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Rhein-Kreis Neuss

Diakonie f端r Menschen Jahresbericht 2010


Impressum 2

Diakonisches Werk Evangelischer Kirchengemeinden im Rhein-Kreis-Neuss e. V. Am Ständehaus 12 41515 Grevenbroich Telefon 02181 / 605 - 1 Vorstand Bernd Gellrich (Fachvorstand und Sprecher) Klaus Stolz (Kaufmännischer Vorstand)

Verwaltungsrat Pfarrer Frank Picht (Vorsitzender) Ernst-Walter Poser (Stellv. Vorsitzender) Uwe Amelungk Ulrich Garthe Dr. Barbara Gigowski Walter Peiffer Thorsten Schmidt Gabriele Schüller Brigitte Zillmer Internet www.DiakonischesWerk.de

Redaktion Bernd Gellrich Simone Geringswald Layout, Abwicklung, Realisation Werbeagentur und Verlag Norbert Küpping Martina Mauerer Fotos Michael Reuter Bernd Gellrich Norbert Küpping Martina Mauerer Jürgen Splinter privat


Inhaltsverzeichnis Jahresbericht 2010

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Vorworte - eine starke Gemeinschaft

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Familien- und Jugendhilfe Aufsuchende Familienhilfe Flexible Erziehungshilfe Dormagen Arbeitsgelegenheiten in schwierigen Zeiten Kinder- und Jugendzentrum Horrem - Die R端be Wohngebietsbetreuung Miteinander - F端reinander Soziale Beratung in Grevenbroich Freiwilligen Agentur Dormagen

20 21 23 23 23 24 26

Psychiatrische Hilfen Sozialpsychiatrisches Zentrum SPZ-Kontaktstelle Grevenbroich SPZ-Ambulant Betreutes Wohnen SPZ-Kontaktstelle Dormagen Psychosoziale Beratung STEPPS-Trainingsprogramm

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Erftaue Service Gesellschaft GmbH

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Leben im Alter Seniorenberatungsstelle Dormagen Seniorenberatungsstelle J端chen / Korschenbroich Diakonie-Pflegestationen Rhein-Kreis Neuss Diakonie-Pflegestation Dormagen Diakonie-Pflegestation Grevenbroich / Rommerskirchen Diakonie-Pflegestation J端chen / Korschenbroich Palliativfachpflegedienst Rhein-Kreis Neuss Seniorenzentrum Albert-Schweitzer-Haus Grevenbroich Seniorenzentrum Haus Tabita Kleinenbroich Seniorenzentrum Markuskirche Dormagen-Horrem

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Einrichtungen und Kontakte

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Jahresbericht 2010 Vorwort

Sehr geehrte Leserinnen und Leser mit unserem Jahresbericht 2010 möchten wir Ihnen einen Überblick über die Entwicklungen in den Einrichtungen des Diakonischen Werkes verschaffen. Das, was uns im vergangenen Jahr beschäftigt hat und in den nächsten Jahren weiterhin bewegen wird, ist die Frage nach adäquater Teilhabe und Versorgung sozial schwacher, kranker, alter und behinderter Menschen. Auf der einen Seite werden die Kommunen, der Landschaftsverband, der Bund, die Krankenkassen und die Pflegekasse nicht mehr dauerhaft die finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen können. Auf der anderen Seite stehen uns künftig auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr in der Anzahl und Qualität die Mitarbeitenden zur Verfügung, um alle notwendigen Aufgaben im Bereich der Betreuung und Versorgung zu erfüllen. Schon im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass zum Beispiel in der Ambulanten Pflege aufgrund von Personalmangel nicht alle Kundenwünsche erfüllt werden konnten. Zwar gelang es uns trotz großer Schwierigkeiten immer noch hinreichend Personal für die anstehenden Pflegeaufträge zu gewinnen, aber es ging nicht ohne dass die Mitarbeitenden eine Vielzahl von Mehrarbeitsstunden leisteten. So sind im Bereich der Pflege und ebenso der Eingliederungshilfe staatliche Reformen unabdingbar, um die notwendigen Hilfen auch langfristig finanziell und personell aufrecht halten zu können. Es wird für uns zukünftig entscheidend sein, durch eine werteorientierte Unternehmenskultur einen „guten Ruf “ bei engagierten Fach- und Führungskräften zu genießen. Die besten Arbeitgeber in der Branche werden künftig aktiv um gutes Personal werben können und die wenigsten Schwierigkeiten bei anstehenden Stellenbesetzungen haben.

Darüber hinaus sind wir als örtliches Diakonisches Werk nur erfolgreich, wenn der lokale Bezug vorhanden ist und wir weiterhin fest verwurzelt sind, mit der Heimat der Menschen die hier leben. Eine Säule ist hierbei die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden, die über ihre Kontakte und Beziehungen über ein hohes soziales Kapital verfügen. Des Weiteren stärkt nur die regelmäßige Reflexion innerhalb des Diakonischen Werkes die qualitative Fortentwicklung der Angebote. Wir werden weiterhin Fehler machen um daraus zu lernen und ständig bemüht sein das Vorhandene zu verbessern. Ziel ist es natürlich die Fehler „klein zu halten“. Dies ist eine Herausforderung, die nur mit engagierten und motivierten Mitarbeitenden gemeistert werden kann - über die wir glücklicherweise im gesamten Diakonie-Verbund verfügen. Ihnen allen gilt unser Dank – ebenso dem Verwaltungsrat, der uns eine vertrauensvolle Ausgestaltung unserer Diakonischen Arbeit ermöglicht hat. Bernd Gellrich und Klaus Stolz Vorstände Diakonisches Werk Rhein-Kreis Neuss e. V.

Bernd Gellrich Fachvorstand Vorstandssprecher Diakonisches Werk Rhein-Kreis Neuss Am Ständehaus 12 41515 Grevenbroich Tel. 02181 - 605-1


Vorwort Jahresbericht 2010

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Gemeinden und Diakonie - eine starke Gemeinschaft Menschen feiern gemeinsam Gottesdienste, Kinder und Erwachsene werden getauft, Paare festlich getraut, Verstorbene in Würde bestattet. Kirchengemeinden prägen mit Musik und Ausstellungen die Kultur. Die Evangelische Kirche unterhält Kindergärten, Jugendzentren, Altenheime und Krankenhäuser. Mit ihren Seelsorgerinnen und Seelsorgern und mit der Diakonie ist die Kirche ganz nah bei den Menschen in allen ihren Lebenslagen.

Im Jahr 2011 wird innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland die Taufe in den Mittelpunkt gestellt: Das Ja-Wort Gottes zu uns Menschen bekommt ein Wasserzeichen. So werden wir Getaufte als etwas Besonderes und Einmaliges bezeichnet. In der Sprache der Kirche heißt diese besondere Menschenwürde Heiligkeit. Diese kann niemandem genommen werden und ist bei jedem Menschen zu achten. Die Kirche ist daher kein Selbstzweck. Sie setzt sich für die Menschen ein. Dietrich Bonhoeffer hat dies auf den Punkt gebracht: „Kirche ist nur dann Kirche, wenn sie Kirche für andere ist.“ Deshalb gehören für mich Kirchengemeinde und Diakonie ganz eng zusammen. Ohne die tätige Nächstenliebe bleibt der Glaube oberflächlich. Umgekehrt schöpft die Diakonie ihre Kraft aus den Quellen des Glaubens.

Klaus Stolz Kaufmännischer Vorstand Diakonisches Werk Rhein-Kreis Neuss

Menschen suchen verstärkt nach Orientierung und Halt. Sie suchen Antworten auf die bedrängenden Fragen des Lebens. Sie brauchen Beratung in materiellen Fragen. Sie brauchen Pflege in den eigenen vier Wänden oder im Schutz eines Seniorenzentrums. Für jüngere und ältere Menschen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kompetente Ansprechpartner und Helfer geworden. Der Jahresbericht bildet ein breites Spektrum diakonischer Arbeit ab. Viele engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten daran mit, dass die von Gott zugesprochene Menschenwürde geschützt und gestärkt wird. Ihnen allen möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich danken. Gottes Segen für Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. Frank Picht Verwaltungsratsvorsitzender

Frank Picht Verwaltungsratsvorsitzender Diakonisches Werk Rhein-Kreis Neuss


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Jahresbericht 2010 Familien- und Jugendhilfe

Familien- und Jugendhilfe


Familien- und Jugendhilfe Jahresbericht 2010

Aufsuchende Familien-Hilfe (AFH) für Jüchen, Korschenbroich, Rommerskirchen und Fexible Erziehungshilfe Dormagen (FED) Im Jahr 2010 wurden von der Aufsuchenden Familien-Hilfe und der Flexiblen Erziehungshilfe Dormagen insgesamt 40 Familien mit 82 Kindern betreut. Zusammen mit Fachkräften anderer Wohlfahrtsverbände, wie dem Caritasverband, bilden die Mitarbeiter der Diakonie ein Team mit den Sozialarbeitern des jeweiligen Jugendamtes. Das AFH-Team hat erstmals im Berichtsjahr mit einem interdisziplinären Team gearbeitet. Die langjährig in der Familienhilfe tätigen Mitarbeiterinnen wurden durch neu eingestellte Fachkräfte mit Zusatzqualifikation in systemischer Familientherapie ergänzt. Hierdurch war es möglich, eine aufsuchende Familientherapie anzubieten. Im FED-Team hat sich im Laufe des Jahres ein weiterer Arbeitsschwerpunkt herausgebildet, der im Folgenden näher erörtert wird. Seelisch behinderte Kinder und Jugendliche Die Flexible Erziehungshilfe Dormagen bietet im Rahmen der Hilfen zur Erziehung mehrere Hilfsformen an, u.a. die Sozialpädagogische Familienhilfe, das Clearing sowie die verschiedenen Arten des begleiteten Umgangs. Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt der FED ist die Arbeit nach dem § 35a SGB VIII mit „seelisch behinderten Kindern und Jugendlichen oder den von seelischer Behinderung bedrohten Kindern und Jugendlichen“ im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe, wenn

• ihre seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher • ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.1

Aufsuchende Familienhilfe Wilhelmitenstr. 10 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 21 23 219 Ansprechpartnerin: Constanze Studeny

Flexible Erziehungshilfe Dormagen Knechtstedener Str. 20 41540 Dormagen Tel. 02133 / 24 15 31 Ansprechpartnerin: Liane Kusch

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Jahresbericht 2010 Familien- und Jugendhilfe

Die Definition von seelischer Behinderung im SGB lautet: “Eine Behinderung liegt unter Berücksichtigung der pädagogischen Anforderung bei Kindern und Jugendlichen regelmäßig vor, wenn diese in ihrem Lernen, im sozialen Verhalten, in der sprachlichen Entwicklung und Realisierung oder in den psychomotorischen Fähigkeiten längerfristig und dauerhaft so weit beeinträchtigt sind, dass ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft erschwert wird bzw. wenn sie in sozialer, schulischer

Statistik 2010: Aufsuchende Familienhilfe Rhein-Kreis-Neuss Anzahl der Familien: 21 davon 9 beendet ----------------------------------------------------------------------Familienform Verheiratet: 5 Alleinerziehend: 15 Eheähnlich: 1 ----------------------------------------------------------------------Einkommensverhältnisse: Erwerbstätig: 8 Sozialhilfe / ALGII: 9 Einkommen u. ALGII: 1 Rente: 3 ----------------------------------------------------------------------Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder: 42 Unter 2 Jahren: 1 Unter 6 Jahren: 7 Unter 12 Jahren: 14 Unter 20 Jahren: 20 ----------------------------------------------------------------------Anlass der Hilfe (bis zu drei Nennungen möglich) Entwicklungsauffälligkeiten 7 Erziehungsschwierigkeiten: 14 Beziehungsprobleme: 2 Vernachlässigung d. Kindes / Jgd. 2 Anzeichen für sexuellen Missbrauch 2 Schul- und / oder Ausbildungsprobleme 6 Suchtprobleme: 3 Trennung / Scheidung der Eltern: 5 Wohnungsprobleme: 1 Überschuldung: 2 Krankheit / Behinderung der Eltern: 5

oder beruflicher Hinsicht beeinträchtigt sind.“2

Eine drohende seelische Behinderung wird angenommen, wenn nach ärztlicher und sonstiger fachlicher Meinung eine hohe Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass es ohne angemessene Unterstützung zu einer seelischen Behinderung kommen wird. Um den § 35a SGB VIII anwenden zu können, müssen zwei Feststellungen erfüllt sein: 1. Es liegt eine psychische Statistik 2010: Flexible Störung vor. Erziehungshilfe Dormagen 2. Aus dieser psychischen Anzahl der Familien: 19 Anzahl der im Haushalt Störung resultiert eine lebenden Kinder : 37 Hilfeform: Anzahl der fremduntersoziale Beeinträchtigung.3 Clearing: 2 gebrachten Kinder: 3 SPFH: 14 Ein Kind ist zum Beispiel nicht ----------------------------------BU: 2 Alter der Kinder: bereits von seelischer Behin(Begleiteter Umgang) 1 Jahr : 4 §35a: 1 2 Jahre : 1 derung bedroht oder behin(Seelisch Behinderte) 3 Jahre : 2 dert, weil es Schulprobleme 4 Jahre : 1 5 Jahre : 3 Erstkontakt: ASD: 19 oder Schulängste hat. Eine 6 Jahre : 0 ----------------------------------7 Jahre : 2 Stadtteil: Dormagen: 4 seelische Behinderung oder 8 Jahre : 3 Nievenheim: 1 eine drohende seelische Be9 Jahre : 4 Horrem: 3 10 Jahre : 0 Gohr: 2 hinderung ist aber zum Bei11 Jahre : 1 Delhoven: 3 12 Jahre : 2 spiel anzunehmen bei VersaHackenbroich: 3 13 Jahre : 4 Ueckerath: 1 14 Jahre : 2 gensängsten, die zu einem 15 Jahre : 6 Rheinfeld 2 Rückzug aus jedem sozialen 16 Jahre : 2 St. Peter/Stürzelb. 1 17 Jahre : 2 ----------------------------------Kontakt oder zu einer Verein18 Jahre: 1 Familienform: ----------------------------------zelung in der Schule führen.4 Alleinerziehend: 8 Ausbildungsformen Zusammenlebend: 3 Fällt ein Kind in der Schule Kiga / Kita : 6 Patchwork / verh: 3 Grundschule: 6 beispielsweise durch TeilleisVerheiratet: 2 Gesamtschule: 6 ----------------------------------Förderschule: 6 tungsstörungen und soziales Hauptschule: 5 Einkommensverhältnisse: Unangepasstsein auf, kann Realschule: 3 SH /ALG: 1 Berufsbildungszentrum: 1 ALGII: 9 diese systembedingt nicht adBerufskolleg: 2 Gehalt / ALGII: 1 Lehre: 1 äquat reagieren. Die Schule Gehalt: 8


