die häufigsten Verwitterungsfarben sind ocker und dunkel graugrün.

Abb. 61: Ein Handstück vom Lithotyp F zeigt mehrere Generationen von calzitischen Kluftfüllungen. Der Pürckhauer enthält zumeist nur ein braunes bis graugrünes Gemenge aus Schluff und Ton, oft begleitet durch sehr geringe Mengen Sand. Die Anwesenheit von Kalk beweist die Probe mit HCl. Vermutlich ist dies ein Geschiebelehm der im Laufe der Feldwirtschaft mit verwitternden Kalkbrocken vermengt wurde. Wo der Sandgehalt (durch quartäre Überdeckung oder verwitterte Kalksandsteine) höher ist, wird heute noch Feldbau betrieben. Lithotyp A: Bioklasten-führender Oomikrit im Sinne von FOLK (1959, 1962) oder Wackestone nach DUNHAM (1962). Dieser Lithotyp liegt bei Punkt F06 (300 m E von Querenhorst, R4429 943, H5800 782, s. Karte 1) und besteht aus 60% Ooiden, 20% Kalkschlamm und 20% Schalen und Bruchstücken von Ostracoden, Gastropoden und unbestimmbaren Muscheln.


Jura: Malm: Kimmeridgium

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Lithotyp B: Bioklasten-führender Oomikrit im Sinne von FOLK (1959, 1962) oder Mudsupported Floatstone nach DUNHAM (1962). Zum Beispiel bei Punkt F08 (600 m E Querenhorst, R4429 912, H5801 622, s. Karte 1) vorliegend, insgesamt aber eher selten. Lithotyp C: Mikritgestützter Schillkalk; Biomikrit im Sinne von FOLK (1959, 1962) oder Mud-supported Floatstone nach DUNHAM (1962). Vorgefunden beispielsweise bei Punkt B55 (1,2 km S von Querenhorst, R4429 972, H5799 609, s. Karte 1). Lithotyp D: Mikritischer, massiger Kalkstein; Mikrit im Sinne von FOLK (1959, 1962) oder Mudstone nach DUNHAM (1962). Dieser Lithotyp tritt relativ häufig auf, zum Beispiel bei Punkt F08 (600 m E Querenhorst, R4429 912, H5801 622, s. Karte 1) und B55 (1,2 km S von Querenhorst, R4429 972, H5799 609). Lithotyp E: Mikritischer, massiger Kalkstein mit Schill; Biomikrit im Sinne von FOLK (1959, 1962) oder Grain-supported Rudstone nach DUNHAM (1962). Relativ haäufig, unter anderem bei Punkt B55 (1,2 km S von Querenhorst, R4429 972, H5799 609, s. Karte 1). Der Lesestein des Dünnschliffes in Abbildung 62 lag bei Punkt F11 (mittig zwischen Querenhorst und Waldlager Heidwinkel, R4430 001, H5799 665) und besteht aus einem Biosparmikrit (FOLK 1962) bzw. Mud-supported Wackestone (DUNHAM 1962). Die Komponenten von 0,2 - 1,2 mm Größe machen 70 % des Gesamtgesteins aus und sind Peloide (20 %), Foraminiferen (10 %), Schalenfragmente (35 %) und Ooide (5 %). Die Matrix besteht aus Mikrit, der zu etwa 40 % sekundär sparitisiert wurde. Von der Rekristallisation sind auch die Biogen-Komponenten betroffen, wobei die neu gebildeten Kristalle hier nur maximal 0,01 mm groß sind. Ein Schalenrest mit 3,7 cm Kantenlänge wurde gefunden, konnte aber keiner bestimmten Tiergruppe zugeordnet werden. Abb. 62: Der Lesestein von Punkt F11 enthält 60 - 70 % biogenen Komponenten, die durch sparitisierten Mikrit verkittet sind.

Abb. 63: Der Lesestein von Punkt F12 besteht zu etwa 75 % aus Mikrit.


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Jura: Malm: Kimmeridgium

Ein Lesestein von Punkt F12 (mittig zwischen Querenhorst und Waldlager Heidwinkel, R4430 004, H5799 643) ist Grundlage für den Dünnschliff in Abbildung 63 und zeigt einen Biomikrit (FOLK 1962) bzw. Mud-supported Wackestone (DUNHAM 1962). Die wesentlichen Unterschiede zu Abbildung 61 bestehen in dem sehr viel höheren Mikritgehalt von 60 - 80 % und der kaum vorhandenen Sparitisierung. Es sind Ooide und Schalenfragmente vorhanden, welche zumeist etwa 1 mm lang sind. Alle biogenen Komponenten sind äußerlich rekristallisiert, wodurch auch hier eine systematische Zuordnung unmöglich wird. Ein Handstück von Punkt F13 (N von Querenhorst, R4329 467, H5801 268) ergab den Dünnschliff in Abbildung 64. Da das Ausgangsgestein stark angewittert war, ist die hohe Porosität von circa 15 - 25 % offensichtlich ein Ergebnis chemischer Erosion. Nimmt man an, dass die Porenräume einst durch Mikrit verfüllt waren, so handelte es sich um einen Bioonkomikrit (FOLK 1962) bzw. Mud-supported Wackestone (DUNHAM 1962). Die Komponenten sind Ooide, Grünalgen, Schalenreste von Muscheln und/oder Brachiopoden und angelöste Feldspatkristalle.

Abb. 64: Das Handstück von Punkt F13 enthält viele Radialooide (rechts) und Mikrofossilien, wie Algen, Foraminiferen oder Gastropoden (links). Lithotyp F: Bioklasten -führender Sparit im Sinne von FOLK (1959, 1962) oder Grainstone nach DUNHAM (1962). Der Kalksparit enthält etwa 5 % biogene Komponenten, zumeist Schalenfragmente mit maximal 1 mm Kantenlänge, und tritt überwiegend in der Umgebung von Heidwinkel HwII (s. Karte 1) auf. In einem Handstück sind mehrere Generationen von Kluftfüllungen erkennbar (s. Abb. 61). Der Kalkstein wurde also mindestens drei Mal tektonisch zerschert, wobei die entstandenen Klüfte stets durch Calzit aus der näheren Umgebung verfüllt wurden. Das erwähnte Handstück ist leicht oolithisch, enthält viele gut gerundete Schalenbruchstücke und mehrere Rostflecken. Eine leichte Gradierung ist ebenfalls erkennbar (die in Abb. 61 sichtbare Seite enthält etwas größere Bruchstücke als die Rückseite) und zeigt, dass es sich zumindest zum Teil um ein klastisches Sediment mit sich näherndem Liefergebiet handelt. Der deutliche


Jura: Malm: Kimmeridgium

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Oolith- und Eisengehalt und das Fehlen von Sand passen zur Korallenoolithfazies, also dem unteren Malm. Gefunden wurde es in der Nähe von Punkt F07 (E von Heidwinkel, R4431 423, H5798 830, s. Karte 1). Da in der näheren Umgebung aber keine weiteren Kalksteine lagen, kann keine sichere Zuordnung erfolgen. Lithotyp G: Dismikrit im Sinne von FOLK (1959, 1962) oder Mud-supported Wackestone nach DUNHAM (1962). Der fossilfreie Dismikrit ist zu etwa 90 % sparitisiert und enthält keine Komponenten. Er ist nur in der Nähe von Punkt F07 (E von Heidwinkel, R4431 423, H5798 830, s. Karte 1) zu finden. Lithotyp H: Bioklasten-führender Dismikrit im Sinne von FOLK (1959, 1962) oder Mudsupported Floatstone nach DUNHAM (1962). Der Dismikrit enthält etwa 35 % Sparit und ist poröser als Lithotyp G. Er tritt relativ selten auf; eine bei Punkt F07 (E von Heidwinkel, R4431 423, H5798 830, s. Karte 1) genommene Probe enthält einen Gastropodensteinkern (s. Abb. 65), der identifiziert wurde als: Bourgetia sp., anhand des Gewindewinkels ist eine Zuordnung zu Bourgetia striata (SOWERBY) wahrscheinlich. Abb. 65: Der Gastropodensteinkern von Punkt F07. Vermutlich handelt es sich um Bourgetia striata (SOWERBY).

Lithotyp J: Dicht gepackter Biomikrit im Sinne von FOLK (1959, 1962) oder Grain-supported Rudstone nach DUNHAM (1962). In dem massigen Kalkstein mit wechselndem Schillgehalt treten häufig mikritische Steinkerne von Gastropoden auf. Er ist beidseitig der B244 südlich von Querenhorst zu finden, insbesondere zwischen den Punkten F09 (R4429 990, H5799 590, s. Karte 1) und F10 (R4430 00, H5800 000, s. Karte 1).

Abb. 66: Ausgewählte Fossilien die in der Nähe von Punkt F09 gefunden wurden. a, c) die Pelecipode Thracia depressa (SOWERBY) und die Gastropoden b) Pseudomelania coarctata (DESLONGCHAMPS) und d) Bourgetia sp..


