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EIM-KOMPASS | 09

denen Gründen aus dem Verband verabschiedet. Als geschäftsführender Vorstandsvorsitzender hatte ich viel Verantwortung und bei 150 Mitgliedsfirmen ist einfach zu viel Zeit, die ich für mein Unternehmen brauchte, in den Verband geflossen. PROJECT CONSULT hat seinen Teil zur Entwicklung des Themas in Deutschland beigetragen. Das können jetzt auch mal andere machen. Zum letzten Teil Ihrer Frage und zum Anlass des Interviews – ich persönlich habe in diesen Jahren eine Transformation vollzogen, von einem naturwissenschaftlich orientierten Archäologen in die Informationswissenschaft, aus der Forschung in die Entwicklung von Software und von dort in die produktunabhängige Unternehmensberatung. Wir helfen den Endanwendern, dass sie auch mit der digitalen Transformation zurechtkommen. Steffen Schaar: …eine wunderbare Brücke zu den Fragen aus dem „Heute“, denn wie sagt ein Sprichwort „ … um die Zukunft zu gestalten, sollte man die Vergangenheit kennen und die Gegenwart akzeptieren“. Hätten Sie gedacht mal als Digital Immigrant alt zu werden und die Digitalisierung mitzugestalten? Dr. Ulrich Kampffmeyer: Ja. Sogar als RDI – Retarded Digital Immigrant. Steffen Schaar: Okay - klare Antwort! (schmunzelt)

heute ist das ein Thema, das alle betrifft. Was aber meint Digitalisierung ursprünglich? Das Lexikon sagt „die Wandelung analoger Information in digitale Information“ – also kurz gesprungen für die Dokumentenmanagementbranche - Scannen. Was wir heute unter Digitalisierung verstehen, ist die Umstellung der Kommunikation, der Arbeitsweisen, des gesamten Unterstützungsumfeldes des Menschen durch digitale Medien, durch digitale Abläufe, digitale Werkzeuge, Robotik und dergleichen. Seitdem der Mensch existiert, benutzt er die Werkzeuge, den Faustkeil, die Dampfmaschine, das Fließband. Der Mensch wird erst durch seine Werkzeuge zum Menschen. Unterstützende Werkzeuge beginnen nun aber ein Eigenleben zu entwickeln: Roboter, Künstliche Intelligenz, semantische Suche bis hin zu Cyborgs. Wir müssen akzeptieren, dass die Software, mit der wir im Büro oder in der Fabrik arbeiten, eigentlich ein Kollege ist. Dies wird sich durch den Einbau elektronischer Komponenten in den Menschen, als Cyborgs, noch verstärken. Kälber

Dr. Ulrich Kampffmeyer: Sie haben den Begriff Digitalisierung in den Ring geworfen. Seit Beginn der IT betreiben wir doch Digitalisierung, oder? Was sich geändert hat ist, dass wir heute eine bisher nicht gekannte Beschleunigung der Entwicklung haben. Der Begriff Digitalisierung ist in unseren Alltag förmlich eingesickert. Ursprünglich war er für Forschung oder moderne Wirtschaftsunternehmen vorbehalten, DiALOG-MAGAZIN.DE

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DiALOG - Das Magazin für EIM, Ausgabe März 2018