Broschüre BERLIN interkulturell

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Mit Theater, Kunst und Film starken wir die interkulturelle Begegnung und das gemeinsame Engagement von Jugendlichen in Berlin

Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V.


Viele weitere Informationen, noch mehr Fotos und alle im Projekt entstandenen Filme sind auf www.berlin-interkulturell.de zu finden.


INHALT BERLIN interkulturell 4

Workshops 5

Trickfilme selber machen 6

Dreht Euren eigenen Film! 8

Projektwoche Film 9

Gib den Ton an! 10

Geometrie zum Anfassen 11

Internationale Jugendfoto-AG 12

Street Art & Graffiti 14

Male Deine Welt! 16

Selbstporträt-Fotografie 18

Kreatives Werken 20

Theaterkunstwerkstatt 22

Improvisationstheater 24

Interkulturelles DIALOGtalent 25

Kreatives Schreiben als Integrationserfahrung 25

Textilkunst und Interkulturalität 26

Noch mehr Kunst… 27

Ausstellungseröffnung und Filmpremiere 28

Das Team und der Träger 30


Berlin interkulturell

„Mit BERLIN interkulturell können wir insbesondere jungen Drittstaatenangehörigen, die bisher kaum Zugang zu Angeboten der Jugendverbandsarbeit hatten, die Möglichkeit geben, sich aktiv zu beteiligen.“ Norbert Kapinos, Geschäftsführer Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V.

Im April 2014 startete der Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V. das Projekt BERLIN interkulturell mit dem Ziel, das interkulturelle Miteinander und das gemeinsame Engagement junger Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zu fördern. Insgesamt fanden im Projektzeitraum zwölf unterschiedliche Workshops statt, welche an den Interessen der Jugendlichen ansetzten und ihnen vielfältige Möglichkeiten boten, eigene Ideen umzusetzen. 170 Jugendliche aus 30 Nationen engagierten sich bei BERLIN interkulturell. Ihre Herkunftsländer waren u.a. Argentinien, Bosnien, Kolumbien, Russland, Syrien, Libanon, Türkei, Ukraine, Israel, Ecuador, Deutschland, Iran, Tschad, Brasilien, Slowenien, Serbien, Elfenbeinküste, Kasachstan, Panama und Peru. Ob FILMfanatiker*in, KUNSTliebhaber*in oder THEATERspieler*in — für alle bot BERLIN interkulturell Raum, eigene Kulturschätze mit anderen zu teilen und Freundschaften zu schließen. Mit der Unterstützung erfahrener Pädagog*innen und Künstler*innen und viel Eigeninitiative wurden die Jugendlichen zu Botschafter*innen des interkulturellen Dialogs — auch über das Projektende hinaus! Die Broschüre bietet Einblicke in das spannende Jahr bei BERLIN interkulturell und gibt Anregungen für zukünftige Projektideen.

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Workshops „Mit Film, Kunst und Theater zu interkulturellem Dialog“ war das Motto von BERLIN interkulturell. Dabei setzten die kreativen Workshops an den Interessen von Jugendlichen an und boten ihnen vielfältige Möglichkeiten, sich zu begegnen und gemeinsam aktiv zu werden.

In den Filmworkshops lernten Jugendliche Schritt für Schritt den Umgang mit einer Videokamera und erarbeiteten ihre ersten eigenen Videos. Ob Kurzfilm, Zeichentrickfilm oder Dokumentarfilm — der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.

Zeichnen, kleben, malen, ausschneiden, modellieren, drucken, nähen, falten — einfach kreativ sein! In den Kunstworkshops waren vor allem Ideenreichtum, Originalität und Engagement gefragt.

Ob auf oder hinter der Bühne — in den Theaterworkshops probierten Jugendliche verschiedene Schauspieltechniken aus, entdeckten ihre Talente und inszenierten gemeinsam ihre eigenen Geschichten.

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Trickfilme selber machen

Trickfilme gehören heute zum Alltag. Die wenigsten Jugendlichen wissen jedoch, wie sie entstehen. Der spannende Weg des Workshops „Trickfilme selber machen“ führte von der Geschichte der Animation über praktische Übungen bis hin zur Aufarbeitung von ernsten Themen. Dabei entwickelten die jungen Teilnehmer*innen zwei lyrische Schwarzweiß-Trickfilme, die das Thema Krieg aus ungewöhnlichen Perspektiven zeigen und zum Nachdenken anregen.

