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DIE NOVUM Jeden Mittwoch für Mittweida

Spuren des Vorbilds

Studium im Netz

Die jungen Liberalen in Istanbul erheben sich gegen ihren Regierungschef – und verehren den Begründer der Türkei. – Seite 2

Durch das Internet wird Bildung für jeden zugänglich. Doch bietet das Web tatsächlich die bessere Lehre? – Seite 4

19. Juni 2013

Sportlich durch den Sommer

Mittweida bietet viele Möglichkeiten, den Sommer sportlich aktiv zu genießen. Die Novum hat einige für Sie zusammengetragen. – Seite 6

Rätselraten ums Schwanenschlösschen Verpachtung des Schwanenschlösschens dauert länger als gedacht

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in Idyll am Schwanenteich: Das Schwanenschlösschen in Mittweida könnte ein großartiger Treff punkt sein – city-nah und doch mitten im Grünen. Seit Ende 2012 ist die Gaststätte jedoch nicht mehr in Betrieb. Die bisherige Pächterin hatte Insolvenz angemeldet. Einen neuen Pächter gibt es noch nicht, das Auswahlverfahren der Stadt zieht sich in die Länge. Traurig, denn vielen Bürgern aus Mittweida und Umgebung ist das Lokal, das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde, ans Herz gewachsen. Die Stadt hatte zu Beginn des Jahres die Verpachtung des Objektes neu ausgeschrieben. Die letzten Bewerbungen sollten am 31. März eingehen – und an Interessenten mangelte es nicht. Für die potentiellen Pächter wurden zunächst klare Vorgaben gesetzt. So soll der Name der Gaststätte beibehalten und der Freisitz umgestaltet werden. In einer Abstimmung entschied der Stadtrat schließlich, wer den Zuschlag erhalten soll: Der Grieche Ioannis Theologov, der bereits seit drei Jahren ein Restaurant

in Thalheim betreibt, sollte Mittweidas Traditionslokal ab Mitte Juli wiederbeleben. Letztendlich wurde jedoch nichts daraus: Aus finanziellen Gründen verzichtete er auf die Übernahme. Dabei sind die Bedingungen für ein Geschäft ideal: Das Gebäude kann voll inventarisiert übernommen werden und angesichts der zentralen und idyllischen Lage würde die Gaststätte bei halbwegs gutem Management zum Publikumsmagneten. So ist nicht nachvollziehbar, weshalb noch kein Pächter beispielsweise die Hochschulangehörigen als Gäste haben wollte: Buchstäblich vor der Haustür liegt die Fakultät Medien mit über 1.000 Studenten und Mitarbeitern. Zudem ist das Schwanenschlösschen in Mittweida Tradition. So erzählt Bernd Mell, 69: „Im Jahr 1964 habe ich im Schwanenschlösschen meine spätere Frau wieder getroffen, nachdem wir uns seit Kindheitstagen lange aus den Augen verloren hatten. Mit ihr bin ich jetzt fast 50 Jahre verheiratet.“ Seitdem habe er die Gaststätte mit ihr oft besucht und

würde sich sehr freuen, wenn das Lokal wieder zum Leben erweckt würde. Die Suche nach einem neuen Pächter gestaltet sich aber langwieriger als gedacht, weil sich einige Bewerber anmelden, obwohl sie gar kein Interesse haben, das Lokal tatsächlich zu übernehmen, oder noch unschlüssig sind. Die aktuell nachgerückte Bewerberin, über deren Identität die Stadt noch keine Auskunft geben möchte, prüft im Moment, ob sie den Zuschlag annimmt. Nicht so Björn Grunert: Der Wirtschaftsstudent an der Hochschule Mittweida hat gemeinsam mit seinem Kommilitonen Jens Große und Immobilienmanagement-Studentin Irina Pauls ebenfalls vor, wieder Leben ins Schwanenschlösschen zu bringen. Fachkompetenz bringen die drei aus ihrem Studium mit, Ideen haben sie auch. So wollen sie mit dem Lokal alle Altersgruppen ansprechen, für den Teich planen sie einen Bootsverleih. Mit ihren Zielen sind sie weit gekommen: „Wir haben es bis in die entscheidende Stadtratsversammlung geschaff t“, so Grunert: „Unser Anliegen ist es, das Schwanenschlösschen

Holger Müller

15. Ausgabe

und den Park zu verschönern und den Mittweidaern wieder näher zu bringen.“ Damit verfolgen sie Ziele, die mit denen der Stadt durchaus übereinstimmen. Dennoch: Kein Zuschlag für die Studenten. Sollte sich die aktuelle Pächterin gegen das Lokal entscheiden, wird das Dreierteam nicht einmal nachrücken. Vielmehr wird die Verpachtung des Schwanenschlösschens dann neu ausgeschrieben, und das Auswahlverfahren beginnt wieder von vorn. Unklar bleibt, warum die Stadt die jungen Leute offenbar nicht will. Im Rathaus halten sich die Verantwortlichen bedeckt: „Der Stadtrat hat in einer nicht öffentlichen Sitzung darüber beraten, wie zu verfahren ist. Zum jetzigen Zeitpunkt kann keine detaillierte Auskunft gegeben werden“, erklärte Tanja Conrad-Ksoll, Pressesprecherin Mittweidas – Leerstand wird womöglich höher geschätzt als die Initiative von Jungunternehmern. Clemens Leisegang Eine Umfrage zum Thema finden Sie auf Seite 5


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Politik und Wirtschaft

Die Novum

19. Juni 2013

Ein Kampf der jungen Liberalen Wie der Streit um einen Park in Istanbul zum politischen Widerstand wurde ürkische Flaggen wehen rund um den Taksim Platz in Istanbul. Eine große Masse hat sich in der beliebten Einkaufstraße Istiklal – der Fith Avenue Istanbuls – versammelt, die vom Taksim Platz bis hinunter an den Bosporus führt. Auf den Flaggen ist Atatürk zu sehen, der Begründer und erste Präsident der türkischen Republik. Gestorben ist Atatürk schon 1938, aber für viele junge Menschen des Landes ist er nach wie vor ein Held. Sie demonstrieren gegen Ministerpräsident Erdogan: Alles begann mit Demonstrationen von Umweltaktivisten gegen ein geplantes Einkaufszentrum im Istanbuler Gezi Park. Nach zwei Tagen friedlicher Proteste ging die Polizei auf Befehl Erdogans gewaltsam gegen die Parkbesetzer vor. Dann brach die Hölle los. Das Thema der Demonstrationen wechselte schnell und der eigentliche Streitpunkt, nämlich die Zerstörung des Parks, trat in den Hintergrund. Neues Thema war das allmächtige und reichlich unsensible Gebaren Erdogans. Ausgestattet mit einer soliden Mehrheit im Parlament, entwickelte er in den letzten Jahren immer mehr Allüren eines osmanischen Sultans. Entsprechend forderten die Demonstranten den Rücktritt Erdogans und riefen zum Kampf auf. Ihrer Meinung nach haben Erdogan und die regierende AKP-Partei in der Türkei nur ein Ziel: Die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie und damit die schleichende Islamisierung des Landes. Die ersten Molotowcocktails und Steine flogen auf die Polizei, die sofort mit Tränengas und Wasserwerfern antwortete. Am Sonntag ließ Erdo-

dpa: Sedat Suna

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Mit Wasser und Tränengas gegen die Demonstranten: Die türkische Demokratie gerät ins Wanken.