Familien- und Jugendhilfe Jahresbericht 2010

1 Aichberger, F.,Hg.2008: Sozialgesetzbuch. Textsammlung.München: C.H.Beck 2 Vgl. Münder, J.u.a.1993: Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum Kinder- und Jugendhilfegesetz.Münster:Votum,2.überarb. Aufl. S.278-280 3 Vgl. BMFFSFJ. Hg.1998:“Zehnter Kinder- und Jugendbericht“. Bonn , S.278-280 4 Vgl. Stadt Köln, Hg.2007:“Richtlinie zur Gewährleistung von Leistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche nach §35a SGB VIII, 514622-Nr.07/2007.Köln.S.6

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gibt die Verantwortung für das „Anders sein“ des Kindes an die Eltern weiter. Die Eltern und das Kind fühlen sich unter Druck gesetzt und ausgegrenzt, das Kind wird nun der Problemträger. Die Eltern erkennen den Druck der Schule einerseits und machen sich andererseits Sorgen um ihr Kind. Die Verantwortung zur „Problemlösung“ wird zwischen Schule und Eltern hin und her geschoben und oft kommt es zu keiner gemeinsamen Lösung. Der Druck auf die Familie nimmt stetig zu und es besteht die Gefahr, dass andere innerfamiliäre Probleme auf dieses „schwierige“ Kind projeziert werden. Die Eltern fühlen sich überfordert, ebenso wie das Kind. Hier setzten die Fachkräfte der FED an, indem sie mit einem ganzheitlichen und systemischen Ansatz in die Familie gehen. Sie nehmen das Kind und die Familie mit ihren Sorgen und Nöten an und bieten gemeinsame Gespräche und Beratung. Es wird nach Ressourcen im Familiensystem gesucht und nach Möglichkeiten, erzieherische Hilfestellung zu entwickeln. Darüber hinaus werden Gespräche mit der Schule oder anderen Einrichtungen geführt, um sich mit der fachlichen Kompetenz vor Ort zu beraten. Gemeinsam mit den Eltern, der Schule und ggf. weiteren Helfern, wie Arzt oder Therapeut, wird nach den bestmöglichen Handlungsstrategien gesucht und somit der Hilfeprozess eingeleitet und begleitet. Ziel der FED ist es, diesen Prozess zugunsten des Kindes und seiner Familie zu beschleunigen, um ihm eine angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Friedrike Buba Liane Kusch Angela Müller Constanze Studeny Matina Katsiamita-Bußmann Daniela Frimmersdorf


10 Jahresbericht 2010 Familien- und Jugendhilfe

Arbeitsgelegenheiten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Arbeitsgelegenheit (AGH) ist eine zusätzliche und im öffentlichen Interesse stehende Tätigkeit für Empfänger von Arbeitslosengeld (ALG II) nach § 16d SGB II. Weitere Bezeichnungen sind Ein-Euro-Job, Zusatzjob oder Brückenjob. Ziel der AGH ist, Langzeitarbeitslose wieder an den sogenannten „Ersten Arbeitsmarkt“ heranzuführen. Zusätzlich zum Arbeitslosengeld II wird eine „Mehraufwandsentschädigung“ (MAE) gezahlt. Sie soll dem ALG-II-Empfänger die durch Ausübung der Arbeitsgelegenheit zusätzlich entstehenden Aufwendungen ersetzen, weil diese in der Regelleistung nicht berücksichtigt sind. Lang anhaltende Arbeitslosigkeit ist für die Betroffenen ein kritisches Lebensereignis, welches ein Gefühl der Leere, der Nutzlosigkeit und des Versagens hervor ruft. Die Einflussmöglich-

Zusätzliche Arbeitsgelegenheiten Wilhelmitenstr. 10 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 21 23 222 Ansprechpartnerin: Margret Lahey

keiten auf dieses Ereignis sind relativ gering. Während der AGH geht es darum, die veränderte Rolle anzunehmen und das Selbstbild neu zu definieren: Was kann ich - und was will ich? Und wenn trotz aller Anstrengungen sich der Erfolg nicht einstellen will, kann ich mein Ziel überdenken, es ggf. aufgeben und durch ein anderes ersetzen? Mit den sogenannten „Ein-Euro-Jobbern“, welche in unseren Einrichtungen Seniorenzentrum Albert-Schweitzer-Haus in Grevenbroich, Seniorenzentrum Haus Tabita in Korschenbroich, Seniorenzentrum Markuskirche in Dormagen und dem Sozialpsychiatrischen Zentrum in Dormagen, im Wirtschaftsjahr 2010 beschäftigt waren, sollte neben der Beschäftigung ein berufliches Ziel entwickelt werden. Die Zuweisungsquote hat sich im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Im Folgenden sind die Zahlen aus 2009 in Klammern gesetzt. In 2010 haben 16 (28) eine AGH begonnen. Acht (14) Teilnehmer konnten aufgrund physischer oder psychischer Auffälligkeiten nicht bis zum regulären Ende ihrer Arbeitsgelegenheit beschäftigt werden, bzw. wurden nach dem Vorstellungsgespräch wegen mangelnder Eignung nicht angenommen. Fünf (14) Teilnehmer haben die Maßnahme regulär beendet und drei (6) befanden sich über den Jahreswechsel noch in einer AGH. Erschwerend für eine Weiterbeschäftigung innerhalb der AGH war auch der Umstand, dass die Agentur für Arbeit und der


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Rhein-Kreis Neuss als Träger der Maßnahme neue Richtlinien für die Tätigkeiten der Teilnehmer erlassen haben. Diese waren so ausgelegt, dass AGH-Teilnehmer nur noch als zusätzliche Kräfte im Sozialdienst der Senioreneinrichtungen beschäftigt werden konnten. Die Teilnehmer durften dazu nur noch nach einem sehr reduzierten „Leistungskatalog“ tätig werden, welcher es ihnen nicht mehr erlaubte, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Durch diese begrenzten Vorgaben waren die Teilneh-

mer in ihren beruflichen Bemühungen gehemmt, und sie fühlten sich durch die sehr niederschwellig angesetzten Hilfsdienste degradiert. Im Übrigen verstoßen diese Richtlinien gegen die ethischen Grundsätze unseres Leitbildes, das u. a. besagt, dass jeder nach seiner Qualifikation bzw. seinen Fähigkeiten eingesetzt und gefördert werden soll. M. Lahey


12 Jahresbericht 2010 Familien- und Jugendhilfe

Kinder- und Jugendarbeit in Dormagen-Horrem Die „Rübe“: ,,Mein zweites Zuhause !“ Das Jugendzentrum „Die Rübe“ ist zu einer festen Institution im Stadtteil Dormagen-Horrem geworden. Durchschnittlich besuchen täglich 40 Jugendliche das großzügige Gelände (7500 m²) der Kinder- und Jugendeinrichtung. Diverse Bewegungsspiele (Beach-Volleyball, Basketball, Fußball, Tischtennis, Boule etc.), das Bauen von Holzbuden oder ein flackerndes Lagerfeuer sind nur einige Attraktionen, die das Außengelände der „Rübe“ den Besuchern bietet. Im Gebäude auf dem Abenteuerspielplatz können die Kinder und Jugendlichen Darten, Billard spielen, Kickern oder eine Vielzahl von Gesellschaftsspielen nutzen und über das Spiel einfach mal den Stress des Schulalltags vergessen. Ein abwechslungsreiches Angebot an Obst und Gemüse steht den Besuchern der „Rübe“ täglich zur Verfügung. Darüber hinaus finden regelmäßig Projekte statt, die den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihre Lebenskompetenzen zu erweitern und Ressourcen aufzubauen, die sie für die Gestal-

Kinder- und Jugendzentrum ,,Die Rübe“ Am Rübenweg 16 41540 Dormagen Tel. 02133 / 53 65 27 Ansprechpartner: Andreas Stefen

tung ihres Lebens sinnvoll nutzen können. Das Durchschnittsalter der Stammbesucher liegt zwischen 12-18 Jahren, ca. 90% der Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund. Neben dem Hauptgeschehen der Kinder- und Jugendarbeit in der „Rübe“ findet donnerstags das Mädchencafé statt. Dort werden Waffeln, Kuchen und Pizza gebacken, bunte Bilder gemalt, Notizblöcke gestaltet oder Tischtennis- und Kickerturniere ausgetragen. Durchschnittlich kommen jeden Donnerstag 15 Mädchen im Alter von 6-14 Jahren in das Mädchencafé. Zum vierten Mal fand während der Sommerferien eine zweiwöchige Stadtranderholung statt, diesmal unter dem Motto „Die Wikinger kommen nach Horrem“. Ohne ihre Koffer packen zu müssen, konnten 54 Kinder im Alter zwischen 6-12 Jahren in die Ferien aufbrechen und auf dem Gelände der „Rübe“ in die abenteuerliche Welt der Wikinger eintauchen. Die „Rübe“ hat sich nach Aussagen zahlreicher Kinder und Jugendlicher zu ihrem „zweiten zu Hause“ entwickelt. Dort wurden die Jugendlichen im Jahr 2010 u. a. von Fadi Saad besucht, der im Rahmen einer Lesung über seine Erfahrungen und seinen Ausstieg aus einer Berliner Jugendgang berichtet hat. Nachdem er selbst einmal zusammengeschlagen wurde und im Gefängnis war, hat er das Abitur nachgeholt und eine Lehre gemacht und ist heute anerkannter Sozialarbeiter und Quartiersmanager in Berlin. Gesundheitsförderung Die Gesundheitsförderung der im Stadtteil lebenden Kinder und Jugendlichen hat sich inzwischen zu einem festen Bestand-


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teil der diakonischen Kinder- und Jugendarbeit entwickelt. Auch im Jahr 2010 wurde das bewährte „Gut-Drauf-Konzept“ der „Rübe“ in zahlreichen Angeboten umgesetzt, insbesondere konnte der Aspekt der Stressbewältigung durch eine gemütlichere Gestaltung der Innenräume, wie auch des Außengeländes, optimiert werden. Viel Energie wurde in das Thema HIV-Prävention investiert. So führten die Mitarbeiter der „Rübe“ in Zusammenarbeit mit Lehrern und Schülern verschiedener Schulen des Stadtgebietes aus Anlass des Weltaidstages in der Dormagener Innenstadt eine Informationsveranstaltung zum Thema „Aids: Übertragungswege, Infektionsrisiken, Schutzmaßnahmen und Therapiemöglichkeiten“ durch. Vorab wurden an zwei Schulungstagen alle Beteiligten in der „Rübe“ geschult und für die Thematik fit gemacht. Unterstützt wurde die Informationsveranstaltung vom Stadtjugendamt sowie der Aidsberatung des Gesundheitsamtes im Rhein-Kreis Neuss. Der Ausbau von präventiven Maßnahmen im Bereich der „Suchtprävention“ bildet ein weiteres Schwerpunktthema des Bereichs Gesundheitsförderung. Passend zum Frühlingsauftakt gab es eine alkoholfreie Cocktailparty in der „Rübe“. Mit viel Mühe und Geduld kreierten die Jugendlichen exotische und gesunde Cocktails für ca. 70 begeisterte Besucher; parallel dazu gab es die Gelegenheit an Angeboten des „Prevent-Mobils“ teilzunehmen, in denen Mitarbeiter des Caritas-Sozialdienstes mit Spiel, Spaß und Spannung Jugendliche zum Nachdenken über den eigenen Alkoholkonsum anregten. Neben leckeren Cocktails, fetziger Musik und einem erlebnisreichen „Rausch-Parcours“ gab es schließlich noch drei stolze Sieger unter den Jugendlichen, die in der „Rübe“ an einem Quiz über die Wirkung und die Gefahren von Alkohol teilgenommen haben – dabei gab es für die Jugendlichen viel Interessantes zu erfahren und tolle

Preise zu gewinnen. Zu einer tragenden Säule im Bereich der diakonischen Kinder- und Jugendarbeit hat sich die außerschulische Bildungsarbeit entwickelt. Das durch Zuwendungen des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Jugendbildungsprogramm „Einfach besser!“, welches im Herbst in der „Rübe“ angeboten wurde, basierte auf dem Ansatz der Lebenskompetenzförderung. Es stärkte Jugendliche in ihren Lebenskompetenzen und half ihnen dabei klare Entscheidungen zu treffen, um Alltagsprobleme besser lösen zu können. In gegenseitigem Austausch und im Gespräch mit den hauptamtlichen Mitarbeitern der „Rübe“ und den fachkundigen Referenten konnten die Jugendlichen im Dialog Problemlösungs- und Stressbewältigungsstrategien entwickeln. Zudem konnten sie konkrete Zielformulierungen einüben und Kommunikationsmodelle erlernen. Schließlich eigneten sie sich Lebensfertigkeiten an, die für eine „gesunde“ Entwicklung von besonderer Bedeutung sind und den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Der Höhepunkt des Jugendbildungsprogramms bildete die feierliche Zertifikatsübergabe an die 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 14-18 Jahren.


