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Neues aus dem

April 2014

Land der Ideen Zukunftsprojekt Industrie oder: Alles ist vernetzt

Foto: Festo AG und Co. KG, Preisträger im Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“


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Vernetzt in die Zukunft – Die deutsche Industrie von morgen Forscher erkennen über Twitter eine Grippewelle. Geo-Tracking verhindert Autounfälle. Maschinen kündigen Fabriken rechtzeitig den Ausfall ihrer Einzelteile an. Was hier am Werk ist, nennt sich „Cyber Physical System“. Oder anders: Industrie 4.0. Eine vierte industrielle Revolution, die neue Geschäftsmodelle, Waren und Dienstleistungen ermöglicht. Sie ist derzeit in aller Munde und wird die Zukunft der deutschen Industrie verändern. Denn durch die Verbindung von realer und digitaler Welt wird der Produktionsprozess flexibler, effizienter und ressourcenschonender – zum Vorteil der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Die Megatrends Big Data und Industrie 4.0 waren auch auf CeBIT und Hannover Messe die zentralen Leitthemen. Die Messen belegen eindrucksvoll: Deutsche Unternehmen liefern mit ihren Innovationen bereits wichtige Impulse auf dem Weg zur Produktion der Zukunft.

Deutschlands Spitzenposition sichern Mehr denn je steht Deutschland im globalen Wettbewerb. „Die Industrie muss sich ganz auf den digitalen Wandel einstellen, um im internationalen Vergleich zu bestehen“, sagt BDI-Präsident Ulrich Grillo. Die Grundsteine der vierten industriellen Revolution wurden primär im Maschinenbau und in der Elektrotechnik gelegt – in beiden Bereichen ist Deutschland seit Jahren Marktführer. Auch die Großen der Automobilbranche haben sich eine führende Stellung erarbeitet. Laut des „IT Innovation Readiness Index“ der Freudenberg IT 2013 ist die Industrie-4.0-Reife in Deutschland steigend. Bereits 15 Prozent der deutschen Fertigungsunternehmen setzen selbststeuernde Produktionsprozesse ein. 60 Prozent arbeiten mit Automatisierungslösungen und fast 70 Prozent mit IT-Lösungen zur Fernwartung. Mehr als die Hälfte der Fertiger verfügen über intelligente Produktionsanlagen – die Basis der Industrie 4.0. Diese Entwicklungen bergen für den Mittelstand enorme Wachstumschancen. Die Effizienz seiner Wertschöpfungsketten sind ein wesentlicher Bestandteil seines Erfolgs. Durch den Ausbau der Industrie 4.0 kann dieser in Zukunft weiter wachsen.

Vision trifft Tradition Damit technologische Innovationen entstehen können, braucht es immer wieder gute Ideen. Es gibt viele neue Ansätze, um Innovationsprozesse voranzutreiben. Vernetztes Denken und Austausch stehen dabei im Mittelpunkt. Etwa in offenen Ideenwettbewerben oder bei der Ideenentwicklungsmethode „Design Thinking“, Schwerpunkt der „School of Design Thinking“ des Hasso-Plattner-Instituts. Und der Ansatz „Innovation durch Kooperation“ wird beispielsweise vom Unternehmen GFT Technologies verfolgt, das die Zusammenarbeit von Traditionsunternehmen und IT-Startups unterstützt. Als Link zur digitalen Industrie können IT-Startups mittelständischen Unter-


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Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken, Kaiserslautern, Bremen und Berlin

nehmen helfen, ihre Dienstleistungen und Produkte in den digitalen Raum zu übertragen, da mittelständische Firmen oft noch nicht über die nötigen Technologien verfügen.

Neue Ansätze, neue Arbeitswelten In der Industrie der Zukunft lassen sich neue Marktpotenziale erschließen sowie neue technologische Ansätze nutzen, um mithilfe der „intelligenten Fabrik“ maßgeschneiderte Produkte trotz Massenfertigung herzustellen. Das verändert die Arbeitswelt. Es wird weniger Mitarbeiter in der Produktion und mehr Fachkräfte mit Software- und Programmierkenntnissen geben. Ziel ist das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Passend dazu ein Zitat von Albert Einstein: „Computer sind unglaublich schnell, genau und dumm. Menschen sind unglaublich langsam, ungenau und brillant. Zusammen sind sie mächtiger als man sich je vorstellen kann.“

Fotos: Titelseite: Festo AG; S. 2: Deutschland – Land der Ideen/Sebastian Gerhard; S. 3: oben rechts: Jim Rakete; unten: CENTRUM INDUSTRIAL IT

Innovationen aus Deutschland Auch im Netzwerk der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ befinden sich beste Beispiele des neuen Industriezeitalters. Der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ hat sie aufgezeigt. Sehen Sie sich dazu die Ideen-Karte auf Seite 5 an. Einige der Preisträger waren zu Gast auf der Hannover Messe. Dort ging auch die Aktionsplattform Tec2You in eine neue Runde. Ein weiteres Thema vor Ort war „Open Ideation“ im Rahmen einer Impulsveranstaltung des Innovationskraftwerks. Zum Schwerpunkt Stadtentwicklung trafen auf der Messe „Metroplitan Solutions“ Preisträger des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ zusammen. Lesen Sie dazu mehr in dieser Ausgabe.

Liebe Leserinnen und Leser, als erste industrielle Revolution bezeichnet man die Einführung mechanischer Produktionsanlagen Ende des 18. Jahrhunderts. Die Massenfertigung mit Hilfe von Fließbändern und Elektromotoren sorgten für die zweite industrielle Revolution zum Ausgang des 19. Jahrhunderts, worauf mit dem Einsatz der ersten Industrieroboter und programmierbarer Fabriksteuerungen die dritte industrielle Revolution Ende des 20. Jahrhunderts folgte. Einen ähnlichen Paradigmenwechsel erleben wir aktuell wieder: mit „Industrie 4.0“ hält das Internet der Dinge Einzug in die Fabriken. Nicht eine zentrale Steuerung, sondern das Produkt selbst steuert in der „Smart Factory“ seine Herstellung, so dass auch Unikate zu den Bedingungen der Massenproduktion hergestellt werden können. Für Deutschland bietet sich die Chance, diese Revolution maßgeblich mitzugestalten, um sich auch in Zukunft erfolgreich als Produktionsstandort behaupten zu können. Denn das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“, das ich in der Forschungsunion der Bundesregierung mitinitiiert habe, adressiert alle großen Herausforderungen unserer Zeit, wie die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes, Ressourcen- und Energieeffizienz, demographischer Wandel und urbane Produktion. Deutschland hat die besten Voraussetzungen, um Leitanbieter und Leitmarkt für die Industrie 4.0 zu werden. Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich eine spannende Lektüre.