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Jura: Malm

Folgende in der Lithofazies J gefundene Fossilien (s. Abb. 66) konnten identifiziert werden: Trigoniide Muschel, 1 Exemplar Thracia depressa (SOWERBY), 3 Exemplare Pseudomelania coarctata (DESLONGCHAMPS), 1 Exemplar mit etwa 1½ Windungen Bourgetia sp., 1 Exemplar Die Fossilfunde legen eine Zuordnung zum unteren Malm nahe, MESTWERDT (1914 b) stellt einen mit Lithotyp A und B vergleichbaren oomikritischen Kalkstein in das Kimmeridgium. Die verbleibenden Lithotypen C bis J sind in diesem Raum nur aus dem Kimmeridgium bekannt. Da der Oomikrit aber auch als Korallenoolith des Oxfordium identifiziert werden könnte, ist die Zuordnung zum Kimmeridgium jedoch nicht gesichert. Da Fossilien fast ausschließlich als Fazies-Indikatoren vorliegen und überdies nur als Steinkerne erhalten sind, kann im Rahmen dieser Kartierung keine stratigraphische Zuordnung dieser Gesteine erfolgen. Die mindestens 15 m mächtige Abfolge wird an keinem Ort des Kartiergebiets deutlich von einer anderen über- oder unterlagert. MESTWERDT (1914 b), ROLKE (1979) und KREUSCH (1983) stellen die Kalksteine in die Gruppe des norddeutschen Malm; die Fossilfunde lassen vermuten, dass es sich um Kimmeridgium handelt. Der Ausbiss von Gesteinen des Malm in der vorliegenden Arbeit (s. Karte 2) ähnelt grob dem von MESTWERDT (1914 b). Da Kimmeridgium und Tithonium heute jedoch anders voneinander abgegrenzt werden, kann ihre Ausdehnung nicht mit der früheren Arbeit verglichen werden. 2.2.3.2 - Tithonium Schichten dieses Alters bestehen vorwiegend aus mergeligen Ablagerungen. Es sind graue, graugrüne und rötliche Mergelsteine mit blaugrauen Kalkstein- und graubraunen Mittelsandstein-Bänken. Letztere können an ihrer Unterseite Abrücke von Steinsalz abbilden, wie es im Straßen-Anschnitt an der L648 am nördlichen Ortsausgang von Querenhorst (Punkt B120, R4429 952, H5800 740) zu beobachten ist. MESTWERDT (1914 b) stellt diese Schichtenfolge in das Portland, entsprechend heute dem Tithonium. Im S des Arbeitsgebietes, bei Heidwinkel, ist das Tithonium nur auf sehr begrenztem Raum aufgeschlossen (s. Karte 2), sodass sich kein einheitliches Einfallen der Schichten berechnen lässt. Vermutlich entstand hier durch den Salzaufstieg eine Subrosionssenke die zumindest die jurassischen Gesteine nach SE absinken ließ. 2.2.3.2.1 Heidwinkel HwII Etwa 300 m südlich von Heidwinkel bildet eine aufgelassene Mergelgrube mit 30 x 70 m Fläche in NW-SE-Erstreckung und einer Profilhöhe von gut 12 m den einzigen Aufschluss des Tithonium im Arbeitsgebiet. Im unteren Teil wurde ein Fischteich angelegt (s. Abb. 67). Hier liegen 5 - 15 cm lange Bruchstücke eines plattigen blaugrauen Kalksteins ohne erkennbare Fossilien und mit hoher Verwitterungsresistenz (s. Abb. 70).


Jura: Malm: Tithonium

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Abb. 67: An der Sohle des Aufschlusses Heidwinkel HwII stehen massige Kalksteine an, die durch Kalkschlämme und einen Teich überdeckt werden. Am östlichsten Hang, über den Schutthalden und Rutschungen, steht ein stark verwittertes Profil von etwa 10 m Länge und 2 m Höhe an (R4431 257, H5798 271, s. Karte 1). Hier steht ein Kalkmergel an, der selbst dreißig Zentimeter tief in der Wand noch bunt und krümelig ist. Der Farbwechsel lässt ein Schichtungsgefüge vermuten, einzelne horizontal begrenzte Flächen sind einheitlich ockergrau, ocker-grün, grau, graublau oder ockerbraun (s. Abb. 68). Einige dieser „Schichtgrenzen“ wurden freigelegt und mittels Gefügekompass eingemessen. Die Darstellung in Abbildung 69 zeigt eine statistische Werteverteilung. Vermutlich handelt es sich bei dem Farbwechsel im Wesentlichen um eine Hang-parallele VerwitterungsErscheinung. In einem subhorizontalen Band etwa 1,5 m unter der Aufschluss-Oberkante von gut 40 cm Mächtigkeit wittern einzelne Kalkplättchen aus der Wand heraus. Diese sind sehr fest und teils dolomitisiert. Auch sind mehrere Calcitgänge enthalten, die auf eine sekundäre Kristallisation nach tektonischer Beanspruchung hindeuten. Ein genaueres Profil ist bei MESTWERDT (1914 b: 35-36) angegeben.

Abb. 68: Im Hangenden des Aufschlusses Heidwinkel HwII stehen stark verwitterte Kalkmergel an, die vertikale Farbwechsel aufweisen.


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Jura: Malm: Tithonium

Abb. 69: Kluftrose Heidwinkel HwIIA n=6, α=54° Die im Aufschluss Heidwinkel HwII genommenen Werte sind statistisch verteilt. Die Farbübergänge im Profil zeigen demnach kein Schichtungsgefüge an. KREUSCH (1983) stellt diesen Aufschluss aufgrund von Fossilfunden zu den Gigasschichten des unteren Tithonium. Profilbeschreibung vom Liegenden zum Hangenden: Schicht 1: 3 m massiger blaugrauer Kalkstein, sehr verwitterungsresistent. Schicht 2: 9 m bunte Kalkmergel.


Jura: Malm: Tithonium

Abb. 70: Generalisiertes Profil des Aufschlusses Heidwinkel HwII.

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Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen) 2007

2.3 - Kreide 2.3.1 - Oberkreide Da die Sedimente des Campanium nicht direkt nachgewiesen werden konnten, ist eine Unterscheidung von Campanium und Maastrichtium im Kartenbild nicht möglich. Daher werden jene Sedimente in der geologischen Karte als obere Ober-Kreide (kro2) zusammengefasst. 2.3.1.1 - Campanium Das Campanium konnte im Arbeitsgebiet nur indirekt nachgewiesen werden. Im NE des Kartiergebietes findet sich ein sandiges Areal das von Geröll-reichen Feldern umgeben ist. MESTWERDT (1914 b) beschreibt an dieser Stelle „Glaukonitische sandige Tone“. Da von diesem Sediment nach über achtzig Jahren Verwitterung keine Spuren mehr auf dem Feld nachzuweisen sind, jener Bereich frei von Geröllen und Geschiebemergel ist und auch im Bohrstock nur Sande nachgewiesen wurden, wird an dieser Stelle auf die Kartierung durch MESTWERDT vertraut. Etwa 500 m E von Querenhorst sind auf einem E-W-gestreckten Bereich ebenfalls keine Lesesteine nachgewiesen. Aus einiger Entfernung kann man auf dem frisch gepflügten Acker zwei E-W-gestreckte Bänder von deutlich dunkler gefärbtem Boden sehen; die N-SAusdehnung dieser Streifen erfolgt zwischen den Punkten 157-158 und 159-160 (s. Karte 1). MESTWERDT (1914 b) beschreibt an dieser Stelle, zwischen den Punkten 158 und 159, den Übergang von „hellen Sanden“ zu „Glaukonitischen sandigen Tonen“ (N nach S). Da diese glaukonitischen Mergel und Grünsande die Quarzsande des unteren Maastrichtium (s. Kap. 2.3.1.2) unterlagern, muss es sich nach NIEBUHR (1990) um das obere Campanium handeln. 2.3.1.2 - Maastrichtium Der Mittelsand enthält 20-40% Grob- und Feinsand in wechselnden Anteilen. Die Körner sind subangular bis gerundet, die Färbung beige, bei stärkerer sekundärer Verunreinigung auch graugrünlich. Diese Lithologie ist nur in der Sandgrube östlich von Heidwinkel (s. Abb. 71) aufgeschlossen und kann auf nahe gelegenen Feldern in etwa 50 cm Tiefe angetroffen werden. Die mineralogische Reife ist hoch; Quarz ist das einzige makroskopisch erkennbare Mineral. Auch wurden keine Fossilien gefunden. Da der Sand in frischem Zustand eine sehr helle gelbgrüne Farbe hat, kann er leicht von den übrigen Lockersedimenten unterschieden werden; der Polyplocussandstein (s. Kap. 2.2.2.1) ist zumeist stärker verfestigt und das Quartär (s. Kap. 2.4) ist vielfältiger in Korngröße und Mineralogie. In der Bohrung G18 (500 m E Querenhorst, s. Karte 1) wurden Feinsande mit 30 m Mächtigkeit gefunden (s. Kap. 3.1). Da auf den südlich gelegenen Feldern keine Lesesteine nachgewiesen worden, wird hier angenommen, dass es sich, wie durch MESTWERDT (1914 b) beschrieben, um „Helle Sande“ in Verbindung mit glaukonitischen Mergeln und Grünsanden (s. Kap. 2.3.1.1) handelt. LOOK (1984) stellt den Aufschluss Heidwinkel HwIV bereits in die obere Kreide. NIEBUHR (1990) beschreibt für das 10 km westlich gelegene Beienroder Becken Mittel- und Feinsande mit wechselnden Grobsand- und Kies-Anteilen. Der Sand besteht fast ausschließlich aus Quarz und wird durch Grünsande sowie glaukonitische Mergel unterlagert.


Kreide: Oberkreide: Maastrichtium

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Die Autorin stellt jene Sedimente in das oberste Campanium bis untere Maastrichtium. Da MESTWERDT (1914 b) identische Sedimente als marine oligozäne Schichten beschreibt, werden die von ihm als „Helle Sande“ bezeichneten Schichten in der vorliegenden Arbeit als zum Maastrichtium gehörig eingeordnet. Folglich gehören die sie unterlagernden glaukonitischen Mergel (s. Kap. 2.3.1.1) zum oberen Campanium. In Abbildung 72 ist das schematische Profil von NIEBUHR (1990) abgedruckt.

Abb. 71: Im Aufschluss Heidwinkel HwIV sind die Schichten des Maastrichtiums anzutreffen. Der nordöstlichste Aufschluss des Campanium liegt grob in der Streichrichtung des bei Querenhorst gelegenen Ober-Kreide-Streifens. Vermutlich handelt es sich um ein zusammenhängendes Band, das in Folge einer sedimentären Rinne oder eines Flussbettes gebildet wurde. 2.3.1.2.1 - Heidwinkel HwIV 600 m östlich von Heidwinkel liegt eine Sandgrube von 820 m Länge und 210 m Breite in NW-SE-Erstreckung, in der Sande abgebaut werden (s. Abb. 71). Eine nähere Beschreibung dieses Aufschlusses entfällt aufgrund der Unauffindbarkeit der Eigentümer/Betreiber. Das Profil enthält mindestens 25 m relativ lockerer Quarzsande mit zumeist mittlerer und feiner Körnung (s. Abb. 73). Schrägschichtungskörper sind in der Regel nur vereinzelt anzutreffen und bilden keine einheitliche Strömungsrichtung ab. Auf der Abbausohle steht ein permanenter Teich, was einen tieferen Abbau im Trockenverfahren laut Auskunft der Grubenarbeiter verhindert. Vermutlich stehen unter der sandigen Sohle die durch NIEBUHR (1990) beschriebenen Grünsande des Ober-Campanium an, die nach Verwitterung der Glaukonite einen Wasserstauer bilden. Demnach befindet sich der Aufschluss Heidwinkel HwIV auf der stratigraphischen Position der Profil Uhry UhI und UhIII (s. Abb. 72) in NIEBUHR (1990) und bildet die Basis des Maastrichtium ab. Das Vorkommen von Sedimenten des Maastrichtium rund um den Aufschluss Heidwinkel HwIV ist der gleichen Subrosionssenke zuzuordnen die auch das südliche Vorkommen von Tithonioum (s. Kap. 2.2.3.2.1) bedingt.