gan dann das Protestcamp im GeziPark mit massiver Gewalt räumen. Hülyia Kardeniz*, eine Studentin, schildert die Ereignisse: „Wir standen an der Frontlinie, plötzlich packte es mich und ich ging auf die Polizeiabsperrung zu, stoppte fünf Meter davor und begann die Polizisten anzubrüllen: ‚Warum stehen Sie dort? Sie gehören zu uns!‘“ Die Polizisten lachten sie aus, die Wasserwerfer begannen die Menge auseinander zu treiben. „Einige retteten sich in ein Restaurant, als sie dort ankamen, hatten sie höllischen Husten vom Tränengas, das durch die Straßen geschossen wurde. Zurück auf der Straße gingen die Kämpfe weiter. Gasbomben flogen und die Menschen verschanzten sich

im nächsten Café“. Kardeniz‘ Schilderung erinnert an die Straßenkämpfe, wie sie im arabischen Frühling oft zu sehen waren. Doch Istanbul ist anders. Hier kämpfen nicht die Benachteiligten gegen die Machthaber, sondern die junge, gebildete und vermögende Mittelschicht gegen eine Regierung, von der sie befürchten, unterdrückt zu werden. Viele dieser Demonstranten kommen nicht aus dem Lager der Umweltaktivisten, sondern sind Anhänger der bekanntesten Oppositionspartei, der Republikanischen Volkspartei (CHP), die vor Erdogan viele Regierungen stellte. Ihre Hochburg ist Kadikoy, ein Viertel für Istanbuls Bessergestellte. Die CHP sieht

sich als Erbe der nach Kemal Atatürk benannten Grundsätze des Kemalismus: Republikanisch, im Sinne von Volkssouveränität, und laizistisch, also die Trennung von Staat und Religion. Nachdem die ersten Steine geflogen waren, ergriffen die Kemalisten im ganzen Land ihre Chance, mobil zu machen. Die deutschen Medien berichten über die Situation in der Türkei, als wäre bereits ein Bürgerkrieg ausgebrochen; dennoch darf nicht vergessen werden, dass sich die Proteste zwar landesweit ausgedehnt haben, aber nur einige zehntausend Demonstranten mobilisierten. Die breite Masse steht immer noch hinter Erdogan; seine Partei AKP muss sich erst 2015 wieder den Wählern stellen. Während sich die Studenten noch das Tränengas aus den Augen wischen, nutzt Erdogan die Gunst der Stunde und mobilisiert seine Anhänger. Am Sonntag hielt er eine Rede in Istanbul, liberale Beobachter beschreiben sie als „beängstigend“ und „hasserfüllt“. Hunderttausende Anhänger skandierten „Türkiye! Türkiye!“ und schwenkten Porträts des Premiers. Der aktuelle Konflikt legt die wahren Ursachen der Auseinandersetzung offen: die Opposition bemerkt, dass Erdogan den säkularen Staat still und heimlich abschaffen will. Sie haben schon mit verschiedenen Veränderungen zu leben: Das Verbot des Alkoholverkaufs nach 10 Uhr Abends ist nur ein kleines Anzeichen der Islamisierung – und das gefällt der Jugend rund um den Taksim nicht. *Name von der Redaktion geändert Florian Barth

Guten Tag, Herr Leserin! Eine Glosse von Erik Lindner

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aben Sie als Kind die Sandfrau im Fernsehen gesehen, „Wer hat Angst vor der bösen Frau“ gespielt und lautstark das Lied von der Bi-Ba-Butzefrau geträllert? Im Garten mit Ihrer Schäferinnenhündin getollt und von einer Karriere als Hauptfrau bei der Bundeswehr oder Stürmerin Ihrer Lieblingsfrauschaft geträumt? Sie wollten im Hospital als Krankenbruder arbeiten oder als Bergfrau im Stollen, und sind dann doch Fraudolinenspieler geworden? Ein Fraudat im Bundestag ist Ihnen eindeutig zu stressig? Deshalb ge-

hen Sie am Wochenende mit lautem „Waldfrausheil“ auf die Jagd und in den Weihnachtstagen stehen Räucherfrauen auf der Sekretärin, direkt neben der Schale Fraudarinen? Universität Leipzig, nicht wahr? Dann kennen Sie bestimmt das Frauifest von Karl Marx und sind wahrscheinlich weniger vertraut mit den frauigfaltigen Arbeiten in einer Frau-ufaktur. Macht nichts! Aber die erste befraute Raummission werden Sie doch verfolgt haben? Oder interessieren Sie sich ansonsten nur für Frauequins und schöne Frausarden-

wohnungen? Das ist nicht plemplem, sondern generisches Femininum:  Durch Ausmerzen der männlichen Form im Text ihrer Grundordnung will die Universität Leipzig „einen symbolischen Akt“ setzen. So jedenfalls die Rektorin – tatsächlich eine Dame, kein generisches Femininum – in einem Interview. Gut, dass wir andernorts schon die GenderParität haben: Die Macke ist feminin, der Depp maskulin. Dem Senat der Uni Leipzig ist wohl langweilig? Ach was! Die Herren Senatorinnen, unter

der Führung der Rektorin, wollen nur Gleichberechtigung. Heißt das, in einer Neuauflage des Werbespots springt eine nackte Davidofffrau in die Wellen und der hübsche Müller im Kleid rührt die Hanuta-Schokolade? Keine schlechte Idee: Dann würde eine verschwitzte Frau den CocaCola-Träger schleppen und die männlichen Sekretärinnen pfeifen und beißen sich auf die Lippen. Warum nicht? Aber muss es wirklich die Sprachkeule sein, um den Wandel zu erzwingen?


