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Kultur Genuss Portraits Lebenswertes Veranstaltungen Aktuelles aus Bamberg

Magazin fĂźr das lebenswerte Bamberg

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 Juli 2013


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die ZWIEBEL 7/2013

Im Kurpark werden die Uhren um 180 Jahre zurückgedreht Am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Juli 2013, lädt das Bayerische Staatsbad Bad Steben zum vierten Mal zu seinem Biedermeierfest in den Kurpark ein. Die Gäste erwartet eine Zeitreise in die Epoche des Biedermeiers – just in die Ära, als Bayernkönig Ludwig I. den kleinen Ort inmitten des Frankenwaldes wegen der heilenden Wirkung seiner Quellen zum Bayerischen Staatsbad erhoben hat.

Der Kurpark bildet mit seinen historischen Gebäuden die prächtige Kulisse für die Damen in prachtvollen, wallenden Biedermeier-Kleidern und die Herren im Gehrock mit Zylinder. Die Biedermeier-Pärchen sind die Protagonisten für ein buntes Programm mit Festumzug, historischem Markttreiben, zeitgenössischen Tänzen und Hochradfahrern. Am Samstag ab 13.00 Uhr und Sonntag ab 11.00 Uhr erlebt der Besucher inmitten historischer Marktstände hautnah antikes Kunsthandwerk und kann den Händlern beim Klöppeln, Spinnen, Papier walken oder der filigranen Herstellung von Biedermeierschmuck über die Schulter blicken. Im Vorbeifahren grüßen Hochradfahrer die Gäste, während Drehorgelspieler für die passende musikalische Untermalung sorgen. Auch die Kleinen kommen nicht zu kurz – Kasperl-Theater und eine Bastel- und Spiel-Ecke lassen Kinderherzen höher schlagen. Während die Kinder basteln, können die Erwachsenen ihr Glück am Roulette-Tisch der Bayerischen Spielbank Bad Steben ­probieren. Am Samstag-Abend ab 19.00 Uhr lädt der Biedermeier-Ball unter freiem Himmel die Gäste zum Tanzen und Staunen ein. Bei schwungvollen Klängen des Kurensembles Amoroso wird der Kurpark zu einer einzigartigen Tanzku-

lisse. Auf der Bruck vor dem Klenzebau kann bis weit nach Sonnenuntergang das Tanzbein geschwungen werden. Nach Einbruch der Dunkelheit bildet die Feuershow ein ganz besonderes Highlight. Ein weiterer Höhepunkt ist der große Biedermeier-Festumzug am Sonntagmorgen, wenn die Biedermeier-Gruppen von der Kurhausterrasse durch den Ort zum Kurplatz ziehen und die Besucher an den Wegrändern herzlich willkommen heißen. Vielerlei Kunsthandwerk der Biedermeierzeit ist in Bad Steben zu bewundern – sogar gebrannte Mandeln werden im Stil der Zeit angeboten.


die ZWIEBEL 7/2013 gruß aus der küche

Summ,Summ,Summ…

…Bienchen summ herum. Summen sie noch oder müssen wir uns langsam Sorgen machen? Heißt es doch seit einiger Zeit, die Bienenvölker seien vom Aussterben bedroht. Was wenn Honig, Wachs und Propolis nicht mehr wären? Das, was Biene Maja, Willi &Co. der Menschheit an Leckereien und Heilmitteln zur Verfügung stellen, kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Nahrung und nicht selten auch Heilung für den Geist bietet aber auch ein gutes Buch – es entführt einen in andere Welten, beflügelt die Fantasie und macht einfach schlauer. Und wenn es dann noch ein richtig altes Buch mit Geschichte und Geschichten ist, dann kann es einem gerade zu ans Herz wachsen. Antiquar Robert Lorang

könnte ein Buch darüber schreiben. Ganz viel Herzblut steckt auch in der Arbeit des Bamberger Hospizvereins – ein ergreifendes Beispiel dafür ist die Freizeit für trauende Kinder und Jugendliche. Was die ZWIEBEL im Monat Juli sonst noch berührt und gerührt hat, entdecken Sie am besten selbst auf den kommenden Seiten. Halt, stopp! Riskieren Sie vorher schon mal einen Blick auf Seite 32 – dort dreht sich nämlich alles um zauberhafte Cocktails. Wenn Sie mögen, mixen und shaken Sie ihren Lieblingsdrink und genießen Sie ihn gleich gemeinsam mit der restlichen ZWIEBEL. Wohl bekomm’s! – Ihre ZWIEBEL-Redaktion

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zuhause in… die ZWIEBEL 7/2013

Gutscheine schenken ist praktisch (wenn auch manchmal etwas fantasielos) und setzt sich zunehmend durch. Der Erfolg der Schexs in the City beweist es. Doch fast alle Gutscheine sind kommerziell ausgerichtet und auf den Einkauf von Gütern beschränkt. Wo bleibt die Kultur? Das dachte sich auch das „Kultürla“: der Verein, der sich um die Förderung der fränkischen Kultur bemüht, hat jetzt eine „Kultürla-Karte“ aufgelegt. Sie kann ab dem 1.8. zum Preis von 10 Euro erworben werden und gilt als Gutschein für den Besuch eines Kulturereignisses in diesem Wert. Die Liste der Unterstützer kann sich schon sehen lassen: E.T.A.Hoffmann-Theater, Städtische Museen, Fränkischer Theatersommer, Odeon- und Lichtspielkino, kleine Bühnen wie Brentano, Club Kaulberg oder TAM, sie und weitere nehmen den Kulturgutschein an. Zur Einführung startet das Kultürla eine Kampagne und möchte Kulturfreunde ermuntern, ihr Kulturmotiv aus der Region für die Gestaltung der Erstauflage einzusenden. Interessante Preise locken! www.kultuerla.de

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Zuhause in der Warum heißen Bamberger Straßen eigentlich, wie sie heißen? die ZWIEBEL geht der Sache auf den Grund und stellt monatlich eine Straße und die Herkunft ihres Namens vor. Die Gönnerstraße im Stadtteil Wunderburg ist eine Parallelstraße des Kunigundendamms und führt zum Marienplatz. Sie wurde nach dem ehrgeizigen und erfolgreichen Bamberger Juristen Nikolaus Thaddäus Gönner benannt, der sich vor allem durch seine Vielzahl wissenschaftlicher Abhandlungen zum Staatsrecht und seinen „Jahrbüchern der Gesetzgebung und Rechtspflege in Bayern“ zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen Namen weit über die Mauern der Stadt hinaus machte. Gönner, Sohn eines Amtmanns und Rechnungsrevisors am fürstbischöflichen Hofe, besuchte zunächst das Gymnasium und die Philosophische Fakultät der Universität, bevor er sich mit den juristischen Studien in Göttingen auseinandersetzte. Sein Weg führte ihn von dort über das Reichskammergericht in Wetzlar wieder zurück in die fränkische Heimat, in der er 1789 das juristische Lizentiat erwarb und fortan an der Universität lehrte. Seine Tätigkeit als Professor an der damaligen Juristischen Fakultät weckte auch das Interesse des Fürstbischofs Franz Ludwig von Erthal, der ihn 1791 zum Hof- und Regierungsrat ernannte. Als fürstbischöflicher Beamter und Reformer der Juristischen Fa-

kultät machte Gönner gerne seinen Einfluss geltend. So wurden Vorlesungen, Disputationen und Streitschriften fortan in deutscher Sprache abgehalten und geschrieben. Das Angebot einer Professur für Staatsrecht führte ihn 1799 an die Universität Landshut, an der seine wissenschaftliche Karriere ihren Höhepunkt erreichte. Gönner wurde auf verschiedenen Rechtsgebieten als Gutachter bestellt und erteilte dem Kronprinzen Ludwig von Bayern Privatunterricht in deutschem Staatsrecht. Sein größtes Werk war die Schaffung des bayerischen Beamtenrechts, das bis heute in seinem Ursprung auf den Justiziar aus Bamberg zurückgeht. Der Zusammenbruch des Reiches und der Sturz der Reichsverfassung führten kurz darauf dazu, dass Gönner seine Lehre nicht mehr fortführen konnte und schließlich im Staatsdienst fernab der Universität tätig wurde. Nach dem frühen Tod seiner Frau im Jahr 1809 musste er sich zudem um die vier gemeinsamen Kinder alleine kümmern. Gönner ging nach München und nahm eine Stelle als Direktor am Appellationsgericht des Isarkreises an. Bis zu seinem Tod im April 1827 befasste er sich in seiner Arbeit mit den Gegenständen der Gesetzgebung. [dp]

Foto: Daniela Pielenhofer

Kultur zu verschenken!


Das Lesen Sie im Juli 2013 in der Zwiebel Kultur Spielt um Euer Leben! 600 Bamberger für den „Himmelsgarten“ Gelauscht: Musikneuheiten Gelesen: Aktuelle Buchrezensionen Das Wandern ist des Schülers Frust

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Lebenswertes Scharlottes Welt Los, komm: Lesen! „Das schönste Hobby der Welt“ Wenn Kinder trauern Gerd Bauer: Cartoon

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Veranstaltungen Kultur in Sicht Erlebt: Kulturrezensionen Ausgestellt: laufende Veranstaltungen im Juli 2013 Ausgehen: Veranstaltungen im Überblick

Wir informieren Sie gern über die Möglichkeiten dieses einzigartigen und über 30 Jahre bewährten Deckensystems!

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Besuchen Sie unsere Ausstellungen: Die Insel-Bücher: Schon von außen schön. Und der Inhalt erst! Foto: Anny Maurer

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Aktuelles aus Bamberg Kurz & Knackig: was Bamberger bewegt Impressum, Wichtige Adressen Auslagestellen: hier gibt‘s die ZWIEBEL

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kurz & knackig die ZWIEBEL 7/2013

Kurz & Knackig Juli 2013 Wohnungsknappheit in Bamberg beseitigt!

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Was Bauunternehmen, (irischen) Investoren und selbst der rührigen Stadtbau misslungen ist: die Statistik hat es geschafft! Bamberg hat endlich keine Wohnungsknappheit mehr. Vor einigen Wochen wurden die Ergebnisse des Zensus 2011 veröffentlicht, der größten Datenerhebung seit der 1987er Volkszählung. Obskure Ergebnisse hat sie zu Tage gefördert: Deutschland hat nicht 82, sondern nur 80,2 Mio. Einwohner. Eine Million Ausländer sollen verschwunden sein – ein Verlust, den die paar Asylbewerber kaum je wettmachen können. Bamberg hat jedoch hinzugewonnen: um 600 Einwohner hat man sich von der magischen 70.000-Grenze entfernt. Und: unsere Stadt hatte am Stichtag 9. Mai 2011 stattliche 3.442 Wohnungen mehr. Wohlgemerkt nicht gegenüber 1987, sondern gegenüber der amtlichen Statistik. OB Starke freut sich: „Die mit dem Boom zusammenhängende Steigerungsrate bei den Wohnungen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, lässt er mitteilen und ruft

trotzdem zu weiterer Anstrengung im Wohnungsbau auf. Vorsicht, dass da keine Leerstände entstehen! Wohnungssuchende, die kurzfristig umziehen möchten, also aufgepasst: wenn Sie wissen wollen, wo die neuen Wohnungen liegen, fragen Sie doch einfach mal im Baureferat der Stadt nach, Telefon 87-1600. („Nach vorheriger Terminvereinbarung kommen Sie als (…) einfach nur Interessierter mit Ihren Wünschen, Anregungen und Fragen bei uns vorbei.“) In dieser Behörde, die jeden Bau eines Terrassendachs prüfen muss, finden Sie mit Sicherheit präzise Angaben zu jedem dieser über Nacht aufgetauchten Objekte. Oder glauben Sie etwa, in einer Stadt wie Bamberg entstehen knapp 3.500 Wohneinheiten, ohne dass es im Rathaus einer bemerkt?

Noch mehr bamberger Die einen bemühen die Statistik, die anderen wählen den natürlichen Weg: in beiden Fällen ist Bevölkerungszuwachs der Erfolg. Für die ganz natürliche Variante steht das Geburtshaus in Bamberg. Seit 1993 bringen Mütter hier in persönlicher Atmosphäre mit Hilfe des Teams um Frauenarzt Michael Fröhlcke ihre Kinder zur Welt. Am 20. Juni, morgens um 4.10 Uhr kam nun das 2.000. Geburtshauskind – ein strammer Junge namens Johannes. Das wird gefeiert, und alle im dort geborenen Kinder, ihre Familien und natürlich auch alle anderen Interessierten sind am 12. Juli ab 16 Uhr eingeladen, wenn für jedes Geburtshauskind ein Luftballon in den Bamberger Himmel schwebt.

Bella venezia Das letzte Juli-Wochenende von Donnerstag, 25. bis Sonntag, 28. hat sich Canalissimo reserviert – das Kulturfest am Alten Kanal mit italienischem Anstrich. Stimmungsvoll wird es wieder werden, wenn die Gondeln gondeln (besonders Samstag abend ab 22.30 Uhr, zu italienischen Operngesängen mit der Sopranistin Viola Fabretti). Zwei Bühnen, gesponsert von Café Abseits und Aposto, bieten laufend Musik und Theater: die „Blauen Jungs“ übergeben fließend an Kreislers „Lola Blau“ vom fränkischen Theatersommer, die Fab Five kommen mit Beatles-Songs ebenso zu Wort wie Franz Tröger und Nadja Panjas mit ihren „Liedern für die letzte Runde“ (und das am Freitag schon um 17.30 Uhr). Und das war längst nicht alles. Verhungert ist bei Canalissimo ohnehin noch niemand, und die traditionelle Sammlung beim traditionellen Sonntagsgottesdienst ist diesmal für Flutopfer im Dorf Winzer bei Passau bestimmt. Buon divertimento!

gut abgefüllt

Frohe Kunde vom Michelsberg: der neue Jahrgang ist da. Der 2012er Bamberger Stiftsgarten (unter dieser Bezeichnung vermarktet ihn die Stadt) Silvaner Kabinett präsentiert sich als trockener Weißwein mit 85° Oechsle. Was die Weinfreunde aber noch mehr freuen wird: er präsentiert sich auch im typisch fränkischen Bocksbeutel mit 0,75 Liter.

Die Begeisterung über die Abfüllung des Erstlings 2011 in kleine Flaschen hielt sich doch stark in Grenzen, zumal er auch nicht im Ansatz als Dessertwein durchgehen konnte. Der Preis war trotzdem stattlich. Der 2012er hingegen tritt auf der Verkaufsseite www.stiftsgarten.de mit 9,90 Euro für den Bocksbeutel an – das ist zwar noch kein Schnäppchen, aber für einen guten Wein „mit Raritätenzuschlag“ noch akzeptabel, zumal der Erlös dem Erhalt der Klosteranlage zugute kommt. 10.000 Flaschen sind auf der Südlage des Michelsberges entstanden, das dürfte für die ein oder andere Party reichen. Wer es hochprozentiger mag, für den sind auch Zwetschgen- und Mirabellenbrand aus den Früchten der Klosteranlage im Angebot.

Verzaubert

Vom 19. bis 21. Juli ist der Ausschank des edlen Tropfens, wenn es nach der CSU geht, streng verpönt. Denn für Fraktionschef Dr. Helmut Müller findet an diesem Wochenende ja ein Fress- und Sauffest statt, und dafür wäre der feine Silvaner Kabinett doch viel zu schade. Der Rest der Bevölkerung wird sich hingegen wie schon seit 15 Jahren an „Bamberg zaubert“ erfreuen und die Darbietungen genießen. Zum Beispiel in diesem Jahr von den Firebirds: mit ihrem Programm Steam ON! bringen sie den Steampunk in die Stadt. Ein Trend, ursprünglich aus England, für den man sich im Stil des viktorianischen Zeitalters kostümiert und allerlei Apparate


die ZWIEBEL 7/2013 kurz & knackig ken soll es vereinzelt auch geben. Den Auftakt bildet eine Woche zuvor schon die „Fuchs“-Gala, eine Varieté-Show im Stadttheater mit fünf Vorstellungen an drei Tagen.

Lecker essen auf Kosten der welt

konstruiert, die heutige Aufgaben mit der Technik von vorgestern erledigen. Am dampfgetriebenen Mobiltelephon wird noch gearbeitet. Die ungarischen Firebirds bringen derweil ihr fabelhaftes Veloziped mit, das dummerweise den Dienst quittiert und unter allerlei komischen Verrenkungen repariert werden muss. Über 100 Künstler sind an diesem Festival beteiligt, dazu Musiker wie Ray Horton und Michael Lane. Ach ja, eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trin-

Aufklärung findet am 27.7. statt – mitten auf dem Maxplatz! Aber keine Sorge, es geht nur um vernünftiges Essen, schließlich ist Tag der Umwelt. Darum steht auch weniger die Wirkung der Ernährung auf uns selbst im Mittelpunkt, sondern die Veränderungen, die unser Konsum in der (Um-)Welt bewirkt. Und man kann es nicht oft genug sagen: Obst, das Tausende Kilometer anreist, ist definitiv schädlich. Und dafür noch viel zu billig. Zusammenhänge wie diese verdeutlich das Umweltamt mit Hilfe verschiedener Organisationen. Ein Fressund Sauffest wird das auch nicht.

Sport für neugierige Wer sich trotzdem den Bauch auf dem Maxplatz vollgeschlagen hat (die Würstchenbude darf bleiben), möchte vielleicht etwas Sport treiben. Dafür bietet sich ideal – ebenfalls am 27.7., ab 14 Uhr, das Sportfest der TSG 05 an, das auf der Sportanlage an der Galgenfuhr stattfindet. Der Verein stellt dabei seine 13 Abteilungen vor und ermuntert ausdrücklich zum Ausprobieren. Natürlich kann man sich im Fußball oder Tennis versuchen, doch bietet der vielseitige Verein auch Exoten wie Aikido, Billard oder Fechten an. Wer bei Florett zuerst an ein Moped denkt, könnte hier viel Neues entdecken.

Antike Schätze in der bamberger altstadt

Wagner-Festspiele in Bayreuth – was bedeutet das für Bamberg? Richtig, die Kunst- und Antiquitätenwochen beginnen wieder. Vom 23.7. bis 18.8. zeigen die Bamberger Händler ihre schönsten Stücke und berichten in Vorträgen aus ihren Fachgebieten. So führt Claudia Schmidt-Felderhoff am 26.7. durch ihre neuen Geschäftsräume im Haus zum Roten Hahn von 1340. Am 4. August spricht Walter Senger über die Tischkultur im Mittelalter und am 18. August fragt Julian Schmitz-Avila nicht nur, was den Wert eines Möbels ausmacht, sondern gibt auch aufschlussreiche Antworten. Die Dichte an kompetenten Anbietern mit jeweils eigenen Spezialisierungen, wie sie in den wenigen Straßenzügen im Bamberger „Antiquitätenviertel“ vorherrscht, ist eine Besonderheit, die Sammler aus ganz Europa anlockt. Die Bamberger hingegen, heißt es, machen sich eher rar. Das darf sich gern ändern – schließlich sind Antiquitäten ja wie ein kleines Stück Welterbe für zuhause. [hb]

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lebenswertes die ZWIEBEL 7/2013

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Fotos: Thomas Bachmann

Spielt um euer Leben!


die ZWIEBEL 7/2013 bamberger kulturleben Sie erzählen sich ihre Erfahrungen, improvisieren ihre Rollen und schrei­ben ihre Stücke selbst – die Mitglieder des Jungen Theaters. Ihre Ergebnisse präsentieren sie unverblümt, aber nicht weniger professionell beim Jugendtheaterfestival, das in diesem Jahr in Bamberg stattfindet. Eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und die Lust am Spielen.

jETA Club, jETA-Treff und das jETA Studi-o: Das E.T.A.-Hoffmann-Theater legt auch einen Schwerpunkt auf Theaterarbeit mit jungen Leuten, nunmehr seit über 20 Jahren. Während im jETA Club Teenager und Jugendliche vornehmlich die Basics erlernen können, etwa wie man seinen Körper und seine Stimme auf der Bühne einsetzt und Rollen richtig erarbeitet, entwickeln im jETA Treff junge Erwachsene völlig frei eigene kleine Programme. Das jETA Studi-o richtet sich an Studenten, die ihre große Leidenschaft im ungezwungenen Theaterspielen entdeckt haben. Jedes Jahr gegen Ende der Spielzeit werden alle so entstandenen Stücke von und mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufgeführt. Im jETA Treff ist das diesmal mit „So Far, No Matter How Close“ eine tragikomische Geschichte über (Fern-)Beziehungen und ihre Irrungen und Wirrungen – kurz ein „amüsantes Episodenstück für Singles und solche, die es werden wollen“. „Im Treff leiten wir junge Leute an, aber sie entscheiden, was sie zeigen wollen“, erklärt Anja Simon, die Theaterpädagogin und Lei-

terin des jETA Clubs. Eine spannende Sache, und so geht es in der offenen Gruppe um Lifestyle-Themen, das Entwickeln von Stücken und schließlich den Spaß am Spielen eines eigenen Programms.