14 Jahresbericht 2010 Familien- und Jugendhilfe

Kooperation mit den im Stadtteil tätigen Schulen Im Jahr 2010 nutzten zahlreiche Grundschulen des Stadtgebietes die Räumlichkeiten der „Rübe“, um dort mit ihren Schulklassen Abschluss- oder Sommerfeste feiern zu können. Eine projektbezogene Kooperation mit der Berufseinstiegsbegleiterin des Bildungszentrums Niederrhein (eingegliedert in den Schulalltag der Hermann-Gmeiner Hauptschule) fand im Rahmen eines viertägigen Bewerbungstrainings statt, welches als ein Osterferienprogrammpunkt in der „Rübe“ angeboten wurde. Kontinuierliche Treffen zwischen den Mitarbeitern der „Rübe“ und der Berufseinstiegsbegleiterin dienten einer Konkretisierung bei der beruflichen Orientierung von Schulabgängern. Für die Realschule am Sportpark entwickelte das Team der „Rübe“ ein dreitägiges Sozialkompetenztraining unter dem Motto „Fit together“, um einem akuten Mobbingfall in einer Schulklasse entgegenzuwirken. Der Evaluationsprozess des Pilotprojekts „Fit together“ begann im November 2010. Es konnten erste Auswertungsergebnisse ermittelt werden, die eine Optimierung des Sozialkompetenztrainings ermöglichen könnten. Eine Zusammenarbeit mit diversen Schulen des Stadtgebietes fand im Rahmen der oben genannten Informationsveranstaltung zum Weltaidstag statt, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der „Rübe“ initiiert wurde. An dieser Maßnahme zur HIV-Prävention beteiligten sich Lehrer und Schüler der Realschule am Sportpark, der Bertha-vonSuttner-Gesamtschule Dormagen, des Berufsbildungszentrums Dormagen und der Hermann-Gmeiner Hauptschule. Insgesamt informierten rund 50 engagierte Schüler in der Dormagener Innenstadt interessierte Passanten rund um das Thema „Aids: Übertragungswege, Infektionsrisiken, Schutzmaßnahmen und Therapiemöglichkeiten“.

Kooperation mit Ehrenamtlichen In Kooperation mit der „Freiwilligen Agentur Dormagen“ konnten rund 50 Ehrenamtliche im Jahr 2010 in unterschiedlichste Projekte der diakonischen Kinder- und Jugendarbeit eingebunden werden. So kochten beispielsweise die „KochfreundeZons“ während der Stadtranderholung täglich für eine „hungrige Meute“, die aus ca. 70 Personen bestand. Die „Dormagener Tafel e.V.“ versorgte die Stammbesucher der „Rübe“ das ganze Jahr über mit frischem Obst und Gemüse und bei den zahlreichen Sonderveranstaltungen gab es immer abwechslungsreiche Extrarationen. Viele Kinder und Jugendliche entdeckten die Philosophie des Bogenschießens über das regelmäßige Angebot der „St. Hubertus-Schützenbruderschaft-Horrem“. Bei dem spannenden Tischtennisturnier mit Reinhold Gesing lernten die Kinder und Jugendlichen viele Tricks und Spieltechniken kennen, wodurch sie sich schließlich zu geschickten Spielern entwickelten. Immer wieder donnerstags treffen sich in der „Rübe“ Bürger im „Horremer Treff“, der schon seit Jahren durch die WIG e.V. organisiert wird. Ein eingeschworener Kreis von Mitgliedern der WIG e.V. zeigte das ganze Jahr über ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, wenn es um die Platzpflege oder die Vorbereitung und Durchführung unterschiedlichster Projekte ging. Mit den helfenden Händen der WIG e.V., der Offenheit der fleißigen Helfer für neue Projekte und ihrem Interesse an der Kinder- und Jugendarbeit wird in der „Rübe“ ein Modell gelebt, welches ein gutes Beispiel für ein „Miteinander der Generationen“ darstellt. Allen ehrenamtlichen Helfern, welche Senioren im Rentenalter wie auch Personen mitten im Erwerbsleben sind, soll an dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön von dem Team der „Rübe“ ausgesprochen werden. Sie haben einen entscheidenden Teil dazu beigetragen, dass zahlreiche Kinder und Jugendliche die „Rübe“ als ihr „zweites Zuhause“ erleben!


Familien- und Jugendhilfe Jahresbericht 2010 15

Wohngebietsbetreuung Miteinander-Füreinander Seit Juni 2006 bietet das Diakonische Werk in Grevenbroich in Kooperation mit dem Bauverein Grevenbroich eine Wohngebietsbetreuung mit dem Namen „Miteinander - Füreinander“ an. Ziel des Projekts ist die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Menschen in der eigenen Wohnung zu fördern und zu erhalten. Im Weiteren soll das Miteinander der Mieter gefördert werden, um ein sicheres Wohnumfeld zu schaffen, Vereinsamung und Isolation zu vermeiden, Notlagen zu verhindern oder zu beseitigen und Krisen zu bewältigen. Die Hilfestellung ist unbürokratisch, individuell angepasst, anonym und vor allem freiwillig. Der Bauverein Grevenbroich verfügt über ca. 1.600 Wohnungen mit über 100.000 m² Wohnfläche. Inhaber des Unternehmens sind 2.050 Personen / Mitglieder. Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit im Jahre 2010 lag in der Einzelfallhilfe. Insgesamt haben wir 175 Einsätze bei 36 verschiedenen Personen geleistet. Inhaltlich ging es um das Schlichten von Nachbarschaftsstreitigkeiten, Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen, Vermittlung von Hilfsangeboten oder auch nur um ein entlastendes persönliches Gespräch. Das „Projekt Niermannstraße“ läuft durch das Engagement der Mieter weitgehend selbstständig. Man trifft sich regelmäßig im Gruppenraum, um gemeinsam Kaffee zu trinken, sich auszutauschen und auch Feste und Feiern für die Straßengemeinschaft zu planen. Im Wohnquartier Elsen wurde in der Arndtstraße mit dem Abriss von Altbauten und dem Neubau von Gebäuden mit barrierefreien Wohnungen begonnen. Hier konnten wir einen Beitrag dazu

leisten, dass besonders für eine hochbetagte Mieterin die Ängste vor dem notwendigen Umzug verringert wurden. Anfang Juli fand der jährliche Ausflug für alle Mitglieder des Bauvereins statt. Wir haben die Mitarbeiter des Bauvereins bei der Durchführung und den reibungslosen Ablauf des Ausflugs tatkräftig unterstützt. Mit 5 Bussen besuchten wir die Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Hierbei handelt es sich um einen Tierpark, der möglichst naturnah nach den Kontinenten Afrika, Alaska, Asien gegliedert ist. Für alle Teilnehmer war dies wieder ein gelungener Ausflug mit vielen neuen Eindrücken.

Wohngebietsbetreuung Wilhelmitenstraße 10 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 21 23 215 Ansprechpartnerin: Karin Rolfes


16 Jahresbericht 2010 Familien- und Jugendhilfe

Soziale Beratung in Grevenbroich Zuhören und Weiterhelfen Oft unbemerkt und leise sind Armut, Krankheit, Einsamkeit und Not mitten unter uns. Besonders betroffen sind die Schwachen in unserer Gesellschaft; Menschen, die kaum eine Lobby für ihre Anliegen finden. Vor allem Kinder leiden unter Schicksalsschlägen, die sie und ihre Familien treffen. Sie brauchen ein offenes Ohr und die helfende Hand; sie sind unsere Zukunft und haben solidarische Hilfe verdient. Wir nehmen mit unserer Arbeit unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr, wollen Lobby und Stimme sein und Kindern und ihren Familien tatkräftig helfen; unbürokratisch, schnell und effektiv. Im Jahr 2010 nahmen insgesamt 20 Personen die Soziale Beratung in Grevenbroich in Anspruch. In insgesamt 61 Kontakten suchten 13 Frauen und 7 Männer aller Altersstufen (19 Jahre bis 78 Jahre) unsere Beratungsstelle auf. Die hilfesuchenden Menschen bezogen vorwiegend Arbeitslosengeld II oder konnten mit Hilfe der Beratung einen Antrag auf Leistung bei der ARGE stellen. Die Klienten meldeten sich telefonisch oder persönlich in unserer Dienststelle und erhielten zeitnah einen Beratungstermin. Einige fanden den Weg zu uns auf Empfehlung eines anderen Klienten oder durch Vermittlung anderer Fachdienste oder Ärzte. Neben der individuellen Situationsklärung, Beratung und Fragen zu Sozialleistungen, die Vermittlung und Einleitung weiterführender Perspektiven und Gewährung finanzieller Hilfen, gehörte zu den Aufgaben der Sozialen Beratung auch die Zusammenarbeit mit anderen Fachdiensten und Institutionen, wie Arbeitsamt, Jugendamt, Gesundheitsamt und ARGE.

Im Jahr 2010 gab es schwerpunktmäßig folgende Beratungsinhalte: • Unterstützung bei der Verselbstständigung einer jungen Klientin und Entwicklung einer beruflichen Perspektive • Klärung der Lebenssituation nach einer Trennung, Unterhalt, Sorgerecht, Sicherung des Lebensunterhalts, etc. • Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen für das Finanzamt, für Waisen und Witwenrente • Antrag für eine Mutter-Kind-Kur • Fragen bei Erziehungsschwierigkeiten mit Kindern und Vermittlung zu Erziehungsberatungsstellen und Jugendamt • Überprüfung von unverständlichen Bescheiden der ARGE zur Sicherung des Lebensunterhalts • telefonische Klärung und Begleitung zu Terminen mit den ARGE-Mitarbeitern Als finanziell sehr schwierig zeigte sich besonders die Situation von ALG II-Beziehern mit Mini-Job. Hier geht die ARGE bei der Berechnung des Lebensunterhalts von einem maximalen Verdienst (400,-€) aus. Häufig ist der Verdienst aber geringer und schwankend. Für die Verrechnung und Erstattung nach Vorlage der Lohnabrechnung braucht die ARGE bis zu zwei Wochen. Da aber oft keine Rücklagen gebildet werden konnten, haben die Betroffenen große Not, diese Zeit zu überbrücken oder sogar die laufenden Kosten zu bestreiten. Auch durch Verdienstausfälle bei Krankheit fehlt ihnen die Unterstützung durch die ARGE. Unsere Beratungsstelle konnte hier durch wirtschaftliche Beihil-


Familien- und Jugendhilfe Jahresbericht 2010 17

fen in Einzelfällen einspringen. Ein wesentlicher Bestandteil der Beratungsgespräche war es immer, den Hilfe suchenden Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen, ihm in seiner Not zu zuhören, ihn zu ermutigen und mit ihm eine positive Lebensperspektive zu entwickeln. Die Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen wird nach wie vor gut frequentiert. Auch in 2010 haben 330 Mal Menschen auf der Durchreise, aus Notunterkünften oder ohne festen Wohnsitz die Gelegenheit genutzt, sich einmal im Monat mit einem Gutschein zu versorgen. Auch die Karl-Herriger-Stiftung erwies sich wieder als eine „gute Gabe Gottes“, wie ein Hilfesuchender es ausdrückte. Die Stiftung wurde von der Frau eines Gutsbesitzers aus GrevenbroichBarrenstein ins Leben gerufen, nachdem ihr Mann kinderlos verstorben war. Der Gutshof wird auch heute noch bewirtschaftet und ein Teil des Ertrages fließt für soziale Zwecke in die Stiftung. Für 51 Menschen konnte mit Hilfe der Stiftung über Notsituationen hinweggeholfen oder die Not gelindert werden. Auffällig war, dass sich Anfragen zur Unterstützung bei Energiekostennachzahlungen häuften. Hier macht sich bemerkbar, dass

Stromkostenerhöhungen der Energiegiganten nicht durch Anhebung des Regelsatzes in der Grundsicherung ausgeglichen wird. Arbeitslosengeldempfänger haben jedoch selten die Möglichkeit, ihren Stromverbrauch positiv zu beeinflussen, etwa durch Anschaffung energiesparender Geräte. Sie sind im Gegenteil eher darauf angewiesen, im Anschaffungspreis günstige und in der Regel energiefressende Geräte zu erwerben. Neben der Karl-Herriger-Stiftung kann die Soziale Beratung auch noch als Vermittler zu anderen Stiftungen in Anspruch genommen werden. So besteht die Möglichkeit über die „Aktion Lichtblicke“, eine 1998 gegründete Spendenaktion, die Kinder, Jugendliche und deren Familien aus NRW unterstützt, die in eine materielle, finanzielle oder seelische Notlage geraten sind, Hilfe zu erhalten. Lichtblicke wird gemeinsam getragen von den 45 NRW-Lokalradios, dem Rahmenprogramm Radio NRW, den Caritasverbänden der fünf Bistümer im Land sowie der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Mitarbeiter der Wohlfahrtsverbände vor Ort sorgen dafür, dass die Mittel ausschließlich für die beantragten Zwecke eingesetzt werden. Die Aktion Lichtblicke ist mit dem Spendensiegel des deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen ausgezeichnet.