Filmworkshops

Zudem erlebten die Jugendlichen, dass die Produktion eigener Trickfilme von der Idee über das Drehbuch bis hin zum Storyboard nicht nur Spaß macht, sondern auch viel Arbeit bedeutet. Dem aufwändigen Entwickeln von Figuren, Gegenständen und Hintergründen folgte der wohl spannendste Schritt der Animation: Durch das Fotografieren und Zusammenführen von Einzelbildern erwachten die Figuren zum Leben. Dabei wurde schnell deutlich: Gute Ideen fallen nur selten vom Himmel, aber oft aus dem Rahmen! Der Trickfilm „The deadly greed“ wurde beim Berliner Lichtspiele-Jugendfilmfestival mit einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet. Wir freuen uns gemeinsam mit den jungen Filmemacher*innen der Hedwig-Dohm-Oberschule und den Zuckerwattenkrawatten über diese Auszeichnung! Nun ist es nicht mehr weit bis zu den Oscars!

Trickfilm „The deadly greed“

Trickfilm „Das Geheimnis des Geschirrs“

Trickfilm „Olympia“

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Workshopleitung: Lina Khesina, Valerie Schlee, Evgeny Khlebnikov Kooperationspartner: Hedwig-Dohm-Oberschule


Trickfilme selber machen

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Dreht Euren eigenen Film!

Im Workshop „Dreht Euren eigenen Film“ erfuhren die Jugendlichen vieles über die Filmgestaltung. Neben Themen wie Kameraeinstellung und Perspektive konnten sie gemeinsam verschiedene Filmideen entwickeln und erproben. Sie entschieden sich letztendlich für das Thema „Schöne neue Smartphone-Welt“, das sie von den Dreharbeiten über die Montage bis hin zur Vertonung selbstständig umsetzten.

Filmworkshops

In ihrem Film „No sign@l“ überzeichnen sie das heutige Nutzungsverhalten von Smartphones im öffentlichen Raum und bringen es mit dem Thema Sucht in Verbindung. Auch die Veränderungen in der Kommunikation von Jugendlichen untereinander und die „Selfie-Manie“ werden in „No sign@l“ aufgegriffen. Dabei kommt der Film ohne Sprache aus und ist für alle Menschen unabhängig von ihren Sprachkenntnissen verständlich. Bei den öffentlichen Vorführungen bekamen die Jugendlichen überaus positives Feedback zu ihrem Film.

Film „No sign@l“

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Workshopleitung: Volker Hoffmann


Projektwoche Film

„Ich hab‘ hier einiges gelernt“ — so heißt nicht nur der im Rahmen einer Projektwoche entstandene Videofilm, den die Jugendlichen im SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin unter professioneller Anleitung selbst umsetzten. „Ich hab‘ hier einiges gelernt“, sagte auch Farouk, als er vor der Kamera gefragt wurde, wie ihm diese berufsvorbereitende Maßnahme gefallen hat.

Filmworkshops

Farouk hatte in der Malerwerkstatt des SOS-Berufsausbildungszentrums Berlin erfahren, wie wichtig es ist, immer pünktlich zur Arbeit zu kommen und den Arbeitstag konzentriert durchzuhalten. Während der Projektwoche konnte er seine Wirkung vor der Kamera testen und feststellen, welche Aspekte für einen gelungenen Auftritt wichtig sind. Nun hat er sein Ziel fast erreicht. Nach einem erfolgreichen Praktikum als Müllwerker bekam er einen Ausbildungsplatz und verdient bald sein eigenes Geld. Diese und andere Erfolgsgeschichten hielten die Jugendlichen auf Video fest, um auch anderen Mut zu machen, das eigene Leben aktiv zu gestalten.

Film „Ich hab hier einiges gelernt“

Workshopleitung: Volker Hoffmann Kooperationspartner: SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin

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Gib den Ton an!

„Gib den Ton an!“ war ein Keramikworkshop der besonderen Art. Mit Tonplättchen verschönerten Jugendliche eine Sitzfläche auf dem Schulhof der Ernst-Reuter-Schule in Berlin-Wedding. Sie entwickelten Ideen und verzierten den ausgerollten Ton mit Gravuren und Malereien. Zusammengesetzt ergaben die persönlich gestalteten Tonplättchen ein Gesamtkunstwerk, das die Vielfalt in den Mittelpunkt stellt.