„Ein eigener kleiner Freundeskreis“ Marcus Grau (23 Jahre) und Alina Tammaro (18) sind seit vier bzw. zwei Jahren Mitglieder des Treffs. An der Gruppe, die sich einmal wöchentlich zum Austausch von Gedanken, Erlebnissen und Theaterwissen trifft, gefallen ihnen vor allem das Abtauchen aus dem Alltag, die Autonomie und der Zusammenhalt. „Der Treff ist ein eigener kleiner Freundeskreis“, meint Alina, die sich schon immer für Theater interessiert und auch in der Schule gerne mitgespielt hat, nur war es ihr dort zu unorganisiert. „Im Treff habe ich gelernt, wie professionelles Theater funktioniert“, sagt sie – und kommt seitdem nicht mehr davon los. Marcus erging es ähnlich. Bereits mit sechs Jahren hat er im Rollschuhclub angefangen, Musicals nachzuspielen und wollte mit der Zeit auch mehr über die Schauspielerei an

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bamberger kulturleben die ZWIEBEL 7/2013 sich erfahren. Der Treff bietet ihm eine ideale Plattform, sich auszuprobieren. Und das gelingt ihm so gut, dass er im „Mann von La Mancha“ in einer durchaus anspruchsvollen Rolle zu sehen ist. Ein Erfolg mehr, wie ihn

denen sie Figuren erschaffen und Szenen entwerfen, die Anja Simon am Ende in bühnenreife Theatersprache bringt. Die Spannung während der Findungs- und ImprovisationPhase ist groß und steigert sich weiter bis zur Premiere, in der alle noch einmal über sich hinaus wachsen. „Am Ende jeder Spielzeit steht immer das beste Stück, das wir je gemacht haben“, meint Simon und lacht, „die Bestätigung des Publikums tut dazu natürlich ihr Übriges.“ In den wenigen Wochen der Proben, in der die Jugendlichen jede freie Minute im Theater verbringen und das Leben komplett anders abläuft, entstehen intensive Freundschaften. „In einer Theatergruppe kommt man sich persönlich sehr nah“, sagt Marcus, „dazu braucht es das Gefühl, unter Freunden zu sein.“ Freunde, die einen auffangen. Was wie eine Metapher klingt, wird im Spiel Wirklichkeit. „Die Gruppe muss passen“, meint Alina, „jemand fällt und wird aufgefangen – das ist tatsächlich so.“ Am Ende der Spielzeit steht mit der Aufführung ein Erlebnis, das in jedem Fall zusammenschweißt. „Man steht zusammen auf der Bühne und spielt, sammelt Erfahrungen und entwickelt sich, um gemeinsam etwas zu erreichen“, erklärt Marcus.

Beruflich haben sie andere Pläne

der jETA Treff aus der Jugendarbeit ab und zu hervorbringt.

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Etwa zehn Jugendliche im Alter von 16 bis 24 Jahren sammeln im Treff Geschichten, aus

Theater als Hobby finden Physiotherapeut Marcus und Schülerin Alina toll, beruflich ganz in die Schauspielerei zu gehen, kommt für sie aber nicht in Frage. „Theater ist eine andere Welt, die einen erfüllt, wenn es einem liegt“, sagt Alina. „Aber man kann vermutlich nie ein Haus bauen, sesshaft werden oder andere Hobbys pflegen“, meint Marcus. Dafür ist die reale Theaterwelt alles andere als autonom, auch wenn man in die Theaterfamilie sofort integriert wird.

Für Marcus und Alina ist der jETA Treff ihr eigenes kleines Universum, in dem sie sich in ihrer Freizeit etwas erarbeiten, nahe Momente haben und dabei auch körperlichen Einsatz zeigen. „Mir macht es viel Spaß, weil es frei und ungezwungen ist“, meint Marcus. Alina, die bereits eine kleine Assistentenstelle innehat, will später gerne am Theater weitarbeiten, wenn auch nicht auf Schauspielebene.

Neun bayerische Jugendtheatergruppen treffen sich in Bamberg So wie Marcus und Alina leben viele Jugendliche ihre Leidenschaft für das Theater in Jugendclubs aus. Die Bayerischen Theaterjugendclubs treffen sich alljährlich in einer anderen Stadt im Freistaat zum Festivalwochenende. In diesem Jahr findet das inzwischen siebte Treffen in Bamberg statt, vom jETA Treff organisiert. Unter dem Motto „Spielt um euer Leben!“ kommen vom 18. bis 21. Juli neun Gruppen aus ganz Bayern in die Domstadt zum Festival: theater spielen 13. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden in der Turnhalle der Kaulbergschule untergebracht sein, regionales Catering, den Austausch untereinander und die Aufführungen im Großen Haus genießen. „Jugendtheater spielt Themen aus dem Leben“, sagt Anja Simon, „mit Ideenreichtum und Leidenschaft.“ Demnach wird es philosophisch werden, natürlich gesellschaftskritisch und zum Teil ein wenig provokant – vor allem aber authentisch. [dp] Karten für die bunte Mischung an Aufführungen der Theaterjugendclubs gibt es für jeweils 9 Euro bzw. 5 Euro (ermäßigt). Zur Eröffnung des Festivals am 18. Juli um 14 Uhr im großen Haus ist der Eintritt frei.


die ZWIEBEL 7/2013 scharlotte

Scharlottes Welt Der zwiebel

Die Welt sieht anders aus, wenn man sie mit den Augen einer Zwiebel betrachtet. Aber hat eine Zwiebel überhaupt Augen? Scharlotte schon – und mit denen sieht sie das Leben in unserer Stadt aus einem ganz eigenen Blickwinkel.

Foto: Katja Kölbl

„Auf das Unrecht, da folgt das Übel, wie die Thrän auf den herben Zwiebel.“ Das hat Friedrich Schiller gesagt. 1838 war das, in einer Zeit, in der die Männer Kämpfer oder wenigstens Räuber waren und die Frauen am Küchenherd standen. Ganz klassisch. Denn damals, da gab es sie noch: die Zwiebelmänner. Schiller schrieb schließlich über „den Zwiebel“ – ein Maskulinum! „Natürlich“, werden Sie sagen. Jeder weiß, dass die Zwiebeln zu den Spermatophyta, zu Deutsch: Samenpflanzen, gehören. Tja. Das ist bloße Theorie. Heute sprechen alle über „die Zwiebel“. Wir Frauen müssen uns um alles alleine kümmern: Kinderkriegen, Kindererziehung, Haushalt und Beruf. Das haben wir nun von der Emanzipation. Sie gipfelte darin, dass unser Nachwuchs aus der Tüte kommt und aufs Gemüsebeet gestreut wird.

Besuchen Sie das Geburtshaus des Jeans-Erfinders! Aber wenigstens kommt unser Essen noch frisch aus Mutter Erde und nicht aus der Suppentüte, so wie bei vielen Menschen. Auch in einer Gärtnerstadt wie Bamberg verzichten immer mehr Frauen auf ihre urzeitliche Aufgabe, Essbares zu sammeln – und zwar draußen und nicht im Supermarkt! Stellen Sie sich doch einmal vor, wie schön das wäre: Sie alleine, mitten in der Natur, zwischen Wald und Wiesen, mit einem Naturkundeführer im Rucksack und dem Handy mit der gespeicherten Notruf-Nummer in der Hand. Nur für den Fall, dass die eine doch mit der anderen Pflanze vertauscht würde. Ihren Mann würden Sie dort nicht treffen, der sitzt ja tagsüber im Büro, anstatt wilde Tiere zu jagen. Sollte er Ihnen abends auf die Nerven gehen, servieren Sie ihm einfach eine Tütensuppe. Dann geht er von ganz allein. Und irgendwann heißt es dann „die Mensch“. [kk]

GEBURTSHAUS LEVI STRAUSS MUSEUM Marktstr. 33, Buttenheim Tel. 09545/442602

www.levi-straussmuseum.de Öffnungszeiten: Di, Do 14 - 17 Uhr Sa, So 11-17 Uhr

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kultur in sicht die ZWIEBEL 7/2013

Kultur in Sicht Juli 2013 Sergey Khismatov Villa Concordia mi, 3.7.2013, 19.00 Uhr

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Villa Concordia auf vollen Touren: gerade noch im Juni eine fulminante Lesewoche veranstaltet – jetzt geben sich im Juli die fast noch ganz neuen Stipendiaten die Klinke des großen Saales in die Hand. Den Anfang macht Sergy Khismatov. Der 30-jährige russische Komponist präsentiert sein Werk in Wort und Tat. Bei letzterem unterstützt ihn der Berliner Kontrabassist Matthias Bauer, der „woods with threads“ aufführt. Am 8. Juli nimmt Olga Martynowa den Faden auf und veranstaltet gemeinsam mit ihrem Mann und Kollegen Oleg Jurjew einen Abend mit russischer Lyrik. Da beide sowohl auf Russisch als auch auf Deutsch schreiben, ist der ZWIEBEL um das Verständnis nicht bange. Drei Tage später, am 11. Juli, ist wieder ein Komponist dran, nämlich Vadim Karasikov. Mit Hilfe des Cellisten Michael M. Kasper zeigt er seine Kompositionen, die bereits große Weihen empfingen, beispielsweise erst im letzten Herbst eine Uraufführung durch das Ensemble Intercontemporain (dessen Leitung, so klein ist die Musikwelt, auch Jonathan Nott schon einmal für vier Jahre innehatte).

„Ein Leuchten“ durchströmt das Wasserschloss ab dem 15. Juli, wenn Franziskus Wendels seine Ausstellung eröffnet. Stipendiat des ersten Jahrgangs, zeigt er Gemälde aus den letzten drei Jahren, in denen er sich weiterhin intensiv mit seinem großen Thema Licht auseinandergesetzt hat. Ende Juli, am 30. genau, ist wieder ein Komponist dran: Benjamin Schweitzer hat konkrete Pläne für seine Zeit an der Regnitz und freut sich auf Gespräche mit dem Bamberger Publikum. Konversationsthema könnte sein Werk „maverick I [noise]“ sein, das Theo Nabicht auf der Kontrabassklarinette spielt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, Beginn jeweils um 19 Uhr.

Nightfever Dom sa, 6.7.2013, 18.30 Uhr Glaube zum Mitfiebern? Gibt‘s! Seit zwei junge Leute den Kölner Dom auch nach dem Weltjugendtag in Köln 2005 wieder mit jungen Menschen gefüllt sehen wollten, finden in mittlerweile 30 deutschen Städten mehrmals im Jahr Nightfever-Abende statt. In Bamberg ist der Dom Ort der nächtlichen Begegnung, die das Jugendamt der Erzdiözese mit der Diözesanstelle für Berufe in der Kirche veranstaltet. Und was passiert? Nicht nur das Übliche – eine Messe gibt es zwar auch, doch ab 18.30 Uhr wird der Dom mit Kerzen illuminiert und musikalische Formationen wechseln sich mit Gesprächen, Gebet und Gesang ab. Die rund 30 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ehrenamtlich helfen, ziehen durch die Stra-

ßen und laden Passanten freundlich ein, die Atmosphäre an diesem besonderen Abend im Gotteshaus zu genießen und mitzugestalten – unabhängig von Glauben oder Nichtglauben. Bis Mitternacht sind die Türen geöffnet – es komme, wer und wann man da mag.

Fränkische Kriminacht Levi-StrauSS-Museum Buttenheim sa, 6.7.2013, 19.30 Uhr Das brave Buttenheim wird für eine Nacht Frankens Hauptstadt des Verbrechens, wenn sich drei fränkische Autor/ inn/en im Levi-Strauss-Museum zur Lesung treffen. Was Jeans mit Verbrechen zu tun haben? Erstens sind die Zeiten der Privatdetektive im Anzug spätestens seit Thomas Magnum vorbei und zweitens sind die Denim-Beinkleider so reißfest, dass sie auch zum Würgen taugen. Nur mal so als Beispiel. Auf welche Ideen Friederike Schmöe, Helmut Vorndran und Thomas Kastura gekommen sind, hören Sie von den Autoren selbst. Wolfgang Kalb spielt in der Pause messerscharfen Blues, und wen es dann noch nicht genug gruselt, der kann – sofern er eine Taschenlampe mitbringt – anschließend im Dunkeln auf eine Erkundung der Exponate gehen.

Liderdurzeuch mid duba draai Theater im Alstadthaus, Eisgrube 2 Ab sa, 6.7.2013, 20.00 Uhr

Unerschöpflich, dieses Lideradurzeuch. Wenn man einmal damit angefangen hat, findet man kein Ende mehr. Erst recht nicht Martin Neubauer. Und das Beste: dem Publikum gefällt‘s! Das liegt vielleicht auch daran, dass Heiko Triebener, dem Tieftöner der Symphoniker (tiefer bläst nur noch die Orgel), immer noch etwas Neues einfällt, um den Schauspieler in seinen ganz gemischten Vortrags-Schnipseln zu begleiten. An der Anspruchslosigkeit der Zuhörer kann es jedenfalls nicht liegen, wenn auch die dritte Saison wieder gut besucht ist – auch wenn der Untertitel diesmal keck lautet: „Für Bamberch langd‘s!“ Hoffentlich langen die insgesamt neun Termine im Juli auch für Bamberch. Karten wie immer ausschließlich unter 54528.

Die rote zora Erbapark s0, 7.7.2013, 15.00 Uhr Was macht man als ZWIEBEL, wenn die Produktionsleitung eines Theaters persönlich anruft und einem mit viel Enthusiasmus und warmen Worten die nagelneue Produktion ans Herz legt? Die, wie jede andere auch an diesem Theater namens Chapeau Claque, ohnehin mit Minimal-Budget und Maximal-Herzblut an den vier Juli-Sonntagen auf die Bühne neben dem Faltbootclub kommt? Man stellt sie natürlich vor, das ist man dem Selbstausbeutungsbetrieb Kindertheater einfach mal schuldig. Zumal das Stück, Die Rote Zora, auch manche der gesetzteren ZWIEBEL-Leser als Buch in ihrer Jugend begeistert haben dürfte. Es handelt, im heute kroatischen Senj, von einer Bande mittelloser Kinder unter


die ZWIEBEL 7/2013 kultur in sicht oben), die auch so überzeugend telefonieren kann...

Radical Gaming

Foto: Chapeau Claque

Balthasar, Pfahlplätzchen d0, 11.7.2013, 20.15 Uhr

Leitung von Zora, die den Waisenjungen Branko aufnimmt. Nach außen bricht die Uskoken-Bande aus Not (vor allem Eigentums-) Gesetze, im Inneren gilt jedoch strikte Solidarität mit hohen moralischen Ansprüchen. Erste Liebe und soziale Konflikte sind die Kernthemen dieses Kinderbuchklassikers von 1941. In der Titelrolle Simone Dettelbacher (Bild

Computerspiele sind entweder grenzdebil oder gewalttätig. Oder beides. Oder? Die Spieleindustrie setzt mittlerweile viel Geld um und ein, um dieses Vorurteil zur Erfahrung reifen zu lassen, und die Ausnahmen, die die Regel bestätigen, werden meistens schlecht verkauft. Oder erreichen den User gar nicht erst, wie „Phone-Story“, das Apple aus dem AppStore entfernt hat. Denn bei diesem Spiel geht es darum, Industriearbeiter mit Gebrüll zur Herstellung von Mobiltelefonen

anzutreiben – und aufzufangen, wenn sie vom Dach der Fabrik springen. Über solche Beispiele referiert der „studierte Medienjunkie“ Benedikt Frank und beleuchtet die Möglichkeit, Computerspiele auch für andere Zwecke als die Herabsetzung der Hemmschwelle zu erfinden.

unter dem Motto „Die Vielfalt genießen“. Die OBA-Band tritt zum ersten Mal auf, mehrere Showeinlagen und ab 18 Uhr die Rossinis verzaubern das Publikum.

Canto di legno klangwerkstatt, Ob. KönigstraSSe 15 fr, 12.7.2013, 20.00 Uhr

OBA-Sommerfest MoosstraSSe 114 fr, 12.7.2013, 15.30 Uhr

Spätestens seit der März-ZWIEBEL ist bekannt, welch treffliche Klarinetten den Weg in die Welt aus der Bamberger Werkstatt Schwenk & Seggelke heraus antreten. Manche bleiben aber auch hier, und wiederum andere kommen gern zurück, um sich in den hauseigenen Konzerträumen hören zu lassen. Am 12. und 14. Juli veranstalten die Instrumen-

Juli, der Monat der Sommerfeste. Jeder möchte noch feiern, bevor sich die Stadt in die Sommerferien entleert. Auch die Bertold-Scharfenberg-Schule der Lebenshilfe Bamberg macht da keine Ausnahme und lädt ein zu Tanz und Musik

KONZERTHIGHLIGHTS

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N AIR 2013

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IM PAR K

DFU NKS DES BAY ERI SCH EN RUN NÜR NBE RG

12. JULI 2013

Benefizkonzert

Carl Orff

10.11.2013 KONZERTHALLE BAMBERG

27.08.2013 SCHLOSSPLATZ COBURG A

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12.09.2013 STECHERT ARENA BAMBERG 25.08.2013 SCHLOSSPLATZ COBURG

13. JULI 2013 Bu nte So mm era be nd e mi t Mu sik un d Qu ats ch

Bamberger Symphoniker Bayerische Staatsphilharmonie Jonathan Nott, Dirigent

23.08.2013 SCHLOSSPLATZ COBURG

steve od winwo

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Freitag, 19. Juli 2013 | 20 Uhr Stechert Arena Bamberg Vorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen: Kartenkiosk Bamberg in der Stechert Arena, Tel. 0951 / 2 38 37, www.kartenkiosk-bamberg.de I bvd Kartenservice, Lange Str. 22, 96047 Bamberg, Tel. 0951 / 980 82 20, www.bvd-ticket.de I www.eventim.de

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14. JULI 2013 Foto Christian Kaufmann

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22.08.2013 SCHLOSSPLATZ COBURG


kultur in sicht die ZWIEBEL 7/2013

Fischerei-festspiele

Kultur in Sicht Juli 2013 tenmacher zwei Konzerte mit der Klarinette in der Hauptrolle. Das Trio „Canto di Legno“ vermittelt den Klang des Holzes in Form von Klarinette, Cello und Klavier anhand von Werken Schumanns und Brahms‘. Zwei Tage später um 18.00 Uhr setzt Prof. Heiner Schindler die Zeitreise in Begleitung von Olha Chipak fort mit Kompositionen von Brahms bis Poulenc. Der Eintritt ist frei.