71

Kreide: Oberkreide: Maastrichtium

Abb. 72: Schematisches Profil des Nordteils des Beienroder Beckens mit stratigraphischer Einstufung der Aufschl端sse, aus NIEBUHR (1990).


Kreide: Oberkreide: Maastrichtium

Abb. 73: Schematisiertes Profil des Aufschlusses Heidwinkel HwIV.

72


73

Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen) 2007

2.4 - Quartär Das Quartär wird hier in drei Einheiten unterteilt. 2.4.1 - Geröll Wo an der Oberfläche Geschiebe überwiegen wurde der entsprechende Bereich zumindest durch eine dünne Gerölldecke überprägt. Da im Untergrund aber pleistozäner Geschiebelehm oder mesozoische Kartiereinheiten vorliegen können, erhält das Geröll nur eine begleitende Signatur (s. Karte 2). Unter den Geschieben finden sich am häufigsten Chalcedone als 5-15 cm große Splitter, aber auch scharfkantige und abgerundete Quarzitkiesel, Quarzsandsteine (als fein- und grobsandiger Mittelsandstein, mittelsandiger Feinsandstein und auch alle Variationen dazwischen, mit oder ohne verschieden dicken Eisen-Mangan-Krusten, mit oder ohne Verunreinigungen durch Kohle oder Glimmer, oder komplett schwarz gefärbte Sandsteine), Granitoide und metamorphe Grauwacken. Es sind auch Gerölle aus Gesteinen des oberen Keuper sowie aus den Angulaten- und Psilonotenschichten vorhanden. Als Liefergebiete kommen somit nicht nur weite Teile Skandinaviens, sondern auch glazigen erodierte Areale der näheren Umgebung in Frage, wodurch oftmals schlecht sortierte Sandsteine auf dem Acker liegen, im Pürckhauer jedoch Geschiebelehm oder Kalk angetroffen wird. Da die im Kartiergebiet anstehenden Sandsteine sehr vielfältig sind, kann zur Unterscheidung selbiger von den Gletscher-transportierten Steinen nur das Rundungs-Kriterium verwendet werden. Aus dem Anstehenden stammende Steine sind meist eckig oder scharfkantig, die Geschiebe sind hingegen meist gerundet. Weil aber auch transportierte Blöcke in kleine kantige Steine und Kiesel zerbrechen können, ist diese Unterscheidung ebenfalls nicht eindeutig. Bei Punkt F14 (1 km SE von Heidwinkel, R4431 864, H5798 285) wurde ein Haufen aus gut sortiertem gelbgrauen Sand aufgeschüttet auf dem sich einige Sandsteingerölle befanden, von denen einer zum Dünnschliff in Abbildung 74 verarbeitet wurde. Der mittelsandige Grobsandstein besteht aus subangularen bis angerundeten Quarzkörnern, deren Korngrenzen durch Drucklösungszapfen überprägt sind. Aus der Porosität von 15 % lässt sich folgern, dass die 5 % Tone sekundär eingetragen wurden (möglicherweise erst durch quartäre Exposition).

Abb. 74: Ein Lesestein von Punkt F14 zeigt einen Quarzit mit tektonisch stark beanspruchten Körnern. Durchlichtfoto bei gekreuzten Polarisatoren.


Quartär: Geröll

74

Am Punkt F15 (1 km S von Heidwinkel, R4431 290, H5797 951) trat in einer Wildschweinsuhle der Lesestein zum Schliff in Abbildung 75 zu Tage. Das Feld ist sonst frei von Gesteinen. Es handelt sich um einen schwach grobsandigen, feinsandigen Mittelsandstein aus angularen bis subangularen Quarz- (75 %), Kalifeldspat- (15 %), Plagioklas- (7 %) und Calcit-Kristallen (3 %). Drucklösung tritt zwischen vielen Quarzkörnern auf. Da das Gestein weniger reif und schlechter sortiert ist als die mesozoischen Gesteinseinheiten, handelt es sich wahrscheinlich um ein eiszeitliches Geschiebe.

Abb. 75: Ein Lesestein von Punkt F15 zeigt bei gekreuzten Polarisatoren einen relativ reifen Quarzsandstein mit ausgeprägter Drucklösung. Bei Punkt 112 (500 m W von Heidwinkel, R4430 070, H5798 812) liegen auf dem Feld Sandsteine, an einem von Kalkstein dominierten Feldrand. Einer dieser Sandsteine wird in Abbildung 76 dargestellt. Es zeigt sich ein stark feinsandiger, siltig-toniger Mittelsandstein mit subangularen bis angerundeten Körnern und 20 % Porosität. Mineralogisch bestehen die Körner, die oftmals Drucklösungszapfen zeigen, aus Quarz (80 %) und Feldspat. Die Mineralogie und Porosität sind machen eine Zuordnung zu Oberrhät oder Unterlias möglich. Da der Stein von einem Feld stammt das sonst fast nur Kalke führt, wird er als glazigener Eintrag gewertet.

Abb. 76: Durchlichtfoto bei gekreuzten Polarisatoren. Der nur mäßig reife Sandstein stammt von Punkt 112.


75

Quartär: Geröll

Der Dünnschliff in Abbildung 77 stammt von einem Lesestein der am Punkt F07 (E von Heidwinkel, R4431 423, H5798 830, s. Karte 1) in einem Wildschwein-Aushub von etwa 50 cm Tiefe gefunden wurde. Das Feld ist an dieser Stelle sonst frei von Gesteinen. Das Handstück braust stark mit HCl. Es handelt sich um einen stark mittelsandigen, schwach grobsandigen, schwach siltigen Feinsandstein mit mäßiger Sortierung und subangularen bis angerundeten Körnern aus Quarz (70 %), Alkalifeldspat (15 %), Calcit (10 %) und Plagioklas (5 %). Die Kornränder zeigen meist Lösungserscheinungen und sind stark verzahnt. Die hypidiomorphen Calcite sind vermutlich sekundär kristallisiert. Abb. 77: Das Dünnschlifffoto bei gekreuzten Polarisatoren zeigt die schlechte Sortierung und geringe mineralogische Reife des Handstücks von Punkt F07.

Das Gestein zum Schliff in Abbildung 78 wurde in einem Maulwurfshügel an Punkt F16 (1,5 km NE von Querenhorst, R4430 371, H5801 673, s. Karte 1) gefunden. Das Bild zeigt einen gut sortierten feinsandigen Mittelsandstein mit subangularen Quarz- (90 %) und Feldspat-Körnern (10 %). An jeder Korngrenze finden sich Drucklösungszapfen. Die gute Sortierung, die Korngröße und der Mineralgehalt weisen auf die Sandsteine des unteren Lias hin, dieser hat jedoch einen nachweisbaren Anteil Ton und weniger starke Drucklösung zu verzeichnen. Auch sind rund um den Fundpunkt nur Gesteine des oberen Keuper anzufinden.

Abb. 78: Der Lesestein von Punkt F16 zeigt im Durchlichtfoto bei gekreuzten Polarisatoren einen sehr reifen Feinsandstein mit relativ dominanter Drucklösung zwischen den Quarzen.


Quartär

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Am Fundpunkt F17 (400 m NE von Heidwinkel, R4431 632, H5799 144, s. Karte 1) liegen auf dem Feld sandige Lesesteine, von denen einer in Abbildung 79 repräsentiert ist. Der Schliff zeigt einen stark mittelsandigen Grobsandstein, bestehend aus Quarz- (90 %) und Feldspat-Körner, deren ursprünglicher Rundungsgrad aufgrund von Drucklösung nicht mehr festgestellt werden kann. Die hohe Reife des Gesteins ist mit den Sandsteinen von Aalenium und Hettangium vergleichbar, die jedoch nie diesen hohen Grad von Drucklösung zeigen.

Abb. 79: Das Durchlichtfoto bei gekreuzten Polarisatoren eines Lesesteins von Punkt F17. Der Quarzit zeigt eine mäßige tektonische Beanspruchung und einen tonigen Schleier, der vermutlich sekundär eingetragen wurde. 2.4.2 - Geschiebelehm Der Geschiebelehm besteht aus einem Ton-Silt-Gemisch, dem bis zu 15% Sand und Kies beigemengt sind. Er kann, je nach Grundwasserstand, Mineralgehalt und aktueller Feuchtigkeit zum Zeitpunkt der Probennahme, graublaue oder graugrüne bis ockerbraune Farbe annehmen. Der Kalkanteil ist, so vorhanden, zumeist sehr gering, die wenigen höheren Calcitgehalte sind vermutlich sekundär durch Kalkung entstanden. Diese Lithologie tritt nur im Bohrstock auf (s. Kap. 5.1), es sind keine Aufschlüsse oder gar Profile vorhanden. 2.4.3 - Anthropogen Einige Bereiche des Kartiergebietes wurden in der Vergangenheit so stark anthropogen verändert, dass sie keine Affinität zu den natürlichen Lagerungsverhältnissen mehr zeigen. So wurde der Untergrund von Heidwinkel durch die Wehrmacht stark bearbeitet. Gleiches gilt für die Umgebung des südöstlich gelegenen „Schacht III“. Die dortige Bodensituation hat somit nichts mehr mit der natürlichen Geologie zu tun. Die Klärteich-Anlage nördlich von Heidwinkel wurde erst vor einigen Jahren angelegt, wobei man den Abraum auf die umliegenden Flächen verteilte. Letztere sind also ebenfalls als anthropogen einzustufen.