Inhalt Industrie 4.0 Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen Ideen für die Bildungsrepublik Innovationskraftwerk Ein Ort der Forschung und Entwicklung: Hier in Lemgo entstehen neue Technologien für die Industrie von morgen – zum Beispiel der als „Ausgewählter Ort 2012“ prämierte „Tiger-Chip“.

Netzwerk Termine/Impressum

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Interview

„Viele Geheimnisse in den komplexen Datenstrukturen“ Im Jahr 2012 wurde IS Predict als Preisträger im Land der Ideen ausgezeichnet. Mit seiner „Software zur Steigerung der Energieeffizienz“ zeigt das Saarbrücker Unternehmen, wie derartige Module Betriebsabläufe ökonomisch und ökologisch positiv beeinflussen. Der Schwerpunkt von IS Predict auf der CeBIT und der Hannover Messe waren Innovationen im Bereich Predictive Business Intelligence – selbstlernende und adaptive IT-Lösungen, die hochkomplexe Datenstrukturen beherrschbar machen und Anlagen vorausschauend steuern. Wir sprachen mit Britta Hilt, der Geschäftsführerin von IS Predict. Welche Ansätze verfolgt Ihr Unternehmen hinsichtlich der Industrie 4.0? Industrie 4.0 ist für uns ein ganz spannendes Thema. Es werden immer mehr Daten in der Produktion verfügbar – so können mehr Fragen beantwortet werden, deren Lösung bislang tief in den Daten schlummerte. Durch unsere ResourceIntelligence-Softwarelösung werden Prozesse besser steuerbar, die sonst von unbekannten Störfaktoren beherrscht waren. Auch hochkomplexe Prozessflüsse lassen sich dank vorausschauender Analysen verlässlich planen. Die Maschinen organisieren sich künftig selbst und geben den

Preisverleihung 2012: Die Saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (rechts) gratulierte (v. l.) August-Wilhelm Scheer (Scheer Group) sowie Britta Hilt und Richard Martens (IS Predict GmbH).

Produktionsmitarbeitern Handlungsempfehlungen. Wir arbeiten in einem Vorzeige-Forschungsprojekt von Industrie 4.0 mit: CyProS. Hier entsteht bei der Firma Wittenstein Bastian eine Schaufensterfabrik, in der Industrie 4.0 in das operative Geschehen integriert wird und die Zukunft „den Hallenboden“ erreicht. Welche Bedeutung hat die vierte industrielle Revolution für Ihr Unternehmen? Für uns eröffnen sich ganz neue Geschäftsmodelle. Wir arbeiten mit großen Anlagenherstellern, die zusätzlich zu ihren Produkten Softwaredienste anbieten

wollen. Sie wollen dem Endkunden die Fabrik der Zukunft ermöglichen, und zwar mit Anlagen, die sich selbst organisieren, also zum Beispiel frühzeitig Verschleiß aufdecken, dynamische Störfaktoren erkennen und Abhilfe empfehlen. Es liegen unglaublich viele Geheimnisse in den komplexen Prozess- und Datenstrukturen. Wir helfen mit unseren Softwarelösungen, diesen Schatz zu heben und so die Effizienz von Mensch, Maschine und Energie zu steigern.

Sie wurden 2012 für Ihre „Software zur Steigerung der Energieeffizienz“ ausgezeichnet – wie hat sich Ihr Projekt seitdem entwickelt? Energie ist bei uns immer noch ein wichtiges Thema – aber wir haben unsere selbstlernende predictive-analytics-Lösung deutlich erweitert, nämlich im Bereich Ressourceneffizienz. Etwa bei der Aufdeckung von versteckten Anomalien im Anlageverhalten zur vorausschauenden Wartung. Zusammen mit einem großen internationalen Motorenhersteller arbeiten wir daran, dass Motoren, egal in welchen Maschinen eingebaut, auf Knopfdruck und ohne viel Aufwand überwacht werden, um frühzeitige Störungen und Verschleiß aufzudecken.

Foto: oben: IS Predict GmbH; unten: SMA Solar Technology AG

Kurz und knapp

Die Fabrik der Zukunft ist intelligenter und produziert effizienter als je zuvor.

Was ist „Big Data“? Social Media, Cloud Computing, Videostreaming, Geo-Tracking – all das hinterlässt Daten, sogenannte Big Data. Mit der richtigen, verantwortungsvollen Nutzung und Einordnung bergen die Daten viele Chancen. Sie zu erfassen, zu speichern und zu verarbeiten ist dabei die größte Herausforderung. Denn Daten, die ungefiltert im Netz strömen, sind nutzlos – erst eine Dateninfrastruktur gibt ihnen einen Sinn. In den USA konnten Forscher beispielsweise Twitter-Meldungen so entschlüsseln, dass sich eine Grippewelle voraussagen ließ, bevor die Gesundheitsbehörde sie messen konnte. So konnte frühzeitig mit der Produktion eines Impfstoffes begonnen werden.

Was ist „Industrie 4.0“? In der Industrie 4.0 können Maschinen Informationen austauschen und sich gegenseitig steuern. Die Produkte sind künftig stark individualisiert und werden in einer hochflexiblen Großserienproduktion hergestellt. So entstehen „hybride Produkte“ und die Serienproduktion wird so individualisiert, dass sie Einzelstück-Charakter bekommt. Das Resultat für den Konsumenten: Maßgeschneiderte Produkte zu erschwinglichen Preisen. Für die Industrie: Hochflexible und maximal effiziente Massenproduktion, die sich schnell an Marktveränderungen anpassen kann.


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Der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ hat viele Preisträger aufgezeigt, die an neuen Technologien in Sachen Daten und Industrie 4.0 forschen oder sie bereits aktiv umsetzen. Unsere Karte zeigt eine Auswahl. Logistiklösung „marion“ von CLAAS, CLAAS CSE Entwicklung Systeme und Dienstleistungen, Harsewinkel, Ausgewählter Ort 2012 Roboter in der Landwirtschaft – CLAAS optimiert Wertschöpfungsketten der Branche durch Automatisierung.

