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Handwerk 2021

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SONDERBEILAGE · Dienstag, 23. Februar 2021 · Seite 3

Branchen differenziert betrachten Kreishandwerksmeister und Geschäftsführer ziehen Bilanz / Gewinner und Verlierer

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as Handwerk müsse differenziert betrachtet werden, antwortet Kreishandwerksmeister Martin Ranz auf die Frage unserer Zeitung, wie es den Mitgliedsbetrieben in der Corona-Krise geht. Dem Baugewerbe gehe es relativ gut. Was den Wohnungsbau betrifft sei die Nachfrage sogar um 30 Prozent gewachsen. Es gebe aber auch andere Handwerksbranchen wie Frisöre, Metzger und Bäcker. Während die Frisöre unter den coronabedingten Zwangsschließungen im vergangenen Frühjahr und in diesem Winter leiden, fehle den Metzgern und Bäckern das ganze Veranstaltungsgeschäft. Das betrifft sowohl die Grillwürste und Steaks beim Straßenfest als auch das Catering bei Familienfeiern. „Da ist doch einiges an Umsatz weggebrochen“, berichtet der Kreishandwerksmeister. Bei Schreinern hänge es wiederum von der Spezialisierung ab. Wer sich auf Möbel oder das Thema Wohnen spezialisiert

hat, komme gut durch die Krise. „Es gibt aber auch Schreiner, die sich auf Messebau spezialisiert haben, dort findet gar nichts statt“, berichtet er. Zu den Gewinnern gehören die Zweiradmechatroniker, steigen doch viele Menschen von überfüllten Bussen und Bahnen auf das Fahrrad um. Diese kommen mit der Arbeit kaum nach. Das betrifft sowohl den Verkauf von neuen Rädern - gefragt sind vor allem E-Bikes - aber auch das Fitmachen von Rädern, die einige Jahre lang unbenutzt im im Keller standen. Auch die Branchen, die von Fördermitteln profitieren, beispielweise für die Heizungssanierung, stehen vergleichsweise gut da. Was die Lage im Landkreis Lörrach angeht, müsse man aber auch betrachten, was rundherum passiert, sagt der Kreishandwerksmeister. Während der Grenzschließung im vergangenen Frühjahr und jetzt bei den aktuellen Einschrän-

kungen in der Schweiz und im benachbarten Elsass fallen zwei Drittel des Einzugsbereichs weg, betont Ranz. Auch wenn das Handwerk Verständnis für die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie hat, Ranz übt auch Kritik an den Zwangsschließungen von Frisörbetrieben und der Verkaufsflächen von Autohäusern. Die Frisöre hätten wirklich gute Hygienekonzepte. Die Vorgaben wie Maske tragen, Abstand halten und Lüften würden alle beachtet, stellt Ranz fest. Bei den Autohäusern gebe es große Ausstellungräume und wenige Menschen auf großer Fläche. Zudem stünden viele Autos auch im Freien. Handwerksbetriebe sind vielfach Familienbetriebe. Daher sei das Handwerk auch von der Schließung von Kindertagesstätten betroffen. „Die Familien müssen sehr flexibel sein“, stellt Ranz fest und ergänzt: „Wir können froh sein, dass das Handwerk so flexibel ist.“

Er fordert von der Politik mehr Klarheit und eine bessere Kommunikation. „Die Ministerpräsidenten fällen an einem Tag eine Entscheidung, und am nächsten Tag steht einer hin und sagt wir machen es anders“, ärgert sich der Handwerksmeister. Langfristig ist Ranz verhalten optimistisch. Die Coronakrise habe viel

verändert. Leidtragende seien die Einzelhändler. Wenn Geschäfte schließen, werde es auch auch diejenigen treffen, welche die Läden einrichten: Schreiner, Elektriker, Maler und Installateure. Er hofft jedoch, dass durch die starke Industrie und Chemie in der Region Basel, vieles aufgefangen wird.

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Vertreten die Interessen des Handwerks in der Region: Kreishandwerksmeister Martin Ranz (l.) und Geschäftsführer Daniel P. Herkommer. Fotos: Alexander Anlicker


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