Die Novum

Die unverzichtbaren Anonymi Komparsen vervollständigen jeden Film

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tar-Regisseur Roland Emmerich suchte Rothaarige, ohne Tattoos – schließlich sollten sie aussehen wie typische Londoner des 17. Jahrhunderts. Dass dabei bevorzugt Leute aus Berlin oder Potsdam zum Zug kamen, war volle Absicht:  Gedreht wurde in Babelsberg. Emmerich drehte „Anonymous“, seinen ersten Film ohne Weltuntergang. Sobald eine Filmproduktion viele Menschen für eine Szene braucht, wird eine Komparsenagentur beauftragt, die nötige Anzahl an Leuten zu buchen. Bekannte Agenturen sind „agentur filmgesichter“, „agentur wanted“ und „EXTRAS Berlin“. Diese verfügen über große Datenbanke, in die sich jeder eintragen lassen kann. Dafür braucht es in der Regel nur aktuelle Bilder und persönliche Angaben: Neben Alter und Haarfarbe zählen auch Hutgröße, Kragenweite und die Verfügbarkeit eines Fahrrads dazu. Der Eintrag in eine Kartei garantiert keine häufigen Drehs. Aber je aktueller die Bilder sind, desto höher die Buchungswahrscheinlichkeit. „Ich wollte einfach mal Filmluft schnuppern“, meint die 21-jährige Auszubildende Julia Thiede aus Potsdam, die bei der RTL-Soap „GZSZ“ als

Komparsin mitwirkte. „Ich habe auch einige Leute kennengelernt, die dachten, dass sie bei einem Projekt groß raus kommen oder wichtige Kontakte knüpfen können.“ Das ist allerdings selten der Fall: Komparsen sind in der Regel keine Schauspieler. Der Komparsenjob bietet die Möglichkeit, sich nebenbei etwas Geld zu verdienen. Pro Drehtag gibt es zwischen 50 und 65 Euro. Filmproduktionen könnten auch alle Positionen mit Schauspielern besetzen. Das wäre allerdings sehr teuer: Die Tagesgage eines ausgebildeten Schauspielers beginnt bei 500 Euro. Nach oben gibt es keine Grenzen. Deutschland wird immer attraktiver für große Kinoproduktionen – wie „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ oder „Die drei Musketiere“. Das Studio Babelsberg zieht auch Größen wie Quentin Tarantino an, der dort „Inglourious Basterds“ drehte. Somit werden auch immer mehr Komparsen benötigt. Leute aus allen Berufen, jeden Alters und jeden Typs können je nach Film vermittelt werden. Doch Komparse sein ist kein reines Zuckerschlecken. „Wie es am Set abläuft, ist eigentlich immer recht ähnlich: Ankommen. Warten“, so Thiede.

Auch die Auszubildene Anna Höfel aus Berlin arbeitet oft als Komparsin. Durch ihre Ballettschule ist sie mit neun Jahren zu einem Casting gekommen: „Manchmal ist das Warten am Set sehr langweilig. Es kann aber auch spannend sein.“ Dies sei zum Beispiel der Fall, wenn Komparsen Reiten oder sogar mal den Hauptdarsteller mit Gemüse bewerfen dürfen. Ob es den Komparsen langweilig wird oder nicht, hängt von der Stimmung am Set und von den Aufnahmeleitern ab. Diese bilden die Schnittstelle zwischen Regie und allen Mitarbeitern am Set. Solange das Wetter mitspielt, freundliche und interessante Leute vor Ort sind und für ausreichend Verpflegung gesorgt ist, würde der „Job“ sogar viel Spaß machen. Wie Komparsen behandelt werden, hängt von der Produktion ab. So werden bei Drehtagen mit sehr vielen Komparsen zusätzlich sogenannte Komparsenbetreuer eingesetzt, um den Regisseur, der sich auf die Hauptdarsteller konzentrieren muss, zu entlasten. Sie werden von der Agentur gestellt. Am Set stellen sie sicher, dass die Komparsen pünktlich beim Drehstart anwesend sind und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

3 dpa: Felix Hörhager

Hintergrund

19. Juni 2013

Außerdem kümmern sie sich um die „Komparsenzettel“. Diese enthalten die geleisteten Arbeitsstunden pro Tag und müssen für die Abrechnung vorliegen. Der Verzicht auf Komparsen wäre bei den meisten Produktionen fatal: Eine Szene, die zur Stoßzeit in der U-Bahn spielt, wäre schlicht lächerlich, wenn nur zwei Hauptdarsteller im Wagon wären. Zudem schaffen Komparsen oft erst die Atmosphäre, die Schauspieler brauchen, um eine Rolle glaubhaft zu spielen – für eine Volksrede braucht es auch ein Volk. Der Schauspieler Raphael Vogt freut sich „immer über motivierte Komparsen. Schließlich ziehen wir am Set alle an einem Strang! Die Rolle der Komparsen wird oft unterschätzt.” Vogt hat in GZSZ und Schmetterlinge im Bauch lange Zeit mit Komparsen zusammengearbeitet: „Sie machen das Bild authentischer.“ Warum Leute als Komparsen arbeiten, hat seiner Meinung nach verschiedene Beweggründe: „Größtenteils wird man für‘s Herumsitzen bezahlt und kann die Zeit beispielsweise zum Lesen nutzen. Außerdem lernt man viele neue Menschen kennen.“ Sara Kamolz Anzeige

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Die Novum

Hochschule und Wissenschaft

19. Juni 2013

„IKEA der Bildung“ Bildungsangebote wandern zunehmend ins Netz – Fluch oder Segen für Studenten und Hochschulen? Toni Plewe

Abschlüsse häufig nicht an, die Akzeptanz bei Arbeitgebern ist ebenfalls fraglich. Daher sollte E-Learning in erster Linie der eigenen Weiterbildung dienen. „Gerade für Selbstständige zählt letztendlich das Wissen und nicht irgendein Zertifikat“, findet Peter Müller, Student in Mittweida.

Stefanie Fichte

Den eigenen Wissensdurst stillen

Studieren im Netz: Onlinekurse machen das eigene Arbeitszimmer zum Hörsaal.