Soziale Beratung Grevenbroich Wilhelmitenstr. 10, 41515 Grevenbroich Tel.: 02181 / 21 23 211 Ansprechpartnerin: Wiltrud Winzen


18 Jahresbericht 2010 Familien- und Jugendhilfe

FreiwilligenAgentur Dormagen: Ein Fest zum zehnjährigen Bestehen 10 Jahre FreiwilligenAgentur Dormagen! Dies war der Diakonie ein Fest wert, an dem am 7. Mai 2010 140 Gäste teilnahmen, um mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen das Jubiläum zu feiern. In den 10 Jahren Vermittlungsarbeit hat die Agentur sich in ihrer Arbeit den Vermittlungsstandards angepasst, wie sie auch dem Qualitätssiegel der Bundesarbeitsgemeinschaft entsprechen und ist dafür in 2010 zertifiziert worden. Durch Professionalität und Mut zu Neuem erschlossen sich zudem neue Aufgaben und Herausforderungen. Zehn Jahre sind eine lange Zeit und so wundert es auch nicht, dass 180 Ehrenamtliche mit der Agentur in Kontakt standen, über Aktuelles informiert, zu Foren und zum 5.12.2010, dem internationalen Tag des Ehrenamtes, eingeladen und in Jahresgrüße mit einbezogen werden konnten. Der Kulturbegleitdienst etablierte sich und zum dritten Male wurde das Projekt Dormagener Schulranzen durchgeführt. Ne-

Freiwilligen Agentur Dormagen Knechtstedener Str. 20 41540 Dormagen Tel. 02133 / 53 92 21 Ansprechpartnerin: Dagmar Drossart

ben Klassikern unter den Projekten und Aktionen, wie der Präsentation beim Horremer Markt, dem Weihnachtsabend für Alleinlebende und der Veranstaltung zum Internationalen Tag des Ehrenamts am 5. 12. 2010, wurde mit den Ehrenamtlichen der Wohnparkinteressengemeinschaft, WIG, ein generationsübergreifender Spieltag in der Jugendeinrichtung der Diakonie in Horrem organisiert und gestaltet. Aufgerufen zu diesem Miteinander der Generationen hatte die Stadt Dormagen. Der Spieltag entsprach in allen Punkten den Kriterien einer Jury und erhielt aufgrund dessen einen vom Unternehmen Chempark ausgelobten Preis. Neben der Kernaufgabe der Agentur, der Vermittlungsarbeit, veränderte sich durch die Zunahme der Projekte der Aufgabenschwerpunkt dahingehend, durch direkte Ansprache die bewährten Teams wieder gewinnen zu können. So konnten sich die bereits oben erwähnten erfolgreichen Projekte wiederholen, wie zum Beispiel auch das Kochen während der Stadtranderholung in der „Rübe“. In den Aktionen fanden sich in der Regel die gleichen Teams, wie in den Vorjahren, was für die gute Zusammenarbeit der Teams und die Zufriedenheit des Einzelnen mit den Aktionen spricht. In der Vermittlungstätigkeit wurden für 79 Tätigkeitsfelder 63 Menschen beraten, von denen 29 Männer und 34 Frauen waren. Bei dem Projekt „Miteinander der Generationen“ beteiligten sich fünf Ehepaare und nutzten damit die Möglichkeit, auch gemeinsam mitwirken zu können, wobei sich jeder der Partner eine passende Aufgabe suchte.


Familien- und Jugendhilfe Jahresbericht 2010 19

Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Menschen überwiegend soziale Einrichtungen interessierten. Für das Engagement für und mit Kindern und Jugendlichen konnten 30 Ehrenamtliche gewonnen werden, im Erwachsenenbereich wurden 28, im Seniorenbereich 18 und für den Kulturbereich 3 Ehrenamtliche tätig. Das Spektrum der Tätigkeiten in diesen Bereichen umfasste die persönliche Begleitung, zum Beispiel Nachhilfe, bis hin zum handwerklichen oder verwaltungstechnischen Einsatz, zum Beispiel die Datenerfassung. Auf den Ausblick ins Jahr 2011 wurde in 2010 bereits hingearbeitet! 2011 ist das Europäische Jahr der Freiwilligenarbeit. Zu diesem Anlass hat das Europabüro des Rhein-Kreis Neuss die FreiwilligenAgentur Dormagen eingeladen, vom 9. bis 13. Mai

2011 im Lichthof des Kreishauses in Neuss die Projekte und das Freiwillige Engagement zu präsentieren. Schon in 2010 geplant und am 23. März 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt, wird das neue Projekt der Agentur „Dormagen liest vor“. Hier sind Vorlesen und Hinhören gefragt, das Stärken von Lesekompetenz und Textverständnis bei Kindern und Jugendlichen, als auch alten Menschen wieder die Teilhabe am geschriebenen Wort zu ermöglichen. Preise verpflichten. Nach dem erfolgreichen generationsübergreifenden Spieltag wurde mit den ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen der WIG für den 18. Juni 2011 ein Fahrradtag in der Jugendeinrichtung geplant, dessen Organisation jetzt ansteht. Dagmar Drossart


20 Jahresbericht 2010 Psychiatrische Hilfen

Psychiatrische Hilfen


Psychiatrische Hilfen Jahresbericht 2010 21

Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ) bietet außerklinische Betreuung Das Diakonische Werk evangelischer Kirchengemeinden im Rhein-Kreis Neuss e.V. bietet seit 1987 außerklinische Betreuung für psychisch kranke Menschen im südöstlichen Kreisgebiet an. Für die Städte und Gemeinden Grevenbroich, Dormagen, Rommerskirchen, Jüchen und Korschenbroich ist ambulante Versorgung in Form von Betreuten Wohnen und seit 1993 eine Kontakt- und Beratungsstelle vorhanden. Kontakt und Beratungsstelle Die Kontaktstelle in Dormagen, Knechtstedener Str. 20, ist Anlaufpunkt für psychisch Erkrankte, deren Angehörige und für Menschen in Konflikt- und Krisensituationen. Die Besucher kommen teils aus Eigeninitiative, teils auf Empfehlung des Ge-

sundheitsamtes, der niedergelassenen Ärzte und der psychiatrischen Kliniken oder anderer sozialer Einrichtungen. Durch offene und niederschwellige Angebote der Kontaktstelle werden Klienten aus dem Raum Dormagen erreicht. Hilfe und Alltagsbegleitung wird in den unterschiedlichsten Bereichen geleistet. Der Integrationsfachdienst des Kreises Neuss bietet seit 1995 im SPZ Dormagen Sprechstunden an. Als ein Angebot der gemeindenahen Versorgung hält die Institutsambulanz der St. Augustinuskliniken Neuss wöchentliche Sprechstunden in den Räumen der Kontaktstelle ab. Im Bereich Grevenbroich, Jüchen und Korschenbroich fungiert die Koordinationsstelle des Ambulant Betreuten Wohnens (ABW) in der Wilhelmitenstraße 10 in Grevenbroich als wohnortnahe und niederschwellige Anlaufstelle für Betroffene. Zu den Kernangeboten eines SPZ gehören (lt. LVR), neben Kontaktstelle und Betreutes Wohnen, auch tagesstrukturierende Angebote für Menschen mit psychischen Krankheiten und Behinderungen. Die Rahmenvereinbarung zwischen dem LVR und den Wohlfahrtsverbänden über die Förderung von tagesstrukturierenden Angeboten (vom 22.06.1999) beschreibt den Personenkreis wie folgt: „Das Angebot … richtet sich speziell an psychisch behinderte Menschen mit chronischem Krankheitsverlauf, für die ohne dieses Angebot der Aufenthalt in einer Klinik oder einem Heim notwendig wäre, die aber andererseits mit Arbeit in der Werkstatt für Behinderte bzw. einer vergleichbaren beschützenden Tätigkeit (noch) überfordert sind und für die ein offenes Kontakt- und Beratungsangebot nicht ausreichend ist.“


22 Jahresbericht 2010 Psychiatrische Hilfen

Solch ein niederschwelliges Angebot an Beschäftigungs- und Therapiemöglichkeiten außerhalb der Fachkliniken wird im Einzugsbereich Grevenbroich von anderen Trägern vorgehalten, mit denen Kooperationsvereinbarungen bestehen. In Dormagen können aufgrund der Stellenkapazität (zwei 0,5 Stellen) für den Kontakt- und Beratungsbereich entsprechende niederschwellige Angebote gemacht werden. Qualitätsentwicklung im SPZ Seit Beginn des Jahres hat der LVR in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrie im Rheinland (AGpR) und den inzwischen 67 Sozialpsychiatrischen Zentren im Rheinland kontinuierlich an der Entwicklung eines Qualitätssicherungsverfahrens gearbeitet. Ein intensiver Diskussionsprozess über die strukturellen und fachlichen Anforderungen wurde angestoßen. Ziel war es, einen gemeinsamen und abgestimmten Katalog mit Qualitätsmerkmalen für die SPZ zu entwickeln, dem sich alle SPZ verpflichtet fühlen. In mehreren Workshops wurden unter Berücksichtigung von Heterogenität, finanzieller Ausstattung und regionaler Gegebenheiten der SPZ, vier Qualitätsbereiche formuliert: • Angebote und Strukturen • Kooperationen • Empowerment (Selbstverantwortung/Selbstbestimmtheit) und • Recovery (Wiederherstellung verlorengegangener Fähigkeiten) Gemeinwesenorientierung Im Prozess der Qualitätssicherung kommt der Visitation besondere Bedeutung zu. Jedes SPZ soll bis Ende 2012 von einer Gruppe aus anderen SPZ besucht worden sein, um den Katalog der Qualitätsmerkmale mit den örtlichen Gegebenheiten zu vergleichen und um Weiterentwicklungspotenziale zu erarbeiten.


Psychiatrische Hilfen Jahresbericht 2010 23

Die Gruppe der Visitatoren besteht aus vier Mitgliedern: zwei Fachkräfte aus unterschiedlichen SPZ und je ein Angehörigenvertreter und Psychiatrieerfahrener. Alle Mitglieder haben zuvor an einer eintägigen Schulung teilgenommen. Das zu visitierende SPZ hat im Vorfeld der Visitation anhand der erarbeiteten Qualitätskriterien eine Selbstbewertung vorgenommen und diese mit weiteren Informationen über das SPZ versehen an die Visitatorengruppe geschickt. Nach der Visitation wird von der Visitationsgruppe ein Bericht mit den wesentlichen Aspekten der Visitation verfasst und der Einrichtung übergeben. Der LVR erhält vom besuchten SPZ lediglich die Stammdaten und die Auswertung, Ziele und Maßnahmen der vier Qualitätsbereiche. Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) Betreutes Wohnen ist ein weiterer Baustein der gemeindenahen Versorgung von psychisch kranken Menschen. Alltagsbegleitung durch ABW soll der jeweiligen Lebenssituation des Kranken gerecht werden. Die Betreuung vollzieht sich im Wesentlichen auf der Beziehungsebene zwischen Klient und Betreuer. In der Regel werden die Klienten ein- bis zweimal pro Woche zu Hause besucht. Insgesamt 101 (96 in 2009) Personen wurden vom Diakonischen Werk durch Betreutes Einzelwohnen mit individueller Hilfeplanung begleitet. 38 Neuzugänge (35 in 2009) standen 33 Entlassungen (16 in 2009) gegenüber. 19 der ausgeschiedenen Klienten konnten in die Selbstständigkeit entlassen werden. Fünf Klienten mussten in eine stationäre Einrichtung überwiesen werden, weil das ambulante Setting nicht mehr ausreichte. Sieben Klienten sind ausgeschieden, weil sie den Wohnort gewechselt haben und zwei Betreute haben den Anbieter gewechselt. Wiltrud Winzen

• Kontaktstelle Grevenbroich • SPZ - Ambulant Betreutes Wohnen Wilhelmitenstr. 10 41515 Grevenbroich Tel.: 02181 / 21 23 211 Ansprechpartnerin: Wiltrud Winzen

SPZ - Ambulant Betreutes Wohnen Knechtstedener Str. 20, 41540 Dormagen Tel. 02133 / 47 73 33 Ansprechpartnerin: Helga Lönze

Kontaktstelle Dormagen Knechtstedener Str. 20 41540 Dormagen Tel. 02133 / 47 73 33 Ansprechpartner: Karl-Heinz Groß


24 Jahresbericht 2010 Psychiatrische Hilfen

Psychosoziale Betreuung 2010 Die Agentur für Arbeit als Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende kann neben der Arbeits- und Ausbildungsvermittlung weitere Leistungen für die Eingliederung erwerbsfähiger Hilfebedürftiger erbringen. Neben der Schuldner- und Suchtberatung gehört u.a. die psychosoziale Betreuung dazu. Um Parallelstrukturen zu vermeiden, haben die Agentur und der RheinKreis Neuss mit den Wohlfahrtsverbänden, die in den entsprechenden Beratungsfeldern tätig sind, Vereinbarungen getroffen. Im Rahmen unserer Beratungstätigkeit für psychisch beein-

Statistik 2010

Grevenbroich Zugewiesene Klienten 2010: 136 Regulär beendete Beratungen: 98 Noch laufende Beratungen: 18 Nicht angetretene Beratungen: 20