ZVEI – Initiative für Energie-Intelligenz EnQ, ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V., Frankfurt am Main, Ausgewählter Ort 2011 Eine Initiative will intelligente Energiespar-Technologien bekannter machen.

Software zur Steigerung der Energieeffizienz von IS Predict, IS Predict GmbH, Hannover, Ausgewählter Ort 2012 Eine Software wertet komplexe Betriebsabläufe aus und ermittelt Energiesparpotenziale.

KATWARN – das kommunale Warn- und Informationssystem, Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fraunhofer FOKUS), Berlin, Ausgezeichneter Ort 2013 Ein neues System hilft der Feuerwehr, die Bevölkerung bei Unglücksfällen per SMS, E-Mail oder App zu alarmieren.

Technische Universität Braunschweig , Braunschweig, Ausgewählter Ort 2007 Die Wissenschaftler an der TU Braunschweig tüfteln Tag für Tag an der Technik von morgen.

Berlin

Hannover Braunschweig Harsewinkel

Zukunftsmeile Fürstenallee – Spitzenforschung für den Mittelstand, Paderborn, Ausgewählter Ort 2012 Mittelständler können durch gemeinsame Produktentwicklung am globalen Wettbewerb teilnehmen.

Lemgo

Paderborn

Wuppertal

SmartFactory-KL Technologie-Initiative SmartFactory KL e.V., Kaiserslautern, Ausgewählter Ort 2007 Fabrik der Zukunft: In der „SmartFactory“ in Kaiserslautern prüfen Forscher intelligente Lösungen für die Industrie.

FluGGS – Sehen und Verstehen, Wupperverband, WuppertalElberfeld, Ausgewählter Ort 2009 Ein virtuelles Geodaten-System liefert umfassende Gewässerinformationen.

Digital veredelt – Software-Cluster bietet Innovationen für Unternehmen, Software-Cluster, Darmstadt, Ausgewählter Ort 2011 Software-Cluster stärkt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Firmen im Internet.

Frankfurt am Main Darmstadt

Festo Bildungsfonds, Festo AG, Bruchsal, Ausgewählter Ort 2010 Ein Fonds fördert gezielt Studierende technischer Fächer.

Kaiserslautern Saarlouis Saarbrücken

PeerEnergyCloud – Bürgermarktplatz zum Handel von erneuerbaren Energien, Stadtwerke Saarlouis GmbH, Saarlouis, Ausgewählter Ort 2012 Die Stadtwerke Saarlouis stellen ein Micro Grid zum Handel erneuerbarer Energien zur Verfügung.

Mikroprozessor „Tiger-Chip“ – bringt das Internet in die Maschine, CENTRUM INDUSTRIAL IT, Lemgo, Ausgewählter Ort 2012 Unter dem Dach des Centrum Industrial IT entwickelten das FraunhoferAnwendungszentrum Industrial Automation und das Institut für Industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL einen Chip, der den Austausch großer Datenmengen in Sekundenbruchteilen ermöglicht.

Bruchsal

Fellbach

München

Rendezvous mit dem Rechner, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH, Saarbrücken, Ausgewählter Ort 2006 Intelligente Programme bringen dem Computer bei, menschliche Sprache und Mimik zu verstehen.

Siemens Umweltportfolio – Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie, Siemens AG, München, Ausgewählter Ort 2012 Siemens stellt innovative Technologien für Energieeffizienz und Umweltschutz bereit.

Urbane Produktion der Zukunft, Wittenstein AG, Fellbach, Ausgezeichneter Ort 2013 In einer Demonstrationsfabrik werden nach und nach die Konzepte der Industrie 4.0 integriert.


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Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen Mit viel Kreativität, Leidenschaft und Einfallsreichtum entwickeln Menschen in Deutschland zum Thema „Ideen finden Stadt“ Lösungen für die Herausforderungen von morgen.

Impressionen

Netzwerktreffen der „Ausgezeichneten Orte 2013/14“ Die Ideengeber für die Stadt von morgen trafen sich am 17. März erneut zum gemeinsamen Austausch. Diesmal führte der Weg nach Essen ins ThyssenKrupp Quartier, welches 2012 selbst ausgezeichnet wurde.

Die „Ausgezeichneten Orte“ trafen sich in Essen. Moderator Bernhard Wolf im Dialog mit den Preisträgern: Hier offenbarten sich echte Erfolgsgeschichten. Nicht nur Erzählungen zeugten davon, auch zahlreiche Pressestimmen, Social-Media-Auszüge und Kooperationen machten deutlich, wie vielfältig die Projekte die Auszeichnung bisher für sich nutzen konnten.

Fotos: Deutschland – Land der Ideen/Bernd Brundert

„Vernetzt“ – passend zum Anspruch des Treffens wurde der Saal mit blauen Fäden durchzogen.

Projektbeschreibung in 6 Sekunden? Dass das funktioniert, erklärte Martin Hündgen, Vine-VideoExperte von der European Web Video Academy. Das Ergebnis der kleinen 6-Sekunden-Videos unserer Preisträger sehen Sie auf dem Vine-Kanal der „Ausgezeichneten Orte“.

Christian Rummel, Deputy Global Head of Brand Communications and Corporate Citizenship bei der Deutschen Bank, freute sich, die Preisträger der aktuellen Wettbewerbsrunde ein weiteres Mal begrüßen zu können.

Ob auf iPad oder Pressewand – zwischen zahlreichen Veröffentlichungen konnten die Gäste nach ihren eigenen Berichten Ausschau halten.

Nachdem die Experten die Themen Design Thinking (Katharina Berger, Deutschen Bank), Fundraising (Nicole Kreja, Kinder-Biennale), Social Entrepreneurship (Dr. Markus Freiburg, Finanzierungsagentur Social Entrepreneurship GmbH), Diversity (Kerstin Pramberger, Deutsche Bank) und „Erfolgreiches Netzwerken“ (Torsten Schreiber, bettervest GmbH) eingeleitet hatten, konnten die Gäste an den Thementischen gezielt mit den Referenten sprechen.