2007 Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen)

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4-LITERATUR BEST, G. (1996): Petrographie und Genese der Sandsteine des Unter- und Mittelräts im nördlichen Harzvorland (Ostniedersachsen).─ Mitt. geol. Inst. Univ. Hannover, 18: 133 S., 18 Abb., 6 Taf.; Hannover. BREITKREUZ, H., FALKE, M., SCHNEIDER, W., FISCHER, R. & ZIMMERLE, W. (1989): Klassische Aufschlüsse im westlichen Subherzynen Becken.─ 141. Hauptvers. dt. geol. Ges. Braunschweig, Exk. 5:63; Braunschweig. BROMLEY, R. G. & ASGAARD, U. (1972): Notes on Greenland trace fossils: I. Freshwater Cruziana from the Upper Triassic of Jameson Land, East Greenland: 7-13, Abb. 1-4; II. The burrows and microcoprolites of Glyphea rosenkrantzi, a Lower Jurassic palinuran crustacean from Jameson Land, East Greenland: 15-21, Abb. 5-9; III. A large radiating burrow-system in Jurassic micaceous sandstones of Jameson Land, East Greenland: 23-30, Abb. 12-14; Grønl. geol. Undersøg., Rap. 49: 1-30, Abb. 1-14; Copenhagen. DEUTSCHE STRATIGRAPHISCHE KOMMISSION (Hrsg.) (2002): Stratigraphische Tabelle von Deutschland 2002; Potsdam. DUNHAM, R. J. (1962): Classification of carbonate rocks according to depositional texture.─ In: HAM, W. E. (Hrsg.): Classification of carbonate rocks - a symposium; Amer. Assoc. Petroleum Geologists, Memoir, 1: 108-121, 7 Abb.; Tulsa. FLÜGEL, E. (1978): Mikrofazielle Untersuchungsmethoden von Kalken.─ 454 S., 68 Abb., 57 Tab., 33 Taf.; Berlin (Springer). FOLK, R.L., (1959): Practical petrographic classification of limestone.─ Amer. Assoc. Petroleum Geologists, Bull., 43 (1): 1-38, 41 Abb.; Tulsa. FOLK, R.L., (1962): Spectral subdivision of limestone types.─ In: HAM, W. E. (Hrsg.): Classification of carbonate rocks - a symposium; Amer. Assoc. Petroleum Geologists, Memoir, 1: 62-84, 9 Abb.; Tulsa. JACKSON, M.P.A. & TALBOT, C.J. (1994): Advances in Salt Tectonics.─ In: HANCOCK, P.l. (Hrsg.), Continental Deformation, S. 159-179; Oxford. JACKSON, M.P.A. (1995): Retrospective Salt Tectonics.─ In: JACKSON, M.P.A., ROBERTS, D.G. & SNELSON, S. (Hrsg.): Salt Tectonics - a Global Perspective.─ Amer. Assoc. Petroleum Geologists, Memoir, 65: 1-28; Tulsa. JÜNGST, H. (1928): Rhät, Psilonoten- und Schlotheimienschichten im nördlichen Harzvorland.─ Geol. paläont. Abh., 16: 3-194, 6 Abb., 8 Taf.; Stuttgart. KATZUNG, G. & EHMKE, G. (1993): Das Prätertiär in Ostdeutschland. Strukturstockwerke und ihre regionale Gliederung.─ 139 S., 13 Abb., 5 Anl.; Köln (Loga). KREUSCH, J. (1983): Stratigraphisch-fazielle Untersuchungen an Dogger- und Malmzeitlichen Ablagerungen im Raum Wolfsburg (Ost-Niedersachsen).─ Mitt. Geol. Inst. Univ., 23, 49 S., 7 Abb., Hannover.


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Literatur

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Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen) 2007

3-DISKUSSION 3.1 - Profile und Bohrungen 3.1.1 - Bohrdaten aus der Literatur Bohrungen aus der primären Literatur wurden in Karte 1 eingetragen und sind in Tabelle 1 in vereinfachter Form beschrieben. Auf der Onlineseite des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) Niedersachsen sind mehrere Bohrungsdatensätze für das Arbeitsgebiet verfügbar. Die Bohrungen M 8 und M 9 sind der Arbeit von Mestwert (1914 b) entnommen. Bohrpunkt G05

Rechtswert 4431273

G15

4431715

5802360

G16

4431092

5802295

G18

4432356

5798263

G27

4431017

5801566

G28

4429193

5800179

G34

4431803

5802736

M8

4431220

5798350

M9

4431627

5797487

Bohrergebnis 1,2 m Geschiebelehm 48,6 m Sande, Kiese und Tone (Oberer Keuper oder Tertiär) [Oberer Keuper] 2 m Geschiebelehm Groß Twülpstedt 43 m Geschiebemergel (Quartär) GE 15, H. JORDAN 2 m Mergel (Mittlerer Keuper) [Quartär] 44 m Schluff (Quartär) Groß Twülpstedt [Quartär] GE 16, H. JORDAN KS 90/18, PIETSCH 30 m Feinsand 1990 [Oberer Keuper] 5,5 m Sand (Quartär) Groß Twülpstedt 8,5 m Sand (Tertiär) GE 27, H. JORDAN [Maastrichtium] Groß Twülpstedt 11 m Tonstein (Unterer Jura) GE 28, H. JORDAN [Toarcium] 50 m Schluff und Sand (Quartär) Groß Twülpstedt [Quartär] GE 34, H. JORDAN 314 m Mergel (Oberer Jura) Bohrung 8, MESTWERT (1914 b) 1 m Gipshut (Oberer Zechstein) 643 m Steinsals (Oberer Zechstein) [Kimmeridgium] Bohrung 9, 250 m Feinsand (Oberer Keuper) MESTWERT (1914 b) 337 m Mergel, Letten, Tone und Sandsteine (Mittlerer Keuper) 63 m Tone und Sandsteine (Unterer Keuper) 30 m Kalk (Oberer Muschelkalk) 41 m Kalk (Unterer Muschelkalk) 101,4 m Steinsalz (Oberer Zechstein) 5,4 m Anhydrit und Dolomit (Mittlerer Zechstein) [Oberer Keuper]

Hochwert Literaturangabe 5800811 H 15 Grasleben IV, BEHREND 1939

Tab. 1: Bohrdaten aus der primären Literatur. Für die Bohrungen im Archiv des LBEG (GXY) waren bis zum November 2007 noch keine weiteren Literaturdaten verfügbar. In eckigen Klammern [] werden die nach vorliegender Kartierung wahrscheinlichen oberflächennahen Gesteinseinheiten angegeben. 3.1.2 - Parallelisierung der Profile Es wurde versucht die Profile des oberen Keuper mit Profilen aus PAETSCH (2002) zu parallelisieren. Dies misslang jedoch, da die einzige charakteristische gemeinsame Schicht der Kohlehorizont ist. Dieser wird im vorliegenden Kartiergebiet stets durch einen Mittel- bis Feinsandstein überlagert, in den Profilen von PAETSCH (2002) aber durch einen „mit dünnen, dunkelgrauen Tonsteinen durchsetzten Feinsandstein“.


Diskussion

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Sollten die Kohleschichten im Arbeitsgebiet zur gleichen Zeit abgelagert worden sein, so sind vermutlich die Gebiete 300 m S von Querenhorst QuVB,C und Heidwinkel HwI lithostratigraphisch identisch. Ein Überblick über die geologischen Profile ist zusammen mit dem zugehörigen Auszug aus der STD 2002 in einer Faltkarte im Anhang dargestellt. 3.2 Tektonik Die tektonische Situation des Arbeitsgebiets wird durch die Lappwald-Mulde im SW, die Allertal-Störungszone und die Weferlinger Triasplatte im NE bestimmt. Zwar sind die beiden konkordanten Schichtgrenzen Mittlerer Keuper / Oberer Keuper / Hettangium durch quartäre und anthropogene Überarbeitung stark verwaschen, aus der Verteilung der einzelnen Gesteine lassen sich dennoch mehrere Theorien zur Tektonik ableiten. Der laut MESTWERDT (1914 b) das Kartiergebiet unterlagernde Salzstock hat den markantesten Einfluss auf die Ausbildung der Gesteine und wird im Kartenbild grob durch die Kalke des Malm abgebildet. Die sich abzeichnende Doppelstörung beziehungsweise Grabenstruktur korrespondiert mit der Interpretation von BEST (1996), welche eine Abschiebung des Lappwalds gegen die Triasplatte um bis über 600 m vorsieht. Durch die synsedimentäre Hebung des Grabenzentrums aufgrund salinarer Aufdomung wurden die Beckenbereiche episodisch erodiert und mehrere Gesteinseinheiten erhielten diskordante Grenzen. Das Arbeitsgebiet wird am besten als Staffelbruchsystem beschrieben, was besonders durch die Verjüngung der Schichten vom Grabenzentrum nach E und W bezeugt wird. Durch die hiermit assoziierten Tektonikmodelle und die mangelnde Aufschlussqualität im Kartiergebiet ergeben sich mehrere Interpretationsmöglichkeiten und Ansätze für die geologischen Profilschnitte, deren Endgliedtypen exemplarisch anhand von Profil E-F in Abbildung 80 dargestellt werden. Das reine Staffelbruchsystem (s. Abb. 80a) führt zu Zweigabschiebungen die viele Schichtpakete einzeln verkippen. Flache Abschiebungen (s. Abb. 80b) erzeugen einen größeren lateralen Versatz und relativ konsistente Einfallswinkel. Bruchschollen (s. Abb. 80c) sind ebenfalls relativ häufig und nur schwer nachzuweisen. Sie erzeugen oft lokal stark begrenzte Vorkommen eines Gesteins. In Folge des Salzaufstiegs können die Diapir-nahen Gesteinspakete einsinken und die Schichten somit gen Salzstock einfallen lassen (s. Abb. 80d). Solche Strukturen sind jedoch relativ selten und für gewöhnlich Teil einer Turtle Struktur (JACKSON 1995) oder einer SalzZunge (JACKSON & TALBOT 1994). Die Vorkommen von Tithonium und Maastrichtium im südlichen Kartiergebiet entstanden vermutlich durch eine Subrosionssenke, die einer Turtle Structure angenähert ist. Entsprechend den Angaben in den Bohrungen G15, G16 und G34 (s. Kap. 3.1.1) liegt nahe des Aufschlusses Mackendorf MdI der Mittlere Keuper bei etwa 50 m üNN vor. Das Hettangium im Aufschluss Mackendorf MdI bildet somit eine Tiefscholle, da dessen Basis laut WINCIERZ (1973) auf einer Höhe von maximal 60 m üNN liegt und zwischen Mittlerem Keuper und Hettangium noch mindestens 50 m Oberer Keuper liegen. Die Salzstruktur liegt über 1,5 km westlich liegt muss diese Tiefscholle durch ein anderes Störungssystem erklärt werden. Vermutlich handelt es sich um eine Auswirkung der Allertalstörung, was im Rahmen dieser Kartierung aber nicht geklärt werden kann.


79

Diskussion

Abb. 80: Am Beispiel des Profils E-F sind mehrere mĂśgliche Endglieder fĂźr tektonische Modelle dargestellt. a) reiner Staffelbruch, b) Grabensystem mit flachen Randabschiebungen, c) Graben mit randlichen Bruchschollen und d) Turtle Back Struktur.