Kunstworkshops

Verwendet wurden ganz unterschiedliche Motive: der eigene Name, BerlinSchriftzüge, die Namen der Herkunftsländer der Jugendlichen, der Name der Schule, aber auch unterschiedliche Ornamente und persönliche Zeichnungen. Was die Jugendlichen bewegte, wurde in Keramik festgehalten. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Auf diese Weise hinterließen die jungen Künstler*innen ihre ganz persönlichen Spuren auf ihrem Schulhof — eine immer wiederkehrende Erinnerung an die gemeinsame Arbeit.

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Workshopleitung: Julia Bulik Kooperationspartner: Ernst-Reuter-Schule


Geometrie zum Anfassen

Im Workshop „Töpfern“ erlebten die jungen Teilnehmer*innen Geometrie zum Anfassen. Aus einem Stück Ton wurde mit Hilfe einer Teigrolle eine Platte gefertigt. Aus dieser Platte schnitten die Jugendlichen Formen heraus, um sie anschließend zum Wunschobjekt zusammenzufügen. Dabei gab es oft einen Aha-Effekt, da die Ausschnitte zumeist nicht im Entferntesten erkennen ließen, was am Ende aus dem Stück Ton entstehen sollte.

Kunstworkshops

Wie jedes Handwerk verlangt das Töpfern ein sowohl kraftvolles und kreatives als auch feinfühliges und gewissenhaftes Vorgehen. Gerade in der Anfangsphase stießen die Jugendlichen dabei schnell an ihre Grenzen und brauchten großes Durchhaltevermögen, um ihre Arbeiten fertigzustellen. Umso wichtiger war die Erfahrung, am Ende schöne Handwerksprodukte in den Händen zu halten und diese auf Ausstellungen präsentieren zu können. Mit nach Hause konnten die Schüler*innen nicht nur ihre Figuren und Vasen, sondern auch die Erkenntnis, dass Geduld und Ausdauer zum Erfolg führen und Anerkennung bringen.

Workshopleitung: Uwe Patschorke Kooperationspartner: Hedwig-Dohm-Oberschule

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Internationale Jugendfoto-AG

Unter dem Motto „Spiel, Spaß und Fotografie“ lernten die jungen Teilnehmer*innen der Foto-AG die technischen Grundlagen des Fotografierens kennen. Das Hauptaugenmerk lag auf der kreativen Motivwahl und der künstlerischen Bildgestaltung. Die jungen Fotograf*innen wirkten dabei nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera mit.

Kunstworkshops

Das interkulturelle Berlin diente als Freiluftstudio für interessante Fotografien. Mit einfachen Tricks und unter Verwendung technischer Hilfsmittel entstanden einzigartige Werke. Ergänzend fanden Seminare zu den Themen „Sicherer Umgang mit persönlichen Daten im Internet“, „Fotografien, die die Welt bewegten“ und „Fotografie als Instrument — was ist wahr und was ist nur Täuschung?“ statt. Spaß am spielerischen Lernen und Freude über die gelungenen Ergebnisse standen bei dem Workshop an erster Stelle. Die entstandenen Fotografien sind auch über das Projekt hinaus auf Ausstellungen in ganz Berlin zu sehen.

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Workshopleitung: Melike Sümbül, Hasim Ömür Mermer, Olaf Krostitz Kooperationspartner: Jugend- und Kulturgemeinschaft Berlin e.V.


Internationale Jugendfoto-AG

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Street Art & Graffiti

Die Idee, die Wände des Innenhofs des arabischen Kinder- und Jugendvereins Karame e.V. in Berlin-Moabit mit Graffitikunst zu gestalten, wurde von den jungen Künstler*innen mit großer Begeisterung aufgenommen und eröffnete viele Möglichkeiten, das Selbstvertrauen der Jugendlichen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken.

Kunstworkshops

Zu Beginn erwies sich das Anfertigen von Skizzen als große Herausforderung. Im Workshop lernten die Jugendlichen, zielstrebig eigene Gestaltungsideen zu verfolgen und sie in der Gruppe umzusetzen. Ihre Mühe und Geduld wurden letztendlich belohnt, nämlich mit dem Gefühl, selbst etwas geschaffen zu haben, und mit einem tollen Gesamtergebnis. Der gesamte Prozess der Innenhofgestaltung wurde in einem Kurzfilm festgehalten. Dieser gibt Einblicke in die Geschichten der Jugendlichen und die künstlerischen Ideen, die ihren Graffitis zugrunde liegen.