37 Ansichtskarten stegaurach, Bürgersaal Sa, 13.7.2013, 20.00 Uhr

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Bis zu „Hair“ im nächsten Jahr ist es noch weit hin, doch bis dahin spielt sich „die Künstlerwerkstatt“ aus Stegaurach schon mal warm. 37 Ansichtskarten erhält die ziemlich schräge Familie Sutton von Sohn Avery während während seines achtjährigen Studiums in Übersee. Doch er hat sie nicht geschrieben – wer dann? Mit wem telefoniert Tante Ester immer? Warum stillt Familienhund Skippy seinen Hunger mit den Nachbarskindern? Die mitgebrachte Verlobte Gillian erwartet Antworten, und Avery hat seine liebe Not in dieser schwarzen BoulevardKomödie von Michael McKeever. Theater mit Spaß zum Lernen: dass so manche Familie nur mit Humor zu ertragen ist.

Fischerei ab Mo, 15.7.2013, 19.00 Uhr Zwei Tage die Woche, von Mitte Juli bis Mitte August – das sind die FischereiFestspiele, die in diesem Jahr schon in die neunte Runde gehen. Über die ganze Dauer sind in dem gemütlichen Weinlokal Bamberg-Ansichten von Bruno Jaworowski zu bewundern, der seine Aufnahmen der Stadt in märchenhafte Impressionen verfremdet. Schon tags darauf und auch am Mittwoch, den 17. geht es am selben Ort mit Arnd Rühlmann auf große Tour: in „Atlas eines ängstlichen Mannes“ geht er nach dem Buch von Christoph Ransmayr auf die Reise und reiht Episoden aus aller Welt aneinander, untermalt von Cellistin Birgit Förstner. Eine Woche später hat sich Gerti Baumgärtel zweimal „für Dich gewaschen und rasiert“ und macht sich auf zu erotischen Eskapaden. Begleitet von Ole Klie am Piano lotet sie mit Chanson und Spiel die Untiefen sinnlichen Erlebens aus. Am 30. und 31.7. widmen sich Arnd Rühlmann und Jürgen Heimüller wieder Georg Kreisler. Der 2011 verstorbene Künstler, den die Wiener Autorin Eva Menasse in ihrem Nachruf als „Meister einer Klasse, die er selbst erfunden hat und in der er ganz alleine saß“ rühmt, bleibt uns auch dank solcher Auftritte als genialer Verfasser ebenso humorvoller wie hintergründiger (Kabarett-)Chansons in Erinnerung. In bester Erinnerung, bei einer so gekonnten Interpretation. Doch auch dabei zeigt sich: um Kreisler wirklich gut vorzutragen, braucht es zwei Künstler. Oder Kreisler selbst. Alle

Vorstellungen beginnen um 20.00 Uhr, Karten in der Weinwirtschaft Fischerei oder der Buchhandlung Hübscher.

Tanja Kinkel Buchhandlung Hübscher Do, 18.7.2013, 20.00 Uhr Fast ist es ein Klischee: wird jemand zu berühmt, zu groß für die kleine Stadt, zieht es ihn in die große. Auch Tanja Kinkel, erfolgreiche Schriftstellerin, lebt heute in München, wenn sie nicht gerade in der Welt unterwegs ist, um für ein neues Buch zu recherchieren oder sich um ihre Hilfsprojekte zu kümmern. Aber hat sie ihrer Heimat den Rücken gekehrt? Mitnichten! Auf ihrer informativen website www.tanja-kinkel.de gibt sie die alte Heimat als Adresse an, sie ist Bamberg-Botschafterin und Vorstandsrat im Verein der Freunde der Symphoniker. Und sie pflegt eine liebenswerte Tradition: die Premierenlesung eines neuen Buchs findet in der Buchhandlung Hübscher statt. Am 18. Juli ist es wieder so weit. „Verführung“ heißt der neue Titel, als Taschenbuch bei Knaur erscheinend, und wer dabei an Casanova denkt, liegt goldrichtig. Denn die Handlung spielt im Venedig des Jahres 1744, als die aufstrebende Sängerin Angiola Calori den jungen Mann verführen will, noch bevor er zur Legende wird. In Gestalt eines Kastraten entdeckt er sie und verfällt erst ihrer Stimme, dann ihr selbst. Farbenprächtig schildert sie das Venedig des Rokoko, einer Zeit, in der nur das Vergnügen zählt. Das dürfte die Autorin schon beim Schreiben gehabt haben, denn gründlich wie sie ist, hat sie sich

selbstverständlich genau in der Lagunenstadt umgesehen und für einige Tage in einem Palazzo gewohnt, in dem Casanova selbst residiert haben soll. Wie sich das gesammelte Lokalkolorit im neuen Roman niederschlägt? Lesen Sie selbst!

Wolfgang Buck Innenhof St. Martin Fr, 19.7.2013, 20.30 Uhr St. Martin leidet Not, und da hat auch der frühere (evangelische) Pfarrer Wolfgang Buck ein Herz und hilft. Singenderweise, natürlich, mit einem Benefizkonzert für die Erhaltung der innerstädtischen Kirche. „Genau underm Himmel“ heißt das Programm, wie die jüngste CD, die der Songschreiber eingespielt hat – diesmal aber kommt er allein. Fränkisch stellt er freche Fragen und liefert auch die Antworten mit, auch wenn sie zum Teil – war Dürer schwul? – nicht mit letzter Sicherheit zu klären sein dürften. In jedem Fall ein gutes Werk mit Wehmut und Witz.

Quinten Quartett Neue Residenz, kaisersaal sa, 20.7.2013, 20.00 Uhr Wenn Sie an ausgewählten SommerSamstagen durch den Rosengarten spazieren, und es knirscht etwas: das ist diesmal nicht der Kies auf den Wegen, sondern das Verhältnis zwischen Rosengarten-Café und -Serenaden. Darum finden letztere dieses Jahr ausschließlich im Kaisersaal statt, ohne störendes Vogelgezwitscher oder Tellergeklapper, ohne Angst vor Regenschauern oder Käl-


die ZWIEBEL 7/2013 kultur in sicht teeinbrüchen. Und das Catering, Rache ist süß, übernimmt man auch selbst. Bevor es im August richtig los geht, kommt am 20. Juli schon einmal das Quinten Quartett, dessen Name sich nicht von dem Intervall, sondern vom Violinisten Quinten de Roos ableitet. Mozart, Ravel und Beethoven werden in der festlichen Kulisse erklingen.

Finissage/Verlosung Villa Dessauer so, 21.7.2013, 11.00 Uhr Die Ausstellung moderner Kunst aus Anlass des 190-jährigen Jubiläums des Kunstvereins geht zu Ende. Die Exponate werden abgebaut und wandern wieder ins Depot. Aber nicht alle: denn in alter Tradition verlost der Verein einige Originalgrafiken. Für 5 Euro können die Lose in der Villa Dessauer erworben werden, dort findet im Rahmen der Finissage dann auch die Ziehung statt. die ZWIEBEL meint: das können sie öfter machen. Dann reduziert sich auch das Problem der Lagerung!

Dada in der halle

german hornsound

r+h, von ketteler-str. 1 Di, 23.7.2013, 19.00 Uhr

schloss seehof ab mi, 24.7.2013, 19.30 Uhr

Der Uni-Präsident als Dadaist? An diesem Abend auf jeden Fall! Godehard Ruppert liest Schwitters, der Verein Neues Palais und ein Rotary-Club veranstalten den Abend um das verwirrende Werk des hannöverschen Allsparten-Künstlers. Dessen „Worte verhallen“ in den Hallen von Rupp + Hubrach, aber doch hoffentlich nicht ungehört, das wäre einfach ungehörig. Vorgeschmack gefällig? Bitteschön: „ A.M.“ Er fiel in einen Narrenstall. Da rauscht ein zäher Wasserfall. Da sank ein zäher Gummiball. Er aß von seinem Widerhall. Da gab er seinen zähen Knall. Wer gab da seinen zähen Knall? Der zähe Gummiwasserfall? So endete der zähe Prall Im allgemeinen Knall und Fall: Von Arp und Merz in diesem Fall. So springt ein zäher Wasserball.

Die Serenade in der Bedeutung als heitere Abendmusik unter freiem Himmel hat im angeblichen Hochsommermonat Juli ihre beste Zeit. Auch in Schloss Seehof: der erfahrene Musiker und Veranstalter Karlheinz Busch lädt vom 24. bis 28. zu hoffentlich lauschigen Abenden ein. Den Anfang macht German Hornsound – vier exzellente Hornisten feiern mit Martin Neubauer als Sprecher die Jubilare Wagner und Verdi in „Siegfried und Violetta“ nach Herbert Rosendorfer. Einen Tag später erklingt Fado, die sehnsüchtige Musik Portugals mit Fado Sul. Daniela Bauer und ihre Gitarristen lassen vor allem Stücke von Amália Rodrigues hören. Am Freitag abend kommt barocke Musik in den barocken Garten: das Trio Aureum und Symphonikerin Ursula Haeggblom, Flöte, erfreuen mit Musik aud dem Italiens des 18. Jahrhunderts. Der Samstagabend gehört ganz Mozart:

das Bamberger Streichquartett spielt das Konzert für Streicher und Fagott KV191 mit dem Solofagottisten Pierre Martens. Ferner das Tristanquartett, und dann darf auch die „Kleine Nachtmusik“ nicht fehlen. Romantisch wird es am Sonntag um 11.00 Uhr, wenn Harfe und Flöte musizieren und Michael Nowack zum Jean Paul-Jubiläum aus dessen Werken liest – bevor am Abend noch einmal das Bamberger Streichquartett „Musik zum Träumen“ verspricht.

Der fliegende Holländer cinestar do, 25.7.2013, 17.00 Uhr Wieder keine Karten für die Eröffnungspremiere der Bayreuther Festspiele bekommen? Tja, Bundeskanzlerin müsste man sein. Oder man geht einfach ins Kino – das die Premiere live auf der großen Leinwand mit bestem Klang überträgt. Übrigens: die Sitze sind dort auch bequemer! [hb]

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bamberger kulturleben die ZWIEBEL 7/2013

600 Bamberger für den „Himmelsgarten“ Dazu gehört Mut, und Engagement für die Weltkulturerbestadt: Über 500 Laiensänger führen am 19. Juli in der Stechert Arena gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern die „Carmina Burana“ auf. Der Erlös des Benefizkonzertes mit Carl Orffs bekanntestem Werk kommt der Restaurierung des angegriffenen „Himmelsgartens“ der Klosterkirche St. Michael zugute.

Die Gedenktafel in der Hainstraße erinnert an die Zusammenarbeit von Carl Orff und Michel Hofmann

Die „Carmina Burana“ sind so etwas wie ein One-Hit-Wonder. Im Juni 1937 haben diese „Lieder aus Benediktbeuern“ Carl Orff auf einen Schlag berühmt gemacht, und die „Carmina“ sind bis heute Orffs populärstes Werk geblieben. Selbst Musikenthusiasten müssen lange nachdenken, bis ihnen, abgesehen von den Kompositionen für Kinder, ein zweites Opus aus der Orff‘schen Werkstatt einfällt, die lange Jahre in München stand.

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Zu Bamberg besteht eine erstaunliche Verbindung, denn es war der 1903 in Waischenfeld in der Fränkischen Schweiz geborene Michel Hofmann, mit dem sich Orff zusammentat, um eine Auswahl an zwei Dutzend Liedern für sein Opus magnum zu treffen. Hofmann wirkte damals im Bamberger Staatsarchiv. Ein reger Briefverkehr zwischen München und der Backsteinvilla in der Bamberger Hainstraße, in welcher Orff bisweilen zu Gast war, belegt die intensive Arbeit auch in Fragen der Übersetzung und der Illustrati-

Foto: Henning Brandt

Die „Weltlichen Gesänge für Soli und Chor mit Begleitung von Instrumenten und mit Bildern“, wie die „Carmina“ im Untertitel heißen, fußen auf einer Sammlung mittellateinischer, mittelhochdeutscher, altfranzösischer und provenzalischer Texte und Tanzlieder, die in durchaus derbem Ton das Fressen, das Saufen, die Liebe und das Spiel feiern. Die Handschrift hat man 1803 in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuern entdeckt.


die ZWIEBEL 7/2013 bamberger kulturleben

Chordirigent Michael Gläser: „Ein wunderbares Experiment“ Mit dem Chor der Bamberger Symphoniker hat Michael Gläser bereits Haydns „Jahreszeiten“ eingespielt. Nun wagt sich der Professor der Münchner Musikhochschule an Orff, mit einem Chor, der überwiegend aus Laien besteht. Ein Wagnis, gewiss, aber wie Gläser im Gespräch versichert, zugleich eine spannende Sache, ein „wunderbares Experiment“, die Mitglieder aus verschiedenen Chören zusammenzubringen. An zwei Probenwochenenden will er das schaffen. Einer seiner Studenten wird dabei, was ihn besonders freut, am Klavier sitzen. „Klanglich, textlich, sprachlich, rhythmisch“ will er mit den Sängern an den „Carmina“ arbeiten. Der Rhythmus, der sich wunderbar mit dem Text verbinde, sei der „zentrale Gedanke“. Gläser spricht sogar von „Extase“, von „groove“, und erinnert an den „Bolero“. In der knappen Freizeit geht er gern in die Berge und an die Seen, besucht seine Familie in Leipzig. Sein Sohn ist, wie der Vater früher auch, Thomaner. Und gab soeben ein Privatkonzert für den Papst, in der Sixtinischen Kapelle.

on der Partitur, für die Hofmann sich die Figur eines Laute spielenden Scholaren aus dem Chorgestühl des Heinrichsdoms wünschte. Orff hingegen plädierte für das bekannte Rad der Fortuna und setzte sich damit durch. Die „Carmina“ sind ein Fest vor allem für die Schlagwerkgruppe. Aber auch für den Chor, der sich in deklamatorischer Wucht, in eher zarten Passagen, die an den Gregorianischen Gesang erinnern, und in ausgelassenen Liedern in der Schenke entfalten darf. Über 500 Sänger aus Stadt und Land werden sich in der Bamberger Aufführung diesen Herausforderungen stellen. Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Chefdirigent Jonathan Nott, den Chor aber wird Michael Gläser, der lange dem Chor des Bayerischen Rundfunks vorstand, einstudieren.

Gerätemuseum des Coburger Landes Alte Schäferei 2 96482 Ahorn

10. Schaffest Gerätemuseum Ahorn Sa., 20. & So., 21. Juli 2013 10 bis 18 Uhr Mit der Vereinigung Oberfränkischer Schafhalter, dem Ziegenzuchtverband Oberfranken und dem Kreisverband der Rassekaninchenund Rassegeflügelzüchter Coburg. Feierliche Eröffnung am Samstag, um 11 Uhr. Kinderprogramm: Korbtheater Alfred Büttner „Tom das Schaf“ und "Der kleine Rabe Socke" (jeweils um 14 und 16 Uhr) Züchterabend im Schafstall Samstag, 20. Juli, ab 19 Uhr. Der Eintritt auf das Gelände kostet für Erwachsene 2,- €. Für Kinder ist der Eintritt frei.

Zu den „Carmina“ äußerte sich Orff 1970, es sei ihm nicht auf die Musik angekommen, „sondern auf die geistige Kraft, die hinter diesen Texten steht“. Orff wollte, dass die „abendländische Kraft dieses Dichtwerkes bindend verstanden wird und dass dies wieder bindend wirkt“. [jg] Karten für das Benefizkonzert sind noch ­erhältlich über den bvd, Lange Straße Tel. 9 80 82 - 20 www.bvd-ticket.de

17 www.geraetemuseum-ahorn.de


gelauscht die ZWIEBEL 7/2013

Gelauscht Juli 2013

zu verzeichnen. Und nach den Festivalshows im Sommer, der großen Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz im Herbst, gibt es noch einen weiteren Grund zu feiern. Ende Dezember steht das 20jährige Bühnenjubiläum von Gentleman im Kölner Palladium auf dem Programm. [fk]

Rantanplan Gentleman New Day Dawn Universal Music

Der 1974 geborene und in Köln aufgewachsene Tilmann Otto, besser bekannt als Gentleman, ist der wohl erfolgreichste deutsche Sänger zwischen Reggae und Dancehall. Mit dem Chartbreaker „New Day Dawn“ präsentiert er aktuell sein sechstes Studioalbum. Mehr denn

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je sind die darauf enthaltenen Stücke in Eigenregie entstanden, sehr persönlich gehalten und auch von Gentleman co-produziert worden. Im Ergebnis gibt es einen Mix aus Roots-Reggae, Dancehall, Pop und HipHop zu hören. Da sind Platin-Verkäufe und ausverkaufte Shows vorprogrammiert. Trotzdem hat das Album mit „Memories“ oder „“You Remember“ durchaus auch bemerkenswerte Momente abseits des Mainstream

Pauli Hamburg Allstyles/ Sony Music Hier handelt es sich nicht um den Hund aus der Lucky Luke-Comicreihe, sondern um die wohl bekannteste Hamburger Skapunk-Band. Mit ihrem mittlerweile achten Album liefert das Sextett um

Mastermind Torben eine knackige Hommage an seine Heimatstadt ab. Ihre deutschsprachigen Lyrics lassen sich prima mitsingen (z.B. „Natural Born Altona“ oder das grossartige, von Hafen-Romantik geprägte „Schlepper“) und haben genügend gesellschaftlichen Tiefgang. Rantanplan beherrschen die gesamte Bandbreite zwischen politisch, persönlich, zynisch und ironisch. Zusammen mit den musikalischen Eckpfeilern Ska, Punk, einer Prise Pop und Metal ergibt sich da eine knallig bunte Mischung, die gleichermaßen zum Nachdenken und

zur Party animiert. Unterhaltung und Ernst, den eine von Deutschlands beliebtesten Live-Bands jetzt im Tao-Studio ihres ehemaligen Schlagzeugers aus der Taufe gehoben hat. [fk]

Lord Mouse And The Kalypso Katz Go Calypsonian Piranha Musik/Alive Die über weite Teile der Karibik verbreitete Volksmusik Calypso wurde hierzulande vor allem durch Harry Belafonte bekannt. Jetzt belebt die 17-köpfige, aus 7 Nationen stammende Band Lord Mouse And The Kalypso Katz (Wahlheimat

Berlin) diesen alten Sound wieder neu. Auf ihrer Debüt-CD interpretieren sie in insgesamt 12 Stücken zwischen „Monkey Bop“ und „Dream Of A Jungle Cat“ sehr zeitgemäß diese Musik, die durch Interpreten wie Mighty Sparrow oder Calypso Rose nach wie vor internationale Beachtung findet. „Go Calypsonian“ ist durchweg tanzbar, die partyfreundliche Energie der Band funktioniert auch auf CD ausgezeichnet. So entführen uns der US-Amerikaner Lord Mouse und seine Kalypso Katz mit schwingenden Beats und massiven Bläsersätzen mitten hinein in das 2013 bisher so schmerzlich [fk] vermisste Sommerfeeling.