Sozialpsychiatrisches Zentrum Knechtstedener Str. 20 41540 Dormagen Tel. 02133 / 47 73 33 Ansprechpartner: Karl-Heinz Groß

Dormagen 36 10 17 9

trächtigte Menschen haben wir die Psychosoziale Betreuung der Agentur-Kunden in Grevenbroich und Dormagen übernommen. Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, sind durch ihre Erkrankung nicht nur häufiger vom Arbeitsplatzverlust bedroht, sondern finden auch in der Regel langfristig keine (neue) Beschäftigung. Oft verstärkt dies die jeweilige Problematik weiter, da sich dadurch beispielsweise Kontaktmangel, Entwertung, Sinnfragen und nicht zuletzt finanzielle Probleme noch potenzieren. Nicht selten sind auch die längerfristige Arbeitslosigkeit und die Frustration über fehlgeschlagene Bewerbungen mit Auslöser für Depressionen. Das unfreiwillige Übermaß an Freizeit wird nicht genutzt, wesentliche soziale Bezüge fehlen, die Tagesstruktur geht verloren und das Selbstvertrauen schwindet. Die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und psychischen Erkrankungen sind uns seit langem durch unsere tägliche Arbeit bekannt. Oft fehlt den Betroffenen der erste Anstoß, sich hilfesuchend an eine Beratungsstelle zu wenden. Eine Auflage der Agentur für Arbeit kann genau dieser Anstoß sein, Auswege aus der Krankheit und damit verbundenen Problemlagen zu suchen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Basisberatung bei psychosozialen Störungen von Arbeitsuchenden ist eine gute Zusammenarbeit mit dem Fallmanagement der Agentur für Arbeit und


Psychiatrische Hilfen Jahresbericht 2010 25

dem flankierenden Dienst. Hierzu ein Auszug aus einem Bericht zum Qualitätsmanagement der ARGE Rhein-Kreis Neuss: „Die Zusammenarbeit mit der psychosozialen Beratungsstelle der Diakonie gestaltet sich sehr zufriedenstellend. Eine gute Erreichbarkeit für die Kunden ist gewährleistet, die Kommunikation und der Austausch von Informationen funktioniert, es gibt punktuell auch gemeinsame Hilfeplangespräche…Über die Basisberatung hinaus wird unseren Kunden die Beratungspalette der Beratungsstelle … angeboten. Halbjährlich finden Gespräche bzgl. der gegenseitigen Erwartungen und der Zusammenar-

beit statt…“ In 2010 wurden der Beratungsstelle in Grevenbroich 136 Kunden von der ARGE zugewiesen. Das ist eine Steigerung zum Vorjahr von genau 100%. Davon wurden 98 Beratungen abgeschlossen, 20 wurden storniert wegen „Nichterscheinen“ und 18 Vorgänge wurden in 2011 weitergeführt. In Dormagen ist mit 36 Beratungen eine leichte Steigerung der Zuweisungen zu verzeichnen. Davon wurden 10 Beratungen regulär beendet, 9 wurden nicht angetreten und 17 wurden in 2011 weitergeführt. Wiltrud Winzen


26 Jahresbericht 2010 Psychiatrische Hilfen

STEPPS - Trainigsprogramm für Borderline-Patienten Borderline ist eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (BPS). Sie ist die Bezeichnung für eine Persönlichkeitsstörung, die durch Impulsivität und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, Stimmung und Selbstbild gekennzeichnet ist. Bei einer solchen Störung sind bestimmte Bereiche von Gefühlen, des Denkens und des Handelns beeinträchtigt, was sich durch negatives und teilweise paradox wirkendes Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie in einem gestörten Verhältnis zu sich selbst äußert. Die BPS wird sehr häufig von weiteren Belastungen begleitet, darunter dissoziative Störungen, Depressionen sowie verschiedene Formen von selbstverletzendem Verhalten. Im Rahmen der Betreuungsarbeit mit psychisch Erkrankten haben wir es häufig mit Borderline-Patienten zu tun und mit dem STEPPS-Programm eine Möglichkeit gefunden, diesen Menschen Unterstützung und Entlastung anzubieten. 2010 haben zwei ABW-Mitarbeiterinnen, Margret Lahey und Sarah Hanspaul, einen Kurs zum Trainingsprogramm STEPPS be-

STEPPS Wilhelmitenstr. 10 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 21 23 212 Ansprechpartnerin: Sarah Hanspaul

sucht. Die Ausbildung schließt mit einem Kolloquium ab und befähigt die Teilnehmerinnen eine STEPPS-Gruppe eigenständig zu leiten. • STEPPS steht für Systematic Training for Solving und bedeutet so viel wie „Emotionale Stabilität und Problemlösen systematisch trainieren“. • „STEPPS ist kein umfassendes Programm zur Therapie der Borderline-Störung, es ergänzt lediglich bereits vorhandene Therapieangebote. STEPPS wurde im Kontext verschiedener anderer Therapiesettings eingesetzt und fand durchweg eine positive Resonanz bei den Anbietern therapeutischer Leistungen, zumal ein konstruktiver Umgang der Betroffenen mit Hilfsangeboten ein zentrales Ziel von STEPPS darstellt“ (zit. STEPPS - Das Trainingsprogramm bei Borderline). • STEPPS ist ein Gruppentrainingsprogramm, wird in Seminarform angeboten und wendet sich an alle Erwachsene, die von einer Störung der Emotionsregulation betroffen sind und denen es schwerfällt, ihre Emotionen auszubalancieren. Schwerpunkte des Programms sind: • Die Aufklärung über die Erkrankung. • Ein Fertigkeitentraining im Umgang mit Emotionen. • Hilfe zur Verbesserung sozialer Beziehungen und Anregungen zu gesunder Lebensführung. Nach einem Informationsnachmittag im Juni 2010, entschlossen sich drei Frauen an dem zweistündigen Gruppentrainingsprogramm einmal pro Woche teilzunehmen. STEPPS wurde von den Teilnehmern gut angenommen und die erlernten Fertigkeiten konnten im Alltag umgesetzt werden. Damit die Teilnehmenden durch dieses sehr anspruchsvolle Programm nicht überfordert werden, kann der Seminarablauf durch die Trainerinnen individuell gestaltet werden. STEPPS soll zukünftig zum festen Angebot im Rahmen des Betreuten Wohnens werden.


Tochterunternehmen Jahresbericht 2010 27

Erftaue Service Gesellschaft beschäftigt 87 Mitarbeiter Die Erftaue Service GmbH wurde im Jahr 2005 mit dem Ziel gegründet, Serviceleistungen vorrangig für die Tochtergesellschaften und Einrichtungen des Diakonischen Werkes im Rhein-Kreis Neuss zu erbringen. Zu diesem Zweck beschäftigt die Gesellschaft 93 Mitarbeiter, den überwiegenden Anteil davon in Teilzeit. Die Serviceleistungen werden im Wesentlichen durch den Betrieb einer Großküche und einer Wäscherei erbracht und dienen als Versorgungsbasis für die unter dem Dach des Diakonischen Werkes geführten Seniorenzentren und deren Bewohner sowie für die Kunden des Fahrbaren Mittagstisches. Mit zehn Mitarbeitern in der zentralen Großküche werden täglich die Mahlzeitenkomponenten für bis zu 400 Personen hergestellt und in Großgebinden verteilt. Weitere Personen sind zuständig für den Transport der Mahlzeiten zu weiteren Standorten sowie für den Tischservice im Bewohnerrestaurant und in den Wohnbereichen. Mit der Zulassung des Küchenbetriebs als erste EU-Großküche im Rhein-Kreis Neuss konnte die Küchenmannschaft der Erftaue Service GmbH einen entscheidenden Erfolg verbuchen. Es handelt sich bei der Zertifizierung um ein Hygienepaket, nach dem Betriebe eine Zulassung brauchen, die tierische Produkte verarbeiten und mehr als ein Drittel des Angebotes außer Haus liefern. Die EU-Zulassungspflicht für Großküchen beinhaltet die Einhaltung strenger hygienischer Standards, wobei besonders Sauberkeit und Ordnung die zwei wesentlichen Voraussetzungen für die Sicherheit der produzierten Lebensmittel darstellen. Der Wäschereibetrieb, der bislang ausschließlich zwei Senioren-

zentren einschließlich Mitarbeiter versorgt, soll im Jahr 2011 um den Service im Seniorenzentrum Markuskirche ausgedehnt werden. Die Planungen zur Modernisierung und Erweiterung der Wäscherei am Standort Grevenbroich waren im Dezember 2010 weitgehend abgeschlossen. Weiterhin betreibt die Servicegesellschaft an drei Standorten Cafeteriabetriebe, die in zunehmendem Maße von Bewohnern und deren Angehörigen, aber auch von Mitarbeitern und Stammgästen aus der Nachbarschaft der Seniorenzentren zur Mittagszeit und am Nachmittag besucht werden. Als weitere Geschäftsfelder der Erftaue Service GmbH haben sich der Hausmeisterservice und die Personalgestellung von Haushaltshilfen und von Mitarbeitern im Verwaltungsbereich etabliert. Der Jahresumsatz der Servicegesellschaft lag im Jahr 2010 mit 2,4 Mio. € wiederholt über dem Vorjahresniveau.

Erftaue Service Gesellschaft GmbH Am Ständehaus 12, 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 605 541 Ansprechpartnerin: Karin Kremer-Schillings


28 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

Leben im Alter


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Beratung über Hilfen im Alter: Hilfebedarf wächst - Anfragen steigen Die Seniorenberatungen in Dormagen und Jüchen/Korschenbroich sind Bestandteil einer Netzwerkstruktur von Beratungsstellen verschiedener Wohlfahrtsverbände, die vom RheinKreis Neuss als Beitrag zur Seniorenhilfe gefördert werden. Mit 99 Hausbesuchen und 155 Besuchen in den Beratungsstellen stand der persönliche Kontakt zu den Klienten und damit die Beziehungsarbeit im Vordergrund der Beratung. In 2010 wurden 305 Menschen in insgesamt 1013 Folgekontakten beraten. Wie im Jahr zuvor war die leistungserschließende Beratung ein Schwerpunkt der Arbeit. Bei vielen Klienten bedeutet Alter, dass vermehrt Dienstleistungen in Anspruch genommen werden müssen und sich der Kostenaufwand für die Gesundheit erhöht. Bleibt ein Lebenspartner allein, wird für Miete und Nebenkosten der gleiche Betrag wie für zwei Personen aufgewandt. Dadurch reicht das eigene Einkommen nicht mehr aus, um den Aufenthalt des Lebenspartners in einer Einrichtung der Altenhilfe finanzieren zu können. Anträge an den Sozialhilfeträger, Unterhaltsansprüche der Kinder und die Verwertung von Vermögen sind Themen, die mit der Beratung einhergehen. Ängste, was die Einschränkung der Lebensqualität durch Unterhaltsverpflichtungen betrifft, oder der Verlust der schon stattlich angesparten Summe für die Sterbeversicherung, sind ebenfalls Gegenstand der Beratung. Dass Dienstleistungen bezahlt werden müssen, steht nicht in Frage. Dass die Leistungen aber für viele Menschen faktisch unbezahlbar sind, lässt die Senioren oft mutlos werden.

Zunehmend bestand Informationsbedarf zu den Voraussetzungen für das Verfassen einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Seit dem 1. September 2009 sieht der Gesetzgeber


30 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

in § 1901a BGB die Möglichkeit vor, eine Patientenverfügung vorsorglich schriftlich verfassen zu können. Zu diesem Thema referierte die Beraterin aus Dormagen in fünf Veranstaltungen vor rund 150 Interessierten. Neben der Öffentlichkeitsarbeit ließen sich 22 Klienten im persönlichen Gespräch zu diesem Thema beraten. Über die Beratungskompetenz der Seniorenberatungsstellen im Rhein-Kreis Neuss zum Thema Demenz, informierte die Beraterin am Demenztag im Kreishaus des Rhein-Kreis Neuss in Neuss. Dormagen In Kooperation mit dem Seniorenforum der Stadt Dormagen (ein Arbeitskreis der Seniorenberaterin der Diakonie, des Caritasverbandes und der Seniorenbeauftragten der Stadt Dormagen) und der AHG Klinik in Dormagen wurde ein Vortrag zum Thema Sucht im Alter initiiert. Ebenfalls konnte das Seniorenforum in Kooperation mit dem Kinobetreiber vor Ort das „Seniorenkino Dormagen“ ins Leben rufen, welches jeden ersten Mittwoch im Monat ab 13.30 Uhr den Senioren die Möglichkeit bietet, nach gemeinsamen Kaffeetrinken einen Kinofilm anzusehen.

