Freizeit & Erholung
Die Oberbadische Markgräfler Tagblatt Weiler Zeitung
SONDERBEILAGE · Sommer 2022 · 16
Ein Ausflugsziel mit Geschichte Sausenburg | Ruine zieht Erholungssuchende aus Nah und Fern an / Schauspielerische Führungen n
Von Ralph Lacher
Kandern-Sitzenkirch. An der Kanderner Gemarkungsgrenze zu Malsburg-Marzell und dessen Teilort Vogelbach, auf dem 665 Meter hoch gelegenen Sausenberg, liegt mit der Ruine Sausenburg eine von unterschiedlichen Gruppen von Ausflüglern und Naherholungssuchenden gerne und rege besuchte Burganlage mit fast 900-jähriger Geschichte. Das sagt Claudia Röder von der Kanderner Tourist-Information. Wandernde auf dem Westweg Basel-Pforzheim, Ausflügler mit dem Mountain-Bike oder Spaziergänger, die ihren fahrbaren Untersatz auf dem Vogelbacher Parkplatz Lindenbückle stehen lassen und von dort die rund eineinhalb Kilometer durch den Staatswald in Richtung Burgruine zurücklegen, sind solche Ruinen-Besucher. Im vorigen Sommer erstmals und kürzlich zum zweiten Mal war die Sausenburg bei den „Kindertagen“ Anziehungspunkt für viele Familien. In den Sommermonaten gibt es dazu jeden Diens-
Jeden Dienstag führt Wigand Neumann als Ritter zur Sausenburg. Foto: zVg
Die Burgruine Sausenburg ist für Wanderer, aber auch Familien ein beliebtes Ziel.
Foto: zVg/Christian Dorner
tagabend um 18 Uhr eine Sausenburg-Führung mit dem Schauspieler Wigand Neumann. Dieser schlüpft dabei in die Rolle des Markgrafen Hermann der Jüngere von Hachberg. Dieser übernahm durch Tausch im Jahr 1232 den bis dahin und mindestens seit 1120 im Besitz des Kloster St. Blasien befindlichen Sausenberg. Die Markgrafen von Hachberg waren als Vögte die weltlichen Vertreter für die Besitzungen das Klosters St. Blasiens im Breisgau und im Markgräflerland. Und Herrmann der Jüngere ließ in den Jahren 1232 bis 1246 die Burg auf dem Sausenberg nach dem Grundriss der Burg Zähringen in Freiburg errichten. 1311 erbten die Sausenberger die Burg Rötteln und verlegen ihre Residenz vom Sausenberg nach Haagen. Lediglich ein Burgvogt verblieb auf der Sausenburg. Auch in den folgenden Jahrhunderten war die Burg Teil des Herrschaftsgebiets der Sausenberger. Deren Ge-
dem Forstamt Hans-Peter Dürr. Der Schwarzwaldverein Kandern trägt mit der Beschilderung des Wegenetzes rund um die Sausenburg das Seinige zu deren Attraktivität für Wanderfreunde bei.
biet wurde begrenzt durch die Herrschaft Rötteln im Süden, den Rhein im Westen, die Herrschaft Badenweiler im Norden und den so genannten „österreichischen Schwarzwald“ im Osten. 1444 vermachte Graf Johann von Freiburg dem Markgrafen Rudolf IV und seinem Bruder Hugo die Herrschaften Badenweiler, Rötteln und Sausenberg. Dies gilt als die Geburtsstunde des Markgräflerlandes. Im Bauernkrieg 1525 übernehmen Freischärler die Burg ohne sie allerdings zu zerstören. Nach der Niederschlagung des Bauernaufstands ging die Burg wieder an die Markgrafen. Im 30-jährigen Krieg wurde sie zunächst von kaiserlichen Truppen, später von schwedischen eingenommen. Im Jahr 1678 zerstörten Truppen des französischen Sonnenkönigs Louis XIV die Sausenburg und schliefen sie genauso wie die weiteren Markgräflichen Burgen in Rötteln und Badenweiler. Es erfolgten nur notdürftige
Renovierungen und bald schon – der Zeitpunkt ist nicht genau überliefert – wurde die Burg aufgegeben und zerfiel teilweise. Seit 1960 zeichnen das Staatliche Hochbauamt, das Forstamt Kandern und das Landesdenkmalamt für den Unterhalt und den Zugang zur Burg verantwortlich. Regelmäßige Renovierungen, etwa der Gemäuer, aber auch der Treppen, eine informative Beschilderung und immer wieder auch „Freischneide-Aktionen“ sorgen dafür, dass unter Federführung von Förster Matthias Götz die Sausenburg ein attraktives Ausflugsziel ist und bleibt, erklärt auf
Info Burgruine Sausenburg Ort: Kandern-Sitzenkirch/Vogelbach Zutritt ganzjährlich frei Führungen: Mai bis September, Dienstag 18 Uhr, Treffpunkt Wanderparkplatz Lindenbückle Anmeldung: Tourist-Information Kandern, Tel: 07626/972356