Kellerkommando Dunnerkeil (Downbeat Records/ Warner Music Sie machen Volksmusik bzw. Volxmusik, das Kellerkommando aus Franken. Gegründet 2009, um Rapper Ali As 2010 erweitert, legt das Septett um Sänger/ Akkordeonist David Saam nach der EP „Mondscheinbrüder“ (2012) jetzt sein Debütalbum „Dunnerkeil“ vor. Nach wie vor prallen bei den 14 deutschsprachigen/fränkischen Titeln zwischen „Kellerkommando“ und „Dunnerkeil!“ Gegensätze aufeinander: Traditionelle

fränkische Volksmusik, urbane Hip HopBeats, Ska, Klezmer und Balkan-Einflüsse. Die Verschmelzung von ´Kernkompetenz Volksmusik´ und ´Globalisierter Welt´ gelingt ihnen insgesamt durchaus anspruchsvoll. Draußen kommt ihre Art von Unterhaltungsmusik auf jeden Fall bestens an, das Kellerkommando gehört schon länger zu den Stars der ´Neuen Bayerischen Volksmusik´ neben Django 3000 und La Brass Banda. Jetzt bleibt nur abzuwarten, wie lange der Hype darum andauert. [fk]

Tim Bendzko Am Seidenen Faden Sony Music


die ZWIEBEL 7/2013 gelauscht

Foto: Paul Ripke

2011 als Newcomer gestartet, wurde der junge Berliner bereits mit seinem Debütalbum „Wenn Worte Meine Sprache Wären“ und der dazugehörigen Hitsingle „Nur Noch Kurz Die Welt Retten“ zum Star. Für das Album gab es Doppelplatin, Time Bendzko gewann u.a. den Bundesvision Song Contest, die 1 Live Krone und den MTV Europe Music Award. Trotzdem gönnte er sich kaum eine Pause und nahm mit „Am Seidenen Faden“ sein zweites Album auf. Musikalisch setzt er dabei weiterhin auf hochwertiges Songwriting in deutscher Sprache, kombiniert mit Gitarre, Klavier und HipHop-Beats. Nicht nur bei der eingängigen Singleaus-

kopplung „Am Seidenen Faden“, sondern auch mit den restlichen 13 Stücken klingt Tim Bendzko gereift und macht so nochmals einen Schritt nach vorn. [fk]

The Rape of Lucretia Benjamin Britten VIRGIN CLASSICS Wagner und Verdi, ja, ja, um die kommt man in diesem Jahr nicht herum. Da ist aber noch, beispielsweise, der im November 1913 in Lowestoft an der äußersten östlichen Spitze Englands geborene, 1976 wenige Kilometer küstenabwärts gestorbene Benjamin Britten. Dort, in der ländlichen Idylle Suffolks, begründete Britten 1948 gemeinsam mit seinem Partner, dem Tenor Peter Pears, das Aldeburgh Festival. Der Livemitschntt von Brittens Kammeroper „Die Schändung der Lucretia“ (1946) ist vor zwei Jahren in Aldeburgh entstanden. Am Pult steht der dort lebende, also nicht nur mit Brittens Klanglandschaft vertraute Komponist und Dirigent Oliver Knussen. Die Titelrolle singt die Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager – sie wird im September bei der Sommer Oper Bamberg einen Meisterkurs halten – die einzig wirkliche Arie dieses Zweiakters,

die Partie des „männlichen Chores“ (eher ein Erzähler) hat der fulminante Tenor Ian Bostridge übernommen. Bostridge belebt die anspruchsvollen Rezitative und Ensembles an der Seite des weiblichen Chores, der Sopranistin Susan Gritton, mit einer herben Dramatik, die einen erschauern lässt, das zwölfköpfige Orchester begleitet präzise und frisch.

Im sehr umfangreichen, dreisprachig gehaltenen Beiheft findet sich neben dem vollständigen Libretto (es stammt von dem afrikanischen Lyriker und Dramatiker Ronald Duncan) ein informativer Essay von Colin Matthews, der in den frühen Siebzigern noch mit Britten selbst in Aldeburgh zusammengearbeitet hat. Gerade wer Belcanto mag, wird „Lucretia“ nicht jeden Tag hören wollen. Umso größer das Verdienst dieses Geschenks

zum Jubiläumsjahr. Freunde düsterer Geschichten kommen sowieso auf ihre Kosten. [jg]

Clarimonia@ twilight clarimonia bremen radiohall records Fin de siècle – Zeit des Umbruchs. Auch musikalisch, wie auf der neuen, der vierten CD des Klarinettentrios Clarimonia zu hören ist. Überwiegend weniger bekannte Namen, von dem noch sehr klassiknahen Hummel bis zu den verwobenen Reibungen eines J. Frank Frysinger, bieten einen interessanten Querschnitt einer undurchsichtigen Zeit. Licht ins Zwielicht bringen die klaren, sauber intonierten Klarinetten und Bassetthörner, die Jochen Seggelke, Bernhard Kösling und Ekkehard Sauer präzise und mit feiner Dynamik erklingen lassen. Zwischen schneidender Schärfe und weichem, bärigem Brummeln kommen die Klangfarben bestens zur Geltung. [hb]

Bayreuther Festspiele:

Der fliegende Holländer Nur am 25.7. um 17 Uhr Zum ersten Mal im Kino: Die Wagner-Festspiele mit exklusivem Vorprogramm!

19 Infos und Karten unter cinestar.de


paarweise die ZWIEBEL 7/2013

Die Magie alter B端cher

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die ZWIEBEL 7/2013 paarweise So oder so ähnlich muss sich der spanische Bestsellautor Carlos Ruiz Zafón seinen „Friedhof der vergessenen Bücher“ vorgestellt haben – innerhalb der historischen Gemäuer reiht sich ein Raum an den nächsten, die Wände sind vollgestopft mit Büchern bis unter die Decke – es sind so viele, dass auch Robert Lorang ihre Anzahl nur schätzen kann: „Vielleicht 60.000, 70.000…“ Das Antiquariat Lorang in der Karolinenstraße 1 zählt zu den größten in ganz Bayern – und vermutlich ist es auch das schönste: Die Räume mit den knirschenden Holzböden atmen Geschichte – so wie auch die Bücher, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Dort, wo Mitte des 19. Jahrhunderts noch Gewürze in der alten Bamberger Drogerie „Rothkeppel“ verkauft wurden, stehen heute Klassiker der Weltliteratur als Erstausgabe genauso im Regal wie eine englischsprachige Sonderedition von Charles Dickens neben historischen

Bänden über technische Errungenschaften des 19. Jahrhunderts. Räumlichkeiten und Bücher sind so einzigartig, dass sie gern als Filmkulisse genutzt werden – wie etwa in Geißendörfers „In der Welt habt ihr Angst“ oder dem Frankenkrimi „Bamberger Reiter“. Bereits 1989 eröffnete Robert Lorang (unten) mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau Petra sein erstes Antiquariat am Bamberger Maxplatz. Der gebürtige Luxemburger studierte damals Kunstgeschichte und Volks-

Fotos Anny Maurer:

Alte und ganz alte Schätze lagern gut geschätzt hinter Glas

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paarweise die ZWIEBEL 7/2013 Prachtstücke: die alte Kasse hat Mitarbeiterin Brigitte Schneider noch etliche Jahrzehnte voraus

kunde, seine aus Nürnberg stammende Frau ebenfalls Volkskunde und Germanistik. Weitere Läden in der Austraße und am Katzenberg folgten, bis sie 1997 ihr jetziges Quartier in der Karolinenstraße bezogen. Der historische Ausleger an der Häuserfassade – bereits in Szene gesetzt für den Sams-Film und einst Zierde eines Wirtshauses – ist eines der vielen geschichtsträchtigen Unikate, die das Antiquariat Lorang beherbergt. Derzeit ältestes Werk ist eine Kirchenordnung aus dem Jahr 1585, doch Robert ­Lorang erinnert sich noch an deutlich ältere „Bewohner seiner Bücherregale“: „Wir waren beispielsweise einige Zeit im Besitz der Schedel’schen Weltchronik aus dem Jahre 1493 – mit zahlreichen Holzschnitten – der Wert dieses Buches lag damals bei 70.000 Mark.“ Kostbarkeiten, die manche Begehrlichkeiten wecken – ungern erinnern sich die Lorangs an einen „Langfinger“, der zwei Bände des Kupferstechers Matthäus Merian aus dem 17. Jahrhundert „mitgehen“ ließ. Solche Schätze befinden sich normalerweise in verschlossenen Glasvitrinen – doch durch eine Umräumaktion lagen die beiden Bücher eine halbe Stunde unbeaufsichtigt – eine „günstige“ Gelegenheit für den Dieb, sich um die jeweils 5.000 Euro teuren Werke zu bereichern.

Treffpunkt für Touristen wie für Sammler Doch solche „Kunden“ sind zum Glück die Ausnahme im Antiquariat Lorang – weshalb die Klientel nicht weniger interessant ist, ganz im Gegenteil. „Ein Großteil unser Käufer sind natürlich die Touristen“, berichtet das Ehepaar. Vor allem der Sommer ist die umsatzstärkste Zeit, angelockt von Reiseführern, Geschenkbänden und BambergPostkarten landen zahlreiche Urlauber in dem schönen Geschäft. Wer ein wenig Zeit und Muße hat, geht dann gerne auf Entdeckungsreise, bewundert antike Stiche, bestaunt alte Notenhefte und Zeitschriften und begutachtet das unglaubliche Sortiment an vor allem historischen Kunst-, Belletristik- oder Geschichtsbüchern. Dann gibt es natürlich die Sammler unter den Kunden, die bestimmte Werke suchen und meistens auch finden, wie beispielsweise Herr Schnabel. Der ehemalige Lehrer ist einer der ältesten Kunden des Antiquariats und kommt regelmäßig vorbei, um neue alte Bücher zu entdecken, in denen er meistens gleich im Laden schmökert. Oder Juwelier Er-

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Zwischen Grimms Märchen und John Irving liegen die Favoriten von Petra Lorang


Hübscher

die ZWIEBEL 7/2013 paarweise hardt aus der direkten Nachbarschaft, der sich gerne nach Feierabend in einem der Sessel niederlässt und verschmitzt fragt: „Gehe ich recht in der Annahme, dass man hier lesen und dabei einschlafen darf?“ Dass die Menschen sich im Antiquariat Lorang so wohl fühlen, liegt nicht zuletzt auch an Brigitte Schneider – sie ist als Mitarbeiterin am längsten dabei und betreut vor allem im vorderen Laden die Kundschaft. Ein ebenfalls hochgeschätzter Kollege ist Ulrich Simon. „Unser Internet-Experte – er recherchiert, beobachtet den Markt und kennt sich bestens aus.“ Wer nun jedoch denkt, dass Robert Lorang seine Bücher hauptsächlich über das Internet bezieht, irrt gewaltig: In der Regel kauft der Antiquar seine Bücher nur von Privatleuten, vorzugsweise aus Nachlässen. Eine weitere Fundgrube für Bücherschätze sind – und waren vor allem in den 90er Jahren – die neuen Bundesländer.

Das Ehepaar Lorang lebt so in seiner Bücherwelt, dass es selten daraus auftaucht: „Wir reisen zwar gerne mal nach Florenz, Paris oder Venedig – doch höchstens ein paar Tage. Länger lassen wir unsere Bücher ungern allein.“ Da erübrigt sich die Frage nach weiteren Hobbys fast – denn natürlich lesen die beiden leidenschaftlich gerne. Petra Lorang, die Märchenexpertin, schmökert gerne bei den Gebrüdern Grimm, doch ihr Lieblingsautor ist John Irving, vor allem das Buch „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ könnte sie immer wieder lesen. Ihr Mann Robert lässt sich dabei auf nichts festlegen – obwohl er Reiseliteratur ganz besonders schätzt. Seine Art, durch die Welt zu reisen und doch immer in der Nähe seiner geliebten Bücher zu bleiben. [sb]

Live

Buchvorstellung & Lesung mit Tanja Kinkel am 18.07. Tanja Kinkel liest aus ihrem neuen Roman “Verführung”

Beginn: 20 Uhr Eintritt: € 9,-Schüler & Studenten € 6,-Veranstaltungsort: Hübscher Buch & Medienhaus Kartenvorverkauf: Hübscher Buch & Medienhaus & BVD Kartenservice

Verführung: Italien im Rokoko: in einer Welt aus Regeln, die für den Adel nicht galten. Als Venedig wie das Bangkok unserer Zeit war, war Vergnügungssucht das oberste Gebot. Zwei junge Menschen beschließen ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Angiola Calori muss dafür zum Kastratensänger Bellino werden, feiert erste Erfolge, als sie auf Giacomo Casanova trifft, der sich auf Anhieb in sie verliebt, auch weil er sich nicht vorstellen kann, dass sie keine Frau sein soll. Beide fordern einander auf eine Weise heraus, wie es keiner von ihnen vorher erlebt hat, und ihr Zusammenprallen wird sie für immer verändern… Tanja Kinkel: Geboren 1969 in Bamberg, gewann bereits mit 18 Jahren ihre ersten Literaturpreise. Sie studierte in München Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft und promovierte über Aspekte von Feuchtwangers Auseinandersetzung mit dem Thema Macht. Tanja Kinkels Romane wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt.

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Buch & Medienhaus seit 1868


gelesen die ZWIEBEL 7/2013

Gelesen Juli 2013

MORGEN VIELLEICHT JESSICA SOFFER Kein & Aber, 19.90 € Mit leichter Hand erzählt die amerikanische Autorin von Lorca und Victoria, ihren Familien, ihren Ängsten, Wünschen und Bedürfnissen und sie streift – ganz nebenbei – die Themen Tod, Selbstzerstörung, Lebenslüge und Einsamkeit. Doch dies ganz ohne Pathos oder Selbstmitleid. Die beiden Hauptpersonen und IchErzählerinnen könnten Großmutter und Enkeltochter sein und für einen Augenblick sieht es auch so aus, als wäre dies die Geschichte einer glücklichen, wenn auch späten Zusammenführung einer Familie. Doch dies wäre zu offensichtlich, zu voraussehbar. Victoria verbindet mehr

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mit Lorca. Auf Umwegen finden sie zueinander, kochen gemeinsam, nähern sich über die Gerichte und die Zubereitung der Speisen an und stellen fest, dass sie

beide auf der Suche nach Antworten auf Fragen sind, „die man nicht einfach so stellen kann.“ Jessica Soffer hat eine sinnliche Erzählweise. Der Leser meint, zwischen den Zeilen die Aromen der Gewürze und Zutaten riechen zu können. Doch die Geschichte ist soviel mehr als nur eine Verpackung rund um die orientalische Küche. Sie erzählt von den Themen des Lebens, die jedem Individuum täglich begegnen oder Teil der eigenen Geschichte sind. [bp]

ÜBER BOXEN JOYCE CAROL OATES Manesse, 19.95 € Was fasziniert diese Autorin, die über 300 Erzählungen, 40 Romane, Jugendbücher, Lyrik und Theaterstücke geschrieben hat, am Boxen? Joyce Carol Oates veröffentlichte 1987 verschiedene Essays zu diesem Sport, der für sie im ei-

gentlichen Sinne kein Sport ist. Sie lernte Boxen über ihren Vater kennen, der sie zu den Kämpfen mitnahm und sie entdeckte: „Jeder Boxkampf ist eine Geschichte – ein einzigartiges und bis zum Äußersten verdichtetes Drama ohne Worte.“ Ihre Essays und Portraits der Boxer Mike Tyson, Muhammed Ali, Jack Johnson, Joe Louis und Max Schmeling zeugen von einer tiefgreifenden Kenntnis dieser Sportart. Sie geht auf deren Geschichte ein,

beschreibt ihre Entwicklung und formuliert zugleich die Faszination, die von ihr ausgeht. Insbesondere die der Boxer, die sie begleitet, interviewt und ihre Kämpfe unmittelbar miterlebt hat. Sie richtet den Blick auf sich und auf das Publikum, beschreibt die Euphorie, die sich bis zur Hysterie steigern kann. „Über Boxen“ ist ein wunderbares Buch, das frei ist von intellektueller Überheblichkeit und zugleich die Faszination dieser Sportart in Worte fasst: „Das Leben gleicht dem Boxen in vielen beunruhigenden Beziehungen. Aber Boxen gleicht nur sich.“ [bp]

LOGBUCH EINES UNBARMHERZIGEN JAHRES CONNIE PALMEN Diogenes, 21,90 € Dieses Leiden ist fair, sagt Connie Palmen. „Es ist eine Nachzahlung. Es ist der Tribut für diese Liebe, dieses Glück.“ 48 Tage nach dem Tod ihres zweiten Mannes, dem Politiker Hans van Mierlo, beginnt die Autorin dieses Logbuch zu schreiben. Sie verzichtet bewusst auf die Bezeichnung „Tagebuch“, denn das Log misst die Tiefe des Kummers, seine Geschwindigkeit und erlaubt ihr, einige Tage, gelähmt von dem Schmerz um den Verlust, untätig zu sein. Sie gewährt Einblicke in ihre emotionale wie physische Sehnsucht nach dem Mann, ohne den sie sich „kahl und verstümmelt fühlt.“ Sie ruft sich die letzten Tage in Erinnerung, die sie an der Seite ihres Mannes im Krankenhaus verbrachte, liest die Texte anderer Schriftsteller über den Tod eines geliebten Menschen, wird mit

den Todesfällen enger Freunde und Familienmitglieder konfrontiert. Trauer ist so individuell wie die Liebe selbst und ist nicht vergleichbar. Während sie an dem Logbuch schreibt, begleitet sie die Tochter ihres Mannes in den Tod, die gut ein Jahr nach ihrem Vater stirbt und mit der sie eine enge Beziehung verband. Sie schreibe gegen das Vergessen, so Connie Palmen. Ihre Aufzeichnungen berühren, bewegen und werden in Erinnerung bleiben. [bp]

KRÄHEN CORD RIECHELMANN MATTHES & SEITZ, 18,00 € Wer an Krähen denkt, oder an Raben, und in der angloamerikanischen Lyrik bewandert ist, dem fallen auf Anhieb mindestens zwei Gedichte oder ganze Gedichtbände ein, die sich mit diesen Vögeln befassen: Ted Hughes‘ Aus dem Leben und den Gesängen der Krähe, dann die wunderbare „Schneeflocke“ von Robert Frost und naturgemäß „Der Rabe“ von Edgar Allan Poe. Ursprünglich hatte, wie aus Riechelmanns an solchen Trouvaillen wirklich immens reichen Portrait zu erfahren ist, Poe an einen Papageien gedacht. Da dessen bunte Federn und auch die Gesten nicht zu der tief melancholisch gefärbten Stimmung des Gedichtes passen, hat er den Papageien verworfen und mit seinem


die ZWIEBEL 7/2013 gelesen „Raben“ einen Bezugspunkt geschaffen, der bis in die Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts, etwa bei Antonin Artaud, wirkte. Für diesen ersten Band der von der Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky betreuten Reihe „NATURKUNDEN“ ist Riechelmann tatsächlich der Mann. Er stammt aus einem

niedersächsischen Jägerhaushalt, gilt als der „einzige wirkliche Tierjournalist“ (Jakob Augstein) hierzulande, hat Biologie und Philosophie studiert und fünf Kontinente bereist, um zwanzig dieser unglaublich klugen Vögel vorzustellen. In Toronto werfen sie Nüsse auf die Straße und delektieren sich an der Frucht, nachdem Autos sie geknackt haben. Mythos, Kulturgeschichte und Naturwissenschaft werden eins. Äsop, Wagner, Konrad Lorenz, Martin Kippenberger und Marcel Beyer werden genauso berücksichtigt wie eigene Beobachtungen zwischen München und Mexiko. Rabenschwarz sind – wie auf feinen Illustrationen zu sehen ist – nicht alle Krähen. Der Grünhäher des Rio Grande könnte glatt als Papagei durchgehen. [jg]

Der katholische bulle Adrian McKinty suhrkamp, 19,95€

Nachdem mittlerweile jede schwedische Kleinstadt ihren eigenen kauzigen Kommissar haben dürfte, ist das Genre Schwedenkrimi möglicherweise reif für eine Ablösung. Mit „Der katholische Bulle“ bewirbt sich ein Land um die Nachfolge, das gegensätzlicher nicht sein könnte: der Krimi von Adrian McKinty spielt im Nordirland des Jahres 1981. Die Menschen schlagen sich wieder einmal der Religion wegen den Schädel ein, tiefstes Misstrauen gegenüber der jeweils anderen Seite durchzieht das Land.In diesem Klima wird Detective Sergeant Sean Duffy nach Belfast versetzt – als Katholik in den protestantischen Polizeiapparat im Brennpunkt der Stadt. Für die einen ein Spion, für die anderen ein Verräter. Sein

VWA Nürnberg – Zweigakademie Bamberg Der Weg zum Erfolg – auch ohne Abitur Weiterbildung ist das A und O für beruflichen Erfolg. Die VWA Nürnberg bietet Ihnen berufsbegleitende Studiengänge an - eine attraktive Möglichkeit, die eigene Karriere zu fördern. Mit der VWA Nürnberg haben mehr als 7.000 Studierende die Chance für ihren beruflichen Aufstieg genutzt. Berufstätige, die sich nach abgeschlossener Berufsausbildung weiterbilden wollen, können sich in einem sieben-semestrigen Abendstudium für Führungsaufgaben qualifizieren. Praxiserfahrene Hochschullehrer und wissenschaftlich ausgebildete Praktiker vermitteln vertiefte Kenntnisse in Wirtschaftswissenschaften, systematische Grundkenntnisse im Privatrecht und im Öffentlichen Recht sowie Methoden für das Erkennen und Lösen von Managementproblemen. Die Zulassung zu allen Studiengängen ist auch ohne Abitur möglich. Erforderlich ist Mittlere Reife oder Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen kaufmännischen Ausbildung und einer anschließenden etwa einjährigen Praxis. Nähere Informationen unter

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Studium neben dem Beruf erster Fall scheint zunächst unpolitisch, doch schnell bemerkt man, dass in dieser Zeit nichts unpolitisch ist. Auch dieser Fall nicht, und so findet sich Duffy in der Ermittlung zwischen den Fronten. Neben einer spannenden Story überzeugt der Roman vor allem durch die anschauliche Schilderung des gesellschaftlichen Klimas im Bürgerkrieg. Man schaut mit dem Ermittler routinemäßig vor der Abfahrt unter das Auto, es könnte eine Bombe darunter sein. Und durchleidet mit ihm die Tristesse eines Privatlebens, das im Nordirland der Achtziger keine Freude macht. Das ist der Unterschied zum Schwedenkrimi: dort ist wenigstens das Milieu schön. [hb]

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lebenswertes die ZWIEBEL 7/2013

Los, komm: Lesen!