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Rückblicke der Preisverleihungen

Hip Hop in der Bronx, Bienen in Hamburg und ein Flüchtlingshotel in Augsburg

Fotos: links: Deutschland – Land der Ideen/Keryn Huang; Mitte: Deutschland – Land der Ideen/Bernd Brundert; rechts: Deutschland – Land der Ideen/Stefan Winterstetter

Von Berlin über über Augsburg und Kiel bis nach New York strahlt die Innovationskraft der Stadt von morgen. So abwechslungsreich die Preisträger sind, so vielgestaltig waren auch die Preisverleihungen im März.

BronxBerlinConnection

Deutschland summt!

Grandhotel Cosmopolis

Die Idee: Sozial benachteiligte Jugendliche aus Deutschland und Amerika planen gemeinsam ihren Städteaustausch.

Die Idee: Eine Initiative motiviert Bürger, in der Stadt neuen Lebensraum für Wildund Honigbienen zu schaffen.

Die Idee: Ein ehemaliges Pflegeheim wird Unterkunft für Flüchtlinge und Anziehungspunkt für Bürger und Touristen.

Mit Tanz und Hip-Hop-Musik läutete der Gangway e.V. am 18. März die Preisverleihung in New York ein. Den Rahmen der Auszeichnung bildete die Uraufführung des Hip-Hop-Musicals „Gemeinschaft Shifts the Planet 2014!“ im Bronx Music Heritage Center Lab in New York. „‚BronxBerlinConnection‘ baut Brücken: nicht nur zwischen den Jugendlichen selbst, sondern zwischen Lebenswelten und Ländern“, sagte Reginald Cash von der Deutschen Bank, im Bild zu sehen mit Bastian Beiersdorf, Teilnehmer des Programms aus Berlin (Mitte), und Holger Lösch, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie.

Mit der Biene als Botschafterin zu mehr Stadtnatur – diesem Ziel ist die Hamburger Initiative „Deutschland summt!“ ein großes Stück näher gekommen. Der Bundessieger in der Kategorie Umwelt feierte seine Preisverleihung im Rahmen der Eröffnung der Wanderausstellung „Hamburg summt“, das Leuchtturmprojekt für den deutschen Norden. Schirmherrin Daniela Schadt gratulierte zusammen mit Ariane Derks, „Deutschland – Land der Ideen“, und Dr. Cornel Wisskirchen, Deutsche Bank, den Initiatoren Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer. „Bienen sind die drittgrößte Nutztierart in Deutschland und ihre Bedeutung für unsere Ernährung kann gar nicht genug betont werden“, so Hölzer und Hemmer.

„Ein Hotel zum Träumen und zum Weinen“, titelte die Augsburger Allgemeine am 28. Februar und traf damit den Kern des Preisträgerprojekts Grandhotel Cosmopolis. Denn „Interaktion statt Ausgrenzung“ lautet dort das Motto. Engagierte Augsburger Bürger nutzen das Grandhotel Cosmopolis als künstlerisches Labor, in dem sich Flüchtlinge und Anwohner austauschen können und so mögliche Vorurteile überwinden. Für diese Idee wurde das Bayerische Hotel der besonderen Art zu Recht ein „Ausgezeichneter Ort 2013/14“ und darüber hinaus Bundessieger in der Kategorie Gesellschaft. Die feierliche Preisverleihung wurde vom Bayerischen Rundfunk live übertragen.


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Studie

Trendreport Stadt – Deutschlands urbane Zukunft

Fotos: oben, Mitte: Deutschland – Land der Ideen/Bernd Brundert; unten: Deutschland – Land der Ideen/Sebastian Gerhard

Wie sieht die urbane Zukunft aus? Was sind die Herausforderungen für die Städte von morgen? Die 100 besten Ideen zur Lösung dieser Fragen fanden die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank im Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte“ 2013. Um die Innovationskraft Deutschlands beurteilen und die Projekte im nationalen sowie internationalen Kontext betrachten und einordnen zu können, wurden die Preisträger vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO nun analysiert und in einer umfassenden Studie publiziert. Das IAO erläutert in dem Dossier die zentralen Erkenntnisse, aktuellen Trends und zukünftigen Entwicklung der urbanen Projektlandschaft in Deutschland.

Steffen Braun ist Forschungskoordinator der Fraunhofer-Initiative Morgenstadt und realisierte im Auftrag der Deutschen Bank den Trendreport.

„Der Wettbewerb belegt sehr gut, welches Potenzial in Deutschland bereits erkennbar ist. Dieses in vollem Umfang nutzbar zu machen, ist eine der zentralen Forschungsaufgaben.“ Wir haben mit dem Urheber der Studie, Dipl.-Ing. Steffen Braun, Forschungskoordinator der Fraunhofer-Initiative Morgenstadt am Fraunhofer-Institut Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, über die Ergebnisse der Studie gesprochen. Das Interview können Sie hier nachlesen: www.land-der-ideen.de/trendreport-stadt

Den Trendreport gibt es als Broschüre und als App für das iPad.

Auf der „Metropolitan Solutions“ konnte das Fachpublikum einen Blick in die Trendstudie werfen.

Auf der Messe „Metropolitan Solutions“ konnten die Besucher einen Einblick in den Trendreport erhalten. Zudem waren verschiedene Preisträger des Wettbewerbsjahres 2013 zum Jahresthema „Ideen finden Stadt“ anwesend und diskutierten über Strategien und Lösungen rund um den Aus- und Aufbau urbaner Infrastrukturen. Weitere Informationen zur Messe: www.metropolitansolutions.de

Zum Download: Laden Sie sich den Trendreport Stadt von unserer Webseite herunter und erfahren Sie mehr über die Trends und Innovationen der Stadt von morgen: www.land-der-ideen.de/ trendreport-stadt. Den Trendreport gibt es auch als App für das iPad.


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Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen Mit viel Kreativität, Leidenschaft und Einfallsreichtum entwickeln Menschen in Deutschland zum Thema „Ideen finden Stadt“ Lösungen für die Herausforderungen von morgen.

Bewerbung

Der Countdown läuft: 100 Leuchtturmprojekte für die ländliche Zukunft gesucht Noch eine Woche kann Deutschland seinen Ideenreichtum unter Beweis stellen: Unter dem Motto „Innovationen querfeldein – Ländliche Räume neu gedacht“ suchen die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank 100 innovative Projekte für die ländlichen Regionen der Zukunft. Noch bis zum 30. April 2014 können Ideen und Projekte aus allen Regionen Deutschlands unter ausgezeichnete-orte.de eingereicht werden.