Seniorenberatungsstelle Dormagen Knechtstedener Str. 20, 41520 Dormagen Tel. 02133 / 53 92 21 Ansprechpartnerin: Dagmar Drossart


Jahresbericht 2010 Leben im Alter 31

Ein weiterer Schwerpunkt war die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern der Wohnparkinteressengemeinschaft wurde zum Aktionswochenende „Miteinander der Generationen“ der Stadt Dormagen ein Spielnachmittag von Jung und Alt in der Jugendeinrichtung der Diakonie „Die Rübe“ in Horrem organisiert. Das Team erhielt für die generationsübergreifende Veranstaltung den ersten Preis, den der Chempark Dormagen ausgelobt hatte. Ebenso war die Mitarbeiterin wieder an der Gestaltung der Weihnachtsfeier für Alleinlebende am 24. 12. 2010 beteiligt. Für 2011 sind schon Vorträge zur Patientenverfügung vorgemerkt und ein Demenztag ist gemeinsam mit dem Seniorenzentrum Markuskirche in Planung. Die nächsten Kinofilme stehen zur Auswahl und als generationsübergreifende Veranstaltung wird ein Fahrradtag als Bestandteil eines Familienfestes am 18. Juni 2011 veranstaltet. Jüchen/Korschenbroich Die Seniorenberatungsstelle in Jüchen und Korschenbroich hat Ende des Jahres 2009 ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Die Beratungszeiten sind montags und donnerstags in der Zeit von 9.00 bis 11.00 Uhr in der Diakonie-Pflegestation Jüchen und in Kleinenbroich im Seniorenzentrum der Diakonie „Haus Tabita“. Im Laufe der Zeit nahm die Zahl der Anrufer, die Beratung wünschten, zu. Es sprach sich herum, dass die Beratung helfen kann bei Entscheidungen, die z.B. die Pflege von Angehörigen betreffen, den Wohnraum und ebenso, um eventuelle Leistungen von Ämtern und Behörden zu beantragen. Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen war konstruktiv. Einen großen Anteil hatte die Beratung der Angehörigen. Durch schwierige Situationen im Alltag, ständige Präsenz und körperlich schwere Pflege befinden sich Angehörige oft in einer Situ-

ation, die sie nach einiger Zeit selbst krank werden lässt. Psychosoziale Beratung und das Aufzeigen von Hilfsangeboten und Entlastungsmöglichkeiten können den Betroffenen Erleichterung bringen. Bei den Beratungsbesuchen zeigte sich auch, dass trotz Aufklärung und Informationen in den Medien, die Menschen nicht wissen, wo sie Hilfe für ihre spezielle Situation bekommen. Sie wissen nicht, wie sie ihre Probleme bewältigen können und beschäftigen sich erst mit dem Thema, wenn es fast schon zu spät ist. Angesichts des demographischen Wandels wird der Beratungsbedarf nicht weniger werden. Zu steigenden Lebenshaltungskosten kommt die Arbeitslosigkeit von Kindern und Enkeln, die nur noch eine geringe Altersvorsorge zulässt und es wird immer schwieriger werden, von den Kindern Unterhalt für die Eltern einzufordern. In den Beratungsstellen sind die ersten Hinweise auf eine sich ausweitende Altersarmut spürbar. Es bleibt abzuwarten, ob und wie Netzwerke diesen Tendenzen entgegenwirken können. Dagmar Drossart Rosemarie Mörtzsch

Seniorenberatungsstelle Jüchen / Korschenbroich Dietrich-Bonhoeffer-Str. 2, 41352 Korschenbroich Tel. 02161 / 57 44 -195 Ansprechpartnerin: Rosemarie Mörtzsch


32 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

Diakonie-Pflegestationen im Rhein-Kreis Neuss Angespannte Personalsituation Die Personalsituation in allen drei Diakonie-Pflegestationen war im Jahr 2010 die angespannteste seit vielen Jahren. Durch eine unglückliche Fülle von u. a. schweren Unfällen im Privatbereich fielen mehrere Mitarbeiterinnen oft monatelang aus. Dadurch mussten im Berichtsjahr durch Mehrarbeitsstunden die Krankstunden ersetzt werden, um weiterhin die notwendige Versorgung gewährleisten zu können. Der Einsatz von Mitarbeitenden aus Personal-Leasing-Firmen konnte den fehlenden Stundenumfang bei Weitem nicht ausgleichen. Im Arbeitsmarktbereich Mönchengladbach gibt es eine Arbeitslosenquote im Bereich der examinierten Pflegefachkräfte von 1%. Da schon ab einer Quote von 3% Vollzeitbeschäftigung gesprochen wird, gibt es

auf dem Arbeitsmarkt kaum noch arbeitsfähige Fachkräfte. Der Mehraufwand an ausgefallenen Stunden musste auf die verbliebenen Kolleginnen verteilt werden. Dies umfasste ein Stundenkontingent von insgesamt 4194 Stunden. Nur durch die sehr gute Zusammenarbeit der drei Pflegestationen konnte mit freiwilligen Personalumsetzungen die Last etwas verteilt werden. Die psychischen und physischen Belastungen waren für alle Mitarbeitenden sehr hoch. Umso wichtiger ist es, durch eigene Auszubildende an der Verbesserung der Personalsituation zu arbeiten. Im Gegensatz zu vielen anderen ambulanten Pflegediensten bilden die DiakoniePflegestationen schon seit Jahren aus. So konnten 2010 zwei


Leben im Alter Jahresbericht 2010 33

Schülerinnen ihre Ausbildung im ambulanten Bereich beginnen. Aus wirtschaftlicher Sicht belastet die Diakonie-Pflegestationen, dass die Kostensteigungen in den Bereichen Personal (Lohnkosten ca. 3,5%), Fuhrpark (Kraftstoff ca. 15%) und Organisationsmittel (EDV ca. 20%) nicht durch entsprechende Entgelterhöhungen (unter 2%) ausgeglichen werden konnten. Es handelt sich hierbei um ein strukturelles Problem, dass für den gesamten ambulanten Bereich in Nordrhein-Westfalen gilt und nur auf politischer Ebene gelöst werden kann. Die zum 1. Januar 2010 im Bereich der Pflegekassen und zum 1. April 2011 im Bereich der Krankenkassen gültigen Entgelte reichten bei Weitem nicht

aus, die auseinandergehende Kosten-Ertrags-Schere zu schließen. Durch einen sehr hohen persönlichen Einsatz aller Mitarbeitenden konnten die Diakonie-Pflegestationen, trotz einer hohen Krankheitsquote, die Versorgung der Pflegekunden meistern. Ein Dankeschön an alle in den jeweiligen Teams. Gleichzeitig bedanke ich mit für die jahrelange, hervorragende Zusammen- und Mitarbeit mit meiner bisherigen Stellvertreterin Frau Rosemarie Mörtzsch sowie das Miteinander mit den Pflegedienstleitungen und deren Stellvertretungen in den Stationen Dormagen und Jüchen/Korschenbroich sowie Grevenbroich/ Rommerskirchen. Heribert Lehnacker

Betreuungsstatistik 2010

Pflegekunden Beratungsbesuche Sonstige, ABW, Betreuung Fahrbarer Mittagstisch Gesamt*

DPS-Dormagen 175 168 24 0 359

DPS-Jüchen/ Korschenbroich 209 278 3 0 432

DPS-Grevenbroich/ Rommerskirchen 239 115 65 117 512

Anzahl Hausbesuche Erlösanteil Krankenkasse Erlösanteil Pflegekasse Erlösanteil Sonstige

ca. 27.500 37,80 % 54,60 % 7,60 %

ca. 30.000 34,20 % 63,60 % 2,20 %

ca. 78.000 41,90 % 41,30 % 16,80 %

*

Mehrfachnennung möglich


34 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

Diakonie-Pflegestation Dormagen Zum Mai 2010 übernahm die bisherige stellvertretende Pflegedienstleitung, Sandra Effertz, die Leitung der Station, da die bisherige Leiterin, Jennifer Brakhan sich im Erziehungsurlaub befindet. Sandra Effertz hatte zuvor die Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft abgeschlossen. Ihr gelang es, zusammen mit dem neu ernannten stellvertretenden Pflegedienstleiter, Udo Prinz die Station reibungslos zu übernehmen und die sehr gute vorhandene Struktur noch auszubauen. Trotz des Abgangs mehrerer Mitarbeiter steuerte sie das bestehende Team durch einen schwierigen Teamfindungsprozess und konnte mehrere neue examinierte Pflegefachkräfte für die Diakonie gewinnen. Wie in den anderen Stationen war der Schwerpunkt in der Fort-und Weiterbildung auf interne Themen ausgerichtet. Zum 01.04.2010 konnte eine Auszubildende eingestellt werden. Die Zahl der Pflegekunden stieg nach einer Stagnation im Sommer zum Ende des Jahres wieder an. Es konnten nicht alle Pfle-

Pflegestation Dormagen Weilerstr. 18a, 41540 Dormagen Tel. 02133 / 26 60 999 Ansprechpartnerin: Sandra Effertz

gekundenanfragen angenommen werden, da die angebotenen Einsatzzeiten von den Kunden nicht akzeptiert wurden. Es ist in Dormagen ein Trend zu beobachten, dass viele Angehörige die Versorgung nur für die absolut notwendigen Verrichtungen einkaufen. Die Umsätze blieben deshalb hinter den Erwartungen zurück. Aus Personalmangel konnten auch die Bereiche Hauswirtschaft und Betreuung nicht ausgebaut werden, obwohl vermehrt Anfragen für dieses Versorgungssegment vorhanden waren. Die MDK-Prüfung wurde zum ersten Mal nach den neuen Transparenzrichtlinien durchgeführt. Nur wenige Maßnahmen wurden ausgesprochen. Das finanzielle Jahresergebnis entsprach nicht den anvisierten Zielen. Neben einem hohen Krankenstand hatte aufgrund des hohen administrativen Aufwandes auch der Leitungswechsel Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation.


Leben im Alter Jahresbericht 2010 35

Diakonie-Pflegestation Grevenbroich/Rommerskirchen Die Personalsituation war, mit einer kurzen Entlastung zur Mitte des Jahres, sehr stark angespannt, da der Arbeitszeitausfall mehrerer Langzeiterkrankungen personell nicht mehr ausgeglichen werden konnte. In allen Bereichen wie Pflege, Hauswirtschaft und Zivildienst gab es monatelange Ausfälle. Teilweise lag der Krankenstand bei 27 %. Trotzdem konnte die Anzahl der versorgten Pflegekunden stark ansteigen. Der Umsatz stieg vom Anfang bis Ende des Jahres um über 30%. Zum Ende des Jahres musste deshalb zum ersten Mal über einen Aufnahmestopp nachgedacht werden.

Die bisherige stellvertretende Pflegedienstleiterin, Rosemarie Mörtzsch übernahm ab dem 01.01.2010 u.a. die Aufgaben als Seniorenberaterin in Jüchen und Korschenbroich. Als Nachfolgerin konnte Barbara Schünzel gewonnen werden, die seit vier Jahren dem Pflegeteam angehört. Sie übernimmt als eigenes Aufgabengebiet die Personal-und Tourenplanung, Abrechnung und Arbeitszeiterfassung. Die Aus-und Weiterbildung hat sich auf interne Felder wie EDV und Pflegeplanungen fokussiert. Frau Schünzel nahm aber zusätzlich noch die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung auf. Erfreulicherweise haben sich zwei angelernte Mitarbeiterinnen entschlossen, mit einer Ausbildung zur Altenpflegerin sich weiter zu qualifizieren. Nicht nur die Zahl der Pflegekunden stieg auch in diesem Jahr weiterhin stark an, sondern ebenso die Anzahl der Kunden beim „Fahrbaren Mittagstisch“. Es werden nun oft über 68 Mahlzeiten am Tag ausgefahren. Im Bereich der Betreuung konnten wir nun alle Kundenanfragen abdecken. Durch die zusätzlichen ehrenamtlichen Mitarbeitenden sowie Stundenaufstockungen einiger bewährter Mitarbeitenden konnten die notwendigen Kapazitäten eingerichtet werden.

Pflegestation Grevenbroich/ Rommerskirchen Am Ständehaus 10, 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 605-216 Ansprechpartner: Heribert Lehnacker


36 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

Diakonie-Pflegestation Jüchen/Korschenbroich Die Personalsituation war besonders in der Mitte des Berichtsjahres sehr angespannt. Die fehlenden Arbeitsstunden konnten jedoch nur durch den hohen persönlichen Einsatz der Mitarbeiterinnen sowie dem Zukauf einer Überlassungsmitarbeiterin ausgeglichen werden. Zum Ende des Jahres entspannte sich die Situation und zwei Mitarbeiterinnen wurden nach Grevenbroich umgesetzt, um die dortigen Verhältnisse zu verbessern. Das doch noch recht neue Leitungsteam von Andreas Effertz und seiner Stellvertreterin, Rosa Saez, hat sich schnell eingearbeitet und steuerte die Station erfolgreich durch das krisenhafte Berichtsjahr. Reinhilde Thews, die Koordinatorin der Pflegestation in Korschenbroich, ist ein wichtiger integraler Bestandteil der Stationsleitung geworden.

Pflegestation Jüchen/Korschenbroich Markt 6, 41363 Jüchen Tel. 02165 / 91 12 29 Ansprechpartner: Andreas Effertz

Auch in dieser Pflegestation war der Fortbildungs-und Weiterbildungsbereich auf interne Gebiete fokussiert, EDV und Pflegeplanung standen im Vordergrund. Der angedachte Umzug in ein neues Bürogebäude hat sich leider in 2010 nicht erfüllt, wird jedoch weiterhin für das kommende Jahr angestrebt. Die Zahl der Pflegekunden sowie die Einnahmen stagnierten im Berichtsjahr. Im niedrigschwelligen Bereich der Hauswirtschaft und Betreuung konnten keine nennenswerten Umsatzsteigerungen erwirkt werden. In Verbindung mit der hohen Krankheitsquote -mit bis zu 29% - wirkte sich dies negativ auf das wirtschaftliche Gesamtergebnis aus.