Gegen seine Schwestern hat Ömer Özbek schlechte Chancen. Die vierjährige Nisa ist blind und braucht viel Zuwendung. Und die eineinhalbjährige Maide nimmt sich die Aufmerksamkeit, die sie braucht, mit kindlichem Trotz. Ömer dagegen geht oft leer aus. Der Siebenjährige ist ruhig und zurückhaltend.

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die ZWIEBEL 7/2013 lebenswertes

Stolzer Leser: Ömer zeigt sein Lieblingsbuch mit OriginalSams von Paul Maar

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Außerdem weiß er, dass Papa Cuma (43) Schicht arbeitet und oft müde ist. Mama Derya (36) dagegen hat mit den drei Kindern, dem Haushalt und den vielen Arztterminen der blinden Nisa alle Hände voll zu tun. Trotzdem tischt sie Johanne Scharnick bei ihren Besuchen immer Tee und Gebäck auf. So viel Zeit muss sein.

Fotos: Anny Maurer

Seit einem Jahr klingelt die Mitarbeiterin der Universitätsverwaltung Woche für Woche an der Eingangstür der Mietwohnung im vierten Stock. Drinnen zieht sich die 50-Jährige die Schuhe aus und läuft durch das spärlich eingerichtete Wohnzimmer in den Raum, den Ömer und Nisa sich zum Schlafen teilen. Wenn Johanne kommt, wirft Ömer ein paar Kissen auf den Boden und macht es sich dort mit seiner Lesefreundin gemütlich. Mal liest Johanne vor, mal liest Ömer. Und manchmal, wenn sie vorher fragt, darf Nisa dabei auch zuhören. Das Projekt „Bamberger Lesefreunde“ gibt es seit 2009 in der Domstadt. Die Lesefreunde, allesamt Ehrenamtliche, motivieren durch das so genannte „dialogische Vorlesen“ die

Kinder zum Sprechen. So erweitern und verfestigen die Kinder zwischen drei und neun Jahren ihren aktiven und passiven Wortschatz. Das Buch gibt den Impuls zum Gespräch und der Erwachsene übernimmt die Rolle des aktiven Zuhörers. Er stellt offene Fragen, ergänzt Informationen, bestärkt und motiviert, damit das Kind eigene Ideen und Vorstellungen zur Geschichte entwickelt und erzählt. So verbessern die Kinder – ganz spielerisch – ihre Fähigkeit zu sprechen und zu lesen.

15 Familien nehmen teil Johanne Scharnick ist unter den etwa 75 geschulten Freiwilligen eine Ausnahme. Die 50-Jährige besucht nicht wie der Großteil ihrer Mitstreiter eine Einrichtung, sondern geht zu einer von insgesamt 15 teilnehmenden Familien. „Vorlesen ist eine schöne Sache, die ich kann“, sagt sie und lacht Ömer an. Ihre eigenen Kinder sind mittlerweile fast erwachsen. Vor gut einem Jahr hörte Johanne Scharnick einen Vortrag über den Spracherwerb bei Kindern und war von dem Projekt der Bamberger Lesefreunde sofort begeistert. Einen Monat

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lebenswertes die ZWIEBEL 7/2013 später stellte ihr Projektkoordinatorin Nurşen Ergin die Familie Özbek vor. Seitdem besucht Johanne Scharnick sie regelmäßig. Die türkische Emigrantenfamilie spricht zuhause türkisch. „Das ist auch die Empfehlung der Grundschullehrerin“, erklärt Johanne Scharnick. Die Kinder sollen ihre Muttersprache nicht verlernen. „Deutsch lesen finde ich einfacher als türkisch“, sagt Ömer und greift nach dem Bücherstapel, den Johanne Scharnick bereit gelegt hat. Zielsicher zieht er ein Buch heraus. Es ist „Das Sams“ von Paul Maar, Ömers Lieblingsbuch. Träger der von der Stadt Bamberg geförderten Initiative ist der Arbeiterwohlfahrt-Kreisverband Bamberg Stadt und Land in Kooperation mit dem Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt. Die Stadtbücherei unterstützt den Arbeitskreis, der sich um die Realisierung kümmert. Teilnehmen können alle Kinder – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – in Krippen und Kindergärten, an Kinderbetreuungsorten von Schulen, Integrationskursen und Stadtteiltreffs oder in Grundschulen.

Dank Johanne Scharnicks Besuchen hat sich Ömers Deutsch sehr verbessert. Stolz erklärt der Siebenjährige, dass er dafür in der Schule schon oft gelobt wurde. Auch Mutter Derya ist stolz auf ihren Sohn und tätschelt ihm den Kopf. Der Siebenjährige genießt es, im Mittelpunkt zu stehen. Genau deshalb nahm Derya Özbek auch das Angebot der Arbeiterwohlfahrt Bamberg an. „Zu Nisa kommt jemand zu helfen. Ich wollte auch zu Ömer“, erklärt sie in gebrochenem Deutsch. Drei Mal hatte sie sich schon zu einem Deutschkurs angemeldet. Drei Mal musste sie aus familiären Gründen abbrechen. „Dumm!“ sagt sie und legt sich eine Hand an die Stirn: „Aber nächstes Mal.“ Seit 2004 lebt sie hier. Ehemann Cuma kam bereits 1996 aus dem türkischen Malatya nach Bamberg.

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Johanne Scharnick und Ömer lesen einander abwechselnd vor. Bei schwierigen Worten fragt die 50-Jährige nach, ob der Siebenjährige sie auch verstanden hat. Manchmal schweifen die beiden ab, aber das ist nicht schlimm. Denn hier geht es nicht um ein klassisches Vorlesen, sondern darum, das Kind zum Erzählen anzuregen. Gerade liest Ömer atemlos aus dem Buch


die ZWIEBEL 7/2013 lebenswertes

Gruppenbild mit Buch: Familie Özbek – mit Cousin (rechts) – freut sich über die Lesebegeisterung von Ömer. Und über die Unterstützung von Johanne Scharnick.

„Das Krümelmonster“ vor. „Da ist ein Punkt“, sagt Johanne Scharnick und stupst ihren Schützling an. Der stockt. „Und was machste bei einem Punkt?“, hilft die Lesefreundin nach. „Atmen!“, sagt Ömer und grinst. Er holt kurz Luft und liest dann mit unverminderter

Geschwindigkeit weiter. Johanne Scharnick seufzt und lässt den Siebenjährigen gewähren. Manchmal ist er in seiner Begeisterung nicht zu bremsen. [kk]

Bamberger Lesefreunde – ein Projekt zur Sprach- und Leseförderung Koordinatorin Nurșen Ergin Tel. 09 51 / 87 - 18 74 www.awo-bamberg.de lesefreunde@awo-bamberg.de

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erlebt die ZWIEBEL 7/2013

Erlebt – im Juni 2013

Till Eulenspiegels reimender Enkel „Eulenspiegels 7.6.2013

Enkel“,

Sandschlösschen,

Vor dem wunderbaren Ambiente des Sandschlösschens trat Markus Veith als „Eulenspiegels Enkel“ auf die Bühne, um ein kleines Publikum mit seinem Ein-Mann-Stück im Versmaß zu verzaubern. Eineinhalb Stunden lang reimte die Kunstfigur Erasmus Odysseus sich und seine Zuhörer um den Verstand, denn der Arme kann nur in Gedichtform sprechen. Er erzählte von seiner von Metrik und Lyrik erdrückten Jugend, dem vergeblichen Versuch, als reimender Rebell eine Anstellung zu finden und von seinen tollen Streichen nach dem Vorbild Till Eulenspiegels. Egal ob Einkaufszentren, Fast-Food-Restaurants, Bundeswehr, Internet und Fernsehen – der junge Eulenspiegel hat die menschlichen Absonderlichkeiten mit scharfem Verstand seziert und in Versform gebracht.

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Trotz dieser erstaunlichen Leistung wollte der Funke nicht so recht aufs Publikum überspringen. Vielmehr empfand man die Figur, die hunderttausend Verse im Kopf behalten und dabei der Gesellschaft noch den Spiegel vorhalten kann, als reichlich unsympathisch.

Markus Veith gab sich in seiner Rolle als Eulenspiegels Enkel auch so gar keine Mühe zu gefallen. Ein bisschen menschlicher wurde der Menschenkenner erst, als er vom Tod seiner Gefährtin erzählte. Die hatte ihn – oh Wahnsinn – davor gewarnt, sich zum Bundespräsidenten wählen zu lassen. In den Unruhen nach Erasmus Amtserhebung kam die Arme um. Glücklicherweise legte Eulenspiegels Enkel daraufhin das Amt nieder. Ende gut, alles gut? Natürlich nicht. Ein Eulenspiegel ist nie angenehm. Der Fränkische Theatersommer der Landesbühne Oberfranken kehrt Ende Juli mit mehreren Stücken in Schloss Geyerswörth zurück. Nähere Informationen unter www.theatersommer.de. [kk]

Fête de la Musique Sandgebiet, 21.6.2013 Erster Versuch, 17.00 Uhr: Zusammen mit meinem Mann und meinen beiden Kindern mache ich mich auf den Weg in die Innenstadt. Das große Musikfest, bei dem an jeder Ecke verschiedene kleine Bands spielen sollen, habe ich groß angekündigt. Die Kinder freuen sich, mein Mann ist gespannt. Dann

die Enttäuschung: Lediglich auf der Bühne vor dem Live-Club versuchen die Eurumer Banditen mit ihrer unkonventionellen bayerischen Blasmusik und dazu einer witzigen Show für Stimmung zu sorgen. Rund 30 Menschen hören zu, die wenigen Kinder klatschen begeistert und würden gerne mehr Musik hören. Doch die ist weder auf- noch abwärts der Sandstraße zu finden. Um 18.30 Uhr beenden wir unseren Spaziergang durch das weitgehend leere Musikfest. Scheinbar kommen jetzt erst die ersten Bands und bauen auf. Zweiter Versuch, 21.00 Uhr: Die Kinder sind bereits im Bett, während ich mich noch einmal alleine auf die Fête de la Musique wage. Diesmal habe ich mehr Glück. Schon im Rathaus Geyerswörth empfangen mich nette Fox-Töne, die mich zum Reinschauen bewegen. Der Garten ist voll, die Stimmung gut. Die Sandstraße ist ebenfalls gut gefüllt. Die erste Menschentraube vor dem Schlenkerla scheint sich allerdings mehr für das Rauchbier denn die für die konfusen Gitarrenklänge eines Straßenmusikanten zu interessieren. Am Katzenberg hat die Band bereits wieder eingepackt. Dann, endlich Sandkerwa-Flair im mediterranen Stil: Bei Bier, Pizza, Wein, südländischen Klängen und Reggae genießen die Zuhörer vor der Live-Club-Bühne und nebenan vor der Weinstube Pizzini zum Teil an Bistrotischen den lauen Sommerabend. Hier ist die Fête de


die ZWIEBEL 7/2013 erlebt la Musique in jedem Fall angekommen – das Publikum ist begeistert. Auch in der Fruchtbar bei Deutsch-Rock und im Landschlößla bei Country-Musik herrscht reger Betrieb, während die Zuhörer im Griesgarten um diese Uhrzeit vergeblich auf eine Band warten und lieber gleich wieder gehen.

für jährlich wechselnde Stipendiaten offen. Die Villa ist quasi ein Dreispartenhaus, und das Jubiläum wird über das Jahr verteilt in allen drei Richtungen (Musik, Kunst, Literatur) groß gefeiert. Ehemalige Stipendiaten holt man zurück, sie dürfen aktuelle Arbeiten präsentieren.

Um 22.00 Uhr gehe ich schließlich auch. Jetzt darf eh nur noch in den Kneipen gespielt werden. Die Veranstaltung könnte familienfreundlicher und koordinierter sein, denke ich – vielleicht beim nächsten Mal im nächsten Jahr. [dp]

Lesungen satt gab es in dichter Folge zum Juniausklang, insgesamt deren sieben. Den Auftakt machte am Tag der Sommersonnenwende Arnold Stadler, der 2004/2005 zu Gast an der Regnitz war. Man kennt Stadler als jemanden, der sehr seiner oberschwäbischen Heimat verbunden ist. Der bald Sechzigjährige ist oberhalb von Heideggers Meßkirch im Kuhdorf Rust aufgewachsen, sein bekanntester Roman ist wohl „Mein Hund, meine Sau, mein Leben“. Bisweilen aber zieht es Stadler auch in die Ferne. So hat er in Rom Theologie studiert, hat Feuerland und China bereist, auch zog es ihn an den Hudson River.

LESUNGEN SATT Villa Concordia, 21.6. ff. Wenn so ein Internationales Künstlerhaus, wie es die Villa Concordia ist, etwas zu feiern hat, dann tut es dies richtig. Seit anderthalb Dekaden ist die Bamberger Einrichtung für die Künste, für Kunstfreunde und natürlich

Geschichten aus dem Zweistromland geheißen. Kürzestgeschichten aus SchwäbischMesopotamien sind das, dem Land zwischen Donau und Rhein, geschult im Ton an Johann Peter Hebels Kalendergeschichten. Wie so oft bei Stadler sind diese großartigen Kleinodien autobiographisch eingefärbt, reichen zurück in die Fünfziger Jahre. Schwermütig sind sie, lakonisch, aber auch umwerfend komisch. Der Auftakt zur Jubiläumslesereihe, in der mit Sibylle Lewitscharoff neben Stadler noch die zweite hauseigene Büchner-Preisträgerin der Concordia zu Wort kommen sollte, fand sehr starken Zuspruch. Auch bei Stadler selbst, der glücklich war, nicht nur, weil er viele alte Bekannte traf. So lassen sich Sommersonnenwenden gut an! Und die Concordia darf noch feiern, darf sich selbst feiern lassen, bis in den März kommenden Jahres hinein. [jg]

„New York machen wir das nächste Mal“ hatte Stadler mit an die Regnitz gebracht, 2011 bei S. Fischer erschienen und im Untertitel

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genuss die ZWIEBEL 7/2013

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Foto: Anny Maurer Foto: Anny Maurer

White Russian und Swimming Pool: zwei CocktailKlassiker, gemixt von Andrej Viktrovic Tarasjuk


die ZWIEBEL 7/2013 genuss Mein erster Cocktail war eine Whisky Cola – vermutlich das Armenkind einer guten Cocktailkarte. Zu meiner Entschuldigung: Es gab a) keine Karte, b) keine Alternative und c) keine Bar.

Mit Charme und Shaker Ort der ersten alkoholischen Begegnung war ein Partykeller. Also einer der meist umfunktionierten Hobbyräume im Untergeschoss eines Einfamilien-Häuschens, die ihren Zauber einer Minimalbeleuchtung und noch mehr der Abwesenheit Erwachsener verdankten.

Foto: photocase.de / anpixel

Im schummrigen Licht des Partykellers, nicht selten in unmittelbarer Nähe einer zusammengeklappten Tischtennisplatte und gesta-

pelter Gartenstühle, probte man das Erwachsensein. In diesen Kellern wurde laute Musik gehört, geknutscht und getrunken. Und sich – im Optimalfall draußen – übergeben. Ja, die ersten Begegnungen mit Alkohol waren nicht immer schön. Die ersten Gläser mit Whisky-Cola führten bei mir dazu, dass ich den Sternenhimmel wunderschön fand und ihn unbedingt aus der waagrechten Perspektive betrachten wollte. Leider wählte ich als Liegefläche eine Straße. Glücklicherweise ist nichts passiert. Nur der Kater kam und dauerte den ganzen nächsten Tag. Ein paar Mal haben es die Whisky-Cola und ich noch miteinander versucht. Dann haben wir es gelassen. Für immer.

Tante Trudis Minibar Die Erwachsenen in den 60er Jahren hatten da ganz andere Möglichkeiten: die Minibar im Wohnzimmer. Obwohl: „Mini“ war das nicht, was Tante Trudi da hinter dem Mahago-

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genuss die ZWIEBEL 7/2013

Mittlerweile werden in deutschen Wohnzimmern kaum noch die mit grünem oder rotem Samt ausgeschlagenen Barfächer mit Spiegel geöffnet. Auch Tante Trudis Bar war ein Überbleibsel, das sie jedoch bis in die 90er Jahre

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pflegte und befüllte. Wenn schon, dann stehen heute „richtige“ Bars im Haus. Wer keine Bar im Haus hat, der geht in eine: In Bamberg ist die Auswahl groß und von schick bis chillig ist alles geboten. Das sagen Besa (unten, rechts) und Shpresa – und die müssen es ja wissen. Die beiden Mädels, 28 und 24 Jahre alt, sind regelmäßig in den Bars und Kneipen der Domstadt unterwegs. Am liebsten im „Profil“, einer Bar und Lounge in der Langen Straße. Das in bläuliches Licht getauchte Etablissement gibt es seit zwei Jahren. Klaus Erhardt und Andreas Kern sind die

Betreiber und Andrej Viktrovic Tarasjuk steht hinter der Bar. Der 29-Jährige mixt Cocktails, seit er 17 Jahre alt ist. Das merkt man. Wenn die „Base“ (andere nennen den Aufbau der Getränke, die der Barmixer oder Bartender zum Mixen braucht, auch Barstock) des Deutsch-Russen steht, fliegen die Flaschen wie Vögel in die Luft. „Man zieht sie nur am Flaschenhals nach oben“, erklärt Andrej und flugs fliegt wieder ein Flaschenvogel vorbei. Wenn es schnell gehen muss, mixt der 29-Jährige Cocktails in Sekunden. „Ich denke nicht mehr nach, wo was steht, sondern greife einfach zu“, sagt er.