Video zum KARAME Street Art & Graffiti Workshop

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Workshopleitung: Nora Kuehnhausen, Felix Werner Kooperationspartner: Karame e.V.


Street Art & Graffiti

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Male Deine Welt!

Malen, zeichnen, pinseln, skizzieren, eigene Kunstwerke entwerfen oder sich von Bildern in Zeitschriften inspirieren lassen: Beim Malerei-Workshop in der Alevitischen Gemeinde zu Berlin e.V. konnten sich Kinder und Jugendliche nach Herzenslust ausprobieren. Im Mittelpunkt standen das Experimentieren mit Farben, der Spaß an der Kreativität und der Austausch mit Gleichgesinnten.

Kunstworkshops

In gemütlicher Atmosphäre kamen die jungen KUNSTliebhaber*innen regelmäßig zusammen, um sich gemeinsam kreativ zu betätigen, um sich auszutauschen und sich gegenseitig zu motivieren. Dabei erhielten sie viel Zuspruch und wertvolle Tipps, die ihnen dabei halfen, eigene Gefühle und Gedanken bildnerisch umzusetzen. Darüber hinaus bot der Workshop den Jugendlichen reichlich Gelegenheit, sich über Dinge zu unterhalten, die in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen. Der Höhepunkt des Malerei-Workshops war die öffentliche Ausstellung der eigenen Arbeiten, die die jungen Künstler*innen darin bestärkte, dass Kreativität keine Grenzen kennt.

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Workshopleitung: Ercan Arslan Kooperationspartner: Alevitische Gemeinde zu Berlin e.V.


Male Deine Welt!

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Selbstportrat-Fotografie

Bilder von sich selbst zu machen, ist heute weit verbreitet. Oft haben die Selfies, die online veröffentlicht werden, nur wenig mit dem wahren Ich eines Menschen zu tun. Jugendliche auf dem Weg vom Schnappschuss zum ausdrucksstarken Porträt zu begleiten, war das Ziel des Workshops zum Thema Selbstporträt-Fotografie.

Kunstworkshops

Ausgehend von eigenen Empfindungen wie Besorgnis, Gewissheit, Unvollkommenheit und Sehnsucht erkundeten die jungen Fotograf*innen ihre Gesichter. Dabei probierten sie neue Möglichkeiten aus, sich zu präsentieren, und versuchten sich in ungewohnten Posen und Gesten. Auch die Verwandlung in andere Persönlichkeiten trug dazu bei, dass die Jugendlichen sich trotz Verkleidung ihrer eigenen Persönlichkeit bewusst wurden. Natürlich ging es auch um die Vermittlung theoretischer Grundlagen der Fotografie, wie Bildeinstellung, Komposition und Licht. Aber die wichtigste Erfahrung aus dem Workshop war ohne Zweifel, dass man mittels Fotografie in Dialog mit sich selbst treten kann.

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Workshopleitung: Daniellis Hernández Calderón Kooperationspartner: Friedensburg-Oberschule Berlin


Selbstportrat-Fotografie

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Kreatives Werken

Wer nicht nur basteln, sondern das Material fühlen und verstehen lernen wollte, war beim Workshop „Kreatives Werken“ genau richtig, denn hier ging es nicht nur um die Ergebnisse, sondern vielmehr um den Prozess. Unter dem Motto „Die Welt entdecken, anfassen, zerlegen und neu zusammensetzen“ konnten die Teilnehmer*innen sich kreativ austoben und ihnen bisher unbekannte Werkzeuge und Materialien kennenlernen. Dabei kamen viele verschiedene Arbeitsformen zum Einsatz: Es wurde gemalt, entwickelt, fotografiert, konstruiert, gedruckt und vieles mehr.

Kunstworkshops

In den Workshops stellten die Jugendliche Papier her, banden Bücher, bedruckten Geschenkpapier mit ihren eigenen Linolschnittmustern, layouteten persönliche Visitenkarten und entwickelten Brettspiele. Sie lernten das Zusammenspiel zwischen Licht und Schatten und die Einflüsse auf das Kunstprodukt kennen. Angeregt durch Experimente und spontan erzählte Geschichten entstanden mit einem Overheadprojektor, Recycling- und Naturmaterialien sowie viel Phantasie poetische Schattenfilme.