Foto: Peperoni GmbH, Anka Sadeck (Künstler: Jörg Schlinke)

Ob neue Mobilitätsangebote, Nahversorgungszentren für Dörfer, mobile Ärzte, Rückholagenturen, Wohnkonzepte, Klimaschutzinnovationen, Landwirtschaftstechnik oder innovative Unternehmen, die

auf dem Land erfolgreich sind – gefragt sind Ideen, wie die Zukunft ländlicher Regionen erfolgreich gestaltet werden kann. Ob Projekte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt, Bildung, Kultur oder Gesellschaft – dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Eine hochkarätig besetzte Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e. V., und Prof. Dr. Martin Roth, Direktor des Victoria and Albert Museum in London, wählt aus allen Bewerbungen die 100 besten Ideen aus. Unterstützt wird die Jury durch einen Fachbeirat. Nach

Jetzt bewerbe n! Bis zum 30. A pril auf www.ausgez eichnete

-orte.de

der Bekanntgabe der Preisträger im Juli beginnt für die „Ausgezeichneten Orte“ ein ereignisreiches Wettbewerbsjahr: von der feierlichen Auszeichnung jedes Preisträgers über die Wahl des Publikums- und der Bundessieger bis hin zu Netzwerktreffen und Preisträgerempfang.

Beispielhafte Projekte für ländliche Räume gibt es bereits. Etwa das Projektbüro Mentoring-Programm MV, ausgezeichnet im Jahr 2010. Mit dem Programm werden Jungunternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern gefördert und die Gründer ein Jahr lang mit der Expertise von Firmenchefs und persönlichen Netzwerken unterstützt. Auf diese Art haben bereits zahlreiche Tandems aus Mentor und Gründer Erfolgsgeschichten geschrieben. Ein Unternehmen vertreibt zum Beispiel kreative Kletterwände in Form von Wörtern wie „heiter“.


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Interaktives Themenportal

Von ländlichen Querdenkern und heimlichen Helden

Fotos: oben: Screenshot www.innovationen-querfeldein.de; unten: Deutschland – Land der Ideen/Bernd Brundert

Das Themenportal innovationenquerfeldein.de nimmt die Zukunft ländlicher Regionen in Deutschland unter die Lupe und greift in Reportagen, Interviews, Portraits und Live-Talks das aktuelle Jahresthema des Wettbewerbs auf. Die Plattform präsentiert die ländlichen Regionen als idyllische Erholungsorte für Städter und Wohnraum mit Lebensqualität, vor allem aber als Orte mit moderner Infrastruktur, als Geschäftssitz innovativer Hightech-Unternehmen, die hochwertige Produkte erzeugen und abseits der Großstädte die Energiewende vorantreiben. Die Leser erfahren in wechselnden Berichten von Menschen, die sich den Herausforderungen des Landlebens stellen, Lösungsvorschläge erarbeiten, die Wirtschaft in Schwung bringen und mit kreativen Ideen ihr persönliches Lebensumfeld neu erfinden und gestalten. Die interaktive Plattform greift zudem künftige Trends in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Umwelt,

Kleine Orte, große Ideen – Reportagen zeigen das Leben und die Menschen auf dem Land.

Gesellschaft, Wissenschaft und Bildung auf, und bietet dem interessierten Leser so Wissenswertes rund um das Thema.

Link zur Themenplattform: www.innovationen-querfeldein.de Video-Teaser zur Themenplattform:

Experten-Chat zu ländlichen Regionen Neben den Reportagen fand am 4. April 2014 ein Live-Chat auf dem Themenportal statt. Wer jung ist, hat auf dem Land keine Chance. Stimmt das? Zu diesem Thema diskutierten Kathrin Funk, stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Landjugend, und Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der „AGDW – Die Waldeigentümer”. Sie stellten sich den Fragen der Themenportal-Besucher. Den Live-Talk können Sie sich unter folgendem Link ansehen: www.innovationenquerfeldein.de/live-talk-heimatliebe-steht-hoch-im-kurs. In Berlin trafen sich Kathrin Funk und Philipp Freiherr zu Guttenberg zum Live-Talk.


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Ideen für die Bildungsrepublik Der bundesweite Wettbewerb würdigt Woche für Woche vorbildliche Projekte und Initiativen, die mehr Bildungschancen für Kinder und Jugendliche ermöglichen.

Gesellschaft

Fotos: oben: Deutschland – Land der Ideen/Andreas Mann; unten: Deutschland – Land der Ideen/Wolfram Scheible

„Wenn wir es geschafft haben, schaffst du es auch!“ Mithilfe von Erfolgsgeschichten junger Migranten in Deutschland stellt der Frankfurter Verein „InteGREATer“ die positiven Seiten der Integration in den Fokus der Öffentlichkeit. Erfolgreiche Jugendliche mit Migrationshintergrund, die sich bereits in einer weiterführenden Ausbildung befinden, berichten dazu in

kleinen Teams auf Elternabenden, in Moscheen oder Vereinen von ihren Bildungserfolgen und klären Eltern über das deutsche Schulsystem auf. In Frankfurt engagieren sich über 180 junge Menschen im Rahmen von „InteGREATer“ – mittlerweile ist das Projekt auch bundesweit aktiv.

Mojtaba und Masoud Sadinam lasen aus ihrem Buch „Unerwünscht drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte“ vor.

Die Projektverantwortlichen und ehrenamtlich engagierte „InteGREATer“ freuten sich: Gabriela Oroz, „Deutschland – Land der Ideen“ (1.v.l.), übergab die Auszeichnung an die beiden Vereinsvorsitzenden Ümmühan Ciftci (3.v.l.) und Jochen Sauerborn (2.v.l.).