Fotos: Anny Maurer

niholz der Schranktür verbarg. Eher schon ein Bataillon von Spirituosen, die über Jack Daniels über Likörchen bis hin zu Sherry reichten. Nur „das Sektchen“ musste aus dem Kühlschrank zu der alkoholischen Versammlung beigeholt werden. Gerührt oder geschüttelt wurde selten bis gar nicht. Zumindest in meiner Familie.


die ZWIEBEL 7/2013 genuss

Wildwuchs hinter der Theke Zu einem Job als Barmann oder -frau führen viele Wege. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Beziehungen, Glück oder ein Aushilfsjob: Hinter der Theke mixen viele Menschen, die dort eigentlich nichts verloren haben. Die Deutsche Barkeeper-Union, eine Berufsverband für Barkeeper in Deutschland, versucht, diesen Missstand durch ein zertifiziertes Ausbildungsangebot zu beseitigen. Auch Andrej hat diverse Weiterbildungen besucht. Seiner Meinung nach zeichnet aber vor allem Mundpropaganda einen guten Barkeeper aus. „Wenn es den Leuten nicht schmeckt, kommen sie nicht wieder.“ An diesem Abend kommen keine Beschwerden. Im Gegenteil. Immer mehr Gäste ordern begeistert Andrejs Eigenkomposition: einen

Brose-Basket-Meisterschaftscocktail in RotWeiß. Mich fasziniert dabei vor allem, wie Andrej diese Neuschöpfung binnen Minuten kreiert, sich dabei noch unterhält und die Rezeptur auch eine halbe Stunde später noch abrufen kann. „Eigentlich gibt es für jeden Cocktail, zumindest die Klassiker, eine Rezeptur. Die cl-Einheiten sind genau vorgegeben“, erklärt Andrej. „Schön“, sage ich: „Also kann ich auch mixen?“

Geschüttelt, nicht gerührt Gleich vorneweg: Ich kann es nicht. Cl-Einheiten lassen sich zwar abmessen, aber ein „Dash“ ist schwer zu dosieren. Dash? „Das ist nur ein Spritzer, ein Tropfen“, sagt Andrej. Der Familienvater hat ein Faible für amerikanische Cocktails, die auch Eiweiß oder Mus-

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genuss die ZWIEBEL 7/2013

Auch das Shaken ist nicht so einfach wie es aussieht. Andrej hält den Boston Shaker (über das Unterteil aus Glas wird ein größeres Metallteil gestülpt) genau vor der Brust und schüttelt den Cocktail aus dem Handgelenk. „Warum hältst Du den Shaker nicht weiter oben, das sieht doch besser aus?“ frage ich. „Das ist nur Show und geht in die Arme“, sagt Andrej und lacht. Dann stellt er den Shaker vor mir auf der Theke ab. „Kriegst Du ihn auf?“ – „Nein.“ Der Boston Shaker hält zusammen wie Pech und Schwefel. Erst ein gezielter Schlag von Andrej auf die Kante (alles andere hilft nichts, es muss wirklich die Kante sein) trennt Glas und Becher voneinander. Eine Minute später ist der Cocktail fertig und ich sehe zum ersten Mal, warum der Cocktail Swimming Pool so heißt. Der Curacao Blue schwebt auf einer dünnen Schicht Crushed-Ice (fein gestoßenes Eis) im Glas – wie ein Swimming Pool eben.

Beichtvater Barkeeper

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Während die Leute um ihn herum trinken und feiern, bleibt Andrej nüchtern. „Das vertrage ich nicht mehr“, sagt er und winkt ab. Wenn der Alkohol den

Gästen die Zunge löst, hat Andrej ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Probleme. „Beim Barkeeper ist es so wie bei einem Doktor: Wir haben Schweigepflicht“, sagt der 29-Jährige. Schade. Zu gerne wüsste ich, welche wüsten Geschichten Andrej schon gehört und beobachtet hat. „Ich sage mal so: Ich habe noch nie so viel gesehen wie von meinem Platz hinter einer Bar“, verrät Andrej. Aber mehr auch nicht. Diese Verschwiegenheit macht für ihn ebenso einen guten Barkeeper aus wie seine Arbeitseinstellung und die Hygiene und Qualität der Spirituosen in der Bar. „Ich könnte den Swimming Pool auch über einen Berg CrushedIce gießen. Aber dann ist der Cocktail in zehn Minuten total verwässert und der Gast hat nichts mehr davon.“ Welche Gäste welchen Cocktail bevorzugen, liegt nach Andrejs Erfahrung an deren Alter und Einkommen. Einen Manhattan wie ihn der 37-jährige Marc Chang an diesem Abend im Profil trinkt, genehmigten sich meist nur Menschen mit besserem Einkommen. „Das ist ein klassischer Aperitif aus Whisky und Wermut, ein Shortdrink, da ist nicht viel drin“, erklärt Andrej. Die finanziellen Verhältnisse von Marc Chang konnte ich an diesem Abend nicht mehr klären. Aber für meinen nächsten Besuch in einer Cocktailbar habe ich mir fest vorgenommen, zuerst den Barkeeper bei der Arbeit zu beobachten, bevor ich einen Cocktail bestelle. [kk]

Foto: Anny Maurer

Rote Wand im Glas: der MeisterschaftsCocktail – spontan kreiert

kat enthalten. „Da zählt jeder Tropfen. Wenn man falsch dosiert, bekommt der Gast Durchfall“, sagt Andrej. Solche ausgefallenen Drinks werden im Profil aber so gut wie nie serviert. Hier werden vor allem Klassiker getrunken: Caipirinha, Piña Colada, Swimming Pool oder Sex on the Beach.


die ZWIEBEL 7/2013 lebenswertes

Das Wandern ist des Schülers Frust… Schinkenbrot, Apfelstückchen, Caprisonne und ein Riegel Kinderschokolade kamen in die lederne Butterbrottasche – dazu wetterfeste Kleidung und Schuhe, und auf ging‘s zum Wandertag. Die Kinder liefen den ganzen Tag durch Wälder und über Felder, sangen fröhlich „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ und freuten sich auf die Vesperpause. Ja, die Erinnerung ist ein Paradies… Irgendwann, leicht ergraut und in der Mitte des Lebens, erleben Eltern heute die Wandertagspläne ihrer Sprösslinge, meilenweit entfernt von den eigenen Kindheiterlebnissen. „Dieses Jahr wollten die doch echt wieder auf die Sommerrodelbahn – aber das kennen wir schon in- und auswendig.“ Geiselwind – ganz nett, aber auch schon dreimal erlebt. Dann doch lieber München – „Da gibt es einen ganz tollen H & M, da kann man richtig „powershoppen“ (Achtung: ordentlich Geld mitgeben!).

sik – und falls einem irgendetwas „Wichtiges“ einfällt, schickt man schnell eine SMS an die anderen „Mitwanderer“. Und nicht zu vergessen: Fotos werden natürlich auch gemacht, gaaanz viele – solch eine „Ausbeute“ hätten früher drei Wochen Mallorca nicht zusammengebracht. Und wenn die Schüler dann erschöpft nach Hause kommen, ist noch längst nicht Feierabend: Schließlich wartet Facebook darauf, dass all die schönen Abenteuer gepostet und nachbereitet werden. Damit die Erinnerung nicht so schnell verloren geht und später die Kinder der Kinder sehen können, wie man früher gewandert ist… [sb]

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• erwachsenengerechtes Unterrichten Wandertag im 21. Jahrhundert, das ist Abenteuer, Event und Urlaubsspaß im Zeitraffer. Dieses Jahr steht Rafting zur Diskussion – Rafting? Hä? (Kann man prima googeln). Auf jeden Fall ist schnell klar, dass es teuer werden würde – „aber jeden Cent wert“. Da kommt man mit zwei, drei Kindern schnell in den dreistelligen Bereich, wenn so ein Wandertag droht. Denn auch die gute alte Brotzeittasche hat bei den meisten ausgedient: Gummibärchen in XXL-Tüten, Powerdrinks und mittags „McDonalds“, hinterher ein dickes Eis. Mit dabei immer der I-Pod mit der neuesten Mu-

Infoabend am 11. Juli 2013 Kommen Sie zum unverbindlichen Kennenlernen zu unserem Infoabend am Donnerstag, 11. Juli 2013, ab 19.30 Uhr. Gerne kann auch ein Termin für ein persönliches Beratungsgespräch vereinbart werden!

E-Mail: sekretariat@abendgymnasium-bamberg.de Karmelitenplatz 1–3 96049 Bamberg Telefon 0951 57624

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ausgestellt die ZWIEBEL 7/2013

Aktuelle Ausstellungen in Bamberg

Jean Paul zum 250. Geburtstag

190 Jahre Kunstverein

Neue Residenz, Staatsbibl. Mo-fr 9-17, sa 9-12

Villa Dessauer di-do 10-16, fr-so 12-18 Die sammlung zeitgenössischer kunst des Kunstvereins Bamberg bis 21.7.2013

Kunsthalle Kesselhaus d0-sa 14-19, So 11-19 Ausstellung des BBK mit Gabi Weinkauf (Installation), Helge Wütscher (Objekte), Lena Gräwe (Gemälde) bis 21.7.2013

Franziskus Wendels

Cicrles | Kreise

Villa Concordia Mo-do 8-12, 14-16, fr 8-13, sa-so 11-16 „Ein leuchten“ – Malerei zum Thema Licht ab 16.7. bis 11.8.2013

16 verschiedene orte

Autographen, bibliophile Drucke, Illustrationen bis 13.7.2013

Glanzlichter 2013 Naturkundemuseum Di-So 9-17 87 Siegerbilder des int. naturfoto-Wettbewerbs bis 21.7.2013

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Begegnungen mit E.T.A. Hoffmann E.T.A.-Hoffmann-Haus Di-fr 15-17, sa-so 10-12 Ausstellung des Kulturhistorischen Museums Kaliningrad bis 31.7.2013

Trio

künstler aus china und europa treten in dialog zu persönlichkeiten und orten der bamberger geschichte bis 18.8.2013

Fotos: Kunstverein Bamberg, Franziskus Wendels Csaba Daroczi, Gabi Weinkauf, Andreas Praefcke CC-BY-3.0 Wikimedia Commons, Michael Wesely,

ausgestellt Juli 2013


Schwimmbrillen

die ZWIEBEL 7/2013 ausgestellt

Picasso Keramik

Respekt

Altes Rathaus di-so 9.30-16.30 Über 50 Picasso Keramiken als geschirr und plastische Figur bis 1.9.2013

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Fotos: saskia wend / pixelio.de, Museen der Stadt Bamberg, Kerstin Amend-Pohlig, Reimar Limmer

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lebenswertes die ZWIEBEL 7/2013

„Das schönste Hobby der Welt“

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Es ist gewittrig und schwül an diesem Nachmittag in Hirschaid. Im Bienenstock, einem unauffälligen, rechteckigen gelben Holzkasten neben einer großen Blumenwiese in einer kleinen Seitenstraße herrscht reges Getümmel – und ein wenig Aufregung. „Bienen mögen dieses Wetter nicht“, sagt Hobby-Imker Hermann Knörl, „es wühlt sie auf und macht sie angriffslustig.“ Manchmal schwärmen sie

Fotos: Daniela Pielenhofer

Bienen sind faszinierende Insekten. Würde die Biene sterben, hätte der Mensch nur noch vier Jahre zu leben, sinnierte einst Albert Einstein. Obwohl die Biene in ihrem eigenen Kosmos lebt, muss der Mensch sich um sie kümmern. Dabei gibt es einiges zu tun. Ein Besuch bei einem Imker.


die ZWIEBEL 7/2013 lebenswertes an solchen Tagen auch gerne aus. Das möchte Knörl vermeiden und sein Volk, das in und um den Kasten herum emsig und lautstark vor sich hin summt, besser auf zwei Behausungen aufteilen, noch bevor das Gewitter kommt.

In schwärmerischer Stimmung Dazu hat er einen leeren Bienenkasten, bestehend aus einem Brutraum und einem Honigraum, und neue Honigwaben, frisch aufgezogen auf stabile Rähmchen, mitgebracht. Um zu sehen, ob er mit seinen Vermutungen auch richtig liegt, hebt er zunächst vorsichtig den Deckel des Brutraums und kontrolliert die Schwarmstimmung. Die von den Bienen sichtbar angelegten Schwarmzellen geben ihm Recht. „Dieses Volk bereit sich mit seiner ganzen Energie aufs Schwärmen vor“, sagt Knörl fachmännisch und beginnt mit seiner Arbeit.

Mit einem „Smoker“, gefüllt mit einem Stück trockenem Holz und einem Eck zerknüllter Eierschachtel, den Knörl seitlich an die Behausung der Bienen anbringt, macht er sie aufmerksam, dass gleich etwas passieren wird. Der Rauch simuliert den Bienen einen vermeintlichen „Waldbrand“ – sie bereiten sich auf ihre Flucht aus dem Bienenstock vor. Ein alter, natürlicher Imker-Trick, um die Bienen zu besänftigen. Knörl kennt alle Tricks, die man in der Bienenhaltung anwenden muss. Da er als Veterinär häufig Bienenvölker aufgrund meldepflichtiger Krankheiten besuchen musste und dabei des Öfteren gestochen wurde, kam ihm die Idee, in seiner Freizeit selbst Bienen zu halten. Seit 23 Jahren kommt er nun nicht mehr davon los. „Man beobachtet mit den Bienen den Jahresablauf in der Natur viel bewusster“, sagt Knörl, „für mich ist die Imkerei das schönste Hobby der Welt.“

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lebenswertes die ZWIEBEL 7/2013 Der Zeitaufwand für die Bienenhaltung ist wetterabhängig. „Bei schönem Wetter in den Sommermonaten heißt es ganz klar Bienenstock statt Bierkeller“, meint der Veterinär. Im Winter, wenn sich die Bienen im Stock zur Traube oder Kugel formen und nur selten ausfliegen, reicht es, sich ab und zu einmal umzusehen, ob genügend Futter vorhanden und alles in Ordnung ist. Nach ein paar Minuten haben sich die Bienen an den Brandgeruch gewöhnt – sie wissen, dass sie umziehen müssen. Knörl hebt vor-

„Landebahn 17 bitte freimachen!“ In der Einflugschneise eines Bienenstocks geht es geschäftig zu.

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sichtig ein Wabenrähmchen nach dem anderen an, um die Königin zu suchen. Sie soll heute mit den Altbienen in den neuen Stock umziehen, während die Jungbienen im alten Stock anfangen werden, selbst nachzuziehen. Die Königin, eine Larve, die von den anderen Bienen ausschließlich mit Gelée Royal gefüttert wird, kann täglich bis zu 2.000 Eier legen. Sie ist die Mutter des Bienenstocks und wird bis zu vier Jahre alt. Ihre Duftdrüsen sorgen dafür, dass ihr Volk, bestehend aus Drohnen und Arbeiterinnen, immer in ihrer Nähe bleibt. Während die Königin mit dem Erhalt, der Erneuerung und Überwachung ihres Volkes beschäftigt ist, bewohnen die Drohnen nur von April bis August den Bienenstock. Ist die Vermehrungszeit vorbei, werden sie in der so genannten Drohnenschlacht aus dem Bienenvolk geworfen. Zur Überwinterung sind nur die Arbeitsbienen und die Königin vor-

handen, wobei sich deren Bestand von bis zu 50.000 Arbeiterinnen im Sommer auf 10.000 bis 15.000 im Winter reduziert. In der Blütezeit sind Arbeitsbienen echte Hochleistungssportlerinnen. Sie können bis zu 20 Stundenkilometer schnell fliegen, verlassen bis zu 30 Mal am Tag den Stock und bestäuben auf ihrem Ausflug in Wiesen und Wälder täglich bis zu 300 Blüten. Haben sie eine besonders reichhaltige Nektarquelle gefunden, informieren sie ihre Kolleginnen im Bienenstock mittels einer eigenen Tanzsprache über Entfernung und Richtung des Blütenangebots.

Monokulturen und Energiegewinnung schmälern den Lebensraum der Biene Das Nahrungsangebot für Bienen hat in den letzten Jahren abgenommen. „Die zunehmende Flächenbelegung mit klassischen Monokulturen, Biogasanlagen und ganzen Photovoltaik-Parks machen es den Bienen in manchen Regionen zunehmend schwerer, geeignete Nahrungsquellen zu finden“, meint Veterinär Knörl. Mit einem Blühflächenprogramm im Rahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms wirkt der Freistaat dem entgegen. Blühflächen bleiben demnach für einen Zeitraum von fünf Jahren von der landwirtschaftlichen Nutzung unberührt und stehen ausschließlich für Pflanzen und Tieren als Lebensraum zur Verfügung. Für Knörls Bienen ist die Blumenwiese nebenan Blühfläche und Lebensraum, durch den sie sich versorgen und von dem sie fleißig Pollen und Wasser in ihren Stock tragen. Und das nicht zu knapp: ein Volk von 40.000 bis 50.000 Bienen benötigt rund 30 kg Pollen und 30 Liter Wasser, um zu überleben. Dabei erzeugt es rund 50 Kilogramm Honig. Hinzu


die ZWIEBEL 7/2013 lebenswertes

Nochmal alle Systeme checken und dann klar zum Abflug

kommt das Bienenwachs für die Waben, das aus den Drüsen am Hinterleib der Baubienen entsteht und akribisch genau zu Schlupfhöhlen für die Nachkommenschaft geformt wird.