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Workshopleitung: Lina Khesina, Evgeny Khlebnikov Kooperationspartner: Kreativstudio Zuckerwattenkrawatten


Kreatives Werken

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Theaterkunstwerkstatt

Bevor ein Theaterstück aufgeführt werden kann, müssen viele Räder ineinander greifen. Bei der Theaterkunstwerkstatt lernten Jugendliche, die bereits Erfahrung in den Bereichen Schauspiel, Dramaturgie und Technik hatten, eine neue Seite des Theaterbetriebs kennen. Sie gestalteten Masken, Requisiten und Hintergrundkulissen für ihre eigenen Theaterproduktionen.

Theaterworkshops

Mit viel Phantasie und Kreativität entstand unter anderem eine Maskenkollektion, die die Individualität der Jugendlichen wunderbar zum Ausdruck brachte. Ihr Meisterwerk — die Maske des Ungeheuers Gentrizilla — war ihr ganzer Stolz. Sie kam bei der Aufführung des Theaterstücks #GentrifiHÄÄ??? #GentriDichSelbst!!! der Initiative Grenzenlos! vom JugendtheaterBüro Berlin zum Einsatz. Letztendlich stellten die Jugendlichen durch ihre harte Arbeit unter Beweis, dass sie mit Geduld und Fingerspitzengefühl faszinierende Kulissen erschaffen können — von der Idee über die Skizze bis hin zum fertigen Kunstwerk.

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Workshopleitung: Meike Migaud, Sandra Radić Parać Kooperationspartner: JugendtheaterBüro — Initiative Grenzenlos e.V.


Theaterkunstwerkstatt

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Improvisationstheater

Als Schauspieler*in auf der Bühne zu stehen, fasziniert viele Jugendliche. Aber wie wird man Teil eines Theaterensembles? Mit dem Workshop „Improvisationstheater“ eröffnete die Alevitischen Gemeinde zu Berlin e.V. Jugendlichen ohne Bühnenerfahrung die Chance, sich als Teil einer Gruppe in Szene zu setzen.

Theaterworkshops

Die jungen Debütant*innen kamen voller Neugier zu den Treffen und probierten verschiedene Theatertechniken aus. Auf Grundlage der Improvisationstechniken von Keith Johnstone probten sie vor allem das komödiantische Spiel, das sie besonders faszinierte. Mit Hilfe theoretischer Erkenntnisse und praktischer Übungen konnten sie ihre Zurückhaltung und Angst vor der Improvisation abbauen. Beim Ausprobieren der Hierarchietechniken nach Johnstone ging es darum, schnell zu reagieren — eben zu improvisieren. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln und sich gegenseitig zu unterstützen.

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Workshopleitung: Haydar Yarba, Lena-Gülcan Ebersold-Orhan Kooperationspartner: Alevitische Gemeinde zu Berlin e.V.


Interkulturelles DIALOGtalent Weltoffene Sprachgenies und Kulturensammler*innen waren im Rahmen des Aktionsfeldes „Interkulturelles DIALOGtalent“ herzlich eingeladen, Neues über andere Kulturen zu erfahren, eigene Vorurteile abzubauen und persönliche Erfahrungen miteinander zu teilen, und zwar über kreatives Schreiben, Textilkunst und weitere Gestaltungsformen.

#!

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Kreatives Schreiben

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Der Workshop „Kreatives Schreiben als Integrationserfahrung“ eröffnete zugewanderten jungen Menschen neue Formen der literarischen Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Die besondere Situation der Migration und die damit zusammenhängenden Herausforderungen als eine Chance für die eigene Persönlichkeitsentwicklung zu begreifen — dieser Leitgedanke stand hier im Mittelpunkt. Die literarische Auseinandersetzung mit dem Fremdsein kann durch Reflexion zur Schaffung einer konstruktiven Distanz zum Erlebten führen, im Idealfall sogar zu Kunst. Bei jedem Workshoptermin wurde ein Thema besprochen und in Textform festgehalten, und dies immer unter Berücksichtigung der eigenen Identität.

Workshopleitung: Dimitry Vachedin

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Textilkunst und Interkulturalitat

Mit Hilfe der Gobelin-Webtechnik und flexiblen Textilien fertigten junge Frauen mit unterschiedlichen Migrations- und Lebensgeschichten kleine Kunstwerke, die so unterschiedlich waren wie sie selbst. Während die Teilnehmer*innen einander von ihren Erinnerungen, Bedürfnissen und Wünschen erzählten, knüpften sie Wollfäden zu kleinen Webwerken. Im regen Austausch über ihr Leben als Migrant*innen in Berlin entstanden so Püppchen und Bilder aus bunter Wolle und Stoffresten, die selbst eine Geschichte erzählen.