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ie Vorlesung beginnt 23 Uhr, Hörsaal ist das eigene Arbeitszimmer und alles, was der Student braucht, ist ein Internetanschluss. Kostenlose Lehrangebote im Netz scheinen attraktiv. Schon seit Jahren bieten US-amerikanische Professoren Online-Kurse für jedermann – ein Beispiel, dem mittlerweile viele gefolgt sind: Auf YouTube finden sich unzählige Lehrvideos von Professoren. Zudem bieten Plattformen wie „OPAL“, „EVA“ oder „Udacity“ national und international Bildung im Web, oft sogar interaktiv mit zusätzlichen Lehrunterlagen, Übungen und Fragerunden im Chat. Ein Bildungsangebot, das vor allem von Berufstätigen gerne angenommen wird, die sich neben dem Job weiterbilden wollen. Doch was bedeutet diese Veränderung für das Hochschul-System?

Ergänzung statt Ersatz Peter Will, Professor für Technische Mechanik in Mittweida, bietet für seine Studenten selbst Online-Seminare an. Eine Gefährdung des konventionellen Unterrichts sieht er darin nicht, sondern eher eine sinnvolle Ergänzung: „Ich gebe meinen Studenten damit die Möglichkeit, sich jederzeit und an jedem Ort mit den Vorlesungsinhalten zu beschäftigen.“ Natürlich bestehe die Gefahr, dass Studenten deshalb den Lehrveranstaltungen fernblieben. „Doch keine Variante des E-Learnings kann den Dialog zwischen Dozent und Student ersetzen“, so Prof. Dr. Will. Wer im Internet studiert, investiert ähnlich viel Zeit wie in ein Präsenzstudium. Arbeitsaufwändiger wird es, wenn der Kurs in einer Fremdsprache gehalten wird oder die Lehrplattform besonders anspruchsvoll ist. Ganz ungebunden ist der Online-Student aber auch hier nicht: Viele Plattfomen

bieten Kurse nur in bestimmten Zeiträumen an. Medienmanagement-Studentin Selvim Yüzgülen hat online das Modul „Local Manager“ belegt und schätzt den Lernerfolg eher gering ein. Die Ablenkung zuhause vor dem PC sei oft zu groß, zudem traten immer wieder technische Probleme auf. „Ich nehme aus Vorlesungen einfach mehr mit, wenn mir jemand persönlich gegenübersitzt“, so Yüzgülen.

Der Bioinformatiker hat selbst schon verschiedene Formen des Onlinestudiums ausprobiert, in erster Linie aus reiner Neugier: „Verschiedene Themen interessieren mich, werden aber in meinem Studium nicht angeboten.“ Ganz besonders schätzt er am Onlinestudium die Entscheidungsfreiheit: „Nur das, was meine Erwartungen auch erfüllt hat, habe ich durchgezogen.“ Alle Aspekte eines HochschulModuls zur Verfügung zu haben, ist für Medientechnikstudent Mirko Schulze entscheidend. Deshalb hat er an der European Virtual Academy (EVA) den Kurs „Interactive Movies“ belegt. Hier bekommt er Vorlesungs-

skripte, Übungen und hat einen Kontakt zum Professor via E-Mail oder Skype. „Das Angebot macht einen durchweg positiven Eindruck auf mich. Allerdings fehlt mir der Kontakt zu Kommilitonen, mit denen ich Aufgaben besprechen oder mir Feedback holen kann.“

Hochschulnahes Onlinestudium Die Kurse der EVA sind akkreditiert, Schulze kann also sichergehen, dass seine Leistungen in Form von Credits angerechnet werden können. Diese hochschulnahe Form der Onlinebildung gehört schon jetzt zu einem begehrten Forschungsgebiet, das sich mit Sicherheit noch weiterentwickeln wird. Softwarefehler und Programmmängel, wie sie derzeit noch existieren, können dann auch zunehmend behoben werden. Auch Prof. Dr. Will hofft, dass sich entsprechende Plattformen im europäischen Raum noch mehr etablieren: „Lokale Lösungen wie die Lernplattform ‚OPAL‘ können nur ein erster Schritt auf diesem Weg sein.“ Christina Honig Anzeige

Bildung für alle E-Learning kann echte Vorlesungen nicht ersetzen – doch womöglich bringt die Konkurrenz im Web Professoren dazu, Vorlesungen ansprechender zu gestalten. „Ich vergleiche das gern mit der Erfindung des Films. Er hat das Theater nicht verdrängt, sondern nur dazu gezwungen, besser zu werden“, so Sebastian Thrun, Gründer der US-Lernplattform „Udacity“. Aus bis zu 190 Ländern sind die rund 100.000 Online-Studenten, die derzeit seine Vorlesungen vor dem Computer verfolgen. Thruns Ziel: Eine Demokratisierung der Hochschullehre, er bezeichnet es auch als „IKEA der Bildung“: „Kurse, in deren Genuss sonst nur Studenten an renommierten Hochschulen kommen, sollen für alle Menschen verfügbar werden, völlig unabhängig von Herkunft, Vermögen, Alter, Geschlecht.“ So will Thrun Indern die Möglichkeit geben, sich durch Programmierkenntnisse eine Existenz aufzubauen, US-Amerikaner von der Last hoher Studiengebühren befreien und Berufstätigen eine Weiterbildung neben dem Job ermöglichen. Trotzdem betont er: „Weder Frontalvorlesung noch Videos helfen bei komplexen Sachverhalten. Zu Hause gibt‘s die Videos, an der Hochschule wird aber gemeinsam gedacht.“ Und es gibt einen weiteren Haken: Hochschulen erkennen Online-

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19. Juni 2013

Lokales

Die Novum

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Unruhiges Wasser an der Talsperre Kriebstein Neuer Geschäftsführer soll Wogen glätten eschäftsführer für Zweckverband gesucht: Diese Ausschreibung heizt die Diskussionen über die zukünftige Entwicklung der Talsperre erneut an. Einige Bewerbungen liegen laut Oberbürgermeister und Zweckverbandschef Matthias Damm schon vor. Eine Entscheidung wurde bisher aber noch nicht getroffen. Weshalb Thomas Waldheim seinen Posten räumen musste, ist unklar. Bekannt ist nur, dass er konkrete Vorstellungen zur Weiterentwicklung der regionalen Sehenswürdigkeit Talsperre hatte. Vor allem für Investitionen in die Region rund um Kriebstein hat sich der 43-Jährige stark gemacht. „Herr Waldheim wollte große Events, die Touristen zum Eintritt zahlen ermutigen“, weiß Norbert Schroeder, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft „Nordhäuser Weg“ Erlebach eV. Jedoch fürchteten einige Anwohner offenbar einen Besucher-Ansturm auf die Talsperre. „Dialoge zwischen Herrn Waldheim und uns Anwohnern hat es viele gegeben, nur gingen unsere Meinungen häufig auseinander“, so Schroeder. Dabei betont der Vorsitzende, der seit 1954 sein Wochenendhaus direkt an einem Wanderweg hat,