Kultur

In Stuttgart werden schlummernde Talente geweckt Jährlich haben in der Kulturakademie Baden-Württemberg rund 80 Mädchen und Jungen die Chance, ihre Begabung in den Bereichen Kunst, Literatur, Musik oder MINT zu entwickeln und zu vertiefen. Zur Preisverleihung im März 2014 erwartete die mehr als 400 neugierigen Gäste in der König-Karl-Halle im Stuttgarter Haus der Wirtschaft ein wahres kulturelles Feuerwerk – die Jugendlichen des aktuellen Kulturakademie-Jahrgangs präsentieren ihre Werke erstmals der Öffentlichkeit. Sie begeisterten unter anderem mit schauspielerischen Interpretationen von Franz Kafka Klassikern, selbst komponierten Jazz-Stücken, Tanzeinlagen, Malerei und chemischen Experimenten.

Ein kulturelles Feuerwerk aus Musik und Malerei erwartete die zahlreichen Gäste in der Kulturakademie.


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Gesangskultur

Spielerische Gesangsförderung verbindet Generationen Das im März als „Bildungsidee“ ausgezeichnete Singpatenprogramm „Canto elementar“ sorgt durch das spielerische Erlernen von Gesang im Kindergartenalter dafür, Musik ebenso wie ältere Menschen als Singpaten in den Kinderalltag zu integrieren. Das gemeinsame Singen fördert neben dem Spracherwerb der Kinder deutscher und nicht deutscher Herkunft auch ihre soziale Kompetenz. Unter den rund 200 (v. l.) Dr. Karl Adamek, Initiator und Erster VorstandsvorsitzenGästen der Preisverder von „Il canto del mondo e.V.“; Jürgen Roters, Oberleihung in der Kölner bürgermeister der Stadt Köln; Wolfgang Bosbach, MdB; Innenstadt waren vor alBirge Amondson, Deutschland – Land der Ideen lem ehrenamtliche Singpaten aus ganz Deutschland. Zudem erlebten mit dem Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters, dem Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach, der ModeratoBei der Preisverleihung sangen die Erwachsenen rin Shary Reeves und dem Schlagzeuger Janus Fröhlich der Kölner Band „Höhner“ kräftig mit. Im Vordergrund: Moderatorin Shary auch Vertreter aus Politik und Gesellschaft die musikalische Preisverleihung. Beim Reeves und der Schlagzeuger der Kölner Band gemeinsamen Singen der Kinder mit ihren Singpaten auf der Bühne, stimmte dann „Höhner“, Janus Fröhlich, sowie der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach. das gesamte Publikum auch ohne Aufforderung direkt mit ein.

Bildung

Fotos: Deutschland – Land der Ideen/Uwe Völkner

Essener „lernHÄUSER“ bieten mehr Bildungschancen In vier Essener Stadtteilen werden sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche durch ganzheitliche Fördermaßnahmen unterstützt, um ihnen zusätzliche Bildungsperspektiven zu eröffnen. Zu den Bausteinen der „lernHÄUSER“ des Deutschen Kinderschutzbundes gehören unter anderem Hausaufgabenbetreuung, Sprachförderung, berufsvorbereitende Maßnahmen sowie Unterstützung bei der Alltagsorganisation, Elternarbeit und gesunde Essensangebote. Großen Beifall erntete der selbst gedichtete „lernHAUS“-Rap, den drei Jugendliche anlässlich der Preisverleihung vorführten. Neben einer Akrobatik-Einlage sorgte die Aufführung eines selbst geschriebenen Theaterstücks für ein buntes Programm.

Akrobatik und Theater gab es im Rahmen der Preisverleihung zu sehen.


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INNOVATIONSKRAFTWERK Die webbasierte Open Innovation Plattform widmet sich Problemlösungsprozessen aus unterschiedlichsten Perspektiven.

Ideenwettbewerb

„Open-Innovation-Plattformen bieten dem deutschen Mittelstand ein Riesenpotenzial“

Geballte Innovationskompetenz: Es diskutierten (v.l.) Michaela Thiel, Thiel Innovation – Marketing – Motivation, Matthias Wendt, Geschäftsleitung inno-focus businessconsulting, Jörg Trinkwalter, Mitglied der Geschäftsleitung, Director Cluster Marketing & Development, Medical Valley EMN e.V., Dr. Mario Gomez, Vice President Innovation Networks & Communications, Corporate Innovation Strategy & Management, Evonik Industries AG, Jens Leyh, Leiter Competence Center Innovationsmanagement, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, und Ariane Derks, Geschäftsführerin der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Innovationsberatung innofocus businessconsulting, Initiatoren des Innovationskraftwerks, richteten im Rahmen der Hannover Messe die Veranstaltung „Open Innovation: Chancen, Risiken und Wege zur Umsetzung“ aus.

Fotos: Deutschland – Land der Ideen/Sebastian Gerhard

Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell sich Open Innovation ausbreitet – wir erleben einen weitreichenden Paradigmenwechsel, dem sich Unternehmen stellen müssen“, sagte Jens Leyh vom Competence Center Innovationsmanagement am FraunhoferInstitut IAO. Vier Experten referierten: Matthias Wendt, inno-focus businessconsulting, demonstrierte, dass sich Crowdsourcing und Open Innovation mittlerweile in größeren Unternehmen als Management-Standard etabliert haben. Die Innovationsexpertin Michaela Thiel zeigte Wege auf, wie ein Online-Ideenwettbewerb gelingen kann. Jörg Trinkwalter, Cluster Medical Valley EMN, berichtete unter anderem vom Ideenwettbewerb „Carbon im Beton, im Auto, im All – Warum nicht auch in Gesundheitsfragen?“ und machte die Sicht von Clustern auf die Thematik deutlich: „Cluster sind prädestiniert für offene Innovationsansätze, da deren Grundprinzip ‚Innovation durch Kooperation‘ lautet.“ Konkret umgesetzt werde dieses Grundprinzip durch offene Ideenwettbewerbe im Internet, aber auch durch „Communities of Practice“ in der analogen Welt: offene Austauschplattformen zu Themen wie Medikation, Bewegung oder intelligenter Sensorik, die Akteure aus dem Cluster organisieren, weiterentwickeln und moderieren. Dr. Mario Gomez, Innovationsmanager des global agierenden Spezialchemieunternehmens Evonik Industries, hielt fest, dass die Zusammenarbeit mit externen, insbesondere branchenfremden Partnern zu überraschenden und positiven Ergebnissen führen kann.