Dialogtalent

Ein Teil der kleinen Kunstwerke ist seit Workshopende im Rahmen einer Wanderausstellung an verschiedenen Orten in Berlin zu sehen.

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Workshopleitung: Alexandra Bisbicus Rojas


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Noch mehr Kunst...

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Mit der Aktion „Male, zeichne und gestalte Dein BERLIN interkulturell“ konnten wir im Rahmen des 15. Kinder- und Jugendhilfetages 2014 viele interessierte Jugendliche, junge Erwachsene und Fachkräfte der Jugendarbeit erreichen und begeistern. Mit guter Laune ließen die Besucher*innen aus ganz Deutschland ihrer Kreativität freien Lauf und zeichneten, fotografierten und schrieben Gedichte. Ohne Scheu und mit Leidenschaft gestalteten sie ihr ganz persönliches interkulturelles BERLIN. Auf dem Programm stand auch die Erstellung des BERLIN interkulturellMemorys, das von vielen fleißigen und kreativen Helfer*innen gemeinsam gestaltet wurde.

Dialogtalent

Beim Kulturfestival WeddingMoabit 2014 war BERLIN interkulturell mit zwei Workshops dabei! Gemeinsam mit interessierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen entstanden auf dem Straßenfest ein interkultureller Comic sowie eine Bildergeschichte.

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Ausstellungseroffnung und Filmpremiere Zum einjährigen Bestehen von BERLIN interkulturell trafen sich mehr als 120 junge Künstler*innen und feierten den Projekterfolg mit einer großen Ausstellungseröffnung sowie mehreren Filmpremieren im Zentrum für Kunst und Urbanistik in Berlin-Moabit. Ob FILMfanatiker*in, KUNSTliebhaber*in oder THEATERspieler*in — Jugendliche aus über 22 Ländern stellten ein buntes Theater-, Kunst- und Filmprogramm zusammen und präsentierten stolz die Ergebnisse ihrer Arbeit. Dafür bekamen sie jede Menge Applaus und Anerkennung. Im Anschluss an die Filmvorführungen und die Ausstellungseröffnung gab es beim Buffet und bei Livemusik für alle die Möglichkeit, sich selbst kreativ auszuprobieren und sich miteinander auszutauschen. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der kulturellen Vielfalt. Alle Gäste konnten erleben, wie künstlerische Angebote den interkulturellen Dialog anregen und interkulturelles Lernen fördern.

Video „Ein Jahr BERLIN Interkulturell“

„Jugendkulturarbeit bietet vielfältige Möglichkeiten der Beteiligung und Selbstverwirklichung. BERLIN interkulturell trägt entscheidend dazu bei, das gemeinsame kulturelle Engagement von Jugendlichen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen nachhaltig zu stärken.“

„Wir sind sehr stolz auf das, was wir im vergangenen Jahr erreicht haben. Unser Dank gilt allen Teilnehmer*innen, ehrenamtlichen Helfer*innen, Workshopleiter*innen und Kooperationspartnern für ihr tolles Engagement, ihren Einsatz und ihre Kreativität.“

Juliane Marquardt, Projektleitung Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V.

Stephan Rudat, stellv. Geschäftsführer Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V.

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Das Team und der TrAger

Alexandra Bisbicus Rojas

Daniellis Hernández Calderón Dimitry Vachedin

ist Textilkünstlerin und Sozialpädagogin. Sie wurde in Kolumbien geboren und lebt seit fünf Jahren in Berlin. In ihren Kunstwerken verbindet sie verschiedene Materialien und Webtechniken. Es geht ihr um die eigene Identität, die Verbundenheit zum Element Erde und politische Themen. Sie gibt Kurse und Workshops zu den Themen Migration und Geschlechterrollen.

ist als Filmemacherin, Kubanerin und Migrantin durch verschiedene Kulturen und Pigmentfarben beeinflusst, außerdem geprägt durch Glück und Unglück. Sie ist eine Liebhaberin der Komplexität des Einfachen und geblendet von der Echtheit des Vorgestellten.

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wurde in St. Petersburg in Russland geboren und lebt heute in Berlin. Er schreibt Prosa, Gedichte und Drehbücher auf Deutsch und Russisch. Dimitry gewann in Russland zahlreiche Literaturpreise und ist Stipendiat des 19. Literaturkurses des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt.