Julian Mevius

G

Talsperre Kriebstein – Erholungsoase zum Abkühlen oder rauschende Touristenattraktion?

er habe kein Problem mit Besuchern: „Der Tourismus sollte allerdings dem Image der Talsperre gerecht werden“. Mit „Image“ meint der Ruheständler den Erholungsfaktor der Talsperre. Es könne nicht sein, dass ausschließlich Events veranstaltet werden, die Geld bringen. Investitionen sollten laut Schroeder eher in grundlegende Dinge getätigt werden: „Am Wanderweg zwischen

Lauenhain und Falkenhain gibt es keine einzige Bank zum Ausruhen“. Auch Waldheims Vorgänger Uwe Fritzsching hatte die Ruhe an der Talsperre immer wieder hervorgehoben. Fritzsching, der nun übergangsweise wieder die Aufgaben des Geschäftsführers übernommen hat, äußerte sich im Interview mit der „Freien Presse“ kritisch über die Pläne Waldheims: „Ich hatte Beden-

ken, dass die Talsperre zum touristischen Rummelplatz werden soll“. Christoph Merker, Bürgermeister der Gemeinde Kriebstein, zeigt sich in puncto Talsperre zuversichtlich: „Wir wollen versuchen, einen goldenen Mittelweg zwischen den Parteien zu finden“. Veranstaltungen gehörten auf jeden Fall dazu, es dürfe nur nicht übertrieben werden, betont Merker. Vor allem für eine familienfreundliche Talsperre will sich die Gemeinde Kriebstein einsetzen und „mehr Action“ an die Ufer der Talsperre bringen. Der Bürgermeister verweist allerdings auch auf die ursprüngliche Idee des Zweckverbandes: „Er wurde gebildet, um Interessen zu bündeln und nicht um gegeneinander zu arbeiten“. Der Verband setzt sich aus Verantwortlichen der Stadt Mittweida, der Gemeinde Kriebstein und dem gesamten Landkreis Mittelsachsen zusammen. Damm: „Alle eint das Interesse an der Talsperre“. Bis zum 28. Juni läuft die Stellenausschreibung für den neuen Geschäftsführer. Danach soll laut Christoph Merker eine „zügige“ Entscheidung getroffen werden. Claudia Metzner

Pizza, Pasta, Dönerspieß...

Fotos/Redaktion: Toni Plewe

...oder doch lieber gute sächsische Küche? Die Novum hat sich umgehört, wie sich die Mittweidaer das neue Schwanenschlösschen vorstellen.

Jeremias Eichler, 23 Jahre, Medientechnik-Student Das Angebot der alten Schwane war sehr teuer. Damit es für den neuen Pächter besser läuft, sollten preiswertere Speisen angeboten und der Außenbereich weiter ausgebaut werden. Für uns Studenten wären lange Öffnungszeiten wichtig. Meistens wird bis nachts im Medienzentrum produziert. Wenn man dann noch etwas zu Essen braucht, könnte man mal schnell in die Schwane gehen.

Brigitte Ludwig, 54 Jahre, Physiotherapeutin Ich kenne das alte Schwanenschlösschen nur von Außen. Aber mit der Idee, dass das Schwanenschlösschen von einem Griechen übernommen werden sollte, war ich nicht einverstanden. Der neue Pächter sollte auf traditionelle Küche setzen, damit die Schwane besser zu Mittweida passt. Das Lokal sollte dazu einladen, die Freizeit dort zu verbringen. Für Senioren wären Vesperzeiten schön.

Danielo Flachs, 33 Jahre, Selbstständiger Ein gemütliches Eiscafé in der Schwane wäre nicht schlecht. Und auch Deutsche Küche wäre schön, denn Döner, Pizza und Ähnliches gibt es hier viel, günstige Traditionsküche aber eher wenig. Da das Schwanenschlösschen mitten im Park liegt, ist die Umgebung sehr schön, besonders, wenn das Ambiente natürlich gehalten wird. Für die Kinder wäre ein kleiner Spielplatz nicht schlecht.

Sarah Kricke, 20 Jahre, Medienmanagement-Studentin Ich wünsche mir im Schwanenschlösschen eine Alternative zur Mensa oder Kombüse. Ich würde hin und wieder lieber einen kleinen Snack essen, als jedes Mal ein großes Menü. Solche Snacks sollten besonders zur Mittagszeit angeboten werden. Dieses alternative Angebot sollte es aber auch zu ähnlich günstigen Preisen geben. Denn die meisten Studenten haben nur einen recht mageren Geldbeutel.


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Sport

Die Novum

19. Juni 2013

Fit durch den Sommer D

ie Sommersonne bringt's an den Tag: Schwabbelbauch oder Sixpack, Celulitis oder Knackpo – wer sich in den vergangenen Monaten zu sehr hat hängen lassen, dem bietet Mittweida eine Vielzahl an Möglichkeiten nun sportlich durchzustarten. Boxen, Handball, Badminton und Volleyball gibt es beim TSV Fortschritt Mittweida. Willkommen ist jeder, der sich bewegen möchte. Auch für Senioren gibt es eine eigene Sportabteilung, um sich im Alter fit zu halten. Wo die einzelnen Abteilungen ihre jeweilige Sportstätte haben, können Interessierte der Vereinsseite (www.fortschritt-mittweida.de) entnehmen. Fußballbegeisterte sind beim SV Germania Mittweida gut aufgehoben. Der Traditionsverein bietet seit 1897 ein Zuhause für alle, die dem runden Leder verfallen sind. Über sämtliche Altersklassen hinweg, kann dort unter Anleitung der Umgang mit dem runden Leder erlernt werden. Diejenigen, die lieber auf Trainingsalltag verzichten und mit Freunden eine Runde kicken wollen, können sich auf dem Bolzplatz in der Tur-