Leben im Alter Jahresbericht 2010 37

Palliativfachpflegedienst offiziell anerkannt: Für den gesamten Rhein-Kreis Neuss zuständig Das Palliativ Team in Dormagen konnte seine Aufgaben im vollen Umfang aufrechterhalten. Insgesamt kann der Fachpflegedienst nun auf zwölf Palliativ-Care-Kräfte zurückgreifen. Wie in

den letzten Jahren auch, begleitete der Fachpflegedienst etliche Menschen bis zum Tod zu Hause in der gewohnten Umgebung. Die Anzahl der versorgten Personen stieg an. Die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen lässt teilweise noch zu wünschen übrig. Nicht immer wurde zum Wohl der Sterbenden entschieden. Das Palliativ-Netzwerk mit den behandelnden Ärzten und Pflegefachkräften, der Sonnen-Apotheke, den Koordinatoren der Hospizbewegung sowie den handelnden Personen aus dem Kreiskrankenhaus Dormagen wirkte weiterhin sehr gut zusammen. Die vom Gesetzgeber vorgegebene spezialisierte ambulante Palliativ Versorgung (SAPV) kommt bisher im Rhein-Kreis Neuss nicht zustande. Zu unflexibel handhaben die Kostenträger die Auslegung der Vorgaben. Jeder aber, der in seinen letzten Tagen zu Hause versorgt werden wollte, konnte sich darauf verlassen, dass die Diakonie mit dem zugrunde liegenden Netzwerk ihn nicht im Stich lässt.

Palliativfachpflegedienst Rhein-Kreis Neuss Weilerstr. 18a, 41540 Dormagen Tel. 02133 / 26 60 999 Ansprechpartnerin: Sandra Effertz


38 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

Das Albert-Schweitzer-Haus in Grevenbroich: Projekte, Schulungen und strukturelle Veränderungen Das Grevenbroicher Seniorenzentrum Albert-Schweitzer-Haus ist Heimat für insgesamt 135 Bewohner, die bei der Bewältigung ihres täglichen Lebens Unterstützung benötigen. Das Haus gliedert sich in drei Wohnbereiche, von denen u.a. speziell ein „geschützter Wohnbereich“ für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, die z.B. durch eine Demenz hervorgerufen sein kann, ausgestattet ist. Neue Kooperationen Im letzten Jahr besuchten uns regelmäßig Schüler der MartinLuther-King Schule – eine Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen und Begreifen. Jeweils am Donnerstag- und Freitagmorgen kommen je 8 Schüler und leisten unseren Bewohnern Gesellschaft. Die Angebote reichen von Spaziergängen, über Kegeln bis hin zum Vorlesen. Im Rahmen einer Projektwoche der Martin-Luther-King Schule hatten sich die Schüler und Lehrer

Albert-Schweitzer-Haus Am Ständehaus 10, 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 605-1 Ansprechpartner: Ines Netzer


Leben im Alter Jahresbericht 2010 39

etwas Spezielles für unsere Bewohner ausgedacht. So hatten unsere Bewohner die Möglichkeit, beim Spiel „Montagsmaler“ und „Wer wird Millionär“ ihr Wissen und Können unter Beweis zu stellen. Da gemischte Gruppen aus Schülern und Bewohnern gebildet wurden, konnten alle Ressourcen von jung bis alt genutzt werden. Alle Beteiligten profitieren von diesem Austausch und da sie sehr begeistert und engagiert bei der Sache sind, werden wir die Zusammenarbeit sicher weiter fortführen. Die ABG (Aktive Bürger Grevenbroich) spendete dem AlbertSchweitzer-Haus eine Wii-Konsole (fernsehgebundene Videospiel-Konsole), dessen Finanzierung durch einen Glühweinverkauf in Grevenbroich sichergestellt wurde. Kurz vor Sylvester wurde den Bewohnern die Wii-Konsole mit dem Spiel „Bowling“ vorgestellt und fand großen Anklang. Mit etwas technischem Geschick wurde das Spiel via Beamer auf eine große Leinwand in der Cafeteria projiziert, so dass eine Vielzahl an Bewohnern das Bowlen der Teilnehmer verfolgen konnte. Nach dieser

„Kick-off-Veranstaltung“ wurde die Wii fest in unseren Aktivitätenplan aufgenommen, so dass wir nun in jedem Wohnbereich mindestens einmal pro Woche Bowlen für unsere Bewohner anbieten können.

Durchschnittliche Belegung nach Pflegestufen

Altersstufenstatistik Bewohner/innen

2010 Pflegestufe 3 Pflegestufe 2

20% 22% 18%

91-90 Jahre 15%

2008

32%

65-70 Jahre 5%

71-75 Jahre 12%

76-80 Jahre 13%

36% 36%

39% 37% 42%

Pflegestufe 1 Pflegestufe 0

2009

Auszubildende Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Ausbildung von Pflegefachkräften. So beendete eine Mitarbeiterin im Jahr 2010 ihre Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin – drei Auszubildende begannen mit ihrer Ausbildung. Im gesamten Jahr war das Albert-Schweitzer-Haus für 12 Auszubildende zuständig. Einen Teil ihrer praktischen Ausbildung verbringen die Auszubildenden bei uns im Haus – aber auch Außeneinsätze in der ambulanten Pflege, in der Therapieklinik in Meerbusch, im Kreiskrankenhaus Grevenbroich und bei den St. Augustinuskliniken in Neuss stehen im Ausbildungsplan. Den theoretischen Teil absolvieren die Auszubildenden in den mit uns kooperierenden

5% 5%

8%

86-90 Jahre 29%

81-85 Jahre 26%


40 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

Schulen. Zurzeit sind dies die Kaiserswerther Seminare in Düsseldorf und die Fachschule der Caritasverbandes in Neuss. Ab dem Jahr 2011 kommt eine neue Schule als Möglichkeit hinzu – die KBS (Katholische Bildungsstätte in Mönchengladbach).

Therapiehund Seit November gehört auch ein Hund zum Albert-SchweitzerHaus. Der Boxer, mit Namen Klitschko, wurde am 6. September 2010 geboren und ist nun regelmäßig tagsüber im Haus zu sehen. In den ersten Lebensmonaten muss er die grundlegenden Regeln des Gehorsams kennenlernen – dazu geht er 2x wöchentlich in die Hundeschule. Mit ca. einem Jahr kann er die Ausbildung zum Therapiehund absolvieren. Ziel ist es, unseren Bewohnern mit dementiellen Veränderungen, ein zusätzliches Freizeitangebot zu bieten. Es ist fachlich bewiesen, dass Menschen, deren kognitive Fähigkeiten eingeschränkt sind, sehr positiv auf Tiere reagieren. Diese Tiere sollten im Umgang mit Menschen trainiert sein, so dass sie auch im Falle einer unvorhergesehenen Situation (z.B. lautes Schreien eines Bewohners) Ruhe bewahren und nicht in Panik geraten. Wichtig bei dieser Arbeit mit Tier und Bewohner ist die Biografiearbeit, in der herausgearbeitet wird, ob der Bewohner grundsätzlich ein gutes Gefühl zu Tieren hat oder ob er Geschehnisse in der Vergangenheit erlebt hat, die ihm keinen guten Zugang zu Tieren ermöglicht. Aber auch alle anderen Bewohner haben sehr viel Freude an Klitschko, der jeden freundlich begrüßt und sich jederzeit über ein paar nette Worte oder Streicheleinheiten freut. Selbstverständlich ist, dass Klitschko alle notwendigen Impfungen hat und regelmäßig entwurmt wird, so dass er keine Krankheiten übertragen kann. Außenanlagen Im Sommer 2010 wurde die Umgestaltung des Gartens in Angriff genommen. Ein Teil des Haupteinganges und das Umfeld der Parkplätze wurden gärtnerisch bearbeitet – alte Büsche wurden entfernt und neuer Lorbeer gepflanzt. Anfang des Jah-


Leben im Alter Jahresbericht 2010 41

res 2011 werden der Innenhof und der restliche Teil des Haupteinganges neu strukturiert. Geplant ist auch ein kleiner Springbrunnen/Wasserlauf – mit schönen und gemütlichen Sitzmöglichkeiten für unsere Bewohner.

1986 startete der Betrieb des Hauses nach einer zweieinhalbjährigen Bauzeit. Dies ist ein schöner Grund zum Feiern! In vielen Aktivitäten und Festen wird das Jubiläum immer wieder aufgegriffen werden.

25 Jahre Albert-Schweitzer-Haus Das Albert-Schweitzer-Haus wird 25 Jahre alt. Am 1. Februar

Ein Höhepunkt dabei wird sicherlich das Sommerfest im Juli 2011 sein.


42 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

Das Seniorenzentrum Haus Tabita Bestnote bei MDK-Prüfung Im nunmehr siebten Jahr seines Bestehens hat sich das Haus Tabita als Einrichtung der Altenhilfe in Korschenbroich weiter etabliert. Viele Kontakte zur Kommune, den ortsansässigen Kirchengemeinden und Vereinen konnten vertieft und ausgebaut werden. Die stabil hohen Anmeldezahlen bestätigten die hohe Akzeptanz des Hauses in der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden. Pflegenotstand In der Öffentlichkeit ist 2010 viel über den so genannten Pflegenotstand berichtet und debattiert worden. Ausgangspunkt sind immer demographische Daten, die einen rasanten Anstieg an pflegebedürftigen Menschen prognostizieren und daraus folgende Berechnungen, die die damit verbundenen Kosten darstellen. Teil dieser Berechnungen sind dann auch immer Darstellungen eines mehr oder weniger großen Fachkräftemangels

Seniorenzentrum Haus Tabita Dietrich-Bonhoeffer-Str. 2, 41352 Korschenbroich Tel. 02161 / 57 44-0 Ansprechpartner: Rainer Gerdau

in der ambulanten und stationären Altenhilfe. Personal Dieser, sich für die Zukunft abzeichnende Fachkräftemangel, konnte 2010 im Haus Tabita noch nicht beobachtet werden. Über das ganze Jahr hinweg konnte die vorgeschriebene Fachkraftquote sogar leicht überschritten werden. Bei geringer Fluktuation konnten frei werdende Stellen unmittelbar durch geeignete Bewerber ersetzt werden. Ausbildung Um bei der Besetzung von zukünftig frei werdenden Stellen nicht auf ein geringeres Angebot an geeignetem Personal auf dem freien Arbeitsmarkt angewiesen zu sein, nimmt das Diakonische Werk schon immer seine Verantwortung als Ausbildungsanbieter sehr ernst. Das Ziel von insgesamt 7 Auszubildenden konnte auch 2010 gehalten werden. Zwei unserer Auszubildenden beendeten im vergangenen Jahr als Jahrgangsbeste ihres Kurses die Ausbildung und konnten vom Haus Tabita in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden. Zivildienst/FSJ/Freiwilligendienst In weiten Teilen der Betreuung und Begleitung unserer Bewohner waren in den vergangenen Jahren Zivildienstleistende und junge Menschen in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr eine unumstößliche Größe. Sie leisteten einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zum Wohlbefinden unserer Bewohner. Gegen Ende


Leben im Alter Jahresbericht 2010 43

des Jahres zeichnete sich ab, dass der damalige Jahrgang an Zivildienstleistenden der Letzte sein wird. Die Aussetzung der Wehrpflicht bereitete auch dem Zivildienst ein Ende. Ob der neu einzuführende Bundesfreiwilligendienst die hier aufgerissenen Lücken füllen wird, ist zurzeit noch nicht abzusehen. Von Seiten des Hauses werden erhebliche Bemühungen angestellt, um über Werbemaßnahmen vor Ort genügend Interessierte für das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst zu finden. Versorgung/Kurzzeitpflege Aufgrund der vielen Nachfragen in der Vergangenheit, wurde das Angebot im Haus Tabita um den Bereich Kurzzeitpflege erweitert. Unser Versorgungsvertrag lässt es jetzt zu, dass immer zwei Zimmer für Kurzzeitpflege zur Verfügung stehen. Damit kann auch bei nur vorrübergehender Pflegebedürftigkeit im sta-

tionären Rahmen geholfen werden. Wird eine zu pflegende Person von Angehörigen gepflegt und fällt dieser Angehörige wegen Krankheit oder Urlaub für eine befristete Zeit aus, kann diese durch einen Kurzaufenthalt im Haus Tabita überbrückt werden. Überprüfung nach PTG Schon immer wurden die Einrichtungen der ambulanten und stationären Altenhilfe in der Erbringung ihrer Pflegequalität vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen überprüft. In der Fachöffentlichkeit heftig umstritten, wurde mit dem PflegeTransparenzGesetz (PTG) eine Systematik eingeführt, mit der die Ergebnisse dieser Prüfungen als Schulnoten dargestellt und veröffentlicht werden können. Ende 2010 wurde das Haus Tabita erstmals mit dieser Systematik überprüft und konnte mit einer Bestnote von 1,1 die Prüfung abschließen. Hiermit spiegelt sich


44 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

die hohe Pflegequalität, die von allen Mitarbeitern im Haus jeden Tag aufs Neue erbracht wird, wider. Neubauprojekt Demenzzentrum Das Diakonische Werk hatte bereits im Jahr 2009 erste Überlegungen zu einer weiteren Einrichtung zur Betreuung dementiell veränderter Bewohner angestellt. 2010 wurden die Planungsarbeiten fortgeführt und alle notwendigen Entscheidungsprozesse eingeleitet und zu einem positiven Ende gebracht. Der Baubeginn für diese neue Einrichtung direkt neben dem bisherigen Haus Tabita konnte auf den 1.4.2011 festgelegt werden. Bewohnerbeirat Im April 2010 konnte im Haus Tabita erstmalig ein Bewohnerbeirat nach dem neuen Wohn-und Teilhabegesetz (früher Heimgesetz) gewählt werden. Mit Peter Hülser wurde ebenfalls zum ersten Mal ein Angehöriger in dieses Gremium gewählt. Im gesamten Jahr gingen bei uns insgesamt 75 schriftliche An-

meldungen ein. Aufgenommen werden konnten 26 Bewerber. Die Gegenüberstellung dieser beiden Zahlen verdeutlicht die große Nachfrage nach Plätzen in der stationären Altenhilfe in Korschenbroich und Umgebung, insbesondere bei Plätzen für demente Bewerber. Die neuen Bewohner kamen vorwiegend aus Korschenbroich selbst und den umliegenden Gemeinden zu uns. Die jüngste Bewohnerin ist 59 Jahre alt, der älteste 99 Jahre. 21%der Bewohner im Haus Tabita sind älter als 90 Jahre. Das Durchschnittsalter aller Bewohner beträgt 85 Jahre. Von den 80 Bewohnern im Haus sind 87% Frauen und 13 % Männer. 60% unserer Bewohner gehören der Römisch-Katholischen Kirche an, 35% der Evangelischen Kirche, 3% sind neuapostolisch und 2% der Bewohner gehören keiner Religionsgemeinschaft an. Anhand der Entwicklung der Pflegestufen im

Durchschnittliche Belegung nach Pflegestufen

2010 Pflegestufe 3

2009 34%

19% 20%

51%

Pflegestufe 2

49% 15%

Pflegestufe 1

Pflegestufe 0

2008

0% 0% 2%

24%

29%

57%

Der Bewohnerbeirat des Hauses Tabita: Vorsitzender Emil Rinnus, Theresia Gick, Marianne Hebben und Sigrid Holtig. Dank gebührt Peter Hülser, der sich als Angehöriger ebenfalls sehr im Beirat engagiert.