2007 Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen)

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5-ANHANG Die Korngrößen-Angaben wurden nach DIN 4220 abgekürzt. Großbuchstaben bezeichnen jene Korngröße die den Hauptanteil in der KorngrößenVerteilung ausmacht. Die nachfolgenden Buchstaben beschreiben die anderen Korngrößen mit absteigendem Volumenanteil. Eine unterstrichene Korngröße ist wesentlich häufiger vorhanden als die nachfolgenden. Ein Apostroph’ kennzeichnet Korngrößen die einen Volumenanteil unter 5 % ausmachen. Vor der Korngröße stehende Kleinbuchstaben stehen für fein (f), mittel (m) und grob (g). Zum Beispiel codiert mSgsfsu’ einen schwach siltigen, feinsandigen, stark grobsandigen Mittelsand. Korngrößen t Ton u Schluff/Silt s Sand g Kies

Vorzeichen f Feinm Mittelg Grob-

5.1 - Daten der Pürckhauer-Bohrungen Die hier aufgezeigten Proben wurden mit Hilfe des Pürckhauer erbohrt, wie in Kapitel 1.4 beschrieben. Die Daten sind kodiert, um einen schnelleren Zugriff auf die beinhalteten Informationen zu gewährleisten und sie kompakt darstellen zu können. Name mit dem der Bohrpunkte auf der topographischen Karte verzeichnet ist erreichte Teufe in cm Kernlänge in cm (idR. fielen die obersten Zentimeter, der Humus heraus) aktuelle Wassersättigung in % Bodennutzung B01

90/40/100/Feld 23 cm Ackerkrume 17 cm Sandstein Î Hettangium

in den Folgezeilen sind Mächtigkeiten und Beschreibungen der einzelnen Schichten zu finden in der letzten Zeile befindet sich die zugeordnete Lithologie

B02

90/85/100/Wiese 26 cm Humusreicher Ust, ein Sandsteinkiesel 35 cm Sand stark schluffig tonig 17 cm grüngrauer Ust 9 cm Su Î Hettangium

B03

95/80/100/Feldrand 15 cm Ackerkrume, ein Sandsteinkiesel 5 cm Sand 60 cm graugrüner Ton Î Geschiebelehm

B04

95/80/100/Feldrand 25 cm Ackerkrume 19 cm Sand 6 cm blaugrauer Ton 5,5 cm toniger Sand


83

Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

24 cm blaugrauer Ton Î Geschiebelehm B05

100/87/100/Feldrand 28 cm Ackerkrume ein Sandsteinkiesel 59 cm SUt, unten ein Kiesel; Sand m-g, subangular bis angegerundetet, ocker-gelb Î Geschiebelehm

B06

100/89/90/Feldrand Braun-schwarze Ackerkrume, unsortiert, lehmig mit gerundeten Kieseln Î Geschiebelehm

B07

90/69/100/Feld 12 cm Sand, grau, angerundet, schluffig 57 cm Sug’, subangular, gelb bis grün Î Oberer Keuper

B08

100/95/100/Feldrand 40 cm Ackerkrume schwarz Ust 53 cm Utg’ ocker Î anthropogen

B09

100/90/100/Feld 45 cm Ust braun 16 cm Ust’ gelb 34 cm Ustg’ ocker Î Geschiebelehm

B10

100/98/100/Wald 5 m vom Feld 25 cm Ust braun 22 cm Ustg’ rotbraun angular 47 cm Sug’ subangular-ang Î Geschiebelehm

B11

100/79/100/Wiese 19 cm Ustg rotbraun 37 cm Su subangular ocker-gelb 25 cm Ustg oben ocker, nach unten grau, Kiesel=ko? Î Geschiebelehm

B12

10/95/100/Feldrand 12 m von Bäumen 31 cm Ackerkrume rostbraun, teils grau, nach unten sandig und kiesig 53 cm Ust’g’ ocker-grau Î Geschiebelehm

B13

100/88/100/Feldrand 37 cm Ackerkrume braun-schwarz Usg 34 cm Sug’ braun subangular (getrocknet ist der schluffige Sand beige bis graugrün) 16 cm feucht angegerundetet fGgSu rotbraun Î Geschiebelehm

10 m von Straße


Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

B14

100/74/100/Wiese 6 cm rotbraun Ustg 33 cm Su grau-gelblich, subangular, schlecht sortiert 35 cm Sug’ ocker Î Geschiebelehm

B15

100/91/100/Waldrand 5 m südlich von Rinne 27 cm Usg’ braun, unten auch grau 30 cm Sug’ grau-ocker, gerundet-angegerundetet 34 cm Utsg ocker subangular Î Geschiebelehm

B16

100/100/100/Feldrand 24 cm braune Ackerkrume Usg’ 76 cm Utsg ocker subangular-gerundet Î glazigen

B17

95/73/100/Feld 12 cm Sug braun 13 cm grau Sug’ subangular-gerundet 10 cm Sug’ ocker subangular-gerundet 50 cm Ustg’ ocker Î glazigen

B17’ 100/74/100/Feld 2m südlich von B17 4 cm graue Ackerkrume Sug 22 cm grauer Sand Sug’ 48 cm Lehm, ocker Ustg’ Î anthropogen B18

100/85/90/Wiese 40 cm Sug braun subangular-gerundet, Kiesel=Rhätsandstein 22 cm Sug’ ocker-grau, fließender Übergang zu 23 cm Utsg Î Geschiebelehm

B19

95/89/75/Wiese 29 cm SUg’ braun 60 cm Su’ angerundet - gerundet ocker-gelb Î Oberer Keuper

B20

100/71/100/Wald 15 cm Sug’ braun, sehr humos 31 cm Sug’ grau, teils ockersubangular-angerundet 25 cm Sug’ ocker lehmig Î Oberer Keuper

B21

100/91/100/Wald an Kreuzung (Kalksplitt) 17 cm Sug’ braun-schwarz nass! 21 cm Us braun-ocker angerundet-gerundet 53 cm Sug’ ocker, teils grau

84


85

Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

Î Oberer Keuper B22

100/50/100/Wald am Tümpel Kompletter Kernverlust, nur Humus Î Humus

B23

50/50/80/Wald Î Oberer Keuper, Referenzbohrung im Rhätsandstein

B24

82/80/80/Wiese 3 m von Baum und Weg 31 cm Us braun lehmig 20 cm Su’ ocker gerundet-angerundet 29 cm Uts’ ocker Î Oberer Keuper

B25

100/88/95/Feld 4m W vom Weg 22 cm Su braun-rotbraun gerundet 46 cm Su’g’ angegerundetet, schmutzig grau bis ocker, nach unten lehmig 20 cm Sug’ ocker, lehmig-schmierig Î Oberer Keuper

B26

70/70/90/Feldrand 2m vom Feld 69 cm Sut braun-schwarz, bis unten humos 1 cm Sandstein Î Oberer Keuper

B26’ 50/44/90/Feldrand 3m W von B26 34 cm Sug’, subangular-gerundet braun 10 cm fSmsu’ subangular-gerundet, +ocker-farbene Sandsteinbrocken Î Oberer Keuper B27

100/88/95/Wiesenrand 58 cm Sug’ braun 30 cm Sug ocker, teils lehmig, angerundet-gerundet Î Oberer Keuper

B28

100/87/95/Wiese 41 cm Ustg’ lehmig 10 cm Ust braun lehmig 36 cm Uts ockerbraun-grau Î anthropogen

B29

100/88/100/Wiese 29 cm Ust’angerundet-gerundet braun-schwarz 10 cm Us angerundet-gerundet grau-braun 45 cm Wechselfolge Sut/Ust ocker-grau 4 cm fSgU subangular-gerundet grau Î anthropogen

B30

100/100/95/Wiese Uts’ gerundet grau-braun


Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

Î Geschiebelehm B31

100/88/90/Wiese Uts’ braun, schäumt mit HCl Î Kimmeridgium, Gemenge aus anstehendem Kalk und Geschiebelehm

B32

80/80/80/Wiese-Wald 41 cm Ut braun lehmig, braust stark 39 cm Ut grau-braun Î Kimmeridgium

B33

90/87/95/Wald Wegrand 40 cm Ust’ angerundet-gerundet braun lehmig 47 cm Uts’g’ gerundet-angerundet ockerbraun-grau Î Geschiebelehm

B34

70/51/95/Wiese 26 cm Ust’ braun-grünlich braun, gerundet, schäumt mit HCl 25 cm Uts’ grünbraun, schäumt mit HCl getrocknet ist das Ton-Schluff-Gemisch braun bis graubraun, staubig, aber fest Î Tithonium

B35

80/50/95/Wiesenrand Uts’ gerundet schwach kalkig Î Tithonium

B36

80/76/95/Wald 3 cm Su angerundet schwarz 73 cm Ut grünbraun-grau Î Tithonium

B37

80/64/95//Feld 31 cm Uts’ braun angerundet 33 cm Uts’ graugrün angerundet Î Geschiebelehm

B38

100/100/95/Wiese 9 cm Us schwarz angerundet 29 cm Uts subangular-gerundet braun 62 cm Uts grün-grau angerundet-gerundet Î Kimmeridgium

B39

90/78/90/Wald/Wiese fSgUt angerundet-gerundet ocker, mit Brocken aus fSgUt-Stein die leicht zerbröseln Î Oberer Keuper

B41

100/62/95/Wiesenrand Uts’ grün-ocker Î Kimmeridgium

B42

100/94/80/Wald

86


87

Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

19 cm humose Auflage 75 cm UTs’ subangular-gerundet grau-graubraun, braust schwach mit HCl Î Kimmeridgium B43

90/78/90/Wald 11 cm Ust’ angerundet-gerundet braun 67 cm Uts’ angerundet-gerundet grün-braun Î Kimmeridgium

B44

85/82/100/Wiese 17 cm Sut’ braun subangular-gerundet 32 cm Utsg’ subangular-angerundet braun-grün 33 cm Utsg angerundet-subangular graugrün, fester als hangendes Î glazigen, darunter vermutlich Kimmeridgium

B45

100/82/100/Wiesenrand 5 m N der Straße 14 cm Us’ braun-schwarz 68 cm UTs’ subangular-gerundet grau-grünbraun Î Kimmeridgium

B46

100/100/95/Feld 4 m bis Straße 4 cm Ackerkrume Us’t’ braun angerundet-gerundet 96 cm Uts’grünbraun angerundet-ang Î Kimmeridgium

B47

90/74/100/Feldrand UTs’ angerundet-subangular blaugrau, teils ocker auf dem Feld: Kalk+Geröll+Sandstein Î Kimmeridgium

B48

10074/100/Wiese/Feld UTs’g’ braun-ocker angerundet-gerundet, schäumt stark mit HCl Î Kimmeridgium