Stefanie Fichte

Sportmöglichkeiten in und um Mittweida

nerstraße die Bälle um die Ohren schießen. Für die nötige Abkühlung an heißen Sommertagen sorgt das Freibad Mittweida. Da es erst vor wenigen Jahren komplett renoviert wurde, ist es technisch auf dem neuesten Stand und verfügt neben einem 25 Meter langen Schwimmbecken zusätzlich über reichlich Möglichkeiten sich auch außerhalb des Wassers auszutoben. So sind mehrere Beachvolleyballplätze und ein Beachsoccerplatz vorhanden. Ab dem 30. Juni gibt es zudem die Möglichkeit, neben dem Freibad auf einem brandneuen Basketballcourt mit Freunden ein paar Körbe zu werfen. Dieser wird im Rahmen

der Sanierung des Skateparks für 71.800 Euro errichtet, wobei die Stadt 20.000 Euro aus dem Haushalt in das Projekt investierte. Bis dato konnte nur während der Öffnungszeiten des Freibades auf dem Freibadgelände Basketball gespielt werden. Naturbegeisterte lockt die Kriebsteintalsperre. Mehrere Bootsverleihe bieten Kanus für den sportlich ambitionierten Wassersportler oder Tretboote für eine gemütliche Fahrt vor idyllischer Kulisse. Genau das Richtige, um an lauen Sommer-abenden ein wenig auszuspannen und sich gleichzeitig noch etwas zu bewegen. Außerdem können Radsportler im Mittweidaer Umland kräftig in die Pedale treten. Die Route über Frankenberg, Hainichen und Rossau ist

prädestiniert für eine sonntägliche Radtour. Komplett wetterunabhängig können sich Hobbytänzer in der Tanzschule „Step5“ versuchen. Direkt über dem "Simmel" wird hier das trendige Zumba von zertifizierten Trainern angeboten, aber auch Klassiker wie Salsa und Discofox oder modernere Stile wie Hip Hop und Breakdance können erlernt werden. Seit dem 16. Juni bietet die Tanzschule auch einen Grundkurs für sportlichen und schnellen Rock'n'Roll. Die Angebote in Mittweida sind zahlreich – vielleicht finden so auch Sportmuffel die nötige Motivation, um den Spaß an der Bewegung für sich zu entdecken. Philipp Wallat Anzeige

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Kurz vor knapp

19. Juni 2013

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DIE NOVUM

Schlau in 3 Minuten Gefährliche Handzeichen

Der Sonnenbrand-Irrtum

Tomatensaft im Flieger

Heißer Tee bei Hitze?

Nicht immer ist die Verständigung im Urlaubsland einfach. Allerdings muss es nicht an der Sprache selbst liegen. Allein ein falsches Handzeichen kann zur Fehlkommunikation führen. So sollte der Urlauber in Italien lieber nicht das Rock’n’RollZeichen zeigen. Denn damit teilt er seinem Gegenüber nicht mit, das etwas rockt, sondern eher „deine Frau betrügt dich!“. Sogar das friedvolle Peace-Zeichen wirkt in Ländern wie Australien, Irland und Neuseeland eher wie ein doppelter Stinkefinger. Und wer gerne noch ein zweites Mal im türkischen Restaurant speisen gehen möchte, der sollte dem Koch nicht mit einem Ring aus Zeigefinger und Daumen signalisieren, dass es ihm geschmeckt hat. In den meisten Fällen wird dieser eher als Symbol für „A-loch“ interpretiert. So schnell kann man also ungewollt in ein peinliches Fettnäpfchen geraten. Wer solchen Situationen im Urlaub lieber aus dem Weg gehen möchte, sollte sich daher vorab ausreichend über seinen Ferienort informieren.

Klimaforscher der Universität Kiel stellten fest, dass der höchste Wert der UV-Strahlen nicht bei direkter Sonneneinstrahlung, sondern bei bedecktem Himmel erreicht wird. Wo dicke Wolken das Sonnenlicht eher abschirmen, reflektieren die Wassertropfen der Schäfchenwolken die Strahlung wie bei einem Spiegel. Das Licht, das dann durch die Wolkenlücken dringt, ist somit viel stärker. Daher wird empfohlen, sich auch an bewölkten Tagen mit Sonnenschutz ausreichend einzucremen.

Ein Ritual in jedem Flugzeug: der Tomatensaft. Am Boden trinkt ihn kaum jemand – über den Wolken ist er beliebt. Diesem Phänomen ging das Fraunhofer-Institut auf die Spur. Der Saft wird meist bestellt, weil er nicht nur den Durst löscht, sondern gleichzeitig den Hunger stillt. Außerdem hat der veränderte Druck in der Flugzeugkabine einen Einfluss. Der Passagier nimmt Geschmacksreize dadurch gedämpfter war. So wirkt Tomatensaft nicht nur frisch und fruchtig, sondern liefert die gewünschte Würze.

Wenn die Temperaturen bei 30 Grad im Schatten liegen und der Schweiß auf der Stirn steht, greift jeder schnell zum eisgekühlten Getränk. Doch was im ersten Moment erfrischend erscheint, hält nicht lange an. Der Körper muss das Kaltgetränk zuerst erwärmen und leistet somit Arbeit, was ihn wieder zum Schwitzen bringt. Daher ist es ratsam nach lauwarmen Getränken zu greifen. In der Wüste trinken die Bewohner deshalb sogar heißen Tee. Susann Schadebrodt

Einfach selbstgemacht! Joghurt und Gurke – die schnelle und günstige Lösung gegen Sonnenbrand

Mensaplan Donnerstag, den 20.06.2013 Schweizer Hackbraten mit Erbsen-Möhrengemüse, Kartoffelpüree | mensaVital Nordafrikanisches Bohnen-Bulgur-Ragout, BananenSojashake | Hähnchen Saltimbocca Tomatensoße-Napoli Pfannengemüse, Spaghetti Freitag, den 21.06.2013 Kesselgulasch mit Schweinefleisch, Weißbrot | mensaVital Limettenspaghetti mit Erbsen, Pilzen und Cashewkernen | Schweineschnitzel Wiener Art, Kaisergemüse, Pommes frites Montag, den 24.06.2013 Spirelli, Jagdwurst, Tomatensoße, geriebener Käse, Obst | mensaVital Orientalische Gemüsepfanne mit Dinkel und Sesam | Hähnchen Pikantje, mit Schinken und Käse, Kroketten, Amsterdamer Salat Dienstag, den 25.06.2013 Kräuter-Sahnequark Leberwurst, Butter, Kartoffeln | Gemüse-Couscous mit Tofu, Backpflaumen, Mango, geröstete Nüsse | Schweinesteak, Paprikaletscho, Jacket Wedges, bunter Salat Mittwoch, den 26.06.2013 Thüringer Mutzbraten, Sauerkraut, Böhmische Semmelknödel | mensaVital Auberginen im Haferflockenmantel, Tomatensoße, Gemüsebulgur | Chicken Wings BBQ, Pommes frites, Coloradosalat Die Novum wünscht guten Appetit!