So ein Schreck: die Königin ist weg „Das Sechseck der Bienenwaben ist die beste und faszinierendste Konstruktion der Natur“, findet Knörl. Inzwischen hat er die Wabe mit der Königin gefunden und bringt sie langsam und vorsichtig zu ihrer neuen Behausung. Bis sich die Altbienen in ihrem neuen Stock eingewöhnen und die Jungbienen im alten Stock realisieren, dass ihre Königin weg ist, wird es etwas dauern. Mit der Teilung schafft der Imker aus alten Völkern Reserven, die es ihm ermöglichen, im Herbst die besten Alt- und Jungvölker für die neue Saison zu selektieren. Die Zuchtsaison der Honigbienen erreichte im Mai ihren Höhepunkt, im Juni konnte der erste Honig geerntet werden. Jetzt im Juli wird abgeschleudert und langsam eingewin-

tert. Mit dem Abschleudern der Waben werden die Honigvorräte des Jahres gewonnen. Beim Einwintern wird versucht, die Varroa­ milbe, eine seit den 1970er Jahren gängige Krankheit, die Brut und Bienen schädigt, zu bekämpfen. Wenn das neue Bienenjahr im August beginnt, werden die Völker eingefüttert, die sich über den Winter hinweg von Zuckerwasser oder Fertigsirup ernähren. Doch noch ist Sommer rund um den Bienenstock, in dem tropische Temperaturen von 34 Grad Celcius herrschen, die im Winter auf angenehme 20 Grad sinken – Bienen mögen es warm. Die Bienen von Imker Knörl haben gemerkt, dass sich etwas verändert hat und ein Teil in eine neue Behausung umgezogen ist. Neugierig begeben sie sich auf Entdeckungsreise. Mit seiner Arbeit an diesem Nachmittag ist Knörl zufrieden. Das Gewitter hat sich verzogen. In ein paar Tagen wird er im Bienenstock wieder nach dem Rechten sehen. Bis dahin lässt er sie in ihrem erstaunlichen Kosmos alleine. [dp]

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genuss die ZWIEBEL 7/2013

Fleißige Helfer in unseren Gärten

IV Bamberg und Umgebung e. V. Karl Heinz Übelacker Tel: 09547 1444 Imker und BZV Bamberg Stadt und Land e.V. Robert Engert Tel: 09546 6816 IV Burgebrach Michael Metzner Tel: 09546 8361 IV Ebrach und Umgebung Walter Hanslok Tel: 09553 381 IV Fränkische Täler Markus Dorsch Tel: 0179 8705555 IV Frensdorf Franz Windfelder Tel: 09502 7402 IV Giech Ulrich Zeck Tel: 09542 8382 IV Hirschaid und Umgebung Georg Hutzler Tel: 09545 50276 IV Reckendorf Bernhard Zillig Tel: 09544 4290 IV Scheßlitz Herbert Beck Tel: 09505 80114

Einen Imker in Ihrer Nähe finden Sie im Internet unter

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www.imker-kreisverband-bamberg.de

“Imkersuche”

Während in einigen Regionen Chinas inzwischen Menschen auf den Bäumen sitzen und abertausende von Blüten mittels eines übergroßen Pinsels per Hand bestäuben, erledigen in unserer Region nach wie vor über 110 Millionen Bienen diesen Job. Sie sorgen dafür, dass die Obstbäume und Beerensträucher im Garten Früchte tragen, sämtliche Arten von Blütenpflanzen erhalten werden und bringen uns ganz nebenbei leckeren Honig auf den Frühstückstisch.

den Ressourcen umgehen. Absolut im Trend liegt, wer mit ein bis zwei Völkern seinen eigenen Honig erntet“, meint Schiller. Man hat nicht nur den Ertrag im Garten und auf dem Tisch, sondern leistet auch einen großen Beitrag für die Umwelt. Zwar kann das Naturprodukt Honig aus aller Welt importiert werden – die Bestäubungsleistung der Bienen, die dafür sorgen, dass blühende Landschaften auch Früchte tragen und Samen hervorbringen, allerdings nicht.

Rund 420 Imkerinnen und Imker kümmern sich vornehmlich in ihrer Freizeit um derzeit etwa 2.500 Bienenvölker in Stadt und Landkreis Bamberg. In einem Bienenvolk leben in der Hochsaison zwischen 40.000 und 50.000 Bienen, samt Königin und Drohnen, den männlichen Bienen.

Dieses Bewusstsein für die Biene und gegen das Bienensterben auch an Schulen quer durch alle Schularten und Unterrichtsfächer zu schärfen, ist das ehrgeizige Ziel der „Bamberger Schulbiene“ Ilona Munique. Sie hat das Imkern für sich entdeckt und möchte Schülern, Eltern und auch Lehrern erklären, was es mit den Bienen auf sich hat und wie der Honig ins Glas kommt. Damit das Projekt bald an den Start gehen kann, sammelt Munique zur Erstellung der Unterrichts- und Lehrmaterialien rund um das Thema Biene aktuell Spenden. Wer mitmacht, kann unter anderem eine zweijährige Bienenpaten-

Seit dem großen Bienensterben vor inzwischen zehn Jahren hat das Interesse an der Bienenhaltung wieder zugenommen. Eine erfreuliche Entwicklung findet Bernd Schiller, erster Vorsitzender des Kreisverbands Imker Bamberg. „Die Leute überlegen, wie sie mit

Foto: Imkerei Schiller

Kreisverband Imker Bamberg e.V.

Wenn im Juli die Trachtzeit der Bienen zu Ende geht, kommt frischer Honig von den Imkern der Region auf den Tisch. Dabei ist die Bienenhaltung für weit mehr nützlich als nur für die Honigproduktion.


die ZWIEBEL 7/2013 genuss schaft für ein Volk gewinnen, mit dem er mitzittern, das er pflegen und dessen Honig er ernten kann. Etwa 20 Kilogramm Honig produziert ein Bienenvolk pro Jahr. Hinzu kommen wertvolle Produkte der Bienen wie Pollen, Propolis, Gelée Royale und Wachs, die in der Medizin und der Kosmetikindustrie Anwendung finden. Besonders die gesundheitsfördernden Bestandteile des Honigs als hochwertiges Lebensmittel sind bekannt. Vorausgesetzt, er wurde nicht industriell aufbereitet, denn durch hohes Erhitzen gehen seine wertvollen und heilsamen Inhaltsstoffe verloren. Die Imker der Region bieten einen naturbelassenen Honig aus heimischen Blüten an und dazu vieles mehr. Der alljährliche Honigmarkt im Februar auf dem Maxplatz gilt als Besuchermagnet. Doch Imkern ist mehr, als nur Honig zu gewinnen. „Ein Bienenstock ist ein faszinierender Organismus, der sich selbst erhält und selbst erneuert“, sagt Schiller, „das Bienenvolk lässt sich keinen Willen aufzwängen – es zeigt einem, was man zu tun hat.“ [dp] Die Schulbiene stellt sich und ihr Projekt im Internet unter www. startnext.de/schulbiene vor. Weitere Infos dazu gibt es auch im zugehörigen Weblog unter www.bienen-lebenin-bamberg.de. Wahlkurse, die ein eigenes Bienenvolk betreuen wollen, können einen Zuschuss vom Land Bayern in Höhe von 300 € beantragen

Honig – mal gar nicht süSS Honig auf einem frischen Butterbrötchen, als Süßstoff für Heißgetränke oder zum Abrunden von Desserts und Nachspeisen – eine feine Sache. Doch Honig kann auch ganz anders: seine Süße ergänzt sich nämlich wunderbar mit vielen herzhaften Snacks und Gerichten. Hier zwei leckere Rezepte für deftige Brotzeiten, die mit Honig eine ganz besonders schmackhafte Note erhalten.

Käse-Walnuss-Dipp 200 g Sahnefrischkäse 1 EL Creme fraîche 2 EL Balsamico-Essig 1 EL Lindenblüten-Honig (oder andere Sorte) 1 rote Zwiebel 50 g gehackte Walnüsse Je 1 Prise Salz und Pfeffer 1 EL frische Kräuter (z.B.Petersilie, Kerbel, Schnittlauch) Alle Zutaten miteinander vermischen und auf frischem Bauernbrot servieren.

Tomaten-Dipp

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250 g Naturjoghurt 250 g Quark 1 EL Zitronensaft 1 EL Honig Je 1 Prise Salz, Pfeffer, Paprika 3 EL Tomatenmark 2 EL frische Kräuter (z.B. Basilikum oder Zitronenmelisse) Alle Zutaten miteinander verrührer, dazu etwas Baguette oder ein paar Cracker reichen.

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lebenswertes die ZWIEBEL 7/2013

„Du bist nicht mehr da, wo du warst – aber du bist überall, wo wir sind.“

Wenn Kinder trauern

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Bruch – Umbruch – Aufbruch – bei der Freizeit des Hospizvereins Bamberg e.V. erhalten diese Kinder und Jugendlichen einen geschützten Raum mit viel Platz für ihre Trauer, aber auch für (neue) Lebensfreude. Im Forsthaus Weipelsdorf bei Bischberg kommen sie einmal im Jahr für vier Tage zusammen, liebevoll begleitet von Renate Schulz (Psycho- und Reittherapeutin) und ihrer Kollegin Alexandra Eyrich (Erzieherin und Märchenpädagogin). Neben vier weiteren Betreuern werden die beiden Frauen vor allem von zahlreichen „haarigen Freunden“ unterstützt: Zehn Islandpferde, zwei Australien Shepherds und zwei Cocker

Fotos: Anny Maurer, Hospizverein Bamberg

Eine Schale geht zu Bruch, sie zerspringt in unzählige Teile – mühsam wird sie neu zusammengefügt, doch sie wird nie mehr so, wie sie einmal war: Sie hat Sprünge, Ecken, Kanten und Lücken. Mit ihren Händen spüren die zwölf Kinder und Jugendlichen, was mit ihrem Leben geschehen ist: Der Verlust von Mutter, Vater, Bruder oder Schwester hat alles was bislang heile und gut war, zerstört. Alles ist anders und doch muss es irgendwie weitergehen.


die ZWIEBEL 7/2013 lebenswertes lassen sich gerne streicheln und reagieren einfühlsam auf die Bedürfnisse der Kinder. „Tiere sind authentisch, sie sind einfach da, spüren, wenn jemand traurig ist und gehen auf ihn zu “, erzählt Renate Schulz.

Niemand wird hier ausgeschlossen Trost, Zuwendung oder einfach Da-Sein – das ist es, was die Kinder in der Hospiz-Freizeit suchen und finden – sie alle sind eng verbunden durch das Band der gemeinsamen Trauer – und das, was sonst im Alltag eine Rolle spielt, wird hier zur Nebensache: Unterschiede in Alter, Herkunft, Schule, Aussehen verlieren an Bedeutung, niemand wird hier ausgeschlossen. Gemeinsam können sie lachen, weinen, spielen oder schweigen. Sie schreiben Briefe an das Leben mit ihren Wünschen für die Zukunft, sie basteln einen Wanderstab mit einem Bündel der Dinge, die ihnen am Herzen liegen und sie suchen immer wieder den Kontakt mit den Tieren. Die Islandpferde von Renate Schulz geben den Kindern viel an Halt und Geborgenheit – von ihnen können sie sich einfach tragen lassen. „ Der Umgang mit ihnen ist für die Kinder genauso wichtig wie das Beisammensein in der freien Natur“, so Renate Schulz. Darüber hinaus ermöglicht der Hospizverein immer wieder tolle Aktivitäten wie Klettern oder Improvisationstheater – beispielsweise mit Unterstützung durch eine Musiktherapeutin oder „Tigersprung“, den Verein für Erlebnispädagogik. Und dann sind

da noch die beiden großen Tipis als Dreh-und Angelpunkt der gemeinsam verbrachten Zeit – das eine ist für Gespräche und Gruppenarbeit da, im anderen wird geschlafen. Bereits viermal konnte diese Freizeit angeboten werden, doch gleich nach dem ersten Mal wurde klar, dass die Kindern sich mehr wünschen. „Deshalb haben wir auch eine offene Trauergruppe, die sich ungefähr alle zwei Monate trifft. Allerdings wohnen einige zu weit entfernt und können nicht immer kommen, doch die Kinder bleiben in Kontakt miteinander, telefonie-

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lebenswertes die ZWIEBEL 7/2013 Enge Zusammenarbeit: Renate Schulz und ihre vierbeinigen „Mitarbeiter“ helfen Kindern bei der Bewältigung ihrer Trauer

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die ZWIEBEL 7/2013 lebenswertes ren oder schreiben sich Mails. Dieser Austausch ist zu einem wichtigen Bestandteil in ihrem neuen Leben geworden, weil jeder den anderen genau versteht.“ Wohltuendes Verständnis im normalen Alltag zu finden, ist nicht immer einfach. So gibt es durchaus Betroffene, die in der Schule verschweigen, dass ein Elternteil verstorben ist. „Das ist nachvollziehbar, denn diese Kinder wünschen sich auch einen trauerfreien Raum, ein Stück Normalität“, berichtet Renate Schulz. „Es ist ganz wichtig, die Signale des Kindes wahrzunehmen: möchte es jetzt reden oder lieber nicht. Viele Erwachsene wissen nicht, wie sie mit trauernden Kindern umgehen sollen. Dabei spüren die sofort, wenn Trost unecht ist. Sie wollen ernst genommen werden – mit all ihren Gefühlen und ihrem Schmerz. Deshalb: wenn uns die Worte fehlen, dann kann man das auch ruhig genauso sagen. Und oft ist einfach eine stumme Umarmung die richtige Antwort.“ [sb]

In Briefen an das Leben verbergen sich die Wünsche der Kinder für ihre Zukunft

Die offene Trauergruppe findet im Gemeinschaftshaus Gaustadt/Cherbonhof statt. Weitere Infos und Anmeldung unter 0951/955070. Wer die Kinder-und Jugendarbeit des Bamberger Hospiz­ vereins finanziell unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf Konto 64 40, VR-Bank Bamberg (770 601 00) tun.

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gesundheit die ZWIEBEL 7/2013

Nachdenken über Vorsorgen Brad Pritt kann sich glücklich schätzen, die sechs gemeinsamen Kinder auch – denn Angelina Jolie hat vorgesorgt: sie hat zwei wunderbare neue Brüste und muss nun endlich keine Angst mehr vor Krebs haben. Immerhin konnte sie mit einer Amputation ihr genetisch bedingtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, von 87 auf unter fünf Prozent senken. Laut Spiegel-Berichten verzeichnen nun auch in Deutschland Kliniken und Institute bis zu zehn Mal mehr Anfragen als vor der prominenten Vorsorge-OP.

Seit vielen Jahren schon werden die Bürger aufgemuntert, regelmäßig Vorsorge zu betreiben: Haut- und Prostata-Screenings, Mammographie und Pap-Tests, Messungen von Knochendichte und Augeninnendruck – mit „IGel“ (individuelle Gesundheitsleistungen) fühlt man sich einfach auf der sicheren Seite. Denn: je früher ein Leiden entdeckt wird, um so größer die Chance für ein langes und vor allem gesundes Leben. Dass sich auch die Ärzteschaft über ein Zusatzeinkommen freuen darf, dürfte nur eine willkommene Nebenwirkung sein.

Wir fühlen uns nur noch „Gesund auf probe“

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Sie fühlen sich eigentlich ganz gesund? Dann kennen Sie noch nicht den alten Mediziner-Witz: „Es gibt keine Gesunden, nur Menschen die nicht ausreichend untersucht worden sind.“ Frü-


die ZWIEBEL 7/2013 gesundheit

Neu: Chinesisch

her gingen die Menschen nämlich nur zum Arzt, wenn sie Schmerzen oder Beschwerden hatten, heute fühlen viele sich ohne ihre regelmäßigen Check-ups und Untersuchungen nur „gesund auf Probe“. So verspüren beispielsweise viele werdende Eltern anfänglich nur gedämpfte Vorfreude auf ihr Baby – erst einmal wollen sie die Bluttests, die Fruchtwasseruntersuchung oder den Dopplerultraschall abwarten. Alles okay? Was für ein Glück! Falls nicht, was dann? Man sollte sich immer klar machen, dass bei einer Vorsorgeuntersuchung etwas gefunden werden kann. Und allein das Wissen darum, dass man lediglich gefährdet ist und eventuell gewisse Erkrankungen drohen, könnte das bisherige Leben komplett auf den Kopf stellen.

Interessieren Sie sich für Sprachen, andere Länder und Kulturen? Dann sind Sie bei uns an der richtigen Stelle. Den Berufsabschluss

Der Mediziner und Buchautor Dr. Werner Bartens („Vorsicht Vorsorge!“) bringt es auf den Punkt: „ Es geht (…) nicht darum, die Vorsorge zu verteufeln. Es geht um Aufklärung und darum, zu zeigen, was Vorsorge ist und kann – und was nicht.“ So besteht die Möglichkeit, dass eine Mammographie Auffälligkeiten zeigt und weitere Untersu-

staatlich geprüfte/r Fremdsprachenkorrespondent/in können Sie mit mittlerer Reife in zwei Jahren, mit Abitur in einem Jahr erwerben. Sie lernen in kleinen Klassen, Englisch ist Ihre Hauptsprache, Französisch oder Spanisch Ihre zweite Fremdsprache.

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gesundheit die ZWIEBEL 7/2013 chungen notwendig sind: Bis zur endgültigen Diagnose muss eine Patientin dann mit Angst und Ungewissheit leben. Auch sollte man wissen, was passieren kann, wenn ein Tumor frühzeitig entdeckt wird – es gibt Krebsarten, die man gut therapieren kann, aber auch andere, die so aggressiv sind, dass jede Hilfe zu spät kommt. Und es gibt solche, die man nie bemerkt hätte, man stirbt nicht an ihnen, sondern mit ihnen.

Die gründliche vorsorge verdächtigt sogar fehlende Organe Wie man Vorsorge auf die Spitze treiben kann, verdeutlichen Ergebnisse einer Studie der amerikanischen Dartmouth Medical School. Bei 15 Millionen amerikanischen Frauen wurde ein Test auf Gebärmutterhalskrebs gemacht – obwohl sie gar keine Gebärmutter mehr hatten. Spätestens hier zeigt sich, dass man als mündiger Patient nicht jede Untersuchung über sich ergehen lassen sollte. Hinterfragen kann man auch Statistiken, die nachweisen, dass zahlreiche Patienten die Fünf-Jahres-Marke dank frühzeitiger Erkennung und Behandlung des Krebses überleben. Diese Erhebungen bestätigen zwar scheinbar klar den Erfolg regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen. Doch man kann auch anders rechnen: falls diese Patienten zwei Jahre nach Erreichen der Fünf-Jahres-Grenze sterben, gelten sie in der Statistik dennoch als geheilt. Patienten mit dem gleichen Krebs, aber ohne Vorsorge, sterben möglicherweise bereits drei Jahre nach Endeckungt des Tumors – haben aber vorher vier Jahre sorgenfrei gelebt. So haben in beiden Fällen die Patienten sieben Jahre mit ihrem Krebs (über-)lebt, nur letztere fallen jedoch statistisch gesehen in die Kategorie der nicht geheilten Patienten. Dennoch darf man nicht außer Acht lassen, dass gewisse Erkrankungen allein durch diagnostischeVorsorge verhindert werden können: man denke nur an das Glaukom – den erhöhten Augeninnendruck, von dem man meistens erst etwas spürt, wenn es zu spät ist und die Sehkraft unwiederbringlich verloren ist.

Wie ideal ist das Idealgewicht?

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Doch Vorsorge bedeutet auch, Krankheiten nicht nur rechtzeitig zu entdecken, sondern sie möglichst ganz zu vermeiden: Viel Sport und Bewegung, ausgewogene Ernährung und das „Idealgewicht“ sind schon mal eine prima Basis für Fitness und Gesundheit bis ins hohe Alter. Wirklich? Auch hier sät Mediziner Barten in einem Interview Zweifel: „Ich sage immer, wer ständig vorbeugt, kann sich nicht zurücklehnen.“ Hu-


die ZWIEBEL 7/2013 anzeige morvoll betrachtet, sollte uns bewusst sein, dass dreimal wöchentliches Joggen auch zur Folge haben kann, dass die dadurch gewonnene Lebenszeit fürs Training draufgeht… Doch Spaß beiseite: Immer mehr Mediziner gehen inzwischen davon aus, dass moderates Übergewicht gesünder ist als das vermeintliche Idealgewicht: Mollige erholen sich zum Beispiel schneller von Operationen und sind weniger anfällig für Infekte. Barten: „Es gab eine Zeit, als das Essen noch Spaß machte. Die Älteren werden sich erinnnern: damals prahlten die Joghurts, Softdrinks, Chips und Brotaufstriche im Supermarktregal noch nicht damit, wie cholesterin­ reduziert, fettarm und vitamingeschwängert sie seien.“ Zu jener Zeit galt auch ein Cholesterinspiegel von 250 Milligramm pro Deziliter als normal – heute sollte man, will man seine „Gefäße vor Verkalkung schützen“, tunlichst unter 200 bleiben. Mit Hilfe von Cholesterinsenkern – kein Problem. Dass Cholesterin aber wichtig für den Zellaufbau ist und dass die in den Medikamenten enthaltenen Statine unerfreuliche Nebenwirkungen haben, ist noch längst nicht allen Patienten bekannt.