B49

100/72/95/Wiese 3m vom Weg 17 cm Ust subangular-angerundet lehmig braun 55 cm UT grün-braun Î Kimmeridgium

B50

76/76/90/Feld 4m Weg 35 cm Uts’ angerundet-gerundet braun 41 cm graublau-grün UTs’ angerundet, auch braun Î Kimmeridgium

B51

100/100/90/Wiese/Feld 47 cm UTs’g’ angerundet-gerundet braun, schäumt mit HCl 53 cm UTg’ braun, schäumt mit HCl, g=braune und hellgraue Kalkstücke Feld= Gerölle(Quarzit, Flint, Sandstein, Granit) Î Kimmeridgium

B52

100/54/95/Wiese/Feld


Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

14 cm USt’ angerundet-gerundet braun 40 cm Utgs angerundet-gerundet grün-ocker (Geschiebelehm?) Î Kimmeridgium B53

100/86/95/Feld 4m vom Weg 24 cm UTsg angerundet-gerundet braun 34 cm UTsg angerundet-gerundet grünbraun-ocker 7 cm Sut’ gerundet ocker, teils braun (verwittertes Geröll?) 21 cm, UTsg, gerundet, ocker-grünbraun, ein stark angewittertes Kalkstück Î Kimmeridgium

B54

100/73/90/Wiese 22 cm UTs gerundet-angerundet braun 51 cm UTsg angerundet-gerundet ocker, schäumt mit HCl, g=Sandsteinbruchstücke Unterste 2 cm=Bruchstücke, + 2 cm Kernabriss! Î Kimmeridgium, anstehender Kalk vermengt mit Geschiebelehm und weiteren quartären Sedimenten

B55

60/54/30/Feld 23 cm, Ust braun - grau 31 cm, UTs’ graubraun, braust stark mit HCl Î Kimmeridgium

B60

70/65/40/Feld 21 cm braun Sug’angerundet 44 cm ocker-hellgrau angerundet-subangular Sug’, Rhät-Stückchen Î Oberer Keuper

B61

65/56/20/Feld 16 cm braun angerundet-subangular Sug’ 7 cm angerundet-subangular SUg’, schluffig und stark kompaktiert 33 cm ockerbraun lehmig angerundet-gerundet Su (ähnelt Rhät-Sand) Î Oberer Keuper

B62

89/82/15/Feld 16 cm braun subangular-gerundet Sug’ 19 cm subangular-gerundet braun Sug’, sehr Fe-haltige Bröckchen 45 cm ocker-braun, nach unten feucht grau lehmig Î Oberer Keuper

B63

68/60/10/Feld 27 cm braun subangular-angerundet Sug’ 33 cm Sug ocker ang-gerundet, nach unten lehmig hellgrau, g=Geschiebe und Rhät Î Oberer Keuper

B64

88/78/10/Feld 23 cm subangular-angerundet Sug’ braun, Lehmknollen 25 cm Sug’ weiß-hellgrau, ocker-Kiesel, subangular-angerundet 30 cm kompakt lehmig ocker Î Geschiebelehm

88


89

Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

B65

65/60/5/Feld 26 cm braun Sug’ angerundet-ang (Splitter) 34 cm ocker gerundet-subangular Sug’ Î Geschiebelehm

B66

96/86/20/Feld 39 cm Su subangular-gerundet braun 47 cm ocker, oben grau angular - angerundet Su’ Î Geschiebelehm

B67

100/94/40/Wiese 14 cm Humus 15 cm braun Sug’ (Geröll) gerundet-subangular 13 cm Mischhorizont Sug’ gerundet-subangular hellgrau, ocker, Eisen-braun 20 cm ang-gerundet ocker, teils grau Su’ 32 cm grau, teils ocker Su subangular-gerundet Î Geschiebelehm

B68

87/82/10/Wiese 20 cm braun Sug’ angerundet-subangular 29 cm gerundet-subangular Mischhorizont Sug’ braun, teils grau 33 cm Su gerundet-subangular feucht lehmig ocker-grau Î glazigen

B69

100/92/10/Feld 35 cm braunschwarz Su subangular-angerundet 57 cm SU hellgrau-ocker subangular-angerundet, Mangankörner, nach unten lehmig Î Geschiebelehm

B70

95/87/5/Feld 22 cm Su subangular-angerundet braunschwarz 19 cm gerundet-angerundet Sug’ hellgrau-beige 46 cm ocker Sug’ gerundet-angerundet (Geröll) Î Geschiebelehm

B71

95/86/10/Feld 40 cm ang-angerundet Sug’ schwarzbraun (Geröll) 46 cm Su ocker-braun ang-gerundet, schwarze Siltlagen Î Geschiebelehm

B72

90/81/5/Feld 27 cm gerundet-angerundet braun Sug’ 54 cm gerundet-subangular ocker, teils beige Sug’ Î Geschiebelehm

B73

68/54/5/Feld 26 cm subangular-gerundet schwarzbraun Sug’ 28 cm subangular-gerundet ockerbraun Sug’, FeMnSandsteinknollen Î Oberkreide

B74

90/79/15/Feld


Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

29 cm schwarzbraun subangular-angerundet Sug’ 50 cm ang-subangular Su oben hellgrau, oben schwarz unten ockerbraun-grau Î Geschiebelehm B75

90/85/10/Feld 22 cm schwarzbraun angerundet-gerundet SUg’ 63 cm subangular-gerundet Su ocker, teils grau Î Geschiebelehm

B76

90/84/10/Feld 24 cm schwarzbraun gerundet-angerundet Su 60 cm ocker, nach unten grau Sug’ angerundet-subangular, stellenweise schwarzer Sand, nach unten feucht & lehmig Î Geschiebelehm

B77

90/86/10/Feld 44 cm Su angerundet-subangular schwarzbraun 42 cm Su ocker&grau nach unten feucht subangular-gerundet Î Geschiebelehm

B78

90/88/10/Wiese,Waldrand 24 cm schwarzbraun angerundet-subangular Su 16 cm Mischhorizont graubraun Su gerundet-subangular 48 cm gerundet-ang SU ocker, teils grau Î Geschiebelehm

B79

78/73/10/Wiese 25 cm schwarzbraun Su gerundet-subangular 48 cm angular - angerundet, SU ockerbraun, selten grau, vereinzelt Holzkohlestückchen, nach unten feuchter Î anthropogen

B80

95/87/5/Wiese 33 cm schwarzbraun Sug’ 54 cm ockerbraun Sug’ angerundet-ang, Bröckchen schluffigen Feinsandsteins (sehr brüchig, ang-subangular) Î Oberer Keuper

B81

100/89/15/Feld Gerölle 29 cm schwarzbraun Su ang-angerundet 60 cm ang-angerundet Su ocker-graubraun Î Oberer Keuper

B82

90/80/10/Feld 16 cm Su angerundet-subangular schwarzbraun 22 cm Übergang grau-braun Su ang-angerundet 42 cm ocker, nach unten ockerbraun Sug (Keuper-Kiesel), viele graue Abschnitte, unten lehmig (& kohlig) Î Oberer Keuper

B83

100/95/30/Feld

90


91

Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

35cm braun Su subangular-gerundet 60 cm angular-angerundet SU, nach unten S, gerundet-subangular, nass Î Geschiebelehm B84

80/69/5/Feld 33 cm schwarzbraun Su angerundet-subangular 36 cm SU gerundet-subangular ocker, teils beige Î Hettangium

B85

65/61/5/Feld 18cm schwarzbraun Sug’ gerundet-subangular 43cm gerundet-ang SU ocker, Einschaltungen von 5cm-Lagen Uts beige Î Hettangium

B86

90/84/15/Wiese, Feldrand 25cm braun gerundet-angerundet US 59cm ockerbraun Ust gerundet-angerundet, nach unten Uts’ Î Kimmeridgium

B87

80/67/10/Feld 21cm Uts angerundet-gerundet braun 46cm braun Ust gerundet-angerundet Î anthropogen, Kimmeridgium

B88

72/65/5/Feld 16cm Su angerundet-subangular schwarzbraun 20cm Kernverlust 29cm ockerbraun ang-angerundet Sfug’ (Kalksteinkiesel) Î Kimmeridgium

B89

47/42/5/Feld 18cm braun Su gerundet-angerundet 24cm Utg’s’ (homogener Kalk) braun-grau Î Kimmeridgium

B90

60/40/10/Feld Uts braun-ockerbraun gerundet-subangular Î Kimmeridgium

B91

80/75/5/Feldrand 17cm Su gerundet-angerundet schwarzbraun 20cm SU gerundet-angerundet ocker, unten grau 38cm Uts’ ocker & dunkelgrau, kompakt, Cavernen/Wegsamkeiten Î Kimmeridgium

B92

90/62/10/Wiese 18cm Us braun, relativ kompakt 44cm UTs’ ocker & grau Î Kimmeridgium

B93

85/76/10/Feldrand


Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

22cm Sug’ gerundet-angerundet (Geröllsplitter) ockerbraun 54cm UTs’ angerundet-subangular ockerbraun-grau, unten kompakt Î Hettangium (Handstücke auf dem Feld) B94

100/92/10/Feldrand 23cm Us braun-ockerbraun gerundet-angerundet 69cm UTs’ ockerbraun-grau gerundet-angerundet Î Hettangium (Handstücke auf dem Feld)

B95

64/55/10/Wiese 23cm Su angerundet-subangular rotbraun 32cm ockerbraun, unten auch grau UTg’ Î Geschiebe

B96

100/92/10(ab 25cm 30)/Feld, Wiesenrand 23cm Su ang-angerundet braun 49cm Su’ ang-subangular grau, selten ocker, feucht 20cm Ust’ ang-subangular ocker-rostbraun Î Oberer Keuper

B97

54/52/10/Wiese 33cm Su angerundet-subangular braun-ockerbraun 17cm ocker-rotbraun fSgUg (Keuper-Kiesel) angerundet-subangular Î Oberer Keuper

B98

30/28/10/Feldrand 26cm Su angerundet-subangular schwarzbraun 2cm Sandstein (SUt) Î Hettangium

B99

74/68/10/Feldrand 35cm braun Su gerundet-angerundet 33cm ocker Su gerundet-angerundet, unten beige Î Geschiebe