eignet sich Joghurt mit hohem Fettgehalt, zum Beispiel 3,5 Prozent. Die Kur auf die Haut auftragen und 20 Minuten einwirken lassen. Danach die Haut mit lauwarmem Wasser abspülen. Die reichhaltige Gurken-Joghurt-Packung gibt der Haut die verlorene Feuchtigkeit zurück und regeneriert den Säureschutzmantel. So kann der Sonnenbrand beruhigt abklingen und die Haut sich wieder erholen. Sara Bieder

Grüße

„Gestern war nicht alles besser, sondern morgen wird alles besser“ @baranek

Ganz viele Grüße an meine lieben HoWi-Redakteure! Danke für eure Motivation und Unterstützung in diesem Semester und an so manch langem Produktionstag. ;-) Ich wünsche euch viel Erfolg bei den Prüfungen! Christina

Hinweis

Liebe Grüße an alle Studenten, die sich jetzt langsam auf die Prüfungen vorbereiten ;)

Ihren Gruß schicken Sie bitte an: gruesse@die-novum.de. Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass Grüße keine fremdenfeindlichen, rassistischen, persönlichkeitsverletzenden oder in anderer Art gegen bestehendes Recht verstoßende Inhalte aufweisen dürfen. Bei Verletzung dieser Richtlinien behalten wir uns rechtliche Schritte vor. Kinoprogramm

Folgende Filme werden in der Filmbühne Mittweida, in der Woche vom 20. bis 26. Juni gezeigt: Ostwind Samstag und Sonntag 14:45 Uhr

Star Trek Into Darkness 3D Freitag und Samstag 22:15 Uhr

Fast & Furious 6 Donnerstag bis Mittwoch 17:00 Uhr

Epic 3D Donnerstag bis Mittwoch 17:15 Uhr Samstag und Sonntag auch 14:45 Uhr

Hangover 3 Donnerstag bis Mittwoch 20:00 Uhr Freitag und Samstag auch 22:15 Uhr Iron Man 3 in 3D Donnerstag bis Mittwoch 19:45 Uhr

NaturJoghurt

Franziska Keller

Impressum

Tweet der Woche

Die allerbesten Grüße an das „Zurück in die Zukunft“ Team! Ihr seid mega und wir sind echt traurig, dass es sobald schon wieder rum ist. Freitag & Samstag werden aber wieder gerockt! :) Liebe Grüße – Franz & Lisa

Ich grüße meine „Hip-Hop Maus“ ;)

NaturJoghurt

Wer kennt ihn nicht: Sonnenbrand! Egal ob im Urlaub oder Zuhause auf Balkonien. Er kommt meistens ganz schnell und wenn er erst einmal da ist, will er nicht wieder gehen. Wer keine Lust hat, sich teure Aprés-Lotions zu kaufen, der kann ganz unkompliziert und schnell seinen Kühlschrank plündern und Abhilfe schaffen: Einfach ein Stück Salatgurke fein raspeln und durch ein Tuch pressen. Den Saft auffangen und mit Naturjoghurt vermischen. Am Besten

Filmbühne Mittweida Theaterstraße 1 Telefon: 0 37 27 / 31 42

Die Novum ist eine Ausbildungszeitung der Fakultät Medien / Die Novum Print der Hochschule Mittweida, unterstützt von: AMAK AG und Medieninstitut Mittweida e.V., Verleger gemäß SächsPresseG vom 3. April 1992: Mittweida Research, Division GmbH / AMAK AG, Technikumplatz 17, 09648 Mittweida, www.amak.ag Geschäftsführerin: Silke Knauer Vorstand: Prof. Dr. Otto Altendorfer Anschrift: Hochschule Mittweida, Redaktion Die Novum-Print, Leisniger Straße 9, 09648 Mittweida E-Mail: redaktion@die-novum.de, www.die-novum.de; Herausgeber: Fakultät Medien V.i.S.d.P.: Prof. Dr. Michael Hösel Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Andreas Wrobel-Leipold Chefredaktion: Stefan Kirsten, Nicole Grimm CvD: Linda Nowak Politik: Florian Barth Hintergrund: Kitty Kalkbrenner Lokales: Eric Klapper, Claudia Metzner Hochschule/Wissenschaft: Christina Honig Sport: Maximilian Desczyk Magazin: Susann Schadebrodt Feuilleton: Sophie Herwig, Corinna Robertz Marketing: Annabell Saupe Anzeigen: Marcus Winkler Grafik: Sara Bieder Layout: Philipp List, Ulrike Dorn Foto: Marie-Luis Langfeld Online: André Baumjohann Technik & Druck: Christian Greim, Sindy Herrmann, Stefan Heidisch Vertrieb: Sara Kamolz


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Feuilleton

Die Novum

19. Juni 2013

Böse Lulu Wedekinds Drama „Lulu“ – neu inszeniert von den Theatern Chemnitz ie Theater Chemnitz verabschieden sich in die Sommerpause. Ganz ohne Kracher, Klassiker oder Komödie. Zum Abschied gab es das böse Wedekind-Drama „Lulu“. Lulu ist eine Teufelsschönheit. Alle Männer, die sich mit ihr einlassen, finden einen mehr oder weniger natürlichen Tod. Neben „Frühlings Erwachen“, ist „Lulu“ Wedekinds wichtigstes Werk, geschaffen vor exakt 100 Jahren. Damit entstand eine Frauenfigur, wie sie die Literatur bis dato nicht kannte: Ein Skandal! Dafür hatte Wedekind ein Händchen und deshalb gibt’s das Stück auch 2013 mit einer Altersempfehlung ab 16 Jahren. Regisseur war Nuran David Calis, sozusagen ein Wedekind-Spezialist: 2010 hatte er für‘s ZDF Regie geführt bei einer Neuverfilmung von „Frühlings Erwachen“ mit Wilson Gonzales Ochsenknecht. Ausverkauft ist das Theater nicht, gottlob. Denn den Platz braucht der Zuschauer auch, um zu atmen. So dicht sind die Dialoge, so intensiv das Bühnenbild. Da ist dieses freizügige Mädchen, das seine Umgebung in seinen Bann zu ziehen vermag. Das jedem Mann genau das ist, was dieser sich unter seiner Traumfrau vorstellt – Kindfrau oder Luxusweib, verspielt, verführerisch, verrucht. Zwei Stunden lang erlebt der Zuschauer Lulus Streifzug durch die Männerwelt. Was Nuran David Calis an dieser Inszenierung gereizt hat? „Im Zentrum eine Frau, um sie herum die Männer.