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer Fragen zu offenen Innovationsprozessen und Chancen für Open-Innovation-Plattformen wie das Innovationskraftwerk. Dabei kamen auch die Chancen für mittelständische Unternehmen zur Sprache: Die Teilnehmer waren sich einig, dass der Mittelstand hochinnovativ ist, gleichzeitig aber unter enormen Druck steht. Moderator Jens Leyh brachte es auf den Punkt: „Bei mittelständischen Unternehmen gibt es noch Ängste sich zu öffnen und Know-how zu verlieren. Doch die ‚Weisheit der Vielen‘ bietet dem deutschen Mittelstand ein Riesenpotenzial, das es zu erschließen gilt.“

Jens Leyh vom Fraunhofer IAO führte durch die Veranstaltung.


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Netzwerk Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ knüpft Netzwerke und schafft Synergien, die zu guten Ideen, Innovationen und gemeinsamen Projekten mit Partnern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft führen.

Tec2You auf der Hannover Messe

Sternstunden für junge Technikfans MINT-Berufe sind dank neuester Technologien für Jugendliche kein unverständlicher Kosmos mehr. Im Gegenteil: Wenn künftig Smartphones den Verkehr und 3D-Brillen die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine steuern, wollen viele Absolventen mittüfteln. Die Nachwuchsinitiative Tec2You zeigte auch in diesem Jahr wieder vielen Jugendlichen den Weg zu ihrem Traumberuf. Auch ein Ausflug zu den Sternen wartete auf sie. Was macht ein Elektromotorenbauer? Wie sind die Zukunftschancen von Mechatronikern? Und welche Qualifikationen werden in der Industrie 4.0 relevant? Antworten auf diese und viele weitere Fragen haben mehr als 6.000 Schüler und Studienanfänger aus ganz Deutschland auf der Tec2You im Rahmen der Hannover Messe erhalten. Nach speziellen Führungen zu verschiedenen Technologiethemen stand für die Schüler der Tec2You-Pavillon auf dem Programm – hier stellten die teilnehmenden Verbände und die Partnerunternehmen Harting, Phoenix Contact, Rittal und Siemens ihre vielfältigen Nachwuchsprojekte und konkrete Berufsbilder vor.

Technik zum Anfassen und Ausprobieren auf der Tec2You.

mit zahlreichen Anekdoten und Bildern vom Leben in der Schwerelosigkeit und den wissenschaftlichen Experimenten an Bord. Außerdem berichtete er von den umfangreichen Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen, die der Astronaut Alexander Gerst in den letzten Jahren absolvierte, bevor er im Mai dieses Jahres als elfter Deutscher überhaupt in den Weltraum reisen wird. Da dürfte der ein oder andere den Traum von der Raumfahrt mit nach Hause genommen haben.

Ein besonderes Highlight war der Besuch des Astronauten Dr. Reinhold Ewald, der 1997 die russische Raumstation „Mir“ bereiste und heute als Berater des GeneSehen Sie raldirektors der Eurosich hier das päischen WeltraumVideo zum organisation ESA in Besuch von Paris tätig ist. Der PhyDr. Reinhold siker begeisterte das Ewald an. jugendliche Publikum

Fotos: Deutschland - Land der Ideen/ Sebastian Gerhard

Schirmherrin Prof. Dr. Johanna Wanka besichtigt den Tec2YouPavillon.

(v.l.) Holger Lösch, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Reinhold Ewald und Timothy Irawan von der ESA, der den Jugendlichen einen Weltraum-Skinsuit präsentierte.

Unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, setzen der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Deutsche Messe und die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ mit Tec2You eine einzigartige Aktionsplattform für die Zusammenarbeit von Schulen, Wirtschaft und Wissenschaft um. Ziel ist es, jungen Menschen Orientierungshilfe bei der Berufswahl zu bieten und sie für technische Berufe zu begeistern.


www.land-der-ideen.de / April 2014

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Was wurde aus…?

Schlauer Strom und kluge Köpfe Passend zum Titelthema dieses Newsletters haben wir bei „Ausgewählten Orten“ aus den Bereichen Technik und Industrie nachgefragt, wie sie sich die Zukunft vorstellen und was bei ihnen seit der Auszeichnung passiert ist.

„PeerEnergyCloud“– Bürgermarktplatz zum Handel von erneuerbaren Energien Angebot und Nachfrage bestimmen den Strompreis – das war die Idee der Stadtwerke Saarlouis GmbH. Eine Vision der Industrie 4.0 wird hier lebendig: Der Verbraucher spült sein Geschirr dann, wenn der Strompreis besonders günstig ist, weil er über ein Micro Grid direkt mit den Stadtwerken handelt und den optimalen Zeitpunkt für die Energienutzung bestimmt. Wir sprachen mit Holger Kirchner, Konsortialführer des Projektes. Was waren die größten Erfolge seit Ihrer Auszeichnung? Als erstes national-gefördertes Projekt haben wir die Themen „Cloud“ und „Big Data“ im Kontext der Energiewirtschaft erstmalig betrachtet und nehmen eine Vorreiterrolle ein. Deshalb wurde dieses Projekt vom Bundeswirtschaftsministerium im Programm „Trusted Cloud“ entsprechend gefördert. Auf bedeutenden Kongressen und Messen wie dem BDEW Kongress, Treffpunkt Netze oder der e-world erhielten wir jedes Mal enormen Zuspruch von Politikern und Fachexperten. Zudem gab es bereits sehr frühzeitig Anfragen aus den USA, Australien und Neuseeland, die großes Interesse an unserem Lösungsansatz hatten.

Auch Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (5.v.l.) gratulierte auf der Preisverleihung im Oktober 2012 den Projektbeteiligten.

Wie werden die technischen Neuerungen der Zukunft aussehen? In der Energiewirtschaft werden vermutlich viel mehr kleinere Erzeugeranlagen und Energiespeicher existieren. Dabei betrachten wir neben Strom auch Gas und beispielsweise Wärme, die in einem Polynetz zusammenwirken. In 10 Jahren werden Marktplätze existieren, die im Interesse des Bürgers die Versorgung und Entsorgung als auch die individuellen Bedürfnisse unterstützen.