Leben im Alter Jahresbericht 2010 45

Ehrenamtler im Haus Tabita vlnr: Renate Tutt, Elfi Winterbach, Karl Heinrich Olbrich, Uschi Goebels, Simone Schmitz-Franken, Peter Gunther, Leinichen, Brunhilde Vaasen, Uschi Kamman, Klaus Schulz, Ute Donell, Gertrud Tillmanns, Rudolf Schlicker, Magdalena Hoesen, Liesel Weeger, Frau Schlicker und Jürgen Splinter. Haus bestätigt sich die These, dass Senioren immer später und erst bei Vorliegen erheblicher Pflegebedürftigkeit in eine stationäre Alteneinrichtung wechseln. Nur noch 15% unserer Bewohner waren in Pflegestufe 1 (erheblicher Pflegebedarf) eingestuft. Ein erhöhter Pflegebedarf der Stufe 2 lag sogar bei 51% unserer Bewohner vor und schließlich befanden sich 31% in Pflegestufe 3 (besonders hoher Pflegebedarf). Bei 3% unserer Bewohner lag sogar eine Einstufung nach Pflegestufe drei mit Härtefallregelung vor.

Ehrenamt Einen erfreulichen Anstieg gab es bei der Anzahl der freiwilligen Mitarbeiter im Haus zu verzeichnen, obwohl uns auch langjährige Mitarbeiter aus persönlichen Gründen verließen. Vor allem im Besuchsdienst konnte so das Angebot ausgeweitet werden. So freuen wir uns sehr darüber, dass immer mehr Besuche mit Haustieren zustande kommen. Aber auch für die Gestaltung unseres Gartenbereichs konnten neue Mitarbeiter gefunden werden.


46 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

Seniorenzentrum Markuskirche Weiterentwicklung auf höchstem Niveau Das Seniorenzentrum Markuskirche konnte nach seiner Inbetriebnahme im Jahr 2008 sehr erfolgreich die Pflege-, Struktursowie Prozessqualität weiterentwickeln, so dass die vorgehaltenen Pflegeplätze ein gefragter Bestandteil der stationären Pflegelandschaft in Dormagen geworden sind. Eine Belegungsquote von über 99% und eine Warteliste sind ein Indiz dafür. Die Einbindung an das Stadtviertel Horrem Neben der Vernetzung mit der ambulanten Diakonie-Pflegestation, der Seniorenberatung, der FreiwiligenAgentur und den örtlichen sozialen Organisationen und Vereinen ist die Zusammenarbeit mit der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde weiterhin ein wichtiger Kooperationsbaustein. Für die vielen regelmäßig stattfindenden internen Veranstaltungen und Beschäftigungsangebote konnten Kontakte – u. a. zu den drei im Stadtteil vorhandenen Kindergärten, der Grundschule, den beiden Kirchengemeinden, der St. Hubertus-Schüt-

Seniorenzentrum Markuskirche Weilerstr. 18a, 41540 Dormagen Tel. 02133 / 26 605 Ansprechpartner: Franz-Josef Laermanns

zenbruderschaft in Horrem und anderen Gruppierungen und Vereinen vor Ort - genutzt werden. Gleichzeitig diente dies zur Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner, deren Mobilität in der Regel so eingeschränkt ist, dass sie nicht mehr in der Lage sind, an externen Veranstatltungen teilzunehmen. Diese Einbindung in das Gemeinwesen ist uns im letzten Jahr durch viele kleine und große Veranstaltungen in unterschiedlichsten Formen gelungen. Höhepunkte des Jahres 2010 waren für Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörige die erste Karnevalssitzung, der Tanz in den Mai mit der Krönung der Maikönigin, die Schützenausstellung im Seniorenzentrum sowie das Schützenfest mit dem ökumenischen Gotttesdienst, das


Leben im Alter Jahresbericht 2010 47

obligatorische Sommerfest, das Oktoberfest und das Lichterfest im November. Neben der hohen Pflegequalität ist die gelungene Einbindung des Seniorenzentrums in den Sozialraum eine sehr große Stärke der Einrichtung. Die Nähe zur altvertrauten Umgebung In den Jahren 2009 und 2010 wurden von insgesamt 71 neuen Bewohnerinnen und Bewohnern 55 Dormagener Bürger aufge-

nommen. 35 davon kommen aus Horrem oder Dormagen-Mitte. Bei den 16 nicht aus Dormagen kommenden Bewohnern sind deren Angehörige, die verantwortlich für die Aufnahme im Hause sind, Bürgerinnen und Bürger, meist aus dem direkten Dormagener Einzugsgebiet. Die meisten Interessenten für einen Platz im Haus kommen aus der unmittelbaren Umgebung, sind neben Horrem auch in Dormagen-Mitte, Straberg, Nievenheim, Zons und Stürzelberg beheimatet. Vereinzelnd finden sich, meist über Mund-zu-Mund-


48 Jahresbericht 2010 Leben im Alter

möglicht, den Bewohnern eine gute ganzheitliche Pflege und Betreuung zu gewährleisten. Strukturen in der Pflege Die Organisationsstrukturen in der Pflege konnten verfeinert werden, so dass dies auch Auswirkungen auf die Weiterentwicklung der Qualitätsstandards hatte. Die Mitarbeitenden sind intensiv u.a. im Bereich der Expertenstandards, der Pflegeplanung und Dokumentation fortgebildet worden. Die Qualität der Pflege und die damit verbundenen Dokumentationen konnte entschieden verbessert werden. Zahlen und Daten Die Pflegebedürftigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner stieg, wie im Diagramm erkennbar, auch im Jahr 2010 weiter an. Dieser spiegelt sich in den Pflegestufen der Bewohnerinnen und Bewohner wieder, die die Medizinischen Dienste der Krankenkassen je nach Pflegeaufwand festlegen. Derzeit versorgen 40 Pflegekräfte in drei Schichten täglich unWerbung, Interessierte aus dem Kölner Norden, Neuss oder Rommerskirchen in den Interessentenlisten wieder. Die Zusammenarbeit mit Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern und pflegeunterstützenden Einrichtungen und Personen Die Gesamtversorgung der Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses gelingt nur in enger Zusammenarbeit mit dem gesamten Versorgungssystem der Gesundheitsversorgung durch Hausund Fachärzte, Krankenkassen, Apotheke, Krankenhäuser, Sanitätshäuser, Physiotherapeuten etc. Von der Startphase des Hauses bis zum heutigen Zeitpunkt wurde die Basis dafür geschaffen, dass sich jetzt eine positive Zusammenarbeit auf allen Ebenen etabliert hat, die es uns er-

Durchschnittliche Belegung nach Pflegestufen

2010 Pflegestufe 3

1%

6%

2008

16%

Pflegestufe 2

33%

40% 40%

41%

Pflegestufe 1

Pflegestufe 0

2009

4% 5%

12%

49%

54%


Leben im Alter Jahresbericht 2010 49

sere Bewohner. Hinzu kommen sechs Auszubildende, zwei Zivildienstleistende, drei im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und einige Praktikanten, die meist im Rahmen ihrer Berufsorientierung oder Umorientierung eine Perspektive für sich suchen. Inzwischen haben mehrere Praktikanten eine Pflegeausbildung im Hause begonnen. Auch der erhöhte Betreuungsbedarf bei Bewohnerinnen und Bewohnern mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz im Sinne des § 45, SGB 11 ist von 60 % auf ca. 75 % der Bewohner gestiegen. Dieser Mehrbedarf an Betreuung und Unterstützung

wird inzwischen von fünf Betreuungsassistentinnen und –assistenten geleistet. Ausblick Dank hoch motivierter und qualifizierter Mitarbeitenden sowie einer großen Unterstützung und Förderung des Hauses aus dem örtlichen Umfeld ist es gelungen, eine sehr gute Betreuungs- und Pflegequalität für die Bewohnerinnen und Bewohner aufzubauen. Es wird in den nächsten Jahren darum gehen, diesen Standard zu halten bzw. zu verbessern.


50 Jahresbericht 2010 Einrichtungen und Kontakte

Familien- und Jugendhilfe

Psychiatrische Hilfen

Kinder- und Jugendtreff Am Rübenweg 16, 41540 Dormagen Tel. 02133 / 53 65 27, Fax: 02133 / 24 45 89

Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ) Knechtstedener Str. 20, 41540 Dormagen Tel. 02133 / 47 73 33, Fax 02133 / 47 00 77

Flexible Erziehungshilfe Dormagen (FED) Knechtstedener Straße 20, 41540 Dormagen Tel. 02133 / 24 15 31, Fax: 02133 / 24 45 89

Kontakt- und Beratungsstelle Knechtstedener Str. 20, 41540 Dormagen Tel. 02133 / 47 73 33

Aufsuchende Familienhilfe Wilhelmitenstr. 10, 41515 Grevenbroich Tel.: 02181 / 21 23 218, Fax: 02181 / 21 23 226

Ambulant Betreutes Wohnen Wilhelmitenstr. 10, 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 21 23 211 / Fax: 02181 / 21 23 226

Sozialberatung Wilhelmitenstr. 10, 41515 Grevenbroich Tel.: 02181 / 21 23 211, Fax: 02181 / 21 23 226

Knechtstedener Str. 20, 41540 Dormagen Tel. 02133 / 47 79 04

Zusätzliche Arbeitsgelegenheiten Wilhelmitenstr. 10, 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 21 23 222, Fax: 02181 / 21 23 226 Wohngebietsbetreuung Wilhelmitenstraße 10, 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 21 23 215 Ehrenamtliches Engagement FreiwilligenAgentur Dormagen Knechtstedener Straße 20, 41540 Dormagen Tel.: 02133 / 53 92 20

Tochterunternehmen Erftaue Service Gesellschaft GmbH Am Ständehaus 12, 41515 Grevenbroich Tel. 02181 / 605 - 541

Seniorenzentrum Albert-Schweitzer-Haus gGmbH Am Ständehaus 12, 41515 Grevenbroich Tel.: 02181 / 605 - 1 Seniorenzentrum Korschenbroich gGmbH Am Ständehaus 12, 41515 Grevenbroich Tel.: 02181 / 605 - 1


Einrichtungen und Kontakte Jahresbericht 2010 51

Leben im Alter Beratungsstelle für Fragen im Alter Knechtstedener Straße 20, 41540 Dormagen Tel.: 02133 / 53 92 21, Fax: 02133 / 24 45 89 Dietrich-Bonhoeffer-Str. 3, 41352 Korschenbroich-Kleinenbroich Tel.: 02161 / 57 44 - 195 Diakonie Pflegestation Jüchen / Korschenbroich Markt 6, 41363 Jüchen Tel.: 02165 / 91 12 29, Fax: 02165 / 91 12 30 Diakonie Pflegestation Grevenbroich / Rommerskirchen Am Ständehaus 10, 41515 Grevenbroich Tel.: 02181 / 60 52 16, Fax: 02181 / 60 52 48 Diakonie Pflegestation Dormagen Weilerstr. 18a, 41540 Dormagen Tel.: 02133 / 26 60 999, Fax: 02133 / 21 09 42

Palliativfachpflegedienst Rhein-Kreis Neuss Weilerstr. 18a, 41540 Dormagen Tel.: 02133 / 26 60 999, Fax: 02133 / 21 09 42 Seniorenzentrum Albert-Schweitzer-Haus Am Ständehaus 10, 41515 Grevenbroich Tel.: 02181 / 605 - 1 Seniorenzentrum Haus Tabita Dietrich-Bonhoeffer-Str. 2, 41352 Korschenbroich-Kleinenbroich Tel.: 02161 / 57 44 - 0 Seniorenzentrum Markuskirche Weilerstr. 18a, 41540 Dormagen Tel.: 02133 / 26 605


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Rhein-Kreis Neuss Diakonisches Werk Evangelischer Kirchengemeinden im Rhein-Kreis Neuss e. V. Am St채ndehaus 12 41515 Grevenbroich Telefon 02181 / 605 - 1 www.DiakonischesWerk.de

Jahresbericht  

Jahresbericht des Jahres 2010

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