Theater Chemnitz

D

Verspielt, verführerisch, verrucht: Lulu präsentiert sich zwei Stunden lang als Teufelsschönheit.

Die Männer, die sie nicht bekommen, gehen kaputt“, verrät der Regisseur. Eine beachtliche Schauspielleistung des Ensembles. Einen der acht männlichen Darsteller hervorzuheben, wäre unfair. Aber Runa Pernoda Schaefer muss erwähnt werden. Sie spielt die Lulu geschlagene zwei Stunden, sieben Minuten auf der Bühne. Ohne Pause. Von der kleinen Lolita zur aufgetakelten Hure. Reizend muss sie sein und böse. Schnurrend und fotzig. Flüsternd und schreiend − meist hysterisch lachend. Lulu wird ein Fantasieprodukt. Eine, die den Männern, die ihr verfallen (oder verfallen sollen) an den Kragen geht. Oder an den Schwanz. Provozierend – aber großes Theater.

Männer, die sich in ihre Unterhosen greifen und sich (ständig) selbst befriedigen. Weil sie Lulu nicht haben und weil sie nicht geliebt werden können. Der Theaterabonnent blickt verstört. Steht machmal auf und geht. Spätestens, als sich durch eine Wand mit Löchern eine Reihe von Schwänzen auf die Bühne schiebt. Lulu sitzt davor, lolita-like, mit Kleenex-Tüchern und Bodylotion in den Händen. Gleich darauf auch mit etwas anderem in den Händen. Angefasst wird sie von den Männern, die sie versuchen zu begehren. Doch letztlich ist es immer nur der Versuch. Die Suche nach Erfüllung – und dann Endstation Sehnsucht.

Lulus Kostüm besteht aus Latex, oder Gummi. Weil der doch alles fern hält, theoretisch. Unter die Haut geht bei ihr jedenfalls nichts, auch wenn sie ständig angefasst wird. Sie wirkt leblos, gleichzeitig so wunderschön. Das Bühnenbild tut sein Übriges. In der Mitte ein Becken mit Wasser. Welches ursprünglich sauberes, jungfräuliches Wasser war, wird nun vor lauter Waschen der Hände in Unschuld und anderer Köperteile zur dreckigen Sündenpfütze. Eine Videokamera filmt während des Stücks, hauptsächlich Lulu. Die dann überlebensgroß an die gegenüberliegende Wand projiziert wird. Überzeichnet und böse präsentiert sich das Chemnitzer Stück. Sogar böser als in Wedekinds Original. Derb und brutal, überzogen und ironisch, ja, hysterisch. Die brutalen (Vergewaltigungs-)Szenen werden unter Stroboskop-Licht gefilmt und eher angedeutet. Wenn der Maler Schwarz erschossen wird, spritzt das Blut. Regisseur Nuran David Calis hat den Sex ausgezogen, entblättert bis zur Widerlichkeit. Das war für die Zuschauer in Chemnitz etwas viel. Ein vereinzelter Buh-Ruf. Ein paar gingen raus. Hier und da ein „unmöglich“ oder „wie sittenlos“. Lang anhaltender Beifall dagegen am Schluss für Schauspieler und Regie-Team. Wie werden die starken Tobak gewöhnten Leipziger reagieren? Die ganze Crew der „Lulu“ zieht nämlich in die nächste Stadt ein. Sophie Herwig

Gib dem Geist eine Chance

E

in Sammelsurium aus alten Kinosesseln und ausgeblichenen Couches. Beim Eintreten wird der Besucher von einer jungen Frau begrüßt, die das Eintrittsgeld lächelnd in der Schatulle auf ihrem Schoß verstaut. Über einen Beamer flimmert eine Reihe von Kurzfilmen über die Leinwand. Der Zuschauer trinkt Club Mate und knabbert an Erdnüssen, die an der Bar am Rand verkauft werden. Der Filmclub „Mittendrin“ ist das Programmkino der TU Chemnitz und eine gelungene Alternative zu den herkömmlichen Popcorntempeln. „Mit unserem vielseitigen und teils speziellen Monatsprogramm verstehen wir uns als gemütliches Arthouse-Kino, wo auch mal Filme zu sehen sind, deren künstlerischer Anspruch sich im üblichen Kino als defizitär erweisen würde“, erklärt Mitarbeiterin

flickr: Sara Bieder

Programmkino der TU Chemnitz im Filmclub „Mittendrin“

Kinostimmung im Chemnitzer Filmclub.

Annemarie Franke. Es werden Nischenwerke gezeigt, Klassiker und aktueller Stoff. Eine bunte Mischung, aber wöchentlich mindestens zwei verschiedene Filme. Einmal im Monat gibt es dazu einen Kurzfilm- und einen Doku-Abend. „Gib dem Geist eine Chance“ ist das Motto bei der Auswahl. Die wird von den ehrenamtlichen Mitarbeitern getroffen, allesamt jetzige oder ehemalige Studenten der

TU Chemnitz. Gerade durch die studentische Organisation merkt der Zuschauer die Liebe, die in das Programmkino gesteckt wird. Er wird fröhlich begrüßt, freundlich bedient und für drei Euro Eintrittspreis garantiert gut unterhalten. Es sind überwiegend Studenten, die das Programmkino besuchen. Allerdings wenige ausländische, denn die Filme werden fast ausschließlich auf Deutsch gezeigt. Ein Grund dafür ist, dass das Einkopieren von Untertiteln in verschiedenen Sprachen auf 35-Millimeter-Filmen sehr teuer ist und sich für den Filmverleih nur in seltenen Fällen lohnt. „Letztendlich muss sich das Ganze rechnen“, erklärt Franke: „Unsere Einnahmen sollten mindestens die Ausgaben decken. Zu diesem Zweck arbeiten wir auch mit anderen Kinos in der Region zu-

sammen, organisieren beispielsweise Abspielgemeinschaften, was Kosten senkt und die Vorführung finanziell weniger vielversprechender Filme ermöglicht.“ Mit etwas Glück ist nach der Vorstellung auch mal der Regisseur zu Gast und führt eine Diskussionsrunde über sein Werk. Oder das Filmplakat darf für zu Hause mitgenommen werden. Das erinnert dann noch lange an einen anregenden Abend. Corinna Robertz Filmclub „Mittendrin“ Reichenhainer Straße 35 – 37 09126 Chemnitz immer dienstags & donnerstags Einlass: 20:30 Uhr Filmbeginn: 21:00 Uhr Eintritt: 3,00 Euro


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