Diabetes: eine Frage der Ernährung Also besser das Fett in der Ernährung reduzieren? Und lieber mehr eiweißhaltige Lebensmittel verzehren? Auch hier sollte man nicht übertreiben, sonst drohen Übersäuerung, Gelenkerkrankungen, und die Nieren wären in ihrer Ausscheidungsfunktion überfordert. Und was ist mit den Kohlenhydraten? Bloß nicht zuviel davon, sonst steigt der Zuckerspiegel! Ach ja, Diabetes – auch da rollt eine neue Lawine auf die Bevölkerung zu: immer mehr Menschen leiden unter

Heiße Steine für den Sommer

Die Massage mit heißen Steinen ist seit jeher eine für die Naturvölker typische Heilanwendung. Schon vor über 2.500 Jahren nutzten sie erwärmte Steine, um bestimmte therapeutische Wirkungen zu erzielen. In der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat sich dieses Wissen bis heute erhalten. Die Chinesen kennen 14 Leitbahnen, die Meridiane, in denen das Qi, die Lebensenergie eines Menschen, zirkuliert. Eine davon ist der BlasenMeridian. Er verläuft an der gesamten Körperrückseite und ist für tiefe Regeneration zuständig. „In der Hot Stone Massage nutzen wir dieses Wissen“, erklärt der DiplomSportlehrer Wolfram Geiszler vom „In Balance Team“ in Bayreuth. „Wir massieren Rücken und Beine sehr intensiv mit speziellen Streichungen und nutzen lösende Akupunkturpunkte, damit Spannungen abfließen können“. Ehefrau Ricarda Geiszler ergänzt: „Deshalb dauern unsere Hot Stone Anwendungen 90 Minuten, denn bis der Mensch wirklich abschalten kann und sein Körper weich

und durchlässig ist, braucht es Zeit.“ Wolfram und Ricarda Geiszler sind gemeinsam mit einem siebenköpfigen Team Kooperationspartner der Lohengrin-Therme in Bayreuth. Hier ist das „In Balance Team“ sieben Tage die Woche an 350 Tagen im Jahr vor Ort, um täglich mit Spezial-Kursen und besonderen Anwendungen für die Gesundheit zu sorgen. Sie alle orientieren sich an den Meridianverläufen und Akupressurpunkten der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Das macht die Anwendungen nachhaltig und effektiv. Da sich die Kooperation mit der Lohengrin-Therme in diesem Jahr zum 15. Mal jährt, feiert das„In Balance Team“ dieses Jubiläum mit monatlich wechselnden Angeboten. Im Juli lockt ein „Heißer Tipp für den Sommer: Hot Stone Massage für zwei“ (zwei Mal 90 Minuten für 120 Euro zzgl. Thermeneintritt). [kk] Lohengrin Therme, 95448 Bayreuth. Buchung unter Telefon 0921/8710600. www.inbalance-team.de

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gesundheit die ZWIEBEL 7/2013 dieser Stoffwechselstörung. Früher noch als Alterszucker abgehandelt, trifft der Typ 2 immer häufiger bereits Kinder und Jugendliche. All die Schokolade, Gummibärchen, BlubberTees – das kann ja nur ungesund sein. Sich richtig zu ernähren, ist im Zeitalter des Überflusses und einer unüberschaubaren Flut an immer neuen Ernährungslehren längst zur Kunst geworden. Eine gute Vorsorge wäre hier vermutlich „back to the roots“, was nicht bedeuten soll „Esst mehr Wurzeln“, sondern Nahrungsmittel frisch, vielseitig und möglichst unverfälscht zu sich zu nehmen. Von allem wenig ist eben in vielem mehr.

hormone bleiben nicht ohne folgen

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Das gilt auch für Frauen in den Wechseljahren: Heute empfiehlt man, wenn man sich für eine Hormongabe entscheidet, diese so kurz und niedrig zu dosieren wie möglich. Lange Zeit war man sicher, mit der Hormonersatztherapie die Wechseljahre umschiffen und dem Älterwerden entgegenwirken zu können. Eine Vorsorge, die nach hinten los ging: Belegen doch inzwischen zahlreiche Studien, dass infolge der Hormongaben als Nebenwirkungen Brustkrebs, Herzinfarkte, Schlaganfälle und Thrombosen deutlich gehäuft auftraten. Auch Angelina Jolie wird sich möglicherweise überlegen müssen, ob sie künftig ergänzende Hormone einnehmen möchte: Man spricht bei ihr nämlich von einem deutlich erhöh-

ten Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, so dass auch hier in Kürze mit einer Radikal-OP zu rechnen ist. Wie viel und wie weitreichend man Gesundheitsvorsorge betreiben möchte, ist letztendlich für jeden Menschen eine ganz persönliche Entscheidung. Ob man lieber nur auf die Signale des Körpers hört oder die Sicherheit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen bevorzugt – in jedem Fall bleibt zu wünschen, dass Jean Paul Sartre nicht irrte, als er sagte: „Ein großer Teil unserer Sorgen besteht aus unbegründeteter Furcht.“ Möge dies auch für die meisten VorSorgen gelten… [sb] Die Autorin Syke Brandt ist Journalistin und Heilpraktikerin in Bamberg.

„Vorsicht Vorsorge“ von Dr. med. Werner Bartens erscheint im Suhrkamp Verlag und kostet 7,50 Euro


die ZWIEBEL 7/2013 cartoon – gerd bauer

Gerd Bauer illustriert die ZWIEBEL jeden Monat mit einem seiner typischen ­Cartoons, die das fränkische Lebensgefühl auf den Punkt bringen.

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ausgehen die ZWIEBEL 7/2013

Der Liebestrank

Ausgehen Juli 2013

Komische oper von donizetti mit dem theater hof, italienisch mit übertiteln, auch 10./11.7.

Fränkische Kriminacht Levi-StrauSS-Museum Buttenheim sa, 6.7.2013, 19.30 Uhr Friederike Schmöe, Helmut vorndran und thomas kastura lesen

OBA-Sommerfest MoosstraSSe 114 fr, 12.7.2013, 15.30 Uhr Die lebenshilfe lädt ein zum Sommerfest mit musik, Tanz und begegnung – mit der band der OBA und den rossinis

You Can’t Take It with You

Oh boy –Film und konzert

Liderdurzeuch mid duba draai

Eta-Hoffmann-theater mo, 1.7.2013, 20.00 Uhr

Lichtspielkino Do, 4.7.2013, 20.45 Uhr

Theater im Alstadthaus, Eisgrube 2 Ab sa, 6.7.2013, 20.00 Uhr

Studentisches Theater in englischer sprache, auch 2./13./14.7.

live im kino : the major minors – gewannen die goldene lola für die filmmusik zu „oh boy“

Auftakt zur neuen saison mit Martin neubauer und heiko triebener

Hast du keine heimat?

Sommerfest

Die rote zora

Heinrichsfest

spielplatz färbergasse fr, 5.7.2013, 16.00 Uhr

Erbapark s0, 7.7.2013, 15.00 Uhr

Domplatz ab fr, 12.7.2013

lesung des malers und autors michael huth

Die IG Aktive Mitte feiert sommerfest mit flohmarkt und kunstausstellung

Kindertheater mit chapeau claque um liebe und wohlstand, jeden juliSonntag beim Faltbootclub

Diözesanfest mit praisenight, motorradgottesdienst, konzert und budenstadt auf dem domplatz

Sergey Khismatov

Nightfever

Radical Gaming

37 Ansichtskarten

Villa Concordia mi, 3.7.2013, 19.00 Uhr

Dom sa, 6.7.2013, 18.30 Uhr

Balthasar, Pfahlplätzchen d0, 11.7.2013, 20.15 Uhr

stegaurach, Bürgersaal Sa, 13.7.2013, 20.00 Uhr

Der russische komponist präsentiert sein werk, mit Mathias Bauer, kontrabass

Gesang und gespräch bis mitternacht im kerzenerleuchteten dom

vortrag von Benedikt frank über computerspiele mit hintergedanken

Schwarze boulevardkomödie um verrückte familie – „die künstlerwerkstatt“ spielt

Eta-Hoffmann-theater, treff mi, 3.7.2013, 19.00 Uhr

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Eta-Hoffmann-theater mi, 3.7.2013, 20.00 Uhr

Canto di legno klangwerkstatt, Ob. KönigstraSSe 15 fr, 12.7.2013, 20.00 Uhr konzert für klarinette, cello und klavier. weiteres konzert am 14.7.


die ZWIEBEL 7/2013 ausgehen

Harfenkonzert

BAmberg zaubert

Finissage/Verlosung

canalissimo

Sandschlössla, sandstraSSe sa, 13.7.2013, 20.00 Uhr

Innenstadt ab fr, 19.7.2013, 17.00 Uhr

Villa Dessauer so, 21.7.2013, 11.00 Uhr

am alten kanal, altstadt ab do, 25.7.2013, 16.00 uhr

„Die harfenlichter“ spielen irische und schottische Volksweisen unter freiem himmel

100 Künstler verzaubern das publikum bei freiem eintritt. Schloss geyerswörth: sommerfest der serviceclubs

Abschluss der ausstellung „190 jahre kunstverein“ mit verlosung von originalgrafiken

Kulturfest im venezianischen stil mit musik, theater und mehr - bis So, 28.7.

Fischerei-festspiele

Carmina Burana

Kultur im hain

Fischerei ab Mo, 15.7.2013, 19.00 Uhr

Stechert-Arena fr, 19.7.2013, 20.00 Uhr

Musikpavillon im hain So, 21.7.2013, 14.00 Uhr

Der fliegende Holländer

theater und musik über vier wochen im gemütlichen weinlokal. mit ausstellung von bruno jaworowski

benefizkonzert der bamberger symphoniker zugunsten der decken­ gemälde in st. michael

Konzert mit groSSem und kleinem bamberger klarinettenchor

Jugendtheatertage

Wolfgang Buck

Dada in der halle

respekt

Eta-hoffmann-Theater ab 18.7.2013

Innenhof St. Martin Fr, 19.7.2013, 20.30 Uhr

r+h, von ketteler-str. 1 Di, 23.7.2013, 19.00 Uhr

villa dessauer fr, 26.7.2013, 19.00 Uhr

9 bayerische jugendtheater­ clubs spielen ihre aktuellen produktionen in bamberg, bis 21.7.

Benefizkonzert von wolfgang buck zugunsten der renovierung von st. martin

Godehard ruppert liest werke von kurt schwitters

vernissage zur ausstellung des bbk Berufsverbands bildender künstler/innen oberfranken

Tanja Kinkel

Quinten Quartett

german hornsound

Buchhandlung Hübscher Do, 18.7.2013, 20.00 Uhr

Neue Residenz, kaisersaal sa, 20.7.2013, 20.00 Uhr

schloss seehof ab mi, 24.7.2013, 19.30 Uhr

jazz an einem sommerabend

Premierenlesung ihres neuen romans „Verführung“

kammermusik von mozart, ravel und beethoven im rahmen der Rosengartenserenaden

auftakt zu den sommerserenaden in schloss seehof, weitere konzerte bis 28.7.

cinestar do, 25.7.2013, 17.00 Uhr live-übertragung der bayreuther festspielpremiere

bootshaus im hain so, 28.7.2013, 18.00 Uhr Bigbandmusik mit dem blue train orchestra der städtischen musikschule

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impressum & adressen die ZWIEBEL 7/2013

Impressum Verlag

Satz

Zwiebelverlag GbR Henning Brandt & Manuel Werner Schellenbergerstraße 8 96049 Bamberg

Henning Brandt grafik@die-zwiebel.de

Telefon 09 51 / 51 93 95 - 0 Telefax 09 51 / 51 93 95 - 55 www.die-zwiebel.de post@die-zwiebel.de

Anny Maurer Telefon 09 51 / 9 23 08 85 Claudia Heitz post@die-zwiebel.de

Anzeigenleitung

Redaktion

Manuel Werner Telefon 09 51 / 18 51 70 27 Mobil 01 78 / 9 74 80 80 m.werner@die-zwiebel.de Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 1/2013 vom 1.1.2013. Anzeigenschluss 20. des Vormonats.

Katja Kölbl [kk] k.koelbl@die-zwiebel.de

Druck

Chefredakteur Henning Brandt [hb] (V.i.S.d.P.) h.brandt@die-zwiebel.de

Daniela Pielenhofer [dp] d.pielenhofer@ die-zwiebel.de Syke Brandt [sb] www.globuli-bamberg.de Frank Keil [fk] f.keil@die-zwiebel.de Jürgen Gräßer [jg] post@die-zwiebel.de Dr. Barbara Pittner [bp] post@die-zwiebel.de

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Fotografie

Safner Druck & Verlags-GmbH 96170 Priesendorf www.safner-druck.de

Bamberger Symphoniker

Lichtspiel Kino & Cafe

Mußstraße 1 Telefon 9808220 (Karten) bamberger-symphoniker.de

Untere Königstr. 34 Telefon 26785 www.lichtspielkino.de

Brentano Theater

Live club / Haas säle

Gartenstr. 7 Telefon 54528

Obere Sandstr. 7 Telefon 53304 www.live-club.de

Chapeau Claque Theater Grafensteinstr. 16 Telefon 39333 chapeau-claque-bamberg.de

Cinestar Kino Ludwigstr. 2 Telefon 3028850 www.cinestar.de

Club Kaulberg Unterer Kaulberg 36 Telefon 51953330 www.nana-productions.de

Diözesanmuseum Domplatz 5 Telefon 502316 www.erzbistum-bamberg.de

E.T.A.-Hoffmann-Theater

Erscheinungsweise

E.T.A.Hoffmann-Platz 1 Telefon 873030 www.theater.bamberg.de

die ZWIEBEL (Aufl. 6.000 Ex.) ist monatlich an über 250 Vertriebsstellen in Bamberg kostenfrei erhältlich.

Domplatz 7 Telefon 5190746 www.bamberg.de/museum

© Copyright 2013 für eigens gestaltete Anzeigen und Texte beim Verlag. Nachdruck und Vervielfältigung, (auch auszugsweise). Wiedergabe durch Film, Fernsehen, Rundfunk sowie Speicherung auf elektronischen Medien nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Namentlich oder mit Autorenkürzel gekennzeichnete Texte geben nicht unbedingt die Meinung des Verlags wieder.

Historisches Museum

Jazzclub Bamberg Obere Sandstr. 18 Telefon 53740 www.jcbamberg.de

Künstlerhaus Villa Concordia Concordiastr. 28 Telefon 955010 www.villa-concordia.de

Wichtige Adressen

Bamb. Marionettentheater Untere Sandstr. 30 Telefon 67600 www. bambergermarionettentheater.de

Morphclub Obere Königstr. 39 Telefon 0170/4230208 www.morphclub.org

Städtische Musikschule Luitpoldstr. 24 Telefon 509960 www.musikschule.bamberg.de

Naturkundemuseum Fleischstr. 3 Telefon 8631248 www.naturkundemuseumbamberg.de

Odeon Kino & Cafe Luitpoldstr. 25 Telefon 27024 www.lichtspielkino.de

Stadtbücherei Bamberg Obere Königstr. 4a Telefon 981190 stadtbuecherei-bamberg.de

Stadtgalerie Villa Dessauer Hainstr. 4a Telefon 871861 www.bamberg.de/museum Viele weitere Infos unter

www.kultur.bamberg.de


Hier finden Sie die Zwiebel – eine Auswahl von Auslagestellen – Gesamtübersicht auf www.die-zwiebel.de

Anton Fischer Fleischwaren

Jäckstraße

Elsbeth Müller Vertriebs KG

Michelinstraße

Parfümerie Silvy Hahn

Grüner Markt

Aposto

Geyerswörthstraße

Fachzentrum MEDICUM

Heinrichsdamm

Point Fitness Center

Geisfelder Straße

Apotheke am Kranen

Obstmarkt

First Reisebüro

Kleberstraße

Poldi - Mode für Kinder

Dominikanerstraße

Bäckerei & Café Stuber

Zweidlerweg

Heidenblut

Dr.-von-Schmitt-Str.

REHA aktiv

Kärntenstraße

Bäckerei Loskarn

Hauptsmoorstraße

Hof Apotheke

Karolinenstraße

Reisebüro Schiele

Lange Straße

Bäckerei Schneider

Hauptstraße

Hofbräu

Karolinenstraße

Restaurant Weierich

Lugbank

Bamberger Genuss-Stübchen

Obere Sandstraße

Hofcafe

Austraße

Rewe Fröhlich

An der Breitenau

Bamberger Silberschmiede

Letzengasse

Hotel am Brauerei-Dreieck

Holzgartenstraße

Rückenzentrum Bamberg

Pödeldorfer Straße

Bamberger TKS

Geyerswörthstraße

Hotel Goldener Adler

Lichtenfelser Straße

Salino

Schillerplatz

bfz

Lichtenhaidestraße

Hotel National

Luitpoldstraße

Küchen Neuss

Biegenhofstraße

Betten Friedrich

Obere Königstraße

Hotel Sandstern

Obere Sandstraße

Schuh Krügel

Fleischstraße

Bianco Rosso Nero

Lange Straße

K&K Gewürzladen

Jäckstraße

Schuhmode Wegner

Theatergassen

BIOLAND-Bauernlädla

Die Bergner

Kachelofen

Obere Sandstraße

Sell Moden

Hauptwachstraße

Biomarkt Endres

Moosstraße

Konditorei Graupner

Lange Straße

Sonnenwelten

Heinrichstraße

Blumen Hohe

Nürnberger Straße

Kongress- und Konzerthalle

Mußstraße

Speer Damenmode

Lange Straße

Bootshaus im Hain

Mühlwörth

Kulturamt Bamberg

Hauptwachstraße

St. Hedwig-Apotheke

Franz-Ludwig-Straße

Brasserie

Pfahlplätzchen

Kunstkontor

Obere Brücke

Stilbruch

Obere Sandstraße

Cador

Obstmarkt

Kunstpause Cafe

Hauptwachstraße

St. Kilian Apotheke

Bamberger Straße

Café Abseits

Pödeldorfer Straße

Lady-Fit

Lichtenhaidestraße

Stadtbücherei Bamberg

Obere Königstraße

Cafe Müller

Austraße

Landgasthof Café Heerlein

Wildens. Hauptstr.

Stadtmarketing

Obere Königstraße

Caffèbar Kranen

Am Kranen

Landratsamt

Ludwigstraße

Tante Emma Laden

Michelsberger Straße

CariThek

Obere Königstraße

Lebenswert

Keßlerstraße

Tanzschule Scholz

Ohmstraße

Casa Espana

Judenstraße

Leo

Unterer Kaulberg

Taverna Georgios

Kunigundenruhstr.

City-Markt Massak

Lange Straße

Malzfabrik Weyermann

Brennerstraße

Teehaus Scharnke

Lange Straße

coffee fellows

Michelinstraße

Martin-Apotheke

Grüner Markt

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Ludwigstraße

Confiserie Storath AG

Lange Straße

Mauerblümchen Spielwaren

Kleberstraße

Treffpunkt Bewegung

Pödeldorfer Straße

Damenmoden Zahn

Kleberstraße

Metzgerei Alt

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Ultimativ

Pfahlplätzchen

Dehner Garten-Center

Moosstraße

Mode für sie

Kleberstraße

Vespino Bamberg

Kirschäckerstraße

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Mode macht Mut

Luitpoldstraße

Villa Geyerswörth GbR

Geyerswörthstraße

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Kleberstraße

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Der Pelikan

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Obstmarkt

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Optic Art

Gaustadter Hauptstr.

Zum Weinritter

Nürnberger Straße

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rubrik

die ZWIEBEL 7/2013

Farblich sortiertes Sortiment

Individuelle Beratung Persönliche Atmosphäre

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GRÜNER MARKT 6

BAMBERG

WWW.MODEHAUS-HARTMANN.DE

die ZWIEBEL 7-2013  

Das Bamberger Kulturmagazin mit Lesern, Büchern und jungen Leuten, die ganz schön Theater machen.

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