Workshopleiter*innen


Das Team und der TrAger

Ercan Arslan

Evgeny Khlebnikov

Felix Werner

ist freischaffender Künstler. Er wurde in einem kleinen Dorf in Südostanatolien geboren und lebt seit seinem elften Lebensjahr in Berlin. Seit 1984 war er in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen, unter anderem in Berlin, Frankfurt/Oder, Utrecht, London und Istanbul, vertreten. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.

wurde in Russland geboren und lebt seit 2013 in Deutschland. Er ist Trickfilmemacher , leitet Workshops für Jugendliche und gehört zum Trio des Kreativstudios Zuckerwattenkrawatten.

ist gebürtiger Berliner, der sich schon im Jugendalter für Graffiti begeistern konnte und seitdem sein Wissen in zahlreichen Workshops mit Kindern und Jugendlichen teilt. Er ist gelernter Sozialarbeiter und arbeitet momentan in einem Berliner Jugendamt.

Workshopleiter*innen

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Das Team und der TrAger

Hasim Ömür Mermer

Haydar Yarba

Julia Bulik

ist Mediengestalter für Bild und Ton und bei der Jugendund Kulturgemeinschaft Berlin e.V. ehrenamtlich engagiert. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen führt er Filmprojekte, Internet-Video-Produktionen und Seminare über Mediennutzung und Medienrecht durch.

ist in Hinis in der Türkei geboren. Nach der Mittelschule zog er zuerst nach Istanbul und dann nach Berlin. Er leitet Semah-, Volkstanz- und Theaterkurse in Istanbul und Berlin. Haydar Yarba spricht Türkisch, Kurmaci, Zazaki und Deutsch.

ist freie Künstlerin, Erzieherin und Mutter dreier Kinder. Die eigene künstlerische Arbeit sowie die Unterstützung und Ermutigung von Kindern und Jugendlichen in der pädagogischen Arbeit sind ihr eine Herzensangelegenheit.

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Workshopleiter*innen


Das Team und der TrAger

Lina Khesina

Meike Migaud

Melike Sümbül

wurde in Russland geboren. Sie lebt und arbeitet als Grafikdesignerin und Illustratorin in Berlin. Sie ist Mitbegründerin des Kreativstudios Zuckerwattenkrawatten und engagiert sich ehrenamtlich bei JunOst e.V., dem Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland.

ist gelernte Modenäherin. Zudem hat sie Maskenbau in Florenz gelernt und war in verschiedenen Performance- und Theaterprojekten als Kostümund Bühnenbildnerin tätig. Meike ist Gründungsmitglied des JugendtheaterBüros Berlin.

kam vor fünf Jahren zum Medizinstudium nach Berlin. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet die gebürtige Kielerin ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen zusammen und hat viel Freude daran. Bei der Jugend- und Kulturgemeinschaft Berlin e.V. engagiert sich Melike ehrenamtlich.

Workshopleiter*innen

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Das Team und der TrAger

Nora Kuehnhausen

Olaf Krostitz

Sandra Radić Parać

arbeitet als freiberufliche Produktdesignerin in verschiedenen Projekten, bei denen die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Vordergrund steht. Darüber hinaus leitet sie seit 2013 Workshops, die eine Brücke zwischen Kunst, Illustration, Handwerk und Kultur schlagen.

ist Politikwissenschaftler. Geboren und aufgewachsen in Rostock-Warnemünde, lebt er heute in Berlin-Neukölln. Aus Heimweh nach Strand und Meer entwickelte sich seine Leidenschaft für die Fotografie. Diese Begeisterung mit Kindern und Jugendlichen zu teilen, ist eine ganz besondere Erfahrung für Olaf und eröffnet ihm fortwährend neue Horizonte.

wurde in Slowenien geboren und war in Kroatien Professorin für bildende Kunst. Heute lebt sie in Berlin. Sandra ist selbständige Künstlerin, veranstaltet als solche auch Ausstellungen und arbeitet viel mit Jugendlichen.