Fotos: oben: Festo Bildungsfonds; unten: Festo Bildungsfonds/Peter Speck

Netzwerk Technik – die Festo AG setzt auf Bildung Wenn von der Zukunft der Industrie gesprochen wird, spielt die Esslinger Festo AG ganz weit vorne mit. Darum ziert sie auch den Titel unserer April-Ausgabe. Der Ein Fonds fördert Studierende technischer AutomatisierungsspeFächer. zialist sorgt dafür, dass Mensch und Maschine reibungslos zusammenarbeiten. Der Festo Bildungsfonds, der gezielt Studierende technischer Fächer unterstützt, als auch der Blog zur Personalgewinnung wurden daher 2007 und 2010 ausgezeichnet. Wir sprachen mit Prof. Dr. Peter Speck, Verantwortlicher des Festo Bildungsfonds.

Arbeiten Sie derzeit an neuen Projekten oder an einer Weiterentwicklung Ihrer Idee? Als nächster Schritt wird der Festo Bildungsfonds in Zusammenarbeit mit dem Steinbeis Transfer Institut „Corporate Educational Process“ an der Steinbeis Hochschule Berlin berufsbegleitende, MINT-spezifische Studiengänge anbieten. Wo sehen Sie sich in 10 Jahren? In 10 Jahren werden Bildungsfonds ein wesentlicher Bestandteil im Rahmen der Finanzierung von Aus- und Weiterbildung und Studiengängen sein. Meine Vision geht in die Richtung eines „Deutschland-Fonds“, wo sich namhafte Geldgeber entsprechend engagieren und eine weitere Finanzierungsoption bereitsteht.


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Termine im Land der Ideen Studieren weltweit Im Mai findet in Berlin die Study World 2014 statt, die 9. Internationale Messe für Studium, Praktikum und akademische Weiterbildung. In rund 60 Vorträgen und Seminaren können sich Interessierte zu Themen wie Abschlüssen, Studieren in Deutschland oder Wege zum Auslandsstudium informieren. Abgerundet wird das Programm durch den Fachkongress „go out! studieren weltweit“, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) veranstaltet wird. Schwerpunkt in diesem Jahr: die internationale Mobilität deutscher Studenten. Berlin, 22.-24. Mai 2014. www.studyworld2014.com

Innovationstag Mittelstand Im Mai findet der 21. Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie statt. Mehr als 300 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kooperationsnetzwerke aus dem gesamten Bundesgebiet präsentieren an diesem Tag sich und ihre Entwicklungen. Neben der Möglichkeit, mit Technologiespezialisten und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu sprechen, bietet ein Vortragsprogramm diverse mittelstandsrelevante Themen und eine Jobbörse. Anmeldungen und Informationen unter www.zim-bmwi.de. Berlin, 22. Mai 2014

Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung 2014 Dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), einem „Ausgewählten Ort 2006“, kann im Mai auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) ein Besuch abgestattet werden. Denn das DLR präsentiert sich dort mit viel Wissenswertem zu seiner Arbeit. Auf der ILA werden die Spitzentechnologien der Raumfahrt präsentiert. Ob zivile Luftfahrt, unbemannte Flugsysteme oder technische Schwerpunkte wie Ausrüstung und Triebwerke – Fachbesucher können nicht nur die vielen Aussteller kennenlernen, sondern zudem an einem hochwertigen Konferenzprogramm teilnehmen. Berlin, 20.-25. Mai 2014. www.ila-berlin.de Auszeichnung im Kräutergarten Ein Sternekoch zu Gast im Land der Ideen: Im Wettbewerb „Ideen für die Bildungsrepublik“ wird das Projekt „Kleebergs Kräutergarten“ ausgezeichnet. Da lässt es sich Meisterkoch Kolja Kleeberg nicht nehmen, den Preis persönlich entgegen zu nehmen. Auch der Ort der Auszeichnung passt sich dem Projekt an: Es geht mit den Berliner Schülern in einen Kräutergarten auf einem Schulhof. Die Kräuter, die dort im Rahmen des Projekts gezüchtet wurden, werden an diesem Tag geerntet und zu leckeren Speisen verarbeitet – ganz so, wie es das Projekt vorsieht. Berlin, 7. Mai 2014. www.buergerstiftung-berlin.de 100 Prozent weibliches Business Ab sofort können sich Interessierte für die im Messe und den Kongress der women&work in Bonn anmelden. Knapp 100 Top-Unternehmen präsentieren sich einen Tag lang auf der Messe. Der Kongress findet zum Schwerpunktthema „Ethik im Business“ statt – in einer Leadership-Lounge können Besucherinnen neue Impulse für den beruflichen Alltag bekommen. Das Messekonzept für weibliche Fach- und Führungskräfte wurde 2012 als „Ausgewählter Ort“ ausgezeichnet. Bonn, 24. Mai 2014. www.womenandwork.de. Den Teaser zur Messe sehen Sie hier. (http://www.youtube.com/watch?v=zEyJ0Kggtik)

Tag der Deutschen Bauindustrie 2014 Das diesjährige Motto des Tags der Deutschen Bauindustrie, auf den der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hinweist, lautet „Investitionen – Wachstum – Beschäftigung – Was Deutschland voranbringt“. Hier treffen sich Spitzenpolitiker, darunter auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, und erläutern in Podiumsdiskussionen, was es braucht, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationsstärke Deutschlands in Zukunft zu sichern. Berlin, 22. Mai 2014. www.bauindustrie.de

Impressum Deutschland – Land der Ideen Land der Ideen Management GmbH Kurfürstendamm 21 10719 Berlin Tel.: +49 30 - 206 459 - 0 Fax: +49 30 - 206 459 - 168 E-Mail: kontakt@land-der-ideen.de www.land-der-ideen.de

V.i.S.d.P.: Ariane Derks Redaktion: Presseteam Land der Ideen Management GmbH Gestaltung: Jutta Schlotthauer

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Auszeichnung für Forschungsfabrik Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Sabine von Schorlemer, ehrt am 8. Mai in Chemnitz das Projekt „Forschungsfabrik Ressourceneffiziente Produktion“ des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU als „Ausgezeichneten Ort“ des Jahres 2013 zum Thema „Ideen finden Stadt“. In der Forschungsfabrik entwickeln Experten neue Technologien zur Ressourceneinsparung und setzen diese mit Partnern um. Auch Siegfried Fiebig, Geschäftsführer von Volkswagen Sachsen, wird vor Ort gratulieren. Chemnitz, 8. Mai 2014. www.iwu.fraunhofer.de

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Zukunftsprojekt Industrie oder: Alles ist vernetzt - Newsletter April 2014  
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