B100 95/90/10/Wiesenrand (auf Hügel, aufgeschüttet??) 35cm braun angerundet-gerundet Sut’ 41cm Kernverlust 7cm Sgu’ (Betonstücken) ockerbraun gerundet-angerundet 7cm Ut blaugrau Î anthropogen B101 80/75/15/Feld 32cm braun Su angerundet-gerundet 43cm Sgu angerundet-gerundet ocker, unten beige Î anthropogen B102 84/78/15/Wiesenrand 29cm subangular-gerundet Su braun 13cm Su angerundet-gerundet ocker, braust mit HCl 36cm Ust’ angerundet-gerundet ocker, nach unten Uts’

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Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

Î Tithonium B103 72/69/10/Wiese,Feld 26cm Su braun-ockerbraun angerundet-gerundet 27cm Ust’ ockerbraun-ocker angerundet-gerundet 16cm rotbraun Uts angerundet-gerundet Î Tithonium B104 71/55/20/Wiese ockerbraun-graubraun UTs’ (gerundet), nach unten trocken&hell&weniger Sand Î Geschiebelehm B105 75/70/10/Feldrand 23cm Sug’ angerundet-gerundet braun 47cm ockerbraun, oben beige SUg’ ang-angerundet, unten auch Geschiebe-Fragmente Î Geschiebelehm B106 76/71/5/Feldrand 37cm braun Sug’ gerundet-angerundet 11cm Kernverlust 10cm Su subangular-angerundet ocker%grau 13cm UTs’ rotbraun Î Geschiebelehm B107 46/42/10/Feldrand Sug’ angerundet-gerundet ockerbraun&braun Î anthropogen, nahe am Aufschluss mittleren Keupers B108 100/91/15/Feldrand 26cm Su gerundet-subangular braun 38cm Su subangular-gerundet ocker,teils grau 27cm SUt’ subangular-gerundet ocker Î Oberer Keuper B109 90/82/10/Feldrand 29cm Su gerundet-angerundet braun 53cm Su’g’ gerundet ocker, oben auch grau Î anthropogen B110 72/66/5/Wiese 13cm Usg’ braun-ockerbraun gerundet-angerundet 53cm Ugs’ braun&graubraun, ooidische Kalkbrocken, auf Feld Kalklesesteine Î Tithonium B111 68/42/5/Wiese Kern bis 25cm besiedelt Uts’ graublau, kalkig (Kalkschlamm) Î Tithonium B112 80/75/5/Feld 33cm Sug’ angerundet-subangular schwarzbraun 42cm Sug’ (Geröll) gerundet-subangular ocker, teils grau


Anhang: Daten der Pürckhauer-Bohrungen

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Î Geschiebe B113 71/66/10/Feld 23cm Su gerundet-angerundet braun, rötlich 43cm Ust’g’ gerundet-angerundet rotbraun-ockerbraun, Geröllfragmente Î Geschiebelehm B114 77/69/5/Feld 27cm braun Us angerundet-gerundet 42cm Ust mit variablen s- und t-Gehalten Î Geschiebelehm B115 77/69/10/Feldrand 25cm Sug’ (geröllfragmente) angerundet-gerundet braun 44cm Mischung aus oberen 25cm & Ustg gerundet-ang blaugrau-blau Feld: Geröll+Sandstein (fSmS, gerundet-angerundet, kaum absandend, keine Kruste) Î anthropogen B116 62/60/5/Wald 32cm schwarzbraun Su gerundet-angerundet, nach unten grau 28cm Ust’, teils auch Su rotbraun&graubraun Î Aalenium B117 74/62/10/Feld Us (nach oben US) ocker-braun, teils weiß kalkig Î Kimmeridgium B118 73/63/5/Feld 18cm Us rotbraun gerundet-angerundet 45cm Gemenge aus Uts’ und Sandsteinkieseln (fSgu’ms’ angerundet-ang, Q, Glimmerhaltig [5%]) Î anthropogen, auf dem Feld Kimmeridgium B119 88/78/15/Feld 25cm braun-ockerbraun US angerundet-gerundet 53cm unten tief graublau UT, oben rotbraun Uts Î Geschiebe B120 78/75/10/Feld obere 10cm Ust’ gerundet-angerundet braun-rotbraun innerhalb 25cm Übergang zu UTs’ rotbraun Î Geschiebelehm B121 80/69/10/Feld Sgug’ subangular-gerundet, Geschiebekiesel, oben braun, unten ocker Î Geschiebe B122 86/77/10/Wiese 24cm Su’g’ braun gerundet-angerundet 53cm Su’g’ gerundet-subangular ocker, unten beige, Geschiebekiesel Î antropogen


95

Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen) 2007

5.2 - Verzeichnis der Fundpunkte Punkt F01 F02

F03 F04 F05 F06 F07 F08 F09 F10 F11 F12 F13 F14 F15 F16 F17 F20 F21 F22 F23 F24 F25 F26 F27 F28 F29 F30 F31 101 103 104 105 106

Lokalisierung Beschreibung 58 R 30 935 H 00 276 Feld, Liassandstein mit Krebsspuren, Probenahmepunkt R44 28 734 H58 01 270 Feld, Gelände beschreibt Stufen-artigen Anstieg nach W, Lesesteine=überwiegend Mn- oder Fe- umkrustete Sandsteine (diverse Korngrößen) R44 29 041 H58 00 931 Feld, in Maulwurfshügel Tonplättchen, Lesesteine=Geschiebe Wiese, aufgeschütteter Steinhaufen, Gerölle, darunter auch H57 99 378 Rhätsandstein R44 31 302 R44 30 596 H57 99 395 Feldrand, kalkhaltige Siltplättchen und nicht kalkige Sandsteine (mSfSu) R44 29 943 H58 00 782 Feld, viel Geröll, 2 Handstücke oolithischen Kalksteins R44 31 423 H57 98 830 Feld, Wildschweinauswurf=Gerölle (II.4.1), einige Brocken kalkig 44 R 29 912 H58 01 622 Feldrand, im Graben Steine von massigem Kalkstein 44 R 29 990 H57 99 590 Feld, Sandsteine, überwiegend mSfsu, angerundet, ocker bis grau, selten Fe-/Mn-Kruste R44 30 000 H58 00 000 Feld, Gelände zeigt Schichtstufen-ähnlichen Anstieg, Lesesteine=platiger Sandstein und Gerölle R44 30 001 H57 99 665 Feld, Übergang nach N von Grobschill-haltigem Kalk zu Feinschill zu massig, danach wieder grober Schill (gesamte Sequenz etwa 30 m lang) R44 30 004 H57 99 643 Feld, Kalkstein, nach S homog & massig, nach N leicht porös und mit Schilllagen R44 29 467 H58 01 268 Streuobstwiese, Boden sandig & leicht klebrig, zwei Kalksteine (Oolith) R44 31 864 H57 98 285 aufgeschütteter Hügel aus gelbgrauem Sand (mittelsandig, angerundet), Sandsteinkiesel R44 31 396 H57 98 812 Teich, Kalksteine braungrau bis rostig rot, relativ porös, Probenahmepunkt R44 30 371 H58 01 673 Feld, wenige Lesesteine, Geröll und Kalkstein, Probenahmepunkt R44 31 632 H57 99 144 Feld, Sandsteine (Geröll?), Probenahmepunkt 44 R 31 322 H57 97 626 Forst, Wildschweinauswurf mit einigen Handstücken Rhätsandstein, mehrere rostig rote Eisenbeläge auf Sandsteinen R44 31 530 H57 97 580 Feld, Lesesteine = Sandstein mit erkennbarer Eisenkruste, Gerölle sehr selten, Gerölle nach Norden häufiger R44 30 801 H57 97 640 Feld & Wiese, Gerölle aus Quarzit, Sandstein, Flint, selten orange-rote Sandsteine R44 31 630 H57 99 130 Feld, Kalkstein, graublau, relativ kompakt mit wenigen dispers verteilten Schillbruchstücken R44 30 711 H57 99 581 Feld, Liassandstein mit Krebsspuren R44 30 731 H57 99 034 Feld, nach N Geschiebe R44 29 838 H58 02 025 Feld, wenig Geröll 44 R 30 530 H58 01 733 Feldrand, Einzelfund Rhätsandstein 44 R 30 722 H58 01 774 Feldrand, Sandsteine, beigegrau, mSfsu, 20 m E Geschiebe R44 30 801 H58 01 517 Feldrand, schwarzer Sand im Maulwurfshügel 44 R 29 812 H58 00 841 Feldrand, Einzelfund Sandstein (mSfSgsu) 44 R 29 801 H58 00 626 Graben, Sandsteine (diverse) 44 R 29 590 H58 01 644 Feld, Gelände zeigt Schichtstufen-ähnlichen Anstieg, Lesesteine=massige Kalksteine, schwach angewittert, Schill-ähnliche Einsprenglinge R44 29 574 H58 01 642 Feld, Lesesteine=Sandsteine (ähnlich Hettangium) und Gerölle R44 28 929 H58 01 527 Straßengraben, Kalkstein, massig, in Griffel/Stifte zerbrochen, vermutlich anthropogen R44 29 376 H58 01 302 Wiese, siltige schwarzbraune Tonplättchen an der Oberfläche, stark angewittert R44 29 832 H58 00 330 Feld, ocker-farbene und schwarze Sandsteine, mSfsu 44


Anhang: Verzeichnis der Fundpunkte

Punkt 108 111 112 113 114 115 116 118 120 121 122 123 124 125 126 127 128 130 131 132 133 134 135 136 137 138 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 156