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Workshopleiter*innen


Das Team und der TrAger

Uwe Patschorke

Valerie Schlee

Volker Hoffmann

ist Maurer von Beruf und töpfert seit 15 Jahren in seiner Freizeit. Das Töpfern ist für ihn jedoch mehr als nur ein Hobby: In Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gibt Uwe sein Wissen und Können zum kreativen Umgang mit Ton weiter.

wurde am Ural in Russland geboren und lebt seit 1994 in Berlin. Nach einem Animationsstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ nahm sie an verschiedenen Ausstellungen sowie Kunstund Kulturprojekten in Berlin, Moskau und St. Petersburg teil. Valerie ist Mitbegründerin des Kreativstudios Zuckerwattenkrawatten.

ist Journalist und freier Filmemacher. Er lebt seit 2009 in Berlin. Seit 1991 organisiert er als Medienpädagoge Videoworkshops und Jugendvideo-Projekte, die vielfach ausgezeichnet wurden. 2011 gründete Volker das Medienprojekt Berlin e.V.

Workshopleiter*innen

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Das Team und der TrAger

Juliane Marquardt Projektleitung

Melanie Hörenz Projektcoaching

Johanna Bontzol Projektcoaching

hat sich nach dem Studium der interkulturellen Pädagogik mehrere Jahre in Mexiko für Menschenrechte eingesetzt und dort Bildungsformate zur Friedenserziehung entwickelt und durchgeführt. Zurück in Berlin ist sie seit 2014 für den djo-Landesverband Berlin in der kulturellen Jugendbildung als Projektleiterin tätig.

ist seit 2006 freiberuflich als Beraterin von Initiativen, Einzelpersonen, Vereinen und gemeinnützigen Projekten und im Bereich Fort- und Weiterbildung in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Arbeit mit und für Migrant*innen tätig.

ist Diplom-Pädagogin und seit 2003 in verschiedenen Bereichen der Jugendarbeit mit den Schwerpunkten Empowerment, Engagementförderung, Projektmanagement, Förderberatung und Organisationsentwicklung im interkulturellen Kontext beruflich tätig. Sie spricht Deutsch, Polnisch und Russisch.

Projektunterstützung: Sophie Krause, Lena Kloster, Kaila Lee Wing Tung und Jifang Wang haben BERLIN interkulturell im Rahmen von Praktika unterstützt.

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Mitarbeiter*innen im Projekt


Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V. Wir, der Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V. treten als Jugendverband für die Rechte und Interessen von Berliner Kindern und Jugendlichen ein. Wir arbeiten überparteilich und überkonfessionell, engagieren uns gegen Flucht und Vertreibung und setzen uns für Verständigung und Versöhnung in einem geeinten, demokratischen Europa ein, in dem der trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Wir vermitteln Werte, die das friedliche Zusammenleben verschiedener sozialer und ethnischer Gruppen hier und in ganz Europa fördern. Unsere Angebote sind offen für alle Kinder und Jugendliche, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben — egal welcher Herkunft. Wir regen individuelles soziales Engagement, toleranten, respektvollen Umgang und die Stärkung von Selbsthilfepotential an. Unsere Arbeit orientiert sich immer am gesamten sozialen Raum, in dem Kinder und Jugendliche mit ihren Familien leben. Wir arbeiten seit unserer Gründung im Jahr 1951 erfolgreich in der Jugend- und in der Integrationsarbeit. Wir sind ein gemeinnütziger anerkannter Träger der freien Jugendhilfe, Mitglied der djo-Deutsche Jugend in Europa, Bundesverband e.V. und im Landesjugendring Berlin e.V. Wir verstehen uns als Dachverband für Berliner Jugendgruppen, in denen sich Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund organisieren. Zu unseren Mitgliedern zählen unter anderem Kinder und Jugendliche mit assyrischen, deutschen, kurdischen, romanesken, russischen und türkischen Wurzeln. www.djo-bb.de

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Impressum Herausgegeben vom Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V. Verantwortlich Stephan Rudat Redaktionsanschrift Elberfelder Straße 18, 10555 Berlin Telefon 030 – 2888 6 777 – 0 Fax 030 – 2888 6 777 – 7 E-Mail info@djo-bb.de Internet www.djo-bb.de Verfasser*innen Workshopleiter*innen im Projekt BERLIN interkulturell Endredaktion Johanna Bontzol, Juliane Marquardt, Rebekka Eick, Renate Pelzl Porträtzeichnungen Ercan Arslan www.ercanarslan.de Fotos Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V., Anja Schäfer www.anjaschaefer.com Gestaltung Lina Khesina www.flyingfly.de © Juni 2015


Das BERLIN interkulturell interkulturell wurde aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds (EIF), der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin sowie aus Eigenmitteln des Trägers finanziert.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds kofinanziert

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft


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