96

Lokalisierung Beschreibung R44 29 999 H57 99 696 Feld, deutlich mehr Kalkstein (massig, selten Foraminiferen und Schill) als Geschiebe R44 30 040 H57 99 119 Feld, vereinzelt Sandsteine, in 8 m Entfernung wieder überwiegend Kalksteine 44 57 R 30 070 H 98 812 Feld, im Umkreis weniger Meter nur Sandsteine R44 30 130 H57 98 767 Feld, Sandsteine mit Eisenkruste (mSfSu), Kalksteine werden nach W selten R44 30 283 H57 98 764 Feld, Kalksteine (massig) und Gerölle (Quarzit & diverse Sandsteine) R44 30 412 H57 98 906 Feld, Kalksteine sehr vereinzelt, Sandsteine überwiegen 44 R 28 971 H58 01 428 Feldrand, Sandsteine, zumeist Geschiebe 44 R 29 109 H58 00 887 Westlich der Lapau relativ viele Sandsteine (mSfSu, ocker bis graugelb, selten beige, oft Fe- oder Mn-Kruste) 44 58 R 29 584 H 00 043 Feld, Tonplättchen, Sandsteine und Geschiebe R44 30 116 H57 99 233 Feld, nach W Kalkstein (massig mit Schilllagen), nach E Sandsteine (diverse) und Kalksteine (massig mit Einsprenglingen von Schill) R44 30 434 H57 99 250 Feld, nach E wieder deutlich mehr Kalk R44 30 601 H57 99 324 Feld, nach E ockergraue Sandsteine 44 R 30 706 H57 99 357 Feld, im Umkreis von etwa 20 m fast nur Gerölle R44 30 821 H57 99 421 Feld, nach E nur noch Sandsteine (diverse) 44 R 30 896 H57 99 446 Feld, vereinzelte Kalksteine (schwach oolitisch) 44 R 30 731 H57 99 461 Feld, nach W überwiegend Kalksteine (leicht oolitisch, selten auch Schilllagen) R44 30 622 H57 99 409 Feld, nach W Sandsteine (diverse), nach E etwa 20 m weit nur Gerölle R44 30 377 H57 99 316 Feld, nach W Kalk (massig, teils oolitisch), nach E nur Sandsteine (diverse) R44 30 213 H57 99 270 Feld, Kalksteine, schwach oolitisch mit Mikrofossilien als Einsprenglinge R44 30 226 H58 00 633 Feld, Sandsteine (Su bzw SU, ockergrau mit seltener Mn-Kruste) & Kalksteine (massig) R44 30 283 H57 99 646 Feld, Kalkstein (massig mit Schilllagen) R44 30 357 H57 99 696 Teichrand, keine Lesesteine, aber schwarzer Boden R44 30 498 H57 99 779 Feld, Kalkstein (massig mit Schilllagen) 44 R 30 138 H57 99 793 Feld, Kalksteine (relativ porös und stark Schill-haltig) 44 R 30 117 H57 99 783 Feld, poröse und massige Kalksteine zusammen mit Sandsteinen (diverse) R44 30 197 H57 99 952 Feld, sleten Kalke, überwiegend Gerölle R44 30 238 H58 00 165 Feld, nach W Kalk (teils porös teils massig), nach E Gerölle 44 R 30 274 H58 00 214 Feld, nach E nur noch Sandsteine (diverse) 44 R 30 316 H58 00 266 Feld, vereinzelt Kalksteine, sonst nur Gerölle 44 R 30 414 H58 00 423 Feld, vereinzelte Sandsteingerölle 44 R 30 362 H58 00 497 Feldrand, stark siltige Tonplättchen (graubraun), etwa 10 m E gelbschwarze Sandsteine R44 30 209 H58 00 520 Feld, 2 Lesesteine Kalkstein (leicht oolitisch) R44 30 174 H58 00 364 Feld, einzelner Sandsteinfund (mSfSu, angerundet) 44 R 29 983 H58 00 393 Feld, einzelne Sandsteine, halten bis etwa 100 m nach N aus 44 R 30 024 H58 00 530 Feld, 2 Kalksteine (schwach oolitisch, mit wenigen Schillbruchstücken) und 1 Sandstein (mSfsu, grau) 44 58 R 29 899 H 00 663 Teichrandlage, in Maulwurfshügel einzelne Tonplättchen, angewittert R44 29 878 H58 00 573 Feld, Sandsteine (diverse) 44 R 29 865 H58 00 243 Feld, diverse Sandsteine und Kalke 44 R 29 533 H58 01 435 Wiese, Maulwurfshügel aus braunem lehmigen Ton-Schluff-SandGemenge, äußere Kruste schäumt mit HCl 44 58 R 29 494 H 01 202 Feldrand, rotbrauner Boden (nicht lehmig!), Kalkstein, oolitisch R44 30 283 H58 01 132 Feld, Lesesteine= Rhätsandstein, meist ocker farben, teils grau, Fehaltig und stark absandend, nach S scheint die mittlere Korngröße abzunehmen


97 Punkt 157 158 159 160 161 162 163 164 166 167

168 169 170

171 172 174 175 176 177 178 180 181 182

183 185 186 187 188 189 191

Anhang: Verzeichnis der Fundpunkte

Lokalisierung Beschreibung R44 30 367 H58 01 280 Feld, nach N graubrauner Boden, nach S dunkler braun bis matt schwarz R44 30 395 H58 01 168 Feld, nach S graubrauner Boden, nach N dunkler braun R44 30 407 H58 01 138 Feld, nach N graubrauner Boden, nach S dunkler braun bis matt schwarz R44 30 409 H58 01 107 Feld, nach S graubrauner Boden, nach N dunkel braun R44 31 401 H58 01 498 Wiesenrand, Einzelfund Rhätsandstein, viele Gerölle, Herkunft des Rhät nicht entscheidbar (vermutlich glazigen) R44 31 021 H58 00 448 Feld, Grenze Rhät-Hettangium, Liassandstein zeigt oftmals Krebsspuren R44 31 015 H58 00 317 Feld, Grenze Rhät-Hettangium, Liassandstein plattig und kaum absandend R44 31 038 H58 00 117 Feld, Sandsteine ähneln eher dem Hettangium als dem Rhät, fSmSu, graugrünlich, sehr fest R44 30 859 H58 00 240 Feldrand, nach W ausschließlich Gerölle, anch E diverse Sandsteine R44 30 711 H58 00 180 Feldrand, für etwa 25 m in E Richtung liegen nebeneinander Lias- und Rhätsandstein, vermutlich durch Gletscher oder Pflugscharen transportiert R44 30 520 H58 00 191 Feld, Kalkstein, massig, selten Schill als Einsprenglinge R44 30 496 H58 00 254 Feld, Einzelfunde von Kalkstein, sehr viel Geröll 44 R 30 953 H57 99 057 innere Heckenbegrenzung des Industriegebiets Heidwinkel, 1,5 m hoher Wall aufgeschüttet, lehmiger Boden, braust mit HCL, laut Anwohnern lassen sich hier Fossilien ausgraben, eigene Untersuchungen fördern aber kein Festgestein zu Tage R44 31 744 H57 98 895 Feld, eozäner Sand (Rupelium) in Maulwurfshügel, Probenahmepunkt R44 31 176 H57 99 456 Wiese, in Maulwurfshügel ein Tonplättchen, siltig, graubraun bis schwarz R44 30 242 H57 99 022 Feld, zwei Lesesteine von schwarzem Sandstein, mSfsu, im Kern beige, nach außen scheinbar durch Mn verkrustet R44 30 235 H57 99 082 Feld, Schillkalke, keine Gerölle R44 30 440 H57 99 210 Feld, massige Kalksteine mit Schilllagen, nach E auch größere Schalenreste mit Fe-Fällungen an den Schalenrändern R44 30 586 H57 99 320 Feld, ein Eisensandstein, schwarz, ähnlich 174, vermutlich Geröll R44 30 803 H57 99 455 Feldrand, Sandstein (diverse), nach E & S oolithische Kalksteine, etwa 30 m nach S Schillkalke R44 30 980 H57 99 647 Wiesenrand, Aufschüttung von Sand und Kalkschlamm, Brocken von dunklem graubraunem Kalk (massig), im Forst gelegentlich Geröll oder Sandstein (gSmSfsu) R44 30 534 H57 99 745 Feld, Einzelfund grauweißer Sandstein, mSfSgs, stark absandend, subangular - angerundet, nur Quarz, sehr bröselig R44 30 416 H57 99 668 Feld, nach N Gerölle, Sandstein (fSgU) mit Fe-Mn-Kruste, kaum absandend, wenige Kohle-Einsprenglinge, nach S Kalkstein, massig mit Schilllagen R44 30 137 H57 99 913 Feld, nach NE Geröll, nach S massige Kalksteine R44 29 669 H58 00 268 Feld, Einzelfund massiger Kalkstein, vereinzelte Sandsteine (fSmSu, grauweiß), vermutlich Aalenium R44 31 470 H57 98 539 Feldrand, nach NE Geschiebe und Sand (divers), nach SW massiger Kalkstein R44 29 379 H58 01 482 Feldrand, bis zur Lapau massige Kalksteine R44 29 240 H58 01 423 Wiese, nach W nur Geschiebe 44 R 29 935 H58 00 665 Feld, Bohren unmöglich da zu viele Geschiebe im Untergrund 44 R 29 241 H5801 389 Feld, Mulde im Gelände (rund 14 m Durchmesser) mit stehendem Wasser


2007 Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen)

5.3 - Wertegruppen f端r die Kluftrosen Abbildung: Aufschluss: Rechtswert: Hochwert: Einfallrichtung 320 210 210 190 155 260 320 65 355

Abbildung: Aufschluss: Rechtswert: Hochwert: Einfallrichtung 2 354 352 345 352 350 357 9 6

10 Querenhorst QuIIIB 4430300 5801460 Einfallwinkel 82 86 86 36 19,5 75 47,5 81 73

17 Querenhorst QuIIIC 4430250 5801420 Einfallwinkel 24 19 38 23 23 20 42 32 25

Abbildung: Aufschluss: Rechtswert: Hochwert: Einfallrichtung 22 175 17 320 56 5 313 338 322 350 220 334 324 48 35 58 6 75

Abbildung: Aufschluss: Rechtswert: Hochwert: Einfallrichtung 10 15 15 10 27

21 Querenhorst QuIV 4430860 5800870 Einfallwinkel 4,5 17 1,5 8 11 6 3 19 8 5 8 8 1 7 5,5 9,5 7 6

26 Querenhorst QuVD 4431550 5800730 Einfallwinkel 15 20 22 20 17

98


99

Anhang: Wertegruppen f端r die Kluftrosen

Abbildung: Aufschluss: Rechtswert: Hochwert: Einfallrichtung 70 60 220 230 226 233 220 220 230

Abbildung: Aufschluss: Rechtswert: Hochwert: Einfallrichtung 26 24 41 220 60 34 18 40 315 75 127 160 92

30 Querenhorst QuVI 4430400 5801390

Abbildung: Aufschluss: Rechtswert: Hochwert:

56 Querenhorst QuI 4429680 5799680

Einfallwinkel 10 12 10 10 9 11 13 5 15

Einfallrichtung 32 29 41 36 27

Einfallwinkel 10 15 14 21 18

41 Mackendorf MdI 4431650 5801990

Abbildung: Aufschluss: Rechtswert: Hochwert:

69 Heidwinkel HwIIA 4431255 5798280

Einfallwinkel 6 11 9 7 11 5 9 9 1 13 23 22 28

Einfallrichtung 10 15 15 10 27 245

Einfallwinkel 15 20 22 20 17 0

Bericht zur Diplomkartierung  

Geologische Kartierung in der Umgebung von Querenhorst zwischen Helmstedt und Wolfsburg (Niedersachsen)

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